Literaturgefluester

2013-01-07

Neues von der Indie-Front

Filed under: Uncategorized — jancak @ 14:33

Das Literaturcafe.de das ich ja gern und regelmäßig verfolge, versorgt mich und andere Literaturinteressierte mit Berichten aus verschiedenen Bereichen des Literaturbetriebs. So fährt Wolfgang Tischer im Sommer bewaffnet mit einer Badehose nach Klagenfurt und berichtet dort vom Bachmannlesen. Cornelia Travnicek hatte bei ihm eine Artikelserie „Bis Klagenfurt anruft“, es gibt eine Reihe zur „Textkritik“ und vor einigen Jahren Artikel über ein hoffnungslos schlecht erzeugtes Manuskript, das an die verschiedenen Zuschzßverlage geschickt wurde, die es prompt lobten und für ein paar tausend Euro drucken wollten.
Vor zwei Jahren gab es eine Reihe von einem Aufbau-Autor über die Autoren die mit Deutsch-Schulbildung ihr Manuskript veröffentlichen wollen und es nicht schaffen und dann immer wieder und immer öfter Artikel über die sogenannten Kindle-Direkt-Autoren, die ja derzeit das große Thema und auch die Wende im Literaturbetrieb zu sein scheinen.
Wenn ich in meiner Biografiekiste krame, da war ich einmal vor wahrscheinlich dreißig Jahren in der Alten Schmiede und da las ein Autor aus einem selbstgedruckten Heftchen, das ich mir, glaube ich, auch gekauft habe und ich hörte von Kurt Neumann zum ersten Mal, das man solches auf gar keinen Fall machen darf und, daß das die Todsünde unter den Autoren sei, weil einem dann nie mehr ein Verlag nehmen würde.
„Aha!“, habe ich gedacht, damals wahrscheinlich schon geschrieben, aber vom Gedanken an Veröffentlichung weit entfernt. Dann las ich ein paar Jahre später, wahrscheinlich in der NÖ-Zeitschrift „Literatur und Kritik“ von den sogenannten Eigenverlagen, die Geld von den Autoren wollen und, daß die die solches machen vollkommen lächerlich sind.
„Vanity Press“, ist glaube ich dort gestanden, heißt das.
„Aha!“, habe ich wahrscheinlich noch einmal gedacht. Als ich Anfang Neunzig einen Verlag für die „Hierarchien“ suchte, habe ich das Manu, damals hatte ich schon ein Elternratgeber im Fischer Taschenbuchverlag, an etwa vierzig große und auch kleine Verlage geschickt und dann im Bundesministerium um einen Druckkostenzuschuß angesucht, das Jack Unterweger geschrieben, der das Buch auch machte, das ein paar fürchterliche Kritiken bekam und immer noch meine einzige Verlagsbuchpublikation ist. Texte in Anthologien hatte ich und habe ich immer wieder in schöner Regelmäßigkeit.
Dann kam die Idee des „Vierfrauenbuchs“, ich schickte herum, Elfriede Haslehner wandte sich an einen ihr bekannten Kremser-Kleinverleger, der sowohl Subventionen, als auch von einer jeden von uns ein paar Tausender wollte. Ich wollte nicht, das war etwa Mitte der Neunzigerjahren. Zweitausend hörte man schon etwas vom Digitaldruck, das BoD gab es auch und ab damals lasse ich mir immer fünfzig Stüclk meiner Bücher in einer Druckerei drucken.
Mit dem Herumschicken habe ich ein paar Jahre später aufgehört und als mir die, denen ich meine schönen Bücher zeigten, auch etwas vom Eigenverlag murmelten und, daß sie den nicht wollten und ich deshalb keine Rezension oder keine Lesung bei ihnen haben könne, denn dann würden ja alle kommen, hat mich das sehr verunsichert, denn ich habe es, ganz ehrlich, nicht verstanden, sondern gedacht, es kommt bei einem Buch nicht darauf an, was für ein Verlagsname darauf, sondern was drin steht.
Schien aber nicht so zu sein, denn ich konnte im Internet vor einigen Jahren noch lesen, daß man niemals unter keinen Umständen zu BoD oder etwas Verlgleichbaren gehen dürfe, weil dann ist man gebrandtmarkt fürs Leben, kein Verlag nimmt jemals mehr etwas. Auf einer Seite war zu lesen, das man dann auch nicht Mitglied bei den IG-Autoren sein könne, stimmt sicher nicht, denn das bin ich seit wahrscheinlich zwanzig Jahren und Mitglied der GAV ebenfalls, daß ich aber plötzlich mit den „Mittleren II“ bzw. den „Prekären Arbeitsverhältnissen“ keinen Termin im Literaturhaus bei Silvia Bartl bekam, hängt möglicherweise damit zusammen.
2002 habe ich dort noch eine Veranstaltung mit Ruth Aspöck, Margot Koller und Uwe Bolius mit dem Titel „Selbstgemacht“ gemacht und konnte in der Dikussion auch hören, daß man unbedingt einen Verlag braucht, weil nur die Lektoren über die Qualität entscheiden.
Ich machte weiter, begann ab 2008 zu bloggen, las die entsprechenden Berichte im Literaturcafe und plötzlich kamen dort immer öfter solche, die sich mit den Erfolgen der sogenannten Selbstpublisher beschäftigten. Seit zwei Jahren gibt es, glaube ich, das Kindle self Publishing, zumindestens weiß ich seit dieser Zeit davon und jetzt überschlagen sich die Meldungen. Im Sommer berichtete Wolfgang Tischer von Martin Gercke und ihrem ohne Verlag Bestseller „Holunderküßchen“. Ende November kam der Plagiatsverdacht und ein inzwischen von der Autorin entferntes Video, wo sie etwas von Platzhalterstellen erzählte, was mir kein Begriff war, aber vielleicht so zu verstehen ist, daß man, wenn man noch unsicher ist oder das Schreiben in einer Schreibwerkstatt lernt, sich vielleicht an Vorbilder anlehnt, um mit der Handlung weiter oder zu einem Spannungsbogen zu kommen, etc.
Ich würde das nicht empfehlen, fremde Stelle in den Text zu lassen, denn wenn man dann nicht aufpasst und vergißt und vielleicht noch Erfolg mit dem Verlegten hat, stürzen sich die Anwälte und Neider mit Wonne auf einen.
Daß aber viele Leute schreiben wollen weiß ich und ich finde das auch gut und glaube nicht, daß ich einen Verlag brauche, um zu veröffentlichen. Ich brauche Leser oder auch nicht. Ich persönlich gar nicht soviele, denn ich muß durch meinen Brotberuf ncht unbedingt daran verdienen. Mir, schreibe und sage ich immer, genügt die Anerkennung. So bin ich bei dem, was sich da jetzt bei Amazon zu tun scheint, auch ein bißchen skeptisch. Denn da geht es ja auch nicht um Qualität, sondern um das Verkaufsranking und da scheinen sich die Indies selbst hinaufzupushen und man hört immer wieder von neuen Namen, die es geschafft haben, Emily Bolden, Nika Lubitsch, Xander Morus, Bela Bolten, Nica Hotel, etc.
Was ich aber schon toll an der ganzen Sache finde, ist die Kehrtwendung. Amazon hat es geschafft indem er plötzlich jeden bei sich verlegen läßt, 70% an Honorar verspricht und sich auch keine Rechte verkaufen läßt, daß es das schlechte Image plötzlich nicht mehr gibt. Zwar hört man auch, daß die Indies zuviele Rechtschreibfehler und eine schnell hingeschusterte Handlung haben würden, sie schreiben auch bevorzugt Chick Lits, Krimis, Romances, Horror, Fantasy, etc.
Wolfgang Tischer und die Autoren selbst raten zu einem Lektorat, wogegen nichts einzuwenden ist und, daß man plötzlich nicht mehr in Teufels Küche kommt, wenn man seine Bücher selber macht, finde ich natürlich auch sehr schön. Skeptisch bin und war ich bei der Frage, wieso die Indies sich plötzlich so gut bei Amazon verkaufen und angeblich in einigen Wochen ein paar tausend Euro damit verdienen, höre ich doch immer, daß die Leute nicht mehr lesen würden und die Verlage deshalb eingehen.
Eine mögliche Antwort könnte sein, daß die selbstgemachten E-books zwischen einen und fünf Euro kosten, also viel weniger als die gedruckten Hardcoverausgaben und die Indies hört man, sind bevorzugt offene Menschen, die das Social Media benützen, twittern, bloggen, facebooken, auf ihre Fans eingehen, Gewinnspiele machen, etc.
Man hört auch, daß sie die Blogger unter Druck setzen würden, wenn die ihnen schlechte Rezensionen schreiben und, daß sie sich bei Amazon gegenseitig fünf Sterne geben und die anderen Rezensionen mit „Nicht hilfreich“ bewerten.
Mag alles sein, aber trotzdem interessant, daß da auf einmal so alles anders ist. Wenn das so halbwegs stimmt, habe ich mir in den letzten Tagen gedacht, dann wird das KDP zumindestens für die Zuschußverlage eine positive Konkurrenz darstellen, weil es dann keiner mehr nötig hat, dort ein paar tausend Euro für im schlimmsten Fall eine Schachtel schlecht gebundener Bücher zu bezahlen.
Möglicherweise haben dann auch die Verlage Schwierigkeiten, weil wer kauft dann noch, um zwanzig bis fünfundzwanzig Euro, wenn man es bei Amazon, um viel weniger haben kann?
Gut, nicht alle Leser haben einen Kindle und, daß die vielen gekauften 0.99 Bücher nicht alle gelesen werden, kann ich mir auch vorstellen. Habe ich das von den Abverkaufskisten nach Haus Geschleppte auch noch nicht alles durch.
Mich hat die Diskussion gefreut und sie hat mich auch ein wenig selbstbewußter gemacht, obwohl auch vielleicht ein wenig ratlos bezüglich der Frage „Warum wird mein Manuskript nicht..?“, da ich mir ganz ehrlich nicht vorstellen kann, daß ich mit meinen Büchern da in die erst Rankingreihe komme. Wer würde mich nach oben pushen, wenn auf meinen Blog oft monatelang keine Antwort kommt?
Daß ich aber für die deutschen oder schweizer Leser meine Bücher als E-Books anbieten kann, habe ich schon gedacht und seit einiger Zeit weise ich auch immer auf meine neuen Bücher hin und zum „Dreißig-Buch“-Jubiläum wird es ein Gewinnspiel geben.
Also weiter meine Bücher, wie gewohnt selber machen, habe ich gedacht, nur ein bißchen selbstbewußter werden und ansonsten den Markt beobachten und schauen, wie sich der verändert und da scheint sich schon wieder was zu tun. Hat Wolfgang Tischer ja gestern geschrieben, daß die Selbstpublisher nicht mehr in der ersten Reihe stehen, weil Amazon da offenbar etwas geändert haben dürfte, nun ja spannend, die Buchwelt lebt und bewegt sich heftig.
Auf der einen Seite gibts immer noch das Argument, keinen Kindle zu wollen, weil man seine Bücher, riechen, tasten, etc, will, auf der anderen Seite, sind sie bei Amazon viel billiger und die Leser scheinen sich, wie wild auf sie zu stürzen und die Schreiber, die es wie die Schwammerl zu geben scheint, auch und das ist ja sehr interessant, hört man doch immer von den vielen Analphabeten, die die Schulen erzeugen würden, stimmt also auch nicht, die wollen nur vielleicht etwas anderes lesen, als ein Suhrkamp- Taschenbuch und da gibt es ja auch neue Meldungen, da, wie ich höre, das Suhrkamp-Verlagshaus gerade vor Gericht und dabei ist sich aufzulösen.
Also spannend, spannend, spannend und ich werde weiterlesen, bloggen, schreiben und meine Bücher wahrscheinlich weiter auf meinen Blog bewerben. Mal sehen, wen ich da auf mich aufmerksam machen kann und wenn ich nicht mehr so viel jammern muß, weil sie vielleicht Interesse und Beachtung finden, wäre das ja auch sehr schön!

2016-01-16

Weiter mit der Indie-Front

Jacquelines Vellguths Projekt, zwölf Romane in einem Jahr zu schreiben und zu veröffentlichen, hat mich dazu gebracht, mich weiter mit der „Indie-Front“ zu beschäftigen.

Vor einigen Jahren bin ich ja auf diese Formulierung bezüglich der Selbstpublisher, die damals aufgekommen sind, gestoßen, habe meine zwar gedruckten und nicht bei „Amazon“ erschienenden Bücher ebenfalls so genannt, womit ich wahrscheinlich in Konflikt mit dem sogenannten „Indie-Bookday“ komme, das ist ein Tag im März, glaube ich, wo alle aufgerufen werden in die Buchhandlungen zu gehen und sich ein Buch eines sogenannten unabhängigen Verlags, da sind „Droschl“ und ich glaube auch, „Residenz“ dabei, also alle, die nicht von großen Konzernen abhängen und sich von diesen offenbar in Schatten gestellt fühlen.

Seit einigen Jahren gibt es die „Selfpublisher“, manche von ihnen, wie man hört, höchst erfolgreich, während ich mit meinen fünfzig selbstgedruckten Büchern und meinen Vorschauen im „Literaturgeflüster“ ja höchst isoliert vor mich hinwurschtle.

Die erste, außer den großen amerikanischen Namen, die angeblich Millionen damit verdienen und die Wolfgang Tischer auf seiner Seite regelmäßig vorstellt, war Martina Gercke, die mit ihren „Holunderküßchen“ auch höchst erfolgreich war. Dann ist man daraufgekommen, daß sie viel von anderen Bestsellerautoren, wie Kerstin Gier, Sophie Kinsella, etcetera übernommen hat.

Ein Shitstorm ist losgegangen, sie hat sich aber nicht beirren lassen und hat weitergeschrieben und geschrieben.

Jetzt ist der Shitstorm vorbei und es gibt inzwischen neun Bücher von ihr.

Einige hat sie mit Katja Gschneidt geschrieben und zwei davon, nämlich „Glücksstern mit Schwips“ und „Alles nur (k)ein Mann“ mit Katja Gschneidt geschrieben, habe ich gelesen.

Auf ihrer Facebookseite gibt es immer wieder Gewinnspiele, wo man die Bücher und meistens rosa Sachen, wie sie die jungen Mädels offenbar lieben, gewinnen kann und die 1963 geborene in Hamburg lebende Flugbegleiterin scheint auch ein großes Fanpublikum zu haben.

Da man E-Bücher nicht im offenen Bücherschrank finden kann, beziehe ich mein Indie-Buchwissen nur im Internet und da staune ich über die vielen Schattenautoren, die man im Buchhandel nicht finden kann, über die die Blogger und wohl auch andere Literaturexperten, die Nasen rümpfen, die aber, nicht alle wahrscheinlich, aber  viele, höchst erfolgreich sind.

Stellt sich nur die Frage, wer wird das alles lesen?

Oder wird es gelesen? Aber wenn man auf die „Amazonseite“ geht, gibt es da Fünfstern Rezensionen zu Hauf, auch wenn die vielleicht von Freunden stammen und eine vielleicht etwas weniger euphorische Rezension oft kritisch kommentiert wird.

Vor einigen Jahren habe ich einen anderen Artikel über einen Indie Autor geschrieben, den ich über Anni Bürkls  Seite kennenlernte, nämlich den Krimi Autor und Biographienschreiber Bela Bolten.

Das Biografienschreiben hat er vielleicht schon aufgegeben, nachdem er mit seinen Krimis offenbar ebenfalls sehr erfolgreich wurde.

Inzwischen gibt es, glaube ich, sechszehn Krimis und Bela Bolten, der ja mit Krimis aus dem zweiten Weltkrieg begonnen hat, über die ich in meinem damaligen Artikel auch geschrieben habe, hat inzwischen eine neue Serie, die sogenannten „Berg und Thal Krimis“, die am Bodensee ermitteln und wo es jetzt gerade, wenn ich mich nicht irre, Fall neun, „Mordbrenner“ gibt.

Die Bücher gibt es auch als Taschenbuch, werden aber wahrscheinlich nicht so einfach in den Wiener Bücherschränken zu finden sein und die „Kindle-Bücher“ bekomme ich nicht auf meinen Rechner. Ich habe es versucht, denn ich habe einmal eines bei einem von seinen Gewinnspiele, wo man auch ein Wochenende am Bodensee, um sich den Tatort anzusehen und vom Autor herumgeführt wurde, gewinnen konnte, gewonnen.

Auch er ist sehr erfolgreich und die Krimis, in die ich mich über die Leseproben eingelesen haben, erscheinen mir sehr qualifizert.

Wolfgang Tischer, der sich auch sehr mit den Selbstpublishern beschäftigt und immer wieder Seminare macht, wie man seine Bücher selbst herausgeben kann, hat ja, glaube ich, auch einmal untersuchen lassen, was es für qualifizierte Selbstmacher gibt und Leipzig gibt es inzwischen auch Selbstpublisher-Preise.

Aber da muß man im Internet publizieren und das tue ich ja nicht, also falle ich wieder einmal hinaus und habe mich auch noch immer nicht entschließen können, es auch einmal mit dem „Amazon-Direkt Publishing“ zu versuchen, weil ich da sicher Vorurteile habe, etwas an der großen „Amazon-Kritik“ stimmt ja sicher, obwohl er der erste war, der den Markt für alle geöffnet hatte, während es vorher geheißen hat, wenn du es erst einmal selbst machst, bist du unten durch und kannst nie und und keinen Umständen einen Verlag finden!

Das scheint jetzt vorbei, denn Jacqueline Vellguth meint sogar, daß man durch viel selber publizieren erst dahin kommen kann und einige Autoren, wie Nele Neuhaus, von der ich demnöchst was lesen werde, oder Elke Bergsma, von der ich einen Band gelesen habe, sind erst durch ihre großen Selbsterkäufe zu den Verlagen, beziehungsweise die zu ihnen gekommen.

Bei mir fürchte ich, klappt das nicht, zumindest tut es das nicht im „Literaturgeflüster“, was man vielleicht mit dem großen „Amazon“ nicht vergleichen kann.

Wenn man es nicht versucht, weiß man es nicht, klar, aber die Genres, die dort Erfolg haben sind Krimis, Phantasie, Chiclits, etcetera, das schreibe ich nicht und bleibe daher wahrscheinlich bei meinen selbstgedruckten fünfzig Büchern, die ich versuche, dann im Netz zu vermarkten.

Interessanterweise kommen die meisten Anfragen von meinen Klienten, die mich dort gefunden haben, während die Autorenkollen skeptisch sind und „Eigenverlag wollen wir nicht!“ oder „Wir können nicht alles lesen, es gibt ja schon so viel!“, sagen.

Es ist wie es ist, hat Erich Fried einmal geschrieben und ich versuche mich damit abzufinden, beziehungsweise so weiterzumachen, wie ich es kann und auch weiter hüben und drüben, über den Tellerrand zu schauen, zu dem „Hanser-Experiment“: „Morgen mehr“ zum Beispiel, aber auch zu Jacqueline Vellguth, diezumindestens mir Mut machte, daß man durchaus drei Bücher im Jahr veröffentlichen kann und sich nicht dafür genieren muß und ich bin immer noch gespannt, ob sie die zwölf schafft und habe sogar schon gedacht, ähnlich wie das Buchpreislesen, das auszuprobieren, denke aber, daß ich zwar in einem Monat einen Rohtext schreiben kann. Das aber wahrscheinlich nicht zwölf Mal hineinander und selbst wenn ich es sechs oder siebenmal schaffen würde, würde ich die nächsten Jahre zum Fertigmachen brauchen und das sich Ausschreiben, das Hudeln und sich Wiederholen, ist ja zumindestens ein Thema, das sich bei mir sicher stellen würde und wo ich aufpassen sollte.

Die Idee ist aber sehr interessant und kann sicher etwas verändern und vielleicht die Gräben zwischen hüben und drüben, Qualität und Qualität oder Profi und Amateuere etwas zusammenzubringen.

Mich hat sie dazu gebracht, mich wieder einmal bei den „Selbstpublishern“, von denen ich die meisten wahrscheinlich gar nicht kenne, umzuschauen.

Und wenn ich schon bei den Krimiautoren und bei Anni Bürkl war, ist die auch sehr interessant, die publiziert zwar zumindest ihre Krimis nicht selber, sondern bei „Gmeiner“, da gibt es mittlerweile fünf Berenike Roihtner Krimis, von denen ich mich mit „Schwarztee“ und „Ausgetanzt“ etwas beschäftigt habe. Sie hat  jetzt aber auch eine Selbstmacherschiene und dort einen Liebesroman herausgegeben und zwei historische Krimis, von denen ich die „Spionin von Wien“ auf meiner Leseliste habe, gibt es auch.

Interessant wieder einmal über den Tellerrand zu schauen und sich mit den „Selbermachern“ und anderen Autoren zu beschäftigen.

Und meine Lieblingsbücher, die Satzanfänge und die Vorschau auf das neue Buch, das gerade erschienen ist, gibt es bei mir auch und inzwischen elf Szenen von  „Paul und Paula“,  14.519  Worte, beziehungsweise 32 Seiten und   stehe gerade wieder an.

2014-02-09

Weiter mit der Indie-Front: Christian Döring

Filed under: Uncategorized — jancak @ 08:57

Gerade habe ich die Vorschau meines zweiunddreißigsten selbstgemachten Buches, fünfzig Mal gedruckt und dann via Blog bzw. Handtasche in die Öffentlichkeit getragen, auf den Blog gestellt da bin ich gestern auf einen neuen interessanten Indie-Autor gestoßen, so daß ich meine kleine Serie, die ich bisher über Bela Bolten und Martina Gercke machte, erweitern will.
In den letzten Jahren hat sich ja, seit der große „Amazon“ seine Tore für die Selbstmacher geöffnet hat und Wolfang Tischer von Literaturcafe immer wieder solche Seminare anbietet, einiges getan, so daß ich, die mit dem Selbstgemachten, obwohl so schön, so schnell, so billig, eher ablehnende Erfahrungen gemacht habe, bis dahin, daß mir Wikipedia meine bei Digitaldruck.at erschienenen Bücher einfach hinausgestrichen hat, die bei Digi/Melzer und bei „Novum“ gedruckten, hat er mir gnädig oder auch aus Unkenntnis drinnen lassen, einiges geändert, was ich schon im Juli vor zwei Jahren mit meinem „Kehrtwendeartikel“ beschrieben habe.
Das geht jetzt ein bißchen weiter, es gibt wahrscheinlich schon große Selbstmacher wie Emily Bold, Martina Gercke, die inzwischen mit Katja Schneidt ein neues Buch herausgegeben hat, Nika Lubitsch, Nicola Hotel, etc, etc…
Die Liste kann wahrscheinlich unendlich erweitert werden, denn das Schreiben boomt.
Bei Literaturcafe.de kann man darüber mehr erfahren, denn Wolfgang Tischer bietet da auch seinen Ratgeber an, macht Seminare, das nächste sogar in Wien und gibt Erfahrungsberichte. Die anderen Autoren und die Rezensenten rümpfen höchstwahrscheinlich immer noch die Nase. Und bei den Interviews mit Bloogern und Buchhändlern kann man meistens auf die Frage „Wie halten Sie es mit den Selbstpublishern?“, lesen „Nö, interessiert mich nicht, denn da muß schon ein Verlag die Vorauswahl treffen!“
Ich bin da als selber „Selbstverlegerin“ anders, interessiere mich für alles und da bin ich gestern ja, als „Emma schweigt“ kurz veröffentlicht war und ich Rezensionen zu dem Buch suchte, auf einen interessanten Blog gestoßen.
„buecheraendernleben“ heißt der und im „About“, steht das, das eine Seite ist, die „Christliche Neuerscheinungen“ vorstellt.
Das ist schon einmal interessant und für mich konfessionslose Atheistin ungewöhnlich, so googlete ich den Namen Christian Döring nach, der im Impressum angegeben steht und fand da einen Fernsehmoderator und einen Lektor, der in Italien Schreibseminare anbietet und dachte, das kann der aber nicht ganz sein, denn es gibt auf den Blog noch eine Seite mit „Eigenen Büchern“, das ist schon eine ganze Liste und einen Blogroman gibt es auch. Eigentlich zwei, denn der erste, ist schon bei „Amazon“ zu bestellen und Blogromane sind ja auch sehr interessant und wahrscheinlich, werde ich demnächst einen rezensieren, der inzwischen bei einem Schweizer Verlag erschienen ist.
In diesem Fall habe ich Christian Döring ein Mail geschrieben und ihm um Auskunft über seine Identität und die christlichen Seiten gebeten und dann herausgefunden, es gibt noch eine andere Seite, die christliche Literatur verbreitet und herausgefunden, daß Christian Döring 1962 in Güstrow geboren wurde, seit vielen Jahren für christliche Plattformen Rezensionen schreibt und 2012 eine solche Plattform gegründet hat.
Es scheint auch eine Schreibgruppe christlicher Autoren zu geben, die zusammen Blogromane schreiben. Denn die „Wege des Herrn“, ist der erste. Man kann ihn bei „Amazon“ offenbar in gedruckter als auch in E-Book-Form erwerben und ist im August auf 2012 auf Christian Dörings Blogseite entstanden. Da hat er das erste Kapitel, um den Studenten Andreas, der nach Berlin zum Theologiestudium fährt, hineingestellt und andere aufgefordert mitzumachen. Es haben sich offenbar genügend andere Christen oder vielleicht auch Nichtchristen gemeldet.
In der „Amazon Vorschau“ gibt es noch ein zweites Kapitel von Stephanie Rapp, wo eine junge Frau nach Berlin autostoppt, die von einer alten mitgenommen wird und an dem Buch haben noch weitere neun Autoren je ein Kapitel geschrieben, Christian Döring offenbar, wie ich bei meinen „Dreizehn Kapitel“ das letzte und auf seiner Seite gibt es inzwischen den zweiten Blogroman mit dem Arbeitstitel „Der Hauskreis oder fromme Diebe lügen nicht“, da kann man mitlesen und vielleicht auch mitschreiben und Christian Döring, der inzwischen in Alt Ruppin leben dürfte, hat auch zwei christliche Krimis geschrieben, nämlich „Geklaute Orden“, der zweite Neuruppiner Stadtkrimi und „Mord an der Klosterkirche“, das ist der erste, wenn man den kauft, geht ein Teil des Geldes, direkt an den Bau eines Spielplatzes der Kirchengemeinde, so daß man dem Buch viele Käufer wünschen kann und in dem Probekapitel kann man von einem Mann namens Waldemar lesen, der mit seinen Hund Arnold Gassi geht, dabei den frühen Morgen wählt, damit er nicht von anderen angepöbelt wird und dabei offenbar eine Leiche findet.
Ich habe beim „Mord eines Jurymitglied“ etwas Ähnliches gemacht und Christian Döring hat, liest man auf seiner Bücherseite noch einige andere Bücher geschrieben, die ich in ihrer Mischung sehr interessant finde.
Da spricht ein Ossi mit einem Wessi über die Parteienlandschaft der ehemaligen DDR. Es gibt ein Buch, das die leidige Frage beantwortet „Wohin mit meinen Manuskript?“ und dann noch einige Texte in Anthologien und einige Erbauungsbücher, die mich wahrscheinlich weniger interessieren. Aber trotzdem eine interessante Neuentdeckung und eine interessante Seite, die ich sehr empfehlen kann und für die, die „Emmas Schweigen“ lesen wollen, lohnt es sich besonders hinzuschauen, denn das kann man da auch gewinnen.

2013-07-15

Martina Gerckes neues Buch

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:08

Von Martina Gercke habe ich zirca vor einem Jahr erfahren, als Wolfgang Tischer ihren Erfolg, sie ist mit ihrem KSP-Buch bei Amazon auf den ersten Platz gekommen, in einem Video vorstellte. Da gab es eine strahlende Autorin, die stolz ihr Buch, das gerade auch in Printform erschienen war, in die Höhe hielt und das Ganze hat offenbar bei einem Art Weihnachtsfest im Sommer stattgefunden, zu dem Amazon einlud und man so ein Armband, wie es auch die Babies bei der Geburt bekommen, um die Hand trug, um bei dem Empfang hineinzukommen.
Damals war das Kindle direkt Publishing erst kurz in Mode, ich habe meinen Kehrtwendeartikel geschrieben und im Jänner davor einen über meine eigenen Indie-Bücher, von denen ich dachte, daß ich sie ja auch bewerben könnte.
Auf meinen Blog scheint das aber nicht zu gehen, jedenfalls keine Reaktionen auf mein Gewinnspiel, vom vorigen Juni zum dreißigsten Buch und bei Amazon will ich es eigentlich nicht versuchen, weil ich mir nicht vorstellen kann, daß ich es da auf Platz eins in den Rankinglisten bringe.
Das scheint aber doch möglich. Wolfgang Tischer berichtet jedenfalls regelmäßig darüber, Martina Gercke und auch andere haben es geschafft. Die 1963 in Gelsenkirchen geborene und bei Hamburg lebende Flugbegleiterin hat es, wie sie in dem Interview erzählt, indem sie Kontakt zu ihren Lesern aufnahm, Blogger anschrieb, ihnen ein Gratisexemplar anbot, Gewinnspiele veranstaltete, etc.
Ich habe ein bißchen was darüber geschrieben und dann darauf vergessen, bis im Dezember bei Wolfgang Tischer die Plagiatsmeldung kam.
Inzwischen war auch ein zweites Buch „Champagnerküßchen“ erschienen, beide Bücher haben beim Lovelybook Rankings gewonnen oder gute Plätze bekommen. Martina Gercke war in Frankfurt bei der Messe, ihr Buch sollte auch verfilmt werden.
So weit, so what, plötzlich hieß es, das ist von Ildiko von Kürthy, Sophie Kinsella, etc abgeschrieben. Wolfgang Tischer wollte es nicht glauben, outete sich dann, das Buch gar nicht gelesen zu haben, der Justiziar des Verlages der Sophie Kinsella vertritt, schaltete sich ein und man konnte sich im Internet die Vergleichsstellen hochladen.
Auf Martina Gerckes Facebookseite und Webauftritt, war erst einmal Pause, die Bücher wurden vom Verlag und von Amazon genommen. Einige Blogger schrieben darüber, empörten sich oder brachten eine Zusammenstellung der Ereignisse. Kurz vor oder nach Weihnachten gab es dann von Martina Gercke ein Video, wo sie gar nicht glücklich aussah und zu den Vorwürfen Stellung nahm. Da sprach sie von einer Platzhaltertheorie, von der ich ich bisher noch nichts gehört habe, die mir aber durchaus logisch schien, daß man, wenn man zu schreiben beginnt, vielleicht so ein Buch zusammenstellt. Man muß nachher natürlich alles entfernen und Martina Gercke meinte, daß das bei ihr nicht so geklappt hätte.
Die Aufregung im Internet über diese Erklärung war sehr groß und das Video nach einigen Tagen verschwunden.
Der Justiziar schaltete sich wieder ein, sagte, es wäre rechtlich noch nicht alles geklärt und außerdem Stillschweigen darüber vereinbart worden und Martina Gercke begann Bilder mit sich und einer Weihnachtsmütze zu veröffentlichen, später Kuchenfotos und Bilder von ihren Reisen nach Amerika.
Dann, ganz langsam, berichtete sie wieder übers Schreiben, das sie als das Schönste oder Wichtigste bezeichnete.
Sven Schroder hatte inzwischen auf Twitter noch einmal alles auf mögliche Plagiate untersucht und die Stellen bekanntgegeben, der Justiziar schien darüber verärgert und die Leser und die Blogger ebenso.
Ansonsten schwieg Martina Gercke bis in den Juni, wo sie noch einmal einen Versuch mit einen offenen Brief an ihre Leser machte. Mir ist inzwischen klar geworden, daß das Buch offenbar wirklich aus Stellen von verschiedenen Chick Lits zusammengestellt wurde und, daß Frau Gercke, wie auch der Justiziar auf der Buchmesse in Leipzig bei einer Veranstaltung des Literaturcafes erklärte, von ihrem Erfolg überrascht wurde.
Offenbar hat sie nicht daran gedacht, daß die Leser das bemerken werden und wußte dann auch nicht so recht, wie man das dann erklärt. Die Reaktionen waren auch nicht sehr geduldig, denn ich dachte mir öfter, wozu die Aufregung, das weiß man ja jetzt schon, daß das passiert ist.
Sollte nicht sein, natürlich, klar, aber nobody is perfect, also die Fehler ausbessern und von vorn beginnen und das schien Martina Gercke und das ist auch etwas, was mir sehr gefällt, getan zu haben.
Sich nicht entmutigen lassen, sondern weiter über ihre Reisen und das Schreiben mit gelegentlichen Textproben und Vorgeschmäckern berichten, die Sven Schroder meist kritisch dokumentierte.
Eine Buchverlosung gab es auch und dann die Ankündigung, daß das neue Buch Ende Mai erscheint und ein weiteres in Zusammenarbeit mit einer bekannten Autorin, deren Namen noch nicht verraten wurde.
Im Mai gab Martina Gercke dann ihre beiden ersten Bücher in überarbeiteter Fom bei Amazon neu heraus und veranstaltete bei Lovelybook eine Diskussionsrunde zu „Champagnerküsschen“ mit einer Buchverlosung, was bei den Lesern zuerst Begeisterung hervorrief „Ich will gewinnen, bitte, bitte!“, dann schalteten sich Tom Liehr und Sven Schroder ein, wiesen auf die Plagiatsvorwürfe hin und darauf, daß noch immer solche Stellen in „Holunderküßchen“ enthalten wären.
Da begannen sich die Leser zweizuteilen, ein Teil meinte, das ist halt passiert und eigentlich kann man sich vorstellen, wie das geschehen konnte, aber jetzt eine eine neue Chance. Ein anderer sprach von Schande, Skandal, Betrug, etc und war empört.
Die Forderung nach Auflösung der Leserunde kam auf, die Leute dort sagten zuerst das ginge nicht. Ein paar Tage später war die Runde verschwunden und Martina Gercke begann wieder zu schweigen, bis sie am 23. Juni mit ihrem offenen Brief an ihre Leser erschien und ebenfalls um eine faire Chance ersuchte.
Interessant, daß die Leser bei Lovelybook oft schrieben, ja wenn es ein neues Buch wäre, dann würden wir eine solche geben.
Das scheint jetzt so weit zu sein. Das Cover von „Glücksstern mit Schwips“, da gabs zuerst noch einen Rechtschreibfehler, wurde letzte Woche hochgeladen. Das Buch bei Amazon folgte mit Verzögerung. Martina Gercke machte es spannend und ich bin nun gespannt, was jetzt passiert?
Daß Martina Gercke nicht aufgibt, sondern weitermacht, gefällt mir, leicht wird sie es nicht haben, weil Sven Schroder wahrscheinlich schon in den Startlöchern liegt, um mögliche Plagiatsstellen zu finden und die dürfen natürlich auch nicht enthalten sein.
Das Cover hat er schon auf einer amerikanischen Seite entdeckt, da kann man es sich offenbar kaufen. Ich bin gespannt was geschieht, ob es die Chance geben wird oder sich wieder ein Skandal entfacht.
Interessant war auch, daß man damals im Dezember meinte, daß Martina Gerckes Karriere als Autorin damit erledigt sei. Mir gefällt, daß sie weiterschreibt und ich lese ja auch ein Chick Lit hin und wieder gern, obwohl ich, weil ich keinen Kindle habe und ich das Buch bei Amazon, wie ich schon bei diversen Gratisaktionen bemerkte, nicht auf meinen Rechner laden kann. Es gibt aber Leseproben und ein bißchen konnte man sich auch schon auf der Facebookseite umsehen und herausfinden, daß es um eine Melanie und einen sehr ordentlichen Florian geht, während die Hauptperson Sara ein wenig chaotisch ist und von einer Krise in die nächste schlittert.
Ich bin ja eine, die sich für jede Art des Schreibens interessiert und auch den Erfolg der Selbstpublisher gespannt verfolgt. So habe ich ja Anfang Jänner über Bela Bolten berichtet, von dem inzwischen neue Krimis erschienen sind und finde es nur ein wenig schade, auf den Blogs von den Vorbehalten, die es doch bei dem Selbstgemachten zu geben scheint, immer wieder zu lesen, auch wenn die Leute so tun, als hätten sie keine. Das Vorurteil, da brauchen wir einen Verlag, der über die Qualität entscheidet, scheint hartnäckig zu sein, etwas, was ich nicht so ganz verstehe, weil ich denke, daß man das doch selber entscheiden kann, ob es einem gefällt und es ist ja auch ganz spannend vielleicht ein Plagiat zu entdecken, was mir ja auch schon passiert ist und über Manfred Wieninger ist zu sagen, daß er sich, obwohl er damals ja zu schreiben aufhören wollte, weiterentwickelt hat. Zuerst seine Krimireihe, jetzt der Theodor Kramer-Preis.
Mich würde es auch freuen, das alte „Hollunderküßchen“ im Bücherschrank zu finden. Die Namen Sophie Kinsella, Ildiko von Kürthen, etc sind dadurch ja auch in aller Munde und ich habe die Bücher, die ich von diesen Autorinnen habe, inzwischen auf meine Leselisten gesetzt.

2017-01-11

Zwölf in zwölf

Vor cirka einem Jahr habe ich ja von Jacqueline Vellguths,  wie sie selber schreibt: „wahnsinnigen,  völlig durchgeknallten, genialen, lehrreichen, supermotivierenden Projekt“ in einem Jahr zwölf Bücher zu schreiben und damit aufzufallen und berühmt zu werden berichtet.

Jacqueline Vellguth und ihren Blog „Schriftstellerwerden.de“ , kenne ich, seit ich blogge oder vielleicht auch ein bißchen länger, habe bei ihrem „Schreibtinten-Wettbewerb“ mitgemacht und einen Buchgutschein gewonnen, als ich ihr bei meinem ersten „Nanowrimo“ immer regelmäßig meine Schreibberichte sandte und sie ist auch die Vorlage für eine Figur der „Heimsuchung“, die bei diesen Projekt entstanden ist.

Sie ist eine sehr rührige Schreiberin, hat immer viele Tips fürs Schreiben, ein paar Mal bei den „Nanowrimos“ mitgemacht und nun dieses Projekt, das ich mit Spannung verfolgte, aber ein wenig skeptisch war und bin, weil ich denke, daß zwölf Romane in einem Jahr wahrscheinlich zuviel sind.

Habe ich ja schon Schuldgefühle, daß bei mir im letzten Jahr fünf Bücher herausgekommen sind und alle schreien „Schreib doch nicht soviel!“, denn es kann ja keine Qualität bedeutet, wenn man in vier Wochen ein Buch herausklopft und das in dieser Zeit dann auch noch veröffentlicht.

Dem „Nanowirimo“ sagt man ja auch nach, daß es kein Qualitätsschreiben sein kann, wenn man in einem Monat fünfzigtausend Worte schreiben soll.

Nun, das ist ja auch erst der Anfang und dient dazu, daß man sich warm schreibt, nicht aufgibt, was fertig bringt. Korrigieren und veröffentlichen kann man ja nachher und das Schreiben ja, glaube ich, auch die Organisatoren so.

Das „Selfpublishing“ hat aber viel verändert und da hat sich irgendwie die Idee durchgesetzt, daß man öfter ein Buch herausbringen soll, um damit aufzufallen, nicht vergessen zu werden, etcetera.

Ob, das außer Jacqueline Vellguth in diesem Tempo noch jemand so macht, weiß ich nicht, obwohl ich ja eine lose Serie von sogenannten Indie- oder Selbpublishern habe.

Habe ich ja Martina Gerckes Schreiben einige Zeit verfolgt, über Bela Bolten geschrieben und nun Jacqueline Vellguth, die 1982 geborene Diplomphysikerin, die schreibt und schreibt, aber vor 2016 noch nichts veröffentlicht hat oder doch vielleicht ein Buch, einen sogenannten Probelauf, hat sie im Monat davor herausgebracht .

„Zauberhaftes Aschenputtel“ im Dezember 2015 erschienen und das sind wir schon bei den Genres, die die Selfpublisher ja gern verwenden und Jacqueline Vellguth hat sich, glaube ich, in dem Jahr, das zwölfte Buch ist ja pünktlich noch am 31. Dezember erschienen,  heißt  „Von Worten berührt“, handelt davon, wie die Heldin Schriftstellerinwird und ist allen, dieSchreibberichten auf ihrer Website gerne schreiben, gewidmtet, durch alle Genres geschrieben.

Die Bücher sind bei „Amazon“ erschienen. Es gibt, glaube ich, auch eine Printform, ein paar Blogartikeln mit  und auf „Schriftsteller-werden.de“.

Auch ein paar Interviews sind im Netz erschienen und bei „Amazon“ kann man sich jeweils die Leseproben lesen.

Es gab auch einen Newsletter den man bestellen konnte, dann bekam man noch mehr Einblick in Jacqueline Vellguths Schreiben. Konnte vielleicht auch Testlesen und einen kleinen Skandal mit ein paar Sternrezensionen hat es auch gegeben.

Die sind inzwischen verschwunden, die anderen Reaktionen waren durchaus positiv und das ist es ja auch, was ich befürchte, daß mir meine Kritiker die Einsternrezensionen „Wui, ist das schlecht!“, hinknallen, wenn ich bei „Amazon“ veröffentliche würde.

Tue ich nicht, ich bleibe auf meiner Website und meinen „Vorschauen“ und habe Jaqueline Vellguths Bücher, da ich sie ja kaum in den Bücherschränken finden werde, nicht gelesen.

Von Annika Bühnemann habe ich das im letzten Jahr mit „Küss mich Superstar“ getan und auch zwei von Martina Gerckes Bücher.

Da ist auch gleich interessant, daß die Selfpublisher oft im Duett schreiben und Jaqueline Vellguth hat bei ihren Büchern, glaube ich, auch öfter New York als Schauplatz erwählt.

Die Cover vor allem, die letzten mit den Herzen und den Cupcakes sind sehr schön und knallig und ich bewundere Jaqueline Vellguths Fleiß und Energie und werde mich wenigstens durch die Probekapiteln lesen und verfolgen, wie berühmt man wirklich mit zwölf Büchern im Jahr werden kann.

Bei einem Interview, das ich hörte, hat sie  auch davon erzählt, daß die Verlage schon auf sie aufmerksam wurden. Sie ist aber, glaube ich, noch zu keinem gewechselt, aber jetzt überhaupt erst auf Urlaub, bevor sie ihren Abschlußartikel schreiben wird.

Das erste Buch, das noch im Jahr 2015 erschienen ist, war also eine Fortsetzung des Aschenputtels.

Im Jänner kam der Urban Fantasy Roman „Die Welt zwischen den Zeilen“.

Dann folgte eine Serie von Februar bis April, nämlich „Die unsichtbare – die sichtbare und die Superheldin“

Es gibt die Fantasy Romance  „Wald der Wunder“ im August erschienen, die „Liebesromane „Ein magischer Sommer“ und „Folge deinem Herzen“

„Cherry on the top“ im November erschienen, ist glaube ich ein Liebesroman, der in New York spielt und von einer Bächerin handelt, die die besten Cupcakes erzeugt.

Im Oktober ging es schon in einen Buchladen nach New York „Der Duft von Büchern und Kaffee“  und am 31. Juli erschien das „Manuskript vom Schreiben und Sterben des Henry Jones“.

Ein Weihnachtsbuch mit einem wunderschönen Cover „Die schönste Zeit des Jahres“ gibt es auch und jetzt kann man noch auf Jaceuline Vellguths Seite nachsehen, ob ich etwas vergessen habe.

Toll denke ich, ich könnte das nicht und bin ja auch ein wenig ausgeschrieben, nach meinen einundvierzig selbstgemachten Büchern, meinen depressiven Frauen, meiner Flühctlingstrilogie, mein Buch über den Steinhof, dem Sterben nach Krebs oder Alzheimer, der Mimi, den „Dreizehn Kapiteln“ und und und…

Berühmt bin ich nicht damit geworden und denke, daß das den Selfpublischern, wo ja immer noch sehr viele Vorurteile bestehen und sie ja auch nicht auf die meisten Buchpreislisten dürfen, auch nicht so einfach ist.

Obwohl, wie ich ja immer höre und lese sehr viele sehr erfolgreich wurden, zu Verlage finden und auch große Verkaufszahlen haben.

In Leipzig und in Frankfurt gibt es schon ganze Hallen von ihren Büchern und ich habe auch noch ein paar „Kindle direkt  Publishing Printausgaben“ in meinen Harlander Regalen, die ich mir im letzten Jahr aus Leipzig mitnahm und die ich noch lesen muß.

Jetzt werde ich mich, wie beschrieben ein bißchen durch Jaqueline Vellguths Probekapitel wühlen und bin gepannt, was ich noch alles von ihr hören werde und natürlich wünsche ich ihr weiterhin viel Erfolg, denn ich denke man kann es auch durchaus selber machen und ich tue das ja auch.

 

2016-06-18

Küss mich, Superstar

Filed under: Bücher — jancak @ 00:41
Tags: , , , ,

Ich interessiere mich ja bekanntlich sehr für Literatur und das Schreiben, blicke und lese über den Tellerrand, ChickLit, Krimis, Experimetelles, von James Joyces, dessen „Bloomsday“ wir ja gerade feierten, bis zu den Selfpublischern, die in den letzten Jahren immer zahlreicher werden und Frankfurt und Leipzig  schon ganze Hallen füllen, während man vor einigen Jahren ja noch gehört hat, daß man das auf keinen Fall machen darf, weil man so niemals wieder in seinem Leben ein Verlag finden wird….

Stimmt natürlich nicht Martina Gercke, Elke Bergsma und andere haben es bewiesen, obwohl es bei Martina Gercke ja diesen „Plagiatsskandal“ gegeben hat, sie aber trotzdem fleißig weiterschreibt, alleine und mit anderen und ich habe zwei Bücher von ihr gelesen.

Bela Boltens Krimis habe ich auch verfolgt und heuer bin ich nach Leipzig auf Annika Bühnemanns Blog gestoßen, die eine junge Frau ist, die beweisen will, daß man vom Schreiben leben kann.

Sie macht tägliche Filmaufnahmen über ihr Leben, was ich sehr interessant und aufmunternd finde, weil ich ja manchmal denke, daß es vielleicht zu aufdringlich ist, sein „literarisches Leben“, wie es das „Literaturgeflüster“ jetzt schon fast seit acht Jahren tut, so einfach ins Netz zu stellen und jetzt ist ein neues Buch von der 1987 Geborenen,  die schon einige Liebesromane und Ratgeber in Sachen Marketing, etcetera geschrieben hat, für das sie Testleser beziehungsweise Rezensenten suchte, denn die Selbstpublisher müßen sich  auch selbstvermarkten, erschienen und Annika Bühnemann hat das Buch auch nicht allein, sondern mit Anna Fischer geschrieben, die oder der eigentlich Stefan  M. Fischer heißt und seit dem Tod seiner Mutter, die Anna hieß, zu schreiben angefangen hat, was man allerdings erst am Ende des Buches erfährt, das „allen Frauen gewidmet ist, die sich selbst manchmal fragen, was das Leben noch für sie bereit hält“, gewidmet ist.

Und das sollten oder könnten ja alle sein, so daß das Buch sicher viele Abnehmer findet und es handelt von der Midlifekrise.

Allerdings von einer mit Dreiunddreißig, denn so alt ist Kati Weber, die gerade zu ihrer fünfzehnjährigen Matura- oder Abiturentenfeier, wie das in Deutschland so heißt, eingeladen wurde, also eigentlich noch recht früh bei einer Lebenserwartung, die bei den Frau derzeit, glaube ich, um die dreiundachtzig liegt.

Aber Annika Bühnemann und Stefan Weber sind ja noch recht jung und bei Kati Weber läuft  alles schief oder ist „gacke“, wie das die Autoren vielleicht nennen.

Obwohl, sie hat ein Haus, einen Mann, eine Jugendliebe mit dem sie zur Schule gegangen ist, eine pubertierende Tochter.

„Was willst du also mehr?“, fragt ihre Freundin namens Tammy, aber die hat es in sich, wie man auch am Schluß erfährt und ich sollte mich wahrscheinlich, wie bei „Amazon“ immer steht, zurückhalten und nicht zuviel verraten, obwohl ich eine „begnadete Spoilerin“ bin.

Es gibt aber einen Prolog, der auch sehr viel verrät, beziehungsweise verwirrt, denn er führt in ein Cabarett nach Paris und da soll die Sängerin Madelaine gerade auftreten, die hat aber Todesahnungen und wird später auch ermordet.

Bei Kati ist aber alles beschissen, der Auflauf brennt an, die Tochter murrt und zu dem Abiturententreffen will sie aus Angst, daß alle anderen viel erfolgreicher sind, als sie, die es gerade zu einer Halbtagsstelle in einer Bibliothek und in eine Laientheatergruppe gebracht hat und die ansonst kocht und putzt für ihre Lieben, auch nicht gehen.

Hat aber keine Wahl, denn Felix, der erfolgreiche Ehemann, war ja auch in der Klasse.

So zieht sie sich auf Anraten ihrer patzigen Tochter schön an, geht hin und erlebt dort die Überraschung, daß Christian, der ehemalige Außenseiter, dessen Namen sie gar nicht mehr weiß, jetzt ein berühmter Filmproduzent ist und ihr auch eine Rolle in seinem neuen Film, wo ihr Traumschauspieler Vincent Bergholm, die Hauptrolle spielt, anbietet.

„Du spnnst ja!“, sagt Felix zuerst abschätzend, weil aber sechstausend Euro Gage geboten werden, stimmt er zu, denn Leonie braucht ein neues Zimmer.

So kommt es, wie es kommen muß, Kati fliegt nach Paris, dreht Sexszenen mit dem Superstar, alle loben ihr Talent und er führt sie in zuerst in ein Luxusrestaurant und dann zu einem Paparazzifreien Picknick und sagt, sie soll sich entscheiden und glücklich sein?

So weit zu den Fragen, des unerfüllten Lebens, denn die Meisten, die mit Achtzehn mit großen Träumen von Ruhm und Erfolg, das Gymnasium verlassen, haben dann mit dreiunddreißig, die große Karriere nicht geschaft. Denn das Leben ist ja stufig oder ein Berg und die Spitze oben, wo alle hinwollen, denn durchschnittlich darf man  auch nicht sein, hat nur Platz für einen oder zwei.

Und Kati ist auch eine treue Frau, so kommt sie nach dem Dreh wieder zurück. Es gibt noch einen Wirbelsturm, der den Film bedroht, denn Annika Bühnemann arbeitet, glaube ich, nach der „Heldenreise“, wo man ja Spannungsbögen einbauen muß.

Es gibt außer der Freundin Tammy noch eine alte Nachbarin, die Kati rät, ihr Leben nach ihren Wünschen zu gestalten, „Denn nur du selbst hast es in der Hand…“

Das stimmt zwar, glaube ich, nicht wirklich, aber Annika Bühnemann ist sehr zuversichtlich und Felix, der genau in dem Augenblick, wo Kati zweifelt, anruft und fragt, wo das Bügeleisen oder etwas anderes ist, bringt zwar Blumen zum Flughafen, aber als Kati sagt, daß sie sich weiter verwirklichen und Schauspielunterricht nehmen will, dreht er durch. Fängt zwar nicht zu schreien an „Aber das Gegenteil von Liebe ist nicht Haß, sondern Gleichgültigkeit“, steht in dem Buch, das eine Aufforderung ist, sein Leben so zu gestalten, daß man frei und glücklich wird!

Es kommt, das darf ich, glaube ich, schon verraten zu einem Happyend und hat auch einige überraschende Wendungen, die mir manchmal ein wenig zu viel und zu aufgesetzt wirkten.

So viel passiert nur in den Romanen und im wirklichen Leben nicht und wenn ich dastehe in meiner Mitlifekrise und  den Roman zur Aufmunterung lese, kommt zu mir wahrscheinlich trotzdem nicht die Hauptrolle oder die Einladung zum „Bachmannpreis“ und, wie verwirkliche ich mich dann in meinem Hausfrauendasein?

Da bleibt mir wahrscheinlich doch nur die Laiendarstellergruppe oder eine Lesung, zu der niemand kommt.

Meckern könnte ich auch noch, daß mir einige etwas aufgesetze Wendungen und Fehler auffielen, so sieht man sich beim Telefonieren ja nicht, außer man würde Skypen und, daß Kati das bei Christian so tut, hätte ich nicht verstanden und wenn Kathi dreiunddreißig ist, hätte sie Vincent mit acht treffen müßen, um ihr Leben zu verändern, wie auf Seite 195 steht.

Ansonsten fand ich es aber flott geschrieben, leicht zum Lesen und hat auch mich angeregt über mein Leben und meine Situation nachzudenken und, daß man das ja soll und den Mut haben, zu verändern, was sich verändern muß, glaube ich, auch.

Also ein spannendes Buch mit einem interessanten Autorenteam und ich finde es ja schön, daß sich auf der Selbstpublisherszene so viel tut und die Autoren da so selbstbewußt auftreten, sich ein Cover und ein Lektorat kaufen und ihr Buch vermarkten, obwohl sie vom offiziellen Literaturbetrieb immer noch sehr geschnitten werden, wie ich auch heuer wieder in Leipzig hören konnte, als ich durch die Selfpublisherhalle ging, finde ich es trotzdem schön, daß sich seit meinen Schreibanfängen einiges verändert hat, denn ich glaube nach, wie vor, daß jeder der es will, schreiben sollte und wünsche den Selbstpublishern viel Erfolg und Publikum und von mir ist inzwischen auch wieder ein neues „Selbstgemachtes“ erschienen, dem ich das ebenfalls wünsche.

 

2015-06-14

Alles nur k (ein) Mann

Filed under: Bücher — jancak @ 00:55
Tags: , , , ,

Jetzt kommt ein Chick Lit und ein E-Book und in Richtung „Deutsches Lesen“ geht es auch ein Stückchen weiter, denn Martina Gercke und Katja Gschneidt, die beiden Autorinnen, kommen aus Hamburg, bzw. Frankfurt und von Martina Gercke habe ich über Wolfgang Tischers Literaturcafe gehört. Da gab es ja einmal ein Interview bezüglich ihres Erfolges mit „Holunderküsschen“, an erster Stelle des Kindle Direkt Publishing und Verkaufszahlen in schwindender Höhe, wo ich ja immer ein bißchen skeptisch bin, dann kam die Plagiatsmeldung, ich habe die Angelegenheit verfolgt und darüber geschrieben, vor zwei Jahren, als ich gerade in die Sommerfrische aufbrach, hat sich Martina Gercke bei mir gemeldet und mir „Glücksstern mit Schwips“ als E-Book geschickt.

Denn sie hat sich von den Empörungswellen nicht unterkriegen lassen, „Champagnerküsschen“ und „Hollunderküsschen“ von den Fremdstellen bereinigt und wieder bei „Amazon“ angeboten, dann ein Buch allein geschrieben und danach angekündigt, sie würde sich mit einer anderen Autorin zusammentun.

So ist „Alles nur k(ein) Mann entstanden und da gab es eine Blogtour, wo man das Buch gewinnen konnte, wenn man einen Lösungssatz erstellte und ich habe es, obwohl die Aktion wahrscheinlich für jüngere Frauen und Mädchen war und ich dazu noch ein Säckchen Goodies, wie schnecklige Lesezeichen, Armbändchen, etc bekommen habe, also etwas für das Enkelkind, das ich nicht habe.

Ich bin aber sehr neugierig, lese auch gerne ChickLits, obwohl man da aufpassen muß, manche sind aus der Idee geboren, sie müssen lustig sein, um die Leserin zu unterhalten, wirklich ein bißchen blöd und vor allem kommen die Heldinnen mit einer Katastrophe nach der anderen, so dabei weg.

Ein bißchen ist das auch bei diesem Buch, das mir aber, ich schreibe es gleich, gut gefallen hat, warhscheinlich sogar besser als „Glücksstern mit Schwips“, aber vielleicht kommt mir das auch nur so vor, weil der Eindruck ja frischer ist.

Da gibt es also Greta und Marie, eine achtundzwanzig, die andere neunundzwanzig, Buchhändlerin und Ärztin vom Beruf und die leben in einer WG mit Lisa. Aber die geht nach München, als Lektorin, so suchen die beiden Mädels eine neue Mitbewohnerin, geben im Inserat aber nicht an, daß sie nur eine Frau wollen, weil das ist ja eh selbstverständlich.

So melden sich auch Männer, aber die sind nicht richtig, weil die wollen gleich einen Dreier und die Frauen sind das auch nicht, weil rassistisch oder noch nicht so gefestigt und so entscheiden sie sich für Tim, denn der ist schwul und das ist ja keine Gefahr für die Frauenehre.

So weit ist oder wird es klischeehaft, denn die Mädels sagen zu of, „Er ist schul, wie die Friseure“, obwohl er umwerfend und sehr männlich aussieht, aber gut kochen kann, damit kocht er die Mädels ein und als er beim Antrittsbesuch erscheint, öffnet sich bei einer gleich zufällig der Bademantel, das sind die ChickLit-Szenen die ich nicht mag, denn so blöd sind Assistenzärztinnen und Buchhändlerinnen nicht.

Tim zieht also ein, läßt beim Einzug ein Handbuch für Journalisten fallen und den Mädels fällt ein, sie wissen nicht, was für einen Beruf ihr Schwuli hat, der sagt es ihnen später. Er ist Foodstylist, offenbar sind das die Schwulen so und nimmt Marie in sein Studio mit, Greta besucht das dann später und trifft nur seinen Freund Leon, den Fotografen, der Greta eigentlich etwas sagen will, aber sie weiß ja schon, schwul ist Tim nicht, denn er hat sie in ein Restaurant eingeladen und da kam es zu einem Kuß.

Bei Marie macht er es genauso und geht mit ihr ins Bett bzw. in die Badewanne und verbietet ihr Greta davon zu erzählen, denn beide Mädels haben sich in ihm verliebt und haben nun Schuldgefühle, daß sie das der anderen nicht erzählen dürfen.

Lisa kommt auf Besuch und bringt Zeitschriften aus dem Flugzeug mit, darunter ein Männermagazin, mit einem Artikel „Wie ich als schwuler Mann zwei Frauen verführte!“, Autor ist Tim und es kommt zu einem großen Eklatat zwischen den Mädels. Lisa muß trösten und vermitteln. Sie schmeißen Tim hinaus, Greta verschwindet, Lisa bleibt allein zurück und geht nicht in das italienische Restaurant, zu dessen Besuch Tim sie per Handy aufgefordert hat. Er wird jeden Tag dort warten, bis sie kommt und er alles aufklären kann.

Greta bekommt inzwischen ein Mail von Leon, er ist in Afrika. Sie fliegt, weil ihr nichts anderes einfällt, auch dorthin. Da gibt es, es gibt ja einige sehr interessante Suzenen, eine im Flugzeug, neben Greta sitzt ein Mann mit Flugangst, redet vom Abstürzen, während der Flieger durch ein Gewitter fliegt. Eine schöne blonde Stewardesse rauscht vorbei und bittet sich anzuschnallen und ich mußte an Martina Gercke denken, die ja vom Beruf Purserin ist und groß und blond.

Greta trifft in Windhoek in einem Biergarten Leon und verliebt sich in ihm bzw. wird von ihm geküßt und Marie betrinkt sich einmal, eine von Martina Gerckes Schwächen scheint ja der viele Sekt und Prosecco zu sein, den ihre Mädels immer trinken. So kommen die Eltern vorbei, räumen auf und schicken Marie zum Friseur, denn eine Veränderung muß her. So bekommt man eine unglückliche Liebe aus dem Herzen, das habe ich vor mehr als dreißig Jahren auch einmal gemacht, Guido serviert ihr Sekt und schneidet, er ist offenbar ein schwuler Figaro mit großen Händen, ihr die Haare ab und als sich Marie mit der neuen Frisur sieht, ist sie bereit, zum Italiener zu gehen und auch Greta vom Flughafen abzuholen, die ihre Rückkehr ankündigt.

So weit das happy end und ein interessanter Roman mit interessanten Szenen. So gibt es zum Beispiel einen Oberarzt Obermeier und Obermarsch, der Marie immer in den OP verdammt, wenn sie eigentlich schon nach Hause will und die Mutter ruft an und sagt „Wann wirst du endlich Oberärztin? Dein Bruder hat ja auch schon zwei Jahre nach Ende seines Studiums eine Firma übernommen?“

Und Szenen übers Lesen gibt es auch bzw. Diskussionen zwischen den beiden Buchhändlerinnen Sabrina und Greta, die sich das „Bücherreich“ den kleinen lieben Laden um die Ecke, wo man die Bücher riechen, schmecken, tasten, fühlen oder was auch immer kann, die von der E-Book Bedrohung reden und das ist interessant, denn Martina Gercke und Katja Gschneidt sind ja E-Book Autorinnen.

Interessant ist auch die Schreibweise, das gemeisame Schreiben eines Buches, sowieso schon einmal und die Beiden dürften sich das, wenn ich richtig verstanden habe, so geteilt haben, daß es in den einzelnen Kapiteln immer die Sichtweisen von Greta und von Marie gibt.

Sehr interessant, die Beiden haben inzwischen  noch ein gemeinsames Buch geschrieben und Martina Gercke noch ein oder zwei andere allein und von Katja Gschneidt habe ich vor kurzem im Zuge meines Lesens für die „Bibliophilin“ oder „Selmas Kopftuch“, „Gefangen in Deutschland“ gelesen, ihren Bestseller, mit dem sie offenbar berühmt geworden ist, den als Printform, denn er lag im „Wortschatz“.

Bei „Amazon“ hält sich die Begeisterung der Leserinnen übrigens ins Grenzen, sie meinen, es wäre ein sehr leichtes Buch und sehr vorraussehbar.

Da bin ich mir nicht einmal so sicher, denn als ich merkte, daß es der tolle Tim, der natürlich, die Szene beherrscht und seine Mädels öfter zum Rotwerden bringt, mit Beiden treibt, war ich eine Zeitlang ratlos und wußte nicht, wie das jetzt weitergehen könnte?

Der Kunstgriff mit dem Leon kam dann ziemlich bald und dann verlief es auch in vorausschaubaren Bahnen und löste sich gnädig auf und noch etwas bemängeln, die „Amazon Leserinnen“.

Die vielen Fehler im Buch, da ist mir zwar aufgefallen, daß die Sabrina einmal an Schnupfen leidet und dann ist es ein geschwollener Knöchel, warum Greta in den Laden muß und zumindest in meiner E-Book Version, stimmten die Abteilungen öfter nicht, so daß da ein R oder ein O eines Wortes auf der nächsten Zeile stand, wo es nicht hingehörte.

Die bemängelte S Schreibung ist mir nicht aufgefallen, weil ich die ja selber nicht so beherrsche und mir das eigentlich auch egal ist.

Martina Gercke, deren Facebookseite, ich öfter lese, dürfte aber ein Lektorat benützen und eine literarische Agentur hat sie auch.

2015-03-22

Indie Bookday

Filed under: Literaturbetrieb — jancak @ 07:48
Tags: , ,

Gestern war wieder einmal Indie-Bookday, seit drei Jahren gibt es schon diese Intitiative, der unabhängigen Verlage, das sind offenbar die, die keinem Großkonzern, wie „Bertelsmann“, „Fischer“ oder „Suhrkamp“ angehören, aber oft auch sehr bekannt, wie „Residenz“, „Jung und Jung“, „Droschl“, um das Österreichische zu erwähnen. sind und einer der unabhängigen Verlagsleiter hat vor drei Jahren dazu aufgefordert, am 21. März, dem Frühlingsbeginn, die Buchhandlungen zu stürmen und sich eines dieser „Indies“, ganz gleich welches, „Eines, das man ohnehin schon immer haben wollte!“, steht auf der Indie-Website und sich mit dem Buch auf Facebook oder sonstwo zu präsentieren.

Nun habe ich den Begriff „Indie“, glaube ich, 2011, im Zusammenhang mit den Selbstpublischern das erste Mal gehört, da hat sich eine Autorin, auf einer Seite sehr beklagt, daß die „Indies“ so schlecht sind und daher in der Szene einen großen Schaden anrichten oder so.

Da habe ich dann  einen Artikel mit dem Titel „Sogenannte Indie Bücher“ geschrieben und mein Selbstgemachtes zum ersten Mal auf einer Seite im Gesamteindruck vorgestellt.

Das habe ich dann noch ein paar Mal wiederholt und am ersten Indie Bookday dann auch eines meiner Bücher zum Gewinn angeboten.

Später habe ich dann gehört, daß der Indie-Bookday nur für die kleineren unabhängigen Verlage da ist und daß man ja auch einen Selbstpublisher Tag machen könnte.

Kann man natürlich und es gibt auch andere Initiativen, wie den Welttag des Buches am 23. April, wo Shakespeare und Cervantes entweder geboren oder gestorben sind und man deshalb seinen Frauen und wahrscheinlich auch Männern, Rosen und Bücher schenken sollte.

Der Hauptverband des österreichischen Buchhandels gibt an diesem Tag jährlich ein Gratisbüchlein zu einem bestimmten Thema, diesmal werden es die Krimis, zusammengestellt von Eva Rossmann sein, mit Textproben, heraus, das man sich von bestimmten Buchhhandlungen, die immer weniger werden, weil die Buchhändler was dafür zahlen müßen, holen kann, was ich regelmäßig tue.

In Deutschland gab es das vor einigen Jahren, wo man sich von bestimmten Büchern dreißig Stück holen und die dann verschenken konnte.

Wolfgang Tischer hat da mit Peter Stamms „Agnes“ schlechte Erfahrungen gemacht, weil er sich damit auf die Straße stellte und die Leute die Bücher oft gar nicht haben wollten.

Ja, es ist vielleicht gar nicht so leicht mit dem Lesen, sehr viele Leute scheinen das nicht mehr zu können, sondern haben die Schule als sekundäre Analphabeten verlassen, das Internet, die Videos, die Computerspiele, das Fernsehen und andere Medien, sind wahrscheinlich auch eine große Konkurrenz und dann gibt es immer mehr Leute, die schreiben wollen, das Selberpublizieren bietet eine gute Möglichkeit dazu, die aber oft gar nicht an den Büchern der anderen interessiert sind.

Und ich höre ja immer, daß die Leute acht oder neun Bücher im Jahr und manche auch gar keine oder viel weniger lesen.

Ich pendle mich inzwischen an die Hundertziebzig jährlich ein, mehr ist für mich, glaube ich, nicht zu schaffen, obwohl ich viel mehr Bücher habe, die auch sammle und, wie ich immer schreibe, gerne über den Tellerrand schaue und an allem interessiert bin.

Für den Buchhandel dürfte ich ein schwarzes oder rotes Tuch sein, denn ich und das schreibe ich auch immer wieder, kaufe mir eigentlich keine Bücher, die zehn oder zwanzig Euro kosten, ziehe aber gerne aus den Abverkaufskisten welche um ein bis drei Euro heraus, so gesehen, bin ich eigentlich auch keine Freundin der Buchpreisbindung, aber dafür, möglichst alles, beziehungsweise möglichst vielfältig zu lesen und habe auch nichts gegen große Verlage und Mainstreambücher, aber auch nichts gegen das Selbstgemachte und wenn da ein paar Rechtschreibfehler drin sein sollten, habe ich wahrscheinlich auch kein Problem, die zu überlesen und würde das wahrscheinlich auch sehr interessant finden.

Wenn man so auf meine Leseliste schaut ,findet man auch durchaus Vielfältiges und sich Widersprechendes.

So habe ich Arno Schmidt im Bücherschrank gefunden, gelesen, bzw. als ich gar nichts mehr verstanden habe, nur mehr überflogen, weil ich mir ganz ehrlich, kein Jahr Zeit nehmen wollte, um in seine Welt hineinzukommen. Dazu lockt das andere zu sehr und seit ich blogge, werden mir auch Bücher angeboten, an die ich früher wahrscheinlich nicht gekommen wäre. So habe ich im Vorjahr einen BDSM-Roman gelesen und heuer schon einen erotischen. Der Holzbaum-Verlag, warhscheinlich auch ein „Indie“ schickt mir seine Cartoons und Satirebücher, ein Genre, das mir gut tut, weil ich  eigentlich nicht viel Spaß verstehe und Kabaretts oft genug nicht lustig finde.

Ich würde also empfehlen alles zu lesen und gebe auch zu, daß ich das manchmal sehr gerne bei Chicklits mache, nur manchmal, weil meine Leseliste inzwischen so lang geworden ist, daß auch ich mich beschränken muß und leider nicht alles lesen kann, Krimis auch, obwohl ich selber keine schreiben kann, weil ich gegen Gewalt bin und am literarischen Morden eigentlich keinen Spaß empfinde und empfehle natürlich auch, sich an das Selbstgemachte heranzutrauen und das nicht von Vornherein, wegen angeblicher mangelnder Qualität abzulehen.

Das wird auch besser werden, weil es in Leipzig ja schon fast eine ganze Halle mit den entsprechenden Ständen gab, die Selbstpublischer Fibeln herausgeben, die den Selbermachen Lektorat, professionelles Cover und was auch immer empfehlen.

Das Problem ist wahrscheinlich das Lesen, die Leute lesen immer weniger, aber die Selbstpublisher scheinen ihre Leser zu finden und manche haben damit, wie ich ebenfalls immer höre, sich an die obersten Rankinglisten geschrieben und vier-bis fünfstellige Zahlen verdient.

Das kann ich mir ganz ehrlich zwar nicht vorstellen und habe es bis jetzt auch noch nicht geschafft, meine Bücher auf „Amazon“ oder sonstwo einzustellen.

Da bleibe ich auf meiner Seite, gebe da immer eine Vorschau, präsentiere  das Buch nach Erscheinen und Schreibberichte, gibt es seit einiger Zeit auch immer, ich werde auch immer schneller beim Schreiben, schaffe zwei bis drei Bücher im Jahr, etwas, was andere, meist die sogenanten Gebrauchsautoren, die mit mehreren Pseudonymen oft ebenfalls machen, bin aber inzwischen offenbar schon so schnell, daß der Alfred mit dem PDF und dem Druckfertigmacjem nicht mehr nachkommt.

So liegen jetzt schon zwei Rohtexte auf seinen Schreibtisch und derzeit habe ich ja Computer und Druckerprobleme und kann daher an der „Bibliophilin“ nicht weiterschreiben, also mehr lesen könnte man sagen, da bin ich, wahrscheinlich auch durch die „Leipzig-Fahrt“ bedingt, momentan auch sehr langsam und habe noch einige Rezensionsexemplare auf meinem Stapel liegen, die mich daran hindern, meine Leseliste, wie geplant, hinunterzulesen, bin aber selber Schuld daran, weil ich immer wieder der Versuchung erliege, mir Neues zu bestellen und manchmal kommt das auch und vor ein paar Tagen habe ich sogar das erste unverlangte PDF, das auch ein interessantes Buch ist, das mir sonst entgangen wäre und das ich demnächst besprecjem werde, zugeschickt bekommen.

Sonst werden mir die nur angeboten und da kann ich inzwischen schon nein sagen, denn wenn ich alle ChickLits und erotischen Romane, bzw. Finanzbücher annehme, käme ich mit meiner Leseliste in arge Turbulenzen, aber einiges habe ich davon im letzten Jahr gelesen und es war auch sehr interessant.

Jetzt kommt auch bald Ostern und da werde ich hoffentlich einiges vom Harlander Bücherstapel hinunterlesen, bei einem bin ich gerade dabei und sollte damit demnächst in die Badewanne marschieren und dann fahren wir baldwieder ein paar Tage nach Ungarn und da nehme ich ja immer Bücher ungarischer Autoren mit, die auf meine Liste stehen.

Es gibt also sehr viel zu lesen und am gestrigen Indie Tag, bin ich, ich gestehe es, in keine Buchhandlung gegangen und habe mir ein schönes Buch gekauft, nur kurz daran gedacht in den „Schubert“ zu schauen und danach zu fragen, was er mir empfehlen könne?

Ich habe es aus Angst „Was wo wie Indies?“, vielleicht zu hören, nicht getan und auf der entsprechenden Facebookseite auch gelesen, das manchen Leuten das passiert ist, daß die Lieblingsbuchhänder, keine Indie-Bücher hatten.

Aber man kann sie sich natürlich bestellen und „Jung und Jung“ hat, glaube ich, auch gepostet, daß man seine Bücher das ganze Jahr kaufen könne und da ist auch gestern zufällig die Besprechung von Olga Flors neuem Buch auf meiner  Seite erschienen, also  ein kleiner Beitrag,  auch wenn ich mir das Buch nicht gekauft habe.

2014-10-26

Die Glasglocke

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:41

Eine Geschichte einer Depression, Psychose aus dem Jahr 1953, dem Sommer wo ich geboren wurde, wahrscheinlich auch die Geschichte, der 1932 geborenen amerikanischen Lyrikerin Sylvia Plath, die den halbautobiografischen Roman, 1963 unter dem Pseudonym Victoria Lucas veröffentlichte und sich kurz darauf das Leben nahm.
Mit dem Roman hat sie die Frauenbewegung posthum berühmt gemacht, ich habe ihn vor einem Jahr im Schrank gefunden, da gab es auch eine Neuübersetzung. Ich habe die „Suhrkamp Ausgabe“ von von 1997 gelesen und bin wieder in das Amerika der Fünfzigerjahre hineingekippt.
Richard Ford hat in „Kanada“ von dem Kleinstadtleben um 1960 geschrieben.
Die bislang sehr erfolgreiche College Studentin Esther Greenwood, gewinnt 1953 zusammen mit elf anderen Studentinnen ein Stipendium einer Modezeitschrift, wo sie ein Monat lang dort, in New York hospitieren, in einem Frauenhotel wohnen darf und von Party zu Party, Empfang zu Empfang herumgereicht wird.
So beginnt die Ich-Erzählung und Sylvia Plath ist, kann man in „Wikipedia“ nachlesen, etwas Ähnliches passiert.
Im Klappentext steht von einem Mißgeschick nach dem anderen, das dann sehr komisch wäre und als schwarzer Humor interpretiert werden könnte.
Das habe ich, glaube ich, anders gelesen. Die Neunzehnjährige ist noch sehr unsicher, müht sich ab mit ihrer Sexualität, bemüht sich, sich entjunfgern zu lassen. Das ist aber nicht ganz so einfach in einer Zeit, wo es keine Empfängnisverhütung gibt und man wahrscheinlich auch nicht so genau weiß, wie und wann man jetzt schwanger werden kann, man aber nachher sicher als gefallenes Mädchen gilt.
Es gibt aber auch einen fast Verlobten einen Buddy, einen an TBC erkrankten Medizinstudentin, aber den mag Ester nicht mehr, seit sie erfahren, hat, daß er kein „Jungmann“ mehr ist, Männer dürfen das zwar eher als die Mädchen, sie will aber keinen Heuchler.
In New York werden die begabten jungen Mädchen von Empfang zu Empfang herumchauffiert, posieren dort zwischen den Buffets und als sie dann die Avocados mit den Krabbensalat essen, erleiden sie eine Lebensmittelvergiftung, müssen am Klo kotzend von der Hotelkrankenschwester eingesammelt werden und bekommen vom Verlag als Entschädigung, damit sie nicht klagen, einen Band der besten amerikanischen Kurzgeschichten geschenkt.
Das ist vielleicht komisch. Esther füllt sich aber sicher nicht so, sondern wird immer verwirrter, gleitet in eine Depression oder Psychose ab, weiß, als man sie beim Abschiedsfoto fragt, was sie werden will, das nicht mehr so genau, obwohl sie ja Dichterin oder Lektorin oder Universitätsprofessorin werden wollte und wenn sie heimkommt in ihr Nest schon ein Schreibworkshop auf sie wartet.
So wirft sie all ihre schöne New-York Garderobe, die Abendkleider, die Handtaschen und die Schühchen aus dem Fenster und fährt mit einem geborgten Dirndlrock und einer weißer Bluse einer Freundin heim, die Mutter, eine Stenografielehrerin, erwartet sie am Bahnhof und sagt „Leider ist es mit dem Workshop nichts geworden!“
Das ist offenbar das amerikanische System, wo die Studenten im Sommer Sommerkurse machten oder Ferienjobs, damit sie fürs nächste Jahr ein Stipenddium bekommen. Ester hat auch eine prominente Förderin, eine bekannte Dichterin, die ihr das Studium bezahlt. Sie sitzt aber die nächste Zeit zu Hause, will nicht Deutsch oder Steno lernen und auch nicht in einen anderen Kurs. Sie will zwar einen Roman schreiben, aber da fällt ihr nichts ein, und so verbringt sie die nächste Zeit, ohne sich anzuziehen und sich zu waschen, weil das ja sinnlos ist und schlafen kann sie ebenfalls nicht, bis sie die Mutter zu einer verwandten Ärztin und die sie zu einem Psychiater schickt.
Der macht natürlich Elektroschocks, Ester ist entsetzt und flieht und so geht es noch einige Zeit dahin, bis sie sich versucht sich umzubringen und dann zuerst auf die normale städitische Psychiatrie kommt, danach auf Vermittlung ihrer Mentorin in eine bessere Privatklinik. Dort hat sie zwar eine verständisvolle Ärztin, bekommt aber auch Schocks und wird dann entlassen.
So endet das Buch, Sylvia Plath ist das 1953 ebenfalls passiert, dann hat sie einen Schriftsteller geheiratet, zwei Kinder bekommen, war dann noch noch einmal in der Psychiatrie, bevor sie die „Glasglocke“, der Titel kommt vom sich abkapseln von der Umwelt und das sich zurückziehen in sein Kokon, schrieb und sich im Februar 1963 mit Schlaftabletten unter den Gashahn legte, während die Kinder im Nebenzimmer schliefen.
Das Buch ist jetzt ein Kultbuch, an dem ich bisher ehrfürchtig vorbeigegangen bin und wohl auch falsche Vorstellungen von abgehobenen Experimentalstil ala Joyce oder so hatte, jetzt hat es mich sehr beeindruckt, denn so habe ich auch die Psychosen meiner Freundinnen und Bekannten in den Siebzigerjahren erlebt, bzw. war ich da auch öfter bei den Psychiatrievorlesungen der Klinik, wo Patienten vorgestellt wurden.
Es erinnert mich ein wenig an Grace Metalious die ja vielleicht eine ähnliche Karriere hatte und die Bachmann fällt mir ein, ist ja 1953 auch am Titelbild des „Spiegels“ gestanden und als Fräuleinwunder berühmt geworden. Sie wurde 1973 ein Opfer des öffentlichen Druck oder ihres Medikamentenkonsums, wenn man das so sagen will, Grace Metalious hat ihren Erfolg auch nicht ausgehalten und Sylvia PlatH hat von ihren, ähnlich wie Kafka wohl nicht mitbekommen. Hertha Kräftner könnte man als österreichisches Vergleichschicksal, einer jugendlichen Begabung mit frühen Selbstmord, auch noch anführen.
Ein interessanter Roman auf jeden Fall, den ich empfehlen kann und bezüglich der Neuübersetzung, zu der jetzt wahrscheinlich alle greifen und die alte Ausgabe in den Mistkübel oder Bücherschrank werfen ist zu sagen, daß ich einmal über die Veränderungen diskutierte.
Die englische Ausgabe bleibt immer gleich, nur in den anderen Sprachen lesen wir alle zwanzig Jahre etwas anderes, was irgendwie auch ein wenig seltsam ist und ich bin sicher, daß das Wort „Neger“ dem Ester auf der Klinik begegnet, inzwischen durch Afro-oder Schwarzafrikaner ersetzt wurde, weil man so etwas nicht mehr sagen darf, in Sylvia Plaths Sprachgebrauch war es aber völlig normal.
Dafür dürfte nicht mehr soviel mit Elektroschocks behandelt werden und wie man die Empfängnis verhütet ist wahrscheinlich auch allgemeiner bekannt, dafür haben die amerikanische Jugendlichen, wie ich kürzlich gelesen habe, andere Probleme. Sie dürfen nicht mehr auf die Straße und müßen sich mit ihren Freunden über Tweets und Twitter austauschen. Schreibakademien wird es aber geben. Die begabtesten Studenten und Studentinnen werden Stipendien bekommen, und die anderen so beim Nanowrimo mitmachen und ihre Romae, Gedichte, etc bei „Amazon“ verlegen.

2014-09-27

Zweimal Kultur Herbst Neubau

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:27

Und am Nachmittag ging es weiter mit den Literaturveranstaltungen, normalerweise halte ich mir diesbezüglich den Samstag eher frei, beziehungsweise gibt es da meistens nicht so viel, aber heute ging es rund, so haben mich Ilse Kilic und Petra Ganglbauer mehrmals zu einer Veranstaltung ins „Institut für Schreibpädagogik“ eingeladen, es gab den zweiten Teil des Symposiums der „Schule für Dichtung“ im Literaturhaus und Andrea Stift hat mich auch zu einer Veranstaltung „Stift und Stift“ ins Amerlinghaus eingeladen.
Also bin ich zuerst in das Literaturhaus marschiert, wo das Symposium „Der Tod des Autors“ im Rahmen des Neubauer Kulturhebstes weiterging und zwar spielte da der Kurator eine etwas entfremdete Fassung des Donauwalzers, von Beethoven war, glaube ich, auch was dabei und hielt dann einen Vortrag auf den Diletantismus, das stößt mir ja immer auf, wenn mich jemand für eine Dilettantin oder eine Hobbyautorin hält und bezüglich der Blogs habe ich da ja einen eigenen Artikel geschrieben, man kann das aber auch durchaus für positiv halten und wenn man den Autor schon ins Jenseits geschickt hat, ist das vielleicht auch so. Aber das war erst die Einleitung, dann kam K.T. Zakravsky, Theoretikerin, Performancerin, Schriftstellerin, die sich jenseits von männlich weiblich hält, deshalb wahrscheinlich auch kein Vorname und etwas zum „Autor als Räuber“ erzählen sollte, sie tat es auf Englisch und auf Tonband in sieben Tranchen und dazwischen hatte man eine halbe Minute Zeit sich zur Diskussion zur melden und der Inhalt war in etwa, das sowieso alles gestohlen ist, so daß es deshalb kein Copyright zu geben braucht und, daß die Autorin das weibliche Schreiben als Parodie empfindet und sich eher an Vorbilder wie Thomas Bernhard und Heimito von Doderer hält.
So weit, so what und wahrscheinlich, wie auch oft betont als Provokation und zum Widerspruch anregend gemeint. Mir rauchte aber der Kopf und ich wollte ohnehin ins Amerlinghaus zur Lesung von Linda und Andreas Stift, den beiden Cousinen, denen ich in meinen Blog schon manche Artikel gewidmet habe und die im Kulturherbst ein Projekt mit Namen „Erinnerungen sind Knotenpunkte“ eingereicht haben.
Was ist damit gemeint? Stefan Laube sollte das in seiner Einleitung erklären, im wesentlichen ging es aber um neue Texte der beiden Autorinnen und spannend, das sie Cousinen sind, spannend, daß sie in der Stiftgasse lesen, obwohl beide ja von einem steirischen Weingut herkommen und davon handelten auch beide Texte.
Zufall, wie mir Andrea Stift anschließend erklärte, denn Linda Stift las aus einem Work in Progress, wo die Protagonistin, nachdem ihr Kind ausgezogen ist, in das großmütterliche Haus zurückkehrt und dort über ihre Kindheit nachdenkt und Linda Stift tut das in schönen, fast ausufernden Bildern, da zieht sich die Großmitter am Samstag ihr Sonntagskleid an und setzt sich damit vor den Fernseher um sich den Heinz Conrad anzusehen und in der Nacht schläft sie mit Lockenwicklern und da nistet sich einmal ein Mäuslein ein und gebärt in der Haarpracht viele kleine Mausekinder.
Linda Stift neigt zu Übertreibungen und ihre Cousine stellte ihr neues Buch „auf Watte“ vor und das handelt auch von einer Tochter, die ihre alkoholkranke Mutter besuchen geht und von einer Großḿutter und einem Weingut handelt es ebenfalls.
Da gab es dann nachher Wein zu trinken und Gespräche und es ging sich auch noch aus ins Literaturhaus zurückzukehren, wo gerade eine Diskussion mit der Lyrikerin und Netzverlegerin Daniela Seel stattfand. Dann folgte noch ein englischer Vortrag von einem Canadischen Star namens Christian Bök, der nicht mit Gott verwechselt werden will und der seine Gedichte als „Xenotext Experience“ versteht, was zu einer lebhaften Diskussion führte.
So weit so waht und die Hälfte des Symposiums versäumt, um sich in der anderwärtigen österreichischen Literatur umzusehen und trotzdem etwas davon mitbekommen, denn die Schule der Dichtung macht es experimentell und im Netz gibt es einige spannende Experimente und ich bin ja, obwohl handylos und eine eifrige Nützerin der Bücherschränke einen großen Teil meiner Zeit im Netz unterwegs und der Autor, die Autorin, denke ich, ist lebendiger als je zuvor, gibt es ja immer mehr Leute die schreiben und Dank der neuen Möglichkeiten auch publizieren wollen und H. C.Artmann mit seinem poetischen Akt gibt es natürlich auch und der wurde im gestrigen Einleitungsvortrag auch erwähnt.

Nächste Seite »

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.