Literaturgefluester

2022-01-26

Großartiger Leseclub mit Grete Scheuers Kriegsroman

Der großartige Leseclub, den die 1981 in Eisenstadt geborene Barbara Zeman, bei der ich einmal im Literaturhaus bei einer ebenso großartigen Lesung,war und die ich glaube ich, auch bei den O-Tönen hörte, während der „finsteren Coronawelle von 2020“ gründete, findet ja in, regelmäßigen Abständen Literaturhaus statt und ist, glaube ich, eine interessante Kombination, nämlich eine Buchpräsentation von einem meist unbekannten Buch einer vergessenen Exilautorin, Brigitte Schwaiger war auch einmal dabei. Dann stellte ein Künstler seine Bilder aus und ein Musiker spielt seine modernen Lieder. Barbara Zemann moderiert und eine Schauspielerin liest die Texte vor. Eine interessante Kombination und auch die Moderation ist sehr interessant und das diesmal ausgewählte Buch stammt von einer Grete Scheuer, die 1900 bei Aflenz geboren wurde, adelig war, 1933 bei „Rohwohlt“ einen Kolportageroman wahrscheinlich im Stil der Vicki Baum schrieb und 1946 „Die lange Nacht“, die Erfahrungen in einen Luftschutzkeller im Jahre 1945. Barbara Zeman erwähnte in ihrer Einleitung den berühmten „Philipphof“, der an der Stelle stand, wo sich heute das Hrdlicka-Denkmal befindet, der sicherste Luftschutzkellern wie es damals hieß, dann gingen dreihundert Leute hin, nicht alle wurden geborgen und man hörte im Augustinerkeller noch sieben Tage lang klopfen.

Die Protagonisten der Grete Scheuer befanden sich statt dessen in einem Luftschutzkeller beim Stephansplatz, hatten Whisky, Kekse und Sardinen mit. Die Schauspielerin Clara Liepsch hat mehrere Stellen daraus gelesen, sowie ein Gedicht, das in den Sechzigerjahren erschienen, wo die inzwischen in Graz lebende Journalistin , die auch mehrere Literaturpreise bekommen hat, das „Forum Stadtpark“ mitbegündete und 1988 gestorben ist. NSDAP-Mitglied war sie einmal auch, wollte später aber nichts mehr davon wissen.

Der junge Musiker Oskar Haag spielte einige Lieder und Barbara Zemann erzählte welche Strafen man zu zahlen hatte, wenn man nach Abschaffung der Monarchie seinen Adelstitel noch verwendet. Heute muß man angeblich dreihundert Euro dafür zahlen. Das hat die Familie Habsburg wohl noch nicht gehört, aber vielleicht verwenden eher die anderen ihre Titel.

Was es für Bombenarten es gibt, hat Barbara Zeman auch recherchiert und dann die Biografie, der mir unbekannten Autorin erzählt. Interessant, denn ich interessiere mich ja sehr für die unbekannten Autoren der Zwischenkriegszeit und glaube, daß auch Paula von Preradovic über das Wien 1945 beschrieben hat. Zumindestens habe ich mir da einmal einen Text kopiert, in den frühen Achtzigerjahren, glaube ich, als ich ich einen Text darüber schrieb, mit dem ich ein Stipendium bekommen wollte.

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