Literaturgefluester

2013-07-23

Nachruf auf Rolf Schwendter

Filed under: Uncategorized — jancak @ 01:36
Rolf Schwendter

Volksstimmefest 2012

Rolf Schwendter

Osterspaziergang 2012

Der Montag war wieder so etwas wie ein literarischer Tag, manchmal fühle ich mich zwischen den Veranstaltungsbesuchen, den Bücherbergen und dem Bloglesen bzw. kommentieren, weit weg davon, am Vormittag hat aber Ruth Aspöck angerufen und mir von den „Literatur und Text Tagen“ erzählt, die inzwischen in Strobl am Wolfgangssee stattfinden und an denen sie teilgenommen hat, dann meldete sich Doris Nussbauer vom „Werkl“ mit der Mitteilung, daß sie die von der Verramschung bedrohte erste Lise Meitner Anthologie aufgekauft hat und eine Lesung im Herbst oder am Frauentag machen will. Ein Portrait will sie auch von mir bringen.
Dann bekam ich noch einen Kommentar bezüglich meines St. Pöltner Buchhandlungstag mit ein paar Mitteilungen zu Milena Michiko Flasars „Ich nannte ihn Krawatte“, ich schrieb mein zweites Kapitel mit einem Nachruf oder Lebenslauf auf den in Wien geborenen Sinologen Ernst Schwarz, den die Nazis nach Schanghai brachten und der dann in der DDR spionierte, bevor er wieder nach Österreich kam und in Münichsreith 2003 verstarb. Dann schickte mir Alfred die Nachricht des Tages, Rolf Schwendter ist am Sonntag In Kassel verstorben und ich war sehr betroffen, obwohl Rolf Schwendter ja sehr krank gewesen ist. Um Weihnachten lag er auf der Intensivstation, dann schien es ihm kurzfristig besser zu gehen und ich habe nachgedacht, ich habe ihm nicht am „Tag der Freiheit des Wortes“ das letzte Mal gesehen, sondern wahrscheinlich bei Ruth Aspöcks Lesetheateraufführung von Elisabeth Freundlichs „Im Steingebierg“.

Rolf Schwendter

Osterspaziergang 2012

Am Abend habe ich mich am Abend mit der Ruth und dem Alfred am Rathausplatz getroffen, die es auch schon wußte, jetzt braucht die GAV einen neuen Präsidenten und das Volksstimmefest, dessen Programm Christoph Kepplinger, dann am Abend schickte, hat einen Leser weniger und die Ballade zum Thema „Ausverkauf“ wird uns auch abgehen.
Als Arthur West 2000 im August gestorben ist, hat Helmuth Rizy vorgeschlagen, daß jeder der Lesenden vor oder nachher sein Lieblingsgedicht bringt, das wäre auch eine Idee, obwohl der 1939 in der Wiener Hasnerstraße geborene, wie ich in den Nachrufen las, eine große Menge Texte und noch viel mehr Unveröffentlichtes hinterlassen hat. Die Ruth hat mir von kleinen Heften, die sich sich stoßweise in seiner Wohnung befinden sollen, erzählt und die schwer zu transkribieren wären, denn Rolf Schwendeter war ja einer, der alles mit der Hand geschrieben hat, Telefon und seine Nachfolgermedien ablehnte und einer der gescheitesten Menschen, die mir je begegnet sind.
Ich habe ihn, den GAV-Präsidenten wahrscheinlich in der GAV kennengelernt und bin ihm immer wieder begegnet, hat er ja nicht nur erste Wiener Lesetheater gegründet, den Tag der Lyrik organisiert, die Poet-Night und und und.

Die Poet-Night wird es vielleicht nicht mehr geben, ist mir am Abend eingefallen, wieder eine Veranstaltung weniger, bei der ich dann nicht lesen kann und ich habe Rolf Schwendter, den ich auch beim „Tag der Freiheit des Wortes“ immer wieder getroffen habe, auch immer wieder erzählt, wie sehr ich darunter leide, daß ich von diesem Literaturbetrieb noch nicht entdeckt wurde. Er hat es, glaube ich, verstanden und mich 2009 als der Osterspaziergang durch Margareten ging, sehr viel lesen lassen, über Paul Wimmer, Jeannie Ebner, Jura Soyfer und und und…

Ilse Kilic, Rolf Schwendter

Amerlinghaus 2010

Ja, richtig den Osterspaziergang wird es vielleicht auch nicht mehr geben und die handgeschriebenen Schnipsel bei den Lesetheateraussendungen. Denn wer bitte schreibt heute noch mit der Hand und ist telefonisch nur nach Mitternacht bis zwei Uhr früh zu erreichen, wenn man etwas für das Lesetheater organisieren will.
Der Rolf war auch ein Katzenfan und dreifacher Doktor, ein Herr Professor, obwohl er nicht so ausgesehen hat, einer der alternativsten und intellektuellsten Menschen, der von Wien nach Kassel und zurück hin und hergependelt ist. Devianzforscher und Autor von Kochbüchern „Arme essen – Reiche speisen“,“Psalter“, die Katertotenlieder“ „Von der Unmöglichkeit zu Telefonieren“, sind einige seiner gedruckten Werke, wie schon erwähnt, das meiste soll unveröffentlicht sein.

Ruth Aspöck hat ein Buch über das Lesetheater herausgebracht und bei ihr in ihrem Haus im Mühlviertel, gab es auch eine Lesung, an die ich mich erinnern kann, weil ein Foto davon, das Cover des Buches bildet. Feste hat es gegeben um sechzigsten, fünfundsechzigsten, siebzigsten Geburtstag und viele viele Veranstaltungen. Beim Alltäglichen Leben zu der mich Ilse Kilic mit dem Literaturgeflüster eingeladen hat, haben wir zusammengelesen. 2002 hat er den Tag der Freiheit des Wortes organisert und immer ein Gedicht dafür geschrieben.

Rolf Schwendter

Siebenstern PoetNight 2009

Den Katzenfasching hat Susanne Schneider, glaube ich, für ihn organisiert.
Er ist sehr krank gewesen und hat seiner alternativen Lebensform wohl auch nicht sehr auf sich geschaut, so habe ich es in einem der Nachrufe gelesen, er hat aber zu trinken aufgehört, zu rauchen und auch sehr viel zu essen. Früher war er, glaube ich, dafür bekannt, daß er zwei oder drei Hauptspeisen hintereinander verzehren konnte und wenn es Streit gab, ist er immer vermittelnd und ausgleichend aufgetreten.
Jetzt braucht die GAV einen neuen Präsidenten mit der Ruth Aspöck habe ich mich ein bißchen darüber unterhalten, wer das werden könnte? Die Petra Ganglbauer oder die Erika Kronabittner vielleicht, denn Präsidentinnen braucht das Land. Ein berühmter Name, wie Robert Schindel wäre aber auch ganz gut, aber erst einmal wird er uns sehr fehlen.
Wer bitte wird beim Volksstimmefest den Abschluß machen, wiegend und singend oder vielleicht die Maultrommel spielend uns vom Ausverkauf in diesem Land erzählen?
Und hier ein Nachruf von der Wiener Zeitung mit einem Bild, das der Alfred am letzten Volksstimmefest gemacht hat.

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2015-08-03

Schwendter Lesung im Weinhaus Sittl

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:43
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Bei der Aufzählung der Wiener Sommerveranstaltungen habe ich die Sommerlesungen des ersten „Wiener Lesetheaters“ im Garten des Weinhaus Sittl, die dieses auch schon seit einigen Jahren im Juli und im August veranstaltet, vergessen, dabei war ich schon einmal dort, weil sie immer Montag um 19 Uhr stattfinden.

Aber ich gehe außer zu der Frauengruppe nicht so oft zu Lesetheaterveranstaltungen, deshalb ist mir fast entgangen, daß es zwei Schwendter Lesungen gegeben hat, zum sechsundsiebzigsten Geburtstag am dreizehnten August und zum zweiten Todestag am einundzwanzigsten Juli.

Die Geburtstaglesung war letzten Montag. eine Textcollage von Hahnrei Wolf Käfer und Andrea Pauli „Von der Unmöglichkeit Lese- zu- Theatern“ und die habe ich, was ich sehr schade finde, leider versäumt.

Heute gab es von Hansjörg Liebscher verantwortet, das Stück „Einstein“.

Einstein war Christian Katt, Birgit Schwaner, Susanne Schneider, Christa Mitaroff haben unter anderen auch noch mitgewirkt und Hansjörg Liebscher erzählte in der Einleitung, daß das Stück vor fünfzehn Jahren schon einmal zum Geburtstag aufgeführt wurde, Franz Hütterer, Rolf Schwendter und, ich glaube, auch Ilse Aschner haben mitgewirkt, die alle schon gestorben sind und außerdem noch Birgit Schwaner, die wieder den physikalischen Genius gab.

Das Stück hat, glaube ich, zehn Szenen und beginnt im Patentamt,  Einstein hat offenbar dort gearbeitet, dann hat er die Relativitätstheorie erfunden „Es ist alles relativ, relativ“ lautete das in Nestroyscher Manier nachempfundene Couplet und war irgendwie für die Atombombe verantwortlich, die über Hiroschima abgeworfen wurden. Es kommt in dem Text aber auch Tschernobyl und anderes vor.

Ein mir völlig unbekannter Schwendter Text, aber wahrscheinlich kenne ich nicht wirklich viel von ihm und wahrscheinlich ist auch nicht alles veröffentlicht.

Relativ viele Leute bei dem schönen Wetter in dem schönen Gasthausgarten und fast alles Bekannte, die mir versicherten, daß die Veranstaltung vorige Woche sehr interessant gewesen ist und ich viel versäumt habe.

Vielleicht sollte ich doch öfter zu den Sommerlesungen ins Weinhaus Sittl, beziehungsweise Pelikanstüberl gehen, auch wenn ich nicht so gerne konsumiere, vor dem Filmfestival am Rathausplatz, auf dem ich mich dann mit dem Alfred getroffen habe, geht sich das wahrscheinlich aus.

In vierzehn Tagen, gibt es Joe Bergers „Hirnhäusl„, da bin ich schon einmal bei einer Buchpräsentation und Ausstellung in der „Wien-Bibliothek“ gewesen, die anderen Veranstaltungen, die beispielsweise freche oder Liebestexte präsentieren, interessieren mich nicht so, aber an Rolf Schwendter zu gedenken und einen für mich völlig fremden Text kennenzulernen war, sicher interessant.

Bei einigen seiner Geburtstagsfesten bin ich auch gewesen, zum fünfundsechzigsten Geburtstag hat Hahnreiwolf Käfer eine Veranstaltung im Theaterbrett veranstaltet, da habe ich ihm etwas aus einem meiner Bücher vorgelesen und die doppelte Ausgabe von Johannes R. Becher „Die hungrige Stadt“, die mein Vater in seiner Bibliothek hatte, geschenkt.

Zum siebzigsten war die Veranstaltung im Literaturhaus und datrüber habe ich schon gebloggt.

2013-09-29

Poet-Night ohne Rolf Schwendter

Filed under: Uncategorized — jancak @ 01:33

Die Nationalratswahl warf ihre Schatten, beziehungsweise wurde ich deshalb, glaube ich, am Samstagvormittag zum „Kreativen Frühstück“ im „Sektor fünf“ in der Siebenbrunnenstraße mit der Bezirksvorsteherin, Sandra Frauenberger und anderen SP-Politikerinnen eingeladen und habe dort einige Bekannte getroffen, wie Dagmar Fischer, mit der ich am Nachmittag bei einer „Poet Night“ ohne Rolf Schwendter, von der ich gar nicht glaubte, daß sie ohne ihn stattfinden kann.
Hahnrei Wolf Käfer und Marius Gabriel haben aber die Moderation übernommen, angefangen hat es eine Stunde später und es waren auch weniger Leute als sonst angemeldet. Viele der bekannte Gesichter fehlten, so waren Hilde Langthaler, die Rizys, aber auch Eva Dite, Richard Weihs nicht da, vielleicht lag das am Anmeldemodus, den ich auch fast verpaßt hätte, kam ja diesmal nicht das handgeschriebene Brieflein, sondern nur eine kleine, im Text versteckte Mitteilung im Lesezeichen, daß es die Veranstaltung wieder geben und man sich anmelden kann.
Alles andere ist dann über das Internet erfolgt und als ich nach fünf das Kulturcafe „Siebenstern“ erreichte, ist Beppo Beyerl, der erste Leser noch im Lokal draußen gesessen, Hahnrei Wolf Käfer und Ottwald John waren schon drinnen und Beppo Beyerl hat dann wieder etwas von seiner „Straße mit den sieben Namen“ vorgelesen, die ja einmal Triester, einmal Wiener und dann auch noch ganz anders heißt. Partisanenstraße ist auch dabei, von der Straße, die von Wien nach Triest führt.
Anita C. Schaub war dann die zweite Leserin und las eine gekürzte Erzählung, die von zwei Frauen handelte und Manfred Loydolt brachte einen Auszug aus einem Theaterstück, das von zwei drogensüchtigen Jugendlichen handelte. Da der Alfred diesmal nicht dabei war, sondern in St. Pölten sein Maturajubeläum, es sind auch vierzig Jahre, feierte, gibt es diesmal keine Fotos und ich streife schnell durch das Programm und erwähne nur ein paar Namen, von der wieder sehr eindrucksvollen Lesung, wo in sieben Minuten Abständen beinahe alle literarischen Genres gebracht wurden. So brachte Elfriede Haslehner wieder einige Gedichte, Armin Peyman zuerst einen sadomasochistischen Text, der nicht ganz meinem Geschmack entsprach, dann eine türkisch oder arabische Variante der „Reblaus“, das war dann wieder lustiger.
Traude Korosa hatte eine sehr poetischen Text und Karin Ivanscics, die wieder ihren „Wrackeren Wracks-Kurztexte“ brachte, hat einen ebenso literarischen Sohn, der eine sehr spitzige Schulgeschichte über die erste Liebe und die Begegnungen mit den Mädchen dort,vortrug.
Axel Karner brachte wieder Mundarttexte und Ingeborg Reisner, die ja ein Buch über das Kabarett geschrieben hat, zeigte sich kabarettistisch, in dem sie die Psychoanalyse verballhornte, nach Dagmar Fischer kam ich, mit meinem Rolf Schwendter-Text, den ich schon am Volksstimmefest gelesen habe, wofür ich ihn geschrieben hatte. Helga Leitner, die glaube ich, auch etwas Kabarettistisches hatte, habe ich am Morgen bei dem Kreativen Frühstück kennengelernt und Gynter Riebl, den ich nicht kannte, überraschte durch eine lange Ballade, ich würde sagen, im „Schillerischen Stil“ von einer großen Flut, in der im Wasser Eiskästen und Tiefkühltruhen treiben.
Hilde Schmölzer brachte wieder ihre „Jugendsünden“, wie sie es selbst in ihrer Einleitung vorstellte und Mike Blumentopf mit grünen Haaren hatte einen sehr interessanten Text zum Datenschutz bzw. gegen die Kundenkarten und ließ sich dann von August Bisinger eine öffentliche Spardose, in die man Geld werfen oder nehmen kann, wahrscheinlich eine Anlehnung auf die Bücherschränke, in denen ich beim Hinweg Tom Rachmans „Die Unperfekten“, das ich schon lange haben wollte, gefunden habe, stellen.
Helga Graziella Schwaiger hatte etwas Lustiges über Urlaubreisen und Astrid Wiesenöcker eine spannende Geschichte über das „Leben ohne Geld“, das mich ja auch sehr interessiert.
Dazwischen folgte eine längere Pause, danach wurde wieder etwas überzogen und Marius Gabriel hat die Moderation übernommen, wo Gerhard Ruiss Gedichte aus seinem neuen Lyrikband las und Eva Brenner ihr neue erschienenes Buch übers Theater vorstellte.
Hanane Aad las ein paar Gedichte auf arabisch in englischer und deutscher Übersetzung und Peter Waugh mit musikalischer Untermalung diesmal deutsche Texte.
Hannes Kirschbaum, der wie ein Manager im dunklen Anzug mit Krawatte wirkte, hatte sehr poetische Texte, ebenso Barbara Ungepflegt. Nach Peter Ahorner mit eher deftigeren Texten folgten dann schon Ruth Aspöck und Robert Eglhofer, die erst am Abend kamen, weil sie vorher einen Ausflug mit der Grillparzer-Gesellschaft nach Grein machten und sich dort wieder das Theater angesehen hatten.
Fritz Widhalm und Ilse Kilic folgten. Ilse Kilic hatte glaube ich die Gedichte die sie schon bei der Lyrik im März vorgetragen hatte und die einigen Kollegen wie Petra Ganglbauer und natürlich Rolf Schwendter gewidmet waren, das letzte Gedicht hat sich auf sich selbst bezogen und war sehr lustig, weil es von ihrem inneren Schweinehund handelte, der ihr widersprach, als sie meinte, Schreiben würde sie froh machen, weil „Apfelstrudel kann das natürlich auch“.
Nach soviel Gedichten tat Susanne Schneiders Prosa über eine blaue Mütze gut, die sie einmal in China von einem Chinesen geschenkt bekommen hatte und die seither durch ihr Leben und die Lesetheaterveranstaltungen begleitete.
Christian Qualtinger hatte vorher noch sehr starke Sprüche zur Ausländerfeindlichkeit gebracht, dann konnte ich Hansjörg Liebschers Lyrik kennenlernen, der ein starkes Gedicht auf seine Lebenspartnerin brachte und Ingrid Jantzen beendete um halb eins, also auch fast zwei Stunden früher, wie Marius Gabriel später sagte, die erste Poet-Night ohne Rolf Schwndter, mit einer ihrer Kurzgeschichten über Bienen und jetzt hätte ich fast Ottwald Johns Performance über den Tod vergessen, die ebenfalls sehr beeindruckend und wahrscheinlich auch Rolf Schwendter gewidmet war.

2013-08-31

Schwendter-Begräbnis

Filed under: Uncategorized — jancak @ 13:04

Mit der Straßenbahn zum Baumgartner Friedhof hinausfahren und sich dabei erinnern, daß ich vor langer Zeit, noch als Studentin, schon einmal dort beim Begräbnis eines alten Mannes, der immer mit einer Puppe in der Hand spazierengangen ist und den ich in der Konditorei Aida in der Neubaugasse kennenlernte, gewesen bin.
Und in der Waidhausenstraße, die Haltestelle, wo ich den Neunundvierziger verlassen habe, bin ich auch schon öfter gewesen, weil dort ja der Martin und die Zarui wohnen. Jetzt bin ich die Straße an zwei schwarz gekleideten Frauen, die ich nicht kannte, hinaufgegangen. Die Helga Schwaiger habe ich, glaube ich, schon in der Straßenbahn gesehen, sie ist aber eine Station früher ausgestiegen und den Eingang habe ich auch nicht gleich gefunden, dann aber Ruth Aspöck, Margot Koller, die extra wegen dem Begräbnis aus Salzburg gekommen ist, Magdalena Knapp-Menzel, Manfred Chobot etc gesehen und mit ihnen zur Aufbahrungshalle gegangen.
Dort noch mehr Bekannte. Gerhard Jaschke, der dann für die GAV sprechen wird, sitzt auf einer Bank, Christa Kern kommt auf mich zu, Hilde Schmölzer, Hilde Langthaler, Susanne Ayoub und und und….
Natürlich auch die Mitglieder des Lesetheaters. Susanna Aschner, Andrea Pauli, Manfred Loydolt, etc.
Werner Grüner ist auch zu seben und es geht langsam in die Halle hinein, wo schon Gerhard Ruiss mit seiner Rede steht. In der ersten Reihe sitzt die Familie, Frau, Sohn und Enkelkind, ich sitze zwischen der Freundin Christl und Margot Koller, als eine junge Frau nach vorne geht und zu singen beginnt.
Dann kommt Gerhard Jaschke und erinnert an den verstorbenen GAV-Präsidenten, zählt eine Reihe seiner Werke auf, „Von der Unmöglichkeit zu telefonieren“ hat er selber hinausgebracht und weist wahrscheinlich auch auf seinen Umgang mit der Technik hin. Daß er alles handgeschrieben hat und trotzdem seine Ordnung hatte. Kein Handy und trotzdem sehr erreichbar. Ober war das schon Gerhard Ruiss, der für die IG gesprochen hat? Der erwähnt das Volksstimmefest vom letzten Jahr, wo Rolf Schwendter, ich hatte das schon vergessen, nicht mehr auf die Bühne gekommen ist, sondern unten sitzen geblieben ist. Erwähnt, daß er immer als letzter gelesen hat und bei den eigenen Marathonveranstaltungen, wie zum Beispiel die „Poet-Night“ an einem kleinen Tischchen neben der Bühne mit den Zetteln saß, wo die Namen der Vortragenden standen, die er aufrief und abhackte. Einen bescheidenen Geldbetrag hat er dann auch immer ausbezahlt. Wies auf die verschienenen Funktionen hin, Vorstandsmitglied der IG, GAV-Präsident und der der Fried-Gesellschaft, auf den dreifachen Doktor und in Österreich trotzdem keine Stelle an der Universität, so daß er nach Deutschland mußte. An seine Bücher, voran die Werke zur Devinazforschung hat vorher, glaube ich, schon Gerhard Jaschke gedacht und daran, daß er nun immer daran denken wird bei den Einladungen zu den Generalversammlungen, Rolf Schwendter ein Fax zu schicken, obwohl er das jetzt nicht mehr muß.
Dann kam der Herr von der Friedhofsverwaltung, hob die Urne, es war ein Urnenbegräbnis und forderte die Anwesenden zum Gang zum Grab auf. Dort gab es dann, glaube ich, noch ein Lied, bevor man sein Schauferl Erde hineinwerfen konnte.
Sehr langsam und bedächtig ist das passiert. Manche, wie Christa Kern, die, glaube ich, ein Katzenbild hinunterwarf, hatten auch etwas Schriftliches dabei. Hin und wieder eine Rose. Ich bin lange noch herumgestanden, habe Hände geschüttelt, mich mit der Ruth, der Margot Koller und auch anderen unterhalten, bevor ich mit den beiden zurückgefahren bin.
Um elf gab es, glaube ich, ein Treffen in der „Neubauschenke“, zwischen der und dem Literaturhaus, wie Gerhard Ruiss noch in seiner Rede erwähnte, Rolf Schwendter viel herumspaziert ist. Die Ruth ist vorher in ihre Wohnung frühwtücken gegangen und hat mich zum Kaffee eingeladen, ich bin aber nach einem Blick in die wohlgefüllten Bücherschränke gleich in die Krongasse gefahren, weil ich ja der Alfred kochte und ich am Nachmittag auf Volksstimmefest muß, beziehungsweise dort meine Bücher ab dreizehn Uhr vorbeibringen soll. Und hier noch der Nachruf.

2013-06-11

Elisabeth Freundlich Aufführung

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:38

Ruth Aspöck, die eigentlich nicht in der Frauen lesen Frauen Gruppe des ersten Wiener Lesetheaters mitmacht, organisierte heute dort im Literaturhaus Elisabeth Freundlichs Erzählung „Im Steingebirg“ und das war eine Aufführung, die mich sehr interessierte.
Faszinieren mich die eher unbekannten Schriftstellerinnen des vorigen Jahrhunderts ja sehr und von Elisabeth Freundlich habe ich wahrscheinlich im Zusammenhang mit Konstantin Kaiser gehört. 2001 ist die 1906 in Wien geborene, jüdische Schriftstellerin gestorben und da gab es eine Veranstaltung im Republikanischen Club, an die ich mich erinnern kann und wahrscheinlich auch Texte oder einen Nachruf in der Zeitschrift „Zwischenwelt“.
Das sie seit 1945 mit den aus Breslau stammenden Philosophen Günther Anders verheiratet war, habe ich ebenfalls gewußt, denn da habe ich ja einmal ein Seminar mit Raimund Kremlika oder Raimund Bahr, wie er sich seit seiner Verheiratung nennt, gemacht.
Im Bücherschrank habe ich den Roman „Der Seelenvogenl“ gefunden, sonst scheint es von der Autorin aktuell nichts zu geben und Ruth Aspöck erwähnte in ihrer Einleitung auch einiges von einer erfolglosen oder nicht so bekannten Schriftstellerin. Sie hat sie jedenfalls in den Achtzigerjahren im Schriftstellerverband oder bei einem Kongreß kennengelernt und einen Artikel über Rudolf Brunngraber hat die Journalistin auch geschrieben. Hilde Schmölzer, die mitgelesen hat, hat sie einmal interviewt, ich kann mich nicht erinnern, die Autorin kennengelernt zu haben.
Es war also eine interessante Veranstaltung und eine Neuentdeckung, denn in Wikipedia findet man nicht sehr viele Werkangaben und über die Erzählung „Im Steingebirg“ ist im Netz auch nicht sehr viel zu finden.
Elisabeth Freundlich wurde jedenfalls als Tochter eines jüdischen Rechtsanwaltes und Arbeiterbankpräsidenten in Wien geboren, studierte Germanistik, Romanistik und Theaterwissenschaften, war nach dem Studium Dramaturgin im neuen Wiener Schauspielhaus. 1938 ging sie über Zürich und Paris nach New York und kehrte 1950 mit Gunther Anders nach Wien zurück, wo ihre Manuskripte nicht gefragt waren. So übersetzte sie und konnte ihre Sachen erst in den Siebziger und Achtzigerjahren herausbringen und „Im Steingebirg“ hat sie, glaube ich, 1944 in Amerika geschrieben. Eine sehr interessante Geschichte die, in dieser Zeit im Salzkammergut spielt.
Da wird ein Dorf beschrieben, das Leben in der Diktatur, auf dem ersten Blick alle gleichgeschaltete Nazis, es gibt nicht sehr viel zu essen, in der Konditorei gibt es nur zwei Stunden Eis und keine Torten, die Männer sind im Krieg, schon die Sechzehn oder Siebzehnjährigen werden eingezogen und man weiß nicht wohin. Statt der Sommerfrischler kommen die Bombenfrischler, eine Frau ist Totenwäscherin und Dienstmann und es beginnt, als ein Mann, ein offenbar überzeugter Nazi nach Hause zu seiner Mutter fährt. Es gibt auch ein Sanatorium, „Hollywood“ genannt, wo sich zwei verwundete Soldaten unterhalten und von einem Hitler-Attentat erzählen und dann werden drei Leute erschoßen. Eine Jüdin mit einem Kind, die offenbar von irgendjemanden versteckt wurde und ein Mann, der sie vielleicht verfolgte. Sehr subtil wird das geschildert, erst nach und nach kommt heraus, was geschehen ist.
Hilde Schmölzer, Andrea Pauli, Judith Gruber-Rizy, Christa Nebenführ und Ruth Aspöck haben sehr gut gelesen. Hilde Langthaler, Elfriede Haslehner, Werner Grüner, Rolf Schwendter, Susanne Schneider und noch einige andere Bekannten war da. Vom Literaturhaus niemand außer Stefan Lotter, der den Büchertisch betreute und Wein ausgab und den habe ich ja am Freitag bei dem „Ausgehoben-Symposium“ gehört, ihn auf seinen Blog besucht und herausbekommen, daß er am Sonntag im CAfe Anno gelesen hat.
Mit ihm habe ich mich ein bißchen unterhalten, mit der Ruth, Richard Langthaler und mit einer Lehrerin, die eine Schulklasse, die auch gekommen war, beobachtete und sich Sorgen machte, ob es ihr gefallen hat?
Mir hat es sehr gut gefallen und freue mich schon sehr auf das Lesen des 1986 in der Buchgemeinschaft erschienenen Romans „Der Seelenvogel“, der den sozialen und ökonomischen Aufstieg einer kleinbürgerlichen Familie schildert, wie ich der Beschreibung entnehme.

2009-04-09

Osterferien und Gerstl-Nachruf

Filed under: Uncategorized — jancak @ 19:49

Eigentlich wollte ich heute über meine Osterferien in Harland berichten. Zwei sehr beschauliche Tage habe ich schon hinter mich gebracht. Das Wetter ist schön und sonnig, ich habe ein bißchen in den Blogs geblättert.
Lillyberry hat über Denis Schecks „Druckfrisch“ berichtet und sich darüber mokiert, daß sich der mit den Bestsellerlisten vor ein Fließband stellt und das ihm schlecht erscheinende einfach in den Müll befördert. Sieben von den zehn Titeln auf der Spiegelliste ist das passiert. Interessant, daß er den Uwe Tellkamp und Daniel Kehlmanns „Ruhm“, dabei ausgenommen hat, den Daniel Glattauer aber nicht, was eine heftige Diskussion im Internet über die Rolle der Kritiker auslöste. Ich bin ja auch der Meinung, wie Lilly Berry, daß man Bücher nicht unbedingt auf diese Art und Weise verreißen muß, sondern man ihnen ruhig mit mehr Achtung, Interesse und Wertschätzung entgegentreten könnte, da Bücherschreiben ja nicht einfach ist.
Dann bin ich Rad gefahren, heute war ich beispielsweise in Herzogenburg und gestern beim Schloß in Ochsenburg, wo angeblich Schubert aufgetreten ist, es gibt jedenfalls eine Gedenktafel dazu.
Ich war ich auch viel in der Badewanne, habe in Julia Francks „Mittagsfrau“ gelesen, mit der ich gerne in der Karwoche fertigwerden würde, um vielleicht übermorgen eine Rezension zu schreiben, um Otto Lambauer eine Osterfreude zu machen und die Wellnessprogramme habe ich mir auch herausgesucht.
Wir haben schließlich Fastenzeit und das auf sich schauen und gut mit sich umgehen, um zu mehr Ruhe zu kommen und die positiven Kräfte wirken zu lassen, kann in Zeiten wie diesen, wo ohnehin nicht viel gelingt und man nur Horrormeldungen über die Wirtschaftslage hört, nicht schaden.
Schließlich habe ich von meinen Radfahrten, nicht nur Fühlingsblumen, sondern auch Bärlauch, den ich sehr mag, mitgebracht und billige Erdbeeren gab es beim „Lidl „auch.
Ostergrüße sind gekommen, Frans Postma hat sich aus Holland gemeldet und an meinem Work on progress habe ich auch weitergeschrieben.
So weit so gut und als ich darüber einen schönen Blog schreiben wollte, habe ich noch bei Christiane Zintzen vorbeigeschaut und von ihr erfahren, daß Elfriede Gerstl heute gestorben ist. (Nachzulesen bei in/ad/ae/qu/at).
Was mich sehr betroffen hat, habe ich sie ja gut gekannt, da sie eine war, die auch mit mir geredet hat und mich immer freundlich grüßte.
So kann ich der kleinen alten Dame mit den roten Haaren und den schönen Hüten, die als Original durch die Wiener Innenstadt marschierte und oft bei den literarischen Veranstaltungen zu sehen war, ein paar Erinnerungen nachwerfen.
Einmal bin ich neben ihr in der alten Schmiede gesessen, da ist Kurt Neumann auf mich zugekommen und hat mir gesagt, daß er nicht die Einladungslisten des Wespennestes bestimmt. Da stand eine Veranstaltung im Programm, zu der man eingeladen werden mußte, aber als ich anrief, um eine Einladung zu dem Festakt ins Semper-Depot zu bekommen, hat mir Walter Famler mitgeteilt, daß ich leider nicht zu den auserwählten Autoren gehöre.
Ich hatte es schon verkraftet und wollte stattdessen zur Stern-Preisverleihung gehen, da hat mich die freundliche alte Dame einfach mitgenommen und mich auch Frederic Morton vorgestellt. Es war ein unvergeßlicher Abend mit einem tollen Buffet, vielen Wespennestheften und Alexandra Millner habe ich dort auch getroffen.
Bei meinem literarischen Geburtstagsfest hat Elfriede Gerstl einmal auch gelesen und wir haben mehrmals Bücher miteinander ausgetauscht.
Mich hat es sehr getroffen und ich war auch sehr überrascht, obwohl ich mich zu erinnern glaube, daß Rolf Schwendter bei der Volksstimme-Buchpräsentation schon angedeutet hat, daß es ihr nicht gut geht.
Ich verabschiede mich also von der Dichterin und wem es interessiert, auf meinen Artikel zum Volksstimmefest im September, gibt es ein schönes Bild von ihr, da wird nun auch ein Stammgast fehlen.
Und liebe Cornelia Travnicek, ich glaube nicht, daß Elfriede Gerstl eine coole Omi war, die auch schon mal Bullshit schrieb (frautravnicek.wordpress.com) und sie war sicher auch schon vor ihrem Tod eine gute Dichterin, auch wenn das in diesem Österreich erst sehr spät bemerkt wurde.
Ich glaube, erst so richtig, nach dem sie den Fried- und den Traklpreis mit einem Aufwaschen bekam.
Sie hat, wie sich in ihren Texten nachlesen läßt, sehr darunter gelitten und jetzt hat das literarische Wien wieder eine Dichterin weniger. Ob wir das wohl aufholen können?

2014-03-11

Mechthild Podzeit-Lütjen bei den Wilden Worten

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:27

Eigentlich wollte ich Montag und Dienstag ja noch zweimal in die „Alte Schmiede“ gehen, bevor wir am Mittwoch nach Leipzig fahren werden, dann sah ich aber im Amerlinghaus-Programm, Mechthild Podzeit-Lütjen ist bei den „Wilden Worten“, von der GAV-Kollegin habe ich schon länger nichts gehört und kenne sie als eine sehr feinsinnige Lyrikerin und da es in der „Alten Schmiede“ eine Slam-Veranstaltung gab, die mich ohnehin nicht so sehr interessierte, habe ich umdisponiert, bis halb acht gewartet, da noch schnell meine elfte Szene korrigert und ein bißchen weitergeplottet und bin wieder einmal ohne recht ins Programm zu schauen, losgestartet.
Bei Karin Invancsics ist mir das schon einmal passiert, daß ich eher Bekanntes zu hören bekam und jetzt passierte mir das wieder, hat die 1955 in Bremen geborene Mechthild Podzeit Lütjen ja die Anthologie „Die Wurzel trägt dich“ vorgestellt, bei deren Präsentation ich schon einmal in der „Gesellschaft für Literatur“ war. Als ich das Amerlinghaus erreichte, habe ich mich gleich neben Herrn Blaha gesetzt und von Richard Weihs erstaunt gehört, daß diesmal die Frauenquote untererfüllt war, nämlich außer mir und der Mechthild nur noch eine Zuhörerin, alles andere Männer, woran das liegen mag, an der schönen blonden Frau oder am Thema Geburt?
Keine Ahnung, die meisten habe ich nicht gekannt, bin aber mit dem Herrn vor mir gleich ins Gespräch gekommen, als ich Herrn Blaha die „Dreizehn Kapitel“ und ihm meine Büchertasche zeigte, denn ich bin vorher natürlich wieder bei den Schränken gewesen und habe da ein ganz besonderes Schmankerl gefunden, nämlich einen bei Ueberreuter erschienenen Wanderführer von Hannelore Valencak „Wanderwege rund um Wien“ und bei deren Lesetheaterveranstaltung bin ich erst vor kurzem gewesen und hatte keine Ahnung, daß die Autorin außer Kinderbücher auch einen Wanderführer herausgebracht hat. Man sieht auch die frühere Schriftstellergeneration brauchte ihre Zubrote und Nebengeschäfte und offenbar war Hannelore Valencak eine große Wanderin, gibt es in dem Buch neunzehn Farbfotografien von ihr und noch einmal interessant Brigitte Schwaiger hat den Umschlag gestaltet.
Doch zurück ins Amerlinghaus, da eröffnete Richard Weihs und die Mechthild las zum fünften Todestag von Gert Jonke, die Texte, die ich offenbar schon gehört habe und dann noch dden eines Theologen zum Thema Mensch werden und Geburt und erzählte im Gespräch mit Richard Weihs noch einmal ganz viel zu dem Buch was ich noch nicht wußte.
Die Idee ist bezüglich des Schließens der „Semmelweis-Klinik“ entstanden, beziehungsweise hat Christa Nebenführ in der „Prückl-Sommerlesereihe“ einmal das Thema „Mütter“ gehabt.
Dann hat sie die Autoren angeschrieben und ausgewählt, ihnen nur die vier Worte vorgegeben und die ganze Themenvielfalt von Abtreibung, Totgeburt, etc ist gekommen, dann gab es noch die Fotografien und die ganze Arbeit an dem Werk hat drei Jahre gebraucht.
Texte sind von Friederike Mayröcker, Erika Kronabitter, Gerhard Ruis etc enthalten. Bei der Präsentation damals war, glaube ich, noch Milena Michiko Flasar und von Rolf Schwendter ist ein handschriftlicher Text enthalten, der jetzt noch einmal eine besondere Aufmerksamkeit erhält.
Von Mechthild Podzeit-Lütjen gibt es auch zwei Prosatexte und Gedichte, einen, der von einem Kind mit Down-Syndrom am Neudiedlersee handelt, las sie dann auch vor und erzählte auf Richard Weihs Fragen, daß sie die Auswahl der Texte immer ganz spontan, wenn sie in das Publikum hineinschaut, trifft.
Dann gab es die Wunschgedichte vom letzten Mal, diesmal waren es offenbar sehr viele, während die Richard Weihs verlaß, formte ich schon meine Wünsche und beschloß mir diesmal ein Gedicht zum Thema „Vergessen“ zu wünschen das mit den Worten „Anna kämpft“ beginnt und die Worte „Alzheimer, Dracula, Strahlenschutzstecker“ enthält, vielleicht kann ich es einmal dem Buch als Motto voranstellen. Es auf jeden Fall aber als Aufmunterung fürs Weitermachen gebrauchen.
Die Ruth würde jetzt zwar vielleicht sagen, daß man sich bei den „Wunschgedichten“ nicht das, worüber man gerade einen Roman schreibt, wünschen darf, aber man sieht daran, wie weit ich am zehnten März war und am vierzehnten April, der nächsten Wunschgedichtveranstaltung werde ich höchstwahrscheinlich ohnehin nicht kommen, weil das der Anna ihr dreißigster Geburtstag ist.
Vielleicht mein kleiner Beitrag zum Thema Geburt. Nachher habe ich mich noch mit der Mechthild unterhalten, ihr meine Enttäuschung ausgedrückt, von ihr keine neuen Texte gehört zu haben. Sie hat ein Hörbuch hat sie gesagt, das auch zum Verkauf aufgelegen ist und mir von ihren Studien erzählt, die sie derzeit sehr beschäftigen würden und als ich bei Wikipedia nachgegooglet habe, ist mir aufgefallen, daß die Mechthild eine ist, die sich sehr um die Texte anderer kümmert, so hat sie auch Alois Kaufmanns Texte, einem Spiegelgrundopfer, den ich einmal in der Szene-Margareten hörte, mitherausgegeben.
Ich habe sie, glaube ich, über Elfriede Haslehner kennengelernt, war mit ihr einige Zeit in der „Frauen lesen Frauen- Lesetheatergruppe“ und habe, wie gesagt schon länger nichts mehr von ihr gehört, die „Anthologie“ jetzt aber ein zweites Mal präsentiert bekommen und ob sie am Freitag bei der „Lyrik im März“ mitmachen wird und am Samstag zur GAV-Vollversammlung kommt, weiß ich nicht, aber da werde ich in Leipzig sein.

2019-02-07

November 1918

Mit dem November 1918, wo die österreichische Republik gegründet wurde, habe ich mich ja im Vorjahr intensiv beschäftigt, bin in die Parlamentsbibliothek gegangen und habe mir da zwei historische Krimis angehört und in die Arena Bar zum „3. November 1918“ dem Theaterstück von Franz Theodor Csokor und im „Doml“ haben wir uns in diesem Semester ja auch mit dem November 1918 allerdings von Alexander Döblin und Alexej Tolstoi geschrieben, beschäftigt, während es in dem von Alexander Weiss herausgegebenen „Tarantl-Band“ um den „November in der österreichischen Literatur“ geht und die ist ja sehr interessant und mir Gerald Grassl das Buch auch freundlicherweise schickte, kann ich mich durch die Gedichte, Prosatexte und Fotografien wühlen und oh Überraschung eines vom Alfred aus dem „Literaturgeflüster“ ist dabei und im Vorwort steht, daß das Buch keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat, sondern „bloß ein Lesebuch, das die LeserInnen zur eigenen Lektüre“ veranlaßen soll“, sein will.

Dazu werde ich 2019 ob meiner elendlangen Leseliste, wo ich schon früh sein werde, wenn es  mir gelingen sollte, Gerhard Loibelsberger „Schönbrunner Finale“, das der Alfred in der Krimibuchhandlung der Lisa kaufte, zu lesen, nicht kommen. Also mich durch das Buch gelesen und in die Literatur, um den November 1918 wenigstens ein bißchen hineingetaucht.

Es beginnt mit einem Foto und einem Zitat von Karl Kraus „Österreich ist das einzige Land, das durch Erfahrung dümmer wird“ und „Die letzten Tage der Menschheit“ dienen wohl auch als Vorbereitungsliteratur, um auf den November 1918 hinzuweisen und einem Gedicht von Heinz R. Unger, der 2018 gestorben ist.

Dann kommt das Vorwort und ein Gang durch die Geschichte des Herausgebers, von dem ich leider, wie auch bei den anderen Autoren keine biografischen Angaben finden konnte, was mein Kritikpunkt an die sicher sehr lobenswerte Zusammenstellung ist, denn Google weiß auch nicht alles und einiges kann ich aus dem Geflüster zitieren, vieles aber nicht.

Der 1984 verstorbene Literaturhisotriker und Germanist Friedrich Achberger hat eine Zusammenfassung der Literatur und Politik „Zwischen 1918 und 1948“ gegeben.

Von dem schon erwähnten Franz Theodor Csokor ist das Vorwort aus seinem Theaterstück abgedruckt und dann führt uns ein Artikel aus der Wiener Zeitung in die österreichischen Militärakademien und deren Erwähnung von zwei berühmten halb oder ganz österreichischen Dichtern nämlich Joseph Roths „Radetzkymarsch“ und Robert Musil „Zögling Törless“ ein, wo wir wie auch im nächsten Artikel, wo es um „Das Leben und Sterben des Gavrilo Princip geht, immer noch in der Republikvorbereitung nämlich den ersten Weltkrieg und seine Ingangsetzung geht.

Es gibt dann noch zwei Textauszüge zum Fall Princip, einer ist aus einer unveröffentlichten Erzählung von Lev Detela, der die Zeitschrift „Log“ herausgab, zu der ich früher auch immer meine Texte hinschickte, der Zweite aus dem Roman „Die Schüße von Sarajewo“ des 2005 verstorbenen Milo Dor.

Biografien sind, wie schon erwähnt, leider keine vorhanden, dafür aber öfter ein Bild der Autoren mit den Lebensdaten.

Alfred Polgar hat eine Satire zu den Musterungspraxen, wo auch die Skelette für tauglich erklärt wurden geschrieben, dann gibt es  das wahrscheinlich soäter entstandene berühmte Gedicht „Legende vom toten Soldaten“ von Bertold Brecht und im „Braven Soldaten Schwejk“ gibt es ja auch ein Kapitel über die Musterungen. Der wird in dem Buch nur mit einem Bild erwähnt, wie er brav in Polen auf einer Bank sitzt. Einen Text von Jaroslav Hasek, nicht viel weniger satirisch „Die Schicksale des Herrn Hurt“ gibt es in dem Buch aber auch und dann theoretische Texte, wie beispielsweise über den „Prozess des Dr. Friedlich Adler“, der ja am 21. Oktober 1916 im Wiener Hotel „Meissl & Schan“ den Ministerpräsidenten Stürgkg erschossen hat, von John Zimmermann und Artikel  des 2018 verstorbenen Hans Hautmann, einem, wie ich „Wikipedia“ entnehme“ österreichischen Zeithistoriker, der sehr interessant über die Streiks, die es im ersten Weltkrieg gegeben hat, sowie über die Auswirkungen der „Oktoberrevolution auf Österreich“ berichtet hat. Da gibt es, noch interessanter, ein Plakat zu sehen, auf dem „Denkt an die Arbeitslosen kämpft für den 8 Stundentag“ steht. Den würde ich sagen, wünscht man sich heute wahrscheinlich zurück und Kriegsgesdichte von Ernst Waldinger, der 1896 in Neulerchenfeld geboren wurde und 1970 in New York gestorben ist, weshalb ihm auch bei  einem Ostersapziergang des ersten Wiener Lesetheaters gedacht wurde, gibt es auch.

Es folgen ein paar Texte zum Matrosenaufstand von Cattaro der im Februar 1918 stattgefunden hat,  Hugo Huppert, Bruno Frei, Eva Priester und Franz Xaver Fleischhacker haben darüber geschrieben und wieder  von Hans Hautmann, dein Artikel von  Hans Hautmann, der sich mit den „Staatsverbrechen“, also, wie man mit den Deserteuren, Spionen, etcetera umgegangen ist.

Texte von Franz Kain, Hugo von Hoffmannsthal etcetera folgen und dann gibt es wieder einen Auszug aus einem Pittler Krimi und zwar nicht aus „Chuzpe“ aus dem er ja in der Paralmentsbibliothek gelesen hat, sondern aus dem 2017 erschienenen „Wiener Kreuzweg“ wo es um den Arbeiterrat, der die Ottakringer Brauerei besetzte und den dortigen Besitzer Baron Glickstein umbringen wollten, geht.

Dann gibts einen ausführlichen Karl Kraus Teil, mit Auszügen aus den „Letzten Tagen“ und einen Artikel über die „Schuldfrage“, der Lyriker Theodor Kramer hat in den Dreißigerjahren einige Gedichte über den den Krieg und die „Heimgekehrten“ geschrieben und wir kommen allmählich in den November und können die Monarchie hinter uns lassen, denn der Kaiser dankt ab und verläßt Schönbrunn, während der rasende Reporter Egon Erwin Kisch die „Rote Garde“ gründet und mit der die „Neue freie Presse“ stürmen will, wo sein Bruder offenbar Redakteur war, der ihn dann mit dem Hinweis, das der Mama zu sagen, mit seiner Truppe vertrieb.

Ob das wirklich so stimmte, kann vielleicht bezweifelt werden, Friedrich Torberg, hat es aber in seiner „Tante Jolesch“ so beschrieben und dem Volk ging es schlecht in den Novembertagen. Es gab viel Elend und Hunger, aber auch Aufbruchmomente, so kam Theodor Körner, der spätere Bundespräsident zurck, die Republik hat sich gegründet und Joseph Roth, Franz Werfel, Robert Musil, Elias Canetti, Stefan Zweig, und auch andere, haben darüber geschrieben.

Joseph Roths Reportagen über das damalige Wien, der sich manchmal auch Josephus nannte, sind ganz besonders interessant und eindrucksvoll, die über die „Wiener Schaffnerinnen“, die nachdem die Männer zurückgekehrt waren, ihre Dienstkappeln und Taschen wieder abgeeben und zurück zu Kinder, Küche und Herd gehen mußten.

Eine Chronik der KPÖ, die sich ja auch im November 1918 gegründet hat, gibt es in dem Buch,  aber auch modernere Texte, beispielsweise ein Auszug aus den „Lebenslinien“ von Käthe Kratz, die ich ja im Kreis der Ruth öfter treffe.

Es gibt einen Artikel und Plakate über das Frauenwahlrecht, das ja auch im November 1918 eingeführt wurden und einen aktuellen von  Martina Madner, die in der „wiener Zeitung im Dezember 2917 schrieb „Warum Frauen 2018 nicht nur feiern“ werden und ganz zum Schluß kommen wir zu dem 1913 verstorbenen Rolf Schwendter, der 2012 auf dem Volksstimmefest zum Thema „Aus dem Bilanzbuch des zwanzigsten jahrhunderts“ eines seiner berühmten Langgedichte geschrieben hat, in dem es auch um 1918 geht.

Da ist dann das abgebildete Bild aus dem „Literaturgeflüster“ beziehungsweise aus der „Anthologie“, wo der Alfred auch immer Fotos beisteuert und  habe mich durch ein sehr interessantes Buch geblättert, das ich allen zeithistorisch Interessierten nur empfehlen kann und ihm einen hohen Verbreitungsgrad wünsche.

2019-01-28

Abschied von Hilde Langthaler

Hilde Langthaler

Hilde Langthaler (Volksstimmefest 2013)

Am Donnerstagabend vom „Tag der offenen Tür“ von „NHP-Austria-Nuestros Pequenos Humanos oder unsere kleinen Brüder und Schwestern“, die Paten für ihre Kinder in den Kinderdörfern in Honduras suchen nach Hause gekommen bin, hatte ich einen Anruf von Erika Parovsky, die ich vom Lesetheater und der „Frauen lesen Frauen-Reihe“ kenne, am Band, die mir mitteilte, daß Hilde Langthaler am Mittwochabend gestorben ist und die am elften März 1939 als Brunhilde geborene, habe ich 1978 oder 1979 wahrscheinlich, als Bruni im „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kennengelernt und mich sehr lange mit ihr, Elfriede Haslehner, Valerie Szabo und anderen Frauen getroffen, um über unsere Texte zu diskutieren, einander vorzulesen, etcetera.

Die Bruni, die literarisch Hlde genannt werden wollte war eine sehr vielseitige Frau, sie hat in Graz und Wien Medizin studiert, war, glaube ich bei Entwicklungshilfeeinsätzen in Afrika und  anderswo und hat. irgendwann zu schreiben begonnen.

Wann weiß ich nicht so genau. Als ich sie in den Siebzigerjahren kennenlernen, hat sie schon durch ihr „Theaterstück „Nur keine Tochter“, das ich, glaube ich, irgendwann in den Schränken gefunden, aber nicht mitgenommen habe, Aufsehen erregt.

Sie hat mit Elfriede Haslehner den ersten „Wiener Frauenverlag“ gegründet, der später in „Milena“ umgenannt wurde und jetzt keiner mehr ist und war eine Mitbegründerin der „Auf“, ist in Ruths „Zündende Funken“, das sie vorigen März am Frauentag in der Wien-Bibliothek vorstellte, verewiegt und sollte, glaube ich, auch in der nächsten Zeit diesbezüglich lesen oder eine Veranstaltung organieren.

Gesehen habe ich sie das letzte Mal am achten Dezember beim Abschiedsfest der Ruth, da ist sie mir, die ja demnächst ihren achtzigsten Geburtstag feiern würde, sehr aktiv vorgekommen, sie hat aber schon länger an einem Karzinom gelitten.

Mein Verhältnis zu ihr war ein etwas schwieriges, sind wir doch literarisch einige Male aneinandergestoßen und ich habe sie auch in eineigen meiner Bücher, wie in den „Schreibweisen“ und dem „Wilden Rosenwuchs“ als Vorbild für meine Figuren genommen.

Habe sie in der GAV bei den Generalsversammlungen, bei denen der IG Autoren und auch bei verschiednenen Veranstaltungen immer wieder getroffen, sie hat bei meinen Frauenlesungen mehrmals gelesen, zum Beispiel bei meiner ersten Frauenlesung, die ich in den Achtzigerjahren in St. Pölten organisierte, dann bei der 1998 in der „Alten Schmiede“ und ich habe auch zweimal eine Frauenlesung im Rahmen des Lesetheaters, eine im Seniorenraum des WUKs, wo ja Erika Parovsky sehr aktiv war und den Raum zur Verfügung stellte, die andere, ich glaube, 2006 im Literaturhaus organisierte. Bei den „Mittleren“ hat sie, glaube ich, nicht oder vielleicht das erste Mal gelesen, aber mehrmals bei den Veranstaltungen zum „Tag der Freiheit des Wortes“, die ich ja 2001 im NIG Hörsaal 1 und dann 2003 bis 2009 im Literaturhaus organisierte. Gelesen hat sie, glaube ich, auch bei der „Poet Night“ und auch beim Volksstimmefest, obwohl ihr das, glaube ich, zu politisch war und dann gab es auch noch die Frauenlesungen, die eine Zeitlang in der Galerie Heinrich stattfanden.

Ich habe einige Bücher von ihr in meinen Regalen und auch einiges gelesen, zum Beispiel „Gras dein Gesicht“, in dem auch Illustrationen von Regina Alfery, der komponierenden und zeichnenden Psychologin, die ich durch sie kennenlernte, enthalten sind.

In der Anthologie des Schriftstellerverbandes, in dem sie auch Mitglied oder sogar im Vorstand war, sind Texte von ihr enthalten, später hat sie, glaube ich, auch in der „Edition Roesner“ Bücher herausgebracht und in dem dort erschienenen Frauenbuch, das Antia C. Schaub die ich ja bei der von Rolf Schwendter organisierten „Tag der Freiheit des Wortes“ 2002 im Literaturhaus darauf angesprochen hat, sie ein Portrait von ihr und anderen Frauen, beispielsweise Elfriede Haslehner, aber auch Friederike Mayröcker, Barbara Frischmuth etcetera, in ihr 2004 erschienenes Frauenbuch  aufgenommen.

Die Bruni stammt aus einer Ärztefamilie, so war ihre Mutter auch praktische Ärztin, ihre Großmutter, die in 1852 in München geoborene und 1929 in Würzburg verstorbene Agnes Sapper war eine bekannte Kinderbuchautorin, deren „Familie Pfäffling“ ich vor einigen Jahren im Schrank gefunden habe.

Erika Parovsky, Hilde Langthaler, Elisabeth Krön

Erika Parovsky, Hilde Langthaler, Elisabeth Krön (Lesung Monika Giller Mai 2011)

Ihr Onkel Theodor Sapper 1905 bis 1982 war Lyriker und Dozent, der, glaube ich, in der „Urania“ Vorträge zur Literatur gehalten hat. Von ihm habe ich einige Gedichtbände und sein Hauptwerk „Kettenreaktion Kontra“ wurde von der Bruni 2006 herausgegeben, da war ich bei der Präsentation im Literaturhaus und habe mir das Buch dann von dem Büchergutschein gekauft, den ich bei dem gewonnenen Literaturwettbewerb in der „Szene Margareten“,  bekam.

Ein sehr interessante Biografie also und eine schon sehr lange Beziehung mit der Bruni, die mich die letzten vierzig Jahre mehr oder weniger intensiv begleitet hat.

Beim Begräbnis der Valerie 1996 bin ich mit ihr und der Elfriede gewesen. Da haben mich die Reden und die Texte, die dort von Valeries Verwandten gelesen wurden, sehr beeindruckt und habe mir gedacht, ich könnte mir zu meinem Begräbnis auch eine solche Lesung organierien.

Davon bin ich inzwischen abgekommen. Mein Begräbnis wird so verlaufen, wie es meine Nachkommen gestalten, im „Letzten Versuch“ habe ich aber darüber geschrieben und da habe ich wohl auch an meine schreibenden Freundinnen vom „Arbeitskreis schreibender Frauen“, mit denen ich mich noch lange vorwiegend in Valeries schöner Wohnung gleich neben dem Grinzinger Friedhof, wo ja auch der große Thomas Bernhard begraben ist, dessen Grab ich an jendem heißen Sommertag als Andreas  Okopenko begraben wurde, nicht gefunden habe, gedacht und so war ich auch sehr betroffen, als ich Erika Parovsky, die wohl bis zum Schluß im Krankenhaus war, bekommen habe, habe die Ruth angerufen und dann auch die Elfriede, die ja sehr mit ihr befreundet war und später Hilde Schmölzer, die ja das erste Buch über schreibende Frauen geschrieben hat, das wir im „Arbeitskreis“ vor vierzig Jahren besprochen habe.

Das Begräbnis wird, glaube ich, am elften Februar am Heiligenstädter Friedhof sein und vielleicht gibt es eine Lesetheaterveranstaltung oder wird im November bei der „In Memorian-Veranstaltung“ der GAV an die Bruni gedacht, die mir, wenn ich so nachdenke, trotz aller Schwierigkeiten eine sehr liebe und lange literarische Freundin war und jetzt tut es mir sehr leid, daß ich mir das Theaterstück damals nicht aus dem Schrank genommen habe, weil ich wohl dachte, daß es schon hätte und Theaterstücke  auch gar nicht so gerne lese.

2018-11-30

Poet Night im Siebenstern

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 23:54
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Wieder eine Lesung aus der „Unsichtbaren Frau“, wieder einmal „Poet Night“, die Veranstaltung wo die Mitglieder des Lesetheater, die selber schreiben, in einem Marathon im sieben bis acht Minuten Rhythmus ihre eigenen Texte vortragen.

Zu Zeiten von Rolf Schwendter hat das um vier Uhr Nachmittag angefangen und ist bis zwei Uhr in der Früh gegangen, jetzt geht von sechs bis Mitternacht, trotzdem standen etwa fünfzig Autoren am Programm und als ich ein paar Minuten nach sechs den Veranstaltungsraum im Kulturcafe Siebenstern betreten habe, hat gerade Werner Krotz Gedichte gelesen, Ottwald John ist, wie immer bei der Tür gestanden und hat mich eher unfreundlich empfangen, als ich Herrn Blaha begrüßt habe, der mir, wie versprochen seine weihnachtlichen Dialektgedichgte übergeben hat.

Die Poet Night des ersten Wiener Lesetheaters eine bunte Veranstaltung der Vielfalt des dichterischen Schaffens, wie es Andrea Pauli, die jetzt gemeinsam mit Hahnrei Wolf Käfer den Lesemarathon organisiert, nennt und es stimmt, daß alle Formen der Kunst von den Gebrauchstexte, zu Sketches aber auch Gedichten etcetera von bekannten bis unbekannten Dichtern vertreten sind.

Meine erste Kritikerin Maria Haidegger hat sich einfam darüber mokiert, daß hier eher die unbekannten Dichter vertreten sind, stimmt es sind vorwiegend oder ausschließlich Mitglieder des Lesetheater, einen Prominentenblock der diesmal aus Lydia Mischkulnig, Antonio Fian, Gerhard Ruiss etcetera bestand, ist aber auch immer dabei und heute ist es, um nur ein paar der cirka fünzig Auftretenden zu erwähnen von Werner  Krotz Aphorismen  zu Angelika Mairose Pavrosky gegangen, die  ein Stück aus ihrem noch nicht veröffentlichten roman gelesen hat, in dem es über drei Frauen die in den Sechzigerjahren glaube ich Paris eroberten gegangen ist.

Ariane Lang und Gynther Riebl machten sich über die Datenschutzverordnung lustig während die Ruth wie sie betonte einen eigenen Text für die Veranstaltung geschrieben hat, in dem es um die Sätze geht, die man sich im Schlaf erträumt und sofort aufschreiben muß, damit sie nicht verloren gehebn.

Renate Woltron und Manuel, die Schauspieler brachten auch wieder Stücke aus ihrem Hersbstprogramm, während Werner Grüner Gedankensplitter las, die er sich aus den Nachrichten oder Alltagsbeobachtungen aufgeschrieben hat.

Anita Schaub las aus ihrem letzten Buch, wo ich, glaube ich, schon eine Stelle einmal gehört habe und Ottwald John brillierte glaube ich mit der Parodie dieJoe Berger im Jahre 1989 über Thomas Bernhard geschrieben hat und die ich glaube ich auch im Lesetheater hörte.

Christl Greller gab Kostproben aus ihrem neuen Lyrikband, den ich noch lesen werde, dann kam Hansjörg Libscher, ddn wie  es Andrea Pauli nannte „Urgestein“ des Lesetheaters.

Bettina Balaka gehört, glaube ich, auch zu demProminentenblick und las aus einem am Montag erscheinenden Gedichtband, Eva Holzmayr um einen Krimi der imJahr 1945 spielt und, wo es um die Vergewaltigung von Frauen durch russische Soldaten ging.

Christa Meissner war, wie gewohnt humoristisch mit ihren Wiener Struwwelpeter und anderen Texten, Mechthild Podzeit Lütjen gewohnt lyrisch, Judith Gruber Rizy las wieder den Beginn aus „Eines Tages verschwand Karola“  und Helmuth Rizy aus seinem letzten Buch, wo es glaube ich, um eine Begegnung zweier Männer ging, die sich in einem Museum kennenlernen.

Hahnrei Wolf Käfer verlas wieder seine Kyoka eine japanische Versform ähnlich den Haikus, Manfred Chobot Gedichte wo es gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit ging, Gerhard Ruiss seine Präsidentengedichte, Richard Weihs gab Proben aus seiner Wunschgedichtfolge und ganz am Schluß kam noch eine junge mir unbekannte Frau, die gleichfalls sehr schöne Gedichte vortrug.

Eine interessante Mischung, die wie schon erwähnt die Vielfalt der österreischen Lyrik, Prosa und Dramatik abseits der Buchpreisszene zeigt und wieder einmal gut gelungen ist.

Eva Jancak


Eva Jancak

Mechthild Podzeit Lütjen


Mechthild Podzeit Lütjen

Karin Gayer


Karin Gayer

Judith Gruber Rizy


Judith Gruber Rizy

Helmut Rizy


Helmut Rizy

Hahnrei Wolf Käfer


Hahnrei Wolf Käfer

Manfred Chobot


Manfred Chobot

Gerhard Ruiss


Gerhard Ruiss

Gerald Jatzek


Gerald Jatzek

Richard Weihs


Richard Weihs

Ania Gleich


Ania Gleich

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