Literaturgefluester

2015-08-19

Der Longlistenstart

Hurrah, hurrah, könnte man sagen, ich kann, wenn ich am Freitag mit dem Alfred zu Sladkys Wandergruppe aufbreche, Gertraud Klemms „Aberland“ mitnehmen, denn das hat mir der liebe Alfred in Leipzig schon gekauft und wenn ich jetzt, wie ich hoffe, es irgendwie nach St. Pölten und zum „Thalia“ schaffe, werde ich, wenn möglich und vorhanden mit Alina Bronskys „Baba Dunjas  letzte Liebe“ oder Valerie Fritschs „Winters Garten“ starten, denn beide sind, glaube ich, eher dünne Bücher und die Bronsky noch leichter zu lesen als die wahrscheinlich sehr ästhetisch komplizierte Valerie Fritsch.

Ein Wortrauschbuch in einer Buchhandlung lesen, mal sehen, wie es geht, es gibt aber noch andere Auswahl und für die, für die das jetzt ein bißchen unverständlich finden, die Longlist des dBps 15, die diesmal heiß erwartete, ist da und sie ist, wenn man sich vorher ein bißchen in die Verlagsvorschauen umblickte oder das bei Buzzaldrins „Favoritencheck“ tat, gar nicht so überraschend.

„Ich habe schon sechs Bücher gelesen!“, hat Sophie Weigand von „Literaturen“ gepostet.  Ich noch keines, aber Gertraud Klemm schon auf meiner Leseliste und die meisten anderen Bücher sind mir wenigstens vom Titel her bekannt.

Beginnen wir also mit Alino Bronskys „Baba Dunjas“ letzte Liebe, von ihr habe ich „Scherbenpark“ gelesen, das sie beim Bachmannlesen 2008 vorstellte und diesen Sommer bei meinem Longlisten- bzw. Augustin Flohmarkt- Lesen „Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“.

Ralph Dutli „Die Liebenden von Mantua“, wurde bei den Bloggervorschauen mehrmals genannt, der Autor stand mit „Soutines letzter Fahrt“ 2013 auf der Liste und das Buch habe ich mir um drei Euro gekauft, als die letzte der beiden Buchhandlungen auf der Wieder Hauptstraße vorige Ostern zusperrte.

Jenny Erpenbeck „Gehen ging gegangen“, das Buch hat, glaube ich, Buzzaldrin empfohlen und ich hab von Jenny Erpenbeck, glaube ich, was auf meiner Liste, aber sonst noch nicht viel Ahnung.

Valerie Fritschs „Winters Garten“, natürlich ja, war nicht anders zu erwarten, wurde oft als Favorit genannt, ich habe das Buch am Montag in der Hand gehabt und fast gekauft, es kostet siebzehn Euro fünfzig, aber vielleicht kann ich es so lesen und die junge Autorin habe ich einmal bei Angelika Reitzers „Textvorstellungen“ in der „Alten Schmiede“kennengelernt, das ist mir das Sprachrauschtalent der jungen Frau mit der dünnen Bachmannstimme aufgefallen, als sie dann beim „FM4Preis“ gewonnen hat, hatte ich die Aufrufe auf meinen Blog, wahrscheinlich war ich damals die Erste, wo man etwas finden konnte, dann „Verkörperungen“, die GAV-Aufnahme, da habe ich wie bei Weidenholzer und bei einigen anderen jetzt berühmten Autoren, ein wenig veten dürfen, war aber natürlich nicht allein damit und die „Welt ist meine Innerei“, für den „Alpha 2013“ nominiert.

Als Angelika Reitzer „Winters Garten“ in der „Alten Schmiede“ vorstellte, war die sehr voll. Dann kam der Bachmannpreis, ein doppelter Gewinn, ein begeisteter Klaus Kastberger und jetzt die Longlistennominierung, bin gespannt wies weiter geht und ob sie es auf die Shortlist schafft?

Heinz Helle „Eigentlich müßten wir tanzen“, der Autor hat, glaube ich, mal beim Bachmannpreis gelesen, sonst weiß ich nicht sehr viel über ihn, aber ich frage ja demnächst die Bücher an oder finde es vielleicht in den Buchhandlungen.

Gertraud Klemms „Aberland“ habe ich schon erwähnt, die Autorin hat bei „Arovell“ ihr erstes Buch publiziert, kommt glaube ich aus Petra Ganglbauers Schreibwerkstatt, dann kam „Droschl“, vorher noch das Volksstimmefest und eine Frauenlesung im „Werkl im Goethehof“, der Bachmannpreis und die Begeisterung der Juroren, die ich ganz ehrlich, nicht ganz nachvollziehen konnte, dachte ich doch, die Frauenbewegung ist längst vorbei beziehungsweise selbstverständlich, ist sie nicht, wie man am Beispiel Ronja von Rönne sieht. Also brauchen wir wahrscheinlich doch das Buch und ich brauche es, damit ich mit dem lieben Otto im Toten Gebirge etwas zu diskutieren habe.

Rolf Lappert „Über den Winter“, der stand glaube ich, auch schon mal auf der Shortlist und habe ich von ihm schon etwas gelesen?

Inger Maria Mahlke Wie ihr wollt“, die Autorin hat beim Bachmannpreis mit Cornelia Travincek gelesen und ihr damaliger Text bzw. Buch hätte mich sehr interessiert und jetzt habe ich glatt Steffen Kopetzkys „Risiko“, das mir noch nichts sagt, ausgelassen.

Ulrich Peltzers „Das bessere Leben“, sagt mir auch nicht viel, von Ulrich Petzer habe ich aber, glaube ich, mal etwas gefunden und Sigrid Löffler war, glaube ich ebenfalls, einmal sehr empört, daß er nicht auf einer Longliststand. Jetzt steht er darauf und wir können ihn zu lesen anfangen.

Peter Richter „89/90“ Buch und Autor sind mir ebenfalls unbekannt. Also ran ans Lesen.

„Monique Switters „Eins im anderen“ hat heuer beim Bachmannpreis gelesen, hat nicht gewonnen, wurde aber sehr gelobt und jetzt muß’ich doch die Frau Knoch anschreiben, ob sie mir ein Rezensionsexemplar schickt?

Clemens J. Setz „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ ein langer Titel und hat nicht Tobias Nazemi vom „Buchrevier“ geschrieben, daß Autoren mit langen Titeln keine Chance beim dBp haben?

Ich habe mir gleich gedacht, daß das vielleicht nicht ganz stimmt und der junge Steirer war mit den „Frequenzen“ schon mal nominiert, ich glaube sogar auf der Shortlist, mit dem Erzählband „Die Liebe des Mahlstädter Kindes“ hat den „Leipziger Buchpreis“ gewonnen und Gedichte hat er glaube ich auch geschrieben.

Anke Stelling „Bodentiefe Fenster“ ist glaube ich auch für die „Hotlist“ nominiert und die Blogs haben das Buch besprochen und darüber diskutiert.

Ilija Trojanow „Macht und Widerstand“, der Autor ist mir als Wienerin ja kein Unbekannter, hatte er ja erst eine Reihe in der „Alten Schmiede“, die glaube ich noch nicht ganz angeschlossen ist.

Den „Weltensammler“ habe ich gelesen und der stand, glaube ich, auch einmal auf dieser Liste.

Vladimir Vertib „Lucia Binar und die russische Seele“ auch kein Unbekannter, auch wenn ich bei meinen österreichischen LL-Tips komplett auf ihn vergessen habe und bisher auch noch auf keiner diesbezüglichen Lesung war, ich habe aber irgendwann einmal Ottwald John wo getroffen, der mir sagte, daß er zu einer solchen Lesung geht, denn das ist ein tolles Buch, also Juroren und Bloggerpaten aufpassen und nominieren!

Kai Weyand „Applaus für Bronikowski“ sagt mir auch noch nicht sehr viel.

Auf Franz Witzels „Die Erfindung der roten Armeefraktion durch einen manisch depressiven Teenager im Sommer 1969“, auch ein elendslanger Titel bin ich durch die Blogs aufmerksam geworden und interessiert mich sehr, dann gibt es noch Christine Wunnikes „Der Fuchs und Dr. Schimamura“ und wieder keine Ahnung und Ferdidun Zaimoglus  „Siebentürmerviertel“ ist ein alter Bekannter, ich habe glaube ich zwar noch nichts von ihm gelesen, habe ihn aber in Leipzig öfter getroffen und auf den Longlists ist er glaube ich auch schon gestanden.

Eine tolle Auswahl, bin gespannt, was die Blogger dazu sagen und wie sie kritisieren werden?

Ich tue das ja nicht sehr viel, bemerke nur, daß ich Helmut Kraussers neues Buch auch für sehr interessant finde und es mir eigentlich erwartet hätte, aber das trifft ja, wie ich schon geschrieben habe auf 167(000) andere Bücher zu, sowie auf die, die auf meiner Longlist 2015 stehen würden und jetzt gehe ich es an mit meinem Longlistenlesen, damit ich am zwölften September, wenn möglich, meine Shortlist habe, obwohl ich, wie meine Leser wissen, im Auswählen  nicht sehr gut bin, werde aber die Verlage anschreiben, nach St. Pölten fahren und meine Leser vielleicht nochmals bitten, mir vielleicht eines der Bücher zu borgen oder mit eines von meinen zu tauschen und wenn ich für den Anfang ein oder zwei PDFs bekommen könnte, wäre das auch sehr fein!

Ansonsten freue ich mich über Kommentare und eine kleine Diskussion auf diesen Blog, denn ich bin heuer und wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren, auch eine Buchpreisbloggerin.

2021-03-09

Mutmacherinnen zum Frauentag

Gestern war wieder der internationaler Frauentag, den es glaube ich seit 1910 gibt und im Zuge diesen veranstaltet die 1977 geborene Helga Pregesbauer, inzwischen GAV-Mitglied, die ich einmal bei einer Lesung von Günther Vallaster im „Read!!ing!!room!!“ kennenlernte, schon seit 2014 im Literaturhaus immer eine diesbezügliche Lesung, die ich, obwohl, sowohl an der Literatur also auch an den Frauen sehr interessiert, bisher versäumte.

Das heißt das letzte Jahr, am Montag den 8 März war ich dort, da hat mich die Ruth eingeladen und da war ja schon alles anderes. Corona als Pandemie definiert, die ersten Toten vor allem in Italien schreckten das ganze Land und ich habe einer meiner Klientinnen, die mich am Nachmittag fragte, ob sie mir die Hand geben darf? „Wie Sie wollen!“, geantwortet. War aber schon am Dienstag im Literaturhaus bei der Präsentation von Xaver Bayers späteren Buchpreis-Buch sehr irritiert, als der in die Gegend hustete und sich alle später beim tollen Käsebuffet drängten und am Freitag davor war es bei der arabischen Frauenlesung im Amerlinghaus sehrvoll.

Im Literaturhaus zum vorigen Frauengag gab es aber eine gute Stimmung, Erika Parovsky, die gerade aus Israel zurückgekommen war, erklärte, daß sie, weil am Flughafen fiebergemessen ganz gesund sei, Elfriede Haslehner gab mir die Hand und wir diskutierten wann die Geschäftsschließungen, die es schon in Italien gab, auch zu uns kommen würde?

„In zwei drei Wochen!“, habe ich vermutet. Es war aber schon am nächsten Tag so weit, daß Kanzler Kurz „Bleiben sie zu Hause!“, verkündete und inzwischen müßen wir FFP2-Masken tragen und die Veranstaltung im Literaturhaus, die von Helga Pregesbauer in verkleinerter Form wieder veranstaltet wurde, kann man nur über den livestream genießen.

Anne Zauner sprach Grußworte, desinfizierte für Helga Pregesbauer dann das Lesepult, die sich, wie sie sagte an ihre FFP2-Maske inzwischen schon so gewohnt hat, daß sie sie zum Herunternehmen vergessen hatte und begann in ihrer Einleitung mit Frieda Kahlo, die für sie ein feministischen Vorbild darstellt. Dann stellte sie die 1979 geborene Michaela Hinterleitner vor, die, glaube ich, dem fröhlichen Wohnzimmerkreis zuzurechnen ist, immer freundlich lächelt und die ich einmal in St. Pölten bei einem Sonnenpark-Lesefest hörte. Sie hatte einen sehr feminstischen Text oder Textteile, die mit dem Superwoman begannen, zu Adam und Eva oder eher zu der letzteren, die dem Adam einen Apfelstrudel backen hätte wollen, aber durch die Vertreibung aus dem Paradies daran gehindert wurde, überschwenkte und Helga Pregebauer erzählte dann in ihrer Überleitung zu der 1960 geborenen Gerda Sengstbratl etwas von der Hündin Laika, die der erste Mensch am Mond oder im Weltall war.

Gerda Sengstbratl hatte zwei Texte einen für die Corona-Anthologie und einen für den Frauentag. Da ging es sowohl sehr erotisch, als auch sehr feministisch zu und am Schluß kam wieder Gertraud Klemm, die 1971 geboren, glaube ich mit Gerda Sengstbratl aus den Schreibwerkstätten der Petra Ganglbauer kommt, aber inzwischen mit ihren Büchern wie „Aberland“, „Erbsenzählen“ oder „Hippocampus“ Karriere machte, auf den Buchpreislisten stand, bei den Ö-Tönen las und jetzt auf Wunsch von Helga Pregesbauer aus ihrem neuen noch nicht veröffentlichen Buch zwei Stellen las, wo es um eine Frauen-WG zu gehen scheint, in dem es sich Simone, eine Maren, eine Flora und eine Lilli gemütlich machten, die letzte kauft bei einem Gemüseverkäufer Kartotten und ärgert sich über seine sexistischen Anspielungen und Helga Pregesbauer freute sich, wie ich schon darauf, das ganze Buch zu lesen. Aber ich habe ja noch „Erbsenzählen“ ungelesen auf meinen Lesestapel und habe unlängst erst ein „Standard- Video“ gesehen in denen, die sehr engagierte Gertraud Klemm erzählte, wie man sich ohne auf die Demos zu gehen, gegen die Corona-Maßnahmen wehren könne und Helga Pregesbauer schloß die Lesung mit einem Rosa Luxemburg Zitat.

Wein und Gespräche gab es zumindestens für die etwa dreißig Online Zuhörer und innen nicht, im Literaturhaus aber erstaunlich lauten Applaus und für alle, die Hoffnung auf einen vielleicht wieder normaleren Frauentag im nächsten Jahr, aber bis dahin muß man wohl, nachdem ja erst vor kurzem, eine neue Verordnung erlassen wurde, daß ab nun auch Treffen von vier Personen, als Veranstaltungen gelten würde, einige Widerstände überwinden.

Vielleicht können mutige Frauen, wie Frieda Kahlo, Gertraud Klemm oder die berühmteste Prostiutierte der Welt, die Helga Pregesbauer auch noch erwähnte, dazu helfen, daß das etwas schneller geht. Ein frommer Wunsch ich weiß, aber da die Hoffnung ja als letztes stirbt, schreibe ich ihn auf.

2020-11-30

Clemens J. Setzs Sprachstudien

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 21:47
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Der 1982 in Granz geborene Clemens J. Setz ist sicherlich ein sehr ungewöhnlicher Autor. 2007 debütierte er bei „Residenz“ mit seinen „Söhne und Planeten“.

Da habe ich ihn durch das Radio, glaube ich, kennengelernt und als ich das Buch gelesen habe, ich habe es mir, glaube ich, auf dem Stattersdorfer-Flohmarkt gekauft, war ich erstaunt übe rseine Vielschichtigkeit. Die „Frequenzen“ folgten, die ich nicht gelesen habe.

2011 erhielt er für mich überraschend für seinen Erzählband „Die Liebe zur zeit des Mahlstädterkindes“ den „Preis der Leipzigermesse“, das Buch habe ich dann im Schrank gefunden und war überrascht, über die Ungewöhnlichkeit mancher Geschichten, ein etwas skurriler Autor mit einer überschießenden Phantasie könnte man vielleicht unken.

Bei der Präsentation in Leipzig hat Clemens J. Setz dann auch noch das Obertonsingen vorgeführt

2015 wurde der dann mit der „Stunde zwischen Frau und Gitarre“ wieder für den deutschen Buchpreis nominiert, ein Monsterbuch mit, glaube ich, fünfzehnhundert Seiten, das in einer betreueten Wohngemeinschaft handelt, das mir sehr gefallen hat.

Mit dem für den öst Buchpreis nominierten Erzählband „Der Trost runder Dinge“ hatte ich dann wieder meine Schwierigkeiten, weil nicht alles verstanden und ich auch nicht alles nachvollziehen konnte. Ich habe es ja mit der Realistik und der Struktur, an die ich mich anhalten und orienteiren will.

Auf der letzten „Buch-Wien“ ist er dann, glaube ich, bei der „Langen Nacht“ überraschend eingesprungen und hat sich mit Bart und Hut als Übersetzer präsentiert. Da konnte ich ihm auch nicht in allen folgen und einige seiner vielen Bücher sind auch an mir vorbei gegangen. Dabeiauch fast das neueste „Die Bienen und das Unsichtbare“

Die „Alte Schmiede“ und der Lockdown beziehungsweise Corona machte es möglich, daß ich einen Eindruck von dem Buch bekam, wurde es doch dort vorgesgtellt und von Johanna Öttl mit dem Autor präsentiert.

Ich war natürlich nur per livestream anwesend und wäre in normalen Zeiten im Museumsquartier gewesen und hätte meine Laudatio auf den neuen „Ohrenschmaus-Preisträger“ gehalten. Corona bedingt wurde der Preis aber verschoben und so konnte ich mich mit Clemens J. Setz neuem Buch beschäftigten und das, die lange Einleitung erklärt es vielleicht, war für mich eine Überraschung.

Denn es ist eine Beschäftigung mit den Plan- und Kunstsprachen, also Esperanto, von dem ich schon was gehört habe oder Volapük, von dem ich überhaupt nichts wußte und Clemens J. Setz, der interessanterweise auch mit Maske in der „Alten Schmiede“ auftrat und die auch während des Gesprächs und seiner Lesung nicht ablegte, erzählte viel von den Kunstsprachen und gab auch Beispiele aus seinem neuen Buch. Las Gedichte auf Deutsch oder in Übersetzungen oder umgekehrt und ich habe wieder einmal nicht viel verstanden, obwohl ich mir die „Amazon-Leseprobe“ herbeiholte, um ein bißchen mitzubekommen, um was es da geht.

Die wahrscheinlichste Antwort ist, Clemens J. Setz hat sich mit den Kunst-oder Plansprachen beschäftigt und ein Buch darüber herausgegeben, wo er auch als Übersetzer fungiert.

Er hat auch, steht im Programm selbst dieses „Volapük“ gelernt und er erzählte auch viel von einem Charles Bliss, der die Bliss-Symbole entwickelte, die offenbar in der Behindertenpädagogik eingesetzt und verwendet werden. Es gibt ein Interview mit einem zerebralgeschädigten Dichter, der die Bliss-Symbolik erlernte. Es gibt ein Beispiel von Kafka und ist ein sicher interessantes Buch, in das man sich vertiefen kann. Esperanto und Volapük lernt man wahrscheinlich nicht dabei, aber möglicherweise einiges über Clemens J. Setz Denken.

Ein Buch, das mich, wie ich jetzt wahrscheinlich vorurteilsbehaftet denke, nicht so sehr interessiert, daß ich es lesen möchte.

Aber interessant war es doch eine neue Seite von Clemens J. Setz kennenzulernen und was der Titel des Buches mit dem Inhalt zu tun hat, habe ich nicht ganz verstanden, aber vielleicht ist es ein Zitat worauf sich Clemens J. Setz bezieht.

2020-11-03

Inniger Schiffbruch

Jetzt kommt Buch neunzehn des dBps „Inniger Schffbruch“ des Buchpreisträgers von 2015, dem 1955 in Wiesbaden geborenen Frank Witzel, von dem ich schon in einem Kommentar geschrieben habe, daß man in ihm, glaube ich, sehr gut den Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Schreiben feststellen kann und es ist auch ein Paradebeispiel für den Midlifekriseroman eines älteren berühmten Schriftstellers, weil ja 1955 geboren, sich mit der Geschichte Deutschland, der Geschichte seiner Familie und natürlich auch mit seiner Biografie auseinandersetzend und während die Ärztin Melitta Breznik, die letzten Tagen ihrer Mutter, die sie pflegte, mit ihren körperlichen Gebrechen schildert, geht es Franz Witztel sehr kompliziert und wie schon der Titel ausdrückt mit verschiedenen Metaphern an.

Seine Eltern sind gestorben, zuerst die Mutter, dann der Vater und es beginnt mit einem Traum von einem Rhinozeros oder Nilpferd, das man auch auf dem Cover sieht, dann geht er zu seiner Therapeutin und das ist vielleicht wieder etwas untypisch und erzählt ihm von der Trauerarbeit die er jetzt leisten will, die ist damit unzufireden und er wirft es ihr vor und dann geht es mit vielen Tiermethphern und noch mehr Träumen durch seine Lebensgeschichte und das Aufbruchsdeutschland der Neunzehnhundertsechzigerjahre, interessant, daß Eva Sichelschmidt und Stefanie Grengg etwas Ähnliches in ihren letzten Büchern versucht haben. Der Vater, ein Organist, Komponist und Geiger soll auf der Visitenkarte stehen, die ihm der Sohn viel später zu einem seiner Geburtstage schenkt, war ein Sammler und hat sein Leben akribisch in vier Tagebüchern aufgeschrieben, so daß der Sohn sehr viel zu ordnen und zu sichten hat.

Die Mutter aus dem heutigen Polen kommend, hat dagegen viel weniger hinterlassen und der Sohn macht sich nun daran, die Familiengehemnisse zu ergründen, was zwangsläufig zu der Frage führt, ob ein Schriftsteller das überhaupt kann und wieder interessant, die Art und Weise, wie Frank Witzel, das beschreibt und überlegt, ob man ein Buch über die Eltern mit einem Traum von einem Rhinozerus beginnen und mit einem erhängten Eichhörchen enden lassen kann und das hat sich auch nicht genau an dem Tag erhängt, wie es der Schriftsteller in seinem Buch beschreibt.

„Darf man das?“, fragt Frank Witzel und fügt hinzu, daß es der Leser ohnehin nicht merken würde und ich füge einige Rezensionen an, die sich darüber empörten, daß Witzel sie mit seinem Buch mit seiner Vergangheit belästigt, was sie nicht interessieren würde.

Es geht auch um die Frage oder die Selbstzweifel, ob Witzel jetzt ein guter Schriftsteller ist und für den Vater war es, wie schon geschrieben, daß seine große Karriere nicht klappte, später wurde er dement, kam mit der Mutter in ein Seniorenheit und Witzel geht Kapitel für Kapitel, die Stationen seines Lebens anhand der Aufzeichnungen und der Bücher, die er gelesen hat, durch.

Er hat einen jüngeren Bruder, als der geboren wurde, gab es eine Katze, die Mutter gab sie weg, weil es Geschichten gibt, daß sich Katzen auf Säuglinge legen und diese dadurch ersticken. Später fand Witzel eine tote Katze auf der Straße. Im mütterlichen Nachlaß gab es das berühmte Buch „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“, das ich auch im Nachlaß meiner Mutter oder schon früher fand. Meine Mutter hatte, da meine Schwester1942 geborene noch das Originale, später hieß es dann „Die Mutter“ und das berüchtigte „deutsche“ wurde weggelassen. Ein solches hatte Witzels Mutter für ihre in den Fünfzigerjahren geborenen Kinder, der Vater hatte ein Buch wo den Jungen damals die Sexualität schlecht erklärt wurde und Witzel, der intellektuelle hat gelesen und gelesen und zieht seine Lektüre nun in seinem dritten Roman über die Vergangenheitsbewältigung, der zweite ist mir entgangen, ein.

Da ist einmal das „Kind“ von Thomas Bernhard, dann Ingeborg Bachmanns Kriegstagebücher, Adorno war schon früher dran, Imre Kertesz kommt vor und und alles was einem so in den letzten Jahrzehnten durch die Hände kam und in seine Erinnerungen einbeziehen kann.

Ist das Thema ja sehr interessant, so daß es nicht nur Witzel, sondern wie erwähnt auch andere Autoren beschäftigt, die darüber schreiben und die Vergangenheit erobern wollen, was natürlich wie Witzel es in seinem Titel benennt, ein Scheitern bleibt und die Innigkeit beschreibt die Gefühle, die, was ich interessant fand, auch durchaus ein Intellektueller haben kann, auch wenn er sich mit Philosophen statt, wie es Melitta Breznik tat, mit dem Bluthockdruck, den Stützstrümpfen und den Fieberkurven beschäftigt.

Mir hat das Buch trotz seiner manchmal etwas kompliziertheit und seiner Distanz mit der es wohl geschrieben ist, glaube ich, fast besser gefallen, als „Der manisch depressive Teenager im Sommer 1969“, obwohl das Thema und die Herangehensweise durchaus nichts so neu ist.

Witzel ist das, glaube ich, doch gelungen, obwohl das Buch, wie ebenfalls schon beschrieben in der Buchpreisliste, im Gegensatz zu 2015 ziemlich unbemerkt geblieben ist, jetzt bin ich trotzdem fast mit der Liste durch und bevor ich zum heurigen Siegerbuch und meinem letzten „Buchpreisbuch“ komme, gehe ich zur österreichischen Liste, denn da habe ich ja noch sehr viel hinunterzulesen und bin gespannt, wie das jetzt mit der Preisverleihung am neunten November wird, da es da ja dann schon das Ausgangsverbot ab acht Uhr gibt, da wird es dann wahrscheinlich keinen Livestream geben, den Namen wird man aber wohl schon erfahren.

2020-10-16

Die Dame mit der bemalten Hand

Jetzt kommt schon Buch fünzehn des dBps, das vierte Shortlistbuch und das dritte der 1966 geborenen Christine Wunnicke mit dem sie auf der Longlist stand.

2015 als ich mit dem Buchpreislesen begann war es „Der Fuchs und Dr. Shimamura“, 2017 „Katie“, alle in dem kleinen „Beerenberg-Verlag“ und 2015 hat „Literaturen“ über den „Fuchs“, den ich in einer Buchhandlung glesen habe, geschrieben, daß Christine Wunnicke nur Außenseiterchancen hat.

Das habe ich wohl auch geglaubt, denn die Bücher sind klein und dünn, graphisch sehr schön gestaltet und sie haben auch eher ungewöhnliche Themen beim „Fuchs“ ging es um einen japanischen Pschiater bei „Katie“um den Spirtialismus und bei der „Dame mit der bemalten Hand“ wird die Pyschiatrie und ihre Ungewöhnlichkeiten verlassen. Denn es geht nach Jaipur und ins achtzehnte Jahrhundert.

Christine Wunnicke hat einen historischen Stoff gewählt mit dem sie wohl das Nichtverstehen der verschiedenen Sprachen und Kulturen beschreibt und in Zeiten, wie diesen wohl zu größerer Toleranz aurruft und das tut sie mit einer sehr schönen nicht leicht verständlichen Sprache, so daß man sehr aufmerksam und konzentriert lesen muß, um sich in die Welt des Shortlistbuchs einzulesen, über das Sigrid Löffler am Buchrücken „Christine Wunnicke ist eine wunderbare unterschätze Romanautorin schreibt.“ und das, glaube ich, inzwischen auch.

Es beginnt in Bombay im jahr 1764, wo der persische Astronom Meister Musa aus Jaipur, der eine Reise nach Mekka unternehmen will und vorher, um dafür das nötige Geld aufzubringen, einem Geschäftsmann ein sogenanntes Asterolabium verkaufen muß.

Auf der Insel Elephanta wo es nur Affen und Ziegen, sowie ein paar Einwohner gibt, findet er den deutschen Karthographen und Forschungsreisenden Carsten Niebuhr, der von 1733 bis 1815 lebte und 1761 von dänischen König auf eine arabische Forschungsexpedition geschickt wurde. Seine fünf Reisegenoßen sind inzwischen verstorben, er liegt mit Sumpffieber auf der Insel, wird von Meister Musa gefunden und die beiden versuchen sich nun in leidlichen Arabisch zu verständigen und sich kennenzulernen, was wie Christine Wunnicke meint, immer wieder zu großen Mißverständnissen führt, die sie gekonnt beschreibt.

Es gibt auch einen Diener, einen jungen Burschen, der die Beiden, die die Sterne beobachten, wo der eine nun das Sternbild Kassiopeia für eine Dame, der andere für eine hennarotgefärbte Hand, um den Titel zu erklären, hält, mit Hühnchen und Ziegenfleisch bekocht. Es gibt auch eine Großmutter und ihre Enkeltochter und am Schluß werden, die Beiden gefunden.

Carsten Niebuhr kann nach Deutschland zurückkehren und Bücher über seine Expedition schreiben und weiß am Schluß nicht mehr, auch ein Kunstgriff Wunnickes, die in ihrem Autorenportrait meint, daß sie dort, wo es keine geschichtlichen Fakten gibt, sich mit ihrer Phantasie behalf und die Geschichte erfunden hat, ob das, was er in Elephanta erlebte, real oder nur ein Fiebertraum war, während Meister Musa, auch Jahre später, in seiner Heimatstadt ein Buch des deutschen Forschers findet und da er die Sprachen genauso, wie die Mathematik liebte, seiner Tochter während sie ihr fünftes Kind zur Welt bringt, von dieser Geschichte erzählt.

Ein interessantes Buch, das mich sowohl an Trojanows „Weltensammler“ als auch an marion Poschmanns „Kieferninsel“ erinnerte, das es vielleicht nicht auf die großen besten Listen schafft, über das sich aber viel nachdenken läßt.

2020-08-18

Die neue deutsche Buchpreisliste

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 20:35
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Hurrah, sie ist, trotz Corona-Zeiten, da, die neue deutsche Buchpreisliste und sie war mir diesesmal obwohl ich ja bei meinen Buchpreisspekulationen, etwas anderers vermutet hättte gar nicht so unbekannt, weil fünf Treffer.

Ein paar unbekannte Autoren und wahrscheinlich Neuentdeckungen gibt es auch und das ist gut, aber drei Bücher habe ich davon schon gelesen, eines liegt in meinem Badezimmer, von dreien habe oder hätte ich bei den O-Tönen gehört und auch ein paar Serientäterinnen, also Bücher von Autoren, die schon mal auf der Liste standen, sind auch dabei.

Das Mann Frau-Verhältnis habe ich jetzt nicht nachgezählt, denn das ist mir eigentlich egal.

Ich habe also die Verlage angeschrieben, freue mich auf das Lesen und gehe nun für alle Interessierten, die Liste durch.

1. Helena Adler „Die Infantin trägt den Scheitel links“, ein Jung & Jung-Buch ist ja immer dabei, wahrscheinlich hat der Jochen ein Abonement darauf- Das Buch wird derzeit sehr prominent erwähnt und wurde bei den O- Tönen-Debuts vorgestellt, aber da konnte ich, weil Regen nicht ohne Maske in die Ovalhalle.

2. Birgit Birnbacher „Ich an meiner Seite“, die „Bachmannpreis-Trägerin“ vom letzten Jahr, die inzwischen bei „Zsolnay“ verlegt, da war ich bei den O-Tönen, „Wir ohne Wal“ habe ich auch gelesen.

3. Bov Bjerg „Serpentinen“ auch ein „Bachmann-Leser“und ein Buch das ich schon gelesen und auf der Liste erwartet habe.

4. Arno Camenisch „Goldene Jahre“, ein Schweizer Verlag, sagt mir jetzt nichts, bin also gespannt.

5.Roman Ehrlich „Male“, wahrscheinlich auch ein „Bachmann-Leser“, ansonsten auch eher unbekannt.

6. Dorothee Elmiger „Aus der Zuckerfabrik“, eine „Bachmann-Leserin“ von der ich schon was gelesen habe.

7.Valerie Fritsch „Herzklappen von Johnson & Johnson“, da war ich auch bei den O-Tönen, begleite die Autorin seit sie sich um die Aufnahme bei der GAV beworben hat, habe das Buch auf der Liste erwartet und glaube nach dem was ich auf der Lesung hörte, daß es mir besser als „Winters Garten“ gefallen wird.

8.Thomas Hettche „Herzfaden“, ein schon bekannter Autor und glaube ich auch ehemaligerger Bachmann-Juror und gelesen habe ich auch schon einiges von ihm.

9.Charles Lewinsky „Der Halbbart“ liegt auf meinem Badezimmerstapel und wird nchste Woche gelesen, da es da erscheint, ansonsten habe ich 2014 beim Longlistenlesen meine erste Erfahrung mit Charles Lewinsky gemacht.

10.Deniz Ohde „Streulicht“, bis jetzt völlig unbekannt, also sehr gespannt.

11.Leif Randt „Allegro Pastell“, stand schon auf der Liste für den „Leipziger Buchpreis“, deshalb habe ich es auch schon gelesen.

12.Stephan Roiss „Triceratops“, damit habe ich mich am Wochenende beschäftigt, ein Debut und ein gutes Buch, das mir sehr gefallen hat, ich drücke alle Daumen.

13.Robert Seethaler „Der letzte Satz“ ein Mahler-Roman, wurde von Wolfgang Tischer auf dem Literaturcafe zerlegt oder zerissen.

„Findet man alles bei „Wikepedia!“, das werde ich jetzt überprüfen und habe am Sonntag bei Alfreds Grillfest vom Karl „Ein ganzes Leben“, der Bestseller von vor ein paar Jahren überreicht bekommen, so habe ich es angefragt. Das „Feld“ das auf der östBp stand und bei den O-Tönen präsentiert wurde, habe ich gelesen.

14. Eva Sichelschmidt „Bis wieder einer weint“, völlig unbekannt, bin gespannt.

15. Anne Weber „Anette, ein Heldinnenepos“, klingt interessant und von Anne Weber habe ich schon einiges gelesen und gehört.

16. Olivia Wenzel „1000 Serpentinen Angst“, klingt auch interessant und war mir bis jetzt unbekannt.

17.Frank Witzel „Inniger Schiffbruch“, das ist, glaube ich der Buchpreisträger von 2015 und das war ein Buch,, das mich sehr beeindruckt hat.

18. Iris Wolff „Die Unschärfe der Welt“, da hat die Autorin einmal den „Alpha“ gewonnen, ich muß gestehen, ich habe das Buch noch nicht gelesen, vielleicht klappt es aber jetzt

19. Jens Wonneberger „Mission Pflaumenbaum“, klingt auch sehr interessant und spannend, ansonsten ebenso bis jetzt alles unbekannt.

20. Christine Wunnicke „Die Dame mit der bemalten Hand“, stand schon zweimal auf der langen Liste, deshalb kenne ich sie und die damals nominierten Bücher. Jetzt hat mir der Verlag das neue schon versprochen.

Interessant finde ich und bin sehr neugierig, ein paar Debuts, nichts so viele mittelalte berühmte Männer, die an ihren Midlifekrisen leiden, was ich auch sehr schön finde und jetzt wieder lesen, lesen.

Wer tut es mir nach und da ich drei Bücher ja schon gelesen habe, ist es auch nicht so viel und so viele hatte ich, glaube ich, vorher noch nie gelesen, obwohl ich mich ja immer sehr um den Buchpreis bemühe und den wirklich spannend finde.

2020-07-10

Adams Erbe

Weiter geht es mit der „Buchpreis-Backleseliste“ und jetzt geht es zu der Longlist von 2011 und zu Astrid Rosenfelds „Adam Erbe“.

Da habe ich mich ja schon ein bißchen für den Buchpreis interessiert, das Leseprobenbüchlein angefragt und mir auch den Eugen Ruge zum Geburtstag wahrscheinlich schenken lassen.

Das Debut der 1977 in Köln geborenen Astrid Rosenfeld ist aber ziemlich an mir vorbeigegangen und ich habe ihren Namen wahrscheinlich erst eingeprägt, als ich schon 2015 Buchpreis gebloggt habe und dann an einem heißen Samstag in Harland Buzzaldrins Gewinnspiel machte und dann im Oktober das umfangreiche Buchpaket von ihr bekam, wo auch Astrid Rosenfelds 2015 ebenfalls bei „Digoenes“ erschienener Roman Zwölf Mal Juli“ enthalten war. Das Buch habe ich, wie das mit der Buchhandlung und dem „Begrabenen Riesen“ noch nicht gelesen, die anderen sechs aber schon, denn die Alina Bronsky hatte ich, weil ja auf der Longlist schon gelesen.

Und „Adams Erbe“ lag wohl auf dem „Thalia-Bücherabverkaufstapel“ in der Kremsergasse, da schnappe ich ja gelegentlich zu und stelle die Bücher ins Regal, wo sie dann verkommen.

Aber im Vorjahr habe ich beschlossen, die Bücherliste aufzulesen und so ist das Buch auf meiner Buchpreisbacklist gelandet und ich muß sagen, es zählt wieder zu den Highlights, da habe ich ja heuer offenbar ein glückliches Jahr.

Habe ich ja den Salinger gelesen, den „Cox“, den Wolf Haas, „Blasmusikpopp“ und noch vieles mehr.

jetzt muß ich noch an den „Pianisten“ kommen, dann war es schon jetzt ein Superlesejahr und das Buch würde unmittelbar an „Adams Erbe“ andocken, das wieder von einer Holocaust-Nachfolgenden, die schreckliche Geschichte erstaunlich witzig und ungewöhnlich erzählt, obwohl den ersten Teil hätte ich warhscheinlich als Lektorin weggestrichen.

Die erscheint dem unvorgenommenen Leser vielleicht zu bizzar, so daß er das Buchwomöglich weglegt, bevor er an den wirklich packenden zweiten Teil kommt, aber da die wahrscheinlich schon öfter geschrieben wurden, hat Astrid Rosenfeld es wohl auch kompliziert machen wollen und mit Adams Erben angefangen.

Der heißt Edward Cohen und lebt in Berlin mit seiner Mutter und den Großeltern in einer Dachwohnung. 2000 ist er etwa zwanzig und so wie er aufwächst, wuchsen wohl viele alternativ erzogene Kinder auf.

Astrid Rosenfeld beschreibt es sehr bizarr. Die Großmutter heißt Lara und ist sehr streng und die Mutter ist nachdem sie von einem Sören oder Gören geschwängert wurde, wieder zu ihren Eltern gezogen und der Großvater Moses fängt zu weinen an, als er Edward erblickt und beginnt ihm von einem Adam, seinem Bruder zu erzählen, der schuld am Tod seiner Mutter und Großmutter ist, auch etwas gestohlen habe, etcetera.

Die energische Großmutter verbannt ihn daraufhin aufs Dach und sucht für die Tochter Ehemänner aus, damit sie sie und den kleinen Edward endlich los wird.

Das sind bizaare Gestalten, wie ein dauerredender Gynäkologe, der die Mutter immer beharrlich „Fräulein Cohen!“, nennt und dann mit den Beiden am Sonntag in den Zoo geht, dort lernt Edward einen Elvis- Verschnitt kennen, der die Elefanten besingt, aber auch ungewöhnlich brutal sein kann.

In den verliebt sich die Mutter und zieht dann mit dem Söhnchen eine Weile durch Deutschland. Er geht in keine Schule und wird später Püppchenerzeuger und damit sehr erfolgreich, bis er wieder nach Berlin zurückkommt, wo jetzt auch die Großmutter gestorben ist und er an sein Erbe, nämlich an ein Buch von diesen Adam kommt, das er für eine Anna geschrieben hat und der erste Teil ist an ein Amy, an eine Liebe Edwards geschrieben.

Der zweite Teil ist, wie schon erwähnt, sehr packend, obwohl und das ist wohl auch eine Schwäche des Buches, vieles dem ähnelt, was wir schon gelesen haben.

Adam wächst nämlich mit seinem Bruder Moses, in genau dieser Berliner Dachwohnung auf. Er wurde 1919 geboren, da ist sein Vater Maximilian verwundet aus dem Krieg zurückgekommen und liegt schreiend in seinem Zimmer. Die Mutter heißt Greti und in dem Dachzimmer wohnt die Gromutter Edna, die eine ähnlich strenge Person, wie Edwars Großmußtter Lara ist. Adam gilt als etwas zurückgeblieben und wird, weil in der Schule sehr unruhig, von einem Privatlehrer unterrichtet. Edna läßt ihn auch Geige spielen lernen, das soll er bei einem Herrn Bussler machen, der ein Freund seines Vaters war und im Krieg neun Finger verloren hat. Deshalb kann er nicht mehr selber Geige spielen. Adam hat aber genausowenig Talent, wie sein Großneffe Edward, der sechzig Jahre später zu einer bizarren Klavierspielerin geschickt wird.

Der ehemalige Maistro schließt sich dem genialen Adolf an und wird sogar Sturmbannführer, legt aber seine Hände schützend über die Familie Cohen, da er in die strenge Edna unsterblich verliebt ist und Adam verliebt sich in eine Anna, die wird nach Polen abgeschoben, Moses, der wegen dem Adolf nicht Medizin studieren durfte, verliebt sich in die strenge Lara und plant die Ausreise der Familie nach England, Bussler verschafft aber Adam falsche <papiere verwandelt ihn in einen Anton Richter und schickt ihn, der der Gehilfe eines Rosenzüchters war, nach Krakau, um dort die Rosen des Generalgouverneurs Hans Frank zu züchten. Er sucht dazwischen auch Anna, rät aber immer zur Geduld und wird dann in den Osten geschickt, wo ihm das, was er dort sieht, so entsetzt, daß er an Nervenschwäche stirbt, wie es die nervenstärkeren Nazis nennen.

Anton Adam beginnt nun selbst zu suchen, erfährt, daß Anna im Ghetto ist, und läßt sich dort hineinbringen, damit sie hinaus kann. Er soll dort eine alte Dame aus Wien bewachen, einen kleinen jungen namens Herakles gibt es auch und es endet damit, daß Adam in den Osten deportiert wird, aber vorher noch sein Buch geschrieben hat, das Edward Jahrzehnte später in der Berliner Wohnung findet. Er findet auch Anna Neunzigjährig in einem New Yorker Altersheim und wir haben einen sehr eindrucksvollen Bericht über das Warschauer Ghetto und die Verfolgung der Juden gelesen, das fast an mir vorbeigegangen wäre, aber jetzt freue ich mich auf das Nachfolgerbuch und natürlich auch auf den „Pianisten“, der ja auch vom Warschauer Ghetto handelt und den ich schon als Film gesehen habe.

2020-03-29

Leben im dystopischen Raum

Filed under: Alltagsgeplauder,Glosse — jancak @ 00:52
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Wenn ich vor einigen Monaten jemanden erzählt hätte, daß man in Wien und auch sonstwo nicht mehr auf die Straße gehen  soll und, daß man, wenn man es trotzdem tut und sich in einem Park oder am Donaukanal auf eine Bank setzt, ein Polizist kommen und sechshundert Euro oder was auch immer Strafe von einem verlangen kann. Man in der  U-Bahn einen Berechtigungsschein vorweisen muß, daß man zur Arbeit fährt und, daß die die Hausärzte einen nicht mehr in ihre Praxis lassen und sich auch weigern die E-Cards anzugreifen, also nur über das Internet ordinieren und womöglich darüber Ferndiagnose abgeben, hätte man mich wahrscheinlich für verrückt gehalten oder bestensfall gefragt, ob ich nicht zuviele Horrorromane lese und wenn ich das in einem solchen aufgeschrieben und an „Rowohlt“ oder auch nur oder „Droschl“ oder „Arovell“ geschickt hätte, hätte ich wahrscheinlich keine Antwort bekommen oder das das zu phantastisch wäre, obwohl ich in den letzten Jahren einige solcher Dystopien gelesen habe.

Das erste Mal bin ich auf den Ausdruck Dystopie, vorher hätte ich utopischer Roman gesagt, glaube ich, 2015 aufmerksam geworden, als ich beim „Deutschen Buchpreisbloggen“ auf Heinz Helles „Eigentlich müßten wir tanzen“ gelesen habe. Dann hat Stephan Teichgräber ein Workshop zur utopischen Literatur abgehalten, wo ich noch einmal in George Orwells „1984“ hineingeblättert habe und mir dachte, das haben wir ja längst erreicht.

Jetzt schreiben wir das Jahr 2020 und eine weltweite Pandemie ist ausgebrochen, die sich von China über die ganze Welt erstreckte.

Jetzt hebt China die Ausgangssperren langsam wieder auf und öffnet am Montag, glaube ich, die Einkaufszentren , dafür ist die USA, wo Präsident Trump zuerst sehr lange, die Gefährlichkeit des Corona Virus leugnete zum Spitzenherd der Infiszierten angestiegen und er hat notgedrungen auch Ausgangssperren eingeführt, die er aber jetzt wieder aufzuheben will, weil ja die Wirtschafts darunter leidet.

Ein Dilemma natürlich und es weiß wahrscheinlich keiner, wie man sich verhalten soll?

Durch strikte Maßnahmen, wie diese, daß jetzt die Polizisten durch die Straßen laufen und jeden der sich dort befindet,  ermahnt und sich dadurch natürlich selber einer erhöhten Ansteckungsgefahr aussetzt und auch der, daß genervte und wahrscheinlich psychisch nicht so stabile Bürger ausrasten und zu spucken und zu schreien anfangen, was in den zwei Wochen in denen es diese Maßnahmen schon gibt, zu hunderttausend Arbeitslosen und Kurzarbeitern führte.

Die Wirtschaft schreit auf, wir halten das nicht durch, fangt endlich an zu testen und haltet nur die alten, also, die über fünundsechzig, wo ich auch betroffen bin, von den Straßen fern, also vielleicht dreitausend Euro Strafe, wenn ich  einen Brief einwerfe, als wenn da ein Virus auf mich zurasen würde oder die Laissez faire-Methode, die auf  sogenannte Herdenimmunität setzt, wo ich mich eigentlich auch anschließen würde, denn die Jüngeren werden ja  kaum krank, wenn die dann vierzehn Tage zu Hause bleiben, sind sie immun und können wieder hinaus und das Leben kann halbwegs weitergehen. England hat das, glaube ich, praktiziert oder es so wollen, nur die Alten wegschließen, worauf es, glaube ich, zu einem Aufschrei kam und die Taktik geändert wurde, zu spät wahrscheinlich, denn jetzt sind sowohl Prinz Charles, als auch der Premiermistister infisziertund Angela Merkel wurde glaube ich, nachdem sie von einem positiven getestet Arzt geimpft wurde, als negativ erkannt.

Sehr viel Verwirrung also, wenn man jetzt zu Hause sitzt und im Fernsehen die ansteigenden Zahlen hört und, daß da jetzt schon wieder so und soviele Leute erkrankt sind.

Sie sind positiv getestet worden und wenn wüßte, wieviel Leute schon immun sind hilft das wahrscheinlich weiter und auch, wenn die Leute dann selber die vierzehn Tage zu Hause bleiben.

Das ist eine Methode, auf die ich setzen würde und sich das Ganze dann irgendwann in drei Monaten vielleicht, wie in China, ich weiß, da verwendete man noch drastischer Methoden an, als hier, wo ja nur die Polizisten kontrollieren und, die jungen Reporterinnen von Oe24 auf der Straße stehen, den leeren Graben zeigen und die alten Damen, wie die Frau B., die Tochter von einem einmal sehr bekannten Schriftsteller schief anschauen, wenn sie ihren Hund äußerln führen oder sich ihre Milch einkaufen.

Eine schwierige Situation und das Schlimmste, was die nach 1945 Geborenen wohl erlebt haben. Die Krise als Chance gibt es natürlich auch, ist aber warhscheinlich nicht so leicht umzusetzen, wenn ich ständig höre, schon wieder so und so viel Leute infisziert und die Zahl der Todesfälle nimmt zu und zu.

Die Kinder, die jetzt zu Hause mit ihren freigestellten im Homeoffice werkenen Mütter  lernen,  werden aber vielleicht verhaltensauffällig, wenn sie nicht in den Park dürfen und wenn sich dann die älteren zu viert oder auch mehr treffen um ein Bier zu trinken und das Corona-Party nennen, gleich die Polizei zu holfen, ist vielleicht auch nicht die Lösung.

Eine schwierige Situatuon, der Alfred hat gestern vor der Garage eine offensichtlich verwirrte Frau mit viel Gepäck getroffen, die nicht so genau wuße, wo sie hin soll?

Das hat mir die Frau auf der Krisenhotline, die ich angerufen habe, auch nicht so genau sagen können, so ist sie dann mit einem Taxi irgendwohin gefahren, ich hoffe sie ist gut angekommen und im Netz kann man sich, ich wiederhole es und betreibe es auch selber momentan sehr gut beschäftigen, deshalb habe ich auch wegen meines Veranstaltungsstop keine Entzugserscheinungen, sondern arbeite  mit  einem Teil meiner Klienten per Telefon, habe mich für die Krisenhotline des Berufsverbandes der Psychotherapeuten und auch für Krisensupervisionen zur Verfügung gestellt und auch bei Büchern scheint es einen Verzögerungsstop zu geben, da „Amazon“, bei dem aber, wie ich immer höre, ohnehin nicht bestellen soll, sich derzeit bevorzugt auf die Auslieferung von Klopapier und Hygienemittel zu konzentrieren scheint und die anderen Bücher, auf die ich  warte, von den Botendiensten ohne eine Unterschrift zu verlangen, vor die Tür gelegt werden sollen.

Innerhalb Österreichs scheint das zu funktionieren, da habe ich diese woche ein Buch bekommen, „Rowohlt“ hat mir geschrieben, daß sie derzeit sehr viele Bücher zurück bekommen und mir den neuen Camilleri als E-Book geschickt. Die lese ich zwar nicht so gern, aber in der Not frißt die Teufelinin  ja angeblich Fliegen und so ist Nele Pollatscheks „Dear Oxbridge“ auf diesen Weg jetzt doch zu mir bekommen, obwohl der Verlag es zweimal normal an mich verschickte.

Dann korrigiere ich natürlich viel, bin, wie ich hoffe mit dem „Fräulein No“ demnächst fertig, habe da zwei neue nicht mehr im Text enthaltene Szenen als eigene Geschichten im Text eingestellt und bereite mich  natürlich schon auf das Schreiben in Zeiten von Corona vor, plane also darüber zu schreiben, obwohl, das wahrscheinlich nicht so leicht sein wird, weil man da ja noch nicht die nötige Distanz dazu hat und das Ganze wahrscheinlich erst in einigen Jahren so richtig beurteilen kann.

Und hier mein Corona-Textarchiv 1 2 3 4 5 6 7 8

2020-03-09

Ins Wort fallen zum Frauentag

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:50
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Helga Pregesbauer

Helga Pregesbauer

Gestern war der „Internationale Tag der Frau“, was in Zeiten, wie diesen, wo die Rechten gegen das Gendern und die Bundehymne „Heimat bist du Töchter, Söhne!“, natürlich, selbstverständlich, hetzen, höchstwahrscheinlich besonders wichtig ist, obwohl das Corono-Virus und die Kriminalisierung in da man durch es geraten kann, sowie den Füchtlingsansturm an der griechischen Grenze, die Tagesthemen bestimmen und ich war diesbezüglich schon am Freitag im Amerlinghaus, wo die arabischen Frauen von ihren Männern Rosen bekamen und schön geschmückt in glänzenden Kleidern mit Kopftuch oder auch ohne, ihre Bilder und Puppen ausstellten und ihre Gedichte lasen und dann am Sonntag in Magda Hotels bei der Ehrung der „Frau des Jahres“ durch die Grünen, wo es ein tolles Buffet und ein Gespräch mit Cornelia Stahl gab, die mich jetzt endlich doch zu interviewen scheint, was sie mir ja schon vor Jahren auf einer dieser anderen Buchmesse versprochen hat, sich dann aber offenbar durch meine selbstgemachten Bücher abschrecken ließ und heute hat Helga Pregebauer, die ich einmal auch schon vor Jahren bei einer von Günther Vallaster organisierten Lesung im „Read!!ing!!room“ kennenlernte und sie  bezüglich ihrer Aufnahme in die GAV ein wenig unterstützen konnte, unter dem Motto „Frauen die ins Wort fallen“, zu einer Lesung ins Literaturhaus eingeladen

Gertraud Klemm

Gertraud Klemm

Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

und dazu Ruth Aspöck,  Gertraud Klemm, Daniela Meisl und Marlen Schachinger eingeladen, Frauen also, die mit ihrem Feminismus eine gewiße Berühmtheit erlangten, während ich ja diesbezüglich unbekannt geblieben will, aber die 1977im Waldviertel geborene Helga Pregesbauer mokierte, die Blumen, zu deren Geschenktag der Frauentag inzwischen mutiert sei, aber starke Stimmen allemal im Literaturhaus trotz der Coronahysterie und die stärkste hatte auf jeden Fall, die 1971 in geborene Gertraud Klemm, die ich vor Jahren einmal bei den „Textvorstellungen“ hörte und die inzwischen aufgestiegen ist und Karriere machte, ihr Monolog den sie beim „Bachmann-Preis“ vorgetragen hat, hat mir ja nicht so besonders gefallen, aber ich habe „Aberland“ gelesen, das auf der Longlist des dBp 2015 stand, dann „Muttergehäuse“, das zuerst ja bei „Arovell“ erschien, zuletzt „Hippocampus“, das mir sehr gefallen und den Text der ihre Empörung über die schicke hippe Frauenministerin, die vom Feminismus nicht so viel hält ausdrückt, ist auch in dem bei „Kremayr und Scheriau“ erschienen „Haßbuch“ enthalten, das noch auf meinem Badezimmerlesestapel liegt.

Daniela Meisel

Daniela Meisel

Marlene Schachinger

Marlene Schachinger

Dann las sie aber aus ihrem gerade entstehenden neuen Roman, wo es auch um den Feminsmus und starke Frauen geht. Dann folgte schon Ruth Aspöck, eine Mitbegründerin der „Auf“ und der 1970-Frauenbewegung, die glaube ich Texte aus ihrem „Uratbuch „und der ganze Zauber nennt sich Wissenschaft“ las, das auch irgendwo in meinen Regalen liegt.

Die 1977 geborene Daniela Meisl, die ich vor cirka einem Jahr bei den „Wilden Worten“ kennenlerne, die ich übrigens heute versäumte und deren damals vorgestelltes Buch auf meiner heurigen Leseliste steht, hatte ich eigentlich gar nicht für eine so besondere Feministin gehalten, sie las aber einen Text über eine Frau, die sich mit der Sprache auseinandersetzt und Helga edPregesbauer, die nicht extra gelesen hat, gab zu den Vorstellungen der Autorinnen immer zwischendurch Kommentare, wie Frauen und Männer oder Mädchen oder Buben ungleich behandeln werden. Beim Mann heißt es beispielsweise sein „starkes Stück“ bei der Frau „Scham“ und der Mann ist ein Don Juan die Frau eine Hure, etcetera und Marlen Schachingers literarischen Aufstieg habe ich auch hautnahm verfolgt. Ihr erstes Buch ist in der „Eition die Donau hinuter“ bei der Ruth erschienen, inzwischen hat sie ein narratives Institut, mehrere Bücher geschrieben, eine Frauenvorlesung im Rathaus gehalten und sie brachte auch einen starken Text über das Gendern beziehungsweise über die rolle oder die Ungleichheit der Frau um Literaturbetrieb.

Nachher gab es wieder Wein und Gesprächen, wie haben uns mit Erika Parovsky, die gerade von Israel zurückgekommen ist und Helene Hoffmann unterhalten, die alle sehr begeistert von dieser starken Frauenlesung waren und jetzt muß ich weiter meinen starken Frauenalltag leben und wenn ich dabei ein bißchen literarisch auffallen kann, würde mich das sehr freuen.

2019-10-12

Buchpreisaufregungen

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 13:20
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Ich lese ja derzeit das fünfte Mal die deutschen Buchpreisbücher, das vierte Mal die des Österreichischen und heuer zum ersten Mal die Schweizer Buchpreisbücher und bin dazu gekommen, weil mich ja das Lesen und die Bücher sehr faszinieren.

Ich schreibe immer wieder, bis 2008 ist der Deutsche Buchpreis so ziemlich an mir vorbeigegangen, da habe ich beim Kochen und beim Abwaschen in Ö1 vielleicht davon gehört und mir gedacht, „Aha!“, interessant.

2008 als ich mit dem Bloggen angefangen habe, hat es Christiane Zintzen mit ihrem Blog „Indadäquat“, den es schon lange nicht mehr gibt, vorgestellt und auch  auf dieses Leseprobenbüchlein hingewiesen. Damals gab es auch in der FAZ, glaube ich, ein „Deutsches Buchpreis-Spezial“, wo die Bücher vorgestellt und von Literaturkritikeren diskutiert wurden.

2009 bin ich in Wien und St. Pölten dem Leseprobenbüchlein nachgejagt, bin dann irgendwann auf „Buzzaldrins-Blog“ gestoßen, der 2013 die Aktion „Fünf lesen vier“ oder „Vier lesen fünf“ ins Leben gerufen hat.

Daraus ist das „Buchrpreisbloggen“ geworden, wo es 2015 sieben offizielle Blogger gab, die sehr stolz darauf waren, ausgewählt worden zu sein.

„Das kann doch jeder machen!“, habe ich trotzig gedacht, die Bücher angefragt, bin in Buchhandlungen gegangen, habe mir vom Alfred die Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke früher kaufen lassen, mir zwei der Bücher vom Otto ausgeborgt, etcetera.

Damals hat es auch das Buchpreistagebuch oder die Longlistnotizen gegeben, denn ich habe mein inoffizielles Buchpreisloggertum sehr ernst genommen, bin damit vielleicht auch den offiziellen Bloggern auf die Nerven gegegangen, denn eine hat meine Kommentare gelöst und gemeint ich solle sie in Ruhe lassen!

Aber mir hat das Bloggen Spaß gemacht, ich habe mir gedacht, in Buchhandlungen setze ich mich nicht mehr, borge mir auch nichts mehr aus, sondern frage an und was kommt wird gelesen, das waren 2016 neunzehn Bücher, aber da gab es schön die österreichische Buchpreisliste und das Lesen wurde ein bißchen Streß oder nicht wirklich, aber die Kritiker, die es ja sicher gibt, könnten das vielleicht so sehen.

Heuer gibt es, weil wir ja nach Basel fahren das dreifache Buchpreisbloggen und da ich vorher in Locarno war, habe ich mit dem deutschen Buchpreislesen erst im September angefangen, bin jetzt beim dreizehnten Buch, habe alle auf meiner Liste, weil man die jetzt ja auch bei der „Netgalley“ anfragen und sich als E-Books schicken lassen kann.

Das Longlistentagebuch und die Glossen darüber sind auf die Art und Weise ein wenig rar geworden, weil ich ja auch zu Veranstaltungen gehe, meine Praxis mache, mir die „Ohrenschmaustexte“ angesehen habe, etcetera, was ich ein wenig schade finde und auch im Netz tat sich heuer weniger, weil es jetzt ja statt den offiziellen Bloggern, die „Buchpreispaten“ gibt.

Da lesen zwanzig Blogger je ein Buch und rezensieren es anschließend, aber es gibt natürlich die „Buchpreisaufregungen“ und das ist ja, glaube ich, auch was der „Börseverein des Buchhandlels“ mit seinem „Deutschen Buchpreis“ will, eine Diskussion über die Bücher von denen dann vielleicht das eine oder andere zu Weihnachten unterm Christbaum für die Frau oder Schwiegermutter landet und dann, wenn man Glück hat, ein paar Tage später noch originalverpackt im offenen Bücherschrank.

Ich denke, obwohl darüber viel diskutiert wird, es gibt keine Regeln, was der deutsche Buchpreis darüber hinaus will, als auf die Bücher aufmerksam zu machen und ich denke auch keine Vorgaben, an die Juroren, wie sie sie sich zu entscheiden hätten.

Das halte ich für ein Gerücht, auch wenn man das im Netz immer wieder findet, was der deutsche Buchpreis bewirken soll? Er ist kein Literaturpreis, wie der „Büchner-Preis“ wahrscheinlich, sondern, wie schon der Name sagt, ein „Buchpreis“ den der Börseverein gestiftet hat.

Früher hieß es für den besten Roman. Das „Beste“ wurde jetzt geweggelassen, wahrscheinlich nicht deshalb, weil ich immer wieder montierte, daß das nicht der beste Roman sein kann, weil die Geschmäcker ja verschieden sind und man Bücher auch nicht vermessen kann und höchstwahrscheinlich nicht wirklich vergleichen.

Die Kritiker haben aber deshalb die Frage aufgeworfen, ob da nicht vielleicht auch ein schlechter Roman nominiert werden könnte und, ob sie sich dann überhaupt noch in eine Jury setzen sollen, wo es vielleicht auch ein oder zwei Buchhändler gibt, die ihre Rolle darin verstehen, ein möglichst gut lesbares Buch, was auch verkauft wird, hinauszupushen.

Diese Diskussion ist nicht neu und sie wurde sicher nicht von Petra Hartlieb, der engagierten Wiener Buchhändlerin und Kämpferin gegen „Amazon“ angeregt, denn es gab sie schon 2013, als es noch das „Fünf lesen vier“ oder umgekehrt gb und da Reinhard Jirgl mit seinem „Nichts von euch auf Erden“ auf der Shortlist stand.

„Ein unlesbaren Buch!“, kommentierten die Blogger und befürchteten, daß es den Preis gewinnen würde. Hat es nicht und 2015 als ich das erste Mal inoffiziell den „Buchpreis“ bloggte, gab es die Diskussion bezüglich Ulrich Peltzer und die „Klappentexterin“, eine Buchhändlerin und „Buchpreisbloggerin“ hat genau das mentiert: „Da sind Bücher auf der Liste, die  Leute nicht lesen und nicht kaufen wollen!“

Das gibt es also, beobachte ich, jedes jahr, 2017 war es Thomas Lehr mit seiner „Schlafenden Sonne“, heuer Ulrich Maess mit den „Gelenken des Lichts“, ein Buch, was ich ja schon geschrieben habe, von den zwölfeinhalb, die ich bis jetzt gelesen habe, für das beste halte, das aber nicht auf der Shortlist steht, denn heuer stehen da drei Debutanten darauf und insgesamt waren es sieben und die großen Namen fehlten eigentlich und auch, was ich eigentlich gut finde, die Romane der Midlifekrisismänner, die ihre Probleme mit dem Sex und den Älterwerden beklagen.

Zufall oder nicht, in der Jury gibt es jedenfallls zwei Buchhändler, eine davon ist Petra Hartlieb, wie schon erwähnt. Dann noch Daniela Strigl, die österreichische Literaturkritikerin und wahrscheinlich noch vier andere Literaturkritiker und die Diskussion, die heuer im Netz ein wenig schwach war, nur drei Blogger haben das Longlistbüchlein durchgesehen und zwei weitere je drei Bücher gelesen, wurde schon im August begonnen.

Ich habe auf den O- Tönen davon mitgekommen, denn das Stand ja „Miroloi“ darauf, ein Jugendbuch, ein Fantasie oder dystopischer Roman. Kann und darf das sein?

Die Diskussion ebbte wieder ab, immerhin hätte Karen Köhler ja auch beim Bachmnnpreis lesen sollen und jetzt, während wir langsam in Richtung der montaglichen Preisvergabe schielen und ich mich frage, wer wird es werden  wird?

Sasa Stanisic, den ich noch nicht gelesen habe, Norbert Scheuer, der mir nicht gefallen hat oder Raphalela Edelbauer, die bei beiden Preisen auf der Shortlist steht oder doch die drei anderen, zwei Debuts und Jackie Thomaes „Brüder“, hat sich Petra Hartlieb zu Wort gemeldet und in der „Presse“ einen Bericht über ihre Jurorenerfahrungen veröffentlicht, der wieder etwas Staub aufwirbelete, obwohl ich gleich schreiben kann, daß er sehr sehr harmlos ist und nicht einmal das, mit den zu schwierigen Büchern wirklich thematisiert, aber die Kritiker wie man lesen und hören kann, sehr stark empörte!

Stehpah Teichgräber hat mich am vorigen Mittwoch bei seinem Workshop auf den Bericht aufmerksam gemacht, das heißt, er hat ihn erwähnt, dann hat mir der alfred etwas davon geschickt. Der Artikel war im Netz aber nicht kostenlos zu lesen, da gab es nur ein Video von einem Kritiker mit der Überschrift „Ist der dBp eine Mogelpackung?“, der sich empörte, daß Petra Hartlieb in einem Satz geschrieben hat, daß sie dieses Frühjahr eine Unmenge Bücher gleesen hat, die sie nicht verstanden  und höchtwahrscheinlich nicht verkaufen kann!

Nun habe ich, weil ja alles streng geheim und ich mir nicht die Zeit nehme die Neurerschungen diesbezüglich durchzugehen, welche zwei Bücher, die Mitgliedsverlage vielleicht vorschlagen könnten, die an die zweihundert Nominierungen nicht gelesen, nur ein paar davon wahrscheinlich und da ja auch, wie ich es seit ein paar Jahren mache, eine persönliche Prognose gegeben.

Von den zwölfeinhalb Büchern die ich bis jetzt gelesen habe, war aber nur eines schwierig zu lesen und das ist, wie schon beschrieben, das was ich bis jetzt für das beste halte und von seinem Buchpaten auch schon angefragt wurde, für wen das Buch jetzt außer für Germanisten sein soll?

Die Kritiker haben sich empört, daß Petra Hartlieb da aus dem Nähkästchen des Jjurorenlebens geplaudert hat, „Darf sie das?“, gefragt und sie, was ich für sehr empören halte, als unqualifizere Buchhändlerin soll sie den Mund halten oder so gemeint.

Dabei hat sie, glaube ich, als Literaturkritikerin gearbeitet, Bücher geschrieben und war glaube ich auch in der ersten öst Jury und hat da bedauert daß sie Friederike Mayröckers Bücher nicht verkaufen kann, aber die hat ihren Fankreis und ihre Bcher sind seltsamerweise selten im Schrank zu finden.

Petra Hartlieb ist, glaube ich, wie eigentlich zu erwarten, der Meinung daß es ihre Aufgabe als Jurorin ist, zu versuchen möglichst viele Bücher, die sie für gut hält, bekannt zu machen und das ist es, glaube ich, auch.

Lade ich einen Buchhändler in die Jury, wird der vorschlagen, was ihm gefällt und habe ich zwei Buchhändler und fünf Literaturwissenschaftler, werden sich die zwei immer noch schwer tun, gegen die fünf anzukommen und so ist und war es auch, denn sonst hätten wir ja in den letzten Jahren noch mehr schwer lesbare Bücher auf der Shortlist gehabt und wir hatten immer nur höchstens eines.

Interessant also, daß jetzt so gegen Petra Hartlieb hergefahren wird und der Preis sogar in Frage stellt wird!

Der Börseverein sieht es, glaube ich, gelassen und ich halte die heurige Buchpresliste, wie schon erwähnt für sehr gut. Die ewigen „Midlifekrisesbücher“ fehlen, dafür gibt es sechs Österreicher, sieben Debuts, zwei Bücher über die Mondlandung, die ich noch nicht glesen habe und wieder viel über die DDR, die mich ja, weil ich sehr politisch bin, auch sehr interessiert.

Ob die Diskussion über den „Deutschen Buchpreis“ wirklich durch Petra Hartliebs Erfahrungsbericht angeheizt wurde, weiß ich nicht und denke, daß ich, wenn ich jemanden frage, ob er den „Deutschen Buchpreis“ kennt, wahrscheinlich immer noch zu hören bekomme „Deutscher Buchpreis what?“

Aber jetzt vielleicht auch: „Das ist eine Mogelpackung!“

Was ich sehr schade finde und meiner Meinung nach auch nicht stimmt und meine persönliche Meinung ist auch, daß es mir eigentlich egal ist, wieviel leicht oder schwer lesbare Bücher darauf stehen.

Ich lese drei Bücher in der Woche, habe schon Arno Schmidt gelesen und Sophie Kinsella deren „Schnäppchenjägerin“ ich nach wie für ein sehr gutes Buch halte.

Ich kann also lesen und Bücher verstehen, auch wenn ich hier sehr im Verborgenen blogge und manche meiner Kommentierer meinen, daß ich nur sinnlosen Content verbreite und mir wahrscheinlich auch meine Lesekompetenz absprechen oder sich nicht für sie interessieren.

Und übrigens von mir ist vor ein paar Tagen auch ein neues Buch erschienen, das habe ich jetz bei „Wikipedia“ eingetragen, in den „Bücherschrank“ gelegt und wer sich bei der Lesrunde beteiligen will, soll sich bei mir melden.

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