Literaturgefluester

2019-02-22

GAV-Jour fixe zwischen Demoanfang und Ende

Filed under: Gesellschaftspolitik,Literaturbetrieb — jancak @ 00:45
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Die GAV hat bei ihrer letzten Vollversammlung beschlossen sich untereinander öfter in kleinen Rahmen zu treffen um einander kennenulernen und schriftstellerische Probleme etcetera zu  besprechen, was im Rahmen der jährlichen Generalversammlung ja nicht so gut möglich ist und Vollversammlungen gibt es, weil das Geld dazu nicht vorhanden ist, nur eher selten.

Vor den GVs gibt es zwar seit einigen Jahren den kulturpolitischen Arbeitskreis, aber der ist meistens einem bestimmten Thema gewidmet, so wurde Patricia Brooks Vorschlag für solche regelmäßige Treffen einen Tisch in einem Kaffeehaus zu reservieren, begeistert aufgenommen.

Das hat es zwar schon früher gegeben und ist wieder eingeschlafen, weil dann offensichtlich doch nicht soviele Mitglieder hinkamen, die sich  näher kennenleren wollten. So kann ich mich an ein oder zwei Treffen im Cafe Engländer vor etwa dreißig Jahren erinnern und El Awadalla hat ja nachdem sie die Million gewonnen hat, eine Zeitlang ein kleines Llokal in der Phorusgasse geführt und im Cafe Standard hat es, glaube ich, auch mal soetwas gegeben, aber da bin ich nicht hingegangen.

Den jetzigen GAV Jour fixes hat es jetzt schon das dritte Mal gegeben. Immer am Donnerstag vor der Vollversammlung, weil da offenbar die meisten Nicht Wiener Mitglieder da sind. Zum ersten im Frühling oder Sommer bin ich nicht gegangen, weil es da irgendeine Parallelveranstaltung gegeben hat und beim nächsten gab es schon die Donnerstagsdemonstrationen und da bin ich hin.

Ich habe mich bei letzten GV deshalb beschwert,’das am Donnerstag ist und zur Antwort bekommen, daß muß so sein wegen den Vorstandssitzungen und der nächste Jour fixe ist im Februar.

„Macht nichts!“, habe ich geantwortet.

„Denn dann gibts die Demos wahrscheinlich nicht mehr!“ und Ise  Kilic hat gekontert:

„Nein, denn dann ist die Regierung schon zurückgetreten!“

Sie ist es, wie wir alle wissen nicht. Die Demos gibt es aber immer noch und ich bin inzwischen auch nicht auf jeder gewesen, weil ich manchmal lieber zu einer Veranstaltung gegangen bin und manchmal bin ich auch zu spät gekommen, weil ich Stunden hatte, aber diesmal habe ich gedacht, gehe ich zum Jour fixe und habe auf das Einladungsmail „Da ist zwar Demo aber..!“, geschrieben.

Der Alfred, auch ein eifriger Demogeher, wahrscheinlich noch ein eifrigerer als ich, mit seiner „Grünen Augen Weste“ und der grünen Fahnen, die er machmal trägt, hat mir dann gesagt, daß ich zur Schlußkundgebung noch zurecht kommen könnte, denn der Jour fixe findet im Cafe Ritter in der Ottakringerstraße statt und die Demo ist von der Josefstädterstraße losgegangen und dann zum Leon Askin Park hingezogen, der dem jüdischen Schauspieler, der von Nazis, glaube ich, zusammengeschlagen wurde und  2005 in Wien gestorben ist, gewidmet ist.

Ich bin aber schon zum Anfang zurechtgekommen, obwohl ich gestern noch eine fünf Uhr Stunde eingeschoben habe und erst um sechs weggegangen bin, habe ich die Teilnehmer trotzdem noch bei der Josefstädterstraße errreicht und bin sogar ein Stück mit ihnen mitgegangen, den Alfred habe ich nicht dabei gesehen und ich bin auch nicht ganz bis zur Ottakringer Straße mitgegangen, weil ich sonst zum Jour fixe zu spät gekommen bin, aber doch bis zur nächsten Kreuzung und dann noch ein Stück mit der Straßenbahn gefahren.

Etwa zehn GAV-Kollegen saßen im Hinterzimmer, Ilse Kilic ließ sich entschuldigen, aber Jopa Joatkim und Patricia Brooks waren da.

Dine Petrik, Angeilika Stallhofer, Monika Vasik, Jörg Piringer und noch ein paar andere und die meisten habe ich gekannt, bis auf Regine <kopth Afzelius, neben der ich einen <Plagtz gefunden habe und sie hat in die Runde die diesmal kein besonderes Thema hatte eingebracht, daß sie von den anderen gerne hören würde was und woran sie schreiben.

ein spannendes Thema über das ja nicht so oft gesprochen wird, das ich , die ich ja auch sehr gerne über mein Schreiben plaudere sehr interessant finde und Regine Koth Afzelius, die in Straßhof lebt und ihren Hund mitgebracht hat, hat auch erzählt, daß ihr letztes Buch bei "Müry Salzmann" erschienen ist und da hat es bei mir geklingt, daß ich ein solches, nämlich "Die letzte Partie" vor kurzem im Schrank gefunden habe und mit dem Autorennamen eigentlich nicht so viel anfangen konnte.

Jetzt habe ich wieder etwas gelernt und müßte das Buch nur lesen, was wegen meiner eledslangen Bücherliste vielleicht ein wenig schwierig werden könnte. Ich könnte es aber versuchen, es demnächst einzuschieben.

Monika Vasik hat von ihren Gedichten gesprochn und erzählt, daß es am elften März einen Inmemoriam Abend in Gedenken von Hilde Langthaler geben wird.

Spannend, spannend obwohl ich eigentlich nur mit den Kollegen neben denen ich gesessen bin, ins Gespräch gekommen bin und habe die Schlußkundgebenung auch noch gut erreicht, ein paar junge Leute umtanzten noch fröhlich mit oder ohne Bierflaschen in der Hand den Wagen, den Alfred habe ich aber nicht mehr gesehen, dem war es, wie er mir sagte, zu kalt.

So habe ich meine Büchertasche, denn ich bin am Weg zum Cafe Ritter natürlich wieder an ein paar Bücherschränken vorgekommen, alleine nach Hause geschleppt, beziehungsweise, bin ich, damit ich mir mein Kreuz nicht verencke, auch ein bißchen mit der Straßenbahn und dem Bus gefahren und gefunden habe ich, als ich gestern von der Hauptbücherei nach Hause gegangen bin, auch ein zum Thema passendes Buch, beziehungsweise gleich zwei.

Nämlich zwei Ausgabe des von El Awadalla und Traude Korosa, 2004 herausgegebenen Anthologie zu dem Wiederstandslesungen, die es zu schwarz blau ja jeden Donerstag am Ballhausplatz gegebgeben hat.

Ich habe auch mehrmals dort gelesen und einen Text im Buch, habe mir die Bücher genommen und werde eines davon der Ute nach Leipzig mitbringen, bei der wir ja wieder wohnen werden und noch etwas Literarisches habe ich anzukündigen, was gut zum GAV-Jour fixe passt, hat mir ChristophKepplinger ja gestern die Fahnen zu meinem Text für die „Linke Wort Anthologie“ 2016,  geschickt, wo die Fabi Szene aus dem „Bibliotheksgespenst“ drinnen sein wird, so wird es diese Anthologie vielleicht schon zum nächsten Volkstimmefest geben und dann bleibt ja noch die von 2017 über wo meine  „Nobelpreisszene“ aus der „Unsichtbaren Frau“ drinnen sein wird,  die ich mir nicht so ganz zum Thema „Kapitulation“ passend, ausgesucht habe.

Der nächste GAV-Jour fixe wird vielleicht an einem Mittwoch sein, wenn die Regierung bis dahin auch noch nicht zurückgetrenten ist, was zwar wieder nicht sehr wahrscheinlich ist, der Tiltel der „Widerstandsanthologie“ von 2004 lautete aber „…bis sie gehen – 4 Jahre Widerstandslesungen“

Da hätten wir noch ein bißchen Zeit.

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2018-10-20

Vom kulturpolitischen Arbeitskreis zur GAV-GV

An diesem Wochenende wieder GAV-GV, die, wie seit schon einigen Jahren am Freitag immer mit einem kulturpolitischen Arbeitskreis beginnt, wo  im meist kleinen Kreis gesellschaftskritische Themen besprochen werden.

Diesmal ging es, um die politische Positionierung in und, um die GAV und für mich ist die Mitgliedschaft in einem Autorenverein sehr wichtig, weil sie, wie auch Fritz Widhalm in der Diskussion erwähnte, für mich die Bestätigung, als Autorin ist, ich also keine bloße Hobbyautorin bin.

Dann soll sie, wie die GAV auch noch links und sozialkritisch sein und so bin ich in den Achtzigerjahren beigetreten, beziehungsweise aufgenommen worden, gehe regelmäßig zu den Generalversammlungen, habe früher auch Veranstaltungen organisiert und wichtig für mich ist auch, daß die GAV nach außen sichtbar ist, was sich seit den Achtzigerjahren etwas verändert hat.

Als ich aufgenommen wurde, war Ernst Jandl der Präsident und Josef Haslinger der Generalsekretär, inzwischen haben sich, wie Ilse Kilic in ihrer Einleitung erwähnte, die Hierarchien verflacht.

Der Verein ist größer geworden und hat derzeit, wenn ich es richtig aufgeschrieben habe, zweihundertsiebzig weibliche und vierhundervierundvierzig männliche Mitglieder.

Man kann einmal im Jahr eine Veranstaltung organisieren und die Frage, die Ilse Kilic an die Runde stellte, war auch, was der Verein von seinen Mitgliedern hat?

Nikolaus Scheibner hielt ein diesbezügliches Grundsatzreferat, dann konnte jeder seine Vorschläge machen, wie sich der Verein besser positionieren und auch besser in der Öffentlichekeit verankert werden kann.

Da ist vielleicht der Name verwirrend, weil sich das „Grazer Autorenversammlung“ auf die Gründung beziehungsweise Abspaltung vom damals sehr konservativen PEN, 1973 in Graz bezieht, ich aber noch immer darauf angesprochen werde, ob ich aus Graz komme, wenn ich die GAV erwähne.

In den letzten Jahren hat es am Abend immer eine Lesung der neuaufgenommenen Mitglieder gegeben, um sie kennenzulernen und sich mit ihren Werken bekannt zu machen.

Seit im Vorjahr sechzig Leute hätten lesen müssen, gibt es das nicht mehr und heuer wurden auch keine neue Mitglieder aufgenommen, so daß ich zum jährlichen Herbstfest der „H und K-Holzwerkstatt“, von der sich der Alfred eimal zwei Küchen und ein Bett machen hat lassen, gegangen bin.

Da gab es Musik, ein Buffet und einen Film von Ludwig Wüst über das „Haus seines Vaters“ und am Samstag ging es mit der Generalversammlung in der „Alten Schmiede“ weiter, wo wichtige Themen besprochen werden.

Denn viele Mitglieder, viele Veranstaltungen und ein gleichbleibendes Budget, das noch dazu von den Einsparungsplänen der türkis-blauen Regierung bedroht wird. Da wurde viel diskutiert, wie man das in Zukunft machen soll, wer bei wievielen Lesungen mitmachen darf und wen man dabei einladen soll?

Neue und alte Bekannte habe ich auch dabei gesehen, einige der neuen Mitglieder kenne ich ja gar nicht mehr und mußte nach ihren Namen fragen.

Aber die Ruth war da, Irene Wondratsch, Erika Kronabitter, die so nett war, in der Mittagspause mit mir und dem Rudi ein kleines Video aufzunehmen, da Jörg Piringer solche sammelt, wo GAV- Mitglieder erzählen, warum sie in der GAV sind und was die für sie bedeutet.

„Ohne GAV bin ich baff!“, hat der Rudi performiert, ich habe eher konventionell, das betont, was ich schon im Arbeitskreis sagte, daß die GAV für mich und mein literarisches Ich sehr wichtig ist und ich durch sie in Kontakt mit anderen Autoren komme.

Margot Koller ist nach der Mittagspause gekommen, die ich lesend auf einer Parkbank mit einem Mc Donald Sackerl verbracht habe und noch viele andere, mit denen ich mehr oder weniger befreundet bin und nach der hitzigen Veranstaltungsdiskussion, sechzig wurden für das nächste Jahr eingereicht und mußten durchbesprochen werden, unser zweiter Spaziergang im öffentlichen Raum, der diesmal in den U-Bahnbereich gehen soll, war auch dabei und wurde angenommen, ist es diesmal zum gemeinsamen Abendessen  ins Cafe Prückl, wo immer die „Podium- Sommerlesereihe“ stattfindet, gegangen.

ich bin mit dem Rudi, der Ruth und Margot Koller, die mir ihr neues Buch „Stichwort Philosophie – ein Kalleidoskop aus zwölf Essays gegeben hat, an einem Tisch gesessen, Ditha Brickwell, die mich ja einmal zu ihrer Veranstaltungsreihe einladen wollte und Lisa Fritsch waren abwechselnd auch dabei, habe einen Gespritzen getrunken, Faschierte Leibchen mit Salat und Kartoffelschmarrn und dann noch einen Topfenstrudel gegessen und Stefan Reiser, den ich ja einmal bei den „Wilden Worten“ hörte, hat mich zu einer seiner Lesungen am nächsten donnerstag in eine Buchhandlung eingeladen, aber da werden wir wieder nach Harland fahren.

2018-03-24

Vollversammlung zu fünfundvierzig Jahre GAV

Als ich in die GAV aufgenommen wurde, das war, glaube ich, 1987, wurde ich zu einer Vollversammlung, die, glaube ich wieder, im Mai stattfand, eingeladen. Damals war Josef Haslinger der Generalsekretär und stellte die neuen Mitglieder vor. Außer mir wurde damals, glaube ich, noch Ronald Pohl aufgenommen und die Vollversammlungen gab es eine Zeitlang im Frühling, ich glaube, zu einem bestimmten Thema und im Herbst die Generalversammlung. Damals gab es drei oder vierhundert Mitglieder inzwischen sind es schon siebenhundert, die jeweil bei den Generalversammlungen aufgenommen wurden und die Vollversammlungen wurden irgendwann, ich glaube wieder aus Kostengründen eingespart.

Das heißt vor zehn Jahren hat es eine in Graz gegeben, da habe ich noch nicht gebloggt und da habe ich mich damals, glaube ich, beschwert, daß mich das Literaturhaus nicht mehr meine Veranstaltungen machen läßt. Genützt hat das nicht viel und ich reiche inzwischen auch keine Veranstaltungen mehr ein, habe aber von 2001 bis 2009 den „Tag der Freiheit des Wortes“ organisiert und auch einige Frauenlesungen gemacht.

Es hat dann vor einigen Jahren noch eine Vollversammlung gegeben, nur leider war die zeitgleich mit Leipzig, also habe ich sie versäumt, diesmal ist es sich aber ausgegangen, weil schon wieder zurück aus Leipzig und beim „Tag der Lyrik“ der anderen großen GAV-Veranstaltung, die inzwischen oder auch schon immer Präsidentensache ist, bin ich gestern auch  gewesen.

Da kann ich vielleicht noch anmerken, daß es den „Tag der Lyrik“ einmal, ich glaube, 2007 in Leipzig gegeben hat. Wir waren mit der Ute dort, die Silvia Bartl hat den Büchertisch gemacht, ich habe aber noch nicht gebloggt, kann also nur aus dem Gedächtnis zitieren.

Und das Thema der heutigen Vollversammlung war die Positionierung der GAV, denn ein Verein, der fünfundvierzig Jahre besteht verändert sich und da ist es wohl sehr gut einmal darüber nachzudenken wer er ist und wohin er will?

Die GAV, die Grazer Autoren Autorinnenversammlung, die auch so heißt, weil sie sich 1973 in Graz gegründet, beziehungsweise vom damals sehr konservativen  PEN abgespaltet hat, war zu ihrer Gründung sehr avantargardistsisch, waren doch Ernst Jandl, Friederike Mayröcker, Friedrich Achleitner, Gerhard Rühm also Mitglieder der Wiener Gruppe Gründungsmitglieder. Sehr linkspolitisch war sie auch und inzwischen sind eine Reihe ihrer Gründungsmitglieder gestorben oder vielleicht auch ausgetreten und es waren heute bei der Vollversammlung in der „Alten Schmiede“ auch einige neue Gesichter, die ich nicht kannte.

Die große Prominenz könnte man so sagen, fehlt oder kommt nicht mehr, obwohl ja auch Clemens J. Setz, Olga Flor, Valerie Fritsch, Thomas Stangl und viele andere Mitglieder sind.Inzwischen sind Mgdalena Knapp-Menzel und Jopa Joakin im Sekretariat und Petra Ganglbauer ist die Präsidentin, die die Versammlung auch begrüßte und ein Eingangsstatement verlas, in dem sie auf die angesprochenen Probleme hinwies, bezeihungsweise darauf, daß die GAV kaum mehr in der Öffentlichkeit präsent und ihre Mitglieder vielleicht auch zu wenig selbstbewßt sind.

Danach gab es zwei Impulsreferate, eines kam von Stefan Schmitzer, der sich mit der „Positionierung des Schreibens in der politischen Wirklichkeit“ auseinandersetzte, beziehungsweise sehr kritische Fragen aufwarf, für wen die Autoren schreiben? Ob sie ihr Publikum erreichen und, ob es das ist, was die Leser auch lesen wollen?

In der Diskussion wurde dann auf den „bösen Amazon“ hingewiesen und die Selfpublisher, die ihre Texte da einfach einstellen können und die Rollen der Schreibschulen wurden auch diskutiert. Da gab es Widerstand, denn viele Autoren leben ja von den Schreibseminaren die sie veranstalten, aber wenn sie das Schreiben lehren, gibt es wieder mehr Konkurrenz und die Zahl der GAV- Mitglieder, die dann kommen und ihre Veranstaltungen machen, steigt an, könnte man so polemisch formulieren.

Das zweite Impulsreferat von Ilse Kilic und Christa Nebenführ vorbereitet, beschäftigte sich mit der Frage, warum ein Verein? Bezwiehungsweise damit, was ein Verein kann und was er will oder seine Mitglieder von ihm haben.

Da habe ich auch schon die Frage öfter gehört, was die GAV einem bringen könne? Nun für mich ist der der Kontakt zu anderen Mitgliedern. Ich habe, wie erwähnt eine Reihe von Veranstaltungen organisiert, werde manchmal noch immer zu solchen eingeladen und freue mich auch, wenn ich bei Veranstaltungen, die anderen Mitglieder treffe. Aber wie gesagt, inzwischen, da jetzt jetzt auch keine Neuaufnahmelesungen mehr gibt, kenne ich gar nicht mehr alle, sondern eigentlich nur die die in Wien lesen oder zu den Versammlungen kommen.

Danach gab es eine Mittagspause, die ich allein verbrachte, das heißt mir am Schwedenplatz Chickennoodles, ein Eis und einen Kaffee kaufte und in der „Frick-Abverkaufsbuchhandlung“, habe ich was mich sehr freut Natalka Sniadankos „Frau Müller hat nicht die Absicht mehr zu bezahlen“ um zwei Euro bekommen, die ich schon einmal in der „Gesellschaft für Literatur“ hörte. Den Rest der Zeit habe ich beim „Morava“ verbracht, wo es keinen Abverkauf gab, ich mich bei den Büchertischen aber umgesehen habe, was ich von den Neuerscheinungen schon gelesen habe, beziehungsweise welche noch zu mir kommen müssen.

Am Nachmittag ging es dann um die Regionalversammlungen. Jedes Bundesland hat ja eine eigene Regionalgruppe und ein kleines Budget, so daß es auch Veranstaltungen machen kann. So habe ich in den Achtzigerjahren, als wir von St. Pölten nach Wien pendelten, ja dort auch ein paar Veranstaltungen organisiert.

Ruth Aspöck moderierte die Veranstaltung und befragte die Regionalvertreter Patricia Brooks, die jetzt für NÖzuständig ist, Karin Ivancsics für das burgenland, Bernd Schuchter für Tirol, Martin G. Wanko für Graz, Josef  K. Uhl für Kärnten und Kurt Mitterndorfer für OÖ nach ihren Projekten, Plänen und Problemen.

Erika Kronabitter die Vorarlberg vertritt, fehlte, ebenfalls Christine Haidegger, die das für Salzburg macht, da hat Margot Koller ein bißchen was über die Situation erzählt und als Schwierigkeit scheint sich der Name zu erweisen, weil da die Subventionsgeber mahcnhal sagen, daß in in OÖ oder Salzburg keine Grazer-Veranstaltung untersützen möchten.

So kam der Wunsch nach einer Broschüre auf, die man den Politikern in die Hand drücken könnte. Es gibt,  glaube ich, schon eine und ein Buch über die GAV habe ich mir auch einmal gekauft und es kam sogar der Wunsch zu einer Umbenennung in „Österreichische Autorenversammlung“, wogegen ich sehr wäre, weil die GAV ist ja, da ich  nun schon lange Mitglied bei ihr bin, ein Stück meiner Identität, obwohl ich ja höchstens fünf oder sechsmal in meinem Leben in Graz war und auch schon die Frage hörte, ob ich aus Graz käme, wenn ich meine Veranstaltungszettel ausgeteilt habe.

2017-10-21

Nur den Samstag bei der GAV

Filed under: Literaturbetrieb — jancak @ 23:59
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Ich bin ja seit 1987, glaube ich, Mitglied bei der Grazer Autoren-Autorinnen Versammlung, der größten österreichischen Schriftstellervereinigung, die sich 1973 in Graz vom damals sehr konservativen PEN abgespaltent hat, daher der Name.

1986 habe ich, wie ich mich zu erinnern glaube, den ersten Antrag gestellt, 1987 wurde ich dann aufgenommen. Damals war, wenn ich mich nicht irre, Ernst Jandl der Präsident und Josef Haslinger der Generalsekretär und seither pendle ich Jahr für Jahr zu den Generalversammlungen und wenn mich jemand fragt, warum ich Mitglied bin oder warum die GAV mir wichtig ist, ist da die Antwort wahrscheinlich der Kontakt zu den anderen Schriftstellern und Autorenkollegen, während ich sonst  eigentlch immer ziemlich außerhalb und neben dem Literaturbetrieb stehe oder in der „Alten Schmiede“ und im Literaturhaus auf der Publikumsseite sitze.

Die Abgrenzung von der Hobby- zu der professionellen Autoren zum Beispiel, die mir mein Kritiker ja immer unterstellt, daß ich die bin, aber da sitze ich dann einen Tag unter Autoren und es wird ein Tag lang über das Schreiben, die geplanten Veranstaltungen, die Neuaufnahmen, etcetera gesprochen.

Seit ich in der GAV bin, hat sich einiges am Procedere verändert. So war ich, das muß dann 1988 gewesen sein, das erste Mal bei einer Vollversammlung, Joosef Haslinger hat mich und Ronald Pohl, der heute im „Standard“ schreibt, als neue Mitglieder vorgestellt und inzwischen gibt es die Vollversammlung, das Treffen im Frühjahr nicht mehr jährlich.

Die Generalsversammlungen waren damals im November und dauerten das gesamte Wochenende beziehungsweise auch den Sonntag Vormittag. In den letzten Jahren gab es am Freitag Nachmittagvor der GV einen sogenannten „Kulturpolitischen Arbeitskreis“, wo in kleiner Runde sogenannte gesellschaftspolitische Aspekte besprochen wurden.

Ruth Aspöck hat ihn moderiert beziehungsweise veranstaltet und am Abend gab es in den letzten Jahren in der Alten Schmiede immer die sogenannte Neuaufnahmelesung.

Da haben dann die Mitglieder die im letzten Jahr aufgenommen wurden, ein paar Minuten aus ihren Werken gelesen und ein Heftchen mit ihren Textproben gab oder gibt es immer auch.

Inzwischen ist die GAV ja sehr gewachsen, hat, glaube ich, an die siebenhundert Mitglieder und im letzten Jahr wurden  soviele Leute aufgenommen, daß man zwei Lesungen machen hätte müßen, also ist die Lesung gestern ausgefallen.

Der kulturpolitische Arbeitskreis hat zum Thema „Entwicklung der GAV“ stattgefunden. Ilse Kilic hat ihn jetzt geleitet und ich habe nicht teilgenommen, weil es gleichzeitig in der Versicherung der Eisenbahner ein Treffen bezüglich des neuen elektronischen Überweisungssystem bei der Psychodiagnostik gegeben hat und so war ich am Abend in der Hauptbücherei und bin erst heute zur GV in die „Alte Schmiede“ gewandert.

Da gibt es dann immer ein striktes Programm, der Kassabericht wird besprochen. Vom gestrigen Arbeitskreis wurde berichtet und dann ging es zu den Neuaufnahmen, wo es diesma auch an die vierzig neue Mitglieder gibt. Die berühmtesten,  beziehungsweise mir bekannten sind Harald Darer, Livia Getreider, Rhea Krcmarova, Peter Krobath, Norbert Kröll, Lukas Meschik, Irtene Suchy, Otto Tremetzberger und Erwin Uhrmann.

Ich weiß jetzt nicht genau, wie alt die neu angenommenen Mitglieder im Durchschnitt sind. Es wurde aber bei der Versammlung deponiert, daß sich die GAV um die jungen Autorenschaft kümmern und neue Talente aufnehem soll und dann ging es am Nachmittag zu den Regionalberichten beziehungsweise zu den geplanten Veranstaltungen.

Die werden da ja immer durchbesprochen und genehmigt. Jedes Mitglied kann da eine Veranstaltung im Jahr organisieren und ein paar Kollegen dazu einladen.

Ich habe 2001 und dann von 2003 bis 2009 den „Tag der Freiheit des Wortes“ organiserit und dann einige Male eine Frauenlesung unter dem Titel die „Mittleren“

In den letzten Jahren organisiere ich nichts mehr, weil es sehr mühsam ist die Leute hinzubekommen, lasse mich aber gerne von anderen einladen und diesmal hat ja die Ruth mit der ich im Mai und Juni den öffentlichen Raum abgeklappert bin und circa fünfzehn Spontatnetexte zu der diesbezüglichen Kunst geschrieben habe, eine Veranstaltung eingereicht, wo wir erstmal nur an einem Nachmittag zu drei Orten führen und die entsprechenden Texte vorlesen werden.

Ein Höhepunt der Generalversammlung ist sicher das gemeinsame Abendessen und böse Stimmen behaupten, daß es Leute gäbe, die nur deshalb um Aufnahme ansuchen würden.Was natürlich ein Blödsinn ist, da man sich ja, um den jährlichen Mitgliedsbeitrag das Abendessen selber bezahlen könnte. Dann aber wahrscheinlich nicht in so illustrer Gesellschaft das Schnitzel oder den Tafelspitze und danach den Apfelstrudel oder die Paltaschinke verzehren würde.

Ich bin jedenfalls wieder mit dem Rudi, der Margot Koller, der Ruth,  Elisabeth Ernst, Hilde Schmölzer und einigen anderen an einem Tisch gesessen und habe, weil ich mir noch einen Schilchersturm bestellen wollte, versäumt, Doron Rabinovici der an mir vorbeigegangen ist, zu sagen, daß mir seine „Außerirdischen“ sehr gut gefallen haben und daß ich es sehr schade finde, daß sie nicht auf die Shortlist des ÖstBp gekommen sind.

2016-10-22

GAV-Versammlungen

Diesen Samstag gibts wieder die Generalversammlung der Grazer Autoren, der seit 2009, am Freitagnachmittag der sogrenannte kulturpolitische Arbeitskreis veranstaltet wird, wo im kleinen Kreis unter der Leitung von Ruth Aspöck zu einem bestimmten Thema diskutiert wird, „Warum schreibe ich, was lese ich, Journalismus, Muttersprache, Vatersprache, Film und Arbeitswelt“ und „Wünsche an die GAV“, waren schon die Themen, diesmal ging es, um die Kleinverlage, so daß Fritz  Widhalm ein sehr poetisches Referat dazugehalten hat.

Ein typischen Fritz oder „Wohnzimmerverlagreferat“, a la Kleinverlage gegen Großverlage, das aber meiner Meinung nach nur einen kleinen Teil der literarischen Szene abdeckte, denn die Autoren wollen wahrscheinlich selbstverständlich, sobald sie können zu den möglichst deutschen Großverlagen und das „Fröhliche Wohnzimmer“ deckt eher die experimentelle Literaturszene ab, die bestimmt sehr wichtig ist, aber wenn ich da nicht gerade ohnehin unterwegs bin und zu den Kleinverlagmessen gehe, werde ich als lesender Normalverbraucher, höchstwahrscheinlich keine Ahnung habe, daß es das gibt.

Von zwei bis halb sechs wurden, dann die fehlenden Bereiche ausdiskutiert, Mila Haugova, Magdalena Knapp Menzel, Robert Kleindienst, Wally Rettenbacher, Irene Wondratsch, Ilse Kilic C. H. Huber und Jopa Joakim, der auch das Protokoll führte, waren die Teilnehmer und ich denke und blogge ja auch sehr intensiv darüber.

Der Literaturbetrieb ist sehr  vielfältig, ich finde es schön, daß viele Leute schreiben, glaube auch nicht, daß durch die Möglichkeiten des Selberpublizieren sehr viel Mist geschrieben wird und veröffentliche seit 2000 selbst, bin also eine Selbstpublisherpionierin und seit es das Internet und den Digitaldruck gibt, braucht man auch nicht mehr für die Schublade schreiben.

Leser und Resonanz sind natürlich wichtig, aber wenn es die nicht gibt, würde ich beispielsweise nicht zum schreiben aufhören und ich denke auch, daß Literaturkurse und Schulen interessant und wichtig sind, die heutzutage von vielen Autoren, quasi zum Nebenverdienst, weil man vom Schreibe allein ja meistens nicht leben kann, angeboten werden. Früher war das anders, aber auch da hat man das Schreiben irgendwie durch Versuch und Irrtum und viel Lesen lernen müßen, heute werden Marketingkurse im Internet angeboten und man kann seine Bücher wenn man will, selber veröffentlichen, muß dafür das Cover und das Lektorat selber bezahlen, während der Verlag, den Druck bezahlt und bersorgt, die Texte lektorieren und durch Werbung auch für ihre Verbreitung sorgen soll.

Dann gabs eine längere Pause in der ich mit der Ruth in einem Restaurant beim Gutenberg-Denkmal war und dann gings weiter, auch schon eine Tradition, die es seit einigen Jahren gibt, mit der Lesung der im Vorjahr aufgenommen Mitglieder.

Zwanzig waren es an der Zahl, vier sind aber davon ausgefallen und im nächsten Jahr, habe ich schon gehört, können es dreißig werden, eine sehr lange und sehr intensive Lesung, die sehr viel Konzentration erforderte, auch wenn die Lesezeit nur fünf Minuten betraf.

Gerhard Jaschke moderierte und es gab zur Unterstützung wieder das Heftchen „Aufgenommen“ mit Textbeispielen der neuen Mitglieder von denen ich nur einige kannte.

Die 1976 in Salzburg geborene Renate Aichinger kannte ich dem Namen nach, sie hat auch einen Band in der neuen Lyrik Reihe aus Österreich, aus der sie einige Beispiele gelesen hat.

Ines Birkhan und  Bettina Gärtner habe ich nicht gekannt, während ich Rene Bauer unter dem Namen Rene Monet, glaube ich, schon bei einem Poetry Slam gehört habe.

Dann kam die 1979  in Wien geborene Michaela Hinterleitner, mir von Lesungen in St. Pölten und im „Read!!ingroom“ ebenfalls schon bekannt und auch ihren Text vom „Allesfresser“ habe ich schon gehört.

Nadine Kegele brachte einen Auszug aus ihrem neuen in Arbeit befindlichen Roman „Blaue Augen zum Selbermachen“

Dann kam der mir bisher unbekannte  1970 geborene Markus Lindner mit einem sehr politischen Text über die „Namenlosen“, die im Meer schwimmen oder an Land angeschwemmt werden, beziehungsweise deren Leichen nicht gefunden werden, weil sie vorher von den Fischen aufgefressen werden.

Doris Nussbaumer mir ebenfalls schon bekannt, weil ich in ihrem „Werkl im Goethehof“ schon gelesen habe, fehlte, wie Anne Marie Pirchner.

So daß, als nächstes der 1962 geobrene Autor Komponist und Tonmeister Bruno Pisek aus einem sehr großen Buch, ich nehme an, es war der „Sprechchor für Solostimmen“ gelesen hat.

Marcus Pöttler brachte Beispiele aus seinem bei „Keiper“ erschienen Gedichtband „noctarium.“

Dann kam der 1981 im Innviertel geborene Stefan Reiser mit zwei Theatertexten beziehungsweise Anweisungen eines Regisseurs an seine Gruppe, gefolgt von dem neben mir sitzenden Stefan Schmitzer, den ich 2008, glaube ich, beim Volksstimmefest kennenlernte, der schon viele Gedichtbände bei „Droschl“ und inzwischen auch bei einem anderen Verlag hat und den ich auch schon in der „Alten Schmiede“ hörte.

Er war auch sehr politisch und hat die Flüchtlingssituation in seinem Lang oder Kurzgedicht erwähnt.

Märchenhafter wurde es mit den Texten der ehemaligen Lehrerin und Kunsttherapeutin Susanna Schweiger.

Die 1983 in Villach geborene  Angelika Stallhofer hat derzeit ein Stipendium in Palliano, so daß sie ihren Textauszug  aus  „Der rastlose Vogel“, der von einem Kolibri handelte, vorlesen ließ und eine Grußbotschaft sandte.

Dann kamen noch, die in Kirchdorf  an der Krems geborene Elisabeth Strasser und der in Linz geborene Geigenlehrer Erich Wimmer, der in einem Gedicht an den plötzlichen Tod des „Resistenz-Verlegers“ Dietmar Ehrenreich erinnerte und am Samstag ging es mit der Generalversammlung, den Neuaufnahmen, den Veranstaltungsvorschlägen und den Regionalberichten weiter.

Am Abend war wieder das traditionelle Abendessen mit Gasthof Pfudl mit Fritattensuppe, Tafelspitz und Palatschinke, wo ich mich sehr lang und sehr intensiv mit Dietmar Füssel, der mir seinen endlich fertig gewordenen historischen Roman avisierte, Frank König aus Berlin,  Hans Jörg Dost aus Dresden und Josef K. Uhl aus Kärnten, der mir eine Rezension für „Paul und Paula“  in  der „Unke“ versprach, unterhielt.

Bücher habe ich mit C. H. Huber getauscht und im Jänner gibts wieder in Salzburg eine GAV-Veranstaltung, wo ich mit Margot Koller,  Wolfgang Kauer und Manfred Chobot unter dem Thema „Angekommen“ im afroasiatischen Institut lesen werde.

Zum Thema „Abgeschoben“ haben wir dort ja schon einmal gelesen.

2014-10-18

Bei der GAV

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:40

Dieses Wochenende gab es wieder die traditionellen GAV-Veranstaltungen, des größten österreichischen Autorenvereins, der sich 1973 als Gegenbewegung zum konservativen PEN in Graz gegründet hat und bei dem ich seit 1987 Mitglied bin, das heißt die Generalversammlung ist seit einigen Jahren nur noch am Samstag, am Freitag findet aber seit 2009, um vierzehn Uhr der kulturpolitische Arbeitskreis statt, den Ruth Aspöck organisiert und wo wir im kleinen Kreis in der „Alten Schmiede“ zu aktuellen gesellschaftspolitisch literarischen Themen diskutieren und das Ergebnis dann am Samstag der GV berichten.
Diesmal ging es um „Muttersprache-Vatersprache“, sowie die „Euphorismen der Gier“ worunter „Die Sprache der Werbung, der Banken und die der Dichter und Dichterinnen“ zu verstehen ist und Ruth hatte eine ehemalige Simultandolmetscherin, der EU-Kommission in Brüssel eingeladen, die zehn Sprachen spricht und uns einiges über Zweisprachigkeit und das Leben in verschiedenen Sprachwelten erzählte.
Ein interessantes Thema, wobei mich weniger das EU-Dolmetschen interessierte, sondern, wie sich zum Beispiel die Sprache der hier lebenden Türken und Serben etc in den Dialekt vermischt.
Ich habe da ja einmal einen Dialekt Workshop bei der El Awadalla besucht, wo Illir Ferra einiges von seiner verlorenen Muttersprache erzählte und wie es uns mit dem halben Pidgin Englisch das wir ja zwangsläufig sprechen oder hören, wenn wir den Computer öffnen geht, ist ja auch sehr spannend.
Interessant ist es auch mit den Schreiben in der Nicht Deutschen Muttersprache, beim Bachmannpreis haben da in den letzten Jahren einige Autorinnen gewonnen, die Russisch oder Slowenisch als erstes hörte und bei Sprache der Werbung fällt mir die Humanic-Werbung ein, die es vor einigen Jahrzehnten gegeben hat und die die österreichischen Experimentellen dazu geworben hat.
Wolf Haas ist auch Werbetexter gewesen, bevor er seine berühmten Krimis schrieb und dann geriet ich noch in Disput mit Marlen Schachinger, als die Ruth von den Morden in den Krimis sprach, die sie stören und ich das mit der Spannung erwähnte, die man ja in Schreibseminaren lernt, bzw. dort hört, daß man beim Schreiben immer an das Schlimmste denken soll, was einem je passierte, wo ich ja als Psychologin meine Einwände hätte, denn dann interessierts die Leser.
Über gute oder schlechte Literatur haben wir auch ein bißchen diskutiert, ich habe da ja mein Problem, daß alles immer so gut sein muß, denn wie definiert man solches und wer bestimmt was das ist?
Damit wurde es fünf und damit ging es in die große Pause bis um sieben in der „Alten Schmiede“ die Lesung der im letzten Jahr aufgenommenen Mitglieder stattfand und diese Veranstaltung, die es auch seit einigen Jahren gibt, finde ich sehr interessant, weil man sich da informieren kann, wer aller in die GAV möchte und was die neuen GAV-Mitglieder schreiben, was allerdings ein bißchen theoretisch ist, weil das Publikum zu achtzig oder neunzig Prozent aus GAVlern bestand und siebzehn Autorinnen und Autorinnen wurden im letzten Jahr aufgenommen.
Vierzehn haben davon gelesen, Cordula Simon, die, glaube ich, in der Ukraine lebt und die im Vorjahr sowohl in Klagenfurt gelesen hat, als auch bei den „Alpha-Finalisten“ war, hat sich entschuldigt, Daniel Zipf, der gerade in Amerika ist, ließ seine Kurzgeschichte von einer Kollegin lesen und Hubert Sielecki, von dem ich, glaube ich, schon mal bei einem „Tag der Freiheit des Wortes“ einen Film sah, hatte wieder einen mit einem Text von Gerhard Rühm, „Der längste Kuß“ wo er diesen in verschiedenen Arztkostüme verkleidet, genußvoll rezitierte.
Auch sonst war es spannend, gab es doch eingeleitet von Gerhard Jaschke Lyrik und Prosa von mehr oder weniger bekannten jüngeren und älteren Autoren, von denen ich ein paar vom Namen her kannte, mit einigen schon gelesen habe, bzw. auch im Vorjahr bei der Aufnahme ein Veto einlegen durfte, etc.
Andrea Drumbl, Max Höfler, Hans Jörg Liebscher, Nicole Mahal, Dominika Meindl, Heinz Pusits, der einmal in Ruth und Roberts Schreibgruppe war und einmal in der „Alten Schmiede“ lesen hätte sollen, aber seinen Termin versäumte, Eva Scheufler, Hannah Sideris, die ich vom Amerlinghaus bzw. der „Poet Night“ kenne, Beatrice Simonsen, Marion Steinfellner, Birgit Unterholzner, Gabriele Vasak, Monika Vasik und Ursula Wiegele.
Am Samstag ging es dann weiter mit den Todesmeldungen. Helga Pankratz und Lutz Holzinger sind im letzten Jahr gestorben und dann wurde wild über das neue Literaturmuseum, das im nächsten Jahr eröffnet werden soll, diskutiert.
Das Konzept stammt noch von Wendelin Schmidt Dengler, Grillparzers ehemalige Arbeitsstädte steht dafür zur Verfügung und die IG-Autoren waren besorgt, daß es vielleicht auf Kosten der Autorenförderung gehen könnte.
Jetzt ist Bernhard Fetz und Johanna Rachinger auf die GAV zugekommen, daß sie ein paar Veranstaltungen dort machen kann, was heftige Bedrohungsphamtasien, bis dazu, daß Google, das Ganze finanzieren könnte auslöste.
Es werden für die Veranstaltungen aber immer Orte gesucht und vielleicht wäre das Literaturmuseum ein solcher, wo auch eine der Großveranstaltungen stattfinden könnte.
Die Veranstaltungsvorschläge für 2015 wurden diskutiert, Ruth bzw. Robert haben da ja „Westbahn-spontan“, die Ergebnisse unserer Schreibegruppe eingereicht.
Berichte der Regionalvertreter gab es und am Nachmittag wurden die Neuaufnahmen diskutiert.
Da war ich ja zweimal, von 20003-2005, vielleicht in der Aufnahmejury, nachher klappte es nie mehr, obwohl ich mich immer wieder meldete, weil ich mich für neue Texte ja sehr interessiere.
Seit einigen Jahren habe ich mir aber angewöhnt, für mir bekannten Autoren, die von der Jury abelehnt wurden, ein Veto einzulegen.
Nun ist meine gruppendynamische Stellung nicht gerade groß, eher das Gegenteil, aber manchmal schließen sich Kollegen an und meistens wird an den Samstagnachmittagen sehr wild diskutiert.
So auch heute und nach einigen Stunden waren Corinna Antelmann, Gertrude Maria Grossegger, Sigrun Höllrigl, Susann Immelkeppel, Marianne Jungmaier, Augusta Laar, Stephan Roiss, Britta Steinwendter, Magda Woytzuck und Anton Blitzstein aufgenommen, der jetzt auch wieder beim „Ohrenschmaus“ einreichen darf und als anerkannter Art-Brut-Künstler sicherlich eine Bereicherung für die GAV sein wird.
Eine Diskussion über die Doppelmitgliedschaft GAV-Pen, was, wie 1973 beschloßen wurde, eigentlich nicht sein darf, es aber trotzdem immer wieder gibt, gab es auch und dann das traditonelle Abendessen im Gasthaus Pfudl, wo ich mich wieder einmal wunderte, wieviele Leute das „Literaturgeflüster“ kennen und mich darauf ansprechen.

2013-10-19

Vom Recherchieren zur GAV

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:25

Nach dem ich am Donnerstag zwischen meinen Stunden am Westbahnhof herumspaziert bin und mir bei der Buchhandlung in der Maria Hilferstraße völlig unnötig elf größtenteils „Suhrkamp-Taschenbücher“, um je einen Euro kaufte, beim Mc Donald Cheesburger, Pommes und Apfeltasche zu einem Caffe Latte verzerrte und mich in der Hauptbücherei auf einen der bequemen Stühle setzte und an Hand einer mir gegenübersitzenden Frau mit grauen Haarschopf eine Szene mit der Swetlana Alexejewitsch, das ist Tante Lillys vierundzwanzig Stunden Betreuerin, schrieb und am Freitag nach der zehn Uhr Stunde, die vergessenen Büroartikel beim „Mastnak“ kaufte und nach einem weiteren Cheesburger TS noch eine Stunde im Museumsquartier auf einen dieser gelben Liegen Impressionen einfing, ist es in die „Alte Schmiede“ gegangen, denn dieses Wochenende ist wieder GAV-GV, die seit einigen Jahren am Freitagnachmittag mit dem kulturpolitischen Arbeitskreis gestaltet und moderiert von Ruth Aspöck begann.
Da erfuhr ich als erstes, die neue Präsidentin ist Petra Ganglbauer, dann referierte Irene Wondratsch ein bißchen was über die Arbeiterliteratur und das war sehr interessant.
Gibt es eine Literatur von und für Arbeiter lautete das Thema und was haben wir davon? Irene Wondratsch begann mit der Bibliothek ihrer Eltern, die einen sozialistischen Haushalt führten und legte einige solcher alter Ausgaben, Jura Soyfer, Luitpold Stern, etc auf den Tisch und erzählte von den Arbeitskreisen der Literatur der Arbeitswelt. Da hat es bei Fischer ja einmal eine gleichnamige Buchreihe gegeben, den „Max von der Grün-Preis“, die Zeitschrift „Tarantl“, die jetzt Gerald Grassl weitermacht, Michael Scharang, Franz Innerhofer, Gernot Wolfgruber, Ernst Hinterberger und bei den moderneren Autoren, Kathrin Röggla mit „Wir schlafen nicht“ und als ganz neues Beispiel Anna Weidenholzers abeitslosen Roman „Der Winter tut den Fischen gut“.
Alfred Gelbmann, ein neues GAV- Mitglied und Verleger des Mitter-Verlags outete sich als Anna Weidenholzer Entdecker, hat er ja „Den Platz des Hundes“ herausgegeben und ich habe auf der Buch-Wien 2010 mit ihm darüber gesprochen, war da, Margot Koller, Robert Kraner, auch ein neues Mitglied, das am Abend gelesen hat, Ilse Kilic, die Rizys, Magdalena Knapp-Menzel, Lore Heuermann und noch ein paar andere, also ein sehr gut besuchter Arbeitskreis.
Irene Wondratsch teilte ein Skriptum aus und nach der Pause wollte Ruth Aspöck unsere Erfahrungen mit der Arbeiterliteratur wissen.
Ja, ich hatte auch eine Büchergilde Gutenberg-Bibliothek im elterlichen Haushalt, bin im Gemeindebau einer sozialistischen Familie aufgewachsen und habe als erstes, weil das auch ein wenig erdrückend fand, bei meiner zweiten Wahl aus Protest gegen meinen Vater, den SP-Funktionär, die ÖVP gewählt. Nur ein einziges Mal, denn dann kam ich bald in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“, beteiligte mich am „Max von der Grün Preis“, den ich nie gewonnen habe, am Luitpold-Stern-Preis und schreibe realistisch über die Arbeitswelt, alte Leute, das erfolglose Schreiben, etc.
Ruth Aspöck referierte dann aus einem Katalog der Austellung „Mit uns zieht die neue Zeit“, die es, 1981, glaube ich, in der Meidlinger Remise gegeben hat und in der ich mit meinem Vater war und teilte kleine Zetteln aus mit Themen zu dieser Ausstellung zu der wir etwas sagen wollte, ich erwischte „Architektur“ und ich bin ja in einem dieser Gemeindebauten des roten Wiens, errichtet aus den Mitteln der Wohnbausteuer, wie auf einer Tafel stand, aufgewachsen.
Dann gabs die Pause von fünf bis sieben, die ich mit Ruth Aspöck, Irene Wondratsch und Margot Koller im „Indigo“ bei einem riesigen Toast mit Spiegelei und einem Sturm verbrachte, obwohl ich ja am Abend nur mehr wenig esse. Dann gings noch einmal in die „Alte Schmiede“, denn da findet seit einigen Jahren am Vorabend der GV die Lesung der neuaufgenommenen Mitglieder des Vorjahrs statt und das waren dieses Mal sehr viele und so war es auch schon ziemlich voll, als ich mit Ruth Aspöck und Margot Koller eintraf.
Hanane Aad aus dem Libanon, die ich schon bei den „Poet-Nights“ hörte, begann und las zwei Gedichte in arabisch mit deutscher Übersetzung. Dann kam Robert Eglhofer in oranger Jacke und einem orange Käppchen ganz gestylt und las einige Gedichte in Deutsch und Englisch.
„Wachau“ hat er, glaube ich, auch schon bei der „Poet-Night“ gelesen und dann eines zu seinem Lebenslauf und eines zu einem Bild von Maria Lassnig, das, glaube ich, während der letzten Schreibegruppe zum Thema „Schwimmen“ entstanden ist.
Der 1983 in Wien geborene Gabor Fonjad, den ich noch nicht kannte, folgte und las einen Ausschnitt aus einer Erzählung, wo sich ein Wissenschaftler nach einem Institutsstreit auf eine Reise nach England macht.
Martin Fritz, der Preisträger des FM4 Preises von 09, der auch in Rauris was gewonnen hat, folgte und veranstalte ein Lyrik-Bingo, das heißt, er teilte einen Zettel mit sehr undeutlichen Zeichnungen aus und las dann sehr schnell einen Rap vor, man sollte sich die vorkommenden Begriffe anstreichen und wenn man als erster „Bingo“ schrie, hätte man den Gedichtband gewonnen. Martin Fritz hat ihn wieder nach Hause mitgenommen.
Dann folgte der Mitterverleger Alfred Gelbmann, von dem ich schon geschrieben habe, mit einem Ausschnitt aus seinem zweiten Roman.
Constantin Göttfert, der in Leipzig studierte und den ich schon einmal bei den „Textvorstellungen“ hörte, folgte und dann las Magdalena Knapp-Menzel einen Textausschnitt, des 2012, verstorbenen Franz Xaver Hofer „Schmerzbahnen“, dem, glaube ich, demnächst auch eine Veranstaltung in der „Alten Schmiede“ gewidmet ist.
Jopa Joakim, den ich auch schon öfter hörte oder gesehen habe, folgte mit einer Performance auf Deutsch, Finnisch und mit vielen Grimassen und Verrenkungen, am Schluß stürzte er noch auf den Boden und erntete großen Applaus.
Robert Kraner, der gemeinsam mit Robert Schindel, die Schreibwerkstatt „langschlagg wurzelhof“ gegründet hat und im Waldviertel lebt, las einen Ausschnitt aus dem Roman „Valerie“, wo es sehr beeindruckend, um behinderte Kinder und um das Schloß Hartheim und die Haarbüscheln, die die Nachbarn auf ihren Fenstern finden und die Beschwichtigung durch den Bürgermeister geht.
Wolfgang Kühn habe ich, glaube ich, im April bei dem „Literatur und Wein Festival“ in Krems und Göttweig kennengelernt, weil er einer der Mitarbeiter des niederösterreichischen Literaturhauses ist und einige beeindruckende Mundartgedichte, wie die „Ballade vom fetten Essen“ etc, brachte.
Von Sabine Maier gab es eine Textinstallation und die Australierein Syvia Petter, die nächstes Jahr ein Lyrik Festival veranstalten wird, habe ich schon im Literaturhaus kennengelernt, da sie mir Christel Fallenstein dort vorstellte.
Die Steierin Dorothea Pointner, die mir ebenfalls unbekannt war, folgte. Dann kam Wally Rettenbacher, die mich ja im Mai interviewte und in Radio Fro brachte und die ich beim „Tag der Freiheit des Wortes“ kennenlernte, mit sehr beeindruckenden Reisebildern über Indien.
Der Limbus-Verleger Bernd Schuchter folgte mit einem Ausschnitt aus seinem Roman „Link und Lerke“ und Linda Stift las den selben Text, den sie 2009 in Klagenfurt gelesen hat. Dann kamen Pascal Tangui und Johannes Tröndl, letzter war mir als Mitarbeiter der „Alten Schmiede“ bekannt und brachte einen Ausschnitt aus seinem Hörspiel „Urgroßvater“.
Emily Walton stellte natürlich wieder ihr „Mein Leben ist ein Senfglas“ vor und Jörg Zemmler, der mit beim „Lyrik Festival“ im Literaturhaus ein Gedicht schrieb und den ich einmal bei den „Wilden Worten“ hörte, schloß diese Monsterlesung, von der ich sehr erschöpft nach Hause ging, ab.
Samstag um halb elf begann dann pünktlich die Generalversammlung in der „Alten Schmiede“ mit den üblichen Ritualen, beziehungsweise mit einer Schweigeminute für Rolf Schwendter und den anderen verstorbenen GAV-Mitgliedern.
Petra Ganglbauer stellte sich als die neue Präsidentin vor. Über die Vorstandssitzung wurde berichtet, der Kassabericht abgestimmt und dann gings zu den eingereichten Veranstaltungen. Da kann ja jedes Mitglied eine Veranstaltung einreichen, früher waren es zwei, da habe ich lange den „Tag der Freiheit des Wortes“ organisiert, der jetzt wieder „Chefsache“ ist und die „Mittleren“ veranstaltet, was ich auch nicht mehr mache.
Irene Wondratsch hat mich aber 2014 zu einer Lesung eingeladen und mit der „Text und Kritik-Werkstatt“ in Strobl wird es vielleicht auch wieder etwas.
Ich stellte eine Frage zu einer Veranstaltung von Erich Klinger, worauf er mich sehr scharf anfuhr, später entschuldigte er sich und brachte ein paar Blumen und ich habe mir in der Mittagspause, ein Speckstangerl, einen Krapfen und einen Caffe latte gekauft und mich damit auf ein Bankerl zu Jörg Pieringer, Thomas Hlavic, der am Samstag etwas im Radio hatte, Günther Vallaster und Jörg Zemmler gesetzt.
Eine Vollversammlung soll es 2014 auch wieder geben, leider findet sie zeitgleich mit der Leipziger Buchmesse statt und das Thema soll die Befreiung der Literatur durch die Digitalwelten sein.
Dazu könnte ich zwar einiges sagen, bin aber wahrscheinlich nicht da und dann ging es zu den Neuaufnahmen und da hatte diesmal die Jury, die aus Marlen Schachinger, Fritz Widhalm und Gabriele Petricek bestand, diesmal besonders viele negative Empfehlungen ausgesprochen, so daß elf Veti kamen, vier davon habe ich gestellt, da die alle mehr oder weniger heftig durchdiskutiert wurden.
Nach einigen Stunden waren wir damit fertig und so gehören jetzt Max Höfler, den ich vom Volksstimmefest kenne, Domininka Meindl, Eva Scheuffler, Hubert Sielecki, Cordula Simon, Beatrice Siemsen-Schlanitz, Marion Steinfellner, Gabriele Vasak, Monika Vasik, Ursula Wiedele, Daniel Zipfel, Andrea Drumbl, Hansjörg Liebscher, Heinz Pusits, den ich in der Schreibgruppe von Ruth und Robert kennengelernt habe, Hannah Sideris, die auf der letzten Poet-Night las und Birgit Unterholzner aus Südtirol zu den neuen Mitgliedern.
Danach wurde eine neue Jury bestellt, ich meldete mich wieder und wurde zum vierten Mal abgelehnt, während es bei den anderen scheinbar nicht so wichtig ist, daß sie schon einmal Juroren waren, aber es ist ohnehin eine zweischneidige Sache, weil ich niemanden ablehnen will. So werde ich weiter meine Veti stellen und weil ich mich im Literaturbetrieb ja sehr gut auskenne, kann ich das, glaube ich, auch sehr gut.
Danach ging es wieder ins Gasthaus „Pfudl“ zum Abendessen. Frittatensuppe, Tafelspitz und Apfelstrudl suchte ich mir aus. Dazu gab es Schilcher-Sturm und Gespräche mit Rudi Lasselsberger, der ein „Rolf Schwendter-Leiberl trug, Ruth und Robert, Margot Koller und noch einigen anderen, die sehr interessant waren und mich wieder mal ins literarische Leben brachten.

2011-10-22

GAV-Veranstaltungen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:31

Dieses Wochenende wieder GAV-Veranstaltungen. Das heißt die Generalversammlung findet seit einigen Jahren nur mehr Samstags statt und am Freitag gibt es seit zwei jahren wieder einen kulturpolitischen Arbeitskreis. Das ist eine Veranstaltung, die es in den Neunzigerjahren in Salzburg und in Innsbruck gegeben hat, dann für einige Zeit eingeschlafen ist, weil aber bei den Generalversammlungen immer der Wunsch nach einer politischen Diskussion laut wird, hat ihn Ruth Aspöck vor zwei Jahren wieder ins Leben gerufen.
„Kritik und Wünsche an die GAV lautete das Thema und ich habe meinen Wunsch die Jurykriterien zu diskutieren, artikuliert, bin ich ja eine, die sich mit ihren breiten Literaturbegriff bezüglich Ablehnungen schwer tut.
Inzwischen hat die GAV schon an die sechshundertachtzig Mitglieder, zu den GVs kommt ein kleiner Teil, zum kulturpolitischen Arbeitskreis haben sich zehn Mitglieder eingefunden.
Ruth Aspöck hat ein Papier Rolf Schwendters aus den Neunzigerjahren verlesen in dem es um die Unterscheidung zwischen den etablierten Autoren, dem Nebenerwerbsschriftstellern, den Facharbeitern und der literarischen Bohemiene ging. Daran hat sich seither nicht sehr viel verändert.
Danach teilte Ruth Aspöck rosa Kärtchen aus und ließ uns unsere Assoziationen zur Hochkultur, Subkultur und Literatur aufschreiben. Da sind mir zur Subkultur „Rolf Schwendter, Poet-Night, Cafe Amadeus und Wienzeile, das ist eine Literaturzeitschrift“, eingefallen, zur Hochkultur „der Eventcharakter, die Salzburger Festspiele und Anna Netrebko“ und zur Literatur natürlich „gut und wichtig, zu wenig im Orf vertreten, Buch-Wien, Buchpreis, Buchmessen, Rund um die Burg, Preise, Förderungen, Verlage“.
Daraus entwickelte sich eine interessante Diskussion, wie das mit der Hochkultur und den Operbesuchen ist und ob man Bücher, die auf den Bestsellerlisten stehen, lesen soll?

Ich tue es natürlich, aber ich habe einen breiten Geschmack und die GAV hat sich einmal von dem konservativeren PEN abgespaltet und es ist auch eine interessante Frage, was man sich von einem Schriftstellerverein erwartet?
Danach gab es zweistündige Pause, die ich in der Buchhandlung Morawa verbrachte, um mich durch die Mainstraimbücherberge durchzusehen, die es in in diesem Herbst gibt, bis es um sieben mit der Lesung der Mitglieder weiterging, die im Vorjahr aufgenommen wurden.
Das ist, glaube ich, auch eine Idee, Ruth Aspöcks. Als ich 1987 aufgenommen wurde, hat es eine „Neuerscheinungslesung“ gegeben.
Aber die Idee, daß sich die neuen Mitglieder durch eine Lesung vorstellen, ist sicher interessant. Es gibt auch ein Heft mit Textproben, der zwölf Mitglieder, die im vorigen Jahr aufgenommen wurden. Acht davon haben gelesen.
Susanne Ayoub ein Stück aus ihrem „Baghdadroman“, an dem sie gerade arbeitet. Susanne Ayoub kenne ich ja schon sehr lang und habe sie, glaube ich, in der Szene Margareten in der Pannaschgasse kennengelernt und war auch bei Lesungen aus ihrem Roman „Engelsgift“. Aus „Mandragora“ hat sie einmal bei „Rund um die Burg“ gelesen.
Den 1953 in Salzburg geborenen Wolfgang Eibl kannte ich noch nicht, er hat acht Gedichte gelesen und jedes davon zweimal und empfahl beim zweiten Lesen die Augen zuzumachen, damit man sich die Bilder besser vorstellen kann.
Dagmar Fischer kenne ich auch schon länger, habe sie bei der Poet-Night lesen gehört und war auch bei ihrer Lesung bei den Wilden Worten. Ihr Buch „Lyreley“ habe ich auch zu Haus. Und Gertraud Klemm habe ich im Februar bei den Textvorstellungen kennengelernt, als sie ihr Buch „Mutter aus Papier“ vorstellte. Jetzt las sie einen Auszug aus „Herzmilch“, der auch in den Textproben abgedruckt ist. Martin Klaus M. Menzinger und Sabine Nikolay habe ich nicht gekannt, wohl aber Judith Pfeifer, die zehn Gedichte las, die schon in verschiedenen Anthologien abgedruckt sind. Beim Erich Fried Symposium 2009 „laut lauter lyrik“ bediente sie den Textautomaten, so habe ich ein Foto mit einem Text von ihr neben meinem Bücherregal hängen und ihre Gedichte sind auch ähnlich beeindruckend, wie die von der in Buenos Aires geborenen Victoria Slavuski, die in New York und in Paris lebte und jetzt in Wien Dichterin und Kulturjournalistin ist, die in Englisch und in Spanisch zu schreiben scheint und drei Gedichte las, die von Evelyn Holloway übersetzt wurden.
Heute gings zur Generalsversammlung, wo ich in der Alten Schmiede einige Kollegen wieder traf und neue Mitglieder kennenlernte, mit Margot Koller ihr neues Buch tauschte und es ein dichtes Tagesprogramm gab. Die Veranstaltungen für das Jahr 2012 wurden diskutiert und darüber gesprochen, daß man sich von den Kollegen nicht zu zu vielen Lesungen einladen lassen darf, bzw. sich von ihnen keine Veranstaltung organisieren lassen soll.

Meine „Mittleren VI“ sind aber problemlos durchgegangen. Jetzt kann ich die Veranstaltung, die ich diesmal mit mit Patricia Brooks, Elisabeth Chovanec, Dine Petrik und Lale Rodgarcia-Dara, die ich noch fragen muß, zu organisieren beginnen.
Am Nachmittag gabs wieder eine rege Diskussion bezüglich der Neuaufnahmen. Es gibt jetzt klare Regeln, daß die Jury jedes Jahr neu bestimmt werden soll und unter anderen haben wir jetzt Raimund Bahr, Rene Freund, Gabi Kreslehner, Carolina Schutti, Johanna Tschautschner, Peter Paul Wipplinger, Valerie Fritsch, Rudolf Kraus, Manuela Kurt, Helga Pregesbauer, Nathaniel Horowitz und Ka Ruhdorfer als neue Mitglieder. Danach gings zum Abendessen ins Gasthaus Pfudl, wo es Fritattensuppe, Gulasch und Sachertorte gab, bzw. ich mir von den Menuvorschlägen aussuchte und mich sehr intensiv mit Andreas Renoldner, Rudi Lasselsberger, Fritz Widhalm, Ilse Kilic und noch einigen anderen unterhielt, mit Rudi Lasselsberger wieder ein Glas Wein trank und beim Nachhauseweg ein Stück gemeinsam mit Stephan Eibl-Erzberg ging, den ich bei meinem Geburtstagsfest in zwei Wochen gemeisam mit Rudi Lasselsberger und E.A. Richter als Lesende erwarten darf, gegangen, der wieder interessantes zu erzählen hatte und einige Gedichte rezitierte.
Und jetzt ein bißchen schlafen bevor es in den Tierpark Ernstbrunn und dann zum Sladky-Fototreff geht. Die Literatur im Nebel lasse ich, wie jedes Jahr aus.
Hier das Generalversammlungsarchiv 2008, 2009 1 2, 2010 1 2

2009-10-24

Ohrenschmaus und GAV-Veranstaltungen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:28

Wieder ein intensiv literarischer Tag, es gibt immer wieder solche, die ich wahrscheinlich brauche, um zehn die Jurysitzung des Literaturpreises für Menschen mit Intellektueller bzw. Lernbehinderung im Parlament, was mir, wie ich bezüglich dem Trojanov Buch diskutierte, der geforderten Sicherheitskontrollen wegen unangenehm ist, mit Eva Singers charmanter Betreuung aber zu machen war. Inzwischen gibt es nur mehr eine Restjury. Nämlich Heinz Janisch und mich. Friedl Hofbauer ist, hörte ich, ausgeschieden, Felix Mitterer übernimmt nur mehr den Ehrenschutz, Kurt Palm war verhindert und Barbara Rett wußte nichts davon, daß die Jurysitzung auf den Vormittag verlegt wurde und hat sich erst zu den Texten gesetzt, als wir uns schon getroffen haben.
Zweiundneunzig Texte waren zu beurteilen, wir hatten sie diesmal nur per Internet, was schwierig war und, daß in den Ausschreibungsbedingungen festgelegt wurde, daß nur mitmachen kann, wer lern-bzw. intellektuell behindert ist, wirkt sich natürlich auf die Art der Texte aus. Ich habe das vorausgesehen und daher auch nichts dagegen, daß sich Leute mit Psychiatrieerfahrung beteiligen. Franz Joseph Huainigg will das aber nicht, obwohl ihm Anton Blitzsteins Texte gut gefallen. So wurde heute diskutiert, den Preis nur mehr alle zwei Jahre zu vergeben und die Jury muß auch aufgestockt werden.
Trotzdem haben wir die Preisträger bald gefunden. Die Preisverleihung wird am ersten Dezember im Museumsquartier sein. Ich darf die Laudatio für den Prosatext halten und das ist auch ein toller Text, für den wir einstimmig waren und die Lebensgeschichte stammt von einer einundachtzigjährigen Frau, die die NS Zeit und ihre Schrecken beschrieben hat. Eine spannende Sache und wichtig, daß es das gibt. Danach gab es den kulturpolitischen Arbeitskreis in der alten Schmiede, den Ruth Aspöck wieder zum Leben erweckt hat.
Reinhardt Badegrubers Krimi „Die erste Geige spielt der Tod“, das Buch das ich mir von dem Schreibwerkstatt Gutschein gekauft habe, ist am Morgen auch gekommen und auf dem Weg zur alten Schmiede, habe ich mir in der Wühlkiste von „Malota“, vier books to go, das sind die literarischen Kurzfassungen, die auch im Literaturcafe beworben werden, um je einen Euro fünfzig gekauft und zwar einen Ingo Schulze, einen Alex Capus, eine Erzählung von Irene Dische und zwei von Uwe Timm.
Literatur ist eben meine Lebensform und das wollte Ruth Aspöck auch von uns wissen. Warum wir schreiben, was wir uns vom Leben und von der GAV erwarten. Am Schluß waren wir zu acht. Ilse Kilic, Erika Kronabitter, Helmuth Schönauer, Magdalena Knapp Menzel, Rolf Schwendter, Ditha Brickwell und ich. Interessant, wenn auch nichts Neues herauskam, den Literaturbetrieb werden wir sicher nicht verändern, aber ein interessantes Gespräch im schönen Rahmen des Schmiedemuseums. Cornelia Travnicek hat das einmal Folterkammer genannt und ein Buch aus der Edition die Donau hinunter, bekamen wir auch zum Geschenk, nämlich das 2004 erschienenen „Was ist Kunst? Diskussion in Permanenz“.
Dann die Lesung der 2008 aufgenommenen Mitglieder, das hat Ruth Aspöck ebenfalls vor ein paar Jahren angeregt, die Generalversammlung mit einer solchen Lesung zu beginnen und die war diesmal sehr dicht, wurden im Vorjahr doch sehr viele neue Mitglieder aufgenommen. So standen fünfundzwanzig im Programm, achtzehn haben gelesen und es war spannend, die neuen Mitglieder kennenzulernen, von denen viele durchaus realistisch schreiben. Gerhad Jaschke hat moderiert, der wohl berühmteste Neuaufgenommene, Clemens J. Setz ließ sich entschuldigen. Beeindruckend die Performance von Martina Sinowatz und Daniela Beuren, besser bekannt unter grauenfruppe, die Ausschnitte aus ihrem Montageroman „Mathilda wird angegavt“ brachten und darin ihre Erlebnisse bezüglich des Siemens Literaturpreises bzw. der GAV-Aufnahme verarbeiteten. Susanne Schneiders „Bambusfamilie“ war beeindruckend, sowie von onophon, das heißt die Darbietungen von Rainer Deutner und Werner Nowacek, aber auch die anderen Texte, Performances, Gedichte und Romanausschnitte und die alte Schmiede mit Mitgliedern vollgefüllt. Nachher gabs Brot und Wein und viele Gespräche. Mit Margot Koller habe oder werde ich ein Buch tauschen, bei Dietmar Füssels Gewinnspiel habe ich schon wieder etwas gewonnen, was er mir morgen bringen wird, mich mit Ruth Aspöck unterhalten und ein bißchen von dem Joe Berger Symposium erzählt, was gut den Unterschied vom gestern zum heute demonstrieren kann. Paul Jaeg, der einen Text von mir wollte, hat mir gemailt, daß er nicht kommen kann, ich habe ihm geantwortet, daß ich ihm die „Krisenwelt“ schicken werde. Bis 2011 werde ich aber sicher nicht warten, so geduldig bin ich nicht. Es tut aber gut zu wissen, vielleicht einen Verlag finden zu können, das hilft meine Bücher in einem anderen Licht zu sehen und besser auszuhalten, daß es Leute gibt, die nicht mit mir sprechen, weil sie mich für schlecht halten, aber die waren nicht da. Ich habe sogar zwei Einladungen für GAV-Veranstaltungen bekommen und als ich nach Hause gekommen bin, hab ich noch den Schluß der Joe Berger Tonspuren gehört.

2019-07-06

Flugschnee

Filed under: Bücher — jancak @ 00:51
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Jetzt kommt das letzte Buch der 2017 dBp-Leseliste, womit ich, wie auch 2015m alle deutschen Buchpreisbücher gelesen habe, 2016 fehlt mir, glaube ich, ein und zwei vom Vorjahr, obwohl mir eines davon noch versprochen wurde, wie es 2019 wird, wird man sehen, ob ich da ein fünftes Buchpreisbloggen mache und wenn wieviele Bücher es werden?

Dieses Buch zwanzig der deutschen 2017 Liste habe ich nicht vom Verlag sondern vom lieben Otto bekommen, als wir ihn zu unseren Jahresanfangsfest, um die große von der Angela und vom Josef bekommene Weinflasche zu leeren, eingeladen haben.

Ein Longlistenbuch, der 1962 in Schwanenstadt geborenen und in München lebenden Birgit Müller-Wieland, deren Namen, ich wahrscheinlich von der GAV kenne und die in großen Verlagen einige Bücher hat.

Bei „Otto Müller“ ist das Buch erschienen und es besticht, dem würde ich mich anschließen, durch eine schöne Sprache, die Schnee- und Steinmetaphern und behandelt eine Familiengeschichte, deren Geheimnisse wieder Mal das gesamte Jahrhundert umfassen und in der es nichts gibt, was in ihr nicht vorkommt.

In zwei Strängen wird erzählt. Die Ich-Erzählerin Lucy, die nach dem Verzehr von Drogenpilzen, fast einen Haussturz hinter sich und ein Schädeltrauma abbekommen hat, die mit ihrem verschwundenen Bruder Simon spricht. Im Dezember passiert das in Berlin, wo sie mit Lisa und Samir in einer WG wohnt und dabei an das denkt, was zwanzig Jahre vorher in Hamburg zu Weihnachten in dem Haus der Großeltern passierte, das sie mit ihren Eltern und dem Bruder immer besuchte.

Der zweite Strang passiert dann in dieser Zeit in Hamburg und da wird abwechselnd von Arnold und Vera, das sind die Eltern und  Helene und Lorenz das sind die Großeltern erzählt.

Eine Urgroßmutter namens Johanna gibt es auch, aber die hat den Krieg nicht überlebt, ist sie doch statt in den Luftschutzkeller wieder nach oben gelaufen, um das Strickzeug zu holen, um die Socken ihres Sohnes weiter zu stricken oder in den Tod, weil sie nicht weiterleben wollte?

Man weiß das nicht so genau, wie auch alles andere, was da in dieser Familie, die von der Großmutterseite von Adeligen abstammt und alle angesehe Berufe haben, passierte, erst nach und nach klar wird.

Vera, die Mutter aus Österreich stammend, ist Bildhauerin von da kommen die Steinmetaphern und hat ohne Arnold zu informieren, das dritte Kind abgetrieben. Arnold, der Vater ist Historiker, Professor an der Uni. Aber er hat Jahre lang auf seine Ganztagsstelle warten müßen, weil ihm immer wieder andere, darunter auch Frauen wegen der Quote oder weil sie ein Techtlmechtl mit den Vorgesetzten hatten, vorgezogen wurde.

Der Großvater Lorenz war Arzt. Die Großmutter Helene war, glaube ich, Lehrerin, wurde aber von einer Demenz erfaßt und die ganze Familie delegiert sich an den zwei gleichen Büchern.

„Die Ästhetik des Widerstands“ von Peter Weiss und eines von einer Karin Boye und ja richtig ein größeres Geheimnis, ein Kind das von einem anderen Vater ist und der Gehörtne, das viel besser, als die Mutter weiß, gibt es auch noch und einen Großonkel, der den eigen Vater an die Gestapo denunizierte und dann im Krieg gefallen ist.

Also etwas, das man schon in vielen Varianten gelesen hat, also nicht wirklich neu ist, aber offenbar so schön geschrieben, das Birgit Müller- Wieland damit auf die Longlist des dBps kam. So experimentell, wie ich es mir eigentlich vorstellte, ist das Buch eigentlich nicht und die beiden Handlungsstränge, so gibt es beispielsweise Anspielungen, das der verschwundene Simon, ein Opfer oder Täter der IS geworden sein könnte und einen Flüchtling in der WG gibt es auch, sind eigentlich recht zusammenhanglos  aneinandergereiht, enthalten aber andeutungsweise wirklich alles, was im letzten Jahrhundert geschehen ist.

Und dazu fällt mir eine Anekdote ein, die eigentlich gar nichts mit dem Buch zu tun hat, die ich aber letzte Woche beim Bücherschrank in der  Josefstädterstraße erlebte. Ich hatte mir dort einige  Bücher herausgenommen und wollte sie, auf der Bank, die es in der Nähe gab und auf der eine Frau saß, einräumen.

„Was gefunden?“, fragte sie und ich gab die Frage zurück.

Sie schüttelte den Kopf, sagte etwas von Sachbüchern und, daß sie keine Romane lesen würde.

„Warum?“, wollte ich wissen.

„Weil ich das alles selbst erlebe!“, antwortete sie mir und war erstaunt, denn so unternehmungslustig sah sie eigentlich nicht aus und ich erlebe ja auch nur einen Bruchbruchteil von dem, was in den Bücher steht, damit sie spannend  genug und Buchpreiswürdig scheinen.

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