Literaturgefluester

2017-02-11

9. Wiener Katzenfasching

Deborah und Janina Schedy

Deborah und Janina Schedy

Erwin Weilguny

Erwin Weilguny

Susanne Schneider hat, glaube ich, gemeinsam mit Rolf Schwendter, weil ja beide Katzenfans 2009 den ersten Wiener Katzenfasching ausgerufen, wo sich die Katzenliebhaber des ersten Wiener Lesetheaters ins Gartenstüberl des Weinhaus Sittls setzten, Rolf Schwndter, als Kater Rolf mit seinem Hofstaat, alle als Katzen verkleidet vorne am langen Tisch und dann wurde von ständigen „Miaus“ begleitet, einen ganzen Abend lang, Kätzlisches von sich gegeben.

Irgendwann und irgendwie habe ich ja meine Kätzin Murana, die Abwandlung vom Kater Murr, die ich glaube ich schon lange schreiben wollte, im Herbst 2009, da gab es auch die Studentenrevolte auf der Uni, geschrieben und so hat mich Susanne Schneider zum zweiten Wiener Katzenfasching eingeladen.

Ich bin ja überhaupt kein Katzenfan, so kann ich die besondere Katzenliebe von Menschen, die sich wie Katzen schminken, miauen und murren und dann bevorzugt Texte lesen, die zeigen, wie sich die Katzen zu Tyrannen  der Menschen machen, nicht besonders nachvollziehen und habe da auch manchmal den Kopf geschüttelt.

Erwin Leder

Erwin Leder

Erik Hardenberg

Erik Hardenberg

Aber 2013 ist Rolf Schwendter gestorben und als mich Susanne Schwendter 2014 wieder zum Katzenfasching einlud, habe ich einen Text geschrieben, der sich auf Rolf Schwendters Katzenliebe bezog und sozusagen noch einen Nachruf auf ihn gemacht, einen solchen Text habe ich ja schon für das Volksstimmefest 2013 geschrieben und ihn auch bei der damaligen Poet Night gelesen.

Danach habe ich weder beim Katzenfasching gelesen noch bin ich dorthin ins Gasthaus Sittl gegangen, dienn ich bin ja  keine besondere Katzenfreundin, aber als ich unlängst im Literaturhaus war, habe ich auch Susanne Schneider dort getroffen, die die Einladungen dafür verteilte und weil wir dieses Wochenende wegen Ruth Aspöcks Geburtstagsfest in Wien geblieben sind, hat es sich eigentlich angeboten den neunten Wiener Katzenfasching zu feiern, der diesmal, glaube ich, auch nicht so lang war und auch nicht sovoll.

Manfred Loydolt, der als Prinz Manfred mit Christa Kern, glaube ich, auch immer am „Katzenhonoratorentisch“ thronte fehlte, da gab es diesmal nur ein kleines Tischchen von Susanne Schneider und Susanna C Aschner-Schwarz mit Katzenohren besetzt, die den Abend moderierten und im Publikum gab es, wie es so schön heißt, die üblichen Verdächtigen oder alte Bekannte.

So haben Renate Woltron und Manuel Girisch mit Zitaten berühmter Männer über Katzen und Erich Kästners Erlebnisse mit einer Katze, die dem Dichter beim Dichten dreinredete, begonnen und dann machte Felizitas Girisch, die, glaube ich, die Märchen für das Marketing untersucht hat, mit einem Märchen weiter, wo eine alte Katze eine junge belehrt, daß man keine Vögel fangen soll.

20170211-230106

20170211-230148

Das wäre, glaube ich, wurde ich einmal belehrt, ein Eingriff in die Natur und wird wahrscheinlich auch nicht ganz klappen, im Märchen ist aber alles möglich und dann traten auch gleich Heidi Hagl, Gabriella Schmoll und, ich glaube, Rosemarie Wolfik auf und lasen einen Text von Eva Rossmann „Gismos Nacht“, wo der Kater Gismo, der mit seiner Mira aufs Land gezogen ist, eine alte Katze vorm Erschossenwerden rettet.

Das habe ich sehr interessant gefunden, bin ich ja eine eifrige Eva Rossmann Leserin und Christa Kern ist diesmal zwar nicht als Prinzessin am Podium gesessen, hatte aber auch eine Katzenmaske und las als letzte vor der ersten Pause drei Texte.

Andrea Pauli hat auch noch einen Text von Elke Heidenreich, einen Brief an ihre Katze Klara, die sie nach ihrer Mutter nannte und über die sie sich, weil dieser sehr ähnlich, beschwerte, am Ende aber doch vermisste.

Hansjörg Liebscher

Hansjörg Liebscher

Susanne Schneider

Susanne Schneider

Dann folgte der zweite Teil und da gab es einige musikalische Einlagen und Erwin Weilguny sang ein Lied von einer „Gürtelkatze“, das wahrscheinlich nicht wirklich was mit Katzen zu tun hat.

Dafür holte  Susanna C. Schwarz wieder ihren Erich Kästner hervor und Ingeborg Reisner, die den Wiener Dialekt untersuchte und ein Buch darüber herausgibt, brachte spezielle Katzenwendungen, wie „Es ist alles für die Katz“, aber auch  Unbekannteres.

Sehr gut haben mir wieder Susanne Schneiders Texte gefallen, da wurde zuerst einer von Erwin Leder gelesen, wo es eine Katze von Prag nach Shanghai verschlagen hat, der Holocaust machte es notwendig, dort noch verloren wurde und sich alleine durchschlagen und dabei aufpassen muß nicht von Kindern erschlagen oder zu Katze süßsauer verarbeitet zu werden.

Es kam dann noch ein von Susanne Schneider selbstgelesener von den Katzen im Gemeindebau, dazwischen hatte aber noch Hahnrei Wolf Käfer, der wieder für die guten Katzenkekse sorgte, eine neue Art der „Verwandlung“, da wacht die Katze Kafka plötzlich eines Morgens auf und stellt verwundert fest, sie ist ein Mensch geworden und fängt nach einigen Irritationen und einkleidungen auch prompt zu schreiben an.

Susanna C.Schwarz-Aschner

Susanna C.Schwarz-Aschner

Richard Matula

Richard Matula

Es gab  auch die üblichen Gebrauchsanweisungen, wie sich die Katzen, um ihre Menschen zu ärgern und zu tyrannisieren verhalten sollen, Susanna  C  Schwarz Aschner, die solches schon von ihrer Katze zu kennen scheint, lächelte dazu.

Helga Graziella Schwaiger hatte eine solche selbstverfasste Geschichte, Ottwald John hatte einen sehr kurzen Text in drei Wiederholungen, Hans Jörg Liebscher, auch ein Mitgestalter, beschäftigte sich mit „Schrödingers Katze“ und den Schlußpunkt setzten wieder Ingrid Jantzen und Richard Matula im dritten Teil mit einer Art Katzenmusical, wo auch  dem Kater Rolf in seinem Katzenhimmel gedacht wurde.

Werbeanzeigen

2014-02-02

Katzenfasching feiern

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:49
Waltraud Zechmeister, Manfred Loydolt, Jörg Liebscher

Waltraud Zechmeister, Manfred Loydolt, Jörg Liebscher

Ingrid Jantzen, Emilie Locatin, Susanne Schneider

Ingrid Jantzen, Emilie Locatin, Susanne Schneider

Im Lesetheater scheint es viele Katzenfreunde zu geben. Rolf Schwendter war einer, Susanne Schneider und wahrscheinlich noch viele andere und so gibt es den „Katzenfasching“, organisert von Susanne Schneider und Helga Eichler jetzt schon das sechste Mal.
Beim zweiten habe ich die „Kätzin Murana“ dort gelesen, einen Text den ich dafür oder für eine Uni-Protestlesung, so genau weiß ich es nicht mehr, geschrieben habe und jetzt hat mich Susanne Schneider wieder eingeladen mitzumachen, was mich ein bißchen in Verlegenheit brachte, weil ich erstens kein so besonderer Katzenfan bin, die Leute, die ihre Katzen als die Herren ihres Hauses bejubeln, nicht so ganz verstehe und zweitens auch den Fasching nicht so feiere und mich nicht gern verkleide.

Richard Matula, Ingrid Jantzen

Richard Matula, Ingrid Jantzen

Eva Jancak

Eva Jancak

So habe ich eine Zeitlang nicht gewußt, welchen Text ich dafür schreiben soll, bis mir Rolf Schwendter eingefallen ist, dem ich damit sozusagen einen zweiten Nachruf widmete. Einen ersten Schwendter-Text habe ich ja schon fürs letzte Volksstimmefest geschrieben und ihn bei der „Poet-Night“ noch einmal gelesen.
Den Text habe habe ich dann kurz vor Jahresende geschrieben und zu Silvester in den Blog gestellt, vor ein paar Tagen habe ich ihn dann noch einmal überarbeitet und bei den Sachen, wo ich mir vorstellen könnte, daß Rolf Schwendter einen Text dagegen hätte, noch das Wort „Akademikerbälle“ eingefügt, denn da gab es ja letzte Woche einen, der sehr viel Aufsehen und Unmut erregte und einen großen Polizeieinsatz nötig machte.

Ottwald John

Ottwald John

Si. Si. Klocker

Si. Si. Klocker

Das war beim Katzenfasching im Pelikanstüberl im Gasthaus Sittl natürlich anders. Da war nur wieder faschinghaft geschmückt und die Katzengilde, wo der „Katzenkönig Rolf I von Kassel-Katzenstein fehlte, aufgereiht. Christa Kern, an deren Katzengesicht, ich mich noch vom letzten Mal erinnern konnte, war diesmal auch nicht da.
Die Eröffnungsworte von Susanne Schneider und ihre Erinnerung an Rolf, habe ich versäumt, als ich kam, lasen schon die Lesetheaterfrauen Judith Gruber-Rizy, Heidi Hagl, Angelika Raubek und dann noch Angelika Mairose-Parovsky einen Text, wo eine Katze sich ihren Mensch erzieht.
Werner Grüner saß auch am Ehrenpodium und hatte sich zuerst als Scheich verkleidet, später trug er ein Kappel mit Hammer und Sichel und las auf Sächsisch, glaube ich, einen Katzentext von Kurt Tucholksky vor.
El Awadalla folgte mit einem Auszug aus ihrem „Kaninchenkrimi“, wo die Hasen, die Katzen für dumm erklären und dann noch einen U-Bahn und einen AKH-Dialog.
Dann folgten Hanna Held und Hahnrei Wolf Käser, der diesmal überhaupt sehr viele Sketches beigesteuert hatte, die später noch von anderen gelesen wurden.
Helga Golinger hatte einen Text von Karel Capek, den ich ja erst vor kurzem gelesen habe, in dem es um eine wunderbare Katzenvermehrung ging und dann noch einen von Luigi Malerba, wo eine faule Katze in eine Mausefalle gerät.

Si. Si. Klocker

Si. Si. Klocker

Dann kamen noch Manuel Gierisch und Renate Woltron, mit einer „Katzendiät“, sowie Alexander Marcks, der mit fulminanter Lautstärke einen Text las, wo einer vom Theater aus, den Schlüßel für seine Nachbarn organisieren soll und dabei in größere Turbulenzen kommt. Alfred meint, daß Harry Rowohlt diesen Text damals in St. Pölten gelesen hätte. Ich kann mich aber nicht mehr daran erinnern, ihn schon gehört zu haben. Dann kam schon ich mit meiner Lesung, die etwas weniger lustig war, aber wieder gut angekommen ist.
Gerald Jatzek hatte zwei Katzensongs „Karoline Katzenfrau“ und „The cat came back“, die er vielleicht auch schon beim letzten Mal gesungen und die erblondete SISI Klocker mit Katzenohren hatte eine ebenso fulminante „Kleine Katzengeschichte“, wo sie die Katzen zur Revolution aufrief und erklärte, wie oft sie schon die Menschen gerettet hätten.
Rose Proszowski folgte mit Jutta Treibers „Katzenmonster. Dann kam Helga Schwaiger, bevor es wieder musikalisch wurde und Manfred Loydolt „Die Katz kam zurück“ sang und dann noch Kater Rolf gedachte.
Christa Meissner hatte Katzenhaikus und Susanne Schneider las dann mit Jörg Liebscher einen Text wo sich eine Katze von Venedig über die Seidenstraße nach Peking träumt. Dann reimte noch Jörg Liebscher von einer „Roten Katze“. Ingrid Jantzen sang Katzenlieder bevor Christa Mitaroff mit den „Pussy Riots“ endete.
Danach rauchte der Kopf und man hatte wieder viel von Katzen und ihren Liebhabern gehört, ein paar begeisterte Miau Miau Refrains hat es zwischendurch auch immer wieder gegeben und viele Katzentücher und Katzenbroschen und Kekse in Katzenform sind auch auf den Tischen aufgelegen.

2010-01-24

Katzenfasching

Filed under: Uncategorized — jancak @ 02:04

Rolf Schwendter ist nicht nur dreifacher Doktor, sondern auch ein großer Katzenfan und so hat ihm Susanne Schneider den 2. Wiener Katzenfasching im Gasthaus Sittl ausgerichtet und mich, obwohl ich nicht so eine besondere Katzenliebhaberin bin, eingeladen mitzumachen. Da habe ich im November einen Text mit einer Gegenfigur zum Kater Murr, nämlich der Kätzin Murana, der Audi Max Unikatze geschrieben, der zwar nicht unbedingt zum Fasching passt. Aber ein Faschingstyp bin ich ebenfalls nicht, obwohl ich mich schon an Jahreszeitenrituale halten, einer Verhaltenstherapeutin sind Strukturen wichtig, aber Bälle habe ich kaum besucht und das Verkleiden liegt mir nicht so sehr.

Katzenfaschingsgilde

Katzenfaschingsgilde

El Awadallah

El Awadallah

Ich wurde aber von Ruth Aspöck vorgewarnt, die im vorigen Jahr mit Ilise Kilics Katzencomics mitgemacht hat, das erwartet werden könnte, daß man sich verkleidet und die Veranstaltung, wie eine Faschingsgilde angelegt ist. Davon habe ich zwar auch nicht so viel Ahnung. Es stand aber im Programm, daß die Veranstaltung mit einer kräftigen Miau Begrüßung durch das Publikum beginnt und dann die Katzenfaschingsgilde, bestehend aus seiner Hoheit König Rolf I von Katzenstein und Katereck, dem Prinzenpaar Christa von und zu Samtpfoten Krallenberg, dem Prinzen Manfred von Katzburg usw, ein wenig seltsam vielleicht bei Leuten, die man sonst auf dem Volksstimmefest sieht, vorgestellt wird. Das hätte mich auch interessiert, bin aber, weil zu Fuß gegangen, zu spät gekommen, so saß die Gilde schon an ihrer Tafel, Manuel Girisch trug gerade „Die Katze in der unbekannten Klassik“ vor und an dem Tisch, wo ich einen Platz bekam, saßen drei als Katzen geschminkte Damen und das Programm ging von neunzehn bis vierundzwanzig Uhr quer durch die gesamte Katzenliteratur.
Beim Lesetheater werden ja eher fremde Texte gelesen, aber einige eigene kommen immer wieder vor, es gab auch einige Gesangs- und Performanceeinlagen und statt Applaus ein kräftiges Miau, das mich anfangs irritierte.

Eva Jancak

Eva Jancak

Ich habe aber Dichterfaschingserfahrung, denn den gab es eine Zeitlang in der Gesellschaft für Literatur. Da hätte man sich auch verkleiden sollen und vielleicht lustige Texte lesen, da aber alle lesen konnten, die wollten, man bekam kein Honorar, aber ein Buffet, haben sich die Leute gemeldet, die sonst nicht lesen dürfen und einfach ihre Texte vorgetragen und da las ich am Anfang, die Opernballszene aus „Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt“ und beim zweiten Mal ein Stück aus dem „Wiener Stadtroman“, also auch nicht so besonders lustige Texte.

Die Siränen

Die Siränen

Jetzt gibt es den Dichterfasching nicht mehr und beim zweiten Wiener Katzenfasching gab es eigentlich alles.
Tucholsky, Rosa Luxenburg, Robert Gernhardt, Katzenstories, Sextips und Aphorismen. El Awadalle las ihre „U-Bahn Dialoge“, Susanne Schneider „Barbarinas blaue Stunden“, wo eine Katze mit dem Kater Trotzky auf Abwege geht, am nächsten Morgen aber reuig zurückkommt und auf den Briefträger wartet, um wieder in das Haus zu kommen und Rolf Schwendter schloß um Mitternacht mit einem seiner politischen Gesänge, wo ebenfalls die Uni-Besetzung und das andere Aktuelle erwähnt wurde, dazwischen war immer Zeit für ein Miau, das als Refrain eingebaut war.
Vor der Pause setzte sich ein Betrunkener neben mich und bemerkte, nach einer Weile, daß ihm soviele Katzen auf die Nerven gingen. Dann wollte er selber mitmachen, was bei den anderen Aggressionen erweckte, er wurde unterbrochen und ausgemaut, ließ sich aber nicht abhalten, sondern mokierte sich, als Charles Baudelaire vorgetragen wurde, daß er die „Blumen des Bösen“ kenne, das Vorgetragene aber Unsinn sei, denn Baudelaire sei nie im Leben mit einer Katze, sondern mit einer Schildkröte durch Paris gegangen.
Es war also lustig, nachdenklich und interessant. Christa Mitaroff hat auf der Gitarre „Paulinchen war allein zu Haue“ aus dem Struwelpeter vorgetragen. Christa Kern war so kunstvoll als Katze geschminkt, daß ich sie fast nicht erkannt hätte und Rolf Schwendter mit einer Krone auf dem Kopf zu sehen, war für mich ein ungewohnter Anblick, sein Text war aber sehr politisch. Die Sozialkritik war auf jeden Fall da und Humor ist sicher ein wichtiges Element bei der Problembewältigung, auch wenn ich nicht sehr lustig bin.
Es scheint auch viele Katzenliebhaber zu geben und daher genauso viele Katzengeschichten, die sich vielleicht doch nicht so gut verkaufen lassen und so haben sich bei meinen Bücherstapeln aus den diversen Büchertürmen oder zur freien Entnahmeschachteln einige Katzenbücher angesammelt, zum Beispiel das „Katzenschnurren“ aus dem Residenzverlag oder auch Elke Heidenreichs „Nero Corleone, das ich letztes Jahr gelesen und besprochen habe.
Sonst ist noch zu sagen, daß Regina Alfery mir einen jungen Mann vorstellte, der mir seine Texte übergab, was für mich auch eine interessante Erfahrung ist.

2019-07-31

Vom SPÖ-Picknick zum Vienna improvisiers Orchestra

Wir leben ja in Wahlkampfzeiten und da ich politisch sehr offen bin interessiere ich mich ja für alle Parteien, obwohl ich in letzter Zeit eigentlich nur selten oder fast nie zu Wahlveranstaltungen gegangen bin, habe ich heuer schon für die KPÖ unterschrieben, für die Nationalratswahl im September, nicht für die der EU, die ich ja boykottiere und im Jänner oder Februar habe ich eine Petition für den Rücktritt des damaligen Innenministers unterschrieben, die IG-Autoren, beziehungsweise die GAV haben mich dazu aufgefordert und als ich das dann getan habe, bin ich daraufgekommen, ich bin auf einer SPÖ-Seite gelandet, denn ich habe kurz darauf eine Aufforderung bekommen, doch der Partei beitzutreten, was ich als Tochter eines sehr aktiven Sozialisten und kleinen Parteifunktionärs, aufgewachsen in einem der schönen alten Gemeindebauten aus den 1930er Jahren, nicht getan habe, denn ich habe das Aufwachsen in dem solchen, wo jedes Monat die Frau Schauffler zum Kassieren des Parteibeitrages kam, eher kontrollierend und vereinnahmend empfunden, das waren auch meine anderen Erfahrungen mit der SPÖ. Meine Kindersommer habe ich regelmäßig in einem „Kinderfreundeheim“ in Kärntnen verbracht. Später habe ich eine Zeitlang als junge Psychologin bei den „Kinderfreunden“ gearbeitet, wo ich dann auch eine Zeitlang SPÖ-Mitglied war, aber wieder ausgetreten bin und im fünften Bezirk bin ich bald mit der Szene Margareten, der Frau Bezirksrat Steininger, dem Edy Winter in Kontakt gerkommen, was nicht immer ein guter war und seit zwei Jahren verbringe ich meine Mittwochnachmittage regelmäßig in der „Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur“, aber wenn man in das Haus hineingeht, steht groß SPÖ-Zentrum über dem Lokal und als ich das letzte Mal dort war, lagen auch Schachteln mit übergebliebenen Kugelgelschreibern von der EU-Wahl am dreiundzwanzigsten  Mai am Tisch.

Und die SPÖ hat ja seit einiger Zeit eine Frau als Vorsitzende, die Ärztin und ehemalige Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner, die ich schon einmal bei einer Frauengesundheitsveranstaltung getroffen habe, eine sehr engagierte Frau, die sich aber, glaube ich, auch mit der SPÖ-Männerriege schwertut, wenn nicht gar vielleicht gemobbt wird und die hat mir, weil ich ja jetzt in dieser Liste bin, ein Mail geschrieben:

„Liebe Eva, ich bin derzeit auf Tour durch ganz Österreich und mache nächste Woche wieder einmal Halt in Wien. Es würde mich sehr freuen auch dich zu treffen. Am Montag bin ich ab 17 Uhr am Yppenplatz. Zwei Tage später am Mittwoch mache ich ein kleines Picknick im Kreisky Park in Margareten.“, das ist zwar auch ein wenig vereinnahmend gleich mit „du“ angesprochen zu werden, aber im Bruno Kreisky Park war ich ja einmal vor Jahren bei diesem Frauenspaziergang mit der Frau Bezirksrat Steininger und bei der letzten Demonstration vor dem Sommer mit dem schönen „Es ist wieder Donnerstag-Leiberl“.

Für den Yppenplatz ist es sich am Montag nicht ganz ausgegangen, obwohl das Weinhaus Sittl ja eigentlich in der Nähe ist, aber man muß ja dort immer früher hingehen, um sich einen Platz zu reservieren und heute hatte ich, um vier eine Stunde, wo das Picknick angesagt war, also bin ich mit dem Bus anschließend hingefahren und habe noch die letzten Fragen gehört, Susanne Wouk, die ja eine rührige Bezirksorganisatorin ist, begrüßt, ein Eis und zuerst zwei Fladen mit diversen Aufstrichen gegessen.

Später, als die Leute dann ihre Selfies mit der Parteivorsitzenden machten, hat es  zu regnen angefangen und dann zurück in meine Praxis, wo ich noch eine sieben Uhr Stunde habe, obwohl ich am vorigen Freitag, als wir in Harland waren, noch ein Mail bekommen habe, diesmal von der „Fröhlichen Wohnzimmer Ilse“, die mich zum „Vienna Improvisiers Orchestra“ in die Taborstraße eingeladen hat, das fing zwar auch schon um halb acht an, so daß ich erst zum Ende der ersten Tranche, des von Michael Fischer dirigierten Orchesters zurechtgekommen ist.

Ilse Kilic hat einen Text auf Englisch gelesen. Dann gab es eine Pause, wo ich mich mit Hans Jörg Liebscher vornehmlich über das Lesetheater und Ottwald Johns Geburtstagsveranstaltung unterhalten habe, danach ist es mit dem experimentellen Konzert und Ilse Kilic Texten weitergegangen. Es gab im „Spitzer“, dem Lokal, das dem „Odeon“ angegliedert ist, auch eine Ausstellung mit dem Lebenswerk der 2014 verstorbenen Ulrike Kaufmann, die glaube ich mit Erwin Piplitz das „Odeon-Theater“, in das ich immer zu den „Literatur im Herbst-Veranstaltungen“ gehe, geleitet hat.

2019-07-29

Löwenfest

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:59
Tags: , , ,

Löwenfest[

Löwenfest

„Wiener Allerlei – Allerlei Wiener“, steht am Programmzettel der Sommerlesereihe des Lesetheaters, Veranstalter ist Ottwald John und der hat bei den letzten Malen, als wir im Weinhaus Sittl waren, sehr geheimnisvolle Andeutungen diesbezüglich gemacht.

Von einem „Löwenfest“ und seinem tausendsten Mond hat er gesprochen und dem ersten Gedicht Grillparzers, das er da vortragen wird, so daß ich schon eine Ahnung hatte, daß es sich bei der Veranstaltung, zu der ich eigentlich gar nicht hinzugehen, sondern in Harland bleiben wollte, aber der Alfred hatte bezüglich unserer Schweizreise noch einiges zu erledigen, um seinen Geburtstag handeln würde.

Ottwald John, den ich ja schon lange als Mitwirkender des Lesetheaters kenne, habe ich ergooglet, wurde am 30. 7. 1942 in Lind im Drautal geboren, wird also morgen siebenundsiebzig jahre alt, machte seine Schauspielausbildung bei Elfriede Ott, der Lebensmenschin von Hans Weigel, die ja vor kurzem gestorben ist, Conny Hannes Mayer und Ilse Scheer und war von 1972 bis 1980 Mitglied bei den Komödianten, bis 2005 war er  bei der Gruppe 80 und seit 1990 ist er auch Mitglied des Lesetheaters und bevor ich ihm als solches kennenlernte, habe ich ihn wahrscheinlich schon als Studentin bei den obigen Bühnen gesehen, ohne ihn namentlich zugeordnet zu haben.

Ottwald John

Ottwald John

Erwin Leder

Erwin Leder

Bei seinen Lesetheateraufführungen bin ich wahrscheinlich unzählige Male gewesen, kann mich an die legenäre vom „Professor Bernhardi“ im Amtshaus im zweiten Bezirk erinnern, bei den Poet Nights macht er regelmäßig mit, bei der Sommerlesereihe und und an die Veranstaltung  „In Memorian  Ernst Kostal“ habe ich im Gedächtnis und so bin ich auch wieder um fünf, nachdem wir in Wien angekommen sind, zum Lerchenfelder Gürtel marschiert, vorher habe ich mit der Ruth telefoniert und sie gebeten für mich einen Platz zu reservieren und als ich gekommen bin, waren sowohl schon die Christa U., mit der ich die Hauptschule besucht habe da, als auch die Ruth, die Hilde Schmölzer, Heidi Hagl, Angelika Raubeck und wieder und und…

Am Lesetisch ist es dagegen ziemlich leer gewesen, bis der Jubilar mit seinem Strohut erschien und gleich einen Auftrittsapplaus erhielt und ich habe  mitbekommen, daß es sich um eine ziemlich improvisierte Veranstaltung handelte, allerdings kein Soloauftritt von Ottwald John, denn Erwin Leder, ebenfalls Lesetheatermitglied wurde  am 30. Juli 1951 in St. Pölten geboren, feiert also morgen seinen achtundsechzigsten Geburtstag und dann nahm noch ein jüngerer Mann am Lesetisch statt, der mit Ottwlad John Ausschnitte aus dem Nestroy Stück „Der gutmütige Teufel oder die Geschichte vom Bauern und der Bäuerin“ brachte, das eigentlich schon am ersten Juli von Renate Woltron aufgeführt wurde.

Es war  eine Doppelconferance könnte man so sagen, Erwin Leder brachte Couplets von Georg Kreisler und Karl Valentin, während Ottwald John von seinem Leben erzählte, seine Ex-Frau und den Lehrmeister Conny Hannes Meyer begrüßten, die auch im Publikum waren, von seiner Großmutter erzählte und auch davon, daß Klaus Uhlich die Laudatio halten sollte, der aber einen Unfall hatte und sich derzeit auf der Intensivstation befindet.

Ein interessanter Abend, wenn auch eine eher untypische Lesetheateraufführung.

Ottwald John hielt sich aber auch an den ursprünglichen Titel des Abends, zitierte immer wieder die typischen Wiener, erzählte von seiner Großmutter, brachte  auch ein Gedicht von der berühmten Kaiserin Sisi und der Mond, der offenbar auch eine Rolle in seinem Leben spielt, kam dabei auch immer wieder vor.

Am Schluß trat dann noch ein Freund mit einer selbstgemachten Ode und einem Mond auf, den er als Anhänger Ottwald John überreichte und ich wünsche Ottwald John, der seit einiger Zeit in Baden in der berühmten „Künstler helfen Künstler- Residenz“ wohnt und der mich einmal, wenn ich mich nicht irre, vor vielen Jahren sozusagen schwarz bei einer Theater am Spittelberg-Aufführung zuschauen hat lassen, alles Gute, hoffe ihn noch bei vielen Lesetheateraufführungen zu sehen, obwohl ich dort ja  gar nicht so oft hingehe, weil ich mich eher für Romane und Erzählungen als für  das Theater interessiere.

2019-05-28

Noch einmal Hilde Langthaler

Die Bruni, die am elften März 1939, in Graz als Brunhilde geborene, Hilde Langthaler, die am zweiundzwanzigsten Jänner verstorben ist, habe ich in den späten Siebzigerjahren im „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kennengelernt, den es  bis 1984, glaube ich, gab, mich danach noch lange mit ihr, Elfriede Haslehner und Valerie Szabo-Lorenz getroffen, um uns einander unsere Texte vorzulesen.

Die Ärztin, die auch Sozialwissenwissenschaften und an der Filmakdademie studierte, war eine sehr vielseitige und sozial engagierte Frau, lange Entwicklungshelferin, Mitbegründerin des Frauenverlags und der AUF und sie hat, obwohl ich sie als eine sehr zögernde Autorin einschätzte, auch sehr viele Bücher herausgegeben.

Ihr berühmtestes war wohl das Theaterstück „Nur keine Tochter“, das ich, als ich es vor kurzem im Schrank gefunden habe, liegenließ, weil ich ja keine Theaterstücke möchte, ich dachte wohl auch, ich hätte es schon in meinen Regalen liegen, nach ihrem Tod habe ich es bereut und heute bei der „In Memorian Lesung“ der „Frauen lesen Frauengruppe“ des „Wiener Lesetheaters“, wo der Richard, ihr Mann eine Reihe ihrer Bücher aufgelegt hatte, es  bekommen und so konnte ich von der Bruni, zu der ich ja, wie schon geschrieben, ein eher schwieriges Verhältnis hatte, noch einmal Abschied nehmen.

Im Jänner hat mich ja die Erika Parovosky angerufen und mir von ihrem Tod erzählt. Da war eine Lesung im Literaturhaus angekündigte, die ich aber versäumte. Ich bin aber auf ihrem Begräbnis gewesen und wollte auch zu der Buchpräsentation der beiden Bücher, die zu ihrem achtzigsten Geburtstag erschienen sind, in die Buchhandlung Tempo Nuevo gehen, da bin ich aber einen Tag vorher am Weg von der Rudolfshöhe abgestürzt und mit einem Gips im Krankenhaus von St. Pölten gelegen.

Der Alfred ist für mich hingegangen, hat mir das „Podium-Heftchen“ mitgebracht, der Richard hat mir dann die „Verortungen“, die „Lyrik der Gegenwart“, die in der „Edition Art und Science“ erschienen sind, geschickt und heute gab es im Amerlinghaus eine Lesetheaterabschiedsaufführung, denn die Bruni ist ja auch in der Frauengruppe des Lesetheaters sehr aktiv gewesen.

Eine ganze Reihe von Frauen haben mitgelesen, Sigrid Farber, die auch im Arbeitskreis war, Judith Gruber-Rizy hat die Aufführung veranstaltet, Heidi Hagl, Elfriede Haslehner, Traude Korosa, Elisabeth Krön, Elisabeth  Osterberg, Erika Parovsky, Angelika Raubek, Gabriela Schmoll, HIlde Schmölzer, Susanne Schneider und für eine Frauenlesegruppe eigentlich unüblich Hansjörg Liebscher.

Gelesen wurden Lyrik, Prosa und zwei Szenen aus dem Theaterstück „Golem now“, das, glaube ich, im Jahr 2000, wo auch ich eine Lesethetaeraufführung meiner Texte im littel stage hatte, dort aufgeführt wurde.

Begonnen wurde mit dem Lebenslauf, den die Bruni zu ihrem siebzigsten Geburtstag beigesteuert hat. Dann kam eine ältere Geschichte, die ich, glaube ich, schon aus dem Arbeitskreis kannte. Eine Hausfrau hastet mit ihren zwei Kindern und den zwei anderen, die sie noch zusätzlich abholen muß, vom Kindergarten nach Hause und wirft dabei ununderbrochen bunte Pillen ein.

Dann kam eine Geschichte, die an den Holocaust erinnerte und noch einige andere, wo das Frauendasein thematisiert wurden.

Gedichte wurden verlesen, in denen das Sterben und der Sinn des Lebens sehr oft thematisiert wurden und am Schluß kam ein „Schinkenfleckerln“ genannter Text, der sich mit der Simmeringer Großmutter beschäftige, das von Hermann Leopoldi gesungene und von Fritz Spielmann geschriebene Lied tönte auf und leitete in den geselligen Teil, wo es Wein,  Knabbereien und Gespräche gab.

Ich habe viele Bekannte gesehen, es war sehr voll und sehr heiß im Amerlinghaus und ich habe von der Bruni, die mir eigentlich doch eine sehr liebe Freundin war, jetzt wahrscheinlich endgültig Abschied genommen. Habe aber noch einiges zu lesen von ihr in meinen Regalen und kann mich auf diese Art und Weise wahrscheinlich auch noch länger an sie erinnern.

2018-04-04

Textvorstellungen mit Begräbnissen

Renata Zuniga

Renata Zuniga

Eva Jancak

Eva Jancak

Wer meinen Dichtung und Wahrheit-Aprilscherz verfolgte, die Vorstellung meines „Literaturgeflüster-Texte-Buchs“ in der „Alten Schmiede“, hat es passend zum zehn Jahrestag wirklich gegeben und vorher bin ich auf einem Begräbnis gewesen. Ist doch die Malerin Ingrid Wald, Gerhard Jaschkes Lebensfrau am 11. 3. gestorben, wie er mir schon am Samstag in Leipzig vor seiner Lesung im Österreich-Kaffeehaus sagte und da ist es interessant, daß ich jetzt schon das dritte Mal nach Ostern auf den Zentralfriedhof hinausmarschierte.

Das heißt, gegangen bin ich diesmal nicht, sondern mit dem 71 gefahren, denn ich hatte bis eins zwei Stunden und eine Befundbesprechung und als die Straßenbahn in Simmering ankam, sind eine Reihe Leute, die ich von der GAV oder vom Lesetheater kenne, eingestiegen, Karin Jahn, Ottwald John,  Fritz Widhalm, Magdalena Knapp-Menzel, Jopa Joakin und das war gut so, denn ich habe auf dem bunten Partezettel übersehen, daß das Begräbnis kein Begräbnis, sondern eine Verabschiedung war und daher in der Feuerhalle und dem Eingang zwei gegenüber stattfand.

Sonst hätte ich es wahrscheinlich versäumt, so sind wir zurechtgekommen, als Renald Deppe schon musizierte. Dann gab es zwei Verabschiedungsreden, die auf die Buntheit und die Fröhlichkeit von Ingrid Wald hinwiesen, die ich als sehr freundlich und kommunikativ in Erinnerung habe.

Rosen wurden ausgeteilt und auf den Sarg gelegt und dann ging es ins Concordia Schlössel zu „Speis und Trank im gemeinsamen Gedenken“, wie auf der  Parte stand und da bin ich an einem Tisch mit der Ruth, Barbara Neuwirth, Lisa Fritsch und Richard Weihs gesessen, habe Bärlauchsuppe, Backhendlsalat und Topfenstrudel gegessen, bevor ich mit der Ruth, um sechs in die „Alte Schmiede“ gefahren bin und da sind wir, weil mich die Ruth darauf aufmerksam machte, daß es mit der U3 schneller geht, als wenn ich mit dem 71, wie ich es eigentlich wollte, bis zur Oper gefahren wäre, schon kurz nach halb dort.

Irene Wondratsch, der Alfred und noch ein Mann waren aber schon früher da und die „Alte Schmiede“ hat sich auch gut gefüllt, der Chemiker Manfred den ich sonst immer in der Wien-Bibliothek oder im MUSA sehe, war gekommen, Klaus Khittl, Hilde Langthaler, Ottwald John und Kurt Neumann fragte nach, wie wir mit den „Hammer“ zufrieden wären.

Irene Wondratsch

Irene Wondratsch

Leonie Hodkevitch

Leonie Hodkevitch

Toll natürlich und Renata Zuniga ist diesmal auch sehr pünktlich gekommen, so daß es bald mit der Lesung losging und da habe ich mit den vier Texten, die ich mir am vorigen Donnerstag herausgesucht habe, angefangen.

Der Titel der Veranstaltung lautete „Drei Frauen“ und ich dachte eigentlich, daß das „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ das ich ja gerne vorstellen wollte, unsprünglich war ja, glaube ich, der Kroatienroman geplant, nicht zu den anderen Texten, weil ja nicht erzählend, passen würde, was sich als Irrtum herausstellte, denn Irene Wondratsch hat ja auch einen autobiografischen Text, nämlich „Selbstportrait mit kleinen Sonnen“ gehabt und das „Literaturgeflüster“ ist ja, wie ich immer sage, mein literarisches Tagebuch, beziehngswweise das Archiv über die Veranstaltungen, beziehungsweise der Bücher, die ich lese und für das „Texte-Buch“, habe ich die literarischsten Texte herausgesucht.

Gelesen habe ich als Einleitung den ersten Text, dann zum Thema passend, das Gerstl-Begräbnis, das ja ziemlich genau vor neun Jahren auch am Zentralfriedhof, allerdings bei, eingang II, dort wo sich die Ehrengräber befinden, stattfand, dann als literarischsten Text, den „Wunderschönen Tintentraum“, die Persiflage auf das „Bachmannlesen von 2009“ und dann noch als Reisebeispiel „Samstag in Litauen“, das war, finde ich, vielleicht eine ganz gute Übersicht über meine Art des Bloggens und gab auch ein bißchen Einblick in den Literaturbetrieb und Irene Wondratschs Selbstportrait, das noch nicht erschienen ist, tat das auch und auch da kann man sich täuschen, war es ja keine realistische Lebensbeschreibung, sondern, wie ich meine, eher surreale Textschnipseln, die wie Irene wondratsch später erläuterte, durch das Leben führen.

Von der Wiege bis zur Bahre, könnte man es theatralisch nennen und interessanterweise schloß sie mit einem Text über ihr Begräbnis und die mir bisher unbekannte Leonie Hodkewitsch die ihren bei „Keiper“ erschienenen Roman „Der Stadlbauer“ vortellte, hatte auch vier Textbeispiele und das letzte war, wie sie einleitete, ebenfalls ein Bebräbnis und wenn man jetzt denkt, ein Roman über einen Stadlbauer, passt nicht zu den beiden Tagebuchartigen Texten, der irrt wahrscheinlich, denn eine Handlung war den vier Textstellen eigentlich nicht zu entnehmen.

Der erste war ebenfalls eine Einleitung und erklärte, wie die Protagonistin in das Dorf in Niederösterreich kommt, dann ging es um das Sonntagsgeschehen und am Schluß zum Begräbnis einer der Hauptpersonen und da erzählte Leonie Hodkewitsch, die beruflich Kulturmangerin ist und viel herumreist, daß sie eineinhalb Jahre in dem Dorf oder der Kleinstadt gelebt hat und die Personen sozusagen real sind, alles andere aber erfunden wäre.

Interessant und eigentlich sehr schöne Textvorstellungen und interessante Facetten des literarischen Schreibens und auch ein sehr literarischer Tag mit vielen interessanten Gesprächen, den ich heute erlebte.

2017-06-18

Bücherparty

Filed under: Büchergeschichten — jancak @ 22:11
Tags: , ,

Nachdem ich gestern fünf Fortsetzungsgeschichten, beziehungsweise fünfmögliche Kapitel meines Mathilde- Projektes geschrieben habe, die schon erschienen sind oder noch erscheinen werden, möchte ich mich heute wieder dem anderen für mich wichtigen Blogthema, nämlich dem Lesens widmen und da lebe ich nicht nur in einer „Bibliothek“ beziehungsweise zwischen Bücherregalen und aufgestapelten Bühcherwänden, ich habe auch meine Leseliste und fülle beides mehr oder weniger regelmäßig mit Funden aus den offenen Bücherschränken, die ich mehr oder weniger regelmäßig frequentiere, auf.

Im Schnitt lese ich drei Bücher in der Woche, meistens morgens in der Badewanne und wenn ich zu keiner Veranstaltung gehe auch am Abend und ich bin, wenn man das so nennen möchte, derzeit ein wenig im Streß, meine ohnehin schon sehr reduzierte Leseliste zu schaffen, da ich ja, glaube ich, von März bis Mai nichts, als Frühlingsrezensionsexemplare und dabei ein paar wirklich sehr schöne und interessante Bücher gelesen habe, mich jetzt bis cirkca Mitte August  meinen Leselisten-SUB widmen kann, denn dann kommt  schon wieder die nächste LL, die österreichische und die deutsche undda werde ich ja wahrscheinlich wieder anfragen und lesen und bei paar Herbstvorschauen sind bisher auch zu mir gekommen und da habe ich auch ein paar Wünsche geäußert, so daß es wieder knapp oder leseintensiv werden kann.

Aber mit meinen Geburtstagsbücher von 2016 bin ich jetzt durch und in meiner Strohwitwenzeit, die jetzt ja schon beendet ist, habe ich diesmal zwar keinen Pfingstlesemarathon eingeplant aber am Freitag davor eine sogenannte Bücherkastentour und da einiges für mich sehr Interessantes gefunden. Das ich in meiner jetzt improvisierten ganz privaten Bücherparty gerne durchschauen will.

Ich war ja  am Freitag auf einer Schundheftparty aber da habe ich mir sowohl den Abomenntbezug, als auch das Hefterln schnorren tapfer verkniffen, denn ich habe ja nicht nur genug, sonder ziemlich sicher sogar viel mehr, als ich lesen kann und in den Bücherblog ändern sich da auch die Meinungen.

Habe ich da früher immergehört, daß es Spaß macht zu sammeln und, daß man Bücher niemals unter gar keinen Umständen hergeben soll, sprechen die jetz tauch schon von Loslassen und Minimalisieren, belächeln die, also auch mich, mit dem zu großen Sub und lesen, wie ich allgemein merken kann, viel weniger.

Das tue ich wahrscheinlich auch und habe auch heute den ganzen Tag geschrieben und hatte da in der Badewanne bei meinem eigenen Bücherlesen, das ich ja parallel betreibe, gerade nur das „Haus“ wiederlesen und vom Viktor Klemperer „Warum soll man nicht auf bessere Zeiten hoffen“, eines der wenigen Rezensionsexemplare, das ich in diesem Monat bekommen habe, die Herbsterscheinungen kommen ja erst.

Viel weniger, als geplant, aber bei meiner Bücherkastentour vor zwei Wochen,  war ich fündig, da hat es vor allem, was ich sonst viel weniger erlebe, bei dem am Zimmermannplatz, jemanden gegeen, der, während ich dort gesessen bin und meinen beim Mc Donald`s gekauften Kaffee trank, sowohl ein Buch über die „Fünfziger und die Sechziger Jahre“, als auch eines über die „Wilden siebziger Jahre“ hineingelegt und in beiden kann man  sehr gut blättern, obwohl, das über die Fünfziger und die Sechziger, weil bilderreicher, interessanter ist und in dieser Zeit wurde ich geboren und bin auch in die Schule gegangen und so interessieren mich die Bilder von den jungen Mädchen in den knappen Caprihosen und den Hulareifen, um die Hüften ganz besonders und interessant, vorhin in der Badewanne, habe ich ja im „Haus“ gelesen und da kommet der Hulafreifen auch darin vor.

Am Zimmermannplatz habe ich auch ein Buch gefunden, mit dem ich mich, wenn ich nicht nur gern die eigenen Texte lesen würde, mich für den nächsten „Katzenfasching“ des Lesetheaters, wenn es den noch gibt, anmelden könnte, nämlich ein Buch mit Katzentexten, die von Elfriede Ott, der Doyenne und Lebensfrau von Hans Weigel unter dem Titel „Katze was schnurrst du“, gesammelt wurde.

Dann bin ich ja über die Lerchenfelderstraße nach Hause gegangen und habe mir dort in der verstauben ein Euro- Kiste der kleinen Buchhandlung die es dort gibt, das Leseexemplar von „Das geträumte Land“ von Imbolo Mbue, das ich auf den Blogs öfter gesehen habe, gekauft und Cornelia Travniceks „Junge Hunde“ liegen lassen, denn das war das Weihnachtsbuch vor zwei Jahren und daher  schon gelesen.

Richtig fündig wurde ich aber beim „Wortschatz“ erst zwei Tage später als ich mich mit der Ruth bezüglich unserer Büchertour in die Brandmayergasse begeben habe und dort am Hinweg Uwe Tellkamps,Dresdner Erkundungen „Die Schwebebahn“ und am Rückweg dann noch Amoz Oz „Judas“, das glaube ich, 2015 den „Leipziger Buchpreis“ bekommen hat. Da lag dann noch Ayelet Gundar-Goshen „Eine Nacht Markowitz“ im Schrank und deren „Löwen wecken“, das damals auch sehr besprochen wurde, steht jetzt auf meiner Leseliste und  werde es demnächst lesen.

Spannend, spannend sich so durch seinen SUB zu wühlen, mir jedenfalls macht das großen Spaß, obwohl man bei den Book-Tubern schon Diskussionen hören kann, wie groß ein Sub sein soll oder darf?

Eine müßige Diskussion, wie ich finde, denn man hat ja nie alle Bücher gelesenund da ist es egal, ob ich sie im Regal stehen habe oder nicht.

Habe ich sie im Regal, kann ich sie, wie jetzt, jederzeit herausnehmen und darin schmökern, ein Kapitel lesen oder mir vornehmen, das Buch im nächsten Jahr auf jeden Fall zu lesen. Das gibt es bei den Booktubern auch einen Tag, wo sie sich ihren SUB hernehmen und dann entscheiden, was sie als nchstes lesen werden.

Nun da bin ich durch meine Leseliste ein wenig vorbestimmt, werde aber als nächstes, wenn nicht schon die Herbst- Rezisonsexemplare dazuwischen kommen, Barbara Frischmuths Ferienfamilie und Andreas Okopenkos „KIndernazi“ lesen und ein Bilderbuch, wo man sich durch  durch das Leben von Jane Austen blätten kann, habe ich in dem englischen Delkiatessengeschäft, das auch eine Bcherkiste hat, in dem man aber manchmal auch Suppendosen oder Schokoladewürfel findet, auch gefunden.

Spannend spannend und während ich mich so durch meinen Sub wühle, die Dresden  Bilder von Uwe Tellkamp durchschaue, die ich ja brauche kann, während ich den Klemperer lese, mache ich mir schon ein paar Gedanken, was da vielleicht demnächst au den Longlisten stehen wird, wo ja Katja Gasser bei der deutschen LL diesmal den Vorsitz hat und die macht Ende Juni mit Cornelius Hell in der „Gesellschaft für Literatur“ ja auch wieder ihre Leseempfehlungen und da hoffe ich ja sehr daß Zaimoglus „Evangelio“, sowie Olga Gjrasnowas „Gott ist nicht schüchtern“ auf der Liste steht, sowie JuliaWolfs „Walter Nowak bleibt liegen“ vielleicht, denn das habe ich schon gelesen und was die österreichische Liste betrifft, da bin ich besonders ratlos, beziehungsweise, denke ich, daß ich da wahrscheinlich nicht sehr viel gelesen haben werde, obwohl ich mich ja regelmäßig durch die „Kremayr und Scheriaus Debuts“ lese, aber die stehen vielleicht nicht darauf und es die „O Töne“ zu dem ich durch Alfred Altersteiltzeit auch heuer wieder gehen werde, gibt.

Also spannend spannend, das Lesen und das Schreiben und ich habe in meiner Strohwitwnzeit auch wirklich viel gelesen, ein paar neue Bücher nach Hause gebracht und natürlich mich mit meinen Fortsetzungsgeschichten eingeschrieben und da kann ich gleich vermelden, daß ich damit sehr zufrieden bin.

2017-02-26

Generalversammlung der IG-Autoren und andere Buchmesse

Wieder einmal GV der IG Autoren, die sowetwas, wie die österreichische Schriftstellergewerkschaft ist, vor Jahren, als es noch kein Literaturhaus gab, von Gerhatrd Ruiss und Johannes Vyoral gegründet. Milo Dor war, glaube ich, der etste Präsident und ich bin, glaube ich, schon seit dreißig Jahren oder so, als Einzelmitglied delegiert.

Denn es ist nicht sehr schwer Mitglied bei den IG-Autoren zu sein. Man muß irgendwas geschrieben haben, dann trägt man sich, wo ein oder stellt irgendwo einen Antrag. Keine Ahnung wann oder wie ich dazu gekommen bin, aber ich kenne Gerhard Ruiss, glaube ich vom Volksstimmefest und auf dieses bin ich durch den „Arbeitskreis der schreibenden Frauen“ gekommen.

Den ersten österreichischen Schriftstellerkongreß habe ich gerade versäumt, dann war ich offenbar einmal auf einer Regionlalversammlung wurde delegiert und pilgere seither Jahr für Jahr zu den Genereralversammlungen, die früher im Novemver, jetzt schon länger im Februar stattfinden und sich die Autoren, die delegierten Einzelmitdlieder oder die der Verbände, eineinhalb Tage zusammensetzen und über die Schriftstelleranliegen diskutieren.

Man kann auch Anträge stellen, die dann  behandelt werden, ansonsten referiert Gerhard Riss meistens die Situation, die da ist, das Budget bleibt gleich oder wird eingefroren.

So gibt es das „Handbuch der österreichischen Autoren“, mit dem ich früher meine Verlagsaussendungen machte schon lang nicht mehr. Das wäre auch sehr schnell veraltet und der Web-Autritt der iG Autoren ist, wie Gerhard Ruiss heute betonte, ether bescheiden, denn die IG-Autoren sind glaube ich nicht so webaffin.

Es gibt aber den jährlichen Neuerscheinungskatalog, wo alle Autoren drinnen sind, die ein Buch bei einem österreichischen Verlag haben, allerdings und da bin ich wieder bei dem leidigen und offenbar unüberwindbaren Problem, nur die Verlagsprodukte, die Selfpublisher bleiben wieder einmal draußen und dürfen ihre Bücher auch nicht auf den Stand stellen, wo die IG Autoren alljährlich, die Bücher der österreichichen Autoren in Leipzig, Frrankfurt oder auf der „Buch Wien“ aufstellen. In Leipzig und Frankfurt gibt es auch das „Literadio“, da dürfen die Autoren, die zufällig anwesend sind, ihr neues Buch vorstellen, Selfbulisher natürlich wieder nicht, die haben ja immer noch ein Identifikationsproblem und werden als Autoren nicht wahr oder nicht für voll genommen.

Die IG Autoren bieten aber Beratungen an und da habe ich mich schon öfter beraten lassen, das letzte Mal bezüglich „Paul und Paula“, wo es, um die Frage ging, ob ich nicht irgendwelche Personenschutzgesetzte verletze, wenn ich über die Transgenderproblematik schreibe?

Mein Verlagsverträge, die ich mit „Fischer“ und mit „Orac“ bezüglich meiner Stotterbücher hatte, habe ich mir auch durchsehen lassen, ansonsten gilt, als Selfpublisher bist du immer noch kein richtiger Autor, aber trotzdem bei den IG Autoren delegiert und da begann es schon am Samstag, um zehn am Morgen mit einem guten Frühstück und der Gelegenheit, die Autorenkollegen aus den Bundesländer zu treffen, die ich meistens nur einmal im Jahr und in diesem Zusammenhang sehe.

Diesmal waren besonders viele Kollegen aus Kärnten da, die mit ihren Namensschildchen herumliefen, sonst war Christl Greller da, die Rizys, O. P. Zier, Nils Jensen, Margit Hahn, Sylvia Treudl, Georg Bydlinksy, Susanne Ayoub Helma Giannonne, Hanhreif Wolf Käfer Elfi Resch, etcetera.

Hilde Langthaler, Ruth Aspöck, Elfriede Haslehner, die sonst meistens auch kommen habe ich nicht gesehen, auch Hilde Schmölzer war nicht da, die ich einmal in diesem Rahmen, glaube ich, kennenlernte.

Aber Ludwig Laher, der gleich über das Bildungsproblem referierte. Vorher hat aber noch Renate Welsh, die Präsidentin, die Anwesenden begrüßt und man konnte ein Billet für Christine Haidegger und Peter Paul Wipplinger unterschreiben, die krankheitshalber nicht kommen kponnten.

Und die Bildungsproblematik ist ja ein weites Thema, denn Deutsch soll  bei der Zentralmatura nicht sehr vorkommen. Vele Kinder haben Deutsch, nicht als Umgangssprache und brauchen speziellen Förderunterricht. Es gibt schon viele sekundäre Analphabeten, die die Schule ohne sinnerfassend lesen zu können verlassen und die Regierung will den Kindern schon in der Volksschule Tablets und Laptops verpassen, die Bücher bleiben da auf der Strecke, ist eine Befürchtung der Autoren.

Es wurde in der Diskussion auch beklagt, daß bei Lesungen zu wenig junge Autoren eingeladen werden und, daß man etwas machen soll, um junge Leute für Literatur zu interessieren.

Aber vorher hatte schon Tschiff Windisch, der nicht mehr junge Poetryslamer erzählt, daß diese Literaturform eine ist, die viele junge Leute anzieht und das merke ich auch, wenn ich zu den Poetry Slams ins Literaturhaus gehe.

Da muß man eine Stunde vorher kommen, bekommt eine Zählkarte, wenn man dazwischen weggehen will und bekommt trotzdem keinem Platz, wo man etwas sieht, sondern irgendwo weit hinten, weil die jungen Slamer allle ihre Freunde mitbringen.

Die Leute lesen nicht mehr viel, wird überall beklagt und ich glaube auch, daß das stimmt. Andererseits wachsen die Literaturblogger und die Booktuber, wie die Schwammerln aus dem Boden und machen jede Woche ein Video, wo sie ihre Neuzugänge, ihren Sub, ihre Leseliste, ihre Tags etcetera präsentieren.

Es ist also nicht so einfach und ich denke, die Zahl der Menschen, die schreiben wollen und dann vielleicht auch selber publizieren, nimmt trotz der wachsenden Zahl der sekundären Analphabeten, ebenfalls zu und natürlich ist es wichtig, daß man zur Matura nicht nur einen Leserbrief oder einen Kommentar verfasst, sondern ein literarisches Thema wählen kann.

Zu Mittag gab es wieder ein Buffet und Gespräche mit Kollegen und ich habe natürlich auch, den wieder gut bestückten Bücherschrank besucht und mich daraus bedient und am Nachmittag ging es weiter mit den Anträgen zum Urhebergesetz, etcetera, denn da hat es ja schon eine Demonstraion zur Festplattenabgabe gegeben und eine Feier zu einem Mustererlagsvertrag gab es auch und richtig, eine „Funkhausanthologie“, wo auch ein Text von mir drinnen ist, wird es auch bald gaben und über den ORF und sein Umgang mit den Autoren wurde auch diskutiert.

Am Sonntag, wo dann auch die Ruth gekommen ist, ist mit einigen Anträgen der Kärntner Autoren und einer Präambel zum Wert der Literatur „Sie  ist gefördert und nötig, wie nie zu vor weitergegangen“ und ich bin am Nachmittag wieder nach Döbling zur anderen Buchmesse, die es jetzt auch schon das achte Mal gibt, hinausmarschiert.

Die wurde ja von Margit Kröll, Nicole Engbers, Thorsten Low und vielleicht noch einigen anderen 2010 gegründet, das erste Mal fand sie im fünften Bezirk statt, dann ein paar Mal in einem Architekturbüro in der Seidengasse, einmal am Yppenplatz, dann beim Stadtparkbögen in einem Cafe in der Nähe des Literaturhauses und jetzt das zweite Mal im Bezirksamt Döbling, ab 2011 hat es einen Literaturslam gegeben, wo ich viermal gelesen, aber nie etwas gewonnen habe, 2011 glaube ich aus der Mimi, dann die Taubenszene aus der „Absturzgefahr„, die mit dem Eis aus „Kerstins Achterl“ und unter dem Stadtbahnbögen habe ich das „Gruftiemädel“ gelesen, seit 2015 gibt es das nicht mehr und begonnen hat es, um zwei wieder mit einem Kinderprogramm.

Diesmal haben drei Verlage, der „Andre Buch Verlag“, der „ohnenohrenverlag“ und eben der „Thorsten Low Verlag“ ausgestellt und begonnen hat es mit drei Kinderbüchern aus dem „Andere Buch Verlag“.

Dann kam das Kindertheater „Die Rumpelkiste“ und führte die „Frau Holle“ auf.

Margit Kröll hat diesmal nur gezaubert.

Dann kam schon das Erwachsenen Programm des „Anderen Buch Verlags“ und zwar hat da Andreas H. Buchwald drei Bücher vorgestellt, die sich mit dem Osten, dem Wesen und auch mit Abraham beschäftigt haben.

„Vom Eise befreit“ heißt die Trilogie mit den realistischen Deutschlandbildern und beim „ohneohrenverlag“ traten fünf junge Frauen auf, die ihre meist Phatasiygeschichten prästieren.

Dann kam das Konzert oder die musikalische Lesung in der Thorsten Low sein Phantasyprogtramm präsentierte und ich habe heute im „Wortschatz“ das kann ich auch gleich schreiben , was mich besonders freute und ich mir eigentlich nach der Donnerstaglesung sehr wünschte Hanno Millesis „Schmetterlingstrieb“ befunden.

2016-09-02

Zum achtzigsten Todestag von Karl Kraus

Bei den „Pfeiffer Kunstprojekten“ immer am 2. im 2. um 20 Uhr in einem Wirtshauskeller in der  Pazmanitengasse bin ich schon im August bei Christian Schwetz gewesen, jetzt gab es  zum achtzigsten Todestag am 12. Juni 1936, da hat er sich viel erspart, eine Collage von Manfred Loydolt und Hilde Schmölzer, die ja ein Buch um die „Frauen um Karl Kraus“ geschrieben hat, das sie mir, glaube ich, mir zum letzten Geburtstag schenkte.

Diesmal war es leerer, als ich das kleine Gasthaus erreichte, die Veranstalter und Werner Grüner sind schon dagesessen, die Akteure probten noch die Aufführung und dann begann die Veranstaltung, die als Mischung zwischen „Letzter Tage der Menschheit“ und Präsentation des Schmölzer Buchs am Programmzettel angekündigt wurde.

Dann war aber alles anders, den Manfred Loydolt, der Sänger erklärte in der Einleitung, daß Kraus nicht nur schwer verständlich wäre, sondern auch viele heitere Seiten hätte und sang ein Offenbach-Chanson, das Kraus übersetzt hat. Ich glaube, er hat auch gesungen und Gedichte hat er auch geschrieben, da las Manfred Loidoldt zwei vor. Dann gabs natürlich einen ausführlichen Lebenslauf und eine längere Passage aus dem Schmölzer-Buch, das ich, ich muß es gestehen, noch nicht gelesen habe, weil ich mich erst mit der Geschwisterliebe um Georg Trakl beschäftigt habe.

Es gab auch noch Aphorismen zum Thema Sprache und ein paar Enthüllung von Sprachverhunzungen oder Stilblüten, die Karl Kraus wohl aus den damaligen Zeitungen hatte und in besseres Deutsch zu übersetzen versuchte, was teilweise heute auch schon etwas antiquarisch klang und auch etwas für meinen kritischen Sprachvermesser wäre, bis es dann zu den „Letzen Tagen der Menschheit“ kam und damit habe ich mich vor zwei Jahren, vor allem durch den Cartoon des „Holzbaum-Verlags“ ja sehr intensiv  beschäftigt, mit dem Marstheater, diesem, wie Manfred Loydoldt betonte unauffünhrbaren Stück, das man besser lesen sollte.

Nun 1974 gab es, glaube ich, eine Hörspielproduktion mit dem Guido Wieland und anderen, inzwischen wahrscheinlich verstrobenen Schauspielern, an die  ich mich noch gut erinnern kann.

Manfred Loydoldt und Hilde Schmölzer brachten drei Szene daraus, die mit der Kriegsberichterstatterin Schalek, dann das Lied des Kaiser Franz Josef, wieder ein Musterstückerl von Manfred Lodoldt, das er allerdings stark verkürzt hat, wie der sagte „Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut!“ und „Mir bleibt nichts erspart“ und ich dachte das wären Originalzitate und dann kam es noch die Szene mit Viktualiäenhändler, der die Kriegszeiten die Preise in die Höhe treibt und Marktkommissär zusammenscheißt.

Ich habe ja vor kurzem ein ähnlich klassisches Stück Literatur bezüglich des ersten Weltkrieges gelesen und habe diesen Abend wirklich als sehr kurzweilig und interessant gefunden.

Jetzt müßte ich noch die „Fackel“ lesen, aber vielleicht sollte ich mit Hilde Schmölzers Frauenrecherche beginnen, oder das Gina Kaus Buch lesen, das auf meinen Stapel liegt.

Dann hatte der Frauenhasser Kraus, wie Hilde Schmölzer erwähnte noch eine Beziehung zu Else Lasker-Schüler und noch zu mir unbekannten Frauen wie Sidonie  Nadherny von Borolin, Annie Kalmar und Mechthilde Lichnovsky.

Nächste Seite »

Bloggen auf WordPress.com.