Literaturgefluester

2009-02-16

Marie-Therese Kerschbaumer

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:51

Jetzt habe ich den zweiten Band von Marie Therese Kerschbaumers Trilogie, den ich vor ein paar Wochen im Buchlandung ein Euro Abverkauf gefunden habe, gelesen.
Die Fremde – Ausfahrt – Fern – die autobiografisch gefärbten Romane der Sprachvirtuosin Kerschbaumer, von dem Mädchen Barbarina, wie es Elisabeth Reichart nannte.
Den dritten Band habe ich einmal bei einer „Literatur im März-Veranstaltung“ bekommen und auf einer unserer Toskana-Reisen gelesen und jetzt den zweiten Band.
Da sich der Inhalt schwer beschreiben läßt, möchte ich ein wenig über Marie Therese Kerschbaumer plaudern, die ich schon lang kenne. Sehr lang sogar.
Als ich Samstag in Harland mein Einleitungsreferat für die Mittleren III vorbereitete, bin ich auf sie gestoßen. Denn ich will in meiner Reihe ja von der eigenen Schreibbiografie ausgehen und da ist Marie Therese Kerschbaumer am Anfang gestanden und hat mich sicherlich geprägt.
Monika Jensen hat mich Ende der Siebzigerjahre in den Arbeitskreis schreibender Frauen gebracht, der sich aus einem Abend des Bundes demokratischer Frauen mit dem Thema „Warum Frauen schreiben?“, gebildet hat, weil zu diesem Abend sehr viele Frauen mit ihren Manuskripten gekommen sind.
Da hat sie mir von Marie Therese Kerschbaumer erzählt, die dort dabei ist und die, wie sie mir sagte, sieben Jahe brauchte, bis sie mit ihren Roman „Der Schwimmer“ den Durchbruch geschafft hat. Damals habe ich noch geglaubt, es in dieser Zeit auch zu schaffen und Marie Therese Kerschbaumer hat den Arbeitskreis, wie sie mir sagte, geleitet.
Es war dann noch Bärbel Danneberg da und Christa Stippinger und Elfriede Haslehner hat mir Jahre später auch erzählt, daß sie ihn geleitet hätte.
Viele Leiterinnen also. Für mich war der Arbeitskreis sehr wichtig und ich dachte wohl auch, ich bin jetzt in der Gruppe 47 und ja richtig, Arthur West war auch dabei und hat seine Sichtweise auf das weibliche Schreiben eingebracht und uns zum linken Wort aufs Volksstimmefest.
So habe ich einen ersten Einblick in den Literaturbetrieb bekommen und als ich 1987 in die GAV aufgenommen wurde, war Marie Therese Kerschbaumer schon dort und ich kann mich erinnern, daß ich sie beim neuen Institutsgebäude getroffen habe und da ist sie ist sehr herzlich auf mich zugekommen und hat gesagt „Jetzt bist du eine von uns!“
Nun ja, so einfach war das natürlich nicht, sie hat mir bei einer Sitzung der IG- Autoren aber ein Paar Schuhe angeboten und bei der ersten Frauenlesung, die ich 1990 in St. Pölten organisiert habe, hat sie gelesen.
Später nie mehr und es gab auch eine Geschichte mit einer Ohrfeige 1998 bei einer anderen Sitzung der IG Autoren.
Ein paar Jahre vorher war ich mit ihr und mit Gerhard Kofler in Mürzzuschlag beim Fest von Ernst Jandl oder Gerhard Rühm im Brahms-Museum und das hat vorher Ernst Kölz besucht und sich ins Gästebuch eingetragen.
Marie Therese Kerschbaumer war sehr begeistert und ich hatte keine Ahnung, daß Ernst Kölz ein so berühmter Mann ist, habe ich doch mit ihm und Kurt Kren in derselben Pension gewohnt.
Das sind so meine Erinnerungssplitter an Marie Therese Kerschbaumer.
Den Roman „Schwestern“ habe ich noch in den Siebzigerjahren, gleich nach seinem Erscheinen gelesen und, daß ich den „Weiblichen Namen des Widerstands“ nicht habe, bin ich erst später draufgekommen, da war ich bei so vielen Lesungen, daß ich gedacht habe, ich hätte es gelesen.
Und jetzt nach „Fern“, die „Ausfahrt“, die auch ihre eigene Geschichte hat. Ist es ja ein Band des Austrokoffers bzw. Landvermessung, wie es dann geheißen hat.
Denn zum Jubiläumsjahr ist Günther Nenning, der auch GAV-Mitglied war, auf die Idee gekommen, einen Koffer mit fünfzig Bänden österreichischer Autorinnen und Autoren, der den Schulen zur Verfügung gestellt werden sollte, herauszugegeben und wurde dabei von der Autorenschaft, die sich übergangen fühlte, wie ich es formulieren würde, sehr gemobbt.
Anna Mitgutsch, hat gemeint, sie ließe sich keinen Roman stehlen, Elfriede Jelinek und immer mehr der Auserwählten haben abgesagt. Günther Nenning war sehr betroffen, der Verlag, der es zuerst machen sollte, ist abgesprungen, schließlich haben sich dann Robert Schindel, Milo Dor, Marie Therese Kerschbaumer, Julian Schutting und Anna Mitgutsch gefunden, die das Projekt gerettet haben, so daß der Koffer unter dem Namen „Landvermessung“ im Residenz Verlag erschienen ist.
Günther Nennig hat noch gelebt, ist aber zu der Präsentation in den Volksgarten nicht mehr gekommen, sondern hat nur mehr einen Tonbandgruß geschickt und es war sehr interessant zu sehen, wer in den fünfzig Bänden nicht oder schon enthalten war.
Ich natürlich nicht, war aber bei der Präsentation und habe auch in meiner „Zusteigerin oder die Reise nach Odessa“ ein bißchen was darüber geschrieben und bei der Präsentation gab es ein tolles Buffet und einen Gratisband und nun kann man vielleicht auch die anderen Bände billig erwerben.
Marie Therese Kerschbaumer ist vielleicht auch nicht so berühmt geworden, wie es hätte sein können. Der Wieser Verlag hat zu ihrem 70. Geburtstag aber ihr Gesamtwerk herausgebracht und bei Lyrik im März, der nächsten großen GAV Veranstaltung wird sie sicher auch auftreten.

2012-02-02

Kerschbaumer-Essays

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:13

Marie Therese Kerschbaumer hat einen neuen Essayband bei Wieser herausgegeben „Freunde des Orpheus“, der der Alten Schmiede zwar nicht gewidmet ist, es aber eigentlich sollte, denn es handelt sich bei den darin enthaltenen Texten, um viele, die mit ihr Bezug haben, Auftrags und Anlaßarbeiten, aber auch so Geschriebenes, wie Marie Therese Kerschbaumer bei der Präsentation in der Alten Schmiede, Florian Huber, der das Buch vorstellte, erklärte.
Ich habe es ja sicher schon öfter geschrieben, ich habe eine lange und wahrscheinlich ambivalente Beziehung zu der Dichterin, die ich in den späten Siebzigerjahren im „Rotpunkt“ beim Arbeitskreis schreibender Frauen kennenlernte und später in der GAV wiedertreffen sollte.
„Der Schwimmer“ war damals schon erschienen, „Der weibliche Name des Widerstandes“, von dem ich daraufgekommen bin, daß ich das Buch nicht habe, obwohl ich es eigentlich glaubte, aber wahrscheinlich haben wir im Arbeitskreis viel darüber gesprochen. Den Roman „Schwestern“ habe ich mir gekauft.
Und Marie Therese Kerschbaumer ist auch eine, die nicht leicht zu lesen und nicht leicht zu verstehen ist, so ist es mir beispielsweise nicht gelungen, als ich mir 2009 bei der Buchlandung „Die Ausfahrt“, den Band der Trilogie, um das Mädchen Barbarina, der in dem sogenannten Austro-Koffer enthalten ist um einen Euro kaufte, das Buch zu besprechen.
Den Band „Fern“ habe ich auf einer unserer Italienreisen gelesen und Marie Therese Kerschbaumer schon bei sehr vielen Lesungen gehört. So liest sie beispielsweise meistens bei der Lyrik im März, war im Mai bei der Bisinger Veranstaltung in der Alten Schmiede und der Wieser Verlag hat ihr Gesamtwerk herausgebracht. Ich habe sie auch bei der Frauenlesung, die ich, 1991 in St. Pölten machte, eingeladen und hätte sie auch bei der 1998 in der Alten Schmiede gern dabei gehabt. Sie war, glaube ich, mit Gerhard Kofler sehr befreundet und ihm ist auch ein Essay in dem Buch gewidmet.
Florian Huber erklärte in seiner Einleitung einiges über das das Buch, dann las Marie Therese Kerschbaumer zwanzig oder dreißig Minuten aus dem Essay, der dem Buch „Kein Anwalt für Antigone“, des Staranwalts Alfred Noll gewidmet ist, das heißt, sie erklärte eigentlich die „Antigone von Sophokles dabei, tat das sehr engagiert, leidenschaftlich, interpretierend, gab dabei auch einige Erklärungen zu ihrer Sicht der Welt, daß sie sich mehr Solidarität und Verständnis wünsche beispielsweise, erklärte ihren feministischen Standpunkt oder Nicht-Standpunkt und da gibt es auch einen Film bzw. einen Artikel aus dem Archiv.
Ich bin ja eine, die sich ziemlich ausschließlich für die Gegenwartsliteratur interessiert und sich daher mit der Literatur der Antike, den Kreons, Antigones und der Rolle der Seher nicht sehr auskennt, Marie Therese Kerschbaumer zuzuhören ist aber ein Erlebnis und es gab im Anschluß auch eine rege Diskussion, die von Kurt Neumann eingeleitet,vom Publikum weitergeführt wurde und es waren gar nicht so viele Leute, wie erwartet gekommen. Vielleicht lag das am kalten Wetter, Marie Therese Kerschbaumer hat ja einen großen Fankreis und auch schon sehr viele Projekte für die Alte Schmiede gemacht.
So lag auf dem Büchertisch beispielsweise auch der bei Sonderzahl erschienene Band „Apologie/Arkadien“, den ich bei einem der Büchertürme, als es die Literatur im März noch gab, bekommen habe, der das Ergebnis des zehnten Autorinnenlabor in der Alten Schmiede war und beispielsweise Texte von Lisa Fritsch, Barbara Frischmuth, Gert Jonke, Gertrud Leutenegger, lisa Fritsch, Heidi Pataki, Julian Schutting, Maria Elena Blanco, Gerhard Kofler, Sabine Gruber, Ferdinand Schmatz, Alfred Kolleritsch, Bodo Hell und Kurt Neumann enthält und ich kann mich bei den Kerschbaumer-Lesungen, die ich in der Alten Schmiede hörte, an den „Weiblichen Namen des Widerstands“, an die „Neun Canti auf die irdische Liebe“ und an die „Gespräche in Tuskulum“ erinnern, aber wahrscheinlich bin ich bei mehr Lesungen gewesen. „Die Gespräche in Tuskulum“ gab es auch in der Abverkaufskiste der Buchhandlung Morawa, als ich in das letzte Mal in der Alten Schmiede war, um vier Euro, da habe ich es drinnen gelassen und mir ein bißchen etwas anderes nach Hause geschleppt und bin auch diesmal nicht um die Abverkaufskiste vorbeigekommen, aber wieder sehr sparsam gewesen, habe ich mir doch nur die „Unsichtbare Fotografin“ von Elisabeth Reichart gekauft und den Walter Grond, den ich auch einmal in der Alten Schmiede hörte, drinnen gelassen und auch das „Gorilla-buch“ der Awadalla um zwei Euro, das bei Chick-Lit, wo ich es auch gesehen habe, sicher teurer ist. Aber ich habe schon soviele Bücher, kann nicht alle lesen und außerdem, vor zwei Tagen Kurt Palms neues Buch „Die Besucher“ vom Verlag bekommen und „Schlafes Bruder“ im Bücherschrank gefunden und lese höchstwahrscheinlich doch eher das linear Realistische, trotzdem ich zwar kein Fan, aber wahrscheinlich doch eine ziemlich genaue Marie Therese Kerschbaumer-Kennerin bin.

2019-12-31

Romane schreiben

Filed under: Bücher — jancak @ 18:24
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Jetzt bin ich zwischen Weihnachten und Neujahr, als ich mit dem vierfachen Buchpreisbloggen so langsam fertig war und auch meine Empfehlungen für das beste Debut 2019 abgegeben habe und bevor Jurenka Jurk mit ihrem kostenlosen Miniwebinar  zum Romanjahr 2020 beginnt, während des Korrigierens meiner Schreibartikel meines zweiten „Literaturgeflüsterbuchs“ wo ich mein Schreiben ja kontinuierlich reflektiere, zu Gustav Ernst und Karin Fleischanderls, den Gründern der „Leondinger Akademie“, wie auf dem blauen Cover steht, Schreibratgeber „Wie schreibe ich einen guten Roman? Profis geben Antwort“ gekommen, den ich angefragt habe, als ich bei der Präsentation von „Romane schreiben“ in der „Gesellschaft für Literatur“ war.

Ein Buch, das ich mir ja, wie man vielleicht meinen könnte, gar nicht bestellen bräuchte, schreibe ich ja schon über fünfundvierzig Jahre, habe ab 1973 mit dem literarischen Schreiben angefangen und beschäftigte mich, da ich damit offensichtlich nicht so erfolgreich bin, auch kontinuierlich damit und habe auch schon einige Schreibratgeber gelesen.

James N. Frey „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ war der erste davon, den ich mir in einer dieser Weltbuchhandlungen vor zwanzig oder so Jahren einmal verschämt kaufte und mit seinen Prämissenregeln  nicht so warm geworden bin.

Seit ich in Jurenka Jurks Mailverteiler gekommen bin, beschäftige ich mich auch mit der Frage wie man einen Roman spannend gestalten kann und, wieso  meine Texte, das nicht sind und den 1944 geborenen Gustav Ernst kenne ich auch schon lange, war er doch, als ich 1980 war das, glaube ich, einen meiner ersten Texte in diesem „Literatureck“ in der „Alten Schmiede“ vorstellte, gemeinsam mit Marie Therese Kerschbaumer, die ich damals schon vom Arbeitskreis kannte, einer der beiden Kritiker, die den Text, den ich damals vorgelesen habe, auch gehörig verissen haben, war aber, glaube ich, immer ein Fan von ihm und habe auch einiges von ihm gelesen, ist er ja ein realistischer Autor, schreibt also so, wie ich es auch gern will und treffe ihn auch immer regelmäßig im Literaturhaus, wenn er beispielsweise, die Laudation für den neuen „Prießnietz-Preisträger“ hält, denn gemeinsam mit Robert Schindel war oder ist er ja soetwas, wie derMentor der österreichischen Literatur, hat die besagte „Leondinger Akademie“ mitbegründet aus der Autoren, wie Anna Weidenholzer aber auch Luis Stabauer hervorgengen ist, hat mit Robert Schindel auch den „Hochschullehrgang für Sprachkunst“ gegründet und nun mit seiner Frau, der Italienischübersetzerin Karin Fleischanderl einen Schreibratgeber herausgegeben.

Einen literarischen Schreibratgeber, füge ich gleich hinzu, obwohl sich der Aufbau des Buches wahrscheinlich nicht so sehr von dem unterscheidet, wie auch James Frey seinen Lesern das Romanschreiben beibringen will oder Jurenka Jurk ihren „Romanfahrplan“ gestaltet hat.

Die Ausdrücke, die er und Karin Fleischanderl dabei gebrauchen sind nur, das ist mir schon während der Präsentation aufgefallen, ein wenig anders.

Das Wort „Heldenreise“ wird, glaube ich, nicht erwähnt und auch nicht das berühmte „Show not tell“, das wird nur in der Einleitung oder gleich danach, an dem Beispiels eines Autounfalls, wo zwei der beteiligten Personen miteinander zu raufen beginnen, so beschrieben und in der Einleitung wird erklärt, warum sich die Beiden entschloßen haben, jetzt auch einen Romanratgeber zu schreiben.

Weil eben so viele Leute nach ihrem Studium oder neben ihrem Beruf oder in der Pension zu schreiben beginnen wollen und dazu das nötige Know how brauchen. Da wird dann auch erklärt, daß das in der Musik und in der bildenend Kunst immer schon so war, daß man das Handwerk lernen mußte und konnte,  bei der Literatur war das nur im angelsächsischen Raum so, bei uns nicht, aber natürlich mußte man das Schreiben durch Üben, durch Lesen, durch Gespräche mit Kollegen oder Lektoren erlernen.

Dann beginnt es, was mich ein wenig verwunderte mit einem Kapitel, das sich „Autorenschaft“ nennt und da wird der Typ des Autors beschrieben und auch erklärt, daß man Geduld und ein gutes Zeitmanagement benötigt und sich auch über seine Motive des Schreibens klar werden sollte.

Das ist ja ein Punkt, über den ich manchmal stolpere oder ein bißchen Widerwille bei der Frage, warum will ich schreibe, verspüre.

Aber Gustav Ernst führt das Beispiel an, daß es wahrscheinlich kein edles Motiv ist in einem  Schlüßelroman seine schlechte Ehe oder seine Kindheit zu verarbeiten.

Das sehen Josef Winkler oder Florjan Lipus wohl ein wenig anders und interessant ist auch, daß die Beiden schreiben, daß die erste Fassung wahrscheinlich immer mißlingt und man sich an Kritik gewöhnen oder sie auszuhalten lernen muß, beziehungsweise bei Kritik, die Person vom Text zu trennen, nicht „Ich bin ein schlechter Autor!“, sondern „Der Text ist noch nicht gut und wenn ich ihn besser haben will, muß ich mich hinsetzten und ihn überarbeiten, eine zweite, dritte, vierte Fassung schreiben, etcetera!“, denken soll.

Das ist auch ein Punkt bei dem es bei mir vielleicht ein wenig hapert, aber auch ich bemühe mich und arbeite daran besser zu werden.

Dann springen die Beiden  hinein in das Medias Res und beginnen von der literarischen Sprache zu sprechen, die der Autor braucht oder, um die er sich bemühen muß und soll.

Da scheinen die Beiden sehr streng zu sein und erlauben keine schiefen Metaphern und auch keine Grammatikfehlern. Nun gut, damit hapert es vielleicht bei mir ebenfalls und dann kommen sie gleich zu dem schon erwähnten Beispiel mit dem Autounfall, den man beschreiben soll.

Man sieht, es ist ein sehr praktisches Buch und bevor es noch an die Figuren und die Dramaturgie geht, fahren die Beiden mit einem noch in einem Schnellverfahren durch die ganze Romanarbeit, erklären, daß der erste Satz gut sein muß, um die Aufmerksamkeit des Lesers zu fesseln, zitieren dabei Kafkas „Prozeß“, man sieht die Latte liegt hoch, sie warnen aber auch vor der „Fetischierung des ersten Satzes“ und wenn ich an meine Romananfänge denke, dann muß ich gestehen, daß sich bei mir die ersten Sätze sehr oft gleichen, nun gut, ich bin ein wenig schlampert und habe vielleicht  deshalb keinen Verlag gefunden.

Das regelmäßige Schreiben wird auch erwähnt, das man braucht, um das Ding fertigzukriegen und von der Lust wird gesprochen, sich dabei zwei doer drei Jahre an der Stange zu halten, bis es eben so gut ist, daß man es an einen Verlag schicken kann.

Beim Thema bleiben, nicht abschweifen, sich immer wieder Figuren, Handlung und Konflikt in Erinnerung rufen und vor allem den Roman erst dann an den Verlag zu schicken, wenn man wirklich glaubt, daß er fertig ist, wird geraten, etwas was ich vor zwanzig dreißig Jahen wahrscheinlich nicht gemacht habe und deshalb wohl auch keinen gefunden habe.

Dann wirds konkreter, denn dann gehts, ab Seite 59 in die „Dramaturgie“ und hier erklären die Autoren sehr genau, daß „Dramaturie, die optimale Organisation der spezifischen Elemente und Materalien eines Mediums in einer bestimmten Zeiteinheit mit dem Ziel daraus ein spannendes und attraktives in sich geschlossenen Ganze herzustellen“, darstellt.

Im Roman heißt das meistens  „Erzähl- oder Romanstruktur“ und die Autoren sprechen  davon, daß „die Figuren in manchen Romanen flach und papierern, die Handlung an den Haaren herbeigezogen und die Geschichte chaotisch erzäht wird“.

Ein Grund mehr sich mit der Dramaturigie seines Romans zu beschäftigen, ober besser, was Gustav Ernst auch seinen Lesern rät, ein Drehbuchworkshop zu besuchen und da kann ich gleich aus meiner Schule plaudern, daß die IG Autoren einmal, ich glaube, das war in den Neunzigerjahren und ich bin noch nach Harland gependelt, ein solches Symposium angeboten haben, Gustav Ernst war sicher dabei und dann konnte man sich auch, um ein solches Workshop bewerben. Ich habe, glaube ich, dazu eine einer meiner damals eher flachen  Geschichten eingereicht und wurde nicht auserwählt.

Im Buch geht es jetzt ans Ganze, sprich an die Figuren, die ja innere und äußere  Schwierigkeiten, sprich einen Konflikt haben müßen, um den Leser an der Stange zu halten.

Man braucht die Hauptfigur, sprich den Protagonisten und seinen Gegenspieler, den Antogonisten, da kann ich gleich wieder plaudern, daß es bei mir meistens daran hapert und mir der meistens fehlt.

Passive Helden erklären die Autoren, gibt es nicht, außer sie liegen auf der Intensivstation und dann wird die Geschichte meist von einem Angehörigen, einem Arzt oder einem Pfleger erzählt.

Man soll oder kann sich eine Biografie für seine Figuren anlegen, wird geraten, ich verwende da die Charakterbögen der Jaqueline Vellguth von der „Schreibwerkstatt“ und dann kommt es schon zur Handlung. Das Wort Plot wird nicht erwähnt, aber von einer Dreiaktstruktur gesprochen und die am Beispiels eines Romans über eine Scheidung, dargestellt.

„Eine Frau (A) hat Probleme in der Beziehung mit ihrem Mann (B), dem Antagonisten, führe ich an und möchte sich von ihm trennen. Dabei treten weit mehr Schwierigkeiten auf, als A gedcht hat. Aber schließlich gelingt die Trennung doch. A beginnt ein neues Leben.“

Das könnte man nun auch als „Heldenreise“ darstellen, mit der ich ja bisher immer meine Schwierigkeiten hatte. Hier wird die Handlungsstruktur an einigen Beispielen durchexerziert und am Schluß die Erzählperspektiven erklärt.

Da gibt es den allwissenden auktorialen Erzähler oder den Ich-Erzähler, was meistens die Frau sein wird. Es gibt die personale Erzählweise, sowie den verschwundenen Erzähler und die Autoren raten, es sich vor allem für den Anfang nicht zu schwer zu machen und sich nicht zu viel vorzunehmen.

Den autobiografischen Roman gibt es auch. Da erzählt man oder möchte es, von seinem eigenen Erleben erzählen. Muß dabei aber, wie die Autoren erwähnen, vieles weglassen und neu ordnen, weil ja nicht alles, was man für sich selbst für wichtig hält, auch den Leser interessiert.

Dann geht es zum Dialog, auch nicht gerade meine Spezialität, aber sicher die von Gustav Ernst und der führt in dem Buch auch genau auf, welche Dialogformen, den epischen, den funktionalen, den Konfrontationsdialog, den Interwiew-Dialog, den Erklärungsdialog, den redseligen, den spielerischen, den absurden, es gibt und führt Beispiele in Bezug auf seinen fiktiven Scheidungsroman an.

Dann werden noch die Schreibweisen und die Textformen erklärt. Es gibt da ja beispielsweise die Montagetechnik. Alexeander Döblin hat seinen „Berlin Alexanderplatz“ in dieser Form geschrieben und John Dos Passos sein „Manhattentransfer“.

Komik, Ironie und Humor werden erläutert, bevor es zu den Katastrophen im Text, beispielsweise den Kitsch, kommt. Natürlich soll man auf seine Sprache achten. also nicht zuviele Adjektive verwenden und überhaupt das schlechte Deutsch vermeiden, bevor es an die Verlagssuche geht.

Da gibt es auch ein paar Hinweise, worauf man da achten soll und ein paar Adressen werden angegeben und nun auf zum Romanschreiben würde ich sagen.

Bei meinem „Fräulein No“ kann ich ja noch ein bißchen auf die Spannung und die Sprache achten und es ist sicherlich auch interessant zu beobachten, ob beispielsweise „Haymon“ wo Gustav Ernsts Ratgeber ja erschien, in einem Jahr mehr Manuskripte bekommt, die nach Gustav Ernsts Empfehlungen geschrieben wurde und ich weiß nicht genau, was es bewirkt oder verändert hätte, wenn ich das Buch beispielsweise dreißig oder vierzigJahre früher in die Hände bekommen hätte.

Bin mir nicht einmal sicher, wieviel ich damals von dem was darin steht, verstanden hätte, denn Schreiben lernt man wahrscheinlich doch durch Erfahrung und das tun.

Trotzdem kann ich das Buch allen Schreibwilligen und Schreibinteressierten sehr empfehlen und werde es sicher auch weiterverwenden.

2019-10-19

Von der GAV-GV zum Badeschiff

Erika Kronabitter, Eva Jancak © Erika Kronabitter

Erika Kronabitter, Eva Jancak © Erika Kronabitter

Dieses Wochenende sind ja nicht nur die Publikumstage auf der Frankfurter-Messe, sondern auch die Generalversammlung der Grazer Autorinnen Autoren, 1973 in Graz als Abspaltungsversuch vom damaligen PEN gegründet und immer noch der größte österreichische Autorenverein, den wir haben, auch wenn die Gründungsmitglieder fehlen und nicht mehr Ernst Jandl, der, glaube ich, zu Zeiten meiner Aufnahme Präsident war, H. C. Artmann, den ich kaum dort gesehen habe, aber auch Marie Therese Kerschbaumer, Gert Jonke, Elfriede Gerstl, Friederike Mayröcker,  etcetera, zu den Generalversammlungen kommen.

Ich habe, glaube ich, schon geschrieben, daß ich 1987 in die GAV aufgenommen wurde. 1986 habe ich das erste Mal eingereicht, damals gab es noch die Vollversammlung und die Generalversammlungen haben das ganze Wochenende, das heißt bis Samstagmittag, stattgefunden.

Josef Haslinger war der Generalsekretär, später Gerhard Kofer, Heidi Pataki lange die Präsidentin, Rolf Schwendter war das auch, dann kam Petra Ganglbauer und jetzt ist, welch Überraschung Ilse Kilic die Präsidentin, die zu Zeiten meiner Aufnahme, die Sekrretärin war.

Die Zeiten ändern sich, jetzt hat die GAV siebenhundert Mitglieder, die GVs finden im Oktober an einem Samstag statt und vorher gibt es am Freitag nachmittag seit einigen Jahren den kulturpolitischen Arbeitskreis, wo verschiedene kulturrelevanten Themen diskutiert werden.

Ruth Aspöck hat den, glaube ich, einmal eingeführt. Jetzt machen ihn Ilse Kilic und Christa Nebenführ und die Lesung der Mitglieder, die im letzten Jahr aufgenommen wurden, die es eine Zeitlang anschließend in der „Alten Schmiede“ gab, gibt es auch nicht mehr.

Jetzt werden auch nur mehr alle zwei Jahre neue Mitglieder aufgenommen, so wurde heuer auch sehr lange über die Neuaufnahmen diskutiert.

Es gab viele Vetos, denn jedes Mitglied kann ein solches einlegen, wenn ihm ein Juryentscheid nicht gefällt, daher gibt es dann auch lange Diskussionen und Abstimmungen und die eingereichten Veranstaltungen. Inzwischen kann jedes Mitglied pro Jahr ein Veranstaltung einreichen und weil die Mitglieder mehr werden, die Subventionen aber gleichbleiben, gab es im letzten Jahr, wo keine neuen Mitglieder aufgenommen wurden, eine lange Diskussion darüber, was und wie eingespart werden kann.

Heuer gingen die Veranstaltungsvorschläge schneller vor sich, so daß nach den Berichten aus den Bundeslängern, denn wenn der Name auch „Grazer Autorenversammlung“ heißt, gibt es in jeden Bundesland eine eigene Regionalversammlung, die ihre eigenen Veranstaltungen machen, noch Zeit für allfälliges war und da wurde über eine eventuelle Namensumänderung diskutiert, da das „Graz“ im Namen vielleicht ein bißchen lästig und wiedersprüchig sein könnte.

Aber ich möchte nicht Mitglied einer „Allgemeinen österreichischen Autorenversammlung“, werden, denn die GAV, bei der ich ja schon sehr lange Mitglied bin, ist ein wichtiges Stück Identität für mich und man kann ja das „Gegründet in Graz!“, zusätzlich erklären.

Wird wohl so bleiben, zumindestens noch für die nächste Zeit, dann gab es wieder das Abendessen, diesmal im Cafe Prückl, wie im letzten Jahr, lange war es im Gasthaus Pfudl, aber diesmal hätte man sich wahrscheinlich aus Einsarungsgründen das Essen und das Trinken selber zahlen müßen und ich eße ja eigentlich nichts am Abend.

Erika Kronabitter, Christian Kargl © Erika Kronabitter

Erika Kronabitter, Christian Kargl © Erika Kronabitter

Zu Mittag war ich bei der „Nordsee“ und habe mir eine mittlere Portion Fisch und Chips besorgt und mir nachher beim „Heindl“ drei Maroni gekauft und außerdem hat mich die Gerlinde vom „Ohrenschmaus“, die ja dort nicht nur den „Preis“ organisert, sondern auch Lesungen der Einreichenden schon lange ins Badeschiff am Donaukanal eingeladen, wo es das“ Cafe Ohrenschmaus“ gibt und da gab es heute ein Fest oder ein Party, jedenfalls spielte die Tschuschenkapelle oder ein Musiker davon und um halb sechs hat Erika Kronabitter ihr neues, bei der „Edition Taschenspiel“ erschienenes Buch „Endlich Alles Richtig“ vorgestellt, so daß ich, die ja die Erika schon beim Artmann-Symposium am Donnerstag und am Freitag gesehen habe, darauf angesprochen  und eigentlich gedacht habe, daß ich mit ihr von der Sitzung zum Badeschiff gehen könnte, denn der Donaukanal ist ja nicht weit von der „Alten Schmiede“ entfernt.

Sie hatte aber ein Schreibcoaching und war gar nicht bei der GV obwohl sie Vorstandsmitglied ist, so bin ich nach der Verabschiedung durch die Präsidentin alleine hingegangen, bin gerade noch rechtzeitig zur Lesung gekommen, konnte auch einen Kaiserspitzer trinken, einen sehr guten Salat mit Grantäpfel und anderem und ein Stück Kuchen essen und dann noch mit der Erika mit einem Achterl Rot auf die sehr literarischen Woche anstoßen, in der ich viel in Wien erlebt habe und gar nicht nach Frankfurt gekommen bin und nächstes Jahr, das kann ich gleich anmerken, wird die GAV-GV wieder zeitgleich mit der Frankfurter-Buchmesse sein, also wird es vielleicht wieder etwas hektisch werden und bezüglich Leipzig, wo wir ja eigentlich immer regelmäßig fahren, gibt es das Problem auch, wenn auch vielleicht nicht mehr so regelmäßig, da es ja keine jährlichen Vollversammlungen mehr gibt und sich mein Messebesuch also höchstens mit der „Lyrik im März“ schneidet was auch nichts macht, da ich ja keine Lyrik schreibe, sondern mich nur an die Großveranstaltungen erinnern kann, die in den Achtzigerjahren im NIG im Hörsaal eins, stattgefunden habe, wo Rolf Schwendter gelesen habe, Gerald Bisinger sich sein Begräbnis vorstellte, Ernst Jandl, Gerhard Kofler auf Deutsch und auf Italienisch, Friederike Mayröcker, Marie Therese Kerschbaumer und und und die GAV ist ein Stück von mir auch wenn ich selten nach Graz komme, die ich nicht missen will, aber einmal war dort auch eine Vollversammlung und Dietmar Füssel ein sehr engagiertes oberösterreichisches GAV-Mitglied, hat mir auch seinen neuen Gedichtband übergeben, so daß ich wieder genügend Lesestoff habe und mich auch demnächst wieder ein bißchen auf das blaue Sofa setzen werden, um herauszufiden, was ich während der Neuaufnahmediskussion und den Badeschifflesungen in Frankfurt versäumt habe.

2019-09-01

Volksstimmefest mit fast schönem Wetter

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 22:05
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Das letzte Jahr hat es Jahr am Volksstimmefest an beiden Tagen sehr geregnet, so daß man eigentlich nichts anderes, als sich unter ein Dach flüchten konnte und ich, die ich ja das Volksstimmefest im Wiener Prater seit den siebziger Jahren sehr regelmäßig besuche und seit 1989, glaube ich, mehr oder weniger regelmäßig beim „Linken Wort“ lese und das immer gern und bevorzugt am Samstag tue, obwohl es da ja meistens regnete, während es am Sonntag meistens wieder schön und strahlend war, habe da  schon eine diesbezügliche Erfahrung.

Arthur West hat in den Siebzigerjahren oder wann auch immer, die „Linken Wort-Lesungen“ eingeführt, da haben bis 1989 Peter Turrini, Elfriede Jelinek, Marie Therese Kerschbaumer, Gerhard Ruiss, etcetera gelesen, dann hat Helmuth Rizy die Lesungen übernommen und  seit 2008  Roman Gutsch und Christoph Kepplinger.

Der Erstere der das ziemlich engagiert betrieb, ist berufsbedingt zemlich bald ausgestiegen, jetzt macht das Christoph Kepplinger allein, der damit aber, da er im Weinviertel wohnt, eine Frau und einen kleinen Buben hat und mit Deutsch als Fremdsprache, obwohl Germanist und als solcher auch im „Elfriede Jelinek Forschungszentrum“ tätig ist, überfordert ist, denn das „Linke Wort“ ist, wie Christoph Kepplinger in seiner Absage erwähnte, der einzige Programmpunkt des Festes, für das kein Budget eingebaut ist.

Das heißt, die Autoren lesen umsonst und die Veranstalter organisieren das wahrscheinlich auch auf diese Weise. So hieß das Motto der heurigen Lesung auch „Was sind die Worte wert?“ und Helmuth Rizy hat ja eine jährliche Anthologie der Texte eingeführt, das haben Gutsch und Kepplinger übernommen.

Seit einem Jahr gibt es aber eine zeitliche Verzögerung, so befindet sich die Anthologie von 2017 noch in der Druckerei und Christoph Kepplinger ließ auch verlautent, daß er überlege, ob er die Lesung noch weiter organisieren will, was ja sehr schade wäre, wenn sich kein Nachfolger findet, denn es ist eigentlich die größte Veranstaltung auf der ich jährlich lese und diesmal gab es auch noch eine andere Erneuerung, so hätte die Lesung schon um drei statt bisher um vier stattfinden sollen, aber als ich um dreiviertel drei die Sigi-Maron Bühne erreichte, fand da gerade eine Wahlkundgebung der Spitzenkanditen statt, denn am 29. September gibt es ja wegen des Ibiza-Videos eine vorgezogene Neuwahl, da hatte am Freitag die SPÖ ihre Auftaktveranstaltung, Wahlplakate mit „Mit Sicherheit für Österreich“ mit dem Konterfei von Herbert Kikls zieren auch schon die Straßen und die KPÖ nützte natürlich die Gelegenheit auf ihrem Fest  Stimmung für sich zu machen.

Dann gab es einen Soundcheck der Musikgruppe, die um siebzehn Uhr auftreten sollte, wir haben gewartet und gewartet, bevor endlich die Sessel gerichtet wurden und die Lesung begonnen hat.

„Was sind die Worte wert?“, ein schönes Thema. Christoph Kepplinger hat sich wahrscheinlich die Thematisierung, daß er mit der kostenlosen Organisation überfordert ist, ausgedacht. Gerald Grassl, dem er, glaube ich, als Erstes seine Überlegungen mitteilte, begann  mit einem politischen Text und las dann Herbert Kuhners englische Gedichte in der deutschen Übersetzung vor und erklärte, daß in der ‚“Editon Tarantl“ eigentlich dieser Tage ein Roman von dem 1935  Wien geborenen „Kramer-Preisträger“ von 2014 erscheinen sollte, was aber offenbar auch nicht gelungen ist.

Dann folgte Dieter Braeg mit einem politischen Text und danach stellte Erwin Riess seinen neuen „Groll-Roman“ vor, den es im Septermber auch in der „AS“ zu hören geben wird.

Dann kam schon ich mit meinem Stückchen aus der „Magdalena Kirchberg schreibt einen Roman“ und ich verknüpfte das Motto mit dem Satz „Die Erinnerungen sind die einzigen Paradiese aus denen man nicht vertrieben werden kann“, den ich Angesichts des Vergessens, „Alzheimer“ und Demenz  für unwahr halte, aber eigentlich hat sich die Maria Mattuschek ja auch in ihre Erinnerungen zurückgezogen und lebt sehr gut darin.

Einer der Zuhörer hat mich nach der Lesung auf das Buch angesprochen. Es ist auf der Bühne mit einem ebenfalls theoretischen Text von Mladen Savic weitergegangen, den ich sowohl schon am Volksstimmefest, als auch in der „Roten Bar“ lesen hörte. Wolfgang Oertl machte ein Sprachexperiment mit den Worten: Sprache, Macht, Gewalt, in dem er sie vielmals abwandelte.

Verena Mermer, auch schon eine alte Bekannte brachte Briefe und Andi Pianka wurde durch das Motto zu einem sehr politischen Text, der die  Situation der letzten Monate zum Thema hatte angeregt.

Nadia Baha, die dann folgte, hatte sich durch das Motto ebefalls zu einem „Geheimen Ibiza Tagebuch anregen“ lassen, während Peter Clar seine Germananistentätigkeit nicht verleugnen konnte in in seinen Texten Friederike Mayröcker, Ingeborg Bachmann etcetera immer wieder erwähnte. Katrin Forstner bestand dann darauf, daß sie auch am Volksstimmefest poetisch sein darf, während die letzte Leserin des Samstag Olja Alvir, die auch schom im letzten Jahr gelesen hat, einen Ausschnitt aus einem Roman brachte, in dem ein paar junge Leute zufällig in eine Revolution geraten.

Danach unterhielt ich mich mit Hilde Schmölzer, Ruth Aspöck und einigen anderen um zu erfahren, daß der Franz, Elfriede Haslehners Lebensmensch, einige Jahre jünger als sie, vor ein paar Wochen einen unerwarteten Herzanfall hatte und am Donnerstag begraben wurde.

Ein großer Schock wahrscheinlich ganz besonders für seine Lebenspartnerin, die ich ja schon sehr lange vom „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kenne und die auch immer wieder am Volksstimmefest gelesen hat.

Der Alfred wollte sich dann eine im dritte Weltdorf Fleischspieße kaufen und seine Freunde vom Kubastand treffen, da gab es auch ein diesbezügliches Konzert auf der Volksstimmebühne und dann im Anschluß Harry Stojka, den ich ja schon in Göttweig bei „Literatur und Wein“ hörte.

Am Sonntag hat es dann, als ich in Richtung Jesuitenwiese aufgebrochen bin, ein bißchen zu regnen angefangen, es wurde aber gleich wieder schön und war wahrscheinlich das wärmste Fest seit Jahren und diesmal hat das „Linke Wort“ auch fast pünktlich angefangen.

Begonnen hat Elfi Resch, die in ihren „Wortspenden“ sowohl ihren literarischen Werdegang, sie hat zuerst Gedichte geschrieben, dann in der Veza-Canetti-Anthologie einen Text gehabt und  dann beim Volksstimmefest und bei Frauenveranstaltungen zu lesen begonnen, thematisiert, dann zu dem ursprünglichen Motto, daß die schriftstellerische Arbeit und also auch die Lesungen honoriert werden sollte, wo ich mich mit dem Uli ja einmal heiß über die Frage, ob man als „Hobbydichter“ ein Honorar verlangen darf, stritt, überleitete.

Jiaspa Fenzl, die offenbar an der Sprachkunst studierte und die,wenn ich mich nicht irre, bei den letzten „Kritlits“ las, setzte gleich mit ihren Überlegungen über den Literaturbetrieb und die Rolle, die man in diesem spielt, fort. Dann kam Susanne Ayoub mit etwas Anderen, nämlich mit einem „Krieggedichtzyklus“ aus dem sie zwei Beispiele las.

Güni Nogger aus Innsbruck hat in seinem Worttext auf den Herbert K. mit seinen Pferden Bezug genommen, war also sehr politisch. Eleonore Weber, sowie Ruth Aspöck folgten. Letztere bezog sich wieder auf das Thema des Tages und las ein Erlebnis mit der kubanischen Gesellschaft vor, in der sie sich sehr lange engagierte und  kulturelle Abende veranstalte, bei der Honorfrage hieß es aber wieder, daß das Politische natürlich wichtiger als das Kulturelle sei.

Gerhard Ruiss, der als Vertreter der IG Autoren natürlich für ein Mindesthonorar ist, las aus seinen „Kanzlergedichten“.

Dann folgte Hubertus Chaim Tassatti, der glaube ich, wie Elena Messner, das erste Mal beim Volksstimmefest las, während ich Barbara Eder, die einen Ausschnitt aus einem längeren Text brachte, dort schon gehört habe.

Kurto Wendt brachte auch einen Ausschnitt aus einem politischen Roman, Stefanie Sargnagl Tagebuchnotizen, die sehr lustig waren und am Schluß leitete Denice Bourbon auf das anschließend folgende Programm über.

Ich ging aber mit dem Alfred wieder zum Favoritnerstand, wo es Kaffee und Kuchen gab. Anschließend hörten wir sowohl auf der Jura Soyfer-Bühne der Sängerin Sigrid Horn, als auch auf der „Volksstimmefest-Bühne“  Birgit Denk zu.

Olja Alvir

Olja Alvir

Ruth

Ruth Aspöck

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Nadia Baha

Nadia Baha

Denice Bourbon

Denice Bourbon

Dieter Braeg

Dieter Braeg

Peter Clar

Peter Clar

Barbara Eder

Barbara Eder

Jiaspa Fenzl

Jiaspa Fenzl

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Gerald Grassl

Gerald Grassl

Eva Jancak

Eva Jancak

Herbert Kuhner

Herbert Kuhner

Verena Mermer

Verena Mermer

Elena Messner}

Elena Messner}

Güni Noggler

Güni Noggler

Wolfgang Oert

Wolfgang Oert

Andi Pianka

Andi Pianka

Elfie Resc

Elfie Resc

Erwin Riess

Erwin Riess

Gerhard Ruiss

Gerhard Ruiss

Stefanie Sargnagel

Stefanie Sargnagel

Mladen Savic

Mladen Savic

Hubertus Chaim Tassati

Hubertus Chaim Tassati

Eleonore Weber

Eleonore Weber

Kurto Wendt

Kurto Wendt

2019-03-01

Identitätsfragen

Die, die meinen Blog schon länger lesen, wissen, daß das Schreiben mir sehr wichtig ist und  ich damit, vielleicht kann man es so formulieren, nicht sehr viel Glück hatte.

Ich habe es gleich nach meiner Matura und neben meinem Psychologiestudium relativ isoliert versucht, hatte wenig Ahnung vom Ligeraturbetrieb der Neunzehnhundertsiebzigerjahre und auch keine Connections dazu. Habe also zu schreiben angefangen, mit kurzen abgehackten Sätzen und vielen Bindestrichen, wie ich mich erinnern kann, vielleicht war das mein Versuch mich experimentell auszudrücken, denn das man damals sollte mußte, das habe ich schon irgendwie verstanden, obwohl ich eigentlich immer realistisch, psychologisch, sozialkritiasch schreiben wollte.

Dann habe ich eine solche Geschichte geschrieben, sie unkorrigiert liegen lassen und nicht recht gewußt, was ich damit anfangen soll?

Dann kam, glaube ich, so etwas wie ein Schreibblockade, obwohl ich wahrscheinlich auch nicht wußte, daß das so heißt und 1976, glaube ich, da bin ich im Sommer zu einem Workcamp nach Hamburg gefahren und habe da den Rudolf B. kennengelernt, ist die „Geschichte „Einladung zum Tee“ entstanden.

Eine recht konventionelle Dreiecksgeswchichte für eine dreiundzwanhzigjährige gehemmte Studentin, würde ich heute wahrscheinlich sagen und wenn mir eine solche gezeigt wird , würde ich „Super!“, antworten.

„Ich sehe das ist dir wichtig!“ und nicht „Das ist,schlecht, ich kann dir aber auch nicht sagen warum!“

Das ist mir, meine Leser wissen es wahrscheinlich circa 1978 zweimal passiert und der Rudolf B. hat mir aus Hamburg, als ich ihm mein Leid klagte, geraten, doch nur für mich zu schreiben und den Literaturbetrieb zu lassen!

Etwas, was ich inzwischen wahrscheinlich bis zur Perfektion betreibe, damals aber nicht passte, was der rudolf nicht verstanden hat, als ich ihm wahrscheinlich antwortete: „Aber die Jelinek tut das doch auch nicht!“

Die Monika, eine von den beiden Kritikern, die mich dann aber zum „Arbeitskreis schreibender Frauen“ brachte, hat, glaube ich, einmal gemeint, daß meine Texte, die ich ihr damals zeigte, sozialistische Schundromane wären.

Aber das waren sie doch auch nicht und sollten nicht so sein, nicht trival und nicht kitschig, obwohl mir damals noch das Handwerk natürlich fehlte und man damals noch nicht glaubte, daß man schreiben lernen kann.

Zumindstens nicht in Schreibwerkstätten, sondern nur allein und durch den Kuß der Muse und so habe ich auch nicht aufgegeben, sondern mich weitergewurschtelt und das schreibe ich jetzt auch, obwohl ich weiß das das schon manche erstaunte Frage und Kopfschütteln auslöste, ich den Nobelpreis haben wollte, was für mich wahrscheinlich das Synonym für literarische Anerkennung ist.

Den werde ich nicht bekommen, das weiß ich inzwischen auch, ein wenig Anerkennung kann aber trotzdem nicht schaden und so hat mir, glaube ich, Maria Gornikiewiecz auch einmal geantwortet:

„Fang doch mit einem etwas kleineren Anspruch an!“

Das wäre die richtige Antwort, die ich auch geben würde, während der Uli „Das meinen Sie doch nicht ernst?“,fragt und Elfriede Haslehner mich einmal gefragt hat, ob ich  betrunken wäre?

War ich nicht und ich denke, man muß das auch nicht sein, wenn man sich das wünscht und bin in den Achtzigerjahren auch in den Arbeitskreis schreibender Frauen gekommen, was vielleicht damals die Form einer Schreibwerkstatt war. Für mich war es die „Gruppe 47“, habe ich gedacht und auch mein erster Eintritt in den Literaturbetrieb, wo ich Frauen wie Marie Therese KerschbaumerElfriede Haslehner, Valerie Szabo, Hilde Langthaler, Christa Stippinger und und kennenlernte.

Dadurch bin ich, 1987, glaube ich, auch in die GAV gekommen, habe angefangen meine Texte herumzuschicken und mich bei Stipendien zu bewerben. Sie waren dafür wahrscheinlich oft nicht genug genug, weil man im Arbeitskreis das Schreiben auch nicht wirklich lernte. Ich habe aber weitergeschrieben, meine Texte an Verlage geschickt, sie zurückbekommen oder auch nicht und 1980 dann den Preis für ein nicht rollenspezifisches Kinderbuch mit „Güler will kein Kopftuch mehr“ das in dem „J u. V- Buch“ „Mädchden dürfen pfeifen, Buben dürfen weinen“ veröffentlicht wurde,  das dann auch einen Teil des Kinderbuchpreises gewonnen hat.

In den Literaturbetrieb, wie ich es wollte und glaubte, bin ich auch dadurch nicht hineingekommen, aber erste Veröffentlichungen in kleineren Literaturzeitschriften hats gegeben und als ich in die GAV aufgenommen wurde, gabs sogar die „U-Bahngeschichten“ im „Wespennest“.

Ich habe in den achtziger Jahre als ich schon als junge Psychologin halbtags auf der Sprachambulanz der II HNO-Klinik arbeitete, einige Lesungen bei den „Textvorstellungen“ in der „AS“ gehabt, damals im zweiten Stock, glaube ich, in dem Haus, das nicht mehr zur „AS“ gehört und moderiert von Herbert J. Wimmer, der das damals machte, habe meine Texte an die“ Editon Wortbrücke“ geschickt, der Literaturzeitschriften des Jack Unterweger, der dann gleich die „Hierachien“ machen wollte, während ich schon damals an das Selbermachen dachte und glaube sogar, um einen Zuschuß dafür beim Bund eingereicht habe.

Das Buch ist dann in der „Edition Wortbrücke“ erschienen, ist also mein erstes Buch in einem Kleinstverlag das es schon lange nicht mehr gibt. Kisten davon stehen immer noch in Harland herum, die Kritiken waren schlecht und Jack Unterweger war dann auch nicht mehr lange literarisch tätig.

Also habe ich meine Manuskripte weiter an Verlage geschickt an „Residenz“ und „Fischer“ oder „Suhrkamp“, ja, ich gebe es zu, aber auch an kleine Verlage, bis mir der Alfred dann die „Wiener Verhältnisse“, im Digitaldruckverfahren herausgegeben in einer fünfzig Stückauflage zum Geburtstag schenkte und ich dachte, fein „Das mache ich jetzt immer! Ab nun erscheint jedes Buch von mir!“ und hatte keine Ahnung, in welches Fettnäpfchen ich mich damit setzte, denn wir schrieben das Jahr 2000 und „Eigenverlag, nein, das wollen wir nicht!“

Das war soetwas, als wenn man zu einem Zuschußverlag gegangen wäre, denen ein paar tausend Schilling oder Euro hingeblättert und zum Schaden den Spott bekommen hätte!

„Aha, ein illegales Buch!“, hat der Martin auch, glaube ich, gesagt und ich war mir eigentlich nie ganz sicher, ob ich jetzt ein Buch habe oder nicht und daran vielleicht auch ein bißchen selber schuld bin, weil ich ja aus Kostenkünden und auch, weil ich merkte, daß das ja auch bei den „Hierarchien“ nichts brachte und ich das Buch trotzdem in Schachteln und nicht in den Buchhandlunghatte, auf die ISBN-Nummer verzichtet habe und auch nicht „Eva -oder was auch immer Verlag“ daraufgeschrieben habe, wie ich von einigen weiß, das sie so machten.

Aber so mit immer zwei Büchern in der Tasche, die man dann im Literaturhaus oder in der „AS“ tapfer herumzeigt, sitzt man bald im Fettnäpfchen und die Leute schauens es angesichts der Bücherfülle, die es schon gibt, nicht an, sondern rümpfen die Nase und sagen „Eigenverlag wollen wir nicht!“

Das hat sich durch den bösen „Amazon“, der ja den Selfpublishern, die Türen und Toren öffnete, inzwischen stark verändert. Die Selfpublischer boomen, aber die stellen ihre Bücher bei „Amazon“ hinein, schauen auf die Rankingliste und lassen sich nicht fünfzig Stück drucken mit denen man offenbar noch immer zwischen den Sesseln sitzt oder steht.

Denn damit bekommt man zwar in der „AS“ einen Termin bei den „Textvorstellungen“, wenn man Glück hat. Das Literaturhaus hat mich wahrscheinlich aber, obwohl nie so ausgesprochen aus diesen Gründen, die „Mittleren“ nicht mehr dort machen lassen, die „Gesellschaft für Literatur“ nimmt nicht selbstgemachtes und schüttelt bei meinen vorsichtigen Anfragen nur bedauernd den Kopf und die Chance auf einen Buchpreis oder eine Buchpreisprämie hat man sowieso nicht, denn schaut man die meisten Ausschreibungen durch, steht da immer Selfpublishing ausgeschlossen, obwohl die in Leipzig und in Frankfurt schon ganze Halle füllen und es auch nicht mehr stimmt, daß man, wenn man mal was selber machte, nie mehr die Chance hat, bei einem Verlag genommen zu werden.

Wenn man da erfolgreich ist, reißen sich die wahrscheinlich sogar um einen. Aber da scheine ich wieder nicht hineinzupassen, denn ich schreibe ja Literatur, also realistische sozialkritische psychologische Romane und kein Genere. Keine Fantasy, keine Krimis und kein Chicklit. habe inzwischen schon über vierzig selbstgemachte Bücher, mit denen ich auch regelmäßig in der „AS“, beim Volksstimmefest oder auch woanders lese, bekomme aber immer noch Absagen nach dem Motto „Nein, Selbstgemachgtes nehmen wird nicht!“

Das war die erste Antwort, die ich von Luis Stabauer bekommen habe, als ich fragte, ob ich in der neuen Cafe-Westend Lesereihe lesen kann?

Das heißt, nein, er hat gefragt „Hast du nichts Verlagsmäßiges?“ Und das habe ich ja auch, zwei Fachbücher übers Stottern, die „Hierarchen“ und die „Linken Wort-Anthologien“, denn die gehen zum „Globus-Verlag“ oder schreiben das darauf und lassen ebenfalls bei „Digitaldruc“k drucken, die ja auch schon mal einen Stand auf der „Buch Wien“ hatten.

Die IG Autoren, auf deren GV ich ja erst vor kurzem war, setzen sich an sich für alle Autoren ein, haben bei ihren Messen in Leipzig oder Frankfurt, aber auch nur für die, die ein Verlagsbuch haben, Platz und nehmen das Selbstgedruckte auch nicht in ihren Verlagskataglog auf.

Gut, ein Verlagsprodukt ist es ja nicht. Aber ein Interview könnte ich schon einmal in Leipzig geben und hatte ja auch einmal ein Portrait in der „Autorensolidarität“, denn da gibt es eine Eigentverlagsreihe und das war schon zu Zeiten, wo noch kein Mensch, das Wort „Selfpublishing“ gekannt hat.

Ich habe also angefangen ab 2000 meine Bücher selber zumm achen und irgedwann aufgehört meine Manuskripte an Verlage zu schicken. Habe 2009 mit dem Bloggen begonnen und da auch angefangen, meine Bücher vorzustellen, herzuzeigen, den Schreibprozeß zu beschreiben, ein Gewinnspiel zu machen, Artikel über meine Bücher und mein Schreiben hineinzustellen, so etwa, wie man es wohl auch bei den Marketingkursen der Selfpublisher lernen würde, glaube ich, der Erfolg hält sich auch da in Grenzen und so hadere ich nach, wie vor ein bißchen mit der Frage, bin ich jetzt eine Autorin oder nicht?

Der Uli will mich ja so gerne in die Hobbyschiene abschieben und wundert sich, daß ich bei Lesungen nach dem Honorar frage und dann, weil ich es ja gern tue, trotzdem lesen, es aber versuche und auf Anraten der Ruth vor vier Jahren mich auch um einen Aufenthalt, um eine Autorenwohnung in Veneding der „Literarmechana“ bemüht habe. Da bekam ich zur Antwort, daß das nicht ginge, weil mein literarisches Werk zu klein sei? Aber ich hatte schon damals über fünfunddreißig Bücher und habe jetzt wahrscheinlich zehn mehr.

Habe nie mehr darum angesucht, frage den Gerhard Ruiss aber jedes Jahr bei der GV, ob ich noch immer nicht in Leipzig meine Bücher ausstellen oder vorstellen kann und bleibe mit der Antwort:

„Eigenverlag, nein, können wir nicht! Da sind wir überfordert!“, etwas ratslos zurück, obwohl ich ja schon längst nicht mehr, die einge Selfpublisherin bin und ich nicht nur erst, seit ich blogge, weiß , daß es die verschiedensten literarischen ausdruckformen gibt.

Ich bin eine davon mit meinen über vierzig selbstgemachten Büchern, meinen Berichten über mein Schreiben und dem Literaturbetrieb im „Literaturgeflüster“, versuche es immer und leider nicht sehr erfolgreich literarisch damit aufzufallen und weiß vielleich nach wie vor noch nicht so recht, bin ich jetzt eine Autorin, weil es mir mit meinem  Werk offenbar nicht und nicht gelingt, literarisch aufzufallen, obwohl ich es nach wie vor tapfer versuche und inzwischen auch einige Lesungen, im Republikanischen Club im Mai,  im Cafe Westend im Juli aus der „Unsichtbaren Frau“ anzubieten habe, wo man mich kennenlernen kann und zwei Stadtspaziergänge zu der „Kunst des öffentlichen Raums“ gibt es im April auch und sonst wird es wahrscheinlich so weitergehen mit meinen Weg durch, neben oder um den Literaturbetrieb, als nicht so erfolgreiche, aber literarisch sehr bemühte schreibende Frau und wer möchte, kann sich immer noch an meiner Leserunde bei der „Unsichtbaren Frau“ oder meinen anderen Büchern beteiligen und was mich sehr freuen würde, mit mir in einen diesbezüglichen literarischen Diskurs eintzutreten, weil man, was ich nach wie vor glaube, die Qualität eines Buches erst beurteilen kann, wenn man es in die Hand nimmt und es gelesen hat.

2019-01-27

und fließt die zeit wie wasser wie wort

Filed under: Bücher — jancak @ 00:43
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Und wieder ein wenig Lyrik, die kommt ja bei meinen Bücherbergen und den dicken Schmökern von Romanen, die manchmal darauf liegen und ich ja auch eine dicht an der Realität befindende Romanschreiberin bin, oft ein wenig zu kurz, obwohl im März ja wieder der Mona der Lyrik naht, es in der „Alten Schmiede“ und auch sonst wo die Lyrik-Festivals gibt und ich  auch erst vor kurzem bei einem Lyrikabend war, da habe ich die 1940 geborene Christl Greller getroffen, die  rührige bemühte GAV-Kollegin, die  Werbetexterin war und sich 1995, wie ich dem Klappentext entnehme, dem literarischen Schreiben zuwandte.

Gehört oder gelesen habe ich das erste Mal, glaube ich, von ihr, als ich so um 2000 muß das gewesen sein, eine eifrige Besucherin der Schreibwerkstatt der Gewerkschaft war, zu der ich  durch „Luipold Stern-Preis“ gekommen bin und sie dort, glaube ich, eines ihrer Bücher vorstellte.

Sie hat, entnehme ich, weiter dem Klappentext, drei Erzählbände, einen Roman und sechs Gedichtbände, die Erzähbände „Der Schmetterlingsfüßler“ 1998 erschienen und „Schatten werfen“ habe ich in meinen Regalen, ebenso das „Podium-Portrait-Gedichtbändchen“, das sie mir freundlicherweise einmal verehrte.

Als ich 2002 bei dieser Halbpreisschiene in dem damals noch nicht so existierenden Schmiedesaal in den Semesterferien, um fünf Uhr Nachmittag mit Uwe Bolius in der „AS“ gelesen habe, war sie unter dem Publikum, da habe ich sie persönlich kennengelernt und sehe sie seither immer wieder im  bei Veranstaltungen, in der „Alten Schmiede“, im Literaturhaus, in der „Gesellschaft“ und bei den „Mittleren“ hat sie auch einmal gelesen.

Sie organisiert auch selber Veranstaltungen und da ist, wie beim vorliegenden sechsten oder siebenten Gedichtband, die Zeit das Thema, „Die Zeit und wir“ heißt es da und da habe ich bei einer ihrer Veranstaltungen in der Klimt Villa gelesen, sucht sie für ihre Veranstatlungen ja immer ungewöhnliche Orte, ich war aber auch bei einem ihrer Lyrik Abende in der „Gesellschaft“ und und.

Es gibt Preise und Gedichte, die im „Standard“ und in Ö1 erschienen ist, ist Christl Greller ja, wie schon beschrieben sehr bemüht und so gibt es auch in dem vorliegenden in der „Editon  lex  liszt“ erschienenen Band, sehr viel Kollegalität, nämlich ein Mottogedicht von Marie Therese Kerschbaumer, der großen Dichterin, die ich im Arbeitskreis schreibender Frauen schon in den soäten Siebzigerjahren kennenlernte und Zeichnungen, schöne zarte Graphikmuster von der 1935 bei Villach geborenen Angelika Kaufmann, die ich auch regelmäßig in der „Alten Schmiede“ sehe, gibt es in dem Buch auch und ein Nachwort von Rudolf Kraus, der das Fließen und die Bewegung, der klein geschriebenen Texte erwähnt. Das Wasser und die Zeit, die als ständige Thema, das sich durch das hundertzehn Seiten Bändchen fließt. Die Vergänglichkeit ist ebenfalls ein ständiges Thema, das ja sowohl mit dem Fließen, als auch mit der Zeit zusammenhängt, ein Suchen, ein Bewegen und ein sich Ausdrücken und dann gibt es auch Momente, da findet sich nichts, man muß warten, stehenbleiben, ausatmen und an Morgen denken.

„hm“ heißt das Gedicht „und denke und denke und denke – und finde nichts, das wichtig genug ein gedicht darüber zu schreiben. vielleicht morgen?“ schreibt Christl Greller und man kann das Schwerfallen des Stehenbleibens und Verweilen müßen hautnah spüren und doch ist man zu diesem Zeitpunkt auf Seite zweiundsiebzig und ist mit Christl Greller schon durch viele bewegende Momente gegangen und sehr schön finde ich die Zusammenfassungen, ein paar kurze klare Worte, die unter manchen ihrer Gedichte stehen, beim „schneefall“ zum Beispiel:

„auf den lippen eine flocke und zergeht. und kühl vor den augen der tanz, und leicht auf den schultern die liegengebliebene last.

morgen salzstreuung“

Es gibt Gedichte, die an ihre Reisen nach Norwegen erinnern und dann eines das den „pannonischen sommer“ beschreibt: „und reben, reih und glied, in liebe aufgebunden. der see als streif am horizont“, die letzte Zeile wird refrainartig mehrmals wiederholt, was uns die pannonische Landschaft so richtig vorstellen läßt und das Gedicht „blattgold“, das die Vergänglichkeit des lebens, wie noch bei ein paar andere, wohl am stärksten zeigt:

„jetzt nicht mehr sparen, später ahorn und verschenkt, verschleudert er sein gold – und nützt ihm nichts, wenn es an sterben geht“

Man kann sehr schön in diesen zarten Zeilen ungehemmt von hinent nach vorne springen und sich dabei von der auch immer kritischen und manchmal auch melancholischer Sprachmelodie umhüllen lassen.

Kommt dann zur „doppelstunde“, wo Christl Greller den Zeitsprung beschreibt, wo die „sommerzeit wieder normalzeit“ wird, die sich listig ausnützen läßt:

„einmal wunscherfüllung einmal ZWEImal leben seis nur von zwei bis drei zeiger zurückgestellt, stunde wiederholt. zweite chance gehabt – und doch: weiter wie immer“

Sehr beeindrucken würde ich sagen und so gleitet man sprachumhüllt durch das Bändchen, um über dem ebenfalls sehr beeindruckenden „Chipgedicht“ zu einem Wien-Zyklus, den „Gesichtern einer Stadt“ zu kommen, wo Christl Greller für jeden Monat vom Jänner bis Dezember ein eigenes Gedicht hat, das von den „farblosen tagen, der abgeschalteten weihnachtslichter am graben“ im Jänner bis zum Dezember, wo es „auf jedem freien  platz im häusergewühl, eine holzhütte, sogenannter weihnachtsstand“ gibt.

Und so bin ich an das Ende des Bändchen gekommen, kann mich bei Christl Greller für das von ihr gewünschte Lesevergnügen bedanken, ihr den Anklang den es bei mir gefunden hat, versichern, hoffe auch das entsprechende Feedback gegeben zu haben und kann ihr noch weitere Lyrikbände wünschen.

2018-12-30

Mein Romanjahr 2019

Es hat ja, als ich 1973 nach meiner Matura literarisch zu schreiben angefangen habe, diesbezüglich nicht viel Unterstützung gegeben.

Gut in Amerika kannte man wahrscheinlich schon das kreative Schreiben und konnte es an den Colleges lernen und im kommunistischen Leipzig dab des das Sprachinstitut, aber das war weit weg und Internet zum rasch mal hineingooglen, hat es keines gegeben.

So habe ich mir dementsprechend schwer getan, einsam vor mich hingeschrieben, dann habe ich noch, was mich heute noch irgendwie traumatisiert von der Monika und dem Gerhard ein negatives Feedback bekommen, als ich ihnen die „Einladung zum Tee“ zeigte.

Gut, das war kein Text mit dem man den Nobelpreis bekommen hätte, aber muß man das einer schüchternen Schreibanfängerin sagen?

Ich habe zwar weitergeschrieben, trotzig  verbissen, „Jetzt erst recht gedacht!“ und mein Schreiben, wie mir manchmal meine Kritiker vorwerfen mit „Zähnen und mit Klauen“ verteidigt. Tue das noch immer, weil ich wahrscheinlich innerlich noch glaube, daß ich das eigentlich nicht darf, nicht kann, etcetera.

Nein, daß ich es kann, glaube oder weiß, ich inzwischen eigentlich schon und auch, daß man den inneren Kritiker ausschalten und erst mal in einem „Freewriting“ losschreiben, sich Fehler erlauben und später korrigieren kann.

Das weiß ich wahrscheinlich durch das „Writersseminar“, dessen „Tage der offenen Tür“ ich viel später zu besuchen begann und dessen Gründerin Judith Wolfsberger diese Ideen ja aus Amerika mitnahm.

Damals hat, glaube ich, die Bruni zu mir gesagt, daß jeder Satz sitzen muß, bevor man etwas herzeigt oder hergibt.

Gut, das war damals so und man war damals der Ansicht, daß einem die Muse küssen muß man das Schreiben nicht lernen kann und so hat jeder vor sich hingeschrieben, bis er den Nobelpreis bekam, oder sich das gar nicht erst getraut zu wollen, weil ich glaube, auch Andre Heller einmal im Radio sagen gehört zu haben, daß man das nicht darf, weil sonst der gute alte Goethe beleidigt wäre.

Gut, der hat selbst geschrieben und den Nobelpreis nicht bekommen und ich habe mich am Anfang meines Schreiben, ich gebe es zu, öfter in den Gedanken ihn zu bekommen hineinphantasiert.

Das ist natürlich nicht möglich, weil den ja nur einer im Jahr bekommt und inzwischen, glaube ich, gar niemand mehr, weil sich das diesbezüglich Kommite zerstritten hat und ich schon wahrscheinlich damals der Meinung war, daß jeder der das will, schreiben soll, das war wahrscheinlich meine pädagogische Seite die das dachte, habe ich ja, außer schreiben auch Psychologie studiert und die Monika hat mich damals auch in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gebracht, der vom „Bund der demokratischen Frauen“ veranstaltet wurde oder von dort herkam, also etwas kommunistisch war und damals gab es ja noch die DDR, ich aber Frauen, wie Marie Therese Kerschbaumer, Christa Stippinger, Elfriede Haslehner, Hilde Langthaler und auch Arthur West kennenlernte und den „Arbeitskreis“, obwohl Bärbl Danneberg, die ihn leitete, immer sagte, daß sie nicht in den Literaturbetrieb hineinwollen, für die „Gruppe 47“ hielt, denn ich wollte  das ja und habe es nicht geschafft, bin aber immerhin ein paar Jahre später dadurch in GAV gekommen, habe angefangen meine Texte herumzuschicken und später 1989 oder so auch mein erstes Buch, bei dem berühmten Jack Unterweger herausgebracht, der damals in Stein eine Literaturzeitschrift und einen Kleinverlag hatte.

Das ist lange her und die Zeiten haben sich geändert. Die Schreibschulen sprießen, wie die Schwammerln aus dem Boden, es gibt nicht nur das Literaturinstitut in Leipzig neu, sondern acuh das „Institut für Sprachkunst“, die „Schule für Dichtung“

Ich bin über die Präsentation von Judith Wolfsbergers Buch „Frei Schreiben“ an der „Sigmund Freund Uni“ mit dem „Writersstudio“ gekommen und die hat mich, glaube ich, auch auf den „Nanowrimo“ und das „Literaturcafe“ aufmerksam gemacht und viele Autoren versuchen sich durch Schreibschulen und Schreibkurse einen Nebenerwerb zu verdienen.

Damals gab es keine Schreibratgeber und als ich auf die „Schule des Schreibens“, diesen Fernlernkurs, den es damals schon gab und bei dem, glaube ich, auch Jack Unterweger das Schreiben lernte, habe ich mir begierig das Probematerial bestellt und war über die „Fünfzehn goldenen Regeln“, die dabei waren sehr begeistert.

Denn damals hat einem niemand gesagt, wie man und, daß man das Schreiben lernen kann und ich glaube auch, daß man, wenn man damals den Kurs dort buchte, unterschreiben mußte, niemanden in das in das Arbeitsmaterial das es dort gab, hineinschauen zu lassen.

Das hat sich jetzt auch geändert und das ist gut so, denn das „Writersstudio“ bietet seit es in die Pramergasse übersiedelt ist, jedes  Jahr zwei Tage lang kostenlose Schnupperseminare an, die sich von Jahr für Jahr erweitern und man wenn man sie besucht, wirklich viel lernen kann.

Nun, ich habe das Schreiben trotzdem und vorher gelernt und glaube, es auch schon gekonnt zu haben, als ich 2000 beim „Sternpreis“ gewonnen habe und da auch in eine Schreibwerkstatt geladen wurde.

Dort wurde auch nicht kritisiert und, daß es auch kreatives Feedback geben kann, weiß ich auch erst durch das „Writersstudio“, die das auch anbieten, im „Arbeitskreis“ wurde auch ziemlich querbett herumgekritelt und zerrissen, wie es auch weiland Marcel Reich Ranicki und wahrscheinlich auch die „Grupe 47“ tat.

Durch das Internet bin ich auf das „Literaturcafe“ und den „Nanowrimo“ aufmerksam geworden und als ich noch in den Siebzigerjahren, glaube ich, einmal in der „Alten Schmiede“ war, stellte dort jemand sein selbstheruasgegebenees Büchlein vor, worauf ihn Kurt Neumann sehr vorsichtig sagte, daß man das eigentlich nicht soll, weil das „Selfpublishing“, das Wort das man damals nicht kannte, weil es „Eigenverlag“ hieß, etwas sehr sehr Verwerfliches und ein absolutes No go war.

Trozdem gab es damals schon die Zuschußverlage, die waren das auch und haben die Autoren, die keinen Verlag fanden und schon daher den Spott hatten, auch gehörig ausgebeutet, so daß ich es durchaus für einen Segen halte, als der „böse Amazon“, den Selbstbuplishern, die Tore öffnete und es daher zu einer Kehrtwende kam.

Denn heute hat sich das Blatt gewendet, die meisten in Amerika geschulten Leiter oder Gründer von Schreibschulen sagen, daß man das Schreiben lernen muß, wie das Malen, Singen, etcetera.

„Handwerk ist wichtig!“, sagen sie und bieten solches an.

Die sogenannten professionellen Autoren rümpfen deshalb wohl noch immer die Nase, haben sich aber vielleicht auch in Leipzig, Hildesheim, Wien, etcetera, wo man ausgewählt und aufgenommen werden muß beworben, äußern sich dann mehr oder weniger kritisch darüber, fangen aber damit wahrscheinlich ihre Laufbahn an, indem sie zu einem Verlag vermittelt werden, von dort nach Klagenfurt kommen, für den Roman, den sie als Abschluß schreiben, ein Gutachten bekommen, mit dem sie zu „Suhrkamp“, „Hanser“ oder „Rohwolt“ gehen und die Anderen finden in Internet Leute, wie Annika Bühlemann,die kostenlose Schreibtips geben, „You tube-Filmchen“ über „Heldenreise, Personen- und Figurenentwicklung“ machen und dann natürlich auch ihre“ Wowkurse“ haben, zu denen, wie im „Writersstudio“,  viele Interessenten kommen, die sie buchen.

Über Annika Bühnemann bin ich auf Julia K. Stein gestoßen, die auch „You tube-Videos“ macht und da bezüglich des „Nanowrimos“ jeden Tag ein paar Schreibtips gab.

Jurenka Jurk habe ich dann durch ihre Autorenmesse, die im Vorjahr, zeitgleich zur „Buch Wien“ veranstaltete, kennengelernt und die bietet ähnlich, wie Judith Wolfsgruber, vor ihren Online-Schreibkursen sehr viel Gratismaterail, wie kostenlose Webinare an, in denen man nicht nur auf ihren Kurs aufmerksam werden, sondern, wie ich finde, auch sehr viel lernen kann.

So habe ich im Vorjahr ein wenig mitgeschnuppert und im Sommer, gerade als ich mit der „Magdalena Kirchberg“ angefangen habe ihr Webinar über das „Zeitmanagement“ gesehen und auch darüber geschrieben, dann gab es ein Webniar zur „Heldenreise“, das, was die, wie schreibt man einen tollen Roman-Ratgeber, ja für das non plus Ultra eines Romanes halten und jetzt kam zwischen den Jahren, ein kostenloser fünf Tage Schnpperkurs, wie man 2019 zu seinem Romanjahr machen kann, etwas was, für mich vielleicht gerade richtig kommt, da ich, kurz vor Erschenen der „Unsichtbaren Frau“ und dem Korrigieren der Magdalena ein wenig ausgepowert bin und mich frage, warum soll ich wieder etwas schreiben, wenn ich schon fast fünfzig selbstgemacht Bücher habe, die keiner lesen will und auch keine neue Idee habe, weil ich über alles schon geschrieben habe.

Da kam mir dann schon die Idee, daß ich als nächstes, statt noch einen Roman über ein schon ausgelutschtes Thema, vielleicht einen „Literaturgefüsterbuch-Band zwei“ mit all den Schreibthemen und den Buchvorschauen machen soll, denn da hat sich bei mir ja inzwischen einiges angesammelt und weil ich die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr ohnehin in Harland verbringe, habe ich mich zu dem „Mini- Schnupperkurs“ auch angemeldet, wo ich seit Mittwoch jeden Tag ein Arbeitsblatt bekomme und man sich in einer Facebookgruppe austauschen konnte.

Das war zwar nichts für mich, weil Facebook-Verweigerin. Das Schlußseminar kann man sich  aber heute Abend auch so ansehen und so habe ich mir die letzten fünf Tage auch ein wenig Gedanken gemacht, wie ich 2019 zu meinem Romanjahr machen könnte.

Also die Arbeitsblätter  zu „Ziel anpeilen“, „Zeit planen“, „Voraussetzungen checken“, „Sicherheitsnetz erweitern“ und „Zielfestlegung“ durchgesehen. Ich habe ja in Harland keinen Drucker, um sie auszufüllen und bin darauf gekommen, daß ich nach fünfunfvierzig Jahre schreiben, no na, wahrscheinlich ohnehin schon sehr weit gekommen bin, habe ich ja schon fast fünfzig selbstgemachte Bücher und da ist es für die heutigen Autoren, warhscheinlich viel einfacher, als ich es damals hatte, denn die schicken vielleicht gar nicht mehr unverlangt zu „Suhrkamp“ oder „Fischer“, sondern bewerben sich in Leipzig oder Wien, beziehungsweise buchen sie die „Romanschule“ bei Jurenka Jurk oder den „Wow -Kurs“ bei Annika Bühnemann und lernen dabei die Figuren zu entwickeln, den Plot zu erstellen, zu überarbeiten und  auch noch ein Verkaufsexpose zu erstellen, etcetera, so daß sie es dann bei Verlagen oder Agenturen versuchen oder wenn das nicht klappt ihren Roman bei „Amzon“ einstellen können, wo man immer die Erfolgsgeschichten hört, daß der Roman verfilmt wurde, man Unsummen dabei verdient, etcera.

Das schaffen warhscheinlich nur wenige, wenn überhaupt, denn das Problem, das ich bei der Geschichte sehe, ist, daß es zwar immer mehr Schreibende aber immer weniger Leser, die sich dafür interessieren gibt. Aber seit den fünfundvierzig Jahren, als ich zu schreiben begonnen habe, hat sich bis heute Dank  Internet sehr viel verändert.

Die Schreibtips sind frei zugängig und man kann sehr viel darüber lernen, wie das Schreiben geht, ohne ein einziges Seminar zu kaufen. Die You tube-Videos und sonstigen Schreibtips, glaube ich, reichen und das finde ich sehr schön und kann auch gleich verraten, was ich mir von dem fünftägigen Schreibgeschenk von Jurenka Jurk mitgenommen habe, wobei ich natürlich weiß, daß ich durch meine fünfundvierzigjährigen Schreibversuche, ich schreibe ja wahrscheinlich schon länger, als Jurenka Jurk am Leben ist,  schon einiges selbst herausgefunden habe und so habe ich gleich beim ersten Arbeitsplatt, wo es um das Festlegen der Ziele ging, gedacht, daß ich das in dem Morgen erscheinenden Artikel ohnehin schon vorausgeplant habe. War 2018 doch insofern ein Wowjahr für mich, als daß ich in der „Alten Schmiede“ gelesen habe, zweimal mit der Ruth den öffentlichen Raum begangen habe. Der“Hammer“ mit den Texten und auch die „Volksstimmeanthologie“ von 2016 erschienen ist, etcetera und, um die Frage wo ich 2019 stehen möchte habe ich in der ersten April-Geschichte auch schon satirisch beantwortet. Real wird dann vielleicht die „Magdalena“ erschienen sein, die „Unsichtbare Frau“ sowieso. Ich arbeite dann an meinem eigenen Schreibratgeberbuch aus dem „Literaturgeflüster“ und ich könnte natürlich die „Magdalena“ auch bei „Amazon“ einstellen, statt, was ja immer noch ein wenig anrüchig ist und ich auch nicht ganz sicher bin, ob das jetzt ein richtiges Buch ist, weil ja selbst gedruckt und ohne ISBN-Nummer, die man zwar natürlich kaufen könnte, beim „Digitaldruck“ fünfzig mal selber mache und es dann, wie ich ja ohne Resonanz aber eigentlich ganau nach den Ratschlägen, versuche auf meinen Blog selber per Leserunde und Gewinnspiel zu „vermarkten“, vielleicht noch einmal die Verlage anschreiben, etcetera.

Könnte man machen, ob ich damit Erfolg habe, weiß ich nicht. In den letzten Jahren ist da ja das meiste schiefgelaufen, aber eigentlich habe ich ja über vierzig selbstgemachte Bücher und, daß ich mir da mehr Erfolg wünsche, habe ich schon öfter geschrieben. Eine kleinere oder größere Fanrunde würde mir da genügen, die es aber wahrscheinlich deshalb nicht gibt, weil die Leute, die schreiben, ja nicht so viel lesen und die im Lliteraturbetrieb, die außerhalb noch immer nicht so ernst nehmen, auch wenn in Leipzig und in Frankfurt die Selfpublisherhallen boomen.

Noch mehr Selbstvertrauen von Jurenka Jurks Webinar mitnehmen ist wahrscheinlich auch eine Lösung, denn eigentlich bin ich ja schon im Literaturbetrieb, war das wahrscheinlich scho seit ich das erste Mal in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gekommen bin und 1980 in dieser Vorläuferform der „Textvorstellungen“ gelesen habe, auch wenn mich Gustav Ernst und Marie Therese Kerschbaumer, die damals dazu eingeladen wurden, ziemlich links liegen ließen. Also nicht darin sondern daneben und ob ich jetzt unbedingt an fünfzigtausenste Stelle beim „Amazon Rankinng“ liegen möchte, ist wahrscheinlich auch keine Verbesserung.

Das „Literaturgeflüsterbuch“ mit den Schreibartikeln wird es vielleicht auch nicht bringen, weil sie die Leute wahrscheinlich mehr für sich sich selber, als für meinen Schreibwerdegang interessieren, kann für mich aber nützlich sein und wenn sich dann 2020 warhscheinlich erst oder später noch ein Buch mit einem etwas weniger abgelutschten Thema und etwas genauer nach der „Heldenreise“ konzipiert ergibt, wäre das auch sehr schön und ich finde es ja, wie gesagt sehr gut, daß viele Leute schreiben, interessiere mich dafür, auch wenn ich nicht alles lesen kann, versuche ich das doch zu tun und, daß es soviele Schreibtips im Netz gibt, finde ich auch sehr schön, denn jeder, der das will, soll schreiben und kann das auch oder kann es lernen und wenn man sich jetzt auch noch für das des anderen interessiert, wäre das auch sehr schön und so freue ich mich auf das abendliche Webinar, das Jahr 2019, das zuerst ein Korrigierjahr werden wird, auf die „Unsichtbare Frau“ mit der ich mich wahrscheinlich wenigstens mit dem Uli in einer Leserunde catchen werde, geht es da ja um die politische Situation und um einen rechten Blogger für den er das Vorbild war, geht es darin auch.

Eine Schreibgruppe habe ich, um mit dem Arbeitsblatt  vier abzuschließen, nach dem „Arbeitskreis schreibender Frauen“, den es bis cirka 1984 gab, ich bin aber, als die sich zu einem Verein mit vielen Regeln umgebildet haben, nicht mehr hingegangen, einige Frauen wie die Hilde Langthaler und die die Elfriede Haslehner und die Valerie Szabo aber lange noch privat getroffen, auch gehabt.

Hat sich der Robert doch als er nicht mehr Vizeobmann der LitGes war eine solche gewünscht, die Ruth hat sie mit der Ingeborg Reisner, die dann das Schreiben nicht mehr wie in der Schule lernen wollte, gegründet und ich bin, weil ich ja nicht so gerne konsumiere, erst spät das erste Mal ins Cafe Ludwig oder Fortuna gegangen. Habe dann Blut geleckt, wie man so sagen könnte und mir angewöhnt bei den jeweiligen Abenden, immer wenn es passte, eine Szene zu meinem momentanen Work on Progress zu schreiben.

Da waren Anfangs auch der Fritz Widhalm und die Ilse Kilic dabei, später haben der Robert oder die Ruth die Geduld verloren und die Gruppe mit enier Lesung im Amerlinghaus abschließen wollen, Peter Czak und auch Klaus Khittl haben aber weitermachen wollen,  Doris Kloimstein war da auch schon dazugestoßen, so gab sie dann noch eine Weile bis sich das Cafe Fortuna auflöste dort und dann noch bis Sommer bei mir, da hat sie dann Peter Czak, der wieder zurückgekommen war, an einen anderen Tag verlegen wollen und so ist ab März niemand außer der Ruth und der Doris mehr gekommen, so daß es sie seit Herbst nicht mehr gibt.

Ich habe auch was die Schreibbuddies, wie das jetzt so heißt, betrifft, ein paar meiner Bücher der Judith Gruber zum Testlesen gegeben, die mir dann auch einen Beschreibungstext dazu lieferte.

Das habe ich auch bei ein paar anderen bekannten Autoren versucht, es aus mangelnder Resonanz aber aufgegeben, so daß ich mir meine Texte jetzt meistens selber schreibe, habe mir aber angewöhnt mir bei den „Wilden Worten“ zu den jeweiligen Texten je ein Wunschgedicht zu wünschen, daß dann auch, so wie bei der „Unsichtbaren Frau“, wo aus dem „Schäfchen“ auch ein „Schälchen“ geworden ist, im Buch enthalten ist. Das kann ich, fällt mir gerade ein mit der ersten „Unsichtbaren Frau-Szene“, die ich übrigens, wie auch die „Nobelpreisszene“, die ich schon öfter gelesen habe, bei den nächsten „Wilden Worten“, als Gästin in der „freien Wildbahn“ lesen, das habe ich auch bei der „Anna“ so gemacht.

Also auf in das neue Romanjahr, wenn ich auch die Ausbildung nicht buchen werde und es vielleicht ein eher Reflektives werden wird.

2018-11-06

EU- Literaturpreise

Am Sonntag habe ich eine Einladung von Gerhard Ruiss zu der „Verleihung der EU-Literaturpreise“ ins Belvedere für diesen Dienstag um acht Uhr bekommen. Eine Einladung für Schnellentschlossene oder vielleicht auch für Lückenbüßer, weil sonst die Plätze vielleicht leer geblieben wären. Ich bin aber, wie meine Leser vielleicht wissen, eine begeisterte Preisbesucherin und dachte „Shit, da habe ich ja eine Stunde!“

Aber von meiner Praxis ins Belvedere brauche ich nur eine halbe Stunde und wenn die Klientin vielleicht früher kommt….

Es ließ sich arrangieren und ich war pünktlich dort und mehr Information darüber habe ich auch bei der östBp-Verleihung bekommen, denn da lagen die persönlichen Einladungen gültig für zwei Personen auf. Meine zweite Person interessiert sich aber mehr für die Fußballballübertragungen und ich hate mich ohnehin schon bei Chárlotte Sucher angemeldet, da man das bis vierten sollte.

Die von Gerhard Ruiss mitgeeschickten Informationen waren auf Englisch, der Hauptverband war aber ein Mitveranstalter und den Preis scheint es seit zehn Jahren zu geben und das wurde im Belvedere gefeiert. Auf der Buch-Wien gibt es, habe ich im Programm gelesen, dann auch diesbezügliche Lesungen. Aber jetzt der Empfang, beziehungsweise der Festakt, der von Michael Freund vom „Standard“ moderiert wurde.

Daniel Kehlmann der große Autor, der in der „Unsichtbaren Frau“ auch ein bißchen vorkommt, hielt die Eröffnungsrede oder „Keynote“ wie das auf Englisch heißt und erzählte, was von einer Budapest Bookfair, wo er schlechten Kaffee aus weißen Plastkbechern trank und dabei Imre Kertez und Peter Esterhazy kennenlernte.

Minister Blümel, der auch gestern anwesend war, trat wieder auf und erzählte was von „Kierkegaard“ über den er dissertiert hätte und den er empfehlen würde und ein EU-Kommissar namens Tibor Navraciscs, dann kamen die Preisträgerinnen aus Serbien, Luxemburg, Rumänien etcetra, lasein ein bißchen was vor oder hielten eine Rede und ein Buch zur freien Entnahme mit der entsprechenden Tüte „European stories“ gab es im Anschluß auch.

Da weiß man, wo das Geld hingeht, denn das Buffet war excellent und ausgezeichnet, Vorspeisen, Süppchen, Schnitzel, Tafelspitz und Maroni in kleinen Becherchen und Schälchen und ein Bonmot habe ich auch zu flüstern.

Am meinem Tisch stand nämlich Helmut Niederle, der ehemalige Präsident der „Gesellschaft für Literatur“ mit einer sehr attraktiven libanesischen Autorin, die auch sehr extravertiert war und über mich gleich einer anderen Dame, von ihren Büchern erzähle.

Walter Famler tauchte auf und empörte sich über die österreichische Verweigung der Unterschrift zum Migrationspakt. das wollte er dem Minister sagen, die Dame kam ihm aber zuvor, schüttelte den Minister die Hand und ließ sich mit ihm fotografieren.

Ansonsten habe ich mich wieder mit Robert Huez vom Literaturhaus und auch mit Marie Therese Kerschbaumer unterhalten.

2018-06-27

Vom Doml zur Ungar-Gedenklesung

Wieder einmal Dokumentationsstelle für ost und mitteleuropaische Literatur zum Utopie-Workshop und zum letzten Mal in diesem Semester, die letzten zwei Male hat ja Stephan Teichgräber dessen einzige Zuhörerin ich inzwischen bin, abgesagt und diesmal haben wir uns endlich einmal ein bißchen mit Jewgenij Samjatins „Wir“ beschäftigt, was ein sehr interessanter Text ist, kein Roman, sondern die Tagebuchnotizen eines Mathematikers, der sich mit dem „Integral“ beschäftigt und das dritte in der Ausschreibung angebebene Buch „Die Stadt der Katzen“ haben wir vollends ausgelassen, weil ich über das Buch im Internet nicht viel gefunden haben, vom Samjatin habe ich mir etwa hundert Seiten ausgedruckt und nicht gelsen, das gebe ich zu, daß ich da derzeit mit meiner Leseliste beschäftigt bin und wenn ich nicht sehr aufpasse, mir wahrscheinlich heuer das dopppelte Buchpreislesen abschminken werde könne und ich kann, glaube ich, nicht sehr aufpassen, habe ich mir ja gerade vorhin zwei Rezensionsexemplare bestellt und heute auch zwei andere bekommen habe.

Ich habe mich aber zumindest theoretisch mit der utopischen Literatur beschäftigt, bin da daraufgekommen, daß Margaret Atwoods „Report der Magd“ ein solcher ist und Karin Peschkeas „Atolyse Wien“ die Geschichten vom Untergang Wiens, ist zwar nicht utopisch, aber zumindest eine Utopie und Stephan Teichgräber hat sich für das Buch, das ich heute in den Workshop mitgenommen habe, auch sehr interessiert.

Ansonsten haben wir uns über Hüseyn Simek, der ja auch auf Zaza schreibt, eine Sprache, die Stephan Teichgräber lernen wollte, unterhalten und noch über den einen oder anderen literarischen Gegenstand und am Abend bin ich in die „Alte Schmiede“ zu einer Veranstaltung gegeangen, die ich eigentlich schon woanders gehört habe, nämlich zur Präsentation der bei „Mandelbaum“ erschienene Gedichtesammlung „Die Freiheit des Vogels im Käfig zu singen“, des am 12. 2. verstorbenen Heinz R. Ungars, die ja im Rahmen der Krit Lit im Weinhaus Sittl vorgestellt wurde.

Das Todesdatum des 1938 geborenen höchst politischen Dichters ist eigentlich ein sehr schönes und würde Hein R. Ungar wahrscheinlich nicht auf Thomas Bernhard sondern auf die Februarkämpfe beziehen und während im Weinhaus Sittl das Sturmgewitter sang und Ottwlad John performierte, hat Kurt Neumann diesmal Weggefährten und auch junge Dichter die einen Bezug zu Hein R Ungar haben, eingeladen zwei bis drei Gedichte aus der Sammlung vorzugtaagen und so sind Peter Rosei, Marie Therese Kerschbaumer, Gerhard Jaschke, Gerhard Ruiss, Ilse Kilic, Christine Huber, Wilhelm Pevny, Konstatnin Kaiser, Michael Hammerschid bis hin zur Cornelia Travnicek aufgetreten und haben an den berühmten Dichter erinnert, der vorher selbst das Wort hatte, nämlich einen Auschnitt aus seiner 2006 gehaltenen Schmiede-Lesung auf der Videowall gab, da ist ein schönes Bonmot haften geblieben, das dann von Peter Rosei wiederholt wurde.

„Es ist uns noch nie so gut gegangen, wie jetzt“, sagten die Gänse kurz vor Martini“.

Wie wahr und wenn wir nicht aufpassen ist es jetzt vielleicht schon wieder fünf vor zwölf und da macht es wenig Sinn sich darüber zu streiten, ob man einen Zweigelt trinken darf,  weil der Herr Zweigelt, der diese Rebensorte entdeckte, offenbar ein bekennender Nazi war.

Georg Herrnstadt hat noch drei Lieder gesungen und im Anschluß gab es ein vom „Mandelbaum“ gestiftetes Buffet mit besagter Rotweinsorte, Krautrouladen, Ravioli, Brötchen, Kuchen und und…..

Sehr fein also und auch viele Gespräche mit bekannten Gesichtern, Dine Petrik war da, Ottwald <john, Werner Grüner und sogar Silyia Bartl, die früher lang lang ists her, das Programm im Literaturhaus machte und mich von dort hinausgeschmissen hat und es war sehr berührend an den toten Schöpfer der Proletenpassion und vielen anderen sehr politischen Liedern zu denken und an ihm im Gedenken mit oder ohne Zweigelt anzustopßen.

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