Literaturgefluester

2009-06-15

Jeannie Ebner und Monika Bargmann

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:29

Im Institut für Wissenschaft und Kunst in der Berggasse finden die tollsten Vorträge, Buchpräsentationen und Seminare im meist kleinen bis sehr kleinen Rahmen statt.
Im Mai gab es die Buchpräsention „Gina Kaus -Schriftstellerin und Öffentlichkeit“, vor einem Jahr stellte Raimund Bahr seine Nachlaßarbeitspläne zu Erika Danneberg vor und heute gab es in der Reihe „Frauennetzwerke in Wissenschaft und Kunst“ für die Susanne Blumesberger verantwortlich ist, Monika Bargmanns Vortrag zu „Jeannie Ebner als Mentorin österreichischer Schiftstellerinnen nach 1945“, das war, nachdem ich vor allem in ihren letzten Lebensjahren einige sehr beeindruckende Begegnungen mit der Dichterin hatte und auf Monika Bargmanns Jeannie Ebner Blog vor einem Jahr gestoßen bin, natürlich interessant, so daß ich hingegangen bin, obwohl ein Befund zu schreiben war und das Epsylon noch nicht eingetragen und ich bin ein paar Minuten nach halb sieben in den Vortragssaal gekommen, wo die Referentin und die Moderatiorin, sowie Evelyn Adunka und noch ein Paar gesessen sind.
Ein totaler Luxus im Vergleich zu gestern in der Wotruba-Kirche, wo der ORF die Prominenten interviewte, während sich dafür kaum jemand interessierte, obwohl das Institut für Wissenschaft und Kunst regelmäßig die Progammhefte versendet und der Eintritt gratis war.
Ich kenne Jeannie Ebner wahrscheinlich aus den Siebzigerjahren, als ich angefangen habe, mich mit Literatur zu beschäftigen und ich habe einem meiner frühen Texte auch ein Zitat von ihr vorangestellt.
„Die Liebe ist des Weibes ganzes Wesen, der Mann hat dazwischen zu tun!“
Ich glaube, das ist aus der „Wildnis früher Sommer“, das ich in den Siebzigerjahren gelesen habe und habe ihr, glaube ich, auch einmal etwas geschickt. Persönlich kennengelernt habe ich sie viel später, in der Gesellschaft für Literatur, da stand sie schon etwas hilflos herum, erzählte jedem, daß sie nur mehr Kartoffelpürree essen könne und sich vor dem Mittersteig fürchte, bei dem Frauenspaziergang mit der Frau Bezirksrat Steininger haben wir sie auf einer Bank sitzen gesehen, da hat sie uns auch gleich viel erzählt und Paul Wimmer hat sie bis vor ihrem Tod vor fünf Jahren betreut.
So weit meine Begegnungen mit der Dichterin, als ich „Holzfällen“ gelesen habe, hatte ich keine Ahnung von den Anspielungen, die habe ich, glaube ich, erst durch die Dissertation der Frau Millner begriffen. Ich habe eben nicht Germanistik studiert, sondern bin Autodidaktin und vor mehr als einem Jahr bin ich beim Surfen, da habe ich auch angefangen, mich richtig mit dem Internet zu beschäftigen, auf Monika Bargmanns Jeannie Ebner Blog gekommen, den ich seither verfolge und auf die Bibliothekarin gestoßen, die ihre Diplomarbeit über die Dichterin schrieb, aber durch den Tod von Wendelin Schmid-Dengler das Thema gewechselt hat.
Jetzt schreibt sie über Science Fiction oder so und hält darüber morgen auch einen Vortrag im Rahmen der Bezirksfestwochen in der Wien Bibliothek, da kann ich aber nicht hingehen, weil ich Stunden habe, bin aber auch kein so besonderer Science Fiction Fan.
Monika Bargmann ist sicher eine Blog-Pionierin und führt einige und heute habe ich sie persönlich kennengelernt.
Es ist zwar von den Frauennetzwerken bald zu den Männer übergegangen. Hatte Jeannie Ebner ein Verhältnis zu Thomas Bernhard? Sie hat es in ihren Briefen bestritten, aber Alois Vogel oder war es Alois Eder hätte das einmal in einem „Tag für Tag“ so gesagt. Und dann kamen noch so brisante Klatschgerüchte, wie hatte sie Verbindung zu Nazi-Dichtern oder gar zum CIA in ihren Briefen zur Sprache.
Jeannie Ebner hat jedenfalls die Frauen sehr gefördert und war der Meinung, daß sie viel solidarischer als Männer miteinander umgehen.
Da muß ich widersprechen, ich habe mit den Frauengruppen, die ich kenne, eher negativere Erfahrungen gemacht und mich stärker ignoriert als von Männern gefühlt, die haben mich eher einmal irgendwohin eingeladen, bei Frauen habe ich das Konkurrenzdenken stärker empfunden, aber bei Jeannie Ebner war das anders und Monika Bargmann, die den Nachlaß ordnete, hat viele Dankschreiben gefunden und auch den Briefwechsel mit Hilde Spiel zitiert.
Da fallen mir natürlich die drei Förderer der Fünfziger und Sechzigerjahre ein, Hans Weigel auf der einen, Hermann Hakel auf der anderen Seite und Rudolf Felmayer dazwischen. Aber es gab natürlich auch die Erika Danneberg und die hat Monika Bargmann ebenfalls erwähnt. Es war also ein interessanter Abend, wo ich sehr viel lernte oder Vorhandenes auffrischte.
Jetzt muß ich nur schauen, daß ich mit dem Kerstin Hensel Buch weiterkomme, damit ich es endlich rezensieren kann und meinen SUB Beitrag zu Ernesto Cardenal habe ich inzwischen auch gefunden und zwar ist das ein Sammelband mit Gedichten aus Nicaragua, den ich wahrscheinlich von einem der Büchertürme der Literatur im März mitgenommen und nicht gelesen habe, jetzt könnte ich das beispielsweise tun.

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2019-05-09

Dacia Maraini in der Gesellschaft für Literatur

Die Grand dame der italienischen Literatur, wie ich sie genannt habe, als ich sie vor zwei Jahren in der Hauptbücherei hörte, die 1936 in Fiesole geborene Dacia Maraini, die unter anderen mit Alberto Moravia befreundet war, hat heute ihr neues, wieder bei „Folio“ erschienenes Buch „Drei Frauen“ in der „Gesellschaft für Literatur“ vorgestellt und der Veranstaltungssaal oder die beiden Säle, es gibt ja auch einen Vorraum, wo bei Bedarf Sessel hingestellt werden und man dann nur wenig sieht, war sehr voll.

War ja nicht nur die „Gesellschaft“ sondern auch das italienische Kulturinstitut und der Verlag die Veranstalter.

Ursula Ebel hat wieder eingeleitet, Andreas Pfeifer mit der Autorin gesprochen und übersetzt und Bettina Rossbacher die deutsche Übersetzung gelesen.

Es waren aber, glaube ich, viele  italienisch Sprechende  im Publikum. Gustav Ernst und seine Frau, die italienisch Übersetzerin Karin Fleischanderl habe ich auch gesehen und in den Buch geht es, wie bei meiner „Absturzgefahr“  und, ich glaube, auch in der „Miranda“,  um eine Mehrfrauen-Generation, die im selben Haushalt leben, bei mir sind es fünf, bei Dacia Maraini nur die Großmutter, die Mutter und die Tochter, sechzig, vierzig und siebzehn Jahre alt und die Großmutter, eine ehemalige Schauspielerin, die jetzt Spritzen gibt, weil das Theater keine Hauptrollen für sie hat, ist moderner, als die Tochter Maria, die Übersetzerin ist, sie übersetzt Madame Bovary, wurde das nicht schon längst ins Italienische übersetzt und schreibt Briefe an ihrem Freund Francois, weil sie das internet haßt, die Großmutter scheint es dagegen geläufig zu benützen und Lori, die siebzehnjährige, liegt mit ihrer Mutter in Clinch. Natürlich sie ist Mitten in der Pubertät und läßt sich einen Drachen auf den Rücken tätowieren, ist für Sex statt Liebe, während die Mutter für Romantik ist.

Diese drei Stellen wurden gelesen und immer wenn Andreas Pfeifer etwas mehr von der Handlung verraten wollte, hat eine Frau im Publikum auf Italienisch geschrieben, daß er das lassen soll.

Obwohl er nur verraten hat, was ohnehin im Programm steht, daß  im Buch dann ein Mann auftaucht, in dem sich alle drei verlieben und dadurch ihr Leben durcheinander kommt.

Das ist dann die Geschichte und der Spannungsaufbau und irgendeine, wahrscheinlich Maria würde ich vermuten, fällt ins Koma und kommt  dadurch wieder zu sich, weil ihr Madame Bovary vorgelesen wird.

Da hat die Stimme wieder geschrieen. Natürlich man soll lieber das Buch kaufen und signieren lassen, was auch sehr viele taten und um das Lesen ist es in dem Gespräch mit der Autorin, die eine sehr freundliche Frau ist, auch gegangen.

Warum man lesen soll? Damit die Verlage verdienen, ist wohl nicht die richtige Antwort und natürlich, wie es mit der italienischen Gesellschaft ausschaut?

Das war die erste Frage an die Autorin und da steht in der Zeitung und habe ich auch im Radio gehört, daß in Turin eine Buchmesse stattfindet und ein faschistischer Verlag daraus ausgeladen wurde.

Das hat mit dem neuen Roman von Dacia Maraini wohl nicht sehr viel zu tun, ist aber wahrscheinlich das, was die Leute interessiert und als ich in der U-Bahnstatin mein Buch aus der Handtasche genommen hatte, ich lese gerade, vielleicht ganz passend oder auch nicht, den Thilo Sarrazin, wurde ich von einer Dame unterbrochen, die mich auf die Lesung angesprochen hat, so daß ich mich eine Station lang mit ihr unterhalten habe.

Sie war sehr begeistert von der Grand dame der italienischen Literatur, der Feministin und Frauenrechtlerin, Alberto Moroavia hat dagegen ja eher traditionell geschrieben und hat nach österreichischen Vergleichsautorinnen gefragt? Da wäre mir nur die Jeannie Ebner eingefallen, weil die österreische Grand dame die Friederike Mayröcker und auch Elfriede Jelinek ganz anders schreiben und da wäre ich wieder bei meiner „Absturzgefahr“ und meinen fünf Frauen gelandet, denn die sind ja der Roman im Roman und werden von einer Schreibtrainerin namens Fritzi Jelinek betreut.

2019-05-08

Christine Lavant Ausstellung

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:20
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Die 1905 geborene Christine Habernig, geborene Thonhauser,die sich nach dem fluß Lavant nannte und 1973 in Wolfsberg gestorbene ist, gehört sicher zu den österreichischen Ausnahmedichterinnen.

Krank und arm und möglicherweise sehr katholisch und sie ist auch eine der Dichterinnen, die Hilde Schmölzer in ihrem in den Siebzigerjahren erschienenen „Frau sein und schreiben“ veröffentlicht hat.

Daher kenne ich auch den Namen, einen Gedichtband habe ich einmal in einem offenen Bücherschrank gefunden und im Literaturhaus hat es auch einmal eine Lesetheateraufführung gegeben. Jetzt gabs eine Ausstellung „Ich bin eine Verdammte, die von Engeln weiß“, die von Annemarie Türk kuratiert wurde.

Eine Lavant Gesellschaft gibt es auch und als ich so um dreiviertel das Literaturhaus erreichte war es schon sehr voll, obwohl ich extra beim Bücherschrank gewartet habe, um nicht zu früh zu kommen.

Den Kärntner Germanisten Klaus Amann, Leiter des „Musil Archivs“ und Herausgeber der Lavath-Gesamtausgabe habe ich gesehen und Karin ,Ivancsiscs, Ljuba Arnautovic, Karin Peschka und und und lauter elegante Damen und Herren, die mir nicht viel sagten.

Die Ruth hat sich später zu mir gesetzt und mit den elften teil von ilse Kilic  und Fritz  Widhalms „Verwicklungsroman“ übergeben. Robert Huez hat eröffnet, dann hat der Präsident der internationalen Lavant-Gesellschaft, Hans Gasser, ein paar Worte gesprochen und ein bißchen genauer hat dann Annemarie Türk in die Ausstellung eingeführt, die ich eigentlich von den zweisprachigen „Wieser-Ausgaben“ und Kulturkontakt kenne.

Die Ausstellung, das hat schon Robert Huez in seiner Einleitung erwähnt, befaßt sich nicht so sehr mit dem Werk der Ausnahmedichterin, sondern mit den Zeichnungen, die sie selbst oder andere über sie angefertigt haben. Es gab aber in einer Vitrine ihre Schreibmaschine zu sehen und drei Filmbeispiele gibt es auch. Einer davon ist ein Schulfernsehfilm aus dem Jahr 1968, den Jeannie Ebner und Hermann Lein gestaltet haben.

Es gab nach der Einleitung ein Musikprogramm und zwar hat die Muskerin und Sängerin Ramona Kasheer, die ich, glaube ich, schon bei der letzten „Kritlit“ im Weinhaus Sittl hörte, wieder vier ihrer Gedichtvertonungen gesungen und dazu erklärt, wie wichtig diese Texte für sie sind.

Es gab dann, wohl bei Ausstellungseröffnungen, zu denen ich ja nicht so oft gehe, üblich, ein Buffet, das heißt Gespräche mit der Ruth, dem Chemiker Manfred und einem Schulfreund vom Alfred.

Ein Begleitprogramm „Lavant Lesen I -III“ wird es in den nächsten Monaten auch geben.

Mal sehen, ob ich zu einem zwei oder drei Prommapunkten komme? Es war jedenfalls interessant und so kann auch ich die Ausstellung, die es noch bis September im Literaturhus zu sehen gibt, wärmstens empfehlen.

2018-04-26

Zwei runde Geburtstage

Die „Autorinnen feiern Autorinnen-Reihe“, die Julia Danielcyck eingeführt hat, als sie Literaturbeauftragte der Stadt Wien wurde, gibt es jetzt zum fünften Mal.

Das erste Mal hat Marlene Streeruwitz Berta von Suttner gefeiert und es gab gleichzeitig, glaube ich, ein Fest der FPÖ, so daß die Besucher herumgeführt wurde, damit sie nicht vom Buffet mitnaschen konnten.

Danach hat Marlene Schachinger Betti Paoli gefeiert, Marie von Ebner Eschnenbach gefeiert von Ruth Klüger folgte und im letzten Jahr hat Julija Rabinowitsch Mela Hartwig vorgestellt und heuer war statt Else Feldmann zum Anschlußjahr, wie ich es mir eigentlich wünschen würde, Jeannie Ebner dran, weil die ihren hundertsten Geburtstag im November feiern würde und Peta Ganglbauer, die GAV-Präseidentin und experminetelle Autorin, die im April sechzig wurde, wurde zum Feiern ausgewählt, was ich eigentlich, als die einzige Gemeinsamkeit zwschen den beiden Autorinnen sehen würde und Petra Ganglbauer hat in den Archiven der Wien Bibliothek über die, wie sie meinte, inzwischen vergessene Autorin geforscht, aber sie, wie sie betonte, leider nicht persönlich gekannt, nur ein oder mehrmals gemeinsam publiziert hat.

Da ist sie wohl, wie ich motzen könnte, niemals in die „Gesellschaft der österreichischen Literatur“ gegangen, denn da war die 2004 Gestorbene öfter zu Gast und ich habe mich auch öfter mit ihr unterhalten und mir ihre Angst, die sie hatte, weil sie in der Nähe der Justizstrafanstalt Mittersteig wohnte, vor den Insassen hatte, angehört, etwas, was ich damals, glaube ich, nicht wirklich verstanden habe, jetzt aber sehr wohl würde.

Dann gabs einmal einen literarischen Spaziergang durch Margareten mit der Frau Bezirksrat Steininger, glaube ich, hat sie geheißen, die mich auch in die Szene Margareten eingeladen, aber kein Honorar gezahlt hat, so daß die Lesung, 2002, glaube ich, nicht stattfand, obwohl die Einladungen schon gedruckt waren und wir sind durch den Durchgang, den es am Mittersteig gibt, in Richtung Zentagasse, Frage an alle, wer wohnt wohl da, gegangen und haben, die schon etwas hilflos wirkenden alte Dame mit einer Zigarrette zwischen den Fingern, auf einer Bank sitzen sehen.

„Das ist die Frau Ebner!“, habe ich gesagt, worauf sich alle auf sie stürzten und sie fotografierten und nein die Frau Mayröcker haben wir dann in der Zentagasse natürlich nicht getroffen, nur erwähnt, daß die Lebensmenschin von Ernst Jandl dort wohnen würde und ich bin in den Siebzigerjahren, als ich zzu Schreiben begonnen habe, auf das Buch „Die Wildnis früher Sommer“ gestoßen, da meine schwester oder meine Mutter Mitglieder der „Buchgemeinschaft Donauland“ waren und irgendwie habe ich wohl gehört, daß Jeannie Ebner, die große Mäzenin oder Literatenförderung ist und ich habe ihr, glaube ich, etwas geschickt, aber keine Antwort bekommen, dafür eines meiner früheren Werke, keine Ahnung mehr, was da war, mit einem ihrer Zitate „Die Liebe ist des Weibes ganzes Wesen, der Mann hat dazwischen zu tun!“, geschmückt.

Dann ist etwas später Thomas Bernhards „Holzfällen“ erschienen und damals noch keine Ahnung, daß Jeannie Ebner, die Mitherausgeberin der Zeitschrift „Literatur und Kritik“ wohin ich auch meine frühen Texte schicke, das Vorbild der, Jeannie Billroth war.

Dann sind die Jahre vergangen und die literaturbegeisterte Literaturgeflüsterin hat Jeannie Ebner in der „Gesellschaft für Literatur“ angesprochen und, als sie dann pflegebedefürftig war, wurde sie, glaube ich, von Paul Wimmer, der ja auch in der Krongasse wohnte und inzwischen auch  schon verstorben ist, betreut.

So weit meine Jeannie Ebner Erinnerungen, als ich dann schon bloggte, bin ich auf dem Blog von Monika Bargmann gestoßen und war auch bei einem ihrer Vortrage über Jeannie Ebner in der Berggasse und inzwsichen habe ich wahrscheinlich auch auf Jeannie Ebner vergessen , so daß es sehr gut ist, daß Petra Ganglbauer, die experimentelle Autorin mein Gedächtnis auffrischte, aber erst hat wieder eine Frau Nowak, wie im letzten Jahr die Veranstaltung eröffnet und zum Glück vergessen, darauf hinzuweisen, daß ihr Maria Lassnigs Zilk-Porktrait nicht gefällt.

Dann kam Julia Danielczyk und erzählte schon was über die Autorin und ein O-Ton Beispiel aus dem Jahr 1976 gab es auch.

Brigitte Schwens-Harrant hat wieder einen Teil der Rede in der Wiener Zeitung angedruckt, die auf den Sitzen lag, obwohl sich Petra Ganglbauer eigentlich nicht an die Reihenfolge gehalten hat.

Sie hat in ihrer Rede, die Werke der Autorin zitiert, ihre Beziehung zu Thomas Bernhard erläutert, der damals bei dem literarischen Abendessen der Literaturmäzenin im Ohrensessel saß und über die fürchterliche Literaturszene resumierte. Das Buch habe ich mir, glaube ich, gleich nach Erscheinen, ich war damals Assistenin an der II HNO Klinik, gekauft und auf unsere Wochenendereise nach München, die wir damals öfter machten, mitgenommen und natürlich nichts verstanden obwohl ich mich ja schon damals sehr für die österreichische Literaturszene interessierte und bin darauf glaube ich erst später als Alexandra Miller ihr bei „Braumüller“ erschienene Dissertation in einem Salon der Nationalbibliothek vorstellte.

Inzwischen ist Jeannie Ebner, wenn ich das richtig verstanden habe, vergriffen und ich müßte nachsehen, ob und was von ihr, ich in den Bücherschränken gefunden habe und nach der Rede konnte man sich am Büchertisch umsehen. Es gab  Wein und andere Getränke. Ich habe mich mit der Angela, dem Josef und noch einigen anderen Stammbesuchern unterhalten.

Gertraud Klemm war da, Ilse Kilic, Fritz Widhalm und sicher noch eineige andere Autoren. Daniela Strigl und Monika Bargamnn auch und es war sehr interessant von einer Autorin zu hören, die auch ich inzwischen fast vegessen habe und das nächste Mal, schreibe ich wieder, würde ich mir Else Feldmann, als gefeierte Autorin wünschen, von der ich  einige Bücher gelesen habe und die 1942 in Sobibor umghekommen ist und ich würde mir sogar zutrauen, die Laudatio zu halten, werde aber höchstwahrscheinlich nicht gefragt.

Und es gibt zwischen Petra Ganglbauer und Jeannie Ebner, wie mir jetzt noch eingefallen ist, abgesehen von der Sprache, doch einige Gemeinsamkeiten, so engagieren sich beide ja sehr für die Autoren, die eine als GAV-Präsidentin, die andere war glaube ich bei den IG-Autoren aktiv und schreibpädagogische Interessen kann man bei beiden höchstwahrscheinlich auch orten, auch wenn sich Jeannie Ebner vielleicht nicht als sloche verstand.

2017-09-24

Margaretner Sonntag

Filed under: Alltagsgeplauder,Veranstaltungen — jancak @ 15:55
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Ich lebe ja schon über zwanzig Jahre in Margareten, im fünften Wiener Gemeindebezirk. Aufgewachsen bin ich in Hernals in einem alten Gemeindebau in der Wattgasse. 1977 zog ich  als Studentin in die Otto Bauergasse, später mit dem Alfred in die Gumpendorferstraße. Dann hatte ich Anfang Neunzig einePraxis in der Reinprechtsdorferstraße. Eine Zeitlang sind wir auch von Harland nach Wien gependelt und seit Ende 1990 habe ich meine Praxis und meine Wohnung in der Krongasse und seit da beschäftigte ich mich  auch mit dem Bezirk, beziehungsweise der Kunst und Kultur die des dort gibt.

In „M.M. oder die Liebe zur Germanistik“, habe ich darüber geschrieben und mit der Frau Bezirksrat Steininger, habe ich meinen ersten Frauenspaziergang durch Margareten gemacht.

Ich erinner mich genau, da sind wir in dem Cafe gewesen, das sich in dem Haus befindet wo die Mutter von Bruno Kkreisky geboren wurde und als wir in die Zentagasse wollten habne wir da bei den Bankerln bei dem Durchgang zur  Siebenbrunnengasse Jeannie Ebner getroffen und gleich angesprochen.

Das Wiener Lesetheater hat seinen Ostersapziergang 2009 durch Margareten gemacht.Da habe ich an einigen Stationen gelesen, darunter im Cafe Standard mein Gedenken an Elfriede Gerstl die da gerade gestorben war und wir haben den „Read!!ing room“ besucht, wo ich inzwischen mehrmals gelesen habe und der ja selbst Bezirksrundgänge macht. Einen habe ich einmal besucht und jetzt hat mich der Alfred auf einen Wiener Frauenspaziergang aufmerksam gemacht die Petra Unger veranstaltet und dem Bezirk anbiegtet.. Drei solche hat sie und einer ist den Künstlerinnen, vorwiegend bildende, wie sich herausstellen sollte, gewidmet und es war wieder sehr interessant, was es alles in dem Bezirk gibt, beziehungsweise wer dort gelebt hat, was ich nicht wußte.

So zum Beispiel Teresa Feodowna-Ries eine Bildhauerin, die von Russland nach Wien gekommen ist, da in der Laurenzgasse lebte, wo der Spaziergangbegonnen hat.

Und Petra Unger scheint eine sehr kämpferische Frau zu sein, so flocht sie in ihrem Vortrag immer wieder Beispiel der Unterdrückung der Frau ein. So haben Frauen lange nicht an der Akademie studieren dürfen, sondern mußten Privatunterricht nehmen. Teresa Feodowna-Ries hat sich aber trotzdem durchgesetzt und auch eine Skulptur geschaffen, die immer noch im Kongreßpark steht.

Dann ging es weiter zu einer Volksschule in die Gassergasse, in der sich einmal das „Sulkowski Theater“, befand wo eine Burgschauspielerin namens Stella Hohenfells laufgetreten beziehungsweise geprobt hat.

Und in dem Hochhaus in der Leopold Ristergasse, Petra Unger nannte es „Prominentensilo“ und zeigte ein Foto aus einem Artikel her, wo das so bezeichnet war und das in meiner „M.M. Geschichte“ auch vorkommt, hat die Schauspielerin Gretl Schörg gelebt, die als „Fiaker Milli berühmt geworden ist, aber auch Christine Busta.

Dann wares schon aus mit der Literatur und es ist in die Siebenbrunnenfeldgasse zu dem ehemaligen Atelier einer bildenden Künstlerin gegangen, die aber inzwischen im sechsten Bezirk tätig ist  und danach zum sozialen Wohnbau der Neunzehhundertdreißgerjahre, sprich den Gemeindebauten erbaut aus der Breitnerschen Wohnbausteuer, wo es am Gürtel ja ein paar sehr große gibt, die ich während meiner „M.M.-Recherche“  auch abgegangen bin.

Wir gingen als zum Matteotti-Hof, wo es eine Gedenktafel, des von den Faschistisn ermordeten italienischen Politiker gibt und Petra Unger erklärte, daß bei dem Wohnbau tamals immer ein Teil  der Kunst gewidmet werden mußte. So gibt es in diesen Gemeindebauten  auch Bronzereliefs und Skulpturen und man könnte jetzt fragen, was der sozialistische Gemeidebau und die „Matteotti- Gedenktafel“ mit den Frauen zu tun hat?

Richtig, sie wurde von einer Frau gestaltet  und dann ging es in die Brandmayergasse und zu Ulrike Linbacher, die ja die „Nazi-Idylle-Tafel“ umgegstaltet hat und woch vor kurzem auch gewesen bin, um mit der Ruth den öffentlichen Raum zubeschreiben.

Petra Unger wies hier auf die Familienidyllen hin, meinte, daß Familie nicht Privatsache sei und, daß es erst durch die zweite Frauenbewegung bessere Gesetzte für die Frauen gibt und man bei den Wahlen, die ja bald auf uns zukommen aufpassen muß, daß diese Rechte nicht wieder still und einfach verschwinden und in eine falsche Idylle übergehen, worauf Ulrike Linbacher mit ihrer verkehrten Schrift auch aufmerksam machen wollte.

Weiter ging zum Siebenbrunnenplatz. Hier wies Petra Unger auf Haldis Scheicher hin, deren Atelier zwar geschlossen war, die sich aber sehr für die Umgestaltung der Reinpreichtsdorferstraße und für die Begrünung des Siebenbrunnenplatzes einsetzte und zuletzt ging es zum Künstlerhaus und ich dachte, ha?, denn das befindet sich ja am Karlsplatz. Also dachte ich, es wäre ein neues, aber es gibt, was ich nicht wußte, ein Ausweichquartier in der Siebenbrunnengasse mit einer aktuellen Ausstellung die Petra Unger sehr empfohlen hat.

Das war es dann. Petra Unger wies noch auf ihre Website und ihre anderen Themenspaziergänge hin.Ich ging nach Hause wo  mich der Alfred der da ja sehr fortschrifttlich ist, bekochte und am Nachmittag gibt es wieder das traditionelle Sturmfest im Schloßquadrat, was ja auch eine Margaretner Institution ist.

2016-12-13

Fünfzig Jahre Literatur und Kritik

Die „Alte Schmiede“ hat ja seit einigen Jahren eine eigene Zeitschriftengalerie und auch eine eigene Veranstaltungsreihe, wo immer wieder die Literaturzeitschriften dieses Landes vorgestellt werden und heute war „Literatur und Kritik“, diese Salzburger Zeitschrift, die dem „Otto Müller Verlag“, der ja manchmal so freundlich ist, mir seine Bücher zu schicken, an der Reihe.

Karl Markus Gauss, der die Zeitschrift jetzt gemeinsam mit dem Verleger Arno Kleibel, einem Enkel von Otto Müller, der 1937 den Verlag gründete, herausgibt, war im Programm angekündigt, wurde dann aber vom Verlagsleiter vertreten, der kurz die Verlags-beziehungsweise Zeitschriftengeschichte erzählte.

1966 wurde die Zeitschrift von Gerhard Fritsch gegründet, dann wurde sie lange von ihm und mit Jeannie Ebner herausgegeben, zwischenzeitlich war dann auch Kurt Klinger der Leiter, bis Arno Kleibel Karl Markus Gauss dafür gewann, der es eine Zeitlang mit Max Bläulich von dem ich ja ein Buch gelesen habe, machte, jetzt machen es die beiden allein, geben fünf Hefte pro Jahr heraus und bemühen sich qualitätsvolle und anspruchsvolle Literatur dabei zu bringen.

Mir ist es ja leider nie gelungen etwas in der Zeitschrift zu veröffentlichen, einmal hat mir das Karl Markus Gaus in einem Brief begründet, warum er meine Texte nicht nimmt, jetzt schicke ich nicht mehr hin und der fünfzigste Jahrgang wurde auch von drei durchaus anpruchsvollen Autoren präsentiert.

Der Schwede Richard Swartz, dessen Präsentation seines Wiener Flohmarktlebens ich einmal in der „Alten Schmiede“ hörte, war der erste und er brachte einen Text über den braven Soldaten Schwejk, in dem er es bedauerte, daß den die Tschechen nicht so schätzen.

Was mich ein wenig wundert, denke ich doch, daß der in Prag sehr wohl vermarktet wird. Wir hatten auch eine zeitlang so eine kleine Figur in unserem Auto hängen und ein Denkmal gibt es in Prag, glaube ich, auch.

Aber natürlich ist diese Figur nicht so lustig, wie sie wahrscheinlich von Fritz Muliar dargestellt wurde, sondern tieftraurig und wenn der Roman zu Ende ist, Jaroslav Hasek hat ihn ja nicht fertiggeschrieben, hat Josef Schwejk, wie Richard Schwartz betonte, die Kriegsfront noch nicht erreicht.

Dann kam Milena Michiko Flasar, wie Arno Kleibel, wie er betonte, in St. Pölten geboren und las einen Text der in der Mai Nummer erschienen ist, wo es um die Schriftstellerin, als Mutter geht und sie von ihrem kleinen Sohn  berichtete, neben dem sich die Literatur ohne schreiben erleben läßt.

Dann folgte Erwin Riess, in Wien geboren und in Krems aufgewachsen, wie er betonte und er las einen Text, wo der Herr Groll mit dem Dozenten nach Rom fährt und dort, den einziges nicht katholischen Friedhof besucht, wo eine Lehrerin gerade ihre Schüler herumführt und ihnen etwas von „Frankenstein“ erzählt und das Grab von Antonio Gramsci, der zwischen 1923 und 1924 in Wien war und sich dort mit Wilhelm Reich im Kaffeehaus traf, befindet sich dort auch.

Von dem Kaffeehausbesuchen wird man aber erst in der nächsten Nummer lesen können. So wünschte Arno Kleibel einen schönen Abend und ich bin mit der Ruth ein Stück bis zur Oper gegangen, die mir erzählte, daß sie während ihres Rom-Aufenthalte, die hatte dort eine Stipendium, diesen Friedhof öfter besuchte.

2015-02-20

Creative brunch goes night

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:26

Der fünfte Bezirk ist bezüglich seiner Kulturinitiviativen sehr rührig und sehr engagiert, es darf nicht viel kosten, aber sonst ist es sehr bemüht, das war schon so Ende des vorigen Jahrhunderts, als ich da einmal im Rahmen eines EU-Wahlkampfes auf der Gasse vor der Wiener Bücherei gelesen habe.

Ich habe die Ankündigung in der Bezirkszeitung gefunden, wurde eingeladen, bzw. auserwählt, habe dann, glaube ich, aus meiner „Verwechslung“ gelesen, ein Kind hat gesagt „Wie lang liest die noch?“, die Frau Bezirksrat Steiniger hat mich unterbrochen. Vorher hat der Hannes Swoboda mir noch das Mikrophon gerichtet, es gab ein Buffet und der Edie Winter hat mir das Programm der Szene Margareten gegeben.

Ich habe irgendwann meine „Wiener Verhältnisse“ hingeschickt, die nicht angekommen sind, die Frau Bezirksrat gab mir dann, ich glaube, es war 2002 einen Termin für eine Lesung, die Programme waren schon gedruckt und eines davon hängt noch in meinem Wohnzimmer.

Dann ging ich zu einer Lesung kurz davor, fragte nach dem Honorar, der Herr Winter hat mich ausgeladen, der Bezirksvorsteher dem ich einen Brief schrieb, hat sich hinter ihn gestellt und irgendwann wurde ich dann wieder zu einer Lesung eingeladen, wo es Honorar gab, ich hab ein Stück aus „Tauben füttern“ gelesen.

2005 oder so im Rahmen einer Lesung während der Festwochen, da ging es, glaube ich, um Musik oder Mozart, sogar einen Preis gewonnen, einen Buchgutschein bei „Thalia“, dann kamen die Feste für Kunst und Kultur in Margareten, wo ich beim zweiten Mal dem Bezirksvorsteher zu lange, ich glaube, aus der „Heimsuchung“ gelesen habe.

Er hat mich dann nie wieder eingeladen, aber jetzt gibt es eine neue Bezirksvorstehung unhd ein neues Fest für Kunst und Kultur.

Ich letzte Jahr habe ich da aus der „Anna“ gelsesen, heuer ist wieder eine Einladung vor ein paar Tagen gekommen, ich habe mich mit der „Miranda“ beworben. Mal sehen, was und ob etwas daraus wird und das Kreativenbruch gibt es, glaube ich seit 2013, vier Mal wurde es schon Veranstaltet, das erste Mal in der Siebenbrunnengasse, beim zweiten Mal war ich nicht und wahrscheinlich in Harland, beim dritten Mal im Herbst im ehemaligen Finanzamt in der Kriehubergasse und jetzt ging das Brunch in die Nacht, das heißt die Veranstaltung fand um sieben in der Galerie in der Krongasse 20, also mir genau gegenüber, statt.

Die Musikerin Bernadette Zeilinger, die beim letzten Fest für Kunst und Kutlrur ein Konzert gegeben hat und mit der ich beim Come together im Herbst ins Gespräch gekommen bin und die mir seither die Einladungen zu ihren Veranstaltungen schickt, betrat vor mir die Galerie.

So kam ich gleich ins Gespräch mit ihr. Es gab Wein, Soetti und Poffertjes, das ist ein Palatschinkenteig, der in kleinen Förmchen herausgebacken wird. Die Bezirksvorsteherin war da und ihre Stellvertreterin, die offenbar vor kurzem Geburtstag hatte und die Reste ihrer Geburtstagstorte spendete.

Gabi Rökl vom Readingroom war da, die das erste Fest für Kunst und Kultur organisierte und bei der ich immer noch einige Bücher liegen habe und dann kam Rhea Krcmarova, die wie sie mir erzählte, jetzt auch im fünften wohnt, ein Stipendium und auch bei „Wartholz“ den zweiten Preis gewonnen hat und sonst noch eine Menge jüngerer und auch ältere Leute, die in Margareten Kunst und Kultur betreiben.

In der Galerie Hinterland stellte ein syrischer Künstler aus, die Galeristin stellte ihn kurz vor, es gab eine Videoperformance, Getränke, Snacks und viele Gespräche und ich bin jetzt gespannt auf das nächste Fest für Kunst und Kultur, wo mir persönlich ja die Literatur immer ein wenig zu kurz kommt, obwohl wir in Margareten ja eine sehr berühmte Künstlerin haben und als ich einmal vor Jahren oder sind es schon Jahrzehnte, zum Frauen- oder Kunstspaziergang mit der Frau Steiniger durch Margareten ging, haben wir in dem Durchgang in der Siebenbrunnengasse, die Jeannie Ebner mit einer Zigarette sitzen sehen, die gleich ein sehr freundliches Interview gab, aber inzwischen schon gestorben ist.

Und was meine eigene Schreibwerkstatt betrifft, so kann ich vermelden, daß ich mit der Korrektur von „In Namen des Vaters“ fertig geworden bin.

Den Beschreibungstext habe ich am Nachmittag kurz vor fünf geschrieben. Um sechs hätte ich eine Stunde gehabt, als die Klientin nicht gekommen ist, habe ich mich entschloßen mit der „Bibliophilin“ oder wie der Arbeitstitel lautet „Verwandlungen einer Bilbiophilin“ beognnnen und habe bis kurz vor sieben, die erste noch völlig unkorrigierte Szene geschrieben, mit der ich aber nicht sehr zufrieden ibn.

2013-04-19

Holzfällen und Niedermetzeln

Filed under: Uncategorized — jancak @ 10:16

„Bislang unentdeckte, ja geradezu nicht für möglich gehaltene Zombietexte von Thomas Bernhard, Peter Handke, Franz Kafka, Johann Nestroy, Arthur Schnitzer & Joseph Roth“, steht am Buchrücken.
Stimmt nicht ganz, denn die Texte wurden durch Curt Cuisine und andere von der Hydra-Gruppe tippunterstützt, mit Anknabberhilfe souffliert, Untergangsunterstützt, bzw. ungehobelt Reimgeholfen“ etc und so spaziert Thomas Bernhard dreiundzwanzig Jahre nach seinem Ende, als Zombie mit der Metallaxt von der Grinzinger Gruft auf den Graben und in die Kärntnerstraße, versucht der „stumpfsinnig machenden Isolation“ zu entkommen und gerät prompt in die Arme des Ehepaars Auersberger, die er dreiundzwanzig Jahre nicht gesehen haben und ihm vom Selbstmord der Jolanda erzählen und zu einem kannibalischen Abendessen in die Gentzgasse einzuladen, das sie einen berühmten Burschauspieler nach der Dracula-Aufführung geben wollen.
Sitzt der ewige Grantler als Zombie verkleidet im Ohrensessel und denkt über die Achtzigerjahre nach, bzw. an das was passierte, seit er in der Gruft verschwand.
Da gab es nämlich ein „abscheuliches Brüderpaar, das in Klagenfurt anzutreffen ist, einen selbsternannten Freizeitjäger und nebenberuflichen Ministerialsgatten, einen waffenschieberischen Blutsauger der verlogensten Art und selbstverständlich auch noch einen geschniegelten und gestriegelten Vorzeigeschwiegersohnzombie und grinsenden Exfinanzministerleichnahm.“
Einen „sogenannten Landesvater der sich in seinem protzigen Dienstwagen überschlagen hat“, gab es natürlich auch und einen „grinsenden Zahntechnikerzombie von dem der Protagonist nicht einmal eine Leberkäsesemmel kaufen will“.
Er sitzt also mit seiner Axt auf dem Ohrensessel, denkt und schimpft und Curt Cuisine hat in seinem Nachwort geschrieben, daß ihm die Berhardsche Schmutzwäsche nicht interessierte und er den Text gekürzt und andere Personen einführte, sich aber nicht damit begnügte, das Wort Mensch nur durch Zombie zu ersetzen.
So kommen also nicht nur die Auersberger und die Elfriede Billroth vor, sondern auch ein paar junge Dichter, die die Namen „Glavunoc und Kohlmann oder Kohlmeier oder Kohldampf“ tragen und unser Protagonist hätte statt der Einladung zu folgen in der Gruft besser“ Handke, Horvarth oder Roth oder Artmann“ gelesen.
Am Ende erscheint der Burgschauspieler, Herr Auersberger verwechselt die Mary Shelly mit Bram Stoker, das kannibalische Abendessen wurde natürlich nach Jamie Oliver zubereitet, der Schauspieler hält seine Haßtiraden, verwandelt sich in einen Wehrwolf, beißt die Billroth und den Auersberg tot und Papa Bernhard kehrt in seine Gruft zurück.
Dann geht es mit Jürgen Miedl weiter zu „Leutnant Grusel“, der sitzt im Konzert und wartet bis es zu Ende ist, weil er „keine fünf Minuten mehr stillsitzen“, kann. Dann beginnt aber gleich einiges zu passieren, die Soubrette, eine Ungarin, ein schöner Zombie schlägt dem ersten Geiger die Schädeldecke ein und ein Zuschauer beißt den Dirigenten in den Hinterkopf, bevor es in die Pause geht. Der Leutnant seine Vorgesetzten trifft, den süßen Mädeln beim Handküßen, den ganzen Arm abreißt und so weiter und so fort mit dem „Metzelwetzel“, wo man nur „Putzfrau möcht ich keine sein von derer Oper!“, stöhnt und schließlich in „Hirne, Hirne, Ach, Hirne, mein ich!“, enden kann.
Wesentlich moderner wirds bei der „Verwesung“ von Franz Kafka mit soufflierender Anknabberhilfe durch Konrad J. Gregor, denn da wird Gregor Samsa eines Morgens in einen Zoombie verwandelt und der scheint einer der Schüler zu sein, die die Nächte vor den Computerspielen verbringen und sich den Wecker statt um acht, um zehn stellen, weil sie zwar nicht in die Schule gehen, aber irgendwann weiterspielen wollen. An diesem Morgen schafft er es nicht den Fernseher aufzudrehen, so daß die Mutter, die eine erstaunliche altmodische, wahrscheinlich die Originalsprache hat, als sie ihm mitteilt, daß sie zu einem Geschäftsessen aufbricht, doch die Türe zu seinem Zimmer öffnet, weil sie sich Sorgen um ihn macht, was ihr nicht gut bekommt, weil sie vom Zombiesohn gleich überfallen wird, das Gleiche passiert der Schwester, die etwas später kommt und ihre Facebook-Statusmeldungen niederschreibt, nur der Vater bleibt eine Respektperson, der kommt mit einem Stapel Zeitungen unterm Arm nach Haus und wartet auf das Abendessen, als er bemerkt, daß es nichts damit werden wird, bestellt er im Gasthaus zuerst zwei, dann mit Blick auf den bluttriefenden Sohn, nur eine Portion Zwiebelrostbraten, Frittatensuppe und Sachertorte mit einer Flasche Wein, dreht dem Sohn lautlos den Fernseher auf und liest seine Zeitungen weiter.
Dann kommt eine Anmerkung des Herausgebers „Der folgende Text fand sich im Nachlaß des 1939 verstorbenen Schriftstellers Joseph Roth. Möglicherweise handelt es sich bei diesem Romanfragment um ein früher, nicht veröffentlichtes Konzept zum berühmten „Radetzkymarsch“. allegemein anerkannt unter Literaturwissenschlichen ist aber inzwischen die These, daß dieser Text der einzige ist, den Joseph Roth je nüchtern verfasst hat.“
Dann geht es zu Leutnant Trotta der von Wien und der Frau von Taußig in seine Garnisonstadt zu seinem kaiserlichen Vampirjägerregiment fährt, im Wirtshaus seine Vorgesetzten trifft, die ihn erzählen, daß die Zombies in der Stadt ist, die Regiment muß gegen sie ausrücken, der treue Bursche Onufrij bringt den verletzten Trotta schließlich in ein Krankenhaus um von ihm dann angefressen zu werden.
Konrad J. Gregor hat wieder bei Peter Handke und der „Angst des Zombies vor der Schrotthilfe“, mitgeholfen und erzählt die Geschichte des Zombies Josef Blochs, der nachdem er dazu geworden ist, beißend durch die Stadt läuft, in den Kinos, Hotels und Fußballplätzen die Leichen hinterläßt und sich schließlich nach den Beschreibungen durch die Literatur sehnt.
Und bei dem „Zombielied von Johann Nepomuk Nestroy“: „Da fallen sich die Leute an und beißen sich ganz tot“, scheint überhaupt eine Verwechslung passiert sein, es gibt aber noch zwei andere Gedichte, die wie in der Anmerkung steht, nicht von Nestroy, sondern von zwei anderen Dichtern noch dazu unösterreichischer Herkunft sind.
„Welch ein faux pas. Andererseits… haben nicht auch Deutsche Anrecht auf ein klein wenig Zombietum? Egal. blutegal sogar. Wer die Originale kennt, besucht uns auf hydrzine.at.
Erkannt habe ich nur das Hobellied, das von Ferdinand Raimund ist und mich, die ich ja nicht gerade ein Fan der Satire bin und das Gelächter bei Lesungen und Kabaretts oft nur sehr schwer aushalte, trotzdem bei der Zombieweltliteratur aus Österreich amüsiert.
Das was man in den literarischen Reiseführern als das typisch österreichische, bei Franz Kafka bin ich mir da nicht ganz sicher, nachlesen kann, wird daq fröhlich vom Zombietum durchsetzt. Ein bißchen blutrünstig zwar für die nicht sehr gewaltsame Eva, ja, aber die „Kinder der Toten“ haben mir auch sehr gut gefallen und interessant, daß die Jelinek in dieser Sammlung nicht enthalten ist.
Österreichs Literatur ein bißchen weniger sentimental und so satirisch, daß ich es ausgehalten habe, könnte man sagen und spannend ist es sicher auch, das Ganze mit den Originalen, wenn man es gelesen hat, zu vergleichen.
„Holzfällen“, habe ich gleich nach Erscheinen, an dem Wochenende, als wir nach München in ein Hotel, in dem es zufälligerweise auch einen Ohrensessel gab, gefahren sind und noch nicht sehr viel verstanden. Von der Rolle der Jeannie Ebner, die ich ein paar Jahre vor ihren Tod öfter in der Gesellschaft für Literatur, aber auch in dem kleinen Park, weil sie ja in der Nähe wohnte, öfter traf und dem klagenden Komponistenpaar noch nicht sehr viel gewußt. Jetzt weiß ich ein wenig mehr und habe mich von Thomas Bernhard Negativismen eigentlich abgewendet.
„Holzfällen“, satirisch liest sich aber eigentlich sehr flüßig. Bei der „Verwesung“ habe ich an Milena Michiko Flasars Hikikomoris denken müßen.
Den „Radetzkymarsch“ habe ich im Sommer gelesen, Peter Handke auch einmal im Schnellkurs, betrachte das als Fortsetzung und kann das Buch jeden, der sich über die vielgelobte österreichische Literatur von Josepf Roth bis Thomas Bernhard einmal etwas lustig machen will, empfehlen, die jungen Leute von Hydra haben dabei wahrscheinlich ihren Spaß gemacht und man frischt sein vorhandenes Literaturwissen dabei sicher auf oder sollte ich aufbluten schreiben?

2009-12-03

Die Fünfzigerjahre

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:14

Vom Ohrenschmaus in die Fünzigerjahre. Gibt es da ja im Museum auf Abruf in der Felderstraße derzeit eine Ausstellung „Die Fünzigerjahre: Kunst und Kunstverständnis in Wien“ mit einem literarischen Begleitprogramm, das heißt vier Veranstaltungen zur Literatur.
Zwei davon, nämlich Michael Rohrwassers „Die österreichische Literatur und der kalte Krieg“, sowie Andreas Okupenko liest „Texte aus den Fünfzigerjahren“ habe ich versäumt, aber „Die andere Erzähltradition. Auseinandersetzung mit Krieg und Faschismus in der Literatur der Fünfzigerjahre“ und das Podiumsgespräch mit Alexandra Millner, Daniela Strigl, Friedrich Achleitner und Franz Schuh mit der Moderation von Klaus Kastberger, in zwei Wochen habe ich mir vorgemerkt.
Am Mittwoch also die „Andere Erzähltradition“ eine Reihe von bisher unbekannten Texten der Fünfzigerjahre zum Thema „Auseinandersetzung mit Krieg und Faschismus“ und „Trümmerliteratur“, wie es Evelyne Polt-Heinzl nannte, die die Texte zusammengestellt hat.
Alexander Strobele, ein Schauspieler, der wie ich 1953 geboren ist, hat statt Cornelius Obonya, der im Programm stand, gelesen und es war sehr interessant.
War ich in diesem „Museum auf Abruf“ ja noch nie, sondern vor Jahren in einem, das näher dem Karlsplatz angesiedelt war und da habe ich eimal eine Ilse Aichinger Lesung versäumt, weil ich, schlampig wie ich manchmal bin, es falsch aufgeschrieben hatte und ein anderes Mal kam ich nicht hinein und bin mit Elfriede Gerstl in die Kettenbrückengasse gegangen, bzw. habe ich ihr geholfen, Schuhe dorthin zu tragen, weil sie damals in einem Haus in der Nähe der Apotheke eine Wohnung mit einem Kleiderlager hatte, das sie mir zeigte.
Zwei unvergeßliche Gelegenheiten, die nicht wiederkommen und dieses Museum auf Abruf, vis a vis dem Rathaus, ist viel größer, es beherbergt auch die Artothek und die erste Person, auf die ich gestoßen bin, war Alexandra Millner.
Ich bin ein bißchen in den Ausstellungsräumen herumspaziert und habe mir die Bilder der Fünfzigerjahre angeschaut. Es gab einen dicken Katalog und ein paar Stammbesucher. Die weißhaarige Dame, die, glaube ich, mit den Vornamen Elisabeth heißt und den pensionierten Lehrer, der mir einmal ein Buch abgekauft hat. Sehr wenige Besucher eigentlich für eine so tolle Veranstaltung. Da sieht man wieder das Gefälle der literarischen Veranstaltungen Wiens.
Evelyne Polt-Heinzl hat ihre Veranstaltung zweigeteilt und für beide Teile bisher eher unbekannte Werke ausgesucht und erwähnt, daß es viel mehr als die Wiener Gruppe, nämlich ein paar realistische Autoren gab, die kurz nach dem Krieg Bücher schrieben, die Anfang der Sechzigerjahre verlegt wurden und inzwischen vergriffen sind.
Ein bißchen was weiß ich davon, die Namen Jeannie Ebner und Martina Wied sind mir bekannt und Jeannie Ebner hatte beispielsweise eine sehr schöne Veranstaltung in der Berggasse mit Monika Bargmann im Juni und da waren noch viel weniger Leute.
Hans Flesch-Brunningen, Felix Hubalek, Herta Staub und Rudolf Kalmar waren mir aber nicht bekannt, das heißt Herta Staub ist das nicht das Pseudonym der Adrienne Thomas?
Und da habe ich auch eine ganz persönliche Erinnerungsgeschichte mit dem Buch „Reisen Sie ab Mademoiselle“, das ich mir einmal bei einem Flohmarkt in der Schönbrunner Straße aus einer Kiste zog, die Zuzaks um biografische Daten bat, Google gab es damals offenbar für mich noch nicht und später darauf gekommen bin, ich hab es schon sehr lang in Harland stehen.
Im zweiten Teil, den der Trümmerliteratur nannte Evelyn Polt-Heinzl Oskar Jan Tauschinski mit seinem Roman „Talmi“, der 1963 erschien, in dem er sich auf Alma Johanna König bezieht. Von Alma Johanna König habe ich ein Buch vom Flohmarkt des Richard Jurst gekauft und auch den Artikel in der Anthologie von Evelyne Polt-Heinzl „Zeitlos“ gelesen und Oskar Jan Tauschinsky kenne ich von dem Marie Curie Roman „Wer ist diese Frau?“, den mir die Kinderfeunde zu Weihnachten schenkten. Es gab dann noch Hannelore Valencak, deren „Fenster zum Sommer“ in den Siebzigerjahren im Radio war und jetzt wieder aufgelegt wurde, Robert Neumanns „Die Kinder von Wien“, das ich in den frühen Achzigerjahren gelesen habe, Hertha Pauli, Jeannie Ebner und Hertha Kräftner, alles mir bekannte Autorinnen und wieder Herta Staub, deren von Evelye Polt-Heinzl erwähnten Lebenslauf und die zitierten Gedichte sich allerdings nicht mit der Biografie von Adrienne Thomas deckten.
Die Lesung war aber sehr interessant, nachher gabs Wein, der auf einem Servierwagen im Vorraum ausgeschenkt wurde. Zehn, zwölf Stammbesucher standen herum und es gab eine interessante Diskussion.
Ich fragte Evelyne Polt-Heinzl und Alexandra Millner nach dem Pseudonym von Adrienne Thomas und erwischte beide auf dem falschen Bein. Zum Glück gibts aber inzwischen Google und so weiß ich jetzt, es ist Hertha Strauch und Adrienne Thomas ist wahrscheinlich auch eine interessante Autorin der Fünfzigerjahre.
Für mich jedenfalls, wenn auch Evelyne Polt-Heinzl meinte, daß sie nichts Neues aufzuweisen hätte.
Wieder viel gelernt über die Fünfzigerjahre und den Literaturbetrieb. Ein paar interessante Gespräche geführt, zugehört, Wein getrunken, einige Zeitschriften mitgenommen.
Jetzt freue ich mich schon auf die Diskussionsveranstaltung in zwei Wochen und finde es sehr schade, daß nur so wenig Leute den Weg in das Museum auf Abruf fanden, es gibt aber sehr viele Veranstaltungen, das weiß ich schon und man kann nicht überall sein.

2008-10-10

Abschied vom Literaturprofessor

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:53

Monika Bargmann hat mich in ihrem Jeannie Ebner Blog auf die Wendelin Schmidt-Dengler Gedenkveranstaltung in der Nationalbibliothek aufmerksam gemacht, auf die ich schon gewartet habe, weil ich meine Erinnerungen an den Germanisten der Nation ordnen wollte, die ich in vielfältiger Weise habe, obwohl ich nicht Germanistik studiert und daher nicht, wie andere, eine Dissertation oder Diplomarbeit bei ihm geschrieben habe.
Trotzdem habe ich ihn in den Siebzigerjahren in einer Vorlesung im NIG kennengelernt. Da war er Assistent und hat irgendetwas über die österreichische Gegenwartsliteratur vorgetragen, die mich ja sehr interessierte, obwohl ich Psychologie studiert habe.
Ich werde Dichter, wie das Robert Menasse in den Proseminaren gesagt haben soll, habe ich nicht gesagt, dazu war ich viel zu schüchtern und bin auch in keine Germanistikvorlesung mehr gegangen.
Wendelin Schmidt-Dengler aber später immer wieder bei Veranstaltungen begegnet oder ihn im Radio, bei Ex Libris, beispielsweise, über Bücher sprechen gehört.
Da war er immer in Eile und hat sehr schnell gesprochen. Ein deutlich von der Literatur Getriebener, da würde ich auch Ähnlichkeiten zwischen ihm und mir sehen. Und so hätte ich mich auch gerne mit ihm in ein Streitgespräch über Literatur eingelassen, aber diese Gelegenheit ist leider versäumt.
Er hat mich, glaube ich, gar nicht gekannt, obwohl ich ihn mehrmals bei Veranstaltungen angesprochen habe, in Mürzzuschlag beim Fest für Friederike Mayröcker beispielsweise und ich erinnere mich auch an eine sehr heftige Diskussionsveranstaltung im Literaturhaus, als es um Thomas Bernhards Testament gegangen ist.
Da war er sehr dagegen, es wörtlich zu nehmen, hat das für eine Unmöglichkeit der Literaturgeschichte gehalten und wurde von denen, die das wollten, heftig angegriffen und beschimpft. Darüber habe ich in der Novelle „Das Salz in der Suppe oder wie sich die Zeiten ändern“, geschrieben, wie er mich auch mehrmals zu meinen Geschichten über den Literaturbetrieb inspirierte.
Und er hat sich sehr für die Autoren und die Gegenwartsliteratur eingesetzt. Ich habe ihn aber auch in seiner Überforderung erlebt. So war er mehre Jahre in der Jury der Grazer Autorenversammlung, deren Mitglied er war und war durch seine vielfältigen Aufgaben so überlastet, daß er nur noch „ja“, „nein“ oder „?“ in die Gutachten geschrieben hat, was wieder zu heftigen Diskussionen führte, als dann Franzobel oder Olga Flor abgelehnt werden sollten.
Als Österreich Gastland bei der Frankfurter Buchmesse war, hat er einen Katalog mit den hundert wichtigsten Autoren geschrieben und sein Honorar dem GAV-Notkonto gespendet.
Und ein Vielleser mit nie nachlassendem Interesse ist er auch gewesen, der sich auf seine Pensionierung gefreut haben soll, weil er dann nur mehr als Privatmann forschen kann.
Und weil wahrscheinlich viele ihre Erinnerungen an ihn haben, war die Veranstaltung auch sehr gut besucht.
So habe ich Ann Cotten, Elfriede Gerstl, Herbert J. Wimmer, Daniela Striegl und Brigitta Falkner gesehen, aber auch viele Studenten und Studentinnen.
Und auch das Podium war prominent besetzt. Christoph Ransmayr hat in seinem Protokoll einer Lastwagenfahrt durch Indonesien von der Völkerverständigung durch das Vorlesen einer Zeitung in einer fremden Sprache beeindruckt, Ferdinand Schmatz seine Psalmen vorgetragen, während die ehemaligen Schüler Bernhard Fetz, Juliane Vogel und Ulrich Weinzierl ihre Erinnerungsgeschichten zum Besten gaben und, daß das Archivgespräch am Tag der Nobelpreisbekanntgabe und dem, an dem Josef Winkler den österreichischen Staatspreis bekommen hat, stattfand, ist ja auch interessant.

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