Literaturgefluester

2021-06-05

Feldkircher Literaturbahnhof, Glückschweinmuseum-Souveniers und Friederike Mayröcker gestorben

Was tut sich jenseits der Corona-Front und jenseits der „Schmiede– und Literaturhaus– Veranstaltungen“ werden meine Leser vielleicht wissen wollen. Einiges, auch wenn es auf dem ersten Blick gar nicht so aussieht und man denken könnte, es tut sich nichts bei der Literaturbesessenen, weil keine Lesungen, keine Einladungen und derzeit auch kein Preisgeschehen.

Aber lesen und schreiben kann man und das tue ich sehr fleißig, habe die nomierten Bücher für den Leipziger Buchpreis gelesen und hoffe bald zu meiner Backlist zu kommen, was gar nicht so leicht ist, da ich bei Angeboten nur schwer „nein“ sagen kann, obwohl ich es mir immer vornehme und das Schreiben.

Ja, da ist das dritte Corona-Buch fertig korrigiert. Die „Vorschau“ gibt es schon und der Text ist an druck.at gegangen. Also bald das fertige Buch und da kann ich gleich zu einer Leserunde, das heißt zu einer Diskussion darüber auf meinen Blog aufrufen und ansonsten korrigiere ich an meinen Corona-Texten, hoffe bald fertig zu werden, damit ich meine Rechercerunden machen kann. Ab zehnten Juni braucht man im Freien keinen Maske und da kann ich mir vielleicht vom Würstlstand was holen. Aber wie das so ist, Fehler um Fehler, vor allem, wenn ich den Text laut lese und da ja coronamäßig soviel passiert. Obwohl die Zahlen fallen, kommen immer wieder neue Artikel dazu, so daß der Rohtext jetzt schon an die hundertvierzig Seiten hat und, ich glaube, diese Textsammlung von März 2020 bis derzeit Juni 2021 sind sehr spannend, weil man da gut die Corona Entwicklung und Veränderungen bemerken kann, so daß ich schon ein bißchen Werbung machen kann und die Texte sind, wenn auch unkorrigiert, da ich kein Sekretariatsteam hinter mir habe, im Blog zu finden und noch etwas gibt es abseits vom täglichen Lesen und Schreiben und dem abendlichen Literaturveranstaltungensstreams.

De liebe Erika Kronabitter, in deren Verteiler ich bin, obwohl sie mich bei dem F.M. Geburtstags-Buch vergessen hatte, hat mich angeschrieben und mir mitgeteilt, daß sie den Feldkircher Bahnhof literarisch neu gestaltet und dafür Texte haben will. Ein Gedicht oder kurzer Prosatext zehn Zeilen plus Überschrift zum Thema „Reisen, Sehnsucht, Fernweh, Nähe/Distanz“ und da bin ich jetzt immer skeptisch, weil es meistens, wenn ich was dazu schreibe oder schicke, doch nichts bringt. Aber zehn Zeilen sind nicht viel, das habe ich, Uli schau her, in zehn Minuten so schnell kann ich gar nicht schauen, zu denken, Feldkirch da war ja mal der James Joyce, denn ich war da ja einmal da und habe mit der Erika Kronabitter und der Anni Bürkl die „Mittleren II“ dort veranstaltet, weil mich die Silvia Bartl nicht im Literaturhaus haben wollte und bin da draufgekomme, daß James Joyce dort war und dann das Thema Abstand und Reisen. Das juckt ja meine Corona-Seele und habe, obwohl ich keine Lyrikerin bin für das Lteraturcafe ein Corona-Gedicht geschrieben, also hingesetzt, in die Tasten gehaut und dann war es schon da:

„Zu James Joyce hinaus“

„Reisen, ich möchte verreisen, möchte in die Welt hinaus

ohne Maske und ohne grünen Paß

Will mich nicht registrieren lassen

Weil mich dann ein Virus küßt

vor dem ich mich schützen muß

Stattdessen weiterleben, weiterreisen, in die Welt hinaus

Mit dem Zug nach Feldkirch

dabei an James Joyce denken,

der das maskenlos tat

Wann wird das, frage ich sein?“

Und ich habe, das kann ich schon vermelden, von der Erika Rückmeldung bekommen, der das mit dem James Joyce gefallen hat.

Aber das ist für die Gesunde, Freie, Widerständige natürlich noch Utopie, denn nach Feldkirch müßte ich im Zug eine Maske aufsetzen und weil man über das deutsche Eck muß, wohl auch im Auto einen Text vorweisen. Ganz abgesehen vom Hotel, wo es eine zweitägige Testpflicht gibt.

Also vorläufig nur in der Phantasie, dafür jedes zweite Wochenende nach Harland in den Zweitwohnsitz, da auf der Terrasse sitzen, schreiben, auf die Rudolfshöhe wandern, das Takeaway Angebot genießen und bei der Radschenke steht, man braucht zwar keinen Test, aber eine Maske beim bestellen. Was aber, glaube ich, am Zehnten fallen wird und dann gibt es im großen Wohnzimmer noch eine Neuigkeit nämlich einen Schreibtisch mit einem Schwein auf der Vorderseite und einem Schweinmotiv auf derHinterwand, das man aber eigentlich nicht sehen kann.

Der Schreibtisch, der vorher im Glücksschweinmuseum der Ilse Kilic und des Fritz Widmhalm gestanden ist, bei dem ich ein paarmal bei Lesungen war, das es aber nicht mehr gibt oder nicht mehr geben wird, da der Raum wird von den Eigentümern gebraucht und Ilse Kilic hat das Inventar offenbar verschenkt oder verkauft. Den Schreibtisch und zwei Bilder, die momentan in der Krongasse herumliegen, weil da demnächst ausgemalt werden soll, an den Alfred und so kann ich, wenn ich will, meine künftigen Texte an dem ehemaligen Glücksschwein- oder fröhlichen Wohnzimmerschreibtisch schreiben und eine „Corona-Texte Anthologie“ hat mir die Ilse Kilic auch noch geschenkt. Die muß ich noch lesen und dann in meinen Corona-Text- Buch, falls es dann noch möglich ist, darüber berichten kann und ist es schon zu spät dazu, kann ich auf meine Corona-Texte hinweisen. Es tut sich also auch in Corona-Zeiten was in Sachen Lliteratur bei mir, auch wenn meine im vorigen April geäußerte Vermutung, daß mich der Lockdown noch ein Stückchen weiter vom Lteraturbetrieb bringen wird, zu stimmen scheint.

Am Schluß muß ich noch etwas Trauriges bekanntgegeben. Friederike Mayröcker ist, habe ich am Freitagnachmittag erfahren, im siebenundneunzigsten Lebensjahr verstorben. Jetzt ist sie doch nicht hundert geworden, wie sich das die erste Ehrenbürgerin Wiens, glaube ich, wünschte. Den ersten österreichischen Buchpreis hat sie 2016 bekommen, den Nobelpreis nicht und auch nicht den „Preis der Leipziger Buchmesse“ mit ihren „da ich morgens undmoosgrün. Ans Fenster trete“. Ein Buch das ich gerne lese würde. Vielleicht finde ich es mal, obwohl man Mayröcker-Bücher selten in den Schränken finde. Den „Liebling“ habe ich gelesen. Sie hat ganz in meiner meiner Nähe,nämlich in der Zentagasse, in einer, wie es so heißt, total vermüllten oder mit Material gefüllten Wohnung gelebt und ich war bei einigen ihrer Veranstaltungen, bei den letzten O-Tönen, wegen der vermaledeiten Maskenpflicht leider nicht.

2015-06-03

Von Friederike Mayröcker zu Ceija Stojka

Von der lieben Christel Fallenstein kam um Ostern die Nachricht, daß Friederike Mayröcker am 3.6. Ehrenbürgerin der Stadt Wien, bzw. ihr dann die Uhrkunde im feierlichen Rahmen übergeben wird und ob ich dazu kommen will?

Dann sandte sie mir noch eine Aufstellung, wieviel Ehrenbürger der Stadt Wien es schon gibt und wieviele Frauen darunter sind.

Sehr wenige natürlich und natürlich wollte ich zu der Veranstaltung gehen und in meinem Blog darüber berichten, halte ich mich zwar nicht gerade für eine Mayröcker-Spezialistin, ich bin auch kein besonderer Fan von ihr, war aber bei einigen Veranstaltungen und ohne jeden Zweifel ist sie neben Ilse Aichinger derzeit wahrscheinlich die wichtigste österreichische Autorin, gefolgt von Elfriede Jelinek, Marlene Streeruwitz, etcetera, etcetera, die um einiges jünger sind.

In den Stadtsenatssitzungssaal wurde eingeladen, das stand zumindestens auf meiner Einladung und das ist, glaube ich der, mit den Portraits der Bürgermeister, wo dann alle sagen, die Proportionen des Herrn Zilk stimmen aber ich nicht und ich sage, aber das Bild wurde von Maria Lassnig gemalt.

Gestern oder vorgestern stand dann bei „bücher.at“ etwas vom roten Salon, keine Ahnung, wo der ist, noch nie etwas von einem roten Salon gehört, aber als ich heute vor elf das Rathaus betrat, standen nicht nur Robert Menasse und Anna Jeller im Eingangsbereich, um nicht zu schreiben im Weg, sondern es gab auch ein Hinweisschild „zum roten Salon“.

Der freundliche Beamte, der mir den Liftknopf drückte, erklärte mir, daß das die Räume des Herrn Bürgermeisters wären und dort sammelte sich dann schon die Prominenz.

Helmut Peschina, Julia Danielcyk, Andrea Grill, Christine Huber, Judith Nika Pfeiffer, zwei Damen vom Literaturhaus, Christel Fallenstein und und und.

Wenig Platz für soviel Leute, einige mußten schließlich auch stehen, zuerst kam Friederike Mayröcker, dann der Bürgermeister Häupl und drückte zuerst einigen Herren und dann der Ehrenbürgerin die Hand.

So ist das eben, wo es vor dem Stadtsenatssitzungssaal eine Tafel mit den Ehrenbürger seit Achtzehnhundertichweißnichtwas und vier mickrigen nicht extra bezeichneten Damen gibt, was aber jetzt geändert wurde, denn jetzt gibt es eine neue Tafel auf der anderen Seite und da steht dann „Bürger und Bürgerinnen“.

Friederike Mayröcker ist die erste Bürgerin auf dieser Tafel und Klaus Kastberger, der neue Uniprofessor von Graz, neuer Leiter des Grazer Literaturhaus und neuer Bachmannlektor, also ein sehr wichtiger Mann, von dem ich vor kurzem herausbekommen habe, daß er auch twittert, hielt die Laudatio und wies auch auf diesen Umstand hin.

Zuerst eröffnete aber Stadtrat Mailath-Pokorny, den ich zueltzt vor drei Wochen gesehen habe, als er einige Leute am Westbahnhof am Bahnsteig vor dem Zug nach Zürich bzw. Innsbruck verabschiedete und Klaus Kastberger ein wahrer Mayröcker Kenner führte rasch durch das Werk der achtzig Bücher ihres über sechzigjährigen Schreiberinnenlebens.

„Larifari“ das erste 1954 erschienene Bändchen, ein „konfuses Buch“, wie es bezeichnet wird, habe ich im „Seedosen-Schrank“ gewidmet, gefunden.

Biografie gibt es keine, meinte Kastberger, denn man könne über die nicht erzählende Autorin nicht viel sagen: „vor neunzig Jahren geboren, schreibt seit über sechzig Jahren achtzig Bücher, wohnte in drei Wohnungen, räumte sie voll, dazwischen gab es noch Ernst Jandl, punktum aus.“

Man könnte sich noch über die Gattungsbezeichnung unterhalten. Romanschreiberin nicht, das fällt aus, daß traut sich nicht einmal „Suhrkamp“, der doch bei allem „Roma“n drunter schreibt, damit es sich besser verkauft.

Also „lyrische Prosa“, so würde ich es jedenfalls bezeichnen, denn ich denke Lyrik es nicht, zumindest nicht die letzten Werke.

Alterswerke kann man nicht sagen, meinte Klaus Kastberger.

Friederike Mayröcker hat kein Alterswerk, sondern fängt mit jedem ihrer Bücher von vorne an. Ist also immer wieder Debutantin und dann kam der Herr Bürgermeister und die Fotografen und man rannte durch einen langen engen Gang, wo schon das Buffet aufgestellt war und man die Schnitzel und die Sushi sehen konnte, zum Stadtsenatssitzungssaal und ich kam gerade zurecht, wie der Herr Bürgermeister die Tafel enthüllte, konnte auf den einzigen Namen auf der sonst leeren Tafel schauen, entdeckte erst später die beiden anderen auf der anderen Seite und lief dann zurück zum Buffet, nach dem ich Frau Mayröcker die Hand geschüttelt habe und ihr alles Gute wünschte!

Muß auch nicht gerade leicht sein, soviele Händedrücke von Menschen zu bekommen, die man vielleicht noch nie gesehen hat, aber Friederike Mayröcker hat ein Stammpublikum und so kennt sie wahrscheinlich die meisten und dann zurück zum Buffet.

Wow, Schnitzel, Sushi, Fleischknödel, Süßspeisen und noch vieles mehr und da hatte ich mir die üblichen Brötchen erwartet und mir im vorherein schon überlegt, ob das für das Mittagessen reichen würde?

Drückt irgendwie die Wertschätzung der Stadt gegenüber ihren Ehrenbürgern aus, bei „Autorinnen feiern Autorinnen“ gibt es nicht einmal ein Glas Wein und im „MUSA“ Wein und Brot, habe ich gedacht, aber andererseits gibt es wahrscheinlich nicht so oft Ehrenbürger zu feiern und da sind die Schnitzerln wahrscheinlich drinnen, noch dazu, wo, wie wir ja hörten, die meisten diesbezüglichen Feiern bisher die von Männern waren.

Sehr viel Feierlichkeit also, sehr viel Prominenz und auch Gespräche mit Leuten mit den ich sonst nicht so leicht ins Gespräch komme, so habe ich Klaus Kastberger beispielsweise  auf Ronja von Rönje angesprochen und mit der Dame von der „Mayröcker Gesellschaft“, die auch Psychologie studierte, diskutiert etc und am Abend ging es zu einer anderen „Ehrenbürgerin“, deren Name nicht auf den Tafeln steht, aber stehen könnte, wenn sie noch leben würde, nämlich zu der 2013 verstorbenen Ceija Stojka nach der jetzt ein Platz im siebenten Bezirk benannt ist und von dort sollte es  einen Spaziergang ins Amerlinghaus, zu einer Lesung aus ihrer Lebensgeschichte mit Nuna Stojka und Julya Rabinowich gehen.

War dann nicht ganz so, denn als ich die Altlerchenfelderkirche erreichte, wo sich der Platz befindet, fand ich zwar Christa Stippinger und einen Teil der Familie Stojka auf den Bänken sitzend vor, es gab aber nur ein großes Fotoshooting, dann wurde ins Amerlinghaus gefahren und dort wartete Hojda Stojka, der Sohn mit Family und Friends, das heißt, zwei Gitarren und einem Sänger und Christa Stippinger erklärte, daß die Veranstaltung im Rahmen „Vierzig Jahre Amerlinghaus“ stattfand, denn vor vierzig Jahren wurde das Amerlinghaus, das mit dem ganzen Spittelberg abgerissen werden sollte, besetzt, es hat sich n das Kunst- und Kulturzentrum gebildet, das  auch schon bedroht war, jetzt aber gefeiert wird und Christa Stippinger, die ich im Rahmen des Arbeitskreises schreibender Frauen kennenlernte, war dort schon bald tätig und hat  dann auch Ceija Stoika, die Überlebende von drei KZs kennengelernt, mit der sie viele Workshops machte und an die zwölftausend Kindern und Jugendlichen ihr Schicksal darbrachte, daß da ist, daß sie 1933 in der Steiermark in eine Romafamilie hineingeboren wurde, 1943 zuerst nach Auschwitz, dann nach Ravensbrück und nach Bergen Belsen kam, später zu malen angefangen hat und drei Bücher über diese Zeit geschrieben hat, die bei „Picus“ herausgekommen sind.

Eines „Auschwitz ist mein Mantel“ ist in der „Edition Exil“ erschienen und daraus hat Nuna Stoija, die Schwiegertochter gemeinsam mit Julya Rabinowich gelesen, während der Sohn mit seiner Familiy spielte und ein Cousin namens Christian immer wieder Roma-Lieder sang und es auch eine Ceija Stoika-Ausstellung ihrer Bilder gab-

Danach las Julya Rabinowich eine Szene aus ihrem „Spaltkopf“ und Christa Stippinger erzählte am Anfang, daß sie einmal einen „Exil-Preis“ gewonnen hat, dann kam sie in ihre Schreibwerkstatt daraus ist der „Spaltkopf“ entstanden, der  in „Rauris“ einen Preis gewonnen hat, womit Julya Rabinowichs literarischer Aufstieg begann.

„Spaltkopf“ wurde bei „Deuticke nochmals aufgelegt, aber auch die „Herznovelle“ und die „Erdfresserin“.

Julya Rabinowich hat beim „Bachmannpreis“ gelesen, hat eine Kolumne im „Standard“. Ich habe sie bei „Literatur und Wein“ gehört, bei der Eröffnung des „Literaturmuseums“ und vielleicht bekommt sie auch den nächsten „Veza Canetti Preis“, jedenfalls hat sie bei der Grundbuch-Veranstaltung den „Oger“ vorgestellt.

2016-10-11

Die österreichische kurze Liste

Mein Eindruck ist ja irgendwie ein bißchen, daß der  öst. Bp, so kurz nach dem deutschen stattfindend ein wenig untergeht.

So gibt es auf der Facebookseite des öst Bp gar nicht so viele Informationen, gut, die zehn Langlistenbücher wurden samt ihrer Autoren vorgestellt und auf das Leseprobeheftchen hingewiesen, das lag dann inzwischen, sowohl im Odeon bei der „Literaturvermittlungs-Enquette„, als auch im Literaturhaus auf, beim „Morawa“ habe ich es gesehen, beim „Frick“ bekommen, die Buchhändler auf der Margaretenstraße hatten es nicht bestellt, als ich zwei Tage nach der Longlistverlautbarung danach fragte und ich habe auch nur fünf von den zehn nominierten Bücher bekommen und bis jetzt auch nur eines, das des Reinhard Kaiser Mühlecker, Buch fünfzehn der dBp-Liste gelesen, weil ich von den deutschen Büchern ja überraschenderweise fast alle, nämlich achtzehn, bis auf „Hool“ und „München“ bekommen habe und gerade das achtzehnte, den Peter Stamm lese.

Trotzdem habe ich mir natürlich meine Gedanken gemacht, wer da auf die Shortlist kommen könnte? Durch die „Alte Schmiede“ und die „O-Töne“ war ich ja schon ein bißchen vor informierte und seltsamerweise wurden meist die Bücher, die nicht zu mir fanden, dort vorgestellt.

So kam ich, weil das ja fast alles sehr prominente Namen waren, auf eine Liste mit sieben oder acht Büchern, denn meine Favorititn war und ist ja die Friederike Mayröcker, dann würde ich gerne Anne Cottens Versepos lesen, da hat mir „Suhrkamp“ aber gestern bei beiden Büchern abgesagt und Peter Henischs „Suchbild mit Katze“, auch mein Kanditat, wird wahrscheinlich genausowenig zu mir kommen, wie das Köhlmeier-Buch.

Dann hätte ich aber schon die fünf und Sabine Gruber und Anna Mitgutsch stehen noch nicht darauf und Reinhard Kaiser-Mühleckers Buch, der damit ja auch auf der kurzen deutschen Liste steht, ist auch noch ausgelassen, ganz abgesehen von den experimentellen Autoren wie  Daniela Emminger und Peter Waterhouse, die für mich Experimentellen-Muffel eigentlich keine Chancen hatten und Kathrin Rögglas „Nachtsendung“.

Aber diese Bücher liegen in meinen Badezimmer und so werde ich sie lesen und weil ich jetzt schon die Shortlist weiß, werde ich damit anfangen und danach, die beiden anderen Bücher lesen und die Shortilist ist voila und das war gar nicht so leicht herauszubekommen, denn als ich nach meinem zehn Uhr Erstgespräch, auf der Facebookseite schaute, stand da noch nichts vermerkte, auf der Hauptseite ebenso nicht, aber dort stand, um zehn hätte es eine Pressekonferenz im Literaturhaus gegeben, aber weil die Frau Führer nicht mehr die Pressearbeit macht, ist das an mir vorbeigegangen und so habe ich den „Standard“ gebraucht, um zu erfahren, daß Sabine Gruber, Peter Henisch, Friederike Mayröcker, Anna Mitgutsch und Peter Waterhouse auf der Shortlist stehen.

Eine schöne Shortlist könnte man sagen, auch wenn ich Anne Cottens Versopos gern gelesen hätte, aber vielleicht kommt das noch einmal zu mir und jetzt beginne ich, wenn ich mit Peter Stamm, beziehungsweise einem Jugendbuch, das noch auf meiner Liste steht, mit dem österreichischen Buchpreislesen und zwar mit der Shortlist, das heißt zuerst Anna Mitgutschs „Annäherung“, die ich ja auch schon einmal in der „Alten Schmiede“ daraus lesen hörte, dann kommt Peter Waterhouse „Die Auswandernden“ dazu, wo Nanne Meyer die Illustrationen machte, danach folgt Daniela Emmingers „Gemischter Satz“ und Kathrin Rögglas „Nachtsendung“ und am 8.11., wenn die Preise, es gibt auch noch die drei Debuts, die vorigen Woche in der Arbeiterkammer vorgestellt wurden, auf der Buch-Wien vergeben werden, werden wir es wissen, ob Friederike Mayröcker die erste österreichische Buchpreisträgerin ist, die erste Ehrenbürgerin der Stadt Wien aus dem Literaturbereich ist sie ja schon, mich würde das sehr freuen, auch wenn ich es Peter Henisch ebenfalls sehr wünschen, beziehungsweise ich das Buch sehr gerne lesen würde.

Und jetzt bleibt mir nichts anderes übrig, als dem österreichischen Buchpreis viel Aufmerksamkeit zu wünschen und werde über meine Leseerfahrungen berichten.

2016-08-12

Ö -Töne in der Arena 21

Klaus Kastberger

Klaus Kastberger

Die Ö-Töne finden ja im Freien, im Haupthof des Museumsquartier und im Nebenhof bei den Boule Bahnen   statt und wenn es regnet in der Arena 21, dort wo auch die „Ohrenschmaus-Preisverleihungen“ stattfinden, aber diesmal war es anders, denn diesmal war Friederike Mayröcker mit ihren „Fleurs“, den dritten Teil nach „Etudes“ und „Cahier“ an der Reihe und die wollte nicht im Freien lesen.

Als Debutantin gab es Verena Mermers „“die stimme über den dächern“, das schon vor einem Jahr bei „Residenz“ erschienen ist und ich sie daraus auch schon im Literaturhaus lesen hörte.

Wenn Friederike Mayröcker liest ist es immer sehr voll und ich kann mich schon an „Alte Schmiede“ Veranstaltungen, noch in dem alten Raum den man über den Hof erreichte, wo ich dann eingeklemmt in der Menge im Vorraum gestanden bin und versuchte mich kleinweise Schritt für Schritt nach vorn zu kämpfen. Bei „Scardanelli“ ist das, glaube ich, so gewesen und einmal zu einer Saisoneröffnung, weil ich manchmal ja noch um sechs eine Stunde habe und dann erst um dreiviertel aus meiner Praxis wegkomme.

Diesmal hätte ich sogar eine um sieben gehabt, die ist aber entfallen, so war ich schon vor halb acht im Museumsquartier, wo schon der Alfred einen Platz in der dritten Reihe besetzt hatte, das letzte Mal sind wir ja sehr schlecht und weit hinten gesessen und das Eintrudeln der Menschen beobachten konnte.

Judith Massar vom „Leseloop“ hat ja vor einer Woche ausführlich von den Ö-Tönen berichtet und da gemeint, daß die, eine Beobachtung, die ich eigentlich nicht machte, von sehr vielen jungen Menschen besucht werden. Diesmal war es, glaube ich, auch nicht so, obwohl dann eine Gruppe junger Leute auch noch eintraf, die meisten waren, glaube, ich in meiner Altersklasse und noch älter und natürlich sehr viele Fans und Prominente.

So habe ich glaube ich Susanne Scholl gesehen, die Frau Schmid-Dengler, Christel Fallenstein ist natürlich gekommen, Julia Danielczyk und und und Klaus Kastberger, der ja inzwischen Professor in Graz und Leiter des Grazers Literaturhauses ist, moderierte, beziehungsweise las er zuerst Daniela Strigls Text, die ja die Debutantenreihe betreut, vor und die 1984 in St. Egyden am Steinfeld geborene Verena Mermer, habe ich vor fast zwei Jahren bei dieser Literaturwerkstatt in der „Gesellschaft für Literatur“ kennengelernt und dann vor einem Jahr am „Volksstimmefest“ gemeinsam mit ihr gelesen.

Verena Mermer

Verena Mermer

Ihren Roman, der von vier jungen Leuten in Baku handelt, zwei davon heißen Frieda und Che und lassen an Frieda Kahlo und Che Guevara denken, habe ich ja leider nicht mehr bekommen, dafür habe ich sie aber vor kurzem auch bei Christa Nebenführs Sommerlesereihe „Literatur und Arbeit“ gehört und es war wieder interessant, in den Roman einzutauchen, dürfte Verena Mermer ja, was sie wahrscheinlich von den anderen Debutanten ein bißchen unterscheidet, eine politische Autorin mit sozialen Anspruch sein und dann kam die Grand Dame der Literatur, beziehungsweise Klaus Kastberger mit einer seiner hintergründigen Ansprachen, so tauchte dabei wieder der Satz von all den Preisen, die sie mit Ausnahmen des einen aus Stockholm gewonnen hätte und er meinte auch, daß sie im „Falter“ als Mischung zwischen weltabgewandter Dichterin und Popstar bezeichnet worden wäre und bezeichnete ihre Literatur  als eine Mischung zwischen Lyrik und Prosa. Assoziationen, die so modern und realistisch sind, daß sie auch das Internet einbeziehen.

Begonnen hat er aber mit dem großen Goethe oder mit dem Duden, wo man zwischen „Altertum“ und „Altersweisheit“ das „Alterswerk“ findet, das der Johann Wolfgang zelebriert hätte, in dem er seinen Schreibtisch aufräumte und seinen Nachlaß festlegte, etwas das Friederike Mayröcker in Ermangelung eines Schreibtisches und weil sie ja nicht sterben, sondern hundertzwanzig werden will, nicht tut.

Sie zelebriert nicht ihr Alter, sondern schreibt unaufhörlich vor sich hin und hat daher schon an die hundert Bücher verfasst, beziehungsweise hat sie zu zählen aufgehört.

Dann kam die Lesung aus „Fleurs“ und eine Seite aus dem gerade entstehenden Prosawerk und ich finde diese  Traumsequenzen, die mir diesmal besonders auffielen, sehr beachtlich.

Viel Applaus und Ergriffenheit und eine lange Schlange Menschen, die sich mit Büchern zum Signieren anstellten, das muß für die alte Dame, denke ich, auch sehr mühsam sein, dann noch ein oder zwei Stunden zu signieren und mit ihren Fans Small talk zu betreiben.

Friederike Mayröcker

Friederike Mayröcker

Ich habe ja nicht sehr viele ihrer Bücher, weil man die seltsamerweise im Schrank nicht findet, nur einmal habe ich in der „Seedose“ das in den Fünfzigerjahren erschienene Frühwerk „Larifari“ gefunden, das wahrscheinlich noch in einem ganz anderen Stil geschrieben ist und jetzt kann ich raten, ob sie auf die Liste für den österreichischen Buchpreis kommt?

Mit „Ich schütttelte einen Liebling“, das ich gelesen habe, ist sie ja sogar auf die Shortlist des dBp gekommen, obwohl das ja  kein Roman ist, aber das ist ja, wie man immer merkt, ein sehr dehnbarer Begriff und F M eine, wie Klaus Kastberger noch bemerkte, die überhaupt nicht narrativ schreibt, aber die Grand Dame des österreichischen Literaturbetriebs und eine von den wenigen Ehrenbürgerinnen der Stadt Wien, vielleicht ist Julia Danielczyk mit ihrer Assistentin deshalb zur Lesung gekommen und mir ist dazu die „Rund um die Burg-Veranstaltung“ vor Jahren, ich glaube es war, um nine eleven, eingefallen, wo Ilse Aichinger, um die Mittagszeit vom „Literaturhaus“ eingeladen zu lesen war und ihre Zeit überzogen hatte. Nachher hätte Dietmar Grieser kommen sollen und während, die alte Dame, ich glaube von den Filmen oder etwas entsprechendes las, murrten die älteren Damen im Publikum „Wir wollen den Grieser hören!“, was ich ihm einmal erzählte.

Aber hier war das anders, der Applaus lang, der Saal sehr voll und die Veranstalterin sehr gerührt und sprach von einem nicht zu vergerssenden eindrucksvollen Abend.

2015-06-02

Von den Grenzen zur Freiheit

© Fotos Verein Hollywouk

© Fotos Verein Hollywouk

Das gibts in der Utopie oder beim „Fest für Kunst und Kultur“ im Amtshaus Margareten, denn da war heuer „Freiheit“ das „Thema“ während das des letzten Jahres „Grenzen“ war.

Vom Vorbereitungstreffen, bevor wir auf Radreise gingen, habe ich  schon geschrieben und auch von meinen Ambivalenzen, bezüglich des Margaretner Lesens, denn da stehen ja jetzt einige Termine auf meinem „Lesungsblock“, aber bei fast allen gibts kein oder kaum Honorar und das trennt die Streu vom Weizen, die einen, die bei den großen Festivals eingeladen werden, bekommen eines, die anderen werden dafür „Künstler“ genannt, aber ich, bitte, zähle mich trotz etwaiger Rechtschreibfehler zu der Weizenkategorie, lese aber gerne und notfalls umsonst, denn ich habe ja einen Brotberuf, seit eineinhalb Jahren auch eine Pension und gratis lesen ist besser, als gar nicht lesen, für mich jedenfalls.

Also habe ich nach meiner drei Uhr Stunde meine Büchertasche gepackt und bin ins Amtshaus losmarschiert, Sektempfang gab es diesmal keinen und auch meine Leselampe habe ich, obwohl sich das Susanna Wouk, die Organisatorin wünschte, diesmal umsonst mitgebracht und die Literatur ist bei diesen Festen, wie ich finde immer unterrepräsentiert, aber natürlich Friederike Mayröcker, die morgen Ehrenbürgerin der Stadt Wien wird, wird nicht umsonst lesen, beim ersten dieser Feste 2009, noch unter dem alten Bezirksvorsteher, der mich ja 2010 unterbrochen und dann nicht mehr eingeladen hat, hat noch Julija Rabinowich, deren Stern gerade im Aufschwung war, gelesen, ihre Mutter die ja bildende Künstlerin, stellt immer ihre Werke aus und hat mir heute und auch im Vorjahr ein Buch abgekauft.

Elisabeth Chovanec hat noch außer mir gelesen, eine Kinderbuchautorin, Christa Urbanek, bzw. Christa Mitaroff waren angesagt, sind aber nicht erschienen, aber zuerst gab es ohnehin eine Musikeinlage, dann sollte es einen Film geben, wie das Kunstobjekt „Grenzen“ vom Vorjahr abgebaut wird und sich der totalen Freiheit öffnet.

Aber wie das damit so ist hat es nicht gleich mit dem Ton geklappt, so daß die Eröffnung der Bezirksvorsteherin vorgezogen wurde, dann kam der Leiter des Jugendzentrums und drei junge Männer wahrscheinlich mit Migrationserfahrung, die auch etwas mit dem Video zu tun hatten, einer fing dann zu rappen an und eine Tanz-bzw. Akrobatikeinlage, sehr viel Körperkunst, gab es anschließend auch.

Ein Anliegen des Bezirkes beziehungsweise Susanna Wouk ist es ja, die Künstler mit der Wirtschaft zusammenzubringen, so betraten dann einige Herrn, darunter ein Buchhändler, der das Lesezentrum für das Straßenfest in der Wieder Hauptstraße Anfang Juli, bei dem ich vielleicht auch lese, zu Verfügung stellt, die Bühne und wurden vorgestellt.

Dann kam Matthias Handwerk mit seinem Projekt „Baustelle Europa“ und ein Video über das Segeln am Neusiedlersee gab es dazwischen auch.

Das habe ich aber nicht so genau mitbekommen, wurde doch inzwischen das Buffet eröffnet, da wurde es wieder laut und als die Lesungen begannen und ich als erste das Podium betrat, waren die meisten Sitzplätze leer und der Lärmpegel hoch.

Susanne Wouk beruhigte mich zwar, ich wäre gut überall zu hören und so habe ich versucht mich nicht irritieren zu lassen und den Beginn meines „Schutzengelchens“ gelesen, das ja gut zur Freiheit passt.

© Fotos Verein Hollywouk

© Fotos Verein Hollywouk

Das war dann gleich meine erste Präsentation des neuen Buches, zwar nicht meine erste Lesung, denn die Stimmungsskizze, die ich beim letzten ÖVP-Sommerfest eingefangen habe, habe ich schon bei meinem Geburtstagsfest gelesen.

Nachher kam der Buchhändler zu mir und sagte, er bewundere mich, daß ich bei diesem Lärm gelesen hätte, nun ja Störungen sind überall und irgendwann gewöhnt man sich daran und versucht seinen Weg unbeirrt weiterzugen.

Nach der Kinderbuchautorin, die mit der Illustratorin den Platz neben mir gehabt hat, hat dann noch ein Herr von der Schreibwerkstatt der VHS gelesen und zwar einem Text, wo sich alle ein Wort aussuchen müßen, für ihn bleibt nur mehr der Punkt übrig, so hat er einen Text darüber gemacht, den ich sehr interessant gefunden habe.

Dann kam eine Tanzperformance, argentinischer Tango, wenn ich mich nicht irre oder war es mehr ein Bauchtanz? Paula Nadal trat jedenfall mit mehreren Schleiern auf und holte sich auch Tänzer aus dem Publikum mit der Aufforderung mtzutanzen, dann kam wieder die liebe Bernadette Zeilinger, die ich ich  beim letzten Fest kennengelernt habe und die mir seither immer die Einladungen zu ihren Veranstaltungen schickt, mit ihrem Improvisationsensemble „MUSA“, das heißt es gab eine längere Pause, wo wieder Musik improvisiert wurde, denn der Sprecher, der Gruppe, der gerade Vater geworden ist, war noch nicht da und der war und das war eine Überraschung, den ich nicht erwartet habe, Robert Prosser und improvisierte, wie er mir später sagte zum Teil mit Texten aus  „Strom“ aber auch aus einem neuen Buch.

Regina Alfery und noch einige andere habe ich getroffen, Blumen gab es wieder zu freien Entnahme und ich habe mir diesmal sogar von einer Künstlerin, diesmal gab es auch einige Schmuck- beziehungsweise Modestände,  eine Kette gekauft, denn bevor der große Crash kommt, sollte ich mein Geld vielleicht auch ausgeben, habe ich gedacht, jedenfalls war es ein tolles Stück, das ich morgen, wenn ich bezüglich Friederike Mayröcker ins Rathaus gehe, auch über meinem rosa billig T-shirt tragen will .

Es war ein tolles Fest und es gibt auch Fortsetzungen, das Straßenfest in der Wieder Hauptstraße Anfang Juli und am sechzehnten Juni, gibt es wieder einen musikalischen Spaziergang durch den Bezirk, zu dem ich, glaube ich, auch mitgehen will

2015-05-06

Wieder einmal MUSA

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:07
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Die letzte Literatur im MUSA habe ich ja ausgelassen, weil da ja Karwoche war und ich schon am Dienstagabend nach Harland gefahren bin, die einzige seit Bestehen dieser Veranstatlungsreihe, wo die Stipendiiaten und Preisträger der Stadt Wien präsentiert werden.

Man kann bei mir also ziemlich vollständig nachlesen, wer aller  bei der Stadt Wien ein Stipedndium oder einen Preis bekommt und da macht man eine wahrscheinlich nicht sehr neue Feststellung, es sind die experimentellen Autoren und auch die Dramatiker, zumindest gibt es drei Dramatikerstipendien und zwei von den Stipendiaten wurden heute, bevor das MUSA in die Sommerpause geht, am ersten Mittwoch des Junis wird zwar Friederike Mayröcker Ehrenbürgerin, aber das ist eine andere Veranstaltung, dazu braucht man eine Extraeinladung und die ist, Dank, der lieben Christel Fallenstein heute zu mir gekommen, vorgestellt und dazu noch Margret Kreidl, die zwar ein Literaturstipendium bekommen hat, aber auch Dramatisch schreibt und die Dramkiker waren die 1986 geborene Anna Gschnitzer, die ich bei der Studentenlesung I kennengelernt habe und Ferdinand Schmalz, nicht Schmatz, der Professor für Sprachkunst und höchst experimenteller Autor, wie die schlampige Eva im ersten Moment gelesen hat, sie war damit aber offenbar nicht allein, fragte Julia Danielcyk doch bei Gespräch nach dem Namen, des 1985 Geborenen, dessen Stücke schon im Burgtheater und im Zürcher Schauspielhaus gespielt werden. Der ist natürlich ein Pseudonym und angeblich kannte der etwas stärkere junge Mann den Professor der Sprachkunst nicht, er dürfte aber gern essen, ein Freund hat ihn etwas üppig gezeichnet und schon war der Künstlername da und Ferdinand Schmatz soll angeblich schon mit seinem neuen Stück „dosenfleisch“ irgendwo eingeladen worden sein.Ferdinand Schmalz wirkte aber sehr sympathisch und offen und erzählte von seinem Tryptichon, der erste Teil heißt „Am Beispiel der Butter“ der dritte soll irgendwas mit „Herzerl“ heißen und das Stück das im Casino am Schwarzenbergplatz aufgeführt werden wird, besteht aus vielen Monologen und aus drei seltsamen Leuten die sich an einer Tankstelle treffen und einem Fernfahrer der durch das Stück führt.

Der junge Autor wirkte sehr sympathisch und seine Monologe fielen mir durch ihre Wortschöpfungen auf und ein bißchen Sozial- oder Gesellschaftskritik liegt auch darin.

Sehr spannend also und fast schade, daß ich eigentlich nicht ins Theater gehe, aber Dank dem MUSA beziehunsweise Julia Danielcyk bekomme ich auch so ein bißchen was davon mit.

Und Anna Gschnitzer, die Dramatikerin, die ich das erste Mal bei der „Studentenlesung“ im Literaturhaus hörte, erinnerte mich ein bißchen an Peter Handkes Publikumsbeschimpfung, obwohl ich die nicht wirklich kenne.

Da stellte sich die junge Frau an das Mikirophon und sprach „Keine Angst, wir haben alles geprobt, wir werden sie genau beobachten, etc!“, hinein und im Hintergrund lief ein Video einer Tanzperformance und das Ganze wurde gestern in München uraufgeführt und morgen noch einmal dort wiederholt.

Und Margret Kreidl ist meines Wissens zwar keine wirkliche Dramatikerin, ihr Stück „Schwalben Falten“ das auf der Hot List dieser Indeüpendent Verlage stand, wurde von ihr aber vor kurzem im „Kabinetttheater“ aufgeführt und jetzt las sie aus ihrem Buch Einfache Erklärung-Alphabet der Träume“, für das sie sowohl ein Stipendium als auch eine Buchprämie bekommen hat. Und das besteht aus zwei Teilen im ersten erzählt sie Träume die sie erfunden bzw. aus Traumbüchern konstruiert zu haben scheint und im zweiten Teil gibt sie immer eine „einfache Erklärung“, weil die Journalisten von den Autoren ja immer die Bücher in ein bis zwei Sätzen zusammengefasst haben wollen.

Und die einfachen Erklärungen wären dann in eta „Gedichte werden nicht gebügelt“ oder „Über allen Gipfeln ist Ruh.“

Ich bin ja weder eine Dramatikerin noch eine experimentelle Autorin, so habe ich mit diesem Abend, sagen wir einmal, nicht so besonders viel anfangen können.

Margret Kreidl und das unterscheidet sie von vielen anderen Autoren, die mich irgnorieren und wegsehen, wenn ich sie grüßen will, ist auf mich zugegangen, hat mit mir angestoßen und sich dann noch extra von mir verabschiedet.

Ich kenne sie von der GAV bzw. von den IG Autoren und war glaube ich schon bei einigen ihrer Veranstaltungen. Nachher gab es wieder Brot und Wein, Wolfgang Helmhart, ein MUSA Stammbesucher und die Angela, eine Stammbesucherin waren da und viele, die mich eben nicht grüßten oder nicht gesehen haben und jetzt geht das MUSA in die Somerpause und beginnt im Oktober das dritte Jahr mit der neuen Veza Canetti Preisträgerin, wo ich ja den geheimen Verdacht habe, daß das Julia Rabinovich sein könnte.

Mal sehen wer es wird, ich liege mit meinen Schätzungen ja meistens weit daneben, bin aber sehr gespannt und werde mich bis dahin in mein Sommerloch beziehungsweise mein Sommerschreiben begeben, aber auch im Reading!!!Room lesen und vorher noch beim „Fest für Kunst und Kultur“ im Amtshaus Margareten ein Stückchen aus der „Miranda“, die es bis dahin vielleicht schon geben wird, das „Dummie“ soll jedenfalls morgen kommen, bis dahin kann man die Gewinnfragen, die es auf der „Vorschau“ gibt noch beantworten und da Buch nach Erscheinen gewinnen.

2015-04-08

Postkarte 3 und Büchertausch

Beim ersten „Kreativ Brunch goes Night“ in der Galerie Hinterland in der Krongasse gleich gegenüber habe ich Gabi Rökl vom „Read!!!ingroom“ dem, wie es inzwischen heißt „Raum für Alltagskultur“ in der Anzengrubergasse, eine sehr literarische Adresse, wiedergetroffen, die mich daran erinnert hat, daß ich  noch Bücher bei ihr liegen habe, habe ich ja einmal lang lang ists her im „Read!!!ingroom“ „Das Haus“ und die „Radiosonate“ vorgestellt und die Bücher für den Büchertisch dort liegen lassen, ich soll sie mir abholen hat sie  gesagt oder für den „Büchertausch“ zur Verfügung stellen, denn es gibt im Raum für Alltagskultur seit einigen Jahren „ein wohlgefülltes Bücherregal“ und jeden ersten und dritten Dienstag von achtzehn bis zwanzig Uhr, einen Jour fix, wo man Bücher tauschen kann. In den „Reading!!!room“ bin ich beim Osterspaziergang durch den fünften 2009, glaube ich, das erste Mal gekommen, als dort Station gemacht wurde, dann hat Gabi Rökl das Literaturprogramm beim ersten Margaretner Fest für Kunst und Kultur“ organisiert und mich eingeladen, meine Bücher bei ihr vorzustellen, was ich im September dann auch machte. Ein rühriger kleiner Raum für Alltagskultur von Thierry  Elsen, Neil Y Tresher, Gabi Rökl, etc gegründet oder organisert, den es seit 2002, wie ich der  Website entnahm, gibt, wo Lesungen und literarische Spaziergänge durch den Bezirk und inzwischen glaube ich, auch anderswo veranstaltet werden. In einem Sommer war ich da und habe Günther Vallaster, Manuel Kurt und Helga Pregelsbauer gehört, die inzwischen in die GAV aufgehommen wurden, bei einem Spaziergang bin ich mitgegangen, Peter Campa, das literarische Original, von dem ich die „Zweite Reise“ gelesen habe, liest hier regelmäßig, Kurt Raubal und und… Ich bin schon länger nicht mehr dort gewesen, aber ein Büchertausch interessiert mich, die regelmäßige Frequentiererin der offenen Bücherschränke natürlich sehr und wenn ich mir meine Bücher schon nicht abholen will, so will ich sie wenigstens tauschen, habe ich gedacht und dann ist es sich für die nächsten Dienstage nicht ausgegangen, weil immer ein Programm, was mich mehr verlockte, ich glaube, in der „Gesellschaft für Literatur“ ist es gewesen, aber am Dienstag nach Ostern war es soweit, da gibt es noch nicht so viel Programm und die Website habe ich mir inzwischen auch angesehen und bin auf Interessantes gestoßen, so gibt es, was ich ja auch irgendwie betreibe, immer interessante Geschichten zu den Bücherfunden, denn der „Reading!!!room“ scheint in der Nachbarschaft n sehr bekannt, so daß immer mehr Leute ihr nicht mehr Gebrachtes entsorgen, eine Französischlehrerin, beispielsweise ihre alten Französischbücher und dann machten sich die Sherlockes Holmes von der Anzengrubergasse aufgrund von beigelegten Kuverts auf ihre Spur. Geschichten, die mich faszinieren und eine Postkartenaktion bzw. Wettbewerb gibt es auch, da hat Kurt Raubal, der engagierte Lesetheateraufführer, einmal gewonnen und jetzt Christian Schwetz, mit dem ich fast verwandt ist, ist der doch der Sohn vom zweiten Ehemann meiner Cousine Irmi und sie erzählt mir immer, wenn ich sie besuche, von seinen literarischen Aktivitäten, den ersten Preis für die dritte Postkarte gewonnen „minimal to do -haiku- ein und ausatmen-etwas essen und trinken-einen text“ schreiben, mit zwei Kugelschreibern und einigen Sushis schön garantiert und einen „Call  for papers – Summer in der Stadt gibt es auch“, wo man im Sommer lesen, bzw. seine Texte für eine Anthologie zur Verfügung stellen kann und das ist etwas, was mich interessiert, habe ich doch gerade die Idee geboren, in der Sommerfrische, da ich da ja wahrscheinlich mit der „Bibliophilin“ fertig bin, einen Text von einer Sarah oder Sandra Sommer zu schreiben, die ihren Sommer in der Einöde von Phyra, St. Georgen oder Wilhelmsburg verbringt und sich dabei in die Krisengebiete von Griechenland, Spanien, Damaskus etc surft. Also kann ich mich gleich für eine Lesung anmelden, habe ich gedacht, nachdem ich nach meiner letzten Stunde hinmarschiert bin und gleich bei der Kreuzung Wiedner Hauptstraüe Nikolsdorfergasse, Kurt Raubal begegnete, der auch hinmarschierte Maria Gorniekiwiecz, ist glaube ich schon von dort gekommen, Franziska Scherz war da, die ich, das ist noch länger her, beim Arbeitskreis schreibender Frauen, kennenlernte, ich stellte mich Christian Schwetz vor, der auch ein Stammleser des „Reading!!Room“ zu sein scheint, trank ein Glas Rotwein, machte mich dann über die Regale her, die wirklich gut gefüllt waren, scheint es doch in Wien und anderswo, wirklichen einen Bücherüberschuß zu geben, viele Krimis, ich glaube die ganzen Donna Leons waren aufgereiht, aber auch das Strigl- Polt-Heinzl Buch „Im Keller über  die österreichische Literatur nach 1945,  ein paar Gedichtbännde aus der „Edition Roesner“, denn es gibt ein eigenes Österreich Regal, mit Literatur von Manfred Chobot, etc. Dann habe ich mich für den 13. Juli um 19.30 für die „Summa Lesung – Pack die Badesachen ein“ angemeldet, Kurt Raubal und Christian Schwetz folgten, so daß das Programm bis dahin dicht sein wird und ein „Preislesen“ Ende April“ wird es auch geben. Da setzt man fünf Euro ein und wenn man gewinnt, bekommt man die ganze Kassa, da hat sich, glaube ich, auch Franziska Scherz angemeldet und will ihre älteren Sachen lesen und es gab dann noch ein sehr interessantes Gespräch über Literatur, denn Gertraud Klemm, der Shooting Star der Literatur hat da schon einmal gelesen und die Veranstalter waren auch schon mal in Amerika und haben dort Daniel Kehlmann lesen gehört und berichteten von den freien Spenden, die dort in den Buchhandlungen verlangt und erwartet werden, die gibt es im „Read!!ingroom“ inzwischen auch, sonst kann man seine Projekte dort aber unverbindlich anmelden, denn der Raum für Alltagskultur ist offen für vieles und ich konnte gleich von meiner nächsten Lesung bei den Wohnpartnern im „Reumannhof“ berichten, wo ich heute mit Willi Heimlich fixiert habe, die „Taubenszene“ aus der „Absturzgefahr und das „Gruftiemädel“ zu lesen und dort wird es auch ein Bücherregal zum Büchertausch geben, das am 23. April zum Tag des Buches von der Bezirksvorsteherin eröffnet werden wird und Friederike Mayröcker wird, das konnte ich auch berichten, am 3. Juni Ehrenbürgerin der Stadt Wien werden und da die erst vierte Frau, neben hundertzweiundsechzig Männern, wie Christel Fallenstein recherchierte. Man sieht also der fünfte Bezirk hat literarische viel zu bieten und neben der Hochkultur gibt es erstaunliche Inititativen die den literarischen Alltag repräsentieren, der wie die Veranstalter meinen, auch seinen Raum und seine Stimme haben soll, auch wenn es kaum Subventionen unf Förderungen dafür gibt. Von dieser Lesung und vom lieben Rudi haben wir auch gesprochen.

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