Literaturgefluester

2010-08-16

Zum zehnten Todestag von Arthur West

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:50

Am 16. August 2000 ist der am 24. August 1922 als Arthur Rosenthal geborene Arthur West gestorben und ich kenne den Lyriker, Linkes Wort beim Volksstimmefestgründer und ehemaligen Volksstimmeredakteur, Theaterkritiker und aufrechten Kommunisten seit Ende der Siebzigerjahre, seit mich Monika Jensen in den Arbeitskreis schreibender Frauen mitgenommen hat.
Da war er gemeinsam mit dem Frischfleisch und Löwenmaul Redakteur Nils Jensen und seiner Frau Edith und hat mit seiner Pfeife im Mund den Frauen Ratschläge zum Schreiben gegeben.
Edith West hat inzwischen erzählt, daß sie nur Briefe an ihre Freunde in England schreibt, denn Arthur und Edith West haben beide sehr jung Österreich verlassen müssen und sind nach England immigiriert. Das Gymnasium in der Karajangasse, das Arthur West besuchte, hatte eine Gedenkstätte über seine ehemaligen jüdischen Schüler, Nikolaus Scheibner hat da einmal herumgeführt und sich auch kurzfristig die halbe Veranstaltung zum Tag der Freiheit des Wortes unter dem Nagel gerissen, um sie an dieser Schule zu veranstalten.
Arthur Rosenthal ist jedenfalls sehr jung nach England emigriert, hat dort die etwas ältere Edith kennengelernt. Erich Fried war der Trauzeuge, Theodor Kramer ein guter Freund, der wie Edith West bei ihrem neunhzigsten Geburtstagsfest im rebublikanischen Club ausführte immer sehr viel gegessen hat.
In der free Austrian Youth sind die ersten Texte entstanden, nach dem Krieg ist Arthur West als englischer Offizier nach Österreich zurückgekommen und etwas später Redakteur bei der Volksstimme geworden.
Redakteur und Theaterkritiker, ich kann mich erinnern, daß ich ihn einmal im Volkstheater in einem schwarzen Anzug getroffen habe und mich über die Bürgerlichkeit des Kommunisten gewundert habe, Gerald Grassl hat über diesen Punkt auch bei der Hommage berichtet und mir ist Arthur West als der aufrechte, ausgleichende und stets um Konsens bemühte Kommunist in Erinnerung.
Bei der GAV und den IG Autoren hat er sich stets zu Wort gemeldet und seine kulturpolitischen Vorschläge gemacht und ich habe einmal mit ihm die Österreich Nummer der belgischen Literaturzeitschrift „Krautgarten“ gestaltet.
Das war schon im Frühjahr 1991, als ich von Japan gekommen bin, meine Mutter gestorben ist und die Zeitung „Täglich alles“ meine psychologische Kolumne plötzlich strich um sie Winfried Pernhaupt zu übegeben.
Vorher habe ich schon begonnen beim linken Wort am Volksstimmefest zu lesen. Das erste Mal in einer Gruppenlesung mit den schreibenden Frauen, ständig dann ab 1989, da sind wir kurz vorher aus Amerika zurückgekommen und auf diesen Volksstimmefest war plötzlich alles anders. Ungarn hatte seine Grenzen geöffnet, die halbe DDR ist in den Westen ausgereist und Arthur West erklärte mit besorgten Gesicht, daß es nicht stimmt, daß der Kommunismus zu Ende ist.
Peter Turrini, Elfriede Jelinek und Elfriede Kerschbaumer haben noch gelesen, ich habe ein Stückchen aus den „Hierarchien“ vorgetragen und Peter Turrini erkundigte sich freundlich, ob das ein Roman sei?
Später haben diese Stars nicht mehr beim Volksstimmefest gelesen, ich aber schon. Es gab aus Solidariät mit den bedrohten Völkern kein Honorar, aber Kaffee und Kuchen. Der Kuchen war von Edith West persönlich gebacken. Bei der GAV und bei den IG Autoren habe ich Arthur West immer wieder gesehen und bin auch bei einigen Präsentationen seiner Gedichtbände gewesen, einmal in dem Theater am Petersplatz und einmal, es war, glaube ich, 1998, hat ein sehr streitbarer Robert Menasse bei einer GAV GV Arthur West angegriffen, ich war die einzige, die ihn verteidigt hat.
Arthur West ist auch immer sehr freundlich mit mir umgegangen, hat mich beim Volksstimmefest lesen lassen und mit mir höflich diskutiert, zum Beispiel an dem Tag, der IG GV, als sich Marie Therese Kerschbaumer von mir provoziert fühlte und mir eine Ohrfeige gab.
Ein paar der Arthur West Gedichtbände habe ich ebenfalls und ihn auch immer beim linken Wort gehört. Frischfleisch und Löwenmaul hat ihn verlegt, später Werner Herbst in seiner Herbstpresse und hat da einmal bei einem Volksstimmefest gesagt, daß die Stadt Wien oder sonst wer die Subvention gestrichen hat, weil sie Arthur West für nicht literarisch hält.
Er war auch sehr politisch und hat sich 2000 im Wendejahr bei den Widerstandslesungen beteiligt, dann ist er getorben, in der Feuerhalle am Zentralfriedhof war das Begräbnis, da gab es rote Rosen und die Internationale und es war mein erstes und bisher einziges Begräbnis, wo ich „Völker hört die Signale!“ hörte. Beim Volksstimmefest schon, da bin ich als Nichtkommunistin immer sitzen geblieben, während Arthur West den Arm ausstreckte und als ich 1985 mit Alfred und Anna in Ostberlin in einer Buchhandlung war und mir dort für den Zwangsumtausch ein Buch mit internationaler Literatur kaufte, waren Texte von Arthur West enthalten.
Beim Linken Wort am Volksstimmefest hat uns Helmut Rizy, im Jahr 2000 kurz nach dem Begräbnis aufgefordert, neben unseren Texten auch unsere Arthur West Lieblingsgedichte zu lesen, die in der Anthologie „Schubumkehr“ enthalten sind. Ich habe mich für das „Leise Lieblingslied“ von 1954 oder so entschieden und dann noch die Strophen „Auch wenn ich hinfällig werde, will ich nicht überflüssig sein. Ehe ich der Welt „Lebe wohl!“ sage, will ich dazu doch ein wenig beigegtragen haben“, dazugelesen. Eugenie Kain hat das „Lied im Spätherbst“ gewählt:

„Jahre gehäuft schon zu vielen Jahrzehnten-
vor uns statt Jahrzehnten nur Jahre
Und was wir erhofften, erträumten, ersehnten,
bekam längst- und gleich uns – schon weiße Haare.

Wir lassen uns kaum unter Feiernden sehen
und keuchen ganz schön auf den Stiegen
Und wenn wir noch Freunde besuchen gehen
dann meist, wo sie aufgebahrt liegen

Unsere Kinder sind groß
unsere Welt wird recht klein
Geliebte, wie könnt es denn anders sein?

Man merkt die starken Gefühle für die etwas ältere Edith West und dieses Gedicht habe ich auch bei einer Gedenkveranstaltung des ersten Wiener Lesetheaters gelesen. Es gab dann von Edith West initiiert 2002 oder so eine große Werkausgabe und eine Präsentation derselben im Literaturhaus.
Edith West treffe ich manchmal bei den Maikundgegebungen, bei ihrem neunzigsten Geburtstagsfest war ich im republikanischen Club und heute bei der Gedenkveranstaltung.
Christoph Kepplinger, der junge Literaturwissenschaftler, der im Elfriede Jelinek Forschungscenter tätig ist und seit einigen Jahren mit Roman Gutsch, die linke Wort Lesung des Volksstimmefest organisiert, hat eine Einführung gegeben.
Sieglinde Bolbecher hat statt Konstantin Kaiser, der nach einem Insektenstich im Spital liegt, etwas über Arthur West, die free Austrian Youth und seine Verbindungen zu Theodor Kramer erzählt und Gerald Grassl etwas über den Volksstimmekulturchef. Ottwald John hat gelesen und erzählt, wie der Theaterkritiker ihn bei den Kommödianten unterstützt hat.
Arthur West der Ausgleichende und Vielseitige, der der vier Dinge gleichzeitig im Kopf hatte und zu allen freundlich und solidarisch war.
Nachher gab es Wein. Ruth Aspöck habe ich getroffen und noch ein paar andere bekannte Gesichter gesehen, bevor ich zum Rathausplatz und zur „Little Nightmare Music“ und dem Max Raabe Palastorchester gegangen bin, um dort den Alfred bei einem schönen lauten Sommerabend zu treffen.

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2009-04-07

Zum neunzigsten Geburtstag von Edith West

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:43

Nachdem ich jetzt zwei Tage in Wien war und meine Praxis machte, bin ich gerade wieder nach Harland angekommen, um hier Ostern zu verbringen.
Am Ostermontag fahren wir dann zum Margaretner Osterspaziergang zurück und vorhin war ich im Republikanischen Club bei einer Veranstaltung der Theodor Kramer Gesellschaft „Die Mühen der Gebirge und der Ebenen“- Edith und Arthur West zum neunzigsten Geburtstag von Edith West.
Das Zitat entstammt einem Gedicht von Brecht zur Emigration, das Gebirge ist dabei das Gastland da hinter einem liegt, die Ebenen bedeuten die Rückkehr in das Heimatland, hat Konstantin Kaiser erklärt, der mit Edith West ein Gespräch führt, vorher und nachher gab es Arthur West Gedichte und die Veranstaltung war sehr interessant, so daß es sich lohnte, dafür erst um zehn nach Harland zu fahren, da ich den Rest der Woche freihabe und mich dem Schreiben und der Osterwellness hingeben kann.
Dafür habe ich auch die Buchpräsentation des neuen Jaschke Buchs im Literaturhaus versäumt. Da mir Silvia Bartl aber gestern den Text mailte, mit dem sie den „Tag der Freiheit des Wortes“ im Literaturhausprogramm ankündigen will und ich ihr zwar zurückschrieb, daß ich meinen eigenen Text haben will, aber fürchte, außer mich im nächsten Jahr für die „Mittleren IV“, als meine GAV-Veranstaltung, zu entscheiden, ich habe auch schon Ideen, wem ich dazu einladen kann, nichts wirklich dagegen tun kann, war das vielleicht eine gute Alternative, die Ärger erspart.
Ich zähle zwar nicht unbedingt zu Edith Wests Freundeskreis, kenne sie und Arthur West aber schon sehr lang.
Darüber habe ich schon mehrmals geschrieben.
Im Arbeitskreis schreibender Frauen in den späten Siebzigerjahren habe ich die Beiden im „Rotpunkt“ in der Reinprechtsdorferstraße kennengelernt und da glaube ich mich zu erinnern, daß Edith West bei der Vorstellung sagte, sie würde nichts schreiben, außer Briefe an ihre Familie in England und Arthur West hat mich später zu den Lesungen beim Volksstimmefest eingeladen bzw. habe ich mich dazu angemeldet und als er 2000 gestorben ist, habe ich beim Volksstimmefest bzw. im Rahmen des Lesetheaters ein paar Mal seine Gedichte vorgelesen.
Jetzt gab es ein Gespräch über Edith Wests Emigration nach England, wohin sie mit ihrer Mutter und ihren fünf Geschwistern gegangen ist, dort Arthur West bzw. Rosenthal, wie er damals hieß, kennenlernte, bzw. hatte sie ihn schon gekannt, weil sie in Wien in der gleichen Straße gewohnt haben.
Dann kam die große Liebe, Erich Fried war Trauzeuge, Theodor Kramer ist mehrmals zum Essen gekommen, was die Familie sehr belastete, weil er ein starker Esser war und das Essen damals rationiert.
1946 oder 1948 ist das Ehepaar mit dem Sohn Hans nach Wien zurück, weil sich Edith West als Wienerin bezeichnete, die diese Stadt zum Leben brauchte und beispielsweise, nie in St. Pölten leben wollte, was im Publikum zu reger Diskussion führte.
Wie überhaupt sehr viel gefragt wurde. Über den Widerstand gegen den Nationalsozialismus oder wie das mit dem Stalinismus war, zum Beispiel.
Edith West und ihr Geburtstag ist da bei der Rolle der Sozialdemokraten in den Dreißigerjahren fast ein wenig in den Hintergrund geraten und wie es nach 1950 war, ist überhaupt nicht mehr zur Sprache gekommen.
Aber ab Ende der Siebzigerjahren habe ich sie, Arthur West und Erika Danneberg ja gekannt und ihre Wege ein wenig mitverfolgt.
Nachher gab es noch Wein und Soletti und ich habe mich ein bißchen mit Judith Gruber-Rizy, Konstantin Kaiser und Werner Grüner unterhalten, bevor es nach Harland in den Osterurlaub ging.

2018-12-30

Mein Romanjahr 2019

Es hat ja, als ich 1973 nach meiner Matura literarisch zu schreiben angefangen habe, diesbezüglich nicht viel Unterstützung gegeben.

Gut in Amerika kannte man wahrscheinlich schon das kreative Schreiben und konnte es an den Colleges lernen und im kommunistischen Leipzig dab des das Sprachinstitut, aber das war weit weg und Internet zum rasch mal hineingooglen, hat es keines gegeben.

So habe ich mir dementsprechend schwer getan, einsam vor mich hingeschrieben, dann habe ich noch, was mich heute noch irgendwie traumatisiert von der Monika und dem Gerhard ein negatives Feedback bekommen, als ich ihnen die „Einladung zum Tee“ zeigte.

Gut, das war kein Text mit dem man den Nobelpreis bekommen hätte, aber muß man das einer schüchternen Schreibanfängerin sagen?

Ich habe zwar weitergeschrieben, trotzig  verbissen, „Jetzt erst recht gedacht!“ und mein Schreiben, wie mir manchmal meine Kritiker vorwerfen mit „Zähnen und mit Klauen“ verteidigt. Tue das noch immer, weil ich wahrscheinlich innerlich noch glaube, daß ich das eigentlich nicht darf, nicht kann, etcetera.

Nein, daß ich es kann, glaube oder weiß, ich inzwischen eigentlich schon und auch, daß man den inneren Kritiker ausschalten und erst mal in einem „Freewriting“ losschreiben, sich Fehler erlauben und später korrigieren kann.

Das weiß ich wahrscheinlich durch das „Writersseminar“, dessen „Tage der offenen Tür“ ich viel später zu besuchen begann und dessen Gründerin Judith Wolfsberger diese Ideen ja aus Amerika mitnahm.

Damals hat, glaube ich, die Bruni zu mir gesagt, daß jeder Satz sitzen muß, bevor man etwas herzeigt oder hergibt.

Gut, das war damals so und man war damals der Ansicht, daß einem die Muse küssen muß man das Schreiben nicht lernen kann und so hat jeder vor sich hingeschrieben, bis er den Nobelpreis bekam, oder sich das gar nicht erst getraut zu wollen, weil ich glaube, auch Andre Heller einmal im Radio sagen gehört zu haben, daß man das nicht darf, weil sonst der gute alte Goethe beleidigt wäre.

Gut, der hat selbst geschrieben und den Nobelpreis nicht bekommen und ich habe mich am Anfang meines Schreiben, ich gebe es zu, öfter in den Gedanken ihn zu bekommen hineinphantasiert.

Das ist natürlich nicht möglich, weil den ja nur einer im Jahr bekommt und inzwischen, glaube ich, gar niemand mehr, weil sich das diesbezüglich Kommite zerstritten hat und ich schon wahrscheinlich damals der Meinung war, daß jeder der das will, schreiben soll, das war wahrscheinlich meine pädagogische Seite die das dachte, habe ich ja, außer schreiben auch Psychologie studiert und die Monika hat mich damals auch in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gebracht, der vom „Bund der demokratischen Frauen“ veranstaltet wurde oder von dort herkam, also etwas kommunistisch war und damals gab es ja noch die DDR, ich aber Frauen, wie Marie Therese Kerschbaumer, Christa Stippinger, Elfriede Haslehner, Hilde Langthaler und auch Arthur West kennenlernte und den „Arbeitskreis“, obwohl Bärbl Danneberg, die ihn leitete, immer sagte, daß sie nicht in den Literaturbetrieb hineinwollen, für die „Gruppe 47“ hielt, denn ich wollte  das ja und habe es nicht geschafft, bin aber immerhin ein paar Jahre später dadurch in GAV gekommen, habe angefangen meine Texte herumzuschicken und später 1989 oder so auch mein erstes Buch, bei dem berühmten Jack Unterweger herausgebracht, der damals in Stein eine Literaturzeitschrift und einen Kleinverlag hatte.

Das ist lange her und die Zeiten haben sich geändert. Die Schreibschulen sprießen, wie die Schwammerln aus dem Boden, es gibt nicht nur das Literaturinstitut in Leipzig neu, sondern acuh das „Institut für Sprachkunst“, die „Schule für Dichtung“

Ich bin über die Präsentation von Judith Wolfsbergers Buch „Frei Schreiben“ an der „Sigmund Freund Uni“ mit dem „Writersstudio“ gekommen und die hat mich, glaube ich, auch auf den „Nanowrimo“ und das „Literaturcafe“ aufmerksam gemacht und viele Autoren versuchen sich durch Schreibschulen und Schreibkurse einen Nebenerwerb zu verdienen.

Damals gab es keine Schreibratgeber und als ich auf die „Schule des Schreibens“, diesen Fernlernkurs, den es damals schon gab und bei dem, glaube ich, auch Jack Unterweger das Schreiben lernte, habe ich mir begierig das Probematerial bestellt und war über die „Fünfzehn goldenen Regeln“, die dabei waren sehr begeistert.

Denn damals hat einem niemand gesagt, wie man und, daß man das Schreiben lernen kann und ich glaube auch, daß man, wenn man damals den Kurs dort buchte, unterschreiben mußte, niemanden in das in das Arbeitsmaterial das es dort gab, hineinschauen zu lassen.

Das hat sich jetzt auch geändert und das ist gut so, denn das „Writersstudio“ bietet seit es in die Pramergasse übersiedelt ist, jedes  Jahr zwei Tage lang kostenlose Schnupperseminare an, die sich von Jahr für Jahr erweitern und man wenn man sie besucht, wirklich viel lernen kann.

Nun, ich habe das Schreiben trotzdem und vorher gelernt und glaube, es auch schon gekonnt zu haben, als ich 2000 beim „Sternpreis“ gewonnen habe und da auch in eine Schreibwerkstatt geladen wurde.

Dort wurde auch nicht kritisiert und, daß es auch kreatives Feedback geben kann, weiß ich auch erst durch das „Writersstudio“, die das auch anbieten, im „Arbeitskreis“ wurde auch ziemlich querbett herumgekritelt und zerrissen, wie es auch weiland Marcel Reich Ranicki und wahrscheinlich auch die „Grupe 47“ tat.

Durch das Internet bin ich auf das „Literaturcafe“ und den „Nanowrimo“ aufmerksam geworden und als ich noch in den Siebzigerjahren, glaube ich, einmal in der „Alten Schmiede“ war, stellte dort jemand sein selbstheruasgegebenees Büchlein vor, worauf ihn Kurt Neumann sehr vorsichtig sagte, daß man das eigentlich nicht soll, weil das „Selfpublishing“, das Wort das man damals nicht kannte, weil es „Eigenverlag“ hieß, etwas sehr sehr Verwerfliches und ein absolutes No go war.

Trozdem gab es damals schon die Zuschußverlage, die waren das auch und haben die Autoren, die keinen Verlag fanden und schon daher den Spott hatten, auch gehörig ausgebeutet, so daß ich es durchaus für einen Segen halte, als der „böse Amazon“, den Selbstbuplishern, die Tore öffnete und es daher zu einer Kehrtwende kam.

Denn heute hat sich das Blatt gewendet, die meisten in Amerika geschulten Leiter oder Gründer von Schreibschulen sagen, daß man das Schreiben lernen muß, wie das Malen, Singen, etcetera.

„Handwerk ist wichtig!“, sagen sie und bieten solches an.

Die sogenannten professionellen Autoren rümpfen deshalb wohl noch immer die Nase, haben sich aber vielleicht auch in Leipzig, Hildesheim, Wien, etcetera, wo man ausgewählt und aufgenommen werden muß beworben, äußern sich dann mehr oder weniger kritisch darüber, fangen aber damit wahrscheinlich ihre Laufbahn an, indem sie zu einem Verlag vermittelt werden, von dort nach Klagenfurt kommen, für den Roman, den sie als Abschluß schreiben, ein Gutachten bekommen, mit dem sie zu „Suhrkamp“, „Hanser“ oder „Rohwolt“ gehen und die Anderen finden in Internet Leute, wie Annika Bühlemann,die kostenlose Schreibtips geben, „You tube-Filmchen“ über „Heldenreise, Personen- und Figurenentwicklung“ machen und dann natürlich auch ihre“ Wowkurse“ haben, zu denen, wie im „Writersstudio“,  viele Interessenten kommen, die sie buchen.

Über Annika Bühnemann bin ich auf Julia K. Stein gestoßen, die auch „You tube-Videos“ macht und da bezüglich des „Nanowrimos“ jeden Tag ein paar Schreibtips gab.

Jurenka Jurk habe ich dann durch ihre Autorenmesse, die im Vorjahr, zeitgleich zur „Buch Wien“ veranstaltete, kennengelernt und die bietet ähnlich, wie Judith Wolfsgruber, vor ihren Online-Schreibkursen sehr viel Gratismaterail, wie kostenlose Webinare an, in denen man nicht nur auf ihren Kurs aufmerksam werden, sondern, wie ich finde, auch sehr viel lernen kann.

So habe ich im Vorjahr ein wenig mitgeschnuppert und im Sommer, gerade als ich mit der „Magdalena Kirchberg“ angefangen habe ihr Webinar über das „Zeitmanagement“ gesehen und auch darüber geschrieben, dann gab es ein Webniar zur „Heldenreise“, das, was die, wie schreibt man einen tollen Roman-Ratgeber, ja für das non plus Ultra eines Romanes halten und jetzt kam zwischen den Jahren, ein kostenloser fünf Tage Schnpperkurs, wie man 2019 zu seinem Romanjahr machen kann, etwas was, für mich vielleicht gerade richtig kommt, da ich, kurz vor Erschenen der „Unsichtbaren Frau“ und dem Korrigieren der Magdalena ein wenig ausgepowert bin und mich frage, warum soll ich wieder etwas schreiben, wenn ich schon fast fünfzig selbstgemacht Bücher habe, die keiner lesen will und auch keine neue Idee habe, weil ich über alles schon geschrieben habe.

Da kam mir dann schon die Idee, daß ich als nächstes, statt noch einen Roman über ein schon ausgelutschtes Thema, vielleicht einen „Literaturgefüsterbuch-Band zwei“ mit all den Schreibthemen und den Buchvorschauen machen soll, denn da hat sich bei mir ja inzwischen einiges angesammelt und weil ich die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr ohnehin in Harland verbringe, habe ich mich zu dem „Mini- Schnupperkurs“ auch angemeldet, wo ich seit Mittwoch jeden Tag ein Arbeitsblatt bekomme und man sich in einer Facebookgruppe austauschen konnte.

Das war zwar nichts für mich, weil Facebook-Verweigerin. Das Schlußseminar kann man sich  aber heute Abend auch so ansehen und so habe ich mir die letzten fünf Tage auch ein wenig Gedanken gemacht, wie ich 2019 zu meinem Romanjahr machen könnte.

Also die Arbeitsblätter  zu „Ziel anpeilen“, „Zeit planen“, „Voraussetzungen checken“, „Sicherheitsnetz erweitern“ und „Zielfestlegung“ durchgesehen. Ich habe ja in Harland keinen Drucker, um sie auszufüllen und bin darauf gekommen, daß ich nach fünfunfvierzig Jahre schreiben, no na, wahrscheinlich ohnehin schon sehr weit gekommen bin, habe ich ja schon fast fünfzig selbstgemachte Bücher und da ist es für die heutigen Autoren, warhscheinlich viel einfacher, als ich es damals hatte, denn die schicken vielleicht gar nicht mehr unverlangt zu „Suhrkamp“ oder „Fischer“, sondern bewerben sich in Leipzig oder Wien, beziehungsweise buchen sie die „Romanschule“ bei Jurenka Jurk oder den „Wow -Kurs“ bei Annika Bühnemann und lernen dabei die Figuren zu entwickeln, den Plot zu erstellen, zu überarbeiten und  auch noch ein Verkaufsexpose zu erstellen, etcetera, so daß sie es dann bei Verlagen oder Agenturen versuchen oder wenn das nicht klappt ihren Roman bei „Amzon“ einstellen können, wo man immer die Erfolgsgeschichten hört, daß der Roman verfilmt wurde, man Unsummen dabei verdient, etcera.

Das schaffen warhscheinlich nur wenige, wenn überhaupt, denn das Problem, das ich bei der Geschichte sehe, ist, daß es zwar immer mehr Schreibende aber immer weniger Leser, die sich dafür interessieren gibt. Aber seit den fünfundvierzig Jahren, als ich zu schreiben begonnen habe, hat sich bis heute Dank  Internet sehr viel verändert.

Die Schreibtips sind frei zugängig und man kann sehr viel darüber lernen, wie das Schreiben geht, ohne ein einziges Seminar zu kaufen. Die You tube-Videos und sonstigen Schreibtips, glaube ich, reichen und das finde ich sehr schön und kann auch gleich verraten, was ich mir von dem fünftägigen Schreibgeschenk von Jurenka Jurk mitgenommen habe, wobei ich natürlich weiß, daß ich durch meine fünfundvierzigjährigen Schreibversuche, ich schreibe ja wahrscheinlich schon länger, als Jurenka Jurk am Leben ist,  schon einiges selbst herausgefunden habe und so habe ich gleich beim ersten Arbeitsplatt, wo es um das Festlegen der Ziele ging, gedacht, daß ich das in dem Morgen erscheinenden Artikel ohnehin schon vorausgeplant habe. War 2018 doch insofern ein Wowjahr für mich, als daß ich in der „Alten Schmiede“ gelesen habe, zweimal mit der Ruth den öffentlichen Raum begangen habe. Der“Hammer“ mit den Texten und auch die „Volksstimmeanthologie“ von 2016 erschienen ist, etcetera und, um die Frage wo ich 2019 stehen möchte habe ich in der ersten April-Geschichte auch schon satirisch beantwortet. Real wird dann vielleicht die „Magdalena“ erschienen sein, die „Unsichtbare Frau“ sowieso. Ich arbeite dann an meinem eigenen Schreibratgeberbuch aus dem „Literaturgeflüster“ und ich könnte natürlich die „Magdalena“ auch bei „Amazon“ einstellen, statt, was ja immer noch ein wenig anrüchig ist und ich auch nicht ganz sicher bin, ob das jetzt ein richtiges Buch ist, weil ja selbst gedruckt und ohne ISBN-Nummer, die man zwar natürlich kaufen könnte, beim „Digitaldruck“ fünfzig mal selber mache und es dann, wie ich ja ohne Resonanz aber eigentlich ganau nach den Ratschlägen, versuche auf meinen Blog selber per Leserunde und Gewinnspiel zu „vermarkten“, vielleicht noch einmal die Verlage anschreiben, etcetera.

Könnte man machen, ob ich damit Erfolg habe, weiß ich nicht. In den letzten Jahren ist da ja das meiste schiefgelaufen, aber eigentlich habe ich ja über vierzig selbstgemachte Bücher und, daß ich mir da mehr Erfolg wünsche, habe ich schon öfter geschrieben. Eine kleinere oder größere Fanrunde würde mir da genügen, die es aber wahrscheinlich deshalb nicht gibt, weil die Leute, die schreiben, ja nicht so viel lesen und die im Lliteraturbetrieb, die außerhalb noch immer nicht so ernst nehmen, auch wenn in Leipzig und in Frankfurt die Selfpublisherhallen boomen.

Noch mehr Selbstvertrauen von Jurenka Jurks Webinar mitnehmen ist wahrscheinlich auch eine Lösung, denn eigentlich bin ich ja schon im Literaturbetrieb, war das wahrscheinlich scho seit ich das erste Mal in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gekommen bin und 1980 in dieser Vorläuferform der „Textvorstellungen“ gelesen habe, auch wenn mich Gustav Ernst und Marie Therese Kerschbaumer, die damals dazu eingeladen wurden, ziemlich links liegen ließen. Also nicht darin sondern daneben und ob ich jetzt unbedingt an fünfzigtausenste Stelle beim „Amazon Rankinng“ liegen möchte, ist wahrscheinlich auch keine Verbesserung.

Das „Literaturgeflüsterbuch“ mit den Schreibartikeln wird es vielleicht auch nicht bringen, weil sie die Leute wahrscheinlich mehr für sich sich selber, als für meinen Schreibwerdegang interessieren, kann für mich aber nützlich sein und wenn sich dann 2020 warhscheinlich erst oder später noch ein Buch mit einem etwas weniger abgelutschten Thema und etwas genauer nach der „Heldenreise“ konzipiert ergibt, wäre das auch sehr schön und ich finde es ja, wie gesagt sehr gut, daß viele Leute schreiben, interessiere mich dafür, auch wenn ich nicht alles lesen kann, versuche ich das doch zu tun und, daß es soviele Schreibtips im Netz gibt, finde ich auch sehr schön, denn jeder, der das will, soll schreiben und kann das auch oder kann es lernen und wenn man sich jetzt auch noch für das des anderen interessiert, wäre das auch sehr schön und so freue ich mich auf das abendliche Webinar, das Jahr 2019, das zuerst ein Korrigierjahr werden wird, auf die „Unsichtbare Frau“ mit der ich mich wahrscheinlich wenigstens mit dem Uli in einer Leserunde catchen werde, geht es da ja um die politische Situation und um einen rechten Blogger für den er das Vorbild war, geht es darin auch.

Eine Schreibgruppe habe ich, um mit dem Arbeitsblatt  vier abzuschließen, nach dem „Arbeitskreis schreibender Frauen“, den es bis cirka 1984 gab, ich bin aber, als die sich zu einem Verein mit vielen Regeln umgebildet haben, nicht mehr hingegangen, einige Frauen wie die Hilde Langthaler und die die Elfriede Haslehner und die Valerie Szabo aber lange noch privat getroffen, auch gehabt.

Hat sich der Robert doch als er nicht mehr Vizeobmann der LitGes war eine solche gewünscht, die Ruth hat sie mit der Ingeborg Reisner, die dann das Schreiben nicht mehr wie in der Schule lernen wollte, gegründet und ich bin, weil ich ja nicht so gerne konsumiere, erst spät das erste Mal ins Cafe Ludwig oder Fortuna gegangen. Habe dann Blut geleckt, wie man so sagen könnte und mir angewöhnt bei den jeweiligen Abenden, immer wenn es passte, eine Szene zu meinem momentanen Work on Progress zu schreiben.

Da waren Anfangs auch der Fritz Widhalm und die Ilse Kilic dabei, später haben der Robert oder die Ruth die Geduld verloren und die Gruppe mit enier Lesung im Amerlinghaus abschließen wollen, Peter Czak und auch Klaus Khittl haben aber weitermachen wollen,  Doris Kloimstein war da auch schon dazugestoßen, so gab sie dann noch eine Weile bis sich das Cafe Fortuna auflöste dort und dann noch bis Sommer bei mir, da hat sie dann Peter Czak, der wieder zurückgekommen war, an einen anderen Tag verlegen wollen und so ist ab März niemand außer der Ruth und der Doris mehr gekommen, so daß es sie seit Herbst nicht mehr gibt.

Ich habe auch was die Schreibbuddies, wie das jetzt so heißt, betrifft, ein paar meiner Bücher der Judith Gruber zum Testlesen gegeben, die mir dann auch einen Beschreibungstext dazu lieferte.

Das habe ich auch bei ein paar anderen bekannten Autoren versucht, es aus mangelnder Resonanz aber aufgegeben, so daß ich mir meine Texte jetzt meistens selber schreibe, habe mir aber angewöhnt mir bei den „Wilden Worten“ zu den jeweiligen Texten je ein Wunschgedicht zu wünschen, daß dann auch, so wie bei der „Unsichtbaren Frau“, wo aus dem „Schäfchen“ auch ein „Schälchen“ geworden ist, im Buch enthalten ist. Das kann ich, fällt mir gerade ein mit der ersten „Unsichtbaren Frau-Szene“, die ich übrigens, wie auch die „Nobelpreisszene“, die ich schon öfter gelesen habe, bei den nächsten „Wilden Worten“, als Gästin in der „freien Wildbahn“ lesen, das habe ich auch bei der „Anna“ so gemacht.

Also auf in das neue Romanjahr, wenn ich auch die Ausbildung nicht buchen werde und es vielleicht ein eher Reflektives werden wird.

2018-09-02

Verregnetes Volksstimmefest

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 23:15
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Das am Wochenende das Wetter sehr schlecht sein soll, höre ich schon die ganze Woche und am Samstagmorgen hat mir der Alfred sogar die Nachricht überbracht, daß die Organisatoren überlegen, ob sie das Fest nicht wegen Überschwemmungsgefahr absagen sollte, dann hat es aber, als ich nach zwei weggegangen ist, weil die Lesung diesmal länger war und mehr Autoren am Programm standen und daher früher anfangen sollte, nicht geregnet.

Ich hatte trotzdem die Regenjacke an und als ich auf der Kärntner- oder schon auf der Rotenturmstraße war, ist es auf einmal finster geworden und es hat zu schütten angefangen, so daß ich diesen Sommer zum dritten Mal naß bis auf die Haut und die Knochen wurde, was mir zwar an sich nicht so viel macht, da es jetzt aber schon etwas kälter war, war es trotzdem unangenehm, den ganzen Nachmittag und Abend naß herumzulaufen, obwohl ich ja den Regen am Samstag am Volksstimmefest schon gewohnt bin.

Ich melde mich, seit ich seit 1989 fast immer am Volksstimmefest gelesen habe,  immer für den Samstag an, weil ich es dann hinter mir habe. Da hat es meistens geregnet, während es am Sonntag wieder schön war und einmal kann ich mich erinnern, daß ich zwar gelesen habe, Helmut Rizy die Lesung aber nach mir mit Hinweis auf die Anthologie, die es ja geben würde, die Lesung abgebrochen hat und diesmal hatte es, als ich die Jesuitenwiese und die „Sigi Maron“, wie die Bühne, wo die Lesung jetzt stattfindet, heißt, Jura „Soyfer-“ und „Siebensternbühne“ hat sie, glaube ich, schon geheißen, zwar aufgehört zu regnen, aber während ich in der ersten Tranche auf der Bühne saß, wieder angefangen und dann mehr oder weniger, die ganze Lesung durchgeregnet.

Dreiunddreißig Autoren und Autorinnen hat Christoph Kepplinger für die zwei Tage angekündigt und das Thema war Kapitulaton, mit dem ich nach dem ersten Hören nichts anfangen konnte, dann dachte ich aber Kapitulation ist eigentlich alles was schiefgeht und nicht gelingt und das ist fast alles und habe das auch Hilde Schmölzer vor ein paar Wochen in der „Alten Schmiede“ so gesagt, als die mir erklärte, daß sie zu diesem Thema eigentlich nichts hättte.

„Ich auch nicht!“, habe ich gedacht oder geantwortet, war aber da, glaube ich, schon entschloßen, die Nobelpreisszene aus der „Unsichtbaren Frau“ zu lesen, weil die mir  sehr gut gefällt und da wäre die Kapitualtion, daß die Lilly Schmidt den Preis nicht bekommt, Britta gestorben ist und  Jonathan Larsen schließlich doch zur Sitzung geht, obwohl er das eigentlich nicht will.

Ich habe als Dritte gelesen, vorher waren Gabriele Hütter und die Ruth dran und die hatten eher aphoristische beziehungsweise theoretische Texte, nachher kam El Awadalla, die etwas zu der Flüchtlingskrise von 2015 aus ihrem neuem Buch brachte und da ist die Kapitulation sehr deutlich, wenn man bedeckt, daß zeitgleich mit dem Fest Leute in Chemnitz auf die Straße gingen, weil sie Angst vor den Flüchtlingen haben.

Ljuba Arnautovic brachte einen Ausschnitt aus der Fortsetzung ihres Debutromans, der auch auf der Jesuitenwiese spielt, Martina Wittels erinnerte an Harald Irnberger, der das „Extrablatt“ gegründet hat, das in den Siebzigerjahren kritische Texte in die Welt setzte. Katrin Forster brachte einen Text, wo sich eine Nörglerin darüber beschwert, daß heute jeder die Zentralmatura machen kann, weil der Staat unkritische Bürger braucht und Peter Clar den ich ja glaube ich auf einem Volksstimmegest kennenlernte, beschwerte sich in seinem Text, daß er nur mehr Friederike Mayröcker lesen kann, die sich ihrerseits nur mehr an Jaques Derrida hält.

Er rief auch zur nächsten Widerstandsdemo am vierten Oktober auf, die es jetzt doch zu geben schien und Markus Köhle und Mieze Medusa berkäftigten seinen Aufruf. Mieze Medusa ging in ihren Text in ihre Kindheit zurück, während Markus Köhle mit der Verarmung der Sprache beschäftigen „Gehen Volkkstimmefest, halten  Lesung, ectetera“. Die letzte Runde gehörten Pia Piuk die ein Stück aus ihrem Heimatroman las und Dominika Meindl, die ein Interview über die Wichtigkeit der Literatur mit Sebastian Kurz, H. C. Strache und noch einem anderen Politiker machte. Also ein sehr lustiges und satirisches Stück, worüber alle lachten.

Dann gab es wieder Kaffee und Kuchen am Favoritner Stand, der diesmal gut besucht war und es viele  interessante Literaturgespräche gegeben hat.

Mit dem Wetter hat  es dann am Sonntag nicht so ganz, wie von Christoph Kepplinger gewünscht, geklappt, ich bin aber nicht  so naß, wie am Samstag geworden und, als ich die Sigi Maron Bühne erreichte, hat gerade Magdalena Knapp-Menzel, gefolgt von Gabriele Müller gelesen, während ich den Poetry Slamer Christian Schreibmüller versäumt habe.

Die Texte waren allgemein politischer und auf die gegenwärtige Situation bezogen, als gestern, so hatte sich nicht nur Andi Pianka mit dem Regierungswechsel und dem zwölf Stundentag, der gerade in Kraft getreten ist, beschäftigt, Eva Schörkhuber hatte einen Text über die Zähne oder das Zähnezeigen des Innenministers mit seiner berittenen Polizei und zwei Hydra Satyriker Stefan Kanolky und Maximillian Zirkowitsch ,wo ich den letztern  vom „Holzbaum-Verlag“ kenne, haben ein Buch bei „Milena“ herausgebracht, wo sie sich um die Fakten bei Haiders Tod und vielem anderen beschäftigte.

Richard Schuberth verarbeitete die politische Situation mit einer Fabel und entschuldigte sich vorher bei den erwähnten Tieren dafür und Verena Mermer brachte einen sehr proaartigen lyrischen Zyklus, der sich mit der Überbelastung der Frau und dem Abgeben und „Nein sagen!“, beschäftigte.

Es gab noch einen Text von Elfriede Jelinek, die ja früher vor 1989 bei Arthur West regelmäßig auf dem Fest gelesen hat, den Christoph  Kepplinger vorgetragen hat und vieles mehr.

Danach war das Wetter besser, so daß ich noch länger mit dem Alfred über das Festgelände herumstreifte, Sturm und einen Mojito trank, Antonio Fian zum „Priessnitz-Preis“ den er heuer bekommen wird, gratulierte und uns noch länger mit Renate Sassmann bei Gratis Weintrauben und gratis Somlauer Nockerln unterhielten.

Gabriela Hütter

Gabriela Hütter

Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

El Awadalla

El Awadalla

Gerald Jatzek

Gerald Jatzek

Ariadne Schimmler

Ariadne Schimmler

Ljuba Arnautovic

Ljuba Arnautovic

Martina Wittels

Martina Wittels

Sebastian Vogt

Sebastian Vogt

Peter Marius Huemer

Peter Marius Huemer

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Martin Peichl

Martin Peichl

Peter Clar

Peter Clar

Mieze Medusa

Mieze Medusa

Markus Köhle

Markus Köhle

Petra Piuk

Petra Piuk

Dominika Meindl

Dominika Meindl

Christian Schreibmüller

Christian Schreibmüller

Magdalena Knapp-Menzel

Magdalena Knapp-Menzel

Gabriele Müller

Gabriele Müller

Erich Klinger

Erich Klinger

Andi Pianka

Andi Pianka

Anna Drezga

Anna Drezga

Richard Schuberth

Richard Schuberth

Stefan Kalnoky

Stefan Kalnoky

Maximilian Zirkowitsch

Maximilian Zirkowitsch

Kerstin Putz

Kerstin Putz

Jiaspa Fenzl

Jiaspa Fenzl

Wolfgang Oertl

Wolfgang Oertl

Verena Mermer

Verena Mermer

Christoph Kepplinger

Christoph Kepplinger

Eva Schörkhuber

Eva Schörkhuber

Kurto Wendt

Kurto Wendt

Olja Alvir

Olja Alvir

Eva Jancak

Eva Jancak

Christoph Kepplinger

Christoph Kepplinger

2018-06-19

Eines Tages verschwand Karola

Filed under: Bücher — jancak @ 00:22
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Jetzt kommt das, glaube ich, siebente Buch der 1952 in geborenen Judith Gruber Rizy, die mir einmal in den Neunzigerjahren von Arthur West bei einer Lesung vorgestellt wurde, mit ihr in der GAV und auch eine Zeitlang in der „Frauen lesen Frauen Gruppe des ersten Wiener Lesetheaters“ war, bei der sie noch immer tätig ist und wo sie sich auch sehr für die vergessenen Schriftstellerinnen des vorigen Jahrhunderts oder überhaupt für vergessene Frauen, wie Veza Canetti, Gabriele Münter, etcetra, interessiert.

Ich weiß gar nicht mehr genau welche ihrer Bücher ich gelesen habe.

„Aurach“ bestimmt und wahrscheinlich auch die Prosa „Zwischenlandschaft“, „Drift“ und „Schwimmfüchslein“ habe ich gelesen, bei den anderen Büchern war ich, glaube ich, auf Lesungen und habe Judith Gruber-Rizy auch regelmäßig beim Volksstimmefest und bei der Poet-Night gehört und es hat auch eine Zeitlang Frauenlesungen in der Galerie Heinrich gegeben.

Sie hat Germanistik und Theaterwissenschaften studiert, war, glaube ich, lange als Journalistin bei der Volksstimme tätig und ist jetzt schon länger freie Schriftstellerin, mit Helmut Rizy verheiratet und eine ihrer Eigenarten oder Besonderheiten ist, daß alle ihreHeldinnen den Namen Rosa tragen und ihr neues Buch „Eines Tages verschwand Karola“, zu dem Erika Kronabitter eine Beschreibung im Klappentext gab, hat mich sowohl ein wenig verwirrt, als auch verwundert.

Halte ich sie ja für eine sehr kritische Frau, die sich für die Unterdrückten oder gegen die Unterdrückung einsetzt und jetzt sind die diesmalige Rosa und auch ihre Freundinnen Karola und Antigon eigentlich sehr bürgerliche Frauen und machen oder lassen Dinge mit sich geschehen, wo ich eigentlich einen Aufschrei erwartet hätte.

Es ist ein sehr ruhiges Buch, da passiert ja nichts, könnte man auch hier sagen. Zumindest erfährt man bis zum Schluß  nicht wirklich wohin jene Karola jetzt verschwunden ist und warum und wieso?

Es werden an ihrem Beispiel vielmehr die Pardoxien und Widersprüchlichkeiten des Lebens aufgezeigt und die Widersprüche was und wer jetzt wem was verschweigt sind  vielleicht auch das Interessante daran.

Spannend auch der ruhige und genaue Erzählton, eines der Merkmale der Autorin, hier hat mich aber die Trivialität ein bißchen verblüfft, in der der Stoff öfter abgleitet.

Da ist also die Ich-Erzählerin, die wieder Rosa oder eigentlich Rosemarie heißt und die erzählt ihrer Freundin Anne auf einer Fahrt nach Bilbao, daß ihre Freundin Karola vor fünfundzwanzig Jahren verschwunden ist.

Und vor fünfundzwanzig Jahren hat sie das ihrer Freundin Antigone „Wer Antigone heißt, ist für sein Leben gehzeichnet.  Es macht das Leben leichter, wenn man Rosa heißt“, auf der Fahrt in das Wochenendhaus erzählt, worauf die spontan beschlossen hat, nach Karola zu suchen und das hat, wie Rosa Anne weiter erzählt, ihr Leben auf einem Schlag oder nach und nach verändert.

Denn damals war sie mit einem Lateinlehrer namens Julius verheiratet, der eigentlich Werner hieß, war Lektorin in einem Verlag und nicht besonders glücklich und Karola war eine Bekannte, die sie in einem Sprachkurs kennengelernt hat. Sie ist an die vierzig und Sekretärin bei einem Rechtsanwealt. Karolas Mutter ruft Rosa eines Montags an und fragt nach ihr, denn sie ist, die noch am Samstag bei ihr war, auf einmal verschwunden.

Die beiden Frauen forschen nun nach und bekommen nicht viel heraus und diese Karola, füge ich vielleicht an, bleibt auch erstaunlich blaß und widersprüchig. Es gibt einen Freund namens Robert und eine Freundin namens Carla, die nie jemand gesehen hat und der Nachbar Gerhard, ein ewiger Sinologiestudent erklärt den fragenden Frauen überheblich, das hätte Karola nur erfunden und wäre eigentlich in ihrem Rechtsanwalt verliebt gewesen.

Aber in den verliebt sich sofort Antigone, bei der Recherche, übernimmt Karolas Posten und bekommt von ihm drei Kinder, bevor er sie wegen einer Jüngeren verläßt und Rosa hat, als sie Anne all das erzählt, ihren Julius längst verlassen und begonnen Romane über vergessene Schriftstellerinnen des vorigen Jahrhunderts zu schreiben.

Sie hat auch ein Jahr nach Karolas verschwinden versucht, einen Roman darüber zu schreiben, der aber nicht fertig geworden ist, war sie doch zu nahe an den real existierenden Personen daran  und ein Teil des Buches widmet sich auch der Frage, wie das mit den verzerrten Erinnerungen ist?

Es gibt dann noch eine sehr kitschige Stelle, das Ende des ersten oder zweiten Romanversuches.

Denn da hat sich inzwischen herausgestellt, daß jener Robert, von dem Rosa ein Bild gesehen hat, einmal vor sechs Jahren vor dem Verschwinden einen Sommer in einer Pension mit Rosa verbrachte, jetzt, drei Wochen vor ihrem Verschwinden hat sie in der Pension angerufen und nach Robert gefragt, der aber nichts von ihr wissen will, weil auch verheiratet, etcetera.

Karola fährt aber in einer Romanversion zu ihm hin und rüttelt an seiner Tür, Antigone ist ihr hinterher, will sie davon abhalten, Karola zieht das Küchenmesser und sticht zu.

„Ja!“, sagt Anne, das wäre ein Schluss, der mir gefallen könnte..“

„Aber so war es nicht“, sage ich, „denn eigentlich hat die Geschichte von Karolas  Verschwinden bis heute kein wirkliches Ende gefunden.“

So war es, kann ich gleich spoilernd anfügen, hat aber zweihundertfünfzig Seiten gefüllt und in einem sehr ruhigen, manchmal etwas widersprüchigen Ton vom Frauenleben, seinen Veränderungen und auch von einigen Ungereimtheiten erzählt.

„Ein Roman geschrieben aus der Sicht einer Frau mit all der Verwunderung über die wechselnden eigenen Befindlichkeiten. Ein Roman über die Reifung zur selbständigen und selbstbewußten Frau. Ein Roman der lange nach dem Lesen im Gedächtnis haften bleibt“, hat Erika Kronabitter am Klappentext geschrieben und am Buchrücken steht noch „Judith Gruber-Rizy brilliert erneut und schafft in ihrem Roman vielschichtige Figuren, die die Dynamik des Lebens in seiner vollen Bandbreite zeigen.“

2018-05-06

und Vietnam und

Filed under: Bücher — jancak @ 00:48
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Von der aktuellen deutschen Gegenwart geht es jetzt zurück in das Jahr 1968, denn da wird ja die Studentenbewegung gefeiert und „Wagenbach“ hat dazu eine eigene Buchreihe „Politik ist lesbar“ herausgegeben, von der ich nur „Paris, Mai 68“ gelesen habe. Aber da hat es ja auch den Vietnamkrieg gegeben, der an mir in meiner Volksschulzeit so ziemlich vorübergegangen ist und wenn ich „Paris, Mai 68“ schon im April gelesen habe, so las ich Erich Frieds Vienamgedichte am ersten Mai, bevor ich mit dem Alfred zur Alberta und dann zum Parlament gegangen bin und Erich Fried ist zu seinen Lebzeiten muß ich gestehen, auch so ziemlich an mir vorbeigegangen. Einmal war glaube ich eine Großveranstaltung mit ihm im NIG.

„Magst gehen?“, hat der Alfred mich wohl gefragt und ich habe irgendwie keine Lust gehabt. Heute tut  das einer Leid, was sie da versäumt hat und auch an die Gedichte bin ich erst später rangekommen und zitierte sie manchmal als Vorwort bei meinen Büchern oder vor meinen Kritikern „Es ist was es ist sagt, die Liebe“, wenn beispielsweise wieder jemand sagt, daß ich nur Schwachsinn schreiben würde.

Gelesen habe ich, muß ich gestehen, auch nicht viel, zwar immer wieder, die Textproben, die es in der „Ziwebel“ „Wagenbachs-Programmheftchen“, die ich gesammelt habe und zum „Fried Symposium“ und zur „Friedpreis-Verleihung“ gehe ich auch seit Jahren aber da wird in der letzten Zeit auch nicht mehr sehr über Erich Fried gesprochen und auch das schöne Portrait, das Heidi Heide einmal machte und das früher bei dieser Veranstaltung im Literaturhaus aufgehängt wurde, ist jetzt verschwunden.

Erich Fried also im Original.

„Wagenbach“ macht es möglich, denn es hat seine 1966 Vietnam einundvierzig Gedichte wieder  aufgelegt mit einem Nachwort von Klaus Wagenbach versehen und eine Chronik und eine Landkarte, die, glaube ich von Fried stammt, gibt es auch, so daß ich mein geschichtliches Wissen, das, wie ich schon geschrieben habe, sehr lückenhaft ist, auffrischen kann.

Also hinein in das politische Geschehen von 1968 und früher und Klaus Wagenbach schreibt in seinem Text, den ich als Erstes gelesen habe, daß die Gedichte damals kaum Resonanz und auch kaum Rezensionen hatte. Also totgeschwiegen, während der politische Liebesdichter erst ein paar Jahre später von der Jugend so richtig entdeckt wurde und heute, glaube ich, bei jedem Maturanten im Bücherschrank steht oder vielleicht auch nicht mehr so ganz, denn der Mai ist vorbei, hat Peter Henisch schon vor Jahrzehnten geschrieben und die Zentralmatura interessiert sich ja, wie ich immer höre, nicht für Literatur. Also wird es da keine Lyrik-Interpreationen als Thema geben und ich muß es selber machen und schreibe gleich dazu, daß der kurze lyrische Gang durch die Geschichte sehr beeindruckend war undich es wirklich jeden nur empfehlen kann, Erich Fried zu lesen und sein Geschichtswissen aufzufrischen:

„Das land liegt sieben Fußtritte

und einen Schuß weit

seine südliche Hälfte

heißt Demokratie

In ihrer Hauptstadt Sodom

regiert ein Soldat der Mein Kampf lernt

Die Mönche sind buddhistisch

oder katholisch

Die buddhistischen Mönche

werden oft Rote genannt

In Wirklichkeit sind sie gelb

aber nicht wenn sie brennen“

Geht es gleich direkt hinein in die Landeskunde und man staunt über die Detailkenntnisse Frieds, der meines Wissen nach nicht vor Ort gewesen ist, sondern in London lebte.

Ich füge noch rasch die biografischen Daten an.

1927 in Wien geboren, 1938 vor den Nazis nach London geflohen, wo er bis 1988 lebte und er war, glaube ich, auch der Trauzeuge Arthur Wests, der ebenfalls nach London emigrierte.

Nach diesem Vorgedicht wird es  konkreter und es werden die „Gründe“ angeführt, warum man eben manches tut und manches unterlassen hat.

„Weil das alles nichts hilft

sie tun ja doch nur was sie wollen

Weil ich mir nicht nochmals

die finger verbrennen will“

und so weiter und so fort bis zu

„Weil man nie weiß

wie einem das schaden kann“

„Aha!“, kann man da nur sagen und hat wahrscheinlich schon seine diesbezüglichen Ausredeerfahrungen gemacht.

Also gleich zu „Pastor R. in Hamburg“,

der keine Ausreden gelten läßt

„Ich habe gesprochen

gegen russische Panzer in Ungarn

Soll ich heute schweigen?“

In „Was alles heißt“  wird es wieder konkreter:

„Schwarze Jacken und Hosen tragen

heißt Bauer sein

nicht Vietcong sein

Getötet werden

heißt nachher

Vietcong gewesen sein.“

Und „Zun vietnamesischen „Fest der Kinder“ warfen U.S Flugzeuge Spielzeug ab, auch auf Dörfer, in deren ihre Bombn noch kurz zuvor Kinder getötet hatten.“, heißt es als Fußnote zu:

„Gezieltes Spielzeug

Hätte das Flugzeug

lieber vor vierzehn Tagen

Spielzeug heruntergeworfen

und jetzt erst die Bomben

hätten meine zwei Kinder

noch vierzehn Tage

durch eure Güte

etwas zum Spielen gehabt“

Man sieht, sehr dicht, die Fried-Gedichte und so geht es gleich auch in

„Beim Zeitungslesen in London“ weiter

„Außerdem ist es eine „nichtgiftige Abart“

ein „nichttödliches Reizgas“

es „verursacht nur Kopfweh und Brechreiz

und In einigen Fällen

vorrübergehende Blindheit.““

Und so weiter und so fort, könnte man sagen. In  drei Abteilung lyrisch durch die Geschichte. Sehr beeindruckend auch das „Greuelmärchen“ vom Menschenfresser.

„Der Menschenfresser frißt keinen

der nicht sein Feind ist

Wen er fressen will

den macht er sich erst zum Feind.“

Und am Schluß, wenn sich der Reigen wieder schließt und der Krieg vielleicht beendet ist, kommt es natürlich zur

„Anpassung

Gestern fing ich an

sprechen zu lernen

Heute lerne ich schweigen

Morgen höre ich

zu lernen auf.“

Hoffentlich nicht zu lesen, denn ich habe ja nur wenige Gedichtzeilen zitiert. Also wieder selber lesen. Erich Frieds Vietnam-Gedichte und natürlich auch all die anderen und wenn möglich auch in die „Alte Schmiede“ zur „Poliversale“ gehen, von der ich heuer wegen meiner Stunden und anderen Ereignissen, auch sehr viel versäumte.

2017-11-11

Literarisches Geburtstagsfest

Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

Csilla Bekes

Csilla Bekes

Auf die Idee meinen Geburtstag mit einer Lesung zu feiern, bin ich, glaube ich, 1987 gekommen.

Vorher gab es  die Idee von einem literarischen Salon, aber dafür ist mein Freundes- und Bekanntenkreis zu klein.

So fing ich an zu meinem Geburtstag meine Freunde einzuladen und ein paar Autoren und habe selber auch gelesen und mache das jetzt schon das dreißigste Jahr.

Das heißt zwei oder dreimal habe ich es ausgelesen, weil ich stattdessen ein Praxiseröffnungsfest machte.

Zuerst habe ich die Frauen aus dem Arbeitskreis schreibender Frauen dazu eingeladen, Elfriede Hasehner,  Hilde Langthaler, dann ist die Ruth dazugekommen, Arthur West hat, glaube ich, auch ein paar Mal bei mir gelesen. Später Judith Gruber-Rizy, einmal Elfriede Gerstl und einmal Cornelia Travnicek, eine reine Männerlesung hat es auch einmal bei mir gegeben. Hilfe Schmölzer hat in den letzten Jahren gerne bei mir gelesen, Lidio Mosca Bustamante, Rudi Lasselsberger, Franz Blaha und und….

Am besten ist wahrscheinlich eine Mischung von schon neuen und schon bekannten Autoren und so ist es diesmal  auch gewesen, habe ich ja Anfang Oktober, wo ich mir schon die ersten Gedanken, wen ich heuer einladen könnte, die Ruth hatte ich schon gefragt, an den Rudi gedacht und an  Margit Heumann, die mir in der letzten Zeit ihre zwei letzten Bücher schickte,  ich bei ihrer „Schundheftparty“ und den „Wilden Worten“ war, ein Mail  von einer Psychiaterin Zürich bekommen, daß ich sie  zu einer Lesung mit Musik einladen soll.

Margit Heumann

Margit Heumann

Eva Jancak

Eva Jancak

Da habe ich zunächst einmal abgesagt, denn ich organisiere ja außer für die GAV keine Lesungem, dann habe ich mir das Datum angeschaut, an dem sie in Wien ist, zwischen neunten und zehnten November und ich dachte, aha, sie geht auf die Buch-Wien, da könnte ich sie eigentlich treffen und dann, daß sie  ja auf meine Lesung kommen könnte und habe angefragt, ob sie auch auf eine rein private Lesung kommen will.

Also hatte ich vier, mit mir fünf Autoren, habe die Einladungen ausgeschickt und immer ein paar  in der Tasche gehabt, um sie spontan übergeben zu können.

Der Alfred hat wieder das Buffet gemacht und bin heuer wieder wie im letzten Jahr bei der „Buch-Wien“ gewesen. Da ist  am Nachmittag, als ich bei einer Lesung im Literaturcafe war, Robert Eglhofer auf mich zugekommen, der mit Doris Kloimstein dort war, mit denen bin ich dann in die Krongasse gefahren.

Das hat ein bißchen länger gedauert, so daß die Ersten schon da waren, als ich eingetroffen bin.

Nach und nach kamen die anderen, ich hatte diesmal, weil in den letzten Wochen soviel zu tun war, auch keinen rechten Überblick, wer kommen wird. Es sind auch viele erschienen, die sich nicht angemeldet hatten und nach halb acht ist es  losgegangen.

Als Erstes hat die Ruth gelesen, die dafür einen eigenen Text geschrieben hat, der vielleicht ein bißchen an ihr vorletztes Buch angelehnt war. Es ist jedenfalls, um das Leben einer Kassiererin in einer Kantine gegangen, die ihren Arbeitsalltag schilderte.

Rudolf Lasselsberger

Rudolf Lasselsberger

Publikum

Publikum

Dann kam die in der Schweiz lebende  Csilla Bekes, die mit musikalischer Untermalung Ausschnitte aus ihrem Buch „Der verheerende Tausch“ las, in dem es um eine Psychiaterin und eine Prostituierte geht, die ihre Rollen tauschen. Ich habe das Buch schon gelesen, die Besprechung wird nächste Woche erscheinen.

Auch Margit Heumanns Buch vom Paul und Emma habe ich schon gelesen. Margit Heumann hat einen Teil von der Geschichte mit der Organtransplantation vorgetragen und ich habe bei meinem neuen Buch nur die Fahnen vorzeigen können, die ich noch durchsehen muß, aber die Fabian-Szene gelesen, die ich schon beim Volksstimmefest und gestern bei der „Poet-Night“.

Als letztes kam der Rudi und der hatte auch ein neues Buch, nämlich ein Gedichtbändchen mit dem Namen „Idylle“.

Aus dem hat er aber nicht gelesen, sondern zwei Texte aus der „Wieser-Linz-Anthologie“ und dann noch einen Text über das „Scheißen.“

Ja, der Rudi ist sehr direkt. Das Büchlein hat er mir geschenkt und außerdem habe ich noch ein paar andere Bücher bekommen. Franz  Blaha hat mir einen „Storchenkalender“ geschenkt, Hilde Schmölzer ihre „Schöne Leich“, die bei „Haymon“ wieder aufgelegt wurde, ansonsten diesmal viele Bonbons.

Von der Anna einen sechzig Euro „Buch-Gutschein“, was ich mir ja sehr wünschte und den ich wahrscheinlich gleich morgen in der „Messebuchhandlung“ einlösen werde, Blumen, Wein und und….

Dann kam das Buffet das wieder sehr gut schmeckte, Brötchen, Lungenbraten in Blätterteig, Spinatstrudel, Topfen-Apfel-Traubenstrude, Mandelkuchen, Obst und noch viele Gespräche und es war wieder einmal ein sehr schönes Geburtstagsfest und eine interessante Lesung.

2017-09-03

Linkes Wort und Volksstimmefest

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 22:05
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Erwin Riess

Erwin Riess

Walter Eckart

Walter Eckart

Elfie Resch

Elfie Resch

Pünktlich eine Woche vor dem Schulanfang, Wiens angeblich schönstes Fest mit einer Autorenlesung jeweils zwischen vier und sechs.

Ich habe da, glaube ich, so ungefähr 1980 oder war es schon 79 zusammen mit dem „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gelesen und kann mich erinnern, daß ich sehr aufgeregt war, war es ja wahrscheinlich eine meiner ersten  Lesungen, Waltraud Haas hat mich da beruhigt und gersagt, sie wäre es auch.

Das nächste Mal allein war dann 1989 in dem Jahr oder Sommer wo Arthur West, der damals die Lesungen organisierte. das Publikum beruhigte und erklärte, daß das nicht so schlimm mit der DDR wäre und sie bestimmt nicht untergehen würde.

Damals haben, glaube ich, noch Elfriede Jelinek, Peter Turrini und Marie Therese Kerschbaumer gelesen, ich habe ein Stück aus den „Hierarchien,“ die ich ja damals geschrieben habe, vorgetragen und Peter Turrini hat sich interessiert danach erkundigt.

Nadia Baha

Nadia Baha

Andi Pianka

Andi Pianka

Eva Jancak

Eva Jancak

Seit damals habe ich fast jedes Jahr gelesen, 1991 oder 92 nicht, da ist es sich, glaube ich, irgendwie nicht ausgegangen Arthur West zu fragen, weil ich statt auf der GAV-Vollversammlung auf irgendeiner Fortbildungsveranstaltung war und ich habe dann auch meinen Vater betreut und bin, glaube ich, nur kurz zum Zuhören hingefahren.

Arthur West ist 2000 gestorben, Helmuth Rizy hat aber schon ein bißchen früher die Organisation übernommen und mit den „Anthologien“ angefangen.

Dann gabs ein zwei Jahre, glaube ich, kein Volksstimmefest oder keine Lesungen, danach haben Christoph Kepplinger und Roman Gutsch die Organisation übernommen. Seit einigen Jahren macht es Christoph Kepplinger allein und bringt auch junge Lesende, wie Peter Clar, Nadine Kegele, Gertraud Klemm, Verena Mermer, Petra Piuk, die dann bekannt wurden und viele andere, es hat aber auch schon Julian Schutting gelesen, etcetera.

Karin Marinho da Silva

Karin Marinho da Silva

Susanne Toth

Susanne Toth

Sandra Weihs

Sandra Weihs

Es gibt seit einigen Jahren ein Thema, diesmal war das „Von der Ordnung und Unordnung der Welt“ und ist, glaube ich, von der russischen Revolution ausgegangen, die ja heuer ihr hunderstes Jubläum hat.

Dazu passt die Szene wo der Fabian Hirschmann von der Störaktion aus Graz zurückkommt und von seiner Mutter aufgeweckt wird, zwar nicht wirklich, ist er ja, wenn überhaupt, dann eine Revolutionär in der anderen Richtung, aber es gibt auch, wie Chrisoph Kepplinger betonte, demächst eine Wahl und die „Rechten“ wollen auch eine Ordnung in unsere Gesellschaft bringen, weil sie glauben, daß die nicht mehr geordnet ist und da passt die Szene gut hinzu und ich habe auch gleich am Beginn des Samstags gelesen, was ich ja eigentlich auch immer will.

Die erste Lesende war Elfie Resch, 1948 in Baden geboren und schon fast eine Stammleserin und sie brachte zur Ordnung passend, einen Text von einem Schatzkästchen, das eine Tochter geschenkt bekommt und dann noch ein paar Gedichte, die die Unordnung und den Widerstand dagegen aufzeigten.

Richard Schuberth

Richard Schuberth

Reinhard Wegerth

Reinhard Wegerth

Gertraud Klemm

Gertraud Klemm

Erwin Riess, 1957 in Wien geboren und ebenfalls ein Stammleser, ganz früher haben noch Ernst Hinterberger, Franz Kain, Erika Danneberg etcetera gelesen, brachte einen Ausschnitt aus seinem neuen Groll-Roman, den er in der „Alten Schmiede“ zur Saisoneröffnung vortragen wird. Deshalb war wahrscheinlich auch Kurt Neumann im Publikum.

Dann kam schon ich mit meiner Fabian Szene aus meinem wahrscheinlich demnächst erscheinenden Buch „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“, mit dem Bibliotheksgespenst, das eigentlich keines ist und dem Roman über hundert Tage schwarz-blau, den ich 2000 geschrieben habe.

Walter Eckhart und  Nadia Baha sind, glaube ich, zwei Debutleser, der erste wurde 1948 in der Steiermark geboren und ist Redakteur des „Uhudlers“, die zweite  1983 und schreibt satirische Texte.

Andi Pianka, kenne ich, glaube ich, noch aus der Zeit, wo er auf Cornelia Travniceks Blog kommentierte, habe ihn zweimal in St. Pölten und einmal auch in dem Cafe in der Lerchenfelderstraße gemeinsam mit Sara Wipauer gehört.

Helmut Rizy

Helmut Rizy

Werner Lang

Werner Lang

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Er brachte zwei sehr politisch scharfe Texte, die sich mit der ungeordneten Welt und ihren Mißständen beschäftigten.

Karin Marinho da Silva, 1962 geboren und im Burgenland lebend, überraschte dagegen mit einem Text, der sich mit dem Senf beschäftigte. Wo ist da die Ordnung oder der politische Anspruch, könnte man fragen. Er war aber meiner Meinung nach eine erfrischende Abwechslung und Würsteln mit Senf gehören wahrscheinlich auch zum Volksstimmefest, die in Wien Frankfurter und überall sonst Wiener heißen, was wieder zu Ordnung passt.

Die 1983 in Klagenfurt geborene Sozialarbeiterin Sandra Weihs, die ich, glaube ich schon einmal im Literaturhaus hörte, wurde dann wieder politisch und brachte eine Gesprächsprotokoll zwischen einem AMS berater und einem arbeitssuchenden Klienten, der sich nicht ganz an die vorgegebene Ordnung hält.

Die 1964 geborene Burgenländerin Susanne Toth kenne ich von den Poetnächten.  Sie hat, glaube ich, auch schon am Volkstimmefest gelesen. „Save the day“ hieß ihr Text.

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Heino Fischer

Heino Fischer

Barbara Eder

Barbara Eder

Und der 1950 geborene Reinhard Wegerth ging mit seinem Text weit in die Vergangenheit hzurück und beschäftigte sich da mit den in den Siebzigerjahren existieren „Edition der Literaturproduzenten“, die bei „Jugend und Vol“k erschien und wo die Autoren selbstverwaltende Texte herausgaben. Elfriede Gerstls „Berechtigte Fragen“ sind da entstanden. Die Texte der Jelinek und des Michael Scharangs aber nicht so sehr, denn die waren schon bei „Rowohlt“ oder „Luchterhand“ und hatten die Autoreninitiative daher nicht mehr so nötig, wie Reinhard Wegarth satirisch listig anmerkte.

Und Richard Schuberth, auch schon ein regelmäßiger Leser beschäftigte sich mit dem Heimatbegriff, den er den Rechten nicht so ganz überlassen wollte.

Als letzte kam Gertraud Klemm auch schon eine Stammleserin, die ihre Karriere vielleicht dort machte oder schon gelesen hat, als sich noch nicht auf der LL gestanden ist und in Klagenfurt gelesen hat. Sie brachte und das ist interessant, einen Text von einer siebzigjährigen rebellischen Frau, die auch, wie der Fabian in Graz, Scheiße schmiß, diesmal aber auf einen Regierungsrat der einen Bären erschossen hat.

Dann gabs wieder Kaffee und Kuchen beim Favoritnerstand und am Abend hörten wir uns noch auf der „Volksstimmefestbühne“ Timna Brauer und den „Nino aus Wien“ an.

Günter Vallaster

Günter Vallaster

Mladen Savic

Mladen Savic

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Am Sonntag ging es dann mit nich ganz so schönen Wetter und daher auch nicht so vielen Zuschauern mit dem „Linken Wort“ auf der „Sigi Maron Bühne“ weiter. Da hat Helmut Rizy, den ich schon lange kenne und mit ihm auch einmal  in der GAV-Neuaufnahmejury war, begonnen und setzte sich mit seinen Ordnungstext, sowohl politisch, als  auch im Bereich der Kunst, wo wir ja alles in E oder U, Romane, Erzählung, Novelle, etcetera einteilen und dann doch nicht einhalten, auseinander.

Das 1955 in der Steiermark geborene Mitglied des „Werkkreises Literatur der Arbeitswelt“ Werner Lang brachte dann auch einen Ausschnitt aus der Erzählung „Stramm“, wo sich ein Arbeiter mit der Vergangenheit seines Vaters und Großvaters beschäftigte.

Hilde Schmölzer, die frauenbewegte, die dann folgte, beschäftigte sich in ihrem Text natürlich mit der Frauenbewegung  während Susanne Ayoub auch schon eine Volksstimmefest-Stammleserin, einen Auszug aus ihrer „Medea-Neubearbeitung“ brachte, mit dem sie einen Exil-Theaterpreis gewonnen hat.

KurtO Wendt

KurtO Wendt

Natalie Deewan

Natalie Deewan

Dann wurde es musikalisch, kam doch der 1948 in St. Pölten geborene Heino Fischer, der eine beachtliche Publikationsliste hat, mit seiner Gitrarre, gedachte Sigi Maron und brachte Auszüge aus seinem Programm „Es reicht“.

Die 1981 geborene Barbara Eder, die Sozial und Wirtschaftswissenschaften, Philosophie  und Genderforschung studierte und, glaube ich, in der „Dokumentationsstelle für ost und mitteleuropäische Kunst“ im Juni einen Vortrag über Comics halten hätte sollen, brachte einen sehr interessanten Text, wo, die nicht mehr gebrauchten Arbeitskräfte zwangsweise nach Armenien oder an anderen Orten ausgeflogen wurden.

Der mir aus der GAV und aus dem „Wohnzimmerkreis“ schon lang bekannte 1968 in Vorarlberg geborene Günter Vallaster sah die Ordnung beziehungsweise die Unordnung in seiner in einer der „Feribordnummern“ herausgegebenen „Hasentexte“, was man wieder etwas vom Thema ab interpretieren könnte, es ist aber bekannterweise alles Interpretationssache, beziehunsweise die experimentelle Literatur vielleicht nicht so ganz ordentlich, wie die dem Mainstream angehörende.

Der 1979 in Zagreb geborene Mladen Savic, der glaube ich, schon im Vorjahr gelesen hat, wurde dagegen wieder theoretisch und brachte einen sehr langen Text, der sich mit der Ordnung oder Unordnung der Polizeigewalt auseinandersetzte.

Natalie Deewan

Natalie Deewan

Danach wurde es mit der 1989 in Wolfsburg geborenen Kathrin Forstner sehr poetisch und dann  kam KurtO Wendt von dem ich schon ein Buch gelesen habe und stellte ein Theaterstück vor, das demnächst im „Fluc“ aufgeführt wird, in dem es um die Abschaffung der Arbeit geht und ganz am Schluß kam noch eine Wortperformance der 1978 in Wien geborenee Natalie Deewan, die zehn Leute aufforderte sich als Wortträger zu betätigen, ihnen die Buchstaben aus denen man sowohl „LINKES WORT“ als auch das Anagramm „SILENT WORT“ bilden konnte, was dann wahrscheinlich die  2017 Anthologie über die „Ordnung und Unordnung“ der Welt zieren wird.

Kurz nach der Lesung begann es dann zu regnen, so daß wir auf der „Volksstimmefestbühne“ zwar Tini Trampler und den „Playbackdolls“ zuhörten, dann aber nach Hause gegangen sind, so daß wir die „Wiener Tschuschenkapelle“ versäumten, aber die habe ich glaube ich schon einmal in Krems und einmal im AK-Theater gehört.

Und jetzt kommt für alle Interessierte, noch das Archiv 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016, wo man sich die Artikel und meistens auch die schönen Fotos vom Alfred ansehen kann.

2017-01-07

Gedanken zur Romanentstehung

„Daß mir bei meinen Romanideen nur ein paar Bruchstücke, ein paar wenige Szenen, aber kein großes Ganzes vorschwebt!“, hat mein mein Kritiker Uli geschrieben und hat in diesem Fall ganz recht.

Bei „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“, meinem momentanen Work in Progress ist das so und bei den „Berührungen“ war es ähnlich.

Da könnte man, wenn man superkritisch sein will, schreiben, daß ich den ganzen Roman sozusagen intuitiv, von einer Szene zur anderen, ohne eigentlich zu wissen, wo ich hinwill, geschrieben habe.

Ist das schlecht? Nein, denke ich, es ist eben so wie es ist und ich bin ja, auch wenn ich schon seit 2008 über meine Schreibprozesse blogge, eine sehr einsame Schreiberin und die größten Schwierigkeiten, gegen die ich zu kämpfen hatte oder vielleicht immer noch kämpfe, war die Hemmung, die innere Stimme, da da schreit „Du darfst, du kannstt, nicht schreiben, du hast keine Lizenz dazu!“

Bei mir schreien das noch ein paar andere Leute, obwohl es sich eigentlich bei den sogenannten Hobbyschreibern, für die ich mich ja nicht halte, also in der Schreibschulenszenen durchgesetzt hat, gegen den innteren Kritiker anzukämpfen, einfach den Bleistift nehmen, die Uhr einzustellen und loszuschreiben.

Korrigieren kann und soll man dann ja noch immer und aus diesen Grund ist auch der Nanowrimo entstanden, den kenne ich auch seit 2008 und habe 2009 das erste Mal daran teilgenommen, wie lange es das National writing month in Amerika schon gibt, weiß ich nicht, aber als ich 1973 professionell zu schreiben angefangen hatte, da war eigentlich niemand da, der einem sagte, wie das geht.

Da hatte man auf den Musenkuß zu warten, es gab keine Schreibschulen und die Kritik, die es damals gegeben hat, war alles andere als konstruktiv, sondern wahrscheinlich von der heimlichen Freude druchtränkt, die Werke der anderen zu zerfetzen.

Seit immer mehr Autoren einen Nebenerwerb in kreativen Schreibseminaren sehen ist das anders und da hat sich auch eine Kritikkultur entwickelt und das Feedback geben läuft so ab, daß man meistens nur, was Positives sagt und der andere hört schweigend zu und entscheidet für sich, ob es passt oder nicht.

Aber 1973 gab es auch noch keine Schreibseminareund keine Schulen des Schreibens, oder doch die DDR hatte schon ihr Literaturinstitut in Leipzig, in Amerika konnte man das kreative Schreiben sicher auch schon auf der Uni lernen, aber Ameriksa ist ja weit weg und in Hamburg gab es diesen Fernkurs, den glaube ich Jack Unterweger einmal absolvierte, ich mir die fünfzehn goldenen Regeln schicken ließ, die Kurse sehr teuer waren und man sich verpflichten mußte, die Unterlagen, die man da zugeschickt bekam, streng geheim zu halten.

Jetzt ist das alles anders, jetzt boomt das Netz von Schreibtips und es gibt Blogs, wie den von der Annika Bühnemann, auf dem ich im letzten März nach Leipzig gestoßen bin, der sehr konstruktiv ist und den ich nur empfehlen kann.

Es gibt auch das „Writiersstudio“ eine nach amerikanischen Muster konzipierte Schreibschule, wo ich regelmäpßig zu den Tagen der offenen Tür hingehe und meine erste Schreibschule, war der „Arbeitskreis schreibender Frauen“, wo ich wichtige Autoren, wie Marie Therese Kerschbaumer, Erika und Bärbl Danneberg, Elfriede Haslehner, Hilde Langthaler, Christa Stippinger und höre und staune Arthur West kennenlernte, die Kritik die es dort gab, war alles andere als konstruktiv, zuminest hab ich es so empfunden und es war, obwohl ich dort nette Frauen kennenlernte, auch ein bißchen nach DDR-KP ausgerichtet.

Den Arbeitskreis gab es auch nicht sehr lang, nur bis 1984 glaube ich, mit der Valerie Szabo, der Elfriede Haslehner, der Hilde Langtthaler und auch mit anderen Frauen habe ich mich noch lange lange getroffen und treffe sie, wie erst letzten Silvester zum Teil immer noch und dazwischen habe ich geschrieben und geschrieben. In dieser Zeit meine gelungenen und auch nicht so gelungenen Texte an Literaturzeitschriften und Verlage ausgeschickt, nach meiner Sichtweise nicht sehr viel Glück gehabt, obwohl ich gleich beim zweiten Anlauf in die GAV aufgenommen wurde und dann auch einen Text, meine „U-Bahngeschichten“ im „Wespennest“ hatte und dachte, jetzt geht es los.

Es ist aber nicht losgegangen oder doch vielleicht, denn mit den „Hierarchien“ habe ich ja, weil ich ja auch immer Texte in der „Wortbrücke“ hatte, einen Kleinstkleinstverlag gefunden, aber die gab es dann auch nicht mehr lange und ab 2000 habe ich beim „Luitpold Stern Preis“ öfter gewonnen, ein Preis so zwischen Amatuer und Profischreiber würde ich sagen, war dann eine Zeitlang in der Schreibwerkstatt der Evelyne Haas, die ich sehr konstruktiv fand, gerade weil da nicht kritisiert und zerpflückt wurde.

Es sind einige Texte in diesem Rahmen entstanden, die zum Teil im „Best off-Geschichtenband“ enthalten sind.

2000 kam dann der Alfred auf die Ideee mit dem Selbermachen, die „Wiener Verhältnisse“ entstanden. Ich habe noch eine Zeitlang trotzdem an Verlage geschickt, aber kein Glück gehabt, so daß ich um 2004 damit aufhörte und inzwischen eine Pionierin des Selbermachens mit bis dato einundvierzig selbstgemachten Büchern bin, wow, inzwischen entstehen ungefähr drei im Jahr, im letzten waren es fünf und ich schreibe auch so viele, wie am Fließband könnte man wieder selbstkritisch sagen, bei den sogenannten Profis, zwischen oder neben denen ich ja zu stehen scheinen, gilt das als Out, die Selfpublisher sind da anders und da kann ich auch gleich schreiben, Jaqueline Vellguth ist ihr zwölf Bücher im Jahr Projekt, das sie sich für 2016 vornahm gelungen.

Gratulation, für mich wäre das nichts, weil ich in diesem Tempo wohl nicht Qualität schreiben könnte. Ich kann es bei zwei oder drei Bücher im Jahr, brauche ungefähr sechs Wochen für den Rohtext und korrigiere dann ein paar Monate und solange dauert es dann noch, bis der Alfi das Buch fertig hat, damit es an Digitaldruck.at gehen kann.

So habe ich mich also langsam langsam und mehr schlecht, als recht gegen meine Hemmung angeschrieben, obwohl das habe ich ja schon geschrieben, ich bei meinen Büchern immer wieder die Erfahrung mache, so schlecht sind sie nicht, aber die „Hierarchien“, die sogar bis zum „Falter“ kamen, sind durchaus schlecht besprochen worden und mit dem Selbstgemachten hat man auch nicht viele Rezensionen. Aber das Literaurgeflüster auf dessen Idee ich ja im Sommer 2008 kam, als ich schon ein paar Blogs verfolgte, hat mir da sehr geholfen und die Idee über mein Schreiben zu schreiben ist ja auch bald gekommen.

2008 hab ich die „Radiosonate“ geschrieben und um den Jahreswechsel 2009 „Das Haus“, die Geschichte von hundert Jahre Steinhof, an Hand einer Psychiaterinnengeneration, es die dann die „Mimi“ gefolgt, wo es um das Down Syndrom geht, da war ich ja schon in der „Ohrenschmaus Jury“, mein erster „Nanowrimo“ wo ich über das Bloggen und den Literaturbetrieb schrieb und und….

Ja, ich wollte von den Ideen schreiben und wie man zu seinen Romanen kommt, da es im Netz für die sogenannten Hobbyschreiber und Selfpublischer ja inzwischen sehr viel Hilfreiches gibt, bin ich auf die sogenannte „Schneeflockenmethode“ gestoßen.

Ich glaube Jaqueline Vellguth hat sie vorgestellt und ich habe sie auch bei der „Wiedergeborenen“ ausprobiert. Aber da war ich schon in der Krise, denn vorher habe ich ja „Absturzgefahr“ geschrieben und „Zwillingswelten“ und hatte da auch meine zweite Kritikerin, Yu Sophie, mit der ich mich einemal bei der ersten Studentenlesung im Literaturhaus getroffen habe und die mich dann auch ziemlich auflaufen ließt und beispielsweise an der „Mimi“ die sie rezensieren wollte, hasche Kritik übte, die ich nicht für konstrutktiv halte, ich bin  bein den „Zwillingswelten“ auch irgendwie angestanden, habe das gebloggt und dann auch eine harsche Kritik von einer Lesernin bekommen, die so unter der Gürtellinie war, daß sie es nur in die Spamkiste schaffte, ich habe sie mir aber trotzdem zu Herzen genommen und seither meine Schreibprozesse bei den Vorschauen verlinkt, so daß man den Prozeß nachlesen und daher besser nachvollziehen kann.

Denn es ist ja eigentlich gar nicht so leicht über das Work in Progress zu schreiben, ich habe zwar keine Angst, daß mir da einer etwas stehelen kann, denn wenn es fertig ist, wird das Buch ja auch veröffentlicht. Seit ich es selber mache, ja jedes, aber wie beschreibe ich das? Eigentlich kann ich ja nur die Idee aufzählen von der ich ausgehe, dann die Personen aufzählen und danach den Handlungsprozeß beschreiben: Ich habe beim jetztigen drei Personenstränge, und gestern die Therese Schwarzenberg nach Graz fahren lassen, jetzt kommt eine Fabi-Sophie Szene und dann fragt die Dorothea, die Karoline nach der Therese und die lädt sie ins Cafe oben zum Frühstück ein, so etwa.

Etwas verstanden? Vor allem wenn man nur kurz in den Blog hineinschaut und kein regelmäßiger Leser ist, wird das wohl schwer geschehen, deshalb verlinke ich bei den Vorschauen, damit man es ein bißchen leichter hat, wenn das Buch dann da ist, gibts auf der Website ein Probekapitel und man kann es natürlich auch kaufen, bestellen, rezensieren, gewinnen, etcetera.

Das finde ich eigentlich interessant, die Schreibprozesse öffentlich zu dokumentieren, für mich ist es hilfreich und es ist auch das, was ich 1973 oder auch 1980 gern gelesen hätte, als ich mich mit meinen Schreibanfängen quälte, aber damals gab es das noch nicht.

Jetzt gibt es sehr viel, das internet ist sehr voll davon und die Leute haben warhscheinlich keine Zeit und keine Lust bei mir einer nicht so erfolgreichen literarischen Frau zu lesen und so ziehe ich nur ein paar nicht sehr konstruktuve Kritiker an, die ihren Spaß daran haben in die Wunden zu stechen, aber trotzdem, ich glaube, ich habe auch von ihnen gelernt und ich glaube es ist auch sehr hilfreich sein Schreiben öffentlich zu dokumentieren, mir hilft es jedenfalls sehr viel.

Aber ich wollte von der „Schneeflockenmethode“ und von der „Widergeborenen“ schreiben, das ist ja die Geschichte von der Thersia Brunner, die auf einer Demo einen dürkischen Studetnten trifft, eine Mutter hat, die ungarische Flüchtlinge versteckte und eine Großmutter, die das bei einer jüdischen Freundin tat.

Da hatte ich wahrscheinlich auch eine Idee, ich glaube, sogar vierzig Seiten, die ich schnell  dahingeschrieben habe, und dann nicht mehr weiterwußte. Ich habe darüber gebloggt, die „Schneeflockenmethode“ ausprobiert, bin damit auch nicht weitergekommen, die vierzig Seiten dann nicht, wie ich eigentlich wollte, weggeschmissen, denn irgendwie ist es dann wieder gekommen.

Ich hatte danach aber die Idee aus meinen bisherigen Blogartikeln oder aus den literarischsten das „Literaturgeflüster-Textebuch“ zu machen und das war so zwischen 2013 und 2013 und dann ist es auch wieder mit dem „Nanowriomo“ weitergegangen und und…

Aber irgendwie stimmt es natürlich schon, daß ich vielleicht zu schnel und zu flüchtig schreibe, zu schnell fertig bin, die Themen nur anreiße, sie unfertig stehen lasse, mich dann wiederhole und so habe ich, wenn ich eine Idee habe, jetzt auch oft auch schon die, daß ich das ja schon in dem oder in dem Buch geschrieben habe.

So gibts ja schon einige depressive Frauen bei mir und die Idee über Bücher zu schreiben habe ich auch schon öfters, aber irgendwie komme ich  auch nicht so recht weiter damit.

Da bin ich wohl zu schnell und zu flüchtig und statt es richtig auszuarbeiten fange ich im nächsten Buch wieder damit an.

Ich habe einen sehr lieben Kritiker, einen ganz sanften,der mich auch bei „Paul und Paula“ beraten hat, der mir das sehr lieb und vorsichtig durch die Blume sagt und dann auch noch fünfmal nachfragt, ob er mich jetzt nicht kränkt damit, und ich sage, nein, denn ich weiß ja, daß es stimmt, kann aber irgendwie nicht anders und so sind dann noch ein paar Bücher über das Sterben entstanden und dann, weil ich schon wirklich nichts mehr Neues wußte, das Sommerbuch und der Adventkalender und aus der Idee über eine depressive Frau zu schreiben, die ihre Bücher auflesen will, ist sowohl die „Pensionsschockdepression“ geworden, als auch der erste Teil der Flüchtlingstrilogie und wenn jetzt jemand genauer wissen will wie das jetzt ist mit meinen Ideenfragmenten, die dann irgenwann doch zu einem veröffentlichten Buch werden, kann das in der „Nika, Weihnachtsfrau“ sehr gut nachlesen.

Denn da hatte ich ja schon ganz lang, die Idee über eine Studentin, die erste Idee war glaube ich, ein Ausländer, ein Pole oder Tscheche, der im Dezember als  Weihnachtsmann verkleidet vor dem Kaufhaus Gerngroß steht, dann habe ich in den „Dreizehn Kapitel“, das ist die Ideen aus dreizehn Kapiteln einen Roman zu machen, in dem man einfach von einer Person zur nächsten geht, bis man am Schluß wieder bei der erwten is, und da ist mir auch etwas Prominentes passiert, denn ein Kaptiel ist ja die Biografie des Sinologen Ernst Schwarz, da habe ich auch bei einem Volksstimmefest gelesen und ist auch in der entsprechenden Anthologie abgedruckt, ein weiteres ist der Nika, Weihnachtsfrau gewidmet und das, wo die Lehrerin Uschi Bischof in thereran auf einem Campingplatz steht und sich über ihr verrutschendes Kopftuch ärgert, habe ich bei den letzten Textvorstellungen, zu denen ich eingeladen wurde gelesen.

Also die Nika ist ein Kapitel bei den dreizehn, im daraufolgenden Dezember füllte sie einige Blogartikeln und dann habe ich sie im November 2015 während meines letzten Nanowrimo an dem ich teilnahm geschrieben, im Readingroom zwei Adventkalenderfester vorgestellt und da hatte ich auch schon die Idee einen Blogroman daraus zu machen, also nach und nach im Dezember immer ein Fenster in den Blog zu stellen, bis dann einmal der ganze Roman im Netz erhältlich ist.

Wenn es also einer oder eine genau wissen will, dann kann er zu der Vorschau gehen, die Schreibberichte die dort verlinkt sind, nachlesen und sich dann die bis jetzt vorhandenen Kapiteln, die da sind 1 5 19 25 29 und 30 und die Ideenfragmente mit den Ganzen vergleichen.

Es geht so einen Roman zu schreiben, habe ich ja schon einundvierzig Indie Bücher und weiß natürlich, daß man einen Anfang, eine Mitte, einen Schluß und auch eine Handlung brauch und wieder von Jaqueline Vellguth, deren Blog Schriftstellerwerden.de, ja auch sehr hilfreich ist, habe ich mir einmal Charakterbögen hinuntergeladen und die fülle ich auch meistens vorher aus.

Aber dann hantle ich mich meistens von Szene zu Szene, die ich mir auch immer getreulich in meinen Notiuzbüchern notiere, darüber schreibe ich auch, und wenn man das mitverfolgt, wird man vielleicht nicht sehr viel haben, denn es ist ja ein Gerüst, aber vielleicht doch sehr interessant.

Die „Schneeflockenplaner“, um das vielleicht auch kurz zu beschreiben, schreiben zuerst einen Satz über ihre Geschichte, ich will über eine Frau, die in einer Bibliothek wohnt schreiben, beispielsweise,  dann mehr und mehr und am Ende haben sie Szene für Szene konzipiert, bis sie sich hinsetzen und das Ganze in einem Fluß hinunterzuschreiben.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das nicht vielleicht eine gute Methode für die Gebrauchsschreiber ist, für die vielleicht, die mit vier oder fünf Pseudonymen bis an die zwölf Bücher und vielleicht drei oder vier noch gleiczeitig schreiben.

Mir wäre das wahrscheinlich zu langweilig, denn wenn man mit einer vagen Idee anfängt, kann man das Ganze sich  entwickeln sehen, kann abwandeln, verändern und oft machen ja die Figuren, wie ich schon manche Autoren sagen hörte, mit einem was sie wollen und das finde ich, sollen sie auch, das ist ja sehr spannend und ich denke, mir inzwischen jedesmal oder sehr oft, wenn ich in der Korrekturphase bin und ich noch keinen Einfall für das nächste Buch habe, daß ich dann eine Weile nichts schreiben werde. Ich glaube das kann ich gar nicht und irgendwann kommt eine Idee, die mehr oder weniger konkret ist und an der ich mich vorwärts hantle und über die  oder auch ihr mißlingen und nicht weitkommen, ich im Blog dann auch entsprechend jammere.

Wenn ich das öffentlich mache, setze ich mich auch der Gefahr aus, von einem harschen Kritiker zu hören „Sie haben nichts verstanden, Sie können nicht schreiben, besuchen Sie doch ein Schreibseminar!“

Nun ich tue es, so gut, wie ich es kann, lade den, den es interessiert zum Verfolgen meiner Schreibprozesse nach dem Motto „try and error“ ein und dem, dem es zu trival ist, der soll es lassen und so hantle ich mich also derzeit durch mein Bibliotheksgespenst und stimmt, Herr Lucas, sehr konkret ist es noch nicht, aber was noch nicht ist, kann ja noch werden!

In diesem Sinne wünsche ich mir alles Gute, freue mich über konstruktive Kommentare und Ermunterungen und habe derzeit neunundzwanzig Seiten, zehn Szenen und 19327 Worte. Das Worteszählen kommt vom „Nanowrimo“, wirkt vielleicht ein wenig zwanghaft, ist aber auch sehr hilfreich. Ideen für drei weitere Szenen stehen schon in meinem kleinen chinesischen Notizbuch, das ich mir am Heiligenabend in dem „Ein Euro Shop“ am Rathausplatz von St. Pölten kaufte und dann kann ich wieder von vorne anfangen, wieder zum Rechercihieren in der Stadt, beziehunsweise in der Hauptbücherei herumlaufen, wieder konzipieren, plotten, meine eigenen Bücher lesen, etcetera, um das Ganze ganz langsam entstehen und kommen zu lassen und wem es interessiert dabei zu sein und den Schreibprozess mitzuverfolgen, den lade ich dazu sehr herzlich ein.

Und um die Promotion abzurunden, hier noch ein paar Artikeln, wo man Informationen über meine Bücher finden kann, ohne die sich jetzt einzeln aus dem Literaturhaus, wo es einen Teil davon gibt oder der Nationalbibliothek herauszusuchen.

Gibt es ja die Lieblingsbücher, die Coverfragen, Romananfänge, die Geburtstagslesung und die im „Werkl im Goethehof“  und natürlich das Gewinnspiel zu dreißig Büchern, da gibt es zwar nichts mehr zu gewinnen, aber doch ein paar Informationen zu meinem selbstgemachten Werk, das ja schon ein ziemlich umfangreiches ist, obwohl da noch die letzten fehlen und ich ja schon am dreiundvierzigsten Selbstgemachten schreibe.

2016-09-04

Das siebzigste Volksstimmefest

Das Volksstimmefest gibt es laut Programm jetzt schon zum siebzigsten Mal. Das „Linke Wort“, die Lesung, die von Arthur West eingeführt wurde, wo einmal Elfriede Jelinek, Peter Turrini, Marie Therese Kerschbaumer, Ernst Hinterberger, Franz Kain, etcetera gelesen habe, noch nicht so lang.

Ich habe 1980 oder so das erste Mal im Rahmen des „Arbeitskreises schreibender Frauen“ dort gelesen, ab 1989 dann regelmäßig auf den verschiedensten Bühnen, die sich unter den verschiedensten Namen auf unterschiedliechen Stellen der Jesuitenwiese befanden.

So hat die Bühne, die heute als „Sigi Maron-Bühne“ zu Ehren des im Juli Verstorbenen, eingeweiht wurde, schon einmal „Jura Soyfer Bühne“ und dann lange „Siebenstern-Bühne“ geheißen, jetzt also Sigi Maron nach dem Schriftsteller und Musiker, mit dem ich einmal vor langer Zeit im Rahmen der GAV Niederösterreich in Maria Enzersdorf oder so gelesen habe, das Plakat habe ich noch heute in Harland am Klo hängen und der mir als ich sein Buch besprochen habe, einen sehr lieben Kommentar geschrieben hat.

Sonst scheint er ein sehr streitbarer Mann gewesen zu sein, das meinte jedenfalls der Eröffnungsreder und einige Lieder darunter das berühmte „Leckts mi am Oarsch!“, gab es auch zu hören und bei der nachfolgenden Lesungen, die diesmal unter dem Motto „In Arbeit“ stand, haben sich auch einige Leser und Leserinnen auf Sigi Maron bezogen.

So zum Beispiel Elfi Resch, die die Lesung begonnen hat. Dann folgte der 1948 in St. Pölten geborene Heino Fischer mit einigen Liedern, während Ruth Aspöck in ihrem Text wieder unsere Menschlichkeit in Frage stellte, beziehungsweise meinte, daß wir sie angesichts der Flüchtlings- und auch anderer Krise noch bearbeiten müßten.

Helmut Rizy brachte ein Interview, das sich über sein Schreiben bezog, während Judith Gruber-Rizy wieder ein Stück aus ihrem neuen Roman brachte, wo ja eine Fotografin aufs Land zieht um jeden Tag eine Aufnahme zu machen.

Hans Jörg Liebscher hatte mit seinem „Spiegel der Pandora“ wieder einen sehr philosophischen Text und dann kam die 1952 geborene Gitta Tonka, Tochter einer Widerstandskämpferin, die ein Buch über ihre Mutter geschrieben hat.

Der Tiroler Güni Nogger bezog sich, wie Werner Lang in seinem Text auf die Arbeitswelt, während ich ja mein Work in Progress „Die Berührungen“ vorstellte und dabei außer Richard Weihs Wunschgedicht, den Beginn der ersten Himmelsszene las.

Der Rudi, der den ersten Lesetag abschloß, brachte ein neues Gedicht aus seiner Schreiserie, dann hätte er, wie auch Gerald Grassl, auch einen Sigi Maron Text gehabt, den er aber angesichts der fortgeschrittenen Zeit ausließ und nur eine seiner „Umkleideaktionismen“ vorführte.

Dann gabs wieder Kaffee und Kuchen am Favoritner Stand, einen sehr guten Apfelstrudel und ich bin anschließend, weil ich heuer alleine auf dem Fest war, da sich der Alfred  derzeit in Sibirien befindet, um später nach Japan weiterzufliegen, so daß es keine Fotos von ihm gibt, ein wenig herum und nach einigen Partisanenliedern, die es auf einer kleinen Seitenbühne gab, nach Hause gegangen.

Ein Exemplar der Anthologie vom letzten Jahr „Lebenszeichen“ hat mir Chrstoph Kepplinger auch schon gegeben, es ist allerdings ein fehlerhaftes Exemplar, die richtige Auflage soll erst nächste Woche erscheinen, so daß sie heuer auf dem Fest noch nicht vorhanden war.

Am Sonntag ging es dann, wie Christoph Kepplinger ankündigte weiter, mit neuen und zum Teil jüngeren Autoren, zum Teil, denn Hilde Schmölzer, die ich schon am Freitag hörte und deren Kraus-Buch ich am Vormittag suchte, weil ich bei meiner Leseliste ja einiges verändert, beziehungsweise, die Vorausschau gelöscht habe, wird ja nächstes Jahr schon achtzig und las einen Ausschnitt aus ihrem vergriffenen Bestsellerbuch „Die verlorene Geschichte der Frau“, aber vorher kam der sehr selbstbewußte 1940 in Ravensburg geborene Dieter Braeg mit zwei witzigen Texten.

Im ersten schreib er seiner Bank einen Brief mit einer Spesenrechnung und forderte dann alle auf, das ebenso zu machen, im zweiten sterrt er das „Auslaufmodell“ Chef in den Käfig.

Dann kamen zwei junge mir bisher unbekannte Autoren beziehungsweise Autorinnen, nämlich Ariadne Schimmler und Ulli Hammer und der in Vorarlberg geborene Reinhard Kräuter war mir ebenfalls unbekannt und hatte einen Text über „Adam und Evas Auszug aus dem Paradies.

Mladen Savic theoretische Essays über Armut und Würde, habe ich kurz vor der letzten Stichwahl schon in der „Arena-Bar“ gehört und Verena Mermer, die Debutantin, die schon letztes oder auch vorletztes Jahr gelesen hat und vor ein paar Wochen bei den O-Tönen mit Friederike Mayröcker und kurz vorher in der „Alten Schmiede“, brachte ein paar Monologe über Arbeitslose beziehungsweise prekär Beschäftigte.

Christian Schreibmüller ist auch ein Stammleser und ein Veteran des Poetry Slams und brachte zwei Texte über das Fensehen in der DDR, „Können noch alle mit diesem Begriff etwas anfangen? Ich habe schon die Gegenteilige Erfahrungen gemacht?“ und einen aus der Medienwelt.

Der 1969 im Schwarzwald geborene Markus Ruf war mir ebenfalls ein Unbekannter und hatte einen beeidruckenden Text über die Skavereri, den er der Bibel abgeschaut, bzw., wie er sagte, nur ganz leicht verändert hat und der davon handelte, wie Moses auf der Baustelle den Vorarbeiter erschlug und dann sozusagen zur Revolution gewzungen wurde, auch sehr interessant am Volksstimmefest auf der Jesuitenwiese.

Richard Schuberth ist mir auch Unbekannter, auch wenn ich im am Donnerstag bei den O-Tönen versäumte, seine Aphorismen, was „Geburt“ beispielsweise oder ein „Lebensabschnittspartner“ ist, habe ich aber schon in der „Alten Schmiede“ gehört.

Die 1984 geborene Germanistin Kerstin Putz war wieder eines von Chrstoph Kepplingers neuen Literaturtalente, mal sehen ob und wann sie den Bachmannpreis gewinnt und ihr Text in fünf Teilen trug, glaube ich, den schönen Titel „Lucia“.

Die Burgenländerin Susanne Toth kenne ich von der „Poet-Night“ und ihr Text über „In Arbeit“, „Das leben ist in Arbeit, die Freiheit“, etcerta, erinnerte mich ein bißchen an den von Ruth Aspöck und wurde eigens für die Lesung geschrieben, wie der von der Ruth wahrscheinlich auch.

Der letzte war Kurto Wendt mit einem Ausschnitt aus seinem neuen Roman und er wurde von der Bühne herabgesetzt, weil die Zeit schon überzogen war und die Bühne für den nächsten Auftritt „bearbeitet“ werden mußte. Nach dem Kaffee- und Kuchentreffen, habe ich meine nicht verkauften Bücher vom Büchertisch abgeholt und mich wieder zur „Sigi Maron Bühne“ gesetzt und mir einmal Mieze Medusa als Hip Hoperin angehört, dann gings noch zur „Jura Soyfer Bühne“, die es ja noch, nur an einer anderen Stelle befindet, wo Ernst Molden und Nino aus Wien konzertierten und damit war das siebzigste Volksstimmefest dann für mich vorbei.

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