Literaturgefluester

2016-04-08

Wort/Wald&Sound/Forest

Diese „Poetik-Tanz-Performance“, die am Freitag im Wiener Literaturhaus stattfand, wäre mir fast entgangen, wenn nicht Chris Bader auf seinem neuen Blog gestern auf eine Veranstaltung mit Ostap Slyvysky, Judith Pfeifer und Martin Fritz aufmerksam gemacht hätte, in die ich zwar wegen unserer Schreibgruppe nicht gehen konnte, ich habe aber im Programm nachgesehen und entdeckt, daß  am Freitag eine Veranstaltung mit der Tänzerin Marion Steinfellner, die ich, glaube ich, schon einmal in der „Alten Schmide“ mit Gerhard Jaschke gesehen habe, Herbert J. Wimmer und dem Musiker Michael Fischer stattfand, von der ich eigentlich Bescheid wissen hätte könne, da mir Christel Fallenschein, die ich ja heute besuchen hätte wollen, davon erzählte.

So habe ich also davon erfahren, umdiponiert und Mathias und Christel Fallenstein, mit dem Studenten der Sprachkunst, der sie begleitet auch in dem umgeräumten und sehr dunklen Veranstaltungssaal getroffen.

Nach und nach trafen Bekannte wie Evelyn Holloway, Lukas Cejpek , Eva Brenner und andere ein und Marion Steinfellner wickelte sich in grünes Papier, das den Wald darstellen sollte, sie aber nixenartig aussehen ließ und setzte sich damit in eines der Fenster.

Herbert J. Wimmer hatte eine grüne Schleife und grüne Socken und Michael Fischer nahm vor dem Mischpult Platz.

Barbara Zwiefelhofer erklärte in ihrer Einleitung, daß es schon einige dieser Performances zum Thema „Wasser“, etceta gegeben hat, die mir  ebenso entgangen ist und dann ging es los, mit der Bewegung, dem Sound und dem Text.

Marion Steinfellner bewegte sich langsam durch den Raum vom Fenster zur Bühnen und  mit Herbert J. Wimmer zu den Stiegen, um abwechselnd den Text „Ein Wald, ein Wort, das Wort ist der Wald, der Wald ist das Wort, wie man in den Wald hineinruft, etcetera“, aber auch Wortneuschöpfunge, zu zitieren.

Nachher gab es  interessante Gespräche, Christel Fallenstein ist ja so nett und stellt mich immer den anderen vor, den Text einer der vorigen Veranstaltung konnte man in der letzten „Kolik“ kaufen und drei weitere dieser „Text, Sound, Bewegungsperformances“, die mir hoffentlich nicht entgehen werden, sind, glaube ich  geplant.

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2015-07-06

Dicht-Fest auf Deutsch und Slowenisch

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:49
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Das Kurz-Poesie-Festival „Dichterloh“ von Michael Hammerschied veranstaltet, der schöne Folder mit dem am Bleistift sich entzündendten Zigaretteschachtel und dem Jandl-Zitat “ Mops rotzt Otto soso“ von Ilse Kilic und Fritz Widhalm, ist mit einem „Dicht-Fest“, dieser von Christine Huber veranstalteten Reihe, die glaube ich, so vier mal im Jahr stattfindet, zu Ende gegangen.

Und weil es in Kooperation mit dem Lyrik-Festival stattfand, war es etwas Besonderes und auf jedenf Fall einmal sehr voll.Herbert J. Wimmer, Cornelius Hell, Günter Vallaster, Ilse Kilic, Fritz Widhalm, Monika Vasik, die sich zwischendurch nach Klagenfurt  begeben hat und dort sehr prominent im Fernsehen oder live stream zu sehen war, Nadine Kegele, Nika Judith Pfeifer, und und und und gelesen haben wieder zwei mal drei Auoren mit einer kurzen Pause.

Christine Huber hat eingeleitet und die Autoren bzw. Autorinnen vorgestellt, das Kärntne rFernsehen hat gefilmt, denn es lasenzwei slowenische Autorinnen und begonnen hat es mit der in Salzburg lebenden Kärntener Slowenin Cvetka Lipus, die einen bei „Drava“ Erschienenen Gedichtband „Belagerung des Glücks“und einen noch nicht auf Deutsch übersetzten Gedichtband hatte.

Dreizehn Minuten pro Autor, pro Autorin und Reinhold Aumaier folgte mit Haikus.

„Schöpfe Leere aus dem Vollen“ 99 Verse bei „Klever“ erschienen. Von Reinhold Aumaer habe ich  im Schrank einmal ein Büchlein gefunden und ein Fußball Büchlein, habe ich, von ihm, glaube ich auch noch und gelesen haben wir zusammen wahrscheinlich bei einer dieser Faschings Lesungen in der „Gesellschaft für Literatur“, wo jeder lesen durfte, dafür aber kein Honorar bekam.

Sehr schön diese Haikus, obwohl sie meiner Nachbarin, glaube ich, nicht gefallen haben.

„Lege Erdbeeren auf dein Haupt und warte, bis der Mond sie hinwegschnmelzt!, beispielsweise und noch achtundneunzig andere.

Dann folgte Klaus Haberl, der glaube ich, einmal auf einer von mir organisierten „Tag der Freihieit des Wortes-Veranstaltung“ gelesen hat mit dem Ex-Liszt Band „Auf den Treppen der Erde“ und nach der kurzen Pause E.A. Richter, mit seinem bei Korrespondezen erschienenen Band „Der zarte Leib“, wo es unter anderem um seine Kindheit und Kindheitserinnerungen geht.

Die Sprachkunstabsolventin und Stadt Wien prämierte Irmgard Fuchs, Jahrgang 1984, folgte mit zwei Zyklen, von denen einer unveröffentlicht war, der zweite in der „Kolik“ erschienen ist und als Letzte, die Slowenin Anja Golob, die ich glaube ich, schon einmal zusammen mit Karin Rick mit einem bei „Milena“ erschienenen Lesbenbuch in der „Alten schmiede“ hörte, jetzt haben mich ihre Gedichte stark beeindruckt.

„Die Hölle kommt von unten, neben dir der Krüppel schläft“  beispielsweise, dann gabs wieder Wein und was zu Knabbern und vorher hat noch Kurt Neumann die vierzigste Saison beendet, obwohl es morgen da noch mit einer Gesprächsreihe Lydia Mischkulnig mit Thomas Stangl weitergeht und am Donnerstag gibt es eine Veranstaltung der „Podium-Sommerlesereihe“, aber dann ist es aus und die einundvierzigste Saison beginnt am sechzehnten September mit einer sechzehntägigien Veranstaltungsreihe zum Thema „WAs ist gute Literatur?“

,Das ist sicher spannend, obwohl meine dabei höchstwahrscheinlich nicht gemeint ist,trotzdem ich sie dafür halte und jetzt auf in einen schönen langen Sommer und nach dem Diensttägigen Praxistag wieder in die Sommerfrische und am Montag habe ich auch ein Stückchen an meinem Sommertext weitergeschrieben, obwohl ich damit nicht ganz zufrieden war.

2013-10-28

Priessnitz-Preis an Anna Weidenholzer

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:26

Der „Priessnitz-Preis, den ich ja seit einigen Jahren verfolge und der heuer zum zwanzigsten Mal an Nachwuchsautoren vergeben wurde, ist ja einem experimentellen Dichter gewidmet und ergeht meistens auch an solche, heuer hat ihn aber Anna Weidenholzer bekommen, die in einer sehr schönen Sprache von Arbeitslosen schreibt und von Randgestalten, ob ich die beiden Juroren Robert Schindel und Gustav Ernst, der am 4. Dezember den Literaturpreis der Stadt Wien bekommt, auf diese Idee gebracht habe, wahrscheinlich nicht. Ich habe aber, glaube ich, mich zu erinnern, im letzten Jahr als als Judith Nika Pfeifer die Preisträgerin war, Gustav Ernst darauf angesprochen und gesagt, ich hätte sie gerne als Preisträgerin und sie hat im letzten Jahr auch einen erstaunlichen literarischen Aufstieg gemacht. Eine junge, 1984 geborene Autorin, deren Werdegang ich ziemlich von Anfang an im Literaturgeflüster verfolgen konnte, von den berühmten „Textvorstellungen“ der Angelika Reitzer, zur „Fm4 Anthologie“, „Etcetera“, etcetera jetzt also der zwanzigste Priesnitzpreis zu dem ich ja immer gehe, obwohl es in der „Alten Schmiede“ wieder „Textvorstellungen“ von Reinhard Wegerth zum Thema „anders reisen“ gab, wo Ruth Aspöck ihr https://literaturgefluester.wordpress.com/2012/11/12/reisen-mit-franz-grillparzer/ vorstellte. Aber die nächsten „Textvorstellungen“ von Reinhard Wegerth zum Thema „Rot weiß Gin“ gibt es ja schon am Mittwoch und da stelle ich „Kerstins Achterl“ vor und ich schreibe ja genauso realistisch, wie Anna Weidenholzer oder sie wie ich und mit dem Thema Arbeitslosigkeit und Randfiguren tun sich offenbar auch immer noch die Laudatoren, Journalisten und andere Literaturexperten schwer, deshalb ist es besonders wichtig, daß diesmal der „Priessnitz-Preis“ eine realistische Stimme bekommen hat, obwohl das Literaturhaus war nicht so besonders voll, als ich es erreichte.
Es war aber der Sascha da, der jetzt wieder mit mir spricht, eine Zeitlang ist er mir ja bös gewesen und Nika Judith Pfeifer, die Vorjahrssiegerin, die mich fragte, wie es mir geht. Alfred Gelbmann, der „Weidenholzer-Entdecker“, der ja ihren „Platz des Hundes“ verlegte war da und Gustav Ernst von der Jury.
Dann auch Anna Weidenholzers Vater und wahrscheinlich einige ihrer Freunde. Robert Huez eröffnete und wies auf das Jubiläum hin. Dann kam Sebastin Fasthuber und erzählte was von dem Mann mit dem Schnurrbart, der sich in einer Weidenholzer Geschichte mit einer Herta in einem Kaffeehaus treffen soll, was irgendwie nicht klappt und sagte, es wäre seine erste Laudatio.
Gratuliere, da hätte ich ihm etwas voraus, aber diesmal werde ich beim „Ohrenschmaus“ keine halten und Gustav Ernst erzählte etwas von einem einstimmigen Jurybeschluß, den der Laudator begründen würde. Aber der kam von der Herta zu der Maria Beerenberger aus den „Fischen“, der arbeitslosen Frau, erzählte, daß Anna Weidenholzer bei den oberösterreichischen Nachrichten im Chronik-Teil gearbeitet hat, da lernt man das Leben kennen und seither spricht Anna Weidenholzer jeden an, über den sie schreiben will. Es kam der Blumenstrauß, die Preismappe und, ich glaube, auch eine Flasche Sekt von Robert Huez und Anna Weidenholzer las im Schnellzug durch die „Fische“, bevor sie das das Glas Wein verkündete, daß es anschließend zu trinken gab.
Da habe ich mich lange mit Alfred Gelbmann unterhalten, ihm um Judith Nika Pfeifers Buch angeschnorrt, Gustav Ernst auf die Anthologie der „Leondinger Akademie“, die ja unlängst gelesen habe und Luis Stabauer angesprochen, er hat mir ein „Kolik“ geschenkt, in dem er einen Text drinnen hat und ich habe Anna Weidenholzer gratuliert, die sich über ihren Preis zu freuen schien und sich bei mir für das Kommen bedankte.
Und Longlistennominierter Jens Steiner hat mit „Carambolage“ den „Schweizer Buchpreis“ gewonnen.

2013-10-27

Gute Gründe

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:38

„Gute Gründe-Texte aus dem 44er Haus“, eine Anthologie mit Texten von neun Teilnehmern der Leondinger Akademie 2011/2012, dem einjährige Lehrgang für literarisches Schreiben, der von Gustav Ernst und Karin Fleischanderl geleitet wird.
„Zum zweiten Mal seit der siebenjährigen Akademiegeschichte“ ist eine solche Anthologie entstanden“, schreibt Gustav Ernst in seinem Vorwort, lektoriert wurde das hundertsechzig Seiten Buch, das bei digitaldruck.at entstanden ist, von Laura Freudenthaler, einer Teilnehmerin und Gustav Ernst erzählt in seinem Vorwort weiter von den acht dreitägigen Wochenendseminaren, in denen sich die Teilnehmer im „44er Haus“ trafen, um „unter Anleitung erfahrener Autoren wie Paulus Hochgatterer, Anna Migutsch, Kathrin Röggla, Robert Schindel, Sabine Scholl und Margit Schreiner Texte zu schreiben, sie in Feedbackrunden zu diskutieren, zu korrigieren und weiterzuentwickeln.“
Wenn man auf Homepage der Akademie geht erfährt man auch, welche Teilnehmer welche Preise gewonnen, welche Bücher wo veröffentlichten und wo sie zu etwas nominiert wurden und es gibt inzwischen sehr berühmte Teilnehmer, wie Judith Pfeifer 2007/08, Anna Weidenholzer, Phillip Weiss, Isabella Straub, Isabella Feimer, 2008/2009, Harald Darer und Marianne Jungmaier 2009/10 und 2011/2012 haben Manfred Donnerbauer, Laura Freudenthaler, Christine Mack, Franz Miklautz, Lydia Mittermayr, Harald Reschitzegger, Andreas Rockenbauer, Luis Stabauer und Maria Tiefenthaller am Lehrgang teilgenommen, bzw. sich an der Anthologie beteiligt.
Die 1984 geborene Laura Freudenthaler, die ich schon einmal in der „Gesellschaft für Literatur“ hörte, hat inzwischen auch ein Stipendium der Stadt Wien bekommen und den während des Lehrgangs entstandenen Texten, merkt man manchmal seine Themenstellung an und manchmal nicht.
So beginnt es mit einer „Vostellungsrunde“ „Ich bin“, wo acht Autoren etwas dazu schreiben und geht mit vielen kurzen Texten weiter.
In Heu“ schildert der 1950 geborene Luis Stabauer, von dem ich vor kurzem den Interviewband „Der Kopf meines Vaters“ gelesen habe, die Gefühle einer Magd, die ihr Kind anbinden muß, um ihrer Arbeit auf dem Feld nachzugehen. Sehr beeindruckend auch sein Text „Abendkakao“ über die Geschehnisse am Spiegelgrund. Dann gibt es einige Abschieds- und Trennungstexte. Der 1964 geborene Harald Reschitzegger schildert in „Mamaschnitzel“ sehr eindringlich die Ablösung eines etwas fünfzigjährigen dicken Sohnes von seiner siebzigjährigen noch dickeren Mama. Die Beiden fahren in der U-Bahn, der Sohn hat eine Freundin eingeladen und will ihr ein Schnitzel braten.
In Haarig“ schildert Christine Mack die Geburt eines Kindes und dann war einmal wohl auch der Dialog das Thema, wo eine Szene beschrieben werden sollte, wo sich zwei Stimmen über ein fremdes bei einer Tür stehendes Kind unterhalten sollten.
Das Thema Schule wird auch zweimal behandelt, da erinnert sich der 1967 geborene Andreas Rockenbauer, der schon einmal einen Drama-Slam gewonnen hat an seinen Schulkollegen Viktor Alexander Zdrachal, der in kackbraunen Opaschuhen zuspät in den Unterricht kommt, dabei eine Hunderer-Packung Taschentücher verliert, zwei Schihauben trägt und und Augenbrauen und Nasenflügeln zuckt und Lydia Mittermayr die 1980 in Volcklabruck geborene Lydia Mittermayr erzählt von „Schwester Ehrentraud“, der strengen Mathematiklehrerin, vor der alle auf das Klo flüchteten, während die Laura Freudenthaler, die seltsame Beziehung eines jungen Mannes zu einer „Großen Frau mit braunen Locken“ erzählt, zu der er offenbar als Kind gebracht wurde, später bei ihr schläft. Sie steht rauchend am Balkon, sagt, daß sie widerständige Kinder mag, geht mit ihm aus und als sie später einen Mann bei sich hat, erleidet er alle Qualen.
In „Sonntagnachmittag“ wird Andreas Rockenbauer sehr realistisch „Ich wäre ein glücklicher Mensch“, pflegt nämlich Alfred Dolatti oft zu sagen, denkt an seine verstorbene Frau, geht Kuchen kaufen, wenn die Tochter mit Mann und Kindern zur Jause kommen und wird langsam vom „Morbus Parkinson übernommen“.
Und in Franz Miklautz, 1971 in Klagenfurt geboren, „Regentropfen, die einander suchen“ wird es fast surrealistisch. Da fährt ein Arzt Zug und beobachtet seine Mitpassanten, ein anderer Motorrad, dann wird er von diesem, der einmal seine Tochter überfahren hat, angerufen „Es gibt keine Wiedergutmachung für Sie, Herr Dr. Ruckhofer“, sagt er und am Ende gibt es einen lauten Knall.
Dann geht es um die Gesundheit.Was macht man wenn man nur mehr ein paar Stunden zum Leben hat oder in der „Röhre“ liegt und nur mehr das „Siemens-Logo“ anstarren kann und nicht weiß ob der Assistent jetzt draußen auf ihn wartet oder schon längst Kaffeetrinken gegangen ist?
In Palliativmediziners Harald Retschitzeggers „Letzte Entscheidung“, wird es noch viel konkreter beziehungsweise spiegeln sie wahrscheinlich seine Erfahrungen in einem Hospitzzentrum ab. Die Frau verlangt von dem Mann zu kämpfen, der will nicht weitere Chemotherapien etc machen.
Und die 1953 in Linz geborene Maria Tiefenthaller Ärztin für allgemein und Psychotherapeutische Medizin erzählt in „Eine irre Fahrt“, einen Ausstieg nach einer Krebsdiagnose einer Frau, die bisher an der Seite ihres Mannes, eines für sie arbeitenden Arztes, funktioniert hat. Jetzt ist die letzte Tochter ausgezogen, sie ist allein und nimmt das Buch, das ihr ihr Bruder ein paar Monate vor seinem Tod schenkte, will mit dem Zug und der besten Reizwäsche nach Wien fahren, landet in einem Schlafwagen nach Venedig und verlebt mit dem Schaffner einen ausgestiegenen Psychiater, weil man auch nicht immer helfen kann, eine „irre“ Liebesnacht.
Sparprogramme und andere Sichtweisen gibt es auch. So verlangt die bestausgebildete Coacherin plötzlich nur mehr vierzig Euro für zwei Beratungsstunden in Christine Macks Minidrama „Beratungshonorar und Harald Retschitzegger nimmt die „Schönheitsoperationen“ satirisch aufs Korn.
Und Lydia Mittermayr erzählt in „Der Mann auf dem Bild“ von einem solchen, der um in Frühpension gehen zu können, sein Bein abgeschnitten und in den Ofen geworfen hat.
In Franz Miklautz „Und sonst gar nichts“, veranstaltet eine Bank für eine Weihnachtsparty eine „drag Queen Show“ und sucht dafür einen Schwarzen, während der ein ehemaliger Schauspieler am Bau und auch sonst keine Arbeit findet. So singt er um seine Frau und seine Kinder auch mit dem Boot nach Europa zu holen, Marlene Dietrichs „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“. Ob die Familie ankommen wird ist nicht ganz klar.
Gar nicht so einfach sich durch die vielen kurzen und manchmal auch etwas längeren Texte durchzulesen, die das ganze Spektrums des Lebens umfangen, spannend neue interessante literarische Stimmen kennenzulernen und herauszubekommen, wer an einen solchen literarischen Lehrgang teilnimmt. Man kann sich, glaube ich, nach Lektüre des Buches einen plastischen Eindruck machen, was in den Workshops der Leondinger Akademie, wo der nächste Lehrgang im November beginnt, so passiert.
„Gute Gründe“ also dieseAnthologie zu lesen. Ich danke Luis Stabauer für das zur Verfügung stellen.

2012-10-31

Priessnitz-Preis 2012

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:19

Seit dem ich diesen Blog betreibe haben Angelika Reitzer, Michael Hammerschmied, Andrea Winkler und Richard Obermayr diesen Preis bekommen, der 1994 von Bundesministerium für Unterricht und Kunst gestiftet wurde. Robert Schindel und Gustav Ernst sind die Juroren und er wird um den 27. Oktober im Literaturhaus vergeben, denn das ist der Geburtstag des 1945 in Wien geborenen und 1985 verstorbenen Dichter. Seit 1998 gehe ich, glaube ich, regelmäßig zu den Preisverleihungen, da hat ihn Sabine Gruber bekommen. An die Verleihung an Xaver Bayer, Olga Flor, Gerhild Steinbuch, Thomas Ballhausen, Ann Cotton kann ich mich erinnern.
Er wird meistens an junge experimentelle Dichter oder Dichterinnen vergeben und so habe ich, weil ich das ja gern tue und meistens sehr daneben liege, im Sommer geraten, wer heuer der oder die Preisträgerin sein wird. Auf Sophie Reyer oder Anna Weidenholzer hätte ich getippt und bin da gar nicht so falsch gewesen. Die 1975 geborene Judith Nika Pfeifer hat ihn bekommen und die kenne ich, seit 2009, da war im Literaturhaus das „Laut lauter lyrik Festival“ und da gab es einen Literaturautomaten, wo man sich ein Foto mit einem Gedicht machen lassen konnte und da war Judith Pfeifer eine der Textproduzenten und die damals entstandene Anthologie, in der Gedichte von ihr enthalten sind, habe ich mit Robert Huez auch getauscht und erinnern tue ich mich noch, daß die junge Frau sehr freundlich und sympathisch war. Sonst war sie in den „Lockstoffen“ und in Patrizia Brooks „Radio rosa Reihe“, jedenfalls gibt es ein gleichklingendes Gedicht, in dem pünktlich zur Preisverleihung erschienenen Gedichtband und ist seit zwei Jahren GAV-Mitglied. Es lagen Kolik Hefte auf dem Büchertisch auf und ich überlegte, als ich zu der Preisverleihung ging, ob Judith Pfeifer eine reine Lyrikerin ist oder auch Prosa schreibt?
Ich bin wieder nicht direkt ins Literaturhaus sondern, um den Umweg der Bücherschränke hingegangen und da traf ich in der Zieglergasse Josef Rieser, der mich zu einer Lesung am 8. November und ich ihn im Gegenzug zu meinem Geburtstagsfest einlud.
Im Literaturhaus traf ich Christel Fallenstein, bei der ich das wiederholte. Hahnrei Wolf Käfer kam und noch einige Leute von denen ich es nicht erwartet hätte.
Judith Nika Pfeifer scheint ein großes Fanpublikum zu haben. Barbara Zwiefelhofer eröffnete und als Geschenk gab es zwei Priessnitzgedichte „Entwachung“ und „am offenen mehr“ aus den 44 Gedichte, der edition neue Texte, die auf die Sesseln aufgelegt waren.
Gustav Ernst hielt eine kurze Einleitung, Barbara Hundegger, die den Preis 1999 bekommen hat und von der ich seit dem Symposium zur Sprachkunst weiß, daß sie sehr hohe Ansprüche an die Lyrik hat, hielt die Laudatio und erzählte einiges über die Preisträgerin, die den Preis bekommen hat, weil sie, wie es im Spruch der Jury heißt „Alltagsbeobachtungen zu witzigen frischen unkonventionellen Klang und Wortgebilden arrangiert.“
Dann kamen die Geschenke, wie es Barbara Zwiefelhofer formulierte, Blumen und wahrscheinlich ein Priessnitzbuch und die Lesung der Preisträgerin und sie vermittelte auch viel von ihrer Freude, diesen Preis und die Anerkennung bekommen zu haben, die man ja, wie ich ebenfalls weiß, braucht, wenn man so still und einfach vor sich hinschreibt.
Nachher gab es wieder was zu trinken, ich habe mich mit Christel Fallenstein, Hahnrei Wolf Käfer, Gustav Ernst und Michael Hammerschmied, der auch im Publkum war, unterhalten, bzw. Syvia Petter zugehört, die von einem Short Story Wettbewerb erzählte.
Im Bücherschrank gab es übrigens eine Unmenge von John Galsworthy, dem Nobelpreisträger von 1932, Rororo Ausgaben, zwei davon habe ich auf meine Leseliste von 2015 gesetzt und ein kleines Büchlein über den amerikanischen Roman von 1980 – 1951, was auch sehr interessant ist.

2012-05-07

funk funk chant

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:53

Oder Radio rosa 6 – „Das laufende Projekt rund ums Erzählen, konzipiert von Patricia Brooks und realisiert in Kooperation mit der Grazer Autorinnen Autorenversammlung. Das Ziel ist verschiedene Formen des Erzählens zu präsentieren – im Rahmen von Performances, die von den jeweiligen Protagonistinnen und Protagonisten gemeinsam erarbeitet und lose choreografiert werden. Das Thema – frei rund um Radio, Radiosendungen, Radioformate“ steht auf dem Programm und in Radio rosa 3 Fritz Widhalm- melamar- elffriede bin ich auch gewesen. Radio rosa 5 habe ich versäumt, weil ich mich nicht vom Buffet des Künstlertreff der Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft losreißen konnte. Jetzt habe ich es wieder geschafft ins Amerlinghaus zu kommen und mir Radio rosa 6 zu geben. Was der Titel „funk funk chant“ bedeuten soll, habe ich zwar nicht ganz mitbekommen, wohl aber, daß die sechste Performance eine durchaus musikalische war. Standen doch Michael Fischer (sound), Christian Katt (Text, Mundharmonika), Jörg Piringer (Sound) und Judith Nika Pfeifer (Text, Ziehharmonika) auf dem Programm und Michael Fischer, ein Musiker und GAV-Mitlied kenne ich von einem kulturpolitischen Arbeitskreis, Jörg Piringer diskutierte vor ein paar Wochen bei der GAV-Veranstaltung „Gibt es den Autor noch im Netz“ und zeigte sich durchaus kritisch bezüglich der Urheberfragen. Christian Katt habe ich bei einer der Poet-Nights kennengelernt, sehe ihn immer wieder bei Veranstaltungen und er ist auch, glaube ich, Christian Loidls Nachlaßverwalter. Judith Pfeifer habe ich bei dem Literaturfestival „laut lauter lyrik“ kennengelernt, wo sie den Literaturautomaten bediente und sie bei den „Lockstoffen“ wiedergetroffen, was auch eine sehr permormative Veranstaltungsreihe ist und Patricia Brooks, die ich seit dem Interview in der Zeitschrift „Buchkultur“ in den frühen Neunzigerjahren kenne und die einmal bei einer von mir organisierten „Tag der Freiheit des Wortes“ – Veranstaltung und bei den „Mittleren VI“ gelesen hat, ist eine durchaus experimentelle Autorin. Das bin ich zwar nicht, sondern schreibe, wie ich erst heute beim Korrigieren meiner „Paula Nebel“ wieder einmal merken konnte, hoffnungslos realistisch, so sehr, daß ich ja Schwierigkeiten habe, als literarisch anerkannt zu werden. Da ich aber einen breiten Literaturbegriff habe und auch über den Tellerrand hinaussehe, bin ich heute gern ins Amerlinghaus gegangen. Obwohl ich mit dem Befund schreiben und meiner 5-Uhr-Stunde ein bißchen spät daran war, bin ich doch zurechgekommen und der Veranstaltungsraum kurz nach sieben, war auch noch ziemlich leer. Susanne Toth war aber, glaube ich, schon da. Gabriele Petricek, die auch sehr viel zu Literaturveranstaltungen zu gehen scheint, ist später gekommen und ein paar mir unbekannte Gesichter sind zwischendurch auch erschienen. Das technische Equipment, das ich bei meinen Veranstaltungen nicht brauche, war schon aufgebaut, die Claudia oder Lisa vom Amerlinghausteam ist neben mir gesessen und hat sich sehr für mein neues Buch interessiert. Dann ist es schon losgegangen. Patricia Brooks hat eröffnet und angekündigt, daß es eine sehr spannende Veranstaltung werden wird, weil spontan improvisiert und dann haben Judith Pfeifer und Christian Katt abwechselnd Texte gelesen, Jörg Piringer, hat, wenn man das so sagen kann, gemischt und Michael Fischer hatte eine Geige und ein Saxophon zur Verfügung und bei den Texten habe ich wieder keine Ahnung, wie sie entstanden sind, habe aber eifrig mitgeschrieben, den das Bloggen ist bei experimentellen Veranstaltungen ja nicht so leicht. Rund ums Radio lautete aber das Thema und das war auch zu erkennen, gab es ja zwischendurch Nachrichtenblocks und Wetteransagen und dann wieder sehr schöne poetische Texte, wo es mir schwer fiel an das Radio zu denken, obwohl Österreich 1, zugegeben, auch sehr poetisch ist.
„Was mache ich mir Gedanken – Der Nordwestwind läßt nach – was in uns eingeht in Muscheln – hören, hören, was ein guter Gugelhupf ist – das Publikum wartet – gehört habe ich ohne Ehrgeiz – ins Wochenende flüchten- der Vorhang zu und alle Fragen öffnen sich wie Blumenblätter- alle spitzen die Ohren – nächste Bitte um Vergebung – Japan – Kambodscha, Österreich, Türkei, – die Welt vergibt nie-“ uswusf…
Christian Katt hat zwischendurch im Dialekt gelesen. Dann waren einige Stellen, wo es nur Musik gegeben hat. Christian Katt mit der Mund – Judith Pfeifer mit der Ziehharmonika. Manchmal kamen die Radiomeldungen auch aus Jörg Piringers Regler und eine schöne Stelle, wo Friederike Mayröcker vom Rundfunk fünfzig Sekunden Zeit bekommen hat, um alles zu sagen, was sie will und sie diese Zeit dann schweigt, hat es auch gegeben.
Sehr spontan, sehr konzentriert und sehr poetisch, Radio rosa 6, die performistische Reihe im Amerlinghaus, die auch ganz spontan mit „und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute“ geendet hat.
Spannend für eine experimentelle Schreiberin, die die Frage mitnahm, wie sie wohl darüber bloggen wird? Es ist gelungen, mit ein paar Zitaten, die hoffentlich nicht das Urheberrecht verletzten, aber Jörg Piringer hat da, glaube ich, ja einen offeneren Begriff und die Phantasie läßt die roafarbige Radioreihe auch beliebig weiterbauen. Mein Radio ist nicht ganz so poetisch, aber ich höre mir auch meistens Nachrichtensendungen an, die ein bißchen vertreten waren und viel klassische Musik, die bei dieser Performancereihe vollständig fehlten.

2011-10-22

GAV-Veranstaltungen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:31

Dieses Wochenende wieder GAV-Veranstaltungen. Das heißt die Generalversammlung findet seit einigen Jahren nur mehr Samstags statt und am Freitag gibt es seit zwei jahren wieder einen kulturpolitischen Arbeitskreis. Das ist eine Veranstaltung, die es in den Neunzigerjahren in Salzburg und in Innsbruck gegeben hat, dann für einige Zeit eingeschlafen ist, weil aber bei den Generalversammlungen immer der Wunsch nach einer politischen Diskussion laut wird, hat ihn Ruth Aspöck vor zwei Jahren wieder ins Leben gerufen.
„Kritik und Wünsche an die GAV lautete das Thema und ich habe meinen Wunsch die Jurykriterien zu diskutieren, artikuliert, bin ich ja eine, die sich mit ihren breiten Literaturbegriff bezüglich Ablehnungen schwer tut.
Inzwischen hat die GAV schon an die sechshundertachtzig Mitglieder, zu den GVs kommt ein kleiner Teil, zum kulturpolitischen Arbeitskreis haben sich zehn Mitglieder eingefunden.
Ruth Aspöck hat ein Papier Rolf Schwendters aus den Neunzigerjahren verlesen in dem es um die Unterscheidung zwischen den etablierten Autoren, dem Nebenerwerbsschriftstellern, den Facharbeitern und der literarischen Bohemiene ging. Daran hat sich seither nicht sehr viel verändert.
Danach teilte Ruth Aspöck rosa Kärtchen aus und ließ uns unsere Assoziationen zur Hochkultur, Subkultur und Literatur aufschreiben. Da sind mir zur Subkultur „Rolf Schwendter, Poet-Night, Cafe Amadeus und Wienzeile, das ist eine Literaturzeitschrift“, eingefallen, zur Hochkultur „der Eventcharakter, die Salzburger Festspiele und Anna Netrebko“ und zur Literatur natürlich „gut und wichtig, zu wenig im Orf vertreten, Buch-Wien, Buchpreis, Buchmessen, Rund um die Burg, Preise, Förderungen, Verlage“.
Daraus entwickelte sich eine interessante Diskussion, wie das mit der Hochkultur und den Operbesuchen ist und ob man Bücher, die auf den Bestsellerlisten stehen, lesen soll?

Ich tue es natürlich, aber ich habe einen breiten Geschmack und die GAV hat sich einmal von dem konservativeren PEN abgespaltet und es ist auch eine interessante Frage, was man sich von einem Schriftstellerverein erwartet?
Danach gab es zweistündige Pause, die ich in der Buchhandlung Morawa verbrachte, um mich durch die Mainstraimbücherberge durchzusehen, die es in in diesem Herbst gibt, bis es um sieben mit der Lesung der Mitglieder weiterging, die im Vorjahr aufgenommen wurden.
Das ist, glaube ich, auch eine Idee, Ruth Aspöcks. Als ich 1987 aufgenommen wurde, hat es eine „Neuerscheinungslesung“ gegeben.
Aber die Idee, daß sich die neuen Mitglieder durch eine Lesung vorstellen, ist sicher interessant. Es gibt auch ein Heft mit Textproben, der zwölf Mitglieder, die im vorigen Jahr aufgenommen wurden. Acht davon haben gelesen.
Susanne Ayoub ein Stück aus ihrem „Baghdadroman“, an dem sie gerade arbeitet. Susanne Ayoub kenne ich ja schon sehr lang und habe sie, glaube ich, in der Szene Margareten in der Pannaschgasse kennengelernt und war auch bei Lesungen aus ihrem Roman „Engelsgift“. Aus „Mandragora“ hat sie einmal bei „Rund um die Burg“ gelesen.
Den 1953 in Salzburg geborenen Wolfgang Eibl kannte ich noch nicht, er hat acht Gedichte gelesen und jedes davon zweimal und empfahl beim zweiten Lesen die Augen zuzumachen, damit man sich die Bilder besser vorstellen kann.
Dagmar Fischer kenne ich auch schon länger, habe sie bei der Poet-Night lesen gehört und war auch bei ihrer Lesung bei den Wilden Worten. Ihr Buch „Lyreley“ habe ich auch zu Haus. Und Gertraud Klemm habe ich im Februar bei den Textvorstellungen kennengelernt, als sie ihr Buch „Mutter aus Papier“ vorstellte. Jetzt las sie einen Auszug aus „Herzmilch“, der auch in den Textproben abgedruckt ist. Martin Klaus M. Menzinger und Sabine Nikolay habe ich nicht gekannt, wohl aber Judith Pfeifer, die zehn Gedichte las, die schon in verschiedenen Anthologien abgedruckt sind. Beim Erich Fried Symposium 2009 „laut lauter lyrik“ bediente sie den Textautomaten, so habe ich ein Foto mit einem Text von ihr neben meinem Bücherregal hängen und ihre Gedichte sind auch ähnlich beeindruckend, wie die von der in Buenos Aires geborenen Victoria Slavuski, die in New York und in Paris lebte und jetzt in Wien Dichterin und Kulturjournalistin ist, die in Englisch und in Spanisch zu schreiben scheint und drei Gedichte las, die von Evelyn Holloway übersetzt wurden.
Heute gings zur Generalsversammlung, wo ich in der Alten Schmiede einige Kollegen wieder traf und neue Mitglieder kennenlernte, mit Margot Koller ihr neues Buch tauschte und es ein dichtes Tagesprogramm gab. Die Veranstaltungen für das Jahr 2012 wurden diskutiert und darüber gesprochen, daß man sich von den Kollegen nicht zu zu vielen Lesungen einladen lassen darf, bzw. sich von ihnen keine Veranstaltung organisieren lassen soll.

Meine „Mittleren VI“ sind aber problemlos durchgegangen. Jetzt kann ich die Veranstaltung, die ich diesmal mit mit Patricia Brooks, Elisabeth Chovanec, Dine Petrik und Lale Rodgarcia-Dara, die ich noch fragen muß, zu organisieren beginnen.
Am Nachmittag gabs wieder eine rege Diskussion bezüglich der Neuaufnahmen. Es gibt jetzt klare Regeln, daß die Jury jedes Jahr neu bestimmt werden soll und unter anderen haben wir jetzt Raimund Bahr, Rene Freund, Gabi Kreslehner, Carolina Schutti, Johanna Tschautschner, Peter Paul Wipplinger, Valerie Fritsch, Rudolf Kraus, Manuela Kurt, Helga Pregesbauer, Nathaniel Horowitz und Ka Ruhdorfer als neue Mitglieder. Danach gings zum Abendessen ins Gasthaus Pfudl, wo es Fritattensuppe, Gulasch und Sachertorte gab, bzw. ich mir von den Menuvorschlägen aussuchte und mich sehr intensiv mit Andreas Renoldner, Rudi Lasselsberger, Fritz Widhalm, Ilse Kilic und noch einigen anderen unterhielt, mit Rudi Lasselsberger wieder ein Glas Wein trank und beim Nachhauseweg ein Stück gemeinsam mit Stephan Eibl-Erzberg ging, den ich bei meinem Geburtstagsfest in zwei Wochen gemeisam mit Rudi Lasselsberger und E.A. Richter als Lesende erwarten darf, gegangen, der wieder interessantes zu erzählen hatte und einige Gedichte rezitierte.
Und jetzt ein bißchen schlafen bevor es in den Tierpark Ernstbrunn und dann zum Sladky-Fototreff geht. Die Literatur im Nebel lasse ich, wie jedes Jahr aus.
Hier das Generalversammlungsarchiv 2008, 2009 1 2, 2010 1 2

2011-05-19

Klagenfurt-Tratsch und mehr

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:13

Eigentlich habe ich ja Dienstag in die Gesellschaft für Literatur gehen und mir die Text.Begegnungen „Die Poesie, das Leben, der Humor – eine Verdichtung“ – Anton G. Leitner und Gerhard Ruiss lesen aus ausgewählten Arbeiten, anhören wollen, weil ich Anton G. Leitner aus dem Internet kenne, dann stand plötzlich während der zwei Uhr Diagnostik ein Mann mit einem Überweisungsschein vor der Tür und weil ich eine bin, die ihre Befunde gleich schreibt und nur ungern etwas liegen läßt, bin ich zu Hause geblieben und habe mir beim Befundschreiben, das YouTube Video angehört, das es heuer über die Pressekonferenz zum Klagenfurter Literaturkurs gibt. Ist es schon wieder soweit? Ja richtig, obwohl Klagenfurt, ich glaube, Fußballbedingt, igitt, wie kann man nur, heuer eine Woche später beginnt, las ich schon bei Cornelia Travniceks Blog, daß sie gleich verrät, daß sie heuer knapp daneben war und Sarah Wipauer schrieb dazu einen Kommentar und die hat mir ja gerade auch auf meine „Mondscheintarif“-Besprechung was geschickt. Die Bachmannpreisleser sind noch ein Geheimnis schrieb Cornelia Travnicek und, daß man derzeit bei denen, die nichts sagen, vermuten würde, sie wären vielleicht auserwählt, Sarah Wipauer meinte darauf, jetzt weiß mans aber schon und meinte den Literaturkurs und durch Sarah Wipauers sehr schönen China-Blog bin ich auch auf dieses Pressekonferenz Video gestoßen und darauf gekommen, daß Sarah Wipauer beim Literaturkurs lesen wird, Martin Fritz und noch sieben andere, aber diese beiden sind die einzigen, die ich kenne. Sind die zum Literaturkurs Auserwählten, meist sehr junge Leute. Dürfen sie ja nicht über Fünfunddreißig sein, so sagten mir die meisten Namen der früheren Auserwählten meistens zum Kurszeitpunkt nichts. Inzwischen weiß ich, Marlen Schachinger war einmal dabei, Thomas Klupp, Sandra Gugic und Dorothee Elmiger. Weil sich Klagenfurt aber heuer etwas einfallen läßt, gibt es inzwischen eine Pressekonferenz mit einer Skype Schaltung zu einigen der Teilnehmer und die stellen sich dann vor und sagen, was ich besonders interessant finde, ein paar Worte zu dem Text, den sie einreichen und lesen auch daraus vor. So kommt auch das in mein Wohnzimmer und ich bin ja eine, die die junge Literatur, das sind ja jetzt inzwischen Leute, die jünger als die Anna sind, sehr fasziniert und, daß Sarah Wipauer Ildiko von Kurthy liest, finde ich besonders interessant.
Es gibt also schon neun junge Frauen und junge Männer aus der Schweiz, Österreich und Deutschland, die Anfang Juli nach Klagenfurt fahren dürfen und in ein zwei Wochen werden wir die Namen derer wissen, die im ORF Theater lesen dürfen. Das Cornelia Travnicek wieder nicht dabei ist, finde ich sehr schade, ihr hätte ich das ja schon viel früher gewünscht und gedacht, sie schafft es schon vor zwei Jahren, aber das Leben ist ungerecht und der Literaturbetrieb sehr sehr hierarchisiert, worunter ich ja auch nicht wenig leide oder auch schöne Texte schreibe, wie den „Wundeschönen Tintentraum“ und die „Heimsuchung“ ist auch ein bißchen davon inspiriert. Ich bin ja eine die nicht gut im Prognosenstellen ist und sich leicht verschätzt, aber ich habe schon ein bißchen darüber nachgedacht, welche Namen wir in ein zwei Wochen oder so lesen werden? Und weil ich auch nichts verheimlichen muß, werde ich jetzt flüstern, von wem ich mir vorstellen könnte, daß er vielleicht dabei ist. Wer gehört zur jungen Szene und hat noch nicht glesen? Andrea Stift, Andreas Unterweger, Bernhard Strobel, Valerie Fritsch, Reinhard Kaiser-Mühlecker, Judith Pfeifer, Sophie Reyer, Robert Prosser, Peter Clar, Sandra Gugic, Michaela Falkner, Stefan Schmitzer, Lale Rodgarkia-Dara, Anna Weidenholzer, Emily Walton, Regina Hilber, Nina Lucia Groß u. u. u.
Mir fallen da schon einige Österreicher ein, die jungen Deutschen und die Schweizer kenne ich ja vorher nicht, Mieze Medusa und Julyia Rabinowich haben, glaube ich, auch noch nicht gelesen, obwohl es den Österreichern ohnehin nicht sehr gut dort geht und außer Gert Jonke und Franzobel hat den Hauptpreis noch keiner gewonnen. Ich finde es ja spannend und habe schon darüber geschrieben, wie sehr sich der Bachmannpreis im Lauf der Jahre verändert hat. Jetzt ist er anerkannt und die jungen Autoren, reißen sich, glaube ich, dort lesen zu dürfen, als er 1977 gegründet wurde, sind die GAV und die IG-Autoren dagegen Sturm gelaufen. Die Initiatoren haben bei den damals Berühmten angefragt und alle haben „Nein!“, geschrieeen, jetzt kann man die Karriere fast wirklich schon daran ablesen. Anna Kim, Andrea Grill, Linda Stift, Clemens J. Setz,Thomas Stangl, etc, sie alle haben da gelesen und höchstens einen der kleineren Preise gewonnen oder sind überhaupt in der zweiten Reihe gestanden.
Ich orientiere mich aber am Bachmannpreis, höre ihn mir seit ein paar Jahren genau an und beziehe mein literarisches Wissen daraus her, der immer professioneller wird, jetzt schon eine Pressekonferenz zum Literaturkurs anbietet und ihn als Vorstufe für die Teilnahme propagiert. Bei Dorothee Elimiger war es ja auch so, vor zwei Jahren war sie dort, im vorigen Jahr hat sie gewonnen, dann Rauris und Schweizer Buchpreis Nominierung.
So ganz eindeutig ist das auch nicht, die meisten unter Fünfunddreißigjährigen werden sich wohl bei beiden bewerben und Martin Fritz ist auch schon Rauris Preisträger. Ja, richtig der FM4 Preis, der auch an mir vorbeigegangen ist, ist so ein Indikator, zuerst gewinnt man dort oder kommt in die Anthologie, dann kommt man zum Kurs und irgendwann in die zweite Reihe beim Bachmannpreislesens…
Man kann es auch ganz zynisch betrachten, aber ich habe mir jetzt auch vorgenommen, endlich die FM4-Anthologie „Ausgehen“ zu lesen. Wozu lasse ich die mir immer schenken, wenn ich dann die Texte nicht lese? Nur zum Kennenlernen der Biografien oder zum Veto Einlegen bei der GAV ist vielleicht zu wenig und bezüglich Anthologien, kommt jetzt eine Jubelmeldung, um zu meinen bescheidenen Erfolgen zurückzukommen. Die neue Volkstimmeanthologie ist schon da, zumindest hat mir Christoph Kepplinger das gemailt, die Belegexemplare sind dagegen noch nicht eingetroffen.

2010-12-03

Lockstoff

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Lockstoff eine Literaturperformance des Podiums mit Judith Pfeifer, Stefan Abermann, Anna Weidenholzer, Thomas Havlik, Sophie Reyer, Martin Fritz und Robert Prosser, fand heute im Dschungel Wien im Museumsquartier statt. Große Namen der jungen Literatur und Literaturperformances beziehungsweise Poetry Slams sind derzeit überall in.
Die Gesellschaft für Literatur hat den Kolik Slam, das Literaturhaus seine Open Mike und Poetry Slam Veranstaltungen. Cornelia Travnicek erzählt in ihrem Blog immer wieder davon und ich habe auch schon einige dieser Performances beschrieben.
Das erste Mal bin ich aber lange vor dem Literaturgeflüster auf die Begriffe Poetry Slam und Open Mike gestoßen. Zehn bis fünfzehn Jahre ist das her, Droschl hat da einen Poetry Slam im Cafe Stein veranstaltet, um junge Talente zu suchen. Ich habe meine Texte hingeschickt, hatte aber keine Ahnung, was einen Poetry Slam von der konventionellen Literatur unterscheidet, aber die Kathrin Resetarits, Nikoloaus Scheibner und Philip Scheiner dort kennengelernt. Fast zeitgleich gabs von der Bezirkszeitung eine Open Mike Veranstaltungsreihe, wo ich einmal mitmachte und im Schikaneder gabs auch Poetry Slam, bis die ersten Bücher kamen und die Poetry Slams durch Markus Köhle, Mieze Medusa sozusagen professionell und zum Begriff wurden.
Den ersten Poetry Slam, über den ich im Literaturgeflüster geschrieben habe, habe ich in Passau erlebt und dann war ich 2009 einmal im Literaturhaus bei der Slam Sause, wo die Sieger vorgestellt wurden und ich Stefan Abermann kennenlernte und auch die anderen Talente, die heute performten sind mir durch meine Veranstaltungsbesuch ein Begriff.
So habe ich Anna Weidenholzer kennengelernt, war bei ihrer Lesung in der Alten Schmiede und Texte von ihr in der Fm4 Anthologie Wortlaut Gold und im LitArena4 Ecetera gefunden. Habe ihren Erzählband „Der Platz des Hundes“, der heute in den Beispielen in Ö1 vorgestellt wurde und GAV-Mitglied ist sie inzwischen auch.
Ebenso wie Judith Pfeifer und Sophie Reyer. Sophie Reyers Texte kenne ich aus den Manuskripten und habe sie einmal bei Rund um die Burg gehört. Judith Pfeifer habe ich bei dem Lyrikfestifal „laut lauter lyrik“, das voriges Jahr bei den Erich Fried Tagen im Literaturhaus veranstaltet wurde, kennengelernt. Sie hat bei dieser Lyrik Automaten Aktion mitgemacht und ich habe ein Bild mit einem Text von ihr im Wohnzimmer hängen. Da gab es auch „Rotten Kinck Show“ mit Ann Cotton, Monika Rinck und Sabine Scho, wo die Puppen aufgezogen wurden, Semmeln ins Publikum geworfen und dabei Lyrik rezitiert wurde. Sigrun Höllriegl, die ich bei der Ö-Slam-Sieger-Sause am 24. 1. 2009 im Literaturhaus kennenlernte, hat mir damals auch gesagt, daß für sie Literatur eine Performance und keine eintönige Lesung sein müße und sie sich von den Autoren Sprechausbildung etc. erwarte.
Das war heute auf jeden Fall gegeben und auch die anderen Autoren habe ich in den letzten zweieinhalb Jahren kennengelernt, wenn ich sie nicht schon früher kannte. Den 1982 geborenen Martin Fritz z.B, der 2009 den FM4 Preis und heuer den Rauriser Förderungspreis gewonnen hat, ich habe ihn auch bei einer von Angelika Reitzers Textvorstellungen lesen gehört. Thomas Havlik kenne ich durch die GAV, er ist auch in der Jury des LitArena Literaturpreis der Literaturzeitschrift etcetera und Roberts Prosser Namen habe ich im vorigen Oktober das erste Mal gehört, als er mit Cornelia Travnicek und Clemens J. Setz für die Österreich Sondernummer der Zeitschrift Buchkultur vorgestellt wurde. Dann wurde sein Buch „Strom“ in der Gesellschaft für Literatur präsentiert. In der Alten Schmiede hat er inzwischen auch gelesen und vor kurzem den Floriana Literaturpreis bekommen.
Diese sieben Autoren haben heute im Museumsquartier für das Podium performanct und es war wieder so eine Veranstaltung, wo ich mich zuerst nicht ganz hineintraute, dann habe ich aber Hannes Vyoral und Erich Schirhuber gesehen und später auch Christian Scheibmüller entdeckt, was nicht besonders erfreulich war, sagte er mir doch, er hätte die mit ihm bei der Lesetheaterfestveranstaltung ausgemachte Lesung im Cafe Amadeus am 5. September 2011 schon an einen anderen vergeben. Ich könne am 17. Oktober lesen, aber den Termin hat er, glaube ich, damals an Elisabeth Chovanec verteilt.
Der Saal im Dschungl-Wien war jedenfalls verdunkelt, als ich ihn erreichte. Mikrofone und zwei Lesetischchen waren aufgebaut, die Performer saßen an den beiden Seiten. Dann trat ohne Vorstellung und Einleitung Robert Prosser auf, zum Glück habe ich alle gekannt und rezitierte ein bißchen was in Poetry Slam Manier.
Dann kam Anna Weidenholzer mit einer sehr sozialkritischen Geschichte von einem alten Mann und zwei slowakischen Krankenschwestern, die nicht zum Leichenschmaus eingeladen werden, um sich die Menüs zu sparen, bevor Thomas Havlik auftrat und sich bei seiner Performance tänzerisch bewegte. Dann setzte er sich so etwas, wie einen Reifen auf und trat mit Judith Pfeifer und Sophie Reyer, die Hasenohren trugen und Busenhalter in denen sie Semmeln steckten in einer Art Bunny Show auf. Im Hintergrund gab es einen Film, wo Thomas Havlik wilde Grimassen schnitt, das Ganze verbunden mit sehr poetischen Texten.
Anna Weidenholzer las noch eine zweite Geschichte von dem Taxifahrer Tony der gerne nach New York fahren will und dafür Geld spart, die ich inzwischen in ihrem Buch gefunden habe.
Ob Robert Prossers Texte aus seinem Buch stammen, habe ich nicht herausbekommen. Stefan Aberman las vor dem Stehmikrofon einen Text, der aus einem Roman stammen könnte. Zwei Philosophen kommen vor, die zuerst einmal den Ich Erzähler eine Zeitlang begleiten, bevor sich der in eine Beziehung einläßt, um sich in wilden Grabenkämpfen zu bekriegen, bevor sie ihn wieder verläßt.
Martin Fritz las Gedichte aus einem Zyklus und spielte mit dem Publikum Lyrikbingo, eine Idee von Ann Cotton und Monika Rinck, wie er erklärte. Teilte Zettel aus, auf denen Bildchen abgebildet waren, man mußte zu den Texten irgendwelche Verbindungen herstellen und Bingo schreien. So konnte man ein Zukunftsbuch aus dem Jahr 1972 gewinnen, auch das ist Literaturperformance und Gewinnspiele sind ja in. Da ich nicht Bingospiele habe ich nicht viel davon mitbekommen, einige im Publikum waren aber sehr engagiert dabei.
Am Schluß stellten sich alle in einer Reihe auf und begannen im Chor jeder seinen eigenen Text zu lesen, bevor das Publikum klatschte, vorher war es mucksmäuschenstill, sich die Akteure verneigten und sie Stefan Abermann vorstellte.
Ich sehe gerade im Podium Werkstattheft 2010, daß es schon am 7. Dezember 2009 eine solche Literaturperformance im Dschungl Wien mit Thomas Havlik, Esther Strauss, Robert Prosser, Magdalena Sturm, Magda Woitzuck, Valerie Pachner und Kyrill Sohm gegeben hat, die in dem Heft ausführlich beschrieben ist und die man auch unter www.podiumliteratur.at downloaden kann. Vielleicht kann man das auch für diese Veranstaltung machen, das wäre sicher ein Gewinn. Ich verlinke jedenfalls ein bißchen aus dem Literaturgeflüsterarchiv.

2009-11-28

laut lauter lyrik

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Erich Fried Tage 2009, die Veranstaltung der internationalen Erich Fried Gesellschaft im Wiener Literaturhaus mit einem viertägigen Literaturfest, das den unerschöpflichen Ausdruck von Lyrik in allen ihren Seiten und Facetten beleuchtete, aber eigentlich hat es schon mit der Ausstellung „Alles Liebe und Schöne, Freiheit und Glück“ – Briefe von und an Erich Fried begonnen.
Die Buchpräsentation am Mittwoch habe ich versäumt, weil ich im Nanowrimo Fieber alles nicht unbedingt Nötige ausgeblendet habe und Donnerstags war ich in der alten Schmiede, um ein eigenes Stück Literaturgeschichte zu erleben und daher die Performance von Saul Williams versäumt.
Es hat für mich also erst gestern Nachmittag mit dem Thema „Die Freiheit dern Mund aufzumachen – wenn Lyrik eine Botschaft hat“, bzw., der sehr beeindruckenden Performance von Yuri Lane aus Chicago begonnen.
Das ist ein Schauspieler und Wortkünstler mit Hut, der einen Ausschnitt aus seinem Hip-Hop-Musical „Von Tel Aviv to Ramallah“ zeigte, das was wirklich sehr beeindruckend war. So etwas habe ich noch nie gesehen. Da ist einer herumgehüpft und hat seinen Körper als Maschinengewehr, Hubschrauber etc. benützt.
Dann gabs eine Diskussion zu dem bewußten Thema, bzw. eine Pause, weil erst die Technik adaptiert werden mußte, mit Saft und Wasser und einer Automatenliteraturaktion, wo man sich in einem dieser Fotoautomaten fotografieren lassen konnte und Thomas Ballhausen, Jörg Zemmler, Sophie Reyer, bzw. Judith Pfeiffer saßen im Hintergrund vor einem Computer und schrieben eine Textzeile auf die Rückseite des Fotos und der, der im Automaten saß, sollte „Los!“ schreien, bzw. sich auf die Nase greifen, wenn er fotografierbereit war und da die Rückmeldung fehlte, habe ich mein Foto erst heute mit einem starren Gesichtsausdruck und dem Satz „Was in meinem Kopf ist weiß nur er selbst“, von wahrscheinlich Jörg Zemmler, den ich nicht kenne, gefunden.
Lyrik also in allen ihren Formen, das berühmte Fried Bild von der Heide Heide auf der Literaturhauswand fehlte, Robert Huez sagte mir, es wurde heute in der Bibliothek aufgehängt, aber das Plenum eins unter der Moderation von Klaus Amann mit Esther Dischereit, der heurigen Preisträgerin, Robert Schindel, Nora Iuga aus Rumänien, Visar Zhiti aus Albanien und Barbara Hindegger war sehr interessant.
Zwei Nachkommen von Holocaust-Betroffenen, die ihr Leben im Versteck und Untergrund begannen und zwei Autoren, die aus Ländern kommen, in denen lang die Freiheit verboten war.
Nora Iuga las trotzdem ein in der Rumänischen Diktatur erschienenes, sehr offenes Gedicht vor, während Visar Zhiti, der von Andrea Grill übersetzt wurde, wegen eines solchen Gedichtes jahrelang im Gefängnis war.
Wie Barbara Hundegger dazu passte, habe ich nicht ganz verstanden, sie ist aber eine bekannte österreichische Avantgarde Dichterin.
Das Plenum II beschäftigte sich mit den verschiedenen Spielarten der Poesie. Geleitet hats der Josef Haslinger, der Yuri Lane nach Wien gebracht hat, es gab dann noch einen berühmten deutschen Poetry Slammer, der auch diese Text Box erfunden hat, bzw. dort mitarbeitet, mir im Vergleich zu Yuri Lane und Markus Köhle, den Slammer, den ich kenne, als eher leise erschienen ist, Michaela Falkner mit ihren Manifesten, die sich bei ihren Performances auf den Boden legt und einige Tage liegen bleibt, war auch dabei und Ann Cotton, die Priessnitz-Preisträgerin, die sich damals in eine Kiste setzen wollte und einen Band bei Suhrkamp hat.
Unterschiedliche Lyrikformen, die mit Erich Fried nicht viel zu tun haben, mehr mit Ernst Jandl und von dem gab es einen Film, wo er in der Royal Albert Hall aufgetreten ist.
Danach gab es, glaube ich, endlich was zu essen und die Poetinnennacht mit Lyrik aus Österreich, nämlich Gedichte von Elfriede Czurda, Maja Haderlap, Sonja Harter, Friederike Mayröcker, Judith Pfeifer und Angelika Reitzer und das war sehr interessant und spannend.
Bei der Präsentation von Friederike Mayröckers neuem Gedichtband war ich schon mit dem Alfred in der alten Schmiede, in Sonja Harter und Judith Pfeifer habe ich aber zwei sehr junge neue Stimmen erkannt, wobei ich Judith Pfeifer wirklich kennenlernte, von Sonja Harter habe ich schon einiges in den Manuskripten gefunden, bzw. hat Andrea Stift einen Link zu ihrem Blog und auch interessant, das Gedicht „feuertod, ins Wasser“ bezieht sich auf den Briefwechsel Bachmann-Celan, den ich gerade lese und da ich bis zur Besprechung noch etwas brauche, ist das ein Tip für den Otto und auch andere, inzwischen dieses Gedicht zu lesen.
Enthalten ist es in dem Gedichtband „laut lauter lyrik“, herausgegeben von Robert Huez und Anne Zauner, der zu dem Symposium bei Skarabaeus erschienen ist.
Zwei sehr interessante junge Frauenstimmen also, dann gabs nach einer Pause, die „Rotten Klinck Show“ mit Ann Cotten, Monika Rinck und Sabine Scho mit der ich nicht viel anfangen konnte, da mir hier die Poetik fehlte.
Drei jüngere Frauen streuten nach dem Motto „Gewalt an Dinge“ Zucker, steckten Brötchen in eine Mikrowelle und warfen sie ins Publikum, wobei sie theoretische Texte verlasen und ein drogensüchtiges Pferd tanzen ließen, was mir sehr improvisiert erschien.
Heute gings mit poetischen Kurzfilmen aus Österreich und anderswo weiter, die mir sehr interessant erschienen, darunter einen nach Celan-Gedichten, was wieder zum Briefwechsel passt. Dann gabs den Kuchen früher und vor dem Plenum drei, wo es um die Vermarktung von Gedichten ging, las Oswald Egger sehr beeindruckende Gedichte.
Nach einer weiteren Pause wurde es im Literaturhaus sehr voll, denn dann kamen „Attwenger goes Goas“ und unterhielten die Gäste mit oberösterreichischen Dialekt, Gesang und Zieharmonika.
Small talk heute und gestern, gelegentliche Gefühle von Isolation und Einsamkeit, aber mit der sehr kommunikativen rumänischen Autorin habe ich mich lang unterhalten, Josef Haslinger von meinem Blog erzählt und von ihm erfahren, daß er am Donnerstag nur deshalb nicht in der alten Schmiede war, weil die Filmpremiere seines „Vaterspiels“ stattgefunden hat und morgen geht es weiter mit der Verleihung des Preises an die Berlinerin Esther Dischereit und ich habe in Bezug auf Lyrik wirklich viel gelernt.

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