Literaturgefluester

2019-04-14

Reisen und Erinnern bei der 21. Literatur und Wein

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 17:09
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Alternativtext

Sylvia Treudl

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Bora Cosic

Ein vorläufiges Ende meiner Veranstaltungspause machte ich, wie angekündigt, mit dem einundzwangisten „Literatur und Wein-Festival“ in Krems und Göttweig, für das Alfred, glaube ich, jetzt schon das siebente Mal Karten kaufte und so sind wir am Donnerstag nach fünf wieder nach Krems hinausgefahren, wo das niederösterreichische Kunstmuseum das ja im vorigen Jahr noch gebaut wurde und die Zufahrt leicht behinderte, inzwischen fertig ist.

Nach vier Wochen Veranstaltungsabstinenz also wieder hinein in das Vergnügen und eine andere Veränderung gab es auch, wurde der Wein aus dem Kamptal ja diesmal direkt im Veranstaltungsraum und nicht wie früher im Foyer dargeboten und die Eröffnungsveranstaltung war, wie man vielleicht sagen kann, zwei älteren internationalen Dichtern gewidmet, von denen ich von beiden jeweils schon etwas gelesen habe.

Sylvia Treudl eröffnete wie immer und stellte Bora Cosic und Meir Shalev vor und von dem 1932 in Zagreb geborenen Bora Cosic habe ich ja während unseres Kroatienurlaubs in Montenegro seinen, wie Sylvia Treudl erwähnte Kultroman „Die Rolle meiner Familie bei der Weltrevolution“ gelesen.

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Meir Shalev

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Dzevad Karahasan

Jetzt hat er ein Buch über das Reisen, das halbe Thema der heurigen Veranstaltung, geschrieben und zwar eines wo er durch Österreich und durch Italien reist und wenn man in Krems ist und die Doanu hinuntergefahren ist, werden natürlich diese Stellen gelesen, wo Krems, Göttweig und St. Pölten vorkommen.

Bora Cosic hat ein Stück auf Kroatisch und Christoph Mauz, wie immer die Übersetzung gelesen und von dem 1948 in Israel geborenen Meir Shalev, den ich, glaube ich schon einmal auf der „Buch-Wien“ hörte, habe ich „Judiths Liebe“ gelesen und er hat jetzt ein Erinnerungsbuch, die andere Themenhälfte geschrieben, wo es um seine Familie, seine Großmutter und ihren amerikanischen Staubsauger geht und wo dann er, beziehungsweise Christoph Mauz die Stellen lasen, wo der Erzähler mit roten Zehennägel, die ihm seine kleinen Nichten angemalt haben, zu einer Ausstellungseröffnung geht und sich dann an seine Großmutter erinnert, die mit ihren Staubsauer und ihren Putzlappen immer sehr viel reinigte und deren Klo man  nie benutzen durfte, weil dort die Pflaumenkuchen zum Auskühlen standen.

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Jaroslav Rudis

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Erich Hackl

Am Freitag ging es in Göttweig weiter, wo der 1953 geborene bosnische Autor Dzevad Karahasan mit seinem „Erinnerungsbuch“ „Ein Haus für die Müden“,  begann, das in das zwanzigste Jahrhundert, beziehungsweise in den ersten Weltkrieg zurück geht, wo Briefe von Baden bei Wien nach Sarajewo aus Schuld eines Briefträgers vierzehn Monate brauchten, bis sie ankamen.

Das nächste Buch nämlich Jaroslav Rudis „Winterbergs letzte Reise“, über das ich bei meinem Leipzig Surfing ja schon einiges hörte, geht auch in die Vergangenheit, nämlich bis in die Schlacht von Köngisgrätz zurück, beziehungsweise reist der Herr Winterberg mit seinem Altenbetreuer, glaube ich, auch bis nach Sarajewo, mache aber in Wien Station, wo er die Kapuzinergruft und noch einige andere Orte besuchte.

In der Pause versuchte ich dann in das Sommerreflektiorium und zu den Weinen, die diesmal, glaube, ich die gesamte niederösterreichische Region umfassten und wieder von den Winzern vorgestellt wurde, zu gelangen, was mit dem am Morgen ausgewechselten neuen Gips ein wenig angstrengend war. Der Zweigelt und der Pinot Noir schmeckten aber gut.

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Christina Viragh

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David Schalko

Aus  Erich Hackls „Am Seil“ habe ich ja schon im Literaturhaus gehört, während das Buch der Christina Viragh in dem es wieder um das Reisen, nämlich um einen Flug nach Zürich geht, wo einer das ganze Flugzeug mit seinen Geschichten unterhält, obwohl es mir versprochen wurde, weilauf der 2018 Longlist des dBp stehend, nicht zu mir gekommen ist, so daß ich es jetzt über die <lesung kennenlernen konnte.

Die musikalischen Einlage stammten wieder von Roland Neuwirth, der diesmal mit dem radio string quartett, auftrat und diesmal nur zwei Sessions hatte. Die zweite haben wir versäumt, weil schon zu erschöpft, vorher aber wieder David Schalko aus seinen „Schweren Knochen“ gehört.

Am Samstag ging es dann  mit der „Transflair-Reihe“, die von Klaus Zeyringer moderiert wurde, weiter, die diesemal ein sehr aktuelles Thema, nämlich „Frauen, Ohnmacht, Macht“ hatte, habe ich da ja vor kurzem auch einige Bücher gelesen, die „Zib-Moderatorin“ Lou Lorenz-Dittelbacher hat aber auch eines dazu geschrieben und hat da acht ehemalige Politikerinnen interviewt und zu ihrer Situation befragt. Das diskutierte sie mit dem stellvertretenden Spiegel-Chef Dirk Kurbjuweit, der auch als Autor tätig ist.

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Barbara Frischmuth

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Julian Schutting

Dann war Mittagspause und da bin ich ja meistens nach Krems gegangen und habe mir dort beim „Nordsee“ ein Fisch-Weckerl gekauft. Vor zwei Jahren habe ich in dem Gasthaus gegessen, wo das Alternativprogramm stattgefunden hat und diesmal wollte ich eigentlich in das Restaurant bei der Schifflandestation an der Donau gehen, habe aber gesehen, daß es dort, wo es einmal das Gasthaus zur „Stadt Krems“ gegeben hat und jetzt die neue Kunsthalle steht, auch ein Restaurant gibt, habe dort eine Leber gegessen und wollte dazu einen roten Spritzer trinken. Was dann kam, ist eigentlich Wert  ein Stück Literatur daraus zu machen. Es kam nämlich ein weißer Spritzer, ich grinke aber keinen Weißwein, die Kellnerin war ein wenig ungehalten, sagte, es gäbe keinen roten Spritzer, also was anderes, haben sie einen „Hugo“ habe ich gefragt, aber das ist auch ein Wißwein, hat sie geantwortet, den trinke ich aber nur in der süßen Holunderform und eigentlich mit Prosecco.

Es kam dann von der Kellnerin bei der ich bestellt habe, ein Aperol Spritz, „Also gut, dann bringen Sie mir ein Achter rot und ein Glas Wasser!“, habe ich gesagt, weil ich auf der Karte gesehen habe, daß es das gibt, roter Spritzer tatsächlich nicht. Sie hat mir dann wahrscheinlich in den weißen Spritzer eine Zitronenscheibe und einen schwarzen Strohhalm gegeben und beim Bezahlen gesagt, daß es eigentlich schon roten Spritzer gäbe, dann zurück ins Literaturhaus, zwar nicht zur Wanderung, das geht mit Gips doch nicht, obwohl das andere  eigentlich erstaunlich gut funktionierte.

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Antonio Fian

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Wienerblond

Also mit dem  Lift in den zweiten Stock gefahren, wo diesmal das Alternativprogramm abgespult wurde. Da gab es schon am Vormittag die „Wo Lyrik zu Hause-Reihe“ wo es ja auch immer die kleinen bunten Hefterln gibt, die zur freien Entnahme aufliegen oder auch bei den Goodies waren ist, die  im Festivalpaß enthalten sind.

Da wurden diesmal Vladimir Durisic  aus Montenegro, Eleaor Rees aus GB, Marija Andrijasevic aus Kroatien und Jakobe Mansztajn aus Polen vorgestellt und am Nachmittag gab es dann „Dichtung entdecken, wo Christoph W. Bauer, die derzeitge Writerin in Residence die Serbin Sofia Zivkovic, Sabine Gruber, Julian Schutting und Kathrin Schmidt vorstellte, die jeweils aus ihren Werken lasen.

Das hat etwa eine Stunde gedauert, wahrscheinlich so wie die Wanderung, die schon eine halbe Stunde früher weggegangen ist, so daß ich noch bequeum in den Veranstaltungssaal kam, wo die Lesung mit Lorenz Langenegger, der eigentlich aus Zürich ist, aber in Wien zu leben scheint, weil ich ihn sehr oft bei Veranstaltungen sehe, gerade begonnen hat.

Das heißt Sylvia Treudl stellte gerade ihn und seinen Krimi um einen Polizisten namens Wattenhofer, der eigentlich keiner ist, vor und Lorenz Langenegger hat zuerst zum Thema passend aus den zwei Bücher gelesen, die ich auch gelesen habe und dann ein Stück aus „Dorffrieden“ was ich sehr interessant fand.

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Verena Doublier

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Sebastian Radon

Dann gab es Wein zu verkosten, allerdings wieder nur weißen, also habe ich mich zuerst in das Foyer und dann in den kleinen Park wo es das Denkmal bezüglich „April in Stein“ gibt, gesetzt und mein aktuelles Buch gelesen, bis der Bus kam, der mich nach Göttweig brachte.

Der Alfred ist diesmal erst um acht gekommen, weil er in Wien bei einer Besprechung wegen seiner Kuba-Reise war, die ja bald stattfindet und in Göttweig hat es mit Hans Platzgumer, von dem ich ja „Am Rand“ gelesen habe angefangen.

Jetzt hat er ein neues Buch, das „Drei Sekunden jetzt“ heißt und von zwei Findelkindern handelt. Dann kam Barbara Frischmuth und von der wurde ja nicht nur ihr altes „Macht nix“ aufgelegt, sie hat auch ein Erinnerungsbuch, das „Verschüttete Milch“ heißt und von einem Kind handelt, das im Ausseerland in einem Hotel aufwächst und weil niemand Zeit hat, sich mit ihm zu beschäftigten mit Geistern und mit Elfen spricht, bis es dann in die Klosterschule kommt.

Sehr bekannt also, während mir der Schweizer Schriftsteller Klaus März dessen Buch „fima“ heißt, höchstens vom namen bekannt war. Karl Markus Gauss habe ich dagegen gekannt und er hat etwas gemacht, was, glaube ich, sowohl Ilse Kilic, als auch ich selber schon machte. Er hat sich mit den ganz banalen Gegenständen in seinem Zimmer beschäftigt und die beschrieben. Das heißt er hat von seiner Wohnung und seinen Büchern gelesen, er hat auch ungefähr zehntausend Stück und gibt sie wie ich nicht mehr her und dann davon, daß er aus den Hotels in denen er logiert immer die Duschhauben mitnimmt und sie sammelt.

Sehr interessant, dann kam Ernst Molden mit seinerm „Frauenorchester“ und danach wäre Natascha Wodin gekommen, die ja im vorigen Jahr den „Leipziger- Buchpreis“ bekommen hat. Der Alfred war auch schon da und so sind wir noch in der Pause und nach einem Glas Wein, es bleiben uns diesmal die Gutscheine über, zurückgefahren, weil das Ganze nach vier Wochen Abstinenz doch sehr anstrend ist und ich auch noch bloggen mußte.

Am Sonntag ging es  aber gleich weiter mit der berühmten Sektmatinee im Literaturhaus, diesmal mit einem jungen und mir bisher unbekannten Musikduo „Wiener Blond“, das heißt Verena Doublier und Sebastian Radon, die moderne frische Wiener-Lieder gesungen haben und sich mit dem Publikum darum duellierten, ob die schönste Stadt an der Donau nach Krems nun Linz oder Wien wäre?

Darüber kann man sicher streiten und die Wiener sehen, das wahrscheinlich anders, als es die Linzer sehen, es gab aber auch einen Literaturblock, beziehungwweise außer den „Wo Lyrik zu Hause ist-Hefterln“, die Sonderpublikation „Herbst in der Nußschale“, mit Texten von Barbara Frischmuth und Julian Schutting, die diese verlesen haben.

Danach ist wieder der „Priessnitzpreisträger“ Antonio Fian auf die Bühne gekommen und hat sich durch Werner Koflers Werkauswahl, die neu herausgegeben wird, gelesen und an den 2011 verstorbenen Kärntner Dichter Werner Kofler erinnert, mit dem er früher gemeinsam aufgetreten ist, beziehungsweise, wie er es bezeichnet, als sein Sekretär tätig war.

Danach drang wieder Sylvia Treudls Stimme aus dem Off, die allen „Schöne Ostern!“, wünschte, sowie das einundzwanzigste „Literatur und Wein Festival“ für beendet erklärte und wir sind wieder in das NÖ-Kunsthaus-Beisl gegangen, wo ich feststellen mußte, daß es trotz anderslautender Versicherung im schönen Weinland Krems doch keinen roten Gspritzen, sondern nur ein Achtel Rot, um vier Euro achtzig gab, was aber  nicht wirklich etwas machte, haben sich Verena Doubler und Sebastian Radon in ihrer Zugabe doch ohnehin über die Winer Marotte, sich den guten Wein mit Soda oder Mineralwasser zu verdünnen, lustig gemacht, mich aber zu einem Text veranlaßen wird, den man demnächst hier lesen kann.

2018-04-15

Zum zwanzigsten Mal Literatur und Wein

Trio Lepschi

Trio Lepschi

Franzobel

Franzobel

Das Literaturfestival in Göttweig und Krems von Sylvia Treudl und ihrem Team vom NÖ Literaturhaus veranstaltet, feiert sein Jubiläum und wir sind zum sechsten Mal dabei.  Alfred ist auf die Idee gekommen jährlich dort hinzufahren, mir wäre es ganz ehrlich zu teuer, aber interessant ist es allemal, obwohl ich die meisten Autoren kenne und einige der präsentierten Bücher auch schon gelesen habe.

Das Motto heuer lautete „Vorwärts – die Zukunft nicht vergessen“ und deshalb war der Auftakt im niederösterreichischen Literaturhaus Krems auch gleich politisch oder eigentlich nicht, denn angefangen hat es auch mit etwas schon bekannten, nämlich dem Trio Lepschi, um den Krimiautor Stefan Slupetzky und die blödeln ja mehr oder weniger auf Deutsch und nachgemachten Französisch, was mir manchmal gefällt, manchesmal auch nicht, beziehungsweise mir dann zu lustig ist.

Josef Haslinger

Josef Haslinger

Dann kam Franzobel und der ließ ins Programmheft drucken, daß er nach dem „Floß der Medusa“ wieder in die Gegenwartt will und so schreibt er gerade einen Roman, der noch keinen Titel hat und in einer Diktatur spielt.

Kathy Zarnegin

Kathy Zarnegin

In Österreich haben die Rechten oder so gewonnen, der Regierungschef heißt Meister und es geht um einen Mann, der unschuldig ins Gefängnis kommt und um den Opernball geht es auch.

So hätte der Roman auch heißen können, verlautete Franzobel launig, wenn es nicht schon einen anderen dieses Namens gäbe und dessen Autor saß in der erste Reihe und kam nach Franzobel dran, las auch einen unveröffentlichten Text und sagte ebenfalls  dazu, daß das für ihn ungewöhnlich sei, offenbar war das, die Forderung an die Auftaktautoren Unveröffentlichtes zu lesen und politisch ist es auch.

Franzobels Werk, das habe ich noch vergessen zu erwähnen, scheint ein Krimi zu werden. Jedenfalls kommt wieder der Kommissar Groschen vor und Josef Haslinger, der wie Syliva Treudl einleitete mit dem „Opernball“ und dem „Vatermord“ berühmt geworden ist. Beide Romane habe ich gelesen, aber noch lange nicht darüber gebloggt. Dass habe ich nur mit „Jachymov“ getan, schreibt gerade ein Theaterstück mit dem Namen „Die Rennerprobe“, denn da probt gerade eine aufgelöste Theatergruppe ein Stück über Karl Renner in einem Parteilokal  und drei Stellen daraus hat Josef Haslinger vorgelesen.

Bachtyar Ali

Bachtyar Ali

Zu dem Festivalpass hat es wieder einen Goodie-Beutel „Lesen ist dem Menschen zumutbar“ mit dem Programmheft,  zwei Weinbons, den fünf sonderpublikationen „Versopolis – Wo Lyrik zuhause ist 16- 19, die diesmal am Samstag in der Galerie Göttlinger vorgestellt werden, der anderen Sonderpublikation, wo  ein Text von Ilija Trojanow „Wein und Wort und „Acht Glas Gedichten“ von Sandra Hubinger enthalten sind, sowie dem Buch „Wein.Wandern – ein literairscher Verführer durch die Wachau und das Kamptal“, der 2013 am Eröffnungsabend vorgestellt wurde, gegeben.

Paulus Hochgatterer

Paulus Hochgatterer

Und das Weinwandern hat mich damals ja so beeindruckt, daß ich es mit „Kerstins Achterln“ in der Hand bei  der nächsten Weinverkostung in Nussdorf an der Traisen wiederholte und dort im Weingut Herzinger waren wir am Freitag auch kurz bevor wir auf den Göttweiger Berg hinaufgefahren sind, weil der Alfred für sein Fest, das er demnächst für seine Betriebsratkollegen gibt, Wein kaufen wollte.

Wein gab es dann auch im Stift Göttweig und da wurde diesmal zum zwanzig Jahre Jubiläum der Weinbegleiter ausgetauscht. Das war diesmal ein Herr Müller und es gab keine Doppelmoderationen mehr und auch keinen Winzer, der seinen Patenwein, nachedem er ihn kurz besprochen hat, dem jeweiligen Autor auf den Tisch stellte, der dann meistens ohnehin nicht daraus getrunken hat.

Es gab auch diese Weine  nicht mehr oben im Verkostungssaal mit den entsprechenden Winzern. Dort lag nur mehr eine durchnummerierte Liste mit den jeweiligen Weinen auf und der ehrenamtliche Weinbegleiter empfahl dem p. t. Publkum, sich am besten im Laufe der Veranstaltung durch die Weine durchzukosten.

Ilija Trojanow

Ilija Trojanow

Etwas was für einen Autofahrer, der ja irgendwie vom Kremser Berg wieder hinunter muß, falls er nicht im Stiftshotel schläft, leicht fahrläßig wäre,  für mich aber da unter den dreiundzwanzig Weinen, nur drei Rote, ein Zweigelt und zweimal Pinot Noir waren, sehr leicht und durch diese habe ich mich auch durchgekostet und begonnen hat die Lesung mit zwei mir bisher unbekannten Autoren, nämlich mit der in Teheran geborenen und in der Schweiz lebenden Kathy  Zarnegin, deren Roman über eine junge Frau, die beschließt Schriftstellerin zu werden, namens „Chaya“ ich mir vom Alfred schenken ließ.

Arno Geiger

Arno Geiger

Jetzt muß ich ihn nur noch lesen, habe das aber mit Peter Henischs „Suchbild mit Katze“, das ich mir vor zwei Jahren vom Autor in Göttweig signieren ließ, auch noch nicht getan, aber gut man soll die Hoffnung nie aufgeben und auch der zweite Autor, der im Nordirak geborene Bachtyar Ali, der in den Neunzigerjahren nach Deutschland kam, war mir bisher unbekannt, obwohl sein erster Roman“Der letzte Granatapfel“ einen eher berkannten Namen trägt, da habe ich aber ein anderes Buch gelesen und jetzt hat der Autor, beziehungsweise Christoph Mauz, die deutsche Fassung aus dem zweiten Roman „Die Stadt der weißen Musiker“ gelesen, wo einer von Amsterdam in den Irak zurückfliegt und dort einer schönen Frau Noten überbringen soll und Sylvia Treudl betonte in ihrer Einleitung die märchenhaften Elemente mit denen der Autor die Grausamkeiten des Krieges zu erzählen weiß.

Interessant ist auch, daß der Autor vor uns in der Warteschlage am Büchertisch gestanden ist und sich  drei Bücher kaufte, etwas was ich noch nicht beobachtet habe und sehr toll finde.

Diknu Schneeberger Trio

Diknu Schneeberger Trio

Der nächste Autor war mir dagegen  wohl bekannt und ich habe auch sein Buch, wenn auch als PDF gelesen, nämlich Paulus Hochgatterers  „Der Tag an dem mein Großvater ein Held war“.

Dann kam die erste Musikeinlage des „Diknu Schneeberger-Trios“ und dann kam wieder etwas „Weinbegleitung“, nämlich Iliya Trojanow mit einer Winzerin und einer Weinflasche auf dem Tisch

Milena Michiko Flašar

Milena Michiko Flašar

Denn Iliya Trojanow, der Weltensammler, der in der „Alten Schmiede“ auch Weltbefragungdiskussionsrunden verastaltete und im Augartenspitz zum öffentlichen Diskurs aufrief, hat sich im letzten Jahr offenbar auf das Weingut Salomon Undhof begeben, dort ein Weintagebuch geführt, das er im nächsten Jahr vorstellen will und sogar einen eigenen Wein kreieirt. Er hat auch einen Text über „Wein und Wort“ geschrieben, den er vorgelesen hat und dann kam nach einer Pause Arno Geiger, der sich in seinem letzten Buch  „Unter der Drachenwand“,  ähnlich wie Paulus Hochgatterer mit den letzten Kriegstagen beschäftigt hat und von einem jungen Mann erzählt, der nach der Matura gleich an die Front geschickt wurde und jetzt offenbar unter der „Drachenwand“ seine erste Liebe erlebt.

Christoph W. Bauer

Christoph W. Bauer

Ich habe Arno Geiger ja als ganz jungen Mann 1996 in Klagenfurt lesen gehört und war von seinem Text sehr beeindruckt, während mir sein Buchpreisroman und auch „Alles über Sally“ nicht so sehr gefallen hat.

Dann gabs noch einmal Gitarrenmusik und Sylvia Treudl rief zum Besuch der noch folgenden Veranstaltungen auf und am Samstag wurde es wieder dicht.

Ich bin wieder zu „Transflair“, dieser Diskussionsreihe mit Klaus Zeyringer gegangen. Im letzten Jahr habe ich das ja ausgelassen und bin stattdessen zu „Versopolis“ ins „Salzstadl“ gegangen.

Marion Poschmann

Marion Poschmann

Diesmal wären die Lyrikveranstaltungen in einer Galerie gewesen und  die Transflairveranstaltung mit dem Thema „Wir sind zu gut für diese Welt -Über Helfersyndrom und gesteuerte Verblödung“, war auch besonders interessant, stellten doch Norbert Gstrein von dem ich schon einiges gelesen und gehört habe, seinen neuen Roman „Die kommenden Jahre“ und der Philosoph Robert Pfaller sein Buch über die „Erwachsenenensprache“ vor  und da geht es, obwohl mir diese Definition eigentlich unlogisch erscheint, weil man ja eigentlich „erwachsen“ sprechen und nicht davor gewarnt werden sollte, um die Debatte mit der politischen Korrektheit, beziehungsweise über die Triggerwarnungen, die die Amerkaner geben, wenn in einem Film beispielsweise Sex etcetera vorkommt.

Doron Rabinovici

Doron Rabinovici

„Beide Bücher beginnen mit einer Reise nach Amerika, am Vorabend der Wahl von Donald Trump“, leitete Klaus Zeyringer ein und bei Robert Pfaller war die Ausgangslange eine Warnung, daß ein Film, den er sich im Flugzeug ansehen ansehen wollte, seine Gefühle verletzten könnte, während es in Norbert Gstreins Roman um einen Gletscherforscher und seine Frau geht, die eine syrische Familie bei sich aufgenommen hat und sich beim Helfen zusehen und filmen läßt, also höchst aktuell und politisch.

Zu Mittag bin ich  auch wieder bei der Wanderung mitgegangen, die eigentlich ein Spaziergang durch die Altstadt von Stein und sehr kurz war.

Antonio Fian

Antonio Fian

Anschließend haben Bodo Hell und der Schweizer  Leo Tour, der auf Rätroromanisch schreibt und, wie Bodo Hell Hirte war oder ist, aus ihren neuen Büchern gelesen.

Der Abend in Göttweig brachte wieder sehr viel Bekanntes. Eigentlich habe ich das meiste außer dem Work of Progress von Christoph W. Bauer, der aber auch schon öfter bei „Literatur und Wein“ gelesen hat, gekannt.

So gab es die beiden in Japan spielenden Romane von Marion Poschmann und Milena Michiko Flasar, die sehr direkt von dem Spannungsbögen sprach, den sie auf Seite zwanzig eingebaut hat und dann noch sagte, „Eigentlich hätte ich Ihnen auch gern die Stelle vorgelesen, wo Herr Kato das erste mal Familie spielt, aber leider ist dafür keine Zeit mehr, also müssen sie das Buch selber…..“

Wiener Tschuschenkapelle

Wiener Tschuschenkapelle

Auch Doron Rabinovicis „Außerirdische“ habe ich schon gelesen weil es im Vorjahr auf der Longlist des östBp stand und Antonios Fians Wunschdramolette, die sich Sylvia Treudl und Michael Stiller zum Geburtstag wünschten, habe ich  schon einige gekannnt und auch die Musikbegleitung, die „Wiener Tschuschnkapelle“ habe ich bei „Literatur und Wein“ schon gehört.

Dazwischen ist noch einmal der neue Weinbegleiter aufgetreten und hat zum eifrigen Verkostung, der ausgesuchten Weine aufgerufen, als ich das dann in der zweiten Pause tun wollte, waren zwei der drei Rotweine schon weg, so daß sich Sylvia Treudl beim p. t. Publikum  entschuldigte und Slavco Ninic von der „Tschuschnkapelle“ launig meinte, daß er das nächste Mal den griechischen Wein, den er vorher besungen hatte, zur Veranstaltung mitbringen würde.

Heinz Janisch

Heinz Janisch

Vielleicht sollte man auch wieder zur vorigen Weinbegleitung zurückkehren, denn, wie heißt das doch so schön „Never chance a winning team“ und bisher hat es, soviel ich weiß, sehr gut geklappt.

Christoph Mauz

Christoph Mauz

Am Sonntag ging es wieder weiter mit einer Sektmatinee, wo diesmal das Duo Matthias Bartolomey mit dem Cello und Klemens Bittmann, Violine und Mandola, den Auftakt gab und dann noch eine Schlußrunde spielte, dazwischen war außer, wie, glaube ich, in jedem Jahr vorher, der, wie im Programmheft steht „begnadete und mitreissende Vorleser Christoph Mauz, der unter dem Titel „Das erste Vierte(r)l“ Texte von Karl Kraus, Anton Kuh, Fritz Herzmanovsky-Orlando, Peter Hammerschlag und Roda Roda, vortrug, Heinz Janisch, den den von der „Ohrenschmaus-Jury“ kenne, aber zum ersten Mal Texte von ihm hörte, am Programm.

Er hat eine Menge Kinder- und allgemeine Betrachtungsbücher geschrieben. So hat er sich zum Beispiel nach dem Tod seines Großvaters in dessen Haus gesetzt und Anekdoten über die Gegenstände und Gerüche die es dort gab aufgeschrieben und ein Kinderbuch über ein Wettrennen, das statt von Pferden von Kamelen gestaltet wurde, gibt es auch.

Spannend, spannend, das zwanzigste internationale Literaturfestival „Literatur und Wein“ von denen ich die letzten sechs hautnah und sehr intensiv miterlebte.

BartolomeyBittmann

BartolomeyBittmann

Meine Chance dort einmal zu lesen, ist zwar nicht so groß, weil ja nicht berühmt, inzwischen bin ich aber, glaube ich, dort schon ziemlich bekannt und werde von den Leuten immer wieder angesprochen und auch Alfreds Fotos sind sehr begehrt, so daß ich ständig meine Visitenkarten verteile und auf das „Literaturgeflüster“ hinweise und es ist wahrscheinlich auch sehr interessant, wenn man immer wieder nachlesen kann, was in den letzten Jahren dort passierte und wenn ich eine kleine Kritik an Sylvia Treudls Moderationen anbringen darf:

Meiner Meinung nach verwendet sie zu oft das Wort „großartig“ und „wunderbar“ bei ihren Vorstellungen. Aber natürlich  werden immer nur ganz besondere, das Haus füllen könnende Autoren eingeladen und  Enthusiasmus ist bei einer Moderatorin wahrscheinlich auch sehr wichtig.

2016-04-17

WELT.ALL.TAG bei „Literatur und Wein“

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 16:10
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Viktor Jerofejew

Viktor Jerofejew

Miljenko Jergović

Miljenko Jergović

Das internationale Kulturfestival „Literatur und Wein“ findet inzwischen, wie Sylvia Treudl bei der Eröffnung stolz erzählte, zum achtzehnten Mal in Krems und Göttweig statt, zum vierten Mal sind wir dabei.

Das Motto lautete heuer „WELT.ALL.TAG“ und begonnen hat es am Donnerstag im Literaturhaus Krems mit einer Lesung des  1966 in Sarajevo geborenen und seit 1993 in Zagreb lebenden Miljenko Jergovic, der aus seinem atuobiografisch klingenden Roman „Vater“ gelesen hat, in der Beziehung des Sohnes zu seinem Vater, einem Arzt, geschildert wird.

Dann folgte der  1947 in Moskau geborene Viktor Jerofejew mit seinen  2013 bei „Hanser“ auf Deutsch erschienenen Roman „Die Akimuden“, der ein bißchen an Bulgakovs „Der Meister und Margarita“ erinnert.

Jedenfalls wird Moskau von einer Horde Untoter übefallen, einige nisten sich in der Wohnung des Erzählers ein und der Autor erzählte im Interview, daß man mit Satire viel besser Kritik am System üben kann und scheint das mit seinem Roman, der sehr witzig und fantastisch klang, auch bewiesen zu haben.

20160415-181546

Eva Jancak, Margarita Kinstner

Eva Jancak, Margarita Kinstner

Am Freitag ging es dann in Göttweig mit der Begrüßung des Abtes und der Doppelconfercne, Literatur-und Weinvorstellung, weiter und zwar begann Margarita Kinstner, die ich ja vom Cafe Anno, bziehungsweise dem Blog von Thomas Wollinger kenne und die mit ihren Debutroman „Mittelstadtrauschen“ ja sehr schnell bekanntgeworden ist.

Inzwischen gibt es einen zweiten Roman „Die Schmetterlingsfängerin“, im vorigen Jahr erschienen, der ein bißchen an mir vorbei gegangen ist, wo es um die Entscheidung einer Lehrerin geht, ihrem Freund oder Mann nach Sarajevo zu  folgen und dort sein Kind zu bekommen.

 

War eine sehr spannende und erfrischende Lesung, dazwischen bin ich das  Exemplar von Jan Böttchers „Y“, das wiedermal zu viel zu mir gekommen ist losgeworden und das erste Glas Wein mit Blick von der Terrasse auf die Donau wurde auch getrunken und ein paar Leute begrüßt.

 

Judith Kuckart

Judith Kuckart

Pedro Lenz

Pedro Lenz

Die 1965 geborene Schweizer Schriftstellerin Ruth Schweikert von der ich „Augen zu“ im Vorjahr gelesen habe und „Ohio“ an die Reihe kommen sollte, wenn ich mit meinen Stefan Zweig Schwerpunkt, den ich mir bezüglich meines derzeitigen Romanprojekts aufgelegt habe, fertig bin, folgte mit „Wie wir älter werden“ und dann kam Ernst Molden mit seiner Band und stellte ein Projekt  vor wo es um die Au, den Nationalpark und das Wasser ging und erzählte, daß er einen Auftritt wie diesen liebe, eine halbe Stunde singen, dann zwei Stunden die besten Weine trinken, denn dazwischen ging es ja weiter mit der langen Lesenacht und dem „Weltalltag“ mit dem 1935 in Meran geborenen Joseph Zoderer, dem Mann mit dem Hut, den Sylvia Treudl sowohl, als Klassiker als auch als Gegenwartsautor vorstellte, seine Werke werden jetzt von „Haymon“ wieder aufgegelgt und so las er aus den „Farben der Grausamkeit“ und da war es für mich spannend zu sehen, wieviel man von seiner Lektüre vergißt, beziehungsweise fielen mir einigen originelle Wortschöpfungen und Wenungen auf, an die ich mich nicht erinnern konnte.

Mit der Büchnerpreisträgerin von 2012, der 1960 in Hameln geborenen Felicitas Hoppe, die ich 1996 in Klagenfurt, als sie dort einen der Bachmannpreise gewann, kennenlernte, ging es weiter und das war für mich wieder eine Überraschung, habe ich ja mit dem „Picknick der Friseure“ das 2913 gelesen habe, nicht besonders viel anfangen können und das sagte ich auch in der Pause zu Wolfgang Kühn, als er mich fragte, wie es mir das Festival gefällt?

Wolf Wondratschek

Wolf Wondratschek

Karl-Markus Gauß

Karl-Markus Gauß

Jetzt las sie aus dem 2012 erschienenen Roman oder erfundenen Autobiografie „Hoppe“ und da war ich eigentlich auch sehr skeptisch. Dann hat mir diese Fabulierkunst und die Geschichte einer Felicitas die mit ihrem Vater alleine in Canada aufwächst, beziehungsweise Eisschlittschuhläuferin ist und hunderttausend andere Dinge macht, die in der echten Biografie nicht aufscheinen, aber sehr gefallen.

Dann gabs noch mal Molden und nochmal Pause, dann folgte Antonio Fian, auch ein alter Bekannter von „Literatur und Wein“, wie mir überhaupt auffiel, daß sich einige Autoren oder Musiker wiederholen und immer wieder eingeladen werden und der las eine Menge seiner Dramulette  und ist auch Gegenstand  einer der Sonderpublikationen, die es in diesem Jahr wieder gab.

Der Samstag war dann wieder rund und zwar begann es im Literaturhaus Krems mit einer weiteren „Transfair-Folge: Von Staatsfeinden, Paranoia und zivilen Ungehorsam“, wo Klaus Zeyringer mit Kathrin Röggla und dem Tierschützer Martin Balluch über ihre Bücher diskutierte, während es eine Parallelveranstaltung mit fünf internationalen Lyrikern aus Italien, Slowenien, Wales, Deutschland und Polen, zu deren Veröffentlichungen es auch je eine Sonderpublikationen „Veropolis – wo Lyrik zu Hause ist“, gegeben hat, die es zur freien Entnahme gab, beziehungsweise bei den „Festivalpaß-Goodies“waren.

Harri Stojka

Harri Stojka

Stefan Slupetzky

Stefan Slupetzky

Ich habe mich  für das  Literaturhaus entschieden, wo Klaus Zeyringer die Fiktion zu diesem Thema  dem Realismus gegenüber stellte.

Arbeitet ja die 1971 in Salzburg geborene Kathrin Röggla von der ich „Wir schlafen nicht“ gelesen habe und die ich auch schon bei verschiedenen Veranstaltungen gehört hat, ja mit realistischen Material aus dem sie ihre Texte macht.  sie las auch einen, wo das Wort „Schweigeminute“ in  Formen variiert wurde, während der Tierschützer Martin Balluch, der mit seinem Hund ins Literaturhaus gekommen ist, ein Buch über seinen Prozeß geschrieben hat und daraus zitierte.

Am Nachmittag bin ich wieder auf die Wanderung, diesmal mit dem Winzer Urban Stargards, der schwedische Wurzeln hat, auf die Steiner Weinrieden gegangen. Danach las Christian Futscher, den ich vor kurem im „MUSA“ hörte, aus seinem bei „Czernin“ erschienenen satirischen Text „Was mir die Erdmänchen erzählen“, in dem sehr viele Tiere vorkommen.

Mit dem Bus ist es dann nach Gottweig zum zweiten Leseabend gegangen, wo ich die mir bisher unbekannte Judith Kuckart kennenlernen, die das Publikum wählen ließ, welche Geschichte es aus ihrem neuen Erzählband hören wollte und dann von einer Schauspielerin las, die in einer Bäckerei arbeitet und dabei offenbar sehr viel flunkert.

Sonnenuntergang auf Göttweig

Sonnenuntergang auf Göttweig

Trio Lepschi

Trio Lepschi

Den Schweizer Pedro Lenz, der dann folgte, kenne ich durch das „Bachmannlesen“, er las ein langes Gedicht, scheint auch viel in der Berner Mundart zu schreiben und lobte seinen „Patenwein“ aus dem Weingut Hirsch.

 

Der 1943 geborene Poppoet Wolf Wondratschek, der nach dem ersten Musikblock, der diesmal wieder von Harri Stojka und seiner Band gestaltet wurde, gehörte wohl zu den bekanntesten Autoren, die am Samstag auftraten. So hielt ihm Sylvia Treudl auch eine sehr leidenschaftliche Einführung. Er las ein Stück aus seinem schon 2002 erschienenen Roman „Mozarts Friseur“, wo es um drei alte und falsch gehende Uhren geht, die ein Museumsdirektor für ein Kunstwerk hält, so daß der Friseur schnell eine Biografie herum erfindet.

Politisch wurde es wieder mit Karl Markus Gauß und seinen Journalen, aus denen er einige Kostproben gab und Stefan Slupetzky mit seinen „Lemming-Romanen“ ein bekannter Krimiautor, mit denen der den „Glauser-“ und den „Perutz Preis“ gewonnen hat, sowie auch Musiker, hat jetzt mit „Der letzte große Trost“, sowohl einen Familien als auch autobiografischen Roman geschrieben, den er nach der zweiten Musikeinlage vorstellte.

Christoph Mauz

Christoph Mauz

Die Gebirgspoeten

Die Gebirgspoeten

Mit dem Trio „LEPSCHI“ in dem Stefan Slupetzky, Tomas Slupetzky und Martin Zrost spielen und das ich schon einmal im Wiener Literaturhaus hörte, ist es in der Sektmatinee am Sonntag in Krems weitergegangen und die  stand im Zeichen der Schweiz-Östereischichen Freundschaft, kamen doch nach einem Musikauftakt die „Gebirgspoeten“, die aus den Schweizern Rolf Hermann, Achim Parterre und Matto Kämpf bestehen, die in karierten Hemden auftraten und sich, wie im Programm steht, mit „Den Mythen und Klischees der Schweiz“ auseinandersetzen zu Wort und danach wieder der Schauspieler Christoph Mauz mit einem „Willkommenskultur“ getitelten Programm, das aus Texten von Karl Kraus zum Beispiel aus den „Letzten Tagen der Menschheit“ und Anton Kuh bestand und da  hundert Jahre alte literarische Betrachtungen, die wie Christoph Maunz erklärte, erstaunlich heutig klingen, excellent aufführte und so ist dieser „Weltalltag“ in Göttweig und Krems mit vielen Weinproben, bekannter und unbekannter Literatur zu Ende gegangen und während das Team um Sylvia Treudl das Programm für das nächste Jahr zusammenstellt, bleibt zu hoffen, daß er die  Welt vielleicht ein bißchen besser macht.

 

 

2013-04-14

Literatur und Wein

Filed under: Uncategorized — jancak @ 15:19
Christoph W. Bauer

Christoph W. Bauer

Simone Schönett

Simone Schönett

Seit fünfzehn Jahren gibt es das vom niederösterreichischen Literaturhaus bzw. Sylvia Treudl organisierte Festival „Literatur und Wein“, das im April in Krems bzw. in Stift Göttweig stattfindet für das ich immer das Programm zugeschickt bekomme, aber nie dort gewesen bin, weil man dafür Eintritt zahlen muß.
Jetzt hat der Alfred aber zwei Festivalpässe bestellt, so daß wir vier Tage zwischen Wien, St. Pölten, Krems und Göttweig hin und herpendeln werden und ich am Donnerstag früher vom H.C.Artmann Symposium weggegangen bin, weil derzeit ja ein sehr dichtes Programm.
Da die Theodor Kramer-Preisverleihungen auch vom ULNÖ veranstaltet wurden und es dort freien Eintritt gibt, bin ich schon ein paar Mal im ULNÖ gewesen und habe mich, obwohl die Adressenangabe im Programm fehlte, schon ein bißchen ausgekannt, als wir das Literaturhaus in Krems Stein, um halb acht erreichten.
Es lagen ein paar Hochglanz-Genußzeitschriften und der „Volltext“ zur freien Entnahme auf, die Weinbons mußte man dagegen kaufen, am Büchertisch gab es die Weinwander-Bücher, die in der Eröffnungsveranstaltung präsentiert wurden.
Das heißt, es wurde die dritte Anthologie „Ein literarischer Verführer durch die die Wachau und Kamptal vorgestellt“ und die Idee ist, glaube ich, daß die Autoren mit den Weingütern zusammengebracht wurden und darüber Texte schrieben.

Clemens Berger

Clemens Berger

Alfred Komarek

Alfred Komarek

Zuerst eröffnete aber Sylvia Treudl im feierlichen schwarzen Kleid, bzw. ganz am Anfang gab es eine Präsentation der Literaturgruppe Onophon, die ich schon einmal in Wien bei einer GAV-Neumitgliederlesung hörte, die den Abend begleitete und eine ganz erstaunhliche literarische Stimmperformance bot.
Dann stellte der Herausgeber die Anthologie vor und Clemens Berger, Alfred Komarek, Christoph. W. Bauer und Simone Schönett, mit der ich schon einmal am Volksstimmefest gelesen habe, lasen ihre Texte daraus vor, die von Weinen, Lebensfreude, den Schwiergkeiten beim Wandern und davon, daß die burgenländischen Kinder angeblich mit dem Weinglaserl zur Welt kommen, handelten.
Ich hatte da schon ganz zufällig den Folgetext in der Handtasche, den ich aber beim anschließenden Trinken, wo auch ein ein paar Schulklassen gekommen waren, niemanden zeigen konnte.
Am Freitag ging es im feudalen Rahmen in Stift Göttweig weiter, ein riesiger Saal mit lauter Leuten, von denen ich nur Ditha Brickwell kannte, eintausendzweihundert angemeldete Besucher, ausverkaufte Veranstaltungen und andere Erfolgsmeldungen, so daß ich nur verwundert feststellen konnte, daß Literatur auch so funktionieren kann, der „Standard“, soll aber, wie mir der Alfred sagte „Lesen und weitertrinken“, geschrieben haben.

Anna Weidenholzer

Anna Weidenholzer

Roland Neuwirth

Roland Neuwirth

Begrüßung des Abtes, der eine schöne Zeit wünschte und die Zusammenhänge von Literatur und Religion zitierte, den Wein ließ er aus, das tat dann ein Winzer vom Loisium, der mit Sylvia Treudl durch das Programm führte, die Weingüter vorstellte und zum Verkosten aufforderte. Es wurde der sogenannte Patenwein auf den Tisch gestellt, eingeschenkt und die Lesung begann mit Christian Futschers Gurkengedichte, ein paar Sprüchen zu Büchern, denn da hat er einmal vierhundertvier Werbetexte schreiben wollen, es kamen auch jede Art von Getränken vor, wobei mich nur wieder etwas störte, daß die Leute bei Stellen lachten, die meiner Meinung nach so gar nicht lustig waren.

Paul Nizon

Paul Nizon

Antonio Fian

Antonio Fian

Anna Weidenholzer, die in allen drei Wein-Wander-Anthologien vertreten ist, folgte mit Ausschnitten aus ihrem neuen Roman, dann kam ein Konzert von Roland Neuwirths Extremschrammeln in drei Tranchen und in den Pausen die Gelegenheit zur Weinverkostung, Bücherkaufen und sonstigen Konsumationsakten.

Ilija Trojanow, Klaus Zeyringer, Barbara Coudenhove-Kalergi

Ilija Trojanow, Klaus Zeyringer, Barbara Coudenhove-Kalergi

Rosa Pock

Rosa Pock

György Dalos folgte mit dem „Fall des Ökonomen“, der glaube ich, dieselben Stellen, wie in der Alten Schmiede las, vom Thema her zu Anna Weidenholzers „Fischen“, passend, der Wein wurde vom Weingut „Rabl“ präsentert, für den arbeitslosen Ökonomen vielleicht nicht ganz leistbar, die Literatur ging aber ohnehin mit dem Staatspreisträger Paul Nizon weiter, der Ausschnitte aus seinem Roman „Der Nagel im Kopf“ und seinen berühmten Journalen brachte, wo ein junger Mann an seinen Vater denkt, seine Sehnsucht nach Frauen schildert und mit KZ-Erinnerungen endete.

Barbara Frischmuth

Barbara Frischmuth

Josef Winkler

Josef Winkler

Danach wurde es mit Antonio Fians „Dramoletten“, wieder lustiger, die Extremschrammeln sangen den „Leberzirrhosen Blues“, veränderten den Radetzkymarsch und sorgten allgemein für gute Stimmung.
Samstagvormittag ging es im ULNÖ mit einem meiner Meinung nach sehr interessanten Programm weiter, nämlich Transflair: „Geistesblitze versus Medienzirkus“, das ist eine inzwischen etablierte Reihe, der Literaturwissenschaftler Klaus Zeyringer interviewte die Ex-Journalistin und aus adeligem Haus entstammende Barbara Coudenhove-Kalergi und Weltensammler Ilija Trojanow und fragte zu Beginn gleich nach den Intellektuellen, denn da wäre kürzlich behauptet worden, es gäbe sie nicht mehr.

Harri Stojka

Harri Stojka

Wilhelm Genazino

Wilhelm Genazino

Es gibt sie an den beiden und wahrscheinlich noch an anderen Beispielen und die 1945 als Prager Deutsche aus ihrer Heimat Vertriebene hat ein Buch geschrieben „Zuhause ist überall“ und Ilija Trojanow, in Bulgarien aufgewachsen, in Nairobi, Kapstadt, etc gelebt habend, wurde gleich nach diesem Begriff gefragt.
Trojanow meinte, daß er ab dem sechsten Lebensjahr in verschiedenen Ländern gelebt und verschiedene Sprachen gesprochen hätte, so daß Vielseitigkeit für ihn normaler als das ewig Gleiche wäre, da würde die Psychologin zwar ein wenig widersprechen, die Asylsuchenden können sich das meistens aber nicht aussuchen und Barbara Coudenhove erzählte von dem Prag, das sie als Kind an Hand des Fräuleins erkundet hatte, den adeligen Eltern und dem Deutsch als Mutter- oder Vatersprache, die Großmutter war Japanerin und dem Kuchel-Böhmisch, das man von den Dienstboten lernte, im Salon aber nicht sprechen durfte.
Das sind Erfahrungen, wie sie vielleicht auch bei Willy Haas zu finden sind. Rhea Krcmarova bedient sich dagegen jetzt wieder des Kuchel-Böhmischs.

Nora Gomringer

Nora Gomringer

Sylvia Treudl

Sylvia Treudl

Barbara Coudehove-Kalergi las ein Stück aus ihrem Buch, Ilija Trojanow zwei Geschichten über Bulgarien, die im Sommer erscheinen werden, weil ihn das jetzt beschäftigt und ist auch im „Album“ des Wochenend-Standards enthalten.
Im Gegensatz zu Göttweig, gab es Orangensaft und Striezel ohne dafür ein paar Euro zahlen zu müssen und um dreiviertel eins ist Vea Kaiser durch Krems-Stein gewandert.
Der Alfred mußte aber mit seiner Mutter einkaufen fahren und durch Krems-Stein bin ich schon vor Jahren gewandert, als ich dort mit den kostenlosen Busreisen, die es in dieser Form nicht mehr gibt, öfter hingekommen bin und Einladungen zu den Kunsthaus-Vernissagen hatte ich früher auch.
Am Nachmittag ging es in Stift Göttweig mit Rosa Pock weiter, die ich schon am Mittwoch, Donnerstag und Freitag gesehen habe und deren Lesung in der Wien-Bibliothek ich leider versäumte, weiter. Sylvia Treudl stellte sie als Artmann-Witwe und eigenständige Autorin vor, die viel im Sinne Artmanns an der Sprache arbeitet und die Lesung aus dem Droschl-Buch „wir sind idioten“, in konsequenter Kleinschreibung war auch sehr beeindruckend.
Barbara Frischmuth folgte mit ihrem Dreigenerationenroman „Woher wir kommen“, aus dem ich auch schon in der Alten Schmiede und bei „Rund um die Burg“, hörte.
Die Musiker des Abends waren Harri Stojka mit seiner Band und nach der Pause folgte, wie Sylvia Treudl betonte, etwas ganz Besonderes nämlich zwei Büchner-Preisträger, wo bekommt man die schon hintereinander zu hören?
Josef Winkler habe ich im Jänner in der Alten Schmiede, bei seinem Symposium gehört und Wilhelm Genazino, den Büchnerpreisträger von 2004, Winkler hat ihn, glaube ich, 2009 bekommen, habe ich schon einmal im Literaturhaus gehört und ein Buch von ihm gelesen. Er las das dritte Kapitel aus „Wenn wir Tiere wären“, was sehr interessant gewesen wäre, wenn die Leute nur nicht so viel gelacht hätten, was ich, ganz ehrlich, sehr störend fand, weil es mich am Zuhören hinderte.
Ich habe auch nachgedacht woran das gelegen ist, denn so lustig habe ich die Geschichte von dem Mann, der nicht auf Urlaub fahren will, eigentlich nicht gefunden. Vielleicht lag es am Vortragston oder auch am Publikum habe ich gedacht und den Autor am Büchertisch gefragt, ob die Leute immer bei seinen Lesungen soviel lachen würden?

Radek Knapp

Radek Knapp

Jaroslav Rudis

Jaroslav Rudis

„Nö!“, hat er lapidar geantwortet, ich habe aber auch bei der Studentenlesung das Lachen zitiert.
Während ich also die meisten Autoren des Festivals schon mehr oder weniger kannte, war der letzte Star, die Slammerin und „Powerfrau der Poesie“, Nora Gomringer für mich eine Überraschung, denn da habe ich nur den Namen aus dem Internet gekannt und Nora Gomringer ging es auch sehr poetisch mit „Was ich mit der Sprache mache“ an. Eine interessante Entdeckung und ein weitgestreutes Programm, das man da in Krems und Göttweig erleben konnte und wenn ich schon ein Resumee ziehen kann, komme ich nicht umhin meine Überraschung zu wiederholen, daß Literatur auch so funktionieren kann.
Ein vollgefülltes Haus, ein Streifzug durch die Gegenwartsliteratur, Werbung für die Weinregionen.
„Essen, trinken, sich gehen lassen!“, hat Harry Stojka die Zuschauer vor den Pausen auch immer passend aufgefordert.
Sylvia Treudl wird für diese gekonnte Mischung vielleicht einen Wirtschaftspreis bekommen. Wem das aber, weil arbeitslos, nur grundgesichert, abstinent, etc, zu teuer und vielleicht auch zu kapitalistisch ist, dem kann ich den Besuch der Alten Schmiede sehr empfehlen, wer dort regelmäßig hingeht, kann sich das Festival ersparen und Wein gibts im Literaturhaus im Anschluß ebenfalls, wenn auch nicht in dieser Auswahl und mit dieser Präsentation.

Reinhard P. Gruber

Reinhard P. Gruber

20130414-111626

Am Sonntag gings im ausverkauften Literatuhaus mit einer Matinee zum Thema Stadt Land weiter. Diesmal war es schwierig einen Parkplatz zu finden, obwohl wir extra früh losgefahren sind, um einen guten Platz zu bekommen, denn entgegen meinen Erfahrungen bei anderen Monsterveranstaltungen, wie beispielsweise „Literatur im Herbst“ oder „Rund um die Burg“, war es wieder sehr voll. Es gab Sekt zu kaufen, ich unterhielt mich mit einem Mann der ein Gläschen trank und mir erzählte, keine Karten bekommen zu haben, Sylvia Treudl erschien mit einer Reisetasche, die sich später aus dem Off melden sollte, die Strottern probten im Saal, Gerhard Jaschke und andere kamen und dann begann es mit den melancholischen Wienerliedern dargeboten von Klemens Lendl und David Müller, gefolgt von einer Lesung aus Radek Knapps „Reise nach Kalino“, der in seiner ironischen Art eine Detektivgeschichte von einer Stadt erzählt, wo alle glücklich sind und niemand sterben will.
Jaroslav Rudis, ein mir bisher unbekannter Erfolgsautor und derzeit Gast im Literaturhaus ist, kommt aus Prag, hat Germanistik studiert, ein Comic namens „Alois Nebel“ geschrieben und aus seinem letzten Roman „Die Stille in Prag gelesen“, das das existentielle Lebensgefühl Prags zu Beginn der Neunzehnneunzigerjahre schildert und sehr interessant sein dürfte.
Reinhard P. Gruber, der offenbar das „schräge Land“ verkörperte, ist natürlich kein Unbekannter, sondern mit seinem „Hödlmoser“ und dem „Schilcher ABC“, ein Kultautor. Die ganze Welt ist steirisch, etc, ein Pendant zu der gestrigen Matinee und sehr lustig, was ich diesmal besser ausgehalten habe.
Aber auch die Strottern waren schaurig traurig mit ihren makabren Wienerliedern und der Kreis dieses vier Tagesfestivals hat sich, mit möglicherweise einem weiteren Gläschen Sekt und einem Stück Nussbrot geschlossen.

2021-06-05

Feldkircher Literaturbahnhof, Glückschweinmuseum-Souveniers und Friederike Mayröcker gestorben

Was tut sich jenseits der Corona-Front und jenseits der „Schmiede– und Literaturhaus– Veranstaltungen“ werden meine Leser vielleicht wissen wollen. Einiges, auch wenn es auf dem ersten Blick gar nicht so aussieht und man denken könnte, es tut sich nichts bei der Literaturbesessenen, weil keine Lesungen, keine Einladungen und derzeit auch kein Preisgeschehen.

Aber lesen und schreiben kann man und das tue ich sehr fleißig, habe die nomierten Bücher für den Leipziger Buchpreis gelesen und hoffe bald zu meiner Backlist zu kommen, was gar nicht so leicht ist, da ich bei Angeboten nur schwer „nein“ sagen kann, obwohl ich es mir immer vornehme und das Schreiben.

Ja, da ist das dritte Corona-Buch fertig korrigiert. Die „Vorschau“ gibt es schon und der Text ist an druck.at gegangen. Also bald das fertige Buch und da kann ich gleich zu einer Leserunde, das heißt zu einer Diskussion darüber auf meinen Blog aufrufen und ansonsten korrigiere ich an meinen Corona-Texten, hoffe bald fertig zu werden, damit ich meine Rechercerunden machen kann. Ab zehnten Juni braucht man im Freien keinen Maske und da kann ich mir vielleicht vom Würstlstand was holen. Aber wie das so ist, Fehler um Fehler, vor allem, wenn ich den Text laut lese und da ja coronamäßig soviel passiert. Obwohl die Zahlen fallen, kommen immer wieder neue Artikel dazu, so daß der Rohtext jetzt schon an die hundertvierzig Seiten hat und, ich glaube, diese Textsammlung von März 2020 bis derzeit Juni 2021 sind sehr spannend, weil man da gut die Corona Entwicklung und Veränderungen bemerken kann, so daß ich schon ein bißchen Werbung machen kann und die Texte sind, wenn auch unkorrigiert, da ich kein Sekretariatsteam hinter mir habe, im Blog zu finden und noch etwas gibt es abseits vom täglichen Lesen und Schreiben und dem abendlichen Literaturveranstaltungensstreams.

De liebe Erika Kronabitter, in deren Verteiler ich bin, obwohl sie mich bei dem F.M. Geburtstags-Buch vergessen hatte, hat mich angeschrieben und mir mitgeteilt, daß sie den Feldkircher Bahnhof literarisch neu gestaltet und dafür Texte haben will. Ein Gedicht oder kurzer Prosatext zehn Zeilen plus Überschrift zum Thema „Reisen, Sehnsucht, Fernweh, Nähe/Distanz“ und da bin ich jetzt immer skeptisch, weil es meistens, wenn ich was dazu schreibe oder schicke, doch nichts bringt. Aber zehn Zeilen sind nicht viel, das habe ich, Uli schau her, in zehn Minuten so schnell kann ich gar nicht schauen, zu denken, Feldkirch da war ja mal der James Joyce, denn ich war da ja einmal da und habe mit der Erika Kronabitter und der Anni Bürkl die „Mittleren II“ dort veranstaltet, weil mich die Silvia Bartl nicht im Literaturhaus haben wollte und bin da draufgekomme, daß James Joyce dort war und dann das Thema Abstand und Reisen. Das juckt ja meine Corona-Seele und habe, obwohl ich keine Lyrikerin bin für das Lteraturcafe ein Corona-Gedicht geschrieben, also hingesetzt, in die Tasten gehaut und dann war es schon da:

„Zu James Joyce hinaus“

„Reisen, ich möchte verreisen, möchte in die Welt hinaus

ohne Maske und ohne grünen Paß

Will mich nicht registrieren lassen

Weil mich dann ein Virus küßt

vor dem ich mich schützen muß

Stattdessen weiterleben, weiterreisen, in die Welt hinaus

Mit dem Zug nach Feldkirch

dabei an James Joyce denken,

der das maskenlos tat

Wann wird das, frage ich sein?“

Und ich habe, das kann ich schon vermelden, von der Erika Rückmeldung bekommen, der das mit dem James Joyce gefallen hat.

Aber das ist für die Gesunde, Freie, Widerständige natürlich noch Utopie, denn nach Feldkirch müßte ich im Zug eine Maske aufsetzen und weil man über das deutsche Eck muß, wohl auch im Auto einen Text vorweisen. Ganz abgesehen vom Hotel, wo es eine zweitägige Testpflicht gibt.

Also vorläufig nur in der Phantasie, dafür jedes zweite Wochenende nach Harland in den Zweitwohnsitz, da auf der Terrasse sitzen, schreiben, auf die Rudolfshöhe wandern, das Takeaway Angebot genießen und bei der Radschenke steht, man braucht zwar keinen Test, aber eine Maske beim bestellen. Was aber, glaube ich, am Zehnten fallen wird und dann gibt es im großen Wohnzimmer noch eine Neuigkeit nämlich einen Schreibtisch mit einem Schwein auf der Vorderseite und einem Schweinmotiv auf derHinterwand, das man aber eigentlich nicht sehen kann.

Der Schreibtisch, der vorher im Glücksschweinmuseum der Ilse Kilic und des Fritz Widmhalm gestanden ist, bei dem ich ein paarmal bei Lesungen war, das es aber nicht mehr gibt oder nicht mehr geben wird, da der Raum wird von den Eigentümern gebraucht und Ilse Kilic hat das Inventar offenbar verschenkt oder verkauft. Den Schreibtisch und zwei Bilder, die momentan in der Krongasse herumliegen, weil da demnächst ausgemalt werden soll, an den Alfred und so kann ich, wenn ich will, meine künftigen Texte an dem ehemaligen Glücksschwein- oder fröhlichen Wohnzimmerschreibtisch schreiben und eine „Corona-Texte Anthologie“ hat mir die Ilse Kilic auch noch geschenkt. Die muß ich noch lesen und dann in meinen Corona-Text- Buch, falls es dann noch möglich ist, darüber berichten kann und ist es schon zu spät dazu, kann ich auf meine Corona-Texte hinweisen. Es tut sich also auch in Corona-Zeiten was in Sachen Lliteratur bei mir, auch wenn meine im vorigen April geäußerte Vermutung, daß mich der Lockdown noch ein Stückchen weiter vom Lteraturbetrieb bringen wird, zu stimmen scheint.

Am Schluß muß ich noch etwas Trauriges bekanntgegeben. Friederike Mayröcker ist, habe ich am Freitagnachmittag erfahren, im siebenundneunzigsten Lebensjahr verstorben. Jetzt ist sie doch nicht hundert geworden, wie sich das die erste Ehrenbürgerin Wiens, glaube ich, wünschte. Den ersten österreichischen Buchpreis hat sie 2016 bekommen, den Nobelpreis nicht und auch nicht den „Preis der Leipziger Buchmesse“ mit ihren „da ich morgens undmoosgrün. Ans Fenster trete“. Ein Buch das ich gerne lese würde. Vielleicht finde ich es mal, obwohl man Mayröcker-Bücher selten in den Schränken finde. Den „Liebling“ habe ich gelesen. Sie hat ganz in meiner meiner Nähe,nämlich in der Zentagasse, in einer, wie es so heißt, total vermüllten oder mit Material gefüllten Wohnung gelebt und ich war bei einigen ihrer Veranstaltungen, bei den letzten O-Tönen, wegen der vermaledeiten Maskenpflicht leider nicht.

2020-04-16

Kein internationales Kulturfestival „Literatur & Wein“

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:00
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Die „Literatur und Wein“ hätte zwischen dem sechzehnten und neunzehnten April zum zweiundzwanzigsten Mal in Krems und Göttweig stattfinden sollen.

Initiiert wurde das Festival von der Leiterin der NÖ-Literaturhauses Sylvia Treudl, die ich vor mehr als zwanzig oder dreißig Jahren als Leiterin des „Milena-Frauenverlags“ kennenlernten, wo ich ja meine Texte lange hinschickte und schickte, ich sehe sie auch meistens bei den IG-Autoren, bei der GAV  nicht, da sie da kein Mitglied ist und  auf das Festival ist der Alfred 2013 aufmerksam geworden. Ich wußte schon früher davon, weil Sylvia Treudl ja bei der IG davon berichtete und mir auch immer das Programmheft zuschickt, da man da aber Eintritt zahlen muß und ich ja nicht so gern zu bezahlenden Veranstaltungen gehe, hat der Alfred die Festivalpäße oder, ich glaube, am Anfang waren es sogar noch Einzelkarten,, gekaufgt und seither sind wir Jahr für Jahr hingepilgert.

Das Vorjahr mit Gips, heuer habe ich mir gedacht, daß ich mich ja vielleicht wie in Basel dafür auch akkreditieren lassen könnte, weil ich ja immer so getreulich und ausführlich darüber schreibe und der Alfred die schönen Fotos macht, weil das aber nicht zu gehen schien und  auch schon das Corona-Virus so langsam auf uns hinüberschwabbte, haben wir beschloßen das Festival heuer auszulassen, weil ich ja ohnehin die Erfahrung machte, daß ich sehr viel davon jeweils schon gelesen hatte oder die Autoren, es werden ja immer nur sehr prominente eingeladen und nicht due sogenannten Hobby oder Indieautoren, wie ich eine bin, schon bei anderen Veranstaltungen, wie in der Hautpbücherein, in der „Alten Schmiede“ etcetera gehört.

Dennoch habe ich als Anfang März, die ersten Veranstaltungen abgesagt wurden, auf die Facebookseite geschielt, wo die Lyrikheftchen, die ja jedes Jahr für das Festival gedruckt werden, vorgestellt wurden, das neue Design der Festivaltaschen, sowie die Programmehefte. Lange lange gabs nichts, als das zu sehen und erst am 24. März, als schon klar war, daß wohl nichts daraus würde, stand zu lesen „Bedauerlicherweise müssen wir  unser 22. internationales Kulturfestival aufgrund der besonderen Ausnahmesiutation absagen“, nun ja in den riesigen Brunnensaal passen einige hunderte Personen hinein, die die Viren lustig übertragen würden, „Bitte lesen Sie zu Hause ein gutes Buch, trinken Sie ein Glas Wein und freuen Sie sich auf das nächste Festival „Literatur und Wein“ vom 22. – 25 April 2021″

Mache ich, könnte ich antworten, zumindestens die ersten Teile, denn Bücher lesen, Coronatagebuchschreiben, Buch korrigieren und vielleicht schon das „Frühlingserwachen“ vorplanen, ist bei mir ja, meine Leser wissen es, als Krisenintervention ohnehin angesagt.

Die Bücher liegen im Badezimmer oder in meinen E-Book folder, wenn die Post sie mir nicht zustellen kann und das Programmheft liegt auch bereit, denn das habe ich auch heuer zugeschickt bekommen. Das Glas Wein ist auch zu organisieren, haben wir ja noch einige Flaschen von unseren Hauswinzer Herzinger und der Alfred geht ja auch gerne zum Luftschnappen auf den Naschmarkt zur Frau Fischl und ein französisches Spezialitätengeschäft gibt es auch in meiner Nähe, so daß ich mir, um den Rotwein keine Sorgen machen brauche, der ja bekanntlich in Krems gar nicht so leicht zu bekommen ist.

Was liegt also näher als das Programmheft durchzublättern und mich zumindestens geistig oder virtuelle, weil das ja schon in Leipzig so schön geklappt hat auf das internationale „Literatur und Wein-Festival“ zu begeben und dabei kann ich auch überprüfen, was ich von dem Programm schon kenne und was, weil mir unbekannt, irgendwie noch nachzuholen wäre.

Beginnen tut es ja immer am Donnerstagabend im Literaturhaus Krems, gegenüber der berühmten Strafanstalt, wo ich früher immer meine Texte an Jack Unterwegers „Wortbrücke“ hingeschickt habe und wo dann zumindestens der Plan für die Herausgabe meiner „Hierarchien“ entstanden sind, weil Jack Unterweger ja während der Entstehung des Buches in eine andere Strafanstalt verlegt und schließlich entlassen wurde.

Ich gehe also zu der Auftaktveranstaltung am Donnerstag und stelle fest, daß die diesmal etwas anders, nämlich ein „Fest poetischer Stimmen“ wäre und da würde Klaus Zeyringer, der sonst immer am Samstag auftrat Friedrich Achleitner lesen, der vorigen März gestorben ist, Martina Spitzer Elfriede Gerstl, die ist 2009 gestorben und ich habe seither einige Literaturveranstaltungen besucht, wo ihre Werkausgaben präsentiert wurden. Christoph Mauz die bekannte festivalstimme würde Herbert Rosendorfer lesen, von dem ich ein Buch gelesen habe und Christoph W. Bauer auch ein beliebter Festivalautor, den 2009 verstorbenen ersten Bachmannpreisträger Gert Jonke. Da hätte ich wohl etwas versäumt, obwohl ich die Werke der Dichter ja lesen kann und von Gerstl und Jonke auch  einiges in meinen Regalen habe.

Am Freitag wäre es dann in den riesigen Brunnensaal gegangen, wo man schon  früher da sein und seinen Platz, um etwas zu sehen, reservieren hat müssen. Da ist  dann immer, um achtzehn Uhr Sylvia Treudl mit dem Weinbegleiter aufgetreten und hat mit ihm abwechselnd die Weine und die Autoren vorgestellt.

Voriges Jahr war das schon etwas anders und heuer hätte es, um halb fünf mit dem Weinalphabet, also einer kurzen Einführung in die Weine begonnen, die man  dann in den Pausen oder wahrscheinlich auch sonst mit Weinbon kosten hätte können und, was die unbekannte Autorenschaft betrifft, da hätte es schon um achtzehn Uhr mit einem Andrej  Nikolaidis begonnen, der von Christoph Mauz auf Deutsch gelesen worden wäre, während es mit Felix Mitterer wieder bekannter geworden wäre, denn den kenne ich ja vom „Ohrenschmaus“ und da kann ich nur hoffen, daß sich bis Anfang Dezember die Lage wieder normalisiert, es gibt jedenfalls schon eine Ausschreibung und einen Termin für die Preisverleihung.

Simone Lapperts „Sprung“ kenne ich auch und habe ihn schon für das „Schweizer Buchpreislesen“ gelesen und mir das Buch in Basel auch von der Autorin unterschreiben lassen.

Norbert Gstrein, der letzte „Österreichische Buchpreisträger“ ist mir ebenfalls bekannt, der hat ja schon bei der Preisverleihung einen Text über sein neues Buch vorlesen lassen, jetzt würde er wahrscheinlich aus „Als ich jung war“ lesen und das habe ich ebenfalls schon gelesen und es hat mir, füge ich hinzu,  nicht so besonders gefallen.

Die 1970 in Leipzig geborene Katja Oskamp würde wahrscheinlich aus ohrem neuen Buch „Marzahn mon amour – Geschichten einer Fußpflegerin“ lesen. Das habe ich nicht gelesen, im Schrank aber einmal ihre „Halbschwimmer“ gefunden, das im Badezimmer liegt und das ich mir eigentlich nach Leipzig als Lesestoff mitnehmen habe wollen, also wenn nicht so viele Neuerscheinungen kommen, ich noch in diesem Jahr lesen werde.

Die musikalische Begleitung, die es immer zwischen den Leseblöcken gibt, wäre am Freitag von „bratfisch“ gekommen und am Samstagmorgen, ginge es in Krems mit einem Alternativprogramm weiter. Nämlich im Literaturhaus mit der Reihe „Transflair“, die diesmal von Kurt Kotschral und Anne Weber zum Thema „Sind wir Mensche noch zu retten?“, eine Frage, die wir uns jetzt wahrscheinlich alle stellen, gestaltet hätte werden sollen. Kurz Kotrschral ist mir eher unbekannt, von Anne Weber habe ich schon etwas gelesen und sich auch schon in der „Alten Schmiede“ gehört, sowie in der Artothek Niederösterreich, wo die vier Lyrikheftchen vorgestellt werden sollten, nämlich die von Adisa Basic, Monika Herceg , Helen Mort und Ariel Spiegler, die es immer zur freien Entnahme gibt und die ich vielleicht in der „Alten Schmiede“ oder sonstwo bekommen kann, wenn diese Orte wieder geöffnet sind.

Dann gäbe es diesmal statt der Wanderung, die ich auch im letzten Jahr ausjgelassen habe, eine „Reise zu den Benediktinern“ und eine Lesung von Paolo Rumiz, den ich schon in der „Gesellschaft“ hörte, also auch etwas Neues sich mit den Hausherren des Stiftes zu beschäftigen, sowie Evelyn Schlag, Barbara Hundegger und Marion Poschmann als lyrisches Alternaivprogramm unter den Titel „dichtung entdecken“.

Dann käme wieder das „Weinalphabet“ im Brunnensaal und dann würde Anna Weidenholzer aus ihrem neuen Buch „Finde einen Schwan ein Boot“ lesen, das ungefähr das einzige ist, was ich nicht von ihr kenne, aber trotzdem schon gesehen habe, weil es ja Stephan Teichgräber für sein Centropeworkshop ausgesucht hat, das ja derzeit auch nicht stattfindet, obwohl die zwei Personenregel dabei ja eingehalten würde.

Katerina Poladjans „Hier sind Löwen“ habe ich gelesen, weil es ja auf der deutschen Buchpreisliste stand und Josef Haslingers „Mein Fall“ liegt, weil es mir die liebe Doris schrenkte auch in meinem Badezimmer, das wollte ich eigentlich während meiner „Klosterwoche“ lesen, aber ob die stattfinden wird, ist ja auch noch nicht so klar.

Juri Andruchowytsch kenne ich, weil er auf der „Buch Wien“ und bei der „Litertur im Herbst“, wenn ich mich nicht irre, öfter gelesen habe, das neue Buch „Die Lieblinge der Justiz“ dagegen nicht. Vielleicht kommt es noch einmal zu mir und Thomas Meyers  „Wolkenbruch“ habe ich gelesen, sogar beide Teile im letzten Jahr, den ersten im Sommer in Locarno, den zweiten glaube ich kurz vor oder nach Weihnachten und war enttäuscht, daß er nicht auf der Schweizer Liste stand.

Die Musik käme von Karl Ratzer und seinem Ensemble, das mir unbekannt ist, weil ich ja eher auf der literarischen Schiene fahre und am Sonntag gäbe es um elf eine Sektmatinee im Literaturhaus Nö. Den Sekt kann ich wieder alleine trinke. Ich mische ihn mir meistens mit Organgensaft oder Erdberen und das Programm käme von Birgit Birnbacher und Nora Gomringer, beide „Bachmannpreisträgerinnen“, „Wir ohne Wal“ habe ich gelesen, Noria Gomringer einmal im Literaturhaus gesehen und das wäre es.

Der Büchertisch wäre natürlich auch zu erwähnen , wo ich mir gelegentlich vom Alfred etwas kaufen ließ.

Im letztes Jahr war es der „Winterberg“ vor zwei das Buch der Kathie Zarnegien, beide habe ich schon in diesem Jahr gelesen und wenn ich mir für heuer etwas wünschen dürfte, wäre es wohl der „Ungarische Satz“ des 1974 in Sarajevo geborenen Andrej Nikolaidis, das ja auch in Stephan Teichgräbers Workshop passen würde.

Mal sehen, vielleicht kommt es zu mir und ansonsten kann ich meinen Lesern ebenfalls nur empfehlen, ein gutes Buch zu lesen, ein Glas Wein zu trinken und sich auf das nächste Jahr zu freuen.

Und hier noch die anderen Festivalberichte: 2014, 2015, 2016, 2017, 2018

2017-04-09

Neunzehntes internationales Kulturenfestival Literatur & Wein

John Burnside

John Burnside

Tim Parks

Tim Parks

„Literatur und Wein“ von Sylvia Treudl gegründet, gibt es schon neunzehnmal.

Ich bin das fünfte Mal dabei, da es da der Alfred entdeckte und seither so getreulich, die Karten dazu kauft. Zum zweiten Mal schon den Festivalpaß, um neunzig Euro, wo man überall hingehen kann, am Samstag überschneiden sich die Veranstaltungen und einen Thalia-Beutel mit drei Weinbons und dazu noch die Sonderpublikationen, die es zum Festival gibt, bekommt und ich lasse mich ja ganz gerne einladen, denke aber, daß ich immer noch das meiste davon in Wien auch umsonst hören kann und diesmal war es auch im großen und ganzen mit Ausnahme der Eröffnung so.

Ich bin ja eine, die sich die Programme immer nur ganz vorher oder erst bei der Veranstaltung anschaut, wie ich auch die Reisehandbücher, die mir der Alfred für unsere Reisen schenkt, immer erst am Orte des Geschehens lese.

Aber als ich mir am Donnerstag Vormittag das Heftchen durchgeblättert habe, habe ich gewußt, warum mir der Lehrer, der auch ein Stammbesucher ist, vor kurzem in der „Alten Schmiede“ sagte, er würde nur am Donnerstag und dann noch ins „Salzstadl“ und am Sonntag hingehen.

Anna Weidenholzer

Anna Weidenholzer

Peter Henisch

Peter Henisch

Denn da waren die beiden Stars, John Burnside und Tim Parks, während man am Freitag und am Samstag in Göttweig, das hören wird, was ich zum Teil schon vom letzten deutschen und österreichischen Bp kenne und daher einige der Bücher schon gelesen, beziehungsweise noch auf meinen Stapeln habe.

Aber der Schotte John Burnside, der seit einiger Zeit durch die Blogs wandert und der in in Italien lebende Tim Parks, von dem ich schon ein Buch gelesen habe, sind in Österreich, glaube ich, nicht so oft zu sehen und zu hören.

Deshalb dachte ich auch, daß das Literaturhaus sehr voll sein wird.

War dann aber gar nicht so und der Alfred vermutete, diese Namen sind in Österreich nicht so bekannt.

Also einen guten Platz bekommen, im letzten Jahr war das nicht so.

Die offiziellen Begrüßungsrunden entfielen diesmal, so begrüßte nur Michael Stiller und stellte die beiden Autoren vor, mit denen dann Sylvia Treudl ein Gespräch auf Englisch führte.

Anna Mitgutsch

Anna Mitgutsch

Katja Lange-Müller

Katja Lange-Müller

Christoph Mauz, den ich ebenfalls von den früheren Veranstaltungen kenne, las wieder die deutsche Üersetzung und der 1955 geborene, John Burnside, der in live, weil er inzwischen Bart trägt, ganz anders aussah, als auf dem Programmheftfoto, ist mit dem Buch „Lügen über meinen Vater“ berühmt geworden.

Er ist, wie Klaus Stiller erwähnte, auch ein berühmter Lyriker und wird das am Samstag im „Salzstadl“ beweisen. Bei der Eröffnung am Donnerstag las er aber aus einem Buch, kein Roman, wie Klaus Stiller noch betonte, wo es um seine Alkohilikerkarriere ging.

„High, ich bin John und ein Alkoholiker!“

Der 1954 in Manchester geborene Tim Parks, der auch als Übersetzer bekannt ist, ist in der letzten Zeit mit seinem Buch „Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen“, durch das Netz gegangen.

Jetzt hat er mit Christoph  Mauz aus seinem Buch „Thomas & Mary“, gelesen, wo es um ein seit dreißig Jahren zusammen seiendes Paar geht.

Michael Fehr

Michael Fehr

Die Band Alma

Die Band Alma

Am Anfang verliert Thomas seinen Ehering, dann kommen die beiden nicht zusammen, weil der eine immer schon mit dem Gesicht zur Wand schläft oder sich so stellt, wenn der andere ins  Bett geht. Dann sind sie schon getrennt, haben aber noch ein eigenes Konto, beobachten, die gegenseitigen Ausgaben und machen sich darüber ihre diesbezügliche Gedanken.

Spannend spannend, die beiden Autoren persönlich kennenzulernen und in der orangen Büchertasche „Bücher sind dem Menschen zumutbar“, wurde die Bachmann ein bißchen verschwandelt, befand sich noch ein Buch aus der „Edition Aramo“, nämlich die von Sylvia Treudl herausgegebene Anthologie „An der schonen lauen Donau“, die wahrscheinlich bei einem der früheren Festivals präsentiert wurde.

Am Freitag ging es dann, wie erwähnt mit mir schon bekannten Texten und Autoren weiter. Anna Weidenholzer mit zwei Szenen aus „Weshalb die Herren Seesterne tragen“, ein Buch das ich, wie Anna Mitgutsch „Annäherung“, die damit auf die  Shortlist des öst Bp kam und Katja Lange-Müllers „Drehtür“, dBp Longlist schon gelesen habe.

Sabine Gruber

Sabine Gruber

Jonas Lüscher

Jonas Lüscher

Peter Henisch war mit „Suchbild mit Katze“ auch auf der österreichischen Shortlist, sein Buch habe ich aber noch nicht gelesen, jetzt habe ich es mir vom Alfred schenken lassen und muß nur noch überlegen, wann ich es lesen werde, da es ja nicht wirklich sinnvoll ist, wenn ich es an das Ende meiner Leseliste setzte.

Dazwischen spielten „Alma“ das sind vier junge Frauen und ein junger Mann, die jodelten, geigten, sangen und auf ihre Art und Weise, die Volksmusik wieder oder neubelebten. Sie haben wie Sylvia Treudl in ihrer Einleitung sagte, einen Preis gewonnen und ich habe sie schon einmal im Theater am Spittelberg bei einem der Adventrundgänge gehört.

Dann kam noch der 1982 geborene Schweizer, der 2014 beim „Bachmannlesen“ mit seinem speziellen Kriminalroman „Simeliberg“ einen der Preise gewonnen hat. Jetzt hat sein drittes Buch, achtzehn Erzählungen mit dem Titel „Glanz und Schatten“ herausgegegeben, das überall sehr gelobt wird.

Auch Sylvia Treudl rühmte seine spezielle Art der Performkunst, mit der ich aber  meine Schwierigkeiten hatte und ich die märchenhaften Erzählungen von „Ida und der Wolf“ und dem Mann, der im Mückenschwarm steht und immer eine sticht und sticht“, eigentlich nicht so literarisch finden konnte.

John Wray

John Wray

Michael Krüger

Michael Krüger

Am Samstag ging es  mit der üblichen „Transflair-Veranstaltung“ im Literaturhaus am Vormittag und dem Weinwandern am Nachmittag weiter, was ich auch eigentlich wieder machen wollte.

Aber das Wetter war am Freitag nicht so schön und das Vormittagsprogramm nicht so interessant und dann gibt es ja, als Alternative Lyrik im „Salzstadl“ und so habe ich das Mainstreamprogramm gelassen, umdisponiert und es nicht bereut.

Denn da gibt es seit zwei Jahren diese kleinen Lyrikheftchen aus dem EU-Sonderprojekt „Versepolis“.

Da werden immer fünf Lyriker eingeladen und übersetzt, die Heftchen kann man sich mitnehmen, die Autoren lesen aber auch vor und das „Salzstadl“ ist auch ein uriges Kulturwirtshaus an der Donaulände.

Es war auch nicht so voll, denn die Lyrik ist ja eher ein Insiderprogramm.  Wolfgang Kühn moderierte, Sylvia Treudl las die deutschen Übersetzungen vor und so bin ich die kleinen Lyrikhefterl, die ja sonst eher ungelesen im Regal landen, durchgegangen und habe ich Kayombo Chingonyi kennengelernt, der zur Generation der BAME-Dichter gehört, Valentina Colonna aus Italien.

Reinhard P. Gruber

Reinhard P. Gruber

VorarlbergerInnen bei Literatur und Wein

VorarlbergerInnen bei Literatur und Wein

Rolf Hermann aus der Schweiz kenne ich schon vom vorigen Jahr, gehört er doch zu den „Gebirgspoeten“.

Stanka Krastelj aus Slowenien habe ich vielleicht schon einmal bei der „Buch-Wien“ gehört, aber Indre Valantinaite aus Litauen war mir unbekannt und als Gast gab es noch Fiston  Mwanza Mujila dessen Kultroman „Tram 83“ ich noch lesen muß und der mit kräftiger Stimme daraus und Gedichte las.

Zu Mittag habe ich im Salzstadl gegessen und ein paar nette Gesprächen mit den Leuten am Tisch geführt und dann ist es gleich weiter mit dem Lyrikprogramm gegangen, denn John Burnside ist ja auch ein Lyriker und stellte mit seinem Übersetzer seinen jüngsten Gedichtband „Anweisungen für einen Himmelsbestattung“ vor, in dem er sich unter anderen wünscht, wenn er tot ist nackt auf ein Feld gelegt zu werden, so daß ihm die Krähen, Hunde, Ratten fressen können. Ein etwas perverser Wunsch könnte man so sagen und es kam dann auch Michael Krüger, der „Ex-Hanser Verleger“ mit seiner Naturlyrik und dann Anja Utler und Andrea Grill, die ja in der anderen Sonderpublikation des Jahres einen sehr experimentellen Text „Wie Wasser sei ein Fluss“ hatten, den sie gemeinsam lasen.

Antonio Fian

Antonio Fian

Christoph Mauz

Christoph Mauz

Dann war noch Zeit für einen realen Spaziergang an der Donau bevor es mit dem Bus wieder nach Göttweig ging und diesmal gab es für mich auch einiges zu entdecken.

Obwohl die erste Leserin Sabine Gruber auch auf der Shortlist des öst Bp stand, ich sie aus ihrem „Daldossi“ sowohl im MUSA als auch bei den Ö-Tönen lesen hörte und das Buch inzwischen auch im Schrank gefunden habe.

Von dem Schweizer Jonas Lüscher, der als nächstes kam und der mit „Frühling der Barbaren“ auf einer der deutschen Listen stand und auch den Schweizer Bp gewonnen hat, habe ich zwar dieses Buch inzwischen auf meinem Harland Stapel, er hat aber inzwischen ein neues Buch, das derzeit überall besprochen wird aus dem er gelesen hat.

Die Musikeinlagen bestanden am Samstag aus der mir bisher unbekannten  „Tsatsiki  Connection“ einer Gruppe, die sich aus zwei Türken, einen Griechen und dann noch aus einem NÖ-Literaturhaus Mitarbeiter zusammensetzt, die sehr schwungvoll aufspielten.

Dann kam  der Austro-Amerikaner John Wray, von dem ich vielleicht schon etwas beim letzten „Frankfurt Surfen“ gehört habe, der aus seinem drei Generationen Roman „Das Geheimnis der verlorenen Zeit“ las und dann noch einmal Michael Krüger mit seinem bei „Haymon“ erschienenen Roman „Das Irrenhaus“ und das kann man wahrscheinlich autobiografisch interpretieren. Denn der Held zieht sich zurück, will oder soll alle seine Verpflichtungen abgeben, er zieht aber in eine Wohnung, in der vorher ein Schriftsteller mit dem Namen Faust wohnte, bekommt dessen Post und beschließt auch Schriftsteller zu werden.

Maciej Golebiowski (klezmer reloaded)

Maciej Golebiowski (klezmer reloaded)

Alexander Shevchenko (klezmer reloaded)

Alexander Shevchenko (klezmer reloaded)

Interessant dazu finde ich natürlich, daß ich  auch einmal über eine Dora Faust, die gerne Schriftstellerin wäre, geschrieben habe und Reinhard P. Gruber mit seinem „Hödlmoser“, seinem „Schilcher Alphabet“ und anderen Texten habe ich schon gehört.

Er wird, glaube ich, weil so lustig, öfter bei „Literatur und Wein“ eingeladen, obwohl es ja in Göttweig und Krems eigentlich um ein „Veltliner-“ oder „Riesling-Alphabet“ gehen müßte und man in Niederösterreich, die Steirer höchstwahrscheinlich auch nicht für den Nabel der Welt hält.

Da aber seit Jahren, wie ich am Freitag erfahren habe, eine Vorarlberger Frauengruppe zum Festival fährt, kann man sich auch für die Steiermark interessieren und spannend ist auch, daß ich mit einer Studentin gesprochen habe, die ihre Diplom oder Masterarbeit über Literaturfestivals schreibt und dabei „Literatur und Wein“ untersucht.

Und am Sonntag ging es  weiter mit der tradionellen Sektmatinee beziehungsweise mit „grünjandl“.

Das heißt Antoio Fian hat Texte und Dramulette von und über Otte Grünmandl gelesen und Christoph Maunz gab eine Jandl-Performance, wo er einige Jandl-Texte in Mundart las, die mich eher an H.C.Artmann erinnerten,  beziehungsweise mich fragen ließen, ob Jandl wirklich soviel Mundart geschrieben hat.

Musik gabs vom Duo „Klezmer reloaded“ mit Maciej Golebiowski und Alexander Shevchenko.

Danach sind wir diesmal wieder nach Göttweig hinauf gefahren und haben auf der Terrassse, weil das Wetter jetzt ja schön und sonnig war, des Restaurants zu Mittag gegessen.

2021-07-10

Noch einmal Literaturgeflüster feiern

Filed under: Alltagsgeplauder — jancak @ 19:31
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Es ist der zehnte juli und ich habe ja versprochen mein dreizehn Jahre Literaturgeflüster-Jubiläum diesmal dreizehn Tage zu feiern und das passt ja ganz gut zu den verlängerten Schreibesommersfrischewochenenden und den dazwischen liegenden Praxistagen. Ja mein Rohtext ist fertig, ich stehe jetzt bei 33380 Worten und vierundsiezig Seiten noch immer einunddreißig Szenen und habe die drei großen Handlungsstränge aus denen der kurze Roman oder die längere Erzählung besteht, begonnen seperat durchzukorrigieren, den der Großmutter Lore und des Sohnes Richard habe ich schon und bin zumindestens vorläufig zu keinen großen Verlängerungsschüben gekommen. Jetzt kommt noch der längste, der der Enkeltochter, die ja von Weitra nach Wien gekommen ist, die kleine Jenny babysittet und der Nachbarin bei ihrem Kampf um ihr Kind hilft und sich außerdem auch an Richards Vlog beteiligen wird. Ich bin, glaube ich, da am Ende Juni oder Anfang Juli fertig geworden und dann nach Harland zum verlängerten Wochenende aufgebrochen. Am Freitag, den zweiten Juli hats dann ziemlich geregnet. ich bin mit dem Rad zum Rastplatz bei Wilhelmsburg gefahren, habe Feuerlinien gepflückt und ein bißchen was aufnotiert, bevor es am Samstag zum ersten Jubelartikel gekommen ist, der war vorgeschrieben und ich bin, wie immer am Samstag in Harland mit dem Rad in die Stadt gefahren und dann zum Markt gegangen, da habe ich nur den Alfred getroffen und mit ihm Cidre getrunken und Leberkäsesemmel gegessen und mir ja vorgenommen meinen Blog in dem ich schon dreizehn Jahre inzwischen täglich über mein literarisches Leben berichte, auch entsprechend literarisch zu feiern.

Aber wie macht man das, wenn man eigentlich absolut neben oder vor dem Literaturbetrieb steht? Ganz schön narzistisch wird der Uli wahrscheinlich sagen, aber irgendwann habe ich von den Beiden, die das Volksstimmefest beziehungsweise, die Lesung da heuer organisieren, die Nachricht bekommen, es gibt keine Corona-Auflagen, also könnte ich da lesen und der Demo-Bericht über die, wo wir auf der Jesuitenwiese gelandet sind, wäre ja vielleicht passend oder wäre das zu schwurblerisch?

Das weiß ich nicht so genau und die diesbezügliche Nachricht ist, glaube ich, auch erst später gekommen. Am Samstag habe ich dann am Balkon in Harland wahrscheinlich bei einem Erdbeercocktail, der Alfred kauft da ja am Markt oder beim „Altenrieder“ immer besonders feine Sachen ein, meinen zweiten Feierartikel geschrieben und sonst habe ich gelesen und gelesen, Volker Weidermanns „Duell“ zwischen Marcel Reich-Ranicki und Günter Grass, was auf jeden Fall literarisch ist, auch wenn das nicht viel mit mir zu tun hat und am Sonntag sind wie dann, wie wir es auch immer machen, wenn wir am Sonntag in Harland sind, auf die Rudolfshöhe gewandert und haben dort gegessen, Schweizer Wurstsalat und in der Radlerschenke bei Ochsenburg dann einen Bananensplit. Das heißt, eigentlich nur einen halben, habe ich ihn doch, da die Portion sehr groß war, mit dem Alfred geteilt. Am Montag habe ich mich dann enstschloßen wieder einmal mit dem schön grau gemusterten Notizheftchen zum Viehofner See und zur „Seedose“ zu fahren. Da war ich im vorigen Sommer regelmäßig und habe einen oder zwei Kaiserspritzer getrunken und auch mal einen Toast gegessen. Aber diesmal gibt es ja die drei Gs und ich habe das vierte, bin frei gesund und widerständig.

Also nur ein Eis und da hat mich der Herr mit der Maske und den Kindern bei dem ich mich vielleicht vorgedrängt habe so erschreckt, daß ich mir die dreißig Cent von meinem zwei Euro Stück gar nicht mehr herausgeben habe lassen, obwohl das Himbeer Greißler Eis nur einssiebzig gekostet hat. Früher hätte ich mich darüber geärgert.Jetzt war es Trinkgeld und wir sind dann auch nach Wien gefahren, denn am Dienstag hat uns die Ruth und das war wahrscheinlich ein literarisches Ereignis zum sommerlichen Mittagessen eingeladen hat. Ich habe ihr mein drittes Corona- Buch mitgebracht und richtig ein paar Bücher sind auch gekommen, während ich in Harland auf meiner sommerfrische war. „Die Wunderkammer des Reisen durch Deutschland“ habe ich inzwischen schon gelesen und die Ruth hat mir erzählt, daß sie beim Mayröcker-Begräbnis war und dort die Doris Kloimstein getroffen hat. Mir war der Gang zum Zentralfriedhof, obwohl ich den schon öfter unternommen habe zu weit. Außerdem war das „Bachmann-Lesen“ und Klienten hatte ich auch eingeteilt, obwohl ich einen Partezettel bekommen habe. Mit der Ruth sind wir dann in den Stadtpark gegangen und haben die 3 G-Regel ausprobiert und kann denen, die sich Sorgen machen, daß in Wien nicht kontrolliert wird, beruhigen, es wird. In der Kurkonditorei Oberlaa ist es also nichts mit einem „Hugo“ geworden, weil man sich den auch nicht von der Theke holen konnte. Also haben wir uns auf den Karlsplatz gesetzt und dort ein paar Aperol Spritz bzw. Campari Soda getrunken. Der Alfred ist dann noch zum Fußballspiel gegangen und am nächsten Tag nach Harland gefahren, um seine Mutter für ihren neundundachtzigsten Geburtstag testen zu lassen. Ich habe Stunden gemacht und bin am Abend mit ihm auch dorthin gefahren, weil am Donnerstag großes Fest im Bootshof. Das heßt so groß war es gar nicht , aber eine Torte hat es gegeben und ich bin erst am Freitag nach Ochsenburg zur Radlerschenke gefahren und da auch keine Notizen gemacht, weil mich die Anna mit der kleinen Lia begleitet hat und dort ein Bambini-Eis mit vielen bunten Smarites gegessen hat. Das war zugegeben auch nicht besonder literarisch. Ich habe aber, als ich zurückgekommen bin, wie schon beschrieben mein „Wo wir waren“ korrigiert und überlegt, was ich wohl noch anfügen könnte und richtig von der Doris Kloimstein habe ich inzwischen die Nachricht bekommen daß die „Noahs Fest-Anthologie“, die ja im Herbst beim Skriptorium in Stift Seitenstetten entstanden ist, an die Druckerei gegangen ist. die Fahnen von meiner Geschichte, die ja, weil Maskenpflicht in der Krongasse entstanden ist, hatte ich schon korrigiert und das Belegexemplar kommt im September, also hurrah, hurrah und damit am Samstag am Markt mit der Doris Kloimstein, die wir dort wieder getroffen haben, angestoßen. Bücher getauscht haben wir auch und sie hat mir zur Feier des Tages den Comic „Persepolis“ gebracht, der, glaube ich, sehr gut zu Susanne Wiesingers „Machtkampf im Ministerium“, das ich inzwischen ausgelesen habe, passt, aber nicht sicher bin, ob ich es nicht schon habe, denn das Buch wurde, glaube ich, einmal bei der „Literatur im Herbst“ oder war es noch die im „März“ vorgestellt und da hat sich der Alfred dafür interessiert und es kann auch sein, daß ich es auch einmal im Schrank gefunden habe.

Auf den Markt ist diesmal auch die Anna mit der kleinen Lia mitgekommen. Wir haben mit Cidre angestoßen und dann am Rathausplatz auch noch einen Eis-Prosecco getrunken. Die kleine Lia ist auf der sich dort befindenenden Eisenbahn herumgeturnt und das Wetter war wunderschön und jetzt gibt es noch drei „Literaturgeflüster-Feiertage“ bevor es mit den ganz gewöhnlichen Sommerfrischenwochenenden weitergeht. ich werde den Amelia-Strang korrigieren. Dann das ganze noch einmal durchgehen und schauen passt es so oder fehlt noch was und dann kommt Szene für Szene dran, bis das Buch dann irgendwann fertig ist und mit den großen Schreibwerkstatterlebnissen wird es wahrscheinlich nichts mehr werden. Denn der Rohtext ist ja in der Korrigierphase. Das wird wahrscheinlich ein paar Wochen oder Monate dauern. Was dann kommt habe ich noch keine Ahnung und muß das auch noch nicht wissen.

AmMontag fahren wir wieder zurück nach Wien. Zu der Lesetheatersommerreihe ins Weinhaus Sittl kann ich wegen der drei G ja nicht gehen, aber am 23 juli soll ja die Maske in den Geschäften fallen. Dann kann ich wieder in das kleine Spielwarengeschäft in die Westbahnstraße gehenund ein bißchen was für die Lia kaufen,wie ich das auch vor einem Jahr machte, wenn das so bleibt, die Zahlen steigen ja wieder an, die Delta-Variante die viel ansteckender sein soll, ist schon in Österreich angekommen, hat das Parlament und den Ausschuß erreicht und in OE-24 schreien alle, die Lockerung der Maskenpflicht ist viel zu früh und viel zu gefährlich, der Kanzler bleibt aber, was ich sehr positiv finde, gelassen, sagt zwar impfen, impfen, impfen und das kann man ja, wenn man auf den Rathausplatz zum Filmfestival geht.

Da gehe ich, glaube ich, nicht hin, aber am Donnerstag zu den O-Tönen und schauen, wie das da heuer ist. Maskenpflicht im MQ gibt es es ja nicht mehr. Also müßte man dort stehen und zuhören können und dann fahren wir in die Steiermark zur Ruth, die dort für vierzehn Tage eine Ferienwohnung hat, wo wir unseren neuen Campinganhänger aufstellen und ausprobieren können. Dann Sommerfischewochenenden bis Ende August und dann wieder zurück nach Wien und zur Lesung auf das Volksstimmefest, wenn alles klappt und das Leben ist doch ein bißchen literarisch, zumidestens meines, das sich durch Corona ja sehr reduziert hat.

„Das „Literaturgeflüster“ ist aber mein Fenster in die Welt!“, habe ich der Judith Gruber-Rizy einmal geschrieben und das finde ich besonders schön!

2021-07-03

Dreizehn Jahre Literaturgeflüster

Filed under: Alltagsgeplauder,Literaturbetrieb — jancak @ 00:33
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hHurrah, hurrah, es gibt ihn dreizehn jahre meinen Blog, den ich ja am dritten juli 2008 begonnen habe, damals nicht recht wußte, wohin die Reise geht und seither sind über dreißig Bücher gestanden, ich habe 4621 Artikeln geschrieben, und bis zum letzten Jahr unzählige Veranstaltungen besucht, zum Buchpreisbloggen angefangen viel gelesen und und und...

Mein Blog ist mir sehr wichtig, habe ich einmal einem Kritiker geschrieben, der ihn für unnötig hielt, ist er, obwohl ich ja eigentlich damit aufhören könnte, weil er, wie ich fürchte, in den Weiten des Netzes untergeht. Er ist mir aber wichtig, weil er für mich die Präsenz im Literaturbetrieb bedeutet, das habe ich einmal Hans Raimund geschrieben, alsder mich fragte, was ich damit bezweicken will?

Mich im Literaturbetrieb sichtbar machen, schaut her ich bin auch noch da, natürlich, aber da bin ich in den dreizehn jahren, wie ich fürchten muß, eher von der Literatur weg, als hin gekommen. Denn damals habe ich für die GAV ja noch den „Tag der Freiheit des Wortes“ und die „Mittlerenmeine Frauenlesung“ organisiert und im ersten Jahr haben mir Cornelia Travnicek, Anni Bürkl, der Otto, Andrea Stift, Consens und und und kommentiert, dann kamen meine drei Kritiker, beginnend mit der Frau Heidegger, der JuSophie und dem Uli habe immer noch versucht über mein literarisches Leben aufmerksam zu machen. Anfangs habe ich den Blogja auch wo vorgestellt und bin auch wo eingeladen worden, dann hattte ich meine Lesungen am Volksstimmefest, die „Poet-Night“ und die Verlage haben angefangen mir Bücher zu schicken. Das Lesen funktioniert also und das Schreiben auch, denn ich habe ja wie schon geschrieben sehr viel geschrieben, da ich aber meine Bücher selber mache, bin ich wohl ab da vom Literaturbetrieb weg oder vom Regen in die Traufe gekommen.Denn „Eigenverlag, nein das wollen wir nicht !“Es gab zwar gelegentlich Lesungen bei den Textvorstellungen, aber seit des Corona gibt, bin ich da auch weg vom Fenster, obwohl ich gerade in Corona-Zeiten viel und auch viel über Corona geschrieben habe. Drei CoronaBücher sind entstanden, das Corona Texte-Buch aus dem „Literaturgeflüster“ ist am fertigwerden, aber da ich ja mit Maske und drei G nirgends hingehe, natürlich selber schuld,weil so stur, habe ich seit März 2020 nirgends gelesen, gut die Volksstimmefestl-Lesung hätte es so und so nicht gegeben. Aber bei der „Poet-Night“ hatte ich abgesagt und auch das Skriptorium zu dem mich Doris Kloimstein eingeladen hat.

Da wird zwar „Noahs Fest“ in der diesbezüglichen Anthologie erscheinen, aber keine Lesungen und auch keine aktive Teilnahme an Veranstaltungen und wenn ich auch da oft ignoriert wurde, so bin ich jetzt literarisch vollkommen vergessen, obwohl ich schreibe und schreibe und im „Geflüster“ auch viel darüber berichte. So gibt es ja auch das „Literaturgeflüsterbuch- mein Schreiben-meineBücher“, wo die gesammelten „Geflüster Texte“, wo ich mein Schreiben vorstelle. ich finde also das „Literaturgeflüster“ ist ein enormes Archiv über mein Schreiben, mein Lesen, die Veranstltungen, die ich besuche und auch über das gesellschaftliches Geschehen, für mich sehr wichtig, deshalb werde ich es auch weiterbetreiben und werde weil dreizehn ja so eine schöne Zahl , meine Lieblingszahl ist,das „Geflüster“ auch entsprechend dreizehn Tage feiern und damit habe ich am ersten Juli auch schon angefangen und werde das auch bis zum dreizehnten Juli weitermachen. Am dritten Juli 2008 bin ich bald in die Sommerfrische aufgebrochen. jetzt gibts die verlängerten Sommerfrischenwochenenden, wo ichin Harland radfahre, in der Badewanne lese und ansonsten weil ichmit dem Rohtext ja fertig bin, mein „Wer wir waren-projekt“ korrigieren werden und bis zum Dreizehnten wenn ich eine Artikellücke habe, immer versuchen, ein literarisches Schmankerl geben und berichten, wo ich mit meinen dreizehn jahren Literaturgeflüster, meinen einundfünzig selbstgemachten Bücher und meinen fast fünfzig jahren Schreiben stehe. Das Literaturgeflüster“ ist für mich seh rwichtig, wiederhole ich also, es ist mein literarisches Archiv, mein Fenster in die Welt, da ich ja Corona bedingt beziehungsweise 3 G und Masken verweigernd, sehr zurückgezogen lebe und mein Fenster in den Literaturbetrieb beziehungsweise mein literarisches Geflüster, daß es mich auch noch gibt und das Schreiben und das Lesen für mich sehr wichtig ist und ich diesbezüglich auch schon viel erlebt, erfahren und unternommen habe. Also auf in das vierzehnte „Literaturgeflüsterjahr“ wo ich natürlich auch berichten werde, wie es Corona mäßig weitergeht, gerspannt bin, wieviele Bücher ich noch schreibe und wo ich vielleicht noch lesen werde und, ob ich vielleicht doch endlich mal, wie ich es mir ja sehr wünsche entdeckt und bekannt werde.

Und hier das Archiv: 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

2021-06-23

Zwischen Lese.Auslese und Gesellschaftsräume der Literatur

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:09
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ich sitze im Garten in der Krongassenpraxiswohnung, der Wasserschlauch ist eingeschaltet, es ist heiß und ich bin in Zeiten,wie diesen die nun schon eineinhalb Jahre dauern am Abend zu Hause und nicht, wie es früher üblich war, in der „Alten Schmiede“ oder der „Gesellschaft für Literatur“ und da wäre die Wahl ohnehin schwer gefallen oder auch nicht.

Denn die „Gesellschaftsräume der Literatur“ eine Konferenz mit Leopold Federmair, Olga Martynova, Robert Stripling,Anna Weidenholzer und der Supervision durch Ferdinand Schmatz moderiert von Kurt Neumann klang interessant, begann aber schon um siebzehn Uhr und da hatte ich zweiStunden. Aber eigentlich hatte ich mir schon vor Jahren angewöhnt kurz vor Weihnachten und vor Saisonschluß in die „Gesellschaft für Literatur“ zur „Lese.Auslese“ zu gehen, wo Cornelius Hell und Katja Gasser immer ihre persölnlichen Empfehlungen geben und da gab es einmal Punsch und Kekse und das andere Mal Bowle und Knabbereien.

Das fällt seit einem Jahr zwar weg, aber Traditionen soll man einhalten und mit Maske, Anmeldung, Registration, Impfnachweis, Reisepaß etcetera gehe ich in keinen Veranstaltungen und in der „Gesellschaft“ fangen dieVeranstaltungen wahrscheinlich Lockdownbedingt schon um achtzehn Uhr an, was zwar nichts macht, denn dasVideo kann man zurückdrehen.

Als ich mich vor sieben mit dem Rest meines Erdbeercocktails in den Garten setzte, fand ich zwar die Veranstaltung, das Video war aber nochnicht eingestellt, obwohl es schon bald sieben vorbei war. Also doch in die „Alte Schmiede“, vielleicht läuft diese Veranstaltung noch. Tat sie auch, zumindestens konnte ich mir wie es in der „Alten Schmiede“ üblich ist, den Anfang ansehen.

Da saß Olga Martynova von der ich schon einiges gelesen und gehört habe, am Lesetisch.Kurt Neumann saß daneben und erklärte den Sinn der Veranstaltung .Leopold Federmair, der seit 2006 in Hiroshima lebt, war zugechaltet. Die Veranstaltung hätte schon früher stattfinden sollen, wurde also nachgeholt. Ursprüglich hätte auch Peter Henisch was zur Zukunft des Romans, alsVertreter der älteren Generation sagen sollen. Jetzt supervidierte Ferdinand Schmatz, ein alter Bekannter, der „Alten Schmiede“, wie Kurt Neumann ausführlicherklärte. Anna Weidenholzer sollte zur jüngeren Generation was sagen, war aber krank und hatte einen Text beigesteuert. Leopold Federmair auch, denn in Hiroscima war es schon Mitternacht. Also klappte die Übertragung nicht. So begann Kurt Neumann mit den dem Verlesen seines Textes. Ich hörte zu, schaute immer nach, ob das Video der „Gesellschaft“ schon sichtbar ist.

Auf einmal war das „Alte Schmiede“ Video aus. Das ist dort so, eine Zeitlang kann man nachsehen. Dann muß man verzichten oder auf später warten, wenn es eingestellt wird. Also nichts mit Lieratur im Krongassengarten. Macht auch nichts, denn ich kann ja mit James Baldwin in die Badewanne gehen oder nachsehen, was Katja Gasser und Cornelius Hell empfehlen. Mir die Bücher dann besorgen oder bei „Amazon“ nachschauen

Als ich das erste Mal bei einer „Lese.Auslese“ war, hat mir Helmut H. Niederle, die Liste einen Tag früher gegeben. Also was empfehlen, die zwei? Ljuba Arnautovic „Junischnee“, dieFortsetzung ihrer Familiengeschichte, da habe ich sie schon am Volksstimmefest vor zwei Jahren ein Stück darauf lesen gehört und bei „Rund um die Burg“ war sie auch. Dann Anna Bar „Nil“, das wurde, glaube ich, in der „Gesellschaft“ vorgestellt, habe ich aber versäumt.

Marica Bodrozic „Pantherzeit“ klingt interessant,„Tito ist tot“ habe ich von ihr gelesen, ein paar andere Bücher vonihr, habe ich in den Regalen. Albert Camus und Maria Casares“Schreib ohne Furcht und viel“, ein Briefwechsel. Klingt interessant und wurde, glaube ich, schon in „Ex Libris“ vorgestellt. Wolfgang Hermann „Herr Faustini bekommt Besuch/2021/04/12/seltsames-aus-dem-limbus-verlag/“ da habe ich mir den Livestream der „Gesellschaft“ angehört. Ivan Ivanji „Corona in Buchenwald“ klingt interessant und macht neugierig. Ich habe aber schon einiges von dem Autor und noch soviel anderes zu lesen. Dzevad Karahasan „Tagebuch der Übersiedlung“, Eva Schmidt „Die Welt gegenüber“ und und Adam Zagajewski „Poesie für Anfänger.“

Klingt alles interessant und reißt mich nicht vom Sessel. Bestellen werde ich mir wahrscheinlich nichts davon. Vielleicht kommt was auf die Bücherlisten oder auf anderen Weg zu mir und was nehme ich mit von diesem Abend?

Man kann also während die Welt beim Fußballfviewing ist, auch im Garten sitzen und über zwei Literaturveranstaltungen wo man in normalen Zeiten bei einer gewesen wäre ,schreiben. Corona macht es möglich und das ist füge ich an, derzeit auch sehr interessant, weil keine positiven Fällen mehr, aber die Delta- Variante kommt bestimmt und hält die Welt in Atem. Also impfen, impfen und ja nicht die Maske ablegen, wie man eigentlich im Juli sollte und wenn man in die Disko will, dann nur mit einem G. Aber dort will ich zum Glück bestimmt nicht hin

Und literarisch kann ich noch vermelden, die Fahnen für das „Noah-Buch“sind gekommen.

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