Literaturgefluester

2013-08-21

Spaziergang zum NÖ-Pressehaus und Anna Jellers Facebookseite

Filed under: Uncategorized — jancak @ 18:11

Da ich ja noch eine gute Woche Zeit für meine Stadtschreiberberichte habe, bin ich heute Nachmittag wieder mit dem Rad bis zur Traisenbrücke gefahren, von der ich zur Wienerstraße komme. Der Dreck von der Freqency war zum größten Teil schon weggeräumt. Es lagen aber noch die blauen Müllsäcke herum und ein paar Zelte und übergebliebene Sesseln waren auch zu sehen. Danach die Linzer Straße hinunter und die Brücke über den Alpenbahnhof hinauf bis man zum Stadtwald kommt. Das bin ich mit dem Stadtplan in der Hand und einigen Nachfragen ja schon vor vier Jahren gegangen, als ich auch schon Sommerfrische-Stadtrecherchen machte und den Residenzverlag suchte, den ich beinahe nicht gefunden habe und schon bei der Müllabfuhr angekommen war, bis ich das NÖ-Pressehaus entdeckte. Der damalige Leiter Herwig Bitsche hat mir dann einen Kommentar geschrieben und mich eingeladen, doch das nächste Mal hinaufzukommen, was ich das Jahr darauf auch machte.
Herwig Bitsche hat den „Residenz-Verlag“ inzwischen verlassen, ich beziehe aber regelmäßig „Residenz-Bücher“ und bekomme auch die Frühjahrs- und Herbstvorschauen, so daß ich mir immer etwas aussuchen kann und da gibt es sehr viel Interessantes. Gerade habe ich zwei Herbstneuerscheinungen besprochen und ein drittes wartet in Wien noch auf dem Badezimmerstoß auf mich, so daß ich mir dachte, daß ich nachdem mein heuriger Sommerfrische-Sommer in die Endphase müdet und ich, da das Rohkonzept der „Dreizehn Kapiteln“ auch schon fertig ist, mich wieder an ein paar Stastschreiberartikeln machen kann.
Und ich wollte ja wieder einmal zum „Residenz-Verlag“ hinaufwandern, beziehungsweise ein bißchen in den vielen Büchern schmökern, die ich in den letzten Jahren gelesen habe und darüber schreiben, denn der „Residenz-Verlag“, der mich ja in den Siebzigerjahren, als ich zu schreiben begann und regelmäßig meine Texte nach Salzburg zu Jochen Jung schickte und von dort wieder zurückbekam, war und ist ja sehr wichtig für mich.
In den Siebzigerjahren war er der österreichische Verlag, der Handke, Bernhard, Frischmuth, Schutting Jonke, etc, druckte, bevor die Autoren so berühmt wurden, daß sie zu Suhrkamp etc abwanderten.
Dann kam die Krise so um die Jahrtausendwende. Jochen Jung wurde hinausgeschmissen und hat seinen „Jung und Jung Verlag“ gegründet, mit dem er inzwischen einen Buchpreis nach dem anderen gewinnt und ich gerade dabei bin herauszufinden, ob er es diesmal mit der Nellja Veremej oder der Dagmar Leupold schafft, wenn nicht vielleicht doch Clemens Meyer oder Thomas Glavinic gewinnt. Er schreibt auch selber und verlegt bei Haymon.
„Wolkenherz“ war vor einem Jahr das erste E-Buch, das ich gelesen habe und der „Residenz-Verlag“ dessen Krise Gerhard Ruiss einmal vor Jahren bei einer GV-der IG Autoren sehr bedauerte, hat sich inzwischen wieder gefangen, verlegt junge Autoren wie Milena Michiko Flasar, die dann zu Wagenbach abgewandert und den dritten Alpha-Literaturpreis gewann, von dem ich leider nicht hautnah berichten konnte. Dafür habe ich „Okasan, meine unbekannte Mutter“ im Februar als ich bei der GV-der IG Autoren war, im offenen Bücherschrank in der Zieglergasse gefunden und werde es demnächst lesen.
Als ich vor drei Jahren beim „Residenz-Verlag“ war, hat mir Herwig Bitsche Marketa Pilatovas „Wir müssen uns irgenwie ähnlich sein“ gegeben, die ich dann im vorigen November mit einem neuen Buch anläßlich der Buch-Wien im tschechischen Kulturinstitut hörte.
Bei der Buch-Wien 2010 hat mir Herwig Bitsche noch Angelika Reizters „unter uns“ und Dan Lungus „Wie man eine Frau vergißt“ gegeben. Also osteuropäische und junge österreichische Autoren und dabei gab es einige Neuentdeckungen wie Marjana Gaponekos „Annuschka Blume“, das ich mir im Februar beim „Morawa“ um zwei Euro kaufte oder Roman Marchels „Kickboxen mit Lu“, aber auch die bewährten „Residenz-Autoren“ wie Peter Henisch mit „Großes Finale für Novak“ oder Peter Rosei mit seiner „Geld“-bzw. „Madame Stern“-Trilogie, wo glaube ich, noch ein Band kommen soll. Da habe ich jetzt Michaela Falkner mit „Du blutest du blutest“ vergessen, die im Literaturhaus eine sehr eindrucksvolle Lesung hatte. Dabei hat es glaube ich Kognac und Schokoladekuchen gegeben und die Autorin, hat mir „Für das Literaturgeflüster“ in das Buch signiert und natürlich, um wieder zu den älteren Autoren zurückzukommen, die aber glaube ich, nicht im alten „Residenz“ verlegte, Evelyn Grill von der ich das „Antwerperner Testament“ und dieses Frühling den „Sohn des Knochenzählers“ gelesen habe.
Im Vorjahr ist ein neues Buch von Kurt Palm herausgekommen „Der Besucher“ und eines von Manfred Wieninger, mit dem er, wie ich der heurigen Residenz-Vorschau entnahm, den Theodor Kramer-Preis gewonnen hat. Konstantin Kaiser hat das aber, glaube ich, noch nicht bekanntgegeben. Ja und im vorigen Jahr ist auch noch der erste Roman einer sehr jungen Autorin, nämlich Anna Weidenholzers „Der Winter tut den Fischen gut“ herausgekommen, mit dem sie heuer für den Leipziger Buch-Preis nominiert wurde und im Oktober den Priessnitz-Preis bekommen wird.
Der „Residenz-Verlag“ hat es also wieder geschafft und ist in aller Munde, nur leider heuer nicht in Frankfurt für die Longlist nominiert. Das war er aber 2009 mit Clemens J. Setz „Frequenzen“, der ja inzwischen auch zur Suhrkamp abgewandert ist und jetzt habe ich vor kurzem Julian Schuttings neues Buch gelesen, das mich im Cover sehr an die alten Residenz-Bücher erinnert hat. Von Alois Brandtstädter soll noch ein Buch über einen historischen Kriminalfall Ende August erscheinen und da liegt ja noch das ganz alte „Zu Lsten der Briefträger“, 1974, in zweiter Auflage erschienen, auf meinen Harlander Bücherstapel und steht irgenwo auf meiner Leseliste.
Von Ilija Trojanov, von dem es vor kurzem eine Diogonal-Wiederholung in Ö1 gab, hat einen neuen Essay Band und von Barbara Frischmuth auch eine sehr alte „Residenz-Autorin“ von der ich einige sehr schöne Bücher in meinen Regalen habe, ist ein neuer Erzählband „Bindungen“ herausgekommen, von dem ich nicht ganz sicher bin, ob das nicht auch eine Neuauflage ist.
Spannend, spannend also, die alten oder auch die neuen „Residenz-Bücher“ zu lesen. Am besten ist wahrscheinlich eine Mischung und man kann auch die von „Jung und Jung“ dazu kombinieren und es war auch wieder spannend an den Rand von St. Pölten hinauszuwandern.
Wieder ein paar Kriecherln von dem Baum bei der Bushaltestelle einzusammeln und wieder das Schild, das „Betriebsfremden der Zutritt verboten ist,“, daß es, trotz Herwig Bitsches Einwand, noch immer gibt, zu lesen. Dann bin ich diesmal durch den Stadtwald zurückgewandert. Da fand ja einmal 2007 oder 2008 wahrscheinlich der Osterspaziergang der LitGEs statt und dann bin ich noch kurz in den „Thalia hineingegangen und habe nachgeschaut, was sich so auf den Bücherstapeln tut und ob es einen mit den Longlist-Büchern gibt.
Gab es nicht in dieser Art, aber einige davon sind wohl aufgelegen und Roman Marchels „Wir sind da“ und Julian Schuttings „Blickrichtungen“ habe ich auch entdeckt und dann habe ich heute, bzw. schon gestern noch eine andere interessante Entdeckung gemacht.
Gab es ja gestern in „Von Tag zu Tag“ eine Sendung über das Buchhändlersterben. Steglitz Mind hat da ja auch eine Serien, wo sie verschiedene Buchhändler interviewt, von der ich schon berichtet habe.
In Ö1 traten Anna Jeller von der berühmten Buchhandlung in der Margaretenstraße und Ulla Remmer von der Buchhandlung „Leo“ im ersten Bezirk, die ich nicht kenne, auf und stellten die Aktion „Ihr Buch hat ein Gesicht“, das Pendant zur Buy Local-Bewegung vor, bzw. gaben sie ihre Betrachtungen zum Sterben der kleinen Buchhandlungen ab. Was ja sehr interessant ist, da die Bücher durch die österreichische Buchpreisbindung, wenn sie nicht gerade abverkauft werden, überall das Gleiche kosten, die Leute inzwischen durch das Internet offenbar sehr gut informiert sind, also nicht mehr wirklich die kleine Buchhandlung brauchen, wo man das meiste auch bestellen muß.
Ich bin in Anschluß auf Anna Jellers Facebookseite gegangen und habe sie sehr interessant gefunden, wenn mir, ich kann es offenbar nicht lassen, auch zwei kleine Fehler aufgefallen sind. So ist Arno Geigers „Der alte König in seinem Exil“ glaube ich, kein Roman, sondern ein Bericht über seinen demenzkranken Vater und Zdenka Becker wohnt nicht in Wien, sondern in einem Stadteil von St. Pölten.
Aber sonst bekommt man auf dieser Seite wirklich sehr viele Informationen und kann sich auch durch die Bücherstapeln in der schönen alten Buchhandlung schauen, an der ich sehr oft vorübergehe, wenn ich von der „Alten Schmiede“ oder sonst vom ersten Bezirk komme.
Einmal habe ich am Abend gesehen, daß es da eine Veranstaltung gab, bin hineingegangen und hinausgeflogen, weil es offenbar eine private war. Ich gehe auch zum Kaufen nicht sehr oft hinein, der Alfred besorgt aber die Bücher, die er mir zu Weihnachten oder zum Geburtstag schenkt von ihr, so daß ich doch eine indirekte Stammkundin bin und die Geschichte, daß sie die Bücher für ihre Kunden vorsortiert, hat mich an ein Erlebnis erinnert, das ich mit cirka zwölf oder dreizehn Jahren hatte, als ich kurz Kundin bei den „Städtischen Büchereien“ war, nämlich, daß mir die Bibliothekarin dort einen zweiten Krimi verweigerte und mich mit einer Grillparzer-Gesamtausgabe nach Hause schickte.
So viel vielleicht zur Vorauswahl und zur Beratung, die ja die Domäne der Buchhändler ist. Es ist aber, denke ich, nicht so leicht zu entscheiden, was nun ein gutes Buch ist, wenn man an Michael Köhlmeiers Eröffnungsrede beim diesjährigen Bachmannpreis denkt, wo er an die Fauser-Lesung vor zig Jahren erinnert, wo Jörg Fauser bei den Juroren als kitschig und unliterarisch durchgefallen ist, weiß ich gar nicht, ob ich soviel Beratung des Buchhändlers, die ja eine subjektive sein wird, brauche. Aber natürlich sind die kleinen Buchhandlungen wichtig, auch wenn ich dort, weil mir die preisgebundenen Bücher zu teuer sind, nur aus den Abverkaufskisten kaufe und daher für die Händler kein gutes Geschäft bin.
Die Facebookseite ist aber wirklich zu empfehlen und ich werde mein literarisches Wissen, glaube ich, in nächster Zeit, auch von dort beziehen, jetzt in der Badewanne Leonie Swanns „Garou“ weiterlesen. Was wahrscheinlich auch nicht auf Anna Jellers Büchertisch kommt und mich dann an das Longlistenbuch von Nellja Veremej machen, das bei „Jung und Jung“ erschienen ist, bevor es zu Tanja Maljartschuks „Biographie eines zufälligen Wunders“ geht.
Anna Jellers derzeitiges Lieblingsbuch Uwe Timms „Vogelweide“ steht übrigens auch auf der Longlist des dBps.
Und eine Anekdote habe ich noch anzuführen. Im Vorjahr gab es ja bei einnem „Augustin-Flohmarkt“, wo offenbar einige Leseexemplare zu finden waren. Ich kaufte um zehn Euro unter anderen Lorenz Langenegger, der 2009 beim Bachmannpreis las und in dem Buch lag eine Karte von Jochen Jung an Anna Jeller.

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2014-10-30

Familienaufstellung

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:23

Kriegsfamiliengeschichten bei den „Textvorstellungen“ mit Angelika Reitzer in der „Alten Schmiede“, die sich von den eher experimentellen Texten, den Realisten zuzuwenden scheint, obwohl der Debutroman, der 1990 geborenen Theodora Bauer „Das Fell der Tante Meri“, den ich gerne lesen würde und der mir auch von Andrea Stift versprochen wurde, eher der Kategorie der jungen österreichischen Sprachtalente zuzuschreiben zu sein scheint.
Ich sehe die Autorin ja immer bei diversen literarischen Veranstaltungen, sie ist in verschiedenen Schreibgruppen, wie die, die sich in der „Gesellschaft für Literatur“ präsentiert und ihr Roman wurde auch einmal auf Anna Jellers Facebookseite vorgestellt.
Eine richtige Vorstellung hatte ich trotz der Einführung der berühmten Buchhändlerin offenbar doch nicht so bekommen, scheint der Roman doch sehr vielschichtig zu sein und nicht nur um die Erbschaft zu gehen, die der Ferdl von der Tante Meri in Chile macht.
Es gibt zwei Zeitebenen, die letzten zwei Kriegsjahre und dann die Achtzigerjahre mit der Waldheim-Geschichte.
Die junge Autorin, die ein Gipsbein hatte, hat zwei Kapitel daraus gelesen, das zweite, wo eine Anni, eine Friseurin, zu dem Rapidspiel ihres Bruders ins Hütteldorfer Stadion fährt, dabei die Bekanntschaft eines Soldaten macht und dann noch einen hohen Nazifunktionär kennenlernt und dann den Beginn mit dem Ferdl als Protagonisten, der mit seiner Mutter und der Tante Meri Weihnachten feiert. Der Christbaum steht im kalten Vorhaus, die Mutter zerstreitet sich mit der Tante und verschwindet und der Ferdi trinkt sich mit Tee mit Rum an und speibt dann in den Garten.
Die Sprache ist sehr einfach, direkt, fast umgangssprachlich, wie Angelika Reitzer in ihrer Einleitung betonte und es geht, wie die Autorin erklärte, um das Verdrängen, der Nazivergangenheit, die in den Achtzigerjahren durch die Waldheimgeschichte wieder hochkam, so daß es dem Ferdl, als er in Chile die Naziuniform seines ihm bisher unbekannten Vaters findet, nicht mehr so gelingt.
Die zweite Leserin und ihre Familiengeschichte ist eine mir bekannte, nämlich Ruth Aspöcks „Der Krieg nach dem Frieden“, von Angelika Reitzer als Familienmonolog bezeichnet, daß mir die autobiografischen Anteile dabei auffielen, habe ich schon geschrieben. Die Ruth hat diesmal besonders die Rosa, Ursula Marie Stellen ausgewählt, die auf den Mißbrauch Rosas durch den Vater hinwiesen.
Angelika Reitzer wunderte sich in der Diskussion, daß die Töchter dem Vater trotzdem liebevolles Andenken bewahrten, wunderte sich auch über das „gemeinsame“ Kind der beiden Schwestern. Rosa zieht ja Ursulas Sohn auf und fragte nach dessen eventueller Schädigung und die Ruth erklärte, daß es ihr in dem Buch darum ging, die Beschädigungen zu zeigen, die der Krieg an den damals lebenden Menschen hinterlassen hat.
Der dritte Text des 1949 geborenen Malers und Restaurators Max Kübeck ist seine autobiografische Familiengeschichte, die er selber, obwohl bei „Czernin“ erschienen, für nicht biografisch hält, sondern die Biografie seiner Familie schrieb, weil es schon einige solcher gab, mit denen er nicht zufrieden ist und die beginnt tatsächlich mit einer Familienaufstellung, wo der Protagonist, seine Eltern und seine fünf Brüder aufzustellen hat und in die Vergangenheit seines Vaters Stefan Maria zurückgeht, der 1942 wegen Homosexualität in Gestapohaft saß. Daß er aus einer aristrokratischen Familien stammte, war ihm fast peinlich, der Therapeutin gegenüber zuzugeben.
Die „Alte Schmiede“ auch gut besucht, mit einigen bekannten und auch unbekannten Gesichtern und es sicherlich sehr spannend in die Familiengeheimnisse der Kriegs-und Nachkriegszeit einzutauchen und manche Leichen beziehungsweise Uniformen in den Kellern und Kästen zu finden.

2019-07-22

Radio Activity

Filed under: Bücher — jancak @ 00:35
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Wieder eine Neuerscheinung, wieder aus dem „C.H.Beck-Verlag“, wieder als E-Book gelesen und diesmal ist es von einer besonderen Autorin, mit einem besonderen Schreibstil, würde ich so sagen, hat doch die 1965 geborenene KarinKalisa mit ihrem Debut „Sungs Laden“ einen Bestseller gelandet. Das Buch habe ich einmal, mit Rechnung, im Schrank gefunden, es dann eine Zeitlang liegen lassen und schließlich, als Karin Kalisa damit bei der letzten „Literatur im Herbst“ mit dem Thema „Utopie“ eingeladen, mit meinen Freund Uli gelesen.

So war ich natürlich sehr interessiert, als ich erfahren habe, es gibt ein zweites Buch und das jetzt gleich ein paar Tage nach Erscheinen gelesen. Anna Jeller hat es auch auf ihrer Facebookseite vorgestellt und als neues Lieblingsbuch bezeichnet. Ich würde sagen, Karin Kalisa hat eine sehr lockere Art zu schreiben, berührt ein sehr aktuelles Thema, auch wenn ich über manches drübergelesen habe, gibt es  sehr berührende und sehr dicht geschriebene Stellen, die hängenbleiben.

Das Buch ist in drei Teilen gegliedert.

„on“, „stay“, off“, heißen sie und berührend ist auch der Klappentext, auch wenn der dann in weiterer Folge, wie ich finde, nicht mehr so viel mit dem Inhalt zu tun hat oder die Spannung, die da aufgebaut wurde, nicht ganz gehalten werden konnte.

Ist da doch von einer Nachrichtensprecherin mit einer verlockende Stimme, einer Art Lorelei, die alle in ihre Fänge lockt, die Rede und von einem verjährten Verbrechen, das sie damit aufklären will.

Das ist der Mißbrauch, den die Mutter der Nachrichtenspreherin, als Kind erleben mußte. Die hatte in Latein Schwierigkeiten, wurde zum Apotheker des Städtchens zur Nachhilfe geschickt und der mißbrauchte sie und noch andere junge Mädchen mit dieser Tour. Die Mutter erzählte das erst ihrer Tochter Nora im Sterbebett und die läuft zu einem Rechtsanwalt, um zu erfahren, daß die Sache „Leider leider!“, verjährt sei und man nichts machen könne.

Das ist kurz gespoilert, der Inhalt des zweiten Teiles und wie der Mißbrauch an der Mutter, die sich nicht wehren und auch nicht darüber sprechen kann, weil man ihr ohnehin nicht glauben würde, geschildert wurde, das ist wirklich sehr packend und alsolut lobenswert.

Beim ersten Teil, wo erzählt wird, wie drei junge Leute, Nora und ihre Freunde, einen Nachrichtensender, als start up, aufbauen und dabei ein etwas verunglücktes Quiz veranstalten, bin ich manchmal ausgestiegen.

Nora verbündet sich mit einem jungen Rechtsanwalt mit Hörgerät, der riecht Lunte an der Sache und im dritten Teil versuchen sie die Verjährung im Internet aufzuheben und zu fälschen.

Durchaus spannend  und ein aktuelles Thema, obwohl ich nicht sicher bin, ob das mit der Verjährung so stimmt und ob Mißbrauch an Kindern wirklich in manchen Fällen straffrei ist, beziehungsweise nicht belangt werden können?

Es gibt, da das Buch erst vor ein paar Tagen erschienen ist, bei „Amazon“ noch keine Rezensionen. Nur ein Interview mit der Autorin in einem Radiosender habe ich gefunden. Es ist Anna Jellers neues Lieblingsbuch, was ich sehr spannend finde und auch neugierig darauf bin, was ich von ihm sonst noch so alles hören und lesen werde.

2017-05-21

Weiter mit den Schreibvorbereitungs- und Recherchemonaten

Den Mai und den Juni habe ich mir als Studien und Recherchemonate bezüglich des nächsten Schreibprojektes vorgenommen und habe da, da es in dieser Zeit ja auch Annika Bühnemann zehn Geschichten-Callenge gibt, einiges vor, beziehungsweise mit dem Geschichtenschreiben schon begonnen.

Ich beginne meine neuen Schreibprojekte ja immer mit Recherche beziehungsweise beende ich die Niemandszeit zwischen dem Alten und dem Neuen mit Ritualen, wie Fensterputzen, Aufräumen, dann sammle ich Material bezüglich des nächsten Projektes, laufe in der Stadt herum, um zu recherchieren oder aber auch, um einzukaufen oder mich und mein Schreiben ein bißchen zu „feiern“ und zu belohnen.

In der letzten Zeit kam dann ja eine gewissen Ausgeschriebenheit dazu und die Frage, da ich schon soviel geschrieben habe, über was ich noch schreiben soll.

So kam  da irgendwann die Idee, bevor ich mit den nächsten Projekt anfange, mir Zeit zu lassen, Studien zu machen, Wurf oder Kurzgeschichten zu schreiben, etcetera und während ich all das plante, ein bißchen hat mich das ja schon im vorigen Jahr beschäftigt, als ich die „Berührungen“ geschrieben habe, kam Annika Bühnemann daher mit ihrer Schreibcallenge und ich dachte „Wow, da schließe ich mich an und mache mit!“

Und sie gibt auf ihrer Twitterseite ja auch immer sehr konkrete Schreibimpulse und das ist eine Idee, die ich auch in unserer Schreibgruppe für mich entwickelt habe.

Haben wir da ja immer ein Thema, das wir uns zu Beginn, des jeweiligen Treffens ausmachen und wenn ich gerade ein aktuelles Projekt habe, schreibe ich  eine Szene zu diesem Thema und das kann ich empfehlen, das ist sehr produktiv und gibt der Geschichte manchmal einen besonderen Kick.

Und ich bin ja eine sehr Schnelle, die das Zeitlassen, obwohl sie  immer davon schreibt, eigentlich nicht kann und so ist es auch diesmal, denn irgenwann, als ich noch beim Schreiben oder beim Korrigieren des „Frühstücks“ war, kam ja die Idee über eine Frau zu schreiben die jeden Abend in einer Pizzeria sitzt und dort ein Glas Rotwein trinkt, weil ich eine solche regelmäßig sehe, wenn ich von der „Alten Schmiede“ oder der „Gesellschaft für Literatur“ nach Hause gehe.

Das habe ich aufgeschrieben. Aber da kam dann gleich der Gedanke „Nicht schon wieder eine depressive Frau. Du hast doch schon so oft über solche geschrieben!“

Das war auch der Auslöser für die Idee mir für den Beginn des nächsten Projekts sehr viel Zeit zu lassen und statt zu schreiben oder zu planen mit Skizzen zu beginnen.

Zufällig bin ich dann, um den ersten Mai mit dem „Frühstück“ fertig geworden, was der Ausläöser war zu sagen, die nächsten zwei Monate, bis zur Beginn der „Sommerfrische“, die ja jetzt nur aus verlängerten Wochenenden bestehen wird, werden der Recherche und den Skizzen dienen, sozusagen ein selbsterteiltes Stipedium, wie ich mich vor ein paar Jahren ja auch selbst zur „Stadtschreiberin von St. Pölten“ erinannt habe und zwei Monate diesbezügliche Texte verfasste.

Das habe ich beschrieben, dann meine Fenster geputzt und bin am Freitag vor zwei Wochen auch schon ein paar Stunden durch Wien gelaufen, um damit zu beginnen und dann ging es, die zwei Monate sind ja zufälligerweise gut geplant, zuerst ein paar Tage mit der Ruth und dem Alfred um den Bodensee unser Geschenk an sie, um ihren siebzigsten Geburtstag zu feiern und ein bißchen an die „Dichterradkarawane“ vor zehn Jahren zu erinnern.

Da hatte ich dann schon ein paar Schreibimpulse der Annika Bühnemann gesammelt und die waren teilweise sehr konkret, so war einer über „Hausarbeit eine fetzige Szene“ zu schreiben und ich dachte, wenn ich dann die Fenster putze, werde ich schauen, was ich dabei Fetziges erlebe und darüber schreiben.

Weil ich aber eine Schnelle bin, habe ich nicht so lange damit gewartet, sondern das Fensterputzen in der Vorstellung vorweg genommen und so ist „Die Stipendiatin“ entstanden, sozusagen, wenn man will, die erste der zehn Challenge-Geschichten und bis zum Juni, wie Annika Bühnemann vorschlägt, habe ich mit dem Veröffentlichen auch nicht gewartet.

Am zweiten Mai war dann wieder unsere Schreibgruppe und da habe ich einen zweiten Bei Annika Bühnemann gefundenen Schreibimpuls, als Thema vorgeschlagen, nämlich über „Sucht“ zu schreiben, da sie vorgeschlagen hat, eine Geschichte zu schreiben, in dem ein Süchtiger seiner Sucht nicht nach gehen kann.

Und während „Die Stipendiatin“ Züge von mir hat, beziehungsweise diese ganze Hoyyautorenfrage über die ich mich in den letzten Monaten mit meinen Kritiker Uli herumgestritten habe, der übrigens dazwischen auch darüber eine Geschichte geschrieben und seine Satirekunst zum Bestengegeben hat, ging es da schon, um die Mathilde Schmidt. Eine Szene über die einsame alte Frau, die mit Grippe im Bett liegt und daher nicht in ihre Lieblingspizzeria gehen und, wie gewohnt ihr Glas Rotwein trinken kann.

Und weil ich ja sehr fleißig bin, sind in der Zeit zwischen dem zweiten und dem sechsten Mai, wo wir ja nach Bregenz gefahren sind, zwei weitere Geschichten nach Annika Bühnemanns Vorschläge entstanden, die die Mathilde Schmidt zur Protagonistin haben.

In „Eine unerwartete Aufforderung“ habe ich den Impus verarbeitet: „Lass uns abhauen.“ Emils Augen glänzten. „Einfach wegfahren und das Leben genießen“ und dann gab es noch „Deine jugendliche Figur findet heraus, dass ihre Eltern gar nicht ihre Eltern sind. Was steckt dahinter?“

Da hatte ich schon das Konzept, daß die Mathilde eine Zwillingsschwester, sowie eine Tochter hat und Lilys Vater könnte Moritz Lichtenberg sein, den ihr ihre Zwillingsschwester ja einmal weggeschnappt hatte.

Drei Kurzgeschichten, die ich noch vor unserer Abfahrt geschrieben und während unserer Reise nach und nach veröffentlicht habe, die eigentlich schon zu dem Roman gehören, den ich ja erst im Juli zu schreiben beginnen will.

Man sieht, ich bin eine Schnelle, aber durch die Bodenseerundfahrt ohnehin aus meinen Konzept herausgekommen, denn da bin ich ja geradelt, Schiff gefahren, in eine Paul Klee-Ausstellung gegangen, habe Walser, Köhlmeier,  Arno Geiger und Erika Kronabitter gelesen und habe nicht an meinem Romankonzept weitergearbeitet.

Aber ich nehme mir ja seit einigen Jahren vor, wahrscheinlich seit ich „Mit achtzig Seiten um die Welt“ gelesen habe, aus meinen Urlauben Kurzgeschichten mitzubringen, beziehungsweise nachher Reisegeschichten zu verfassen und in den Blog einzustellen.

Da war ich diesmal ein bißchen blockiert, denn außer mir vorzustellen, wie ich durch Überlingen spaziere und dabei Martin Walser sehe, der gerade zum Zahnarzt oder sonstwohin geht, ist mir nicht viel eingefallen und das habe ich dann geleassen, weil ich ja inzwischen auch das Buch „Mit Martin Walser um den Bodensee“ gelesen habe, das wahrscheinig einige diesbezügliche Inspirationen wegnimmt oder schon erfüllt.

So bin ich letzten Montag, als wir zurückgekommen waren, zwar bis vier Uhr früh des nächsten Tages an meinen Laptop gesessen, habe die gelesenen Bücher besprochen und meinen Reisebericht geschrieben, aber keine Reisegeschichte und vielleicht ein bißchen schlechtes Gewissen deshalb gehabt.

Denn ich will ja, auch wenn mir das niemand glaubt, alles perfekt machen und bin auch sehr bestrebt, die mir gesetzten Ansprüche zu erfüllen.

So habe ich die Geschichte inzwischen nachgeholt und der „Grenzverkehr“ ist, wenn man so will, meine fünfte Challenge-Geschichte und dabei haben wir noch gar nicht Juni und ich bin inzwischen ins verlängerte Wochenende nach Harland aufgebrochen, obwohl es am Donnerstag und Freitag ein sehr vielfältiges Literaturprogramm in Wien gegeben hätte, so findet ja beispielsweise das Centrope- Festival auf das ich mich ja das ganze Semester mit den demensprechenen Textanalysen vorbereite, an diesen Tagen statt.

Ich bin aber am Donnerstag mit dem Alfred und einigen Büchern nach Harland gefahren und war da ein wenig ratlos, wie ich es mit meinem Schreibcampmonat halten soll, bin aber am Freitag mit dem Alfred und der Schwiegermutter im „Bootshaus“ Mittagessen gewesen und dann zur „Seedose“ beziehungsweise zum Traisencenter gefahren und habe dort ein wenig eingekauft.

Slips, Socken, ein Leiberl, ein Eis gegessen und am Donnerstag fährt der Alfred ja mit dem Karli für ein paar Wochen nach Amerika.

Da habe ich auch schon einiges vor, beziehungsweise, hat sich ja die Ruth schon um Ostern bei mir gemeldet und mir vorgeschlagen, mit ihr in dieser Zeit, den öffentlichen Raum zu erforschen.

Ich will das „Blogbuster-Leseprobenbuch“ lesen und dann die noch fehlenden Geschichten und vielleicht, weil ich ja so fleißig bin, noch ein paar mehr, schreiben und dann irgendwie und ganz allmählich zu meinem neuen Roman kommen, für den ich die drei schon erwähnten Geschichten sicherlich verwenden kann. Konzept dazu habe ich noch keines, beziehungsweise noch kein wirklich ausgereiftes.

Ich weiß also wieder nicht so genau, wie beginnen, fortsetzen und beenden oder doch ein bißchen. Am Anfang steht vielleicht die Grippe, dann kommt Lilys Aufforderung doch zum Begräbnis der Tante zu gehen, dort triff Mathilde Moritz Lichtenstern wieder und daztwischen rollt sie ihre Vergangenheit auf. So weit, so what und sehr fleißig.

Annika Bühnemann rät zwar auch in ihren Videos seine Schreibideen nicht zu sehr zu verraten, auf daß sie nicht gestohlen werden, aber da bin ich ich eher unbedenklich, denn natürlich kann jeder über eine Frau schreiben, die abends einsam in der Pizzeria sitzt, aber es kommen bei zwei oder drei Schreibenden sicher zwei oder drei verschiedene Geschichten heraus.

So weit, so what und sehr zuversichtlich meine zwei Schreibcampmonate sehr intensiv zu verleben und etwas kann ich noch verraten, das „Etcetera Köpfe-Heft“ für das ich ja im Februar in unserer Schreibgruppe eine Geschichte geschrieben habe und die dann beim Osterspaziergang der LitGes vorgelesen habe, ist inzwischen zu mir beziehungsweise zum Alfred gekommen.

Denn der hat ja Eva Riebler seine Fotos, die auch in dem Heft enthalten sind, zur Verfügung gstellt. Da kann man also auch ein Foto von mir finden und nachlesen, daß ich meine Geschichte beim Osterspaziergang gelesen habe.

Sonst kann ich noch vermelden, am Mittwoch, um zehn werden die Namen der Glücklichen oder Auserwähleten bekanntgegeben, die heuer beim Bachmannpreis lesen dürfen, da habe ich diesmal noch keine Überlegungen angestrengt, wer das denn sein könnte und wen ich davon kenne. Bin also sehr gespannt iund schreibe beziehungsweise recherchiere bis dahin eifrig weiter und dann gibt es auch bald „Neun Jahre Literaturgeflüster“ zu feiern.

2016-09-08

Kremayr & Scheriaus neue Romandebuts

Die neue Literaturschiene bei „K& S“ gibt es seit einem Jahr, auch damals wurden die Debutanten Irmi Fuchs, Daniel Zipfel und Marianne Jungmayer in der „Gesellschaft für Literatur„, sowie im „Tahlia“ vorgestellt und nachher gab es noch eine große Party im 7*.

Ich war auch damals mitten drin im Buchpreisbloggen, im deutschen, daß es heuer auch ein österreichisches geben wird, haben damals ja alle dementiert, habe gerade den dicken Setz gelesen, mir die Bücher aber bestellt und als ich im Frühjahr aus Leipzig zurückgekommen bin, habe ich das neue alte Buch der Gertraud Klemm gelesen und diesen Sommer gab es bei den O-Tönen ja die Debutschiene mit Irmi Fuchs, Daniel Zipfel und Petra Piuk von K& S.

Die „Sommernomaden“ das zweite Buch der Marianne Jungmeier habe ich mir dann auch bestellt und gestaunt, daß es einige der Debutanten auf das Lesepult gebracht hat und, als ich vor zwei Wochen das letzte Mal richtig bei den O-Tönen war, vorige Woche bin ich ja nur daran vorbei nach Haus gegangen, machte mich der Lehrer Christian auf die neuerliche Veranstaltung in der „Gesellschaft“ aufmerksam.

Da hatte ich zwar auch schon die Einladung bekommen, aber Iris Blauensteiner, Simone Hirth?

Huch, keine Ahnung, sollte ich sie kennen?

Inzwischen habe ich die beiden Bücher auch schon eingekeilt, neben der „Vegetarierin“ und dem großen deutschen und dem noch eher kleinen  österreichischen Buchpreisstapel liegen.

Aber Daniel Emmingers Buch ist heute zu mir gekommen und ich bin auch ein bißchen früher weg, weil ich mir ja noch das Leseprobenheftchen holen wollte. Das Österreichische, das hundertzwölf Seiten stark ist, mit vielen Insiderinformationen, wie glaube ich auf der Facebuchseite steht, das Deutsche bestelle ich mir ja nicht mehr, seit  da die Hintergrundinformationen verschwunden sind und ich die Leseproben und das Autorenfoto ja auch im Internet finden kann und weil ich jetzt auch die Bücher selber lese, brauche ich sie nicht.

2009 bin ich aber sehr herumgeirrt und habe mich gewundert, daß es das in Wien nicht gibt.

Gibt es nicht okay und brauche ich auch nicht, aber am Nachmittag in die „Buchinsel“ auf der Margaretenstraße und dort nachfragen.

Sie hatten nicht und werden auch nicht bestellen, weil der Buchhändler ja für das Büchlein zahlen muß und die Leute, die danach fragen, ohnehin nichts kaufen, wie mir einmal vor Jahren, der alte, eher grantige Vorgänger dort sagte, als ich nach dem „Tag des Buches-Büchlein“ fragte. Inzwischen gibt es einen anderen Buchhändler und der hatte im April das „Literatier“, die freundliche ältere Dame sagte mir aber, ich wäre die erste, die danach fragte und verwickelte mich dann in ein längeres Gespräch über die Listenbücher. Sie war bei den O-Tönen und hatte die Anna Weidenholzer, die zwar auf der anderen Liste, stehen liegen und hui, die Buchhänder zumindest manche, sind also doch sehr kompetent und interessieren sich für Literatur und ich ging  mit meinem Einkaufskorb weiter zum „Hofer“, bei Anna Jeller vorbei, von der ich schon wußte, daß sie es nicht haben wird, die Olga, die ich von der Facebookseite kenne, saß aber lesend am Türstapel und sagte mir auch sehr freundlich „Das haben wir noch nicht!“

Hui, also doch sehr schwer, aber vor der „Gesellschaft“ zum „Morawa“ schauen und wenn es es auch dort nicht gbit, kann ich ja noch immer dem Haptverband ein Mail schreiben, wenn ich nicht bis zu „Buch-Wien“ warten will.

Ich bekam es aber schon vom „Frick“ und der Lehrer Christian, der mit einem ganzen Sack gekaufter Bücher in die „Gesellschaft“ kam, hatte es vom „Morawa“, aber jetzt die Debuts, die dann vielleicht das nächste Jahr auf der Debutpreisliste stehen werden oder Saisonbeginn, wie mir die alte Dame, die ich immer bei den Veranstaltungen treffe, verkündete, die Sommerlesereihen, wie die OTöne sind vorüber und diesmal habe ich mir ja einen sehr intensiven literarischen Sommer in Wien gegeben und jetzt beginnt die Saison.

Bei mir hat ja schon vor zwei Wochen das große Lesen angefangen und jetzt die Debuts und zwei junge Frauen, deren Namen und Lebensläufe mir nicht sehr viel sagten, die aber trotzdem bei sehr interessante Themen hatten.

Ursula Ebel moderierte und stellte zuerst die 1985 in Deutschland geborene Simone Hirth vor, die in Leipzig am „Literaturinstitut“ studierte und jetzt in Gablitz im Wienerwald Autorin und Lektorin ist.

Ihr Buch ist vielleicht auch ein Kanditat für den interessantesten Buchtitel, nämlich „Lied über eine geeignete Stelle für eine Notunterkunft“ und handelt von einer Aussteigerin, deren Welt in Trümmern liegt, die Arbeit verloren oder hingeschmissen, das elterliche Haus wird abgerissen und die namenlose Ich-Erzählerin steigt aus und baut sich offenbar irgendwo im Wald oder hinter Büschen eine Hüttel aus Ziegel und Fragmenten, Trümmern also und die Sprache besteht auch sehr kurzen aufgeschnappten Sätzen. Ein sehr interessantes Buch, das ich, wenn ich mit der Sibylle Lewitscharoff und vorher kommen noch Melle, Stadler und Steinaecker, fertig bin, lesen werde oder vielleicht beginne ich auch mit „Kopfzecke“ von der 1986 in Wien geborenen Iris Blauensteiner, die auch Filmemacherin ist und in „Wartholz“ gewonnen hat.

In den „Koliken“, hat sie, wie Simone Hirth verlegt, aber das ist wahrscheinlich das gemeisame zwischen allen „K&S“ Debutanten, Gustav Ernst spielt da wahrscheinlich auch eine gewisse Rolle, zumindest habe ich ihn auf dieser Verlagsparty gesehen und da hat er mir Petra Piuk vorgestellt.

„Kopfzecke“ ist die Geschichte einer Demenz oder die der Beziehung zwischen einer fünfzigjährigen Tochter, die ihre Mutter in ihrer ehemaligen Kinderwohnung pflegt,  die Rollen vertauschen sich und ein Geheimnis gibt es auch zu entdecken, wie die Autorin verschämt lächelnd sagte und darauf hinwies, daß man es erfährt, wenn man das Buch am reich gedeckten Büchertisch erwerben wird.

Nun ich werde es erfahren und kenne mich mit Demenz ja nicht nur durch den Psychologieunterricht im Geriatriezentrum Wienerwald, den ich einmal gegeben habe, jetzt gibt es das Geratriezentrum ja, glaube ich, nicht mehr und die Pflege meines Vaters und des Schwiegervaters ein wenig aus, nein ich habe ja auch darüber geschrieben, interessant ist aber sicher, wie das eine dreißigjährige junge Frau sieht, die auch sagte, gar nicht soviel darüber recherchiert zu haben.

Die „K& S Debutanten“ haben also realistische Themen und die interessieren mich ja sehr, ich bin also sehr gespannt, wie die Bücher mit gefallen, ein paar Wochen wird es ja noch dauern, bis ich sie besprechen werden und was und wo ich von den zwei jungen Frauen noch hören oder lesen werde.

2015-11-30

Blumenberg

Filed under: Bücher — jancak @ 00:34
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Jetzt gehts wieder zum Long-beziehungsweise Shortlistenlesen, allerdings zu dem von 2011, denn mit 2015 bin ich ja schon fertig und zwar zu Sibylle Lewitscharoffs „Blumenberg“ das ich in einer der offenen Bibliotheken fand.

Die 1954 in Stuttgart geborene „Büchnerpreis-Trägerin“, bulgsrischer Abstammung ist mir seit ihrer „Bachmannpreislesung“ ein Begriff.

„Pong“ mit dem sie damals gewonnen hat, habe ich nicht gelesen, wohl aber „Montgomery“, das ich bei einem der Büchertürme der „Lyrik im März“ fand und das mir ein wenig unverständlich schien.

So habe ich Sibylle Lewitscharoff, die ich auch einmal in Wien in der „Alten Schmiede“ kennenlernte, eingeschätzt und war  als sie am „Blauen Sofa“ „Blumenberg vorstellte und erklärte, daß sie „Selbstmörder hassen würde“, erst einmal erstaunt, über ihre starken Worte.

„So was sagt man doch nicht!2

Damals wußte ich noch nicht, daß sich ihr Vater umgebracht hat, jetzt kann ichs verstehen, man sagts aber wahrscheinlich doch eher nur dem Therapeuten oder seinen Freunden denen man vertrauen kann, daß sie das nicht mißverstehen, außer man ist Schriftstellerin und ständig darauf geschult, das was man sagen und schreiben will, in den drastischsten Worten auszudrücken, weil das andere ja niemanden interessiert!

So deute ich es mir inzwischen, denn ich war über ihre scharfen Worte bezüglich „Amazon“ auf der „Buch-Wien“ auch etwas erstaunt und denke „Amazon“ ist zwar ein wahrscheinlich sehr geschäftstüchtiger Konzern, der keine Rücksicht auf seine Konkurrenten und Arbeitnehmer nimmt, er hat aber die „Selbstpublisher“ ein wenig aus der Schmuddelecke herausgebracht, ich publiziere  meine Sachen dort zwar nicht, hasse den Konzern aber nicht, ich kaufe dort nur kaum ein, was ich allerdings auch nicht bei Anna Jeller tue, außer sie würde mir etwas um einen Euro in die Kiste legen.

Das hat aber auch noch niemanden gerührt, bei ihrer Rede über die Retortenbabies die „Halbwesen wären“, war das  plötzlich anders. Da hat sich die Häme auf die Schriftstellerin gekippt. Sie wurde, glaube ich, „Dämliche schwäbische Hausfrau“ genannt, der man den Büchernerpreis wieder abnehmen sollte.

Sie hat es gelassen genommen und einen Krimi geschrieben, den ich dann in meinem „Schutzengelchen“ ein wenig verarbeitet habe.

Nun also „Blumenberg“, die Geschichte von dem Philosophen Hans Blumenberg, der in dem deutschen Städtchen Münster lehrte, wo er in den Neunzigerjahren verstorben ist, dem behauptete Sibylle Lewitscharoff, ist ein Löwe erschienen und führt das auf etwas über zweihundert Seiten  aus und ich schreibe es gleich, das Buch und die Sprache haben mir sehr gut gefallen, wenn man auch nachträglich betrachtet, sagen könnte, sehr viel ist da nicht passiert!

Oder doch natürlich, der ganze Miff einer deutschen Kleinuniversitätsstadt mit ihren WGs und Nachkriegstraumatisierungen wird da gekonnt und sehr spannend aufgerollt.

Also Hans Blumenberg sitzt nachts in seinem Studierstübchen und sortiert seine Karteikarten, als der Löwe auftaucht, der verfolgt ihn auch in seine Vorlesungen. Außer ihm kann ihm nur eine alte Nonne sehen, seine Studenten, das Mädchen Isa, das immer in der ersten Reihe sitzt,  Gerhard Baur, der in seine Sprechstunde kommt, der Außenseiter Hansi und auch Richard, der später nach Südamerika ausrückt und dort ermordet wird, aber nicht.

Hans Blumenberg führt, wie wahrscheinlich auch Kant, ein sehr geregeltes spartanisches Leben. Ach nein, er fährt einen Peugeot und da nimmt er einmal Isa, die in ihm verknallt ist mit, nimmt sie aber als Frau nicht wahr, sagt nur „Fräulein“ zu ihr und so legt sie ihm Blumen vor das Tor, die er nie bekommt, dann kleidet sie sich weiß, setzt sich aufs Fahhrad und läßt sich von einem Lastwagen der Firma Zapf überrollen.

Richard nimmt sich, wie schon geschrieben, zwei Jahre Auszeit, um nach Südamerika zu reisen, wird dort von der kindlichen Maria in die Falle gelockt und Gerhard wird nach Blumenbergs Tod Professor in einer anderen deutschen Stadt, Hansi wird verrückt, die Nonne stirbt, wie Blumenberg auch, der sich inzwischen an seinen Löwen gewöhnt hat und mit ihm sein Leben und seine Vergangenheit reflektiert und am Schluß treffen sich alle fünf in einer Höhle, um sich das Höhlengleichnis zu erzählen, sage ich nun einmal flapsig und habe mein Urteil über Sibylle Lewitscharoff revidiert.

Sie schreibt ein wenig schwülstig flapsig vielleicht, das aber sehr raffiniert und intelligent und konnte mit der etwas kitschigen Löwengeschichte, wie ich es nennen will, sehr scharf und klar das studentische deutsche Kleinstadtleben der Neunzehnhundertachtzigerjahre skizzieren, zumindest stelle ich mir vor, daß es so gewesen ist.

Von der LL 2011 habe ich „Verfahren„, „Der Hals der Giraffe“, „Die Schmerzmacherin“ und Eugen Ruges „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ gelesen, der auch der Preisträger war.

 

2015-11-15

Buch-Wien und Lesefestwoche

Buchmesse

Buchmesse

Zum achten Mal gibt es jetzt schon die „Buch-Wien“ im Messegelände, die die gute alte „Buch-Woche“, die zuletzt im Wiener Rathaus stattfand, verdrängte und die wird  mit einer Lesefestwoche, literarischen Veranstaltungen in ganz Wien an den verschiedensten literarischen Orten, verbunden, die am Montag im Wiener Rathaus mit einer Präsentation von Tomas Sedlacek und Oliver Tanzers Buch  „Lilith und die Dämonen des Kapitals“ eröffnet wurde. Dazu habe ich mich zwar an, aber später wieder abgemeldet, da mich erstens die Wirtschaft nicht so besonders interessiert und zweites auch Hilde Schmölzer ihr neues Buch über „Karl Kraus und die Frauen“ in der „Gesellschaft für Literatur“ präsentierte, wo ich  aber auch nicht war, sondern mit Alfred, Anna, Andreas und ihrem Hund Ouzo in dem vietnamesischen Restaurant zumGeburtstagsessen, an dem ich immer vorübergehe, wenn ich ins Literaturhaus will und dort ging die Lesefestwoche am Dienstag mit Feridun Zaimoglus „Siebentürmeviertel“ weiter, interessant, aber das Buch habe ich  im Zuge meines heurigen Longlistenlesens schon gelesen und zweitens war wieder  Kassenpsychologen-Jour-fixe, wo ich mich seit Einführung des Kassenvertrags für Psychodiagnostik regelmäßig mit einigen Kollegen treffe, um diesbezügliche Probleme zu besprechen und uns auszutauschen.

So fing die „Buch-Wien“ für mich heuer erst am Mittwoch an oder auch nicht wirklich, denn ich habe zwar jetzt  eine Einladung zur Eröffnung zugeschickt bekommen, wo Adolf Muschg die Eröffnungsrede hält, aber zeitgleich  gibt es in der „Alten Schmiede“, ebenfalls im Rahmen der Lesefestwoche „Textvorstellungen“ und da stellte Sissi Tax ihre neue Prosa vor, aber auch Christiane Zintzen, die sich jetzt Chris Zintzen-Baden nennt, ihren Blog, der jetzt „acheronta movebo“ heißt und da war ich im September sehr über die Nachricht „Ich habe mich umgebracht“ irritiert.

Doris Glaser mit KandidatInnen

Doris Glaser mit KandidatInnen

So daß ich mich entschlossen habe in die „Alte Schmiede“ zu gehen und erst zur „Langen Nacht“ der Bücher, wo es wieder einen Literaturquizz mit Günter Kaindlsdorfer und diesmal mit Franzobel geben wird, zu gehen, was ich dann aber unterlies.

Ein bißchen hatte ich auch schon in die „Buch-Wien“ hineingeschnuppert, finden da ja auch immer Preisverleihungen statt und da wurde am Mittwochvormittag das Ehrenkreuz der Stadt Wien an den ehemaligen „Hanser-Verleger“ und Lyriker, der auch schon einige Romane geschrieben hat, Michael Krüger, vergeben.

Armin Thurnher hielt die Laudatio und Michael Krüger  eine Liebeserklärung an die österreichische Literatur, erzählte von den historischen Räumlichkeiten des „Zsolnay-Verlages“, den „Hanser“ mit „Deuticke“  vor einigen Jahren übernommen hat und von seinen Begegnungen mit Albert Drach, dem er einmal den „Büchner-Preis“ zusprach, worüber sich MMR sehr empörte und bezüglich des Ehrenkreuzes an Michael Krüger, empörte sich, glaube ich, die FPÖ, wie Stadtrat Mailath-Pokorny in seiner Eröffnungsrede launig feststellte.

Am Donnerstag ist es dann richtig losgegangen. Viele Schulklassen mit Kindern, die mit einem Ratespiel herumrannten, beim Saudi-Arabischen Stand, der diesmal kleiner war, die Gratisbücher, die es diesmal nicht nur in der Kinderform gab, einsammelten, sehr viele Mädchen mit Kopftüchern, die von ebensolchen Lehrererinnen begleiten wurden, sind mir dabei aufgefallen.

Thomas Raab

Thomas Raab

Langsam fing das Programm an. Am Vormittag schien es hauptsächlich für Kinder reserviert, obwohl ja auch die Pensionisten freien Eintritt hatten.

Ich begann dann mit einer solchen Veranstaltung auf der FM-4 Bühne und zwar wurde da der letzte Wortlautpreisträger Markus Fischer, der auch Trainer im Writersstudio ist, mit seinem Siegertext „Wild Campen“ vorgestellt, dann wanderte ich zur ORF-Bühne, da interviewte Katja Gasser Daniela Striegl und Evelyne Polt-Heinzl zu ihrer Ebner Eschenbach Gesamtausgabe, die bei „Residenhz“ erschienen ist und wo ich im Vorjahr einen Band gelesen haben.

Dann ging es  zur Kochbühne, da stellte Ute Maurnböck-Mosser „Kreolisches aus New Orleans“ vor,  ein E-Book, das demnächst erscheinen wird und erzählte viel von ihren Reisen nach New Orleans nach Cathrina, dazu kochte sie einen Eintropf aus Okra, Schrimps und spanischer Wurst, der auf Reis serviert wurde.

Kaffee gab es beim ORF Bus und beim „Servus Stand“  und ich wanderte  zur ORF-Bühne zurück, wo ich Franz Schawerda, Ruth Aspöck und Peter Czak  traf und Michael Krüger seinen neuen Erzählband vorstellte, sowie Arno Geiger mit seinem „Selbstportrait mit Flußpferd“.

Danach kam der gestrige Festredner, der Schweizer Adolf Muschg mit seinem neuen Roman „Die japanische Tasche“, wo es glaube ich, um einen Selbstmörder, der vor einem Zug sprang und überhaupt um den Tod und das Sterben ging, das Adolf Muschg, der dann auch im anschließenden Kulturjournal über den Niedergang der Literaturkritik auftrat, sehr ausführlich kommentierte.

Bei der Diskussion waren noch Daniela Strigl und Karl Markus Gauß, die es mehrheitlich bedauerten, daß es jetzt nicht mehr zehn oder zwölf Großkritiker a la Reich Ranicki gibt, die vorsagen, was man lesen soll, sondern jeder Leser seine Rezension ins Netz stellen kann, „was ja keine Qualität haben kann“, sie aber trotzdem zu befürchten schienen, obwohl sie sich dann gleichzeitig den müdigen Leser wünschten.

Eva Jancak

Eva Jancak

Bei den deutschten Messen ist man da  schon weiter, da gibt es, wie man ja in Leipzig und in Frankfurt sah, regelrechte Bloggertreffen, hier folgte Valerie Fritsch, die ja mit „Winters Garten“ sehr in den Literaturhimmel aufgestiegen ist und wahrscheinlich am Dienstag den „Alpha-Literaturpreis“  bekommen wird und erzählte Katja Gasser von den Vor- und Nachteilen des plötzlichen Ruhms. So kann sie sich gar nicht mehr daran erinnern, wann sie das letzte Mal in ihrem Bett geschlafen und den Abend mit ihrer Familie und nicht mit Literaturmenschen verbracht hat.

Dann ging es in die „Alte Schmiede“ wo der 1948 geborene slowenische Dichter Drago Jancar seinen Neuen Roman „Die Nacht als ich sie sah“ vorstellte, eingeleitet wurde er von Cornelius Hell, der die wichtigsten Werke des Autors vorstellte.

„Rauschen im Kopf“ habe ich gelesen und bei einer Lesung in der „Alten Schmiede“ war ich wahrscheinlich auch.

Das neue Buch handelt vom Ende des Krieges, beziehungsweise von einem Mord an einem Burgbesitzerpaar.

In fünf Kapiteln mit fünf verschiedenen Stimmen wird das Mißverständis erzählt und Drago Jancar erzählte in der Diskussion, daß es sich dabei um einen authentischen Fall gehandelt hat, den er bei Recherchen entdeckte.

Am Freitag war dann der Tag der Preisverleihungen, der mich am Messebesuch hinderte.

So wurde um elf im Rathaus der „Ehrenpreis für Toleranz in Denken und Handeln“ an den  1961 in Tel Aviv geborenen und seit 1964 in Wien lebenden Doron Rabinovici, der auch GAV-Mitglied ist, der mit „Andernorts“ 2010 auf der DBP Shortlist gestanden ist und von dem ich „Ohnehin“ gelesen habe.

Armin Thurnher hat wieder die Laudatio gehalten und am Nachmittag wurde im Bundeskanzleramt der Staatspreis für Literaturkritik an die Kritikerin Brigitte Schwens-Harrant vergeben, die ich vor kurzem im Literaturhaus gehört habe.

Die Sendung „Von Tag von Tag“ kam dann auch von der „Buch-Wien“, wo Rainer Rosenberg Monika Helfers neues Buch vorstellte, wo das tote Kind einer drogensüchtigen Mutter am Friedhof gefunden wird. Da habe ich ein bißchen hineingehört und bin dann in Richtung Ballhausplatz marschiert.

Auf der Margraetenstraße wurde ein neuer Bio-Supermarkt eröffnet, da gab es Müsliproben und anderes zum Kosten.

Beim Joghurtstand habe ich Anna Jeller getroffen, die da auch ihren berühmten Buchladen hat und im ebenfalls berühmten Kongreßsaal war es voll, als ich ihn erreichte.

Ministerialrat Robert Stocker hielt die Eröffnungsrede, dann gab es Musik von „Globl Glue“, die Stücke von Dave Brubeck und und Antonio Carlos Jobim spielten.

Stefan Neuhaus hielt die Laudatio und erzählte Lobendes über Brigitte Schwens-Harrant, die 1967 geborenen wurde, deutsche Philologie und Theologie studierte und seit einigen Jahren die Literaturbeilage der „Furche“ herausgibt, die monatlich oder so erscheint und immer Interessantes  darzubieten hat.

Es gibt auch einen Literaturfernkurs der Erzdiözese, den sie leitet und ich habe sie, glaube ich, auch einmal bei dem „Winkler-Symposiums“ gehört.

Ihre Dankesrede war nur kurz, sie bedankte sich bei allen und sagte, sie wolle mit ihnen feiern und so gab es auch Wein und Brötchen und das Who is Who der Wiener Literaturszene Daniela Strigl, Evelyne Polt-Heinzl, Radek Knapp, Sabine Gruber, Semir Insaif, Ralph Klever, Julia Danielczyk, Manfred Müller von der Gesellschaft für Literatur, die Leute vom Hauptverband, etcetera etcetera, haben sich unterhalten.

Am Abend gab es wieder ein tolles Festwochenprogramm im MUSA, Literaturhaus, Hauptbücherei, Gesellschaft für Literatur und und und, wo ich mich für die ukrainische Literatur und die Hauptbücherei entschieden habe.

Andrej Kurkow las aus dem dritten Teil seiner Trilogie „Die Kugel auf dem Weg zum Helden“, den ersten Teil „Der wahrhaftige Volkskontrolleur“ habe ich gelesen und wurde damals auf der „Buch-Wien“ von Andrej Kurkow, den ich ja schon öfter bei Lesungen hörte, signiert. Jetzt las er eine Stelle wo der Künstler der mit seinem Papagei inzwischen im Gefängnis gelandet ist, aus diesem wieder entlassen werden soll und dann noch eine über den Helden.

Die zweite Autorin war die mir bis jetzt unbekannte Maria Matios die ihren Roman „Mitternachtsblüte“ präsentierte, da ging es nicht um satirische Beschreibung der Aufbaujahre der SU, sondern die Erlebnisse eines kleinen Mädchens aus der Bukowina, als dort die Juden abtransportiert und ermordet wurden.

Ernst Grandits moderierte und Susanne Scholl, die auch bei der Ehrenpreisverleihung gewesen war, half beim Übersetzen.

Am Samstag ging es wieder auf die „Buch-Wien“ und da zuerst zu dem Stand, wo für die Flüchtlingshilfe und für die „Caritas“ Leseexemplare oder Ausstellungsstücke um drei, fünf oder fünfzehn Euro verkauft wurden  und ich zuerst neun und dann noch einmal sechs Euro dort gelassen habe, dann zum „“Servus-Stand“ um einen Kaffee und damit ins Literaturcafe, wo Liliana Corobea, das ist eine Moldawierin mit rumänischen bzw. Doppelpaß ihr Buch „Der erste Horizont meines Lebens“ vorstellte, die Freitagabend auch im MUSA zu hören gewesen wäre. Sie tat es in der Nationaltracht und in ziemlich fließendem Deutsch und darin geht es um die Kinder in den moldawischen Dörfern, die ohne Eltern aufwachsen, weil die sich im Ausland ihr Geld verdienen.

Dann ging ich zur Kochbühne, wo Barbara Melle ihr Brotbackbuch vorstellte und es verschiedene Brotsorten zu verkosten gab und dann zur Donau-Lounge, wo ich ziemlich lange verblieb, mir zuerst den Lyriker  Marco Pogacar anhörte, dann den berühmten ungarischen Filmer Peter Gardos, der mit dem Roman über seine Eltern und deren Liebesbriefe „Fieber am Morgen“ im ersten wiederaufgelebten literarischen Quartett sehr verrissen wurde und dann noch den ungarisch-rumänischen Schriftsteller György Dragoman und dessen Roman „Scherbenhaufen“ über das kleine Mädchen Emma, der von Cornelius Hell moderiert wurde.

Doris Glaser

Doris Glaser

Dann war es wieder Zeit für die Kochbühne, beziehungsweise für die burgenländischen Hochzeitsbäckerinnen und ihre Kekse, dann ging ich schon auf die Hauptbühne, wo um sechzehn Uhr Vea Kaiser kam und allerhand Unterhaltsames über ihre Karriere und die moralisch oder unmoralischen Angebote, die sie durch sie bekommen hat, erzählte.

Thomas Sautner folgte noch mit seiner „Ältesten“ und dann wurden zum neunzehnten Mal die „Exil-Literaturpreise“ verliehen.

Jessica Beer, früher Hauptbücherei, jetzt „Resistenz-Verlag“ moderierte, Musik gab es auch und drei Textbeispiele, das des Hauptpreisträgers Alexander Turek „Über den Dächern“, aber auch ein Stück der serbischen Autorin Barbi Markovic und des ungarischen Samuel Mago, danach wurden die Preise verliehen, die Anthologie hatte ich mir schon am Donnerstag geholt, es gab am Eingang aber „Kolik-Ausgaben“, so daß ich mit einer vollen Tasche nach Hause ging.

Am Sonntag ist es dann zuerst zur Donau-Lounge und zur Präsentation einer Burgenland-Anthologie gegangen, die seltsamerweise auch Texte von dem Salzburger Cornelius Hell und dem Bratislaver Michael Horetzky, aber keine wie Vladimir Fried erfragte, Roma-Texte hat. Dine Petrik hat aber einen Text darinnen, Clemens Berger, El Awadalla und Karin Invancic.

Dann gings in den ersten Stock zum Ö1-Quizz, wo sie offenbar doch literaturaffine Kanditaten gecastet haben und ich habe mich gewundert, daß sie mich gleich genommen haben, obwohl ich mich ja erst sehr spät gemeldet habe.

Außer mir ist ein Bibliothekar und ein Lektor angetreten, gewonnen habe ich leider nicht, aber es gibt ja ohnehin nichts zu gewinnen, außer einer Graphik, ein paar CDS und im Falle der richtigen Beantwortung der Zusatzfrage, den neuen Knausgard, aber da bin ich gar nicht so sicher, ob ich den lesen will und ein Buch habe ich doch bekommen, nämlich Ralf Rothmanns „Im Frühling sterben“, so daß ich jetzt für mich herausfinden kann, ob es auf meine Shortlist käme  und den Clemens J. Setz, eine meiner Fragen und auch das Buch, das ich empfohlen habe, hat dann ein anderer der Kanditaten bekommen.

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Danach gabs noch ein Zusammensitzen bei Getränken und Brötchen und dann war es schon drei Uhr Nachmittag und ich habe den Rest der „Buch-Wien“ im Literaturcafe verbracht, da meinen Psychologiekollegen Wolfram Huber, der sich ja für Bertha von Suttner interessiert, mit seiner Enkeltochter getroffen, Andrea Kern hat ihr zweites Buch über „Selbstmörder“ vorgestellt, Claudia Erdheim ihres über „Die Judenstadt“, dann kam noch Janko Ferk, der Richter und GAV-Kollege aus Kärnten, der auch ein Buch über „Poesie und Brotberuf“ beziehungsweise eines mit dem Titel „Bauer Bernhard, Beamter Kafka“ hatte, Andreas Pittler schloß mit seinem letzten Bronstein Krimi, der schon im Jahr 1955 kurz vor dem Staatsvertrag spielt und den ich schon  gehört habe, ab und damit war die achte Buch-Wien, die wieder sowohl sehr interessant, als auch intensiv gewesen ist, beendet und jetzt heißt es nicht nur lesen, lesen, lesen, sondern auch schreiben, denn es ist ja inzwischen der fünfzehnte Nanowrimotag und die „Buch-Wien“ hat mich aus dem Flow in dem ich so schön drinnen war, herausgebracht.

Aber eigentlich liege ich sehr gut im Kurs, nämlich bei 30.012 Worten, also drei Tage im voraus, einundsiebzig Seiten und dem sechzehnten Dezember. Den Handlungsfaden habe ich auch einigermaßen im Kopf, beziehungsweise aufnotiert, obwohl ich  alles durchkorrigieren sollte, um wieder in den Schreibfluß hineinzukommen.

Und ich will ja den Text, beziehungsweise ein Stückchen daraus, am siebzehnten Dezember bei den „Adventlesungen“ im „Read!!!ingroom“ vorstellen, worauf Doris Glaser auch in der Sendung hingewiesen hat.

2015-06-11

Hier im Regen

Filed under: Bücher — jancak @ 00:03
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Darf man ein zweites Buch nach dem ersten lesen oder sollte man angesichts der Bücherflut nicht überhaupt bei dem einen Buch pro Autor bleiben und wie ist das mit den Rezensionsexemplaren bei Bloggern? Das ist eine Frage, die „Buzzaldrin“ kürzlich wieder stellte, scheinen, die doch Neid zu erregen und da schwirren dann Sätze wie die vom „Bücher abstauben“ oder „Ich würde auch all das lesen, wenn ich die Bücher nachgeschmissen kriege!“, durch die Runde und es gibt Blogs, die schreiben groß darauf, daß sie keine solchen nehmen.

Nun  „Bei 30 Grad im Schatten“ ist ein Rezensionsexemplar, Anna Jung hat es mir im letzten Jahr freundlicherweise zur Verfügung gestellt und Lorenz Langeneggers Erstling „Hier im Regen“ ist das auch oder eher ein Leseexemplar, mit dem Aufdruck, daß man es nicht vor dem 24. 2. 2009 besprechen sollte und in dem Buch, ob gelesen oder ungelesen,  konnte ich nicht herausfinden, lag ein Brief und eine Karte von „Jung und Jung“ an die Buchhändlerin Anna Jeller in der Margaretenstraße, mit der Vermutung, daß sie das Buch interessieren und sie es bestellen könnte.

Ob sie das gemacht hat, wieder keine Ahnung, ich bin zu dem Buch jedenfalls durch den „Augustin-Flohmarkt“ gekommen, das mir dieses und noch einige schöne andere, die alle vor einigen Jahren auf der dBP Liste standen oder in Klagenfurt gelesen wurden, bescherte, die ich jetzt der Reihe nach hinunterlesen will, denn von Lorenz Langenegger habe ich das erste Mal etwas gehört, als er 2009 in Klagenfurt gelesen hat, sein Text, der mir gut gefallen hat, ist, glaube ich nicht sehr gut angekommen und als dann im Vorjahr das zweite Buch herauskam, war ich neugierig und habe bei „Jung und Jung“ angefragt, das erste habe ich 2012 auf die 2015 Leseliste gesetzt, denn ich habe ja leider oder glücklicherweise eine elendslange Leseliste, die einmal die „Deuticke-Pressedame“ irriterte, ich aber sehr ernst nehme, denn ich will ja möglichst alle Bücher lesen, obwohl ich inzwischen zu begreifen anfange, daß das nicht gehen wird.

Und um die Frage vom ersten oder zweiten Buch zu beantworten, das habe ich ja auch bei Grace Metalious einmal so gemacht.

Man soll nicht, ist die Antwort die ich mir wieder gebe, denn ich denke, obwohl ich mich an die Eindrücke von „Bei 30 Grad im Schatten“ nicht mehr so genau erinnern kann und ich den Autor kurz darauf in Göttweig und in Krems persönlich kennenlernte, denke ich  mit „Hier im Regen“ ist dem 1980 in Zürich geborenen Autor etwas Besonderes gelungen und ich würde sogar so weit gehen, ihn mit John Updikes „Rabbit“ zu vergleichen.

Da habe ich nur den ersten Band gelesen, würde aber vermuten, die Serienbände reichen nicht daran heran und „30 Grad im Schatten“ wahrscheinlich auch nicht, aber wie gesagt, das ist Spekulation, denn jetzt stehe ich ja unter dem Eindruck von Lorenz Langeneggers ersten Roman, der mir in seiner genauen Sprache, in der er die Alltäglichkeiten des Lebens erzählt, sehr sympathisch ist und ich ja selber auch so schreiben will, obwohl ich dann oft höre, „Da passiert ja nichts!“ „Oder das ist viel zu banal!“ und Literatur, das habe ich ja unlängst erst bei Sigrun Höllriegl wieder gelesen muß überhöht sein und übertreiben, denn sonst ist sie nicht gut.

Ich glaube, das nicht, habe das nie geglaubt und nach der Langenegger Lektüre, bin ich erst recht davon überzeugt, daß man auch das Banale erzählen kann und das wird im Klappentext auch so angesprochen.

„Unspekulärer kann das Setting eines Romans kaum sein, um nicht zu sagen langweiliger.“

Lorenz Langenegger ist das nicht, wie der Klappentexter gleich weiter ausführt und ich fange mit dem Nacherzählen, beziehungsweise dem Spoilern, das ja eine Spezialtät meiner Rezensionen oder Besprechungen ist, an.

Da ist wieder Jakob Walter, ich kenne ihn ja schon, Steuerbeamter, seit fünf Jahren verheiratet, in Bern wohnend und der wacht eines Morgens auf und fragt sich, warum er in Bern wohnt und was er dort macht?

Seine Frau Edith weiß das auch nicht und als er zum Zeitungsfach geht, wundert er sich, die Zeitung ist nicht da, der Nachbar erklärt es ihm gleich, es ist ja heute der erste August, der Schweizer Nationalfeiertag und Freitag ist es auch, warum ist Walter dann so früh aufgestanden?

Das weiß seine Frau, denn sie will ihre Eltern in Winterthur besuchen und am Abend zurückkommen, so geht Walter aus dem Haus, kauft ein Erstverkaufsabzeichen, bekommt eine Autogrammkarte zugesteckt, will seinen Freund Rolf besuchen, ein Kneipenwirt, mit dem ihm eine Freunschaft verbindet, obwohl er ihn schon länger nicht gesehen hat. Aber der ist nicht da, die Kneipe zu und Ruth, eine Alkoholikerin und Stammgästin erklärt ihm, er ist seit einer Woche verschwunden und wahrscheinlich in der Aare ertrunken.

Walter geht zum Bahnhof, bekommt von einer älteren Frau erklärt, wie man den Fahrscheinautomaten bedient, will sich ein Halbpreisabo kaufen und fährt dann zum ganzen Preis nach Locarno, dort geht er in eine Wirtschaft, mietet sich in ein Zimmer ein, das früher wohl vom Großvater des Wirtes bewohnt war, jedenfalls liegen noch seine Kleider im Kasten. Er will noch eine zweite Nacht bleiben, wird von einem ehemaligen Arbeitskollegen angesprochen, der ihn in sein Sommerhaus mitnimmt und ihm dort das Gastzimmer anbietet.

Und weil ein Roman wahrscheinlich trotzdem ein wenig abgehoben sein muß um „Jung und Jung“ zu überzeugen, geht Walter in sein Zimmer, um sein Gepäck zu holen, obwohl er keines hat und packt des Großvaters Hemd und ein italienisches Buch in eine Plastiktüte, gut, das ist ein bißchen unlogisch, wie auch Walters plötzliche Krankheit, als er statt in dem Gastzimmer zu übernachten, wieder nach Bern zurückfährt, denn im Fernsehen, sieht er die Aare ist übergegangen, offenbar der Fluß in Bern und er  bildet sich ein, Rolfs Leiche zu sehen.

So will er zurück, der Kollege bringt ihn zum Zug und dort ist er plötzlich krank, weil er in die Aare gesprungen ist. Habe ich etwas überlesen? Aber ich streiche mir ja ohnehin immer alles an.

Er fährt jedenfalls zurück, geht zu Barbara, die mit Rolf befreundet war, erfährt, der war mit einer Anna verheiratet und Walter hat das nicht gewußt.

Die Leiche wird dann auch gefunden und Walter geht wieder in seine Wohnung zurück, um Edith zu erwarten, die einen Tag länger bei ihren Eltern geblieben ist.

Die wundert sich über das Ersttagsabzeichen und die schmutzige Jacke. Walter lügt ihr auch vor, die Wohnung die drei Tage nicht verlassen zu haben und das Leben geht weiter. Die Midlifekrise mit Dreißig ist vorbei. Walter wird am nächsten Morgen wieder ins Steueramt gehen und ein paar Jahre später, statt zu einer Tagung zu fahren, einen anderen Ausflug machen, von dem ich im vorigen Jahr gelesen habe und in zwei drei Jahren wieder ein anderes Abenteuer bis zu seiner Pensionierung erleben, aber das ist jetzt wieder Spekulation. Das weiß ich nicht so genau, denn es gibt ja erst zwei Langenegger- Romane, obwohl ich den Autor, glaube ich, heuer wieder in Krems und Göttweig gesehen habe.

2015-04-06

Büchertratsch

Filed under: Büchergeschichten — jancak @ 00:23
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Für die die wissen wollen, wie es mit meinen Bücherbeschränkungsplänen, die ich seit zwei Jahren, seit ich alle meine Bücher aufgeschrieben habe und sehe, daß ich all das, was ich so sammle bald nicht mehr lesen kann, weitergegangen ist und die Frage stellen, ob es mir nun endlich gelungen ist, „Nein!“, zu sagen, wenn mir ein Buch angeboten wird oder vor den Schränken wirklich nur noch ein Buch pro Woche mitzunehmen?

Es ist mir nicht gelungen, jedenfalls nicht wirklich. Versuche gibt es zwar, weil es ja nicht wirklich Sinn macht, ein schönes Buch, in zehn Jahren zu lesen, denn wer weiß, ob ich es dann noch kann?

Es gibt zuviele Bücher, gegen diese Erkenntnis, habe ich mich, als selber schreibende Frau immer gewehrt und bin eher den Sätzen angehangen, daß man nie genug Bücher haben kann, denn sie sind ja Freunde für das Leben, wie es etwa die Wiener Buchhändlerin Anna Jeller vor ihre wöchentlichen Empfehlungen stellt.

Und Sätze wie, „Ich kann  nicht alles lesen!“, haben mich auch immer gestört, vor allem wenn sie meine Bücher betroffen haben.

„Ich schon!“, habe ich dann immer stolz oder trotzig, vielleicht war es auch selbstbewußt gesagt und auch das Bücherabbrechen war und ist nie das meine.

Da hat ja „Buzzaldrin“ gerade diese Frage aufgeworfen, beziehungsweise das getan und dann von dem „Recht, ein Buch nicht zu Ende gelesen“, geschrieben.

„Ein Recht, auf das ich gern verzichte!, habe ich ihr geantwortet und habe das, glaube ich, nur einmal bei einem Krimi getan, der mir persönlich zu nahe oder zu gewalttätig gewesen ist. Ich kann mich an die Handlung nicht mehr erinnern. Aber bei Kleists „Zerbrochenen Krug“, hat mir immer der Richter Adam leid getan und der Falstaff auch, so etwas wird es wohl gewesen sein.

Den Arno Schmidt habe ich zu Ende geblättert, als ich nichts mehr verstanden habe und keine Ahnung hatte, worum es da eigentlich geht und 1983, als ich gerade bei der „Lebenshilfe“ als Betreuerin angefangen habe, kann ich mich erinnern, daß ich endlos an Alfred Döblins „Alexanderplatz“ gelesen habe.

Ich schließe auch keine Generes aus, lese Krimis genauso gerne, wie Chit Lits, beim Krimi denke ich zwar immer, daß ich keine Morde mag und die Krimiautoren, die immer davon phrahlen, wen sie, natürlich in der Phanatasie, als nächstes umgebracht haben, gehen mir auf die Nerven und dann stehe ich vor der Situation, die Krimis, die ja eigentlich auch ganz spannend wären, liegen zu lassen oder die Rosamunde Pilcher, die ich habe und auch einmal lesen wollte, auf das nächste Jahr verschiebe, weil es sich für heuer nicht mehr ausgeht.

Früher habe ich einmal gesagt, ein Buch pro Woche, also fünfzig Bücher pro Jahr, ist das Soll und habe mich wahrscheinlich auch daran gehalten, dann kamen die offenen Bücherschränke und  diese hundert Bücher-Challenge, über die ich gestolpert bin und aus der dann meine endlos Leseliste hervorgegangen ist, da habe ich mich noch gefragt, ob ich hundert Bücher im Jahr schaffe?

Ich habe es  und seit 2011lese ich das regelmäßig und hatte vielleicht auch ganz heimlich die zweihunderter Zahl im Auge, obwohl ich Elisabeth von „Lesefrust“, die das so tat, einmal geschrieben habe, daß ich das nicht schaffen werde.

Ich tue es auch nicht, bei 176 war 2013 Schluß, da habe ich dann zwei Bücher ausgetragen, 2014 waren es sogar nur 171 und da sind zwanzig oder dreißig auf den Sankt Nimmerleinstag gewandert und im Augenblick habe ich das Gefühl, daß ich schneckenlangsam lese, ich weiß auch nicht so genau warum, aber im Moment sind es zwei bis drei pro Woche und siebenunddreißig habe ich heuer von den hundertvierundsiebzig, die ich bis jetzt eingetragen habe, gelesen.

Da würde ich hundertfünzig schaffen und es würden wieder Bücher überbleiben, denn seit ich alles, was ich so stehen habe, eintrage, bin ich bei hundertfünzig Büchern bei der Vorausschau gelandet und hätte da noch für zwanzig bis fünfundzwanzig Rezensionsexemplare oder andere unerwartete Bücher Platz, aber daran halte ich mich auch nicht wirklich.

Denn es gibt ja soviele  Bücher und ich würde sie auch gerne alle lesen, da meine ich die Belletristik, Fachbücher übers Kochen oder Elektromotoren, aber auch vieles andre kann ich stehen lassen, manches gesellschaftlich, politisch oder soziologisches interessiert mich aber auch.

Und so werde ich wahrscheinlich weiter meine gute Vorsätze brechen, das neue, derzeit noch ziemlich leere Bücherregal in Harland langsam anfüllen, dafür stehen die Bücher in Wien im Schlafzimmer schon an die Wand geschlichtet und kippen manchmal um, wenn ich nicht aufpasse und auch der jährliche Badezimmerstoß ist sehr hoch und schrumpft nur langsam, weil ich meine Vorsätze, nur ein wirklich interessantes Buch zu nehmen, dann nicht halte oder kippe, denn eigentlich ist ja alles interessant und wichtig.

So bin ich vor einer Woche durch den „Morawa“ in die „Alte Schmiede“ gegangen, die Normalpreisstapel sind da keine Gefahr, da kann ich schon auf die Flohmärkte im Februar und im Sommer warten und schleppe dann die Bücher Säckeweise nach Hause und habe ein Buch mit dem Titel „Turrinis Nase“ oder „Leber“ oder so, gesehen,  gedacht „Interessant!“ und wissen wollen, ob das jetzt ein Buch über  Peter Turrini ist?

Ein paar Tage später habe ich „Turrinis Nase“ im Schrank gefunden, es genommen und mich gewundert, daß ich ein so neues Buch schon finde, ich habe aber schon den „Bläulich“, ein paar Wochen, nach dem ich ihn gelesen habe, gefunden und der Ruth zum „Trostkaffee“ mitgebracht, ihre „Blindschleiche“ habe ich mit Widmung in der „Seedose“ gefunden und den neuen „Fitzek“ im Februar auch und der liegt, glaube ich, noch immer beim „Morawa“.

„Turrinis Nase“, ein Krimi von Franz Friedrich Altmann ist aber 2009 bei „Leykam“ erschienen, also hat der „Morawa“ so was altes?, habe ich mich gewundert und darauf vergessen, bis ich wieder durchmarschiert und daraufgekommen bin, daß es sich um „Turrinis Leber“, inzwischen bei „Haymon“ erschienen, handelt und „Wikipedia“ hat mir noch verraten, daß es inzwischen auch ein „Herz“ einen „Bauch“ und eine „Jagd“, also eine Serie gibt.

Ich habe wieder etwas gelernt und bin jetzt gespannt.

Der „Haymon- Verlag“ hat mir ja einen Sommer seine Vorschauen in E-Bookform geschickt, da habe ich dann einige Krimis gelesen und zufällig hat es vor einigen Tagen beim  „Morawa“ auch einen Krimiabend mit Büchern aus dem „Haymon-Verlag“ gegeben, aber da war ich schon in den Osterferien in Harland und wäre sonst wohl ins „MUSA“ gegangen, um diese Reihe nicht zu unterbrechen.

Ich würde also alles lesen, werde aber offensichtlich immer langsamer, muß jonglieren und weil in diesem Jahr soviele schöne Schmankerln auf mich warten, warhscheinlich auch bald aussuchen, was ich unbedingt lesen sollte und was wohl verschoben wird?

Im Augenblick komme ich mit meiner Liste auch nicht weiter, weil zuviele Rezensionsexemplare, weil ich da auch nicht nein sagen kann, beziehungsweise immer wieder anfrage und dann habe ich vor kurzem auch noch ein Osterbuch gefunden und gedacht, daß schiebe ich noch ein, denn zu Ostern ein Osterbuch ist interessant und bringt in die richtige Stimmung und bezüglich meines „Works on Progress“ schiebe ich auch gerne ein, wenn ich was Passendes finde.

So habe ich heuer schon „Tolstoi und der lila Sessel“ und „Unterwerfung“ außerturlich gelesen und zwei Bücher über IS-Terroristen, bei denen ich mich eigentlich auch auskennen sollte, sollten auch noch zu mir kommen, obwohl die Selma nicht wirklich eine wird.

2015-03-28

Zum Osterspaziergang nach St. Pölten

Filed under: Uncategorized — jancak @ 20:47
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Den Osterspaziergang der LitGes, habe ich, glaube ich, 2000 oder 2001 das erste Mal besucht, damals habe ich aus der „Viertagebuchfrau“, die Ostereierszenen gelesen und bin mit Alois Eder und Doris Kloimstein die Traisen entlang bin zum Bootshaus gegangen, dann war eine Pause, 2007 oder 2008 sind wir  wieder mitgegangen, da war es im Kaiserwald, Eva Riebler war schon da, Robert Eglhofer, Ruth Aspöck, Alois Eder hat Elegien gelesen, ich meine „Harland-Stadt-Geschichte“, es gab ein Ostereinersuchen und ab 2009, da habe ichschon gebloggt um oder zum Viehofnersee.

Anfangs war noch Robert Eglhofer dabei und auch Alois Eder, der Professor im Rollstuhl und viele andere, die Berichte kann man nach lesen und die Runden waren mehr oder weniger lang, mit anschließenden Picknick bzw. Eierpecken, vor zwei Jahren sind wir, glaube ich, nur in der „Seedose“ gewesen.

Wenn der Alfred mit war, gab es schöne Foto und ich habe immer möglichst St. Pölten spezifische Texte, sofern vorhanden, ausgesucht, den Brief den ich an den Bürgermeister bezüglich Frequency geschrieben habe zum Beispiel oder den Sommertext mit meinen Rundfahren um den Viehofnersee und die Spaziergänge der literarischen Gesellschaft finden immer entweder am Samstag vor der Karwoche oder am Ostersamstag statt.

Diesmal war es wieder die Woche vor der Karwoche, wo ich eigentlich nicht nach Harland fahren wollte, der Alfred fährt aber inzwischen ohnehin jede Woche, um im Garten zu arbeiten oder mit seiner Mutter einkaufen zu fahren, so daß es kein Problem war, mitzufahren, nur leider war das Wetter nicht ganz so gut, sondern ziemlich kalt, so daß ich mit der dünnen Lederjacke schon am Markt gefroren haben.

Würstel gab es diesmal auch keines, weil der Würstelbrater offenbar krank und ich bin mit dem Rad gefahren und da der Markt ja schon nach zwölf schließt, hätte ich bin drei ein ziemlich langes Loch gehabt, so bin ich mit dem Alfred zurück, zum Mittagschlaf, der mich dann wieder zum Rad gebracht hat.

Diesmal vierzehn Personen, zehn Frauen und vier Männer, glaube ich, die Ingrid ist noch nach gekommen und ich habe nur recht wenige gekannt und von noch weniger weiß ich die Namen, so daß ich mich mit der Zuordnung der Texte schwer tun werde.

Es gab aber diesmal eine längere Runde um den See mit drei Lesestationen, die Riki hat wieder den „Osterspaziergang“ aus dem „Faust“, gelesen, wie offenbar jedes Jahr.

Ein Herr, der zu den Schreib Jour fixes geht, die es bei der LitGEs gibt, hatte Texte zu „Ich- Es- Über-Ich“, Miniaturen, die dort Thema waren und dann noch etwas zur „Heiligen Dreifaltigkeit“, sehr interessant und lustig und ich bin ja inzwischen auch in eine Schreibgruppe gegangen, die der Robert Eglhofer von St. Pölten nach Wien mitgenommen hatte und so war mein Ostertext mit St. Pölten Bezug, diesmal der „Kokosnuß-Text“, der ja auch sehr flott und lustig ist.

Eine Dame hatte einen längeren Text über eine Lehrerin, die eine Kontaktanzeige aufgibt und die Ingrid Reichel, die erst später gekommen ist, brachte etwas von einem französischen Philosophen, mit ihr diskutierte ich beim Picknick, das aus Brot, Schmalz, Eiern und Wein bestand lange über den neuen Houllebecq, da sie ihn offenbar ganz anders als ich verstanden hat und beim Rückweg habe ich dann noch den Manfred Lagler Regall getroffen, der mir ja immer wieder interessante Kommentare schreibt und habe mit ihm Bücher getauscht, dann bin ich mit dem Rad zuerst nach Harland und später mit dem Alfred nach Wien gefahren, da die Osterferien für mich erst in ein paar Tagen beginnen.

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