Literaturgefluester

2019-06-23

Das fünfte Buchpreisbloggen?

Im August wird es dann wieder eine deutsche Buchpreisliste geben, die dann im September, seit 2016 von der österreichischen gefolgt wird und ich lese ja seit 2015 eigentlich sehr eifrig mit.

Seit 2005 gibt es ja die Idee, um den Buchkauf anzukurbeln, glaube ich, weil der Preis vom Börseverein des deutschen Buchhandels gestiftet wurde, aus den deutschen Neuerscheinungen von einer Jury zuerst zwanzig Bücher auszuwählen, dann sie auf sechs zu reduzieren um am Vorabend der Frankfurter Buchmesse einen Gewinner oder Gewinnerin zu prämieren.

Bevor ich bloggte ist das ziemlich an mir vorbeigegangen. Da habe ich höchstens bei den Nachrichten davon erfahren und „Interessant!“, gedacht.

2008 hat dann Christiane Zintzen in ihrem „Inadäquat“, das es schon lang nicht mehr gibt, auf den Preis, beziehungsweise auf die Broschüre hingewiesen, aber dazu geschrieben, daß sie vergriffen ist.

2009 habe ich mich dann auf die Suche derselben gemacht, sie in Österreich nicht bekommen und mir die Bücher natürlich nicht gekauft, mir höchstens eines oder zwei davon zu Weihnachten oder zum Geburtstag gewünscht, mich aber in meinen Blogbeiträgen trotzdem darauf bezogen, habe ich halt die Bücher erwähnt, die ich von den nominierten Bücher kannte.

Dann habe ich begonne den Blog von „Buzaldrin“ zu verfolgen, der sich auch auf den dBp bezog und 2013 das „Fünf lesen zwanzig“ gründete, wo sie offensichtlich mit vier anderen beim Börseversein anfragte, ob sie die Bücher lesen können,  das auch taten und darüber schrieben.

„Wow habe ich gedacht!“ und eigentlich auch gleich hinschreiben wollen. Meine lange Leseliste, die ich schon damals hatte, hat mich aber daran gehindert und dann dachte ich auch, daß mir die deutschen Verlage, die Bücher wahrscheinlich nicht schicken würden, habe ich ja damals höchstens bei „Residenz“ oder „Haymon“ angefragt.

So habe ich den „Jung“ gefragt ob er mir Nellja Veremjes „Berlin liegt im Osten“ schicken könne und versucht das „Buchpreisprobenbüchein“, das ich damals beim Börseverein angefragt habe, zu bloggen.

Das habe ich dann gelassen, weil ich daraus überhaupt keinen Eindruck von dem Büchern bekommen konnte und 2014 hat es dann bei „Buzzaldrin“ das „Longlistenlesen“ gegeben. Da hat sie sich mit ein paar anderen zusammengetan, die Bücher vorgestellt, man konnte sie anfragen und sollte wenn man sie bekommen hat, auf seinen Blog vorstellen.

Ich habe das bei „Kastelau“ getan und 2015 bei „Buzaldrin“ gelesen, daß das Modell offenbar nicht so klappte, so daß es in diesem Jahr die offiziellen Buchpreisblogger gab, die dann erfreut  „Hurrah, hurrah, ich bin in einer Jury!“,  schrieen, was mich zugegeben ein wenig ärgerte, so daß ich wochenlang überlegte, ob ich mir die Bücher nicht vielleicht kaufen soll und dann nach Bekanntgabe der Liste  die Verlage anfragte.

Zehn oder elf habe ich auf diese Art und Weise bekommen, gelesen habe ich alle, zwei in einer Buchhandlung, von denen ich dann eines bekommen habe, vier habe ich mir vom Alfred kaufen lassen, zwei vom Otto ausgeborgt und war wohl ein bißchen verkrampft bei meinenKommentaren, weil mich eine der offiziellen Blogerinnen  nicht mehr veröffentlicht hat. Ich habe es gut gemeint und war sehr eifrig dabei. 2016 neunzehn Bücher bekommen und da gab es schon den österreichischen Buchpreis, da habe ich angefragt, ob sie mich vielleicht als offizielle Bloggerin haben wollten und keine Antwort gekommen, es also  für mich getan und 2017 waren es achtzehn Bücher, die ich gelesen habe und die zwei restlichen habe ich im Jänner darauf geschenkt bekommen, sie auf meine Leseliste gesetzt und bin jetzt beim Lesen.

2018 waren es auch achtzehn, aber ein Effekt des Anfragens war, daß mir einige der Verlage dann ihre Vorschauen schickten und da bestelle ich ja immer ungehemmt und so habe ich, glaube ich, bis Februar die Bücher abgelesen und kann mir jetzt die Frage stellen, ob ich mir das Buchpreislesen ein fünften Mal „antun“ soll?

Denn ein bißchen habe ich ja auch beim Lesen resigniert, denke, ich kann ja ohnehin nicht alles lesen und diese zwanzig sind ja ohnehin sehr ausgesucht, keine Krimis dabei, keine ChickLits und auch das nicht, was die Leute lesen wollen und ich habe ja so eine lange Backlist von beispielsweise Bücherschrankbüchern, vielleicht sollte ich die statt der Liste lesen?

Keine Sorge, das sage ich, plappern, würde es wohl der Uli nennen, dahin, ohne es wirklich ernst zu meinen, denn es hat ja auch meine Bücherbeschränkung keinen Tag gehalten, aber meine Backlist ist inzwischen schon  sehr lang und ich habe inzwischen auch einige Bücher gefunden oder bei Abverkäufen gekauft, die auf früheren Listen standen, die habe ich jetzt alle auf meine deutsche oder österreichische Liste, die ich im letzten Sommer auf meinen Sidebord veröffentlicht habe, gesetzt und denke, das sollte ich alles lesen und es wäre ja auch spannend, wenn ich nach Bekanntgabe der Longlist, mir diese Bücher vornehmen und darüber bloggen würde.

Dagegen spricht, daß es ja schön wäre, ein fünftes Buchpreisbloggen zu machen und dann vielleicht damit aufzuhören. Diesmal wäre es wahrscheinlich ein dreifaches, weil wir wollen ja statt auf die „Buch-Wien“ auf die „Buch-Basel“ und zum „Schweizer Buchpreis“ fahren und da würde ich auch diese Bücher anfragen, was ich bisher nicht machte.

Anfragen werde ich wahrscheinlich schon, das Ganze aber  lockerer nehmen und einePrognese kann ich jetzt, zwei Monate davor, überhaupt nicht geben, obwohl ich bedingt durch meinen Unfall, Knöchelbruch und Gips ja im März und April eine sechswöchige Veranstaltungspause machte und in dieser Zeit die Frühjahrsneuerscheinungen gelesen und gelesen habe, aber ob das die Bücher sind, die dann Daniela Strigl, Petra Hartlieb und die fünf anderen Juroren, auf ihre Liste setzen?

Wahrscheinlich nicht, denn das buch von John Wray und das der Tanja Maljartschuk wurden ja nicht auf Deutsch geschrieben.

Marlene Streeruwitz wird wohl darauf stehen,  Clemens J. Setz und die anderen Bücher, die bei den heurigen O Tönen vorgetellt werden.

Es ist ja auch noch Zeit sich mit der heurigen Buchpreisliste auseinanderzusetzen, werden meine Kritiker jetzt wahrscheinlich sagen, aber, ich lese ja gerade“ Buchpreis“.

Die „Schlafende Sonne“ von 2017, habe ich vor kurzem ausgelesen und den Peter Henisch vom öst 2016 und als nächstes würde die Sabine Gruber und die Birgit Müller Wieland von 2016 oder 2017 kommen.

In diesem Zusammenhang habe ich auch die anderen Ungelesenen auf meine Listen geschrieben und die Frage, wie wichtig der „Deutsche Buchpreis“ für mich ist, ist in Zeiten, wo ich mich ja mit meinen eigenen Büchern und meinen eigenen Schreiben, beschäftige, auch besonders wichtig.

Eine klare Antwort habe ich noch nicht, außer daß ich im August, wenn die Liste veröffentlicht wird, in der Schweiz sein werde und dort schweizer Bücher lesen werde, jetzt schon ein paar Herbst oder Sommerneuerscheinungen auf meiner Liste habe und da auch, wenn auch ein wenig zurückhaltender, als im Vorjahr angefragt habe und jetzt auch nach dem Lesemarathon vom März und April wieder besonders langsam lese.

Aber natürlich interessiert es mich, was die anderen schreiben und womit sie auf die Buchpreislisten kommen, ob ich aber ständig Buchpreisbücher von mittelalten Männern mit ihrer  Angst vor dem Sexverlust und dem Sterben lesen möchte, weiß ich auch nicht, es ist aber egal.

Lockerer werden ist die Losung und möglichst viel von meiner Backlist lesen, denn es sind ja auch sehr schöne Bücher, die sich bei mir angesammelt haben.

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2018-07-24

Madame Hemingway

Im März 2013 habe ich ernsthafte Bücherbeschränkungspläne geschwungen, alle meine ungelesenen Bücher in meine Leseliste eingetragen und mir geschworen mir wahrlich nie und nimmer mehr ein Buch zu kaufen, sowie ein solches aus einem Bücherschrank zu nehmen.

Das habe ich, glaube ich, gerade einen Tag eingehalten, denn dann bin ich in der Karwoche zu diesem verpatzten Vortrag in den Klub logischer Denker gegangen und da natürlich an einigen der Schränke vorbeigekommen.

Im „Wortschatz“ ist glaube ich Norbert Gstreins „Englische Jahre“ gelegen und in dem in der Zieglergasse,  Paula Mc Lain „Madame Hemingway“, ein Buch von dem ich zwar keine Ahnung hatte, um was es ging, das Cover ist aber damals in diversen Blogs aufgeschienen. Ich habe gedacht, du darst, brauchst, mußt nicht und habe dann nach dem Buch gegriffen, nach diesem und auch nach Michael Köhlmeiers „Idylle mit Hund“.

Am nächsten Tag habe ich mir zwar geschworen, die Bücher zurückzubringen, ging aber gar nicht so einfach, weil wir ja nach Harland in die Osterferien gefahren sind, dann habe ich sie behalten, Köhlmeiers „Idylle“ ist noch immer nicht gelesen, „Madame Hemingway“ auf meiner heurige Leseliste, ich habe da inzwischen ein bißchen umdisponiert, gerutscht und ist jetzt die zweite Biografie, in Folge, die ich lese, und nach Ralph Dutlis „Soutine“ wird noch Alfred Polgars „Marlene“ an die Reihe kommen.

„Madame Hemingway“, der Titel läßt schon darauf schließen, daß es sich dabei, um eine Frau oder Geliebte von Ernest Hemingway , dem Nobelpreisträger von 1954, von dem „Wem die Stunde schlägt“ im Bücherkasten meiner Eltern gestanden ist, „Fiesta“ und „in einem fernen Land“ habe ich gefunden, aber noch nicht gelesen, der „Alte Mann und das Meer“ ist, glaube ich, Schulstoff und hat mir nicht so besonders gut gefallen und Alkoholiker war Ernest Hemingway, glaube ich, auch.

Von seinen Frauen hatte ich aber keine Ahung und nicht gewußt, daß die 1891 geborene Hadley Richardson, die erste Frau des acht Jahre jüngeren Hemingway war und die 1965 geborene Paula Mc Lain, die kreatives Schreiben studierte und in einigen Künstlerkolonien gelebt hat, hat aus den biografischen Quellen, wie sie anmerkt, aus Briefen und Tagebüchern einen Ich-Roman mit der Stimme von Hadley daraus gemacht. Ein paar Szenen sind auch dem Meister selbst gewidmet, der dabei ziemlich unsympathisch hardcoremäßig daherkommt.

Hadley Richardsen, eine Pianistin hat den Jüngeren in den Neunzehnhundertzwanzigerjahren kennengelernt. Sie heiraten bald und  zog mit ihm nach Paris, wo sie in Künstlerkriesen lebten, mit Gertrude Stein, F. Scott Fitzgerald und anderen befreundet war.

Hemingway war in dieser Zeit journalistisch tätig, mußte während der Griechenland-Türkei Konflikte an die Krisengebiete reisen und ließ seine Frau ungerührt, für Monate allein zuirück. Er betrog sie auch mit anderen Frauen. Dafür hat sie seine Manuskripte, die sie in einen Koffer packte und zu ihm bringen wollte, im Zug verloren und schwanger wurde sie auch bald, obwohl Hemingway eigentlich kein Kind wollte.

Es wurde aber sohn Bumby geboren. Da ging das Paar kurz nach Amerika zrück, da Hemingway aber nur einen schlechtbezahlten Redakteursposten hatte und von seinem Chef schikaniert wurde, gingen sie bald, obwohl sie in prekären finanziellen Verhältnissen lebten, wieder nach Paris zurück, beziehungsweise nach Spanien zu den Stierkämpfen.

„Fiesta“ wurde geschrieben, die Sammlung „Three Stories and Ten Poems“ wurde veröffentlicht und Paula  McLain deutet an, daß Hadley Hemingway künstlerisch gefördert hat. Die Winter verbrachte das paar trotz der schlechten finanziellen Verhältnisse in Voralberg, in Schruns und da lernte  Hemingway bald Pauline Pfeiffer kennen, mit der er Hadley ungerührt betrog. Die Ehe wurde geschieden. Pauline wurde Hemingways zweite Ehefrau, die dritte Martha Gellhorn, die vierte Mary Welsh.

Hadley hat auch wieder geheiratet und Hemingway hat sich 1961 umgebracht. Vorher kam es laut Pula Mc Lain noch zu einer Begegnung der beiden und ich kann sagen, daß es sich gelohnt hat, die Vorsätze gebrochen und das Buch nicht zurückgebracht zu haben.

Jetzt habe ich mein Wissen über Ernest Hemingwax, der in dem Buch, wie schon geschrieben, nicht sehr sympathisch erscheint, aufgefrischt und das 2011 bei „Aufbau“ erschienene Buch scheint heute wieder vergessen,  auf jedenfall ist es von den Blogs verschwunden, aber ich habe ja, bevor das Herbstneuerscheungs- und das Buchpreislesen beginnt, vor, meine Backlist aufzulesen und mal sehen, viellecht kommt Hemmingway auch noch  im Original an die Reihe.

2016-07-25

Das zweite Lesehalbjahr

Jetzt kommt wieder eine Glosse, beziehungsweise das Eingestehen einer Schwäche oder Stärke, man kann das ja drehen und wenden, wie man will und möchte, denn wenn man neugierig ist und irgendwie ganz heimlich oder auch schon ziemlich offen, den Anspruch hat, möglichst alle Bücher zu lesen und gleichzeitig auch seine Bücherbeschränkungspläne und seine Leselistenpläne irgendwie auch einhalten will, muß man zwangsläufig scheitern, das geht gar nicht anders.

Ist das ja, wie die Quadratur des Kreises oder irgendwie auch anders, denn Lesen ist ja schön und eigentlich ist es auch herrlich, daß es so viele Bücher gibt und so viele Leute schreiben und das tue ich ja auch und habe gerade mit dem Alfred das „Dummie“ der „Nika, Weihnachtsfrau“ bestellt. Das wird nächste Woche kommen und mit den „Berührungen“ hoffe ich derzeit ja auch bald fertig zu werden, damit ich mit meinem Sommerbuch „Claire Klara Clarissa“, vielleicht doch noch vor dem „Nanowrimo“ anfangen kann.

Über meine Lesepläne oder den Badezimmerstapel, den ich vor ein paar Wochen zur Seite geräumt habe und mir ausgerechnet habe, welche Bücher davon ich heuer wahrscheinlich, doch nicht mehr lesen will, habe ich ja schon geschrieben und auch gedacht, es dabei zu lassen, beziehungsweise bin ich in meine heurigen Sommerfrischenwochenende gestartet und habe da ja ein paar ganz alte DDR-Bücher überm Bett liegen, den „Tod des Vergil“, eigentlich kein Sommerbuch oder doch vielleicht, wenn ich da sehe, daß die Kritiker und Feuilletonisten zum Lesen der „Odyssee“ als Sommerkeltüre, statt Hennig Mankell oder einem Ostfriesenkrimi raten und in Wien lockt ja die Vicki Baum, aber bevor ich zu ihr komme, muß ich noch Ruth Schweikerts „Ohio“lesen, da ich mit Richard Wagners „Habseligkeiten“ jetzt fertig geworden bin.

Dann lese ich aber auch immer gerne Blogs oder schaue die Vlog-genannten Videos und da gibt es ja Sophie Palme und die präsentierte vor kurzem ihr letztes Lesehalbjahr, was mich dazu anregte, auch über mein noch vor mir liegendes nachzudenken, beziehungsweise nachzudenken, wieviele Bücher ich von meiner langen Leseliste bis jetzt geschafft habe?

Jetzt ist der Juli schon ziemlich fortgeschritten, habe aber bis jetzt sechsundsiebzig Bücher gelesen und wenn ich das verdoppele, werden es wahrscheinlich hundertvierzig bis hundertfünfzig werden.

Also weniger, wie bisher, das habe ich schon geschrieben, daß ich seltsamerweise langsamer werde und ab August bezüglich der deutschen und der österreichischen Buchpreisliste bezüglich meiner Leseliste wahrscheinlich nicht mehr wirklich weiterkommen werde.

Also endlich die Vicki Baum lesen und dann die Schmankerln, die ich eigentlich unbedingt schaffen,möchte, dazu gehört ja der Franzobel, den ich auf der vorletzten Buch-Wien gewonnen habe, den Richard Schuberth, der seltsamerweise bei den O-Tönen als Debut präsentiert wird, obwohl es, glaube ich, nicht sein erstes Buch ist und auch schon im letzten Jahr erschienen ist.

„Licht im August“, sollte ich eigentlich lesen, Martina Wieds „Rauch über St. Florian“ sollte ich als Sommerbuch lesen und dann noch Arno Geigers „Uns geht es gut“, Erich Landgrebes „Adam geht durch die Stadt“, Jürgen Benvenutis „Kolibri“ Carla Federicos „Im Land der Feuerblume“, Sabine Grubers „Stillbach oder die Sehnsucht“, Amarylis Sommerers „Krimis“ und und und, denn darauf habe ich mich, als ich die Bücher gefunden oder aus den Abverkaufskisten gezogen habe, ja sehr gefreut.

Aber die Buchproduktion schläft nicht und wenn man, wie ich regelmäßig zu Lesungen geht, wächst die Neugier und so habe ich, nach dem es bei den O-Tönen jetzt ja so eine Reihe gibt, einige Debut angefragt, Susanne Mewes Roman, die letzte Wartholz Gewinnerin, interessiert mich natürlich und ich bekomme auch manchmal Anfragen von Verlagen und Agenturen, wo ich eigentlich angesichts meiner überlangen Leseliste „Nein!“, sagen sollte und es doch nicht tue.

Denn eigentlich, glaube ich, möchte ich ja alles lesen und es ist auch eigentlich egal ob ich mit dem Alten oder Neuen anfange oder eigentlich denke ich und hat sich auch bestätigt, die Mischung machts und so habe ich von Bernhard Kellermann, einem eigentlich zimelich vergessenen DDR-Autor „Die Stadt Anatol“ hervorgeholt, habe Elfriede Vavriks „Nackbadestrand“ gelesen, als jemand im „Literaturcafe“, nach Literatur für oder von Alten fragte und der Sexbericht einer neunundsiebzigjährigen alten Dame ist eigentlich sehr interessant, auch, wenn ich bei allem nicht glaube, daß es so ist oder es bei mir anders vorstellen könnte.

Also werden es in den nächsten fünfeinhalb Monaten sicher wieder viele neue Bücher werden und neue Versuchungen kommen und eigentlich schön, wenn man so einfach anfragen und sich durch die Bücherlisten lesen oder im Schrank auch einmal einen „Inselkrimi“, Paulus Hochgatterer „Die Süße des Lebens“, den Bestseller aus 2007 oder einen alten Jan Peter Bremer finde.

Ich weiß, sein Bachmannpreis hat mir nicht so besonders gefallen, aber vielleicht mache ich beim „Palast im Koffer“ eine Überraschung und ansonsten bin ich schon sehr neugierig, was in einem Monat auf dieser Liste stehen wird. Diesmal werde ich alles anfragen und nur lesen was kommt, die Hälfte würde ich einmal vermuten, aber dann gibt es ja noch soviele andere Neuerscheinungen und Lyrik, sollte ich  auch noch lesen und Dietmar Füssel hat mir gerade gemailt, daß er mir die Neuauflage eines seiner früheren Büchern  schicken wird.

Also wird es die Mischung machen und ich werde wohl noch einige Bücher auf meine übervolle Leseliste schreiben und dann im Dezember ein paar, die ich auch gern gelesen hätte, wieder hinunternehmen.

Aber wenn ich auch nur sehr zögernd zu meinem Vicki Baum Schwerpunkt komme, der Stefan Zweig Schwerpunkt war ja nicht eingeplant und auch sehr wichtig und die Buchdebuts sind spannend, aber auch das, was die vielleicht unbekannteren Autoren in den österreichischen und deutschen Kleinverlagen und natürlich auch die Selfpublisher schreiben, denn das finde ich auch sehr interessant.

2016-06-21

Veränderter Leselistenplan

Wenn man sich so meine heurige Leseliste ansieht, wird man merken, daß ich sie wieder nicht einhalten kann. Zuviel hinaufgesetzt und hineingestopft werden meine Kritiker wahrscheinlich, in Zeiten wo man in den Blogs überall von Loslass und Aufräum- und Bücheraussetzplänen lesen kann, mahnen.

Da bin ich nun nicht unbedingt eine Freundin dvon und geabe noch immer nur doppelte Bücher her, daß es mit meinen Leselisten nicht mehr ganz klappen wird, ist aber schon seit zwei Jahren so und auch kein wirkliches Problem, wenn ich im Laufe des Jahres etwas anderes gelesen habe, als ich eigentlich plante.

Wenn ich das wieder zusammenfasse, bin ich auf die Idee mit der Leseliste eigentlich 2010 gekommen, vorher hatte ich keine, nur sehr viele ungelesene Bücher in den Regalen, weil es ja damals schon die Büchertürme bei „Literatur im März“ gegeben hat, die offenen Bücherschränke noch nicht, die sind erst 2010 nach Wien gekommen und da hat es dann im Herbst eine Herbstlese- beziehungsweise etwas später eine hundert Bücher Callenge, das war, glaube ich schon 2011, gegeben, wo ich mir  hundert Bücher aufgeschrieben und die dann auch wirklich und darüber gelesen habe. Das war der Beginn der Bücherliste, die angewachsenen ist und angewachsen…

Angewachsen ist auch mein Leseverhalten, von neunzig Bücher, auf hundertfünfzehn, hundertvierundfünfzig, bis auf hundertsechsundsiebzig, dann war aber Schluß und ich habe angefangen jedes Jahr etwas weniger zu lesen und heuer werden es wahrscheinlich an die hundertzwanzig bis hundertdreißig Bücer sein.

Es stehen aber schon über zweihundert auf meiner Liste, beziehungsweise liegen im Badezimmer auf dem Stoß und ich merke, daß ich das nicht schaffe, habe ich von ersten Büchern ja erst zwölf gelesen, dafür aber schon neunundreißig ungeplante andere, komme nicht und nicht zu meinem Vicki Baum Schwerpunkt, dafür habe ich heuer aber schon einen Stefan Zweig und einen Heimito von Doderer Schwerpunkt eingeschoben, weil ich die für mein Work in Progress brauchte und das Buchpreisbloggen, auf dessen Idee mich Mara Giese eigentlich schon 2013 brachte, 2015 bin ich es dann wirklich angegangen, wird es heuer in moderaterer Form auch geben, das heißt ich werde ich Verlage anschreiben und lesen was kommt, mehr wahrscheinlich nicht, also keine Buchhandlungssessions, etcetera, dafür wird es heuer aber einen österreichischen Buchpreis geben und da stehen dann auch zehn Bücher auf der langen Liste, wovon es zwar wahrscheinlich einige Überschneidungen zur deutschen geben wird, aber da will ich auch darüber bloggen.

Jetzt haben wir Mitte Juni, also Halbzeit, ich schaue mit etwas schlechten Gewissen, auf die fünf Bücher, die ich noch lesen sollte, bevor es endlich an die Vicki Baum geht und in eineinhalb Wochen geht es auch in eine, wenn auch etwas reduziertere Sommerfrische mit einem eigenen Bücherstoß und Mitte August kommt schon die dBp lange Liste, Rezensionsexemplare warten auch und wollen dazwischen geschoben werden.

Wie soll ich das alles schaffen? Richtig, ich soll und muß gar nicht, ich will eigentlich, unbedingt den Richard Schuberth lesen, die Vicki Baum, den Franzobel und und….

Bei anderen habe ich mich schon abgefunden, daß ich es im Dezember, wie in den letzten zwei Jahren wieder zurücktragen werden, aber das und das will ich eigentlich lesen, habe ich gedacht und schon gestern morgen zu räumen und zu zählen begonnen und mir dann im Badezimmer einen Stoß von den Bücher gemacht, die ich unbedingt lesen will.

Das sind etwa siebenundzwanzig Bücher, den in Harland muß ich noch machen und wenn man dann rechnet, daß von den dreißig deutschen und österreichischen Bp-Büchern circa die Hälfte zu mir kommen könnten, dann geht es sich mit den sechzig Büchern, die ich in diesem Jahr noch lesen werde, vorausgesetzt, daß ich nicht zuviel außertourlich anfrage und nicht zu oft bei Angeboten, die zu mir kommen, nicht nein sagen kann, ganz gut aus und für das nächste Jahr habe ich wieder vor mehr auf meine Leseliste zu achten Da aber da schon über hundertfünfzig draufstehten und ich vielleicht nur hundertzwanzig schaffe, ist eigentlich klar, daß es vielleicht wieder nicht ganz klappt.

Also komme auch ich wahrscheinlich nicht ganz darum herum ein wenig selektiver zu lesen, das heißt mehr nein zu sagen, obwohl ich das eigentlich nicht will und das ist wahrscheinlich der Knackpunkt, jemanden zu sagen „Ich will dein Buch nicht lesen!“

Deshalb lese ich ja vielleicht auch Krimis, Chicklits, Selbstgemachtes, neben dem Experimentellen und dem Buchpreisroman und will das eigentlich auch nicht rangreihen.

Aber alles kann auch nicht lesen und ein bißen genauer schauen, kann vielleicht nicht schaden und wenn es nicht klappt, macht es zwar auch nichts, nur wenn ich jetzt zum Bcherschrank gehe und dort vielleicht die neue Julya Rabinowich oder den neuen Köhlmeier finde und weiß, daß ich das erst in zehn Jahren lesen kann, ist es auch nicht so lustig, also doch ein bißchen selektiver, obwohl es mit meinen Bücherbeschränkungsplänen, die ich vor ein paar Jahren, ganz ehrlich vorhatte, nicht klapte.

Macht aber nichts, wenn ich dann eine ganz andere Liste, als gelplant lese und so habe ich heuer ja auch schon den Bora Cosic, die Jagoda Marinic und Marica Brodozic neben dem Stefan Zweig und Heimatio von Doderer vorgezogen und werde die Pearl S. Buck die ich ja auch lesen wollte, auf später verschieben.

Also mal sehen, ob ich den neuen Bücherstoß im Badezimmer schaffe und bin ich natürlich schon neugierig, was da auf den beiden Buchpreisisten stehen wird, die im August und September veröffentlicht werden?

Sehr viel davon werde ich ja wahrscheinlich nicht gelesen haben, die Ronja von Rönne vielleicht, die Anke Ravic Stubel, der Jan Böttcher, die Nellja Veremej, die Gertrud Klemm?

Denn soviel habe ich im Frühjahr nicht angefragt. Also wird es vielleicht ganz spannend sein,  im Hebst das Fehlende zu ergänzen und etwas anderes.

Diese Mischung aus Alten und aus Neuem machts vielleicht interessant  und es gibt bei den Bloggern ja auch diese ältere Bücherschallenge, die ich heuer ganz besonders erfüllt habe.

2016-06-19

Rapid, Rapid…

Filed under: Bücher — jancak @ 11:47
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Die meisten meiner Leser werden es ja wissen, wir leben gerade in Fußball bewegten Zeiten und schauen vielleicht selber am Abend jeweils in der Fanzone oder vor dem Fernsehkasterl mit Chips, Grillwürstln oder zu einem Fußball geformten Hamburger zu, aber ich, das wissen meine „Fans“ vielleicht auch, interessiere mich, trotz Fußball begeisterten Mann, der dann ins nächste Kaffee- oder Wirtshaus geht und einer solchen Schwiegermutter nicht dafür, zumindest nicht reel, literarisch natürlich schon, denn da kommt man, weil es ja Fußball begeisterte Autoren und Fußballbücher gibt nicht darum herum und ich lese ja alles, was auf meiner Leseliste steht, soweit ich dazu komme und 2008 war ja die EM oder WM in Wien, nicht einmal das weiß die Literaturbesessene, die ja  gar nicht rechtschreiben kann und Bürgermeister Häupl, ich glaube, ein gleichermaßen Literatur- wie Fußballbegeisteter, hat 2007 Nick Hornbys „Fever Pitch“ aus diesem Grund zum Buch der „Eine Stadt-ein Buch-Aktion“ gemacht, das habe ich dann 2008 gelesen, noch nicht wirklich darüber gebloggt und auch nicht verstanden, denn wenn da ein Fan von einem zum nächsten Fußballmatch zieht, ist das nicht wirklich interessant, finde ich, Reinhold Aumaier und der inzwischen leider verstorbene Wendelin Schmidt Dengler haben sich als große Fans geäußert und inzwischen sind auch einige Fußballbücher in meine Regale gekommen, das des 1953 in Linz geborenen Reinhold Aumaiers stammt, glaube ich, aus den Büchertürmen der „Literatur  im März“ und  ist bei „Resistenz“ erschienen und da habe ich ja einmal bei einem Gewinnspiel drei Bücher gewonnen, zwei davon habe ich davon schon gelesen, das dritte, obwohl der Verleger, ein Mitautor war, nicht, denn es war ein Fußballbuch und ich interessiere mich ja nicht-, eh schon wissen-, habe es dann bei meinen Bücherbeschränkungsaktionen, wie das Auaier-Buch trotzdem auf meine Leseliste gesetzt. Voriges Jahr wäre es dran  gewesen, aber da war, glaube ich, keine E- und auch keine WM, also muß es noch warten, das Aumaier-Buch habe ich aber gestern und heute gelesen und gestern hat ja Österreich gegen Portugal unentschieden gespielt, wie ich vom Alfred, nach dem Nachhausekommen, hörte und vor ein paar Tagen gegen Ungarn verloren.

Das Buch, ein „Match-Tage-Buch“, ist 1999 erschienen und beschreibt das Leben seines Fußballfans zum hundertsten Geburtstag seines Clubs, zieht also 1998, da gab es auch eine W- oder EM und da hat Frankreich gewonnen, ob überhaupt oder nur ein Spiel weiß ich jetzt auch nicht, die Anna war da aber gerade auf Sprachurlaub und hat mir erzählt, daß ihreMadame, bei der sie wohnte, zu diesem Anlaß ihren Gästen ein Glas Sekt servierte, von Matsch zu zu Match.

Der fast Gleichaltrige, mit dem ich einmal zum „Dichterfasching“, sonst darf ich ja mit meinen selbstgemachten Büchern nicht, in der „Gesellschaft für Literatur“ las und auch eines seiner Bücher im Schrank gefunden hat, hat einen Sohn, namens Jakob, der ziert mit grünen Schal und grüner Mütze das Titelbild und mit dem zieht er von Matsch zu Matsch, die ebenfalls Fußballbegeisterte „Frau Mutter“ fiebert dazwischen von zu Hause mit, „verhext“ die Tore, unterstützt Sohn und Enkel, damit das Geld für die Fahrt und den Eintritt reichen, bekommt dafür die Fanleiberl geschenkt und verleiht sie wieder zurückt und so habe ich jetzt Reinhold Aumaier durch das Jubiläumsjahr begleitet und vieles nicht verstanden, denn die Namen der Spieler und der Trainer sagen mir ja nicht sehr viel, aber trotzdem einen sehr interessanten Eindruck aus dem Leben des „Kulturarbeiter“s, der von cirka „achttausend bins zehntausen Schillingen“, den es damals ja noch gab, im Monat leben muß, während Spiztensportler ja viel mehr verdienen, bekommen.

Spitzenliteraten gibt es ebenfalls und Reinhold Aumaier geht  auch manchmal, statt zu einem Matsch, wie beschrieben in die “ Gesellschaft für Literatur“ oder in die „Buch-Woche“, die es damals ebenfalls noch gab und erzählt davon.

Die Matchs seines Lieblingsvereins, denn „RAPID, RAPID, mir halten z`amm, egal was kummt im Leb`n, RAPID wird`s  immer geb`n, mei Herz is stolz a Greaner z` sein“, finden in Salzburg, Linz, Wien, im berühmten Hanappi-Stadion in Hütteldorf statt und dazu muß er manchmal, bestens bewacht von der Polzei, mit dem Zug fahren, nach Bordeaux kommt er auch und lernt dafür, was ich sehr köstlich finde, Französisch, weiter reicht das Geld nicht oder gibt es vielleicht auch keine Spiele und wenn ihn Kinder auf der Straße als „Rapidler“ erkennen, ist er auch sehr stolz, siehe oben.

Es wird in dem Buch aber auch philosphiert und Probleme angesprochen, die den Fußball, wie auch einem so unbedarften Fußballmuffel, wie mir bekannt, sind, die der Einkaufs-und Verkaufspolitik zum Beispiels, die der Korruption, Doping kommt glaube ich nicht vor. Es wird aber ein Brief zitiert, die der Verein an seine Fans geschrieben hat, als die einmal einen farbigen Spieler auspfiffen oder mit „Uhuhuh-Rufen begrüßten.

„Die Fans sollen sich beherrschen oder denen die das nicht können „Ihr seid die Affen!“, zurufen!“

Reihold Aumeier ist dagegen und meint, die Spieler würden das schon aushalten und wenn er in Afrika spielen würde, würden ihn solche Zurufe  nicht stören!

Das sind wir schon beim nächsten Thema, ist ja Reinhold Aumaier, wie auch die IG-Autoren, die ja, glaube ich auch eine eigene Fußballmannschaft haben, selbst aktiver Spieler und „Residenz“ hat das auch, die eigene „Resistenz-Mannschaft“.

Zumindest kann man die Namen Daubenmarkl, Aumaier, Baum, Schmid, Schandor, Zemme, Habringer, Friedwagner,  Kaip, Alfare, Langwiesner, am Schluß lesen und man kann sie auch unter dem Titel „Resistenz spielt Fußball“ für die Frankfurter Buchmesse, Leipzig, Linzer Herbstlese oder die (inzwischen in die Buch-Wien) verwandelte Wiener Buchwoche „-jederzeit stehen wir als Partner am Rasen zur Verfügung!“- buchen.

Ob Reinhold Aumaier das gestrige Match gesehen hat und was er dazu sagte, weiß ich nicht, wenn man ihn aber literarisch kennenlernen will, kann man das im derzeitigen „Wochenend-Standard“ machen, denn da gibt es, Zufall oder nicht, ein bislang unveröffentlichtes Gedicht „Urlaubswoche heiß ersehnt“ von ihm im  „Album“ zu lesen.

Und ich werde mich zunächst an Hans Fallada machen und dann wieder zum Sport zurückkehren, hat ja der „Holzubaum-Verlag“, der mich immer so freundlich mit seinen Büchern versorgt, zum Ereignis „Brot &Spiele- Cartoons und Karikaturen“ herausgegeben und richtig, „Cartoons über Fußball“ gibt es auch. Die hätte ich jetzt fast vergessen.

2015-12-20

Lese- und Schreibbericht

Der Dezember ist ja durch den Adventkalender, beziehungsweise, dem Versuch weihnachtlich zu bloggen ziemlich ausgelastet, Veranstaltungen hat es auch gegeben und eine ziemliche Leseliste, die ich noch „abarbeiten“ will, so sind die Schreibberichte in der letzten Zeit vielleicht ein bißchen zu kurz gekommen und da gibt es einiges zu berichten.

So habe ich in den letzten Tagen sowohl die „Selma“ als auch die den „Sommernanowrimo“ durchgesehen.

Die „Selma“ ist ja schon ziemlich ferttig, da geht es um die letzten Fehler, wie schreibt man beispielsweise Houellebecq, bevor es an den Digitaldruck gehen wird.

Vor Weihnachten wird  das wahrscheinlich nicht mehr fertigwerden, so wird das Buch voraussichtlich wieder im Jänner erscheinen und mit der „Sommergeschichte“ fängt der Alfred gerade zum Korrigieren an. Da brauchen wir auch noch das Titelbild, das den Hund „Ouzo“ zeigen soll und dann wird Buch sieben- und achtundreißig, wenn ich mich nicht irre und durcheinander komme, fertig sein.

Ich korrigere inzwischen an meinen „Adventkalender“, beziehungsweise habe ich am Donnerstag im „Read!!ingroom“ daraus gelesen und am Samstag noch ein Fensterchen in den Blog gestellt.

Wenn mir im Dezember der Blogstoff ausgeht, es gibt ja jetzt keine Veranstaltungen mehr und ich mit dem Lesen nicht nachkomme und auch sonst den Weihnachtlichen Alltag nicht beschreiben will, kann ich noch andere Kapitel hineinstellen, mein Adventkalender geht ja bis in den etrsten Jänner, weil ich vorher keine fünfzigtausend Worte hatte und dann geht es irgendwann wieder an das neue Schreiben.

Da habe ich  neulich geschrieben, das ich keine Ahnung hätte, was ich als nächstes schreiben soll, weil ich schon über alles geschrieben und alle meine Themen angerissen habe.

Stimmt nicht ganz, werden meine Leser jetzt vermuten, beziehungsweise verrate ich, es ist mir etwas eingefallen und das könnte auch etwas Neues, abseits von den bekannten Pfaden, depressive Frau, Büchersammlerin, prekäre Arbeitsverhältnisse, Älter werden, Sterben, Demenz, etcetera, werden.

Nämlich ein Roman mit dem spannenden Titel „Paul und Paula“ und die Paula kann ich gleich verraten, ist als Paul geboren worden und umgekehrt und die Treffen sich im „Gasometer“, wo sich Paula ihrem neun roten Seidenkleid und Stöckelschuhen präsentieren will und  haben sich gekannt, sind beziehungsweise  als Paula und Paul gemeinsam in die Schule gegangen, er ist dann Informatiker geworden, sie hat Kunstgeschichte studiert und jetzt treffen sie einander wieder und räsumieren über ihr Leben.

Eine Geschichte, wo ich  zeigen könnte was ich kann, beziehungsweise mir was Neues ausdenken und die bekannten Pfade verlassen muß.

Mal sehen, wie es geht, bevor ich mit dem Korrigieren der Nika nicht fertig bin, fange ich nicht damit an.

Das sind so die Schreibepläne und was das Lesen betrifft, bin ich  entgegen meiner Bücherbeschränkungspläne in der letzten Zeit auf einigen Flohmärkten gewesen und habe mir sehr viele Bücher sehr billig gekauft und so kann ich jetzt Andrea Winkler, Lutz Seilers „Kruso“, Sascha Stanisic „Vor dem Fest“ etcetera in zehn Jahren lesen, während mir für heuer noch die Bücher bleiben, die nicht auf der LL standen und die ich bei „Buzzaldrin“ gewonnen habe.

Ich habe auch noch bei Tobias Nazemi vom „Buchrevier“ einem anderen, der glorreichen Bücherblogger, ein Buch gewonnen, nämlich Wilhelm Bartschs „Amerikatz“, denn der hatte  eine Bloggeraktion, wo man zwanzig dieser Bücher gewinnen konnte.

Einige der Bücherblogger wollen ja sehr eng mit Verlagen zusammenarbeiten und bieten sich für solche Aktionen an.

Ich verstehe da meinen Blog anders, nämlich als mein persönliches literarisches Tagebuch, als die Präsentation meines Schreibens, Lesens und  Veranstaltungskalender, mein Weg in den Literaturbetrieb hieneinzukommen oder mich neben ihm zu zeigen, wie es einmal Hans Raimund in Frage stellte.

Ich will mit meinen Blog nichts verdienen, sondern zeigen, da ist eine, die schreibt und liest und interessiert sich sehr für Literatur, schaut her und interessiert euch auch dafür!

Funktioniert nicht ganz oder nicht so, wie es mir wünschen würde, denn ich habe nicht sehr viele Kommentare und schaffe es auch nicht sehr viele meiner Leser zu meinen Lesungen zu bringen oder sie für meine Bücher und Gewinnspiele zu interessieren, aber ich bekomme immer öfter Bücher von Verlagen oder Autoren angeboten und da sage ich selten „Nein!“, sondern greife ich zu, denke, eines geht schon noch und so werde ich auch 2016 an dem Kunststück zu üben haben, möglichst alle mir vorgenommenen Bücher zu lesen und nicht, wie in den letzten zwei Jahren, immer mehr auf später zu verschieben.

Ach ja, es gibt soviele oder auch zuviele Bücher und ich interessiere mich sehr dafür,  will sie eigentlich alle lesen,  und ich eine Auswahl, wie „Ich lese nur gute Bücher!“,nicht treffen will, denn was ist ein gutes Buch? Gür mich sind das  eigentlich die meisten.

Also spannend beispielsweise dieser Literaturhaus-flohmarkt, mit dem ich mich  bisher nicht beschäftigt habe und jetzt am letzten und am vorletzten Tag zweimal hinging und gesehen habe, da kann man wirklich die „Haymon“ „Droschl“, „Residenz“ und auch andere Bücher, oft noch im Erscheinungsjahr, um zwei Euro kaufen, während sie ja sonst an die zwanzig kosten.

Die Buchhänder werden stöhnen, ich finde das toll, obwohl ich mir  angesichts meiner langen  Leseliste keine mehr kaufen sollte. Aber was soll ich machen, ich interessiere mich dafür und habe den Ehrgeiz möglichst viel zu lesen und so bin ich schon auf das nächste Jahr gespannt, beziehungsweise bin ich neugierig, wie es mir da mit meinen Bücherbeschränkungsplänen geht, die ich mir immer vornehme, aber  angesichts des Bücherreichtums um mich herum, dann nicht schaffe oder vielleicht auch nicht wirklich schaffen will.

2015-08-26

Leselisten-Sorgen

Neun der LL-Bücher wurden mir bis jetzt, glaube ich, avisiert, das der Gertraud Klemm hatte ich schon zu Hause und auf der 2016 Leseliste stehen, fünf Bücher könnte ich mir vom Alfred zu Weihnachten und zum Geburtstag schenken lassen und die restlichen fünf mir vielleicht vom Otto ausborgen oder wieder in den Buchhandlungen lesen. Vierzehn würde ich mal schätzen, könnte ich bis zur Shortlistnominierung schaffen und den Rest dann bis zur Preisvergabe, wenn nicht zu viele dicke dabei wären und auch andere Bücher, die dazwischen gelesen werden möchten, wie jetzt der „Susan-Effekt“, den ich durch die „Hanser-Bloggeraktion“ bekommen habe, das neue Buch des Dänen Peter Hoeg, das jetzt zwischen all der Longlisteneuphorie offenbar vermarktet werden soll und dann habe ich auf meiner eigenen Leseliste, die ich wegen meiner Longlisteneuphorie ja sträflich vernachläßige, auch das Buch „Jesuitenwiese“ stehen, das über das „Volksstimmefest“, das mir der Alfred im Vorjahr kaufte, ich setzte es auf die 2016 Leseliste und habe mir vorgenommen, es heuer vor oder während des Volksstimmefestes zu lesen und vom „Residenz-Verlag“ sollten eigentlich auch einige Bücher kommen, gibt es da doch eine Anthologie der Petra Hartlieb, den Debutroman der Verena Mermer und und und es macht den Eindruck, als wäre die Bestellung verloren gegangen oder hätte der Verlag, die Bücher nicht mehr für mich, was einerseits sehr schade ist, andererseits habe ich durch das Longlistenlesen ohnehin genug zu tun und eine elendslange Leseliste, die ich dadurch ganz sicher wieder nicht schaffen werden.

Es gibt zuviele Bücher, weil sehr viele Leute schreiben und immer weniger Leute lesen, ich gehöre zu letzteren nicht dazu und so haben die offenen Bücherschränke, die es seit 2010 ja in wachsender Anzahl gibt, eine große Anziehungskraft für mich und da kann ich auch nicht vorrübergehen, wenn so viele schöne Schätze darinnen liegen, obwohl ich mir  immer vornehme, nur das wirklich Besondere zu nehmen, aber stehe ich davor, ist alles interessant und ich lese  auch gerne Krimis, Chitlits, Vicki Baum, Pearl S. Buck und und und so ist meine Leseliste in den letzten Jahren endlos angewachsen, so daß ich sie beschränken sollte, müßte und das irgendwie nicht kann, obwohl sich schon einige Presse- und Verlagsmenschen darüber mokiert haben.

Bei meinen Bücherbeschränkungsplänen bin ich auf die Idee gekommen, mir die Jahresleselisten, die ich  schon an die zehn Jahre voraus habe, bis hundertfünzig anzufüllen, dann habe ich noch Platz für zwanzig Rezensionsexemplare, habe ich gedacht und es geht sich locker aus, wenn ich an die hundertfünfundsiebzig Bücher im Jahr lese.

2013 hat das glaube ich so in etwa geklappt, das Jahr darauf schon nicht mehr und da habe ich einen Haufen ungelesener Bücher auf den St. Nimmerleinstag verschoben und dabei habe ich da ja noch nicht LL gelesen, sondern tapfer gedacht, würde ich zwar gern, kann aber nicht, aber jetzt haben mich die offiziellen Bücherblogger auf die Idee gebracht und ich denke fast, ich werde das ab jetzt immer tun, will aber auch meine Leseliste möglichst hinunterlesen und wenn ich dann ein neues Buch finde oder davon höre, kann ich schwer nein sagen.

die Quadratur des Kreises oder Luxusprobleme angesichts der Krise in Griechenland oder der überfüllten Flüchtlingslager, die jetzt auch die Bücherblogger zu Hilfsktionen anregen, ich weiß und ich genieße den Überfluß  auch sehr, habe mir auch heuer wieder Frühlingsbücher bestellt und irgendwann vor dem Sommer gedacht, jetzt werde ich nach der Sommerfrische die Leseliste nicht mehr der Reihe nach hinunterlesen, sondern die Bücher aussuchen, die ich wirklich lesen will, den „Circle“ zum Beispiel, das, das mir die Hilde Schmölzer zum Geburtstag schenkte, „Blumenberg“, die „Zehntelbrüder“, das Buch der Andrea Stift, das des Dietmar Füssels, der Doris Nussbaumer, der Nadine Kegele, der Eva Menasse und und und dann anderes, was ich eigentlich auch lesen sollte, wie Evelyn Waughs „Tod in Hollywood“, von dem ich hörte, daß es neu aufgelegt wurde, doch nicht zu schaffen, wie Haruki Murakamis „Mister Aufziehvogel“, den ich mir zum Lesen  schon nach Harland mitgenommen habe.

Es gibt zuviele Bücher und manchmal findet man in den Bücherschränken auch ganz tolle Leseexemplare, wie die „Zwei Herren am Strand“, Rachel Kushners „Flammenwerfer“ von denen die Blogs gerade schwärmen, die kommen dann, was mir sehr leid tut, auf spätere Listen und daß sich einiges dann vielleicht gar nicht mehr ausgeht, tut mir ebenfalls sehr leid.

Ich kaufe mir auch sehr viele Bücher, wenn ich sie in den Abverkaufskisten, um einen oder zwei Euro finde, der „Morawa“ hat ja zweimal im Jahr einen Flohmarkt und dann die Tereza Mora oder den Clemens Meyer dort stehen und als wir mit dem Rad von Ulm nach Regensburg gefahren sind, habe ich im Fahrradkorb auch einen Haufen Bücher vom „Thalia“, der dort geschloßen wurde, durch die Gegend geschleppt und finde den Spagat vom Alten und dem Neuen auch sehr spannend.

Die Blogs besprechen ja immer das Neueste, schwärmen davon, ein paar Monate später findet man das dann, wenn man Glück hat in den Schränken.

Jetzt kann ich das, was sehr schade ist, erst Jahre später lesen oder das, was auf meiner Liste steht, nicht mehr.

In Wien gabs schon vor Jahren eine Diskussion darüber, daß manchen Blogs, die Verlagsnähe der Bücherblogger nicht gefallen haben, das habe ich damals nicht verstanden oder so gesehen. Jetzt rüsten sich einige junge Frauen auf. mit den Verlagen zusammenzuarbeiten, gehen zu Bloggertreffs, empfehlen Bücher, machen Verlosungen, etcetea und da bleibt bei mir dann auch einiges hängen und den Namen Rafael Chirbes habe ich mir 2008 gemerkt, als in Frankfurt sein „Krematorium“ besprochen wurde.

Da hatte ich zwar schon ein Abverkaufbuch von ihm in meinen Regalen, „Krematorium“ dann gefunden und in meinem Weihnachtsmarathon vor zwei Jahren gelesen und jetzt wartet „Am Ufer“ auf mich, das eigentlich noch heuer gelesen werden sollte.

Mal sehen wie es geht, wenn ich im Oktober mit der Longlist fertig bin, den besten Vorsatz im nächsten Jahr keine so lange Liste ungelesener Bücher zurückzulassen, habe ich wieder, daß ich die nächste Longlist lesen will, wahrscheinlich ebenfalls und jetzt begebe ich mich ins Badezimmer an den „Susan Effekt“.

Dann warten noch „Die Liebenden von Mantua“ und „Applaus für Breonikowski“ auf mich und in Wien sollten sechs Bücher kommen, die hoffentlich, weil ich noch in Harland bin, nicht verlorengehen und für das Eigene, das Korrigieren meines Sommerromanes sollte ich auch wieder Zeit haben, obwohl bei meiner Bücherproduktion, der Fertigstellung von „Im Namen des Vaters“ und der „Selma“ jetzt nicht viel weitergeht und sich auch keiner dafür interessiert.

2015-07-03

Sieben Jahre Literaturgeflüster

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Heute ist es sieben Jahre her, daß die „Literaturflüsterin“ eine offenbar sehr erfolglose seit ihrer Matura schreibende Frau, die seit dieser Zeit oder seit es in Wien die „Alte Schmiede“ gibt, fast täglich zu Literaturveranstaltungen geht, schon seit der Kindheit aus dem Bücherkasten ihrer Eltern oder kurzfristig aus den städtischen Büchereien viel gelesen hat, als Studentin habe ich mir die Bücher auch gekauft, später, als mir die Verlage meine Manuskripte zurückschickten oder formlos „Leider nicht!“ schrieben, habe ich damit aufgehört, bin 1996 auf eigene Faust nach Klagenfurt zum Bachmannlesen gefahren und habe mir, als das dann möglich war, den Wettbewerb live über meinen Laptop gegeben, so auch 2008. Da bin ich darauf gekommen, daß sich in den Mittagspausen einige Blogger hinsetzen, um darüber zu schreiben und so ist die Idee zum „Literaturgeflüster“, das ursprünglich „Eva Jancaks Literaturgeflüster“ heißen sollte, entstanden.

„Kann ich das auch?“, habe ich, glaube ich, den Alfred gefragt, der mir etwas von „Veranstaltungen und Büchern über die ich schreiben könnte“ antwortete und so habe ich, schnell, schnell, der Alfred mußte auf die WU und ich bin eine Computerniete, den ersten sehr kurzen Eintrag über die „Sommerfrische“ geschrieben, denn dahin war ich ja  unterwegs und im ersten Sommer hatte ich in Harland kein Internet.

Also nur sehr kurze und alle paar Tage Artikel, die von Autoren wie Elfriede Jelinek, Angelika Reitzer handelte und als wir am „Nordpol“ wo wir mit der Anna zu Alfreds Geburtstag wahrscheinlich essen waren, Gustav Ernst gesehen haben, habe ich darüber berichtet, auch daß es in Passau, da waren wir ja mit den Hundertmarks Radfahren, ein Plakat mit der Mitteilung, daß dort Manfred Chobot gelesen hat und so ist das Literaturgeflüster entstanden und die unermüdliche Bloggerin, die sich manchmal im worldwide Netz sehr inoffiziell und verloren fühlt, aber seltsamerweise schon auf den ersten Eintrag einen Kommentar bekommen hat.

Christiane Zintzen hat sich  gemeldet und mich in der Bloggerwelt willkommen geheißen und als ich dem Otto davon erzählt habe, hat der auch gleich zu bloggen angefangen und inzwischen wieder aufgehört.

Der hat mir dann eine Zeitlang sehr sehr aufmunternde Kommentare geschrieben und auf seinen Blog berichtet, daß er Andrea Stift in Zeitschriften wie „Kolik“ oder „Manuskripte“ gelesen hat, worauf sich die bei ihm meldete und ich das auch auszuprobieren begann, ob das funktionierte.

Hat, so habe ich sie kennengelernt und als es dann ein bißchen später die erste „Buch Wien“ gab, hat Cornelia Travincek auf dem Literaturcafe darüber berichtet, ich habe ihr geantwortet, daß man zu dem „Droschl-Verlagsfest“ ins Schauspielhaus keine Einladung brauchte und so haben sie, der Otto und Andrea Stift mir zu meinem ersten Geburtstag gratuliert.

Das waren noch Zeiten, könnte man sagen, denn dann hat sich bald meine erste kritische Stimme oder Spamerin Frau Haidegger gemeldet und hat ihre leicht provokanten Kommentare abgegeben, daß man bei der „Poetnight“ oder dem Volksstimmefest nicht lesen soll, wenn man nicht Marlene Streeruwitz, Goethe oder Thomas Bernhard heißt, etwas worauf ich natürlich antworten muß und es haben sich mir auch einige angeschlossen.

Ilse Kilic, die GAV Sekretärin hat meinen Blog gleich toll gefunden, einige andere Kollegen haben es dgegen für anmassend empfunden, daß ich über sie und ihre Veranstaltungen, die ich besuchte, schreibe, aber ich habe mir gleich von Anfang an vorgenommen, nie zu verreißen, sondern immer wertfrei zu berichten, trotzdem hat mich Katharina Riese in der „Alten Schmiede“ einmal scharf angefahren, als ich sie nach dem Datenschutz fragte, wenn man „Billa-Rechnungen“ in seinem Buch abdruckt und Hans Raimund hat mein Bericht über die slowenische, Kärtner und italienitsche Literatur, die ich im Literaturhaus hörte, auch nicht gefallen.

Paul Jaeg hat sich gemeldet und gemeint, ich solle ihm ein Manuskript für das übernächste Jahr schicken, das habe ich mit der „Sophie Hungers“ über die ich mit Frau Haidegger ja sehr intensiv diskutierte, getan, aber, weil ich sehr ungeduldig bin, gleichzeitig auch an den „Digitaldruck“, denn ich mache mir meine Bücher seit 2000 ja selbst und so hatte ich, als mir seine Tochter  absagte, schon eine Lesung bei den „Textvorstellungen“ und damals, 2008, 2009 habe ich für die GAV ja noch den „Tag der Freiheit des Wortes“ organisiert, seit 2001 habe ich das getan, dann hieß es nur mehr eine Veranstaltung, ich habe mich für die „Mittleren“ entschieden, die ich jetzt auch nicht mehr mache, weil ich nicht  mehr im „Literaturhaus“ lesen darf und es mit dem Amerlinghaus eine Zeitlang sehr schwierig war und es mich auch nervte, wenn  jeder, den ich eine Einladung entgegenstreckte den Kopf schüttelte und „Keine Zeit, keine Zeit!“, antwortete.

2008 war ich aber in der Jury für die Buchpreisprämien und in der des „Ohrenschmauses“ bin ich seit 2007 auch, also vielleicht doch nicht so literarisch unbedarft, wie sich meine zweite Kritikerin Ju Sopie, die glaube ich, über Thomas Wollingers Blog, den ich eine Zeitlang kommentierte, zu glauben schien. Der hat meine „Mimi“, den Roman, wo ich die Ereignisse um den deutschen oder Leipziger Buchpreis mit dem Schreiben mit Lernbehinderung verband, nicht gefallen, das ist sehr schade, aber ich schreibe weiter und meine Blogartikeln sind auch immer länger und länger geworden.

Der Otto hat mich schon mal gefragt und Friedrich Hahn hat das in der „Alten Schmiede“ vor kurzem wiedergetan, ob ich meinen Blog, der inzwischen wirklich ein sehr wunderbares und umfangreiches Archiv des Wiener Literaturbetriebs ist, auch wenn er sehr subjetiv geschrieben ist und auch ein paar Rechtschreib- und Flüchtigkeitsfehler hat, nicht veröffentlichen will?

„Nein!“, habe ich den Otto, damals warhscheinlich so zwischen 2009 und 20010 gesagt.

„Da müßten die Verlage selber kommen!“

Aber 2012 kam eine Krise mit der „Wiedergeborenen“ und „Paula Nebel“, die, wie ich inzwischen glaube, keine meines Schreibens war, sondern, daß ich blogge und blogge und keiner antwortet mir darauf, so ist die Idee des „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ entstanden, daß es seit 2013 gibt und dazu gibt es auch schon eine sehr schöne Rezension von Lev Detela. Leider ist es mir nicht gelungen, auch eine solche im „Literaturhaus“ zu bekommen, aber Gerhard Jaschke hat sich sehr begeistert gezeigt und ich denke, das Bloggen ist  eine sehr schöne Eigenintiative, die man nutzen kann, es einfach selber zu versuchen, wenn es im Literaturbetrieb nicht geht, also daneben oder nebenbei und das ist nicht aggressiv oder negativ, auch wenn ich als echte Wienerin, wahrscheinlich eine Jammerin bin.

Eine schöne Sendung in Ö1 hatte ich 2009 auch und 2010 mit Anni Bürkl, die mich eine Zeitlang kommentierte, eine Diskussion, die sich ergab, als“ leselustfrust“ „Ausgetanzt“ besprochen hat, eine Diskussion über die Qualität, die mich seither ein bißchen verfolgt, weil es im Internet offenbar üblich ist schnell einmal zu schreiben „So etwas schlechtes habe ich noch nie gelesen“, „Was ist denn das für ein trotteliger Artikel“, etc.

Ich habe mir vom Anfang an angewöhnt, darauf zu antworten, das auch sehr freundlich zu tun und trotzdem meine Meinung zu sagen, da das Bloggen für mich sehr wichtig ist und auf Hans Raimunds Frage, was ich damit will, noch einmal zurückzukommen, ja ich will mich damit im Literaturbetrieb präsentieren und auf mich und mein unermüdliches Schreiben und mein Interesse an der Literatur hinweisen und auch mein großes Wissen, das ich habe, weil ich seit fast vierzig Jahren fast täglich zu Veranstaltungen gehe, den anderen zur Verfügung stellen, wenn sie das wollen.

Der Erfolg, hält sich, wie beschrieben in Grenzen, aber wenn ich in die „Alte Schmiede“ oder sonstwohin gehe, kann es inzwischen schon passieren, daß Leute von denen ich nicht wußte, daß sie mich und meinen Blog kennen, auf mich zukommen und mich darauf angsprechen.

So haben sich Judith Nika Pfeifer und Andreas Pittler einmal bei mir für meine Berichterstattung bedank und Robert Sommer hat im Geflüster nachgesehen, was ich schreibe, als er bei der zweiten „Weltbefragung“ nicht war, aber da war ich im „Theaterbrett“ beim „Literarischen Lenz“ und als Marie Therese Kerschbaumer im Literaturmuseum gelesen hat, habe ich ihren Namen und Eva Jancak Literaturgeflüster auch bei meinen Suchanfragen gehabt.

Ich war, glaube ich, auch die erste die über Valerie Fritsch berichtet hat, die ja heuer beim „Bachmannpreis“ liest und als sie den FM4 Preis gewonnen hat, häuften sich die Suchanfragen und als Rolf Schwendter starb, hat  Gerhard Jatzek bei seinem Nachruf Alfreds Foto vom Volksstimmefest verwendet.

Anfragen bezüglich Fotos sind auch schon öfter gekommen und das von Nikoleiken gibt es inzwischen in einem Katalog über das jüdische Leben in Ostpreussen beziehungsweise dessen Vertreibung.

Die Artikel sind sind den sieben Jahren immer länger geworden und häufiger, zuerst fast jeden Tag, jetzt gibt es manchmal zwei, denn 2010 hat der erste offene Bücherschrank in Wien eröffnet, inzwischen gibt es zahllose Kästten und Kisten an beinahe jeden Ort und so habe ich mir inzwischen zwei neue Bücherregale in Wien und Harland gekauft,  mein Leseverhalten hat sich eindeutig gesteigert und die Bloggerwelt hat sich auch verändert, vor allem in Deutschland gibt es eine sehr aktive Szene, die nach Leipzig und nach Frankfurt fährt und auch den dBp eifrig und offiziell bebloggen.

Ich tue das seit sieben Jahren „wild“,“noffiziell“ aber auch sehr bemüht und gründlich in meiner subjektiven Art, in der ich auch schon einmal berichte, daß ich auf dem „Volksstimmefest“ lese,  gegen die schwarz blaue Regierung war und es für einen Wahnsinn halte, daß die ÖVP noch immer keine Gesamtschule will.

Ich blogge für mich und mein Gedächtnis, auch wenn ich immer wieder Rezensionsexemplare anfrage, die mal bekomme und mal nicht und da auch schon einmal eine herbe Antwort, wie „Das ist ja nur ein Blog!“, bekommen habe oder sich die „Deuticke-Pressedame“ über meine elendslange Leseliste wunderte, auf die aber sehr stolz bin, auch wenn ich zugebe, daß ich bei meinen Bücherbeschränkungsplänen immer wieder scheitere.

An die fünfunddreißig selbstgemachte Bücher sind es inzwischen auch geworden und seit dem ich blogge sind einige neue und sehr schöne hinzugekommen.

Ich habe mich auch den Gewinnspielmoden, die ich auf den anderen Blogs kennenlernte, angeschlossen und seit einiger Zeit gibt es bei mir bei jeder „Vorschau“ die ich immer auf meine neue Bücher mache, drei Fragen und das entsprechende Buch zu gewinnen und vor zwei Jahren zum fünften Geburtstag und dem dreißigsten Buch, habe ich einen „Dreißig Fragen- zu dreißíg Bücher- Katalog“ entwickelt, da war ich auch in Radio Fro, trotzdem hat sich für mich und meine Bücher niemand interessiert, was einerseits sehr traurig ist, aber andererseits auch nichts macht, denn die Ära der Selbstpublischer ist in den sieben Jahren auch gekommen, auch wenn „Wikipedia“ meine Digitabücher mit dem Argument „Nur Verlagsprodukte“ hinausgestrichen hat.

Macht ja nichts, ich kann sie auf meinen Blog promoten, weil ich es noch immer nicht geschafft habe, meine Bücher auf „Amazon“ zu stellen und das wahrscheinlich auch weiterhin nicht tunen will, also nur im Literaturgeflüster, diesen beharrlichen Blog, einer literarisch beseessen schreibenden Frau und Psychologin, der inzwischen seine 276 000 Aufrufe, an die 2285 Artikel und wenn die Worldpress Statistik stimmt, 990 Kommentare hat.

Eine schöne Zahl und als ich um Pfingsten herum, einen etwas regeren Zulauf hatte, habe ich gedacht, daß ich es vielleicht zum Geburtstag schaffe, den Tausender zuerreichen.

Scheint nicht so sein, also ergreife ich die Gelegenheit zu einem Aufruf, mir zum Geburtstag zu gratulieren, vergebe an den tausendsten Kommentierer ein Buch aus meiner Produktion nach Wahl und verspreche, daß ich auf den 999 Kommentar nicht selber antworten werde und eine Lesung zum Geburtstag gibt es auch, nämlich das „Wiedner Hauptstraßen Straßenfest“, da lese ich um 17. 30 in der Buchhandlung auf Nummer 131 und lade meine Wiener Leser herzlich ein, zu kommen,  mit mir auf den Geburtstag anzustoßen und verspreche jeden, der mich darauf anspricht, so weit vorhanden, eines meiner Bücher vom Büchertisch.

Feiern wir zusammen  Bloggeburtstag, denn ich finde es schön, daß es die Möglichkeit des Digitaldrucks, des Selbermachen und des Bloggens gibt und, daß jeder nachlesen kann, was ich seit 2008 geschrieben,  bzw. gelesen habe und bei welchen Veranstaltungen ich war, finde ich auch sehr schön.

Eine vielleicht verrückte Idee trage ich auch in meinen Kopf herum.

„Die offiziellen Bücherblogger“ um „Buzzaldrin“, „Schöne Seiten“, „Sätze und Schätze“ und „Klappentexterin“ haben mich darauf gebracht, daß ich ab dem zwanzigsten August, ja wirkliche eine Rezensionsanfrage stellen, mich in die Buchhandlungen setzen, mit dem lieben Otto, der das vielleicht auch wieder macht, vernetzen,  mir auch die anderen Bücher kaufen und eine eigene Shortlist machen und ins Netz stellen könnte, auch wenn ich meine Leseliste damit gehörig durcheinanderbringe.

Mal sehen, noch ist Zeit und jetzt gibt es das Bachmannlesen zu verfolgen, mit dem alles angefangen hat, also feiern und sich freuen!

Mit dem lieben Rudi, meinem eifrigsten Kommentierer, der das schon sechundsechzig Male tat, das hätte ich jetzt fast vergessen , kann ich wahrscheinlich auf jeden Fall anstoßen, denn,  der liest vor mir, was ein weiterer Grund ist, sich das Wiedner Hauptstraßen Straßenfest, das nur bei Schönwetter stattfindet, anzusehen.

2015-06-10

Neues von der Bücherfront

Buzzaldrin einer meiner derzeitigen Lieblingsblogs, den ich sehr gern lese und kommentiere, hat sich vor kurzem mit einer Bücherseite und einer Aktion beschäftigt, wo man ein Foto der nächsten fünf Bücher, die man lesen will, ins Netz stellt.

Ein Thema für mich, obwohl ich ja nicht fotografiere, aber ich bin ja, sowohl eine Bücher- als auch eine Listensammlerin und da hat mich das Netzschon öfter auf wunderschöne Ideen gebracht.

Vor ein paar Jahren, 2010, glaube ich, war es, da kam eine mit der Idee einer Herbst und Winterleseliste daher, die Bücherschränke hat es damals schon gegeben, beziehungsweise, den in der Zieglergasse und den Stapel im Badezimmer, aber noch keine Leseliste und kein zweites Regal im Wohnzimmer in Wien und auch das zweite in Harland fehlte.

Da habe ich geplant, umdisponiert und mich schließlich doch nicht daran gehalten.

Anfang 2011 habe ich dann das Regal im Wohnzimmer in Wien bekommen und die Hundert Bücher Challenge im Netzt gefunden, damals habe ich nicht so viel gelesen, ich habe es mit meiner eigenen hundert Bücherliste versucht, es hat geklappt, daraus ist dann meine Leseliste entstanden, die gewachsen und gewachsen ist, weil ich, ich glaube, es war 2013 auf die Idee gekommen bin, alle aber auch wirklich alle meine ungelesenen Bücher, die schon ein paar Jahre in meinen Regalen schlummerten, darauf zu schreiben und sie stright on hinunterzulesen.

Die Folge war eine Explosion und ein wirklich ernst gemeinter Versuch einer Bücherbeschränkung, der, glaube ich ein paar Tage gehalten hat, sonst bin ich ja eine konsequente und ehliche Person, die auch hält, was sie versprich, bis ich auf dem Weg zu meinem verunglückten Referat ins Cafe Benno über Loibelsbergers „Naschmaktmorde“, die habe ich blöderweise liegenlassen, „Madame Hemmingway“, „Idylle mit Hund“ etcetera, etceta, gestolpert bin und die Leseliste wuchs lustig weiter, in dieser Zeit habe ich dann ein zweites Rezensionsexemplar bei Deuticke angefragt und die Auskunft bekommen, die nicht stimmt, „Keine Rezensionsexemplare an Blogger nur an seriöse Journalisten, was Sie aber angesichts ihrer Leseliste sicher leicht verschmerzen werden!“

Natürlich ja und die „Idylle mit Hund“ lese ich im Jahr des St. Nimmerleins Tag gratis und franco und dazu noch, die „Zwei Herren am Strand“, die mir inzwischen noch wahrscheinlich ein Buchhändler, der seine Leseexemplare loswerden wollte, in den Kasten stellte.

Und so habe ich meine Endlosleseliste, „Bei 2025 ist Schluß, das schwöre ich, nein bei 2033 wirklich, echt und wahr!“und so weiter und so fort, auf 150 pro Jahr beschränkt, denn ich habe schon einmal 176 Bücher im Jahr gelesen, also 175 geht und der Rest sind Rezensionsexemplare, denn ein paar Verlage schicken mir die ja, einige sogar ungefragt.Das hat dann, ein neuerlicher ernsthaft gemeinter Bücherbeschränkungsplan ist noch gefolgt, ungefähr ein Jahr geklappt, dann hat die Leseleistung, die sich bis dahin gesteigert hat, wieder abgenommen und wenn ich 2013 noch um Weihnachten einen Lesemarathon einlegte um den „Morawa-Abverkaufstoß“, denn ich mir im Sommer davor leichtsinnig auf die Leseliste gesetzt habe, zu schaffen, 2014 habe ich am achten Dezember den Badezimmerstapel umgeräumt, einiges von meiner Leseliste gestrichen und auf später verschoben, dazu geschworen, das passiert nie wieder.

Wird heuer aber leider wieder so sein, denn wahrscheinlich pendelt sich mein Jahreslesetempo doch auf hundertfünzig ein und es gibt soviel Rezensionsexemplare, vor allem der „Holzbaum-Verlag“ ist ja sehr rührig und da habe ich mir erst gestern wieder die „Cartoons über Hunde“ bestellt.

So habe ich jetzt wieder einmal im Badezimmer gesichtet und überlegt was ich da von den drei aufgetürmten Reihen unbedingt lesen will und was sich leider leider doch nicht ausgehen wird und da komme ich zu einem Problem, um das ich mich, glaube ich, bisher eher gedrückt habe, weil ich, wahrscheinlich weil sich ja leider niemand für meine Bücher interessiert, diesen Fehler nicht selber machen will und daher keine Auswahl treffen möchte.

Für mich gibt es eigentlich kein schlechtes Buch. Sätze, wie „Da ist mir meine Lebenszeit zu schade!“, halte ich für blöd und ich breche Bücher auch kaum ab, wenn ich sie, wie den Arno Schmidt nicht mehr versthe, durchblättere ich sie bis zum Ende, ich lese Chick Lits, Krimis, Selbstgemachtes, Bestseller, Amerikanisches, Experimentelles, und und und, quer durch den Krautgarten, das gilt für die Belletristik, obwohl schon ein paar Sachbücher dabei sind, aber die sind sehr ausgewählt und finde oder fand das auch sehr gut, aber als ich vorhin ausgemistet habe, ist der Dan Brown zur Seite gekommen und dann schon eher die Chick Lits und das Ältere, die sogenannte unwürdige Literatur, die es eigentlich nicht gibt oder geben sollte, aber dann denke ich, das und das will ich unbedingt lesen und dann bleibts wahrscheinlich über und kommt auf den St. Nimmerleinstag.

Luxusprobleme, schreibe ich da immer und natürlich stimmt, es sind solche und toll, daß ich keine anderen habe und mir nur überlegen kann, ob ich das, was ich von dr 2015 Leseliste am 31. 12. nicht geschafft habe, jetzt weglasse oder nach hinten verschiebe?

Ich kann es mir noch überlegen, ich habe ja noch Zeit dazu und natürlich, es gibt zuviele Bücher und das ist eigentlich schön, auch wenn ich sie nicht alle lesen kann, obwohl ich das lange Zeit zu glauben schien und während ich das schreibe sitzen in Deutschland und anderswo ein paar sehr wichtige Büchermenschen auf ihrem Balkon oder  und sieben unter hundertsechzig wichtigen Neuerscheinungen aus wichtigen Verlagen, zwanzig für die Longlist des dBps heraus und ich kenne einige Leute, darunter den lieben Otto, die kaufen sich, die im Herbst dann und fangen sie zu lesen an.

Ich habe aber genügend Älteres, jetzt zum Beispiel, ein paar von der dbpList 2009, die es damals auf diesem „Augustin- Flohmarkt“ gab und bei „Hanser“, dem großen Bruder vom kleinen „Deuticke“, gab es auf der Facebookseite vor ein paar Monaten ein Gewinnspiel, wo ich das Polgar- Buch über Marlene Dietrich gewonnen habe.

Da habe ich mich gefreut, es  herumerzählt,  das auch so gepostet,  dann zweimal freundlich nachgefragt und freue mich noch immer, daß es jetzt in den nächsten Tagen kommen soll. Ist ja nicht so eilig, ich habe genügend Bücher, aber man kann ja, wie die Buchhändler meinen, nie davon genug bekommen und die Autoren meinen das auch und schreiben eifrig weiter, mich inbegriffen, habe ich ja gestern in der Schreibegruppe mit meinem Sommerprojekt angefangen und werde mich jetzt an das Weiterkorrigieren der Bilipohilin machen, damit ich im Sommer frei für das Weiterschreiben des Neuen bin und lesen natürlich auch, so schnell oder langsam, wie es geht, jetzt wahrscheinlich mit dem Herauspicken der Schmankerl und für die, ddie sich über meine endloslange Leseliste ärgern oder freuen wollen, vor ein paar Tagen hat es im Bücherschrank in der Zieglergasse eine ganze Auswahl von ganz neuen Büchern aus der „Europa erlesen-Reihe“ gegeben.

Es ist also schön daß es die Bücherschränke, die Gewinnspiele und natürlich die Rezensionsexemplare gibt und auch schön, daß ich selber schreiben kann, auch wenn stimmt, daß es zuviele Bücher gibt, aber das ist, ich wiederhole es, ein Luxusproblem.

2015-04-11

Mordswein

Der Titel von Paul Lascauxs fünften Gourmet-Krimi, Pseudonym für den 1955, in der Schweiz geborenen Autors, Germanisten und Kunsthistoriker, ist meiner Meinung nach schlecht gewählt „Glausers“ oder „Studers“ Achterl würde wohl besser passen und dazu paßt auch, daß ich wohl intuitiv, das Cover des „Gemeiner-Krimis“ ein wenig abgekupfert habe, ziert das doch ein Glas und eine Flasche, der Krimi stammt von einem „Thalia-Abverkauf“, das „3.99-Aktionspreisschildchen“ liegt noch im Buch und ich habe eigentlich gedacht, es passt gut zu dem demnächst stattfindenden „Literatur und Wein-Festival“, das wir besuchen werden.

Aber es spielt in der Schweiz, zwischen Neuchatel und dem Bieler See, wahrscheinlich in Weinbaugebieten und das kommt auch immer wieder vor, wie man auch in den „Amazon-Rezensionen“ nachlesen kann, aber eigentlich geht es um Literatur, die ja  auch dem Genuß zuzuzählen wären,  wahrscheinlich ist es ein satirischer Krimi und der Autor wird sich mit seinen literarischen Anspielungen seinen Spaß gemacht haben und da habe ich doch gedacht, man dürfe keine Schlüßelromane schreiben und keine sprechenden Namen verwenden.

Es beginnt, für einen Krimi untypisch, sehr kompliziert, vor allem wenn man die Romane eins bis vier nicht gelesen hat, denn da kennt man sich nicht aus, wer wer ist und ich bin wie die „Amazon-Rezensenten“ auch erst in der Mitte des Buches daraufgekommen, daß es hinten ein Personenverzeichnis und eine Zusammenfassung der ersten vier Folgen gibt, so daß ich lange nicht wußte, wer Baron Biber ist, für die die es leichter haben wollen, verrate ich, das ist der Kater von Heinrich Müller und der gehört zum Ermittlerteam und ist Privatdetektiv, zu dem auch Nicole Himmel und der Stöhrfahnder der Berner Kantonspolizei  Bernhard Spring zählen.

Um was es geht?

Da wird zuerst ein Mann in eine Wolfsfalle gehetzt, dann einer auf der Terrasse des „Dürenmatts-Centre“ erschossen und schon geht es los mit den literarischen Anspielungen, denn Friedrich Dürenmatt hat auch Krimis geschrieben und zählt mit Friedrich Glauser zu denVätern der Schweizer Kriminalliteratur, gibt es nicht Neuere, wird, glaube ich, Nicole Himmel fragen und ein Stück von einem Paul Lascaux wird in einem Wirtshuas auch aufgeführt.

Aber das ist erst später, erst kommt nan darauf, die beiden Toten waren Politiker der „Staatserhahltenden BürgerPartei“ und eine Liste, wo noch weitere Namen von Parteimitgliedern, die an die Reihe kommen könnten, stehen, gibt es bald auch.

Und einen alten Lehrer, der den Ermittlern von der „Vierbande“ erzählt, den Blutsbrüdern, die er einmal zu unterrichten hatte, zu denen auch Andre Huber und Claude Eckstein zählen, die sich gegenseitig in ihren Lebensversicherungen begünstigten und ihre Gesichter auch als Kinder in eine Blutbuche ritzen.

Das fünfte Rad am Wagen, den Parteisekretär, Ernst Glauser, die sprechenden Namen-Gegener werden jetztaufheulen, gibt es auch und der alte Lehrer hat auch noch auf ein altes Stück Literatur aufmerksam gemacht, was weiter helfen könnte, denn da wird gegen die Verderbtheit der Berner in einem vorigen Jahrhundert, die huren und saufen, etc hingeweisen und die beiden anderen, noch lebenden Politiker, haben einerseits Damen aus dem Osten in ihre Bordelle importiert, andererseits einen illegalen Kunsthandel betrieben, das nur als Anspielung zu der Pfählung in der Wolfsgrube. Bekennerbriefe gibt es auch, der Mitläufer beginnt sich der Polizei zu outen und am Schluß der Handlung wird Heinrich Müller ihn an der Blutbuche erschießen.

Wie ich „Wikipedia“ entnehme, gibt es inzwischen weitere Genußkrimis von Paul Lascaux und ich kann meinen Bücherbeschränkungsplänen, zum Trotz, nur hoffen, daß ich die mal finde, denn es war trotz der Anfangsschwierigkeiten, eine interessante Lektüre, vor allem, wenn man, wie ich ein paar der Dürenmatt-Krimis schon gelesen hat.

Und ich hätte, kann ich verraten, was ich ohnehin schon ahnte, etwas versäumt, wenn ich  mein Recht „Bücher abbzubrechen“ wahrgenommen hätte, denn am Anfang habe ich schon gedacht „Was für ein fader Krimi!,  untypisch für seine Genre und ich kenne mich gar nicht in ihm aus!“

Kursiv eingesetzte Zitate aus einem Jeremias Gotthelf-Werk 1797-1854, gibt es überall auch, von denen der Autor meint, daß sie „im ersten Aufgenblick, aber wirklich nur im ersten, ertwas veraltet tönen“ könnten, das Ganze spielt im Sommer 2010 und ist durch die genauen Daten des Geschehens als Kapitelüberschriften, markiert, dem Jahr in dem ich mit Anni Bürkl, die auch bei „Gmeiner“ verlegt, die Auseinandersetzung wegen „Schwarztee“ bzw. „Ausgetanzt“ hatte.

Und ich füge noch hinzu, um mein literarisches Wissen zu dokumentieren, daß Biel der Sitz des Schweizer Literaturinstituts ist.

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