Literaturgefluester

2011-04-26

Howl

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:06

„Howl“ ist das bekannteste Gedicht des 1926 geborenen und 1997 gestorbenen Allen Ginsberg, den Begründer oder wichtigsten Vertreter der Beatgeneration und ein 2010 in den USA entstandener Film von Robert Epstein und Jeffrey Friedman, der derzeit im Schikanederkino zu sehen ist.
Wenn ich ehrlich bin, muß ich zugeben, daß die Beatgeneration also Allen Ginsberg, Jack Kerouac, William S.Burroughs, etc, ein bißchen an mir vorbeigegangen ist, bzw. habe ich, glaube ich, durch sie erst von Christian Ide Hintze bei seinen Präsentationen der Schule für Dichtung bzw. in Ö1 gehört, das Kulturquiz fragt manchmal danach und ach ja, das sind die in Amerika der Fünfziger- und Sechzigerjahre, sex und drugs etc..
Im Deutschunterricht in der Hauptschule und in der Straßergasse habe ich sicher nichts davon gehört und später war für mich die Wiener Gruppe schon irgendwie exotisch, da ich ja eine realistische Autorin bin und auch ein bißchen zu jung für 1968, denn da war ich erst fünfzehn und sehr unpolitisch, kam das eben über Ö1 und Ernst Jandl zu mir, denn da war ich ja im Jänner im Wien-Museum und habe Allen Ginsberg bei diesem berühmten Auftritt in der Royal Albert Hall gesehen.
Ich war aber vor einigen Wochen mit Alfred im Kino und habe da in der Stadtkino-Zeitung den Artikel über diesen Film gesehen und als wir vor einer Woche am Schikanederkino vorbeigegangen sind, ist der Alfred daraufgekommen, daß es den Film am Ostermontag spielt. Deshalb sind wir auch ein bißchen früher aus Harland zurückgekommen, der Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters, der diesmal wieder durch (einen anderen Teil) des vierten Bezirk führte, hätte noch früher angefangen. Da mich aber niemand eingeladen hat mitzulesen und ich mich nicht dafür gemeldet habe, ist auch das an mir vorbeigegangen. Ich begnüge mich also darauf hinzuweisen, bzw. mit dem Archiv der letzten Jahre, denn da ging es 2009 durch den fünften und 2010 durch den vierten Bezirk und bei beiden habe ich gelesen, bzw. ein bißchen mitorganisiert.
Von dem Gedicht „Howl“ zu Deutsch „Das Geheul“, das Allen Ginsberg das erste Mal im Oktober 1955 öffentlich in San Fransico vorgetragen hat, habe ich auch noch nichts gehört, wenn man aber ins Internet schaut, stolpert man förmlich über die youtube Filme und kann sich das Gedicht von dem alten, dem jungen Allen Ginsberg etc vortragen lassen. Das Gedicht ist Carl Solomon gewidmet, den Ginsberg in einer psychiatrischen Klinik kennengelernt hat, es ist sehr lang, besteht aus drei Teilen und einer Fußnote in der das Wort heilig auf die ganze Menschheit angewandt wird und dem Ganzen sozusagen ein optimistisches Ende gibt, trotzdem beschlagte die Polizei 1957 die fünfhundertzwanzig Exemplare des Buches in dem es erschienen war und klagte den Verleger an, weil es vor allem mit der Zeile „die sich in den Arsch ficken ließen von heiligen Motorradfahrern und vor Freude schrien“ als obszön galt.
Der Film zeigt nun diese Gerichtsverhandlung, es zeigt auch den jungen Allen Ginsberg im schwarzen Anzug, weißen Hemd und großer Brille, wie er vor andächtig lauschenden Zuhörern selbst andächtig dreinschauend das Gedicht vorträgt und läßt einen bärtigen Allen Ginsberg über das Gedicht sprechen und aus seinem Leben erzählen. Er war in der Psychiatrie und die Mutter, eine Kommunistin ist dort gestorben, vor allem wird das Gedicht auch performt und in einer Animationssequenz illustriert, was den Film sehr spannend macht.
„Der Film wird selbst zum Gedicht. Aber eben nicht nur. Er liefert zugleich auch Entstehungsgeschichte, Interpretation, Rezeption und den Verfasserkommentar“, schreibt die Berliner Morgenpost.
Am Ende entscheidet das Gericht, das Gedicht ist nicht obszön, denn ein Dichter darf solches empfinden, ausdrücken und beschreiben und es war wirklich spannend, wie das dargestellt wurde. Da waren die konservativen älteren Herren, die Richter, die Staatsanwälte, der engagierte Verteidiger, auch er im Anzug und dann wurden die Literaturexperten vorgeladen, drei Professoren und eine Frau im Stil der Fünfzigerjahre gekleidet und gefragt, ob das und was Literatur ist?
„Die Form!“ war immer die Antwort. Da fällt einer, der Herr Beckmesser ein, der in seinem Kabhäuschen sitzt und vor Freude aufjauchzt und einen Strich auf die Tafel macht, wenn der junge Künstler sich an der Form vergreift, weil die Regeln ja alles sind und im literaturcafe.de wurden die Autoren, die ihre Werke Amazon als E-Book anbieten wollen, gerade erst belehrt, daß sie ja auf die Rechtsschreibung achten sollen, weil es nicht nur auf den schönen Inhalt ankommt.
In den Neunzehnhundertfünfziger- und Sechzigerjahren war da eine Generation, die durch den Krieg und den Holocaust hervorgegangen ist, Vietnam klopfte irgendwann auch an, traumatisiert war, aber ihre Homosexualität und auch die Drogen entdeckte, sich frei schrieb und letztlich auch freigesprochen wurde…
Um auf Ernst Jandl zurückzukommen, die Wiener Gruppe hat sicher auch davon profitiert. Wenn man heute schreiben will, wird man sich vielleicht bei der Hochschule für Sprachkunst bewerben und wenn man Glück hat, werden fünfzehn von dreihundert ausgesucht, aber das sind schon wieder andere Zeiten, die des Neoliberalismus und des nicht mehr freien Hochschulzugangs nämlich. Die Schule für Dichtung bezieht sich aber sehr auf die Beatgeneration und wenn man sich die Videos mit dem jungen Allen Ginsberg ansieht, fallen gleich die Poetry Slamer ein. Die sind zwar anders angezogen und haben wahrscheinlich nicht mit einem Prozeß zu rechnen, ihre Inhalte sind aber oft ähnlich sozialkritisch, anklagend und revolutionär…
Es war also ein sehr spannender Film, Alfred meinte zwar, er hätte ihn ein bißchen depressiv gemacht, ich habe dagegen einiges über die Beatgeneration gelernt, auch wenn ich bei meiner Sprache, meinem Realismus und auch bei meinen Rechtschreibfehlern bleiben werde, denn das ist, behaupte ich einmal und habe ich mir das in den frühen Siebzigerjahren in der Straßergasse gedacht, das Revolutionäre an mir…

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2016-03-29

Rudi Lasselsberger am Ostermontag

Rabouge

Rabouge

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Am Ostermontag hat es ja immer den Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters durch alle Bezirke Wiens mit Stationen, an den Orten, wo Dichter gewohnt oder gearbeitet haben, gegeben.

Ein paar Mal sind wir mitgegangen. Das erste Mal durch den dritten Bezirk, als mich Werner Grüner einlud, meine Ostereiergeschichte zu lesen.

Dann ging es durch den achten Bezirk, da kann ich mich erinnern, daß es sehr kalt gewesen ist und 2009 die Ostern, wo Elfriede Gerstl in der Karwoche gestorben ist, durch den fünften Bezirk.

Da habe ich sehr viel gelesen, meine Jura Soyfa Geschichte und dann glaube ich auch Texte von Paul Wimmer, der ja in der Krongasse gelebt hat und etwas von Elfriede Gerstl zum Nachruf.

Im vierten Bezirk hat es auch einen Osterspaziergang gegeben und 2007 hat Ruths Osterkarawane beim Osterspaziergang in einem Theater in der Burggasse begonnen.

Dann waren wir noch im Neulerchenfeld und dann ist Rolf Schwendter gestorben und jetzt gibt es ihm, glaube ich nicht mehr, wie mir die Ruth erzählte.

Aber einige Male sind wir aus Harland, wo wir ja die Ostern immer verbringen, nicht extra nach Wien zurückgefahren und einmal sind wir statt zum Spaziergang ins Kino gegangen und haben das „Geheul“ gesehen und heuer hat mich am Gründonnerstag eine Einladung, des lieben Rudi erreicht, daß er am Ostermontag mit der Musikgruppe „Rabouge“ im „Siebenstern“ auftritt, beziehungsweise hat ihn diese Gruppe, die dort einmal im Monat spielt und immer einen Literaten dazu hat, dazu eingeladen und weil ich jetzt  schon länger nicht mehr bei Lesungen war und Dienstag und Mittwoch Abendstunden haben werde, sind wir dort hingegangen.

Alfred Bäck

Alfred Bäck

Andrea Fraenzel

Andrea Fraenzel

Georg Greif

Georg Greif

Lilo Lengl

Lilo Lengl

Der Rudi hat uns gleich in einem Papst Franziskus Leiberl, das er sich 2014, aus Rom mitgebracht im „Siebenstern“, in das ich ja meistens nur zur „Poet Night“ komme, die „Volksstimme-Anthologie Präsentationen“ haben auch manchmal dort stattgefunden und die „Kremayr und Schiau-Verlagsparty“, komme, erwartet.

Christian Katt ist dann noch aufgetaucht und in dem Lesesaal ist schon Christian Schreibmüller, in einem der bequemen Lesesessel, gesessen.

Der Bandleiter hat den Rudi vorgestellt, der ja 1956 in Nö geboren wurde und in St. Leonhard am Forst aufgewachsen ist, ich habe den Rudi 1987 in Linz kennengelernt, als er dort Stadtschreiber war und ich bei der Schreibwerkstatt anläßlich des“ Max von der Grün Preises“, den ich ja leider nie gewonnen habe, eingeladen war.

Seither habe ich einige seiner Bücher gelesen, ihn zu meinen Geburtstagsfesten eingeladen und mit ihm auch im „El Speta“ und anderswo gelesen.

Rudi, der Aktionist, der manchmal Mozartkugeln durch die Runden schmeißt oder, wie jetzt vor der Lesung sein Leiberl öffentlich wechset und das mit dem Bandprogramm angezogen hat.

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Der Rudi ist, wie die Band links von der Mitte, hat der Leiter ihn noch vorgestellt und das Cafe Siebenstern ist das ja auch und so hat der Rudi auch sehr sozialkritisch begonnen und seine Texte sind dann bald, wie bei ihm üblich, um das Scheißen beziehungsweise Klo gegen gegangen, beziehungsweise haben sie mit seinen Schreigedichten geendet.

„Was schreist denn so!“

Richtig beim Volksstimmmefest lesen wir auch immer gemeinsam und da habe ich seine Schreie schon gehört, die anderen Texte waren neu und von einer Linzer KPÖ-Zeitschrift, wo der Rudi eine Kolumne hat, hat es auch ein paar  gegeben.

Dazwischen spielte und sang „Rabouge“ auch sehr sozialkritische Lieder im Wiener Dialekt. Es hat eine Pause gegeben, wo das Körberl umgegangen ist, CDs und Rudis Bücher verkauft wurden und so hat der Ostermontag einmal anders geendet.

Aber Christan Katt ist auch, sowohl beim Osterspaziergang, als bei der Poet Night aufgetreten uind einen holländischen Fan hat die Gruppe auch gehabt und einen Dichter, der sich gleich zu einer Lesung anmeldete.

Das nächste Mal wird ein ehemaliger Fußballer lesen. Mieze Medusa  und Richard Weihs haben glaube ich schon gelesen, während Markus Köhle noch daran kommen wird.

2012-11-24

Rock`n` Roll des Herzens

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:56

111 Gedichte von Josef K. Uhl, bei einem Dicht-Fest das erste Mal gehört und dann mit Josef K Uhl auch in Salzburg gelesen, da habe ich mit ihm Buch getauscht, so daß dich den „Rock` n`Roll“ „Liebe Eva, ein Teil meines Lebens?“, steht in der Widmung jetzt besprechen und mich dem Gedicht, das ja anderswo sein zwanzigjähriges Bestehen feiert und sich dafür Abonnenten statt Grantulanten wünscht, besprechen kann.
Josef K. Uhl war vielleicht nicht bei den sechzig Geburtstagslesern in Gasteig, ist aber eine bekannte Kärntner Lokal Größe, ein Urgestein der dortigen Literatur sozusagen, obwohl er 1947 in der Steiermark geboren wurde, er lebt aber seit 1972 in Klagenfurt.
1977 bin ich als schreibende Frau, die sowohl in die Literatur hinein wollte, als auch Psychologie studierte in die Otto Bauergasse, in eine Altbauwohnung gezogen, die Hauptmieterin war eine Kärntnerin und die hat mir eine „Unke“ hinterlassen, das ist die Literaturzeitschrift, die Josef K. Uhl seit 1971 herausgibt, in der Jubiläumsnummer ist auch mein Beitrag enthalten, wie ich an „Lore und Lena“ im Kopf schreibend um den Neusiedlersee radle, dabei alle verliere und im Zug bei der Heimfahrt von einem Betrunkenen angepöbelt werde „Kumm i a in dei Buch“, hat der dauernd gegröhlt. Das passt irgendwie auch zu Josef K. Uhl, dem stillen oder auch lauten Rebellen und Grandseigneur, den ich immer wieder bei GAV und IG Veranstaltungen treffe und der mir jetzt auch die Einladungen zu seinen Veranstaltungen ins schöne Klagenfurt schickt, aber das ist ja bekanntlich weit entfernt, also die hundertelf Gedichte gelesen, die 2011 bei Kitab erschienen sind. Ein schlichtes weißes Buch auf dessen Deckblatt es nur den Titel, den Namen des Autors und des Verlags zu sehen gibt. Drinnen gibt es ein Geleitwort des Herausgebers, der beschreibt welch reine Freude es war, „gemeinsam mit dem Autor das Kovolut der Texte zu sichten“ und den „Dichter Jofef Kl, im Gegensatz zum Angeklagten gleichen Namens bei Kafka, den Prozeß aus schmerzlicher Erfahrung und geistlicher Entwicklung für sich entscheiden“ läßt.
Es gibt sechs Abteilungen, in der ersten den „Gärten der lustvollen Freuden“ trifft man den Liebhaber, der an und mit den Frauen leidet, mit ihnen nach den Göttern sucht und sie nicht in den „Kirchen, sondern nur in sich selber findet“, den „Liebeswahn“ mit ihnen erlebt und den „heiligen Schauder“.
Im zweiten Teil, den „Wetterstationen eines fernen Glücks“, gehts gleich mit der Liebe und der Leidenschaft weiter, es wird aber auch der (Ehe-)Alltag“ bestimmt
„Er ist zärtlich – Sie quengelt- Er ist aktiv-Sie passiv – Er redet – Sie schweigt – Sie bestimmt -Er passt sich an- Sie hat Launen- Er breite seine Arme aus fliegt weg“
Umgekehrt geht es wahrscheinlich auch, aber Uhl ist vielleicht ein perfekter (Ehe)Mann „Okay .. ich bin ein Ekel ich halte schon meinen Mund, ich mache jetzt Frühstück für unsere Kinder, bringe die Wohnung in Ordnung, erledige alle Anrufe, scheuere die angebrannten Töpfe, trage den vollgestopften Müllsack hinunter und trinke erst dann mein Frühstücksbier Das mache ich selbstverständlich und immer gerne für dich – du merkst es nur nicht“
„Elea im Spiegel“ ist ein Zyklus in 10 Bilden und sehr poetisch.
„Elea im Fester so blass im Gesicht wie ein Linnen“, dann wird das Glas und der Spiegel zerbrochen. Elea versteckt sich hinter dem Fenster, der Glaser wird geholt, bis er schließlich geht aus seinen Elea-Träumen „Ich gehe, ich geh, ich werde gehen in ein anderes Land“
Abteilung vier führt In den „Nachmittag eines Schriftstellers“ und man lernt die Vorbilder des Dichters kennen. Walt Whitmann wird zur Feier besungen und eine unheilige (Dichter) Litanei „O, du mein Heinrich Heine“, gibt es auch und ein Gedicht „An die Musik“ „wenn der Teufel die Flöte bläst steige ich in die schwarze Gondel und singe mein Kärntnerlied“, es gibt da auch die Anspielung an Josef K und Kafka. „O, du mein Kafka Franz – fahr mit Josef K. zuerst nach Klagenfurt und nimm ihn mit dann nach Amerika.“
Teil fünf heißt „Howl“ und ist ein Gesang „in Memorial Allen Ginsberg“ und dann gibt es noch „Cinema mon amour“, wo die Liebe zum Kino und allen Vorbildfilmen besungen wird, von den Josef K. Uhl, glaube ich, einige beim Dicht-Fest zum besten gab.
Dann ist man durch durch die hundert Gesänge und dem Leben des Dichters, das dieser in seiner Widmung so schön mit einem Fragezeichen versehen hat, es gibt ja auch noch andere Gedichtbände und Publikationen und den „Rock`n`Roll“ des Herzens kann ich wirklich allen Lyrikliebhabern, die für die Gedichte brennen empfehlen. Die „Unke“, soweit es sie noch gibt, Josef Uhl gibt seine letzten Nummern ja immer in großen Abständen heraus, kann man wahrscheinlich nicht mehr abonnieren, aber in den alten Ausgaben schmökern und bei der Lesung in Salzburg hat mich der charmante grauhaarige Dichter mit seinem fulminanten Schmelz ebenfalls sehr beeindruckt.

2012-04-10

Osterspaziergang in Neulerchenfeld

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:52
Pfarre Maria Namen (Aula)

Pfarre Maria Namen (Aula)

Am Brunnenmarkt vor dem Bücherschrank

Am Brunnenmarkt vor dem Bücherschrank

An den Osterspaziergängen des Wiener Lesetheaters kann man auch ein wenig meine Rückzugstendenz ausnehmen, denn das erste Mal, als ich da mitgegangen bin, war der in der Landstraße, da hat mich Werner Grüner zum Lesen meiner Ostereierszene aus der „Viertagebuchfrau“ eingeladen. Dann waren wir einmal, 2008 wahrscheinlich, im Achten. Da sagte mir der Veranstalter im 5. Bezirk waren wir noch nicht, den habe ich dann 2009 ein wenig mitorganisiert und sehr viel und oft dabei gelesen.

2010 veranstaltete ihn dann Susanne Schneider in einem Teil des Vierten. Da habe ich auch mitgeholfen und auch ein paar Mal gelesen und beispielsweise einen eigenen Text über Helmut Eisendle geschrieben, der dann auch im Freibord erschienen ist. 2011 war der Spaziergang, glaube ich, auch im vierten. Da habe ich aber nicht mitgemacht und wir sind auch nicht dort gewesen, weil wir noch in Harland waren, bzw. dann ins Kino gingen und uns Ginsberg „Geheul“ anschauten, das übrigens vorigen Donnerstag vom Lesetheater in der Galerie Heinrich aufgeführt wurde.

Yppenplatz, CI

Yppenplatz, CI

Lesung, CI

Lesung, CI

Heuer wollte ich zuerst auch nicht mitgehen, dann sah ich aber, er spielt sich im Neulerchenfeld, das heißt, in einen Teil Ottakrings ab und da kenne ich mich ja recht gut aus, weil ich aus Hernals komme und eine meine Großmütter auch in Ottakring wohnte. Es hat also gepasst, deshalb wieder früher aus Harland zurückzufahren und vorher ein bißchen putzen und dann schnell eine Art Osterbrunch organisieren, denn um eins hats schon in der Galerie Heinrich angefangen und dazu gibt es auch eine Rückzugsgeschichte. Denn als ich die Eignen II oder die Mittleren I noch im Literaturhaus organisierte, kam die Frau Waclawicek zur Judith Gruber-Rizy und bot ihr an, eine Frauenlesung bei ihren Literaturtagen in der Galerie Heinrich zu organiseren und da habe ich seit 2006 0deer 2007 jedes Jahr gelesen. 2008, 2009 und 2010 gibts auch einen Literaturgeflüsterbericht und 2011 gabs dann keine Veranstaltung mehr, weil kein Honorar, aber das hat es vorher eigentlich auch schon nicht gegeben.

Lesung, Werk

Lesung, Werk

Christian Katt

Christian Katt

Ich bin also so um halb eins an den mehr oder weniger gut gefüllten Bücherschränken am Margaretenplatz und den in der Zieglergasse vorbei, aufgebrochen und habe mir gedacht, daß ich mir da vielleicht ein paar Osterbücher finden kann und so wars dann auch und als kleinen Vorgriff, bei dem am Brunnenmarkt gab es Ray Bradbury „Zen in der Kunst des Schreibens“. Ein Buch von dem ich schon viel hörte und das als einer der großen Schreibratgeber angepriesen wird. Vielleicht hilft es mir aus meiner momentanen Krise heraus. Aber zuerst habe ich einige schöne Bücher in der Zieglergasse gefunden, wo auch eine Frau war, die mich böse anschaute, als ich die Türe öffnen wollte.
Dann bin ich ein bißchen zu spät in der Galerie eingetroffen, wo Rolf Schwendter gerade eröffnet hatte und erzählte, daß er in der Hasnerstraße 6 geboren wurde und die Galerie Heinrich früher ein Kohlengeschäft war und er von dort immer Kohlen holen mußte. Monika Schmatzberger las dann einen Text eines Wiener Vorstadtschreibers, von dem ich noch nie etwas gehört habe, das das Marktleben des vorworigen Jahrhundert im Lerchenfeld schilderte.

Ferry Kowarik

Ferry Kowarik

Rolf Schwendter

Rolf Schwendter

Dann gings weiter in die Hasnerstraße und Ingeborg Reisner mit der ich ein Stück dorthin ging, wurde auch dort geboren und zwar im Haus Nummer vier, den Herrn Professor, wie sie Rolf Schwendter ansprach, hat sie aber nicht gekannt. Und ich hatte auch eine Tante, die in der Hasnerstraße eine Wohnung hatte und kann mich an einen dortigen Eissalon erinnern, wo es um zwei Schilling eine schöne Eiswaffel gab und der Salon war in einem Garten und dort gab es schöne Kastanienbäume, für die die Hasnerstraße ja berühmt ist. Wir gingen aber in den PSD und dort fanden, wie auch an den meisten anderen Orten schon Lesetheateraufführungen statt und eine Frau erinnerte an eine Fußballlegende nämlich Pepi Uridil, der zwar in der Grundsteingasse wohnte, aber gegen die Hasnerstraße spielte und dabei soviele Tore schoß, daß er in den berühmten Rapid aufgenommen wurde und da gab es auch ein Lied von Hermann Leopoldi „Heut spielt der Uridil und dazu habe ich auch eine Anektote. War ich ja im Jänner bei der Johannes Urzidil-Buchpräsentation und der beschreibt in seinen Memoiren, daß er wenn er nach Wien gekommen ist, immer auf dieses Lied angesprochen wurde, bzw. damit verwechselt wurde. Vom PSD ging es ein paar Häuser weiter, nämlich in die Pfarre Maria Namen, ein schöner Glasbau aus den Sechzigerjahre, der, wie der polnische Pfarrer erzählte, nach außen gar nicht als solches erkennbar ist.

Ingeborg Reisner

Ingeborg Reisner

Ottwald John

Ottwald John

Es gibt aber ein schönes großes Holzkreuz und Ingeborg Reisner erzählte von ihren Erfahrungen, als Kind in dieser Kirche, daß sie sich vor dem Kreuz und vor dem Katecheten sehr gefürchtet hat. Sie hat auch ein Buch über ihre Kindheitserlebnisse in der Hasnerstraße geschrieben, aus diesem aber erst am Abend im Weinhaus Sittl gelesen. Dafür las Manuel Girisch mit seiner Frau österliche Texte, dann ging es weiter in die Grundsteingasse. Da saßen wir lange vor dem Bücherschrank, auf den sich alle stürzten und Richard Weihs erzählte etwas über das ehemalige Kaufhaus Dichter und seine Arisierung. Später hat es dann Osei geheißen und daran kann ich mich erinnern, weil ich mit meiner Mutter immer als Kind am Brunenmarkt einkaufen gegangen bin. Christian Katt hat noch ein paar Gerstl-, die ja heute ihren dritten Todestag hat und Bisinger Gedichte, der ja ein Stück weiter in Ottakring wohne, gelesen und wir spazierten den Brunnenmarkt der inzwischen ziemlich türkisch ist, auf den Yppenplatz und da gibt es ja die Brunnenpassage mit einem Kulturlokal der Caritas,wo mich 2009, Otto Lambauer zu einer Lesung einlud und dann wegen Honorarschwierigkeiten wieder absagte. Es gibt am Yppenplatz aber auch den Club International und da war ich schon bei der Wegerth-Lesung und, was ich nicht wußte, ein Haus in dem Werner Schwab ein Jahr lebte und über dem es jetzt eine Inschrift gibt „Die Menschen werden ins Leben gevögelt und können trotzdem nicht fliegen“ und in dem Club gab es eine Lesung aus einem Buch eines Bernd Höfers, in dessen Haus Werner Schwab, das Jahr gelebt hat, bis er brühmt wurde und in die Josefstadt zog.

Susanna C. Schwarz-Aschner

Susanna C. Schwarz-Aschner

Danach gings gleich nebenan ins Cafe Müller, wo das Lesetheater noch nicht gelesen hat“, weiter und da las eine Frau einen Wirtschaftstext aus dem „brunnenviertler“, der Geschäftszeitung aus dem Viertel im Neulerchenfeld. Weiter gings ins Werk, das ist eine ehemalige Fabrik auf der Neulerchenfelderstraße, das sich jetzt als Kulturzentrum entwickelt und wo, glaube ich, auch die letzte Lyrik im März GAV Veranstaltung stattfand. Dort ging es wieder um die Lerchenfelderdichter des vorvorigen Jahrhunderts, hat ja Ernst Waldinger, der in die USA emigrieren mußte, im visavis Haus gelebt und vorn dort weiter ins Weinhaus Sittl bzw. ins Pelikanstüberl, wo sehr viele Lesetheaterauffühungen stattfinden. Die Jahresendlesung, bei der ich einmal gelesen habe, beispielsweise und dann damit aufhörte, weil die nicht so gerne eigene Texte haben wollen.
Aber Susanne Schneider hat mich einmal zum Katzenfasching eingeladen und bei den Sommeraufführungen im Hof war ich auch einmal und einmal habe ich ein bißchen bei der Aussendung des Programms geholfen. Da waren wieder bekannte Gesichter, nämlich Chritian Katt, der das Bisinger Gedicht gelesen hat, in dem Gerald Bisinger im Weinhaus Sittl sitzt und über das Leben nachdenkt. Dann las Ingeborg Reisner aus „Den blauen Schuhen des Friedens“ und Rolf Schwendter aus Ludwig Lahers Buch über Ferdinand Sauter. Der war offenbar auch ein berühmter Neulerchenfelder und der Ernst Petzold war das auch. Ja, richtig ein Lokalhistoriker hat uns vorher noch ein bißchen über das Neulerchenfeld erzählt und am Schluß gab es Couplets von Rolf Schwendter, da waren aber nur mehr weniger Zuhörer da. Daß Susanna Aschner einen Text von Manfred Chobot, der auch am Yppenplatz wohnte, bzw. seine Eltern dort eine Gemischtwarenhandlung hatten, habe ich jetzt fast vergessen. Ruth Aspöck, Robert Eglhofer waren da, sonst fehlten aber viele bekannte Gesichter, die sonst mitgegangen sind, wie Werner Grüner, Susanne Schneider etc und Franz Hütterer, der ja leider gestorben ist, hat, glaube ich, auch öfter mitgelesen. Ottwald John habe ich auch vergessen, der hat ein bißchen was über das Hawelka, was zwar nicht in den Bezirk passt, aber trotzdem interessant ist, vorgetragen und ich habe über das Neulerchenfeld und seine literarischen Bewohner wieder viel gelernt und nichts gelesen, zwar habe ich mir gedacht, daß ich am Schluß wenn jeder lesen darf, die Taubenfütterungsszene lesen hätte können, aber da war dann niemand mehr da und mir ist auch erst später eingefallen, daß in der „Absturzgefahr“ etwas über die offenen Bücherschränke steht und das hätte ja sehr gut gepasst, aber leider bin ich sehr schüchtern und mir fällt vieles erst zu spät ein, vielleicht sollte ich mich da an Robert Eglhofer halten, der einfach seine Texte herumschickt oder sich hinstellt und ein Bonmot erzählt.

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