Literaturgefluester

2019-04-14

Reisen und Erinnern bei der 21. Literatur und Wein

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 17:09
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Alternativtext

Sylvia Treudl

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Bora Cosic

Ein vorläufiges Ende meiner Veranstaltungspause machte ich, wie angekündigt, mit dem einundzwangisten „Literatur und Wein-Festival“ in Krems und Göttweig, für das Alfred, glaube ich, jetzt schon das siebente Mal Karten kaufte und so sind wir am Donnerstag nach fünf wieder nach Krems hinausgefahren, wo das niederösterreichische Kunstmuseum das ja im vorigen Jahr noch gebaut wurde und die Zufahrt leicht behinderte, inzwischen fertig ist.

Nach vier Wochen Veranstaltungsabstinenz also wieder hinein in das Vergnügen und eine andere Veränderung gab es auch, wurde der Wein aus dem Kamptal ja diesmal direkt im Veranstaltungsraum und nicht wie früher im Foyer dargeboten und die Eröffnungsveranstaltung war, wie man vielleicht sagen kann, zwei älteren internationalen Dichtern gewidmet, von denen ich von beiden jeweils schon etwas gelesen habe.

Sylvia Treudl eröffnete wie immer und stellte Bora Cosic und Meir Shalev vor und von dem 1932 in Zagreb geborenen Bora Cosic habe ich ja während unseres Kroatienurlaubs in Montenegro seinen, wie Sylvia Treudl erwähnte Kultroman „Die Rolle meiner Familie bei der Weltrevolution“ gelesen.

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Meir Shalev

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Dzevad Karahasan

Jetzt hat er ein Buch über das Reisen, das halbe Thema der heurigen Veranstaltung, geschrieben und zwar eines wo er durch Österreich und durch Italien reist und wenn man in Krems ist und die Doanu hinuntergefahren ist, werden natürlich diese Stellen gelesen, wo Krems, Göttweig und St. Pölten vorkommen.

Bora Cosic hat ein Stück auf Kroatisch und Christoph Mauz, wie immer die Übersetzung gelesen und von dem 1948 in Israel geborenen Meir Shalev, den ich, glaube ich schon einmal auf der „Buch-Wien“ hörte, habe ich „Judiths Liebe“ gelesen und er hat jetzt ein Erinnerungsbuch, die andere Themenhälfte geschrieben, wo es um seine Familie, seine Großmutter und ihren amerikanischen Staubsauger geht und wo dann er, beziehungsweise Christoph Mauz die Stellen lasen, wo der Erzähler mit roten Zehennägel, die ihm seine kleinen Nichten angemalt haben, zu einer Ausstellungseröffnung geht und sich dann an seine Großmutter erinnert, die mit ihren Staubsauer und ihren Putzlappen immer sehr viel reinigte und deren Klo man  nie benutzen durfte, weil dort die Pflaumenkuchen zum Auskühlen standen.

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Jaroslav Rudis

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Erich Hackl

Am Freitag ging es in Göttweig weiter, wo der 1953 geborene bosnische Autor Dzevad Karahasan mit seinem „Erinnerungsbuch“ „Ein Haus für die Müden“,  begann, das in das zwanzigste Jahrhundert, beziehungsweise in den ersten Weltkrieg zurück geht, wo Briefe von Baden bei Wien nach Sarajewo aus Schuld eines Briefträgers vierzehn Monate brauchten, bis sie ankamen.

Das nächste Buch nämlich Jaroslav Rudis „Winterbergs letzte Reise“, über das ich bei meinem Leipzig Surfing ja schon einiges hörte, geht auch in die Vergangenheit, nämlich bis in die Schlacht von Köngisgrätz zurück, beziehungsweise reist der Herr Winterberg mit seinem Altenbetreuer, glaube ich, auch bis nach Sarajewo, mache aber in Wien Station, wo er die Kapuzinergruft und noch einige andere Orte besuchte.

In der Pause versuchte ich dann in das Sommerreflektiorium und zu den Weinen, die diesmal, glaube, ich die gesamte niederösterreichische Region umfassten und wieder von den Winzern vorgestellt wurde, zu gelangen, was mit dem am Morgen ausgewechselten neuen Gips ein wenig angstrengend war. Der Zweigelt und der Pinot Noir schmeckten aber gut.

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Christina Viragh

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David Schalko

Aus  Erich Hackls „Am Seil“ habe ich ja schon im Literaturhaus gehört, während das Buch der Christina Viragh in dem es wieder um das Reisen, nämlich um einen Flug nach Zürich geht, wo einer das ganze Flugzeug mit seinen Geschichten unterhält, obwohl es mir versprochen wurde, weilauf der 2018 Longlist des dBp stehend, nicht zu mir gekommen ist, so daß ich es jetzt über die <lesung kennenlernen konnte.

Die musikalischen Einlage stammten wieder von Roland Neuwirth, der diesmal mit dem radio string quartett, auftrat und diesmal nur zwei Sessions hatte. Die zweite haben wir versäumt, weil schon zu erschöpft, vorher aber wieder David Schalko aus seinen „Schweren Knochen“ gehört.

Am Samstag ging es dann  mit der „Transflair-Reihe“, die von Klaus Zeyringer moderiert wurde, weiter, die diesemal ein sehr aktuelles Thema, nämlich „Frauen, Ohnmacht, Macht“ hatte, habe ich da ja vor kurzem auch einige Bücher gelesen, die „Zib-Moderatorin“ Lou Lorenz-Dittelbacher hat aber auch eines dazu geschrieben und hat da acht ehemalige Politikerinnen interviewt und zu ihrer Situation befragt. Das diskutierte sie mit dem stellvertretenden Spiegel-Chef Dirk Kurbjuweit, der auch als Autor tätig ist.

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Barbara Frischmuth

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Julian Schutting

Dann war Mittagspause und da bin ich ja meistens nach Krems gegangen und habe mir dort beim „Nordsee“ ein Fisch-Weckerl gekauft. Vor zwei Jahren habe ich in dem Gasthaus gegessen, wo das Alternativprogramm stattgefunden hat und diesmal wollte ich eigentlich in das Restaurant bei der Schifflandestation an der Donau gehen, habe aber gesehen, daß es dort, wo es einmal das Gasthaus zur „Stadt Krems“ gegeben hat und jetzt die neue Kunsthalle steht, auch ein Restaurant gibt, habe dort eine Leber gegessen und wollte dazu einen roten Spritzer trinken. Was dann kam, ist eigentlich Wert  ein Stück Literatur daraus zu machen. Es kam nämlich ein weißer Spritzer, ich grinke aber keinen Weißwein, die Kellnerin war ein wenig ungehalten, sagte, es gäbe keinen roten Spritzer, also was anderes, haben sie einen „Hugo“ habe ich gefragt, aber das ist auch ein Wißwein, hat sie geantwortet, den trinke ich aber nur in der süßen Holunderform und eigentlich mit Prosecco.

Es kam dann von der Kellnerin bei der ich bestellt habe, ein Aperol Spritz, „Also gut, dann bringen Sie mir ein Achter rot und ein Glas Wasser!“, habe ich gesagt, weil ich auf der Karte gesehen habe, daß es das gibt, roter Spritzer tatsächlich nicht. Sie hat mir dann wahrscheinlich in den weißen Spritzer eine Zitronenscheibe und einen schwarzen Strohhalm gegeben und beim Bezahlen gesagt, daß es eigentlich schon roten Spritzer gäbe, dann zurück ins Literaturhaus, zwar nicht zur Wanderung, das geht mit Gips doch nicht, obwohl das andere  eigentlich erstaunlich gut funktionierte.

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Antonio Fian

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Wienerblond

Also mit dem  Lift in den zweiten Stock gefahren, wo diesmal das Alternativprogramm abgespult wurde. Da gab es schon am Vormittag die „Wo Lyrik zu Hause-Reihe“ wo es ja auch immer die kleinen bunten Hefterln gibt, die zur freien Entnahme aufliegen oder auch bei den Goodies waren ist, die  im Festivalpaß enthalten sind.

Da wurden diesmal Vladimir Durisic  aus Montenegro, Eleaor Rees aus GB, Marija Andrijasevic aus Kroatien und Jakobe Mansztajn aus Polen vorgestellt und am Nachmittag gab es dann „Dichtung entdecken, wo Christoph W. Bauer, die derzeitge Writerin in Residence die Serbin Sofia Zivkovic, Sabine Gruber, Julian Schutting und Kathrin Schmidt vorstellte, die jeweils aus ihren Werken lasen.

Das hat etwa eine Stunde gedauert, wahrscheinlich so wie die Wanderung, die schon eine halbe Stunde früher weggegangen ist, so daß ich noch bequeum in den Veranstaltungssaal kam, wo die Lesung mit Lorenz Langenegger, der eigentlich aus Zürich ist, aber in Wien zu leben scheint, weil ich ihn sehr oft bei Veranstaltungen sehe, gerade begonnen hat.

Das heißt Sylvia Treudl stellte gerade ihn und seinen Krimi um einen Polizisten namens Wattenhofer, der eigentlich keiner ist, vor und Lorenz Langenegger hat zuerst zum Thema passend aus den zwei Bücher gelesen, die ich auch gelesen habe und dann ein Stück aus „Dorffrieden“ was ich sehr interessant fand.

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Verena Doublier

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Sebastian Radon

Dann gab es Wein zu verkosten, allerdings wieder nur weißen, also habe ich mich zuerst in das Foyer und dann in den kleinen Park wo es das Denkmal bezüglich „April in Stein“ gibt, gesetzt und mein aktuelles Buch gelesen, bis der Bus kam, der mich nach Göttweig brachte.

Der Alfred ist diesmal erst um acht gekommen, weil er in Wien bei einer Besprechung wegen seiner Kuba-Reise war, die ja bald stattfindet und in Göttweig hat es mit Hans Platzgumer, von dem ich ja „Am Rand“ gelesen habe angefangen.

Jetzt hat er ein neues Buch, das „Drei Sekunden jetzt“ heißt und von zwei Findelkindern handelt. Dann kam Barbara Frischmuth und von der wurde ja nicht nur ihr altes „Macht nix“ aufgelegt, sie hat auch ein Erinnerungsbuch, das „Verschüttete Milch“ heißt und von einem Kind handelt, das im Ausseerland in einem Hotel aufwächst und weil niemand Zeit hat, sich mit ihm zu beschäftigten mit Geistern und mit Elfen spricht, bis es dann in die Klosterschule kommt.

Sehr bekannt also, während mir der Schweizer Schriftsteller Klaus März dessen Buch „fima“ heißt, höchstens vom namen bekannt war. Karl Markus Gauss habe ich dagegen gekannt und er hat etwas gemacht, was, glaube ich, sowohl Ilse Kilic, als auch ich selber schon machte. Er hat sich mit den ganz banalen Gegenständen in seinem Zimmer beschäftigt und die beschrieben. Das heißt er hat von seiner Wohnung und seinen Büchern gelesen, er hat auch ungefähr zehntausend Stück und gibt sie wie ich nicht mehr her und dann davon, daß er aus den Hotels in denen er logiert immer die Duschhauben mitnimmt und sie sammelt.

Sehr interessant, dann kam Ernst Molden mit seinerm „Frauenorchester“ und danach wäre Natascha Wodin gekommen, die ja im vorigen Jahr den „Leipziger- Buchpreis“ bekommen hat. Der Alfred war auch schon da und so sind wir noch in der Pause und nach einem Glas Wein, es bleiben uns diesmal die Gutscheine über, zurückgefahren, weil das Ganze nach vier Wochen Abstinenz doch sehr anstrend ist und ich auch noch bloggen mußte.

Am Sonntag ging es  aber gleich weiter mit der berühmten Sektmatinee im Literaturhaus, diesmal mit einem jungen und mir bisher unbekannten Musikduo „Wiener Blond“, das heißt Verena Doublier und Sebastian Radon, die moderne frische Wiener-Lieder gesungen haben und sich mit dem Publikum darum duellierten, ob die schönste Stadt an der Donau nach Krems nun Linz oder Wien wäre?

Darüber kann man sicher streiten und die Wiener sehen, das wahrscheinlich anders, als es die Linzer sehen, es gab aber auch einen Literaturblock, beziehungwweise außer den „Wo Lyrik zu Hause ist-Hefterln“, die Sonderpublikation „Herbst in der Nußschale“, mit Texten von Barbara Frischmuth und Julian Schutting, die diese verlesen haben.

Danach ist wieder der „Priessnitzpreisträger“ Antonio Fian auf die Bühne gekommen und hat sich durch Werner Koflers Werkauswahl, die neu herausgegeben wird, gelesen und an den 2011 verstorbenen Kärntner Dichter Werner Kofler erinnert, mit dem er früher gemeinsam aufgetreten ist, beziehungsweise, wie er es bezeichnet, als sein Sekretär tätig war.

Danach drang wieder Sylvia Treudls Stimme aus dem Off, die allen „Schöne Ostern!“, wünschte, sowie das einundzwanzigste „Literatur und Wein Festival“ für beendet erklärte und wir sind wieder in das NÖ-Kunsthaus-Beisl gegangen, wo ich feststellen mußte, daß es trotz anderslautender Versicherung im schönen Weinland Krems doch keinen roten Gspritzen, sondern nur ein Achtel Rot, um vier Euro achtzig gab, was aber  nicht wirklich etwas machte, haben sich Verena Doubler und Sebastian Radon in ihrer Zugabe doch ohnehin über die Winer Marotte, sich den guten Wein mit Soda oder Mineralwasser zu verdünnen, lustig gemacht, mich aber zu einem Text veranlaßen wird, den man demnächst hier lesen kann.

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2018-04-15

Zum zwanzigsten Mal Literatur und Wein

Trio Lepschi

Trio Lepschi

Franzobel

Franzobel

Das Literaturfestival in Göttweig und Krems von Sylvia Treudl und ihrem Team vom NÖ Literaturhaus veranstaltet, feiert sein Jubiläum und wir sind zum sechsten Mal dabei.  Alfred ist auf die Idee gekommen jährlich dort hinzufahren, mir wäre es ganz ehrlich zu teuer, aber interessant ist es allemal, obwohl ich die meisten Autoren kenne und einige der präsentierten Bücher auch schon gelesen habe.

Das Motto heuer lautete „Vorwärts – die Zukunft nicht vergessen“ und deshalb war der Auftakt im niederösterreichischen Literaturhaus Krems auch gleich politisch oder eigentlich nicht, denn angefangen hat es auch mit etwas schon bekannten, nämlich dem Trio Lepschi, um den Krimiautor Stefan Slupetzky und die blödeln ja mehr oder weniger auf Deutsch und nachgemachten Französisch, was mir manchmal gefällt, manchesmal auch nicht, beziehungsweise mir dann zu lustig ist.

Josef Haslinger

Josef Haslinger

Dann kam Franzobel und der ließ ins Programmheft drucken, daß er nach dem „Floß der Medusa“ wieder in die Gegenwartt will und so schreibt er gerade einen Roman, der noch keinen Titel hat und in einer Diktatur spielt.

Kathy Zarnegin

Kathy Zarnegin

In Österreich haben die Rechten oder so gewonnen, der Regierungschef heißt Meister und es geht um einen Mann, der unschuldig ins Gefängnis kommt und um den Opernball geht es auch.

So hätte der Roman auch heißen können, verlautete Franzobel launig, wenn es nicht schon einen anderen dieses Namens gäbe und dessen Autor saß in der erste Reihe und kam nach Franzobel dran, las auch einen unveröffentlichten Text und sagte ebenfalls  dazu, daß das für ihn ungewöhnlich sei, offenbar war das, die Forderung an die Auftaktautoren Unveröffentlichtes zu lesen und politisch ist es auch.

Franzobels Werk, das habe ich noch vergessen zu erwähnen, scheint ein Krimi zu werden. Jedenfalls kommt wieder der Kommissar Groschen vor und Josef Haslinger, der wie Syliva Treudl einleitete mit dem „Opernball“ und dem „Vatermord“ berühmt geworden ist. Beide Romane habe ich gelesen, aber noch lange nicht darüber gebloggt. Dass habe ich nur mit „Jachymov“ getan, schreibt gerade ein Theaterstück mit dem Namen „Die Rennerprobe“, denn da probt gerade eine aufgelöste Theatergruppe ein Stück über Karl Renner in einem Parteilokal  und drei Stellen daraus hat Josef Haslinger vorgelesen.

Bachtyar Ali

Bachtyar Ali

Zu dem Festivalpass hat es wieder einen Goodie-Beutel „Lesen ist dem Menschen zumutbar“ mit dem Programmheft,  zwei Weinbons, den fünf sonderpublikationen „Versopolis – Wo Lyrik zuhause ist 16- 19, die diesmal am Samstag in der Galerie Göttlinger vorgestellt werden, der anderen Sonderpublikation, wo  ein Text von Ilija Trojanow „Wein und Wort und „Acht Glas Gedichten“ von Sandra Hubinger enthalten sind, sowie dem Buch „Wein.Wandern – ein literairscher Verführer durch die Wachau und das Kamptal“, der 2013 am Eröffnungsabend vorgestellt wurde, gegeben.

Paulus Hochgatterer

Paulus Hochgatterer

Und das Weinwandern hat mich damals ja so beeindruckt, daß ich es mit „Kerstins Achterln“ in der Hand bei  der nächsten Weinverkostung in Nussdorf an der Traisen wiederholte und dort im Weingut Herzinger waren wir am Freitag auch kurz bevor wir auf den Göttweiger Berg hinaufgefahren sind, weil der Alfred für sein Fest, das er demnächst für seine Betriebsratkollegen gibt, Wein kaufen wollte.

Wein gab es dann auch im Stift Göttweig und da wurde diesmal zum zwanzig Jahre Jubiläum der Weinbegleiter ausgetauscht. Das war diesmal ein Herr Müller und es gab keine Doppelmoderationen mehr und auch keinen Winzer, der seinen Patenwein, nachedem er ihn kurz besprochen hat, dem jeweiligen Autor auf den Tisch stellte, der dann meistens ohnehin nicht daraus getrunken hat.

Es gab auch diese Weine  nicht mehr oben im Verkostungssaal mit den entsprechenden Winzern. Dort lag nur mehr eine durchnummerierte Liste mit den jeweiligen Weinen auf und der ehrenamtliche Weinbegleiter empfahl dem p. t. Publkum, sich am besten im Laufe der Veranstaltung durch die Weine durchzukosten.

Ilija Trojanow

Ilija Trojanow

Etwas was für einen Autofahrer, der ja irgendwie vom Kremser Berg wieder hinunter muß, falls er nicht im Stiftshotel schläft, leicht fahrläßig wäre,  für mich aber da unter den dreiundzwanzig Weinen, nur drei Rote, ein Zweigelt und zweimal Pinot Noir waren, sehr leicht und durch diese habe ich mich auch durchgekostet und begonnen hat die Lesung mit zwei mir bisher unbekannten Autoren, nämlich mit der in Teheran geborenen und in der Schweiz lebenden Kathy  Zarnegin, deren Roman über eine junge Frau, die beschließt Schriftstellerin zu werden, namens „Chaya“ ich mir vom Alfred schenken ließ.

Arno Geiger

Arno Geiger

Jetzt muß ich ihn nur noch lesen, habe das aber mit Peter Henischs „Suchbild mit Katze“, das ich mir vor zwei Jahren vom Autor in Göttweig signieren ließ, auch noch nicht getan, aber gut man soll die Hoffnung nie aufgeben und auch der zweite Autor, der im Nordirak geborene Bachtyar Ali, der in den Neunzigerjahren nach Deutschland kam, war mir bisher unbekannt, obwohl sein erster Roman“Der letzte Granatapfel“ einen eher berkannten Namen trägt, da habe ich aber ein anderes Buch gelesen und jetzt hat der Autor, beziehungsweise Christoph Mauz, die deutsche Fassung aus dem zweiten Roman „Die Stadt der weißen Musiker“ gelesen, wo einer von Amsterdam in den Irak zurückfliegt und dort einer schönen Frau Noten überbringen soll und Sylvia Treudl betonte in ihrer Einleitung die märchenhaften Elemente mit denen der Autor die Grausamkeiten des Krieges zu erzählen weiß.

Interessant ist auch, daß der Autor vor uns in der Warteschlage am Büchertisch gestanden ist und sich  drei Bücher kaufte, etwas was ich noch nicht beobachtet habe und sehr toll finde.

Diknu Schneeberger Trio

Diknu Schneeberger Trio

Der nächste Autor war mir dagegen  wohl bekannt und ich habe auch sein Buch, wenn auch als PDF gelesen, nämlich Paulus Hochgatterers  „Der Tag an dem mein Großvater ein Held war“.

Dann kam die erste Musikeinlage des „Diknu Schneeberger-Trios“ und dann kam wieder etwas „Weinbegleitung“, nämlich Iliya Trojanow mit einer Winzerin und einer Weinflasche auf dem Tisch

Milena Michiko Flašar

Milena Michiko Flašar

Denn Iliya Trojanow, der Weltensammler, der in der „Alten Schmiede“ auch Weltbefragungdiskussionsrunden verastaltete und im Augartenspitz zum öffentlichen Diskurs aufrief, hat sich im letzten Jahr offenbar auf das Weingut Salomon Undhof begeben, dort ein Weintagebuch geführt, das er im nächsten Jahr vorstellen will und sogar einen eigenen Wein kreieirt. Er hat auch einen Text über „Wein und Wort“ geschrieben, den er vorgelesen hat und dann kam nach einer Pause Arno Geiger, der sich in seinem letzten Buch  „Unter der Drachenwand“,  ähnlich wie Paulus Hochgatterer mit den letzten Kriegstagen beschäftigt hat und von einem jungen Mann erzählt, der nach der Matura gleich an die Front geschickt wurde und jetzt offenbar unter der „Drachenwand“ seine erste Liebe erlebt.

Christoph W. Bauer

Christoph W. Bauer

Ich habe Arno Geiger ja als ganz jungen Mann 1996 in Klagenfurt lesen gehört und war von seinem Text sehr beeindruckt, während mir sein Buchpreisroman und auch „Alles über Sally“ nicht so sehr gefallen hat.

Dann gabs noch einmal Gitarrenmusik und Sylvia Treudl rief zum Besuch der noch folgenden Veranstaltungen auf und am Samstag wurde es wieder dicht.

Ich bin wieder zu „Transflair“, dieser Diskussionsreihe mit Klaus Zeyringer gegangen. Im letzten Jahr habe ich das ja ausgelassen und bin stattdessen zu „Versopolis“ ins „Salzstadl“ gegangen.

Marion Poschmann

Marion Poschmann

Diesmal wären die Lyrikveranstaltungen in einer Galerie gewesen und  die Transflairveranstaltung mit dem Thema „Wir sind zu gut für diese Welt -Über Helfersyndrom und gesteuerte Verblödung“, war auch besonders interessant, stellten doch Norbert Gstrein von dem ich schon einiges gelesen und gehört habe, seinen neuen Roman „Die kommenden Jahre“ und der Philosoph Robert Pfaller sein Buch über die „Erwachsenenensprache“ vor  und da geht es, obwohl mir diese Definition eigentlich unlogisch erscheint, weil man ja eigentlich „erwachsen“ sprechen und nicht davor gewarnt werden sollte, um die Debatte mit der politischen Korrektheit, beziehungsweise über die Triggerwarnungen, die die Amerkaner geben, wenn in einem Film beispielsweise Sex etcetera vorkommt.

Doron Rabinovici

Doron Rabinovici

„Beide Bücher beginnen mit einer Reise nach Amerika, am Vorabend der Wahl von Donald Trump“, leitete Klaus Zeyringer ein und bei Robert Pfaller war die Ausgangslange eine Warnung, daß ein Film, den er sich im Flugzeug ansehen ansehen wollte, seine Gefühle verletzten könnte, während es in Norbert Gstreins Roman um einen Gletscherforscher und seine Frau geht, die eine syrische Familie bei sich aufgenommen hat und sich beim Helfen zusehen und filmen läßt, also höchst aktuell und politisch.

Zu Mittag bin ich  auch wieder bei der Wanderung mitgegangen, die eigentlich ein Spaziergang durch die Altstadt von Stein und sehr kurz war.

Antonio Fian

Antonio Fian

Anschließend haben Bodo Hell und der Schweizer  Leo Tour, der auf Rätroromanisch schreibt und, wie Bodo Hell Hirte war oder ist, aus ihren neuen Büchern gelesen.

Der Abend in Göttweig brachte wieder sehr viel Bekanntes. Eigentlich habe ich das meiste außer dem Work of Progress von Christoph W. Bauer, der aber auch schon öfter bei „Literatur und Wein“ gelesen hat, gekannt.

So gab es die beiden in Japan spielenden Romane von Marion Poschmann und Milena Michiko Flasar, die sehr direkt von dem Spannungsbögen sprach, den sie auf Seite zwanzig eingebaut hat und dann noch sagte, „Eigentlich hätte ich Ihnen auch gern die Stelle vorgelesen, wo Herr Kato das erste mal Familie spielt, aber leider ist dafür keine Zeit mehr, also müssen sie das Buch selber…..“

Wiener Tschuschenkapelle

Wiener Tschuschenkapelle

Auch Doron Rabinovicis „Außerirdische“ habe ich schon gelesen weil es im Vorjahr auf der Longlist des östBp stand und Antonios Fians Wunschdramolette, die sich Sylvia Treudl und Michael Stiller zum Geburtstag wünschten, habe ich  schon einige gekannnt und auch die Musikbegleitung, die „Wiener Tschuschnkapelle“ habe ich bei „Literatur und Wein“ schon gehört.

Dazwischen ist noch einmal der neue Weinbegleiter aufgetreten und hat zum eifrigen Verkostung, der ausgesuchten Weine aufgerufen, als ich das dann in der zweiten Pause tun wollte, waren zwei der drei Rotweine schon weg, so daß sich Sylvia Treudl beim p. t. Publikum  entschuldigte und Slavco Ninic von der „Tschuschnkapelle“ launig meinte, daß er das nächste Mal den griechischen Wein, den er vorher besungen hatte, zur Veranstaltung mitbringen würde.

Heinz Janisch

Heinz Janisch

Vielleicht sollte man auch wieder zur vorigen Weinbegleitung zurückkehren, denn, wie heißt das doch so schön „Never chance a winning team“ und bisher hat es, soviel ich weiß, sehr gut geklappt.

Christoph Mauz

Christoph Mauz

Am Sonntag ging es wieder weiter mit einer Sektmatinee, wo diesmal das Duo Matthias Bartolomey mit dem Cello und Klemens Bittmann, Violine und Mandola, den Auftakt gab und dann noch eine Schlußrunde spielte, dazwischen war außer, wie, glaube ich, in jedem Jahr vorher, der, wie im Programmheft steht „begnadete und mitreissende Vorleser Christoph Mauz, der unter dem Titel „Das erste Vierte(r)l“ Texte von Karl Kraus, Anton Kuh, Fritz Herzmanovsky-Orlando, Peter Hammerschlag und Roda Roda, vortrug, Heinz Janisch, den den von der „Ohrenschmaus-Jury“ kenne, aber zum ersten Mal Texte von ihm hörte, am Programm.

Er hat eine Menge Kinder- und allgemeine Betrachtungsbücher geschrieben. So hat er sich zum Beispiel nach dem Tod seines Großvaters in dessen Haus gesetzt und Anekdoten über die Gegenstände und Gerüche die es dort gab aufgeschrieben und ein Kinderbuch über ein Wettrennen, das statt von Pferden von Kamelen gestaltet wurde, gibt es auch.

Spannend, spannend, das zwanzigste internationale Literaturfestival „Literatur und Wein“ von denen ich die letzten sechs hautnah und sehr intensiv miterlebte.

BartolomeyBittmann

BartolomeyBittmann

Meine Chance dort einmal zu lesen, ist zwar nicht so groß, weil ja nicht berühmt, inzwischen bin ich aber, glaube ich, dort schon ziemlich bekannt und werde von den Leuten immer wieder angesprochen und auch Alfreds Fotos sind sehr begehrt, so daß ich ständig meine Visitenkarten verteile und auf das „Literaturgeflüster“ hinweise und es ist wahrscheinlich auch sehr interessant, wenn man immer wieder nachlesen kann, was in den letzten Jahren dort passierte und wenn ich eine kleine Kritik an Sylvia Treudls Moderationen anbringen darf:

Meiner Meinung nach verwendet sie zu oft das Wort „großartig“ und „wunderbar“ bei ihren Vorstellungen. Aber natürlich  werden immer nur ganz besondere, das Haus füllen könnende Autoren eingeladen und  Enthusiasmus ist bei einer Moderatorin wahrscheinlich auch sehr wichtig.

2016-04-17

WELT.ALL.TAG bei „Literatur und Wein“

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 16:10
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Viktor Jerofejew

Viktor Jerofejew

Miljenko Jergović

Miljenko Jergović

Das internationale Kulturfestival „Literatur und Wein“ findet inzwischen, wie Sylvia Treudl bei der Eröffnung stolz erzählte, zum achtzehnten Mal in Krems und Göttweig statt, zum vierten Mal sind wir dabei.

Das Motto lautete heuer „WELT.ALL.TAG“ und begonnen hat es am Donnerstag im Literaturhaus Krems mit einer Lesung des  1966 in Sarajevo geborenen und seit 1993 in Zagreb lebenden Miljenko Jergovic, der aus seinem atuobiografisch klingenden Roman „Vater“ gelesen hat, in der Beziehung des Sohnes zu seinem Vater, einem Arzt, geschildert wird.

Dann folgte der  1947 in Moskau geborene Viktor Jerofejew mit seinen  2013 bei „Hanser“ auf Deutsch erschienenen Roman „Die Akimuden“, der ein bißchen an Bulgakovs „Der Meister und Margarita“ erinnert.

Jedenfalls wird Moskau von einer Horde Untoter übefallen, einige nisten sich in der Wohnung des Erzählers ein und der Autor erzählte im Interview, daß man mit Satire viel besser Kritik am System üben kann und scheint das mit seinem Roman, der sehr witzig und fantastisch klang, auch bewiesen zu haben.

20160415-181546

Eva Jancak, Margarita Kinstner

Eva Jancak, Margarita Kinstner

Am Freitag ging es dann in Göttweig mit der Begrüßung des Abtes und der Doppelconfercne, Literatur-und Weinvorstellung, weiter und zwar begann Margarita Kinstner, die ich ja vom Cafe Anno, bziehungsweise dem Blog von Thomas Wollinger kenne und die mit ihren Debutroman „Mittelstadtrauschen“ ja sehr schnell bekanntgeworden ist.

Inzwischen gibt es einen zweiten Roman „Die Schmetterlingsfängerin“, im vorigen Jahr erschienen, der ein bißchen an mir vorbei gegangen ist, wo es um die Entscheidung einer Lehrerin geht, ihrem Freund oder Mann nach Sarajevo zu  folgen und dort sein Kind zu bekommen.

 

War eine sehr spannende und erfrischende Lesung, dazwischen bin ich das  Exemplar von Jan Böttchers „Y“, das wiedermal zu viel zu mir gekommen ist losgeworden und das erste Glas Wein mit Blick von der Terrasse auf die Donau wurde auch getrunken und ein paar Leute begrüßt.

 

Judith Kuckart

Judith Kuckart

Pedro Lenz

Pedro Lenz

Die 1965 geborene Schweizer Schriftstellerin Ruth Schweikert von der ich „Augen zu“ im Vorjahr gelesen habe und „Ohio“ an die Reihe kommen sollte, wenn ich mit meinen Stefan Zweig Schwerpunkt, den ich mir bezüglich meines derzeitigen Romanprojekts aufgelegt habe, fertig bin, folgte mit „Wie wir älter werden“ und dann kam Ernst Molden mit seiner Band und stellte ein Projekt  vor wo es um die Au, den Nationalpark und das Wasser ging und erzählte, daß er einen Auftritt wie diesen liebe, eine halbe Stunde singen, dann zwei Stunden die besten Weine trinken, denn dazwischen ging es ja weiter mit der langen Lesenacht und dem „Weltalltag“ mit dem 1935 in Meran geborenen Joseph Zoderer, dem Mann mit dem Hut, den Sylvia Treudl sowohl, als Klassiker als auch als Gegenwartsautor vorstellte, seine Werke werden jetzt von „Haymon“ wieder aufgegelgt und so las er aus den „Farben der Grausamkeit“ und da war es für mich spannend zu sehen, wieviel man von seiner Lektüre vergißt, beziehungsweise fielen mir einigen originelle Wortschöpfungen und Wenungen auf, an die ich mich nicht erinnern konnte.

Mit der Büchnerpreisträgerin von 2012, der 1960 in Hameln geborenen Felicitas Hoppe, die ich 1996 in Klagenfurt, als sie dort einen der Bachmannpreise gewann, kennenlernte, ging es weiter und das war für mich wieder eine Überraschung, habe ich ja mit dem „Picknick der Friseure“ das 2913 gelesen habe, nicht besonders viel anfangen können und das sagte ich auch in der Pause zu Wolfgang Kühn, als er mich fragte, wie es mir das Festival gefällt?

Wolf Wondratschek

Wolf Wondratschek

Karl-Markus Gauß

Karl-Markus Gauß

Jetzt las sie aus dem 2012 erschienenen Roman oder erfundenen Autobiografie „Hoppe“ und da war ich eigentlich auch sehr skeptisch. Dann hat mir diese Fabulierkunst und die Geschichte einer Felicitas die mit ihrem Vater alleine in Canada aufwächst, beziehungsweise Eisschlittschuhläuferin ist und hunderttausend andere Dinge macht, die in der echten Biografie nicht aufscheinen, aber sehr gefallen.

Dann gabs noch mal Molden und nochmal Pause, dann folgte Antonio Fian, auch ein alter Bekannter von „Literatur und Wein“, wie mir überhaupt auffiel, daß sich einige Autoren oder Musiker wiederholen und immer wieder eingeladen werden und der las eine Menge seiner Dramulette  und ist auch Gegenstand  einer der Sonderpublikationen, die es in diesem Jahr wieder gab.

Der Samstag war dann wieder rund und zwar begann es im Literaturhaus Krems mit einer weiteren „Transfair-Folge: Von Staatsfeinden, Paranoia und zivilen Ungehorsam“, wo Klaus Zeyringer mit Kathrin Röggla und dem Tierschützer Martin Balluch über ihre Bücher diskutierte, während es eine Parallelveranstaltung mit fünf internationalen Lyrikern aus Italien, Slowenien, Wales, Deutschland und Polen, zu deren Veröffentlichungen es auch je eine Sonderpublikationen „Veropolis – wo Lyrik zu Hause ist“, gegeben hat, die es zur freien Entnahme gab, beziehungsweise bei den „Festivalpaß-Goodies“waren.

Harri Stojka

Harri Stojka

Stefan Slupetzky

Stefan Slupetzky

Ich habe mich  für das  Literaturhaus entschieden, wo Klaus Zeyringer die Fiktion zu diesem Thema  dem Realismus gegenüber stellte.

Arbeitet ja die 1971 in Salzburg geborene Kathrin Röggla von der ich „Wir schlafen nicht“ gelesen habe und die ich auch schon bei verschiedenen Veranstaltungen gehört hat, ja mit realistischen Material aus dem sie ihre Texte macht.  sie las auch einen, wo das Wort „Schweigeminute“ in  Formen variiert wurde, während der Tierschützer Martin Balluch, der mit seinem Hund ins Literaturhaus gekommen ist, ein Buch über seinen Prozeß geschrieben hat und daraus zitierte.

Am Nachmittag bin ich wieder auf die Wanderung, diesmal mit dem Winzer Urban Stargards, der schwedische Wurzeln hat, auf die Steiner Weinrieden gegangen. Danach las Christian Futscher, den ich vor kurem im „MUSA“ hörte, aus seinem bei „Czernin“ erschienenen satirischen Text „Was mir die Erdmänchen erzählen“, in dem sehr viele Tiere vorkommen.

Mit dem Bus ist es dann nach Gottweig zum zweiten Leseabend gegangen, wo ich die mir bisher unbekannte Judith Kuckart kennenlernen, die das Publikum wählen ließ, welche Geschichte es aus ihrem neuen Erzählband hören wollte und dann von einer Schauspielerin las, die in einer Bäckerei arbeitet und dabei offenbar sehr viel flunkert.

Sonnenuntergang auf Göttweig

Sonnenuntergang auf Göttweig

Trio Lepschi

Trio Lepschi

Den Schweizer Pedro Lenz, der dann folgte, kenne ich durch das „Bachmannlesen“, er las ein langes Gedicht, scheint auch viel in der Berner Mundart zu schreiben und lobte seinen „Patenwein“ aus dem Weingut Hirsch.

 

Der 1943 geborene Poppoet Wolf Wondratschek, der nach dem ersten Musikblock, der diesmal wieder von Harri Stojka und seiner Band gestaltet wurde, gehörte wohl zu den bekanntesten Autoren, die am Samstag auftraten. So hielt ihm Sylvia Treudl auch eine sehr leidenschaftliche Einführung. Er las ein Stück aus seinem schon 2002 erschienenen Roman „Mozarts Friseur“, wo es um drei alte und falsch gehende Uhren geht, die ein Museumsdirektor für ein Kunstwerk hält, so daß der Friseur schnell eine Biografie herum erfindet.

Politisch wurde es wieder mit Karl Markus Gauß und seinen Journalen, aus denen er einige Kostproben gab und Stefan Slupetzky mit seinen „Lemming-Romanen“ ein bekannter Krimiautor, mit denen der den „Glauser-“ und den „Perutz Preis“ gewonnen hat, sowie auch Musiker, hat jetzt mit „Der letzte große Trost“, sowohl einen Familien als auch autobiografischen Roman geschrieben, den er nach der zweiten Musikeinlage vorstellte.

Christoph Mauz

Christoph Mauz

Die Gebirgspoeten

Die Gebirgspoeten

Mit dem Trio „LEPSCHI“ in dem Stefan Slupetzky, Tomas Slupetzky und Martin Zrost spielen und das ich schon einmal im Wiener Literaturhaus hörte, ist es in der Sektmatinee am Sonntag in Krems weitergegangen und die  stand im Zeichen der Schweiz-Östereischichen Freundschaft, kamen doch nach einem Musikauftakt die „Gebirgspoeten“, die aus den Schweizern Rolf Hermann, Achim Parterre und Matto Kämpf bestehen, die in karierten Hemden auftraten und sich, wie im Programm steht, mit „Den Mythen und Klischees der Schweiz“ auseinandersetzen zu Wort und danach wieder der Schauspieler Christoph Mauz mit einem „Willkommenskultur“ getitelten Programm, das aus Texten von Karl Kraus zum Beispiel aus den „Letzten Tagen der Menschheit“ und Anton Kuh bestand und da  hundert Jahre alte literarische Betrachtungen, die wie Christoph Maunz erklärte, erstaunlich heutig klingen, excellent aufführte und so ist dieser „Weltalltag“ in Göttweig und Krems mit vielen Weinproben, bekannter und unbekannter Literatur zu Ende gegangen und während das Team um Sylvia Treudl das Programm für das nächste Jahr zusammenstellt, bleibt zu hoffen, daß er die  Welt vielleicht ein bißchen besser macht.

 

 

2013-04-14

Literatur und Wein

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Christoph W. Bauer

Christoph W. Bauer

Simone Schönett

Simone Schönett

Seit fünfzehn Jahren gibt es das vom niederösterreichischen Literaturhaus bzw. Sylvia Treudl organisierte Festival „Literatur und Wein“, das im April in Krems bzw. in Stift Göttweig stattfindet für das ich immer das Programm zugeschickt bekomme, aber nie dort gewesen bin, weil man dafür Eintritt zahlen muß.
Jetzt hat der Alfred aber zwei Festivalpässe bestellt, so daß wir vier Tage zwischen Wien, St. Pölten, Krems und Göttweig hin und herpendeln werden und ich am Donnerstag früher vom H.C.Artmann Symposium weggegangen bin, weil derzeit ja ein sehr dichtes Programm.
Da die Theodor Kramer-Preisverleihungen auch vom ULNÖ veranstaltet wurden und es dort freien Eintritt gibt, bin ich schon ein paar Mal im ULNÖ gewesen und habe mich, obwohl die Adressenangabe im Programm fehlte, schon ein bißchen ausgekannt, als wir das Literaturhaus in Krems Stein, um halb acht erreichten.
Es lagen ein paar Hochglanz-Genußzeitschriften und der „Volltext“ zur freien Entnahme auf, die Weinbons mußte man dagegen kaufen, am Büchertisch gab es die Weinwander-Bücher, die in der Eröffnungsveranstaltung präsentiert wurden.
Das heißt, es wurde die dritte Anthologie „Ein literarischer Verführer durch die die Wachau und Kamptal vorgestellt“ und die Idee ist, glaube ich, daß die Autoren mit den Weingütern zusammengebracht wurden und darüber Texte schrieben.

Clemens Berger

Clemens Berger

Alfred Komarek

Alfred Komarek

Zuerst eröffnete aber Sylvia Treudl im feierlichen schwarzen Kleid, bzw. ganz am Anfang gab es eine Präsentation der Literaturgruppe Onophon, die ich schon einmal in Wien bei einer GAV-Neumitgliederlesung hörte, die den Abend begleitete und eine ganz erstaunhliche literarische Stimmperformance bot.
Dann stellte der Herausgeber die Anthologie vor und Clemens Berger, Alfred Komarek, Christoph. W. Bauer und Simone Schönett, mit der ich schon einmal am Volksstimmefest gelesen habe, lasen ihre Texte daraus vor, die von Weinen, Lebensfreude, den Schwiergkeiten beim Wandern und davon, daß die burgenländischen Kinder angeblich mit dem Weinglaserl zur Welt kommen, handelten.
Ich hatte da schon ganz zufällig den Folgetext in der Handtasche, den ich aber beim anschließenden Trinken, wo auch ein ein paar Schulklassen gekommen waren, niemanden zeigen konnte.
Am Freitag ging es im feudalen Rahmen in Stift Göttweig weiter, ein riesiger Saal mit lauter Leuten, von denen ich nur Ditha Brickwell kannte, eintausendzweihundert angemeldete Besucher, ausverkaufte Veranstaltungen und andere Erfolgsmeldungen, so daß ich nur verwundert feststellen konnte, daß Literatur auch so funktionieren kann, der „Standard“, soll aber, wie mir der Alfred sagte „Lesen und weitertrinken“, geschrieben haben.

Anna Weidenholzer

Anna Weidenholzer

Roland Neuwirth

Roland Neuwirth

Begrüßung des Abtes, der eine schöne Zeit wünschte und die Zusammenhänge von Literatur und Religion zitierte, den Wein ließ er aus, das tat dann ein Winzer vom Loisium, der mit Sylvia Treudl durch das Programm führte, die Weingüter vorstellte und zum Verkosten aufforderte. Es wurde der sogenannte Patenwein auf den Tisch gestellt, eingeschenkt und die Lesung begann mit Christian Futschers Gurkengedichte, ein paar Sprüchen zu Büchern, denn da hat er einmal vierhundertvier Werbetexte schreiben wollen, es kamen auch jede Art von Getränken vor, wobei mich nur wieder etwas störte, daß die Leute bei Stellen lachten, die meiner Meinung nach so gar nicht lustig waren.

Paul Nizon

Paul Nizon

Antonio Fian

Antonio Fian

Anna Weidenholzer, die in allen drei Wein-Wander-Anthologien vertreten ist, folgte mit Ausschnitten aus ihrem neuen Roman, dann kam ein Konzert von Roland Neuwirths Extremschrammeln in drei Tranchen und in den Pausen die Gelegenheit zur Weinverkostung, Bücherkaufen und sonstigen Konsumationsakten.

Ilija Trojanow, Klaus Zeyringer, Barbara Coudenhove-Kalergi

Ilija Trojanow, Klaus Zeyringer, Barbara Coudenhove-Kalergi

Rosa Pock

Rosa Pock

György Dalos folgte mit dem „Fall des Ökonomen“, der glaube ich, dieselben Stellen, wie in der Alten Schmiede las, vom Thema her zu Anna Weidenholzers „Fischen“, passend, der Wein wurde vom Weingut „Rabl“ präsentert, für den arbeitslosen Ökonomen vielleicht nicht ganz leistbar, die Literatur ging aber ohnehin mit dem Staatspreisträger Paul Nizon weiter, der Ausschnitte aus seinem Roman „Der Nagel im Kopf“ und seinen berühmten Journalen brachte, wo ein junger Mann an seinen Vater denkt, seine Sehnsucht nach Frauen schildert und mit KZ-Erinnerungen endete.

Barbara Frischmuth

Barbara Frischmuth

Josef Winkler

Josef Winkler

Danach wurde es mit Antonio Fians „Dramoletten“, wieder lustiger, die Extremschrammeln sangen den „Leberzirrhosen Blues“, veränderten den Radetzkymarsch und sorgten allgemein für gute Stimmung.
Samstagvormittag ging es im ULNÖ mit einem meiner Meinung nach sehr interessanten Programm weiter, nämlich Transflair: „Geistesblitze versus Medienzirkus“, das ist eine inzwischen etablierte Reihe, der Literaturwissenschaftler Klaus Zeyringer interviewte die Ex-Journalistin und aus adeligem Haus entstammende Barbara Coudenhove-Kalergi und Weltensammler Ilija Trojanow und fragte zu Beginn gleich nach den Intellektuellen, denn da wäre kürzlich behauptet worden, es gäbe sie nicht mehr.

Harri Stojka

Harri Stojka

Wilhelm Genazino

Wilhelm Genazino

Es gibt sie an den beiden und wahrscheinlich noch an anderen Beispielen und die 1945 als Prager Deutsche aus ihrer Heimat Vertriebene hat ein Buch geschrieben „Zuhause ist überall“ und Ilija Trojanow, in Bulgarien aufgewachsen, in Nairobi, Kapstadt, etc gelebt habend, wurde gleich nach diesem Begriff gefragt.
Trojanow meinte, daß er ab dem sechsten Lebensjahr in verschiedenen Ländern gelebt und verschiedene Sprachen gesprochen hätte, so daß Vielseitigkeit für ihn normaler als das ewig Gleiche wäre, da würde die Psychologin zwar ein wenig widersprechen, die Asylsuchenden können sich das meistens aber nicht aussuchen und Barbara Coudenhove erzählte von dem Prag, das sie als Kind an Hand des Fräuleins erkundet hatte, den adeligen Eltern und dem Deutsch als Mutter- oder Vatersprache, die Großmutter war Japanerin und dem Kuchel-Böhmisch, das man von den Dienstboten lernte, im Salon aber nicht sprechen durfte.
Das sind Erfahrungen, wie sie vielleicht auch bei Willy Haas zu finden sind. Rhea Krcmarova bedient sich dagegen jetzt wieder des Kuchel-Böhmischs.

Nora Gomringer

Nora Gomringer

Sylvia Treudl

Sylvia Treudl

Barbara Coudehove-Kalergi las ein Stück aus ihrem Buch, Ilija Trojanow zwei Geschichten über Bulgarien, die im Sommer erscheinen werden, weil ihn das jetzt beschäftigt und ist auch im „Album“ des Wochenend-Standards enthalten.
Im Gegensatz zu Göttweig, gab es Orangensaft und Striezel ohne dafür ein paar Euro zahlen zu müssen und um dreiviertel eins ist Vea Kaiser durch Krems-Stein gewandert.
Der Alfred mußte aber mit seiner Mutter einkaufen fahren und durch Krems-Stein bin ich schon vor Jahren gewandert, als ich dort mit den kostenlosen Busreisen, die es in dieser Form nicht mehr gibt, öfter hingekommen bin und Einladungen zu den Kunsthaus-Vernissagen hatte ich früher auch.
Am Nachmittag ging es in Stift Göttweig mit Rosa Pock weiter, die ich schon am Mittwoch, Donnerstag und Freitag gesehen habe und deren Lesung in der Wien-Bibliothek ich leider versäumte, weiter. Sylvia Treudl stellte sie als Artmann-Witwe und eigenständige Autorin vor, die viel im Sinne Artmanns an der Sprache arbeitet und die Lesung aus dem Droschl-Buch „wir sind idioten“, in konsequenter Kleinschreibung war auch sehr beeindruckend.
Barbara Frischmuth folgte mit ihrem Dreigenerationenroman „Woher wir kommen“, aus dem ich auch schon in der Alten Schmiede und bei „Rund um die Burg“, hörte.
Die Musiker des Abends waren Harri Stojka mit seiner Band und nach der Pause folgte, wie Sylvia Treudl betonte, etwas ganz Besonderes nämlich zwei Büchner-Preisträger, wo bekommt man die schon hintereinander zu hören?
Josef Winkler habe ich im Jänner in der Alten Schmiede, bei seinem Symposium gehört und Wilhelm Genazino, den Büchnerpreisträger von 2004, Winkler hat ihn, glaube ich, 2009 bekommen, habe ich schon einmal im Literaturhaus gehört und ein Buch von ihm gelesen. Er las das dritte Kapitel aus „Wenn wir Tiere wären“, was sehr interessant gewesen wäre, wenn die Leute nur nicht so viel gelacht hätten, was ich, ganz ehrlich, sehr störend fand, weil es mich am Zuhören hinderte.
Ich habe auch nachgedacht woran das gelegen ist, denn so lustig habe ich die Geschichte von dem Mann, der nicht auf Urlaub fahren will, eigentlich nicht gefunden. Vielleicht lag es am Vortragston oder auch am Publikum habe ich gedacht und den Autor am Büchertisch gefragt, ob die Leute immer bei seinen Lesungen soviel lachen würden?

Radek Knapp

Radek Knapp

Jaroslav Rudis

Jaroslav Rudis

„Nö!“, hat er lapidar geantwortet, ich habe aber auch bei der Studentenlesung das Lachen zitiert.
Während ich also die meisten Autoren des Festivals schon mehr oder weniger kannte, war der letzte Star, die Slammerin und „Powerfrau der Poesie“, Nora Gomringer für mich eine Überraschung, denn da habe ich nur den Namen aus dem Internet gekannt und Nora Gomringer ging es auch sehr poetisch mit „Was ich mit der Sprache mache“ an. Eine interessante Entdeckung und ein weitgestreutes Programm, das man da in Krems und Göttweig erleben konnte und wenn ich schon ein Resumee ziehen kann, komme ich nicht umhin meine Überraschung zu wiederholen, daß Literatur auch so funktionieren kann.
Ein vollgefülltes Haus, ein Streifzug durch die Gegenwartsliteratur, Werbung für die Weinregionen.
„Essen, trinken, sich gehen lassen!“, hat Harry Stojka die Zuschauer vor den Pausen auch immer passend aufgefordert.
Sylvia Treudl wird für diese gekonnte Mischung vielleicht einen Wirtschaftspreis bekommen. Wem das aber, weil arbeitslos, nur grundgesichert, abstinent, etc, zu teuer und vielleicht auch zu kapitalistisch ist, dem kann ich den Besuch der Alten Schmiede sehr empfehlen, wer dort regelmäßig hingeht, kann sich das Festival ersparen und Wein gibts im Literaturhaus im Anschluß ebenfalls, wenn auch nicht in dieser Auswahl und mit dieser Präsentation.

Reinhard P. Gruber

Reinhard P. Gruber

20130414-111626

Am Sonntag gings im ausverkauften Literatuhaus mit einer Matinee zum Thema Stadt Land weiter. Diesmal war es schwierig einen Parkplatz zu finden, obwohl wir extra früh losgefahren sind, um einen guten Platz zu bekommen, denn entgegen meinen Erfahrungen bei anderen Monsterveranstaltungen, wie beispielsweise „Literatur im Herbst“ oder „Rund um die Burg“, war es wieder sehr voll. Es gab Sekt zu kaufen, ich unterhielt mich mit einem Mann der ein Gläschen trank und mir erzählte, keine Karten bekommen zu haben, Sylvia Treudl erschien mit einer Reisetasche, die sich später aus dem Off melden sollte, die Strottern probten im Saal, Gerhard Jaschke und andere kamen und dann begann es mit den melancholischen Wienerliedern dargeboten von Klemens Lendl und David Müller, gefolgt von einer Lesung aus Radek Knapps „Reise nach Kalino“, der in seiner ironischen Art eine Detektivgeschichte von einer Stadt erzählt, wo alle glücklich sind und niemand sterben will.
Jaroslav Rudis, ein mir bisher unbekannter Erfolgsautor und derzeit Gast im Literaturhaus ist, kommt aus Prag, hat Germanistik studiert, ein Comic namens „Alois Nebel“ geschrieben und aus seinem letzten Roman „Die Stille in Prag gelesen“, das das existentielle Lebensgefühl Prags zu Beginn der Neunzehnneunzigerjahre schildert und sehr interessant sein dürfte.
Reinhard P. Gruber, der offenbar das „schräge Land“ verkörperte, ist natürlich kein Unbekannter, sondern mit seinem „Hödlmoser“ und dem „Schilcher ABC“, ein Kultautor. Die ganze Welt ist steirisch, etc, ein Pendant zu der gestrigen Matinee und sehr lustig, was ich diesmal besser ausgehalten habe.
Aber auch die Strottern waren schaurig traurig mit ihren makabren Wienerliedern und der Kreis dieses vier Tagesfestivals hat sich, mit möglicherweise einem weiteren Gläschen Sekt und einem Stück Nussbrot geschlossen.

2017-04-09

Neunzehntes internationales Kulturenfestival Literatur & Wein

John Burnside

John Burnside

Tim Parks

Tim Parks

„Literatur und Wein“ von Sylvia Treudl gegründet, gibt es schon neunzehnmal.

Ich bin das fünfte Mal dabei, da es da der Alfred entdeckte und seither so getreulich, die Karten dazu kauft. Zum zweiten Mal schon den Festivalpaß, um neunzig Euro, wo man überall hingehen kann, am Samstag überschneiden sich die Veranstaltungen und einen Thalia-Beutel mit drei Weinbons und dazu noch die Sonderpublikationen, die es zum Festival gibt, bekommt und ich lasse mich ja ganz gerne einladen, denke aber, daß ich immer noch das meiste davon in Wien auch umsonst hören kann und diesmal war es auch im großen und ganzen mit Ausnahme der Eröffnung so.

Ich bin ja eine, die sich die Programme immer nur ganz vorher oder erst bei der Veranstaltung anschaut, wie ich auch die Reisehandbücher, die mir der Alfred für unsere Reisen schenkt, immer erst am Orte des Geschehens lese.

Aber als ich mir am Donnerstag Vormittag das Heftchen durchgeblättert habe, habe ich gewußt, warum mir der Lehrer, der auch ein Stammbesucher ist, vor kurzem in der „Alten Schmiede“ sagte, er würde nur am Donnerstag und dann noch ins „Salzstadl“ und am Sonntag hingehen.

Anna Weidenholzer

Anna Weidenholzer

Peter Henisch

Peter Henisch

Denn da waren die beiden Stars, John Burnside und Tim Parks, während man am Freitag und am Samstag in Göttweig, das hören wird, was ich zum Teil schon vom letzten deutschen und österreichischen Bp kenne und daher einige der Bücher schon gelesen, beziehungsweise noch auf meinen Stapeln habe.

Aber der Schotte John Burnside, der seit einiger Zeit durch die Blogs wandert und der in in Italien lebende Tim Parks, von dem ich schon ein Buch gelesen habe, sind in Österreich, glaube ich, nicht so oft zu sehen und zu hören.

Deshalb dachte ich auch, daß das Literaturhaus sehr voll sein wird.

War dann aber gar nicht so und der Alfred vermutete, diese Namen sind in Österreich nicht so bekannt.

Also einen guten Platz bekommen, im letzten Jahr war das nicht so.

Die offiziellen Begrüßungsrunden entfielen diesmal, so begrüßte nur Michael Stiller und stellte die beiden Autoren vor, mit denen dann Sylvia Treudl ein Gespräch auf Englisch führte.

Anna Mitgutsch

Anna Mitgutsch

Katja Lange-Müller

Katja Lange-Müller

Christoph Mauz, den ich ebenfalls von den früheren Veranstaltungen kenne, las wieder die deutsche Üersetzung und der 1955 geborene, John Burnside, der in live, weil er inzwischen Bart trägt, ganz anders aussah, als auf dem Programmheftfoto, ist mit dem Buch „Lügen über meinen Vater“ berühmt geworden.

Er ist, wie Klaus Stiller erwähnte, auch ein berühmter Lyriker und wird das am Samstag im „Salzstadl“ beweisen. Bei der Eröffnung am Donnerstag las er aber aus einem Buch, kein Roman, wie Klaus Stiller noch betonte, wo es um seine Alkohilikerkarriere ging.

„High, ich bin John und ein Alkoholiker!“

Der 1954 in Manchester geborene Tim Parks, der auch als Übersetzer bekannt ist, ist in der letzten Zeit mit seinem Buch „Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen“, durch das Netz gegangen.

Jetzt hat er mit Christoph  Mauz aus seinem Buch „Thomas & Mary“, gelesen, wo es um ein seit dreißig Jahren zusammen seiendes Paar geht.

Michael Fehr

Michael Fehr

Die Band Alma

Die Band Alma

Am Anfang verliert Thomas seinen Ehering, dann kommen die beiden nicht zusammen, weil der eine immer schon mit dem Gesicht zur Wand schläft oder sich so stellt, wenn der andere ins  Bett geht. Dann sind sie schon getrennt, haben aber noch ein eigenes Konto, beobachten, die gegenseitigen Ausgaben und machen sich darüber ihre diesbezügliche Gedanken.

Spannend spannend, die beiden Autoren persönlich kennenzulernen und in der orangen Büchertasche „Bücher sind dem Menschen zumutbar“, wurde die Bachmann ein bißchen verschwandelt, befand sich noch ein Buch aus der „Edition Aramo“, nämlich die von Sylvia Treudl herausgegebene Anthologie „An der schonen lauen Donau“, die wahrscheinlich bei einem der früheren Festivals präsentiert wurde.

Am Freitag ging es dann, wie erwähnt mit mir schon bekannten Texten und Autoren weiter. Anna Weidenholzer mit zwei Szenen aus „Weshalb die Herren Seesterne tragen“, ein Buch das ich, wie Anna Mitgutsch „Annäherung“, die damit auf die  Shortlist des öst Bp kam und Katja Lange-Müllers „Drehtür“, dBp Longlist schon gelesen habe.

Sabine Gruber

Sabine Gruber

Jonas Lüscher

Jonas Lüscher

Peter Henisch war mit „Suchbild mit Katze“ auch auf der österreichischen Shortlist, sein Buch habe ich aber noch nicht gelesen, jetzt habe ich es mir vom Alfred schenken lassen und muß nur noch überlegen, wann ich es lesen werde, da es ja nicht wirklich sinnvoll ist, wenn ich es an das Ende meiner Leseliste setzte.

Dazwischen spielten „Alma“ das sind vier junge Frauen und ein junger Mann, die jodelten, geigten, sangen und auf ihre Art und Weise, die Volksmusik wieder oder neubelebten. Sie haben wie Sylvia Treudl in ihrer Einleitung sagte, einen Preis gewonnen und ich habe sie schon einmal im Theater am Spittelberg bei einem der Adventrundgänge gehört.

Dann kam noch der 1982 geborene Schweizer, der 2014 beim „Bachmannlesen“ mit seinem speziellen Kriminalroman „Simeliberg“ einen der Preise gewonnen hat. Jetzt hat sein drittes Buch, achtzehn Erzählungen mit dem Titel „Glanz und Schatten“ herausgegegeben, das überall sehr gelobt wird.

Auch Sylvia Treudl rühmte seine spezielle Art der Performkunst, mit der ich aber  meine Schwierigkeiten hatte und ich die märchenhaften Erzählungen von „Ida und der Wolf“ und dem Mann, der im Mückenschwarm steht und immer eine sticht und sticht“, eigentlich nicht so literarisch finden konnte.

John Wray

John Wray

Michael Krüger

Michael Krüger

Am Samstag ging es  mit der üblichen „Transflair-Veranstaltung“ im Literaturhaus am Vormittag und dem Weinwandern am Nachmittag weiter, was ich auch eigentlich wieder machen wollte.

Aber das Wetter war am Freitag nicht so schön und das Vormittagsprogramm nicht so interessant und dann gibt es ja, als Alternative Lyrik im „Salzstadl“ und so habe ich das Mainstreamprogramm gelassen, umdisponiert und es nicht bereut.

Denn da gibt es seit zwei Jahren diese kleinen Lyrikheftchen aus dem EU-Sonderprojekt „Versepolis“.

Da werden immer fünf Lyriker eingeladen und übersetzt, die Heftchen kann man sich mitnehmen, die Autoren lesen aber auch vor und das „Salzstadl“ ist auch ein uriges Kulturwirtshaus an der Donaulände.

Es war auch nicht so voll, denn die Lyrik ist ja eher ein Insiderprogramm.  Wolfgang Kühn moderierte, Sylvia Treudl las die deutschen Übersetzungen vor und so bin ich die kleinen Lyrikhefterl, die ja sonst eher ungelesen im Regal landen, durchgegangen und habe ich Kayombo Chingonyi kennengelernt, der zur Generation der BAME-Dichter gehört, Valentina Colonna aus Italien.

Reinhard P. Gruber

Reinhard P. Gruber

VorarlbergerInnen bei Literatur und Wein

VorarlbergerInnen bei Literatur und Wein

Rolf Hermann aus der Schweiz kenne ich schon vom vorigen Jahr, gehört er doch zu den „Gebirgspoeten“.

Stanka Krastelj aus Slowenien habe ich vielleicht schon einmal bei der „Buch-Wien“ gehört, aber Indre Valantinaite aus Litauen war mir unbekannt und als Gast gab es noch Fiston  Mwanza Mujila dessen Kultroman „Tram 83“ ich noch lesen muß und der mit kräftiger Stimme daraus und Gedichte las.

Zu Mittag habe ich im Salzstadl gegessen und ein paar nette Gesprächen mit den Leuten am Tisch geführt und dann ist es gleich weiter mit dem Lyrikprogramm gegangen, denn John Burnside ist ja auch ein Lyriker und stellte mit seinem Übersetzer seinen jüngsten Gedichtband „Anweisungen für einen Himmelsbestattung“ vor, in dem er sich unter anderen wünscht, wenn er tot ist nackt auf ein Feld gelegt zu werden, so daß ihm die Krähen, Hunde, Ratten fressen können. Ein etwas perverser Wunsch könnte man so sagen und es kam dann auch Michael Krüger, der „Ex-Hanser Verleger“ mit seiner Naturlyrik und dann Anja Utler und Andrea Grill, die ja in der anderen Sonderpublikation des Jahres einen sehr experimentellen Text „Wie Wasser sei ein Fluss“ hatten, den sie gemeinsam lasen.

Antonio Fian

Antonio Fian

Christoph Mauz

Christoph Mauz

Dann war noch Zeit für einen realen Spaziergang an der Donau bevor es mit dem Bus wieder nach Göttweig ging und diesmal gab es für mich auch einiges zu entdecken.

Obwohl die erste Leserin Sabine Gruber auch auf der Shortlist des öst Bp stand, ich sie aus ihrem „Daldossi“ sowohl im MUSA als auch bei den Ö-Tönen lesen hörte und das Buch inzwischen auch im Schrank gefunden habe.

Von dem Schweizer Jonas Lüscher, der als nächstes kam und der mit „Frühling der Barbaren“ auf einer der deutschen Listen stand und auch den Schweizer Bp gewonnen hat, habe ich zwar dieses Buch inzwischen auf meinem Harland Stapel, er hat aber inzwischen ein neues Buch, das derzeit überall besprochen wird aus dem er gelesen hat.

Die Musikeinlagen bestanden am Samstag aus der mir bisher unbekannten  „Tsatsiki  Connection“ einer Gruppe, die sich aus zwei Türken, einen Griechen und dann noch aus einem NÖ-Literaturhaus Mitarbeiter zusammensetzt, die sehr schwungvoll aufspielten.

Dann kam  der Austro-Amerikaner John Wray, von dem ich vielleicht schon etwas beim letzten „Frankfurt Surfen“ gehört habe, der aus seinem drei Generationen Roman „Das Geheimnis der verlorenen Zeit“ las und dann noch einmal Michael Krüger mit seinem bei „Haymon“ erschienenen Roman „Das Irrenhaus“ und das kann man wahrscheinlich autobiografisch interpretieren. Denn der Held zieht sich zurück, will oder soll alle seine Verpflichtungen abgeben, er zieht aber in eine Wohnung, in der vorher ein Schriftsteller mit dem Namen Faust wohnte, bekommt dessen Post und beschließt auch Schriftsteller zu werden.

Maciej Golebiowski (klezmer reloaded)

Maciej Golebiowski (klezmer reloaded)

Alexander Shevchenko (klezmer reloaded)

Alexander Shevchenko (klezmer reloaded)

Interessant dazu finde ich natürlich, daß ich  auch einmal über eine Dora Faust, die gerne Schriftstellerin wäre, geschrieben habe und Reinhard P. Gruber mit seinem „Hödlmoser“, seinem „Schilcher Alphabet“ und anderen Texten habe ich schon gehört.

Er wird, glaube ich, weil so lustig, öfter bei „Literatur und Wein“ eingeladen, obwohl es ja in Göttweig und Krems eigentlich um ein „Veltliner-“ oder „Riesling-Alphabet“ gehen müßte und man in Niederösterreich, die Steirer höchstwahrscheinlich auch nicht für den Nabel der Welt hält.

Da aber seit Jahren, wie ich am Freitag erfahren habe, eine Vorarlberger Frauengruppe zum Festival fährt, kann man sich auch für die Steiermark interessieren und spannend ist auch, daß ich mit einer Studentin gesprochen habe, die ihre Diplom oder Masterarbeit über Literaturfestivals schreibt und dabei „Literatur und Wein“ untersucht.

Und am Sonntag ging es  weiter mit der tradionellen Sektmatinee beziehungsweise mit „grünjandl“.

Das heißt Antoio Fian hat Texte und Dramulette von und über Otte Grünmandl gelesen und Christoph Maunz gab eine Jandl-Performance, wo er einige Jandl-Texte in Mundart las, die mich eher an H.C.Artmann erinnerten,  beziehungsweise mich fragen ließen, ob Jandl wirklich soviel Mundart geschrieben hat.

Musik gabs vom Duo „Klezmer reloaded“ mit Maciej Golebiowski und Alexander Shevchenko.

Danach sind wir diesmal wieder nach Göttweig hinauf gefahren und haben auf der Terrassse, weil das Wetter jetzt ja schön und sonnig war, des Restaurants zu Mittag gegessen.

2019-05-19

Von den kritische Literaturtagen zum Ballhausplatz

Die „Kritischen Literaturtage“, die alternative  Literaturmesse, der eher linken Kleinverlage, gibt es schon seit einigen Jahren. Sie wird von Ulli Fuchs jetzt in derr Brunnenpassage veranstaltet, einmal war ich auch im Gewerkschaftshaus an der Donau und habe sie nicht immer, aber einige Male besucht und heuer vor, mir mit Ausnahme der Abendveranstaltungen das ganze Programm zu geben, so bin ich , etwas zu spät, zu der  Eröffnung durch die Bildungssekretärin des ÖGBs Isabelle Ourny gekommen, die gerade etwas von der Wichtigkeit, in Zeiten, wie diesen, der kritischen Literatur erzählte und dann kam der Lokalmatador Uwe Mauch, der immer im „Augustin“ schreibt und der jetzt seine Sozialreportagen in zwei Büchern herausgegeben hat.

Ulli Fuchs meinte, sie würde ihm den „Max Winter-Preis“ verleihen, hat er doch über die „Armut von Wien“ und das „Working pur“ geschrieben und las einen Text über einen slowakischen vierundzwanzig Stunden-Betreuer mit Rückenschmerzen vor, der sich mit seiner Alzheimer-Patientin Valerie herumquält. Ein  interessanter Text, der zeigt, wie schwierig das Problem ist, denn die alte Frau, die in ihrer Verwirrung der Betreuer quält und beschimpft, braucht Betreuung. Herr Vlado ist aber nicht mehr arbeitsfähig, muß das aber, weil er nur ein paar hundert Euro Pension hat und in der Slowakei die Lebensmittel fast teurer, als in Österreich sind.

Der zweiten Text aus dem zweiten Buch, ein Portrait des „Augustin- Verkäufers “ Helmerl,  wurde dann von diesem selbst gelesen.

Dann kam wieder Christa Stippinger von der „Editon Exil“ mit  Magdalena Diercks und Thomas Perle, die ich beide schon bei der Kleinverlagsmesse im Museumsquartier im Dezember gehört habe und außerdem auch noch ihre Bücher auf meinem Lesestapel habe.

So bin ich ein bißchen durch die Brunnenpassage geschlendert, um mir die ausstellenden Stände anzusehen und ein wenig zu plaudern, habe da Gernot Ragger vom „Der Wolf Verlag“ getroffen und bin darauf gekommen, daß ich ihn 1989 in Klagenfurt kennengelernt habe, als ich dort mit meiner „Slavica“ zum „Preis der Arbeit“ eingeladen wurde.  Er hat dabei gewonnen, ich nicht und  inzwischen  viele Bücher herausgeben.

Zu Thomas Perles Lesung, wo er seine Kindheit im Rumänien Ceausescus beschreibt, bin ich aber zurechtgekommen und  von seinem klaren Stil mit denen er seine Erlebnisse, die Mutter wird inhaftiert, weil sie kritisch ist, er bekommt schlechte Noten und als er sich weigert, ein Gedicht auswendig zu lernen,  das seiner Mutter nicht gefallen würde, wird der Vater verhaftet und es wird ihm ein Zahn ausgeschlagen, sehr beeindruckt.

Dann folgte Alice Harmer, die nicht nur ein Stipendium bei der Stadt Wien bekommen hat, sondern als Burgenländerin auch bei der „Edition  Lex Liszt 12“ verlegt mit ihrem sehr poetischen Buch „Die Farbe der Veränderung“.

Dann wurde die steirische Literaturzeitschrift „Perspektive“ vorgestellt, beziehungsweise das Heft 96/97 „Bildtestbild – Bild – Störbild“, das offenbar auch eine deutsche Verbindung hatte, wurde es doch sowohl von Silvia Stecher, als auch von Ralf B. Korte vorgestellt und im Heft sind auch viele deutsche Autoren enthalten. Die Texte, die vorgestellt wurden, hatte aber einen starken Wien- Bezug, beziehungsweise beschäftigten sie sich, sowohl mit dem Rechts- und dem Linkspopulismus, als auch mit den Schulen des Schreibens, die es in Österreich gibt.

Dann wurde es politisch, kam doch Gerhard Senft der sich in der „Edition FZA“ mit der ungarischen Räterepublik beschäftigte und als letzter am Freitag kam dann noch Georg Fingerlos und stellte sein bei „Bahoe-Books“ erschienenens Buch „Verlottertes Blaublut. Entadelte Schwerverbrecher in Österreich 1912-1918“ vor.

Dann hätte es noch im Kunstraum Ewigkeitsgasse  Ramona Kasheer ihre Lavant-Vertonungen vorgetragen, aber die habe ich schon bei der letzten Kritlit und vor einer Woche im Literaturhaus bei der Eröffnung der Lavant-Auwstellung gehört und am Donnerstag hat Eva Geber im Weinhaus Sittl über Rosa Mayreder gesprochen  und ihr Buch „Die Anarchistin und die Menschenfresser“ szenisch vorgestellt.

Aber da war ich ja beim „Literarischen Lenz“, kann aber anmerken, daß ich die Buchvorstellung schon in der „Alten Schmiede“ hörte und mir beim Mandelbaum-Stand aus der Abverkaufskiste „Das Haus in der Landskrongasse“ gekauft habe, das ja ein Vorwort von Eva Geber hat.

Als ich am Samstagfrüh das Radio aufdrehte, hörte ich als erstes, daß am Freitagabend ein Video aufgetaucht ist, das Vizekanzler Strache im Sommer 2017 in einer Villa in Ibiza zeigte, wo er einem Lockvogel aufgesessen ist, der sich als Nichte eines russischen Oligarchen ausgab und es verfängliche Aussagen, wie die Übernahme der Kronenzeitung, etcetera, gab.

Bis cirka elf habe ich mir sämtliche Radiosendungen und Fernsehsendungen, die ich auftreiben konnte, angehört, hörte, daß ein Rücktritt und Neuwahlen wahrscheinlich seien und es auch eine Demo geben würde.

Ich hatte allerdings die „KritLlit“, die ja auch eine politische Veranstaltung ist, vor, dort war es aber, als ich um cirka halb eins in der Brunnenpassage eintraf, ziemlich ruhig, der angekündigte Frühschoppen des „Septime-Verlags“ fand nicht statt und ich hörte, als, um eins Gernot Ragger mit einer Verlagsautorin auftauchte, daß sich die meisten am Ballhausplatz befanden, die Lesung vor allem der Text von Rhonda Lamberty, die einen Kärntner Nachwuchspreis gewollen hat und der von Meeresmenschen handelte, war aber sehr spannend.

Dann gab es wieder eine Pause, weil auch Dieter Bregg, der um vierzehn Uhr auftreten sollte, nicht anwesend war und den Hinweis auf den Ballhausplatz, so daß ich diese nutzte, mich auch dorthin zu begeben, meine erste Demo seit meinem Unfall, aber das Stehen macht mir ja keine Probleme und der Ballhausplatz war auch sehr voll.

Susanne Toth ist mir entgegen gekommen, Peter Clar, habe ich gesehen, „Widerstand!“, wurde geschrieeen, eine „Oma gegen Rechts“ sang das „Omalied“ und, als die politischen Reden beendet waren und nur mehr Partystimmung, bis es zu der Pressekonferenz oder der erwarteten Kanzlerrede, kommen würde, bin ich, da auch Uli Fuchs, die übertragen wollte, wieder in die Brunnengásse zurückgefahren, wo gerade Verena Mermer, die unter dem Psedonym Louise Werner erschienenen Lebenserinnerungen „Aber mir hat der  Marxismus besser gefallen“ vorstellte, ein Buch, der zu diesem politischen Tag hervorragend passte, hat doch die 2018 verstorbene Autorin,  es für sich selbst geschrieben und berichtet hier vom „Lichtermeer“ , dem Austeig der Rechten, die Plakate, der FPÖ aus den Neunzigerjahren „Lieben Sie, Scholten, Peymann, Jelinek oder Kunst und Kultur?“

Danach kam Thomas Griesel mit einem ähnlichen Buch, hat er doch in zweiunddreißig Bilder, das Leben und die Kriegserfahrungen seines Onkels, in dem Buch „Sehr geehrtes Fräulein Reli!“, beschrieben.

Dann kam der „Mandelbaum-Verlag“ beziehungsweise Margit Appel und Martin Birkner mit dem Buch „Digitalisierung? Grundeinkommen!“, wo die Politikwissenschaftlerin vor allem die Rolle der Frauen herausarbeitete.

Am Ende des Samstag kam wieder die Redaktion von „PS“, also vier engagierten Frauen, die ihr neues Heft in Formen einer szenischen <lesung sehr engagiert und feministisch vor stellten und dabei Thomas Frechberger, der auch am Freitag seine Gedichte vortrug, und darüber diskutierten wollten, ignorieren beziehungsweise sich von ihm nicht stören ließen.

Das wars dann für den Samstag, obwohl es noch zwei Abendveranstaltungen gegeben hat, aber ich wollte nach Hause und bin da zu der Pressekonferenz zurechtgekommen, wo Sebastian Kurz, Neuwahlen ankündigte, etwas, was eine sehr postive Überraschung ist.

Am Sonntag ist es dann wieder um zwölf mit dem Buch von Gernot Trausmuth über Adelheid Popp weitergegangen. Da wurde eine theatralische Überraschung von Susita Fink angekündigt und so sang diese gerade auch „Ach, Adelheid, ach, Adelheid!“ und hatte eine große Puppe, die offenbar die in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsene sozialistische Politikerin, darstellen sollte, aufgebaut, der sie nach jeder Strohe eine Tafel in die Hand drückte „Für Frauenrechte“ oder „Gleiche Bildung“ stand beispielsweise darauf. Dann kam der Autor des Buches, erzählte den Lebenslauf der Autorin und zitierte einige Texte, darunter dievon Alfons Petzold, die sich darauf bezogen.

Dnn kam die „fabrik transit“, das ist eine bosonderer Kleinverlag, wo auch Doris Nussbaumer ihreTexte hat. Außer ihr, die gar nicht im Programm angekündigt war, haben noch Martin Winter, Eleonore Weber und Sonja Gruber gelesen.

Die nächsten zwei Stunden warem dem Schwerpunkt Afrika gewidmet. Da las zuerst der ehemalige Botschafter von Marokko und Senegal, Gerhard Deiss, aus seinem bei der „Edition Atelier“ erschienenes Buch „Rückkehr nach Europa“ und dann kam Esperance  Bulayumi aus dem Kongo und stellte zwei Bücher vor, die sich sowohl mit der kolonialen Aufteilung Afrikas, als auch mit der Migrationsbewegung gbeschäftigen und zum Schluß kam Bekanntes, nämlich das Lesetheater „Tarantl“ sprich Gerald Grassl, Christian Schreibmüller und Franz Blaha, stellten ihre Texte, die zum größten Teil aus Dialektgedichten bestanden vor und damit war die KritLit 2019 beendet und ein Erfolg geworden und ich auf dem Sprung zur nächsten Veranstaltung.

 

2019-05-06

Zweimal Literaturmuseum

Jetzt war ich schon länger nicht mehr im Literaturmuseum. Erstens hatte ich kein Veranstaltungsprogramm und zweites im März und im April eine Veranstaltunghspause, aber während wir bei „Literatur und Wein“ waren, wurde dort wieder im dritten Stock eine Sonderausstellung „Wien – eine Stadt im Spiegel der Literatur“ eröffnet und unten hielt der Kabarettist Alfred Döfler eine Vorlesung zur Literatur mit dem Titel „Kritik und Satire“, was mich, ich gebe es zu, im ersten Moment gar nicht so sehr interessierte, halte ich es ja nicht so sehr mit dem Kabarett.

Aber beim Uli kann man die Satire ja brauchen. Ein Alternativprogramm gab es auch nicht. Ich wollte die Ausstellung sehen und wenn es eine Veranstaltung gibt, kann man von sechs bis neun gratis ins Museum.

Aso noch immer ein wenig hingehumpelt, obwohl es zunehmend besser wird und dann bin ich, ich bin offenbar ein wenig orientierungslos, mit dem Lift in den zweiten Stock gefahren und habe eine Weile gebraucht, bis ich daraufgekommen bin, daß ich in der Dauerausstellung bin und das Ganze schon gesehen habe.

Aber Stefan Zweig und Karl Kraus gehören ja irgendwie auch zur Wiener Literatur, obwohl ich mir von der ja eher Friederike Mayröcker und Ernst Jandl erwartete. Die habe ich dann im dritten Stock gar nicht gesehen, aber eine Menge Krimibücher und eine Vitrine über Frederic Morton, dem ja die übernächste Veranstaltung gerwidmet ist, Doderers „Dämonen“ lagen auf und die Bücher der Jelinek und einen Gang der „das Gehen“ zum Thema hatte, gab es auch. da gab es einen Film wo Barbi Markovic aus einem ihrer Bücher las.

Aber solange habe ich mir dafür nicht die Zeit genommen, war es doch im Saal unten, als ich ihn, um viertel sieben betreten hatte, um meine Jacke zu deponieren, schon sehr voll und die Dame nebenan, die ich kenne und die schon einmal bei einer meiner Lesungen war, schnauzte mich an, ob sie für mich einen Platz frei halten sollte, als ich ihr sagte, ich gehe in die Ausstellung nach oben.

Alfred Dorfer ist also sehr begehrt und er hat auch, was ich nicht wußte, Theaterwissenschaften studiert un eine Diplomarbeit zum Thema „Kabarett und Totalität im Nationalsozialismus“ geschrieben und jetzt erklärte er sehr vorsichtig was Kritik und Satire ist.

Satire ist nicht genereabhängig und die humorlosen Menschen wären nicht sehr intellegent.Ich halte mich trotzdem dafür, obwohl mir das wohl auch der Uli nicht glaubt und dann führte er ein paar Beispiele von Kararetts im Totaltarismus an und erklärte die Unterschiede. Bei Musolini hätte es eines gegeben und bis 1940 das „Wiener Werkel“ und in der DDR gab es das auch.

Danach gab es viele Fragen aus dem Publikum, die wissen wollten, warum Alfred Dorfer in Zeiten von schwarz blau eins,  den „Donnerstalk“ machte und was er von dem Kabarettisten Jan Böhmermann hält und Bernhard Fetz erklärte in seiner Einleitung auch einige Beispiele von Zensur, die es im benachbarten Ausland in der letzten Zeit gegeben hätte und welche Beispiele man in der Dauerausstellung sehen kann.

Sehr interessant und wieder was gelernt, denn Ironie, Sarkasmus und Zynisumus, die Begriffe die Alfred Dorfer auch noch erklärte, sind in Zeiten, wie diesen sicherlich sehr wichtig und sei es auch nur, weil man ihnen entgegen muß.

2019-04-29

Wieder ins Literaturhaus

Ich bin ja jetzt wegen meines Unfalls und der sich daraus ergebenden Veranstaltungspause seit Anfang März nicht mehr im Literaturhaus gewesen und habe heute, nach dem der Gips jetzt eine knappe Woche herunten ist, langsam wieder mit den Veranstaltungen angefangen.

Das heißt bei „Literatur und Wein“ bin ich schon vor Ostern gewesen und vorigen Dienstag mit dem Alfred in der Hofburg beim „Bruno Kriesky-Preis“, da sind wir mit dem Taxi hingefahren.

Am Freitag bei „Rund um die Burg“ versuchte ich es dann schon mit der Straßenbahn und heute bin ich überhaupt schon sehr viel herumgehumpelt.

In der Früh zum „Penny“ zum Milch, Eier und Nivea-Creme einkaufen, da ich ja meinen Fuß gut eincremen soll, dann habe ich für den Alfred einen bestellten Besen in der Reinprechtsdorferstraße  abgeholt, obwohl ich am Donnerstag, wo er zugestellt werden sollte, den ganzen Tag in Wohnung und Praxis gewesen bin und dann mit Bus und Straßenbahn ins Literaturhaus gefahren zu einer multimedialen Veranstaltung, wie Barbara Zwiefelhofer in ihrer Einleitung betonte, nämlich experimentelle Poesie pur, organisiert von Jörg Piringer, der dazu den orginellen Titel „XYZ“ ausgesucht hat und in seiner Einleitung etwas von den „drei Achsen im kartesischen Koordinatensystem, die einen multidimensionalen Möglichkeitsraum aufspannen“, erzählte und dazu .aufzeichnungssysteme, die früher glaube elfriede.aufzeichnungssysteme geheißen haben, Patricia Brooks, Thomas Havlik, Judith Nika Pfeifer und Günter Vallaster eingeladen hat.

Die experimentelle Szene pur könnte man sagen und verstanden, was die drei Achsen des kartesischen Koordinationssystem sind, habe ich auch nicht so richtig, noch dazu, wo die eingeladenen Autoren auch einen sehr unterschiedlichen Zugang dazu hatte.

Jörg Piringer hat sich selber auf die Leinwand projeziert und dazu seine Texte gelesen und Patricia Brooks, die ja auch, glaube ich, realistischere Romane schreibt, hat etwas von den Dimensionen erzählt, dazu ihre Gedichte gelesen und sie zusätzlich noch auf die Leinwand projeziert.

x Aufzeichnungssysteme war nicht anwesend, hatte aber einen Film, wo sie im blauen Anzug Stücke aus einem Tümpel fischte und dazu stöhnte und fluchte und Günter Vallaster projezierte zuerst eine Dose und las dazu etwas aus einem „Büchsentext“, um schließlich einen Roman in Kurzform „Axel liebt Elsa“, in etwa, vorzutragen.

Judith Nika Pfeifer hat sich eine Kamera auf ihr Skateboard geschnallt, lief damit in einem Park herum und rezitierte dazu ihre Gedichte, während Thomas Havlik auf die Projektion und Leinwand verzichte. Er schnappte sich ein Mikrophon und tanzte zu seinen Texten beziehungsweise zur Musikbegleitung wild durch den Raum.

Sehr interessant wieder in den Literaturbetrieb zurückzukommen und diesen gleich mit einer wilden Performance der experimentellen Literaturszene zu beginnen und in den Bücherschrank hatte wahrscheinlich der Verlag fünf brandneue Bücher von Christian Mähr hineingestellt, die zwar nicht zur experimentellen Literatur gehören, aber von mir nachdem ich mir ein Exemplar genommen habe, heiß weiterempfohlen wurden.

2019-04-21

Rotwein trinken in Krems

Filed under: Glosse — jancak @ 00:00
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Ich bin ja, wie meine Leser wissen werden, eine, die gerne ein Gläschen Rotwein trinkt, zum Essen, bei Literaturveranstaltungen, Vernissagen, wo immer was zum Trinken angeboten wird, etcetera.

Rowein, keinen Weißen, ich weiß auch nicht wieso, mir der nicht schmeckt.

Die süßen Sachen, wie Sekt mit Hollersaft, trinke ich aber recht gerne und mixe mir in meinen Rotwein auch Orangensaft hinein oder trinke ihn mit Erdbeeren.

Das sind dann meine Aperitivs, die ich mir selber mache, Bier trinke ich keines und auch keinen Schnaps. Aber das Gläschen Rotwein gerne, das es noch im Literaturhaus oder auch bei anderen Veranstaltungen gibt.

Wir haben könnte man so sagen, auch unseren Lieblingswinzer, nämlich den „Herzinger“ in Nußdorf an der Traisen, wo wir gerne zu den Verkostungen gehen. ich gehe mit dem Alfred seit 2013, auch zum Literaturfestival „Literatur und Wein“, das es jetzt ja schon seit zwanzig Jahren von Sylvia Treudl in Krems und Göttweig gibt.

Krems und Göttweig, das sind die Ausgangspunkte meiner heutigen Ostersonntag-Glosse, denn in Krems ist mir schon früher aufgefallen, wir hatten eine Zeitlang Einladungen zu den Vernissagen der dortigen Kunstgalerie oder, wie das damals hieß, jetzt gibt es ja ein neues Kunsthaus dort und dort gab es nachher Wein in rauhen Mengen, aber leider nur weißen, was mich dann immer etwas unschlüßig werden ließ, ob ich den jetzt lassen oder trinken sollte?

Die „Buch Wien“ hatte zwar, glaube ich, auch einmal nur einen weißen als Ö1 Wein ausgewählt und als wir vor einem halben Jahr bei der Buchpräsentation von Eva Roßmann waren, hat es Brot und Käse und weißen Wein aus den Weinviertel gegeben, den ich, glaube ich, nach einigen Zögern auch getrunken habe, denn Käse mit Wasser schmeckt nun mal nicht so gut.

Ja und als Robert Streibl vor ein paar Jahren sein „April in Stein“ in der Justizanstalt, die dem Literaturhaus genau gegenüber liegt, vorstellte, hat es nachher auch ein Burffet und Wein, aber richtig nur weißen gegeben, so daß sich bei mir eingprägte Krems und Rotwein, das geht doch nicht, was man vielleicht auch ein bißchen beim „Literatur und Wein-Festival“ sehen kann, weil die dort anwesenden Winzer, meistens auch einen „Riesling“ oder „Vetliner“ präsentieren. Man aber im Verkostungssaal schon zwischen einen oder zwei Roten wählen konnte, die ich dann bevorzugt getrunken habe und machmal auch die Achsel zuckte, wenn mich jemand belehrte, daß es in Krems und vielleicht auch in der Wachau eben bevorzugt Weißwein gibt. Das scheint sich inzwischen auch zu verändern. Denn die Winzer hatten bei der letzten „Literatur und Wein“ auch auf ihren Roten und da bevorzugt auf den „Pinot Noir“ hingewiesen, von dem ich beim Festival auch einige Gläschen getrunken habe und dann auch einen Zweigelt.

Aber als ich am Samstag in der Mittagspause in das Kulturbeisl der neuen NÖ- Galerie oder Kunsthaus, ich weiß nicht genau den offizellen Namen, ging und einen roten Spritzer bestellte erlebte ich eine Überraschung. Das heißt zuerst nicht, denn die Kellnerin nickte, machte keine Berichtigung, sagte auch nicht, haben wir nicht. Eine andere brachte mir aber einen Weißen und war dann auch ein wenig ungehalten, als ich den nicht haben wollte.

„Wir haben keinen roten Spritzer!“

Also etwas anderes. Also einen „Hugo“ den ich auf der Karte gesehen habe, weil ich die süßen Schlatze ja, wie schon beschrieben, gerne mag, aber meisten nicht bestelle, weil sie teuerer, als die normalen Spritzer sind und die Kellnerin erklärte mir auch sogleich, daß, das ohnehin auch Weißwein wäre, aber trotzdem.

Es kam dann von der ersten Kellnerin serviert ein Aperiol Spritz serviert, das ist diese orange Flüßigkeit, die ich auch nicht so mag.

„Also bringen Sie mir ein Achtel Rot und ein Glas Wasser!“, sagte ich noch, weil ich inzwischen auf der Karte gesehen hatte, daß es das um vier Euro achtzig gab, aber tatsächlich keinen roten Spritzer.

Ich bekam dann einen „Hugo“, der auch nicht viel billiger war, vermutete, daß es der selbe Weißwein mit einer Zitronenscheibe war, den ich zuerst zurückgehen ließ und fragte beim Bezahlen die Kellnerin, warum es keinen roten Gespritzen gäbe, das wäre doch nicht so schwierig?

„Doch haben wir!“, sagte die sehr freundlich und „Berufen Sie sich, wenn Sie wieder kommen auf mich!“

Was ich dann am Sonntag nach der Sektmatinee auch tat. Die Kellnerin war nicht da und der Kellner erklärte mir sehr freundlich, daß sie nur die eine Rotweinsorte hätten, die zu teuer zum Spritzen wäre.

Also habe ich das Achterl getrunken und mich nur ein bißchen geärgert, als mir die Kellnerin dann ein zweites brachte, das ich gar nicht bestellt hatte. Das liegt aber wahrscheinlich am Service und der mangelden dortigen Kommunikation und nicht an der Frage, warum es in Krems nur so wenig Rotwein gibt?

Wird der dort nicht bestellt, denn es kann ja nicht so schwierig sein, sich einen Hauswein anzuschaffen und den dann aufzuspritzen. Aber Krems ist, habe ich kapiert, ein Weißweingebiet, was sich jetzt vielleicht langsam ändern wird. Aber inzwischen noch so ist, denn, wenn man am Samstag nach dem Wandern und der Lesung im Literatuhaus seinen Weinbon einlösen will, gibt es dort dann auch nur Weißen, während es in Göttwein diesmal, glaube ich, sogar schon fünf oder sechs Rotweinsorten gegeben hat und der Winzer aus dem Kamptal außer seinen „Muskateller“ auch den „Pinot Noir“ angeboten hat.

„Hast du keine anderen Sorgen?“ höre ich meine Leser fragen.

Habe ich, ja natürlich, habe, ich. Die politische Situaton finde ich nicht so gut, das Gipsbein das ich noch habe, hindert mich an den Veranstaltungsbesuchen und in Wien und in Harland haben wir genügend Rotweinflaschen liegen, die der Alfred am Markt oder beim „Herzinger“ kauft und wenn er demnächst nach Kuba fliegt, werde ich wahrscheinlich wieder zum „Hofer“ gehen und mir dort ein paar „Hollersprudelspritzflaschen“ kaufen und  das junge Duo „Wiener Blond“ hat mich am Sonntag in Göttweig ohnehin belehrt, daß es nicht versteht, warum sich die Wiener die guten Weine immer mit Soda mischen?

Das tun, glaube ich, nicht nur die Wiener, heißt doch in Deutschland, der Gespritze „Schorle“ und „Spritzer“ sind, glaube ich, derzeit auch modern.

Das Burgenland ist ein Rotweinland, im Elsaß habe ich auch „Pinot Noir“ getrunken und so oft komme ich ja nicht nach Krems und wenn ich das, das nächste Jahr zum „Literatur und Wein-Festival“ tue, bin ich wahrscheinlich schon so fit, daß ich in der Samstag Mittagspause wieder in die Stadt Krems gehe und mir dann beim „Nordsee“ ein Fischbrötchen kaufe und dazu Mineralwasser trinke oder mich in das Restaurant bei der Schiffstation sitze, wo es, glaube ich, auch Roten gibt.

Ein wenig seltsam finde ich es zwar schon, daß ein Restaunt eine Reihe Spritzer aber keinen roten anbietet. Aber vielleicht ist der in Krems nicht so begehrt, ein „No go!“ oder etwas, was man im Land der „Rieslings“, „Vetliner“ oder „Kaiserspritzer“, wie mich im letzten Jahr die Fremdenführerin beim Spaziergang belehrte, dort der „Hugo“ heißt und dann viel billiger ist, aber „Kaiserspritzer“ hat es, glaube ich, in dem Kulturbeisl auch keinen gegeben.

2019-01-16

Literatur im MUSA zum letzten Mal?

Die Literatur im  MUSA, wo jeden ersten Mittwoch im Monat die Stipendiaten und Preisträger der Stadt Wien mit einer Lesung <prsentiert wurde, gibt es seit 2013, seit Julia Danielcyck Roul Blahacek als Kulturbeauftragte der Stadt Wien ablöste und ich war fast jedes Mal dort, weil es mich ja sehr interessiert, wer von der Stadt Wien gewürdigt wird und was der oder sie geschrieben hat?

Ab 2014 gab es dann die  Vergabe des „Veza Canetti-Preises“, eine Auszeichnung, da wird der Uli jetzt wieder laut aufschreien oder sprachlos verstummen, die ich ja eigentlich auch gern bekommen würde und dann habe ich erfahren, wer das Canetti Stipendium bekommt, habe Daniel Wisser den für mich sehr überraschenden österreichischen Buchpreisträger dort lesen gehört, Gabriele Petricek, die, glaube ich, auch dieses Stipendium bekam, fast jedes Mal im Publikum gesehen, mich mit dem Josef und der Angela dort getroffen und und……

Und als es im letzten Jahr wieder mit der Vergabe des „Veza Canetti-Preises“ an an Petra Ganglbauer losging, habe ich mit Überraschung festgestellt, daß es erst wieder im Dezember und im Jänner Veranstaltungen gegeben hat, wo die „Preisträger der Stadt Wien“ vorgestellt wurden.

Das waren Ines Blauensteiner und Christoph Ransmayer im Dezmber und heute  Murray G. Hall, der den „Preis für Kulturpublizistik“ bekommen hat und Mascha Dabic, die mit ihren „Reibungsverlusten“ 2017 auf der „Debutpreisliste“ gestanden hat und 2018 den Förderpreis der Stadt Wien bekommen hat.

Sie hat auch heute wieder ein Stück aus diesem Buch gelesen, die Szene wo die Nora bei der Frau Roswitha dolmetscht, als die Tschetschenin Malika, die in ihrer Heimat vergewaltigt wurde, ihre Psychotherpaiestunde hat und der 1947 in Winnipeg geborene Murray G. Hall hat einen Vortrag über Hugo Bettauer, seine Skandalromane, die“Freudlose Gasse“ und das „Entfesselte Wien“ gehalten und ist dann auch sehr genau auf seine erotischen Zeitschriften eingegangen, die in den neunzehnhundertzwanziger Jahren Wien offenbar sehr erregte.

Interessant war für mich auch, daß der Preisträger fast nebenbei eingeworfen hat, die „Josephine Mutzenbacher“ wäre nicht von Felix Salten, sondern von einem Ernst Klein geschrieben worden, was ich  im Netz nicht bestätigt gefunden habe und im Anschluß an das Referat verkündete Julia Danielczyk dann, daß das MUSA, beziehungsweise die Literatur, die dort präsentiert wird, in Pause gehen würde und die weitere Zukunft dieser für mich sehr wichtigen Veranstaltungsreihe offenbar überhaupt ungewiß sei, weil das MUSA ja jetzt seit einiger Zeit zum „Wien-Museum“ gehört.

Schade, schade, habe ich bei Wein und Brot gedacht, wäre wirklich schade, aber der „Veza Canetti-Preis“ wird, wie mir Ines Varga, die immer so freundlich den Wein ausschenkte, versicherte weitergehen, da hätte ich noch eine Chance, wenn mich jemand vorschlagen würde, habe aber erst heute wieder, was mich sehr getroffen hat, gehört, daß es mit selbstgemachten Büchern immer noch sehr schwer ist, irgendwo zu lesen, denn „Eigenverlag, nein, den wollen wir ja nicht!“

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