Literaturgefluester

2022-10-31

Blutbuch

Hurrah, hurrah, jetzt kommt das fünfzehnte deutsche Longlist-, das dritte Shortlist-Buch, das auch auf der Schweizer Buchpreisliste steht und das auch erwartungsgemäß oder nicht den deutschen Buchpreis 2022 gewonnen hat, Kim de L`Horizons „Blutbuch“ und der ist offenbar eine Kunstfigur, steht doch in der Biografie „Geboren 2066 auf Gethen. Heute hat aber Kim genug vom „Ich“ studiert Hexerei bei Starhawwk, Transdisziplintät an der ZHdk und textet kollektiv im Magazin DELIRIUM“ und ich muß in meinem Longlistartikel gleich einen Fehler bekennen, habe ich dort doch von „Ssieben Männern und dreizehn Frauen“ geschrieben. Stimmt nicht, denn Kim, wie er sich nennen will, ist eine nonbinäre Persönlichkeit, hat kurze dunkle Haare, einen Oberlippenbart, sehr geschminkt und trägt auffallend bunte Kleider.

Bei der Preisverleihung hat er sich die Haare abrasiert, alle umart und geküßt und ein Happening aus der Veranstaltung gemacht und in den Blogs habe ich gelesen, daß die sich das Buch als Gewinner wünschen.

Da bin ich, eine Frau, fast siebzig und wahrscheinlich doch eher konservativ, etwas gespalten, denn ich habe, als ich ich mir überlegte, wer den Preis wohl gewinnen wird eher an Jan Faktor und Eckhardt Nickel gedacht, dann an Fatma Aydemir und „Blutbuch“ hat vielleicht auch Chancen!“, aber nicht wirklich daran geglaubt und mir mit dem Lesen auch nicht ganz leicht getan.

Daß das Buch aber sehr ungewöhnlich ist und auch Sprachexperimente wagt, kann ich bestätigen. Kim de L`Horizon hat sehr lang dran geschrieben und sagte nach der Preisverleihung auch, daß er vor zehn Jahren wahrscheinlich höchstens in einem Kleinverlag erschienen wäre.

Jetzt hat das Buch schon den „Literaturpreis der Jürgen Ponto Stiftung“ gewonnen, liegt in der Zeit, obwohl der Inhalt dann vielleicht doch nicht so ungewöhnich ist, setzt sich da einer oder eine mit der Familiengeschichte auseinander. Kim verwendet aber das * dabei und nennt, er ist in der Schweiz aufgewachsen, seine Großmutter „Grandmeer“, Grandmeer habe ich gelesen, wäre das Bernerdeutsch für die Großmutter und darum geht es. Die Erzählfigur namens Kim erfährt, daß seine Großmutter an Demenz erkrankt ist und setzt sich daraufhin auf dreihundert Seiten und fünf Kapitel mit seiner Identität und der Familiengeschichte auseinander.

Das Buch ist wahrscheinlich auch ein Stück Naturlyrik, denn es geht, wie schon der Name sagt, um die Blutbuche, oder nein, stimmt wieder nicht. Denn das Buch heißt „Blutbuch“ und da hätte ich zuerst an ein blutiges Buch gedacht und jeder der fünf Teile ist auch in einen anderen Stil geschrieben.

Da geht es in einem also sehr um die Buche und kehrt bis in achtzehnte und neunzehnte Jahrhundert in den Wörlitzer Park und zu Johann Wolfgang von Goethe zurück, während es sich dann wieder um die Mutter und Großmutter, um Hexen und, um ein verschwundenes Kind, die erste oder zweite Rosmarie geht.

Kim ist sehr sexbesessen. Das ist auch Thema und der letzte Teil, die Briefe an die Großmutter ist überhaupt nur in Englisch geschrieben. Kann man das nicht lesen, muß man das Buch umdrehen, denn da gibt es eine Übersetzung. Kim macht also auch etwas mit seinen Lesern und zwingt sie zu Aktionen und im Teil vorher wird die Großmutter in einem modernen Pflegeheim für Demenzen geschildert, wo jedes Zimmer oder Stockwerk einen anderen Zeitabschnitt spiegelt. Das habe ich auch schon gelesen und fand ich sehr interessant. Im Brief an die Großmutter heißt es aber dann, daß die noch gar nicht in einem Heim ist, sondern den Enkel noch erkennt und noch zu Hause lebt da erzählt er der Großmutter auch, daß er sich mit zwei anderen in einer alten Schokoladefabrik im Tessin auf einer Art Schreibwerkstatt befindet, berichtet ihr von seinem Sex und dem Bemalen der Nägel.

Um Sprache und das Schreiben geht es auch dabei und ich komme jetzt wieder zu der Frage, für wen der deutsche Buchpreis eigentlich ist?

Um das Kaufverhalten der Bücher zu fördern, glaube ich, die Buchhändler haben sich am Anfang auch sehr empört, daß da nur Literaturwissenschaftler in der Jury saßen und niemand den Jirgl und den Petzer lesen oder der Schwiegermutter zu Weihnachten schenken will.

Jetzt frage ich, wer wird „Blutbuch“ seiner Mama schenken oder lesen? Die jungen Leute, die sich für das Queer und die political Correktness interessieren, wahrscheinlich. Aber kaufen die Bücher, um fünfundzwanzig Euro und lesen sie noch soviel? Die Schwiegermütter wahrscheinlich nicht und, ob es seinen Platz in der Literaturgeschichte finden wird, wird die Zukunft zeigen.

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2022-10-30

Paul Abraham vor dem Theater an der Wien

Während der Lockdowns und der Zeiten der Ausgangssperren, wo man nicht aus dem Haus gehen durfte und schon eine Versammlung anmelden mußte, wenn man sich mit ein paar Personen treffen wollte, hat die Ruth das Format der Privatissimen entwickelt.

Das heißt sie hat sich im März, April und Mai 2021 im Volksgarten vor dem Grillparzerdenkmal hingestellt und das aus ihrem Buch „Reisen mit Franz Grillparzer“ die Stellen ausgesucht, wo sich Franz Grillparzer in Griechenland, Bratislava und Istanbul befand.

Im Herbst ist es dann in den Donaupark vor das Che Guevara-Denkmal ,weitergegangen und vor dem Sommer ging es, um eine Tafel auf einem Haus in ihrer Wohnhausnähe, die sie beleuchtet hat und nachher gab es bei ihr einen kleinen Empfang zum Saisonausgang sozusagen.

Ja richtig, in der Burggasse gab es da immer die Saisonabschlußfeste, eine Tradition aus den Salons des neunzehnten Jahrhunderts, glaube ich. Aber jetzt ist die Ruth in eine kleine Wohnung umgezogen und hat ihren literarischen Saison sozusagen ins Freie verlegt.

Zuminderstens hat sie das heute vor dem Theater an Wien angekündigt, daß es da ab nun im Frühling und im Herbst immer einen literarischen Saison im Freien geben wird und ich dachte „Toll, die Ruth hat Ideen, wie ich ja auch bewundert habe, daß sie in Lockdownszeiten ihre Privatissimen erfunden hat und so eine Art Widerstand gegen das Sterben der Kultur setzte und heute ist es also vor das Theater an der Wien gegangen oder zum Seiteneingang in der Papagenogasse vor das gegenüberliegenden Hotel, das glaube, ich Beethoven heißt. Denn das Theater bei dem es sich nun um das dritte Opernhaus Wiens handelt, ist derzeit verbarrikadiert und von Baugerüsten umgeben und Ruthä hat zuerst ein bisschen was von der Fassade erzhlt und darauf hingewiesen, daß da einmal der „Fidelio“ und die „Zauberflöte“ uraufgeführt wurde. Auch Nestroys „Talismann“ und den habe ich dort, wohl ein Jahrhundert später, im Rahmen einer „Theater der Jugend- Aufführung“ gesehen und war beeindruckt.

Später gab es da dann die Operetten und das wäre schon der Bezug zu dem 1892 in Ungarn geborenen Paul Abraham, der zuerst nach Berlin, später, als dort die Nazi kamen, nach Wien emigrierte und als er auch dort nicht bleiben konnte, ist er über Havanna nach New York emigriert und dort ist die Ruth, die ja einige Jahre in Kuba lebte, auf ihn gestoßen und hat über ihn ein Buch oder ein Theaterstück geschrieben und so irgendwie auf die Idee gekommen, ihm das herbstliche Privatissimum zu widmen und dazu hat sie sich auch zwei Sänger eingeladen, Andrea Paul und einen Walter, der sehr professionell mit Musikbegleitung „Es ist so schön am Abend bummeln zu gehen“ und dann noch von dem „Kleinen Divanpüppchen“ gesungen hat.

Ich bin ja kein so besonderer Operettenkenner. „Viktoria und ihr Husar“ habe ich aber einmal gesehen und weil in den Dreißigerjahren, da gab es auch einige Uraufführungen im Theater an der Wien, ich glaube, „Roxy und ihr Wunderteam“ wurde dort aufgeführt, die betuchten Herrn sich gern, wie die Ruth erzählte mit japanischen Frauen schmückten, hat Andrea Pauli „Meine Mama war aus Yokahama und aus Paris der Papa!“ gesungen. Dann kam noch „Ja so ein Mädel, ein ungarisches Mädel“ und die Ruth hat inzwischen das Leben des Komponisten referiert, der in New York nicht sehr glücklich war, sondern sein Leben als drittklassiker Barpianist finazierte. Darüber ist er psychisch zusammengeborochen und hat, als er nach Hamburg zurückgekommen ist, längere Zeit in verschiedene psychiatrischen Klinken verbracht, wo er 1960 gestorben ist.

Der Abschiedsong von Andrea Pauli gesungen hieß „Reich mir zum Abschied noch einmal die Hände“ und weil wir vor einem Hotel gestanden sind und zu der verbarrikatierten Theaterfassade hinübersahen, konnten wir auch den Auszug und Einzug der Hotelgäste mit ihren Trolleys beobachten. Dann sind noch zwei Leute mit einem Stadtplan gekommen und haben das Theater fotografiert.

Cirka zehn Personen haben an Ruths Pivatissimum teilgenommen und nachher sind wir noch in das Restaurant beim Resslpark gegangen, haben dort weitergeplaudert und haben uns durch die verschiedenen Knödelvariationen gegessen.

Einen Grillparzer-Abend wird die Ruth im Rahmen des Lesetheaters, die jetzt nach Polen auf Recherchereise geht, um dort über das „Kloster von Sandomir“ zu forschen, auch geben und das nächste Privatissimum ist wahrscheinlich Herber W. Franke gewidmet, der vor vor kurzem gestorben ist.

2022-10-29

Die Zeit am Spittelberg

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 18:06
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Die 1940 geborene Christl Greller, die ich von der GAV kenne und die, glaube ich, seit ihrer Pensionierung schreibt, da schon einige Bücher herausgebracht hat und sehr bemüht und rührig ist, hat seit einigen Jahren eine GAV-Lesereihe „Die Zeit und wir“, wo sie zu diesem Thema verschiedene Autoren einlädt und und da immer besonders interessante Leseorte dafür auswählt.

So habe ich zum Beispiel in der Klimt-Villa gelesen, einmal war die Veranstaltung beim „48-Tandler“ und jetzt hat sie zu einer Matinee ins Theater am Spittelberg eingeladen.

Die Einladungen zu der Veranstaltung sind bei der GAV-GV aufgelen und als da diskutiert wurde, wie man mehr Pubikum zu seinen Veranstaltung bekommt, hat sie noch extra darauf hingewiesen. Denn die Orte, die sie auswählt und das ist auch sehr interessant, sind meistens sehr groß.

So hat das Theater am Spittelberg, wo, ich glaube, ich schon im Rahmen der Adventrundgänge, die es glaube ich nicht mehr gibt, dort gewesen und habe die Gruppe „ALMA“ dort gehört.

Als ich um elf, das Theater erreichte waren nur recht wenige Zuhörer da. Klar, am Samstag Vormittag zu einer Lesung ins Theater, das funktioniert wahrscheinlich nicht sehr. Da kommen wahrscheinlich nur die Enthusiaten und Bekannten und so hat Christl Greller in ihrer Einleitung auch darauf hingewiesen, daß man auf diese Art und Weise die Corona-Abstände besonders gut einhalten kann.

Die Ruth war da, Monika Gentner die seit einigen Jahren den „Tag der Freiheit des Wortes“ organisierte, Gerhard Altmann und Christl Greller haben gelesen und Martina und Iva Mazanik haben zwischen den Leseblöcken, zu Beginn und am Ende auf der Querflöte gespielt.

Es war also sehr festlich und die 1960 geborene Monika Gentner hatte zwei Texte vorbereitet, die das Thema und das Zeitkriterium deutlich machten. Ging es in dem Ersten doch, um eine Frau, die es einmal besser im Leben haben wollte oder sollte. Also Matura machen statt in die Fabrik gehen und dann, weil die Männer nach der HTL Manager werden und die Frauen ihre Sekretärinnen BWL, studieren. Das war aber nicht das Richtige, also Architektur. Passte auch nicht, dann Journalistik. Das Richtige war dann das Schreiben. Der nächste Text war ähnlich strukturiert. Da ging es um das Älterwerden und die Frage, was ein erfülltes Leben ist? Richtig, die Zeit vergeht, man wird älter und alles ändert sich.

Der nächste Leser war der 1966 als „Pfarrersbua“ im Burgenland geborene Gerhard Altmann. Er hat einige Bücher bei der burgendländischen Edition Ex-Liszt und auch ein Buch über Hertha Kräftner geschrieben. Da ist ja auch Dine Petrik ,Spezialistin und er begann mit einem Rap „Ich bin Weinbauer und habe Weinpower“, um wie sagte seine Stimme einzuüben und brachte dann einen Text über sein „Heimathaus“, das, glaube ich, in Rust neben der Kirche gestanden ist, denn er war der Sohn des evangelischen Pfarrers und fühlte sich deshalb in der Schule und auch am Sportplatz immer fremd.

Christl Greller las ein Stück aus einem Buch, wo es um Puppen geht, die das Leben und die Vergänglichkeit einer Frau bestimmen. Die Puppe über die gelesen wurde, heißt Mila und stammte aus der Slowakei und mußte daher, wahrscheinlich vor einigen Jahren, in einen VW-Käfer aus Bratislawa regelrecht geschmuggelt werden. Dann saß sie jahrelang in der Wohnung der Protagonistin, wurde später in einem Schrank verstaut, weil sie mit ihren echten Zöpfen und vielen Unterröcken altmodisch geworden war, bis sie bei zwei Lehrerinnen in der USA eine neue Heimat fand.

Eine interessante Veranstaltung nach einer intensiven literarischen Woche, wo ich zweimal im Literaturhaus und in der „Alten Schmiede“ war und da viel Interessantes und Unterschiedliches hörte. Morgen, das kann ich gleich verraten, wird es wieder eine Matinee geben, auch wenn die vielleicht nicht ganz so literarisch sein wird.

2022-10-28

Internationale Frauenlyrik

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:18
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Das Schamrock-Festival initiert von Augusta Laar, gibt es, glaube ich, schon zehn Jahre und das Festival der Dichterinnen glaube ich zum sechsten Mal. Das Festival findet in München statt und in Wien gibt es einen Auftaktabend. Bei einigen Veranstaltungen bin ich gewesen.

Die fünf Frauen, die da ihre Text präsentierten, waren wirklich international. hat es doch mit der litauischen Autorin, Jurgita Jasponite, die Naturlyrik und von Wäldern und von Jägern schreibt begonnen.

Cornelius Hell hat sie übersetzt und ihre Lesung moderiert. Eingeleitet hat er mit der politisch korrekten Frage, ob ein Mann eine Frau übersetzen darf?

Die Männer dürfen dem Festival helfen hat Augusta Laar am Schluß ergänzt und Robert Huez, der die kranke Barbara Zwiefelhofer vertrat, ist ja auch ein Mann.

Dann ging es nach Slowenien und da wurde Ana Pepelnik vorgestellt, deren Text auf englisch projiziert wurden. Dann folgte Simone Hirth, in Deutschland geboren, die im Vorjahr den „Priessnitz-Preis“ bekommen hat und da mit der „Poesie Kaffee getrunken“ hat, ihre Prosa Bücher bzw. Romane habe ich gelesen und überrascht hat sie mich durch ihre frische klare Sprache, die ebenso auch Cornelia Travnicek hatte und ein bißchen durch ihre Lyrik zog und auch den neuen noch nicht erschienen Gedichtband erwähnte, in dem es um das Reisen geht und sie einige der darin erscheinenden Gedichte, im Iran und in der Ukraine, also an den Orten, wo derzeit viel in der Welt passiert, geschrieben hat.

Die Stimme aus Hongkong Tang Siu Wa, die inzwischen in Taiwan lebt, war natürlich besonders interessant und dann gab es eine Diskussion zwischen ihr, Augusta Laar und Cornelia Travnicek, die ja Sinologie studiert hat, die aber auf Englisch stattfand, wo es um die Frage gibt, ob die Poesie, die sich für die Freiheit einsetzt, politisch sein muß, was Tang Siu Wa verneinte.

Ein interessanter Abend, der nächste Woche wahrscheinlich mit noch mehr Poetinnen in München fortgesetzt werden wird.

Das werde ich versäumen. Habe diese Woche aber schon einiges an Poesie gehört und mich außerdem mit der sozialen Situation der Dichterinnen und ob diese davon leben können, auseinandergesetzt.

Wieder ein „Nanowrimo“?

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 10:56
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Es ist der achtundzwanzigste Oktober, wo man sich die Frage stellen könnte, ob man beim „Nanowrimo“ mitmachen soll?

Eine Frage, die sich für mich bis auf wenige Tage gar nicht stellte. Denn da korrigierte ich ja an meinen „Sozialen Kreditsystem“, und bin weil ich jetzt wieder mehr Stunden habe und vorige Woche nach Frankfurt surfte in der letzten Zeit auch nicht sehr oft dazugekommen. Dann bin ich am Nationalfeiertag doch überraschend damit fertig geworden, habe den Text zum Druckerei fertig machen an den Alfred geschickt und Pläne für das Nächste habe ich auch irgendwie schon, obwohl ich mich damit in der letzten Zeit nicht sehr viel beschäftigt habe.

Aber beim „Tag der offenen Tür“ des „Writersstudio“ habe ich ja nach einem Bild, den Anfang einer Geschichte geschrieben. Ein Wunderkind, das eigentlich keines sein will ist, aber von seiner Mutter dazu gedrängt wird und die Idee mich statt der Pandemie, die ja jetzt vielleicht wirklich vorbei sein könnte, wenn man sie läßt, aber leider von vielen anderen Krisen ersetzt wurde, wieder mit einer Bücheraufleserin zu beschäftigen ist mir auch schon gekommen.

Da liest wieder eine ihre Bücher auf, beziehungsweise versetzt sie sich in deren Charaktäre und spannt Geschichten daraus. Geschichten aus tausend und einem Buch, bis es sich dann sterben läßt, Da braucht man wohl an die zehn Jahre dazu. Die Idee dazu ist mir zwar erst vor kurzem gekommen, aber das Buch aus anderen Protagonisten zu schreiben, habe ich schon länger geplant. Ist zwar ein wenig schwierig und sicher nicht in ein paar Wochen, also auch nicht im November zu schreiben.

Aber eine spannende Idee und da will ich wieder was Neues ausprobieren. Diese Idee ist mir dann wieder abhanden gekommen und als ich am Mittwoch meine Fenster putzte, war sie und die ersten Szenen auf einmal da.

Die Heldin könnte Flora Faun heißen. Flora und Fauna wäre da das poetische Element und der Text, da hätte ich ja einen Titel „Seifenblasen fliegen gegen den Himmel“ schon in meinen Notizbuch notiert.

„Flora Fauns Freudenberge“ täte es aber auch und die ist eine ältere Frau und um den Pandemiebezug, den es in Zeiten, wie diesen natürlich geben muß, ist eine Masken-und Testverweigerin, hat die Pandemie und die NI-Lockdowns also irgendwie gut hinter sich gebracht und jetzt das Problem, daß sie nie in ein Spital oder Pflegeheim kann, also gesund bleiben muß.

Eine mögliche Demenzangst gibt es vielleicht auch und sie hat viel Bücher. Nachschub wäre ja auch aus den Bücherschränken zu besorgen und da könnte sie ihre tausend und ein Bücher auflesen, um erst dann zu gehen und sie ist auch wieder irgendwie isoliert und hört aus der Nachbarwohnung Klavierklänge dringen. Das übt, weiß sie, mehr oder weniger freiwillige der dreizehnjährige Jürgen Jelleweil von seiner Mutter Agathe, eine Musiklehrern oder Architektin, gedrängt, um ein Wunderkind zu werden und einen Mortimer Morris gibt es auch. Das ist ein Jugendfreund von ihr und einer an den sie denkt, telefoniert oder smst und der will sie besuchen kommen.

„Noch nicht! Laß mich zuerst meine Bücher auflesen und Geschichten daraus erzählen und formen!“, so weit, so what.

Die Idee mir die Geschichte aus Bildern zu erschreiben ist mir ja bei den „Tagen der offenen Tür“ im „Writersstudio“ gekommen. Die muß ich mir erst suchen und eigentlich und genaugenommen, wäre ein „Nanowrimo“ für mich vielleicht sogar kontrainduziert.

Denn das ich das kann, in einem Monat einen Rohtext schreiben habe ich Ja schon sieben oder achtmal oder noch viel mehr bewiesen. In der letzten Zeit bin ich auch schon viel früher damit fertig und die Texte werden kürzer und eigentlich will ich mir ja immer Zeit lassen, die Geschichte kommen und lang werden lassen und für diese Pläne braucht man, wie erwähnt sicher Zeit.

Andererseits reizt das Datum. Ich bin meistens schon mit ein paar tausend Wörtern eingestiegen oder im letzten Jahr erst in der Mitte des Monats.

Aber diesmal hätte ich nicht viel mehr, als die schon skizzierten Ideen und könnte neu durchstarten, Also ein Monat lang Rohmaterial sammeln und dann erst den Roman daraus formen. Meine guten, nie so ganz verwirklichten Vorsätze, ich weiß.

Aber weil es zeitlich so gut liegt, werde ich mich wohl anmelden und sehen wie es weiter geht. Also heute nach Bildern suchen und dann mit den ersten zwei Kapitelnideen einsteigen und dann sehen, wie es weitergeht. Ich bin gespannt und werde meinen Lesern davon berichten.

2022-10-27

Miniaturen in der „Alten Schmiede“

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 21:46
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Heute habe ich offenbar Glück gehabt, daß meine sechs Uhr Stunde ausgefallen ist, denn ich wollte mich sonst in die „AS“ streamen, die Veranstaltung fand aber im Schmiedesaal statt, also wahrscheinlich kein Stream und ich mußte meine geplanten Büchbesprechungen nicht vorverlegen, um jeden Tag einen Artikel zu posten und eigentlich war es gar nicht so Unbekanntes, was mich da erwartete und einen Zeitschriftentisch zur freien Entnahme gab es auch.

Ich habe Angelika Kaufmann seit langer Zeit wieder mal getroffen. Helmut Neundlinger war da und Johannes Tröndle, den ich auch schon länger nicht gesehen habe, hat moderiert und da bei den beiden Prosa oder Prosa-Lyrik Büchern zuerst einmal den bei „Keiper“ erschienen Prosaband, der 1974 geborenen Sandra Hubinger „Von Krähen und Nüssen“ vorgestellt, die ich einmal im „Schamrock- Salon“ hörte und der Titel ihres Büchleins klingt schon einmal sehr poetisch.

Johannes Tröndle hat auch sehr künstlerisch eingeleitet und erklärt, daß es da Wortwiederholungen, aber keine Überschriften gibt und dann waren es sehr ungewöhnliche kurzen Geschichten.

Zum Beispiel, die, wo da ein großes Paket geliefert wird. Der Zusteller scheint nicht viel Deutsch zu sprechen, als er ihr die Riesenpackung in den sechsten Stock karrt. Dann schmeißt sie den Inhalt hinaus, setzt sich in die Schachtel. Kaufert sich hinein und läßt ihr Handy bei der Post anrufen und dort fragen, was sie braucht und machen muß, wenn sie sich selbst verschicken will?

Von Krähen und Nüssen ist da noch keine Spur. Das kommt später. Da ist sie krank und füttert die Krähe im Garten mit Bionüssen bis sie ihr ausgehen und dann der Krähe einen Einkaufszettel ins Schälchen legt.

Sehr poetisch und auch ungewöhnlich und Günther Kaips „Rückwärts schweigt die Nacht“„, habe ich vor kurzem in der „Gesellschaft“ gestreamt. Das ist das zwanzigste Buch des 1960 geborenen. Bei „Klever“erschienen und ob es in der „Gesellschaft“ auch die Illustrationen zu sehen gab, weiß ich gar nicht so genau, weil ich da meistens schon schreibe und daher kein Bild habe.

Es sind Prosanotizen und gereimte Gedichte in dem Buch und ein sehr ruhiger poetischer Abend mit einer sehr ungewöhnlichen Autorin, denn, daß ein Nilpferd im Garten erscheint und von der Protagonistin fordert, daß sie ihm helfen soll, seinen Roman zu verlegen ist doch ungewöhnlich oder war es der Fußpilz, der das wollte?

Das weß ich jetzt gar nicht so genau, habe ich mir den Band doch nicht gekauft, sondern mir nur die „Podium-Heftchen“ von Gerhard Jaschke und Gerhard Kofer mitgenommen und dann eine „Kolik“, die mir hoffentlich verraten wird „Was Literatur kann?“, denn das scheine ich nach fast fünfzig Jahren erfolglosen Schreiben noch immer nicht so recht zu wissen und ein Büchein mit schönen Bildern, wo die „Manuskriptei von 1960-1995″ aufgelistet sind.

Vom Fußpilz war es übrigens nicht so leicht sich zu trennen. Da mußte die Protagonistin schon die Schuhe opfern und hat dafür einen Dankesbrief bekommen.

Vielleicht finde ich mal das Büchlein, das wär doch wirklich schön.

2022-10-26

Kangal

Jetzt kommt Buch vierzehn der deutschen Longlist, langsam, langsam werde ich fertig und es ist das zweite Buch das von einer jungen Deutsch-Türkin geschrieben wurde, das auch auf der Bloggerdebutliste steht „Kangal“ von der 1990 in Frankfurt geborenen Anna Yeliz Schentke, die offenbar eine türkische Mutter hat und sie zeigt eine mir bisher eher unbekannte Perspektive auf, beschäftigt sie sich nämlich nicht mit dem ehemaligen Gastarbeiterleben und seinen Schwierigkeiten, sondern beschreibt das Leben der jungen kritischen Türken in Istanbul nach dem Putsch von 2016, obwohl sie, wie am Klappentext steht, seit 2015 nicht mehr in Istanbul gewesen ist.

Sie schildert in kurzen knappen Passagen das Leben von drei Protagonisten. Da gibt es Dilek, Tekin und Ayla, die abwechseln ihre Stimmen heben und das Buch beginnt, damit, daß Dilek Istanbul verläßt und nach Frankfurt zu ihrer Cousine Ayla flieht, denn eine ihrer Freudninnen ist verhaftet worden und so fürchtet sie, die sich im Netz „Kangal1210“ nennt, daß ihr das Gleiche passieren könnte.

Ihr Freund Tekin bleibt zurück und wußte gar nichts von ihrer Ausreise und hat in Folge Schwierigkeiten Kontakt mit ihr aufzunehmen, da sie ihr Profil gesperrt hat. So sucht er befreundete Anwälte auf, um sich zu erkundigen, ob Dilek auf der Verhaftungsliste steht und Ayla ihre Cousine, lebt in Deutschland ein ähnliches Leben, wie es vielleicht Fatma Özdemir schildert.

Es beginnt, daß sie ihren Mann Yusuf verläßt, weil er sie geschlagen hat, obwohl ihre Mutter ihr davon abrät, denn das tut eine gute Türkin nicht. Ayla hat auch gegen den Willen ihrer Eltern studiert, die eigentlich wollten, daß sie in ihrem Lebensmittelhandeln arbeitet und Dilek und Alyas Mütter haben sich zerstritten.

Alyas Mutter war die von Dilek zu progressiv. Ihr gefiel es auch nicht, daß Dilek mit Tekin unverheiratet zusammenlebt.Jetzt ziehen die beiden Frauen zusammen und ich fand es sehr interessant einmal etwas von den jungen progressiven Türkinnen und ihren Schwierigkeiten, die sie in Istanbul haben, wenn sie politisch tätig sind, zu hören.

Ein spannendes, dünnes Büchlein, das leicht und schnell zu lesen ist und da kann ich auch anführen, daß ich das letzte Drittel in der Buchhandlung „Morawa“ gelesen hatte. Da bin ich nämlich nach dem kulturpolitischen Arbeitskreis und der GAV-Neuerscheinungslesung gegangen, habe es aus dem Regal genommen, weil es nicht auf den Bücherstapeltischen gelegen ist. Ich kann es aber sehr empfehlen und finde es aus den schon erwähnten Gründen vielleicht sogar interessanter als „Dschinns“, denn dessen Inhalt war mir von meinen Beschäftigungen mit Gastarbeitern schon bekannt, während ich seit 1987 nicht mehr in Istanbul gewesen bin und das politische Geschehen dort auch nicht wirklich mitgekommen habe.

2022-10-25

Vom Schreiben leben?

Das ist ja eine Frage, die alle Schriftsteller oder Autoren irgendwann trifft.

„Kannst du vom Schreiben leben und was verdienst du mit deinen Büchern?“

Die nächste ist dann die von den Hobbyautoren, etwas was ich nur als herablassend gemeint kenne, denn dann bist du kein richtiger Autor. Die Anna hat mich als sie so dreizehn war einmal so genannt und der liebe Uli und hat es dann natürlich genüßlich aufgegriffen und „Sie sind ein Hobbyautorin?“, geätzt.

Bin ich nicht, denn schreiben ist mein Lebensstil und meine Berufung, obwohl ich natürlich nicht davon leben kann, aber da bin ich, wie die IG Autoren erimittellt haben, nicht allein. Die meisten Autoren, außer die die Josef Winkler, Elfriede Jelinek, Barbara Frischmuth, Robert Menass,e, etcetera können es nicht. Das heißt, die meisten GAV-Autoren ,wahrscheinlich oder die, die zu den Generalversammlugen kommen und ich bin inzwischen heilfroh, daß ich, als ich so ungefähr im fünften Semester meines Psychologiestudiums war und in eine Vorlesung ging, wo eine Assistent namens Schmidt-Dengler eine Vorlesung über die österreichische Gegenwartsliteratur hielt, nicht in die Germanistik wechselte, wie ich mir eigentlich wünschte. Aber dafür hätte ich das Latinum gebraucht, für Psychologie nicht. Gott sei dank! Denn ich habe mir ja 1971 als ich im dritten Jahrgang der höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe war, vorgenommen, nach der Matura zu schreiben und Psychologie zu studieren.

Der „Nobelpreis“, ganz ehrlich, hat mir da vorgeschwebt. Daß ich so jämmerlich damit scheitere, hatte ich keine Ahnung. Habe aber beides getan und 1979 meine Rigorosen abgelegt und im Jänner 1980 nach meiner Dänemark-Reise über Weihnachten, promoviert und dann von der Psychologie und der Psychotherapie gelebt und tue das immer noch, während ich mit einen Germanistikstudium wahrscheinich auch nicht literarisch erfolgreicher geworden wäre, aber dann, wie viele andere Autoren mich von einer literarischen Brotarbeit zur nächsten gehantelt hätte. Wenn ich sie bekommen hätte, die Moderation in der „Alten Schmiede“, den Deutschkursen für Ausländer.

Um Stipendien habe ich mich beworben, aber nie eines bekommen und nur ein paar Preiserl, wie mein Studienkollege Gerhard K., der später Uni Prof wurde, leicht abfällig sagte und ein paar Veröffentlichungen in ein paar kleineren Literaturzeitschriften. Inzwischen schicke ich nicht mehr herum, bewerbe mich nicht mehr, gehe aber mehrmals wöchentlich zu literarischen Veranstaltungen, lese viele Bücher, die ich mir nicht kaufe und schreibe weiter.

Jetzt fast fünfzig Jahre. Da gibts dann wieder ein großes Jubiläum und fünfzenhn Jahre „Literaturgeflüster“ gibt es auch, denn ich mache mir inzwischen meine Bücher selbst und blogge seit Juli 2008 und die österreichischen Literaturvermittler also die „Alte Schmiede“, das Literaturhaus, die „Gesellschaft für Literatur“ haben sich seit ein paar Jahren, ich glaube auch so um 2010 zu einem Gemeinschaftsprojekt zusammengeschlossen, das sich „Mit Sprache unterwegs nennt“ und machen da meistens zu Saisonbeginn Gemeinschaftsveranstaltungen, wo ein paar Autoren eingeladen werden. Ich natürlich nicht und da gab es im Sommer ja im „Standard“ Artikel, wo Ilse Kilic, Jopa Jotakin Andrea Stift-Laube wie sie sich inzwischen nennt und in Graz halbtags die „Lichtungen“ herausgibt, darüber geschrieben haben, wie es sich als Autoren lebt?

Sie leben natürlich anders als ich, die das inzwischen ja nur mehr für sich tut und zu den Veranstaltungen anderer geht oder gelegentlich mal bei der „Poet Night“ oder einem „Open Mike“ liest und da kein Honorar bekommt und die drei erwähnten, die heute ihre Beitrage auch in der „Alten Schmiede“ unter der Moderation von Wolfgang Straub vorstellte, machen das noch etwas anders, denn Andrea Stift, die ja eine Zeitlang meinen Blog verfolgte, gibt ja halbtags die „Lichtungen“ heraus und veröffentlicht alle paar Jahre ein Buch. Jopa Jotakin ein „Stadt Wien-Preisträger“ oder Stipendiat ist der Geschäftsführer der GAV, Ilse Kilic vom „Fröhlichen Wohnzimmer“ ist, glaube ich derzeit GAV-Präsidentin, aber zu den großen österreichischen Autoren, die auf den Buchpreislistenc stehen, gehören sie auch nicht.

Andrea Stift wunderte sich über oder bedankte sich für den vollen Lesesaal Aber Wolfgang Straub hat dazu offenbar seine Germanistikstudenten zwangsverpflichtet. Ein paar bekannte Gesichter gab es aber auch. So bin ich zwischen der Ruth und Fritz Widhalm gesessen. Hinter mir lachte Christa Nebenführ laut und meldete sich auch bei der Diskussion. Monika Vasik war, glaube ich, da und soviel Neues habe ich bei der Diskussion auch nicht gehört. Kunststück, beschäftige ich mich ja schon fast fünfzig Jahre mit der österreichischen Gegenwartsliterur und die Artikel der drei wurden auch in einem Heftchen ausgeteilt.

Die drei Autoren haben Stücke daraus gelesen, Wolfgang Straub Ergebnisse einer Umfrage der IG- Autoren auf einer Tafel präsentiert und erwähnte, daß die Siebzigerjahre, wo ich maturierte und dann mein mein Studium absolvierte, sehr effektiv für die österreichische Literatur waren. 1973 hat sich die GAV gegründet, seit 1975 gibt es die „Alte Schmiede“ und das österreichische Förderungswesen scheint, wie die Autoren erwähnten, auch sehr gut zu sein.

Ich sitze ja meistens auf der anderen Seite, wenn ich auch nicht zu jenen Autoren gehöre, die nach der Pension ein Buch schreiben wollen und das dann zur Veröffentlichung an die „Lichtungen“ schickte, wie Andrea Stift etwas verärgert über die Ministerialräte oder Schönheitschirurgen anmerkte.

Nein, ich habe schon als Studentin meine Texte an die „Manuskripte“ geschickt und damit vielleicht den inzwischen verstorbenen Alfred Kolleritsch verärgert. Er hat es mir aber nicht gesagt, als ich mit ihm telefonierte, als herausgekommen ist, daß ich noch lange die „Manuskripte“ bekam, obwohl die Stadt Wien ihr ABO schon aufgekündigt hatte und die Schönheitschirurgen und Ministerialräte werden für ihre Bücher schon einen Selbstzahlerverlag finden und ihre ehemaligen Klienten oder Kollegen werden die Bücher auch vielleicht kaufen.

Ich gebe meine Bücher seit 2000 selbst heraus und stelle sie inzwischen im „Literaturgeflüster“ vor und über Solidariät oder Konkurrenz ist bei der Diskussion auch gegangen. Die Studenten fragten, als das Publik dran war, auch brav nach und nachher, als ich mit der Ruth nach Hause gehen wollte, sagte Fritz Widhalm ihr, es gebe im Zeitschriftenraum was zum Essen und zu trinken. Die Quiches, die es da gab, waren dann offenbar für die Insider. Wir sind aber auch Autoren, wie Silvia Bartl einwarf. Im Literaturhaus und in der Gesellschaft“ wird es auch weitere diesbezügliche Veranstaltung geben.

2022-10-24

„Priessnitz-Preis“ an Jana Volkmann

Weil meine sechs Uhr Klientin eine halbe Stunde zu früh gekommen ist, konnte die die „Reinhard Priessnitz-Preisverleinung“ diesmal live erleben und der Preis, der dem am siebenundzwanzigsten Oktober 1945 geborenen und fünften November 1985 verstorbenen Reinhard Priessnitz gewidmet ist, gibt es seit 1994.

Da war Margret Kreidl, die Preisträgerin. Kathrin Röggla, Hansjörg Zauner, Lotte Podgornik, die ich vom Bund demokratischer Frauen kenne, folgten.

1998 war Sabine Gruber an der Reihe. Da war ich zum ersten Mal dabei und dann ziemlich regelmäßig, die letzten zwei Jahre wo ihn Elias Hirschl und Simone Hirth bekommen habe, habe ich nur per Stream verfolgt und als ihn Hanno Millesi 2017 bekommen hat, hatte ich soviele Stunden, daß es sich auch nicht ausgegangen ist.

Jetzt ist der Preis also an die 1983 geborene Jana Volkmann gegangen, die einige Jahre im Team der „Alten Schmiede“ war und als ich von ihren Roman „Auwald“ erfahren habe, habe ich ihn mir bestellt, aber nicht bekommen.

Se hat zuletzt noch einen Gedichtband „Investitionsruinen“ und noch andere Bände herausgebracht und scheint auch, wie Barbara Zwiefelhoerf in der Einleitung erwähnte, als Journalistin tätig zu sein.

Nicht sehr viel Publikum im Literaturhaus. Das war ein Unterschied zu der „Joung-Edition-Exil- Veranstaltung“ am Freitag, aber Raphaela Edelbauer, die letzte „Österreichisch Buchpreis-Gewinnerin“ ist vor mir gesessen. Marcus Fischer, den ich vom „Writersstudio“ kenne und der mit seiner „Rotte“ bei den „O-Tönen“ gelesen hat, mit seinem Hund hinter mir.

Diesmal ist außer Gustav Ernst auch der zweite Juror Robert Schindel anwesend gewesen und Monika Rinck, die ich zueletzt in Neuburg an der Mürz gesehen hat und die mich fragte, ob ich vielleicht die Mutter von Gerhild Steinbuch bin, die 2005 den preis bekommen hat, hat die Laudatio gehalten und hat sich dabei auf den Roman „Auwald“ als auch auf den Gedichtband bezogen.

Dann kam Gustav Ernsts Preisbegründung und dann die Lesung der Autorin, die durch eine Anthologie, den Gedichtband und den Roman führte, wo es mit einer Silvesternacht beginnt und die Protagonistin, eine Tischlerin ihren Rucksack packt oder kauft, um offenbar in den Auwald aufzubringen.

„Den Rest kann man selber lesen!“, sagte die strahlende Autorin. Dazu müßte ich das Buch erst finden. Aber erst sollte man auf Jana Volkmann mit einem Glas Wein anstoßen. Das habe ich nicht wirklich getan. Ihr nur beim Hinausgehen gratuliert und Gustav Ernst ein bißchen mein Leid geklagt „Fünfzig Jahre schreiben und kein Erfolg, wie geht denn das?“

Es geht und Gustav Ernst offensichtlich ist auch aufgefallen, daß ich eifrig mitgeschrieben hat. Und bevor alle ins Wirtshaus oder nach Hause gegangen sind, hat Barbara Zwiefelhofer noch Schirme an die Prominenz verteilt, weil es geregnet hat. An mich natürlich nicht, aber ich mag ohnehin keine Schirme und so stark war der Regen nicht.

Also „Auwald“ finden und bis dahin Norbert Krölls „Kuratorin“ zu Ende lesen, das mir sehr gut gefällt. Vielleicht bekommt der im nächsten oder übernächsten Jahr den Preis und von der deutschen Liste warten auch noch fünf Bücher darunter eines einer österreichischen Autorin und ehemaligen Debutpreisträgerin und die österreichischee Liste und da kann ich ja auch schon spekulieren, wer ihn gewinnen wird und ob ich eine Einladung zur Preisverleihung bekomme?

2022-10-23

Worte und Torte am Badeschiff

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 18:53
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©Ohrenschmaus

Nachdem mir am Samstag von dem vielen „Buchmessen-Streaming“ schon der Kopf rauschte, war ich ganz froh auf das Badeschiff zu können und mir dort ein „Best of Ohrenschmaus“, den es ja schon fünfzehn Jahre gibt, anzuhören. Außerdem gab es noch einen Organisatiorenwechsel, die sich verabschieden oder vorstellen wollten, so daß das ganze als Lesefest angekündigt war. Da gab es ja schon einige, die mich seit 2007, ich bin schon von Anfang an im Jurorenteam, begleiteten und im Badeschiff, wo seit einigen Jahren „Ohrenschmaus-Lesungen“ stattfinden, war ich schon einmal vor drei Jahren. Da bin ich nach der GAV-GV dorthin gegangen, weil Erika Kronabitter .dort gelesen hat.

Chris Pichler und Gregor Seeberg haben wieder die Texte gelesen, von denen ich ja alle kennen müßte. So hat es mit der „Kunst oder Lebenskunst“ von Michael Wilhelm begonnen „Kunst ist sehr eigen, aber wo fängt sie an?“

An Hans Martin Hiltner, wo er seine Behinderung beschreibt und die Schwierigkeit die er mit der „Tablettenmüdigkeit“ hat, kann ich mich auch noch gut erinnern, sowie an den Zahlentext von Markus Baumgartner „Mir geht es gut“ und mein großer Favorit und Dauerpreisträger Peter Gstöttmeier wurde natürlich auch gelesen, der wieder die Vorteile der Selbständigkeit pries.

©Ohrenschmaus

Dann gab es eine Musikeinlage. Nach und nach wurden drei Lieder gesungen und dann gab es drei Einzellesungen.

Der Erste handelte vom Schubertpark, der sich, glaube ich, in Währing befindet. Dann kam der mir ebenfalls schon sehr bekannte Viktor Noworski mit einem neuen Text. Und zwar las er einen Krimi, der sich um eine Katze und einen Eifersuchtsmord in einer Theaterküche drehte und von dem Kommissar natürlich bravourös aufgeklärt wurde. Ein Text der mir sehr gut gefallen hat und den jungen David Tritschner habe ich auch schon gekannt und sogar mit ihm und Viktor Noworski auf der „Buch Wien“ geesen. Da wird der „Ohrenschmaus“ auch diesmal auftreten. Mal sehen ob ich da zuhören kann, akkredidiert habe ich mich ja schon und ein Buch mit seinen Gedichten und Gedanken hat David Tritscher auch herausgebracht. Ein paar davon hat er gelesen. Dann kam wieder ein Schauspielerblock.

Da wurde dann der Text „Franziska und die Waschmaschine“ an den ich mich auch gut erinnern kann, gelesen. Danach kam „Die Seele“ von Silvia Hochmüller und die „Große Liebe“ von Jürgen Ceplak und dann kam ein Text der mir naturgemäß sehr gefallen hat: „Ich und mein Freund und das miese Corona-Virus“ von Hanna Gugler, wo sie sehr bedauerte, daß sie ihren Freund mit dem sie schon sieben Jahre zusammen sind, schon zweiundzwanzig Wochen nicht mehr gesehen hat und doch so gern mit ihm kuscheln würde.

©Ohrenschmaus

An Dieter Gebauers „Meine Laune“ kann ich mich auch erinnern. Der „Traum“ von Julian Messner wurde auch gelesen.

Und die Kunstwerkstatt Akzent erinnerte in ihrem Text, daß der Körper, der Geist und die Seele zusammenhängen und alle drei sehr wichtig sind.

Dann habe ich mir ein Stück Torte und einen Kaffee gegönnt. Anton Blitzstein, der auch wieder anwesend war, einen seinen Kalender abgekauft und ihn zu meinem heuer eher informellen Geburtstagsfest, das vom Alfred organisiert wird, eingeladen und noch ein bißchen die schöne Umgebung mit Blick auf dem Donaukanal auf mich wirken lassen.

Und schade finde ich, daß Renate Gradwohls schöne Gedichte „Küssen lernen“, beispielsweise, die beim ersten Mal gewonnen hat und später nicht mehr einreichte und auch die spannenden Texte von David Silvester Marek nicht gelesen wurden.

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