Literaturgefluester

2015-07-17

Koala

Filed under: Bücher — jancak @ 00:10
Tags: , ,

Weiter geht es sowohl mit Schweizer Literatur als auch mit dem Longlistenlesen, denn der 1971 in Thun geborene Lukas Bärfuß ist damit im vorigen Jahr daraufgestanden, dann hat er auch noch den Schweizer Literaturpreis und einige andere Preise, mit dem „Roman“ bezeichneten Buch, gewonnen, das meiner Meinung nach, wie ich bei Judith Wolfsgruber lernte, ein Personal Essay ist, nämlich die Verbindung eines persönlichen Erlebnisses mit etwas Wissenschaftlichen.

Lukas Bärfuß ist, glaube ich, auch schon früher mit einem anderen Buch auf der dBp Longlist gestanden, ist auch Dramatiker und dafür glaube ich sehr berühmt und ich habe ihn vorigen März in Leipzig kennengelernt, wo er den Beginn aus „Koala“ las, das tat er dann auch in Göttweig und die Stelle von seinem Vortrag über Kleist, der Name wird dabei nicht benannt, das Treffen mit seinem Bruder, der sich dann später ermordet hat, hat mich sehr beeindruckt.

So habe ich mir das Buch gemeinsam mit dem der Katja Petrowskaja, das ich als nächstes Lesen werde, vom Alfred kaufen lassen, es auf die 2015 Leseliste gesetzt und auch nicht von dort heruntergenommen, als es im Herbst auf die Loglist kam. Für heuer habe ich mir vorgenommen, werde ich es anders machen und sollte Gertraud Klemms „Aberland“ daraufstehen, das Buch vorziehen, aber jetzt habe ich „Koala“ erst jetzt gelesen und bin darauf gekommen, daß es ganz anders ist, als erwartet.

Eine Überraschung oder die Verbindung mit dem Tod des Bruder und das dürfte, wie ich ergooglet habe, der von Lukas Bärfuß sein, mit einem Essay über Koalabären, die lieben kleinen Tiere, die da in Australien so faul in den Bäumen hängen und nichts tun als Eukalypsus fressen und weil Lukas Bärfuß ein Schweizer ist, hat ihn das mit der Faulheit wahrscheinlich besonders interessiert und er stellt auch die Frage, ob ein Selbstmörder das ist, weil er sich und seine Arbeitskraft, der Gesellschaft verweigert und ob er deshalb mit Recht nur außerhalb des Kirchhofes bestattet wird, was Lukas Bärfußs Bruder offenbar noch immer passierte.

Die Psychologin in mir ist natürlich an der Schilderung von Suiciden und wie es einem damit geht, wenn sich der Bruder tötet, sehr interessiert und wurde ein bißchen enttäuscht, denn Lukas Bärfuß berichtet sehr distanziert davon, was eigentlich wieder logisch und zu erwarten ist und ein bißchen seltsam erscheint es mir auch über den Tod seines Bruders, Schwester, etc ein Buch zu schreiben und damit durch die Welt zu reisen, um daraus vorzulesen oder ein Preisgeld entgegenzunehmen und sich mit der Urkunde fotografieren zu lassen.

Vielleicht ist es auch deshalb sehr distanziert und vielleicht auch deshalb, die Idee, das mit der Verknüpfung der Koalas oder der Geschichte des australischen Queenlands zu verbinden.

Da ist also der Ich-Erzähler der lapidar von der letzten Begegnung mit seinem Bruder, den er lang nicht gesehen hat, berichtet, es ist auch nur der Halbbruder, der hatte Erfahrungen mit Drogen, hatte ein himmelblaues Fahrrad und war Betreuer in einer Obdachlosenschlafstelle. Nach dem Treffen vertrinkt er sein Vortragshonorar in einer Bar mit einem Mädchen, fährt dann verkatert heim, gratuliert dem Bruder später zu seinem Geburtstag und bekommt  irgenwann den Anruf von dessen Chefin, der Bruder ist nicht zur Arbeit erschienen und wurde tot in der Badewanne mit einer Überdosis aufgefunden.

Er hat vorher alles genau geordnet, sein Hab und Gut verteilt und auch die Türe offengelassen, damit die Polizei sie nicht aufbrechen muß, das würde ich beispielsweise nicht tun, aber vielleicht sind die Schweizer anders und vielleicht war es Lukas Bärfuß ein Anliegen, das ganz genau zu demonstrieren.

Ein Selbstmord eines Angehörigen löst natürlich Gefühle aus und so ist der Ich-Erzähler, was ich gut nachvollziehen kann, auch sehr zornig. Dann forscht er ein bißchen in seinen Erinnerungen nach und da fällt ihm auch ein, daß er, ich glaube der Bruder hat keinen Namen, im ganzen Buch wird der nicht genannt, von seinen Freunden Koala gerufen wurde, der Spitzname also, wegen der Faulheit oder der Langsamkeit?

Irgendwann geht es dann in die Geschichte, der Bruder ist in einem Pfadfinderlager, lang konnte man glauben, er wäre beim Militär und gerät  in einen Initialritus. Er wird in der Nacht aus dem Zelt geholt, die Augen werden ihn verbunden, in ein Boot gesetzt und dann bekommt er einen Tiernamen, wie das in Pfadfinderlagern offenbar so üblich ist. Seiner ist Koala und deshalb wird er fortan von seinen Freunden so gerufen.

Der Koala, dieses herzige Tierchen und Kinderspielzeug taucht in des Ich-Erzählers Wahrnehmung fortan gehäuft auf, was er sich psychologisch deutet und ich auch gut nachvollziehen kann.

Dann erzählt er die Geschichte der Koalas, dieser lieben Tierchen, die da in Australien in den Bäumen hängen und fängt  mit einer Legende an, wo die Jäger einen töteten, die rächen sich dann dafür und so schüttelten siie sie von den Bäumen, beziehungsweise zünden sie sie an, damit sie herunterkommen müßen und brieten sie dann.

Dann geht es ein Stückchen weiter in die Geschichte, nämlich zum englischen Königshof in den vorigen Janhrhunderten, wo der Platz in den Gefängnissen kanpp wurden. So kam man auf die Idee, eine Strafkolonie zu errichten und die Gefangenen, die wegen Lappalien, zum Beispiel dem Diebstahl von ein paar Kleidern, zu sieben Jahre und Verbannung verurteilt wurden, dorthin zu schicken.

Er berichtet auch von der Liebe eines Offiziers, der diesen Transport begleitet, zu seiner Frau, von seinem Heimweh und seiner Sehnsucht nach ihr, bis er sich dann Jahre später mit einer der Verurteilten vermählt und dem Kind, das sie bekommtr den Namen Alicia, den seiner Gattin gibt.

Lukas Bärfuß berichtet noch von vielen anderen, bevor er wieder zu den Koalas kommt, die dann von den Forschern entdeckt wurden „Am neunften November 18092 gingen zum ersten Mal Teile eines Koalas in die Wissenschaft über“, zu einem beliebten Kinderspielzeug degratiert wurden, etc, bis er wieder zu seinem Bruder und dessen Begräbnis, außerhalb der Kirchenmauer kommt und am Schluß beim Pfadfinderlager landet, bis er mit „Ich stieg in den Wagen, fuhr nach Hause, setzte mich an den Schreibtisch und machte mich an die Arbeit“,  das Buch enden läßt.

Werbeanzeigen

2018-08-25

Deutscher Buchpreis

Filed under: — nagl @ 16:14

Gelesene Bücher:

2005

1. Arno Geiger „Es geht uns gut“

2.Friederike Mayröcker „Und ich schüttelte einen Liebling“

 

2006

  1. Katharina Hacker „Die Habenichtse“
  2. Sasa Stanisic „Wie der Soldat das Grammafon reparierte“
  3. Ilija Trojanow „Der Weltensammler“
  4. Daniel Glattauer „Gut gegen Nordwind“
  5. Ingo Schulze „Neue Leben“?

 

2007

1.Julia Frank „Die Mittagsfrau“

2.Thomas Glavinic „Das bin doch ich“

3.Katja Lange-Müller „Böse Schafe“

4. Peter Henisch „Eine sehr kleine Frau“

5.Robert Menasse „Don Juan de la Mancha“?

 

2008

  1. Uwe Tellkamp „Der Turm“
  2. Iris Hanika „Treffen sich zwei“
  3. Ingo Schulze „Adam und Evelyn“
  4. Martin Walser „Ein liebender Mann“

 

2009

  1. Herta Müller „Atemschaukel“
  2. Thomas Glavinic „Das Leben der Wünsche“
  3. Peter Stamm „Sieben Jahre“
  4. Thomas Stangl „Was kommt“

 

2010

  1. Melina Nadj Abonji „Tauben fliegen auf“
  2. Judith Zander „Dinge, die wir heute sagen“
  3. Alina Bronsky „Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“
  4. Olga Martynova „Sogar Papageien überleben uns“

 

2011

  1. Eugen Ruge „In Zeiten des abnehmenden Lichts“
  2. Sibylle Lewitscharow „Blumenberg“
  3. Marlene Streeruwitz „Die Schmerzmacherin“
  4. Ludwig Laher „Verfahren“
  5. Klaus Modick „Sunset“
  6. Judith Scharlansky „Der Hals der Giraffe“
  7. Thomas Melle „Sickster“

 

2012.

  1. Olga Grjasnowa „Der Russe ist einer der Birken liebt“

 

2013.

1.Marion Poschmann „Die Sonnenposition“

2.Daniel Kehlmann „F“

3.Nella Verremej „Berlin liegt im Osten“

4.Ralph Dutli „Soutines letzte Fahrt“

 

2014.

  1. Thomas Melle „3000 Euro“
  2. Lukas Bärfuss „Koala“
  3. Michael Köhlmeier „Zwei Herren am Strand“
  4. Martin Lechner „Kleine Kassa“
  5. Charles Lewinsky „Kastelau“
  6. Marlene Streeruwitz „Nachkommen“

 

2015.

  1. Frank Witzel „Die Erfindung der roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969
  2. Jenny Erpenbeck „Gehen ging gegangen“
  3. Rolf Lapert „Über den Winter“
  4. Inger-Maria Mahlke „Wie ihr wollt“
  5. Ulrich Petzer „Das bessere Leben“
  6. Monique Schwiter „Eins im Andern“
  7. Alina Bronksy „Baba Dunjas letzte Liebe“
  8. Ralf Dutli „Die Liebenden von Mantua“
  9. Valerie Fritsch „Winters Garten“
  10. Heinz Helle „Eigentlich müßten wir tanzen“
  11. Gertraud Klemm „Aberland“
  12. Steffen Kopetzky „Risiko“
  13. Peter Richter „89/90“
  14. Clemens J. Setz „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“
  15. Anke Stelling „Bodentiefe Fenster“
  16. Ilija Trojanow „Macht und Widerstand“
  17. Vladimir Vertlib „Lucia Binar und die russische Seele“
  18. Kay Weyand „Applaus für Bronikowski“
  19. Christine Wunnike „Der Fuchs und Dr. Shamura“
  20. Feridun Zaimoglu „Siebentürmeviertel“

 

2016.

  1. Bodo Kirchhoff „Widerfahrnis“
  2. Reinhard Kaiser-Mühlecker „Fremde Seele dunkler Wald“
  3. Andre Kubicek „Skizze eines Sommers“
  4. Thomas Melle „Die Welt im Rücken“
  5. Eva Schmidt „Ein langes Jahr“
  6. Philip Winkler „Hool“
  7. Akos Doma „Der Weg der Wünsche“
  8. Gerhard Falkner „Apollokalypse“
  9. Michael Kumpfmüller „Die Erziehung des Mannes“
  10. Katja Langen-Müller „Drehtür“
  11. Dagmar Leupold „Die Witwen“
  12. Sibylle Lewitscharoff „Das Pfingstwunder“
  13. Joachim Meyerhoff „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“
  14. Hans Platzgummer „Am Rand“
  15. Arnold Stadler „Rauschzeit“
  16. Peter Stamm „Weit über das Land“
  17. Michelle Steinbeck „Mein Vater war am Land ein Mann und im Wasser ein Walfisch“
  18. Thomas von Steinaecker „Die Verteidigung des Paradieses“
  19. Anna Weidenholzer „Weshalb die Herren Seesterne trugen“

 

2017.

  1. Marion Poschmann „Die Kieferninsel“
  2. Robert Menasse „Die Hauptstadt
  3. Sven Regener „Wiener Straße“
  4. Ingo Schulze „Peter Holtz“
  5. Monika Helfer „Schau mich an, wenn du mit mir redest“
  6. Feridun Zaimoglu „Evangelio“
  7. Christoph Höhtker „Das Jahr der Frauen“
  8. Michael Waidenhain „Das Singen der Sirenen“
  9. Christine Wunnike „Katie“
  10. Kerstin Preiwuß „Nach Onkalo“
  11. Robert Prosser „Phantome“
  12. Julia Wolf „Walter Nowak bleibt liegen“
  13. Franzobel „Das Floß der Medusa“
  14. Sasha Marianna Salzmann „Außer sich“
  15. Jonas Lüscher „Kraft“
  16. Mirco Bonne „Lichter als der Tag“
  17. Gerhard Falkner „Romeo oder Julia“
  18. Jakob Nolte „Schreckliche Gewalten“

 

2018.

  1. Arno Geiger „Unter der Drachenwand“
  2. Josef Oberhollenzer „Sültzrather
  3. Inger Maria Mahlke „Archipel“
  4. Maxim Biller „Sechs Koffer“
  5. Carmen Francescas Banciu „Lebt wohl ihr Genossen und Geliebten“
  6. Susanne Röckel „Der Vogelgott“
  7. Franziska Hauser „Die Gewitterschwimmerin“
  8. Nino Haratischwili „Die Katze und der General“
  9. Stephan Thome „Gott der Barbaren“
  10. Gert Loschütz „Ein schönes Paar“
  11. Adolf Muschg „Heimkehr nach Fukushima“
  12. Gianna Molinari „Hier ist noch alles möglich“
  13. Angelika Klüssendorf „Jahre später“
  14. Eckelhart Nickel „Hysteria“
  15. Helene Hegemann „Bungalow“
  16. Anja Kampmann „Wie hoch die Wasser steigen“
  17. Susanne Fritz „Wie kommt der Krieg ins Kind“
  18. Maria Cecilia Barbetta „Nachtleuchten“

2018-08-12

Schweizer Literatur

Da wir heuer unseren Urlaub in der Schweiz verbringen und uns die schönen Städte Zürich, Bern und Genf anschauen werden, kommt jetzt ein kleiner Rundgang durch die Schweizer Literatur, denn die  Tage vor dem deutschen Buchpreis oder überhaupt dem Neuerscheinungslesen gehört ja der Schweizer Literatur, habe ich mir ja irgendwann einmal angewöhnt im Urlaub landesspezifische Bücher, beziehungsweise Autoren zu lesen, habe mir nach Ungarn ungarische Bücher mitgenommen, bin in Litauen auf einen litauischen Literaturstreifzug gegangen, habe in Kroatien was Kroatisches und in Deutschland mich durch deutsche Autoren gelesen, etcetera  und so liegt auf meinem Schreibtisch, während ich das hier schreibe auch ein ganzer Stapel von Schweizer Büchern, von denen ich mir wahrscheinlich nur einen kleinen Teil mitnehme und dann auch nur einen  Teil lesen werde, denn die Schweiz ist zwar ein kleines Land, seine Literatur  aber reichhaltig, gibt es da ja Friedrich Dürenmatt und Max Frisch, Robert Walser und von den Klassikern ist natürlich Gottfried Keller mit seinem „Grünen Heinrich“ zu nennen.

Dann gibt es noch ein paar Jahre länger als in Österreich den Schweizer Buchpreis und Bücher von Schweizer Autoren stehen auch immer wieder auf der deutschen Buchpreisliste oder lesen beim Bachmannpreis. So bin ich mit einigen jüngeren Autoren bekannt geworden, habe natürlich auch ein bißchen was von Martin Suter und Alex Capus gelesen und Peter Bichsel und Urs Widmer gehören wahrscheinlich zu den moderneren <klassikern.

In der „Alten Schmiede“ gibt es immer wieder Abende mit Schweizer Autoren und da gibt es auch einige eperimentelle wie  Felix Philipp Ingold, Jörg Steiner, Paul Nizon, Elisabeth Wandeler Deck und und ..

Es gibt die Schweizer Migranten, die dann die Buchpreise gewinnen wie  Melinda Nadl Abonji oder Dana Grigocea, es gibt Peter Stamm, Lukas Bärfuß, Jonas Lüscher, Monique Switters, Ruth Schweikart und und und, als die Schweiz einmal das Gastland in Leipzig war, hat es ein Lesebuch gegeben, das ich mir auch für meinen Schweizaufenhalt hergerichtet habe, um mich da, bevor es an das doppelte oder dreifache Buchpreislesen geht, ein wenig in die Schweizer Literatur einzuilesen, obwohl ich da, wie beschrieben, mich schon ein bißchen durch den Kraut und Rübenbüchergarten gelesen habe.

Der Alfred hatt mir, als zu Jahresanfang klar war, daß wir den heirigen Urlaub in der Schweiz verbringen werden, eine „Piper – Gebrauchsanweisung für die Schweiz“ gekauft und kurz darauf habe ich im Wortschatz, als ich ins Doml zu dem Mittwoch Workschop wollte, auch einiges Schweizerisches gefunden nämlich die „Villa “  und „Gestern brennt“ von Elsabeth Juncker aus der „Edition  8“ und dann noch Gerold Späths „Das Spiel des Sommers neunundneuzig“ aus „Lenos“.

Beim Scghweizer Leseabend in der „AS“ im Jänner, habe ich mir Jörg Steiners „Schnee bis in die Niederungen“ gekauft und dann hat sich bei mir aus den Bücherschränken auch noch einiges von Peter Stamm angesammelt oder habe ich mir „Nacht ist der Tag“  und „Seerücken“ beim Morava-Flohmarkt gekauft?

Kann sein. Von Urs Widmer habe ich aber „Der Geliebte der Mutter“ gefunden und dann noch und das werde ich mir sicher mitnehmen „Schweizer geschichten“, weil das ja vermutlich leicht zu lesen ist.

Von Peter Bichsel, von dem ich mir schon früher immer wieder etwas aus den Abverkaufskisten zog, habe ich mir was hergerichtet und dann liegen in meinen Stapeln und Regalen auch sicher noch einiges von Martin Suter ,Alex Capus und und und…..

Ja, die Schweizer Literatur ist vieilseitig und alles kann man in zehn Tagen auch nicht lesen. Mal sehen, was ich mir mitnehmen werde?

Eine Herbstneuerscheinung „Opoe“ des 1986 in Schaffhausen geborenen Donat Blum werde ich mir sicher mitnehmen und dann vielleicht in der Schweiz auch etwas finden.

Mal sehen, alles ist möglich und die Scheizer Literaturkenntnisse aufzufrischen und zu erweitern, bevor es ans doppelte Buchreislesen geht, ist sicher interessant und nochmal mal sehen, vielleicht ist dann auch was auf der dBp langen Liste und ich kann mit der Scwheizer Literatur gleich weitermachen, obwohl ich das Schweizer Buchpreislesen aus Zeit- und Kapazitätsgründen wahrscheinlich wieder verweigern werde, aber auch das wäre natürlich eine Möglichkeit und auf der Buch-Wien konnte man auch bisher immer in der diesbezüglichen Long oder Shortlist lesen oder blättern.

2017-08-11

Archivnachtrag und Listenschätzung

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 00:33
Tags: , ,

Am Dienstag ist es wieder soweit, da wird die neue Longlist des dBp bekanntgegeben, den es ja seit 2005 gibt und den ich seit 2008, glaube ich, mehr oder weniger intensiv verfolge.

Seit 2015 tue ich das eher intensiv, denn da habe ich mich ja auch zum „Longlistenlesen“ entschlossen, vorher habe ich mir manchmal ein oder zwei der Bücher zum Geburtstag oder Weihnachten schenken lassen und dann nach den Büchern gegriffen, wenn ich sie beispielsweise in einer Abverkaufskiste fand.

2015 habe ich mich im Sommer durch das Buchpreisarchiv gewühlt und die Bücher aufgezählt, die ich damals gelesen oder noch ungelesen zu Hause hatte. Dann habe ich 2015 komplett gelesen und im Vorjahr habe ich bis auf „München“ auch alle Bücher von den Verlagen zugestellt bekommen.

Heuer werde ich, glaube ich, wieder anfragen und lesen was kommt und weil ich zwischendurch auch schon was gelesen habe und immer wieder was Betreffendes finde, ergänze ich die Liste der gelesenen Longlist-Shortlist und Buchpreisbücher, die ungelesenen lasse ich aus, da ich sie ja nicht verlinken kann und was die Schätzung für 2017 begtrifft, da bin ich ja nie sehr gut, weil ich nur wenig oder kaum Vorschauen lese, habe, was ich hoffe, aber diesmal  einiges gelesen.

So würde ich mir, jetzt rein nach meinem Bauch, das heißt, was ich schon zu Hause habe oder auf den Messen, bei Veranstaltungen oder bei den  Bloggern so hörte, folgendes wünschen und nächste Woche kann man wieder schauen, wie gut ich im Schätzen oder besser Wünschen bin:

  1. Olga Grjasnowa „Gott ist nicht schüchtern“
  2. Feridun Zaimoglu „Evangelio“
  3. Tiljan Sila „Tierchen „Unlimited“
  4. Juliana Kalnay „Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens“
  5. Simon Strauß „Sieben Nächte“
  6. Uwe Timm „Ikarien“
  7. Hannes Stein nach uns die Pinguine“ (Da weiß ich aber nicht ob der als deutscher Autor gilt)
  8. Julia Wolf „Walter Nowak bleibt liegen“
  9. Tim Krohn „Herr Brechbühl sucht eine Katze“ (oder auch der Folgeband)
  10. und dann noch: Jonas Lüscher „Kraft“
  11. Christoph Hein „Trutz“
  12. John von Düffel „Klassenbuch“
  13. Anna Kim „Die große Heimkehr“
  14. Franzobel „Das Floß der Medusa“
  15. Karin Peschka „Autolyse Wien“
  16. Olga Flor „Klartraum“
  17. Paulus Hochgatterer „Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war“
  18. Doron Rabinovici „Die Außerirdischen“
  19. Mariana Leky „Was man von hier sehen kann“
  20. Lukas Bärfuß „Hagard“

 

Und jetzt die Rückschau:

2005

1. Arno Geiger „Es geht uns gut“

2.Friederike Mayröcker „Und ich schüttelte einen Liebling“

 

2006

  1. Katharina Hacker „Die Habenichtse“
  2. Sasa Stanisic „Wie der Soldat das Grammafon reparierte“
  3. Ilija Trojanow „Der Weltensammler“
  4. Daniel Glattauer „Gut gegen Nordwind“
  5. Ingo Schulze „Neue Leben“?

 

2007

1.Julia Frank „Die Mittagsfrau“

2.Thomas Glavinic „Das bin doch ich“

3.Katja Lange-Müller „Böse Schafe“

4. Peter Henisch „Eine sehr kleine Frau“

5.Robert Menasse „Don Juan  de la Mancha“?

 

2008

  1. Uwe Tellkamp „Der Turm“
  2. Iris Hanika „Treffen sich zwei“
  3. Ingo Schulze „Adam und Evelyn“
  4. Martin Walser „Ein liebender Mann“

 

2009

  1. Herta Müller „Atemschaukel“
  2. Thomas Glavinic „Das Leben der Wünsche“
  3. Peter Stamm „Sieben Jahre“
  4. Thomas Stangl „Was kommt“

 

2010

  1. Melina Nadj Abonji „Tauben fliegen auf“
  2. Judith Zander „Dinge, die wir heute sagen“
  3. Alina Bronsky „Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“
  4. Olga Martynova „Sogar Papageien überleben uns“

 

2011

  1. Eugen Ruge „In Zeiten des abnehmenden Lichts“
  2. Sibylle Lewitscharow „Blumenberg“
  3. Marlene Streeruwitz „Die Schmerzmacherin“
  4. Ludwig Laher „Verfahren“
  5. Klaus Modick „Sunset“
  6. Judith Scharlansky „Der Hals der Giraffe“

 

2012.

  1. Olga Grjasnowa „Der Russe ist einer der Birken liebt“

 

2013.

1.Marion Poschmann „Die Sonnenposition“

2.Daniel Kehlmann „F“

3.Nella Verremej „Berlin liegt im Osten“

 

2014.

  1. Thomas Melle „3000 Euro“
  2. Lukas Bärfuss „Koala“
  3. Michael Köhlmeier „Zwei Herren am Strand“
  4. Martin Lechner „Kleine Kassa“
  5. Charles Lewinsky „Kastelau“
  6. Marlene Streeruwitz „Nachkommen“

 

2015.

  1. Frank Witzel „Die Erfindung der roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969
  2. Jenny Erpenbeck „Gehen ging gegangen“
  3. Rolf Lapert „Über den Winter“
  4. Inger-Maria Mahlke „Wie ihr wollt“
  5. Ulrich Petzer „Das bessere Leben“
  6. Monique Schwiter „Eins im Andern“
  7. Alina Bronksy „Baba Dunjas letzte Liebe“
  8. Ralf Dutli „Die Liebenden von Mantua“
  9. Valerie Fritsch „Winters Garten“
  10. Heinz Helle „Eigentlich müßten wir tanzen“
  11. Gertraud Klemm „Aberland“
  12. Steffen Kopetzky „Risiko“
  13. Peter Richter „89/90“
  14. Clemens J. Setz „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“
  15. Anke Stelling „Bodentiefe Fenster“
  16. Ilija Trojanow „Macht und Widerstand“
  17. Vladimir Vertlib „Lucia Binar und die russische Seele“
  18. Kay Weyand „Applaus für Bronikowski“
  19. Christine Wunnike „Der Fuchs und Dr. Shamura“
  20. Feridun Zaimoglu „Siebentürmeviertel“

 

2016

  1. Bodo Kirchhoff „Widerfahrnis“
  2. Reinhard Kaiser-Mühlecker „Fremde Seele dunkler Wald“
  3. Andre Kubicek „Skizze eines Sommers“
  4. Thomas Melle „Die Welt im Rücken“
  5. Eva Schmidt „Ein langes Jahr“
  6. Philip Winkler „Hool“
  7. Akos Doma „Der Weg der Wünsche“
  8. Gerhard Falkner „Apollokalypse“
  9. Michael Kumpfmüller „Die Erziehung des Mannes“
  10. Katja Langen-Müller „Drehtür“
  11. Dagmar Leupold „Die Witwen“
  12. Sibylle Lewitscharoff „Das Pfingstwunder“
  13. Joachim Meyerhoff „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“
  14. Hans Platzgummer „Am Rand“
  15. Arnold Stadler „Rauschzeit“
  16. Peter Stamm „Weit über das Land“
  17. Michelle Steinbeck „Mein Vater war am Land ein Mann und im Wasser ein Walfisch“
  18. Thomas von Steinaecker „Die Verteidigung des Paradieses“
  19. Anna Weidenholzer „Weshalb die Herren Seesterne trugen“

2017-03-27

Von der Leipziger Messe

Margot Koller, Eva Jancak

Margot Koller, Eva Jancak

Und wieder sind wir aus Leipzig zurückgekommen. Das nächste Mal, ich schwöre, neheme ich meinen Laptop mit, aber diesmal muß ich wieder alles in einer Wurst hinunterschreiben und dann auch noch die vier Taschen auspacken, in denen Bücher, Karten, Zeitungen, Prospekte und vier Kaffeehäfern von der Kaisermelange die man ja in der Autobahngaststätte Rosenberger, wo wir hin und zurück Halt machten, mitnehmen kann, enthalten sind.

Wir fahren seit den späten Neunzehnhundertneunzigerjahre mehr oder weniger regelmäßig zur Messezeit nach Leipzig, weil wir ja bei der Ute und dem Andreas wohnen können. Das erste Mal waren wir über das Wochenende dort, als Bulgarien Gastland war. Das Jahr weiß ich jetzt nicht, kann man aber sicher nachgooglen. Vielleicht tun es meine Kritiker für mich, statt sich immer nur über meine Schlampigkeit zu ärgern. Da haben wir in der Straßenbahn oberösterreichischen Dialekt gehört und dann habe ich am Stand der Oberösterreicher wo ich zufällig hinkam, ein Linzertörtchen und einen Kaffee bekommen.

Doris Knecht

Doris Knecht

Martin Schulz im Gespräch

Martin Schulz im Gespräch

Damals war alles ziemlich anders als heute, Walter Baco hat aber Lesungen für die obersöterreichischen Autoren organisiert und ich habe Milo Dor, das erinnere ich mich auch noch den Weg dorthin gezeigt.

Dann waren wir zweimal 2000 und 2002 in Frankfurt, da fahren wir glaube ich nicht mehr hin, außer ich werde mal eingeladen, nach Leipzig aber schon, habe mich jetzt auch zum dritten Mal akkredidieren lassen und mit der Anfahrt hat alles gut geklappt.

Am Mittwoch sind wir losgefahren, am späteren Nachmittag bei der Ute und dem Andreas angekommen,  ich hatte diesmal auch einige Termine und Pläne und Ferdiun Zaimoglus Lutherroman „Evangelio“ als Lektüre mitgenommen. Ursprünglich wollte ich ja einen Leipziger Autor mitnehmen und dachte an Clemens Meyer „Im Stein“, aber da noch sieben Rezensionsexemplare auf mich warten und ich dachte, das Eisenach in der Nähe von Leipzig ist, so nah ist das nicht, hat mich die Ute dann belehrt, habe ich umdisponiert und mich auf der Fahrt sozusagen durch ein mittelalterliches Deutsch eines türkischen Autors gelesen. War gar nicht so leicht.

Mechthild Podzeit-Jonke

Mechthild Podzeit-Jonke

Am Donnerstag sind wir vom Bahnhof mit einem Bus auf die Messe gefahren, war ein anderer Weg, aber auch nicht schneller, man mußte diesmal durch eine Sicherheitsschleuse und dann hatte ich gleich, um elf einen Termi bei Ulrike Meier von „Kiepenheuer und Witsch“, die mir das Herbstprogramm vorstellte, wo ich mir gleich wieder eine ganze Menge wünschte.

„Aufbau“ lag daneben, die Frau Seiler war aber nicht da und ich bin zum blauen Sofa hinuntergegangen, wo gerade der Buchpreisträger zur europäischen Verständigung Mathias Enard, beziehungsweise sein Buch „Kompass“ vorgestellt wurde.

Dann kam der Alfred und ich ging mit ihm wieder in eines der Restaurants, wo man plaziert wird essen. Beef Stroganof und ein Glas Rotwein und dann gings zu den „Unabhängien“ in die Halle fünf, wo ich schon am Vormittag kurz war, wo  der „Alfred Kerr Preis“ an den Journalisten Andreas Breitenstein vergeben wurde.

Norbert Gstrein hielt die Laudatio. Es gab was zum Trinken und ein paar Brötchen, ich habe Josef Haslinger die Hand gegeben und bin dannn die Glashalle zur  Verleihung des „Preises der Leipziger Messe“ gegangen. Da habe ich mich in den letzten zwei Jahren immer zu den Restauranttischen an die Seite gesetzt, diesmal habe ich gedacht, schaue ich, ob sie mich mit meinem Presseschildchen hineinlassen. Sie ließen und es gab mir sogar Benedikt Föger, vom österreichischen Hauptverband, die Hand und es war wieder sehr spannend, die Preisträger mit den Erwartungen zu vergleichen.

Preis der Literaturhäuser an Terezia Mora

Preis der Literaturhäuser an Terezia Mora

Eugen Drewermann, Hans Dieter Heimendahl

Eugen Drewermann, Hans Dieter Heimendahl

Da liege ich ja meistens falsch und hier ist es besonders schwer, weil ja auch die Kategorien Übersetzung und Sachbuch, wo ich nicht so viel Ahnung habe oder Bücher kenne, verliehen werden.

Aber das Buch „Kompass“ war für den Übersetzerpreis nominiert, bekommen, hat den Preis dannEva Lüdi Kong für die Übersetzung die „Reise in den Westen“ und den Sachbuchpreis hat Barbara Stollberg-Rilinger für ihr Buch über „Maria Theresia“ bekommen, die ja jetzt ein Jubiläumsjahr hat. Das ist ein Buch, das ich wahrscheinlich nicht lesen werde und bei der Belletriktik, wo Lukas Bärfuß, Brigitte Kronauer, Steffen Popp, Anne Weber und Natascha Wodin nominiert waren hat dann die letztere für ihr Buch über ihre Mutter „Sie kam aus Mariupol“ gewonnen und das habe ich mir eigentlich gewünscht.

Jörn Dege

Jörn Dege

Fabian Hischmann

Fabian Hischmann

Nachher gab es Sekt und Brezeln, ich habe schnell ein Glas getrunken und von einem Brezel abgebissen und bin zur Happy Hour nach Österreich in die Halle vier, wo schon der Alfred und Margot Koller auf mich warteten. Dort gab es wieder Schnitzel und ich habe die Frau vom „Wortreich-Verlag“ angesprochen, deren Buch ich ja vor einer Woche beim „Indie Bookday“ gewonnen habe. Aber ich wurde auch vor einiger Zeit von einem österreichischen Verlag angeschrieben, der mir sagte, daß er sich gründen wird und ich habe nachgefragt, ob das „Wortreich“ war, weil ich nie wieder etwas von ihm hörte. Aber bei der „Wortreich- Präsentation“ war ich, als dort Judith Gruber-Rizy ihr letztes Buch vorstellte.

„Kann sein!“, hat sie mir gesagt und mir gleich drei Bücher mitgegeben, so daß mir der Lesestoff nicht ausgehen wird, obwol ich noch immer auf Olga Grjasnowas neues Buch warte, auf das ich schon sehr neugierig bin.

Am Freitag ging es dann weiter mit der Halle vier, denn dort gab es ja nicht nur Österreich, sondern auch die Broschüren und Bücher des Gastlandes Litauen. Da habe ich mir sehr viel mitgenommen. Zu einer Lesung habe ich es dann nicht geschafft, denn ich war wieder mit dem Alfred essen und, um halb drei gab es  das Bloggertreffen von „Kiepenheuer und Witsch“, wo Susann Pasztor ihr Buch „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“, wo es um einen Sterbegegleiter und seinen Sohn geht, vorstellte.

Isabelle Lehn

Isabelle Lehn

Andreas Stichmann

Andreas Stichmann

Ein ganzer Tisch voll Blogger und Bloggerinnen und es waren durchaus nicht nur junge Mädchen. Jochen Kienbaum und Tobias Nazemi habe ich erkannt. Es wurde dann sowohl über die Sterbegleitung, als auch über die Funktion des Bloggerns diskutiert und ich schließe mich der Meinung einer Bloggerin an, daß ich mit meinen Blog nichts verdienen will, die Rezensionesexemplare durchaus als Belohnung sehe, aber eigentlich für mich blogge und für niemanden Werbung machen will.

Dann gings wieder zum blauen Sofa, denn da wurde  der „Preis der Literaturhäuser“ an Terezia Mora vergeben und anschließend gab es statt des Weins und der Brezeln, wie sonst, eine „Blaue Stunde“ über Luther, denn der hat ja heuer ein Jubiläumsjahr und war daher sehr prominent mit sehr vielen Bücher vertreten.

Wir sind aber früher von dort weg, weil wir wieder zur Absolventenlesung ins „Literaturinstitut“ wollten zu der mich wieder Jörn Dege eingeladen.

Es war sehr voll und ein dichtes Programm, dreimal drei Lesungen von Autoren, die ich vom „Bachmannpreislesen“ oder von sonst her kannte.

Olga Grjasnowa

Olga Grjasnowa

Jens Eisel

Jens Eisel

Nur von ganz wenigen habe ich noch nichts gehört, wie zum Beispiel von Fabian Hischmann, auf dessen Seite ich zwar kam, weil mein Patriot aus dem „Frühstück“ ja ganz ähnlich heißt, aber natürlich wieder nichts mit ihm zu tun hat. Der war der erste Leser. Dann kam Isabell Lehn, deren „Binde zwei Vögel zusammen“ ja in meinen Badezimmer auf mich wartet. Andreas Stichmann hat auch einmal in Klagenfurt gelesen. und Olga Grjasnowa die mit „Gott ist nicht schüchtern“ auf der Messe ein dichtes Programm hatte und auch gleich wieder weg mußte, habe ich schon erwähnt.

Martin Becker dessen Roman „Marschmusik“ heißt, war dagegen einer der für mich Unbekannten, während ich ja Clemens Meyers Shortlist Roman nach Leipzig mitnehmen wollte. Jetzt hat er einen Erzählband „Die stillen Trabanten“ und hat daraus auch auf der Messe sehr viel und im „Literaturinstitut“ am Schluß gelesen.

Dazwischen waren noch Roman Ehrlich und Kerstin Preiwuß an der Reihe, sehr viel „geballte Instiutsprosa“, wie es Jörn Dehne anzukündigen wußte, also und den Samstag habe ich hauptsächlich, mit einer Untetbrechung zu Mittag in der Bloggerlounge, wo ich mir Wiener Würstchen, wie dort ja die Frankfurter heißen und einen Milchreis mit Beeren kaufte,vor dem „Blauen Sofa“ verbracht. Dort war es auch sehr voll, ich habe aber immer einen Sitzplatz bekommen, ein paar Mal Mara Giese, die offizielle Buchbloggerin gesehen und mir Josef Haslinger, der über eine Anthologie aus dem „Writer in Exil-Programm“ referierte, angehört, Christoph, Hein, Eva Menasse, John von Düffel, Wladimir Kaminer und und und, ich kann wohl nicht alle aufzählen, es endete aber wieder mit einem „Krimi Speed Dating“ und am Sonntag bin ich zuerst ins „Österreich-Kaffee“ gegangen, habe mir Lukas Cejepeks „Ein weißes Feld“, wo es um die Farbe weiß geht und Nadine Kegeles „Lieben muß man unfrisiert, ein Buch das Maxi Wanders „Guten Morgen du Schöne “ nachempfunden ist und das ich als nächstes lesen werde, angehört und die Autoren begrüßt.

Kerstin Preiwuß

Kerstin Preiwuß

Roman Ehrlich

Roman Ehrlich

Dieter Scheer vom Stand der „IG Autoren“ hat mich einige Bücher von Gerald Grassls Editon aussuchen lassen und mir gezeicht, wo es ein Klo gibt, bei dem man sich nicht anstellen muß, was auch sehr praktisch war, dann wieder in die Halle fünf, zur Blogger Lounge, wo ich einige der Booktuber, deren Videos ich mir in der letzten Zeit angeschaut habe, live erleben konnte und dann zu Margret Kreidl, die auf der „Bühne der Unabhängigen“, ihr bei der „Edition Kosrrespondenzen“ erschienenes Buch „Zitat Zikade“ vorstelle, wo es auch viel um Farben. aber auch um Friederike Mayröcker geht.

Danach streute ich noch ein bißchen ziellos durch die Hallen, naschte mich ein bißchen durch und landetete am Schluß wieder auf der Übersetzerbühne, wo ich, glaube ich, schon am Freitag war und wo es wieder eine Überraschung gab, denn bevor ich im vorigen Jahr nach Leipzig fuhr, bin ich ja bei einer Wiener Vorlesung gewesen wo Luigi Reitani einen Vortrag über „Literatur und Flucht“ hielt.

Jetzt hat er bei „Picus“ ein Buch darüber herausgebracht, das er vorstellte. Dann war es schon fünf und die Stände wurden langsam abgeräumt, so daß ich noch ein bißchen herumschlenderte und dann zurück zum Schmetterlingsweg gefahren bin und heute früh von Leipzig mit einem Zwischenstop in St. Pölten nach Wien.

Martin Becker

Martin Becker

Clemens Meyer

Clemens Meyer

Eine Menge Bücher habe ich, wie erwähnt in vier Taschen zurückgebracht. Jetzt muß ich das alles sortieren, einordnen und natürlich lesen und kann als Resume, für die, die von mir eines haben wollen, nur wieder sagen, es war sehr interessant und ich habe vieles gesehen, erlebt und gelernt und auch ein paar interessante Begegnungen gehabt, aber man muß es sich natürlich selbst anschauen, um einen Eindruck davon zu haben oder kann auch bei anderen Bloggern nachgooglen.

2016-08-21

Das Buchpreis-Archiv

Während um mich herum die „Frequency“ stattfindet, ich dem Alfred wieder mit Thuljen  half und  sehr schnell und flüchtig den Beginn der zweiten Szene von „Claire-Klara-Clarisse“ entworfen habe, hat in Frankfurt die dBp-Jury die lange Liste erstellt, die am Dienstag bekannt gegeben wird.

Die sechs „offiziellen Buchpreisblogger“ beginnen sich schon zu rühren und Mara Giese, die diesmal nicht dabei ist, aber 2013 das „Fünf lesen zwanzig“ ins Leben berufen hat, wo es dann 2014 das „Longlistenlesen“ und im vorigen Jahr dann die ausgewählten offiziellen Buchpreisblogger gab, hat jetzt mit einigen anderen bemühten Bloggern, die teilweise schon bei den früheren Aktionen dabei waren, sowie „Zeilensprünge“, die glaube, ich außer mir im letzten Jahr die gesamte LL ggelesen haben, einen vom dBp unabhängigen „Buchpreisblog“ gegründet und ich lese wieder daneben, von einigen Bloggern vielleicht gelöscht, unbachtet wieder mit, diesmal wahrscheinlich nicht mehr alles, das heißt, ich habe nicht vor in Buchhandlungen zu gehen, mir Bücher auszuborgen und mir meine Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke auch erst zum gegebenen Anlaß zu wünschen.

Die ersten Jahre ist ja der dBp, den es seit 2005 gibt,  ziemlich an mir vorbeigegangen. Ab 2008, als ich schon bloggte bin ich, glaube ich, durch Christiane Zintzens Blog, den es in dieser Form ja nicht mehr gibt, auf diese Aktion aufmerksam geworden, da hatte, glaube ich, die FAZ ein Lesespezial und 2009 habe ich mich dann auf die Suche nach diesem „Longlistenheftel“, das es in Österreich nicht gibt, gemacht.

Ab 2010 bis 2013, glaube ich, habe ich es mir dann bestellt und  habe seither auch über die Listen gebloggt, gelesen aber nicht sehr viel, mir höchstens einige der Bücher zum Geburtstag und zu Weihnachten gewünscht.

2013 kam dann Mara Giese auf die Idee des Buchpreisbloggens und ich habe, glaube ich, schon daran gedacht, mitzumachen und die Bücher zu lesen. Es dann aber doch nicht getan, mir nur die Nellja Veremej bestellt und das Buchpreisheftchen besprochen, da aber festgestellt, daß das keineswegs die Bücher ersetzt und man wahrscheinlich auch keinen ungefähren Eindruck bekommt.

Ich habe da, glaube ich, auch immer Prognosen abgegeben, aber wenn man die Bücher nicht gelesen hat, kann man nicht wirklich was darüber aussagen und so habe ich eher nur geraten und mich auch regelmäßig verschätzt.

2014 waren wir in Elsaß im Urlaub und sind von dort zurückgefahren, als die Liste bekanntgeben wurde, ich war in Ansbach in einer Buchhandlung und habe nach dem Heftchen gefragt und Mara Giese startete das „Longlistenlesen“, das heißt drei Blogger haben die Bücher  vorgestellt, man konnte sie gewinnen und sollten sie  besprechen.

Ich habe „Kastelau“ gewonnen und den Lukas Bärfuß und die Marlene Streeruwitz erst später gelesen, sowie den Thomas Melle, den ich mir ja zum Geburtstags wünschte.

Im Vorjahr gab es dann schon die „offiziellen Bloggen“ die sich dann alle bedankten, daß sie ausgewählt wurden. Ich habe mich darüber geärgert und gedacht, daß das doch jeder tun kann und lange mit mir gehadert, bzw. überlegt, ob ich mir die Bücher jetzt kaufen und vier bis fünf hundert Euro darin investieren soll, dann habe ich sie angefragt, eine gute Hälfte bekommen und habe darüber gebloggt.

Ein Longlistentagebuch hat es gegeben und ich habe alle Bücher gelesen, obwohl ich nicht allle habe, den Peltzer und den Vertlib habe ich mir vom Otto ausgebort, den „Dr. Shimamura“ in einer Buchhandlung gelesen, „Risiko“ auch, aber das kam als Rezensionsexemplar und die Alina Bronsky, die ich mir vom Alfred vorzeitig zum Geburtstag schenken ließ, hätte ich auch  bekommen und dann auch noch einmal bei Mara Gieses Gewinnspiel gewonnen.

Es war eine interessante Aktion und ich habe Blut dabei geleckt, obwohl mich ja Jacqeline Masuck gelöscht hat und habe, glaube ich, schon bald beschlossen, daß ich da weiter mache und weiter inoffiziell oder eigentlich selbstbewußt und unabhängig, wie das besser heißen sollte, weiter lesen werde, wenn auch nicht, siehe oben, alles.

Aber meine Buchpreisprognosen habe ich schon abgegeben und ich finde diese Aktion sehr interessant und nur  schade, daß es auf der offizielle Facebookseite keinen Aufruf gibt, daß sich alle, die  mitlesen wollen, melden sollen und auf sie hingewiesen wird.

Ich bin auch gespannt, ob sie den Buchpreisblog verlinken werden oder weiterhin so tun, als gäbe es nur  die „offiziellen Buchpreis blogger“, denn eigentlich ist das ja Werbung für den dBp und die Bücher sind, das habe ich im letzten Jahr festgestellt, relativ leicht zu bekommen.

Aber natürlich man muß sie lesen und sich damit beschäftigen und das habe ich im letzten Jahr glaube ich auch  getan. So gibt es eine Longlist und eine Shortlistrefexion, das Lesetagebuch und natürlich die entsprehende Besprechung, die ich  auch insgesamt verlinken wollte, aber da kam das Löschen meiner Kommentare und als ich dann das letzte Buch, den „Teennager mit der roten Armee Fraktion“, das ich mir von der Trude Kloiber zum Geburtstags wünschte gelesen habe, wollte ich die Liste, der neunzehn anderen eigentlich in den Kommentaren verlinken und habe das auch getan.

Aber ich war wieder etwas im Voraus und voraus kommentieren geht nicht, so hole ich das hiermit nach und verlinke die Longlist angefangen von dem Preisbuch, der Shortlist und dann die vierzehn anderen.

  1. Frank Witzel „Die Erfindung der roten Armee Fraktion durch einen manisch depressiven Teenager im Sommer 1969“
  2. Jenny Erpenbeck „Gehen, ging, gegangen“
  3. Monique Switters „Eins im anderen“
  4. Rolf Lappert „Über den Winter“
  5. Ulrich Peltzer „Das bessere Leben“
  6. Inger.Maria Mahlke „Wie ihr wollt“
  7. Gertraud Klemm „Aberland“
  8. Steffen Kopetzky „Risiko“
  9. Kay Weyand „Applaus für Broniskowski“
  10. Ralph Dutli „Die Liebenden von Mantua“
  11. Alina Brosky „Baba Dunjas letzte Liebe“
  12. Ilija Trojanow „Macht und Widerstand“
  13. Peter Richter „89/90“
  14. Anke Stelling „Bodentiefe Fenster“
  15. Valerie Fritsch „Winters Garten“
  16. Feridun  Zaimoglu „Siebentürmeviertel“
  17. Christine Wunnicke „Der Fuchs und Dr. Schimamura“
  18. Heinz Helle „Eigentlich müßten wir tanzen“
  19. Clemens J. Setz „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“
  20. Vladimir Vertib „Lucia Binar und die russische Seele“

Denn so ein Archiv ist ja sehr schön. In dem Artikel über den deutschen Buchpreis habe ich ja, glaube ich, auch geschrieben, welche Bücher von der Liste ich seit 2005 gelesen habe. Das sind dann meistens die, die ich in den Abverkaufskisten fand.

Für heuer steht noch der Arno Geiger mit „Uns geht es gut“, das erste Gewinnerbuch auf meiner Leseliste und jetzt bin ich gespannt, einige Blogger, die auch nicht zu den „offiziellen“ gehören, haben ja schon ihre Prognosen abgegeben und ich denke, es ist ja auch nicht so schwer aus den Verlagsvorschauen die 154 herauszufinden, die eingereicht wurden, obwohl es dann ja immer Überraschungen gibt.

Ich bin also sehr gespannt, welche Bücher von der Liste mir dann vollkommen unbekannt sind und welche ich erraten und  vielleicht schon gelesen habe, was mich auch freuen würde, obwohl ich mir gar nicht so viele Rezensionsexempalatre bestellt habe.

Bis dahin habe ich aber mit William Faulkner „Licht im August“ begonnen, daß ich zu meinen Erstaunen erstaunlich gut finde, obwohl ich ja mit den großen Amerikanern eigentlich meine Schwierigkeiten habe, es ist aber ein interessantes Buch, das „Atalante“, die 2013 zu den „Buchpreisploggern“ zählte und die immer getraulich ihre Liste zusammestellt, als probates Mittel gegen die „Buchpreis-Bulimie“ empfiehlt.

Nun denn, mag es kommen, das große Lesen und ich lese mit, zuerst die deutsche und dann die österreichische Liste, auch wenn ich dann vielleicht, was  auch sehr schade ist, nicht oder nur verspätet zu meinen Vicki-Baum Schwerpunkt komme, aber ich bin schon sehr gespannt und werde natürlich wieder „Buchpreisbloggen“ und kommentieren und bin auch schon neugierig, welche Bücher ich jetzt in den nächsten Monaten lesen werde?

2015-08-07

Sommerfrischenhalbzeit

Der Juli ist vorüber, der August schon ein paar Tage alt, Zeit also über die heurige Sommerfrische Bilanz zu ziehen und festzustellen, daß der Juli, wie die meisten meiner Sommerfrischensommer sehr effektiv und intensiv gewesen ist. In drei Wochen habe ich meine Sommergeschichte „Die ereignisreichen Sommererlebnisse vier prekärer Literaturstudentinnen“ hinuntergeschrieben,  vorige Woche einmal durchkorrigiert und durch eine Danksagung ergänzt. Denn wir haben jetzt auch schon das Titelbild, das wird Annas kleines Hündchen, ein Import aus Griechenland, namens Ouzo sein und da hat es gepasst, einmal eine Danksagung hinzuzufügen „Ich danke dem politischen Geschehen für die vielen Ereignisse, die ich in dem Roman verarbeiten konnte, obwohl das meiste, wie die Griechenlandkrise, die überfüllten Erstaufnahmelager, die Bootsflüchtlinge auf Lampedusa,etc, alles andere als erfreulich sind!“ Hundertzehn Seiten, neunundvierzig Szenen und 52 423 Worte hat es derzeit und wird jetzt eine Weile so liegen bleiben, das raten auch so die Schreibeschulen, weil ich jetzt zuerst „Die Pensionsschockdepression“ fertig machen will. Zwei Szenen werde ich am neunzehnten August, wenn dann die Longlist bekanntgegeben wird, wahrscheinlich ändern, ergänzen oder umschreiben müssen, denn das sind die, wo das auch im Text geschieht und Sandra Winter, die ja ihre Diplomarbeit über den „Deutschen Buchpreis schreibt“, zum „Thalia“ in die Kremsergasse aufbricht, um sich dort mit Andy Hermann durch die nominierten Bücher zu wühlen und ein paar Kunden zum dBp zu befragen. Da habe ich nämlich vorausgedacht und ein paar österreichische Namen, beispielsweise die der Vea Kaiser und der Valerie Fritsch eingefügt und werde es  wahrscheinlich auf den aktuellen Status Quo bringen oder auch so lassen. Mal sehen, das ist ja noch ein bißchen Zukunft, aber auch das, was mich in den letzten Wochen so bewegte. Soll ich oder soll ich nicht mich heuer am Longlistenlesen beteiligen, bis jetzt habe ich am Tag der Longlistenvergabe immer einen Artikel und das, was ich über die niminierten Bücher gewußt habe, erwähnt, vor zwei Jahren habe ich eines angefragt, das Longlistenbüchlein habe ich auch gesucht oder angefordert und mir zu Weihnachten oder zum Geburtstag ein oder zwei Bücher aus der Liste gewünscht. Mehr davon zu lesen, dachte ich, habe ich wegen meiner übervollen Leseliste keine Zeit und das würde auch jetzt zutreffen, aber dann sind die „Buchpreisblogger“ dahergekommen und das hat mir keine Ruhe gelassen, die doch nicht ganz alleine werken zu lassen, denn das ist ja das Tolle am Bloggen, daß es keine offiziellen Blogger geben sollte, sondern alle dürfen können sollten…

Darf ich auch, wenn ich mir die zwanzig Bücher kaufe, dann kann und will mich wahrscheinlich keiner am Lesen hindern, Ich kann auch bei den Verlagen anfragen, das wird dann eine Weile dauern und alle Bücher werden auch nicht zu bekommen sein. So bin ich hin und hergeschwankt, gedacht, ich gehe am Samstag danach mit dem Alfred zum „Thalia“ und wünsche mir meine Geburtstags- und Weihnachtsbücher dieses Jahr schon vorher. Dann bin ich gestern draufgekommen, die Liste wird dieses Jahr am Mittwoch bekanntgegeben, das ist der Tag, wo ich meistens in Richtung St. Pölten fahre und wenn ich da schon in den „Thalia“ gehe, könnte ich gleich mit dem Lesen anfangen, wird die Shortlist ja schon am sechzehnten September bekanntgegeben und wenn ich bis dahin durch bin, könnte ich meine eigene Shortlist machen und mit der vergleichen, die die Jury gefunden hat. Dann bin ich auch noch daraufgekommen, daß wir am Samstag danach mit dem Herrn Sladky und der Wandergruppe in den Bergen sind, also müßte ich mit dem Geldbeutel zum „Thalia“, aber will ich wirklich vier-bis fünfhundert Euro ausgeben, nur um zu beweisen, daß ich ebenfalls zwanzig Bücher lesen kann? Das hat mich am Mittwoch auf der Fahrt von Wien nach St. Pölten sehr beschäftigt. Vor ein paar Jahren bin ich auf diese Art und Weise auch zu dem Ergebnis gekommen, daß es ein „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ geben wird. Diesmal ist mir eingefallen, daß ich am Donnerstag den 19. die Bücher ja nicht kaufen, sondern auch beim „Thalia“ eines lesen kann und vorher die Verlage anfragen und meine Leser, ob sie mich vielleicht bei der Aktion unterstützen und mir ein Buch schicken möchten? Ich tausche es gerne mit eines meiner drei die im letzten Jahr entstanden sind und sicher nicht auf der Longlist stehen.  Den lieben Otto habe ich schon angefragt, als wir ihn am Sonntag ganz zufällig in Traismauer getroffen haben, als wir dort zum Bahnhof radgefahren sind, aber der liest alles am „Kindle“ und das kann man ja nicht weitergeben. Einer der Nachteile des E-Booklesens finde ich. Aber so könnte es gehen und ich könnte alle Fliegen auf einmal erlegen und noch eine tolle Sommerausklangsaktion anfügen, die ich bei Gelingen, jedes Jahr wiederholen könnte. Da bin ich schon beim Lesen und das Sommerlesen war heuer auch ein Erfolg, außer John Knittels „Via Mala“ habe ich mich durch einige ältere Longpreis oder beim Bachmannpreis nominierte Bücher gewühlt, dank dieses  „Augustin Flohmarkts“ vor drei Jahren gewühlt und bin jetzt bei Richard Obermayrs „Fenster“ angelangt, das meinen Lesefluß ein bißchen stoppen wird, das man, da es ja ein „Sprachrausch-Buch“ ist, wie Daniela Striegl in einer Rezension meinte, nur häppchenweise lesen kann. Also gebe ich mir das Häppchen bevor ich dann den Longlistensprint loslege und hoffe, daß nicht sehr viele Sprachrauschbücher a la Richard Obermayr oder Reinhard Jirgl dabei sein werden, also ein lustiges Lesen und vom heurigen Sommer ist seine große Hitze anzumerken, die mich aber nicht besonders behindert, so bin ich vor zwei Wochen durch sie nach Herzogenburg gefahren und habe dort und auf meinen anderen Ausflügen immer ein paar kleine Häppchen in mein kleines Stadtschreiberbuch eingetragen. Am Mittwoche bin ich Frühstückslos mit dem Gutschein für ein „Leiner Frühstück“, den der Alfred zum Geburtstag bekam, nach St. Pölten gefahren und habe das, statt dem Brunch am Freitag den „Stadtbekannt“ im „Siebenstern Beisl“ servieren wird, genossen, am Sonntag war ich mit dem Alfred beim Kellergassenfest in Wagram bei Traismauer und ein paar literarische Veranstaltungen habe ich auch besucht, am Motag bin ich dabei über einige Bücherschränke gestolpert, wo ein bibliophiler Berliner oder Berlinerin seine Berlinotheka ausgesondert hat, habe so ein Büchlein über Berliner Stadtspaziergänge gefunden, Irina Liebmanns „Berliner Mietshaus“, das ich allerdings schon hatte und einen führer über das Schiller Haus in Weimar, in dem ich jetzt schmökern könnte, habe die beiden Führer aber in Wien gelassen, weil ich ja meine zwei Works in Progress korrigieren und mich durch meine Sommerleseliste lesen will. Am Wochenende geht es auf den Hochschwab, dann ist Alfreds Geburtstagsfest, dann wird die Longlist bekanntgegeben und ab da ändere ich meine Fahrradrouten, fahre nicht mehr auf die Schubertburg oder nach Wilhelmsburg sondern gehe nur mehr lesen zum „Thalia“ oder später wenn wir wieder in Wien sein werden, zum „Morawa“ auf die Wollzeile, zum „Thalia“ in die Mariahilferstraße oder auch in die Buchhandlung Kuppitsch. Ich bin gespannt, ob und wie ich das schaffen werde, werde darüber berichten und freue mich sehr über Kommentare, Feedback, Reaktionen meiner Leser und Leserinnen, ecetera.

2015-07-28

3000 Euro

Filed under: Bücher — jancak @ 00:14
Tags: , ,

Nun kommt vorläufig die Besprechung des letzten Buches der 2014 Longlistennominierung und es ist auch das einzige von denen, die ich gelesen habe, die es auf die Shortlist schaffte, nänmlich Thomas Melles 3000 Euro, die Liebesgeschichte zwischen der Supermarktkassiererin Denise und dem ehemaligen Jus-Studenten Anton, die alle dreitausend Euro brauchen oder haben wollen und das mich wegen der sozialrealistischen Thematik, die ja nicht so oft auf der Long- oder Shortlist  zu finden ist und mit der sich die Literaturkritik meistens schwer tut, so sehr interessierte, daß ich es mir zu Weihnachten wünschte.

Thomas Melle, 1975 geboren, ist mit seinem Debutroman  „Sixster“ den ich vor kurzem bei „Kuppitsch“ um einen Euro aus der Abverkaufkiste zog, schon auf der Longlist gestanden.

Da ist also Anton, ehemaliger Jusstudent, psychisch oder emotional labil, wie die Sozialarbeiter sagen, der hatte einmal einen wilden Sommer, zuviel getrunken, offenbar auch manische Schübe, Kredite aufgenommen und dadurch jetzt einen Prozeß mit der deutschen Bank wegen dreitausend Euro. Eine Wohnung hat er nicht mehr, so lebt er im Obdachlosenheim und wird dort von einer Sozialarbeiterin betreut. Er hat auch eine Mutter, die ihn offenbar alleine aufgezogen hat, selber an depressiven Schüben litt, deshalb Elektroschock bekam, bei der hätte er zwar ein Zimmer, aber die Mutter Sohn-eziehung ist nicht so gut, daß er nur selten zu ihr geht, einmal tut er es sogar und will ihr da fast ihre alte Rolex klauen und versetzen, denn er braucht ja die dreitausend Euro für den Prozeß, der bald ansteht. Er hat auch einen Freund, der inzwischen Rechtsanwalt geworden ist, der steckt ihn in einen alten Anzug und wird ihn gemeinsam mit seiner Frau bei seinem Prozeß verteidigen. Vorerst muß er zu einem Gutachter, der angeblich für die Begutachtung, die dreitausend Euro bekommt, die ihm so fehlen, so sucht er in den Containern nach alten Flaschen und trägt sie  in dem Supermarkt zurückt, wo Denise an der Kasse sitzt, das ist eine Alleinerziehering, ihre sechsjährige Tochter, hat eine Wahrnehmungsstörung, wird deshalb erst später eingeschult und muß auch zur Ergotherapie und Denise hat offenbar, um die Haushaltskasse aufzubessern oder sich den Traum einer New York Reise zu erfüllen, vielleicht auch aus anderen Gründen, Pornofilme gedreht, wartet jetzt auf das Honorar, das sind ebenfalls dreitausend Euro, dreitausendzweihundert sogar und steht Ängst an der Kassa aus, das jemand sie erkennen könnte.

Es kommt aber Anton zuerst mit einer Billigpizza, den sie Stanley nennt, später kauft er, was ich nicht ganz nachvollziehen kann, Champagner, Lachs und Luxuspizza und lädt Desise zu einem gemeinsamen Mahl auf einer Parkbank ein, so kommt es zu einer vorsichtigen Beziehung zwischen den beiden, die damit endet, das Denise ihre drei Tausender doch bekommt, zur Gerichtsverhandlung geht, die mit einem Ausgleich endet und sich die dreitausend inzwischen wegen der Mahnspesen ect schon auf etwa zehntausendsechshundert verwandelt haben.

Sie denkt immer daran ihm das Geld oder einen Teil davon zu geben, tut es aber nicht, sondern fährt ein Jahr später mit ihrer Tochter dafür nach New York, ißt dort in dem Lokal von dem er ihr erzählte, Pizza und glaubt ihn zu sehen, obwohl sie ihn wahrscheinlich niemals wiedertrifft.

In kurzen abwechselnden Abschnitten wird von den Beiden und der Realität, der unteren Schichten des Lebens erzählt, Themen die mich ja sehr interessieren und die in der Literatur, wo es oft ja um das Abgehobene, die Sprachräusche und die Elfenbeintürme geht, nicht so oft vorkommen und toll, daß es das Buch, das natürlich zu vielen Spekulationen Anlaß gibt, auf die Shortlist schaffte, wofür Thomas Melle ja zweitausendfünfhundert Euro bekommen hat.

Ob er die einem Anton gegeben hätte?

Marlene Streeruwitz Heldin Nelia Fehn, die ja mit ihren „Nachkommen“ 2014 ebenfalls auf der Longlist stand, hätte, wenn sie den Preis bekommen hätte, dafür die Operationen ihres griechischen Freundes, der auf einer Demonstration verletzt wurde, bezahlt. Die zweitausenfünfhundert Euro hat sie ihm, aber, glaube ich, nicht gegeben, vielleicht sogar selber nicht bekommen, denn ihr Verleger war ja, wie Marlene Streeruwitz aufzeigte, ein sehr geizig windiger und man sieht, dreitausend Euro sind für den einen sehr viel, für den anderen sehr wenig Geld. Was würden wir damit machen, wenn wir sie plötzlich bekämen und hätte Denise Anton aus seiner seelischen Labilität wirklich herausgeholfen, wenn sie ihm das Geld gegeben hätte und nicht nach New York gefahren wäre?

Thomas Melle hat den Charakter, glaube ich, so angelegt, daß das wahrscheinlich zu bezweifeln wäre und eine eins zu eins Liebesgeschichte, wo der Sohn dann auch noch zu seiner Mutter zurückzieht, wäre von der Kritik wahrscheinlich auch für kitschig erklärt und nicht nominiert worden.

Michael Ziegelwanger einer der Nominierten hat im Vorjahr vorgeschlagen auf den Preis zu pfeifen, das Geld zu teilen und ein gemeinsames Picknick vor dem Römer zu verstalten, nur einer der Sls oder Lls hat, glaube ich, darauf geantwortet und im Falle des Gewinns ein paar Flaschen Wein dazu stiften wollen. Sten Nadolny hat es aber bei seinem Bachmannpreis, glaube ich, wirklich getan.

Von den 2014 Longlist Büchern habe ich inzwischen das von Martin Lechner „Kleine Kassa“, Charles Lewinskys „Kastelau“, Lukas Bärfuß „Koala“ und Marlene Streeruwitz „Nachkommen“ gelesen.

Michael Köhlmeiers „Zwei Herren am Strand“ habe ich vor kurzem im Strand gefunden und steht noch auf meiner Leseliste.

Michael Ziegelwanger und Antonio Fian habe ich bei Lesungen aus ihren nominierten Büchern gehört, ebenso wie Sasa Stanisic „Vor dem Fest“ und Matthias Nawrat hat aus seinen „Unternehmern“ glaube ich in Klagenfurt gelesen.

Die anderen Bücher sind mir nach wie vor mehr oder weniger unbekannt.

2015-07-25

Literaturkritik

Filed under: Literaturbetrieb — jancak @ 00:45
Tags: ,

Trotz der aktuellen politischen Ereignisse, die Griechenlandkrise oder die überfüllten Flüchtlingslager und die sich windenden Politiker, die keinen Platz machen und kein Geld dafür  ausgeben wollen, scheint es die Sommerlöcher und die Debatten um sie herum zu geben.

So gibt es im Netz  seit Anfang Juli eine um die Literaturkritik, die ich auch von Ereignissen, wie den Bachmannpreis, meinen zwei Lesungen und das Schreiben meines Sommerromans, ein wenig abgelenkt, mehr oder weniger aufmerksam verfolgte und mich jetzt auch dazu äußern, beziehungsweise die verschiedenen Meinungen zusammenfassen will.

Ausgangspunktt war, glaube ich, ein Artikel im Literaturportal „Perlentaucher“ wo ein Kritiker namens Wolfram Schütte, eine Literaturzeitung im Netz forderte, weil die Feuilletons in den großen Zeitungen wie FAZ, Süddeutsche etc, nicht mehr genug vertreten sind.

Das hat heftige Reaktionen und eine Fülle von Artikeln in Bloggerkreisen ausgelöst, die sich ja seit einiger Zeit gegen den Vorwurf, daß sie zu freundlich, zu sehr an den Verlagen und den Rezensionsexemplaren orientiert, keine Verrissen schreiben würden und am liebsten ihre Bücher mit einem Kaffeehäferl oder einen Stück Kuchen ins Netz stellen wollen, wehren.

Gleichzeitig wurde eine Aktion bekanntgegeben, daß sieben ausgewählte Blogger heuer den „Deutschen Buchpreis“ kommentieren dürfen, die sich dann darüber freuten, sich „offiziell“ nannten und sich sehr für die Auszeichnug bedankten, was mich ein wenig ärgerte, weil ich denke, daß das im Netz ja jeder kann und mich zu einem „Deutschen Buchpreis Artikel“ animierte und mich seither mit den Gedanken herumschlagen läßt, ob ich mir nach dem neunzehnten August, wo die Longlist bekanntgegeben wird, die zwanzig nominierten Bücher kaufen, bzw. besorgen und lesen soll oder nicht?

Das weiß ich noch immer nicht, aber ich beschäftige mich schon viel mit dem deutschen Buchpreis, rate, wer da auf dieser Liste stehen könnte und habe zufälligerweise im Juli auch ein paar alte Longlistenbücher gelesen und die Debatte über die schlchten Blogs gibt es schon lang, was mich auch ein wenig ärgert, weil ich ja der Meinung bin, daß es jeder so gut, wie er oder sie kann machen und den anderen nicht neidig sein sollte.

Für mich sind Blogger keine Dilettanten und das sind sie auch tatsächlich nicht, weil es ja inzwischen zahlreiche Blogs gibt, die von Leuten mit mehr oder weniger großen Vorkenntnissen betrieben werden.

Da gibt es junge Mädchen, die in den Ferien mal über ihre Fantasyromane bloggen, sich über das eine oder andere Rezensionsexemplar freuen und  im Herbst wenn die Schule wieder angeht, damit aufhören.

Es gibt aber auch Journalisten, die das nebenbei oder hauptberuflich betreiben und warhscheinlich auch ein paar prekär beschäftige Literaturwissenschaftler, die damit in den Literaturbetrieb hineinwollen, etc.

Die alle haben sich nun mehr oder weniger zu Wort gemeldet und ihre pro und kontra Artikel darüber geschrieben, die ich mehr oder weniger intensiv verfolgt habe.

Eine junge Modebloggerin tauchte auf, die zwanzig Jahre ist und mit ihren Videos, in denen sie meist Jugendbücher hochhebt, ein oder zwei Sätze, oft „Das ist megagageil und werd ich sicher lesen!“, dazu sagt und damit angeblich achthundert Euro im Monat verdient, was natürlich wieder heftige Reaktionen bis hin, „Da graut mir!“, auslöste, während ich denke, fein, daß sie junge Leute zum Lesen bringt, auch wenn die vorerst Phantasy oder Sophie Kinsella lesen, vielleicht werden sie später, wenn sie Literaturwissenschaft studieren Arno Schmidt oder James Joyce Leser oder gründen  einen Literaturblog in dem sie dann die Longlistenbücher kommentieren.

Ich bin zwar bei der Zahl der vielen Käufer, die sie damit anziehen soll, ähnlich, wie bei den Selfpublishern, ein wenig skeptisch, weil ich denke, die Leute lesen ja angeblich immer weniger, schreiben dafür immer mehr und interessieren sich eher für das eigene als für das andere.

Aber, daß das Netz voll von Bloggern mit mehr oder weniger hohen Ansprüchen an die Literaturkritik ist, die eifrig mitmischen und sich zu Wort melden, ist nicht zu übersehen.

Da gibt es beispielsweise, das Literaturcafe mit Wolfgang Tischer und der hat sich jetzt auch an der Debatte beteiligt und meinte, man braucht eigentlich kein teures Literaturportal im Netz und nennt Beispiele von Versuchen, die es gab und scheiterten und ich meine auch, daß die Vielzahl der vielen Blogs, die  Literatur, Bücher, Veranstaltungen, etc, verbreiten und sich damit beschäftigen, beachtlich ist und, daß es wahrscheinlich eher nötig ist, die miteinander zu vernetzen und zusammenzubringen, als noch etwas Neues mit viel Geld zu schaffen, denn eigentlich kann man, wie ich an mir selber merke, das auch kostenlos tun und das ist für mich auch ein Vorrteil des Bloggens, daß da jeder seine Meinung sagen kann.

Die Menge, die es dann gibt und die nebeneinander steht, ist dann vielleicht ein Problem, wie die Großkritiker meinen, die es als ihre Aufgabe sehen, von den neunzigtausend Neuerscheinungen, die jährlich auf die Buchmessen schwappen, die zwanzig „besten“ für die Leser auszusortieren, das ist ja wahrscheinlich auch das, was der deutsche Buchpreis will.

Da denke ich dann wieder an den müdigen Leser, der sich das vielleicht am besten selber macht und keinen Kritiker braucht, der ihm sagt „Das darfst du lesen und das nicht!“ und da finde ich dann wieder die Informationen im Netz, die mir da weiterhelfen und natürlich brauche ich ein bißchen Zeit, mich damit zu beschäftigen und das für mich richtige herauszusuchen, aber das sehe ich als Aufgabe und Vorteil des mündigen Lesens.

So habe ich mit den vielen Blogs, die da Wissen über Bücher verbreiten wollen, kein Problem, denke, ich bin selber eine, die ihr literarisches Wissen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt.

Ich nenne es mein persönlichkes literarisches Tagebuch, will keine Werbung machen, eigentlich auch niemanden überzeugen, kein Geld damit verdienen, mich nicht an Verlage anbinden und finde es fein, daß das gibt und, daß man das jetzt so einfach machen kann.

Weniger Neid und mehr Offenheit und Toleranz, beziehungsweise Interesse für die Arbeiten und Ansichten der anderen würde ich mir wünschen und so denke ich auch, das Netz ist voll von interessanten Blogs über Literatur und wenn man sich ein bißchen umsieht, wird man sich das heraussuchen können, was für einen passt.

Wenn es reicht, ein paar Worte, wie „Megalgeil und unbedingt lesen!“, zu hören, okay.

Wer mitdiskutieren will, kann es. Ich werde es beispielsweise wieder bezüglich des deutschen Buchpreises tun, egal ob ich mir die Bücher besorge oder weiter meine Liste hinunter lesen werde. Brauche für mich kein teures Literaturportal im Internet und eigentlich auch keine Großkritiker, die mir sagen, was ich lesen soll, denn, das deren Meinungen auch nur sehr subjetik sein können, bekommt man jetzt allmählich beim letzten Literaturpapst Marcel Reich Ranicky heraus und ich glaube nach, wie vor, es gibt keine schlechten Bücher, ermuntere jeden der es will zu schreiben und natürlich auch zu lesen. Aber verführen will ich ihn dazu nicht, wenn jemand glaubt, er braucht keine Bücher ist mir das auch egal und wenn er meint, statt dem neuen Ralf Rothmann, der jetzt  gerade in aller Munde ist , obwohl er nicht auf der Longlist stehen wird, „Shades of Grey“ oder Sophie Kinsella lieber zu lesen, deren „Schnppchenjägerin“ mir übrigens sehr sehr gut gefallen hat, soll er das tun und ich möchte auch Sophie Konsella lesen, wenn ich das will und darüber bloggen, Manfred Lagler-Regall Rudi Lasselsberger, Ruth Aspöck und jetzt bald Richard Obermayr obwohl ich den, wie ich fürchte,  nicht verstehen werde, wie ich ja auch beim Arno Schmidt meine Schwierigkeiten hatte.

Das Netz ist gut und wichtig und eine demokratische Möglichkeit, die Fülle ist ein Problem, weil da ja natürlich vieles übersehen werden kann, wie es auch bei meinen Blog passiert.

Aber ich denke, es ist wichtig, daß es die Möglichkeit sich zu präsentieren, gibt, die auch nütze und so macht mir das Bild der vielen Schreiber und wenigen Leser eigentlich keine Angst, denn ich bin ja eine, die sich quer durch den Krautgarten liest, keine Angst vor dem angeblich „Schlechten“ hat,  daher eigentlich auch keine Literaturkritik braucht und sich wünscht, daß sich die Kritiker, aber auch alle an der Literatur interessierte Leser, mehr für das was es schon an Blogs und Portalen gibt, interessieren.

2015-07-19

Vielleicht Esther

Weiter geht es mit einem Buch einer Autorin aus dem russischen Raum, mit Katja Petrowskajas „Vielleicht Esther“, die 2013 mit dieser Geschichte den Bachmann-Preis gewann, 2014 mit dem Buch, das nicht als Roman sondern mit „Geschichten“ bezeichnet ist, für den „Leipziger Buchpreis“ nominiert wurde.

Da war ich dort, habe mich für das Buch interessiert, Katha Petrowaskaja daraus gelesen gehört. Gewonnen hat Preis Sasa Stanisisc mit „Vor dem Fest“.

Beide haben dann auch in Krems und Göttweig gelesen, zusammen mit Lukas Bärfuß, dessen Buch ich schon besrpochen habe.

Alle drei Bücher hätte ich gerne haben wollen, aus Sparsamkeitsgründen habe ich mir  nur den Bärfuß und „Vielleicht Esther“vom alfred kaufen lassen. Katja Petrowskaja, die auf einer Bank beim Büchertisch in Göttweig ziemlich einsam saß, hat es mir signiert.

Das Buch ist  im Gegensatz zu dem von Sasa Stanisic und Lukas Bärfuß nicht auf der Longlist 2014 für den dBp gestanden. Vielleicht weil es mit dem Gattungsbegriff „Geschichten“ bezeichnet wurde und wahrscheinlich genausowenig ein Roman, wie Lukas Bärfuß „Koala“ einer ist.

Als Memoir, Familiengeschichte, Erinnerungsbuch würde ich es bezeichnen und, daß die 1970 in Kiew geborene Katja Petrowskakaja, die in Estland Literaturwissenschaften studierte, seit 1999 in Berlin lebt, mit einem Deutschen verheiratet ist, der sie auf die Idee zu diesem Buch brachte, über einen besonderen witzig ironischen Ton verfügt, ist mir erst beim Lesen des Buches aufgefallen.

Beim Bachmannpreis, wo schon nach dem ersten Sätzen bei den Twitterern kursierte „Das ist die Preisträgerin“ ist mir das nicht so aufgefallen und ich habe gedacht „Wieder eine Holocaustgeschichte, da habe ich doch schon einige gelesen!“

Es kreist um die Wurzeln der Familie von denen viele in Babij Jar den Tod fanden, viele Taubstummenlehrer, wir würden Gehörlosenpädagogen sagen, weil es ja keine Taubstummen gibt, waren. Einer der Ururgroßväter wurde sogar in Wien geboren und hat dort eines der größten Taubstummenistitute aufgebaut.In den Archiven findet man ihn aber nach Katja Petrowskaja, als Gründer des Blindeninstiuts.

Der Kommunismus spielt für die 1970 geborene, die in einem dreizehnstöckigen Haus in einer Plattensiedlung in der Ulicia Florenzij in Kiew aufwuchs, natürlich eine Rolle und die Namen Marx und Liebknecht auch.

Die beiden Großmütter hießen Rosa und Margarita, blumige Namen und polnische Wurzeln, weil die Ukraine ja einmal zu Polen gehörte, gibt es auch. En Groß- oder Urgroßvater hat in Warschau in der Ulica Cipela vor dem Krieg eine Taubstummenschule betrieben, dann wurde er ausgewiesen, nahm einen Teil seiner Familie, seine Schüler und einen ebenfalls gehörlosen Lehrer nach Kiew mit.

Ein paar alte Familienfotos schmücken das Buch, das in einige Teile und Kapitel gegliedert ist und in einige Reisen, nach Polen, Mauthausen Österreich, etc, gefördert von der „Robert Bosch- Stiftung“ im Rahmen eines „Grenzgängerprojektes“, das der Schriftstellerin ermöglichte, die Orte aufzusuchen und das Buch darüber zu schreiben, wie einem beiliegenden Folder, das als Lesezeichen verwendet werden kann und auch der Danksagung der Autorin, zu entnehmen ist.

Beginnen tut es mit einem Prolog oder der Abfahrt von Berlin auf diese Reise und am Bahnhof von Berlin gibt es ein Schild „Bombardier Willkommen in Berlin“ steht darauf und ein Amerikaner, ein Jude, der auch nach seinen Wurzeln sucht, geht auf Katjja Petrowskaja zu und fragt sie, was das bedeutet?

Wieso begrüßt Berlin mit seinen Bombern? Sie fängt zu flunkern an und sagt, das wäre eine Werbung für ein Musical und weist darauf hin, daß die Phantasie das Romanschreiben begleitet. Daniel Kehlmann, der auch schon auf der Longlist stand hat in seinem „F“ auch behauptet, daß Romanschreiben lügen wäre, was ich nicht so formulieren würde und irgenwo, weiter hinten in dem Buch heißt es auch einmal, daß es oft ein Fünkchen Phantasie bedarf, um die Wahrheit wirklicher oder verständlicher zu machen. Dem stimme ich zu und dann geht es hinein in die Reisen beziehungsweise in die Familiengeschichte.

Katja Petrowskaya erzählt von ihrer Oma Rosa und der Tante Lida, ihren Rezepten und auch vom Großonkel Judas Stern, einem Stduenten, der 1932 ein Attentat auf einen deutschen Botschaftsrat in Moskau verübte, worauf ihr Vater etwas zu früh auf die Welt gekommen ist und ein Geheimnis in der Familie vertuscht wurde. Dann kamen die Nazis und es gab Babij Jar, ein Name der in Deutschland ziemlich unbekannt ist, so daß die Bibliothekarin, als Katja Petrowskaja in Berlin nach Büchern darüber fragte, sich erkundigte, ob sie „Babyjahr“ meine?

Aber nein, alle Juden mußten sich in Kiew im September 1941 auf der Straße versammeln, wurden zu der gleichnamigen Schlucht getrieben, mußten sich dort ausziehen und wurden erschoßen.

Einige von Katja Petrowskajas Vorfahren waren dabei, eine der beiden Großmütter des Vaters, die, die vielleicht Esther hieß oder die andere, so genau wußte das der Vater nicht mher, da er die Großmutter ja nur Babuschka nannte, war dabei oder auch nicht, denn sie war alt und konnte nicht mehr so gut gehen. Deshalb wurde sie, als die Familie ein Monat vorher flüchtete, nicht mitgenommen. Der Fikus einer anderen Familie auch nicht, den nahm der Großvater vom Wagen herunter, damit sein Sohn, Katjas Petrowskajas Vater darauf und sie geboren werden konnte, während sich Babuschka von Katja Petrowskaja konsequent, vielleicht Esther genannt, als der Befehl zur Versammlung kam, stur auf den Weg machten, obwohl ihr sogar der Hausmeister, der das alles kontrollierte, davon abriet und den Herrn Offizier auf Jiddisch oder das, was sie für Deutsch hielt, danach fragte, worauf sich der nicht lange aufhielt, sondern die Alte gleich erschoß.

In den Jahren der SU wurde das Massengrab in dem es dreiunddreißigtausend oder sogar viel mehr Leichen gab, vertuscht und die, die sich trotzdem jedes Jahr auf den Weg machten, um die Toten zu besuchen, wurden zum Teil wegen Ruhestörung und Sachbeschädigung wegen des Niederlegens der Blumen verhaftet.

Katja Petrowskaja hatte aber auch einen Großvater, der in Mauthausen war, so machte sie sich mit den Mitteln dieser Stiftung auf den Weg dorthin, traf vorher noch den Schriftsteller O. P. Zier,  fragte in Linz nach dem Bus und war  erstaunt, daß dort auch Leute mit Schwimmflügerln, die auf dem Weg in ein Bad waren und sogar eine Frau mit einer Klobrille saß, denn das Leben geht weiter und Xaver Baxyer hat ja, glaube ich, auch von den Schülern geschrieben, die nach dem Mauthausen-Lehrausgang in der Mc Donald Filiale saßen und das, was sie gerade erlebt haben, durch Witze verarbeiteten.

Ein spannendes Buch, das jeden der nach seinen Wurzeln sucht und sich über die Geschichte informieren will, zu empfehlen ist und wenn ich entscheiden hätte sollen, ob es oder Lukas Bärfuß auf die Liste kommen hätte sollen, hätte ich mich für „Vielleicht Esther“ entschieden, was nur zeigt, das solche Listen, auch wenn sie dem Durchschnittsleser die Buchwahl für Weihnachten erleichtern können, Unsinn sind, denn es gibt natürlich mehr, als zwanzig gute Bücher, wobei ich mich ja überhaupt weigere, die Frage, was ein gutes Buch ist, zu beantworten.

Jedes Buch ist gut, wenn es nicht gerade negative Propaganda macht oder als Witzbuch geschrieben wurde, obwohl mich das Longlistlesen ja sehr interessiert und ich die Bücher auch gerne noch später lese, die nominierten, aber auch die, die nicht auf diese Liste kamen.

Nächste Seite »

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.