Literaturgefluester

2014-11-06

Neuentdeckung Gina Kaus und sechster Nanowrimotag

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:10

Ich bin ja eine, die sich sehr für die Literatur der Zwischenkriegszeit interessiert und auch eine, die die alten Bücher sammelt und so bin ich irgendwann auch auf den Namen Gina Kaus gestoßen, beziehungsweise gab es in der Berggasse in der ich leider schon lange nicht mehr war, eine Veranstaltung, wo ich das erste Mal auf die von 1893-1985 geborene, sehr erfolgreiche österreichische Schriftstellerin der Neunzehnhunderzwanziger bis neunzehnhundertdreißiger Jahre, die dann nach Amerika emigrierte, als Drehbuchautorin arbeitete und 1985 in Los Angeles gestorben ist, aufmerksam wurde.
Damals gab es auch das Gerücht ihre Autobiografie wäre in der Buchhandlung Kupptisch um einen Euro zu bekommen, ich bin hingelaufen, war aber nichts.
Den 1957 bei Bertelsmann erschienene Roman „Teufel in Seide“ habe ich inzwischen im Bücherschrank gefunden und Gina Kaus wird auch wieder aufgelegt.
Der „Metro-Verlag“ hat den am Ende des ersten Weltkrieg spielenden Roman „Die Front des Lebens“ in diesem Jahr wieder aufgelegt und die „Exil Bibliothek“ im Literaturhaus hat das Buch heute präsentiert und spannend eine ganz andere Athmosphäre als in der letzten Woche, wo die alten Männer dominierten, diesmal waren es die jungen Frauen, die sich miteinander unterhielten und einander germanistische Details erzählten.
Zuerst kam aber wieder Ursula Seeber an die Reihe, stellte die Autorin vor, die als Unterhaltungsschriftstellerin rezipiert bzw. inzwischen vergessen wurde.
Sandra Steindl vom Verlag begrüßte und Marlene Streeruwitz hat das Vorwort zum Roman geschrieben, der 1928 in der Arbeiterzeitung in Fortsetzungen erscheint und jetzt als erstes Mal als Buch aufgelegt wurde. Veronika Hofeneder, eine Literaturwissenschaftlerin der Universität Wien hat es Buch herausgegeben und scheint sich offenbar schon sehr lange für Gina Kaus zu interessieren.
Birgit Lehner las aus dem Buch, das kurz vor oder nach Ende des ersten Weltkrieges in einer Hietzinger Villa spielt, wo Frau Renate versucht ihren Lebensstandard aufrechtzuerhalten und ihr Leben trotz Zerfalls der Monarchie weiterzuführen, die Sozialisten sind aber an der Macht, deshalb haben die Reichen vor ihnen Angst und engagieren einen ehemaligen Türsteher eines Erzherzogs, der keine Pension bekommen hat, als Nachtwächter, Sohn Edgar kommt als Oberleuntnant heim und leidet sehr unter dem verlorenen Krieg, seine Schwester Maria wurde auch entwurzelt und hat ihr Kunststudium aufgegeben, bzw. malt sie nicht mehr und in der Diskussion zwischen der Herausgeberin und Christa Gürtler, die inzwischen Geschäftsführerin der Salzburger Leselampe ist, kam heraus, daß die Frauen in dem Buch, die starken Rollen spielen, während die Männer die Verlierer sind.
Die Entwurzelung und die Traumatisierung kam für mich sehr stark heraus und interessant auch und vielleicht ein bißchen verwunderlich, daß ein Roman, der so stark in der Bourgeoisie spielt, in der Arbeiterzeitung erschienen ist.
Die Diskussion war sehr interessant, war ja Adolf Opel da, der sowohl ein Buch über die Bachmann geschrieben hat, als auch Lina Loos Werke herausgibt und Hilde Schmölzer, die sich sehr gut auszukennen scheint und um die Frauen um Karl Kraus, mit dem Gina Kaus befreundet war, forscht und Karl Kraus steht in der Biographie hat der erste Satz „Stiasny gähnt“ sehr gut gefallen und die Biografie der wilden Frau ist auch sehr interessant, so hat jedenfall Eva Bakos, von der ich auch schon ein paar Bücher im Schrank gefunden und gelesen habe, Gina Kaus Halbschwester, Stephanie von Hohenlohe, die mit Adolf Hitler berfreundet war, genannt, bzw. in einem ihrer Bücher sie so beschrieben und es ist sicherlich sehr schade, daß die meisten Kaus Bücher inzwischen vergriffen sind, beziehungsweise wieder aufgelegt werden und ich wunderte mich ein wenig, daß man im Schrank so wenig Kaus-Bücher findet, wenn sie früher eine der meistgelesenen Autorin war.
Joe Lederer, Elisabeth Gürt, Annemarie Selinko, etc sind dort zu finden, von der Kaus fand ich bis jetzt nur das eine Buch, für die Autobiografie, die wieder erwähnt wurde, interessiere ich mich natürlich nach wie vor sehr und bezüglich meines eigenen literarischen Schaffens ist zu vermelden, daß ich wieder sehr erfolgreich war und einige Szenen weitergeschrieben habe. Inzwischen gibt es 24 900 Worte also fast Halbzeit, einundfünzig Seiten beziehungsweise einundzwanzig Szenen und ich schreibe eigentlich sehr locker und entspannt vor mich hin. Meistens setze ich mich ja immer unter Druck, daß der kleine Teufel in mir denkt „Schon wieder nicht gut genug!“
Das denke ich zwar diesmal auch, das ich manchmal Unsinn schreibe, habe aber Spaß daran und versuche, das dann auch zu überhöhen, ist es ja das, was mir angeblich fehlt und mit meinen in der vorigen Woche erarbeiteten Plot bin ich fast zu Ende, das heißt, ich weiß nicht wirklich wie es weitergeht. Die Veronika stirbt wahrscheinlich am Ende und der böse Robert hält vielleicht ihre Hand, wahrscheinlich hört sie zu Essen auf und stirbt mehr oder weniger friedlich vor sich hin. Davon bin ich aber noch sehr weit entfernt und wie ich die anderen fünfundzwanzigtausend Worte schaffe, ist mir vorläufig ein Rätsel.
Allerdings habe ich vor einer Woche auch nicht gewußt, daß ich heute fast die Hälfte habe. Ich werde jetzt auch bald unterbrechen, morgen ist mein Fest und da muß ich wahrscheinlich vorbereiten und herrichten, so daß ich wohl nicht zum Schreiben komme. Dann beginnt die „Literatur im Herbst“ und die „Buch Wien“ und in Ungarn kann ich zwar dann wieder schreiben und nur hoffen, daß es mit der Handlung weitergeht. In den letzten zwei jahren war ich ja immer schon viel früher fertig, im ersten Jahr habe ich nach der „Buch Wien“ wieder mit dem Schreiben angefangen. Jetzt denke ich, daß ich einfach Szene um Szene schreibe, bis ich die fünfzigtausend Worte habe, beziehungsweise der November zu Ende ist umd mich danach um den Rohschliff kümmerere.
Den Ernst Lothar sollte ich mir vielleicht nach Ungarn mitnehmen und noch einmal lesen, denn sonst könnte es passieren, daß ich von der Sterbehilfe sehr weit entfernt bin, denn die Veronika braucht eigentlich keine Hilfe, sie läßt sich nur nicht behandeln und das ist auch sehr interessant.
Inzwischen hat sie es ihrer Tochter gesagt, bzw. die es von ihrem Vater erfahren, trinkt mit Hubert Fabian Tee, besucht ihre demente Schwiegermutter, strickt für den möglicherweise mit Down Syndrom behafteten Moritz, rosa Jäckchen und für die Schwiegermutter einen rosa Elefanten, den diese Roberta nennen will. Sie wird wahrscheinlich die Geburt des kleinen Moritz noch gerade erleben und der ist möglicherweise auch gesund. So weit so what und ich finde es sehr spannend, daß mir das Schreiben so flott gelingt und nur sehr schade, daß ich damit so wenig Aufmerksamkeit finde. Das ist aber wahrscheinlich mein Schicksal und das Besondere an meinem Schreiben und vier Bücher sind heute auch zu mir gekommen, zwei vom „Keiper-Verlag“, die noch auf meine Leseliste müßen und dann die zwei Bücher von der Marlene Streeruwitz, die ich mir von Alfred zum Geburtstag wünschte, womit sich der Bogen zur Gina Kaus wieder schließt.

2009-05-15

Gina Kaus

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:01

Iin den letzten Tagen waren ein paar Kleindetails zu erledigen, ich habe der GAV meinen Veranstaltungsvorschlag für 2010 gemailt.
Die Mittleren – Teil IV, Lesung von Frauen mit Ruth Aspöck, Andrea Stift, Eva Jancak, Susanne Schneider und Cornelia Travnicek, Christa Nebenführ hat mir ja abgesagt, damit ich mir keine Hoffnungen mache, daß sie ihre ästhetischen Kiterien vielleicht doch noch revidiert, wenn sie mich nur oft genug hört. Ich habe mich streng an die Vorlage gehalten, die ich von der letzten GAV-GV im Kopf hatte, 2010 nur mehr eine Veranstaltung pro Person und treue Leser meines Blogs wissen ja, daß ich mich seither sehr mit dieser Frage beschäftigt habe. Natürlich „Tag der Freiheit des Wortes“, aber im Literaturhaus geht es nicht mehr, weil ich da ja keine Kontrolle habe, daß ich die Veranstaltung so machen kann, wie ich will. Natürlich könnte ich Jessica Beer von der Hauptbücherei fragen, aber wenn man immer auf die Nase fällt und den Eindruck hat, daß sich für das was man tut, nicht wirklich jemand interessiert und ohnehin ein bißchen depressv ist, fehlt halt die Kraft, also nur mehr die Frauen Veranstaltung, ein paar Leuten habe ich das auch schon angedeutet.
Magdalena Knapp-Menzel hat mir zurückgemailt, daß sie nicht sicher ist, ob die Beschränkung auch für die großen GAV-Veranstaltungen gilt , sie wird aber Christine Huber fragen und die hat geschrieben, die Beschränkung gilt nur, wenn zuviele Veranstaltungen eingereicht werden und das weiß man noch nicht, aber wenn du mich fragst, ich finde es gut, wenn die Veranstaltung im Sinne der Rotation jemand anderer macht.
Jennifer Witura hat mich zur Feedbackrunde wegen der Margaretner Art eingeladen, die ist am 25. 5, da werde ich in Sizilien sein, also habe ich mein Feedback schriftlich abgegeben, das nächste Mal vielleicht ein Honorar und bitte das Foto mit dem Bezirksvorsteher.
Cornelia Travnicek hat die Aussendung für ihr im August erscheinendes neues Buch „Fütter mich“ gemacht und mir ein Rezensionsexemplar für das Literaturgeflüster versprochen und mit Frau Heidegger bahnt sich ein weiterer Diskurs über das Gratislesen und dem Mist in der Literatur an, das sind ja alles Themen, die mich sehr beschäftigen. Außerdem gabs am Donnerstag eine Veranstaltung im Institut für Wissenschaft und Kunst in der Berggasse 17, das ist gleich neben der berühmten Adresse und das ist eine große Bibliothek und ein kleiner Vortragssaal, wo ich schon im intimen Kreis derselben Stammbesucher die tollsten Symposien und Vorträge über meist nicht mehr sehr bekannte, vergessene Dichterinnen, die in der Nazizeit ins Exil gehen mußten, hörte. Diesmal war Gina Kaus an der Reihe. Ich habe den Namen gekannt und trotzdem wieder verwechselt. Nun ja, ich bin ein bißerl legasthen und habe gedacht, es wäre ein Portrait in dem Buch „Zeitlos“ der Evelyne Polt-Heinzl drinnen, war es aber nicht. Kenne ich ihn halt von woanders und der Vortragsaal war ziemlich leer, als Hildegard Atzinger ihre Diplomarbeit „Gina Kaus -Schriftstellerin und Öffentlichkeit“ vorgestellt hat, eine 1893 geborene Autorin, die in Wien und Berlin gelebt hat und in der Zwischenkriegszeit eine Bestsellerautorin von Unterhaltungsromanen, in der neuen Sachlichkeit, das heißt in einer leicht lesbaren für alle zugänglichen Sprache geschrieben hat. Sie war Kaffeehausliteratin und Besucherin der literarischen Salons und mit Franz Werfel, Karl Kraus, und Robert Musil ect. befreundet. Für eine Novelle hat sie mit vierundzwanzig Jahren den Fontane Preis bekommen, eine Frauenzeitschrift gegründet und dort die Arbeiterfrauen zur Beratung an Ärzte, Anwälte und Psychologen vermittelt. Nach dem Anschluß ist sie in die USA emigiriert, hat dort Filmdrehbücher und ihre Memoiren geschrieben. Inzwischen ist sie vollkommen vergessen, obwohl sie in der Zwischenkriegszeit berühmt war. Eine der anwesenden Damen hat dann noch erzählt, daß man den Memoirenband „Von Wien nach Hollywood“ am Samstag, um einen Euro beim Schottentor kaufen konnte, ein Herr der über Robert Neumann forschte, hatte die passenden Briefe zur Hand und wir standen zu fünft oder sechst noch lang in der Bibliothek bei Rotwein und Kabberkeksen und es war ein interessantes Gespräch über eine vergessene Autorin, die auch auf der Liste der verbotenen Bücher stand, ein intimes Literaturerlebnis.

2018-01-24

Vicki Baums verstreute Feuilletons

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:59
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Nach dem Partisanenworkshop wo wir uns heute neben einer Nachbesprechung des Nadas-Symposiums damit beschäftigt haben, wie die russischen Ausdrücke in der Original Mnacko-Ausgabe aufs Deutsche übersetzt wurden, ist es am Abend doch ins Literaturhaus gegangen.

Ich habe ja am Wochenende darüber geschrieben, daß ich derzeit öfter Abendstunden habe, so daß es sich für die Literatur nicht mehr ausgeht, heute habe ich aber in der Früh, ich glaube im „Leporello“ von einer Vicki Baum Veranstaltung im Literaturhaus gehört und dann ist es sich, nachdem ich doch nicht, wie ich schon fast befürchtete, den sechs Uhr Termin doppelt besetzt hatte, ausgegangen, um dreiviertel sieben hinzufahren, denn ich bin ja nicht gerade eine Viki Baum Spezialistin, habe aber, nachdem in dem Bücherkasten meiner Eltern einige Büchergilde-Gutenberg-Ausgaben von ihr gegeben hat und man auch in den Bücherschränken immer wieder etwas von ihr findet, einges gelesen und im vorigen Jahr auch einen eigenen Vicki-Baum Schwerpunkt machen wollen, der ist dann nur in etwas verkürzter Form passiert, aber einiges ist mir von der 1888 in Wien geborenen, die heute noch dazu ihren einhundertdreißigsten Geburtstag hätte, bekannt.

Sie hat sich als Harvinistin ausbilden lassen, hat dann für ihren ersten Ehemann Kurzgeschichten geschrieben, wie die Literaturwissenschafrtlerin Veronika Hofeneder sowohl im Radio, als auch beim Vortrag sagte und ist dann mit ihrem zweiten Ehemann, einen Dirigenten nach Berlin gegangen. Dort war sie nach ihrem Erfolg mit der Helene Willfuer bei „Ulstein-Redakteurin“ und hat in den zwei Zeitschriften, die der Verlag hatte, über einige Jahrzehnte sehr viele Artikel über Mode, Kosmetik, die neue Frau etcettera geschrieben.

Veronika Hofeneder hat sie gesammelt und bei „Atelier“ unter dem Titel „Makkaroni in der Dämmerung“ heruasgegeben.

Mit Christa Gürtler hat sie diesen Band nun vorgestellt, Birgit Lehner hat einige Texte gelesen und Christa Gürtler und Veronia Hofeneder haben auch einiges aus dem Leben der Autorin, die der neuen Sachlichkeit zuzuordenen ist und sich selber für eine Schriftstellerin zweiter Klasse in ihrer Autobiografie beschrieb erzählt.

1960 ist sie in Amerika gestorben, da hat sie schon auf Englisch geschrieben und einige ihrer Texte handelten auch über die „Sklaven inHollywood“, mit der Filmproduktion hat es bei ihr im Gegensatz zu Gina Kaus mit der sie befreundet war, nicht recht geklappt,und dem Leben in New York.

Die Titelgeschichte handelt von der damals modernen Fotografie, wo sie sehr kritisch beklagte, daß die Leute nicht mehr Lesen sondern nur mehr Bildbände beschauen würde. Dann gab es einen Artiel über die Anforderungen, die an die moderne Frau von 1930 gestellt werden und und…

Sehr interessant, wie sowohl die Herausgeberinnen, als auch Robert Huez, der die Veranstaltung einleitete, meinte und die Leute zum Kaufen des Sammelbandes aufforderte.

Ich habs nichrt getan, mir aber gestern einen Roman von Dorothea Zeeman aus der „Edition Atelier“ um vier Euro gekauft und auf meiner heurigen Leseliste stehen noch „Die goldenen Schuhe“ und das „Hotel Berlin“ würde ich auch gern lesen. Mal sehen ob ich ich das Lesen schaffe, momentan quälte ich mich ja immer noch durch den Joshua Cohen.

2016-09-02

Zum achtzigsten Todestag von Karl Kraus

Bei den „Pfeiffer Kunstprojekten“ immer am 2. im 2. um 20 Uhr in einem Wirtshauskeller in der  Pazmanitengasse bin ich schon im August bei Christian Schwetz gewesen, jetzt gab es  zum achtzigsten Todestag am 12. Juni 1936, da hat er sich viel erspart, eine Collage von Manfred Loydolt und Hilde Schmölzer, die ja ein Buch um die „Frauen um Karl Kraus“ geschrieben hat, das sie mir, glaube ich, mir zum letzten Geburtstag schenkte.

Diesmal war es leerer, als ich das kleine Gasthaus erreichte, die Veranstalter und Werner Grüner sind schon dagesessen, die Akteure probten noch die Aufführung und dann begann die Veranstaltung, die als Mischung zwischen „Letzter Tage der Menschheit“ und Präsentation des Schmölzer Buchs am Programmzettel angekündigt wurde.

Dann war aber alles anders, den Manfred Loydolt, der Sänger erklärte in der Einleitung, daß Kraus nicht nur schwer verständlich wäre, sondern auch viele heitere Seiten hätte und sang ein Offenbach-Chanson, das Kraus übersetzt hat. Ich glaube, er hat auch gesungen und Gedichte hat er auch geschrieben, da las Manfred Loidoldt zwei vor. Dann gabs natürlich einen ausführlichen Lebenslauf und eine längere Passage aus dem Schmölzer-Buch, das ich, ich muß es gestehen, noch nicht gelesen habe, weil ich mich erst mit der Geschwisterliebe um Georg Trakl beschäftigt habe.

Es gab auch noch Aphorismen zum Thema Sprache und ein paar Enthüllung von Sprachverhunzungen oder Stilblüten, die Karl Kraus wohl aus den damaligen Zeitungen hatte und in besseres Deutsch zu übersetzen versuchte, was teilweise heute auch schon etwas antiquarisch klang und auch etwas für meinen kritischen Sprachvermesser wäre, bis es dann zu den „Letzen Tagen der Menschheit“ kam und damit habe ich mich vor zwei Jahren, vor allem durch den Cartoon des „Holzbaum-Verlags“ ja sehr intensiv  beschäftigt, mit dem Marstheater, diesem, wie Manfred Loydoldt betonte unauffünhrbaren Stück, das man besser lesen sollte.

Nun 1974 gab es, glaube ich, eine Hörspielproduktion mit dem Guido Wieland und anderen, inzwischen wahrscheinlich verstrobenen Schauspielern, an die  ich mich noch gut erinnern kann.

Manfred Loydoldt und Hilde Schmölzer brachten drei Szene daraus, die mit der Kriegsberichterstatterin Schalek, dann das Lied des Kaiser Franz Josef, wieder ein Musterstückerl von Manfred Lodoldt, das er allerdings stark verkürzt hat, wie der sagte „Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut!“ und „Mir bleibt nichts erspart“ und ich dachte das wären Originalzitate und dann kam es noch die Szene mit Viktualiäenhändler, der die Kriegszeiten die Preise in die Höhe treibt und Marktkommissär zusammenscheißt.

Ich habe ja vor kurzem ein ähnlich klassisches Stück Literatur bezüglich des ersten Weltkrieges gelesen und habe diesen Abend wirklich als sehr kurzweilig und interessant gefunden.

Jetzt müßte ich noch die „Fackel“ lesen, aber vielleicht sollte ich mit Hilde Schmölzers Frauenrecherche beginnen, oder das Gina Kaus Buch lesen, das auf meinen Stapel liegt.

Dann hatte der Frauenhasser Kraus, wie Hilde Schmölzer erwähnte noch eine Beziehung zu Else Lasker-Schüler und noch zu mir unbekannten Frauen wie Sidonie  Nadherny von Borolin, Annie Kalmar und Mechthilde Lichnovsky.

2016-04-28

Ruth Klüger über Marie von Ebner-Eschenbach

Zum dritten Mal gab es jetzt schon die Stadt-Wien Veranstaltung „Autorinnen feiern Autorinnen“, die Julia Danielczyk, als sie Literaturbeatutfragte wurde, eingeführt hat. Da hält eine Gegewartsautorin einen Vortrag über eine vorstorbrene Kollegin.

Vor zwei Jahren war das zum hundersten Todestag  Marlene Streeruwitz über Bertha von Suttner. Im Vorjahr hat Marlen Schachinger über Betty Paoli gesprochen und heuer wurde Ruth Klüger wahrscheinlich eingeflogen und referierte  zum hundersten Todestag über Maie Ebener von Eschenbach.

Wenn ich da eine Kritik einbringen dürfte, wäre es die, nicht immer, die adeligen Damen zu würdigen.

Wie wäre es mit Else Feldmann, Gina Kaus, Annemarie Selinko, etcetera.

Die Zeiten haben sich geändert und heuer wurde in der Musiksammliung der „Wien Blibiliothek“ ein Ebner von Eschenach  Symposium abgehandelt, der „Residenz-Verlag“ verlegt ihre Werke, Danielea Strigl hat eine Biografie über sie geschrieben und in Ö1 gab es zum Todestag auch einiges zu hören.

Die 1931 geborene Ruth Klüger, die ihre Kindheit in Therienstadt verbringen mußte, dann in die vereinigten Staaten emgrierte, Germanistik studierte und viele Bücher, wie beispielsweise „Frauen lesen anders“ geschrieben hat, hat sich mit dem Werk der 1830 Geborenenen sehr ironisch beschäftigt undmit einem Zitat über Marie Ebner, das die sehr sanftmütig wäre und keiner Fliege etwas zu leide tuen könne, begonnen, so daß sie nachgooglen mußte, ob es nicht noch eine andere Marie Ebner gäbe, denn die Marie Dupsky, die sich in ihrem Werk mit den Armen und Unterdrückten beschäftigt hat, ist eigentlich ganz anders gewesen.

Aber so ist das in der Literaturgeschichte halt und die adelige Dame, die drei Sprachen sprach, Tschechsch, Französisch, Deutsch und erst auf Anraten ihres Gattens Deutsch geschrieben hat, hatte es mit der Anerkennung nicht leicht, aber hochfliegende Pläne.

So wollte sie die beste Dramatikerin werden. Eine inzwischen wiederentdeckte Prosaschriftstellerin ist sie geworden und Franz Grillparzer merkte Ruth Küger an, hätte auch besser getan, statt Dramen wie „Sappho“ mehr Geschichten, wie „Der arme Spielmann“ zu schreiben.

„Das ist meine Meinung“, fügte sie hinzu und hatte schon vorher die drei Texte erwähnt, wo es um „Vergewaltigung“ gegangen ist.

In „Der Erstgeborene“,  wird eine Magd vom Schloßherrn vergewaltigt und tut sich schwer, das daraus entstandene Kind anzuerkennen, während die Anna in „Totenwache“ das sehr wohl tut.

Das dritte Beispiel spielt in adeligen Kreisen und ist „Unsühnbar“, da ist zu diskutieren, ob es sich dabei um Vergewaltigung oder Verführung handelt, merkte Ruth Klüger an und kam zu dem Schluß, das die amerikanischen Gerichte,  ersteres annahmen würden.

Auf diese Art und Weise ging es durch Marie von Ebners Eschenbachs Werke, die gar nicht so sanftmütig waren, denn in das  „Gemeindekind“ hat sie den Schluß nicht obwohl ihr es angeraten wurde, versöhnlicher gemacht und sie hat auch Stellen, mit denen „Thomas Bernhard seine Freude gehabt hätte“, wenn er, was Ruth Kluger bezweifelte, sie gelesen hätte.

Die Tiergeschichten, „Die Spitzin“ und „Krambamuli“, das sehr kitschig verfilmt worden ist, wurden erwähnt Marie Ebner von Eschenbachs Vorliebe für das Reiten und ihre Abscheu für die Jagd und so hat das Publikum, das aus einigen Autoren wie Elisabeth Reichert, Karin Rieck, Gerhard Jaschke, aber auch Christel Fallenstein, die wieder mit ihrem Mann und dem sie betreuenden Studenten bestand, einen genauen Einblick in das Werk der großen adeligen Dame bekommen.

Nachher gab es diesmal Wein, was dem Charakter des Feierns, als das die Veranstaltung ja angekündigt ist,  entsprach und einen Büchertisch, mit den beiden schon gehaltenen Reden, sowie Ruths Klügers Werken und Daniela Strigls Biografie, die auch im Publikum war und von Ruth Klüger erwähnt wurde.

Ruth Klüger ist vor einem Jahr, wie Julia Danielczyk in ihrer Einleitung erwähnte Ehrendoktorin der Universiät Wien geworden, Marie von Ebner-Eschenbach 1900, den Paul Watzlawick Ring hat Ruth Klüger auch bekommen und ihn statt am Finger, um den Hals oder als Brosche getragen und ob sie ihren Vortrag wieder vom E-Book Reader gelesen hat, konnte ich nicht erkennen.

 

2015-02-10

Marlen Schachingers Festrede

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:49

Die 1970 geborene Oberösterreicherin Marlen Schachinger, kenne ich, glaube ich, aus der Zeit, als sie ihr erstes Buch „Morgen, vielleicht“ bei Ruth Aspöck verlegte, das habe ich, glaube ich, mit ihr bei einem Fest für Kurt Neumann getauscht, dann habe ich eine Zeitlang mit ihr in der Frauenlesegruppe des ersten Wiener Lesetheaters gelesen und sie bei den Jour Fixes im Cafe Engländer getroffen.

Ich bin dann dort nicht mehr hin, weil ich ja, weil keine Schauspielerin, nicht so gerne die Texte anderer lese, lieber zuhöre oder selber schreiben und Marlen Schachinger, die damals, glaube ich, unterrichtet hat, hat inzwischen Karriere gemacht.

Einige der Frauen, die ich um das fröhliche Wohnzimmer, um das Lesetheater oder die „Edition Exil“ herum kennengelernt habe, haben das inzwischen, Lisa Spalt und Julia Rabinowich ist das inzwischen gelungen, anderen nicht und Marlen Schachinger hat auch irgendwann beim Klagenfurter Literaturkurs teilgenommen.

Dann habe ich sie einmal bei dieser Leipziger Lesung Hausdurchsuchung oder so in der Hauptbücherei mit einem Tonband getroffen und kurz darauf habe ich bei einer Veranstaltung über Schreibwerkstätten im Literaturhaus erfahren, daß sie eine eigene Schreibakademie hat. In der Zeit des Lesetheaters hat sie einige Bücher bei „Kitab“ etc verlegt und einen Krimi, den mir der Alfred bei einer Lesung in der Hauptbücherei, die sie schon hatte, kaufte und den ich dann für das „Thalia“ oder „Amadeus-Magazin“ besprach, die Rezension ist aber nicht erschienen.

Vor zwei Jahren sind zwei Romane von ihr erschienen, einen „Ihre Werke folgen ihnen nach“, habe ich gelesen, weil er ja auch über den Literaturbetrieb geht, ein Thema, das mich sehr verfolgt, letztes Jahr hat sie in Klagenfurt, glaube ich, eine Bachmannvorlesung gehalten und in der GAV-Jury war sie auch einmal und hat sehr streng bewertet.

Beim Betty Paoli Symposium im Jänner habe ich sie wieder gesehen, zwei Tage später hat mir  Karin Wozonig gemailt, sie würde heuer die „Autorinnen feiern Autorinnen-Vorlesung über Betty Paoly“ am zehnten Februar im Rathaus halten und als ich dann bei ihr nachgegooglet habe, habe ich noch herausbekommen, ihr neuer Roman bei Otto Müller erscheint demnächst. Wow, die einen haben Erfolg, die anderen nicht und der Sinn dieser Frauenvorlesung ist es, glaube ich, auch, vergangene, vielleicht vergessene Autorinnen wieder zu entdecken.

Julia Danielczyk hat diese Reihe eingeführt. Letzten Juni hat Marlene Streeruwitz über Bertha von Suttner gesprochen und nächstes Jahr wird das, wie Julia Danielcyk in ihrer heutigen Einleitung erklärte, Ruth Klüger über Maria Ebner von Eschenbach tun, die da dann einen runden Jahrestag hat.

Da hätte ich gleich einen Einwand, denn es gibt auch andere vergessene Autrinnen, außer den drei genannten Adeligen, Else Feldmann würde mir da einfallen oder wenn die SPÖ schon ein „von“ will, Hermynia zur Mühlen, Grete und Urbanitzky oder Joe Lederer, Gina Kaus, Annemarie Selinko, Elisabeth Freundlich, Alma Johanna König, etc.

Betty Paoly ist aber sicher auch sehr interessant, obwohl sie, wie ich merkte, als ich nach dem Symposium ihren Namen eingab, gar nicht so unbekannt zu sein scheint, wie die Veranstalter meinen.

Gibt es da ja Karin Wozonig, die einen eigenen Blog über sie führt,  ihre Gedichte, sonst vergriffen, sind auch im Netz zu finden.

Ich habe mich auf die Veranstaltung sehr gefreut, freue mich auch auf Marlen Schachingers neues Buch,  und bin gespannt, ob sie vielleicht die nächste „Veza Canetti- Preisträgerin“ wird, aber da gibt es ja noch Judith Gruber Rizy, Angelika Reitzer, Lydia Mischkulnig und hundert andere Frauen und der Stadtsenatssitzungssaal, das ist der mit den Portraits der Bürgermeister, wo die Leute  immer über das Lassnig-Portrait von Helmut Zilk schimpfen und ich darüber mit einer Dame ins Gespräch kam, begann sich  langsam zu füllen.

Hubert Christian Ehalt eröffnete mit einer schönen Rede zu dem schönen Fest, zu dem wir gekommen wären, schade, würde ich da mal unken, daß es dazu nachher kein Brot und keinen Wein, wie bei den MUSA-Veranstaltungen gibt, denn das gehört ja irgendwie zu einem Fest, es gab aber einen wohlgefüllten Büchertisch mit all den Paoli-Biografien und Romanen, die es gibt und Marlene Streeruwitzs Festrede gibt es inzwischen auch schon zu kaufen und eine „Furche-Ausgabe“ mit einem Auszug der Schachinger Rede, die den Titel hatte „Ich war ein Weib und kämpfte wie ein Mann, oh Hoffnung du Scheherezeade“, das ist ein Zitat, bzw. eine Paoli Gedichtzeile und der Schachinger Vorrtag war sehr artifiziel und viel weniger spöttisch geladen, wie der der Frau Streeruwitz, lustig nur der Schachinger Satz, sie würdn in der weiblichen Form sprechen, die Männer wären mitgemeint und dann hüpfte sie vom neunzehnten ins einundzwanzigste Jahrhundert nach vorne und wieder zurück.

Erzählte von ihren Schreib- und Leseerfahrungen vor ihrem Laptop im Computerzeitalter, von einem N. und einen Aufenthalt in einer Therme,  zitierte dazwischen immer wieder Paoli Gedichte, sprach von der Tarockrunde, die die drei Damen Ida, Betty und die Gräfin abgehalten haben, nahm, glaube ich, selber an einer solchen teil und erzählte immer wieder viel von der narrativen Erzählhaltung, schließlich ist Marlen Schachinger  Literaturwissenschaftlerin und Schreibschulenleiterin.

Es war sehr lang und sehr gelehrt und man wird das Buch demnächst, wie Julia Danielczyk erwähnte,  kaufen können und am Ende der Veranstaltung gab es noch, genau wie in der Gesellschaft, ein Musikstück, ein junger Rumäne spielte eine der Paoli-Gedichtvertonungen auf seiner alten Geige, die zur Zeiten der Paoli entstanden ist, so daß es doch sehr festlich war.

Karin Wozonig, habe ich gehört, ist deshalb nach Wien gekommen, ich bin aber nicht mit ihr ins Gespräch gekommen, habe mich stattdessen mit Elfriede Haslehner und Erika Parovsky unterhalten, die die „Anna“ von mir kaufte, um am Ende wieder auf mein Schreiben zurückzukommen oder an den Anfang, denn da hat Hubert Christina  Ehalt ja erwähnt, daß sehr viele Autorinnen mit oder ohne i im Publikum wären.

2014-10-29

Ullstein Roman

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:30

Romane über Verlage, beziehungsweise über den Literaturbetrieb interessieren mich ja immer sehr und, daß da am Dienstag im Literaturhaus ein ganz besonderes Programm angeboten wird, bin ich erst später daraufgekommen.
Zuerst habe ich mir nur die Veranstaltung angestrichen und in meinem Kalender eingetragen.
Aha, eine Buchpräsentation, warum nicht, Bücher sind ja interessant, dann habe ich im „Wochenend-Standard“ von einem bei „Jung und Jung“ erschienenen Atlas gelesen, wo berühmte österreichische Autoren einen Text zu ihrem Lieblingsort geschrieben haben, der ebenfalls am Dienstag in der Hauptbücherei präsentiert wurde. Vielleicht sollte ich dorthin gehen, habe ich gedacht, das Literaturhausprogramm in die Hand gekommen und erst jetzt registriert, daß da erstens ein Roman über das „Ullstein-Verlagsimperium“ präsentiert wird und, daß zweites der Autor, der Wiener Journalist und Schriftsteller Stefan Großmann, schon 1035 gestorben ist und der Roman erst jetzt im „Verlag für Berlin Brandenburg“ erschienen ist.
Also eigentlich eine Sensation und eine Veranstaltung der „Exil-Bibliothek“.
Das Sten Nadolny vor ungefähr zehn Jahren einen „Ullstein-Roman“ herausgegeben hat, war mir bekannt, habe ich ihn daraus doch in Leipzig einmal lesen gehört.
Also erst einmal über den 1985 geborenen Autor nachgegooglet und dann, nach dem ich am Nachmittag mein „Schutzengelchen“ beendet und alles schon für den „Nanowrimo“ vorbereitet habe, hingegangen.
Ursula Seeber leitete ein und stellte vor und vier ältere Herren am Podium bzw. in der für sie reservierten ersten Reihe. Der Herausgeber Erhard Schütz hat an der Humboldt Universität gelehrt und erzählte zuerst kurz etwas über Stefan Großmann, der aus einer verarmten jüdischen Familie stammte, ein radikaler Sozialist wurde, nach Berlin ging, wo dann allmählich die Nazis kamen, ein paar Bücher schrieb und eine Zeitschrift, das „Das Tage Buch“ gründete. 1933 mußte er sehr krank nach Wien flüchten, wo er den Ullstein-Roman „Wir können warten“ schrieb, aber nicht wirklich vollendete und auch nicht veröffnetlichen konnte.
Das hat jetzt Erhard Schütz für ihn getan und Alexander Strobele hat daraus gelesen.
Es beginnt 1928 und zeigt, was bis zur Machtübernahme mit dem Verlagsimperium geschah, das von fünf Brüdern gleitet wurde, die untereinander zerstritten waren und gegen den ältesten Bruder, der eine junge Frau, ein Fräulein Doktor, heiraten wollte, intrigierten.
Es ist ein Schlüßelroman, das heißt es gibt sechs Brüder, ansonsten blieb aber alles ziemlich gleich und war auch sehr spannend, wie ein Pastor im Verlag anheuern wollte, auf die Strümpfe der jungen Frau starrte und der sechzigjährige Fritz schon fast als senil erklärte wurde.
Es gibt noch eine zweite Liebesgeschichte, zwischen einem guten Deutschen und einer jüdischen Sekretärin, die sich aufeinander zu warten versprechen, bis der Spuk, der dann ja sehr lange gedauert hat, vorbei war. Daran knüpfte sich eine Diskussion mit dem Herausgeber, Murray Hall und Hermann Schlösser, die ein bißchen was zum Verlagsimperium erklärten.
Der Verlag hat auch Schnittmuster und Zeitungen herausgegeben, bei den Büchern Vicky Baum gefördert und herausgebracht.
Ihr erster Roman war die „Stud. chem. Helene Wilführ“, der zweite dann schon „Menschen im Hotel“, das mit der Garbo verfilmt wurde.
Ursula Seeber erwähnte dann, daß in der letzten Zeit vieles wieder aufgelegt wurde, so zum Beispiel Gina Kaus, die nächste Woche im Literaturhaus vorgestellt wird oder Lili Grün, die bei der „Hot List der Independent Verlage“ gewonnen hat.
Nachher gab es wieder Wein und ich bin mit Ilier Ferrir ins Gespräch gekommen, der bei der Edition Atelier verlegt, die, wie er mir erklärte auch eine Biografie von Stefan Grossmann herausgebracht hat.

2014-05-22

Hilde Spiels Rückkehr nach Wien

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:50

Über Hilde Spiel, die „Grande Dame der österreichischen Literatur“ habe ich ja schon öfter geschrieben, da sie 2011 ihren hundertersten Geburtstag hatte, zu diesem Anlaß ein Buch bei Haymon erschienen ist und eines von dem Grand Signeur MRR habe ich mal aus einer Abverkaufskiste gezogen. Dann ein Buch von ihr im Schrank gefunden und zu der Grundbuchveranstaltung in die „Alte Schmiede“ bin ich auch gegangen, während ich noch warte „Kathi auf der Brücke“ oder vielleicht noch anderes von ihr zu finden, hat „Milena“, wie schade, daß die jetzt auch Männer verlegen, ihre „Rückkehr nach Wien“ wieder aufgelegt und die „Frauen lesen Frauen Gruppe“ hat im Amerlinghaus daraus gelesen.
An diesem heißen Tag, wo ich nach dem GFM-Seminar im AKH und der anschließenden Bücherkastentour, wo ich einen Jakob Wassermann und Gina Kaus „Teufel in Seide“ gefunden habe, sehr erschöpft gewesen bin, mich aber auf die Lesung auch sehr freute.
Judith Gruber-Rizy, Heidi Hagl, die die Texte zusammengestellt hat, Angelika Raubek, Gabriele Schmolll und Hilde Schmölzer haben gelesen und unter den Zuhörern war Susanne Schneider, Hans Jörg Liebscher, Elfriede Haslehner mit ihrem Franz und und und.
Es war eigentlich sehr voll. Heidi Hagl begrüßte und dann wurde das Vorwort von Daniela Striegl, die das von der „Grande Dame“ erwähnte gelesen.
Die 191 in Wien geborene Hilde Spiel, die schon 1936 nach London gegangen ist, dort Peter de Mendelsohn heiratete und ihr Kind, bzw. Kinder bekam, ist im Jänner 1946 im Auftraq und in britischer Uniform für sechs Wochen nach Wien gekommen, hat ein Tagebuch darüber geschrieben und das ist sehr interessant, weil es das zerbombte, zerstörte Nachkriegs-Wien schildert und die Hausmeister bzw. die Kellner im Cafe Herrenhof, die alle Zurückgekehrten mit „Jessasna Herr, Frau Doktor, Sie haben es so schön gehabt im Ausland, während wir hier in Wien sehr unter den Bombardierungen gelitten haben“, begrüßten.
Andreas Pittler hat in seiner neuen Bronstein-Folge ja etwas ganz Ähnliches beschrieben.
Interessant, ob ihm das selber eingefallen ist oder ob er sich von Hilde Spiel inspirieren ließ?
Aber im „Herrn Karl“ kann man wahrscheinlich etwas Ähnliches lesen.
Hilde Spiel kommt jedenfalls mit dem Flugzeug in Schwechat an, fährt dann mit dem Bus durch den dritten Bezirk, wo sie einmal gewohnt hat und in Heiligenstadt hat sie auch einmal gelebt, bzw. ist sie dort aufgewachsen. Sie besucht ihre ehemaligen Wohnungen und das Cafe Herrenhof, trifft alte Freunde, die es sich arrangiert haben und jetzt Kompott und Fischkonserven in ihrem Zimmer horten. Besucht auch eine Pressekonferenz des Bundeskanzlers, beziehungsweise geht sie ins Rathaus, um den Kulturstadtrat Viktor Matejka zu besuchen, der in Aufbruchstimmung ist, denn das Kulturleben muß ja wieder aufgebaut werden, die Künstler mit Stipendien unterstützt, Konzerte veranstaltet, VHS-Kurse eingerichtet, etc.
Nach sechs Wochen fliegt sie wieder nach England zurück, um 1963 endgültig nach Wien zurückzukehren, wo sie 1990 gestorben ist.
Nach der Lesung gab es wieder Wein und Wasser, was zum Knabbern und Gespräche.
Hilde Schmölzer wies auf ihre Lesung morgen im Literaturhaus hin, aber da ist ja auch „Rund um die Burg“ und am 25. Juni gibt es im Bezirksmuseum Mariahilf zum hundersten Todestag von Berta von Suttner eine Lesung aus „Die Waffen nieder“ von den Lesefrauen.
Sehr interessant und spannend und ich beschäftige mich derzeit ja mit Lutz Holzingers Texten zur Politik und Literatur, die ich mir von der KritLit mitgebracht habe und am 27. Juni werde ich im „Werkl im Goethehof“ aus meinen gesammelten Werken lesen und bin schon sehr gespannt, ob da Leser zu mir kommen.

2014-05-14

Gespräch über Hugo Bettauer

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:42

Hugo Bettauer der 1872 in Baden bei Wien geborene und 1925 von einem illegalen Nazi erschossene Journalist und Kolportageautor, dessen „Freudlose Gasse“ mit Marlene Dietrich verfilmt worden ist, bin ich in den späten Siebziger- frühen Achtzigerjahren das erste Mal begegnet, als „Hannibal“ eine gelbe Cassette mit Romane herausgegeben hat, die ich begierig gelesen habe, obwohl ich die Zeitgeschichte sicher noch nicht so genau, wie jetzt verstanden habe „Die Stadt ohne Juden“, „Hemmungslos“, „Kampf um die Stadt“, etc.
Die Bücher stehen in Harland und sollten sicher noch einmal gelesen werden, aber wann, habe ich ja für meine Liste mit dem Ungelesenen kaum Zeit und der „Milena-Verlag“ von dem ich es ja noch immer schade finde, daß er inzwischen auch Männer verlegt, hat eine eigene Reihe, wo er Otto Basil, Rudolf Brunngraber und eben auch Hugo Bettauer wieder bringt, was sicher sehr verdienstvoll und interessant ist, allerdings gebe es auch Frauen wie Joe Lederer, Gina Kaus, Annemarie Selinko, Lina Loos, Adrenne Thomas etc zu entdecken. Hilde Spiel wurde schon entdeckt und Else Feldmann noch vom reinen Frauenverlag gebracht.
„Den Kampf um Wien“, „Die freudlose Gasse“ und „Hemmungslos“ wurden schon verlegt und jetzt auch „Der Herr auf der Galgenleiter und 7 Geschichten aus dem Alltag“ und in der Hauptbücher von Murray G. Hall, der ein Bettauer-Spezialist zu sein scheint und Peter Zimmermann vom „Ex Libris“ vorgestellt.
Eigentlich habe ich ja zum Eröffnungsabend des Horvath-Symposiums in die „Gesellschaft für Literatur“ gehen wollen, dann aber umdisponiert.
Hugo Bettauer wurde 1925 von Otto Rothstock erschossen, ich glaube, ich habe darüber auch ein Buch in Harland, der nach zweiundzwanzig Monaten wieder freigelassen wurde und es darüber ein ORF-Interview gibt, wie der einleitende Mann von der Hauptbücherei erwähnte.
Dann erzählten die beiden Herren ein bißchen etwas über das Leben und Peter Zimmermann begann aus dem Roman zu lesen, der von einem jungen Mann handelt, der aus dem Krieg heimkommt, eine Erbschaft macht, spekuliert, gewinnt und dann von einem Tag auf den anderen sein Geld verliert. Von diesem Tag handelt der Roman, wo er durch Wien geht, seine Eleganz verliert und ein Verbrechen nach dem anderen plant, um wieder zu Geld zu kommen, die aber alle nicht gelingen.
Der Germanist Murray G. Hall erzählte, daß er sich schon in den Siebzigerjahren mit Bettauer beschäftigen wollte, die Uni das aber, weil nicht literarisch, nicht zuließ. Peter Zimmermann erzählte, daß es bei Johannes Mario Simmel ähnlich war. Große Auflagen, aber von der Literaturwissenschaft verfemt, was sich erst in den letzten Jahren etwas änderte.
In den Kanon ist Bettauer nicht gekommen, aber sicher mehr gelesen als Musil, Broch und wie die anderen Götter der Zwischenkriegszeit heißen.
Jetzt wird er offenbar auch sehr aufgelegt. So sagte mir die Verlagsfrau, als ich nach der „Stadt ohne Juden“ fragte, daß da ein anderer Verlag kurz zuvor gekommen sei und die Auflage, die ich zu Hause habe, meinte sie, wäre fehlerhaft und es würden wichtige Teile fehlen.
Also Leute Bettauer lesen und für die Leute vom Verlag, es gibt auch große Frauen, die man vielleicht wieder entdecken könnte, ohne, daß der Verlag gleich eingeht.
In Deutschland gibt es, glaube ich, einen Verlag, der nur Frauen verlegt und das vor kurzem auch mit Gina Kaus so machte.

2014-04-03

Verlagsprogramme

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:28

Buzzaldrin, einer meiner momentanen Lieblingsblogs oder der, bei dem ich derzeit am meisten kommentiere, hat sich im letzten Artikel, mit der „edition fünf“, einem kleinen Verlag, der es sich zur Aufgabe machte, im Jahr nur fünf Bücher und die ausschließlich von Frauen und da zum Beispiel Neu-oder Wiederauflagen von Sylvia Plath, Gina Kaus, Irmgard Keun zu verlegen, beschäftigt, ein Verlag an dessen Bücher ich vermutlich nicht komme werde, obwohl mich das Kaus-Buch sehr interessiert,ich in den Siebziger-oder Achtzigerjahren als sie wiederaufgelegt wurde, Irmgard Keun sehr interessierte und ich Marlin Schwerdtfegers „Cafe Saratoga“ in einer „Kiwi-Ausgabe“ vor kurzem im Bücherschrank fand.
Ich erwähne das, weil so ungefähr das erste, was ich hörte, als ich, um eine dreiviertel Stunde verspätet, weil ich noch eine Stunde und dann noch einen Antrag zu schreiben hatte, die Gesellschaft für Literatur erreichte, wo der „Kyrene-Verlag“ mit einem Buffet sein zehnjähriges Bestehen feierte, wir, daß der Verlag nicht mehr als zehn Bücher im Jahr macht und es dann drei oder vier sind, die gut gehen, die anderen sind möglicherweise literarisch wertvoller, aber das muß sein.
Manfred Müller hat sich gerade mit dem Innsbrucker-Verleger Martin Kolosz über die „Erfahrungen des Büchermachens und dessen Ausblick in die Zukunft unterhalten“ und vom „Kyrene-Verlag“ habe ich auch schon was gehört.
Wo genau, weiß ich jetzt gar nicht, vielleicht war es in der „Alten Schmiede“ und eigentlich habe ich, wegen meiner sechs Uhr Stunde auch gar nicht zu der Veranstaltung gehen wollen, beziehungsweise wäre ich gerne in die Hauptbücherei gegangen, wo „Jung und Jung“ das neue Buch von Lorenz Langenegger vorstellte, dessen erstes ja noch auf meiner Bücherliste steht.
Aber das hätte ich zeitlich noch weniger geschafft, so dachte, gehe ich zum Buffet und habe dann noch alle Lesungen mitgekommen und die waren sehr gemischt, denn das Verlagsprogramm scheint auch ein sehr vielfältiges zu sein.
„Gibt es Bestseller?“, fragte Manfred Müller.
Gibt es und zwar von einer Frau, die über Sex zu schreiben scheint, das verkauft sich gut und trägt dann einige andere Bücher, die sich sonst nicht verlegen hätten lassen. Diese Frau war nicht da und so hat Helmuth Schönauer mit seiner Lesung begonnen und der ist ja ein literarisches Urgestein und ich bin drauf gekommen, daß ich ihn eigentlich eher selten bei einer Lesung, beziehungsweise schon lange nicht bei einer solchen hörte, früher bei den GAV-Massenlesungen vielleicht, ihn aber bei den GAV-GV und IG Veranstaltungen regelmäßig sehe.
1953 in Innsbruck geboren und als dort als Bibliothekar lebend, einer der sehr viele Bücher rezensiert, von mir hat er das auch schon bei einigen getan und wird das jetzt auch beim „Literaturgefluester-Texte-Buch“ wieder tun.
„Wenn man ins Internet schaut, dann stößt man auf ihn!“, moderierte auch Manfred Müller und Bücher hat er auch sehr viele geschrieben. Mich hat er, beziehungsweise die IG-Tirol, ja einmal, ich glaube, es war 1992 zu einer Lesung in eine Innsbrucker-Buchhandlung eingeladen. An einem Rosenmontag, da waren außer den IG-Leuten und den Buchhändler keine anderen Leute da.
Er ist aber auch einer der ersten „Kyrene-Hausautoren“, jetzt stellte er ein Poem „Der Mitterweg ist aussichtslos“ vor und erzählte vorher in seiner unnachamlichen Art sehr viel über den Literaturbetrieb, der aus drei Säulen, den Buchhandel, die Germanisten und die Bibliotheken bestehen. Der Buchhandel vertreibt nur Bestseller, die Germanisten vertreten sich selbst und die Biblitheken bewahren.
Dann kam ein kleines Stück Lesung und dann folgte Marlene Schwarz, die als die Schwester des berühmten Autors Herbert Rosendorfers vorgestellt wurde. Von dem habe ich zwar noch nicht sehr viel gelesen, habe aber eines seiner Bücher auf meiner Leseliste und der Verleger erzählte im Gespräch, daß er eigentlich nur den Bruder verlegen wollte, aber der sprach immer von seiner Schwester, dann hat er sich die Bücher angesehen und war begeistert.
Autobiografische Texte vom der Omama und vom Opapa und der Tante, die eine Gräfin sowieso war, beziehungsweise eine Erzieherin, die einen Aristrokraten heiraten hätte können, aber lieber kleine Grafen beim Tanzen unterrichtete und sich auf diese Art und Weise einen Oberschenkelhalsbruch zuzog, an dem sie dann verstarb.
„Ein Stück K u K Österreich!“, sagte zu Beginn, die 1940 in München geborene Dame und las dann von einem Onkel, der in St. Pölten tätig war, wo sie sich immer wunderte, welcher Heilige Pölten hieß. Es ist natürlich der heilige Hìppolyt, wie man weiß, wenn man einmal eine Führung beim Bürgermeister Stadler oder Robert Eglhofer mitmachte.
Der dritte Leser war dann der berühmteste, nämlich Franzobel mit einem Opernlibretto, bwz. Lesetext, wie es der Verleger nannte.
„Fadinger oder die Revolution der Hutmacher“, ein Stück, das jetzt in Linz zu sehen und zu hören ist. Der Meister las ein Stück daraus und dann gab es, wie schon beschrieben, das Buffet, das heißt, ein paar Brötchen und was zu trinken. Ich habe mich mit dem Übersetzer György Buda unterhalten und ihn nach der politischen Lage Ungarns bzw. gefragt, was ich lesen soll, wenn ich wieder nach Ungarn fahre.
Er hat mir den „Nischen-Verlag“ empfohlen. Dann habe ich noch mit Helmuth Schönauer und Manfred Müller geredet und letzteren wieder nach den Chancen gefragt, in der Gesellschaft zum Beispiel das „Literaturgeflüster“ zu präsentieren? Aber das geht leider noch immer nicht und ist völlig ausgeschlossen, obwohl sich ja inzwsichen einiges geändert haben sollte und behzüglich der Rezensionsexemplarfront ist zu berichten, daß das neue Stabauer-Buch, das im April im „Andino“ vorgestellt wird, ist zu mir gekommen ist und der neue Lorenz Langenegger soll auch noch kommen, was mich allmählich in Lesestreß bringen wird, wenn ich mein 2014 Programm so einigermaßen schaffen will, aber natürlich schön ist und mich sehr freut. Einige andere Neuerscheinungen habe ich inzwischen auch angefragt und kurz darüber nachgedacht, ob ich mir bei der Anna Jeller nicht doch das neue Buch der Theodora Bauer, der Katja Petrowskaya, des Sasa Stanisic und des Lukas Bärfuß kaufen soll.
Etwas Trauriges ist auch noch zu berichten, Urs Widmer, von dem ich auch einige Bücher auf meiner Leseliste habe und den ich einige Male in der „Alten Schmiede“ hörte ist gestorben. „Im Kongo“ und „Liebesnacht“ habe ich zu lesen. „Herr Adamson“ von dem ich einmal auf einem Frankfurter-Buchmessensurfing hörte, würde ich gerne finden.

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