Literaturgefluester

2009-05-17

Margaretner Literaturgeschichte

Filed under: Uncategorized — jancak @ 10:34

Nachdem sich in den letzten Tagen eine hitzige Diskussion über Wert und Unwert von Lesungshonoraren entbrannt hat, in der letzten Zeit viel über Margareten die Rede war und sich Frau Heidegger mehr Infos über den Literaturbetrieb wünscht, möchte ich hier meine Margaretner „Lesungs- und Literaturgeschichte“ beschreiben, die sehr interessant ist.
1997 bin ich in den Bezirk gezogen, vorher habe ich schon fünf Jahre eine Praxis in der Reinprechtsdorfer Straße gehabt und irgendwann in der Bezirkszeitung gelesen, daß es in der Pannaschgasse ein Literaturfest gibt, bei dem man lesen kann.
Ich habe mich gemeldet, das Fest hat sich als Wahlveranstaltung zur EU-Wahl herausgestellt. Ich habe aus der „Verwechslung gelesen“, Hannes Swoboda hat mir das Mikrofon zurechtgerückt, ein Kind hat geschrieen, „Wann bist du endlich fertig?“, Frau Bezirksrat Steininger hat die Lesung freundlich abgekürzt und der Leiter der Szene Margareten dückte mir das Veranstaltungsprogramm in die Hand.
So bin ich mit der Szene Margareten und Frau Steininger in Kontakt gekommen, die mich zu sehr schönen Frauen-VIP-Veranstaltungen in eine Vinothek am Bacherplatz, wo auch die Belgrader Bürgermeisterin zu Gast war, eingeladen hat. Sie war einmal auf meinem Geburtstagsfest, wo Elfriede Gerstl am Programm stand und hat mich 2002 zu einer Lesung in die Szene Margareten eingeladen.
Leider habe ich versäumt nach dem Honorar zu fragen, später erfahren, es gibt keines, nun ja, wenn es schon versprochen war, habe aber herausgefunden, daß andere sehr wohl Honorar bekamen und da ich auch wußte, daß die städtischen Büchereien Honorare zahlen und die Lesungen in der Büchereifiliale stattfinden, habe ich gefragt, ob die Bücherei nicht das Honorar übernehmen kann, was zur Folge hatte, daß ich wieder ausgeladen wurde, obwohl das Programmblatt schon gedruckt war und die Lesung angekündigt.
Eine peinliche Situation mit der ich mich an den Bezirksvorsteher und an die IG Autoren wandte, was zuerst nichts bewirkte, in weiterer Folge hat Konstantin Kaiser, der vor mir gelesen hat, sein Honorar durch die Büchereien bekommen und ich wurde zwei Jahre später durch Stephan Teichgräber, der inzwischen die Lesungen organisierte, wieder eingeladen und jetzt gab es ein Honorar, das auch in etwa den Vorschlägen der IG Autoren entsprach.
Es war eine schöne Lesung aus „Tauben füttern“, die Frau Bezirksrat war da und hat mir die Bücher zurückgebracht, die ich ihr für die erste Lesung zur Verfügung stellte.
Dann gab es eine zeitlang Wettbewerbe in der Szene Margareten bzw. der städtischen Bücherei, an denen ich mich beteiligte.
Stephan Teichgräber veranstaltete die „Goldene Margarite“, 2004 und 2005, die Bücherein haben einen Festwochenwettbewerb, wo ich 2006, mit „Amadeas kleine Nachtmusik“ sogar den Preis, einen Buchgutschein über 250 Euro, gewonnen habe, mit dem ich mir bei Thalia sehr schöne Bücher aussuchen konnte.
Jetzt gab es die Margareten ART, der Bezirk tut etwas, um seine Kunst zu präsentieren, das ist keine Frage und ich finde auch den Einfall, in der Szene Margareten, die Margaretner Dichter und ihre works in progress vorzustellen, sehr gut, denn das sind immer sehr schöne und interessante Lesungen, wo man das Entstehen von Gegenwartsliteratur hautnah miterleben kann.
Susanne Ayoub habe ich dort kennengelernt, Armin Baumgartner hat gelesen, Monika Wogrolly, Daniela Schmeiser, Ernst Hinterberger, Paul Wimmer, ect.
Es gibt ein Gästebuch, wo man die Namen und die Lesungen nachlesen kann und das ist sicher interessant und lobenswert.
Die Frage bezüglich Honorar bleibt trotzdem offen, denn gibt es keines, werden immer Namen fehlen und die Präsentation wird nicht vollständig sein.
Und Margareten hat ja viele Dichter und Dichterinnen, siehe meinen Eintrag zum Margaretner Osterspaziergang, aber auch da bin ich das erste Mal mit Frau Bezirksrat Steiniger durch den Bezirk gegangen und wir haben Jeannie Ebner getroffen, was mich sehr berührte.
Der Bezirk hat aber auch Friederike Mayröcker eingeladen und einmal gab es, glaube ich, eine Ausstellung mit den Puppen von Friederike Mayröckers Mutter und El Awadalla, die Gewinnerin der Millionenshow, hat, glaube ich, bei einem Fest am Siebenbrunnenplatz mitgemacht, war aber unzufrieden, weil es kein Honorar gegeben hat und sie ist eine bekannte, selbstbewußte und politisch sehr aktive Literatin, die an der Wienzeile wohnt.
Nun ja, Margareten hat literarisch viel zu bieten. Heuer gabs den Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters und jetzt die Margareten ART und meine Margaretner Erlebnisse habe ich in der Erzählung „M.M. oder die Liebe zur Germanistik“ beschrieben, in der es um die frühpensionierte Lehrerin Margarete Marek, ihre Dissertation über Jura Soyfer und ihre Liebe zu dem jungen Dichter Jury aus der Ukraine geht, aus der ich beim Osterspaziergang viel gelesen habe.

2017-09-24

Margaretner Sonntag

Filed under: Alltagsgeplauder,Veranstaltungen — jancak @ 15:55
Tags: ,

Ich lebe ja schon über zwanzig Jahre in Margareten, im fünften Wiener Gemeindebezirk. Aufgewachsen bin ich in Hernals in einem alten Gemeindebau in der Wattgasse. 1977 zog ich  als Studentin in die Otto Bauergasse, später mit dem Alfred in die Gumpendorferstraße. Dann hatte ich Anfang Neunzig einePraxis in der Reinprechtsdorferstraße. Eine Zeitlang sind wir auch von Harland nach Wien gependelt und seit Ende 1990 habe ich meine Praxis und meine Wohnung in der Krongasse und seit da beschäftigte ich mich  auch mit dem Bezirk, beziehungsweise der Kunst und Kultur die des dort gibt.

In „M.M. oder die Liebe zur Germanistik“, habe ich darüber geschrieben und mit der Frau Bezirksrat Steininger, habe ich meinen ersten Frauenspaziergang durch Margareten gemacht.

Ich erinner mich genau, da sind wir in dem Cafe gewesen, das sich in dem Haus befindet wo die Mutter von Bruno Kkreisky geboren wurde und als wir in die Zentagasse wollten habne wir da bei den Bankerln bei dem Durchgang zur  Siebenbrunnengasse Jeannie Ebner getroffen und gleich angesprochen.

Das Wiener Lesetheater hat seinen Ostersapziergang 2009 durch Margareten gemacht.Da habe ich an einigen Stationen gelesen, darunter im Cafe Standard mein Gedenken an Elfriede Gerstl die da gerade gestorben war und wir haben den „Read!!ing room“ besucht, wo ich inzwischen mehrmals gelesen habe und der ja selbst Bezirksrundgänge macht. Einen habe ich einmal besucht und jetzt hat mich der Alfred auf einen Wiener Frauenspaziergang aufmerksam gemacht die Petra Unger veranstaltet und dem Bezirk anbiegtet.. Drei solche hat sie und einer ist den Künstlerinnen, vorwiegend bildende, wie sich herausstellen sollte, gewidmet und es war wieder sehr interessant, was es alles in dem Bezirk gibt, beziehungsweise wer dort gelebt hat, was ich nicht wußte.

So zum Beispiel Teresa Feodowna-Ries eine Bildhauerin, die von Russland nach Wien gekommen ist, da in der Laurenzgasse lebte, wo der Spaziergangbegonnen hat.

Und Petra Unger scheint eine sehr kämpferische Frau zu sein, so flocht sie in ihrem Vortrag immer wieder Beispiel der Unterdrückung der Frau ein. So haben Frauen lange nicht an der Akademie studieren dürfen, sondern mußten Privatunterricht nehmen. Teresa Feodowna-Ries hat sich aber trotzdem durchgesetzt und auch eine Skulptur geschaffen, die immer noch im Kongreßpark steht.

Dann ging es weiter zu einer Volksschule in die Gassergasse, in der sich einmal das „Sulkowski Theater“, befand wo eine Burgschauspielerin namens Stella Hohenfells laufgetreten beziehungsweise geprobt hat.

Und in dem Hochhaus in der Leopold Ristergasse, Petra Unger nannte es „Prominentensilo“ und zeigte ein Foto aus einem Artikel her, wo das so bezeichnet war und das in meiner „M.M. Geschichte“ auch vorkommt, hat die Schauspielerin Gretl Schörg gelebt, die als „Fiaker Milli berühmt geworden ist, aber auch Christine Busta.

Dann wares schon aus mit der Literatur und es ist in die Siebenbrunnenfeldgasse zu dem ehemaligen Atelier einer bildenden Künstlerin gegangen, die aber inzwischen im sechsten Bezirk tätig ist  und danach zum sozialen Wohnbau der Neunzehhundertdreißgerjahre, sprich den Gemeindebauten erbaut aus der Breitnerschen Wohnbausteuer, wo es am Gürtel ja ein paar sehr große gibt, die ich während meiner „M.M.-Recherche“  auch abgegangen bin.

Wir gingen als zum Matteotti-Hof, wo es eine Gedenktafel, des von den Faschistisn ermordeten italienischen Politiker gibt und Petra Unger erklärte, daß bei dem Wohnbau tamals immer ein Teil  der Kunst gewidmet werden mußte. So gibt es in diesen Gemeindebauten  auch Bronzereliefs und Skulpturen und man könnte jetzt fragen, was der sozialistische Gemeidebau und die „Matteotti- Gedenktafel“ mit den Frauen zu tun hat?

Richtig, sie wurde von einer Frau gestaltet  und dann ging es in die Brandmayergasse und zu Ulrike Linbacher, die ja die „Nazi-Idylle-Tafel“ umgegstaltet hat und woch vor kurzem auch gewesen bin, um mit der Ruth den öffentlichen Raum zubeschreiben.

Petra Unger wies hier auf die Familienidyllen hin, meinte, daß Familie nicht Privatsache sei und, daß es erst durch die zweite Frauenbewegung bessere Gesetzte für die Frauen gibt und man bei den Wahlen, die ja bald auf uns zukommen aufpassen muß, daß diese Rechte nicht wieder still und einfach verschwinden und in eine falsche Idylle übergehen, worauf Ulrike Linbacher mit ihrer verkehrten Schrift auch aufmerksam machen wollte.

Weiter ging zum Siebenbrunnenplatz. Hier wies Petra Unger auf Haldis Scheicher hin, deren Atelier zwar geschlossen war, die sich aber sehr für die Umgestaltung der Reinpreichtsdorferstraße und für die Begrünung des Siebenbrunnenplatzes einsetzte und zuletzt ging es zum Künstlerhaus und ich dachte, ha?, denn das befindet sich ja am Karlsplatz. Also dachte ich, es wäre ein neues, aber es gibt, was ich nicht wußte, ein Ausweichquartier in der Siebenbrunnengasse mit einer aktuellen Ausstellung die Petra Unger sehr empfohlen hat.

Das war es dann. Petra Unger wies noch auf ihre Website und ihre anderen Themenspaziergänge hin.Ich ging nach Hause wo  mich der Alfred der da ja sehr fortschrifttlich ist, bekochte und am Nachmittag gibt es wieder das traditionelle Sturmfest im Schloßquadrat, was ja auch eine Margaretner Institution ist.

2015-10-09

Tribut für Ernst Hinterberger

Harald Pesata

Harald Pesata

GästInnen

GästInnen

Der 2012 verstorbene „Mundl-Autor“, der des „Kaisermühlenblues“ und mehrerer Kriminalromane Ernst Hinterberger, lebte seit 1954 in einem Gemeindebau am Wiener Margaretengürtel, der jetzt seinen Namen trägt und soll sich in dem sich dort befindenden Cafe Industrie  oft aufgehalten und geschrieben haben.

So daß die Szene Margareten, diese rührende Kulturoffensive, wo ich mehrmals gelesen habe und einmal schlechte Erfahrungen machte, dort jedes zweite Jahr eine Ernst Hinterberger Lesung aus seinem 1989 erschienenen Roman „Kleine Leute“, der laut Harald Pesata, dem Veranstalter zu den fünfzigst wichtigsten Bücher der österreichischen Nachkriegsliteratur zählt, veranstaltet.

Und ich kann mich auch erinnern, daß ich einmal, lang lang ist her, bei der Präsentationen dieses Romanes in der „Alten Schmiede war“

Nicht in der Grundbuchreihe, sondern Ernst Hinterberger, mit dem ich auch mehrmals am Volksstimmefest gelesen habe, hat das Buch präsentiert und jetzt hat mich Harald Pesata eingeladen, gemeinsam mit vier anderen Frauen aus dem Buch zu lesen.

Sandra Frauenberger

Sandra Frauenberger

Susanne Schaefer-Wiery

Susanne Schaefer-Wiery

Karin Daym

Karin Daym

Die erste war die Bezirksvorsteherin Susanne Schaefer-Wiery, die, wie sie immer betont, auch Germanistin ist und es war wahrscheinlich, weil am Sonntag Wiener Gemeinderatswahl, sowas wie eine verdeckte Wahlveranstaltung und dazu fällt mir ein, daß ich das erste Mal, ein paar Tage, nachdem ich in der Rahlgasse eingelanden von Alexandra Millner gelesen habe, bei einem Fest vor der Bücherei Pannaschgasse meine „Verwechslung“ gelesen habe,  das war auch eine Wahlveranstaltung zu einer EU Wahl und Hannes Swoboda hat mir das Mikrophon gehalten.

Das ist auch lang her und dazwischen liegen einige Jahre Margaretner Literaturgeschichte, irgendwie ist der Bezirk ja rührig mit seinen Festen und Messen für Kunst und Kultur und ich habe heuer auch mehrmals in diesem Rahmen gelesen.

Harald Pesata eröffnete also die Veranstaltung, dann folgte die Stadträtin Sandra Frauenberger mit einer Aufforderung am Sonntag zur Wahl zu gehen.

Karin Daym gab dazwischen Liebeslieder, Blues und einen Song von Biron und Knapp zum Besten und die Bezirksvorsteherin begann den Roman der kleinen Leute, die Geschichte des Schneidermeisters Carl Schuberts, der irgendwann zu Beginn des vorigen Jahrhunderts mit seiner Frau Julie vom zehnten Bezirk in den fünften, in die Anzengrubergasse gezogen ist.

Andrea Pesata

Andrea Pesata

Eva Jancak

Eva Jancak

Dann folgte Andrea Pesata mit einer Stelle einer Delogierung, wenn man den Zins nicht zahlen konnte, wurde man hinausgeworfen, auch wenn die Sozialdemokraten Protest einlegten und am ersten Mai ging man demonstrieren oder zog mit hocherhobener Fahne über den Ring.

Ich hatte zwei an sich interessante Stellen zu lesen, die erste wo es um den ersten Weltkrieg ging, die zweite handelte vom Tod des Kaisers Franz Josef, der allerdings von der Frau Klapacek als „Hurenbock und Schneebrunzer“ beschimpft wurde, was mir ein bißchen unangenehm war.

Dann folgte Gabriele Vasak, die für die vorgesehene Dagmar Fischer eingesprungen ist mit zwei Stellen über die Krankheit und den Tod des Carl Schuberts, da sind wir schon im Jahr 1931,  Engelbert Dollfuß tritt auf und 1934 kommt es dann zum Bürgerkrieg und dem Verbot der Sozialdemokratie. Dese Stelle hätte Hinterbergers zweite Frau Karla lesen sollen, die aber ebenfalls erkrankt ist, so daß Andrea Sturm eingesprungen ist.

Nachher gab es ein Buffet, Schnitzel und Schweinsbraten und angeregte Gespräche mit Susanna Wouk, die nicht nur interessante Kulturveranstaltungen organisiert, sondern sich auch sehr für die Wahl engagiert und zu Mittag um Punkt eins wurde bekanntgegeben, daß dieses Jahr, fast wie erwartet, Swetlana Alexijewitsch den Nobelpreis bekommen wird, die vor ein paar Jahren den Friedenspreis des deutschen Buchhandels in Frankfurt erhielt.

Gabriele Vasak

Gabriele Vasak

Die 6 Frauen

Die 6 Frauen

Andrea Sturm

Andrea Sturm

2012-05-24

Vom Wandel der Arbeitswelt

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:53

Da ich mich ja für Literatur in jeder Form interessiere, bin ich irgenwann in den Verteiler der Dokumentationsstelle lebensgeschichtlichlicher Aufzeichnungen hineingekommen, 2004 war das vielleicht, jedenfalls habe ich „M.M. oder die Liebe zur Germanistik“ meine Margaretner Literaturgeschichte, die gerade entstanden ist, hingeschickt, wurde zu einer Präsentation und einmal zu einer Führung in das Wien-Museum eingeladen und jetzt zur Präsentation der in der Böhlau Reihe „Damit es nichtr verloren geht“ erschienen Anthologie „Arbeit ist das halbe Leben – Erzählung vom Wandel der Arbeitswelten seit 1945“, in die Bibliothek der Arbeiterkammer.
Renate Lehner, die Vizepräsidentin der AK begrüßte und meinte, daß es nicht sehr viele Anthologien zur Arbeitswelt geben würde und nicht sehr viele Bücher, die sich mit der Situation der Arbeitsnehmer und Nehmerinnen beschäftigen. Das stimmt aber nicht, meine zweite Publikation in den frühen Achtzigerjahren erfolgte in der Anthologie des damaligen Wiener Frauenverlags, heute Milena „Arbeite Frau, die Freude kommt von selbst“ ist aber durch Zufall passiert. Denn bei der ersten Anthologie „Aufschreiben“ hat Elfriede Haslehner meinen Text nicht genommen, weil er ihr nicht genug authentisch war, ich hatte aber damals die Ausschreibung zu einem geschlechtsneutralen Kinderbuch „Mädchen dürfen pfeifen, Buben dürfen weinen“, mit meiner Erzählung „Güler will kein Kopftuch mehr gewonnen“ und der Verlag „Jugend und Volk“ in dem das Buch mit meinem Text erschien, machte damals eine Anthologie zur Arbeitswelt. Ich schickte meine Erzählung „Die freundlichen Stimmen oder auf einen Anruf warten hin“, ich war damals seit kurzem Psychologin, hatte aber noch keine Anstellung, sondern machte das Akademikertraining und da hatte ich mich bei der damaligen Semmelweisklinik bei der heutigen Frau Prof Wimmer-Puchicher für ein Praktikum beworben und die wollte mich anrufen, was sie nicht tat und beim Staubsaugen in der Otto Bauergasse, kam der gehemmte jungen Frau die Idee zu der Geschichte und weil ich mir einbildete, der Wiener Frauenverlag nimmt nichts von mir, habe ich den Text an „Jugend und Volk“ geschickt. Die wollten ihn auch nicht, weil ich aber gewonnen habe, haben sie ihn nicht einfach ignoriert, sondern an den Frauenverlag geschickt und die haben ihn dann genommen. So hatte ich meine zweite Veröffentlichung in der zweiten Anthologie des Wiener Frauenbverlags, die erste war 1980 in der Zeitschrift „Stimme der Frau“, die den Arbeitskreis schreibender Frauen der Reihe nach vorstellte und die Arbeitsweltantholigie von „Jugend und Volk“ habe ich inzwischen auch im offenen Bücherschrank gefunden.
Das Thema Literatur zur Arbeitswelt fristet in den neoliberalen Zeiten sicher ein Außenseiterleben, ich habe mich aber, solange es ihn noch gab, beim Luitpold Stern Preis der Gewerkschaft regelmäßig beworben und auch gelegentlich was gewonnen, ein paar Buchgutscheine und zuletzt den dritten Preis, ich glaube 450 Euro, dann hätte ich mich fünf Jahre nicht mehr bewerben dürfen, die sind jetzt vorbei, den Preis gibt es aber nicht mehr. Herr Elsner hat ihn mit seinem BAWAG-Skandal, glaube ich, zum Verschwinden gebracht, den Werkkreis zur Literatur der Arbeitswelt gibt es aber weiter und auch die Bibliothek der Arbeiterkammer und da war ich schon ein paar Mal.
Einmal zur Präsentation der Bibliothek der ungelesenen Bücher und dann vor einem Jahr, als die Anthologie des duftenden Doppelpunkts erschienen ist und jetzt zur Präsentation der Antohologie der Dokumentationsstelle lebebensgeschichtlicher Aufzeichnungen und weil ich ja einen Brotberuf habe und daher um vier Uhr eine Diagnostik und die Buchpräsentation schon um sechs stattgefunden hat, war ich knapp daran und es war auch gar nicht leicht zu finden, denn im Foyer war schon das Buffet gedeckt und Cateringpersonal und sonstige Personen wuselten herum und wiesen mir den Weg in die Bibliothek, wo die Vizepräsidentin der AK bereits eröffnete, der Saal sehr voll war, ich in der zweiten Reihe einen Platz fand und nach und nach Werner J. Grüner und Traude Veran im Publikum entdeckte.
„Ich hätte mir gar nicht gedacht, daß so viele Personen an der Buchpräsentation Interesse haben!“, sagte die Vizepräseidentin. Ich schon, denn ich weiß ja, daß sehr viele Leute schreiben und die schreibenden Arbeiter und Angestellten, die einen Text in der Anthologie haben, nehmen zur Präsentation ihre Freunde und Verwandte mit, während das allgemeine literarische Interesse an der Mainstreamliteratur immer schwächer wird.
Achtzig Arbeiter und Angestellte aus allen Berufen sind dem Schreibaufruf einen Text aus ihrer Arbeitswelt zu verfassen gefolgt. zwanzig wurden ausgewählt, Jahrgang 1930 bis 1951, die etwas von der Arbeitswelt der Fünfziger, Sechziger und Siebzigerjahre zu berichten wissen wußten.
ünter Müller vom Institut für wirtschafts- und Sozialgeschichte, erzählte nach welchen Kriterien entschieden wurde und stellte kurz die zwanzig Ausgewählten vor. Vier durften ihre Geschichten lesen. Eine Frau, die inzwischen Gedichte schreibt und ihre Bücher im sogenannten Eigenverlag herausgibt, Getrud Jagob berichtete, wie das nach dem Krieg war, wenn die Lehrerin einen eigentlich in die Lehrerbildungsanstalt schicken wollte, die Mutter aber dagegen war und der Vater, als Wrack aus dem World War II zurückgekommen, die Tochter nicht Schneiderin werden lassen wollen. Interessanterweise haben viele Betriebsräte ihre Texte eingesandt oder sind auserwählt worden und so las ein solcher als nächster vor, wie es in den Sechzigerjahren in der sogenannten Lebensschule war und in der hat sich, glaube ich, auch meine, 1978 bei einem Autounfall ums Leben gekommene, kleinwüchsige Schwester Uschi, weitergebildet. Dann kam noch eine Frau und ein Mann, der Automechaniker war und von seinen Lebenserinnerungen in der Autoproduktion berichtete.
Dann gabs ein Buffet, Wein und Brötchen und draußen im Foyer gingen die kleinen Snacks schon aus, Desserts wurden herangetragen und eine Ausstellung „Berlin nach 1945“ war gerade eröffnet worden, wo ich auch einige bekannte Gesichter sah.
Ich fragte aber, die andere Herausgeberin, Sabine Lichtenberger nach dem AK-Flohmarkt, denn da hat mir ja der Karli, der jetzt gerade mit dem Alfred durch Australien tourt, erzählt, daß die ausrangierten Bücher dort einen Euro kosten, ich habe aber außer „Schmidt“ den ich gerade gelesen habe, nicht wirklich was gefunden, bzw. ja eine endlos lange Bücherliste, so daß ich ohne Neuzuwachs nach Haus gegangen bin und mich schon auf meinen PfingstLesemarathon freue und die dafür bestimmten Bücher im Badezimmer hergerichtet habe.
Und wer es wissen will, heute vor neununddreißig Jahren, am 24. Mai 1973 habe ich an der Hbla in der Strassergasse maturiert, bin in meine philosophische Krise abgedriftet und habe meine erste, nie veröffentlichte Erzählung geschrieben.

2020-09-25

Abgesagt, abgesagt!

Wir gehen jetzt ja harten Zeiten entgegen, bevor das Licht im Tunnel wieder sichtbar werden soll.

„Alles was Spaß macht, ist gefährlich!“, hat Bundeskanzler Kurz letzte Woche gesagt, als die Zahlen bei fünfzehntausend Testungen täglich bei achthundert lagen. Die Hälfte der positiv Getesteten davon in Wien und die Ampel auf orange geschaltet werden sollte.

Zuerst ohne weitere Konsequenzen, dann hieß es nur mehr private Treffen mit zehn Personen bei Hochzeiten beispielsweise und bei bei Weihnachtsfeiern, Gastronomie nur im Sitzen und Maske auch beim Betreten des Restaurants und Maske auf auch auf Märkten, denn die Reisewarnungen kamen, die Schweiz und Deutschland hat eine Wien- Warnung ausgesprochen und als dann noch einige andere Länder folgten und die Reisewarnung auch auf Tirol ausgedehnt wurde, wurde es knapp mit dem Wintertourismus, also Sperrstunde um zehn in Tirol, Salzburg und Vorarlberg das orange Wien soll laut dem roten Bürgermeister vorerst bei ein Uhr früh bleiben, dafür muß man ab Montag seinen Namen angeben, wenn man in einem Lokal etwas essen oder trinken will, der Opernball wurde abgesagt und und und…

Für mein Geburtstagsfest kann ich mir noch überlegen, ob ich da fünfzehn Leute einladen und die Ruth und die Doris Kloimstein zum Lesen und darauf bauen, daß die die Zahl stimmt, wenn nur die Hälfte kommen.

Polzei darf in Privatwohnungen ohnehin keine hinein, so daß ich den elften dann nicht im Uhrkasten oder untern Bett verstecken müßte und den Veranstaltungsstop habe ich ja schon im April vorausgesehen, befürchtet oder angenommen, daß das wohl mein Abschied vom Lteraturbetrieb ist, obwohl das „Fräulein No“ ja vor kurzem erschienen ist und das „Frühlingserwachen“ bald folgen kann.

Aber in diesem Jahr noch keine Lesung. Die „Poet-Night“ ist, glaube ich, im November da habe ich mich angemeldet, aber wenn man da im „Siitl“, wo das heuer stattfinden wird, sich registrieren und Maske tragen muß?

Der „Ohrenschmaus“ wurde verschoben, was vielleicht verständlich ist, weil die Einreichenden oft der Risikogruppe angehören und da gibt es noch die liebe Doris Kloimstein, die mir nicht nur im sommer sehr schöne Maskengedichte geschickt hat, die mich dazu veranlaßten im „Notizbuch“ selbst zu reimen und die ich ja vor Jahren bei einer Regionalversammlung der IG Autoren in St. Pölten getroffen habe, weil das ja die Zeit war, wo ich mit der kleinen Anna von Wien nach St. Pölten pendelte und umgekehrt, ich habe sie dann im Sommer öfter im Cafe Schubert oder auch anderswo getroffen.

In letzter Zeit immer am Samstag am Markt wenn wir in St. Pölten sind und sie hat mich zu einer literarischen Veranstaltung oder zu einen Skriptorium eingeladen „Bibel heute in Literatur & Malerei“, denn da sollen, die Doris hat bei der katholischen Kirche gearbeitet, im Rahmen der Bibelwoche im Stift Seitenstetten sich sieben Autoren mit sieben bildenen Künstlern treffen und von Dienstag bis Freitag zu dem Thema „Noahs Fest“ einen Text schreiben oder ein Bild malen, etcetera.

Eine Art Schreibwerkstatt und obwohl ich ja nicht katholisch bin, habe ich da keine Berühringsängste und denke, ich kann zu jedem Thema schreiben und ein paar Tage in einem Kloster zu verbringen, ist sicher fein, im Stift Göttweig war ich auch immer ein paar Tage, da kann ich mich mit Kollegen austauschen, einen Text schreiben, den Josef Haslinger lesen und vielleicht in meinen Text verarbeiten, wie das zur Arche Noah und der Rettung der Menschheit passt, ist da wahrscheinlich nicht so klar, aber Doris Kloimstein hat das Thema wahrscheinlich so ausgewählt, daß es zu Corona passt, also auch kein Problem. Aber dann kam die Verschäfung der Maskenpflicht oder überhaupt schon früher, die Frage, ob das Skriptorium im Rahmen des Lockdown überhaupt stattfinden kann.

„Findet statt!“, hat die Doris mir versichert, wenn ich sie am Markt getroffen habe und da fragte, wie das mit der Maskenpflicht wäre?

Auf dem Programm, es gibt da ja im Rahmen der Bibelwoche ein sehr umfangreiches in den niederösterreichischen Kirchen und Klöster, stand etwas von den Corona-Sicherheitsmaßnahmen, die ein Veranstalter ja auch bekanntgeben muß, aber das Skriptorium ist eine intime Veranstaltung, vierzehn Teilnehmer, vielPlatz, kein Problem.

Mein Unbehagen wuchs in den letzten Tagen, wo eine Reisewarnung und eine Horrormeldung nach der anderen kam, aber trotzdem an, denn ich habe ja kein Auto und kein Handy, der Alfred bringt mich hin und holt mich ab. Was mache ich zwischendurch?

„Maske auf den den Gängen und in den Weg in den Speisesaal!“, kam heute die Nachricht und ich bin eine sture Person, die auch Doris Kloimstein freundliches Angebot, daß ich ja in meinem Zimmer essen oder so vielleicht heimlich durch die Gänge huschen könnte, wenn es niemand sieht, ausschlug.

Darüber kann man einen Text schreiben und ich plane ja schon einen dritten, wenn ich mit dem „Notizbuch“ fertig bin, vielleicht für den „Nanowrimo“ und über „Noahs Fest“ kann ich auch so schreiben und den Text dann ins „Literaturgeflüster“ stellen.

Die Klostertage und den Kontakt zu den mir Größtenteil unbekannten dreizehn anderen Kollegen, fehlen aber und das wäre sicher interessant gewesen, eine Art Schreibwerkstatt, ja richtig, die Doris war auch noch eine eifrige Teilnehmerin unser Schreibgruppe und ich schwärme ja immer davon im Sommer auf einen Stadtschreiberposten zu gehen, das wäre ein bißchen so was gewesen.

Also wieder ein Corona-Opfer, weil ich ja nie wirklich einen Schreibaufenthalt gehabt habe oder halt stimmt ja nicht, 1987 haben mich die Leute vom „Max von der Grün-Preis“ nach Linz zu einer solchen eingeladen und 2005, die Erika Kronabitter zu der Silvrettahöhe und selber veranstalte ich mir ja auch immer monologe Schreibaufenthalte und dazu kann ich ja die nächste Woche nützen, das „Frühlingswerwachen“ durchlesen, damit es bald an die Druckerei gehen kann.

Dazu brauchen wir noch ein Bild, wir hätten zwar eines mit der Anna und der kleine Lia voll maskiert, aber wenn man Kinder nicht auf Covern mißbrauchen soll, habe ich mir jetzt das Hauben-Schal Duo das mir der Alfred einmal am Markt kaufte, aufgesetzt, also eine maskierte Eva, nur fürs Cover, weil ich ja zum Glück wie ich immer schreibe, mir ein maskenloses Leben bis jetzt leisten konnte, weil der Alfred gerne einkauft, ich eine leidenschaftliche Stadtflaneurin bin, da kann ich mich und zum Glück auch kein Kind der Schule oder eine Mutter in einem Pflegeheim habe, die ich besuchen müßte.

Dann ist am zweiten Corona-Text noch einiges zu korrigieren, bis er an den Alfred gehen kann, den habe ich ja im Sommer in noch nicht so maskenstrengen Zeiten geschrieben und zu lesen habe ich ja auch jede Menge, elf Bücher noch für den deutschen Buchpreis, zwölf für den österreichischen, drei für den Schweizer und dann das Zwischendurch das es auch noch auf der Leseliste gibt und da sind inzwischen auch zwei Corona-Bücher zu mir gekommen und Jakob Hein, der Sohn des Christoph der ja Pschiater ist, hat eines über den Hypochonder geschrieben, was jvielleicht auch zum Thema passt.

Also fad wird mir nicht werden, wenn ich ab Dienstag keine Stunden habe, kann ich mich mit dem Lesen, dem Korrigieren, dem Noahn-Text und vielleicht einigen digitalen Veranstaltunge widmen und dann richtig, was habe ich denn letzten Samstag geschrieben? Am ersten Oktober gibt es eine Demonstration, da kann ich dann hingehen und meinen Unmut bezüglich des neuen Covid-Gesetzes äußern und ein Begräbnis gäbe es am nächsten Freitag auch, denn da ist überraschend der liebe Herbert, derMann der Ingrid von Alfreds Wandergruppe gestorben mit dem ich noch im August beisammen war und mich gut mit ihm unterhalten habe.

Abschließend ist zu sagen, daß ich die Absagen, wo ich ja ohnehin kaum im Literaturbetrieb bin, natürlich sehr schade finde, habe ich ja immer Angst, daß mir jemand etwas Versprochenes absagt, was mir ja auch schon mit der Szene Margaretne so passierte, wo schon die Programme gedruckt waren, weil ich nach dem Honorar fragte und in St. Pölten hätte ich ja einmal mit Manfred Wieninger lesen sollen. Der hat dann wegen seiner Plagiatsgeschichte abgesagt und bei Lesungen die zwar stattfanden, aber keine Leute hinkamen, bin ich auch schon gewesen.

Einmal habe ich auch absagen müßen, als mich Roman Gutsch einer Veranstaltung am Siebenbrunnenplaz eingeladen hat, da war aber Wandergruppe und dann hat es dort noch geregnet, so daß wir früher heim gefahren sind. Damals habe ich mich sehr geärgert, jetzt ist es mir eigentlich egal.

2020-08-26

Mit dem Doml ins Gondola

Filed under: Alltagsgeplauder,Workshop — jancak @ 23:22
Tags: ,

Das Gondola ist ein Restaurant in der Schönbrunnerstraße, wir fahren wenn wir von Harland kommen immer daran vorbei und einmal bei einem musikalischen Spaziergang der Susanne Wouk, ja früher hat es tolle Veranstaltungen gegeben, haben wir dort Halt gemacht, Sekt und prosciutto bekommen und Gutscheine für ein Glas Prosecco hängen im Hausflur in der Krongasse auch.

Da gibt es jemanden der dort immer Gutscheine deponiert, einzulösen zu einer Speise und als wir Montag von Harland zurückgekommen sind, habe ich sie gesehen und gedacht, ha, die kann ich einlösen, denn Stephan Teichgräber hat zur zwanzigsten Geburtstagsfeier des Doml eingeladen und da war zuerst nicht klar, wo das stattfinden sollte.

Die Dokumentationsstelle war möglicherweise zu Corona unsicher, so ist das Gondola daraus geworden und ich muß sagen, das war ein Gewinn, denn ein sehr schöner Gastgarten mit Blick zur Wienzeile, wo die U-Bahn vorüberrast und auf der anderen Seite, die Häuser mit den beleuchtenden Fenster zu sehen sind, wirklich eine fast italienische Stimmung und die Frage der Vorstandsmitglieder, da waren außer dem Stephan Teichgräber, der die Dokumentationsstelle mit dem Beppo Beyerl, der nicht gekommen ist, noch drei Frauen da, eine davon eine seine Studentinnen, war, wo haben wir das Doml kennengelernt, die Studentin in Stephan Teichgräbers Vorlesung, ich durch das Fest 1998 das anläßlich des EU- Wahlkampfes vor der Bücherei in der Pannaschgasse war.

Das heißt, nein, da habe ich den Stephan Teichgräber nicht kennengelernt, da habe ich mich wahrscheinlich durch die Bezirkszeitung zum Lesen angemeldet und ein Kind kann ich mich erinnern, ist ständig mit dem Roller durchgefahren und hat gefragt „Wann hört sie endlich auf?“, die Bezirksrätin Steiniger hat mir bedeutet, ich soll mich beeilen.

Vorher hat mir Hannes Swoboda das Mikrophon gerichtet. Ein Buffet hat es auch gegeben und von der Bezirksrätin habe ich eine Einladung zu einer Lesung in die Bücherei bekommen. Da habe ich vergessen nach dem Honorar zu fragen und als ich es dann machte, hat mich der Edy Winter wieder ausgeladen, obwohl die Einladungskarten schon gedruckt waren und ein paar Jahre später hat dann Stephan Teichgräber die Lesungen organisiert, moderiert und mich eingeladen.

Die „Goldene Margarete“ gab es auch ein paar Jahre und da haben viele ost- oder mitteleuropäische Autoren ihre Texte hingeschickt, die dann aus Kostengründen gar nicht anwesend waren.

2009 fand der Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters im fünften Bezirk statt. Ich habe ein paar Mal dabei gelesen und eine Station war auch das Doml, wo uns Stephan Teichgräber, glaube ich, herumführte oder die Dokumentationsstelle vorstellte.

Dann habe ich einmal eine Einladung zu einer Zeitschriftenpräsentation bekommen und die Einladungen zum literarischen Lenz und da ist ja interessant, daß Stephan Teichgräber seine Mails unter verschiedenen Namen, die Übersetzungen in die Sprachen, die er spricht, verschickt.

Dann kamen die Workshops zu den verschiedenen Themen, die ich und das finde ich besonders interessant am Schluß ja im Privatisimum mit Stephan Teichgraber machte, im vorigen Sommersemester war da mein Knöchelbruch und mein Gips die längere Pause in diesem Jahr war es Corona, denn da hat nach dem Lockdown die Veranstaltung nur einmal stattgefunden und der literarische lenz mußte auch auf den herbst verschoben werden.

Bei zwei Weihnachtsfeiern und auch noch anderen Veranstaltungen des Domls war ich auch und jetzt die Zwanzigjahrfeier im Gondola, keine Ansprache, kein „Happy Birthday“ aber gutes Essen. Ich habe nach dem Glas Prosecco ein Gondola-Pizzastangerl gegessen und auch eine Vorschau auf den „Lenz“, der Corona bedingt im Oktober stattfinden wird und vor allem der Ausblick auf die Wienzeile, wo die jungen Leute am Boden sitzen und feiern oder trinken und trotz Corona eine gute Stimmung verbreiten.

2019-07-31

Vom SPÖ-Picknick zum Vienna improvisiers Orchestra

Wir leben ja in Wahlkampfzeiten und da ich politisch sehr offen bin interessiere ich mich ja für alle Parteien, obwohl ich in letzter Zeit eigentlich nur selten oder fast nie zu Wahlveranstaltungen gegangen bin, habe ich heuer schon für die KPÖ unterschrieben, für die Nationalratswahl im September, nicht für die der EU, die ich ja boykottiere und im Jänner oder Februar habe ich eine Petition für den Rücktritt des damaligen Innenministers unterschrieben, die IG-Autoren, beziehungsweise die GAV haben mich dazu aufgefordert und als ich das dann getan habe, bin ich daraufgekommen, ich bin auf einer SPÖ-Seite gelandet, denn ich habe kurz darauf eine Aufforderung bekommen, doch der Partei beitzutreten, was ich als Tochter eines sehr aktiven Sozialisten und kleinen Parteifunktionärs, aufgewachsen in einem der schönen alten Gemeindebauten aus den 1930er Jahren, nicht getan habe, denn ich habe das Aufwachsen in dem solchen, wo jedes Monat die Frau Schauffler zum Kassieren des Parteibeitrages kam, eher kontrollierend und vereinnahmend empfunden, das waren auch meine anderen Erfahrungen mit der SPÖ. Meine Kindersommer habe ich regelmäßig in einem „Kinderfreundeheim“ in Kärntnen verbracht. Später habe ich eine Zeitlang als junge Psychologin bei den „Kinderfreunden“ gearbeitet, wo ich dann auch eine Zeitlang SPÖ-Mitglied war, aber wieder ausgetreten bin und im fünften Bezirk bin ich bald mit der Szene Margareten, der Frau Bezirksrat Steininger, dem Edy Winter in Kontakt gerkommen, was nicht immer ein guter war und seit zwei Jahren verbringe ich meine Mittwochnachmittage regelmäßig in der „Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur“, aber wenn man in das Haus hineingeht, steht groß SPÖ-Zentrum über dem Lokal und als ich das letzte Mal dort war, lagen auch Schachteln mit übergebliebenen Kugelgelschreibern von der EU-Wahl am dreiundzwanzigsten  Mai am Tisch.

Und die SPÖ hat ja seit einiger Zeit eine Frau als Vorsitzende, die Ärztin und ehemalige Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner, die ich schon einmal bei einer Frauengesundheitsveranstaltung getroffen habe, eine sehr engagierte Frau, die sich aber, glaube ich, auch mit der SPÖ-Männerriege schwertut, wenn nicht gar vielleicht gemobbt wird und die hat mir, weil ich ja jetzt in dieser Liste bin, ein Mail geschrieben:

„Liebe Eva, ich bin derzeit auf Tour durch ganz Österreich und mache nächste Woche wieder einmal Halt in Wien. Es würde mich sehr freuen auch dich zu treffen. Am Montag bin ich ab 17 Uhr am Yppenplatz. Zwei Tage später am Mittwoch mache ich ein kleines Picknick im Kreisky Park in Margareten.“, das ist zwar auch ein wenig vereinnahmend gleich mit „du“ angesprochen zu werden, aber im Bruno Kreisky Park war ich ja einmal vor Jahren bei diesem Frauenspaziergang mit der Frau Bezirksrat Steininger und bei der letzten Demonstration vor dem Sommer mit dem schönen „Es ist wieder Donnerstag-Leiberl“.

Für den Yppenplatz ist es sich am Montag nicht ganz ausgegangen, obwohl das Weinhaus Sittl ja eigentlich in der Nähe ist, aber man muß ja dort immer früher hingehen, um sich einen Platz zu reservieren und heute hatte ich, um vier eine Stunde, wo das Picknick angesagt war, also bin ich mit dem Bus anschließend hingefahren und habe noch die letzten Fragen gehört, Susanne Wouk, die ja eine rührige Bezirksorganisatorin ist, begrüßt, ein Eis und zuerst zwei Fladen mit diversen Aufstrichen gegessen.

Später, als die Leute dann ihre Selfies mit der Parteivorsitzenden machten, hat es  zu regnen angefangen und dann zurück in meine Praxis, wo ich noch eine sieben Uhr Stunde habe, obwohl ich am vorigen Freitag, als wir in Harland waren, noch ein Mail bekommen habe, diesmal von der „Fröhlichen Wohnzimmer Ilse“, die mich zum „Vienna Improvisiers Orchestra“ in die Taborstraße eingeladen hat, das fing zwar auch schon um halb acht an, so daß ich erst zum Ende der ersten Tranche, des von Michael Fischer dirigierten Orchesters zurechtgekommen ist.

Ilse Kilic hat einen Text auf Englisch gelesen. Dann gab es eine Pause, wo ich mich mit Hans Jörg Liebscher vornehmlich über das Lesetheater und Ottwald Johns Geburtstagsveranstaltung unterhalten habe, danach ist es mit dem experimentellen Konzert und Ilse Kilic Texten weitergegangen. Es gab im „Spitzer“, dem Lokal, das dem „Odeon“ angegliedert ist, auch eine Ausstellung mit dem Lebenswerk der 2014 verstorbenen Ulrike Kaufmann, die glaube ich mit Erwin Piplitz das „Odeon-Theater“, in das ich immer zu den „Literatur im Herbst-Veranstaltungen“ gehe, geleitet hat.

2019-06-27

Letzte Demo vor dem Sommer

Filed under: Gesellschaftspolitik — jancak @ 23:12
Tags: ,

Die Donnerstagsdemos bezüglich schwarz-blau II gibt  es seit letzten Oktober. Bei einigen sind wir mitgegangen. Jetzt gibt es kein schwarz-blau mehr, sondern bis zur nächsten Wahl, die Ende September sein wird, eine sogenannte Expertenregierung und heute das letzte Mal vor dem zwölften September, „Es ist wieder Donnerstag!“

Ich habe mir dazu passend mein schwarzes „Donnerstagsleiberl“ angezogen, das der Alfred vor einigen Wochen kaufte und bin um halb sechs zum Bruno Kreisky Park in Margareten gegangen, der ist in der Schönbrunnerstraße vor dem Haus wo Bruno Kreisky geboren wurde, bei einem literarischen Spaziergang, den die Frau Bezirksrat, ich glaube Steininger, hat sie geheißen einmal durch Margareten veranstaltet hat, sind wir dorthin gegangen.

Jetzt bin ich allein hinmarschiert und, als ich den Park erreichte, hat mich eine Frau bezüglich meines Leiberls angesprochen und  mich nach der Demo gefragt.

Aber eigentlich hat dort nur ein sogenannter „Open Space“ stattgefunden.

Das heißt man saßim Gras und bildete Arbeitsgruppen,umdieThemen, wie „Wie wir die nächste Kurz-Regerung verhindern können, wie wir langfristig miteinander Politik machen können“, etcetera, etcetera, zu beantworten.

Ich habe mich auf eine der Bänke neben den Omas gegen Rechts, ich bin ja jetzt auch eine Oma, wenn auch ohne rosa Mützchen, gesetzt und mich zuerst mit dem Richard, dem Mann der Hilde Langthaler und dann mit dem Alfred unterhalten.

Eine Frau ist auf uns zugekommen und hat gefragt, ob wir Ideen für eine bessere Regierung  hätten?

„Außer grün wählen, habe ich keine!“ , habe ich geantwortet.

„Das ist schon etwas!“ hat sie gemeint.

Aber dann kann ich die Kommunisten nicht mehr wählen, wie ich es in den letzten Jahren tat und wenn die Grünen an der Macht sind, wird wahrscheinlich auch nicht viel Gutes herauskommen.

Aber  immerhin, man kann es versuchen, damit die Stimme nicht vollkommen sinnlos ist.

Eigentlich nur wenige Leute in dem Park. Bei der letzten Demo am Ballhausplatz mit den „Vengaboys“ waren viel viel mehr, aber wahrscheinlich sind die schon in den Sommer aufgebrochen und nach acht ging es los in Richtung Karlsplatz, leider zick zack, völlig sinnlos hinauf und hinunter, statt einfach die Margareten- oder Schönbrunnerstraße entlangmarschiert.

Irgendwann haben wir den Karlsplatz mit dem kühlen Springbrunnen, wo schon für das Filmfestival, das Morgen beginnen wird, erreicht.

Es gab Musik und eine kurze Ansprache beziehungsweise Aufruf, den Sommer zu nützen, um mit den Nachbarn im Schwimmbad oder wo auch immer ins Gespräch zu kommen, um sie für eine andere Politik zu begeistern.

Lieder von Jura Soyfer wurden gesungen, ich habe einen „Hugo“ und vorher ein Minieralwasser getrunken und dann wieder zurück in den Alltag  beziehungsweise zum „Bachmannlesen“, bevor es am Samstag, weil der Alfred noch auf ein Sommerfest muß, für das Wochenede nach Harland zum ersten oder zweiten Sommerfrischenwochenende geht.

Und mein Beitrag für eine bessere Regierung, wo ich mit den anderen ins Gespräch kommen kann, wird dann am sechzehnten Juli im Cafe Westend sein, wo zwei Stellen aus der „Unsichtbaren Frau“ lesen werde und lade alle daran Interessierten sehr herzlich dazu ein.

2019-04-23

Gips ab zum Welttag des Buches und Bruno Kreisky-Preis für das politische Buch

Der Gips den ich mir am zehnten März wegen eines Sprunggelenkbruches am linken Knöchel zugegzogen habe, ist heute hinuntergekommen und eigentlich war es trotz der sechswöchigen Umhüllung und der damit verbundenen eingeschränkten Mobilität nicht so arg.

Alternativtext

Sonja Kato

Alternativtext

Gerhard Schmid

Ich war ja drei Tage im Krankenhaus St. Pölten, habe dann gleich wieder meine Stunden gemacht, bin aber die meiste Zeit zu hause geblieben, nur die Woche darauf im Filmcasino zur „Rocky Horror Picture Show“ und zu den meist am Freitag stattfindenden Kontrollen und Gipswechsel im Krankenhaus.

Schmerzen eigentlich nur wenig, so daß ich dann mit dem Alfred schon bei der „Literatur und Wein“ in Krems und Göttweig war.

Die anderen Veranstaltungen habe ich eher ausgelassen, dafür gelesen und gelesen und auch ein eher ruhiges Osterwochenende in Harland verbracht. Eines das fast an mir vorbei gegangen wäre, denn am Gründonnerstag gab es keinen Bärlauch mit Spiegelei und auch keinen Spinat. Da sind wir  nach Harland gefahren. Der Alfred hat am Freitag und am Samstag eingekauft und eingekauft, war mit seiner Mutter bei der Fußpflege und im Bootshaus essen, hat mir auch den gewünschten Lindt-Osterhasen mitgebracht und ein Ei hat es auch gegeben. Die hat irgendwer bei den Wiener Linien an die Fahrer verteilt und weil der Alfred daneben gestanden ist, hat er auch eines abgekommen, obwohl in der Wiener U- Bahn das Betteln , das Musizieren und das Essen verboten ist. Ostereier verteilen vielleicht auch oder es gibt da eine diesbezügliche Ausnahme.

Am Sonntag sollten eigentlich die Kloimsteins zum Grillen kommen, das Wetter war ja herrlich und schön, die hatten sich aber einen Infekt zugezogen, so haben wir allein gegrillt und mit der Heimhelferin der Oma gegessen.

Und am Montag sind wir nicht mit dem Rad, sondern mit dem Auto nach Traismauer zum Donaugasthaus gefahren, dort habe ich griechisches Hendl und griechische Erdbeeren, wie es eigentlich immer mache, wenn wir zu Ostern dort sind, gegessen und  sind noch ein bißchen nach Melk gefahren und haben uns die Donau, den Frühling und die schöne Gegend angeschaut.

Alternativtext

Maria Maltschnig, Dieter Bandhauer

Alternativtext

Hannes Swoboda

Die zweite vierundzwanzig Stundenbetreuerin, die inzwischen gekommen ist, hat uns auch kleine Lindt-Hasen und selbstgefärbte Ostereier gebracht und Warnungen, wie es mir gehen wird, nach dem der Gips hinunter ist, habe ich auch genug bekommen.

Da es dann erst recht weh tun würde, die Muskeln geschwunden wäre, ich weiter die Krücken, Physiotherapie und eine Reha brauchen würde, etcetera.

Scheint hoffentlich halb so schlimm zu sein. Jedenfalls bin ich wieder in Wien. Wir waren schon im „Waldviertlerhof“ essen. Spargel mit Schinken, auch ein österliches Essen, weil es dort wegen Umbaus derzeit keine Menus gibt. Dann bin ich zum ersten Mal seit sechs Wochen wieder zum Bücherschrank gegangen.

Das mußte sein und ist ohnehin gleich in der Näche, denn der 23. April ist ja ein besonderer Tag, nämlich „Welttag des Buches“ und da soll man sich ja was zum Lesen holen.

Im „Wortschatz“ kann ich gleich vermelden hat es Paulus Hochgatterers „Caretta Caretta“ gegeben, wo ich noch nachschauen muß, ob ich das nicht vielleicht schon habe und ein Buch von Felix Salten aus dem Jahr 1959 das „Perri“ heißt, das habe ich, glaube ich, noch nicht und der Hauptverband hat da ja auch immer ein Geschenk für seine Kunden, das man sich in ausgewählten Buchhandlungen abholen kann.

Eine anthologie, die zum zweiten Mal aus den ersten zehn Seiten von dreizehn Romanen meist jüngerer Autoren und Autorinnen besteht.

Im letzten Jahr habe ich mir das Buch auch geholt und festgestellt, daß ich das meiste davon schon gelesen oder bei einer Veranstaltung gehört habe.

Diesmal  ist es nicht so schlimm oder nicht so gut, aber die drei Debuts von der vorigen österreichischen Buchpreisliste habe ich gelesen. Eines nur als E-Book, die anderen beiden so.

Alternativtext

Richard Sennet

Yara Lees „Als ob man sich auf hoher See befände“ habe ich bei den O- Tönen gehört. Eva Lugauers „Und am Ende stehlen wir Zitronen“ habe ich mir im vorigen Jahr aus Leipzig mitgebracht. Barbara Riegers „Bis ans Ende Marie“ war auch bei den O-Tönen und ich habe es auch gelesen. Mario Wurmitzers „Im Inneren des Klaviers“ habe ich in der Seedosen Telefonzelle gefunden und muß von mir noch gelesen werden und die Bücher von Michael Vögel, Andreas Kump, Marion Guerro, Claudia Sammer und Malte Borsdorf sagen mir gar nichts und müßen von mir noch entdeckt werden. Marco Dinics Debut „Die guten Tage“, habe ich ein bißchen beim Leipzig Surfen kennengelernt, war er doch am „Blauen Sofa“ und ich lese gerade Joel Dickers „Das Verschwinden der Stephanie Mailer und habe über Ostern Lisa Kränzlers „Coming of Carlo“ glesen und mir eben die vier „Kremayr und Scheriau-Herbstneuerscheinungen“ bestellt.

Ob Anna Jeller wieder ihre Leseexemplare schön verpackt in der Auslange liegen hat, habe ich noch nicht herausgekommen, weil es mir dann doch, da der Fuß leicht geschwollen, zu anstrengend war, auch noch dorthin zu humpeln.

Ich habe aber den Alfred ausgeschickt und auch vor mit ihm noch zur Preisverleihung des politischen Buches, den sogenannten „Bruno Kreisky Preis“ am Abend in die Hofburg zu gehen, beziehungsweise mit dem Taxi bis zum Josefplatz zu fahren.

Da war ich schon länger nicht und bin irgendwie auch aus dem Verteiler herausgefallen und dann mußte man sich jetzt anmelden und weil die Veranstaltung im Parlamentsausweichquartier, durch die Sicherheitskontrollen gehen, wo meine fünf oder sieben Schrauben im Knöchel gar nicht aufgefallen sind. dann gabs im Dachfoyer der Hofburg Wein und Gespräche, beispielsweise mit Barbara Eder, mit der ich einmal gemeinsam beim „Volksstimmefest“ gelesen habe.

Die Angela und der Josef waren da und den „Bruno Kreisky-Preis“ haben heuer Dieter Bandhauer vom „Sonderzahl-Verlag“, der sich, was ich sehr spannend fand, seine Laudatio selber hielt und Richard Sennet bekommen. Für den laudatierte Hannes Swoboda und ich kann anmerken, daß der, als ich 1997 der 1998 beim Straßenfest vor der Szene Margareten gelesen habe, mir einmal das Mikrophon richtete und den „Bruno Kreisky-Preis“ oder einen Teil davon haben ich, beziehungsweise der „Milena Verlag“ mit der Anthologie „Die Sprache des Widerstands ist alt wie die Welt und ihr Wunsch“ bekomme habe.

Jerzt also Richard Sennet, der auf Englisch einen Vortrag hielt und Dieter Bandheuer und eine zweite Veranstaltung wird es auch noch geben, aber da werde ich wahrscheinlich nicht hingehen.

2019-03-06

Cankcar

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:30
Tags: , ,

Nachdem wieder März ist, hat das Doml-Workshop wieder begonnen, das jetzt doch mit der Revolutionsliteratur weitergeht. Statt um drei beginnt es jetzt um vier, weil es dort vorher einen Deutschkurs gibt und als ich ein paar Minuten nach vier anläutete und ohnehin etwas verunsichert war, machte mir niemand auf.

Stephan Teichgräber war aber da und hat mich nur nicht gehört, weil seine Büroräume ja im hinteren Teil liegen, so hat das Workshop statt, um vier um halb fünf angefangen und kurz danach tauchte Edi Winter auf, der mich damals bei der Lesung in der Pannaschgasse wieder ausgeladen hat, weil ich ein Honorar haben wollte und hielt mit der SPÖ, die im Doml auch Untermieter eine Sitzung ab, so daß der Workshop diesmal etwas gestört war und anschließend bin ich in die Hauptbücherei gegangen, weil es dort einen slowenischen Filmabend gab und der Film „Cankar“ über den slowenischen Nationaldichter, der 2018 von Amir Muratovic gedreht,  gezeigt wurde.

Von Ivan Cankar, dem 1876 geborenen und 1918 gestorbenen slowenischen Nationaldichter, der auch eine Zeitlang in Wien lebte, habe ich, glaube ich in der „Gesellschaft für Literatur“ einmal etwas gehört, Erwin Köstler ist sein Übersetzer, weiß aber sonst nicht sehr viel von ihm, so daß ich auf den Film sehr neugierig war und nur unsicher war, ob er auf Deutsch gezeigt wird, weil sich die Hauptbücherei bald mit der slowenischen Gemeinde Wiens füllte, ein paar Deutschsprachler waren aber , wie Dine Petrik, auch dabei und eine Frau vom slowenischen Kulturinstitut begrüßte und steltle den Regisseur vor, sagte dann noch etwas, das der Film auf Englsch sei, was aber nicht stimmte.

Englisch waren die Untertitel, aber die waren nicht sehr gut zu lesen, zum Glück war aber der Teil, der in Wien spielte, auf Deutsch und Erwin Köstler hat auch Deutsch gesprochen, so daß ich mir das, was ich nicht verstanden habe, durch „Wikipedia“ ergänzen kann.

Der Film beginnt, als Cankar nach Wien kommt und sich in Ottakring bei einer Näherin ein Untermietzimmer nimmt. Er beginnt mit ihrer Tochter Steffi ein Liebesverhältnis, verläßt sie aber zehn jahre später. Inzwischen hat er, wie Erwin Köstler sagte, inzwischen fast sein ganz Werk geschrieben. Er ging dann nach Sarajewo wurde dort von der Kirche vereinahmt, war aber Sozialdemokrat und sehr viele Wissenschaftler sagten dann etwas auf Slowenisch dazu. Es gab auch künstlerische Darstellungen, Briefe und Bilder wurden gezeigt. So habe ich trotzdem einen interessanten Eindruck von dem Dichter, dessen Werk ich, glaube ich, gar nicht kenne, bekommen.

Nächste Seite »

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.