Literaturgefluester

2015-08-19

Der Longlistenstart

Hurrah, hurrah, könnte man sagen, ich kann, wenn ich am Freitag mit dem Alfred zu Sladkys Wandergruppe aufbreche, Gertraud Klemms „Aberland“ mitnehmen, denn das hat mir der liebe Alfred in Leipzig schon gekauft und wenn ich jetzt, wie ich hoffe, es irgendwie nach St. Pölten und zum „Thalia“ schaffe, werde ich, wenn möglich und vorhanden mit Alina Bronskys „Baba Dunjas  letzte Liebe“ oder Valerie Fritschs „Winters Garten“ starten, denn beide sind, glaube ich, eher dünne Bücher und die Bronsky noch leichter zu lesen als die wahrscheinlich sehr ästhetisch komplizierte Valerie Fritsch.

Ein Wortrauschbuch in einer Buchhandlung lesen, mal sehen, wie es geht, es gibt aber noch andere Auswahl und für die, für die das jetzt ein bißchen unverständlich finden, die Longlist des dBps 15, die diesmal heiß erwartete, ist da und sie ist, wenn man sich vorher ein bißchen in die Verlagsvorschauen umblickte oder das bei Buzzaldrins „Favoritencheck“ tat, gar nicht so überraschend.

„Ich habe schon sechs Bücher gelesen!“, hat Sophie Weigand von „Literaturen“ gepostet.  Ich noch keines, aber Gertraud Klemm schon auf meiner Leseliste und die meisten anderen Bücher sind mir wenigstens vom Titel her bekannt.

Beginnen wir also mit Alino Bronskys „Baba Dunjas“ letzte Liebe, von ihr habe ich „Scherbenpark“ gelesen, das sie beim Bachmannlesen 2008 vorstellte und diesen Sommer bei meinem Longlisten- bzw. Augustin Flohmarkt- Lesen „Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“.

Ralph Dutli „Die Liebenden von Mantua“, wurde bei den Bloggervorschauen mehrmals genannt, der Autor stand mit „Soutines letzter Fahrt“ 2013 auf der Liste und das Buch habe ich mir um drei Euro gekauft, als die letzte der beiden Buchhandlungen auf der Wieder Hauptstraße vorige Ostern zusperrte.

Jenny Erpenbeck „Gehen ging gegangen“, das Buch hat, glaube ich, Buzzaldrin empfohlen und ich hab von Jenny Erpenbeck, glaube ich, was auf meiner Liste, aber sonst noch nicht viel Ahnung.

Valerie Fritschs „Winters Garten“, natürlich ja, war nicht anders zu erwarten, wurde oft als Favorit genannt, ich habe das Buch am Montag in der Hand gehabt und fast gekauft, es kostet siebzehn Euro fünfzig, aber vielleicht kann ich es so lesen und die junge Autorin habe ich einmal bei Angelika Reitzers „Textvorstellungen“ in der „Alten Schmiede“kennengelernt, das ist mir das Sprachrauschtalent der jungen Frau mit der dünnen Bachmannstimme aufgefallen, als sie dann beim „FM4Preis“ gewonnen hat, hatte ich die Aufrufe auf meinen Blog, wahrscheinlich war ich damals die Erste, wo man etwas finden konnte, dann „Verkörperungen“, die GAV-Aufnahme, da habe ich wie bei Weidenholzer und bei einigen anderen jetzt berühmten Autoren, ein wenig veten dürfen, war aber natürlich nicht allein damit und die „Welt ist meine Innerei“, für den „Alpha 2013“ nominiert.

Als Angelika Reitzer „Winters Garten“ in der „Alten Schmiede“ vorstellte, war die sehr voll. Dann kam der Bachmannpreis, ein doppelter Gewinn, ein begeisteter Klaus Kastberger und jetzt die Longlistennominierung, bin gespannt wies weiter geht und ob sie es auf die Shortlist schafft?

Heinz Helle „Eigentlich müßten wir tanzen“, der Autor hat, glaube ich, mal beim Bachmannpreis gelesen, sonst weiß ich nicht sehr viel über ihn, aber ich frage ja demnächst die Bücher an oder finde es vielleicht in den Buchhandlungen.

Gertraud Klemms „Aberland“ habe ich schon erwähnt, die Autorin hat bei „Arovell“ ihr erstes Buch publiziert, kommt glaube ich aus Petra Ganglbauers Schreibwerkstatt, dann kam „Droschl“, vorher noch das Volksstimmefest und eine Frauenlesung im „Werkl im Goethehof“, der Bachmannpreis und die Begeisterung der Juroren, die ich ganz ehrlich, nicht ganz nachvollziehen konnte, dachte ich doch, die Frauenbewegung ist längst vorbei beziehungsweise selbstverständlich, ist sie nicht, wie man am Beispiel Ronja von Rönne sieht. Also brauchen wir wahrscheinlich doch das Buch und ich brauche es, damit ich mit dem lieben Otto im Toten Gebirge etwas zu diskutieren habe.

Rolf Lappert „Über den Winter“, der stand glaube ich, auch schon mal auf der Shortlist und habe ich von ihm schon etwas gelesen?

Inger Maria Mahlke Wie ihr wollt“, die Autorin hat beim Bachmannpreis mit Cornelia Travincek gelesen und ihr damaliger Text bzw. Buch hätte mich sehr interessiert und jetzt habe ich glatt Steffen Kopetzkys „Risiko“, das mir noch nichts sagt, ausgelassen.

Ulrich Peltzers „Das bessere Leben“, sagt mir auch nicht viel, von Ulrich Petzer habe ich aber, glaube ich, mal etwas gefunden und Sigrid Löffler war, glaube ich ebenfalls, einmal sehr empört, daß er nicht auf einer Longliststand. Jetzt steht er darauf und wir können ihn zu lesen anfangen.

Peter Richter „89/90“ Buch und Autor sind mir ebenfalls unbekannt. Also ran ans Lesen.

„Monique Switters „Eins im anderen“ hat heuer beim Bachmannpreis gelesen, hat nicht gewonnen, wurde aber sehr gelobt und jetzt muß’ich doch die Frau Knoch anschreiben, ob sie mir ein Rezensionsexemplar schickt?

Clemens J. Setz „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ ein langer Titel und hat nicht Tobias Nazemi vom „Buchrevier“ geschrieben, daß Autoren mit langen Titeln keine Chance beim dBp haben?

Ich habe mir gleich gedacht, daß das vielleicht nicht ganz stimmt und der junge Steirer war mit den „Frequenzen“ schon mal nominiert, ich glaube sogar auf der Shortlist, mit dem Erzählband „Die Liebe des Mahlstädter Kindes“ hat den „Leipziger Buchpreis“ gewonnen und Gedichte hat er glaube ich auch geschrieben.

Anke Stelling „Bodentiefe Fenster“ ist glaube ich auch für die „Hotlist“ nominiert und die Blogs haben das Buch besprochen und darüber diskutiert.

Ilija Trojanow „Macht und Widerstand“, der Autor ist mir als Wienerin ja kein Unbekannter, hatte er ja erst eine Reihe in der „Alten Schmiede“, die glaube ich noch nicht ganz angeschlossen ist.

Den „Weltensammler“ habe ich gelesen und der stand, glaube ich, auch einmal auf dieser Liste.

Vladimir Vertib „Lucia Binar und die russische Seele“ auch kein Unbekannter, auch wenn ich bei meinen österreichischen LL-Tips komplett auf ihn vergessen habe und bisher auch noch auf keiner diesbezüglichen Lesung war, ich habe aber irgendwann einmal Ottwald John wo getroffen, der mir sagte, daß er zu einer solchen Lesung geht, denn das ist ein tolles Buch, also Juroren und Bloggerpaten aufpassen und nominieren!

Kai Weyand „Applaus für Bronikowski“ sagt mir auch noch nicht sehr viel.

Auf Franz Witzels „Die Erfindung der roten Armeefraktion durch einen manisch depressiven Teenager im Sommer 1969“, auch ein elendslanger Titel bin ich durch die Blogs aufmerksam geworden und interessiert mich sehr, dann gibt es noch Christine Wunnikes „Der Fuchs und Dr. Schimamura“ und wieder keine Ahnung und Ferdidun Zaimoglus  „Siebentürmerviertel“ ist ein alter Bekannter, ich habe glaube ich zwar noch nichts von ihm gelesen, habe ihn aber in Leipzig öfter getroffen und auf den Longlists ist er glaube ich auch schon gestanden.

Eine tolle Auswahl, bin gespannt, was die Blogger dazu sagen und wie sie kritisieren werden?

Ich tue das ja nicht sehr viel, bemerke nur, daß ich Helmut Kraussers neues Buch auch für sehr interessant finde und es mir eigentlich erwartet hätte, aber das trifft ja, wie ich schon geschrieben habe auf 167(000) andere Bücher zu, sowie auf die, die auf meiner Longlist 2015 stehen würden und jetzt gehe ich es an mit meinem Longlistenlesen, damit ich am zwölften September, wenn möglich, meine Shortlist habe, obwohl ich, wie meine Leser wissen, im Auswählen  nicht sehr gut bin, werde aber die Verlage anschreiben, nach St. Pölten fahren und meine Leser vielleicht nochmals bitten, mir vielleicht eines der Bücher zu borgen oder mit eines von meinen zu tauschen und wenn ich für den Anfang ein oder zwei PDFs bekommen könnte, wäre das auch sehr fein!

Ansonsten freue ich mich über Kommentare und eine kleine Diskussion auf diesen Blog, denn ich bin heuer und wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren, auch eine Buchpreisbloggerin.

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2019-03-24

Buchmesse mit Gips

Ich habe mich ja heuer, glaube ich, besonders intensiv auf die Buchmesse vorbereitet, habe zwei Termine mit Verlagen ausgemacht, mich für ein Bloggertreffen angemeldet, auf die Verleihung des „Preises der Leipziger Messe“ in der Glashalle und den anschließenden Empfang im Österreich-Cafe gefreut. Zeitgleich hätte es noch einen anderen gegeben, etcetera und dann bin ich beim ganz gewöhnlichen Sonntagsritualspaziergang auf die Rudolfshöhe ausgerutscht, mr den Knöchel gebrochen und aus der Traum, denn mit Krücken humple ich nicht durch eine Buchmesse oder auch nicht, denn man kann sich ja sehr viel, wie beispielsweise das „Blaue Sofa“, etcetera,  über das Netz ansehen und das ist sicher viel bequuemer, auch wenn man da keine Bücher einsackeln und keine Gespräche führen kann.

Ein bißchen habe ich mich ja auch schon heuer in die Frühjahrsneuerscheinungen und sogar ganz überraschen Takis Würgers „Stella“ eingelesen und weil ich derzeit ja am Abend zu keinen Veranstaltungen gehe, mir nur am Dienstag mit dem Alfred mir im „Filmcasino“ die „Rocky Horror Picture Show“ angesehen habe, weil wir schon Karten hatten und das Kino gleich um die Ecke liegt, habe ich schon ein bißchen vorgesurft und mir beispielsweise ein paar Videos über das Gastland Tschechien angesehen, wo ich auch einen Beitrag über meine eigenen tschechischen Streiflichter geschrieben habe.

Die Pressekonferenz konnte man sich am Mittwoch per Vido ansehen und sich ein bißchen auf die Messe einstimmen, erfahren, was man dorthin mitnehmen darf und was nicht. Also keineMesser und Scheren und, daß das Schneechaos, wie im Vorjahr heuer höchstwahrscheinlich nicht kommen wird, denn es hat ja gerade der Frühling angefangen und am Mittwochabend war die Eröffnung im „Gewandhaus“, wo der „Preis zur europäischen Verständigung an die russisch amerikanische Autorin Masha Gessen vergeben wurde.

Nach meiner Zehn-Uhr Stunde bin ich dann sowohl in die Küche, um mir Bärlauch mit Rösi, Schinken und Spiegelei zu bereiten, als auch auf das „Blaue Sofa“ gegangen, wo bald Katja Gasser, die ich ja sehr gut kenne ins Gespräch mit Pavel Kohout, der die „Tagebücher eines Europäers“ herausgegeben hat und Jaroslav Rudis, der mit „Wintersbergs letzte Reihe“ für den Buchpreis nominiert ist, kam.

Dann folgte die 1960 in Dresden geborene Ines Geipel mit ihrem Buch „Umkämpfte Zone – Mein Bruder, der Osten und der Hass“,  in dem es um ihre Familiengeschichte und den Untergang der DDR geht.

Danach folgte der Würzberger Verfassungsrechtler Florian Meinel mit der „Vertrauensfrage“ und ich bin darauf gekommen, daß man heute nicht auf „Wikipedia“ nachschauen kann, weil die gegen das „Urheberrecht“ protestieren, was inzwischen, wie man merken kann, ganz schön mühsam ist.

Feridun Zaimuglu von dem ich schon einiges gelesen habe, ist mit seinem Episodenroman „Die Geschichte der Frau“ ebenfalls über den LBP nominiert und erzählte der Moderatorin Dorothea Westphal, daß er dafür in zehn verschiedene Frauenrollen geschlüpft ist, was sehr schwer und anstrengend war und er dafür auch angegriffen wurde. Außerdem sagte er, was mich erstaunte, daß es ihm bezüglich Preis, wer wird es werden?, sehr schlecht geht und er sich erst entspannen kann, wenn er weiß ob, er den ihn bekommen hat oder nicht. Woran man wieder sieht, daß diese Preisvergeberei vielleicht doch ein wenig schwierig ist, obwohl Zaimoglu ja schon für einige Preise nominiert war und da wohl schon Erfahrung hat.

Dann kam der sehr selbstbewußte Tarek Würger, erzählte mir über „Stella“ was ich noch nicht wußte und auch darüber wie sehr er von den Kritiker verrissen wurde, was ihn aber offensichtlich nichts ausmachte.

Dann gings um ein nominiertes Sachbuch, mit dem ich mich noch nicht sehr beschäftigt habe, nämlich mit  Kla Vahland „Leonardo da Vinci und die Frauen“.

Dann kam der mir bisher ebenfalls unbekannte Maxim Leo mit seiner Familiengeschichte „Die Geschichte meiner verschwundenen Familie“, die er in mehreren Teilen geschrieben hat oder noch schreiben wird.

Dann kam Ingrid Noll, die Grand Krimi-Dame, die erst spät, aber dann sehr viel zu schreiben begann mit ihrem neuen Buch „Goldschatz“ und erzählte über ihr Schreiben.

Christoph Hein, der Ex-DDR-Autor präsentierte gleich zwei Bücher, den „Gegenlauschangriff – Anekdoten aus dem letzten deutsch-deutschen Kriege“ und das Kinderbuch „Alles was du brauchst“ und als er erzählte, wie es dazu kam und, daß sein Enkel traurig war, daß daß der Opa klüger als er ist, kam es zu einer Unterbrechung und einem Geschrei, drei Leute tauchten mit einem Transparent auf und riefen eine Parole, die wie „Stopp den Bücherausverkauf“, klang, bis sich die Security einschaltete und es mit der Buchvorstellung wieder weiterging, was auch sehr viel über den Messebetrieb und was man dort darf aussagt.

Dann kam die Preisverleihung in der Glashalle, die man zwar im livestream verfolgen konnte, aber eine vier und eine fünf Uhr Stunde, so daß ich mir das Ganze nur nachschauen konnte, aber schon in der Zwischenzeit herausbekam, daß die Bellistrik-Preisrägerin Anke Stellung mit ihren „Schäfchen im Trockenen“ sein könnte, wieder eine Außenseiterin, denn das Buch in einem „Indie-Verlag“ erschienen, obwohl Anke Stelling auch schon 2015 für den dBP nominiert war.

Aber außer ihr waren Jaroslav Rudis mit „Wintersberg Reise“, Matthias Nawrat mit dem „Traurigen Gast“, Feridun Zaimoglu mit „Die Geschichte der Frau“ und die mir unbekannte Kenah Cusanit mit „Babel“ nominiert .

Den Sachbuchpreis hat dann Harald Jähner  mit „Wolfszeit, Deutschland und die Deutschen 1945-1955“ und für die Übersetzung  Eva Ruth Memme mit der Übersetzung aus dem Rumänischen von  „Verlorener Morgen“ von Gabriela Adamesteanu, bekommen.

Das wars, die Empfänge im Österreich Cafe oder auch die, beim „Verbrecher-Verlag“, muß ich auslassen, habe mir aber ein Glas Rotwein mit Orangensaft geholt und morgen wird es weitergehen, aber zuerst muß ich da nach St. Pölten auf die Umfallsambulanz, um mir meinen Gips wieder auswechseln zu lassen.

Danach habe ich mir noch ein paar ARD-Videos, beispielsweise das über Mashas Gesses Buch „Die Zukunft ist Geschichte“, sowie über Tanja Malartschuks „Blauwahl der Erinnerung“ angeschaut.

Es gab eine Diskussion zum Thema „Heimat“ mit Fatma Aydemir, Julia Trompeter und Albrecht Selge über ihre neue Bücher. Und die Anthologie der 1986 in Karlsruhe geborenen Fatma Aydemir, die mit „Ellenbogen“ bekannt geworden ist „Eure Heimat ist unser Alptraum“ in dem vierzehn Autoren mit oder ohne Migrationshintergrund über diese Themen schreiben, habe ich heute bekommen und steht auf meiner Leseliste.

Reinhard Kaiser-Mühlecker hat seinen siebenten Roman „Enteignung“ vorgestellt, wo ich ja vor einer Woche zur Präsentation ins Literaturhaus gehen wollte.

Der Messedirektor Oliver  Zille hat in einem Interview die politische Wichtigkeit der heurigen Messe hervorgehoben. Es gibt wieder die rechten Stunden, zu denen sich ja  auch mein Freund Uli und andere patriotische Kämpfer aufmachen werden. Es gibt das Literaturcafe, Poetry Slams, die Selfpublischer und die Booktuber, die mir in ihren Videos  ihre Messeeindrücke zeigen werden, so daß ich mir, wie meine Leser manchmal fordern, wahrscheinlich auch von meinem Zimmer einen Gesamteindruck machen und neue Bücher und neue Trends kennenlernen  kann.

Am Freitag ging es dann nach einigen Schwierigkeiten in Harland weiter, weil Gipswechsel und wieder vierundzwanzig Stunden nicht belastet, Schwierigkeiten mit der Rezepteinlösung und das Internet ist auch nicht gleich gegangen und da konnte ich mir dann am „Blauen Sofa“ Sebastian Fitzek anhören, der den Umgang mit den Kritikern, er ist von Denis Scheck sehr kritisiert wurde, thematisierte.

Dann kam die Preisträgerin für europäische Verständigung Masha Gessen auf das Sofa und erzählte über ihr Buch, ihre Leipzig-Erfahrungen und die Preisverleihung.

Jakob Augstein und Nicolaus Blome haben ein Buch über „Oben und unten. Abstieg, Armt, Ausländer was Deutschland spaltet“, geschrieben, in dessen Diskussion ich ein bißchen hineingeschnuppert habe.

Dann wurde mit musikalischer Untermaltung die neue Fontane-Biografie vorgestellt, die Iwan-Michelangelo D`April geschrieben hat und viel über das realistische Schreiben des Apothekersohnes erzählte und meinte, daß Fontane bei der heutigen Jugend nicht mehr als „sexy Autor“ gilt, er aber sehr unternehmungslustig und umtriebiebig war.

Else Buschheuer, die sich in letzter Zeit ehrenamtlich in Demenzkliniken, etcetera, beschäftigt hat, hat ein Buch über das Helfen „Hier ist noch wer zu retten? Über die Liebe, den Tod und das Helfen“, geschrieben.

Dann kam ein Buch über Brecht von Heinrich Breloer „Roman seines Lebens.“

Dann kam der pakistanische Kampfflieger Mohamed Hanif, der mit einer „Kiste explodierender Mangos“ bekannt wurde und stellte sein neues Buch „Rote Vögel vor“.

Danach bin ich wieder nach Wien gefahren und versuchte das nachzuholen, was ich in der Ambulanz und im Auto versäumt habe.

So hat Jaroslav Rudis auf der MDR-Bühne ein Stück aus „Winterbergs letzte Reise“ gelesen, wo ein Sterbebegleiter den alten Herrn Winterberg kennenlernt und betreuen soll und mit ihm weil beide Eisenbahnfans, mit einem Baedeker aus dem Jahr 1913 auf eine große Reise geht.

Auf dem „Blauen Sofa“ habe ich mir das Video von Jachym Topol über seinen Roman „Ein empfindsamer Mensch“ angeschaut und das mit Antje Ravic  Strubel, die ja heuer den „Preis der Literaturhäuser“ gewonnen hat und bei dem sind wir in Leipzig ja immer gewesen, haben ein Glas Wein getrunken, ein Brezel gegessen und mich mit den Leuten unterhalten und Antja Ravic Strubel habe ich 2016  in Leipzig aus ihrem Episodenroman „In den Wäldern des menschlichen Herzens“ lesen gehört und mir das Buch bestellt. Ingeressant ist, daß sie  jetzt auch aus diesem Buch gelesen hat und das Video mit den „Buchpreis-Gewinnern“ habe ich mir auch angehört.

Es gab einen „Democracy-Slam“, wo Schüler sehr engagiert ihre Texte zum politischen Geschehen vorstellten, den es auf der Messe-Facebook zu sehen gab und so ist es vom Freitag, wo ich mit meinen neuen Gips wieder mal einen Tag lang nichtauftreten durfte und das Internet zweimal abgestürzt ist, in den Samstag gegangen, wo sich traditionensgemäß in Leipzig die Messehallen sehr sehr füllen, ich aber es ganz bequem vom Bett aus angegangen bin, was sicherlich sehr bequemer ist.

Als Erstes kam am Samstag die 1961 in Ostberlin geborene Marion Brasch auf das „Blaue Sofa“ und erzählte Luzia Braun über ihr neues Buch „Lieber woanders“, in dem es aus Toni und Alex geht, wo man den „Toni“, wie Luzia Braun erklärte, schon in ihrem früheren Buch „Wunderlich fährt nach Norden“, kennen kann.

Dann kam die ehemaligen Nonne, Doris Wagner, die über den „Spiritalistischen Mißtrauch in der katholischen Kirche“, ein Buch geschrieben hat.

Dann wurden zwei Bücher von Alexander von Humboldt, nämlich siebzig seiner Essays und einen illustrierte Biografie von Andrea Wulf vorgestellt, dann folgte der berühmte Schweizer Jean Ziegler und beantwortete ebenfalls für seine Enkel, die spannenden Fragen, „Was denn so schlimm am Kapitalismus?“, wäre.

Es gibt eine Broschüre, die man sich aus dem Internet ausdrucken kann „1989-2019 The Years of Change -Mittel- und Osteuropa 30 Jahre danach“ und ein dazugehöriges für drei Jahre geplantes Projekt in Leipzig, das auch einen eigenen Livestream hat, durch den ich mich ein bißchen geschnuppert habe, während auf das „Blaue Sofa“, die 1994 in Kempfen geborene Feministin Sophie Passmann, die mir bisher unbekannt war, die aber ein sehr streitbares Buch über dieses Thema „Alte weiße Männer“ geschrieben hat, über das man in Zeiten, wie diesen herrlich diskutieren kann und bestimmt auch muß.

Dann kam der Musiker, Autor und Entertainer Rocko Schmamoni von dem ich schon was gelesen und gefunden habe, mit seiner „Großen Freiheit“, ein buch über den „Buffboss“ Wolli Köhler, den er persönlich gekannt hat und der sich sehr für „Bier, Koks und Literatur“ interessierte.

Dann kam wieder Katja Gasser und stellte das Debut des 1988 in Wien geborenen serbisch Autors Marco Dinics „Die guten Tage“ vor, ein „Herkunftsroman“, in dem ein junger Mann mit einem Bus  zurück nach Serbien fährt, um auch über ein bißchen Österreichisches zu berichten, denn die Veranstaltungen im „Österreich-Cafe“ wo Marco Dinic schon am Donnerstag war und Andrea Stift am Samstag um halb zwei gelesen hat, fallen ja aus, obwohl man das Litradio der IG-Autoren, glaube ich, irgendwo nachhören kann.

Danach kam der 1961 in Köln geborene Paul ingeddaay, dessen „Königspark“ ich auf meinen Badezimmerstapel liegen habe und in dem es um den Madrider Straßenstrich geht.

Danach kam Stasa Stanisic mit seinem neuen Buch „Herkunft“, von dem ich allerdings nur die Schlußsätze hörte, wo Stasa Stanisic die Förderung, die er durch die Schule bekam, als er nach Deutschland gekommen ist, lobte, weil ich zwischendurch auf der Terrasse war, Sardinen, Brot, Rucola und nachher Erdbeeren mit Eis gegessen, sowie den Sonnenschein genoßen habe.

Dann ging es nach dem wunderbaren Literaturblock wieder in die Sachbuch-Schiene, nämlich Werner Plumpe „Das kalte Herz, Kapitalismus, die Geschichte einer andauernden Revolution“, was eine Metapher auf ein Märchen ist.

Dann am die 1947 geborene deutsche Jazz und Soulsängerin Uschi Brüning mit ihrer Autobiografie „So wie ich“, die von ihrer Begegnung mit Louis Armstrong und Caterina  Valente erzählte. Dann surfte ich zu MDR , kam wieder zu Sebastian Fitzek und kam darauf, daß „Fische, die auf Bäume klettern“, kein Thriller sondern eine Art Lebensweisheitbericht ist, was ich äußerst spannend finde.

Dann bin ich zu „3 Sat“ gegangen, die diesmal nur die „Blauen Sofa“, aber keine eigenen Videos haben und habe mir ein bißchen die „Buchzeit“ angesehen, wo unter anderen „Bleib bei mir“, aber auch ein Buch Günter Kunert und eines von dem tschechischen Autor Jirsi Hajicek vorgestellt wurde, bis es wieder auf das Sofa  zur „Blauen Stunde“ mit dem Thema „Integration“ ging, wo Dilek Güngür, von der ich gerade „Ich bin Özlem“ gelesen habe, die kroatische Autorin Jagoda Marinic, Ferda Ataman und Marvin Oppong über dieses Thema diskutierten.

Ferda Ataman hat eine Streitschrift „Ich bin von hier. Hört auf zu fragen!“, geschrieben, ein Satz mit dem ich ja meine Schwierigkeiten habe, denn wenn ich nicht mehr fragen kann, woher der andere kommt, kann ich ja nicht wirklich kommunizieren und müßte sprachlos bleiben, was ja auch sehr schade ist.

Jagoda Marinic, die ein Buch über die „Me Too-Debatte“ geschrieben hat, meinte in der Diskussion, daß es für sie wichtig sei, ihre Geschichte zu erzählen und das Buch des 1982 in Münster geborenen Marvin Oppong heißt „Ewig anders, schwarz, deutsch, Journalist“, der erzählte, daß er mit seiner Freundin im Zug gefahren ist und dort die Leute nach ihren Vorurteilen testete.

Dann gings nochmal in eine „Blaue Stunde“ und zwar zum „Krimi-Speed-Dating“ mit Michael Sahr, der die neuen Bücher der tschechischen Autorin Iva Prochazkova, Susanne Kliem, Marc Elsberg und Stefan  von der Lahr, die mir außer Marc Elsberg, der eigentlich marcus Rafelsberger heißt und von dem ich mal was gelesen habe, alle nicht viel sagten, vorstellte und die Autoren zu ihrem Schreiben, dem Ausgebranntsein, etcetera befragte.

Und bevor es in den Sonntag geht, kann ich noch verraten, daß Portual das Gastland des nächsten Jahres sein wird, wo ich dann wahrscheinlich wieder dabei sein kann.

Am Sonntag gibts in Leipzig dann wieder die Bloggersessions, bei denen ich im vorigen Jahr den ganzen Sonntag war, heuer aber ohnehin nicht so sicher war, ob ich dort hingehen würde und bevor ich mich dann wieder auf das Sofa setzte, habe ich mir bei MDR, ein Interview mit den ehemaligen  SPD-Chef  Franz Müntefering, angehört, das der dort am Samstag gegeben hat und etwas über das Älterwerden erzählte.

Dann gings zum „livestreamfreien-3- Sat“ und Sarah Kuttners neuen Roman „Kurt“, den auch Thomas Gottschalk in seiner neuen Literatursendung, die ich, weil auf Augenhöhe, gar nicht so schlecht, wie manche Kritiker fand, vorstellte und von der ich ja auch schon einiges gelesen habe.

Am Sofa fing es dann,  sehr aktuell mit zwei Büchern über „Zensur und Meinungsfreiheit“ weiter,was sehr spannend war von Siegfried Lokatis, der sich sehr damit beschäftigt hat, über die Zensurstrategien der DDR und wie die mit ihren Büchern umgingen, zu hören.

Und dann ging es bei Christian Bommarius „Die neue Zensur“, um die, die beispielsweise „Facebook“ praktiziert.

Dann ging es gleich mit Robert Feustel „Am Anfang war die Information- Digitalisierung als Religion“ weiter.

Dann kam Radka Denemarkova, die ich ja schon in der „Gesellschaft für Literatur“ hörte und deren „Herrlichen Flecken Erde„, ich mir damals kaufte und die jetzt  „Ein Beitrag zur Geschichte der Freude“ vorstellte, wo es um Schwalben,  um drei, beziehungsweise um die Gewalt an Frauen, geht.

Angela Krauß, die, glaube ich, mit Kerstin Hensel befreundet ist oder war, folgte mit ihrem neuen Roman “ Der Strom“.

Dann wurde es wieder politisch, denn es kam  der 1955 geborene Thomas Karlauf mit seinem neuen „Stauffenberg-Buch“, das wie ich hörte, vor allem bei Stauffenbergs Enkelin große Kontroversen auslöste.

Dann kam der Autor, Moderator, Journalist Friedemann Karig auf die Bühne und stellte seinen noch nicht erschienenen ersten Roman „Dschungel“, in dem einer im Dschungel verschwindet, vor und berichtete vom Unterschied den es zwischen literarischen und dem journalistischen Schreiben gibt.

Dann kam der letzte „Blaue Sofa-Punkt“ dieser Messe, nämlich die „Blaue Stunde“ zum Thema „Debut“ mit Helene Bukowski, Kenah Cuasit, die ja mit „Babel“ für den LBp nominiert war, Yannic Han  Blao Federer und Anselm Oelze, die mir alle nicht sehr viel sagten, was sich in der nächsten Zeit möglicherweise ändern wird, von dem ich, wegen Mittagessen auf der Terrasse, auch ein bißchen was versäumte.

Dann gab es noch ein bißchen von dem großen Chor zu hören, der sich ab vierzehn Uhr auf den Glashallenstiegen sammelte und dann war es zumindest mit den Livestreamvideos zu Ende, obwohl die Messehallen, glaube ich, noch bis siebzehn Uhr geöffnet sind und ich vielleicht noch einiges nachsehen und nachhören kann.

Das war es aber trotzdem, Leipzig 2019, unerwartet wieder mal im Zimmer statt live vor Ort. Aber trotzdem interessant und jetzt geht es  an das Lesen der Frühjahrsneuerscheinungen, die sich schon in meinem Badezimmer angesammelt haben und  vielleicht noch kommen werden. Aber vorerst geht es mit den Frauentagsbüchern weiter und die kann ich spoilern, sind ja auch sehr interessant.

2019-03-07

Schellenmann

Jetzt kommt ein Debut des 1988 in Ludwighafen geborenen  Phillipp Böhm, der 2016 beim Open Mike unter den Finalisten war, aus dem „Verbrecher Verlag“, der offenbar immer wieder viele schöne Debuts bringt, die dann auf den „dBp-Buchpreislisten“, auf der des „Leipziger-Buchpreises“ stehen oder den „Blogger-Debutpreis“ gewinnen.

So war 2015 Anke Stellings „Bodentiefe Fenster“, das erste Buch, das ich aus dem Verlag gelesen habe, von dem ich, glaube ich, durch Kathrin Passig, die Bachmannpreisträgerin von 2006, das erste Mal etwas gehört habe, Joanna Reisingers „Still halten“ ist, glaube ich, auch dort erschienen und im letzten Jahr hat Bettina Wilpert nicht nur den „Aspekte“ sondern auch den „Blogger-Debutpreis“ gewonnen.

Da habe ich dann eine Verlagsvorschau erhalten und bin in Kontakt mit dem Verlag gekommen, von dem ich inzwischen einige Bücher in meinem Badezimmer liegen habe und demnächst lesen werden und „Schellenmann“ hat mich, kann ich schreiben, ein wenig verwirrt, weil ich nicht so recht wußte, wo ich das Buch einordnen soll? Vergleichsrezensionen gibt es noch nicht sehr viele, ist es doch, glaube ich, erst im Jänner erschienen.

Ist es jetzt der übliche „Coming of Age Roman“, die Geschichte des Erwachsenwerdens, eines jungen Dichters oder ist es eine Dystopie und Schilderung eines trostlosen Endzeitszenarios, wie diese Welt nun einmal ist oder erlebt werden kann, wenn man in der philosophischen Krise steckt und die noch literarisch verarbeiten muß, damit man nach Klagenfurt zum Wettlesen geschickt wird oder den „Aspekte-Preis“ bekommt?

Ich glaube, es ist eine Mischung von Beiden und in der Buchbeschreibung wird die ungewöhnliche Sprache des jungen Autors gelobt und dann ist etwas von zwei jungen Männern geschrieben, die in einer Fabrik arbeiten und das Aufwachsen an den Rändern erleben.

„Nun ja!“, habe ich da wahrscheinlich gedacht und am Beginn des Buches an Gianna Molinaris „Hier ist noch alles möglich“ gedacht, das ja auch in einer Fabrik spielt und von einer trostlose Welt handelt.

Man weiß nicht so genau, ob und was in der Fabrik hergestellt wird? Jakob, der Held und Erzähler muß jedenfalls Stoffstücke in einen Häckser füllen und sonst ist auch noch so einiges merkwürdig. Die Geschichte spielt in einem Sommer, der nicht enden will, wo die Eichhörchen tot von den Bäumen fallen und die Menschen immer aggressiver werden und Jakob nach seinem Freund Hartmann sucht und dabei von einem merkwürdigen Schellenmann verfolgt wird.

Das steht so ungefähr im Beschreibungstext und dann liest man sich in fünfundsechzig Kapitel durch die zweihundertzwanzig Seiten und ist ein wenig ratlos, denn die Vermischung  der oben genannten Themen macht es der Leserin nicht leicht.

Jakob ist von draußen in die kleine Stadt gekommen, Hartmann sein Freund, der ihn offenbar nach Beendigung der Schule in die Fabrik brachte, war schon immer da und im Text wird auch noch etwas von einem Geheimnis geschrieben, dasJakob nicht weiß und das ich, muß ich gestehen, bis zum Ende des Buches auch nicht so ganz herausgefunden habe.

Am Anfang des Buchs stolpert man öfter über Stellen, da war Jakob zehn, zwölf, vierzehn, etcetera und man hat auch das Gefühl, daß nicht chronologisch, sondern durcheinander erzählt wird.

Die Geschichte spielt jedensfall in dem heißen Sommer, wo die Eichhörchen sterben, Müllsäcke im Bach abgelagert, Kühe geschlachtet und die Menschen immer aggressiver werden, so daß schon propehzeit wird, daß sie alsbald mit Küchengeräten aufeinander losgehen werden.

In der Fabrik bleibt man offenbar auch nicht lang oder doch, nur die Looser bleiben und die anderen verschwinden und so ist das mit Hartmann passiert, der jetzt von Jakob gesucht wird.

In der Fabrik gibt es einen Vorarbeiter namens Warzenmüller und dann einen Schlosser, einen Serge, einen Philliph etcetera,, die alle auch mit Jakob in Verbindung stehen. Bei Phillipp horcht die geprüfte Leserin auf und denkt sich, ist das vielleicht der Autor, der auch in der Geschichte mitmischt?

Jakob klaut ihm oder steckt sein Handy ein und ruft dann eine stumme Schülerin  an, die aber schnell gesprächig wird, Serge führt ihn in eine Bar ein, wo es zu einer Schlägerei kommt und man denkt an die üblichen Erwachsenwerdenrituale und dann gibt es noch einen Wald vor dem sich Jakob fürchtet und in dem schreckliche Geheimnisse geschehen ist. Da denkt man an eine Vergewaltigung und einen Mißbrauch, was der Autor aber selbst gekonnt relativiert.

Die Fastnacht gibt es auch, da hat offenbar die Geschichte zwischen Hartmann und Jakob angefangen und da begibt offenbar die Geschichte von dem Schellenmann, von dem Jakob verfolgt wird, der aber auch nicht näher erklärt wird.

Jakob fährt also mit dem Bus, auch so eine geheimnisvolle Metapher, weil der nie kommt und man auch nicht so genau weiß, was dann geschieht, in Hartmanns Haus, um ihn zu suchen, wird aber immer nur von der Großmutter empfangen und hört auch die Stimme, der Mutter, die die Großmutter nach Hartmann fragt.

Viel später ruft Hartmann Jakob an, fragt ihn, warum er sich nicht gemeldet hat? Fordert Jakob auch auf ihn zu besuchen, als der das aber nach einigen Zögern tut, ist der nicht mehr da.

Aus der Fabrik wurde Jakob inzwischen auch entlassen, so daß ihm nicht anderes über bleibt, als „Okay“, sagt Jakob zu sich selbst und steigt endlich aus.“

So endet das Buch und die Leserin bleibt, auch wenn sie schon einige Debuts gelesen hat, etwas ratlos zurück, fragt sich wieder, was sie noch von dem Autor hören und lesen wird?

Denkt, ein gekonnt geschriebener Roman mit einem nicht wirklich neuen Thema. Aber natürlich, das wahrscheinlich, was einem Dreißigjährigen bewegt und es da natürlich klar ist, daß das die doppelt so alte Leserin, die schon viele solche Romane gelesen hat, nicht aus den Socken reißt. Noch dazu, wo der gesellschaftliche Anteil, der für die ja sehr wichtig ist, sehr verhalten und verschlüsselt daher kommt.

Ein junger Sprachkünstler, der von seinen Schwierigkeiten mit der Welt erzählt, dessen Lebenslauf ich weiterverfolgen werde und gespannt wird, ob er es auf die Bloggerdebutshortlist schaffen wird und wie es ihm und den Roman so gehen wird?

2019-02-25

Argentinischer Schachroman

Ariel Magnus in der „Alten Schmiede“, ein argentinischer Autor, der von Ilija Trojanow moderiert, seinen neuen Roman „Die Schac hspieler von Buenos Aires“ vorstellt.2

„Wer ist das? Kenne ich den Autor?“

„Nein!“, habe ich gedacht, als ich mich heute mangels eines Alternativprogramm in die „AS“ aufmachte. Morgen ist dort die Friederike Mayröcker, aber da habe ich wieder nicht geschaut und mir zwei Abendstunden eingeteilt und Ariel Magnus klingt interessant, habe ich vielleicht noch dazu gedacht, als ich die Stiegen in den Keller hinuntergestiegen bin.

Von oben ist mr ein mir unbekannter Mann entgegengekommen, in dem ich erst später den Autor erkannte und, daß ich diesen doch schon kannte, habe ich dann gleich durch Ilija Trojanows Einleitung mitbekommen.

Denn 2010 war ja Argentinien Gastland in Frankfurt und da bin ich kurz vorher zu einer Veranstaltung in die Hauptbüchereie gegangen, wo ein argentiniescher Autor seinen Roman „Ein Chinese auf dem Fahrrad“ vorstellte.

Das hatte ich, ich habe in dieser Zeit die „Absturzgefahr“ geschrieben oder korrigiert, inzwischen schon vergessen, aber Ilija Trojanow der auch damals schon moderiert hat, hielt das Buch in die Höhe, sagte: „Lesen Sie das, wenn Sie was lustigies  wollen!“ und dann ist mir eingefallen, ich habe den gut deutschsprechenden, 1975 in Buenos Aires als Kind einer emigrierten jüdisch sprechenden Familie schon in der Hauptbücherei gehört und dann noch einmal, während meines Frankfurtsurfings und jetzt hat ihn Ilija Trojanow offenbar in die „As“ eingeladen, sprach von den siebzehn Romanes des Autors.

Drei davon gibt es schon auf Deutsch, neben dem „Fahrrad“ eines das seiner Großmutter gewidmet ist und das mit dem „Schachspielen“ beschäftigt sich mit seinem Großvater, der 1937 dreiundzwanzigjährig von Hamburg nach Argentinien emigrierte.

Das Buch gebinnt aber mit einer Seite aus der berühmten „Schachnovelle“, denn da fährt ja auch ein Schiff nach Argetninien zu der dort stattfindenden Schachweltmeiterschaft und der Großvater hat dem Enkel ein Tagebuch hinterlassen und der hat beschlossen einen Roman darüber zu schreiben.

Ein Stück hat der Autor gemeimsam mit Ilija Trojanow gelesen und dann viel über seine Üübersetzungsarbeit und wie das mit dem argentinischen spanisch ist, gesprochen und das Tagebuch des Großvaters war ja auch auf Deutsch geschrieben. Die Fragen die sich daran renkten drehten sich darum, ob man das österreichische Deutsch ins argentinische Spanisch übersetzen kann und  lIija Trojanow empfahl die Lektüre aller drei auf Deutsch erschienenen Romane und kleines Detail am Rand, als ich die alte Schmiede wieder verließ, um nach <hause zu gehen, sprachen mich zwei junge Männer an: „Entschuldigen Sie, wer war der Moderator!“

„Ilija Trojanow, ein gebürtiger Bulgare und relativ berühmter Autor. Schlagen sie doch bei „Google“ nach!“

„Wrden wir tun!“, versprachen sie und da kann man dann von „Macht und Widerstand“ der „Deutschen Buchpreisliste von 2015″, etcetera, etcetera, nachlesen und ich habe zwar keinen neuen Autor kennengelernt, aber doch mein Wissen über einen von mir inzwischen schon vergessenen wieder aufgefrischt.

2019-01-11

Nachtleuchten

Jetzt endlich, es ist schon Jänner 2019, kommt Buch achtzehn des dBp 2018 und das war es dann wahrscheinlich auch, denn Buch neunzehn und zwanzig scheinen nicht zu mir zu kommen, obwohl mir das von Christina Viragh vom Verlag versprochen wurde und ich auch eine diesbezügliche Datenschutzerklärung abgegeben habe.

Macht aber nichts, man braucht nicht alles lesen und 217 waren es auch nur achtzehn gelesene dBp- Bücher, allerdings stehen die restlichen zwei auf meiner Leseliste von 2019 und wenn ich es nicht wieder mit den Neuererscheunugen so übertreibe, hätte ich die Chance, den 2017-Jahrgang, wie den von 2015 mein erstes Buchpreisjahr, komplett zu lesen.

Und es ist ja auch nicht nur Buch achtzehn sondern auch das sechste der vorjährigen Shortlist, denn darauf ist ja die 1972 in Buenos Aires geobrene und in Berlin lebende Maria Cecilia Babetta, von der ich noch nie etwas gehört habe, gestanden und, daß das Buch zu mir gekommen ist, habe ich einer Schlamperei zu verdanken, denn „Fischer“ hat es mir nicht geschickt, dafür „Hanser“ seine zwei Bücher als E Books oder PDFs und da habe ich das der Anja Kampmann in der Mailbox, ähnlich, wie das Buch der Carmen Francesca Banciu verschlampt und habe gedacht, schaue ich da vielleicht bei „Netgalley“ nach, bevor ich nochmals anfrage.

Habe da dann gleich alle restlichen Bücher bestellt, konnte da aber nur „Nachtleuchten“ öffnen, so daß es bei zwei ungelesen bleiben wird und mit dem sechsten Shortlist Buch habe ich mir, ich schreibe es am besten gleich, nicht leicht getan und bin wieder einmal zwischen „fantastisch“ und „unverständlich“ hin und hergeschwankt und das ist es, glaube ich auch.

Da ich das Buch erst sehr spät gelesen habe, habe ich mir vorher das „Buchpreis-Video“ angeschaut und da die Autorin sagen hören, daß sie da Buenos Aires, beziehungsweise den Vorwort Ballester, in dem sie aufgewachsen und, wo auch ihr Großvater eine Autowerkstatt hatte, schildern wollte.

Das Buch spielt in den Siebzigerjahren, also vor der Militärdiktatur in der Zeit, wo Peron stirbt und seine Frau Evita, das Präsidentschaftsamt übernimmt.

„Aha!“, könnte man nun sagen und eine Vorstellung, was einen erwartet wird, haben.

Ich hatte sie und habe mich gänzlich getäuscht, denn die kleinen Leute von denen das Buch handelt, sind sehr spiritistsch angehaucht, um nicht zu sagen mythisch- phantastisch, aber der phantastische Realismus kommt ja von Lateinamerika her und wenn man da jetzt wieder „Aha!“, sagt und zu dem Friseursalon, der „Zur ewigen Schönheit“ heißt, nickt, irrt man sich wieder. Denn es gibt ein Video im Netz, wo Maria Celicilia Barbetta durch Berlin radelt und vor einem solchen Friseursalon steht, bezeihungsweise vor einem Geschäft in dem früher ein diesbezüglicher Laden war und die sehr sprachgewandte Autorin, die offensichtlich Lust an Sprachspielereien hat, zeigt auch auf ein Straßenschild auf dem „Ausfahrt freihalten“ steht und erklärt, daß sie dann immer „Freiheit aushalten“ denkt, wenn sie es sieht.

Das fünfhundert Buch ist in drei Teilen gegliedert, die je dreiunddreißig Kapitel haben und dann gibt es noch ein hundertstes, die „Vierte Dimension“ genannt.

Die kleinen Leute in dem Buch sind die Automechaniker in der Werkstatt von Teresas Großvater und die ist vielleicht das alter Ego der Autorin, jedenfalls ein zwölfjähriges Mädchen, eine Artztochter, die Mutter ist, wie offenbar auch die von Maria Cecilia Barbetta italienische Einwanderin und der Vorort in dem das Buch spielt ist auch ein Einwandererbezirk.

Theresa bekommt zu Beginn des Buches ein Geschwisterchen und besucht außerdem eine katholische Schule, in dem es lauter alte Nonnen und eine junge Sour Maria gibt, die den Schülerinnen das zweite vatikanische Konzil näherbringen will. Sie fährt mit wehenden Schleier unterm Helm auf einer Vespa zu einem Pfarrer, der sich als ihr Bruder entpuppt, vorher hätte man, da es dort auch ein kleines Mädchen gibt, auch an eine verbotene Liebesbeziehuing denken können.

Teresa bringt jedenfalls von ihrer Lehrerin angestachelt eine Plastiknonnenfigur wochenweise zu allen Familien des Ortes und so gleiten wir durch die dreimal dreiunddreißig Kapitel und kennen uns, wenn wir das Buch nicht sehr genau und  am besten mehrmals lesen, höchstwahrscheinlich nicht aus.

Denn es passiert wahrlich viel in den dreimal dreiunddreißig magisch-phantastischenKapitel. Der erste Teil ist der „Bloody Mary“ und den Klosterschülerinnen gewidmet, die aus externen und internen bestehen. Die Internen sind meist die armen Mädchen, die einen Freiplatz haben, die Externen zum Beispiel, die zahlende Arzttochter Teresa. Dann gibt es aber noch eine Adriana, deren Vater Rechtsanwalt ist, in dessen Haus Teresa die Madonna zuerst hinbringt, die könnte also eigentlich auch eine Externe sein. Sie ist aber eine zahlende Internatsschülerin und darf das Kloster nicht verlassen, weil der Vater soviel arbeiten muß, die Mutter ein Hündchen namens Mimi und ständig Migräne hat und das Dienstmädchen deshalb auch ständig beschäftigt ist.

Man sieht, es ist sehr komplziert, wird aber noch komplizierter und im zweiten Teil geht es sowohl in die Autowerkstatt, zu dem Großvater und seinen Gesellen, als auch in den schon erwähnten Friseursalon, der einem Celio gehört oder eigentlich seiner Mutter. Die hat einmal von Evita eine Nähmaschine geschenkt bekommen, die sie dann in eine Trockenhaube umtauschte. Jetzt ist sie alt und verstummt, offenbar ist eine Demenz damit gemeint, so daß sie von ihrem Sohn angekleidet und geschminkt wird und dann als Püppchen in einen Sessel sitzt, wo der Sohn mit ihr redet, während er seine Kunden frisiert. Die stirbt  im Laufe des Geschehens und im dritten Teil geht es, sowohl in das Intstituo Basilo, wo Celio wieder seiner Nutter begegnen will, als auch zu einer Frau und ihren Katzen.

Teresa und ihre Madonna taucht wieder auf und in dem Buch gibt es auch immer wieder experimentelle graphische Gestaltung, Buchstabenspiele, Räseln, seitenlang das selbe Wort, Fots, etcetera und Maria Cecilias Barbettas Sprache ist sowohl überbordend bis zum Kitsch und läßt dann wieder aufhorchen durch  neue Phrasen und Wortwendungen, so daß es sehr schön ist, durch das Buch zu gleiten, auch wenn man nicht sehr viel versteht und ich auch denke, daß die armen Leute in den Siebzigerjahren am Vorabend der Militärdiktatur vielleicht ein wenig weniger mystischer waren.

Aber was weiß man schon genau, Lateinamerika ist bekannt für seinen phantastischen Realismus und, daß der in der Diaspora sich vielleicht besonders schön entwickeln kann, kann ich mir auch vorstellen.

2018-10-09

Deutscher Buchpreis und österreichische Shortliste

Am Montagabend wurde also zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse der vierzehnte deutsche Buchpreis vergeben, der mich, könnte man so sagen, seit ich blogge,  sehr interessiert, vorher ist er eher an mir vorbeigegangen und seit 2015 lese ich eifrig mit und blogge darǘber.

Da habe und das war mein Ziel alle Bücher gelesen, ab 2016, wo es ja auch schon den öst Bp gab, waren es neunzehn, im Vorjahr achtzehn und heuer werden es wohl wieder achtzehn werden.

Da ich aber wegen unserer Schweizreise erst eine woche später zum Lesen, beziehungsweise mit dem Anfragen angefangen habe und außerdem eine Menge Nichtbuchpreisbücher, die ich paralell lese, auf meinem Bücherstapel habe, bin ich heuer sehr sehr langsam und lese mich gerade durch mein zehntes LL beziehungsweise viertes Shortlist-Buch, nämlich das der Georgerin Nno Haratschiwilli, das über siebenhundert Seiten hat und von dem ich gleich schreibe, daß es mir sehr sehr gut gefällt.

Vorher war ich ja der Ansicht und habe das auch Robert Huez im Literaturhaus so mitgeteilt, daß Maxim Biller denPreis bekommen wird, aber das Buch der Haratischwilli ist, meiner Meinung nach, viel biel besser, Manfred Rebandl im „Standard“ und manche „Amazon-Rezensenten“ sind da zwar anderer Ansicht, aber ich dachte am Schluß, sie wirds, weil ja auch das Messegastland heuer Georgien ist, gewinnen oder doch  Stephan Thome, den ich aber noch nicht gelesen habe.

„Nachleuchten“ von  Maria Cecilia Barbetta, habe ich erst vorige Woche von „Netgalley“ bekommen, beziehungsweise ist es das Einzige, der mir da fehlenden vier Bücher, das der Anja Kampmann ist mir ja kurzfristig verloren gegangen, das ich öffnen konnte. Der „Vogelgott“ den ich gelesen habe, schien mir zu speziell für de nPreis bezeihungsweise dem „Massengeschmack und „Archipel“ ebenfalls schon gelesen, hat mir  nicht so gefallen.

Der Livestream wird ja immer um sechs übertragen, da habe ich in den vorigen Jahren öfter hieneingehört und bin dann zu einer Veranstaltung gegegangen, einmal habe ich sogar selber gelesen. Im Vorjahr habe ich eine Stunde verschoben, um mir den ganzen Lifestream anschauen zu können. Heur hatte ich dann eine Stunde, so bin ich als der Klient gegangen war, gerade in das Video vom Stephan Thome hineingekommen, dachte mir „Schau an, also doch der „Gott der Barbaren“!“, dann trat Heinrich Riethmüller vom Börseverein auf die Bühne und verkündete Inger Maria Mahlke ist die Preisträgerin und ich dachte „Nein und ich liege wirklich immer daneben!“

Da kann man offenbar nichts machen und auf den österreichischen Buchpreis hoffe, wo ja am Dienstag die Shortlist bekanntgegeben wird und da bin ich in meiner Schätzuing bei der Longlist  richtiger gelegen, hatte da schon fünf Bücher gelesen, inzwischen sind es sieben, ein achtes steht noch auf meiner Leseliste, das Buch vom Daniel Wisser und das von Robert Seethaler ist leider noch nicht zu mir gekommen und ich tue mir beim Schätzen der Shortlist etwas schwer, denn meiner Meinung nachkönnten sowohl Milena Michiko Flasar, Arno Geiger, Margit Schreiner, Heinrich Steinfest, Robert Seethaler und Josef Winkler darauf kommen, dann entweder Hanno Millesi oder Daniel Wisser, dann wären es aber sieben und nicht fünf Bücher. Also mal sehen, warten wir auf die Bekanntgabe und schauen wir, wie schief ich da wieder liegen werde. Mal sehen, ich bin gespannt und lese mich ansonsten weiter durch meine drei oder vier Herbstleselisten.

Nun ist sie da, voila, die Shortlist und wieder eine Überraschung, denn die erwarteten großen Namen Geiger, Seethaler, fehlen, leider auch Margit Schreiners Platzgeschichte und statt  Hanno Millesi ist es Daniel Wisser aus dem „Jung und Jung Verlag“ geworden, das einzige Buch auf der Liste, das ich noch  bekommen muß. Vielleicht kann ich Anna Jung auf der Preisverleihnung nochmals anschnorren.

Also um nicht allzu verwirrend zu sein, das sind die fnf uind das Buch von Gerhard Jäger ist für mich die Überraschung, damit hätte ich, wie geschrieben nicht gerechnet.

Also, die Shortlist des öst Bp, besteht aus:

1. Milena Michiko Flasars „Herr Kato spielt Familie“

2.Gerhard Jäger „All die Nacht über uns“

3.Heinrich Steinfest „Die Büglerin“

4.Josef Winkler „Laß dich heimgeigen Vater, Oder den tod ins herz mir schreibe“, was ich noch lesen muß und

5. Daniel Wisser „Königin der Berge“, das noch zu mir kommen sollte.

Wer wird gewinnen? Josef Winkler wahrscheinlich, der ja schon „Büchner-Preisträger“ ist. Ich würde mir, wie zu vermuten, Heinrich Steinfest wünschen, denn das hat mir von den drei Büchern, der Liste die ich gelesen habe und sonst auch, am besten gefallen und die Jury besteht, damit man sich orientieren kann, wie weit ich mit meinen Schätzungen vielleicht schon wieder falsch liege aus: Bernhard Fetz, Konstanze Fliedl, Jens Jessen, Evelyne Polt-Heinzl und der Buchhändlerin Bettina Wagner, also kännte es schon der <Herr Winkler werden und ansonsten bin ich im Gegensatz mit dem dBp sehr zufrieden, eine schöne Wahl, obwohl natür,lich sehr viele andere schöne Bücher fehlen, aber wie gesagt, man kann ja selber alles was man möchte lesen und ich habe das in diesem Jahr  schon sehr getan.

2018-09-25

Amerika

Weiter geht es mit der Parallelliste und das ist ja das spannende am heurigen Herbstlesen, daß ich einen Einblick geben kann, was so abseits der Mainstreamlisten passiert und das Buch, das jetzt folgt, Kai Wielands „Amerika“ ist in mehrerer Weise interessant.

Erstens ist der 1989 in Backnang geborene einer der Shortlistfavoriten des vorjährigen „Blockbuster-Preises“, wo sich ja die prominenten Literaturblogger, um sich zu profilieren, unter Denis Schecks Oberjury einen Forum schafften, ein unentdecktes Literaturgenie zu finden.

Daß sie dabei meiner Meinung nach die Latten viel zu hoch setzen und man wahrscheinlich schon besser als ein dBp-Favorit sein muß, um da überhaupt vorgeschlagen zu werden ist ein anderer Kaffee und etwas was mir nicht gefällt.

Ich habe mir aber im Vorjahr die Preisermittlung im Internet angesehen, wo es drei Favoriten gab und ein Buch über B.Traven gewann, daß ich mir auf der letzten „Buch-Wien“ fast gekauft hätte, wenn es noch auf dem „Thalia-Stapel“ der Messebuchhandlung gelegen wäre.  Daß alle der Finalisten einen Verlag verdienen, was für ein seltsames Wort, habe ich bei mehren Kommentaren gelesen, Gunnar Kaisers „Unter der Haut“ ist dann auch bei „Piper“ erschienen und ich habe es gelesen, weil die mir ihre Vorschau schickten.

Bei Kai Wieland bin ich schon beim „Blogbuster-Leseproben-Buch“ oder vorher aufmerksam geworden, weil ich ihn, wie es mir öfter passtiert, mit Kai Wayand verwechselt habe, der ja mit „Applaus für Broniskowski“, 2015 auf der „dBp-Longlist“ stand, schau an, wie prominent, habe ich gedacht, gemerkt, das ist ein anderer und dann auf Buch und  Autor vergessen, das in der Leseprobe ja noch „Ameehrikah“, hieß und statt in dem gelobten Land in einem schwäbischen Provinzdörfchen spielt.

Dann habe ich meiner heurigen Buchpreis-Vorausschau geschrieben und einen „Gefällt mir“ von einem Kai Wieland bekommen und bin darauf gekommen, daß der nicht nur in der Stadt oder dem Dorf lebt in dem Alfreds Tante Edith, die Zahnärztin aus der DDR, lebte oder arbeitete und das ich in den Neunzigerjahren mehrmals besuchte, sondern daß sein Buch „Amerika“ Ende August erscheint.

Da habe ich es angefragt, gleich bekommen und kann jetzt einen weiteren Einblick in das ungeheure Schaffensreichtum der deutschsprachigen Literatur geben.

„Ein eigener Ton, eine eigen Weltsicht, ein schwäbischer William Faulkner, der zur Endteckung eindlädt“, hat Schirmherr- Scheck auf das Buch schreiben lassen, das kann ich, weil ich in Faulkner nicht sehr eingelesen bin, zu wenig beurteilen. Das mit dem Ton stimmt aber, obwohl es wieder eines der unzähligen Bücher ist, das in den letzten Kriegstagen spielt oder nein, stimmt gar nicht, denn der Chronist, kommt erst in der Jetztzeit in das kleine Dorf, setzt sich in das herunterkommene Wirtshaus und läßt sich von seiner Wirtin und den drei Stammgästen, alle über sechzig, seine Geschichte erzählen, die ja, wie so oft von den Kriegserfahungen handelt und die meisten der Protagonisten damals Kinder waren und mit ihren Eltern und Großeltern, die da Oberscharführer oder etwas Ähnliches waren, leben mußten.

Eine weitere Eigenwilligkeit des Buches ist wahrscheinlich der Titel und irgendwo habe ich auch etwas von den noch vorhandenen Unfertigkeiten des jungen Verlagsangestellten gelesen oder gehört, denn so ganz klar, wieso das Buch so heißt, ist mir das nicht geworden.

Gu,t es gibt eine amerikanische Flagge und einer der Protagonisten, der alte Alfred, der im zweiten Stock des Wirtshauses lebt, war, glaube ich, auch in den Neunzigerjahren mit seiner Frau in dem gelobten Land und hat dort die Grabstätten der Familie Kennedy aufgesucht.

Ansonsten geht es auch viel um das Sterben und das dürfte auch eine der Metaphern sein, mit denen der junge Autor spielt. Es passieren sehr viele Selbstmorde in dem kleinen Dörchen Rillingsbach, das nur zwei Straßen, das heruntergekommene Wirtshaus, das einmal ein Hotel war und eine aufgelassene Schule hat und, wie das so ist, werden da auch einige Morde vertuscht über die man lebenslang rätsel kann.

Das wäre jetzt wieder ein Grund für das unerwünschte Spoilern, zu sagen, wer den Ungustl Erwin, der glaube ich, auch die kleine Wirtstochter Martha vergewaltigen wollte, umbrachte und ich kann auch, wie weiland Sasha Mariana Salzmann im „Literarischen Quartett“ sagen, auf Seite 223 steht es. Aber vielleicht der Reihe nach:

Da kommt also der nicht weiter beschriebene Chronist in das Wirtshaus, setzt sich zu Alfred, Frieder und der „wilden Hilde“, läßt sich von Martha ein Fanta servieren und die Ereignisse der letzten Jahre erzählen, die waren, daß Erwin eines Tages tot in einem Schuppen aufgefunden wurde.

Selbstmord sagen, die noch amtierenden Besatzungspolizisten und kümmern sich nicht weiter darum, daß das Gewehr dafür nicht an der richtigen Stelle liegt.

Seine Frau, die später sowohl das „Amerikahaus“ in Murrhardt betreut, könnte es gewesen sein, denn sie blüht auf,  geht fortan auffällig oft in die Kirche und löchert den Pfarrer damit, wie es in der Hölle aussieht. Auch gottlieb, der Vater Marthas, der damals noch ein Hotel betrieb oder die anderen Dorfbewohner.

Da gibt es den eehmaligen Oberscharführer Wilhelm, den Nazilehrer Mangelhardt und auch einen Nazidichter, der zu Kriegsende in dem damaligen Hotel wohnte und sogar ein Gedicht für dien kleinen Alfred geschrieben hat, von dem vielleicht seine Amerikaobsession kommt.

Die wilde Hilde, 1949, nach dem Tod ihres Vaters Erwin geboren, verließ mit mit neunzehn das Dorf, ging im Kreisstädtchen auf die Polizei und verlangte daß der Tod des Vaters untersucht werden muß. Der Polizist wehrt ab und Hilde verließ die Heimat und kehrte erst mit Sechzig wieder nach Rillingsbach zurück. Dazwischen hat sie „Heilbronn, Stuttgart und sogar Freiburg gelebt und der Mutter immer erst dann Briefe geschrieben, wenn sie die jeweilige Adresse schon wieder verlassen hat.

Außer Amerika gibt es noch ein Thema, das sich durch das Buch durchzieht und das auch mir sehr sympathisch ist, nämlich die Bücher und das Schreiben. Sowohl Martha, als auch Hilde haben das versucht.Martha hat es, obwohl ihr einmal, noch als Schulmädchen, ein amerikanischer Soldat, einen Erzähband von Hemingway gegeben hatte, den sie nicht lesen konnte und sich den Autor auf „Ernst „Heimweg“ übersetzte, gleich aufgegeben. Sie hat aber, bevor sie nur mehr Wirtin wurde, Elisabeth im „Amerikahaus“ sehr geholfen und auch Hilde schrieb, glaube ich, ihre Memoiren, die der Bürgermeister im Rathaus, neben dem Nazibuch, aufbewahrt.

Ein sehr interessantes Buch also, in dem man die Schreibprozesse und das Autorwerden gut nachvollziehen kann. Kai Wieland meint in seinem Nachwort, daß er ohne den „Blogbusterpreis“ keinen Verlag gefunden hätte.

Nun man kann es ja inzwischen selber machen und hat dann vielleicht auch nicht viel weniger Leser, als wenn man auf einer der Buchpreislisten steht, geht ja, wie man überall nachlesen kann, das Leseverhalten der Leute stark zurück.

Es ist aber eine sehr interessante Neuerscheinung, die sonst wahrscheinlich an mir vorbei gegangen wäre, so bin ich Kai Wieland für sein „Gefällt mir“ sehr dankbar und neugierig, ob er auch das hier liest und ob Edith Neumann vielleicht seine Zahnärztin war?

2018-08-28

Archipel

Jetzt kommt Buch drei der heurigen LL und eines, das ich, glaube ich, schon über ein Monat auf meinem Badezimmerstapel habe, Inger-Maria Mahlkes „Archipel“ und „Inger-Maria Mahlke-“ steht am Klappentext „ist in nur wenigen Jahren zu einer der renommiertesten deutschen Schriftstellerinnen avanciert und hat sich mit jedem ihrer Bücher thematisch und formal weiter vorgewagt“ und ich habe die 1977 in Hamburg geborene Autorin, 2012 während ihres Auftritts in Klagenfurt beim „Bachmannlesen“ kennengelernt und 2015 ist sie dann, bei meinem ersten „Buchpreislesen“ mit „Wie ihr wollt“ auf der Shortlist gestanden.

Daß das Buch, das durch einen Zufall zweimal zu mir gekommen ist, auf der heurigen LL stehen könnte, habe ich vorausgeahnt und auf meiner eigenen Schätzung auch so vermerkt und jetzt nach dem Lesen und dem Ansehen einiger Videos, wo Booktuber ihre Meinung über den dBp zu Kenntnis bringen und darüber stöhnen, daß auf diesen Listen immer nur Bücher über Kriege und Familien in l` Art pour l` Art Manier stehen, kann ich dem zustimmen, daß, ich glaube, daß „Archipel“ ein typisches für den Buchpreis geschriebenes Buch ist.

Ob, die Leser dann sehr viel damit anfangen können und wieviele Leute es zu Ende lesen werden, ist eine andere Frage und da kann ich gleich hinzufügen, daß ich, die,  immer zu Ende Leserin, mir mit dem Buch etwas schwer getan habe und die letzten Seiten nur überflogen habe.

Denn Inger Maria Mahlke, die an ihrem Jahrhundertroman über eine Familie in Spanien sicherlich sehr lang gearbeitet und sehr sorgfältig recherchiert hat, hat im Sinne der „formalen Voranwagung“ einen besonderen Kniff gewählt. Sie erzählt ihre Geschichte rückwärts. Beginnt also am „9. Juli 2015 um vierzehn Uhr“ und endet vierhundertzwanzig Seiten später im Jahr 1919 mit dem Satz „Auf die Zukunft!“

Ein Kunstgriff für den Buchpreis könnte man so sagen und auch, daß Anna Weidenholzer für ihr noch nicht Buchpreisbuch „Der Winter tut den Fischen tut“, das gleiche gemacht hat. Aber da war der Stoff, es ging um eine arbeitslos gewordene Frau leichter zu erfassen. Hier, wenn eine Familiengeschichte von hundert Jahren erzählt wird, tut man sich schwer mit der Spannung, habe  wenigstens ich beim Lesen emfpunden, denn wie soll man die rückwärtsgewandt aufrechterhalten?

Es geht um eine Familie in Teneriffa, in der Stadt La Leguana, glaube ich und darüber hat ja auch Erika Kronabitter ein Buch geschrieben und dort kommt im Jahr 2015, die 1994 geborene Rosa, die Tochter von Felipe und Ana, im Anhang sind die handelnden Personen zum Glück angeführt, so daß man sich wenigstens daran ein bißchen orientieren konnte, aus Madrid, wo sie ihr Kunststudium abgebrochen hat, zurück.

Felipe ist der letzte „Bernardotte“, ein Historiker, der versucht hat, seine Geschichte kritisch aufzuarbeiten und daran scheitere, so daß er seine Tage jetzt nur mehr in seinem Club verbringt. Ana ist Politikerin und da gibt es gerade einen Skandal und es gibt auch noch einen 1919 geborenen Großvater, der und das finde ich originell immer noch in dem von katholischen Schwestern geführten Asyl, als Portier arbeitet, dabei viel fernschaut, aber aufpassen muß, daß die Dementen, nicht unerlaubt das Heim verlassen.

Das ist der erste Teil, der im Jahr 2015 spielt. Eine Hausangestellte namens Eulalia gibt es auch und es dreht sich auch sehr viel um die Frage, ob man in Zeiten der Krise, seine teuren Handtaschen nicht verstecken oder wie man mit dem Personal umgehen muß?

Und dann geht es, wie ich schon erwähnnt, sicher sorgfältig recherchiert und mit vielen Details ausgestattet, Kapitelweise zurück. Es geht zur Geburt Rosa in das Jahr 1994, die Beziehung zu Ana und Felipe werden erzählt. Die Großeltern kommen vor, Francisca und Elisio sind Felipes Eltern. Der Vater ist Militär und deren Eltern Ada und Lorenzo, Lorenzo ist Zeitungsherausgeber, während Julios Vater Apotheker ist.

Der zweite Weltkrieg, der Bürgerkrieg, etcetera werden dabei gestreift und in den einzelnen Familiengeschichten viele Details erwähnt, die zumindestens mir das Lesen sehr schwer machten und ich Mühe hatte, mich auszukennen.

Denn Erstens ist mir die spanische Geschichte nicht so sehr bekannt und dann wie schon erwähnt, rückwärts erzählt löst sich die Spannung auf, weil man Geschichten wahrscheinlich nur von hinten nach vorn und nicht umgekehrt erklären kann. Das Ganze aber ein raffinierter Kunstgriff ist, der die Literaturkritiker begeistert.

Ein buch also mit dem ich meine Mühe hatte, mir öfter die Frage stellte „Und was hat das jetzt mit mir zu tun?“ und warum soll ich mich durch das Schicksal einer spanischen Familie und ihre Geschichte quälen?

Der Durchschnittsleser wird es, könnte ich mir vorstellen, so empfinden. Da das Buch offiziell erst vorige Woche erschienen ist, gibt es noch keine Rezensionen, auf die ich zurückgreifen kann.

Bin also gespannt, was die Booktuber und andere Kritiker dazu sagen werden und ob es auf die Shortlist kommt? Ich würde das, obwohl ich bisher nur zwei Bücher von der Liste gelesen habe, nicht vermuten und ich würde es jetzt auch nicht nicht mehr auf die LL setzen.

2018-08-26

Das Herbstlesen

Vom Schweiz-Urlaub zurück gekommen, während die Sommerhitze allmählich abflaut, richte ich mich, noch in meinem Sommerfrische beziehungsweise Wochendendquartier und Zweitwohnsitz auf das Herbstlesen ein, das diesmal ein ganz besonders intensives sein wird, denn die Bücherstapeln im Wiener Badezimmer sind sehr hoch und, als wir nach der zehntägigen Abwesenheit nach Wien zurückgekommen sind, war das auch der Briefkasten und es wird diesmal nicht mehr, wie weiland 2015 als ich mit dem Buchpreislesen angefangen habe, ein mehr oder weniger darauf konzentriertes sein, ganz im Gegenteil und das ist auch gut so und das Interessante daran.

Denn meine Einstellung zum dBp, der meiner Meinung nach 2005 vom Börseverband des deutschen Buchhandels geschaffen wurde, um die Leser oder Käufer auf die interessantesten bzw. wie das so großspurig hieß „beste“ Neuerscheinung des Jahres aufmerksam zu machen, hat sich inzwischen sehr geändert.

Zuerst ist der dBp, das habe ich schon geschrieben, ja ein paar Jahre an mir vorbeigegangen, bis ich zu bloggen anfing und mich Christiane Zintzen, die heute, glaube ich, Chris Bader heißt, darauf  aufmerksam machte und ich mich 2009 vergeblich auf die Jagd nach dem Buchpreisprobenbüchlein machte. Dann habe ich  immer ein bißchen darüber gelesen, meinen damals wohl noch nicht sehr kompetenten Senf dazu abgegeben und mir ein oder zwei Bücher daraus jeweils zu Weihnachten oder zum Geburtstag schenken lassen, wie es sich die initatoren wohl wünschen.

„Buzzaldrin“ hat dann 2013 mit der Idee des Buchpreisbloggens angefangen.

„Wow!“, habe ich gedacht und wohl gerne mitmachen wollen, aber an meine lange Bücherliste gedacht und mich wohl auch noch nicht getraut, die Verlage anzuschreiben.

2014 kam von „Buzzaldrin“ die Idee des „Longlistenlesen“, wo man sich beteiligen konnte und 2015 gründeten sich dann die „offiziellen Buchpreisblogger“ wo ich nicht dabei und wohl darob auch ein bißchen beleidgt war und da habe ich mir dann einen Stoß gegegeben, geschrieben „Dann tue ich es inoffizell und die Verlage angefragt.

Zehn oder elf Bücher sind, glaube ich, gekommen, den Rest habe ich mir anderwertig besorgt und 2016 gedacht, jetzt lese ich nur mehr was kommt, es kamen neunzehn Bücher und ein Monat später der öst Bp, da kamen ein paar Bücher weniger und Sabine Grubers „Daldossi“ und Peter Henischs „Suchbild mit Katze“ liegen immer noch ungelsen auf meinen Stapeln und damit habe ich auch verstärkt Anfragen von den Verlagen und die ersten Vorschauen bekommen und da ich ja nicht „Nein!“, sagen kann und mir das Ganze immer noch, ich weiß auch nicht wieso, großen Spaß macht, ist es dann schon 2016 zwei oder dreigleisig gewesen, 2017 ebenso und 2018 lagen bevor wir in die Schweiz gekommen sind, schon zehn Bücher auf dem Stapel, die man erst im August oder September nach dem Erscheinen lesen sollte.

„Opoe“ habe ich mir in die schwiz mitgenommen, den dritten Band der Tim Krohns „Haussaga“ habe ich erst bei meiner Rückkehr im Garten vorgefunden und aus der Schweiz habe ich mir ja bekanntlich das im Abverkauf um fünf Franken gekaufte Arno Geiger Buch mitgenommen und als mein erstes Buch von der dBp 2018 Liste gelesen und jetzt sitze ich in Harland und kann mich auf das Herbstlesen vorbereiten.

Zwei PDf von denen eines inzwischen verschwunden ist und da weiß ich auch nicht wieso in dem Mail plötzlich ein ganz anderes war, sind schon gekommen, die „Sechs Koffer von Maxim Biller, auf die ich auch schon sehr neugierig war, habe ich bei meiner Rückkehr in Wien vorgefunden. Inger Maria Mahlkes „Archipel“, das schon auf dem Bücherstapel lag, habe ich zu lesen begonnen, die „Gewitterschwimmerin“ und „Der Vogelgott“ warten auch schon auf mich und bei zwei drei anderen Büchernder LL habe ich auch schon die Zusage, bekommen und kann mich darauf freuen.

Am fünften September wird die österreichische Liste bekannt gegeben. Da hoffe ich auch wieder und wahrscheinlich erneut vergeblich, daß ich davon schon was gelesen habe, obwohl es, da ich ja schon an die sechzig Neuerscheinungen gelesen habe, durchaus sein könnte und sonst habe ich auch noch ein paar Schmankerln auf den Stapeln liegen, auf die ich mich schon freue, da wäre erstens das neue Buch vom Wolf Wondratschek dabei, dann das neue von Tiljan Sila dessen Debut mir im Unterschied zu anderen ja sehr gut gefallen hat. Die neue Verena Roßbacher, deren Lesung bei den O- Tönen ich versäumt habe wartet, wie das neue Kumpfmüller-Sommerbuch, das ich hoffentlich noch bevor die Herbststürme kommen, lesen werden und dann hat mir „Literaturtest“ auch noch zwei Krimis aus dem „Unionsverlag“ geschickt und „Galiani“ einen interessanten Erzählband von Frank Schulz.

„Streß, Streß!“, werden die einen sagen, ich eher, daß ich in die Hände spuken und die Augen ölen werde  und mir, wie ich das ohnehin schon länger tue, immer wenn ich zu einer Lesung in die „AS“, ins Literaturhaus oder in die „Gesellschaft“ gehe, die ja auch bald beginnen , ein Buch einstecken werde, um die Wartezeit nützlich zu verbringen und mich daher nicht mehr, wie ich das ja bisher tat, auf das reine Badewannelesen beschränken und was meine veränderte Einstellung und die ist das ja auch nicht wirklich, betrifft, so meine ich damit, daß ich jetzt noch viel konkreter, als ich es bisher tat, verstehe, daß es eben mehr, als zwanzig sechs oder halt das eine hochgelobte Herbsthiglight gibt, das ich unbedingt lesen sollte, um auf den Paties und Gesellschaften im nächsten halben Jahr mitreden zu können.

Nun gut, dorthin gehe ich ohnehin nicht so viel und auch sonst fragt mich eigentlich kaum jemand, was ich lese oder ob ich das oder das schon gelesen habe?

Aber ich habe mir  schon vor ein paar Wochen eine zwanzig Bücherliste von den Neuerscheinungen erstellt, die ich diesem Jahr gelesen habe. Ein einziges davon und das wurde ja gerade erst angelesen, steht auf der LL, dafür drei vier oder sogar mehr andere, die ich gerne darauf gesehen hätte.

Nun gut, macht ja nichts, denn die 2018-Liste, das habe ich, glaube ich,  schon mitbekommen, ist sehr interessant und wenn es sie nicht geben würde, wäre wahrscheinlich so manches, wie besipielsweise Josef Oberhollenzers „Sülzrather“, das ich gerade, als PDF lese, an mir vorgeigegangen. De neue Helene Hegemann wäres es und wird es vielleicht auch, das neue Bch vom Adolf Muschg, das mich sehr interessiert und das der Gianna Molinari das ich vom Bachmannpreis-Surfen kenne und das ist für mich das Interessante, vielleicht noch ein wenig genauer hinzugucken, was da alles so in einem Jahr erscheint, obwohl ich das natürlich gar nicht kann, bei den zig tausenden jährlichen Neuerscheinungen, das weiß ich schon, daß, auch wenn ich hundertfünzig bis hundertsiebzig Bücher  lese, es nur ein Tropfen auf dem heißen Stein bleiben wird und dann bleiben, die anderen, früher erschienenen Buchpreisbücher, die ich irgendwo gefunden oder aus dem Abverkauf gezogen haben, liegen.

Ich weiß, finde es aber trotzdem spannend und auch das, was ich so auf den Blogs und bei den Nooktubern über den dBp lese, denn die sind ja, wie die Buchhändler der Meinung, das meistens, das darauf steht, was sie sowieso nicht interessiert.

Gut, die lesen meistens New Adult, Phantasy oder was es sonst so alles an Genres gibt, wo ich mich nicht auskenne, aber interessant ist ja auch, daß heuer ein Buchblogger in der Jury saß und vielleicht habe ich deshalb auf einigen Blogs oder Vlogs gelesen, daß die heurige LLl viel leichter lesbar, als die anderen wäre. Da habe ich mir schon, bevor ich „Sultzrather“, das mir übrigens sehr gut gefällt, zu lesen angefangen habe, gedacht, daß ich das eigentlich so nicht nachvollziehen kann.

Auf dieser Liste stehen für mich relativ viele mir bisherun bekannte Autoren, beziehungsweise Autorinnen, denn diesmal sind die Frauen eindeutig in der Überzahl und so weit ich es bis jetzt beurteilen kann, scheinen die vielen männlichen Midlifekrisis Bücher, wo es um den Sex des älteren Mannes geht und die mich im Vorjahr ein wenig nervten, zu fehlen.

Spannend spannend, aber wieder ein Beweis, daß es nicht reicht, beziehungsweise man sich nicht in der Gegenwartsliteratur auskennen wird, wenn man sich das eine Buch zu Weihnachten schenken läßt, die Shortlist oder auch die Longlist liest.

Es gibt viel viel mehr interessante Bücher, bei dem Wort gut, weiche ich sowieso wieder aus, weil ich bis jetzt eigentlich keine schlechten Bücher finde, außer die, die ideologisch zu hetzen versuchen und da sind mir bis dago nur Sachbücher bekannt, die ich nicht lese und auch die meisten Krimis, Phantasies oder sonstigen Genres, die  bei „Amazon“ hochgeladen werden und die die Leute vielleicht mehr, als den neuen Josef Oberhollzener oder  Wolf Wondratschek interessieren, halte ich nicht dafür.

Es gibt zig tausend Neuerscheinungen jedes Jahr und die Leute lesen immer weniger. Ich wahrscheinlich auch, denn mein Jahreshighlight von 176 bücher aus dem Jahr 2013 habe ich seither nicht mehr erreicht und halte es auch für illusionorisch, daß ich zweihundert Bücher schaffe.

Aber die Durchschnittsdeuschten und Österreicher lesen acht bzw. neun Bücher im Jahr, wenn diese Zahl, die ich einmal wo gehört oder gelesen habe, noch stimmt. Ich lese zwischen hundertfünzig und hundertsiebzig, interessiere mich sehr dafür, würde gerne mehr lesen, habe aber noch anderes zu tun, was genauso wichtig ist, beispielsweise, das Schreiben meines neuen Romans, wenn ich den Beruf, die Familie, die Lesungen, den Literaturbetrieb, jetzt gar nicht erwähne und falls ein Mitglied der  öst-Bp-Jury das lesen sollte, bitte bitte, tut den Heinrich Steinfest, die Milena Michiko Flasar und vielleicht auch den Norbert Gstrein darauf, weil mich der sehr interessieren würde und mir die „Büglerin“ sehr gut gefallen hat.

2018-07-22

Eine andere Buchpreisvorschau

Der „Deutsche Buchpreis“, diese Erfindung des „Börsevereins“ um den Lesern, die Jahresneuerscheinungen nahe zu bringen, gibt es seit 2005 und da ist er an mir ersteinmal, das habe ich schon geschrieben, ein paar Jahre  vorbeigegangen.

2008, als ich schon bloggte, hat ihn dann Christiane Zintzen, die heute, glaube ich, Chris Bader heißt, auf ihren Blog, den es nicht mehr gibt, vorgestellt und hat von diesem Leseprobenbüchlein geschrieben, das damals glaube ich vergriffen war.

2009 habe ich mich dann auf die Suche nach ihm gemacht und es in Österreich nicht bekommen, damals hatte oder war das schon 2008 die FAZ ein großes Buchpreisspezial und ich habe damals, weil ich ja noch kaum Rezensionsexemplare bezogen habe und mir die neuen Bücher auch nicht kaufte, sondern mir höchstens eins oder zwei davon zu Weihnachten oder zum Geburtstag schenken ließ, nicht sehr viel  gelesen, aber trotzdem, glaube ich, schon damals meinen Senf dazu gebloggt.

Wahlprognosen angestellt, die natürlich, weil ich ja weder die Gruppendynamik der Jurien, noch die Bücher kannte, meistens voll daneben waren, aber ich habe mich, das läßt sich nicht leugnen, sehr dafür interessiert.

„Buzzalddrins-Bücher“ hat dann 2013  mit der Aktion „Fünf lesen vier“ oder „Vier lesen fünf“ angefangen, damals an dem Tag der Longlistbekanntgabe kann ich mich erinnern, bin ich mit dem Rad nach Traisen gefahren und war bei meiner Rückkehr baßerstaunt, über die vielen unbekannten Titel auf der Liste, die ich natürlich nicht vorausahnen konnte.

Da habe ich schon vage daran gedacht, ob ich nicht vielleicht auch die Verlage anfragen sollte? Habe das  aber nur bei Nellja Veremejs „Berlin liegt im Osten“ getan und das Leseprobenbüchlein, das ich damals direkt angefragt habe, gebloggt, was inzwischen mehr Leute machen, ich aber zu dem Schluß gekommen  bin, daß ich damit keine Prognosen stellen und auch keinen adäquaten Eindruck bekommen kann.

2014 gab es dann wieder eine Buchpreisbloggeraktion bei „Buzzaldrins Bücher“ und wir waren damals im Elsaß auf Urlaub und ich habe die Buchpreisliste in einer Buchhandlung in Ansbach erfragt, das Leseprobenbüchlein gab es damals noch nicht und bei der Longlistenleseaktion, habe ich eifrig mitgemacht, „Kastelau“ bekommen und als sich dann 2015 die offiziellen Buchpreisblogger bildeten, habe ich inoffizielle Blut geleckt, das Buchpreislesen ist ja auch sehr spannend, immer Prognosen von den Büchern die ich damals kaum kannte, weil ich noch kaum Vorschauen gelesen habe, gegeben, mich immer gehörig verschätzt, aber 2015 alle Bücher gelesen, mir davon ein paar vorzeitig zum Geburtstag und zu Weihnachten schenken lassen, ein paar geborgt, zwei in einer Buchhandlung gelesen, etcetera.

2016 habe ich neunzehn Bücher bekommen und gelesen und 2017 waren es achtzehn vom dBp inzwischen hat es ja schon den öst gegeben,  die restlichen zwei habe ich dann im Jänner bekommen und muß sie noch lesen.

Und eine Folge meines inoffiziellen Buchpreislesen war, daß ich plötzlich die Vorschauen bekommen habe und heuer von den achtundzsiebzig Büchern,  die, ich glaube,  in diesem Jahr gelesen habe, so an die sechzig bis siebzig Neuerscheinungen, also Buchpreiskanditaten sind.

Allerdings wird das nicht so ganz stimmen, daß ich am vierzehnten August mit dem Buchpreislesen schon fertig bin, was ich ja gerne wäre, weil ich zwar zwanzig neue Bücher gelesen habe, aber die Hälfte der Verlage, die auf der Liste stehen, sicher fehlen und noch etwas ist heuer neu, der „Kaffeehaussitzer“, der ja 2015 bei den offiziellen Buchpreisbloggern war, hat voriges Jahr den „Bloggeraward“ gewonnen, damit hätte er das wieder werden können, kam aber wahrscheinlich, weil er da schon war oder auch aus anderen Gründen, in die offizielle Jury und liest sich seither streng geheim durch die 165 eingereichten Bücher.

Mit sovielen kann ich natürlich nicht aufwarten, aber sechzig bis siebzig, von denen dann wahrscheinlich eins bis drei auf der offiziellen Liste stehen werden, habe ich heuer auch gelesen und weil wir heuer auch wieder, während der offiziellen Listenbekanntbabe nicht im Lande sind und ich zu dieser Zeit wahrscheinlich, Laptoplos mich durch die Schweizer Literatur lese, habe ich gedacht, daß ich mit meiner Lstenprognose, die ich ja bisher immer getreulich falsch gegeben habe, ein wenig variiere, gut die O-Ttöne die ich seit Alfreds Altersteilzeit  immer getreulich besuche, würden mir dabei helfen, denn der neue Seethaler, der neue Gstrein kommen wahrscheinlich auf die Liste und der neue Arno Geiger zumindestens auf die österreichiche, weil der den dBp ja 2005 mit einem Buch das mir übrigens gar nicht so besonders gefallen hat, gewonnen hat und es so, wie die Jury mache, also nicht schätze, was da vielleicht oben stehen könnte, weil es heuer erschienen ist, sondern das nehme, was ich gelesen habe und da vielleicht ein bißchen nach meinen Erfolgskriterien arbeite, obwohl ich ja Bücher gar nicht so gerne rangreihe.

Was könnte also auf meiner persönlichen deutschen Longlist stehen, habe ich gedacht und kann dabei wahrscheinlich gleich wieder an ein paar Bücher einnern, die ich vor einem halben Jahr gelesen habe, während andere wieder fehlen, weil die Herbstneuerscheinungen ja noch weder wirklich eingetroffen, noch gelesen sind. Also meine zwanzig gelesenen deutschsprachigen Meuerscheinungen für den dBp:

  1. Bernhard Schlick „Olga“
  2. Andre Kubicek „Komm in den totgesagten Park und schau“
  3. Hannes Köhler „Ein mögliches Leben“
  4. Helmut Krauser „Geschehnisse während der Weltmeisterschaft“
  5. Tom Sailer „Wenn Martha tanzt“
  6. Margit Schreiner „Kein Platz mehr“
  7. Julia Schoch „Schöne Seelen und Komplizen“
  8. Jakob Hein „Die Orientmission des Leutnant Sterns“
  9. Milena Michiko Flasar „Herr Kato spielt Familie“
  10. Wlada „Kolosowa „Fliegende Hunde“
  11. Eric Nil „Abifeier“
  12. Heinrich Steinfest „Die Büglerin“
  13. Gunnar Kaiser „Unter der Haut“
  14. Mareike Schneider „Alte Engel“
  15. Kathrin Weßling „Super und dir“
  16. Ruth Cerha „Traumrakete“
  17.  Mareike Fallwickl „Dunkelgrün fast schwarz“
  18. Inger Maria Mahlke „Archipel“
  19. Hans Pleschinski „Wiesenstein“
  20. Michel Decar „Tausend deutsche Diskotheken“

Ein wenig einseitig, was die Verlage betrifft und auch fast nur Frühligsneuerscheinungen, also ziemlich unrealitisch, das habe ich schon geschrieben. Ein paar der Bücher haben mir dabei sehr,  wie der Steinfest, der Gunnar Kaiser, manche weniger gefallen und einige davon habe ich zwar in meinen Regalen, aber noch nicht gelesen, eines weil man das erst im August machen darf, das andere über den Gerhard Hauptmann, weil ich es mir beim Literaturhaus-Flohmarkt kaufte und daher nicht auf meine Jahresliste tat. Aber steht es auf der Liste, was ich hoffe, nehme ich es hervor, dasselbe gilt auch für Anne Reineckes „Leinsee“.

So und weil es ja seit 2016 den östBp gibt, das Ganze noch einmal bis zehn für österreichische Autoren und da wird man wahrscheinlich merken, daß es noch einseitiger wird, weil bei meiner öst Auswahl mehr Debuts und unbekanntere Autoren dabei sind, aber ein bißchen habe ich mich schon durch die heimische Literatur gelesen.

1.Rhea Krchmarova „Böhmen ist ein Ozean“

2.Margit Schreiner „Kein Platz mehr“

3.Milena Michiko Flasar „Herr Kato spielt Familie“

4.Heinrich Steinfest „Die Büglerin“

5.Verena Stauffer „Orchis“

6.Martin Amanshauser „Die Amerikafalle“

7.Cordula Simon „Der Neubauer“

8.Luis Stabauer „Die Weißen“

9. Eva Lugbauer „Und am Ende stehlen wir Zitronen“

10.Judith Gruber-Rizy „Eines Tages verschwand Karola“

Bei den Debuts tue ich mir auch ein wenig schwer, denn Luba Arnautovics „Im Verborgenen“ habe ich ja nicht bekommen, also könnte ich nur aus meinem 2Kremair und Scherriau- Fundus“ schöpfen.Aber da sind meine Lieblingsdebuts, glaube ich, nicht dabei. Denn da bin ich ja für Wlada Kolosowa und Gunnar Kaiser und die spielen bei der österreichischen Liga nicht mit.

  1. Barbara Rieger „Bis ans Ende Marie“
  2. Verena Stauffer „Orchis“
  3. Eva Lugbauer „Und am Ende stehelen wir Zitronen“, hätte ich also da anzubieten.

So das war meine diesmal ungewöhlichere Buchpreisschätzung, mal sehen, wie ich es getroffen habe. Es wird ja noch bis vierzehnten August einiges an Wissen dazu kommen und auch noch etwas Gelesen werden.

 

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