Literaturgefluester

2010-05-06

Anita C. Schaub

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:10

Im Amerlinghaus gabs heute die von Hilde Schmözer veranstaltete Lesetheateraufführung von Anita C. Schaubs, 2008 bei Resistenz erschienener Erzählung „Tanzende Rose“, außerdem haben noch Monika Giller und Gabriela Schmoll mitgewirkt.
Von Anita C. Schaub hab ich schon einige Mal geschrieben. Kennengelernt hab ich sie bei dem von Rolf Schwendter organisierten „Tag der Freiheit des Wortes“ 2002.
Da hat sie mich, Elfriede Haslehner und andere Frauen angesprochen, daß sie eine Lesetheaterfrauengruppen gründen will. Sie ist 1959 geboren, hat in Kärnten gelebt, Philologie, Pädagogik und Psychologie studiert, kam 2001 nach Wien und hat als Beratungslehrerin gearbeitet. Vor allem hat sie sich für den Feminismus und die Frauenforschung interessiert und erschien mir da immer sehr konsequent. So ist 2004 „FrauenSchreiben“ Gespräche mit siebzehn Autorinnen entstanden. Sie hat dann auch literarisch zu schreiben begonnen und ist inzwischen GAV Mitglied.
Über das 2009 bei Arovell erschienene „Fremdenzimmer“ habe ich schon geschrieben.
„Tanzende Rose“ ist eine Erzählung in drei Teilen, im „Tag danach“ schimpft eine alte Frau im Endlosmonolog vor sich hin. Sie ist frühpensionierte Lehrerin, scheint, obwohl sie davon spricht, viel Geld zu haben, in einem Zinshaus zu leben und unter den Nachbarn und den angepinkelten, stinkenden Hausfluren sehr zu leiden und darunter, daß ihre Psychoanalytikerin, bei der sie seit achtzehn Jahren fünfmal in der Woche war, in Pension gegangen ist. Denn außer ihr scheint es nur einen Neffen zu geben, der Mann ist ihr verlorengegangen, der Vater, der Bruder, die manisch depressive Schwester haben sich umgebracht, die Mutter ist gestorben. Sehr viel Einsamkeit, Grant, Ängste und Unsicherheit und dann gibt es noch das Zigarettenkippensammeln, daß sie von ihrem Mann übernommen hat.
Neben sehr starken Bildern also ein paar Klischees und Widersprüche, berührend ist die Verzweiflung und die Abhängigkeit von der Analytikerin, aber vom Analytikerbubi wurde sie natürlich verführt.
Das zweite Kapitel heißt „Lächeln“, da ist der Erbneffe auf den Plan getreten und hat dem Tantchen, das nicht so genannt werden will, eine Reise nach Stockholm geschenkt. Dort blüht die alte Dame auf, beginnt sich für Kaffeehäuser und Menschen zu interessieren, geht zum Friseur, kauft sich einen Badeanzug und lernt zuerst einen zahnlosen Fleischhauer, dann eine Kapitänin kennen, die sie von ihren Klaustrophobien befreit und sie mit ihrer Freundin, das Glück des Feminismus lehrt. Total verjüngt kehrt sie nach zwei Wochen zu ihrem Neffen zurück, der sie gar nicht mehr erkennt, ihr aber die kleine Chris präsentiert, was das Glück der Großtante verstärkt, obwohl sie auch Sehnsucht nach Karla und deren Freundin hat. Sie ändert das Testament zu Gunsten der kleinen Nichte, um im dritten Kapitel ein paar Jahre später, selber Psychoanalytikerin zu sein, den Menschen zuzuhören, ein Häuschen im Grünen zu besitzen und lächelnd, wie eine tanzende Rose durch das Leben zu wandeln, weil doch alles so einfach ist.
Sehr widersprüchig und es ist auch sehr viel hineingepackt. Aber schöne starke Bilder, viel Feminismus, auch in der Sprache, dann gibt es wieder viele Männerbeziehungen, was ja auch in Ordnung ist.
Unglaubwürdig ist die Wandlung zur Psychoanalytikerin, scheint es sich doch, um eine alte Frau zu handeln und, daß ein Stockholmurlaub von zwei Wochen, das erreicht, was achtzehn Jahre Analyse und noch ein paar andere in Pension gegangene Analytikerinnen nicht erreichen konnten, ist wohl nur als Parodie zu betrachten, als Märchen ist es aber schön und das was man sich wünschen sollte.
Das Vorwort hat Elfriede Hammerl geschrieben, auf der Einladung steht etwas von unterhaltsamen Lesevergnügen, als das würde ich es nicht betrachten, dafür sind die Bilder zu stark und das Elend zu dicht. Ich kann mir schon das Ottakringer Zinshaus vorstellen, wo die alten Frauen grantig schauen, die Männer in den Lift pinkeln und nach der beschriebenen Lebensgeschichte sind die Ängste, Unsicherheiten, Traumen sicherlich so ausgeprägt, daß sie sich nicht so einfach verändern lassen. Ich habe, da ich Anita Schaub ja gut kenne, lange über die Geschichte nachgegrübelt und denke, das ist Stoff aus dem man mehrere Romane machen kann.
Am Heimweg habe ich im offenen Bücherschrank Elfriede Hammerls „Der verpasste Mann“ und Lisa Fritschs Gedichte „Landsat“ gefunden, sowie Ingeborg Reisner getroffen, die gerade vom Literaturhaus kam und mir von einem beeindruckenden 1912, geborenen Fotografen erzählte, der dort sein Buch präsentierte und Cornelia Travniceks Milena Anthologie „How I fucked Jamal“ wurde im Badeschiff auch vorgestellt.

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2019-02-10

Erika Kronabitters Geburtstagsfest

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 23:35
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Lesung

„An diesen Punkt werden wir nie mehr zurückkommen“, hat Wittgenstein gesagt

Anfang Jänner habe ich von  geborenen Erika Kronabitter ein Mail bekommen, in dem sie mich unter obigen Motto:  „Anfang Februar ist so ein Punkt, den ich gern mit euch feiern möchte. Ein Punkt der auch ein Wendepunkt ist“ in der Galerie Nuu eingeladen hat, die ich schon kannte, weil dort die Ruth einige ihrer Veranstaltungen machte.

Und die 1959 in Hartberg geborene Erika Kronabitter kenne ich, glaube ich, seit 2000, zumindesten kann ich mich da in den tiefsten Zeiten der schwarz blauen Regierung und den heftigen Widerstand dagegen, an eine Auktion im Lieraturhaus erinnern, wo man einiges ersteigern konnte, so hat das Wolf Haas, glaube ich, mit einem Hut von Elfriede Gerstl getan und Erika Kronabitter hat, glaube ich, ein Nachthemd zur Verfügung gestellt, das ich zwar nicht ersteigert habe, aber an die „Friederikenbriefe“ ein Buch, das sie für Friederike Mayröcker geschrieben hat kann ich mich erinnern, ich war dann mit ihr auch einmal in einer diesbezüglichen Veranstaltung im kunsthistorischen Museum, wo Friederike Mayröcker einen Text zu einem Bild las und als die grand dame neunzig wurde, hat Erika Kronatbitter auch eine Anthologie von Huldigungstexten zusammengestellt und ihr gewidmet.

Erine sehr freundliche rührige Person, die viele Ideen hat, vieles auf die Beine stellt, vieles organisiert und als Kind und Jugendliche mit ihrer Familie aus der Steiermark nach Vorarlberg gezogen ist und seither, glaube ich, mehrmals in der Woche von dort nach Wien pendelt, weil sie viele Funktionen und auch viele Lesungen hat.

Musik

2005 hat sie mich zu der „Text und Kritik-Werkstatt“ auf die Silvrettahöhe eingeladen. Da gab es auch eine Llesung in einer Galerie in Bregenz und als wir in mit der Ruth um den Bodensee gefahren sind, haben wir einen Extratag in Bregenz Halt gemacht und sie besucht und als sie mich 2008 nicht mehr die „Mittleren“ im Literaturhaus machen ließen, ich aber Erika Kronabitter dazu einladen wollte, hat sie es ermöglicht, daß die Lesung doch und zwar in Feldkirch, wo sie damals wohnte, stattfand.

Eine sehr bemühte Autorinnenkollegin also, die im Februar ihren sechzigsten Geburtstagfeierte, das auf eine sehr originelle Art und Weise veranstaltete und sich dazu auch Text – Musik – Tanz oder anderer Beiträge von den Eingeladenen wünschte und so habe ich wieder einmal die Szene vier, glaube ich, aus der „Unsichtbaren Frau“, die, wo die Amanda das erste Mal den Minister Basti besucht gelesen.

Aber zuerst gab es eine Begrüßung der Galeristin Denise Narick, die mit zwei Helferinnen das Buffet zusammengestellt hat, es gab Huhn, Thali, Reis und einen Salat, sowie Kaffee und Kuchen und Erika Kronabitters Mann, Hubert hat sozusagen eine Laudatio auf sie gehalten, Bilder projeziert und auch auf ihr Werk hingeweisen.

„La Leguna“ habe ich  von ihren Büchern gelesen, sie im Amerlinghaus und sicher auch sonstwo ein paar Mal gehört und an die „Morgengesichter“ kann ich mich auch erinnern, denn sie ist auch bildnerisch tätig und arbeitet grenzüberschreitet, worauf Hubert in seiner Einleitungsrede auch hinwies und dann gab es ein dichtes Programm, das ein bißchen unorganisert stattfand, das heißt man mußte selber mit einer Glocke läuten und für Ruhe sorgen.

Müde

es gab aber außer Musikbeiträgen, sehr viele Gedichte von der Ruth, der Irene Wondratsch, Gerald Nigl, Susanne Toth, Angelika Stallhofer, Richard Weihs, etcetera und einige Filmbeiträger von Anita C. Schaub und Sigrun Höllriegl, eine Bilderschleife von befreundete Autoren Kollegen wurde projeziert, dann darauf, auf, die Menschen, die sie durch ihr Leben begleitegt haben, wurden hingewiesen, Manfred Chobot und Herbert J. Wimmer haben gelesen, andere autoren wie Luis Stabauer, Margit Heumann, Günter Vallaster, Gerhard Ruiss, Patricia Brooks waren nur da – und haben zugehört, beziehungsweise hat Patricia Brooks das „Podium-Üortraitheftchen“, das zu Erika Kronabitters sechzigsten Geburtstag herausgegeben wurde, mitgebracht und  das Zeichnungen und Gedichte enthält, die ich mir noch durchlesen und studieren kann, habe ein schönes Fest und eine  schöne Privatlesung erlebt und wünsche Erika Kronabitter für ihr weiteres Leben alles Gute!

2019-01-28

Abschied von Hilde Langthaler

Hilde Langthaler

Hilde Langthaler (Volksstimmefest 2013)

Am Donnerstagabend vom „Tag der offenen Tür“ von „NHP-Austria-Nuestros Pequenos Humanos oder unsere kleinen Brüder und Schwestern“, die Paten für ihre Kinder in den Kinderdörfern in Honduras suchen nach Hause gekommen bin, hatte ich einen Anruf von Erika Parovsky, die ich vom Lesetheater und der „Frauen lesen Frauen-Reihe“ kenne, am Band, die mir mitteilte, daß Hilde Langthaler am Mittwochabend gestorben ist und die am elften März 1939 als Brunhilde geborene, habe ich 1978 oder 1979 wahrscheinlich, als Bruni im „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kennengelernt und mich sehr lange mit ihr, Elfriede Haslehner, Valerie Szabo und anderen Frauen getroffen, um über unsere Texte zu diskutieren, einander vorzulesen, etcetera.

Die Bruni, die literarisch Hlde genannt werden wollte war eine sehr vielseitige Frau, sie hat in Graz und Wien Medizin studiert, war, glaube ich bei Entwicklungshilfeeinsätzen in Afrika und  anderswo und hat. irgendwann zu schreiben begonnen.

Wann weiß ich nicht so genau. Als ich sie in den Siebzigerjahren kennenlernen, hat sie schon durch ihr „Theaterstück „Nur keine Tochter“, das ich, glaube ich, irgendwann in den Schränken gefunden, aber nicht mitgenommen habe, Aufsehen erregt.

Sie hat mit Elfriede Haslehner den ersten „Wiener Frauenverlag“ gegründet, der später in „Milena“ umgenannt wurde und jetzt keiner mehr ist und war eine Mitbegründerin der „Auf“, ist in Ruths „Zündende Funken“, das sie vorigen März am Frauentag in der Wien-Bibliothek vorstellte, verewiegt und sollte, glaube ich, auch in der nächsten Zeit diesbezüglich lesen oder eine Veranstaltung organieren.

Gesehen habe ich sie das letzte Mal am achten Dezember beim Abschiedsfest der Ruth, da ist sie mir, die ja demnächst ihren achtzigsten Geburtstag feiern würde, sehr aktiv vorgekommen, sie hat aber schon länger an einem Karzinom gelitten.

Mein Verhältnis zu ihr war ein etwas schwieriges, sind wir doch literarisch einige Male aneinandergestoßen und ich habe sie auch in eineigen meiner Bücher, wie in den „Schreibweisen“ und dem „Wilden Rosenwuchs“ als Vorbild für meine Figuren genommen.

Habe sie in der GAV bei den Generalsversammlungen, bei denen der IG Autoren und auch bei verschiednenen Veranstaltungen immer wieder getroffen, sie hat bei meinen Frauenlesungen mehrmals gelesen, zum Beispiel bei meiner ersten Frauenlesung, die ich in den Achtzigerjahren in St. Pölten organisierte, dann bei der 1998 in der „Alten Schmiede“ und ich habe auch zweimal eine Frauenlesung im Rahmen des Lesetheaters, eine im Seniorenraum des WUKs, wo ja Erika Parovsky sehr aktiv war und den Raum zur Verfügung stellte, die andere, ich glaube, 2006 im Literaturhaus organisierte. Bei den „Mittleren“ hat sie, glaube ich, nicht oder vielleicht das erste Mal gelesen, aber mehrmals bei den Veranstaltungen zum „Tag der Freiheit des Wortes“, die ich ja 2001 im NIG Hörsaal 1 und dann 2003 bis 2009 im Literaturhaus organisierte. Gelesen hat sie, glaube ich, auch bei der „Poet Night“ und auch beim Volksstimmefest, obwohl ihr das, glaube ich, zu politisch war und dann gab es auch noch die Frauenlesungen, die eine Zeitlang in der Galerie Heinrich stattfanden.

Ich habe einige Bücher von ihr in meinen Regalen und auch einiges gelesen, zum Beispiel „Gras dein Gesicht“, in dem auch Illustrationen von Regina Alfery, der komponierenden und zeichnenden Psychologin, die ich durch sie kennenlernte, enthalten sind.

In der Anthologie des Schriftstellerverbandes, in dem sie auch Mitglied oder sogar im Vorstand war, sind Texte von ihr enthalten, später hat sie, glaube ich, auch in der „Edition Roesner“ Bücher herausgebracht und in dem dort erschienenen Frauenbuch, das Antia C. Schaub die ich ja bei der von Rolf Schwendter organisierten „Tag der Freiheit des Wortes“ 2002 im Literaturhaus darauf angesprochen hat, sie ein Portrait von ihr und anderen Frauen, beispielsweise Elfriede Haslehner, aber auch Friederike Mayröcker, Barbara Frischmuth etcetera, in ihr 2004 erschienenes Frauenbuch  aufgenommen.

Die Bruni stammt aus einer Ärztefamilie, so war ihre Mutter auch praktische Ärztin, ihre Großmutter, die in 1852 in München geoborene und 1929 in Würzburg verstorbene Agnes Sapper war eine bekannte Kinderbuchautorin, deren „Familie Pfäffling“ ich vor einigen Jahren im Schrank gefunden habe.

Erika Parovsky, Hilde Langthaler, Elisabeth Krön

Erika Parovsky, Hilde Langthaler, Elisabeth Krön (Lesung Monika Giller Mai 2011)

Ihr Onkel Theodor Sapper 1905 bis 1982 war Lyriker und Dozent, der, glaube ich, in der „Urania“ Vorträge zur Literatur gehalten hat. Von ihm habe ich einige Gedichtbände und sein Hauptwerk „Kettenreaktion Kontra“ wurde von der Bruni 2006 herausgegeben, da war ich bei der Präsentation im Literaturhaus und habe mir das Buch dann von dem Büchergutschein gekauft, den ich bei dem gewonnenen Literaturwettbewerb in der „Szene Margareten“,  bekam.

Ein sehr interessante Biografie also und eine schon sehr lange Beziehung mit der Bruni, die mich die letzten vierzig Jahre mehr oder weniger intensiv begleitet hat.

Beim Begräbnis der Valerie 1996 bin ich mit ihr und der Elfriede gewesen. Da haben mich die Reden und die Texte, die dort von Valeries Verwandten gelesen wurden, sehr beeindruckt und habe mir gedacht, ich könnte mir zu meinem Begräbnis auch eine solche Lesung organierien.

Davon bin ich inzwischen abgekommen. Mein Begräbnis wird so verlaufen, wie es meine Nachkommen gestalten, im „Letzten Versuch“ habe ich aber darüber geschrieben und da habe ich wohl auch an meine schreibenden Freundinnen vom „Arbeitskreis schreibender Frauen“, mit denen ich mich noch lange vorwiegend in Valeries schöner Wohnung gleich neben dem Grinzinger Friedhof, wo ja auch der große Thomas Bernhard begraben ist, dessen Grab ich an jendem heißen Sommertag als Andreas  Okopenko begraben wurde, nicht gefunden habe, gedacht und so war ich auch sehr betroffen, als ich Erika Parovsky, die wohl bis zum Schluß im Krankenhaus war, bekommen habe, habe die Ruth angerufen und dann auch die Elfriede, die ja sehr mit ihr befreundet war und später Hilde Schmölzer, die ja das erste Buch über schreibende Frauen geschrieben hat, das wir im „Arbeitskreis“ vor vierzig Jahren besprochen habe.

Das Begräbnis wird, glaube ich, am elften Februar am Heiligenstädter Friedhof sein und vielleicht gibt es eine Lesetheaterveranstaltung oder wird im November bei der „In Memorian-Veranstaltung“ der GAV an die Bruni gedacht, die mir, wenn ich so nachdenke, trotz aller Schwierigkeiten eine sehr liebe und lange literarische Freundin war und jetzt tut es mir sehr leid, daß ich mir das Theaterstück damals nicht aus dem Schrank genommen habe, weil ich wohl dachte, daß es schon hätte und Theaterstücke  auch gar nicht so gerne lese.

2018-11-30

Poet Night im Siebenstern

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 23:54
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Wieder eine Lesung aus der „Unsichtbaren Frau“, wieder einmal „Poet Night“, die Veranstaltung wo die Mitglieder des Lesetheater, die selber schreiben, in einem Marathon im sieben bis acht Minuten Rhythmus ihre eigenen Texte vortragen.

Zu Zeiten von Rolf Schwendter hat das um vier Uhr Nachmittag angefangen und ist bis zwei Uhr in der Früh gegangen, jetzt geht von sechs bis Mitternacht, trotzdem standen etwa fünfzig Autoren am Programm und als ich ein paar Minuten nach sechs den Veranstaltungsraum im Kulturcafe Siebenstern betreten habe, hat gerade Werner Krotz Gedichte gelesen, Ottwald John ist, wie immer bei der Tür gestanden und hat mich eher unfreundlich empfangen, als ich Herrn Blaha begrüßt habe, der mir, wie versprochen seine weihnachtlichen Dialektgedichgte übergeben hat.

Die Poet Night des ersten Wiener Lesetheaters eine bunte Veranstaltung der Vielfalt des dichterischen Schaffens, wie es Andrea Pauli, die jetzt gemeinsam mit Hahnrei Wolf Käfer den Lesemarathon organisiert, nennt und es stimmt, daß alle Formen der Kunst von den Gebrauchstexte, zu Sketches aber auch Gedichten etcetera von bekannten bis unbekannten Dichtern vertreten sind.

Meine erste Kritikerin Maria Haidegger hat sich einfam darüber mokiert, daß hier eher die unbekannten Dichter vertreten sind, stimmt es sind vorwiegend oder ausschließlich Mitglieder des Lesetheater, einen Prominentenblock der diesmal aus Lydia Mischkulnig, Antonio Fian, Gerhard Ruiss etcetera bestand, ist aber auch immer dabei und heute ist es, um nur ein paar der cirka fünzig Auftretenden zu erwähnen von Werner  Krotz Aphorismen  zu Angelika Mairose Pavrosky gegangen, die  ein Stück aus ihrem noch nicht veröffentlichten roman gelesen hat, in dem es über drei Frauen die in den Sechzigerjahren glaube ich Paris eroberten gegangen ist.

Ariane Lang und Gynther Riebl machten sich über die Datenschutzverordnung lustig während die Ruth wie sie betonte einen eigenen Text für die Veranstaltung geschrieben hat, in dem es um die Sätze geht, die man sich im Schlaf erträumt und sofort aufschreiben muß, damit sie nicht verloren gehebn.

Renate Woltron und Manuel, die Schauspieler brachten auch wieder Stücke aus ihrem Hersbstprogramm, während Werner Grüner Gedankensplitter las, die er sich aus den Nachrichten oder Alltagsbeobachtungen aufgeschrieben hat.

Anita Schaub las aus ihrem letzten Buch, wo ich, glaube ich, schon eine Stelle einmal gehört habe und Ottwald John brillierte glaube ich mit der Parodie dieJoe Berger im Jahre 1989 über Thomas Bernhard geschrieben hat und die ich glaube ich auch im Lesetheater hörte.

Christl Greller gab Kostproben aus ihrem neuen Lyrikband, den ich noch lesen werde, dann kam Hansjörg Libscher, ddn wie  es Andrea Pauli nannte „Urgestein“ des Lesetheaters.

Bettina Balaka gehört, glaube ich, auch zu demProminentenblick und las aus einem am Montag erscheinenden Gedichtband, Eva Holzmayr um einen Krimi der imJahr 1945 spielt und, wo es um die Vergewaltigung von Frauen durch russische Soldaten ging.

Christa Meissner war, wie gewohnt humoristisch mit ihren Wiener Struwwelpeter und anderen Texten, Mechthild Podzeit Lütjen gewohnt lyrisch, Judith Gruber Rizy las wieder den Beginn aus „Eines Tages verschwand Karola“  und Helmuth Rizy aus seinem letzten Buch, wo es glaube ich, um eine Begegnung zweier Männer ging, die sich in einem Museum kennenlernen.

Hahnrei Wolf Käfer verlas wieder seine Kyoka eine japanische Versform ähnlich den Haikus, Manfred Chobot Gedichte wo es gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit ging, Gerhard Ruiss seine Präsidentengedichte, Richard Weihs gab Proben aus seiner Wunschgedichtfolge und ganz am Schluß kam noch eine junge mir unbekannte Frau, die gleichfalls sehr schöne Gedichte vortrug.

Eine interessante Mischung, die wie schon erwähnt die Vielfalt der österreischen Lyrik, Prosa und Dramatik abseits der Buchpreisszene zeigt und wieder einmal gut gelungen ist.

Eva Jancak


Eva Jancak

Mechthild Podzeit Lütjen


Mechthild Podzeit Lütjen

Karin Gayer


Karin Gayer

Judith Gruber Rizy


Judith Gruber Rizy

Helmut Rizy


Helmut Rizy

Hahnrei Wolf Käfer


Hahnrei Wolf Käfer

Manfred Chobot


Manfred Chobot

Gerhard Ruiss


Gerhard Ruiss

Gerald Jatzek


Gerald Jatzek

Richard Weihs


Richard Weihs

Ania Gleich


Ania Gleich

2018-10-17

Verwechslungen bei der Veza Canetti-Preisverleihung

Nachdem der Veza-Canetti-Preis vor zwei Jahren an Ilse Kilic der damaligen GAV- Generalsekretärin gegangen ist, geht er heuer an Petra Ganglbauer, der GAV-Präsidentin und die hat ja entgegen der meisten bisher anderen Preisträgerinnen einen Bezug zu Veza Magd oder Veronika Knecht, hat sie doch zu deren fünfzigsten Todestag, mit Gertrude Moser-Wagner die mich höre und staune für Waltraud Seidlhofer gehalten hat, ein Projekt veranstaltet und die Anthologie „Veza lebt“ herausgegeben, die heurige Autorinnen feiern Autorinnen Vorlesung hat sie auch gehalten und ich habe sie in der letzten Zeit auf mehreren Veranstaltungen aus mehreren Büchern lesen gehört.

Also ganz toll und das Interessante an der 1958 in Wien geborenen, die schon länger in Wien lebt, ist wohl die Verbinduing zwischen der experimentellen Literatur und dem Gesellschaftsbezug, so wurde sie, glaube ich, von der Stadträtin, die die Veranstaltung im MUSA einleitete oder auch vom Laudator Klaus Zeyringer vorgestellt und ich kenne sie schon lange, wahrscheinlich seit ich in den Achtzigerjahren in die GAV gekommen bin, habe etwas von ihr gelesen, sie hat einige Bücher von mir rezensiert, das Institut für Schreipädagogik geleitet oder gegründet, deren Präsidentin sie auch ist, also auch eine Doppelpräsentschaft, „Wasser im Gespräch“ habe ich rezensiert und jetzt hat die slowenische Musikerin Maya Osojnik, die Veranstaltung mit einer Performance eröffnet und auch beendet.

Dazwischen hat Julia Danielcyk begrüßt, Klaus Zeyringer vom besonderen Wert der experimentellen Literatur gesprochen, denn die braucht den Leser ja nicht abzuholen, wo er steht, sondern soll ihn fordern, obwohl der Buchhadel, weil er in der letzten Zeit ja viele Leser verloren hat, um deren Gunst buhlt und alles noch leichter verdaulich machen will.

Petra Ganglbauer widersetzt sich dem Trend und hat aus ihrem im nächsten Jahr erscheinend sollenden Gedichtband „Gefeuerte Sätze“ gelesen.

Auf den Sitzen in dem sehr vollen MUSA in dem ich gerade noch einen Platz in der dritten Reihe gefunden habe, lagen kleine Schiffchen auf , die aus Seiten aus dem Ganglbauer Buch „Wie eine Landschaft aus dem Jahre Schnee“ gefaltet wurde, man sollte es im Anschluß entfalten und laut zu der Musik von Maja Osonjik daraus vorlesen und dann gab es wieder Brot und Wein und diesmal war das gesamte „Fröhliche Wohnzimmer“, beziehungsweise die GAV-Familie gekommen und ich wurde, oh Wunder nicht nur für Waltraud Seidlhoferm als auch für Ilse Kilic gehalten, obwohl ich beiden ja nicht ähnlich sehe und Daniel Wisser hat mich angesprochen, ob ich sein Buch jun schon bekommen habe, habe ich noch nicht und lese mich gerade auch durch den Thome, aber wenn ich es bekommen sollte, würde es sich mit dem Lesen bis zur Preisverleihung gerade noch ausgehen und ist es nun gut oder schlecht, ob ich im MUSA so viel verwechselt wurde?

Anita C. Schaub hat mich jedenfalls nicht verwechselt, sondern sich nach meinen „Mittleren“ erkundigt, aber die gibt es schon lang nicht mehr.

2018-04-09

Literaturhausflohmarkt und noch einmal Amerlinghaus

Daß es im Literaturhaus einen Flohmarkt gibt, wo regelmäßig einmal im Jahr die Neuerscheinungen, um ein paar Euro abverkauft werden, bin ich erst vor zwei Jahren draufgekommen. Das heißt, so richtig, denn, als ich noch meine „Freiheit des Wortes“ dort machte, hat mir Silvia Bartl einmal davon erzählt, ich dachte aber, da gibts ein paar alte übergebliebene Bücher um zehn Euro oder mehr und bin nie hingegangen.

Vor zwei Jahren war ich in Zuge meiner Weihnachtsrecherche dort, habe  Daniel Zippls „Eine Hand voll Rosinen“ in die Hand genommen und wieder hingelegt, weil ich es mir als Rezensionsexemplar schicken lassen hätte können,  das aber verabsäumt hatte.

Als ich es dann am nächsten Tag, vor meiner Lesung im „Readingroom“ kaufen wollte, war es natürlich nicht mehr da und im Jahr darauf bin ich schon mit zwei vollen Säcken davon gegangen, denn da habe ich den letzten Tag erwischt und alles hat nur einen Euro oder so gekostet.

Jetzt habe ich den ersten Tag erwischt, da waren die Preise natürlich höher, ich habe aber worauf ich spekulierte, einige Neuerscheinungen bekommen, darunter Hans Pleschinkys „Wiesenstein“ das ich zwar angefragt habe, es mir C. H. Beck aber nicht geschickt hat.

Jetzt habe ich fünf Euro für das Leseexemplar  investiert und frage mich, wann ich es lesen werde, denn die beiden Andrea Winkler Bücher von vor zwei Jahren liegen ja noch immer ungelesen in meinen Stapel.

Anneke Reinekes „Leinsee“, die ja beim „Diogenes-Bloggertreffen“ in Leipzig kurz vorgelesen hat, hat dagegen nur drei Euro gekostet, bei Serhij Zhadans war das ebenso und noch bei zwei anderen schon etwas älteren Bücher. Mareike Fallwickls „Dunkelgrün fast schwarz“, die morgen im Literaturhaus lesen wird, auf das ich fast gehofft hätte, war leider nicht dabei und auch nicht das Buch der Ljuba Arnautovic, das „Picus“ mir leider nicht geschickt hat.

Vielleicht frage ich bezüglich Mareike Fallwickl noch mal an, wird doch das Buch in den Blogs sehr hochgelobt und dann ist es am Abend noch einmal ins Amerlinghaus gegangen, von den göttlichen Frauen der Anita C. Schaub ist es diesmal zu den „Wilden Wortes“ des Richard Weihs gegangen und da war ein Stefan Reiser heute Gast.

Stefan Reiser

Stefan Reiser

Stefan Reiser, Richard Weihs

Stefan Reiser, Richard Weihs

Stefan Reiser, kenne ich nicht, habe ich beim Hingehen gedacht und dann in der Galerie einen großen jungen Mann getroffen, der am Büchertisch einige „Kolik-Hefte“ und einige „Rampen“ fein säuberlich mit einem Preisschild versehen, ausgestellt hatte.

Des schönen Wetters wegen wahrscheinlich nur sehr wenige Leute, aber Thomas Northoff war da und Susanne Toth, die mit dem, wie ich inztwischen weiß 1981 in OÖ geborenen Dichter befreundet scheint und der brachte eine Reihe von Minitatiren und Prosaskizzen, die er alle theatralisch langsam mit ausdruckvollen Blicken vortrug, in dem es, mir sehr ähnlich und nicht unbekannt, um das Schreiben oder die Verkennung des Künstlers geht.

„Kann man die vom Schreiben leben?“, lautete doch die Frage, der Mutter eines Kindergartenfreundes, den der Erzähler am Ostermarkt von Eggerding traf, dann ging es nach Wien und Rom.

In Rom war er vielleicht einmal in dieser Stipendiumswohnung. In Wien hat er einige Freunde getroffen, die ihm von Projekten vorschwärmten, die dann nie stattgefunden haben oder nein, das war schon im Zug von Linz nach wien in St. Pölten.

Eine audiovisuelle Performance mit einer „Vernissage in zwanzig Bildern“ gab es auch und am Schluß wurde es, wie Stefan Reisner sagte, noch experimentell. Denn da kam das Mantra „Ab sofort bin ich unendlich erfolgreich….

„Etwas was man im „Literaturgeflüster“ wohl auch öfter finden kann und ich damit wahrscheinlich schon manche meiner Leser nervte und jetzt habe ich noch seinen Text für die „Funkhausanthologie“: „Warum mein  Freund Alexander das Funkhaus verkauft“ vergessen, auf den ich ihm am Schluß ansprach und dabei die Erfahrung machte, daß ich den Autor schon einmal in der „Kolik-Lounge“, die es ja nicht mehr gibt gehört habe und GAV-Mitglied ist er seit 2015 auch , also ein deja vue Erlebnis, eine interessante Wiedergebgegnung und jetzt bin ich wieder gespannt, was ich von dem  Autor vielleicht noch alles lesen und hören werde.

Und einen uralten Martin Walser, eine „Rororo-Taschenbuchausgabe“ aus dem Jahr 1963, von der sich schon das Cover gelöst hat, habe ich im „Wortschatz“ auch noch gefunden.

2018-04-06

Grüß Göttin

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:42
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Anita C. Schaub

Anita C. Schaub

Denise Kronabitter

Denise Kronabitter

Die 1959 geborene Anita C. Schaub hat uns, Elfriede Haslehner, Judith Gruber-Rizy, Hilde Langthaler, vielleicht einmal im Literaturhaus, ich glaube, an dem Abend, wo Rolf Schwendter, den „Tag der Freiheit des Wortes“ veranstaltet hat, angesprochen und gefragt, ob wir mit ihr eine Frauengruppe des ersten Wiener Lesetheaters machen wollen.

Sie ist dann bald ausstiegen, die Gruppe heißt jetzt „Frauen lesen Frauen“ und wird von Judith Gruber-Rizy organisiert und Anita C. Schaub, die Schreibpädagogin und Germanistin hat dann auch das Buch „Frau sein und Schreiben“ herausgebracht, in dem auch ein Portrait von mir enthalten ist.

Sie hat inzwischen mehrere, meist frauenbewegte Bücher herausgebracht, ist GAV-Mitglied und organisiert da regelmäßig Veranstaltungen mit frauenspezifischen Themen.

Bei einer zum Frauentag vor ein paar Jahren im Amerlinghaus bin ich einmal gewsen und als ich vor ein paar Tagen nach einem Programmpunkt für den heutigen Freitag suchte, bin ich auf die „Veranstaltung „Grüß Göttin – von weiblichen Gotteheiten und göttlichen Weibern gerstoßen“ und das klingt schon einmal interessant und als ich dann noch gesehen habe, daß Denise Kroanabitter die Tochter der Erika, die wir ja vor einem Jahr während unserer Bodenseerundfahrt mit der Ruth in Vaduz getroffen haben, die Musik dazu macht, ist sogar der Alfred mitgekommen.

„Grüß Göttin“ ist auch auf einem Plakat vor dem Eingang in die Galerie im Amerlinghaus gestanden und drinnen waren bekanne Gesichter der Frauenbewegegung, Elfriede Haslehner, die Ruth, ectetera.

Linda Kreiss

Linda Kreiss

Elisabeth Schrattenholzer

Elisabeth Schrattenholzer

„Grüß Göttin!“, hat Anita C. Schaub die Veranstaltung auch eingeleitet, Denise Kronabitter hat vorher musikalisch begonnen und Anita C. Schaub hat erzählt, daß eine Künstlerin in Kärnten vor Jahren so ein Schild auf die Autobahn gestellt hat. Anita C. Schaub hat es jetzt sozusagen nach Wien importiert und die erste Lesende, die 1956 in Süddeutschland geoborene, Linda Kreiss, die mehrere Jahre in Kathmandu lebte, GAV-Mitglied ist und auch mehrere Lesungen in Wien hatte, vorgestellt.

Sie las zwei Geschichten, die in Nepal spielen,, die erste erzählte von der einzigen Bildhauerin in Nepal, die zweite führte in einen Tempel, der der Sexgöttin gewidmet ist.

Dnn kam Antia C. Schaub mit eine,r wie sie sagte, unveröffentlichten Erzählung, die von der Begegnung der Erzählerin mit einem Jind, die sie dann in ihre Kindheit und wieder zurück, an Hand von Pudding mit Bimbeersaft und Schololade Erdbeer Vanilleeis und wieder zurückführte und die dritte  Lesende, die Kommunikation und Sprachtrainerin Elisabeth Schrattenholzer war mit ihrem 2012 bei „Septime“ erschienenen Roman „Jesus war eine Frau“ auch sehr esoterisch. Ging es da ja um eine <jordanienreise einer Frau namens Petra, die dort einen Berg bestieg und dabei eine Reihe von sehr außergewöhnlichen Erlebnissen hatte.

Dazwischen immer wieder Musik von Denise kronabitter und nachher sind wir noch länger im Amerlingbeisl gesessen und haben und mit Erika kronabitter und einigen anderen unterhalten.

2017-11-10

Poet Night 2017

Die „Poet Night“ ist eine Veranstaltung des ersten Wiener Lesetheaters, die einmal im Jahr  stattfindet undd die Mitglieder, die auch selber schreiben, einander ihre Texte, bei Rolf Schwendter war es von vier Uhr Nachmittag bis zwei Uhr früh, ihre Texte vorzulesen.

Jetzt wird die Veranstaltung von Andrea Pauli und Hahnrei Wolf Käfer moderiert, beginnt um sechs und geht bis Mitternacht und gelesen wird im Kulturcafe Siebenstern.

2009 habe ich mich mit meiner Leserin Maria Haidegger darüber gestritten, ob es Sinn macht, daß da fünfzig Leute ihre Texte einander „fast unter Ausschluß“ der Öffentlichkeit“ einander vorlesen, sehr viel Werbung wird ja, glaube ich, nicht dafür gemacht.

Es steht im „Lesezeichen“ in der Aussendung des „Wiener Lesetheaters“, aber glaube ich nicht einmal an der Türe des Veranstaltungszimmers angekündigt sind, aber diesmal war es, als ich um sechs gekommen bin und eigentlich dachte, da wird noch niemand da sein,  erstaunlich voll und Hahnrei Wolf Käfer und Andrea Pauli haben auch sehr straff organisiert und ziemlich pünktlich angefangen.

Begonnen hat der mir bisher unbekannte Werner Krotz, der Gedichte über das Meer geschrieben hat, die mir sehr gefallen hat.

Dann folgte Mechthild Podzeit-Lütjen mit ihrem neuen Buch in dem es um ein ziemlich unbekanntes Nebenlager von Mauthausen geht.

Angelika Mairose-Parovsky hatte eine witzige Geschichte namens „French Toast“, wo es, um eine um Jahre zurückliegende Begegnung eines Mannes mit einer Frau an einem Hippieort namens „Hell“ ging, der sich immer noch an sie erinnert, obwohl sie nur einen einziges Satz, nämlich „You have to try the French Toast, the are the best!“, zu ihm sagte.

Hilde Schmölzer brachte ein Kapitel aus ihrem wiederaufgelegten Buch „A schöne Leich. Der Wiener und sein Verhältnis zum Tod“ und Anita C. Schaub hatte auch eine Geschichte aus ihrem neuen Buch, wo es um eine Begegnung von zwei Frauen ging, die, wie sie sagte, den zur Veranstaltung passenden Namen „Sommer der Poetinnen“ trug.

Christa Meiss brachte wieder gekonnt launig einen Auszug aus ihren Haikus und anderen Gedichten, zeigte Bilder aus ihrem „Wolkenkalender“, sowie aus ihrem Wienerischen „Struwelpeter“.

Karin Geyer, die ich vom „Volksstimmefest“ kenne und bei einer ihrer Lesungen im Amerlinghaus war, brachte Gedichte.

Dann kam die Ruth, die ja kürzlich in Brüssel war und las uns eine paar ihrer diesbezüglichen Notizen vor und Susanne Ayoub brachte wieder etwas aus ihrem „Medea Stück“, aus dem sie auch beim letzten Volksstimmefest gelesen hat.

Gerhard Jatzek hatte auch einen Gedichtband und Renate Welsh-Rabady, jetzt sind wir schon beim „Prominentenblock“, den es auch diesmal gab, hatte eine sehr berührende Geschichte von zwei alten Leuten, die jedes Jahr zum Gedenken des „zwölften Februar“, den damals Hingerichteten eine Kerze anzündeten, die ihr ihr Mann, der ihr Hausarzt war, erzählt hat.

Eugen Bartner hatte vier Gedichte, darunter zwei die von Kampfhunden hanelten, eines davon war von Christian Katt, was sehr gut war, denn wir sind nach meinem Block, ich hab um neun gelesen gegangen, weil die letzten Wochen ja sehr anstrengend waren, so daß ich Christian Katts Lesung versäumte.

Dann kam Astrid Wiesenröcker und dann noch ein Prominenter, nämlich Antonio Fian, der auch im Vorjahr gelesen hatte, er hatte auch Gedichte aus seinem neuen Buch, das demnächst bei „Droschl“ erscheinen wird, also eine Premiere.

Der nächste Star der Runde war Robert Schindel mit Gedichten und dann folgte, wie Hahnrei Wolf Käfer launig moderierte, etwas ganz anderes, nämlich Richard Weihs mit einer Auswahl seiner „Wunschgedichte“ aus dem letzten Jahr.

Und dann wieder etwas anderes, nämlich Christl Grellers poetische Gedichte und Elmer Hanke, den ich  regelmäßig bei den „Poet-Nächten“ sehe, hatte seinen Text den er lesen wollte, im Zug vergessen, so hat er ihn nacherzählt und brachte dann noch einen anderen.

Christa Kern brachte wieder ihren Text, der in den letzten „Entladungen“ erschienen ist, dann folgte wieder sehr bekannt, weil ich schon einige seiner Bücher gelesen habe, Axel Karner mit einem seiner Gedichtzyklen und Judith Gruber Rizy deren neues Buch ja erst  am Erscheinen ist, brachte einen Auszug aus ihrem „Schwimmfüchslein“, das ich schon gelesen habe, wo es um die Künstlerin Gabriele Münter geht, in einem Kapitel aber auch die erste Frau von Albert Einstein vorkommt, die eine eifrige Studentin war, dann ihr Studium der Kinder wegen aufgab, aber bei der Scheidung einen Anteil an seinem Nobelpreisgeld haben wollte.

Helmut Rizy brachte wieder einen Auszug aus seinem neuen Roman, wo es um zwei Brüder einen lesenden und einen handwerklich begabten ging, der eine hat immer Bücher geschenkt bekommen, der andere einen Handwerkkoffer, in dem er dann die vom Bruder stibizten Bücher versteckte.

Renate Woltron und Manuel Gierisch brachten wieder ihre Duette unter anderen von einem Paar, das sich in einer Bar trifft und dann gemeinsam ziemlich gelangweilt abzischt, da habe ich aber schon vorher gelesen und wieder die Szene aus meinem „Bbliotheksgespenst“, von dem ich übrigens gerade die Fahnen von der Druckerei bekommen habe, vom Fabian nach der Aktion gelesen habe, die ich schon beim „Volksstimmefest“ vorstellte und die man auch auf meiner Website nachlesen kann.

Werner Grüner zeigte uns seine Gedanken, die ihm auf Ausstellungen und beim Zeitungslesen und Fernsehen kamen, nur zu „Strache“ und „Kern“ ist ihm nichts eingefallen, wie er launig anmerkte, als schon die Eieruhr klingelte, die das Überschreiten der Lesezeit gab.

Dazwischen verteilte Andrea Pauli Rosen an Ruth Aspöck und an mich, weil ich ja Geburtstag hatte, ein Schicksal was ich allerging auch mit Hans Jörg Liebscher teilte, der nach mir eine seiner Hymnen vorstellte, während sich Susanne Schneider wieder, wie gewohnt realistisch in ihrer Autobiografie mit dem Älterwerden und den Beschwerden und den Schmerzen die man da hat und die einen zum Arzt treiben und von dem Glück wenn einem dann chinesische Touristen nachwinken und an die Vergangenheit erinnern, beschäftigte.

Dann kam wieder eine Pause und dann habe ich mich verabschiedet und diesmal Christina Vivenz, Erich Leder, Ingrid Jansen, Ottwald John, Christian Katt und viele andere versäumte, aber ich war sehr müde, die letzten Wochen, wie schon beschrieben sehr intensiv, die „Buch-Wien“ wartet und das Geburtstagsfest, aber wie beschrieben, ich finde es sehr schön und wichtig auch über das Dichten der die vielleicht abseits vom Literaturbetrieb schreiben, zu erfahren und habe wieder viel gelernt.

 

Werner Krotz

Werner Krotz

Mechthild Podzeit-Lütjen

Mechthild Podzeit-Lütjen

Angelika Mairose-Parovsky

Angelika Mairose-Parovsky

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Christa Meissner

Christa Meissner

Anita Schaub

Anita Schaub

Karin Gayer

Karin Gayer

Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Renate Welsh-Rabady

Renate Welsh-Rabady

Eugen Barthmer

Eugen Barthmer

Antonio Fian

Antonio Fian

Gerald Jatzek

Gerald Jatzek

Robert Schindel

Robert Schindel

Richard Weihs

Richard Weihs

Christl Greller

Christl Greller

Elmar Hanke

Elmar Hanke

Christa Kern

Christa Kern

Axel Karner

Axel Karner

Judith Gruber-Rizy

Judith Gruber-Rizy

Helmut Rizy

Helmut Rizy

Eva Jancak

Eva Jancak

Renate Woltron

Renate Woltron

Manuel Girisch

Manuel Girisch

Werner Grüner

Werner Grüner

H.J. Liebscher

H.J. Liebscher

Susanne Schneider

Susanne Schneider

2017-03-28

Horchposten II

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:08
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Michaela Falkner oder FALKNER, wie sie sich jetzt nennt und ich sie vor kurzem im MUSA hörte, kuratiert jetzt ja in der „Alten Schmiede“ zum zweiten Mal die „Horchposten- Modellpositionen zum Hörspielhören“, das wahrscheinlich soetwas wie der Nachfolger, der von Christiane Zintzen kuratierten Radiokunst ist, nur viel weniger experimenteller, würde ich so sagen.

Im Vorjahr gab es das Projekt offenbar auch schon und da ist es an mir vorbeigegangen, was nicht sehr erstaunlich ist, bin ich ja kein besonderer Hörspieltyp, nicht sehr dramatisch und auch keine Theatergeherin.

Die lange Nacht des Hörspiels oder „Hörspielgala“ wie das jetzt ja heißt, bildet eine der Ausnahmen, die die Regel bestätigen, denn da bin ich ja irgendwie hängengeblieben, obwohl ich zu Hause eigentlich nur sehr wenig und sehr selten, eigentlich kaum, Hörspiele höre und daher auch nicht mitstimmen kann.

Gibt es aber kein Alternativprogramm gehe ich in die „Alte Schmiede“ und so bin ich bei der zweiten Veranstaltung im zweiten Jahr häöngen geblieben und ich muß sagen, es war wirklich interessant.

Als ich um cirka dreiviertel sieben in den Keller kam, machte es zwar den Eindruck, als würden sich nicht sehr viele Leute für die Hörspiele interessieren, denn außer den Auftretenden und den Assistenten, war eigentenlich nur Herbert J. Wimmer da.

Das änderte sich dann langsam, Anita C. Schaub, Patricia Brooks und noch einige andere erschienen und es wurden an diesem Abend die Hörspielproduktion des Westdeutschen Rundfunks, also des WDR vorgestellt und das ist eigentlich sensationell, denn die machen Montag bis Freitags jeden Tag eine Stunde Hörspiel. In Ö1gibt es das nur am Dienstag und am Samstag und Isabel Platthaus, eine Frau mit stark deutschen Akzent, die mich an meinen Leipzig Aufenthalt erinnerte, stellte, moderiert von Elisabeth Zimmermann vom O1 Kunstradio einige Produktionen vor und die waren, ich wiederhole mich, wirklich sehr interessant.

Nämlich schon die erste „Orpheus in der Oberwelt“, wo es sehr sehr kritisch um die Flüchtlingsfrage ging und vorher betonte Isabel Platthaus auch, daß der Sender in dem er jeden Tag Programm mache, Leute erreiche oder abhole, die sich sonst nicht für die Radiokunst interessieren würden und auch nicht in Galerien oder zu Lesungen, etcetera gehen.

Das zweite Beispiel war auch sehr interessant, nämlich ein Hörspiel von einem, der eine Stelle findet, wo er die Videos, die sich nicht für das Netz eignen, aussortieren muß.

Dann gab es noch eine dritte, literarisch etwas anspruchsvollere Hörspielprobe, wie die Drataturgin meinte, dann ging es zu den Internetaktivitäten des Senders, denn die gibt es auch und da wurde nach einem Roman von  David Foster Wallace „Unendlicher Spaß“ ein achtzig Stunden Projekt gestartet, wo jeder eine Seite lesen durfte und das Ganze dann zusammengemixt wurde und eine Mischung zwischen Game und Hörspie unter dem Titel „39“ gab es auch.

Da braucht man zwar eine App, um mitzuspielen, kann den Ausgang der Handlung auch nicht bestimmen. Das Projekt, wo es darum geht, daß einer Mann plötzlich mit einer Kugel im Kopf im Krankenhaus liegt und man herausfinden muß, was geschehen ist, war aber sehr erfolgreich und die Veranstaltung, wie schon erwähnt sehr sehr interessant, nämlich viel weniger experimentell, als erwartet oder befürchtet und einige der Hörspielproduktionen kann man sich auch, wie Elisabeth Zimmermann betonte, in Ö1 zu den Hörspielsendezeiten und dann noch sieben Tage lang im Netzt anhören und da gab es heute Dienstag  auch das „Hörspielstudio oder Museum“ und da lief ein Hörspiel von Krok und Petschinka, auf das Elisabeth Zimmermann hinwies.

2017-01-25

Geburtstagsfeier für Hilde Schmölzer

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:30
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Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Diese Tage werden einige runden Geburtstage gefeiert, so wurde heute der Kabarettist Werner Schneider achtzig, Erni Mangold wird morgen neunzig und davon vielleicht ein wenig unbemerkt feierte Hilde Schmölzer heute ihren achtzigsten Geburtstag in der Wien-Bibliothek, weil sie ihren Vorlaß 2012 dorthin verkaufte und jetzt auch ihre Austellung als Photgrafin über die Fotos der sechziger Jahre des „Böses Wiens“ dort hatte.

Da war ich ja schon bei einer Veranstaltung, nicht bei der Vernissage, aber heute bei der Schlußveranstaltung und ins Jahr 2017sind wir ja auch mit Hilde Schmölzer hineingegangen.

Die Frauenforscherin ist da ja immer besorgt, daß vielleicht zu wenige Leute kommen, aber heute brauchte sie sich keine Sorgen machen, denn außer dem Besucherkreis, der regelmäßig wegen dem Wein und des Brotes kommt, war heute auch ihr Fankreis da, das heißt Sohn und dessen Lebenspartnerin und ihre Freundinnen und die sind bei dem eifrigen Mitglied der „Frauen lesen Frauen – Lesegruppe“ des ersten Wiener Lesetehaters sehr vielfältig und umfangreich.

So brachten Bärbl Danneberg und ihre Partnerin eine Torte der KPÖ, als Präsent und sonst waren Ruth Aspöck frisch aus Linz zurückgekommen, Manfred Chobot mit dem ich morgen in Salzburg lesen werden, Anita Schaub, Hilde Langthaler, Elfriede Haslehner und und und  anwesend.

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Geburtstagstorte

Geburtstagstorte

Es war also sehr voll, die Wien Bibliothek Direktorin Silvia Mattl-Wurm hat eröffnet, dann gab es ein Gespräch, wo Hilde Schmölzer erzählte, wie da mit der Fotografin und derJournaliistin zusammenpasse oder, wie sich beides entwickelt hat und dann kam eine Lesung aus dem „Vaterhaus“, das inzwischen neu aufgelegt wurde, aber vielleicht trotdem schon vergriffen ist, wo man Hilde Schmölzers schwieriges Verhältnis zu ihrem Vater nachvollziehen konnte.

Dann gab es noch drei Gedichte, ein ganz neues, sowie ein altes aus dem„Podium Portrait“ und dann eines das sie zu dem Tod ihres Mannes in den neunziger Jahren geschrieben hat.

Dann kamen die KPÖ-Frauen mit einer Torte und draußen gab es Wein und Brötchen und das dementsprechende Gedränge und desmal war ichnicht nur draußen vorn oder voll dabeben sondern mittendrinn, bin ich mit Hilde Schmölzer ja beinahe befreundet und Agnes Pistorius deren Buch über ihre Mutter ich besprochen habe, sprach mich an und erzählte mir über ihre Vorlieben über Franz Grillparzer und Manfred Chobot erzählte mir welchen Zug er nach Salzburg nehmen würde, bevor er  zu einer großen Lesereise aufbrechen, wo er auch einen Award in Empfang nehmen wird.

Ich wünsche aber Hilde Schmölzer alles Gute zu ihrem achtzigsten Geburtstag und werde ihr Buch über die Frauen um Karl Kraus, das sie mir zu meinem vorletzten Gebrurtstagsfest brachte, wahrscheinlich im nächsten Jahr lesen.

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