Literaturgefluester

2011-10-16

Die Nacht, die Lichter

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:32

Jetzt habe ich wieder einen Erzählband gelesen, obwohl ich Clemens Meyers „Die Nacht, die Lichter“, ein Buch aus dem Flohmarkt von Alfreds bibliophiler WU-Kollegin, für einen Roman gehalten habe. Stories steht aber schon am Einband und sie sind auch sehr zu empfehlen, stark und ungewöhnlich realistisch und auch der Lebenslauf des 1977 in Halle an der Saale geborenen Clemens Meyer, der in Leipzig lebt und mit „Die Nacht, die Lichter“,, 2008 den Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen hat, ist ungewöhnlich, ist er doch der Sohn eines Krankenpflegers und stieß durch die Bibliothek seines Vaters auf Bücher, nach dem Abitur jobbte er als Bauarbeiter, von 1998 bis 2003 studierte er am deutschen Literaturinstiut in Leipzig und finanzierte sich sein Studium als Wachmann, Möbelpacker und Gabelstaplerfahrer, es gab einen Aufenthalt in der Jugendarrestanstalt Zaithain und das sind auch die Milieus in denen die Stories spielen.
Handeln sie doch von Arbeitslosen, alten Männern in einsamen Dörfern und anderen Heruntergekommenen , aber auch vom kleinen Glück der Ausgeschlossenen und Übergebliebenen, von denen preisgekrönte Romane und Erzählungen sehr selten erzählen. Ich habe den Namen Meyer und eine Beschreibung des Buchs, glaube ich, nach der Verkündung des Buchmessenpreises gehört, da erschienen mir die Themen zu brutal und aggressiv. Jetzt hat mich die realistische Schilderung sehr beeindruckt und sprachlich genügend abgehoben sind sie natürlich auch, sonst hätte man ihm nicht im Leipziger Literatur Institut aufgenommen, den Buchpreis und noch einige andere Preise gegeben.
Noch etwas ist vielleicht ungewöhnlich, die Geschichten spielen in Leipzig oder sonst wo in Ostdeutschland und handeln nach der Wende, wo die übergebliebenen Arbeitslosen aufs Arbeitsamt gehen, ihre ebenfalls arbeitslosen Mütter besuchen und ihnen Geld in die Tasche stecken wollen und dann drei Briefe aus dem Postkasten nehmen, einem vom Arbeitsamt, eine Absage auf eine Bewerbung und einen aus Cuba, der vom alten Freund Wolfgang kommt, der in Cuba sein Glück machte und Frank davon schreibt.
In „Die Flinte, die Laterne und Mary Monroe“, rennt ein Mann mit einer Flinte in seiner Wohnung herum und spricht mit seiner Frau, die ihm Bett liegt und wie Mary Monroe ausschauen soll, nach und nach erkennt man, daß sie tot ist und er sie ermordet hat.
Sehr beeindruckend die Geschichte „Von Hunden und Pferden“, da ist auch ein Arbeitsloser, Geschiedener oder anderer Einsamer, der nichts hat als seinen Hund, den er zum Tierarzt bringt, weil er hinkt und den er durch eine Operationen retten kann, wenn er dafür dreitausend Mark aufbringt. Die borgt ihm niemand, so kommt er auf die Idee, sie sich durch Pferdewetten zu verdienen, er gewinnt auch, nur als er in seiner Freude mit dem Geld nach Hause will, bemerkt er nicht, daß ihm drei Gestalten folgen…
„Ich bin noch da“, hat mich vielleicht noch stärker beeindruckt und auch persönlich betroffen, obwohl sie von einem schwarzen Boxer handelt, der die Zahlen 18 – 32 -3 hat, das heißt achtzehn Siege, zweiunddreißig Niederlagen und drei Unentschieden, weil er, obwohl er sich sehr bemüht, immer nur für Kämpfe engagiert wird, wo klar ist, daß er verlieren wird. Er stammt aus Rotterdam hat dort eine Frau und ein Kind und will ein kleines Boxstudio errichten, so kommt er nach Deutschland und gewinnt, obwohl er das offenbar nicht soll, mit dem Geld muß er sich dann vor einigen Angreifern verteidigen, darunter sind auch ein paar Neo Nazis, denen seine Hautfarbe nicht gefällt, am Schluß schaut er noch ein bißchen lädierter aus, fährt aber mit 19 Siegen zum Bahnhof.
Eine Geschichte, die, „Die Nacht, die Lichter“ heißt, gibt es auch, aber die Lichter der Nacht spielen eigentlich in dem ganzen Buch eine Rolle, wie auch die jungen Männer, die wegen irgendetwas im Knast landen, dann ihre Begegnungen mit Schwulen und mit anderen Typen haben und ihren Töchtern das ersparte Geld in die Freiheit bringen.
„Das kurze und glückliche Leben des Johannes Vettermanns“, ist ebenfalls sehr beeindruckend, obwohl es in der letzten Etage eines Leipziger Luxushotels spielt, Johannes Vettermann ist der Sohn eines Gemüsehändlers der durch die Wende zuerst aufstieg, dann wieder abstürzte nachdem die Vietnamesen den Obst- und Gemüsehandel übernahmen, er hat auch als Maler und Kunsthändler Karriere gemacht, dann ist er dem Rauschgift verfallen und sich zwei schicke Damen in seine Hotelsuite bestellt, damit sie ihm den letzten Schuß setzen.
Ebenso beeindruckend die Geschichte des Weinvertreters, der sich plötzlich mit billigen Fusel in einem Zug wiederfindet, nicht weiß, wie er dorthin gekommen ist, dort die Bekanntschaft eines Zeugen Jehovas macht, der ihn zu Gott bekehren will und nach und nach erkennt er, daß er offenbar Fahrerflucht begangen hat.
Starke Worte, ungewöhnliche Themen , schräge Geschichten, es wird schon viel geschlagen, gesoffen und gekifft dabei, es kommt aber immer auch immer wieder zu den starken Momenten des kleines Glücks, etwa in der Boxergeschichte, obwohl die „Des alten Mannes der seine Tiere begräbt“, mit der das Buch endet, nur beeindruckend depressiv ist, ist dem alten Mann doch seine Frau schon vor Jahren weggestorben, jetzt ist er der einzige Gast der Wirtin und Friseurin des Dorfes, die Geschäfte haben schon längst geschlossen, er hat nur mehr einen Hund, seine Hühner hat er schon begraben, als er sich mit Schnaps betrinkt und sich vom letzten Freund die Pistole ausborgt, um den alten Hund zu erschießen. Man ahnt, daß er dabei zwei Kugeln brauchen wird und hat sehr viel von der Tristesse des ostdeutschen Lebens und der Einsamkeit seiner alten und auch jungen Menschen gelernt.
„Meyer weiß wovon er schreibt“, schreibt die Welt am Sonntag und ich habe in Wikipedia gelesen, daß die „Die Nacht, die Lichter“ 2010 szenisch uraufgeführt wurden.
2010 habe ich ihn, glaube ich, auch auf der Leipziger Buchmesse erlebt, als er da wahrscheinlich sein drittes Buch präsentierte, heuer habe ich seinen Leipziger Buchmessenblog in meinem Wohnzimmer sehr intensiv verfolgt.

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2017-12-19

Weihnachtsfeier in der Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropaische Literatur

Die Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur kenne ich seit der Zeit, als  der 1961 in Magdeburg geborene Stephan Teichgräber von dort, die Organisation der literarischen Veranstaltungen der Szene Margareten übernommen und mich dazu eingeladen hat.

Das war glaube ich 2004, ich hätte aber schon 2002 dort lesen sollen, damals hat mich eine sozialistische Bezirksrätin zur Lesung eingeladen, ich hab vergessen nach dem Honorar zu fragen und die damalige Leiterin der Bibliothek bzw. der Herr Winter von der SPÖ hat mich, als ich mich danach erkundigt habe, wieder ausgeladen, obwohl die Einladungskarten schon gedruckt waren.

Dann gabs aber Honorar und ich habe aus „Tauben füttern“ gelesen. Stephan Teichgräber hat mich, glaube ich, interviewt und nach den italienischen Krimis gefragt und er hat auch ein paarmal die „Goldene Margarete“, den Lteraturwettbewerb der Szene Margareten organisiert.

Da standen viele ost- und mitteleuropäische Autoren, wie beispielsweise Milena Oda auf dem Programm, die gar nicht anwesend waren, weil  keine Übernachtungs- und Fahrtkosten bezahlt wurden und eine Zeitlang habe ich von Stephan Teichgräber auch Mails über die Aktivitäten der Dokumentationsstelle bekommen.

Dann darauf vergessen, beziehungsweise, als 2009 der Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters durch Margareten zog, waren wir dort und Stephan Teichgräber habe ich meistens auch von bei den GVs der IG Autoren gesehen und auch bei dem Fest des Hauptverbandes zu dem mich die Frau Führer einmal eingeladen hat.

Dann habe ich wieder Einladungen zu Veranstaltungen der Dokumentationsstelle bekommen, war bei einer Zeitschriftenpräsentation und beim literarischen Lenz im Theaterbrett und im vorigen Semester habe ich sozusagen in einem Privatissmum mit ihm die Literartur des Centropes untersucht und dieses Semester geht es um die Partisanenliteratur, die wir zu dritt besprechen, ein Luxus und auch ein Kleinod des Margaretner Literatur und Kulturlebens, das ja sehr vielfältig ist.

Da gibt es den „Read!!ingroom“, die „Dokumentationsstelle“, die in einem Teil des Kindergartens der Kinderfreunde in der Spengergasse untergebracht ist und sicher noch sehr viel und vor zwei Jahren habe ich ja am siebzehnten Dezember meine noch unveröffentlichte „Nika“ im „Read!!ingroom“ präsentiert und heuer am neunzehnten gabs in der Dokumentationsstelle eine Weihnachtsfeier und weil ich ja auf Weihnachtsfeiern stehe, aber natürgemäß nicht zu sehr vielen eingeladen werde, bin ich auch hingegangen und weil ich ich meiner Handtasche mit dem Weihnachtsmotiv, die ich  im Dezember verwende, die „Nika“ in der Tasche hatte und aus der auch am 7. Dezember, als mich Anton Blitzstein zu seinem achtunfünfzigsten Geburtstag eingeladen hat, gelesen wurde, habe ich mir gedacht, ich bringe Stephan Teichgräber außer einer Flasche Wein, zum Essen und zum Trinken sollte man was mitnehmen, auch die „Nika“ mit und wenn es gewünscht wird, lese ich den neunzehnten Dezember vor, das Fenster, das es im „Literaturgeflüster“ schon gibt und das ich hiermit auch verlinke.

Um sechs hats begonnen, ich hatte um fünf ein Erstgespräch, wo ich gleich den Antrag geschrieben habe, so daß ich erst um halb sieben in der Dokumentationsstelle war. Es waren aber ohnehin erst Stephan Teichgräber und eine Dichterin aus Weißrußland da, die mir sagten, daß die meisten erst um sieben kämen.

Es gab einen Adventkranz, Börek, Brötchen, Kuchen, Kekse und und, das neunzehnte Fenster wurde gelesen und die neue Regierung bot auch Gesprächsstoff, ein wahrscheinlich nicht sehr weihnachtlichter, es war aber heute kalt und als ich die Dokumentationsstelle wieder verlassen habe, hat es auch geschneit.

Und zur Vollständigkeit, für die, die sich in den Adventkalender vertiefen wollen.

Das 1. 5. 7. und 9. Fenster war schon dran, am 24. wirds wahrscheinlich das nächste Fenster in diesem Jahr geben, die vom 25. 29 und 30. Dezember werden auch noch kommen und wie es weitergeht, mal sehen, ich bin gespannt.

Wer das ganze Buch lesen und vielleicht zu Weihnachten verschenken will, bei mir melden, ich habe noch ein paar Exemplare.

2017-08-31

Lichter als der Tag

Buch sechs der Longlist  ist ein typisches „Schwiergermutterbuch“, also eines, das man von der Longlist kaufen und der Schwiegermutter, Frau oder Mutter auf den Gabentisch legen kann, ein Shortlistbuch wohl auch, zumindestens ist der 1965 am Tegernsee geborene Mirco Bonne 2013, glaube ich, schon mit „Nie mehr Nacht“ auf der Shortlist gestanden. Ich habe das Buch, glaube ich, einmal im Schrank gefunden, aber genauso noch nicht gelesen  wie der „Eiskalte Himmel“, das eine bibiliophile Wu-Kollegin dem Alfred einmal, glaube ich, um zwei Euro verkaufte.

Gesehen und gehört habe ich den Autor einmal in der „Gesellschaft für Literatur“, nun das PDF des neuen Longlistenbuchs gelesen und was soll ich dazu sagen?

Es ist ein Buich für die Schwiegermutter, eines, was vielleicht auf die Shortlist kommt, aber eigentlich nichts Neues und ob die hunderttausendste Midlifekrise Geschichte des Mannes um fünfzig wirklich berühren kann, ist die Frage?

Es ist aber sicher das, was sich der Buchmarkt und die Lektoren wünschen, wahrscheinlich auch das, was die Buchhändler empfehlen.

Eine sehr schöne Sprache, immer wieder Wortneuschöpfungen und interessante Satzwendungen, es geht, wie schon der Titel sagt um das Licht und um Wespen und Hummeln, ist RaimundMärz der Held ja ein Insektenspezialist, obwohl er sein Biologiestudium nie abgeschlossen hat.

Er ist fünfzig, also aus der Midlifekrise eigentlich schon heraus, aber heute lebt man ja länger und das Buch ist in drei Teile gegliedert, in denen das Lcht, die Kunst, Gemälde, die Wespen und noch vieles andere. eine große Rolle spielen.

Es geht um eine Kinderfreundschaft, als Kinder haben sie sich kennengelernt und sind in einem wahrscheinlich lichtumflutenden Dorf und einen wilden Garten zusammen aufgewachsen.

Raimund, Moritz, Floriane und später ist noch die Dänin Inger dazugekommen, die nach dem Tod ihrer Eltern in das Dorf zu ihrer Tante zog.

Sie haben ihre Jugend mitsammenverbracht, Paare gebildet, ausgewechselt, sich getrennt sind vom Dorf nach Berlin gezogen. Raimund ist mit Flori dann nach England gegangen, wo sie Zahnmedizin und er Bilologie studierte oder nicht und im ersten Teil sind sie nach Hamburg zurückgekommen, leben dort schon einige Jahre, Flori, als Kieferchrurgin, März als Redaktuer beim „Tag“

Sie haben zwei Töchter Priska und Linda und am Beginn des Buches bringt Raimund Linda auf den Bahnhof, weil sie dort mit ihrer Klasse in ein Landfschulheim fährt.

Linda wird auch das „Elsternkind“ genannt, weil sie kleptomanische Adern hat und als Raimund zurückgehen will, sieht er plötzlich Inger wieder, beziehungsweise einen Flashmob, den die Klasse ihrer Tochter Pippa auf dem Bahnhof aufführt.

Das löst eine Katastrophe aus, denn Inger, die jetzt mit Moritz verheiratet ist, war Raimunds große Liebe. Pippa, werden wir später erfahren, ist auch von ihm und als Raimund in seine Redaktion zurückkommt, begrüßt ihn sein Freund Bruno mit den Worten, das er wie ein Gesprenst aussehen würde.

Ganz ehrlich, das ist für mich nicht ganz nachvollziehbar, daß einer, der nach sechzehn Jahren oder so seine Jugendliebe wiedersieht, so ausflippt.

Raimund, der Insektenspezialist tut es aber, läßt sich von der Redaktion beurlauben und fährt zu Pippas Schule und ihr dann nach in das Reihenhäuschen nach, wo sie mit ihrer Mutter lebt.

Wo ist Moritz? Ist er verschwunden oder vielleicht sogar tot?

Raimund fährt nach Hause und hat Alpträume so, daß er nachts aufschreit und laut „Ohlsdorf!“, ruft.

Das bringt Floriane auf den Plan, die ihm einen Brief Ingers überbringt, schon von Monaten geschrieben, wo sie ihm von einer Krankheit Moritz schreibt und ihn bittet, alles aufzuklären.

Floriane hat einen bösen Brief zurückgeschrieben und verschwindet in das Wochenende. Raimund bleibt zurück, säuft und säuft und fährt am Montag mit Bruno nach Stuttgart.

So endet der erste Teil. Der Zweite, der für mich unnötig wäre, weil ohnehin  schon alles gesagt, führt zwanzig Jahre zurück, wo sich die Paare bildeten und wieder trennten. Floriane war beispielsweise mit Moritz zusammen und im dritten Teil fährt Raimund mit Bruno, dem Frauenhelden, der überall seine Freuninnen hat, nach Stuttagart, zu einem Fußballspiel oder in in eine Kunstgalerie.

Das ist nicht ganz klar, aber dort kommt Raimund auf ein Bild eines Camille Carrots, eines Frühimpressionisten „Weizenfeld in Marvan“, wo das mit dem Licht passt oder besonders ist. So hebt Raimund von seinem Konto und dem von Flori, der erfolgreichen Zahnärztin, fünfzigtausend Euro ab und fährt in das Landschulheim Lindys, wo er seine eigene Tochter entführt und mit ihr nach Lyon entweicht. Dort das Bild, das sich im dortigen Museum befindet, entwendet und dann dank Brunos Hilfe wieder in sein altes Leben zurückkehrt,  das Leben geht weiter,  begnnt nicht noch einmal von vorne und endet auch nicht in der Katastrophe, wie man vielleicht, als von Rasierklingen die Rede war, erwartet hätte.

Ein tolles Buch, perfekt konstruiert und keine Katstrophe ausgelassen und dann noch in einer wunderschöne n Sprache, könnte man so sagen oder aber auch, das ist ja unrealistisch, Mittelschicht, das was in meinem Leben nie passiert und viel zu abgehoben.

Bin gespannt, was die Kritiker sagen werden und, ob es auf die Shortlist kommt oder vielleicht den Preis gewinnt, für den ich mir ja den Zaimoglu wünsche, aber Franzobel, höre ich bei den Blogs, hat auch ganz gute Chancen, aber das Buch müßte  erst zu mir kommen, weil ich das bei „Netgalley“ angeforderte, ja nicht öffnen kann.

2014-12-25

Eine Nacht voller Wunder

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:07

Noch ein Weihnachtsbuch und diesmal ein spirituelleres „Gesegnete Weihnachten“ aus dem „Herder-Verlag“, ich habe es, glaube ich, im Jänner oder so in dem kleinen Kästchen bei der Buchhandlung „Kuppitsch“ gefunden, wo die vielleicht ihre unverkauften Weihnachtsbücher entsorgten und im Vorwort stellt Ulrich Sander, der schon mehrere „Herder-Weihnachtsbücher“ herausgegeben hat, dieses hier ist der Weihnachtssonderband 2013, die Frage ob „Weihnachten nicht alle Jahre wieder dasselbe ist?“ und beantwortet sie damit, daß man das Fest anders erlebt, wenn es das erste Fest des ersten Kindes ist oder das erste, nach dem der geliebte Partner etc, verstorben ist.

Das habe ich schon einige Male erlebt, ist ja mein Vater 1995 und mein Schwiegervater vor zwei Jahren am Freitag vor Weihnachten verstorben und zur Seelenmesse meiner Schulfreundin Edith Brocza bin ich auch einmal an einem achten Dezember hinausmarschiert und diesmal habe ich am Samstag den neunzigsten Geburtstag von Friederike Mayröcker mit Ö1 gefeiert und am Tag darauf kam die Todesnachricht der Schlagerlegende, ich sage das jetzt mal so, Udo Jürgens, der kurz nach seinem achtzigsten Geburtstag „mitten aus dem Leben“ hinausgerissen wurde.

Ein Weihnachten, das vielen dadurch vielleicht, trotz all dem Streß, das das ruhigste Fest des Jahres, ja vielleicht macht, im Gedächtnis bleiben wird.

So fragt die Sozialpädagogin Andrea Schwarz, die auch schon bei „Herder-Weihnachtsgeschichten“ mitgeschrieben hat, gleich zu Beginn „Und was haben Sie vergessen?“, während Gert Böhn und Johannes Pausch „Das Leben entschleunigen“ wollen und auch der 1961 geborene Theologie Professor Kristian Fechtner spricht von „Entrümpeln“ und stellt sich vor, wie er in seiner Weihnachtsstube zuerst einmal die Weihnachtsmänner und die Lichterorgeln hinausschmeissen wird.

Dann kommt er zu den persönlichen Erinnerungen und da wird es vielleicht schon schwieriger, denn natürlich kann ich loslassen, daß ich als Kind Weihnachten nicht so positiv erlebt habe, denn da ist die Mutter vom Kindergarten oder dem Kleiderladen, wo sie putzte, nach Hause gehetzt, hat bis in die Nacht weitergeputzt und am nächsten Tag gab es dann Streit mit dem Vater, der mir erklärte, daß es es keine Geschenke gibt, wenn ich nicht „an das Christkind“ glaube, was er wohl für pädagogisch hielt. Kann ich vergessen natürlich, aber dann fehlt ein Teil meiner Biografie und das erste Weihnachten ohne ihn und den Gang zur Wotrabakirche vor zwei Jahren, will ich eigentlich nicht vergessen.

Dann geht es weiter mit dem „Zu sich kommen“, was für die Christen, wie wahrscheinlich auch für alle andere Menschen, sehr wichtig ist, innehalten vom Putzen, einkaufen, erledigen und „Achtsam“ auf das große Fest warten, wie uns der Franziskanerpater Richard Rohr erklärt.

Margot Käßmann bringt in ihrem Text „Ein Licht anzünden“ zuerst einmal ein Gedicht von Jochen Klepper, da gibt es keine Biografie im Anhang, so googlete ich nach, daß der 1903 in  Beuthen an der Oder geborene, einer der bedeutensten Dichter von geistigen Liedern im zwanzigsten Jahrhundert ist. 1942 sollte seine Familie deportiert werden, so ist er am 10. Dezember mit ihnen gemeinsam in den Freitod oder Selbstmord gegangen.

Das war der erste Teil des Buchs, der „Auf den Weg zum Fest“ begleiten sollte.

Der zweite ist dem „Wunder von Weihnachten“ gewidmet und da wird zuerst die „Biblische Weihnachtsgeschichte“ erzählt. Es gibt ein Gedicht von „Novalis“ und eine Weihnachtsgeschichte aus Dänemark, von Christa Spilling-Nöker, erzählt.

Da kommen „Weihnachtsgäste“ in ein Dorf, klopfen beim reichen Bauern an, der sie natürlich abweist, die Armen geben ihnen Quartier und schlachten ihren Widder (was kann das arme Tier dafür, kann man jetzt fragen, aber ich bin auch keine Vegetarierin) und dürfen sich am Schluß soviel, wie der Widder Häörner hatte wünschen. Sie wünschen sich  ihr „tägliches Auskommen und einen Platz“ im Himmel. Die Gäste gehen und die Kuh und die Sau bekommen aufeinmal viele kleine Nachkommen, so daß das Paar reich bzw. wohlhabend wird, das läßt den Reichen keine Ruhe, sie fragen nach und als die Weihnachtsgäaste im Jahr darauf wiederkommen ist natürlich Platz im Haus für sie. Sie dürfen sich auch was wünschen und lügen den Gästen vor, daß ihr Widder vier Hörner hätte. Also gut, vier Wünsche, nur schade, daß die Reichen damit nicht umgehen können und so vertun sie die Gelegenheiten und haben am Schluß zwei Pferde weniger als davor.

Aus Russland gibt es dann die Geschichte vom „Heckrubel“, der am Weihnachtsabend in die Tasche kommt und solange dortbleibt, so lange man keine unnützen Dinge kauft und nur an sich denkt und im dritten Teil „Jeder Mensch hat ein Geheimnis“, geht es um besinnliche Texte, die sich mit der Rolle Maria, als alleinerziehende Mutter, Josef als betrogender Ehemann und damit, daß man den heiligen Josef als Krippenfigur nur im Dreierpack mit Maria und dem Kinde kaufen kann, beschäftigen

Teil vier wird wieder literarischer, erzählt da doch Hans Christian Andersen vom „Tannenbaum“ und Gedichte Friedrich Wilhelm Weber und Christian Morgenstein, die sich mit dem Christbaum beschäftigen gibt es auch.

Und ich bin von meiner Weihnachtsfilmphase, die in eine Weihnachtsdepression mündete, über die Mayröcker-Phase schon lange wieder ab und zu meiner Leseliste und den Büchern, die ich heuer unbedingt noch schaffen will, zurückgekommen.

Meine zwei Weihnachtswünsche, die ich hätte, wenn mich jemand danach fragte, habe sich noch nicht erfüllt und ich habe auch noch keine Kommentierer gefunden, die von meinen Blog so begeistert sind, daß sie mich vielleicht für den N-Preis vorschlagen würden, hatte am Sonntag aber, oh Wunder, dreihundertsiebenundsiebzig Zugriffe, ungefähr doppelt soviele, wie sonst, Weihnachten ist also doch eine hoffnungsvolle Zeit, auch wenn sich das das als Eintagsfliege herausstellen dürfte.

Und das Dummie der „Anna“, die inzwischen an die Druckerei gegangen ist, habe ich auch schon bekommenund durchgesehen.

 

2013-12-23

Frohe Weihnachten!

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:00

Irgendwann in diesem Jahr lag im Schrank etwas ganz Besonderes, nämlich ein kleines rotes Büchlein, mit Plastik überzogenen und einem Weihnachtsmann mit Sack und Pack und Christbaum am Cover.
„Wissenswertes und Unterhaltsames rund ums Weihnachtsfest“ von einer Barbro Garenfeld, nähere Autorenangaben gibt es nicht, nur der Hinweis, daß alle Informationen und Rezepte des Buchs sorgfältig geprüft wurden, Autorin und Verlag aber nicht für eventuelle Fehler haften würden.
Also hinein in die Informationen rund ums Thema Weihnacht. Ehe ichs vergesse, herrlich nostalgisch bunte Illustrationen mit dem herzigen Christkindlein, etc, gibt es zu den einzelnen Abschnitten auch und am Anfang ein „Ex libris“ Schildchen, wo man seinen Namen eintragen kann.
Dann kommt das Vorwort und ein Adventgedicht von Rainer Maria Rilke. „Es treibt der Wind im Winterwalde die Flockenherde wie ein Hirt“,bevor auf der nächsten Seite, zwei Dienstmädchen vielleicht mit ihren Binkerln und einem Regenschirm am Stand eines Weihnachtsmarktes zu sehen sind.
„Advent“ heißt Ankunft“ steht auf der vorigen Seite und auf der nächsten werden wir belehrt, woher der Adventkranz stammt, den es inzwischen in jedem Haushalt gibt.
„Vierundzwanzig Wartetage“ heißt das nächste Kapitel und da geht es um die Adventkalender, die es inzwischen auch schon überall gibt, mit und ohne Schokolade, mit Geschenken zum Herausnehmen, zum Selberbasteln etc.
Der Ursprung geht auf den Verleger Gerhard Lang zurück, der 1904 den ersten gedruckten Adventkalender am deutschen Markt herausbrachte.
„Spekulatius und andere Spitzbuben“ gibt es natürlich auch, wieder mit einem schönen Bildchen aus der vergangenen Zeit und den entsprechenden Rezepten zum Nachbacken.
Barbarazweige gibt es im Winter und die gehen auf die heilige Barbara zurück, wenn man am vierten Dezember Kirschzweige in die warme Stube stellt, beginnen sie zu blühen und das dazu passende Liedchen, „Es ist ein Ros entsprungen“, kann man auch gleich singen.
Dann natürlich die „Adventstimmung am Weihnachtsmarkt und den heiligen Nikolaus, der den Kindern Äpfeln, Nuß und Mandelkern bringt, nur leider oftmals mit dem Weihnachtsmann oder Santa Claus verwechselt wird und der wird oft mit Coca Cola zugeschrieben, beziehungsweise, hat sich diese Firma, den dicken Mann im roten Anzug mit der roten Nase für Werbezwecke ausgeborgt. Der heilige Nikolaus war aber ein Bischof und wurde früher auch vom Krampus begleitet und die Rutenstreiche sollten nicht Strafe, sonder Fruchtbarkeit bringen.
In Schweden zündet die heilige Lucia die Lichter an, das ist eine ähnliche Heilige, wie bei uns die Barbara und die Kinder tanzen um den Baum, beziehungsweise bringt am dreizehnten Dezember die jüngste Tochter im weißen Kleid das Licht in die Familie, wie wir spätestens aus den „Ikea-Katalogen“ erfahren. Glögg trinken die Schweden dazu, da gibt es ein passendes Rezept, dazu wird „Lusekatter“, gegessen, auch zum Nachbacken empfohlen.
Dann gibts den „Tannenbaum“ und Peter Rosegger hat dazu die passende Geschichte geschrieben und natürlich die Weihnachtskrippen, beziehungsweise den „Traum vom Christkind“, denn das gibt es ja auch neben dem Weihnachtsmann und dem Santa Claus, der mit seinen Renntieren vom Norden kommt, am Nordpol oder in Grönland lebt und mit seinem dicken Bauch oft im Kamin stecken bleibt.
Wer die „Weihnachtsgeschichte“, Lukas 2 1-20, für den Christbaum haben will, kann sie auf Seite vierundvierzig lesen.
„Es begab sich aber zu der Zeit…“
Und ums Schenken und Beschenktwerden geht es zu Weihnachten natürlich auch. Da schreibt man sein Brieferl ans Christkind und kann es zum Beispiels ans Sonderpostamt „Christkindl“ in Steyr schicken, wo es bearbeitet wird, falls es von der Post noch nicht eingespart und wegrationalisiert wurde, was dann wohl ein Fall wäre, wo Verlag und Autorin keine Haftung übernehmen.
„Gibt es einen Weihnachtsmann?“ hat 1897 Virginia O Hanlon die „New York Sun“ gefragt und der Herausgbber hat ihr das so schön beantwortet, daß sein Brief jedes Jahr, bis 1950, als die Zeitung eingestellt wurde, auf der Titelseite abgedruckt wurde.
Und das berühmte „Stille Nacht, heilige Nacht“, inzwischen schon in alle Sprachen übersetzt, kommt aus Österreich und wurde 1818 von H.Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber getextet und komponiert.
Dann gibt es noch wissenswertes zum „Heiligen Abend, dem ersten und den zweiten Weihnachtsfeiertag“, mit der Aufzählung der Rezepte, was wann und wo die Leute essen und wann wer die Geschenke bekommt. In Spanien und in Italien erst ein paar Tage später, in Portugal können sich die Kinder schon früher freuen und Bratäpfel mit Schneehaube“ schmecken sicher allen gut. Man muß die Äpfel mit Preiselbeeren und Rum füllen, mit Butter bestreichen, in eine feuerfest Form geben und zwanzig Minuten bei 200 Grad braten, bevor man ihnen eine Schneehaube aufsetzt.
Und so habe ich mich durch das kleine Büchlein geschmökert, das selbst ein schönes Geschenk und Anblick ist und viel wissenswertes über Weihnachten erfahren, das für mich, obwohl ich ja nicht glaube und auch kein Konsumtyp bin, nicht zuletzt dank der vielen Weihnachtsbücher, die sich in den offenen Bücherschränken finden lassen, für mich immer etwas Schönes ist.

2012-12-09

Advent und Weihnachtsmonat

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:43

Der Nanowrimo, den ich diesmal eine Woche früher begann und der für mich am 7. November erledigt war, der Rohtext fertig, den es jetzt ein paar Monate zu korrigieren gilt, ist vorüber, stattdessen ist der Monat Dezember mit den Christkindlmärkten, den Adventkalendern und den vielen Weihnachtsvorbereitungen, die manche schön und beschaulich, manche wieder stressig finden, eingezogen. Und der Advent hat auch für mich, obwohl ich ja nicht katholisch bin, eine besondere Bedeutung, die sich durchaus blogbezogen literarisch auslegen läßt.
Am siebenten November habe ich den Nanowrimo für mich abgeschlossen, am achten war die Alpha Preisverleihung, zu der ich ja trotz Versprechen nicht eingeladen wurde, am neunten mein Geburtstagsfest und am zehnten bin ich von da noch ein wenig verschlafen in die Alte Schmiede zur Literatur im Herbst gestapft und bin da und das ist auch schon traditionell am ersten Weihnachtsmarkt vorbeigestapft. Gibt es da ja bei den Ringstraßengalerien seit einigen Jahren schon Anfang November ein paar Buden, die auf den Advent im Salzkammergut mit Prospekten, Punsch und Verkäufen aufmerksam machen. Ein paar Kekskostproben gibt es dabei auch, so daß ich beim Hin- und Zurückgehen meine ersten Vanillekipferln naschen konnte.
Als ich zwei Wochen später zur Buch-Wien stapfte und von dort ins Rat- und ins Literaturhaus, bin ich schon an den richtigen Christkindlmärkten vorbeigekommen.
Obwohl das Wetter noch nicht sehr winterlich ist, bereite ich mir seit ein paar Wochen auch schon meinen Rotweinpunsch, den nach einem Rezept der grünen Erde, mit Orangensaft, Zimt, Orangenscheiben und Früchtetee und auf der Buch Wien wurde das Weihnachtsgeschäft auch schon angebahnt.
Anfang Dezember stapfe ich dann in den Keller und hole meine Weihnachtsdekorationen heraus, die sich durch die jährlichen Gutscheine, die ich von Leiner oder Kika bekomme, immer um einige schöne Stücke erweitern, diesmal waren das ein paar weihnachtliche Öle für Duftkerzen und zu meinem Geburtstagsfest habe ich auchein Weihnachtskerzerl und von der Hilde Schmölzer eine weihnachtliche Geschenkpackung mit Marmelade und Gewürzsalz bekommen.
Und dann gibt es noch die Weihnachtsbücher und die Adventkalender, einige habe ich ja geschrieben und einen davon im „Best of I“ veröffentlicht und durch das Bloggen bin ich daraufgekommen, daß man Weihnachtsbücher lesen kann. Seit es die Bücherschränke gibt, sammle ich die solchen und da werden ja im Jänner meist einige hineingestellt, so daß ich Weihnachtsgeschichten von Agatha Christie auf meiner Leseliste habe und mir demnächst vornehmen will, ein Insel-Weihnachtsbuch gibt es auch und einen Weihnachtskrimi und bei den Bloggern habe ich gemerkt, gibt es Adventleserunden, wo sie ihre Weihnachtsbücher wöchentlich vorstellen. Klaudia Zotzmann schickt ihr Schaf wieder durch Keksduft und Lichterglanz und eine Sammlung von adventlichen Gewinnspielen gibt es auch.
Ich habe „Holyday on Ice“ vor zwei Jahren gelesen. Im Vorjahr gab es die „Familie Pfäffling“ im Schrank, als ich durch den siebenten Bezirk Adventwanderte und das ist ein Ereignis, das Silvia Bartl nicht mehr zu organisieren wird, wie auch Fritz Widhalm mit dem xxxxxxxxs small aufgehört hat. Ein Weihnachtsbuch habe ich heuer auch schon gelesen.
Durch mein Ablesen meiner Leseliste habe ich zwar nicht die Zeit, wie ich es vor zwei Jahren machte, einen Adventkalender zu bloggen, den vom Literaturcafe mit den ungeschriebenen Büchern, den es noch gibt, schaue ich mir aber an und am letzten Donnerstag hat sich auch ein schöner Weihnachtszweig mit den ersten Dekorationen eingefunden.
Da war ich auch wieder beim klinischen Mittag, habe am Heimweg meine Bücherkastenrunde absolviert, beziehungsweise bin ich vorher bei einem kleinen Büchergeschäft in der Lerchenfelderstraße hängengeblieben, denn die hatten einen Büchertisch mit Ein Euro Bücher, wo es fünf Klagenfurter Texte gab und auch ein Leseexemplar, was zwar an sich unverkäuflich wäre, aber bei einem Euro nehme ich es nicht so genau, von Anna Stothards „Pink Hotel“, ein ganz neues Buch. Dann gab es noch eine Ruth Schweikart und einen Richard Wagner und so habe ich nicht nur meine Praxiswohnung weihnachtlich dekoriert, sondern auch den Bücherstoß von der 2013 Leseliste ins Badezimmer transportiert und mich darauf gefreut, was ich, wenn der Advent vorüber ist, alles lesen kann.
Am vorigen Freitag habe ich fertig dekoriert und bin zur Trude Kloiber gegangen, die mir Lilian Faschingers „Die Unzertrennlichen“ zum Geburtstag schenkte, was auch auf die 2013 Liste und ins Badezimmer kam.
An diesen Freitag habe ich auch noch erfahren, daß meine andere Schulfreundin aus der Straßegasse Edith Brocza, die mich ja einmal an den Resten es Buchgeschäftes ihres Hauses, teilhaben ließ, ihrem Tumor erlegen ist, was die adventliche Stimmung etwas trübte.
Advent ist aber ohnehin Besinnung, Ruhe, Innehalten und wird vielleicht heuer noch etwas mehr an mir vorübergehen.
Ich habe aber auch in Harland die Weihnachtssachen hervorgeholt. Zu Advent gibt es auch besonders viele Erlagscheine von Hilforganisationen, die ihre Weihnachtskarten und andere Goodies schicken. Diesmal ist auch ein kleines Carepaket mit Weihnachtspapier und Geschenkanhänger dabei und in Nußdorf an der Traisen hat es wieder eine Weinverkostung und ein Punschtrinken mit Weihnachtskeksen und Schmalzbroten gegeben, sowie das Auge Weihnachtsfest am Freitag.
Den Ohrenschmaus gibt es Anfang Dezember auch und das ist auch ein weihnachtliches Event auf das diesmal Michael Chalupka in den Gedanken für den Tag besonders hingewiesen wurde und daß meine Adventgedanken öfter angeschaut wurden, war bei den Suchanfragen zu bemerken.
Also auf in den Advent! Meine Geburtstagsbücher gibt es im Lesemonat Dezember zu lesen und da Weihnachten diesmal sehr günstig fällt, werden wir schon am 21. Dezember nach Harland aufbrechen, das diesmal wurde die Pflegebedürftigkeit von Alfreds Vater und die Anwesenheit einer slowakischen Pflegehelferin anders werden wird und der Opa ja auch seine guten Vanillekipferln und anderen Weihnachtskekse nicht mehr backen kann.
Ansonsten gilt die Vorfreude, was sich vielleicht in Jänner an Weihnachtsbüchern in den Schränken finden läßt. Vielleicht ist Glattauers „Weihnachtshund“ dabei, den ich gerne einmal lesen möchte und was die Klagenfurter Texte betrifft, die ja auch zu lesen sind, ist zu sagen, daß ich gerade durch Cornelia Travniceks Seite erfahren habe, daß der Preis 2013 total verändert, fetziger und mit mehr Eventcharakter stattfinden soll. Vielleicht wirds nicht so schlimm, wie es klingt. Milena Moser hat ja schon einen Roman über eine literarische Castingshow geschrieben und Stefan Sonntagbauer sein „Containeräffchen“ an dem man sich vielleicht kein Beispiel nehmen sollte.

2009-12-24

Weihnachten in Harland

Filed under: Uncategorized — jancak @ 20:08

Nun also das Weihnachtsfest. Wichtigster Wirtschaftsfaktor inzwischen und wenn man bei www. buecher.at, der Seite des Hauptverbandes nachsieht, sieht man, am vierten Einkaufssamstag ist das Weihnachtsgeschäft nicht so gut gelaufen, dafür haben das die Käufer nachgeholt und in den letzten Tagen, bis heute vierzehn Uhr, offenbar doch noch genügend Bücher eingekauft.
Wie ist das bei mir, einer konsumverweigernden Atheistin?
Weihnachten ist für mich sehr schön und auch sehr wichtig, aber es ist in den Advent vorverlegt. Eigentlich beginnt es meist Anfang November mit meinem literarischen Geburtstagsfest. Da gibts oft schon Geschenke vom Weihnachtsmarkt und die vielen Lichter und die Dekorationen haben einen Reiz auf mich und die Gutscheine natürlich.
Da gabs heuer bei dem Kronenzeitungsprobeabo, das ich auf der Buch-Wien abgeschlossen habe, einen Gutschein über sieben Euro von Möbel Lutz. Ein ganz liebes Weihnachtsengerl und drei Punschhäferln habe ich mir eingelöst und dann gibts natürlich den Weihnachtspunsch. Den mache ich mir immer selber, ein drittel Rotwein, ein drittel Wasser, ein drittel Orangensaft, ein Sackerl Früchtetee, eine halbe in Scheiben geschnittene Orange und etwas Zimt. Heuer hat mir eine liebe Klientin um den Nikolo ein Sackerl mit einem Teelichtständer, einem Weihnachtshäferl und fünfzig Gramm Weihnachtstee mit Mandeln und Rosinen gebracht. Eine andere brachte Kaffee und Weihnachtsstollen und dann gabs noch eine Großpackung After Eight und im Haus der Energie wurden Energiebündel verteilt. Das sind orangenfarbene Sackerl mit einer Packung Schogetten, einer Teeprobe und zwei Nußkostproben. An den Dezember-Dienstagen gab es dazu Maroni oder Bratkartoffeln. Die Anna hat Kekse gebacken und ich habe mir die FM4-Anthologie von der Buch Wien nach Hause geholt, das neue Etcetera und dann noch die „laut lauter lyrik“ – Anthologie von den Erich Fried Tagen. Von der Nanowrimo Blogparade gab es das schöne Paper Blanket und das kleine Bücherpackerl vom Resistenzverlag und dann natürlich den Ohrenschmaus, den ganz besonders. Diesmal habe ich sogar noch ein Packerl mit einer Zotter-Schokolade und einer CD zugeschickt bekommen und von der Anna gab es zum Geburtstag den Sonnentor Tee-Adventkalender.
Es ist also der Advent mit den vielen vorweihnachtlichen Überraschungen, die zum Einkaufen animieren sollen, aber da ist eine konsumverweigernde Atheistin abgestumpft. Literarisch gab es den Adventrundgang „Alles Gute“ und im Amerlinghaus die traditionelle Kleinstverlagsschau xxxxxxx-small und Punsch trinken im Amerlinghaus pflege ich mit der Anna seit einigen Jahren auch regelmäßig.
So zieht sich der Advent dahin mit den Adventkalendern, diesmal mit dem der Claudia Zotzmann und dem vom literaturcafe und dann fuhren wir am Abend des dreiundzwanzigsten nach Harland. Ich habe dort geschmückt, aber keinen Christbaum. Den gibts im Erdgeschoß bei Alfreds Eltern, da treten wir um fünf Uhr an. Bekommen unser Geschenkpaket, hundert Euro und eine Packung Lindorkugeln und vom Alfred Buchgeschenke. Diesmal war es Gustav Ernst „Helden der Kunst – Helden der Liebe“ und den Arche Literatur Kalender über das Schreiben. Von der Anna gab es ein Hörbuch, nämlich „Bitterfotze“ von Maria Sveland, denn aus irgendeinem Grund schenkt mir die Anna nicht so gerne Bücher.
Ich habe „Das Haus“ und die Volksstimmeanthologie an die Schwiegermutter, die gern liest, verschenkt, die Anna bekam ein Zweijahres-Falter-Geschenkabo und die zweite Ohrenschmaus CD. Dann ist es meistens aus. Nach der Geschenkübergabe und dem Foto vor dem Christbaum gibts ein Abendessen mit den Eltern, diesmal Fisch mit Kartoffelsalat und natürlich Weihnachtskekse. Der Schwiegervater war gelernter Konditor, bevor er als Briefträger in Pension gegangen ist. Danach war es oft wie abgerissen. Ich habe den kitschigen Weihnachtsmann mit Dschingle Bells, den meine 1991 verstorbene Mutter einmal der Anna zu Weihnachten geschenkt hat, aufgedreht und meistens den aktuellen Eva Rossmann Krimi gelesen. Diesmal aber nicht, denn den gabs schon im September. Ich habe aber den Ilija Trojanow im Badezimmer, den mir der Alfred vor zwei Jahren geschenkt hat und ein paar Tage Zeit. Bis Sonntag. Dann gibt es zwei Praxistage, zu Silvester sind wir bei Ruth Aspöck in der Burggasse eingeladen und weil ich es mir diesmal schlecht eingeteilt habe, müssen wir am Sonntag wieder nach Wien, denn am 4. und 5. habe ich Stunden, obwohl es noch einen Feiertag gibt.
Kann aber trotzdem geruhsam werden und wird es sicher auch und den Jahresrückblick für 2009 kann ich schon geben. Da gab es gleich Anfang Jänner die Abfuhr von Christa Nebenführ, weil ich mich für die Prückl-Sommerlesereihe, wozu sie in den GAV-Nachrichten aufgerufen hat, angemeldet habe. Sie hatte ästhetische Bedenken und das hat sich fast durchs ganze Jahr gezogen und vor Weihnachten gab es den literarischen Rundumschlag von Maria Heidegger.
Dazwischen habe ich bei den Textvorstellungen in der alten Schmiede gelesen, war kurz in Leipzig bei der Messe, hatte im November ein sehr schönes Portrait bei den „Texten“ in Ö1 und war als special guest in der Augustin Schreibwerkstatt, sowie bei den wilden Worten.
Vor allem aber habe ich geschrieben. „Das Haus“ habe ich im Jänner begonnen, dann kam „Sophie Hungers Krisenwelt“ und ganz überraschend und höchst erfolgreich, das Nanowrimowriting mit „Heimsuchung oder halb eins“, an dem ich gerade korrigiere.
Natürlich gab es das Literaturgeflüster, mit dem ich das ganze Jahr beschäftigt war und das ist sehr toll, mit den fünfzig bis hundert Zugriffen pro Tag, die ich inzwischen habe, gibts da keinen Zweifel. Vor allem macht es großen Spaß. Ich habe meine Stammleser, einige davon sind Autoren: Andrea Stift, Cornelia Travnicek, Anni Bürkl, seit kurzem auch Rudi Lasselsberger und drei Verleger haben sich auch dann und wann gemeldet. Alfred Goubran, Herwig Bitsche, Paul Jaeg, der hat diese Woche übrigens, als ich noch mit der Fehlerkultur und den Kommentaren von Frau Heidegger beschäftigt war, meinen Schlagabtausch mit Frau Heidegger bezüglich der Poet Night gefunden und seine diesbezügliche Meinung abgegeben. Wen es interessiert, es ist ermutigend.
Ja und auch den leselustfrustblog habe ich in diesem Jahr gefunden. Das war interessant. Es war August und ich war in der Sommerfrische. Hatte gerade Anni Bürkls Buchpräsentation besucht, surfte herum und stieß auf einen Blog, der mein Design hatte. Dann gings noch um ähnliche Inhalte und die Betreiberin wohnt auch in der nächsten Straße und für mich spannend, sie interessiert sich im Sommer für Sommerbücher, im Winter für Weihnachtsbücher und das ist für mich etwas Fremdes. Zwar bin ich vor Jahren, als der Thalia noch Amadeus hieß und sich in St. Pölten angesiedelt hatte, an einem frühen Samstagmorgen mit dem Rad dorthin gefahren, weil die ersten fünfzig Besucher das Amadeus Weihnachtsbüchlein bekamen.
Sie haben es für mich aus dem Lager geholt und eine Adventgeschichte habe ich auch einmal geschreiben und zwar einen Adventkalender. Jeden Tag ein Stückchen, dann das Ganze zusammengefaßt und in dem „Best of Eva Jancak Lesebuch“ veröffentlicht und als ich 2000 in der Schreibwerkstatt der Gewerkschaft war, ist auch eines meiner wenigen Gedichte entstanden. Weihnachten 2000 heißt es und ist ebenfalls im „Best of, Lesebuch“ enthalten.
Eigentlich wollte ich es meinen Lesern als Weihnachtsgeschenk ins Literaturgeflüster stellen, aber dieser Blogbeitrag ist schon sehr lang. Also morgen, schöne Weihnachten noch einmal und eine stille Nacht, auch wenn ich nicht zur Christmette gehe.

2019-06-20

Schlafende Sonne

Jetzt kommt Buch neunzehn der 2017 dBp langen Liste, Thomas Lehr schlafenden Sonne, das ich damals natürlich angefragt habe, aber für Blogger leider leider keine Bücher.

„Aber lassen Sie sich dadurch nicht entmutigen!“

Natürlich nicht, obwohl ich während des Lesens der siebzehn anderen Bücher oder auch schon früher gehört habe, daß das Buch ähnlich unlesebar sein soll wie Reinhard Jirgls „Nichts von euch auf Erden“ oder Ulrich Peltzers „Das bessere Leben“, das ich übrigens vovorgestern im Schrank in der Zieglergasse gefunden habe, als ich ins Literaturhaus ging und das ich mir damals vom Otto ausgeborgt habe.

Ich habe ja die Straßergassenschulkollegin Trude K., die mir gegenüber wohnt, mir zum Geburtstag immer ein Buch bringt und weil sie da zwei oder dreimal eines aussuchte, das ich schon gelesen hatte, mich immer vorsorglich fragt, was ich denn haben will?

„Thomas Lehrs „Schlafende Sonne!“, habe ich tapfer geantwortet und das Buch dann bei unserem Fest Anfang 2018, wo wir die Riesenweinflasche, die uns der Josef und die Angela brachten, verkosten wollte, von ihr bekommen.

Da kam dann auch der Otto und brachte, nicht abgesprochen, Buch zwanzig, so daß ich höchstwahrscheinlich in wenigen Wochen, wenn nicht noch zu viele Neuerscheinungen kommen, mit dem dBp 2017 fertig bin, ehe die neue Buchpreisliste kommt und das wäre dann mein fünftes Buchpreisbloggen, wo ich wahrscheinlich wieder anfrage, aber vielleicht mit ein wenig weniger Enthusiasmus, wir werden im August ja auch wieder in der Schweiz sein und heuer wahrscheinlich die Buch-Wien auslassen, das alles lesen werde.

Aber zurück zu Thomas Lehr, obwohl ich vor ein paar Tagen, meine deutsche Liste auf die sich angesammelt habenden, noch nicht gelesenen Bücher ergänzt habe und demnächst wahrscheinlich über fünf Jahre Buchpreisbloggen schreiben will, von dem ich, wenn ich mich nicht täusche, schon einiges gelesen habe.

Die Novelle „Frühling“ auf jeden Fall, sonst bin ich mir nicht sicher, ob ich einen seiner Monsterromane gelesen habe und ob das Buch des 1957 in Speyer Geborenen, jetzt unlesbar ist?, wollen meine wahrscheinlich nicht vorhandenen Leser jetzt vielleicht wissen.

Unlesbar nein, würde ich sagen, denn es ist mit einer schönen, kunstvollen, irgendwo habe ich auch Phanatsiesprache gelesen, geschrieben, aber es hält nicht, was der Klappentext verspricht.

Denn da steht doch, daß ein Dokumentarfilmer und Essayist von Tokio, glaube ich, nach Berlin fliegt, um die Vernissage seiner ehemaligen Studetnin Milena Sonntag zu besuchen, die wohl „Schlafende Sonne“ heißt und an einem einzigen Tag stattfindet.

Soweit so gut und klingt auch interessant. Man könnte sich wohl fragen, wie man das in sechshundertdreißig Seiten preßt und dann liest man etwas anderes, was eigentlich auch noch nicht so unverständlich klingt und im Text auch beschrieben wird, daß es da, um die Familiengeschichten des gesamten vorigen Jahrhunderts geht und irgendwo im Buch bekommt man auch heraus, daß es 2014 geschrieben oder begonnen wurde und denkt, aha, der erste Weltkrieg ist ja klar und mit dem habe ich mich in meiner Lektüre der letzten fünf Jahre ja auch öfter beschäftigt und mich sozusagen hinauf- und hinuntergelesen.

Was es wohl wirklich so schwierig macht, steht im Nachwort geschrieben: „Dieses Buch ist ein Werk der freien Phantasie und doch zutiefst abhängig von der Wirklichkeit, über deren Erfindungsreichtum der Künstler nur staunen kann.“

Und nach dem letzten Satz steht „Wird fortgesetzt!“ und damit man sieht, daß ich mich in der letzten Woche wirklich durch das Buch gelesen habe, zitiere ich auch noch ein paar Sätze von den Seite hundertneunzig und einundneunzig: „Von außen gleich die Räume einzelnen, von Kinderhand übereinandergetürmten Schachteln, doch weil man im Inneren des verworrenen Bauwerks steckt, weiß man nicht, was beim Öffnen der nächsten Tür mit einem geschicht, wo man hingerät , wie schräg der Boden ist, ob man von der Decke her auf einen Küchenboden fällt oder wie auf einer Rampe hinabtaumelt In einem dröhnend beschalten Partykeller oder einen von Endkampf-Parolen widerhallenden Parteitag.“

Damit wird, glaube ich, viel über das Buch und seine Machart gesagt und wem das jetzt zu unverständlich ist, kann es damit und mit dem Klappentext belassen, denn man kommt in das Buch wirklich schwer hinein, weil Thomas Lehr mit seiner Phantasie würde ich so sagen, hin- und hergesprungen ist.

Er erzählt von einer oder vielleicht auch mehreren Familien, beginnend oder endent im Wilhelminismus, dem in der Ausstellung oder im Buch mehrere Kapitel in zum Teil kursiver Schrift gewidmet ist.

Die drei Hauptpersonen sind Rudolf Zacharias, der Professor, Milena Sonntag, die Künstlerin und ein Jonas, mit dem das Buch beginnt, der ist Physiker und der Exmann von Milena, glaube ich und dann wird in den sechshundert Seiten ein bißchen was vom ersten Weltkrieg, vom zweiten natürlich und den Schicksalen jüdischer Familien und dann auch sehr viel vom Aufwachsen in der DDR, Milena Sonntag ist dort, glaube ich, aufgewachsen und, ich glaube, auch vom Heidelberger Studentenleben  der siebziger oder achtziger Jahre erzählt.

Wenn der Uli das lesen sollte und sich über meine vielen „glaube ich“, aufregt, die sind dem Stil geschuldet, denn Thomas Lehr springt durch das Buch, erzählt mal von einem, mal vom anderen, erklärt auch nicht viel, wer jetzt wer ist und wie er das macht, ist auch durchaus spannend, interessant und lesbar, nur der Zusammenhang fehlt.

Worum geht es in dem Buch? Um das letzte Jahrhundert Deutschlands an Hand einiger Schicksale und ,um eine Ausstellung, die von der Sonne handelt und sich in einigen Bildern oder Exponaten, so werden den Besuchern Kostüme angezogen und ihnen Gegenstände in die Hand gedrückt, damit beschäftigt.

So würde ich es ausdrückeh und wieder die Frage nach den Buchpreisbüchern stellen? Nach welchen Kriterien sie von der Qualitätsjury ausgewählt werden?

Nach denen der schönen Sprache, würde ich wieder sagen, denn der Inhalt, eine Familiegeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts, wurde ja schon sehr oft erzählt und kann man wahrscheinlich in jeder Buichpreisliste finden. Da kommen wir wieder zu der Frage, ob die Leser das Lesen wollen und da stöhnen die Buchhändler ja immer und fordern: „Setzt andere Bücher auf die Longlist, denn die Leute lesen das nicht!“

Das ist eine interessante Frage und ich gestehe, ich habe auch einiges überflogen, mich manchmal nicht ausgekannt, das Buch aber trotzdem interessant und spannend gefunden, wenn auch nicht so neu und so ungewöhnlich.

Jetzt kann ich natürlich auf die Fortsetzung gespannt sein und natürlich auf die neue Liste, von der ich derzeit noch sehr wenig Vorstellungen habe, was darauf stehen könnte und mich dann an ein Buch der österreichischen Liste und wie schon erwähnt, an das zwanzigste 2017- Buch zu machen, um wieder einmal vollständig zu sein, denn das war ich bisher ja nur 2015 bei meinem ersten Buchpreislesen und da habe ich geborgt , in Buchhandlungen gelesen und mir die Bücher schenken lassen und den anderen Jahren fehlt mir ein bißchen, wenn auch nicht viel, da ja die Verlage der Buchpreisbloggerin gegenüber sehr großzügig sind, während es für heuer, glaube ich, noch keine ausgesuchten Buchpreisblogger gibt und diese Idee vielleicht fallengelassen wird, obwohl ich das vier oder fünf lesen zwanzig was es ja 2013 gab und der Stein des Anstoßes war, sehr spannend fand.

2019-01-27

und fließt die zeit wie wasser wie wort

Filed under: Bücher — jancak @ 00:43
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Und wieder ein wenig Lyrik, die kommt ja bei meinen Bücherbergen und den dicken Schmökern von Romanen, die manchmal darauf liegen und ich ja auch eine dicht an der Realität befindende Romanschreiberin bin, oft ein wenig zu kurz, obwohl im März ja wieder der Mona der Lyrik naht, es in der „Alten Schmiede“ und auch sonst wo die Lyrik-Festivals gibt und ich  auch erst vor kurzem bei einem Lyrikabend war, da habe ich die 1940 geborene Christl Greller getroffen, die  rührige bemühte GAV-Kollegin, die  Werbetexterin war und sich 1995, wie ich dem Klappentext entnehme, dem literarischen Schreiben zuwandte.

Gehört oder gelesen habe ich das erste Mal, glaube ich, von ihr, als ich so um 2000 muß das gewesen sein, eine eifrige Besucherin der Schreibwerkstatt der Gewerkschaft war, zu der ich  durch „Luipold Stern-Preis“ gekommen bin und sie dort, glaube ich, eines ihrer Bücher vorstellte.

Sie hat, entnehme ich, weiter dem Klappentext, drei Erzählbände, einen Roman und sechs Gedichtbände, die Erzähbände „Der Schmetterlingsfüßler“ 1998 erschienen und „Schatten werfen“ habe ich in meinen Regalen, ebenso das „Podium-Portrait-Gedichtbändchen“, das sie mir freundlicherweise einmal verehrte.

Als ich 2002 bei dieser Halbpreisschiene in dem damals noch nicht so existierenden Schmiedesaal in den Semesterferien, um fünf Uhr Nachmittag mit Uwe Bolius in der „AS“ gelesen habe, war sie unter dem Publikum, da habe ich sie persönlich kennengelernt und sehe sie seither immer wieder im  bei Veranstaltungen, in der „Alten Schmiede“, im Literaturhaus, in der „Gesellschaft“ und bei den „Mittleren“ hat sie auch einmal gelesen.

Sie organisiert auch selber Veranstaltungen und da ist, wie beim vorliegenden sechsten oder siebenten Gedichtband, die Zeit das Thema, „Die Zeit und wir“ heißt es da und da habe ich bei einer ihrer Veranstaltungen in der Klimt Villa gelesen, sucht sie für ihre Veranstatlungen ja immer ungewöhnliche Orte, ich war aber auch bei einem ihrer Lyrik Abende in der „Gesellschaft“ und und.

Es gibt Preise und Gedichte, die im „Standard“ und in Ö1 erschienen ist, ist Christl Greller ja, wie schon beschrieben sehr bemüht und so gibt es auch in dem vorliegenden in der „Editon  lex  liszt“ erschienenen Band, sehr viel Kollegalität, nämlich ein Mottogedicht von Marie Therese Kerschbaumer, der großen Dichterin, die ich im Arbeitskreis schreibender Frauen schon in den soäten Siebzigerjahren kennenlernte und Zeichnungen, schöne zarte Graphikmuster von der 1935 bei Villach geborenen Angelika Kaufmann, die ich auch regelmäßig in der „Alten Schmiede“ sehe, gibt es in dem Buch auch und ein Nachwort von Rudolf Kraus, der das Fließen und die Bewegung, der klein geschriebenen Texte erwähnt. Das Wasser und die Zeit, die als ständige Thema, das sich durch das hundertzehn Seiten Bändchen fließt. Die Vergänglichkeit ist ebenfalls ein ständiges Thema, das ja sowohl mit dem Fließen, als auch mit der Zeit zusammenhängt, ein Suchen, ein Bewegen und ein sich Ausdrücken und dann gibt es auch Momente, da findet sich nichts, man muß warten, stehenbleiben, ausatmen und an Morgen denken.

„hm“ heißt das Gedicht „und denke und denke und denke – und finde nichts, das wichtig genug ein gedicht darüber zu schreiben. vielleicht morgen?“ schreibt Christl Greller und man kann das Schwerfallen des Stehenbleibens und Verweilen müßen hautnah spüren und doch ist man zu diesem Zeitpunkt auf Seite zweiundsiebzig und ist mit Christl Greller schon durch viele bewegende Momente gegangen und sehr schön finde ich die Zusammenfassungen, ein paar kurze klare Worte, die unter manchen ihrer Gedichte stehen, beim „schneefall“ zum Beispiel:

„auf den lippen eine flocke und zergeht. und kühl vor den augen der tanz, und leicht auf den schultern die liegengebliebene last.

morgen salzstreuung“

Es gibt Gedichte, die an ihre Reisen nach Norwegen erinnern und dann eines das den „pannonischen sommer“ beschreibt: „und reben, reih und glied, in liebe aufgebunden. der see als streif am horizont“, die letzte Zeile wird refrainartig mehrmals wiederholt, was uns die pannonische Landschaft so richtig vorstellen läßt und das Gedicht „blattgold“, das die Vergänglichkeit des lebens, wie noch bei ein paar andere, wohl am stärksten zeigt:

„jetzt nicht mehr sparen, später ahorn und verschenkt, verschleudert er sein gold – und nützt ihm nichts, wenn es an sterben geht“

Man kann sehr schön in diesen zarten Zeilen ungehemmt von hinent nach vorne springen und sich dabei von der auch immer kritischen und manchmal auch melancholischer Sprachmelodie umhüllen lassen.

Kommt dann zur „doppelstunde“, wo Christl Greller den Zeitsprung beschreibt, wo die „sommerzeit wieder normalzeit“ wird, die sich listig ausnützen läßt:

„einmal wunscherfüllung einmal ZWEImal leben seis nur von zwei bis drei zeiger zurückgestellt, stunde wiederholt. zweite chance gehabt – und doch: weiter wie immer“

Sehr beeindrucken würde ich sagen und so gleitet man sprachumhüllt durch das Bändchen, um über dem ebenfalls sehr beeindruckenden „Chipgedicht“ zu einem Wien-Zyklus, den „Gesichtern einer Stadt“ zu kommen, wo Christl Greller für jeden Monat vom Jänner bis Dezember ein eigenes Gedicht hat, das von den „farblosen tagen, der abgeschalteten weihnachtslichter am graben“ im Jänner bis zum Dezember, wo es „auf jedem freien  platz im häusergewühl, eine holzhütte, sogenannter weihnachtsstand“ gibt.

Und so bin ich an das Ende des Bändchen gekommen, kann mich bei Christl Greller für das von ihr gewünschte Lesevergnügen bedanken, ihr den Anklang den es bei mir gefunden hat, versichern, hoffe auch das entsprechende Feedback gegeben zu haben und kann ihr noch weitere Lyrikbände wünschen.

2018-12-25

Sterne pflücken

Filed under: Bücher — jancak @ 21:55
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Das dritte Weihnachtsbuch, beziehungsweise Buch von meinem Bücherchristbaum habe ich der 1959 in Linz geborenen und in St. Pölten lebenden Doris Kloimstein zu verdanken, die ich zu den Zeiten kennenlernte, als ich von St. Pölten nach Wien in meine Praxis gependelt bin und daher einmal zu einer Regionalversammlung der IG-Autoren dorthin ging.

Das ist lange her. Damals war sie, glaube ich, Obfrau der LitGES oder hat die Zeitscherift „Etcetera“ aufgebaut.

Sie hat mich auch zu einer Lesung eingeladen, wo ich mit Manfred Wieninger lesen hätte sollen, der war aber noch in seinen Plagiatsskandal verstrickt und hat daher abgesagt, dann habe ich sie einmal in St. Pölten getroffen, als gerade die „Frequency“ stattfand und man die Traisen eigentlich nicht befahren durfte.

Am Markt treffen wir uns jetzt öfter und sie war auch ein regelmäßiges Mitglied der Schreibgruppe, die es seit Sommer ja nicht mehr gibt, war Dramaturgin oder Regieassistentin im Stadttheater St. Pölten, hat oder spielt immer noch Geige, arbeitet bei der katholischen Kirche, obwohl sie sehr kritisch ist, ist Mitglied des PEN und veranstaltet diesbezüglich viele Frauenveranstaltungen und Ausstellungen.

Also eine sehr vielseitige Frau und das merkt man dem kleinen Weihnachtsbüchlein, das sie mir zusteckte, als ich sie Anfang Dezember bei einer Veranstaltung zum Frauenwahlrecht im Literaturhaus getroffen habe, auch an.

Klein aber fein, das heißt ein Umfang von nicht einmal vierzig Seiten und dann noch wunderschöne Bilder der ebenfalls in Linz geborenen Karin Köppl.

Engel und auch einmal eine Marienfigur mit dem Kindchen und dem Esel kommen darauf vor und immer wieder eine gut zu erkennende Geige spielende Doris Kloimstein und von ihr sind in dem Büchlein zwei Prosatexte „Wechselgespräch“ und „Weihnachtsstimmung“ genannt und eine Reihe von Gedichte, die eine oder einem mehr oder weniger in Weihnachtsstimmung versetzen können.

Das „Wechselgespräch“ ist, wie ich denke, ebenfalls für Doris Kloimstein typisch, wie sie leibt und lebt. Da hat sich eine doch wieder einmal überarbeitet, so daß sie plötzlich Stimmen hört, die ihren kritischen und  wahrscheinlich auch Widerspruchsgeist rührt.

„Weißt Du“, sagte die Stimme. „Du wirst dich erholen und weitermachen. Einfach weitermachen.“

„Das muß ich sowieso“, brummte ich, ob mit oder ohne Deinen guten Ratschlag.“

„Sicher sagte die Stimme, „morgen wenn Du  am Abend neben dem Christbaum im Ohrensessen sitzt, dann reden wir weiter.“

Dann geht es in die „Weihnachtsstimmung“.

Ein Engel ist da auf linken Seite zu sehen und Doris Kloimstein beginnt ihren Text mit „Weihnachten – ja ich mag Weihnachten“ und fährt bei paar Zeilen weiter fort „Wenn Mitte November die Nikoläuse reihenweise in den Supermärkten herumstehen, dann mag ich Weihnachten nicht.“

Um mit den zeitgenössischen Autoren fortzufahren, die es sich nicht leisten können „Gott zu loben, wenn sie in der Literaturszene ernst genommen werden wollen.“

Dann kommt sie zu den Liedern, die bei ihr zu Hause zu Weihnachten gespielt oder gesungen werden „bevor alle nur mehr in Richtung Küche schauen, aus der Kulinarisches herausduftet.“

„Stille Nacht“ und „Es wird schon glei dumpa“, führt sie an. Aber im letzten Jahr hat sie auch „Dschingl Bells“ geprobt. Dann „hat der Christbaum Feuer gefangen und „Dschingl Bells“ ist für das nächste <Jahr ausgefallen.

Ja, Doris Kloimstein ist sehr hintergründig und kann durchaus zynisch sein, wie man vielleicht auch bei ihren Gedichten merken kann.

„Will die Sterne am Kleid des Engels zählen so wie damals und mich freuen Will die Berechnungen vom Tisch wischen wie ein Kind die Bauklötze und an das Wunder glauben“, heißt es da etwa oder

„Lichterketten, Tannenzweige – niemand sieht den Sinn dahinter Immer wieder wird es Winter heißt der brav gelernte Satz“ um im „Dornenwald unserer Gedanken“ zur Hoffnung zu kommen, denn

„Unendliche Hoffnung auch im Schmerz denn ein Licht und unendliche Liebe dereinst und heute“

So endet das Buch, um zu den beiden Biografien zu kommen und man hat sich, vielleicht neben den Christbaumkerzen schnell durch die fünfunddreißig Seiten durchgeblättert, dabei ein paar Kekse, Villekipferl oder Lebkuchenherzen genascht und ist, je nach dem, wie man zu Weihnachten steht, besinnlich oder rebellisch geworden.

Beides ist, glaube ich, in dem Buch vorhanden, gehört zu Doris Kloimstein, wie ich sie kenne und die zarten schönen pastellfarbigen Bilder von Karin Köppl passen dazu und sind auch ein Gewinn.

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