Literaturgefluester

2017-05-22

Eine Roman genannte Textcollage

Heute bin ich, was mir ja nicht sehr oft passiert, zu einem mir völlig unbekannten Autor zu einer mir völlig unbekannten Buchpräsentation in die „Alte Schmiede“ gegangen. Gut, Markus Köhle moderierte, das war ein Anhaltspunkt und eine andere Alternative hat es auch nicht gegeben.

Aber gut, ich bin ja neugierig und der „Verbrecher-Verlag“ in dem Markus Binders „Teilzeitrevue“ erschienen ist, war mir auch von der Anke Stelling und dem dBp-Preislesen 2015 ein Begriff und war auch beim „Indie-Bookday“ beim „Lhotzkys Literaturbuffet“, wo übrigens auch Markus Köhle anwesend war, präsent.

Daß der 1963 in Enns geborene Autor und Musiker, den meisten durch das Sängerduo Attwenger ein Begriff ist, hat dann Markus Köhle in seiner Einleitung erklärt und dazu gefügt, daß der Sänger-Musiker schon 2005 im „Verbrecher-Verlag“ ein Prosa-Debut namens „Testsiegerstraße“ hatte.

„Teilzeitrevue“ ist eine Fälschung oder Täuschung erklärte Markus Köhle noch und hielt das Buch hoch, um das Cover zu präsentieren.

Roman hat es der Autor genannt, Markus Köhle hat, glaube ich, gesagt, daß man die 550 Textbestandteile aus denen es bestehen würde, auch so bezeichnen könnte und es gibt auch einen Handlungsbogen, nämlich ein Paar, eine Sie und ein Er, beide nicht nähbe benannt und beschrieben, weil das wie der Autor erklärte, nicht so wichtig wäre, fliegen von Mexiko nach Europa und die fünfhunderfünfzig Textbestandteile, die aus Songtexten, Gedichte, Dialogen, etcetera bestehen, spielen sich in sechsunddreißig Stunden ab.

Markus Binder hat schon zweimal in Wien aus dem Buch gelesen und ein Kritiker hat, glaube ich, gesagt, was ich auch schon einmal zu hören bekommen habe, daß die Protagonisten zu passiv wären.

Dem hat Markus Binder widersprochen, denn die zwei reisen ja von Mexiko nach Europa, verbringen eine Nacht in verschiedenen Lokalen, fahren mit dem Zug, etecerta, also eigentlich passiert, sehr viel an Fragmenten, Täuschungen Beobachtungen, Wahrnehmungen, aber nichts, was einer linearen Handlung oder einem Plot entsprechen würde.

Es ist also eher eine konstruierte Textfläche und um das Ganze noch spannender oder mulitmedialer zu machen, gibt es dazu noch Songs und Videos, die man sich auch, gratis, wie der Autor betonte, im Internet abrufen könne.

Drei davon hat er gesungen und dazu die Videos gezeigt, einer heißt  „Ich kaufe nichts“ und man sieht dazu Märkte in Odessa, Modawien und noch an einem Ort, den ich nicht ausschreiben kann, denn Markus Binders Textcollage ist auch sehr konsumkritiksch.

Dazu gibt es einen Text von Markus Köhle im Programm: „Markus Binder hat ein Ohr für den Sound der Zeit. So eigenwillig wie seine musikalische Arbeit ist auch seine literarische. Ja in Teilzeitrevue gibt es einen Er und eine Sie, die erfreulich gesellschaftskritisch und geräuschsenibel sind. Ja es gibt auch ein Handlungsgerüst: es wird gereist, er wird getanzt, es wird geliebt, es wird konsumiert, nein Konsum kritisiert. Aber vor allem wird beobachtet.“

Das sagt eigentlich schon alles und zuerst hat es, wie schon beschrieben, eine Einführung von Markus Köhle, die eigentlich auch schon ein Gespräch mit dem Autor war, gegeben. Dann hat der durch sein Buch geführt, Textstellen vorgelesen, gesungen, die Filme gezeigt und sich selbst dazu immer wieder kommentiert:

„Diese Stelle gefällt mir auch sehr gut“, beispielsweise oder „Das habe ich nicht ganz verstanden!“ und ich habe wieder einmal eine sehr spannende Variante des zeitgenössischen Schreibens erlebt und glaube sogar, daß ich ähnlich beschreibend begonnen habe, dann bin ich erzählender geworden.

Markus Binder ist, wie er sagte, bei den Fragmenten geblieben und das finde ich sehr schön, daß die Gegenwartsliteratur so vielfältig und verschieden ist und denke, daß sie das auch soll und habe jetzt ein Buch und einen Autor kennengelernt, die sonst vielleicht an mir vorbeigegangen wären.

Das heißt es kann sein, daß ich das Duo Attwenger schon einmal im Literaturhaus oder bei einer anderen Veranstaltung gehört habe.

2012-09-02

Zum Volksstimmefest

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:11
Christoph Kepplinger

Christoph Kepplinger

Gerald Grassl

Gerald Grassl

Am Samstag hat es an den Volksstimmefesten öfters geregnet und am Sonntag war es dann wieder schön, trotzdem melde ich mich immer für den Samstag an, wahrscheinlich, weil ich es dann hinter mir habe oder, daß ich es nicht versäume und so bin ich auch diesmal mit dem Regenschirm und der Regenjacke über den Donaukanal hinmarschiert.
Das Motto war „Ihr nennt uns Menschen, wartet noch damit“, ein Jura Soyfer Zitat, der ja heuer seinen hundertsten Geburtstag hätte und so habe ich mir auch, den „Langen Brief an den Herr Kurz“, einen eher satirischen Text, der zum Thema passt zum Lesen ausgesucht und stand als dritte oder vierte auf der Leseliste.

Karin Jahn

Karin Jahn

Eva Jancak

Eva Jancak

Als erstes hätte der 1957 geborene Manfred Bauer lesen sollen, der am elften August gestorben ist. So las Christoph Kepplinger seinen Nachruf vor, dann folgte Gerald Grassl mit einem Text aus der Tarantl, der auch eine Art Nachruf auf die verstorbenen Autoren, die am Volksstimmefest gelesen haben, darstellte, Franz Kain, Eugenie Kain, Helmut Zenker, Arthur West, etc, wie soll man da fröhlich sein und feiern, lautete seine Frage.

Brigitte Schimmerl

Brigitte Schimmerl

Rudolf Lasselsberger

Rudolf Lasselsberger

Karin Jahn folgte mit einer Begegnung, die sie mit einem Autor hatte, der sein Manuskript einen Kleinverleger gab und ihm seine Vorschläge für den Frieden unterbreitete. Dann kam ich mit meinen langen Brief gefolgt von Brigitte Schimmerl, die glaube ich, zum ersten Mal las und kurze Szenen hatte, die die Gesellschaft wiederspiegeln, also das schildern, was man beispielsweise so in der U-Bahn erlebt, sowie Rudolf Lasselsberger und Stephan Eibl Erzberg, die Gedichte hatten.
Dazwischen folgte eine Rochade, denn diesmal lasen wir auf der Bühnen und nach vier oder fünf Autoren gab es einen Wechsel. Magdalena Knapp-Menzl, die ja, glaube ich, auch Schauspielerin ist, hatte wieder einen ihrer prägnanten Texte „Sie befinden sich im Hauptmenü, wenn Sie, Freiheit wollen, drücken Sie die eins. Bitte warten, bitte warten, dazwischen spielen wir ein bißchen Musik: Brüder zur Sonne, zur Freiheit, Brüder zum Lichte empor!“, sang sie mit lauter Stimme.

Stephan Eibel Erzberg

Stephan Eibel Erzberg

Magdalena Knapp-Menzel

Magdalena Knapp-Menzel

Denn 1979 geborenen und in Graz lebenden Stefan Schmitzer, habe ich ja durch das Volksstimmefest kennengelernt und dann ein paar seiner Lesungen besucht. Er las seine Gedichte aus dem Laptop vor. Dann folgte Nadine Kegele, von der ich auch schon einiges hörte, mit einem sprachlich sehr anspruchsvollen Text über das Leben einer Mutter mit zwei Kindern.

Stefan Schmitzer

Stefan Schmitzer

Nadine Kegele

Nadine Kegele

KurtO Wendt las aus dem neuen Roman, der ihm Frühjahr in einem kleinen sehr engagierten Verlag erscheinen soll und der dasselbe Personal, wie „Sie sprechen mit Jean Amery, was kann ich für Sie tun!“, den er ja im vorigen Jahr am Volksstimmefest präsentierte, hat. Magda hat das Callcenter verlassen, arbeitet jetzt bei den Wiener Linien und geht mit ihrem Chef fein essen.

KurtO Wendt

KurtO Wendt

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub, die ich ja auch ganz gut kenne, las eine Szene aus einem Theaterstück, wo es auch um Unterdrückung und Ausgrenzung ging und Eva Schörkhuber, die ich vom Vorjahr kenne, hatte einen Text zu den Sommerlöchern und wie man die journalistisch mit Gummienten füllt.
Dann kam Julian Schutting mit einen Moskau Impressionen und hat glaube ich, zum ersten Mal, am Volksstimmefest gelesen.

Eva Schörkhuber

Eva Schörkhuber

Julian Schutting

Julian Schutting

Danach gab es wieder Kaffee und Kuchen am Favoritner Stand und einen Autorenplausch. Die Bruni habe ich begrüßt, eines ihrer Enkelkinder gesehen und mit Stefan Schmitzer über meinen Text diskutiert, dann ging ich zur Jura Soyfer Bühne, denn die, wo wir gelesen haben, heißt jetzt Siebensternbühne, hat aber schon einmal Jura Syfer Bühne geheißen und damals gab es auch das Bild des Autors darauf zu sehen. Auf der jetzigen Jura Soyfer Bühne, wo wir auch schon gelesen haben, traten um sechs Christoph und Lollo „Ich hab so Angst vor dem Islam“ auf und um halb acht Willi Resetarits und Sabina Hank mit von Texten von Jura Soyfer und H.C. Artmann.

Helmut Rizy

Helmut Rizy

Gregor M. Lepka

Gregor M. Lepka

Am Sonntag gings gleich weiter mit dem linken Wort und einem Monsterprogramm. Das Wetter war sehr schön und daher dementsprechend mehr Leute bei der Siebensternbühne. Hilde Schmölzer, Elfriede Haslehner, Judith Gruber Rizy, etc, habe ich gesehen und mich mit ihnen unterhalten.
Begonnen hats mit einer Tonbandaufzeichnung von Sophie Reyer, die, glaube ich, in Köln oder sonstwo verhindert war. Ein sprachlich sehr schöner anspruchsvoller Text „Weiße Lappen vor den Mündern“, wenn es um die Beschreibung von der Atomkatastrophe von Fukushima ging.

Waltraud Seidlhofer

Waltraud Seidlhofer

Thomas Northoff

Thomas Northoff

Helmut Rizy folgte und seine Geschichte hat mich auch beeindruckt „Der Mensch ist es Menschens Wolf“.
Ein alter Mann, der den Ich-Erzähler in einem Wirtshaus um ein Bier anschnorrt, sagt ihm das Zitat auf lateinisch und erzählt ihm die Geschichte, wie er alles verloren hat, weil er gegen eine mächtige Firma prozessieren mußte.

Lisa-Maria Rakowitz

Lisa-Maria Rakowitz

Karin Gayer

Karin Gayer

Dann kamen Gregor M. Lepka und Waltraud Seidlhofer aus Wels, die zum ersten Mal beim Volksstimmefest gelesen haben. Gregor M. Lepka mit zeitkritischen Gedichten, Waltraud Seidlhofer mit einem ebenfalls sehr interessanten Text, in drei Teilen „Wachsen“. Im ersten Teil werden die Einkaufszentren geschildert, die alles verdrängen und die Waren, die ausgeschieden werden, weil sie nicht mehr verkaufbar sind. Im zweiten Teil wurde kurz die Armut skizziert und im dritten folgte die Utopie, daß in der Stadt Gemüse und Obst angepflanzt und so die öffentlichen Räume zurückerobert werden. Thomas Northoff hatte ein Poem mit dem Namen „Nein Eleven“, wo die Amerikaner mit S S abgekürzt wurden, stars and stripes und es um den 11. September geht.

Ludwig Laher

Ludwig Laher

Lisa Lercher

Lisa Lercher

Dann folgte wieder ein junges mir unbekanntes Literaturtalent, Christoph Kepplinger scheint da seine Beziehungen zu haben und sehr viel solche zu kennen.
Lisa-Maria Rakowitz, 1988 in Villach geboren und in Wien lebend, die sowohl Medizin als auch Germanistik studierte und Gedichte zum Leben hatte, wo das letzte, ein Herbstgedicht, auch den Wunsch ausdrückte, Obst zu essen und von der Autorin als hoffnungsvoller und versöhnlicher angekündigt wurde.
Karin Gayer war mir ebenfalls unbekannt. Sie wurde 1969 geboren, hat bei Arovell veröffentlicht und brachte auch sozialkritische Gedichte zum Thema vor.

Johannes Schrettle

Johannes Schrettle

Max Höfler

Max Höfler

Während Ludwig Laher, der jetzt wieder ein neues Buch bei Haymon herausgebracht hat oder bringt, sich mit seinem Text direkt auf Jura Soyfer bezog. Denn der hat mit dreiundzwanzig Jahren, 1935 ein Theaterstück geschrieben, das 2035 heißt und darin macht er sich in Form einer Geschichtsstunde über die Dreißigerjahre des vorigen Jahrhunderts lustig, wo die Leute alle auf der Straße mit „Heil Hitler“ oder „Heil Staremberg“ grüßten und damit eine seltsame Heilslehre ausdrückten. Die Schüler treffen die jungen Mädchen von der Venus auf ein Rendezvutscherl und als der Lehrer fragt „Was wissen Sie über die Kultur der Neunzehndreißigerjahre?“, sagen die nichts und bekommen ein sehr gut dafür.

Lale Rodgarkia-Dara

Lale Rodgarkia-Dara

Gerhard Ruiss

Gerhard Ruiss

Die Krimiautorin Lisa Lercher, die schon einige Krimis bei Milena hat, von denen ich auch einige gelesen hatte, hatte einen Praterkrimi in „Tatort Prater“, der am Volksstimmefest spielt. Eine alte Feministin kommt nach Wien zurück und trifft dort einen Mädchenbeschneider, den die Damen dann am Klo überwältigen und offenbar kastrieren. Als es besonders spannend war, waren die acht Leseminuten dann zu Ende.
Johannes Schrettle und Max Höfler auch zwei jüngere Literaturtalente, von denen ich Max Höfler schon einmal am Volksstimmefest hörte, hatten einen Gemeinschaftstext und Lale Rodgarkia-Daras Text hatte wieder mit Jura Soyfer zu tun, er war aber sehr theoretisch, so daß ich ihn nicht ganz verstanden habe. Gerhard Ruiss präsentierte Kurzgedichte und erinnerte an Arthur West und Werner Herbst, er begrüßte auch Edith West, die im Publikum saß, dann folgte Rolf Schwendter, der auf die Poet Night hinwies, die am 22. September im Siebenstern stattfinden wird, zu der ich mich gleich angemeldet habe und dann eines seiner Anlaßgedichte „Ihr nennt uns Menschen, laßt euch Zeit damit“, in der bekannt Schwendterischen Manier vortrug.

Edith West

Edith West

Rolf Schwendter

Rolf Schwendter

Der anschließende Tratsch bei Kaffee und Kuchen war wieder sehr interessant und literarisch intensiv. Gerald Grassl hat uns Belegxemplare der „Tarantel“ gegeben, wo Lutz Holzinger einen Artikel über Jura Soyfer hat und Alfred das Foto beisteuerte, daß er während der Lesetheateraufführung „So starb eine Partei“ aufgenommen hat.
Mit Julija Rabinowich habe ich bei der Siebensternbühne über den Alpha-Literaturpreis gesprochen, während „Nino aus Wien“ sang und total viele Zuhörer hatte und auch bei „Attwenger“ auf der Jura Soyfer Bühne war es total voll. Wir sind dann etwas früher gegangen und haben den lieben Rudi, Traude Korosa, Ludwig Laher und einen Krimiautor in der Straßenbahn getroffen und jetzt habe ich noch ein paar liebe Mails von Nadine Kegele bekommen.
Und hier gehts zum Archiv

2009-11-28

laut lauter lyrik

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:27

Erich Fried Tage 2009, die Veranstaltung der internationalen Erich Fried Gesellschaft im Wiener Literaturhaus mit einem viertägigen Literaturfest, das den unerschöpflichen Ausdruck von Lyrik in allen ihren Seiten und Facetten beleuchtete, aber eigentlich hat es schon mit der Ausstellung „Alles Liebe und Schöne, Freiheit und Glück“ – Briefe von und an Erich Fried begonnen.
Die Buchpräsentation am Mittwoch habe ich versäumt, weil ich im Nanowrimo Fieber alles nicht unbedingt Nötige ausgeblendet habe und Donnerstags war ich in der alten Schmiede, um ein eigenes Stück Literaturgeschichte zu erleben und daher die Performance von Saul Williams versäumt.
Es hat für mich also erst gestern Nachmittag mit dem Thema „Die Freiheit dern Mund aufzumachen – wenn Lyrik eine Botschaft hat“, bzw., der sehr beeindruckenden Performance von Yuri Lane aus Chicago begonnen.
Das ist ein Schauspieler und Wortkünstler mit Hut, der einen Ausschnitt aus seinem Hip-Hop-Musical „Von Tel Aviv to Ramallah“ zeigte, das was wirklich sehr beeindruckend war. So etwas habe ich noch nie gesehen. Da ist einer herumgehüpft und hat seinen Körper als Maschinengewehr, Hubschrauber etc. benützt.
Dann gabs eine Diskussion zu dem bewußten Thema, bzw. eine Pause, weil erst die Technik adaptiert werden mußte, mit Saft und Wasser und einer Automatenliteraturaktion, wo man sich in einem dieser Fotoautomaten fotografieren lassen konnte und Thomas Ballhausen, Jörg Zemmler, Sophie Reyer, bzw. Judith Pfeiffer saßen im Hintergrund vor einem Computer und schrieben eine Textzeile auf die Rückseite des Fotos und der, der im Automaten saß, sollte „Los!“ schreien, bzw. sich auf die Nase greifen, wenn er fotografierbereit war und da die Rückmeldung fehlte, habe ich mein Foto erst heute mit einem starren Gesichtsausdruck und dem Satz „Was in meinem Kopf ist weiß nur er selbst“, von wahrscheinlich Jörg Zemmler, den ich nicht kenne, gefunden.
Lyrik also in allen ihren Formen, das berühmte Fried Bild von der Heide Heide auf der Literaturhauswand fehlte, Robert Huez sagte mir, es wurde heute in der Bibliothek aufgehängt, aber das Plenum eins unter der Moderation von Klaus Amann mit Esther Dischereit, der heurigen Preisträgerin, Robert Schindel, Nora Iuga aus Rumänien, Visar Zhiti aus Albanien und Barbara Hindegger war sehr interessant.
Zwei Nachkommen von Holocaust-Betroffenen, die ihr Leben im Versteck und Untergrund begannen und zwei Autoren, die aus Ländern kommen, in denen lang die Freiheit verboten war.
Nora Iuga las trotzdem ein in der Rumänischen Diktatur erschienenes, sehr offenes Gedicht vor, während Visar Zhiti, der von Andrea Grill übersetzt wurde, wegen eines solchen Gedichtes jahrelang im Gefängnis war.
Wie Barbara Hundegger dazu passte, habe ich nicht ganz verstanden, sie ist aber eine bekannte österreichische Avantgarde Dichterin.
Das Plenum II beschäftigte sich mit den verschiedenen Spielarten der Poesie. Geleitet hats der Josef Haslinger, der Yuri Lane nach Wien gebracht hat, es gab dann noch einen berühmten deutschen Poetry Slammer, der auch diese Text Box erfunden hat, bzw. dort mitarbeitet, mir im Vergleich zu Yuri Lane und Markus Köhle, den Slammer, den ich kenne, als eher leise erschienen ist, Michaela Falkner mit ihren Manifesten, die sich bei ihren Performances auf den Boden legt und einige Tage liegen bleibt, war auch dabei und Ann Cotton, die Priessnitz-Preisträgerin, die sich damals in eine Kiste setzen wollte und einen Band bei Suhrkamp hat.
Unterschiedliche Lyrikformen, die mit Erich Fried nicht viel zu tun haben, mehr mit Ernst Jandl und von dem gab es einen Film, wo er in der Royal Albert Hall aufgetreten ist.
Danach gab es, glaube ich, endlich was zu essen und die Poetinnennacht mit Lyrik aus Österreich, nämlich Gedichte von Elfriede Czurda, Maja Haderlap, Sonja Harter, Friederike Mayröcker, Judith Pfeifer und Angelika Reitzer und das war sehr interessant und spannend.
Bei der Präsentation von Friederike Mayröckers neuem Gedichtband war ich schon mit dem Alfred in der alten Schmiede, in Sonja Harter und Judith Pfeifer habe ich aber zwei sehr junge neue Stimmen erkannt, wobei ich Judith Pfeifer wirklich kennenlernte, von Sonja Harter habe ich schon einiges in den Manuskripten gefunden, bzw. hat Andrea Stift einen Link zu ihrem Blog und auch interessant, das Gedicht „feuertod, ins Wasser“ bezieht sich auf den Briefwechsel Bachmann-Celan, den ich gerade lese und da ich bis zur Besprechung noch etwas brauche, ist das ein Tip für den Otto und auch andere, inzwischen dieses Gedicht zu lesen.
Enthalten ist es in dem Gedichtband „laut lauter lyrik“, herausgegeben von Robert Huez und Anne Zauner, der zu dem Symposium bei Skarabaeus erschienen ist.
Zwei sehr interessante junge Frauenstimmen also, dann gabs nach einer Pause, die „Rotten Klinck Show“ mit Ann Cotten, Monika Rinck und Sabine Scho mit der ich nicht viel anfangen konnte, da mir hier die Poetik fehlte.
Drei jüngere Frauen streuten nach dem Motto „Gewalt an Dinge“ Zucker, steckten Brötchen in eine Mikrowelle und warfen sie ins Publikum, wobei sie theoretische Texte verlasen und ein drogensüchtiges Pferd tanzen ließen, was mir sehr improvisiert erschien.
Heute gings mit poetischen Kurzfilmen aus Österreich und anderswo weiter, die mir sehr interessant erschienen, darunter einen nach Celan-Gedichten, was wieder zum Briefwechsel passt. Dann gabs den Kuchen früher und vor dem Plenum drei, wo es um die Vermarktung von Gedichten ging, las Oswald Egger sehr beeindruckende Gedichte.
Nach einer weiteren Pause wurde es im Literaturhaus sehr voll, denn dann kamen „Attwenger goes Goas“ und unterhielten die Gäste mit oberösterreichischen Dialekt, Gesang und Zieharmonika.
Small talk heute und gestern, gelegentliche Gefühle von Isolation und Einsamkeit, aber mit der sehr kommunikativen rumänischen Autorin habe ich mich lang unterhalten, Josef Haslinger von meinem Blog erzählt und von ihm erfahren, daß er am Donnerstag nur deshalb nicht in der alten Schmiede war, weil die Filmpremiere seines „Vaterspiels“ stattgefunden hat und morgen geht es weiter mit der Verleihung des Preises an die Berlinerin Esther Dischereit und ich habe in Bezug auf Lyrik wirklich viel gelernt.

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