Literaturgefluester

2021-12-28

Das Nest

Filed under: Bücher — jancak @ 00:42
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Zwischen Weihnachten und Neujahr läßt es sich gemütlich Krimis lesen, auch wenn sie im April spielen, den Katrine Engbergs „Nest“ hatte ich, weil ich es mir wegen des Bloggertalks nach Harland mitgenommen und da habe ich gleich zwei Fragen. Erstens verstehe ich den Titel, da gibt es, glaube ich, ,auch andere Bücher mit diesem Namen nicht ganz, obwohl Vögel spielen eine gewisse Metaphernrolle und man kann es auch als Synoym für die tatsächliche oder mangelnde Geborgenheit in der Familie nehmen und die zweite Frage betrifft das Cover. Pillen, die ein bißchen, wie Autos aussehen, sind darauf abgebildet und das hat meiner Meinung nach noch viel weniger Bezug zum Inhalt. Der ist vielschichtig und die 1975 in Kopenhagen geborene und gut Deutsch sprechende Katrin Engberg scheint eine sehr sympathische Frau zu sein, wie ich beim Bloggertalk merkte und das Buch ist der vierte Teil der Kopenhagener-Serie mit Anette Werner und Jeppe Körner und bei „Amazon“ streiten sie sich darum, ob es was macht, wenn man die vorigen Teile nicht gelesen hat?

Ich habe mir etwas schwer damit getan, denn Katrine Engberg geht es sehr bedächtig an und so liest man sich zuerst durch die verschiedenen Handlungsstränge bis sie geschickt alles zusammenfügt und die Familienprobleme der Ermittler, das ist wahrscheinlich so eine skandinavische Spezialität, spielen auch eine Rolle.

Also, da wird erst einmal ein Junge entführt oder ist er verschwunden? Das weiß man nicht so genau. Er ist jedenfalls der Sohn einer Galeristen- oder Aktionshausfamilie und die ist etwas seltsam. Schlafen doch alle Kinder und, die sind bis siebzehn, mit den Eltern in einem großen Familienbett und die Familie schwurbelt auch etwas, daß sie schon einmal Schwierigkeiten hatte und erpresst wurde und ziehen Zusammenhänge.

Oscar er ist fünfzehn, ein begabter Zeichner und hinterläßt ein Zitat von Oscar Wilde, hätte eigentlich bei einer Freundin schlafen sollen und hat sich mit seinem Lehrer getroffen. Dann wird und das hat Katrine Engberg ja den Prolog gelesen, wird eine Leiche in einer modernen Müllverbrennungsanlage gefunden. Es ist aber nicht Oscar, sondern der Lehrer und seltsam, der Vater von der Freundin arbeitet in der Anlage, als Ingenieur und führt sich sehr seltsam auf.

Oscar wird gefunden und kommt in ein Spital und seine Mutter ist auch recht seltsam, weil sie gleich den Ermittler umarmt, dafür ist der Vater immer verschwunden und eine Schwester, Jenny Kalibian gibt es auch. Die war eine begabte Künstlerin, hat durch die Schwierigkeiten des Schwagers ihre Karriere beendet. Jetzt ist sie Aufseherin im Thorvaldsen-Museum, hat immer Geldnöte, unterrichtet aber Oscar im Zeichnen.

Jeppe hat noch eine Freundin die siebzigjährige Ester, die ein Buch über eine Anthropologin schreiben will und mit einem alten Herrn zusammenlebt, der ein wenig dement wirkt, Angst vor dem Sterben hat und dann noch an Krebs erkrankt.

Das ist die Vielschichtigkeit von Katrine Engberg. Anette verliebt sich auch noch in einen Tierpräparator, der ihr beim Ermitteln hilft, obwohl sie verheiratet ist und eine kleine Tochter hat und Jeppe lebt mit einer Kollegin, die alleinerziehnde Mutter ist und als er die elfjährige Tochter um zehn Uhr abends auf der Straße trifft und die dann nach Bier stinkt, bricht die Beziehung auseinander.

Ganz schön kompliziert und viel Themen werden angeschnitten. Denn es geht natürlich um Kindesmißbrauch und um einen Pädophilienring, die der Lehrer, jung und noch sehr gewissenhaft, aufklären wollte. Die Tante hat den Neffen nicht nur unterrichtet, sondern in geschminkten Posen fotografiert und die Fotos dann verkauft und die kleine Schwester rächt sich an der Tante und wenn man von der Krimihandlung absieht, bleibt wahrscheinlich über, wie kompliziert dieses Leben ist und dabraucht man gar nicht Sars Cov 19 dazu.

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