Literaturgefluester

2021-05-10

Hundert Jahre Erich Fried

Der „Erich Fried-Preis“ an Esther Kinsky 2020 konnte Corona bedingt nicht, wie wahrscheinlich geplant im vorigen November vergeben werden, denn da fand ja immer im Literaturhaus entweder die „FriedPreisverleihungoder sogar die „Fried-Tage“mit einem umfangreichen Programm statt, das ich mir regelmäßig angesehen habe.

Groß war daher die Überraschung im Mai/juni Programm sowohl das Portrait von Erich Fried, als auch die Ankündigung der Preisverleihung und einem Erich Fried Programm zu sehen, was genauer betrachtet und klar für die Fried Spezialisten nicht so ungewöhnlich ist, denn Erich Fried wurde 6. 5. 1921 in Wien geboren und am 22. 11. 1988 in Baden Baden gestorben und ich wiederhole, ich bin keine so besondere Fried Spezialistin, habe auch nur eher wenig seiner Gedichte gelesen und ihn, glaube ich ,auch nie live gesehen, was wie ich ebenfalls betone, meine Schuld ist und mir im nachheinein sehr leid tut, denn er war in Wien in den Achtzigerjahren und hat da im NIG gelesen und der Alfred hat mich auch aufgefordert hinzukommen, aus irgendeinen Grund wollte ich das nicht.

Bin also selber schuld und zu den Fried-Veranstaltungen wie schon geschrieben eher regelmäßg gegangen, also höchstwahrscheinlich auch zur Preisverleihung an Esther Kinsky. Der Preis wird da ja immer von der „Fried-Gesellschaft“ vergeben, die sucht sich immer einen Alleinjuror aus, diesmal war es Maja Haderlap, die dann die Preisträgerin, was auch ein Unikum ist, allein bestimmt.

Und da das Literaturhaus ja die Veranstaltungen streamt und dann vier Wochen ins Netz stellt, hätte ich mir die Preisverleihung Online anschauen können, was ich auch sicherlich getan hätte, hätte die Ruth da nicht ihre dritte Runde ihres Grillparzer-Privatissimums veranstaltet und da hatte ich ihr quasi das Kommen versprochen. Zweites war das ja in Zeiten, wie diesen eine der wenigen Gelegenheiten aus dem Haus zu kommen, was vor allem bei schönen Wetter sehr wichtig ist, habe ich mir gedacht und den Stream kann ich ja nachholen.

Leider war das aber bis Montag Nachmittag, wo dann das restliche Programm begann, nicht möglich, beziehungsweise der Stream noch nicht eingestellt, so daß ich jetzt nur darüber schreiben kann, daß ihn die 1956 in Engelskirchen geborene Ester Kinsky bekommen hat, die schon auf einigen Buchpreislisten stand und einige Preise gewonnen hat, ich aber noch nichts von ihr gelesen habe und, wie schon erwähnt, Maja Haderlap, die „Bachmann-Preisträgerin“ von 2011, die Laudatio hielt und Andrea Mayer, die Kunststaatssekträrin, hat den Preis wahrscheinlich übergeben und Daniela Strigl die Laudatorin vorstellte und am Montag Nachmittag begann dann das übrige Programm in der Bibliothek, diesmal wieder vor dem schönen Fried Portrait von Hedi Heide, das ja, glaube ich, eine Zeitlang verschwunden war.

Anne Zauner, die das Ganze, glaube ich, kuratierte, hat eröffnet und dann kam Volker Kaukureit von der Nationalbibliothek, der, glaube ich, das Fried-Archiv verwaltet und führte durch das Leben Frieds an Hand von Bildern beziehungsweisen Gedichten, die Herbert J. Wimmer las. Eigentlich tat er das an Hand eines Briefumschlages den „Wagenbach“, der Fried-Verlag an den Autor nach London sandte, wo der die verschiedenesten Dinge, zum Beuspiel Notizen für eine Lesung aber auch die für einen Tee aufnotiert hat, denn Fried war ein Sammler, um nicht zu sagen, ein Messie hat nichts weggeworfen, so daß ein ganzer LKW eines Tages vor die NB angefahren kam und das ganze Konvolut in unzähligen Schachteln auslud.

Dann folgte eine kurze Beschreibung des Lebens des 1921 Geborenen. Man sah den kleinen Erich im Matrosenanzug und hörte einen Text, wo er sich beklagte, daß er nicht so so sportlich, wie die anderen Kinder war. Er hat sich durch Schauspielkünste geholfen, wurde dabei entdeckt und sollte bei einer Raimund-Aufführung mitspielen, den er als Märchendichter beschrieb, uje, uje.

Da wurde ich dann unterbrochen, weil das Telefon läutete und sich Peter Czak meldete, um sich sich zu erkundigen, wie es mir ging. Als das geklärt war, war Fried schon in London, da ist er ja vor den Nazis geflohen, hatte Kontakt zur Joung Austra und da viele Dichter kennengelernt, darunter Arthur West, füge ich an, dessen Trauzeuge er war. Er hat in dieser Zeit eher konventonell gedichtet und noch eher Schiller Oden ausgestoßen, wie Volker Kaukoreit anmerkte. Dann wurde er experimenteller und politischer wurde er auch. Sehr politisch sogar, wenn er sich traute, Ulrike Meinhof in gleicher Reihe ,wie Rosa Luxemburg stellte und dann gab es auch ein Gedicht, das sich mit der Einreihung von links und rechts beschäftigte.

Berühmt sind aber auch seine Lliebesgedichte, obwohl das „Es ist was es ist“ gar nicht aus diesem Band stammt und die Vietnam-Gedichte mit denen er, glaube ich, bekannt geworden sind. Die wurden von „Wagenbach“ vor drei Jahren wieder aufgelegt. Ich habe sie gelesen und sie wurden in den letzten Tagen auch verstärkt aufgerufen, womit man sieht, daß mein Blog vielleicht gar icht so unbedeutend ist, wie er vielleicht scheinen könnte.

Erich Fried war also sehr politisch und gar nicht so unbekannt waren mir seine Gedichte auch nicht. Denn das „Es ist was es ist“ zitiere ich ja sehr oft und dann auch das „Zweifle nicht an dem, der dir sagt, er hat Angst, aber habe Angst vor dem der dir sagt, er kennt keine Zweifel“

Das, habe ich mir gedacht, könnte man in Zeiten, wie diesen, für die abwandeln, die man vielleicht für Corona -Leugner hält: „…aber hab Angst vor denen, die dir sagen, es gibt keine Alternative!“

Aber jetzt ist dieses Thema ohnehin schon vorbei, denn der Bundeskanzler hat ja jetzt sehr euphorisch erklärt, daß die Geschichte im Juli vorüber wäre, da die Zahlen heute zum ersten Mal unter tausendund man ja nächste Woche mit Test, Impfung, Registrierung und Maske ins Wirthaus gehen kann.

Erich Fried war viel in Deutschland unterwegs, ist 1962 das erste Mal wieder nach Österreich gekommen und war 1988, da war er schon sehr krank, in Baden-Baden, hat da zur Reichskristallnacht gesprochen, wurde aber nach der Veranstaltungins Krankenhaus gefahren und ist dort bald verstorben..

Dann gabs eine Spezialeinlage, hat doch nämlich ein Herr ein Typoskript dem Literaturhaus vermacht, denn er hat für Fried einmal ein Gedicht auf Spanisch übersetzt. Jetzt wurde der Text in der FAZ veröffentlicht und Anne Zauner hat ein schönes Geschenk erhalten und dann erschien Klaus Fried, der1969 geborene Sohn und Filmemacher, der auch einen Film über seinen Vatergedreht hat, den ich, wenn ich mich nicht irre, schon bei den Fried-Tagen gesehenhabe.

Da war auch die 2015 verstorbene Cathrine Boswell Fried,die Mutterda, denn Erich Fried war dreimal verheiratetund der Sohn erzählte im Gespräch mit seinem österreichischen Filmproduzenten Ralp Wieser und dem Moderator Michael Omasta, daß im Hause Fried zwar viel Deutsch gesprochen wurde, der Vater mit seinen Kindern aber nicht so sprach. Dann war es Punkt sechs und ich hättte da der nächste Programmpunkt erst um sieben begann, eigentlich die geplante, aber verschobene Stunde abhalten können, konnte aber in der Pause doch den Livestream der Preisverleihung, die inzwischen eingestellt wurde, nachholen.

Dann kam die Präsentation der bei „Wagenbach“ wieder aufgelegten Erinnerungen „Mitunter sogar lachen“, wo zuerst der Schauspieler Bardo Böhlefeld ein paar Texte, darunter die Geschichte, wie sich die Schüler im Wasa-Gymnasium, das Fried besuchte, die jüdischen mit den Hitler- Jungen scheinbar oder wirklich prügelten, weil sie ja eigentlich miteinander befreundet wurde, las.

Dann kam ein von Günter Kaindlsdorfer moderiertes Gespräch mit Theresa Präauer, die ja auch einmal den „Fried-Preis“ gewonnen hat, Josef Haslinger und der „Wagenbach-Verlegerin“ Susanne Schüssler, die zugeschaltet war, wo Josef Haslinger bekannte, daß er in seiner Jugend ein großer Fried Fan war, ihn öfter in Wien hörte und auch als „Wespennest Redakteur“ und GAV-Generalsekretär einige diesbezügliche Veranstaltung organiserte und ihm beim ersten österreichischen Schriftstellerkongreß 1981, bei dem ich nicht dabei war, kennenlernte. Dann wurde der gegenwärtige Stellungswert von Erich Fried diskutiert und besprochen welchen Stellenwert er in der heutigen Lyrik hat und da ist die politische Lliteratur eher in den Poetry Slamszene zu finden, wie Teresa Präauer betonte, die auch Armanda Gorman, die schwarze Dichterin erwähnte, die bei Joe Bides Amtseinführung offenbar ein sehr politisches Gedicht aufführte.

Interessant, interessant und Günter Kaindlsdorfer, der die Diskussion, wie ich meinen würde, eher beschwichtigend führte, bekannte zum Schluß, daß er seinen Beitrag zur Förderung der Lyrik leiste, in dem er seiner Familie mehrmals in der Woche Gedichte vorliest und offenbar sind auch ein paar von Erich Fried dabei.

Der letzte Programmpunkt war ein Fim von Danielle Proskar „Der Dichter im Porzellanladen“, der auf ästhetisch schöne Weise noch einmal durch das Leben des Dichters führte. Leider war der Ton am Anfang verschwunden, so daß der Film wiederholt werden mußte. Volker Kaukureit war im Literaturarchiv zu sehen, wie er dem Schauspieler Peter Simonischek seine Schätze zeigte, ein Lehrer des Wasa- oder jetzt Fried-Gymnasium führte durch sein Archiv. Es ging nach England und auch zu alten Filmaufnahmen, die Erich Fried bei einem Club 2 zeigte, bis zu seinem letzten Auftritt in Baden Baden.

Interessant, interessant durch das Leben des Dichters zu gleiten, ein Fried-Symposium, wie ich es mir wünsche. Wiedermal etwas gelernt und morgen könnte es noch einmal zum „Tag der Freiheit des Wortes“ zum Tag der Bücherverbrennun am 10. Mai 1933 ins Literaturhaus gehen, die ich sehr lange für die GAV organisierte und der jetzt von Monika Gentner gestaltet wird, was ja auch zum Thema passt, denn ich kann mich erinnern, daß ich im Jahr 2003, wo ich die Veranstaltung zum ersten Mal im Literaturhaus organierte, Volker Kaukoreit bei einem Interview für Radio Orange kennenlernte, der dort für eine Fried-Veranstaltung eingeladen war, die dann, glaube ich, abgesagt wurde.

2019-09-06

Zu Felix Saltens hundertfünfzigsten Geburtstag

Der am 6. September 1869 geborene und 1945 gstorbene Felix Salten, Autor von „Bambi“, vom „Wurstlprater“ und vielleicht auch von der „Josefine Mutzenbacher“, feiert seinen hundertfünfzigsten Geburtstag, was offenbar ein Anlaß für die Wien-Bibliothek war, seinen Nachlaß aufzukaufen und aus diesem Grund gab es auch am Donnerstag und am Freitag eine Tagung von der „Wien Bibliothek“  im Rathaus.

Ich glaube, daß ich von Salten einige Bücher in meinen Regalen habe, den „Wurstlprater“ hat mir die Hansi Berger geschenkt und sonst wußte ich einiges, aber nicht besonders über ihn, so bin ich begierig in den Wappensaal gewandert, habe mir den Donnerstag und Freitag für ihn freigehalten und wurde auch nicht enttäuscht, obwohl das Symposium vielleicht ein wenig anders, wie erwartet und sonst üblich war.

Das heißt, Marcel Atze begann mit seiner Rolle im Nationalsozalismus, da wurde Salten, als Jude natürlich sehr verfolgt und mußte viel von seinem Vermögen abgeben, bis er endlich zu seiner Tochter, die schon mit einem Schweizer verheiratet war, dorthin auswandern mußte.

Dann kamen erst ein paar Beiträge zu seiner Biografie. In Ungarn, glaube ich, geboren, Redakteuer in der „Freien Presse“, einige uneheliche Kinder, verheiratet mit der Schauspielerin Ottilie  Metzl, Mitglied des Jungen Wiens“, befreundet mit Arthur Schnitzerund Erzfeind von Karl Kraus, zumindestens gab es ein Referat darüber, das berichtete, wie sehr er sich mit ihm duelliertm beziehungsweise es Ohrfeigen im Cafe Griensteidl gegeben hat.

Mit Hermann Bahr war er auch befreundet und ein Teil seiner Familie, das heißt, die ehelichen oder unehelichen Enkelkinder waren mit ihren Familen da.

Die Enkeltochter Lea Wyler gestaltete mit Marcel Atze das Abendprogramm und erzählte über ihren Großvater, den sie eigentlich nicht bewußt erlebt hat, beziehungsweise über den Rechtstreit der Familie bezüglich „Bambi“, denn da haben ihm ja „Warner Brothers“ um tausend Dollars die rechte abgekauft. Disney hat den Film gedreht und daran verdient, während niemand Saltens „Bambi“ und auch  seine anderen, glaube ich, zweiundfünzig Bücher gelesen hat.

Um das ein bißchen nachzuholen gab es am Abend eine Lesung, wo Wolfram Berger einige Texte las.Dann gab es Brot und Wein, wo ich mich mit der Angela und dem Josef sehr intensiv unterhalten habe und am Freitag ging es dann, was für mich überraschend war, mit dem Referat des stellvertretenden Direktor und, ich glaube, auch Leiter der Musikabteilung Thomas Aigner für mich sehr überraschend mit einem Vortrag „Dreierlei Musikalisches“ weiter, denn Felix Salten und Musik, fragt sich die literaturwissenschaftliche Laiin und war auch dann erstaunt, als sie hörte, daß es da um Adele Strauß ging, die, als sie Witwe war, die Musik ihres Gattens zu Geld machen wollte und dafür sämtliche Operetten umschreiben und neuauflegen ließ und Felix Salten hatte Erstens ein Theater, Zweitens wirkte er als Librettist, obwohl ich ihn bisher nicht so gesehen habe.

Das was ich mir eigentlich von der Tagung erwartet habe, nämlich Einblick in Saltens literarisches Werk zu bekommen, wäre wohl im Vortrag von Konstanze Fliedl „Zu Felix Saltens früher Novelistik“ gekommen, aber die war nicht da, so ging es mit Daniela Strigl weiter und die stellte den Pferderoman „Florian“ vor, wo es um einen Lipizzaner ging, der mit dem Zerfall der Monarchie auch seinen persönlichen Niedergang erlebte.

Dann wurde es interessant, denn es ging um die „Mutzenbacher“, wo man ja immer hört, daß sie Salten geschrieben hat und dann wieder, daß das noch nicht sicher ist oder sogar erwiesen wäre, daß ein Ernst Klein sie geschrieben hätte.

Die Erben haben jedenfalls darum prozessiert, aber nicht Recht bekommen, weil sich auch im Nachlaß von Salten keineHinweis auf seine diesbezügliche Autorenschaft findet und so fand ich das Referat vonMurray G. Hall sehr aufschlußreich, obwohl es mir persönlich eigentlich ganz egal ist, wer die „Geschichte einer Wienerischen Dirne“ geschrieben hat und man zu den Entstehungszeiten, das wohl auch noch geheimhalten hat müßen, weil man sonst ins Gefängnis gekommen wäre.

Am Schluß gab Marce Atze noch Ausblick auf eine Ausstellung, die nächsten Oktober zum fünfundsiebzigsten Todestag des Meisters im Wien Museum stattfinden wird und der Tagungsband wird dann auch vorgestellt.

2018-12-04

Hundert Jahre Frauenwahlrecht und doch etwas Adventliches

Eigentlich hätte ich heute eine sieben Uhr Stunde gehabt und danach wäre ich mit „Sungs Laden“ in die Badewanne gestiegen und keine Adventaktion an diesem Tag, weil von neun bis neunzehn Uhr Stunden und dazwischen eine Stunde Mittagessen, während ich ja den Advent heuer möglichst jeden Tag mit einem kleinen Higlight zelebrieren will und weil ich eine schnelle bin, habe ich schon am dreißigsten November nachdem ich mit meiner Monatsabrechnung fertig war, begonnen und bin bevor ich ins „Siebenstern“ zur „Poetnight“ gegangen bin, in den „Yves Rocher“ eingefallen, habe meine Gutscheinkarte abgegeben und mir selber ein, beziehungsweise zwei Geschenke gemacht.

Das heißt je eine Geschenkpackung mit kleinen Badeölen und dann noch eine rote Apfel Garnitur, mit Handcreme, Lippencreme, Duschbad ectera, deshalb bin ich dann zur „Poet Night“, wo schon der Herr Blaha mit seinen Weinachtsgedichten auf mich gewartet hat, etwas zu spät gekommen und als wir von der „Poet Night“ nach Hause gegangen sind, war schon Samstag, der erste Dezember, allerdings sehr sehr früh und so habe ich, wie ich es mir ja vorgenommen habe, vergessen, eines meiner Bücher in den Bücherschrank zu stellen, was ich erst heute zweimal, einmal im „Wortschatz“ und dann in den in der Zieglergasse nachholte.

Am Samstag waren wir in Harland, da habe ich die Weihnachtsdekorationen herausgeholt und der Alfred hat einen kleinen Teignikolo und noch anderes Adventliches vom Markt besorgt, die Anna mir zwei Guscheine gegeben, wo man sich vom „Kika“ je zwei Weihnachtshäferln, gerade richtig für den Punsch holen konnte und am Sonntag war Jungweinverkostung beim Herzinger in Nußdorf mit Glühwein und Weihnachtskeksen und gestern Montag, der „Ohrenschmaus“, wo es wieder die „Zotter-Schokolade“ gegeben hat und nachher waren wir beim Glühmoststand des „Augustins“ vor dem „Top- Kino“, haben mit der Sozialarbeiterin dort, nett geplaudert und einen Uhudlerglühwein getrunken.

„Heute also nicht!“, habe ich gedacht. Dann sind aber ein paar Stunden ausgefallen und so bin ich, um dreiviertel sieben schnell schnell mit einem schon gewidmeteten „Besser spät als nie“ in den Bus gestiegen und ins Literaturhaus gefahren, weil dort das „PEN Frauenkommitee“ „Hundert Jahre Frauenwahlrecht“ feiert, denn ja das wurde 1918 eingeführt und Doris Kloimstein, die ich am Samstag wegen der Schneelage leider nicht am Markt von St. Pölten getroffen habe, ist dort mit einigen anderen Frauen aufgetreten und hat ein tolles Programm mit berühmten Frauen rund herum gestaltet.

Sonja Henisch die erste Frau vom Peter hat durch das Programm geführt und gerade, als ich in den Saal gehuscht bin, Doris Kloimstein angesagt, die einen Text über Marie von Ebner Eschenbach gelesen hat, die 1830 geboren und 1916 genau, wie der Kaiser gelebt hat und also das Frauenwahlrecht nicht mehr erlebte, aber trotzdem eine emanzipierte Frau war, die mit der Männerwelt sehr zu kämpfen hatte.

Dann kam Christine Tidl und stellte dazu passtend Berta von Suttner vor, die 1914, kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieg, angeblich mit den Worten „Die Waffen nieder“ verstorben ist. Ingrid Schramm widmete sich den britischen Sufragetten und Claudia Thaller ging ein bißchen in die Zukunft nämlich in die Fünzigerjahre, wo Sylvia Platz 1932 biw 1963, die „Glasglocke“ geschrieben hat und mit Elektroschocks behandelt wurde und Maghdalene Tschurlovits erkliomm mit einer tollen Handtasche, die Bühne, nahm aus ihr ein altes englisches Buch heraus, in dem es eine Übersetzung eines der dreizehn Bücher von der Weltreisenden Ida Pfeifer, die in Wien geboren und verstorben ist, herus und stellte diese tolle Frau vor, die zu Zeiten durch die Welt reiste, wo es noch lange kein Frauenwahlrecht gegeben hat, dann kam ein Interview, das offensichtlich Sonja Henisch mit Olympe de Gouche, eine Kämpferin der französischen Revolution aus dem Jenseits führte und ganz am Schluß kam noch der Advocatus Diabolis und erklärte den Frauen, warum sie kein Frauenwahlrecht brauchen?

Eine sehr interessante Veranstaltung, wo es für mich sowohl Bekanntes als auch Unbekanntes zu hören gab und wenn ich unken möchte, würde ich sagen, was nützt das Frauenwahlrecht, wenn dann doch etwas anderes, als gewünscht herauskommt und die „Omas gegen rechts“ von den Rechten vehöhnt und verspottet werden, wie ich vor kurzem auf einem Video hörte.

Es gab aber gute Stimmung im Literatuhaus mit Wein und Gesprächen und Doris Kloimstein hat mir, welch Überrschung auch noch ein „Weihnachtsbuch“ geschenkt und ein Buch habe ich mir aus dem Bücherschrank auch herausgezogen, nämlich eines mit „Schweizer Geschichten“ aus den Fünzigerjahren, das ich mir voräufig auf meinen Weihnachtstisch mit den anderen Büchern, die noch kommen werden, zu einer Art Bücherchristbaum zusammenstellen kann und wem es interessiert, die „Nika Weihnachtsfrau“ ist auch schon gewidmet und ich werde sie mitnehmen und in den „Wortschatz legen“, wenn ich morgen zu Stephan Teichgräber gehe, das wird wahrscheinlich kurz vor drei geschehen, wer sie also haben will, rechtzeitig hingehen!

2017-04-21

Von zweihundert Jahre Leo zur Krise der Nachkriegszeit

Vielleicht im Zusammenhang mit dem „Welttag des Buches“ oder nur so, feiert die Buchhandlung Leo an diesem Wochenende zu ihrem zweihundertjährigen Bestehen ein Lesefestival rund um den hohen Markt.

Eine Information, die ich von der Hauptverbandsseite habe, denn eigentlich, ganz ehrlich, war mir die Buchhandlung Leo kein Begriff, obwohl ich im Nachhinein daraufgekommen bin, daß ich sie schon einmal gesehen habe.

Ob ich in ihr drinnen war und etwas kaufte, weiß ich gar nicht so genau.

Denn ich ziehe mir ja inzwischen meine Bücher meistens aus den Abverkaufskisten des „Morava“, gelegentlich aus der kleinen alten Buchhandlung in der Lerchenfelderstraße vielleicht und da gibt es noch den „Thalia“ in St. Pölten, das wäre außér den offenen Bücherschränken schon alles. Ja richtig, im Jänner habe ich mir in Salzburg auch etwas gekauft.

Auf das Lesefestival bin ich aber neugierig geworden, das am Freitag Nachmittag mit der Begrüßung der Buchhändlerin, die Buchhandlung wird von zwei Schwestern geführt, in den Räumen des Alpenvereins begonnen hat.

Warum das dort war, weiß ich eigentlich nicht so genau, aber wahrscheinlich wären in die Buchhandlung nicht so viele Leute hineingegangen und es hat sogar, glaube ich, deshalb ein Gewinnspiel gegeben, wie die Buchhändlerin erklärte, als ich kurz vor drei den Saal betreten hate.

Dann hat das Programm schon begonnen, das sich, glaube ich, auch rund um die Innere Stadt oder den hohen Markt zentrierte, denn es kam zuerst ein Geologe mit einem witzigen Buch, das „Haie, Goethe und die Gurken“ hieß und von dem er einen kurzen Einblick über die fünfzehn Kapitel gab, die erklärten, wo es in Wien Haifischzähne zu finden gibt, warum das Maria Theresia Denkmal und das des Goethes so verstrahlt ist, wie das mit dem Zentralfriedhof, den Dnosauriern und mit noch vielen anderen ist.

Dann kam der Psychiater und Filmemacher Houchang Allihary mit seinem Buch, das er, glaube ich, mit einem Ghostwriter geschrieben hat „Normalsein ist nicht alles“, wo er seinen beruflichen Werdegang erzählte.

Dazwischen gab es immer Pausen mit Buffet und Gesprächen, sowie einen Büchertisch. Für die Kinder hat es, glaube ich, ein Buchbinderworkshop, wo man sich ein „LEOrello“- ein Erinnerungsbuch an das „200-jährigeBestehen der Buchhandlung“ mit schönen Bildern von der Umgebung und den Orten, wo die Buchhandlung früher, beispielsweise im „Heinrichshof“ gegenüber der Oper, der 1952 abgerissen wurde, machen konnte  und ein Probeklettern, sowie eine Bücherecke gegeben.

Lida Winiwewick mit ihren Lebenserinnerungen „Der verlorene Ton“, sowie Wolfgag Popp, den ich schon einmal im Literaturhaus gehört habe, folgte mit seinem Roman „Wüste Welt“ da projezierte er auch die Bilder von seiner Recherchereise durch Marokko an die Wand und erzählte einiges zur Erstehung des Buch.

Dann wars schon kurz vor sechs. Es gab Wein, Brot und Aufstriche, vorher hat es eher Kaffee und Kekse gegeben und noch einmal eine Leserunde, die aus dem Krimiautor Andreas Pittler, Eva Geber, die, glaube ich, Rosa Mayreders „Haus in der Landskrongasse“, die ja ganz in der Nähe ist,vorstellte, Dick Stermann mit seinem neuen Buch und ein Nachrichtensprecher, aber ich habe mich doch entschloßen in die Wien-Bibliothek und zur zweiten Karl Kraus Veranstaltung zu gehen, wo ja das auf Deutsch übersetzte und in der „Bibliothek der Provinz“ herausgegebene Buch „Karl Kraus -Die Krise der Nachkriegszeit und der Aufstieg des Hakenkreuzes“ von Edward Timms vorgestellt wurde.

Der Lesesaal der Wien Bibliothek, die ja, wie die Direktorin Sylvia Mattl-Wurm erklärte, den Karl Kraus Nachlaß beherbigt, war sehr voll von Karl Kraus Experten, aber auch von anderen, so fragte mich die Frau, die neben mir saß, wer Karl Kraus war?

Gar nicht so leicht zu beantworten. Ein Schriftsteller und Satyriker, für Österreich ein großer Mann und streitbarer Geist, der die „Fackel“ herausgegeben und „Die letzten Tage der Menschheit“ geschrieben hat, mit Gott und der Welt wahrscheinlich zerstritten war, Gedichte geschrieben und, wie ich glaube auch Opernarien gesungen hat.

Näheres ist sicher bei „Wikepedia“ nachzulesen oder unter www.kraus.wienbibliothek.at, wie Sylvia Mattl-Wurm noch erklärte und das Buch kann man sich natürlich auch kaufen.

Ich habe aber noch zwei ungelesene in meinen Regalen. So hörte ich nur der Einleitung von Hubert Christian Ehalt und dem Vortrag von Edward Timms zu, der einige Symbole erörtere, die Karl Kraus in den Zwanziger- und Dreißigerjahren, als in Wien allmählich das Hakenkreuz aufzog und das andere verdrängte, störte.

Dann gabs ein Gespräch mit dem Autor und der Übersetzerin und es wurden auch über die „Letzten Tage der Menschheit“ gesprochen, die Edward Timms ins Englische übersetzt hat.

Dann gabs wieder Brot und Wein, ich habe aber nur ein schnelles Gläschen getrunken, weil ich dachte, vielleicht komme ich noch zur „Nacht-Lese-Party der Buchhandlung Leo zurecht.

Wär ich wahrscheinlich auch, nur leider war das Haustor verschlossen und es hat mir niemand aufgemacht. Es ist auch niemand hinuasgegangen und ich wollte auch nicht lange warten, so habe ich den Abschluß versäumt und kann meinen interessierten Lesern nur verraten, daß es morgen, um elf mit einem Vortrag zur Buchhandlungsgeschichte und einer anschließenden Rätselralley beziehungsweise einem Open House in der Buchhandlung am Lichtensteg weitergeht.

Da kann man sich vielleicht auch die „Anthologie zum Welttag des Buches holen“ beziehungsweise diesen feiern.

2015-12-10

Rekord-Hitze & Jahrhundert-Winter

Filed under: Bücher — jancak @ 00:52
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Jetzt bin ich schon wieder etwas meiner Zeit voraus, nämlich bei  Daniel Jokesch & HYDRAs Jahresrückblick, den diese aus den Schlagzeilen vom Jänner bis Oktober erstellten, man sieht „Holzbaum“ hatte es noch eiliger und es ziehrt natürlich der Bilanzencrash das Cover des Jahrbuchs, vereint mit aufmunternden Worten an den Absteigenden: „Schau! Wenn man zurückblickt, geht es wieder bergauf!“

Wie wahr, sagt da die Verhaltenstherapeutin! Aber blicken wir uns durch die „Cartoons & Schagzeilen“, wo sich die Zeichnungen mit den Schlagartikeln munter ablösen.

So beginnt es schon mal mit den „tollsten Schlagzeilen, die wir 2015 gerne gelesen hätten!“, wie die vom Überstundenabbau Bürgermeister Häupls beispielsweise oder die über die Schlepperdienste der Innenministerin Mikl-Leitner.

Dann gehts zu einem nachgemachten Rorschachtest. Für die Psychodiagnostikerin  besonders interessant und ich bekenne gleich, ich hätte „zwei freundliche Hippos“ und nicht den „Villacher Fasching“ erkannt.

Das „Heisere Bezirksgericht“ gibt es auch und schwarze Cartoons zum Untersuchungsausschuß, die „Dunkel ins Dunkle“ bringen sollen.

Dann wird ein Frühstück bei einem Separatistenführer beschrieben, der die „Freie Volksrebublik Meidling“, für alle Nicht-Wiener, das ist ein Bezirk Wiens, ausgerufen hat und eine „Katzenplage in Traiskirchen“ gibt es auch, die aber wahrscheinlich  längst behoben ist, denn die Österreicher sind bekanntlich tierliebend.

Dann kommt und ich gebe es gerne weiter, eine Werbedurchsage, denn Weihnachten naht bestimmt und Werbung für Daniel Jokeschs „Holzbaum-Bücher“ kann ich auch machen, habe ich ja alle drei gelesen.

Im Jahrbuch kommen wir indessen zum Film und zu Facebook und da lautet die Werbedurchsage „Das Buch für den Leser von morgen, gararantiert ohne komplizierte Schriftzeichen“ Von Teilnehmern der Pisa-Studie empfohlen.

Erraten, die Daumen zieren das Cover vom „Neuen von der Frankfurter Buchmesse.“

Mit Facebook geht es weiter,  dann kommen wir zu Angelika Merkl und zum islamischen Staat, der uns dieses Jahr   sehr bewegt und erschüttert hat, obwohl die Anschläge von Paris der letzten Wochen ja noch nicht eingearbeitet sind.

Wahlprognosen gibt es auch und Vorschläge für Hassposter: „Ab fünf Uhr wird zurückgepostet!“

Wer noch ein Weihnachtsrezept benötigt, dem sei „Jamie Olives Weihnachtshuhn Kriechenland“ empfohlen und einen Artikel „Beim Finger des Varoufuckis!“, gibt es auch.

Dann kommt Sport, beziehungsweise das österreichische Fußballwunder und am Schluß geht es natürlich in den „Jahresausblick 2016“, wo man sich schon einmal die Prognosen für das kommende Jahr holen kann.

Das „Jahreshoroskop für Rassisten und Misanthropen“ gibt es auch und wer jetzt neugierig geworden ist, mehr und das alles viel genauer und sich die Cartoons von Daniel Jokesch anschauen will, dem ist das Jahrbuch wirklich zu empfehlen.

„Sind Sie sicher, daß Sie 2015 beenden wollen? Beenden Abbrechen, Guten Rutsch!“

Ein bißchen habe ich ja auch in die Präsentation am ersten Dezember hineingeschaut, ein Gläschen Sekt getrunken und zwei Knallfrösche geworfen.

2015-09-17

Hundert Bücher und gute Literatur

Am Mittwoch, die richtige Eröffnung der einundvierzigsten literarischen Saison in der alten Schmiede und ein sehr großes Konkurrenzprogramm, nämlich das Come together nach dem Fest im Amtshaus Margareten, Meg Wollitzer von der die Litblogger so begeistert sind, in der Hauptbücherei, Sabine Gruber, Thomas Havlik moderiert von Robert Schindel im Literaturmuseum und dann noch eine achtzehn Uhr Klientin, die allerdings nicht gekommen ist.

Die  Literatin in mir hat sich für die „Alte Schmiede“ entschieden und das dann eine Zeitlang bereut, denn dort im Zeitschriftensaal standen die Assistenten mit ihren Mappen und Kurt Neumann begrüßte die geladenenen Gäste, wahrscheinlich die hundert Literataten, die die hundert Büchern zu den Projekten der „Alten Schmiede“ geschrieben haben und ich bin nicht dabei.

Naürlich nicht, denn ich stehe ja mit meinen selbstgemachten Büchern außerhalb und bin froh einen Termin bei den „Textvorstellungen“ zu bekommen, also neben den Begrüßungsküsschen stehen und trotzdem mitbekommen, daß unten im Keller die Plätze für die geladenenen Literaten, Marie Therese Kerschbaumer, Barbara Frischmuth, Ferdinand Schmatz, Ann CottenAnna Migutsch, Markus Köhle und und und reserviert waren und im Schmiedesaal nahm eine Schulklasse Platz, ein paar Mädchen mit Kopftüchern und eine Lehrerin, die ihren Schülern draußen vor dem Tor die Fragen einprägte, die sie stellen sollten, denn das wird wahrscheinlich für die Matura relebvant.

Ich weiß gar nicht, wann Gelegenheit dazu war, denn zuerst gab es die Ausstellungseröffnung im Galeriesaal, das heißt, damit nicht so ein Gedränge wäre, wurde das in den Schmiedesaal übertragen.

Ich bin ganz hinten zwischen Friedrich Achleitner und Renata Zuniga gesessen, in der Seitenloge  Ilse Kilic und Fritz Widhalm und Kurt Neumann eröffnete  die einundvierzigste Saison mit einem Hinweis auf die katastrophale aktuelle Lage, der Flüchtlingsstrom von Syrien durch Österreich und kam dann zurück zu den hundert Büchern, die auf Grund von Veranstaltungen der vorangegangenen vierzig Saisonen entstanden sind.

Denn da gab es ja einige , den Club Poetique, die Autorenlabors, die Grundbücher, die Vorlesungen zu Literatur, die Assistenten von denen es inzwischen auch schon viele gibt, haben die in Folge dessen entstandenen Büchern mit fünf Farben markiert, damit man sich auskennt und außerdem  im aufgelegten Handout nachschauen kann.

Kurt Neumann zählte einiges auf und erzählte Anekdoten, nannte Namen von den Veranstaltungen und den Reihen, Angelika Reitzer hat eine neue, wo sie sich mit den literarischen Neuerscheinungen beschäftigen, Michael Hammerschmid kuratierte die „Poliversale“ beziehungsweise im vorigen Juni das Kurzfestival „Dichterloh“ und und und dann konnte man sich die Ausstellung eine viertel Stunde ansehen, bevor es im reservierten Kellersaal weiterging.

Trotzdem habe ich einen Platz gefunden, neben Cornelius Hell und hinter Petra Ganglbauer, für Bernhard Fetz war auch ein Platz reserviert, aber der eröffnete oder moderierte wahrscheinlich im Literaturmuseum und die Frage was gute Literatur ausmacht wurde von der „Alten Schmiede“ vor einiger Zeit vierzig Autoren, Literaturwissenschaftlern, Verlagsmenschen etcetera gestellt, mich hat keiner gefragt, aber ich gehöre ja nicht zum experimentellen Insiderteam, obwohl zehn gar nicht geantwortet haben, die nächsten zehn sind dann in weiterer Folge verschwunden und der Rest wurde zu Paaren zusammengestellt um diese Frage zu beantworten, daraus ergab sich dann ein dreihundertfünfzig Seiten Briefwechsel.

Spannend die Frage, wieviele Bücher daraus entstehen könnten?

Es wurden aber auch vier Kuratoren bestimmt, Anna Kim, die Schriftstellerin, Thomas Eder der Literaturwissenschaftler,  Florian Neuner der Philosoph und Verlagslektor, der einmal den Rimbaud-Preis für Menschen unter neuenzehn gewonnen hat und Helmut Neundlinger ebenfalls Literaturwissenschaftler, Publizist und Autor, die erstellten einen fünf Fragenkatalog und stellten dazu die Antwort der Autorenkorrespondenz zusammen, von der sie dann kurze Beispiele gaben.

Jeder der Kuratoren hat sich mit zwei Tandempaaren beschäftigt, die da Ann cotten und Ferdinan Schmatz, Leopold Federmayr und Retro Ziegler, Karin Fleischanderl und Markus Köhle, Lydia Mischkulnig und Vladimir Vertlib, Anna Migutsch und Christian Steinbacher, Samuel Moser und Andrea Winkler, S.J. Schmidt und Hermann Wallmann, sowie Thomas Stangl und Anne Weber waren.

Da sich darunter ja auch einige experimentelle Autoren befanden, waren die Ausführungen dann auch sehr theoretisch, aber ich habe derzeit durch mein Buchpreisbloggen und mein LLlesen ja eher praktische Erfahrungen und zum fünften Punkt, dem schlechten Schreiben, etwas was ja ich angeblich betreibe, sind wir  gar nicht mehr gekommen, denn das Publikum drängte zum Wein, den Trauben und den Traubensaft, es gab auch  noch Gespräche über die Veranstaltung, von der ich mir, da ich derzeit ja sehr viel lese und darüber bücherblogge, vielleicht mehr Praktischeres erwartet habe.

Es kam zwar das Bonmot, daß Literatur aufrühren und verstören müße, Kafka hat da auch etwas von einer „Axt“ gesagt, während Karin Fleischanderl, mit der ich mich unterhalten habe, meinte, daß sie auch trösten könne.

Das trifft zwar vielleicht den Kitschvorwurf, die Leser wünschen sich das, wie man an der Buchpreisdebatte sehen kann, aber und die Buchhändler natürlich, die ihre Bücher an die Leute verkaufen wollen und die interessieren sich wahrscheinlich mehr für Krimis oder für die Alina Bronsky als für die hundert in der „Alten Schmiede“ ausgestellten Bücher.

Die berühmten Bücherblogger reagierten auch irritiert und verärgert, daß Ulrich Peltzer auf die Liste kam und vor zwei Jahren Reinhard Jirgl, den hat Tobias Nazemi  abgebrochen, weil er ihm zu sperrig zu lesen war. Da stellt sich natürlich die Frage, schreibt der Autor für sich oder für den Leser?

Arno Schmidt, die Autoren der hundert Bücher in der „Alten Schmiede“ und wahrscheinlich auch die „Büchner-Preisträger“ tun wahrscheinlich Ersteres.

Die Krimiautoren sehen das wahrscheinlich anders und betrachten sich eher als Dienstleister für die Leser und ich würde gute Literatur hauptsächlich über die Authentizität definieren.

Wenn sie ehrlich ist, dann ist sie für mich wahrscheinlich gut, auch wenn sie realistisch und eine Handlung hat oder sagen wir gerade deshalb, obwohl ich ja auch zu Andrea Winkler Lesungen gehe und Richard Obermayr lese, dessen erster Roman, wie Kurt Neumann erklärte, ja auch durch seine Mitwirkungen bei den „Textvorstellungen“ entstanden ist.

Bei Valerie Fritsch, die ich ja auch gelesen habe, ist es mir jetzt passiert, daß mich „Winters Garten“ etwas enttäuschte und ich das Buch eher kitschig als poetisch fand.

Sonst bin ich ich ja wahrscheinlich nicht sehr kritisch, verreiße eher nicht, sondern lese mich, wie ich vermuten würde wertschätzend durch den literarischen Gemüsegarten und für die, die es wissen wollen, ich halte mich und mein Schreiben auch für gut, obwohl es ja Stimmen gibt, die etwas anderes behaupten.

2015-01-21

Zum zweihundertsten Geburtstag von Betty Paoli

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:43

„Durch und durch Genie“ unter diesen Titel veranstaltete Claudia Erdheim ein Symposium in der „Gesellschaft für Literatur“, hat sie ja über die am 30. Dezember 1814 geborene Barabara Elisabeth Anna Glück eine Romanbiografie geschrieben, die sie schon in der „Alten Schmiede“ vorstellte.

Jetzt also eine Minisymposium, wie Manfred Müller in seiner Einleitung erklärte, von sechzehn bis neunzehn Uhr in den ehrwürdigen Räumen des Palais Wilczek und einen umfangreichen Büchertisch gab es auch.

Hat ja auch Eva Geber eine Buch über die Lyrikerin und Feuilletonistin geschrieben und die schreibenden Frauen des neunzehnten Jahrhunderts werden jetzt überhaupt prominent in den Medien oder sonstwo vorgestellt, gibt es da auch die vierbändige Marie Ebner von Eschenbachausgabe, die von Daniela Strigl, Evelyne Polt-Heinzl et al herausgegeben wird und die ist auch die Gräfin aus dem Erdheim-Buch und da habe ich nicht nur inzwischen das „Gemeindekind“ und „Krambambulli“ gefunden und auf meiner Leseliste, sondern auch vor kurzem „Lotti, die Uhrmacherin“ gelesen und den großen Roman einer anderen großen Adeligen, die im vorigen Jahr groß gefeiert wurde, habe ich dank Andrea Stifts Hilfe auch gelesen.

Jetzt also wieder ein bißchen hinein in das neunzehnte Jahrhundert und in das Leben der Barbara Elisabeth, wo nicht so ganz klar ist, ob sie jetzt die Tochter eines jüdischen Bankiers oder ungarischen Adeligen ist, hat sie ja ihre Biografie zu Lebzeiten sehr geheim gehalten und gemeint „Das geht die Öffentlichkeit nichts an, was die Nachwelt treibt, kann ich nicht verhindern!“ und so ist Claudia Erdheim in die Wien-Bibliothek gegangen, hat die Tagebücher und die Briefe gelesen und am Nachmittag im Palais Wilczek ein bißchen was aus ihrem Leben erzählt. Der Vater hat viel Geld hinterlassen, die Mutter hats verspielt, hatte nicht Bertha von Suttner eine ähnliche Biografie? So muße sich die Tochter als Gouvernante, Gesellschafterin und Vorleserin verdingen, hat aber bald Gedichte geschrieben und war schon mit dreiundzwanzig Jahren damit berühmt.

Jetzt ist sie vergessen, beziehungsweise wurde sie von Eva Geber und Claudia Erdheim wieder entdeckt und Manfred Müller sprach noch von den drei Vorträgen mit denen ihr Werk in dem Kurzsymposium von drei Frauen vorgestellt werden würde und so begann, die mir unbekannte Galina Hristeva aus Stuttgart mit der Lyrik der Paoli und die Gedichtzeilen, die sie vorstellten, klangen auch recht schwülstig, neunzehntes Jahrhundert halt.

Das mußte auch ein Herr im Publikum so empfunden haben, denn er fragte die Referentin, ob sie die Gedichte wieder auflegen würde, wenn sie einen Verlag hätte?

„Wahrscheinlich nicht!“, antwortete die, aber Eva Geber verteidigte die Autorin und sprach von einem Gedicht, das in einem ihrer Schulbücher gestanden hat, das sie zu der Dichterin gebracht hätte.

Dann folgte der Vortrag von Evelyne Polt-Heinzl,  in dem sie die Autorin ein bißchen aus der Perspektive des einundzwanzigsten Jahrhunderts vorstellte, was im Publikum sehr gelobt wurde.

Dann gabs eine Pause mit Gesprächen und danach folgte Eva Geber mit „Hehre Dichtkunst – niederer Journalismus – glanzvolle Feuilletons“, wo klar wurde, daß die Paoili von ihren Gedichten nicht leben konnte, aber mit ihren Feuilletons in der „Neuen freien Presse“, wo sie sich sehr für die Frauenfrage und für die Mädchenbildung eingesetzt hat, offenbar recht gut verdiente, mußte sie sich doch allein ernähren, obwohl sie ja bei ihrer Freundin Ida Fleischl wohnte. Sie war auch eine strenge Kritikerin, vor der sich die Ebner von Eschenbach fürchtete und sehr froh war, wenn sie von ihr anerkannt war. Die drei Damen haben auch geraucht und miteinander Karten gespielt.

Danach ging es sozusagen in die literarische Soiree, denn es tauchten zwei schwarzgekleidete junge Frauen auf, von denen eine eine Geige hatte und Strauss Walzer spielte, während sich Claudia Erdheim durch ihre Biografie gelesen hat.

Dann folgte die „U-Bahnstimme“ Angela Schneider und las Gedichte von Betty Paoli und da erschien es mir plötzlich nicht mehr schwülstig, sondern interessant und aktuell und ich schaute auf die Decke und den Luster, der dort hing und dachte, das Ambiente stimmt, nur wir sind mit unseren Jeans und den derben Schuhen falsch angezogen! Das mußte auch Manfred Müller so empfunden haben, der am Schluß sagte, daß vielleicht vor hundertfünfzig Jahren auch Betty Paoli und Ida Fleischl zu den Soirees des Palais Wilczek gekommen sind. Franz Grillparzer war jedenfalls da und da habe ich auch ein Buch gelesen und  noch eine Biuografie auf meiner Leseliste stehen, die allerdings von einem Autor aus der Nazizeit stammt.

2014-06-21

Jahrhundertsommer

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:27

Zum Sommerbeginn ein Sommerbuch, das ich vor zwei Jahren, ungefähr um diese Zeit, ich glaube, aus dem Schrank in der Brunnengasse gezogen habe, als ich zum Geburtstagsfest der Iris ging, das dann nicht stattfand.
Ein weißes Büchlein ohne Cover Kerstin Dukens „Jahrhundertsommer“ – „Ihr persönliches Leseexemplar – unkorrigierte Fassung, Erstverkauf am 7. 8. 2007.- Wir bitten Sie, Rezensionen nicht vor dem Erstverkauf zu veröffentlichen!“
Da habe ich natürlich nachgegooglet und bin darauf gekommen, das Kerstin Duken 2006 den „Brigitte-Romanwettbewerb“ gewonnen hat. Ausgesucht aus 1610 Manuskripten von Julie Zeh, Birgit Vanderbeke, Wladimir Kaminer und dann hat die 1966 geborene Werbetexterin ihr Buch auch noch in zwei Monaten geschrieben.
„Wow!“, inzwischen gibt es noch einen Erzählband und die Autorin, die sich offenbar gar nicht so als solche sieht, schreibt schon am nächsten Roman.
Da frage ich natürlich nach den eintausendsechshundert anderen Manuskripten und würde gerne wissen, was aus ihnen geworden ist, wieviele inzwischen ebenfalls veröffentlicht wurden und wieviele noch in den Schubladen liegen? etwas was man wohl nicht erfahren wird.
Kerstin Duken Erstling ist jedenfalls bei „Goldmann“ erschienen und wenn man zu „Amazon“ googlet kann, man auch das Cover sehen „Ausgezeichnet mit dem „Brigitte-Romanpreis“ steht noch darauf.
Wenn man zu den Rezensionen geht, kann man lesen, daß viele der Besprecher mit dem ausgezeichneten Buch nicht ganz zufrieden sind, daß sie meinen, daß Kerstin Duken zwar schreiben könne, etwas dem Buch aber fehlen würde und dem kann ich mich irgendwie anschließen.
Aber schön der Reihe nach. Um was geht es in dem Buch? Es geht um den Sommer, beziehungsweise drei davon, den von 2002, 2003 und 2006 und es geht um Berlin, die Stadt in dem das Buch spielt.
Jetzt würde ich noch gerne wissen, ob „Berlin“ das Thema der Ausschreibung war, Kerstin Duken, wohnt seit einigen Jahren jedenfalls, wie ihre Heldin Iris, in dieser Stadt. Geboren wurde sie, glaube ich, in der Nähe von Bremen, aber die biografischen Angaben, die man im Netz findet, sind rar. Im Buch gibt es überhaupt nichts davon.
Das Buch ist in drei Teilen gegliedert, von einem Hochwassersommer, Hitzesommer und Fußballsommer, habe ich auch etwas gelesen. Der letztere, der von 2006 bietet die Rahmenhandlung, beziehungsweise den Pro- und den Epilog, dann gehts ins Jahr 2003 und da geht sich Iris in eine Werbeagentur vorstellen, Mark, der Projektleiter erzählt etwas vom „Kundenficken“.
Sie scheint den Job zu bekommen, hat Fantasien vom sozialen Aufstieg, sie wird sich dann noch bessere Markenklamotten kaufen, fährt zu ihrer Familie in das Dorf bei Bremen und besucht die demente Großmutter, dann geht es wieder zurück nach Berlin und zu einer Party. Sie wird in einem Hinterhof überfallen und ausgeraubt, was sie so sehr traumatisiert, daß der Traum vom guten Job zu Ende ist.
Dann gehts in den Jahrhundertsommer von 2003, Iris hat sich verschiedene Wohnungen angesehen und sich im 21. Stock eines Plattenbaus mit Portier und Hausmeister in der Leipziger Straße niederlassen. Sie geht am Abend oft aus, sprecht Männer oder Frauen an und verbringt die Nacht in ihren Betten. Und sie ritzt und schneidet sich. Raoul kommt zu Besuch, bietet ihr einen Auftrag an, besucht sie mehrmals und erpresst sie dann, als er ihre zerschnittenen Arme sieht.
Aber Iris ist eigentlich ohnehin schon am Aussteigen bzw. umsatteln, hat ihr doch eine Freundin, da sie oft in den Gesichtsaal zusehen geht, eine Zeitungskolumne vermittelt. Da gibt es eine merkwürdige Bekanntschaft zu einer merkwürdigen Sekretärin die Absencen oder eine gespaltene Persönlichkeit hat. Jedenfalls kauft sich Iris zwei Psychologiebücher, eines über Borderline und eine über multiple Persönlichkeiten.
Sie beginnt auch eine Beziehung zu einem Rechtsanwalt und der zweite Teil endet mit einer großen Schneiderei. Während im Epilog des Jahres 2006, alles überwunden oder zumindest zum Teil gelöst scheint.
Berlin ist ein hartes Pflaster und die Karrieren der jungen Frauen von 2002 bis jetzt, sind sehr schwierig, da wird Cola light getrunken, Gummibärli gegessen, geraucht, gesoffen und geschnitten, nicht nur in Kerstin Dukens Buch, da habe ich schon einiges andere gelesen und man könnte auch denken, wenn man pessimistisch ist, daß die Iris vielleicht, die erwachsene Maulia Schmitt werden wird..
Was mich an dem Buch ein wenig störte, war das rasante Darüberhasten über das Leben einer jüngeren Frau in der Großstadt, über die man nicht wirklich viel, als die Schwierigkeit des Lebens, erfährt, ein bißchen wird über das Leben und Gewohnheit resumiert, es aber keine wirkliche Handlung, mit Aufbau, Konflikt und Entwicklung gibt.
Der Brigitte-Romanwettbewerb, habe ich ergooglet, war einer für Debuts und hat es offenbar von 2004 bis 2008 gegeben. Er hatte immer eine hohe Bewerberzahl, also circa zweitausend Debutanten, die dafür einen Roman schrieben oder schon geschrieben hatten, was auch sehr spannend ist, daß eine Frauenzeitschrift so viel kreatives Poetental fördern kann. Interessant aber, daß ich die Namen der anderen Preisträger noch nie gehört habe und ihre prämierten Werke nicht zu mir durchgedrungen sind.
Und jetzt auf in den Sommer, der vielleicht genauso heiß und hoffentlich psychisch weniger anstrengener wird.
Ich verlinke noch zu einigen anderen Berlin Büchern, die mir auf die Schnelle einfallen und die mir dazu passen scheinen.

2011-02-16

Hundert Bücher

Filed under: Uncategorized — jancak @ 14:33

Ich bin ja keine besondere Freundin der Challenges der Bücher-Blogger und das Literaturgeflüster ist auch nicht der übliche Bücherblog, obwohl mich Bücher ja sehr interessieren und ich auch ein Faible für Bücherlisten habe, bzw. einen großen Vorrat an noch zu lesenden Büchern, die ich bewältigen will.
Daß die meist sehr jungen Bücherblogger sich gern selbstgewählten Aufgaben stellen, habe ich aber mitbekommen und das Projekt 31 Bücher in 31 Tagen, das letzte Mai in vielen Blogs herumgeisterte und von den meisten auch vorzeitig beendet wurde, hat mich zu einem gleichnamigen Artikel veranlaßt, in dem ich aber nur geschrieben habe, daß ich da nicht mitmachen werde.
Trotzdem haben sowohl die offenen Bücherschränke, als auch Leselustfrust, als die noch viel gelesen hat, meine Lesequote sehr gesteigert und der Bücherturm im Badezimmer ist jetzt auch besonders hoch.
Sechzehn Bücher habe ich dieses Jahr schon gelesen, elf im Jänner, im Februar bis jetzt fünf und wenn das so bleibt, könnten es bis Jahresende hundert werden. Neunzig waren es ja schon im letzten Jahr und da bin ich bei Charlousie auf eine Challenge gestoßen, die mich aus diesen Grund interessiert, da ich mich ja immer wieder dabei ertappe nachzudenken, in welcher Reihenfolge ich meinen SUB auflesen werde. Neue Bücher bringen in diese Planung zwar regelmäßige Schwierigkeiten, aber mir selbst und meinen Lesern eine Liste der hundert Bücher aufzustellen, die ich 2011 lesen will, ganz egal, ob und wie ich das dann schaffe und wie ich im Laufe des Jahres umdisponieren werde, ist eine Verlockung, der ich diesen Nachmittag einen Extraartikel widmen will, bevor ich am Abend zur literarischen Soiree in Radio Kultur Cafe gehen werde, meine Leser können beobachten, wie gut ich die Vorlage erfülle oder ob ich schließlich was ganz anderes lese.

1. Jurij Brezan „Die grüne Eidechse“
2. Karl Olsberg „Das System“
3. E.Y. Meyer „Eine entfernte Ähnlichkeit“
4. Hanns-Josef Ortheil „Hecke“
5. Roddy Doyle „Das Frittenmobil“
6. Jurek Becker „Jakob der Lügner“
7. Renata Serelyte „Blaubarts Kinder“
8. Sophie Kinsella „Prada, Pumps und Babypuder“
9. Batya Gur „Denn am Sabbat sollst du ruhen“
10.Dorothee Elmiger „Einladung an die Waghalsigen“
11. Dai Sijie „Balzac und die kleine chinesische Schneiderin“
12.Peter Henisch „Morrisons Versteck
13.Angela Leinen „Wie man den Bachmannpreis gewinnt“
14.Michael Scharang „Komödie des Alterns“
15.Gustav Ernst „Beste Beziehungen“
16.Evelyn Grill „Das Antwerpener Testament“
17. Lydia Mischkulnig“Schwestern der Angst“
18. Angelika Reitzer „unter uns“
19. Ludwig Laher „Verfahren“
20. William Kotzwinkle „Hot Jazz Trio“
21. Johanna Tschautscher „Jeanne d Arc beendet den heiligen Krieg“
22. Sebastian Fitzek „Die Therapie“
23. Boris Chersonskij „Familienarchiv“
24. Ludwig Roman Fleischer „Aus der Schule“
25. Sigfrid Maron „Schmelzwasser“
26. Alfred Paul Schmid „Fünf Finger im Wind“
27. Fabian Burstein „Statusmeldung“
28.Dirk Stermann „sechs österreicher unter den ersten fünf“
29. E.A. Richter „Das leere Kuvert“
30. Nicole Engbers „Hexen hexen heimlich“
31. Heinrich Steinfest „Der Mann, der den Flug der Kugel kreuzte“
32. Louis Begley „Lügen in Zeiten des Krieges“
33. Martina Paura „love sheriffs“
34. Wilhelm Genazino „Mittelmäßiges Heimweh“
35. Ingrid Noll „Die Apothekerin“
36. Harry Mulisch „Augenstern“
37. Gaby Hauptmann „Fünf-Sterne-Kerle inklusive“
38. Katharina Hacker „Die Habenichtse“
39. Rolf und Alexandra Becker „Gestatten mein Name ist Cox“
40. Sibylle Berg „Gold“
41. Ildiko von Kurthy „Mondscheintarif“
42.Thomas Glavinic „Das Leben der Wünsche“
43. Linda Barnes „Carlotta steigt ein“
44. Gustav Ernst „Frühling in der Via Condotti“
45. Tina Grube „Männer sind wie Schokolade“
46. Arno Geiger „Alles über Sally“
47. Ingrid Noll „Der Hahn ist tot“
48. Edda Helmke „Pepsi im Waschsalon“
49. Sara Paretsky „Tödliche Therapie“
50. Hannelore Valencak „Vorhof der Wirklichkeit“
51. Hera Lind „Das Weibernest“
52. Henning Mankell „Die Rückkehr des Tanzlehrers“
53. Paulo Coelho „Elf Minuten“
54. Philip Kerr „Das Wittgenstein-Programm“
55. Evelyn Grill „Winterquartier“
56. Polina Daschkowa „Die leichten Schritte des Wahnsinns“
57. Arno Schmidt „KAFF auch Mare Crisium“
58. Sasa Stanisic „Wie der Soldat das Grammofon repariert“
59. Alois Hotschnig „Leonardos Hände“
60. Clemens Meyer „Die Nacht, die Lichter“
61. Heiner Link „Frl.Ursula“
62. Ray Bradbury „Friedhof für Verrückte“
63. Lily Sauter „Ruhe auf der Flucht“
64. Benjamin v. Stuckrad-Barre „Soloalbum“
65. Erica Pedretti „Valerie oder Das unerzogene Auge“
66. Christoph Hein „Von allem Anfang an“
67. Frank McCourth „Die Asche meiner Mutter“
68. Elisabeth Gürt „Was jetzt Cornelia?“
69. Annemarie Selinko „Heute heiratet mein Mann“
70. Eva Bakos „Ein wunderbarer Wüstling“
71. Sven Regener „Herr Lehmann“
72. Bruno Schulz „Die Zimtläden“
73. Michaela Falkner „Du blutest, du blutest“
74. Max von der Grün „Stellenweise Glatteis“
75. Hans Lebert, Podium Portrait 50
76. Orhan Pamuk „Das stille Haus“
77. Paula Fox „Der kälteste Winter“
78. Märta Tikkanen „Persönliche Fragen“
79. Ralf Rothmann „Der Windfisch“
80. J.M.G. Le Clezio „Die Wüste“
81. Thomas Hettche „Ludwig muß sterben“
82. Ilona Lütkemeyer „Mit achtzig Seiten um die Welt“
83. Rudolf Lasselsberger „Tanz in den Mai“
84. Wolfgang Herrndorf „In Plüschgewittern“
85. Anna Gavalda „Zusammen ist man weniger allein“
86. Thomas Wollinger „Die Archäologin“
87. Reinhard Kaiser-Mühlecker „Wiedersehen in Fiumcino“
88. Kurt Klinger „Podium Portrait 12“
89. Josef Burg „Ein Stück trockenes Brot“
90. Peter Handke „Wunschloses Unglück und andere Prosatexte“
91. Ernst Fischer „Das Fanal“
92. Harald Schmidt „Mulatten in gelben Sesseln“
93. Philip Roth „Exil Ghost“
94. Birgit Vanderbeke „Sweet sixteen“
95. Judith Hermann „Sommerhaus,später“
96. Seher Cakir „Zitronenkuchen für die sechsundfünfzigste Frau“
97. Gerrit Wustmann „Beyoglu blues“
98. Joseph Zoderer „Die Farben der Grausamkeit“
99.Iris Grädler (Hg) „Sommer am Meer und anderswo“
100. Grzegorz Kielawski „So wie du kann jeder aussehen“

Jetzt ist der achtzehnte Dezember und ich habe gerade das letzte Buch nämlich Thomas Wollingers „Die Archäologin“ verlinkt und zu diesem Zeitpunkt schon 108 Bücher gelesen. Bis zum Ende des Jahres kommen wahrscheinlich noch drei bis fünf Bücher dazu. Soviel, wie ich noch nie in einem Jahr gelesen habe und dank der vielen Bücherschränke, die es auf einmal gibt, war das gar nicht schwer. Ich habe die Bücher im Gegensatz zum vorigen Jahr ziemlich linear hinuntergelesen, bzw. die Rezensionsexemplare, die es noch immer gibt, auch wenn das, wahrscheinlich durch die entsprechenden Bücherblogdiskussionen, wirklich etwas schwerer wird, vorgezogen und natürlich im Sommer die Harlandbücher, die weiter unten angefügt ist. Als ich von der Sommerfrische zurückgekommen bin, war die Liste bis auf Platz hundert gefüllt, so daß ich zweite Liste angelegt habe, bei der ich auch bleiben werde. Also weiter alle meine Bücher verlinken und ich habe auch ein System geplant, das ich ab nächsten Jahr ausprobieren will. Nämlich die Jahresliste bis auf Platz sechzig mit den SUBs auffüllen und dann jede Woche, wenn es eines gibt, ein neues Buch dazuschreiben, so daß ich wieder auf hundertzehn bis hunderzwanzig Jahresbücher komme, was zu schaffen ist.
Die Hundert Bücher Challenges ist also ein Erfolg geworden und hat den Zweck erfüllt eine Übersicht über meine Bücher zu bekommen und auf keines zu vergessen und wenn ich es noch schaffen sollte, im nächsten Jahr wirklich nur ein bis zwei Bücher pro Woche dazu zu bekommen, kann ich die Bücher auch so einigermaßen lesen.

2010-09-08

Fünfhundertmal

Filed under: Uncategorized — jancak @ 09:19

Das ist der fünfhundertste Eintrag ins Literaturgeflüster, das es seit 3. Juli 2008 gibt und in das ich sehr oft täglich schreibe. Da ich ein bißchen legasthen veranlagt bin, habe ich schon im April geglaubt, es wäre so weit.
„Leben ohne Geld“ war aber erst der vierhundertste Eintrag und mein euphorischer Bericht, wie eine „erfolglose“ Autorin versucht mit möglichst wenig Geld durchs Leben zu kommen, hat einige Gemüter erregt. Anni Bürkl ist seither bös auf mich, was ich noch immer nicht verstehe und da hat es im Sommer auch diese Diskussion gegeben, wieviel an Qualifikation es braucht, damit man die Bücher, die man liest, besprechen oder einen Blog führen darf?
Nun halte ich mich, was die Literatur betrifft, durch mein schon siebenunddreißigjähriges Selbststudium in allen ihren Bereichen, für sehr kompetent und, daß das Internet jeden die Möglichkeit gibt, seine Meinung öffentlich zu äußern, für eine der wenigen Segnungen des Technikzeitalters und wünsche mir die Leser so mündig, daß sie selbst entscheiden, was sie lesen und was nicht.
Die Diskussion war aber interessant und auch Leselustfrusts Idee daraufhin ihr Blogkonzept zu überdenken, hat mich zum Nachdenken gebracht.
Aber ich habe ja kein solches, sondern schreibe wirklich nun schon fünfhundert Mal vor mich hin, wenn ich mir das Literaturgeflüster aber durchlese, sehe ich eine Leitlinie, denn es ist immer etwas da über das sich schreiben läßt.
Neue Bücher, neue Lesungen, der neue Literaturskandal, die Buch Wien, der Nobelpreis, die Namen der Shortlist zum deutschen Buchpreis, die heute bekannt gegeben wird, mein eigenes Schreiben… und das fasziniert mich alles sehr.
Die Jahreszeit bietet die nötige Struktur, so fließt von selbst dahin und kann dem, der es will, interessante Einblicke in das Literaturleben bieten, die er sonst vielleicht nicht bekommt und natürlich auch in die Schreibwelt der Eva Jancak, das ist sicher auch ein Motiv, das ich nicht unterschätzen will und so flüstere, schwätze, paudere ich dahin und bin sehr damit zufrieden.
Als ich vor einer Woche mit Susanne Schneider in der Ausstellung über den Osterspaziergang des 1. Wiener Lesetheaters von 2004 gestanden bin, haben wir über das Tagebuchschreiben im Internet gesprochen. Sie hat es ein wenig skeptisch gesehen, schließlich sind das ja sehr intime Bereiche und ich schreibe sehr offen über das, was mich bewegt. Ich schreibe aber über Literarisches und das, was im weitestens Sinn dafür in Frage kommt und das ist, wie man sieht, sehr viel, so daß sich fast täglich ein Artikel ausgeht. Die Literatur fließt in und durch mein Leben und wer es wissen will, ich nehme mir immer vor, nur jeden zweiten Tag zu schreiben und halte meinen Vorsatz nicht, weil es soviel zum Schreiben gibt.
Trotzdem habe ich im Sommer ein ganzes Romanrohkonzept geschrieben, an dem ich nun korrigiere. Ich bin halt eine Marathonschreiberin und es wird wohl so weitergehen, daß ich zu Weihnachten den sechshundersten Artikel präsentieren kann.
Ich würde auch gerne wissen, was meine Leser, von denen einige keine Literaten sind, am Literaturgeflüster besonders interessiert?
Die Literaten aus den Bundenländern sagen mir manchmal, es wäre der Bericht über die Wiener Literaturveranstaltungen und wenn ich in meine Statistik schaue, war eine Zeitlang der Artikel über Uwe Tellkamps „Turm“, als ich nach dem Vorbild von Judith Schevola fragte, der Hit. Da gibt es immer noch Aufrufe und auch die Besprechung von „Scherbenpark“ wird sehr oft angesehen, andere, wie zum Beispiel der „Kaiser von China“ dagegen kaum. Vielleicht hat mich da wer an prominenter Stelle verlinkt. Ansonsten geht mein literarisches Leben fröhlich weiter. Ich bin wieder nach Wien zurückgekommen und gestern, da ich einen Gutschein für einen Eiscafe im Columbus Center hatte, in die Buchlandung dort gegangen, in die ich sonst nicht oft komme und habe prompt mit einem dicken Büchersack nach Haus getragen. Lagen doch versteckt in einer Ecke, ein Euro Bücher, die meisten aus dem Folio Verlag.
Darunter Gerhard Ruiss Oswald von Wolkensteins Lieder Nachdichtungen aus 2007, die bei Rund um die Burg noch vorgestellt werden. Dann eine Erzählung von Martin Kubaczek „Strömung“, „Reise nach Brjansk“ von Olga Sedakova, Maria E. Brunners „Was wissen die Katzen von Pantelleria“ und E.Y. Meyers „Eine entfernte Ähnlichkeit- Eine Robert Walser Erzählung“.
So weit so gut und sehr erfreulich, beim Einschlichten in meine Regale hatte ich aber Schwierigkeiten, weil alles schon voll und es kann ja nicht sein, daß ich mir um den 10% Gutschein, den ich zum Geburtstag von der grünen Erde bekommen werde, schon wieder ein Bücherregal kaufe und insgeheim darauf hoffe, daß der Nachbar seine Wohnung verkauft, um Bücher nach Hause zu schleppen, die ich realistisch betrachtet, gar nicht alle lesen kann.
Also habe ich gestern nicht versucht, mir das Buch von Angelika Reitzer zu erschnorren. Den Martin Kubaczek und den E.Y. Meyer werde ich mir aber ins Badezimmer legen.
Von den bisherigen Preisbüchern zum deutschen Buchpreis habe ich das Julia Francks „Mittagsfrau“ und Uwe Tellkamps „Turm“, sowie die „Atemschaukel“ der Nichtpreisträgerin Herta Müller gelesen.
Für 2010 tippe ich auf Peter Wawerzinek, der mit Jan Faktor, Thomas Lehr, Melinda Nadj Abonji, Doron Rabinovici und Judith Zander auf die Shortlist gekommen ist.

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