Literaturgefluester

2015-08-29

Risiko

Nein, die Frequency-Security hat mich nicht gehindert nach St. Pölten zum „Thalia“ zu fahren, mich nur gebeten, am Mittelstück, dort wie die Zelte stehen und die Jugendlichen mit Bierdosen am Weg Gesellschaftsspiele spielen, das Rad zu schieben, aber beim „Thalia“ gab es vorigen Mittwochnachmittag dann eine Überraschung.

Nämlich keine Valerie Fritsch und keine Alina Bronsky, wie auf der Mariahilferstraße, wo ich am Montag schon war, selbstverständlich, sondern als einziges Longlistenbuch, das über siebenhundert Seiten lange „Risiko“ des 1971 geborenen Steffen Kopetzky.

Buch und Autor waren mir völlig unbekannt.

Dann gibt es noch einen Prolog und dann geht es in oder vor den ersten Weltkrieg, jedenfalls in das Jahr 1914, in den Juni zurück und da liegt der Funker Sebastian Stichnote mit seinem Kriegsschiff an der albanischen Küste fest.

Er wird in die deutsche Gedandtschaft, wo der Gedandtschaftsrat eigentlich Schriftsteller werden will und deshalb einen großen Buchvorrat hat, Robert Musil, Heinrichund Thomas Mann, sowie die Biene Maja, einquartiert, liest sich mit einer Schnelllesemethode sehr schnell durch den „Tunnel“ und geht mit einer vielsprachigen Gesandtschaftssekretärin spazieren, um von ihr Albanisch zu lernen.

Einen Journalisten der Neuen Zürcher Zeitung, der sich seinen Bart und seine Haare abrasieren läßt, sich in die albanische Tracht hüllt und dann die Rot-Kreuz Lazarette besucht, um darüber zu schreiben, gibt es auch und das „Große Spiel“, ein Stragegiespiel mit dem man die Welt unter sich aufzuteilen versucht, das in der kaiserlichen Armee eigentlich verboten ist, aber vor allem von Stichnotes Vorgesetzten sehr favorisiert wird.

Bei einem Ausgang mit Fräulein Arjona kommt es zu einer Katastrophe, Stichnote muß vor ihrem Bruder und Cousin in ein Lokal flüchten, wird dort von vom Gesandschaftsrat und Adolph Zickler, dem Journalisten, eingeladen, obwohl er das eigentlich nicht dürfte, dann kommt es zu einem Messerattentat auf ihn und Zickler wird verletzt, was bei ihm Schuldgefühle auslöst.

Inzwischen ist aber auch der k u k Thronfolger in Sarajewo ermordert worden, am ersten August bricht der erste Weltkrieg aus und im zweiten Kapitel geht es nach Bone, das ist in Algerien, dort wird Albert Camus Vater, ein Weinbauer in den Kampf eingezogen und die BRESLAU verwandelt sich in ein Schiff der türkischen Armee, wo wandert im nächsten Kaptel der Obermat mit einem Fez durch Konstatinobel und trifft dort Arjona wieder, die inzwischen Schwester im österreichischen Spital St. Georg wieder.

Er trifft auch auf Zickler beziehungsweise seine Artikel, er ist also nicht gestorben und er wird auch für einen Feldzug angeworben, der offensichtlich historisch ist, den ein Oberstleutnant Niedermayer mit dem Archäologen Max von Oppenheim über Bagdad, Teheran bis nach Kabul zu machen plant.

Zuerst widersteht er, dann nimmt er, gemeinsam mit einem falschen inischen Prinzen, der echte wurde vom englischen Geheimdienst gefangengenommen,  Zickler und noch einigen anderen, darunter seinem Adjudanten, der ihm vor dem falschen Prinzen warnt, teil, das große Spiel kommt auch mit, einige der Kampfgefährten verlieren bei dem Feldzug nach Kabul das Leben. Zicker wird von dem falschen Prinzen, dem er blind vertraut, gefoltert und getötet, Stichnote, der sich inzwischen einen Falken, sowie einen Brieftaubenschlag zur besseren Nachrichtenübermittlung angelegt hat und nach einer Zahnbehandlung Opiumsüchtig geworden ist, wird  verwundet und von Paschtunen, darunter auch ein junges Mädchen gerettet und gesund gepflegt. Als dieses Mädchen dann in den Harem des Emirs kommen soll, schwört er auf Rache, nimmt den Falken, sticht zu und geht.

Im Epilog werden dann noch die historischen Fakten dieses Verwirrspiels zwischen Fiktion und Wirklichkeit, so hat es die Aktion Niedermayer und den entsprechenden Oberstleuntnant tatsächlich gegeben,  in der auch noch der begnadete und gelegentlich stotternde Journalist und (spätere Literaturobelpreisträger) Churchil,l sowie Ghandi, Coca Cola und noch viel mehr eine Rolle spielt, genauer erklärt und in einer Danksagung die Quellenangaben und helfenden Personen genannt.

Das Buch wurde, glaube ich, in einem kleinen bayrischen Dörfchen geschrieben, steht schon auf der „Spiegel Bestsellerliste“ und wäre wie weiland „Kastelau“ an mir vorbeigegangen, obwohl ich mich ja sehr für den ersten Weltkrieg interessiere, wen da nicht die LLL-Euphorie wäre.

Der „Kaffeehaussitzer“ einer der glorreichen sieben Oberblogger hat es schon besprochen und Dennis Scheck hat den Autor auf seiner Sendung auch interviewt, leider kann das offenbar in Österreich bzw. in meinem Computer derzeit nicht abgespielt werden und ich habe das Buch, von dem ich inzwischen ein Rezensionsexemplar avisiert bekommen habe, auf drei Tranchen beim Thalia gelesen bzw. überflogen, zu dem ich mich zuerst durch die „Frequency“ drängte und eine woche später an den aufräumenden Roma-Truppen vorrüberfuhr.

Inzwischen liegen auch ein paar mehr Buchpreisbücher, so zum Beispiel das der Valerie Fritsch, der Alina Bronky und auch das von Ilija Trojanow, schön mit weißen Buchüpreishinweisschleifen versehen, auf.

Das Strategiespiel „Risiko“, das es auch zu geben scheint, ist in meiner Kindheit auch an mir vorbeigegangen, aber es wahr wohl auch ein kleines Risiko oder ein Zufall ausgerechnet mit diesem Buch meinen „Lesemarathon“ zu beginnen.

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2019-03-13

Es ist unangenehm im Sonnensystem

Filed under: Bücher — jancak @ 18:44
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Jetzt kommt passend zum Monat der „Lyrik im März“ ein Gedichtband aus dem „Kremayr & Scheriau-Verlag“, des 1968 geborenen Martin Amanshauser, von dem ich schon drei Bücher gelesen habe, „Alles klappt nie“, „Nil und die „Amerikafalle“ und der in Salzburg geborene Sohn des alten „Residenz-Autors“ Gerhard, ist sicher ein interessanter Mensch, Autor, Übersetzer und Reisejournalist.

Begonnen hat er, glaube ich, mit Romanen im „Deuticke-Verlag“, da habe ich  einen im „Standard“ gewonnen und würde ihn, ähnlich wie Radek Knapp, als eher skurillen Autor, etwas, was ich ja nicht so besonders mag, einschätzen, dann hatte oder hat er, glaube ich, im „Kurier“ eine Reisekolumne und richtig, um die lyrische Seite nicht zu vergessen, ein Buch mit dem provokanten Titel „100.000 tausend Exeemplare“ gibt es auch.

„Es ist unangenehm im Sonnensystem“, Gedichte der letzten zwanzig Jahre, ist der Nachfolger davon, steht im Buchrücken, ich war einmal in der „AS“, als es um das Reisen ging und habe im letzten Jahr „Die Amerikafalle“ gelesen, die in meiner Familie sehr begehrt war.

Jetzt also Martin Amanshausers Lyrik und das, die eine ganz Besondere ist, geht wahrscheinlich aus dem vorher Geschriebenen hervor.

Oder  doch nicht so ganz, denn wenn man jetzt meinen könnte, Jandl und Mayröcker wären dem Dichter fremd, der irrt gewaltig, ist in dem Buch doch auch der Text enthalten, der er für die Anthologie geschrieben hat, die Erika Kronabitter zum neunzigsten Geburtstag der „Fritzi“ herausgegeben hat und da beschreibt er, daß er eine Zeitlang immer in das Gasthaus essen ging, in dem sie ihr Mittagessen einnahm, sich an ihren Tisch setzte und zu dichten begann.

Sagt auch etwas aus, über den Sohn des Gerhard Amanshauser, der sich leicht und locker scheinend in mehreren Sparten des Literaturbetrieb herumtreibt.

Es gibt neun Abteilungen, die Erste lautet „Kein Roman vom armen M. A. und ist auch schon so eine witzig skarastische Anspielung an den Literaturbetrieb.

„Dabei bezahlen sie mir den Roman besser als das Gedicht.

Nur schreibt er sich mühsam. Ich schreib wieder grad keinen.

Reime so rum, fürcht mich, werd langsam ein bisschen alt.

Und alle fragen mich nach einem.“, lautet  die letzte Stropühe, geschrieben in Friedrichshafen am 9. 8. 18.

Da ist dann auch „Rudis Beisl“, das Gedicht zu Ehren der F.M. enthalten, ein „Friedgedicht“ gibt es auch.

Die Zweite heißt „Ich hätte meinen Schmerz am liebsten idiotisch und unter jedem Abteilungsanfang gibt es eine Zeichnung, wo ein Mensch auf einem Sofa liegt, sitzt oder kauert. Was das bedeuten soll, hab ich nicht ganz verstanden, aber beim liegenden und lesenden Mann geht es, um den Schmerz:

„psychischer Schmerz, oh psychischer schmerz.

Ich hab dich satt, ich hätte so gerne

den anderenden körperlichen schmerz“, lautet hier der Anfang von „Wenn der Schmerz kommt“.

Dann gibt es eines, das „mit dem schmerz abendessen“ heißt. Ganz schön passend, wenn man das Buch, wie ich mit einem Gips im Krankenbett gelesen hat, aber das konnte Martin Amanshauser, den ich gelegentlich bei Veranstaltungen treffe, nicht wissen und so gehe ich  weiter zu

„(3)Heimische Investoren und Immo-Entwickler“, zugegeben ein ungewöhnlicher Name für eine Gedichtkapitel, aber M.A. ist ja auch ungewöhnlicher Dichter, das habe ich schon festgestellt und hier steht der Mann am Sofa auch am Kopf und wieder erstaunlich „die gedichte müssen kommen,“ lautet da das erste Gedicht, ist Julya Rabinowich gewidmet und beginnt

„die gedichte müssen kommen

war der steinharte gedanke

des österreichischen lyrikers

in seinem dichterzelt

im alpenvorland“.

Also wieder Kiteraturbetrieb, trotz des eher technisch wirtschaftlichen Titels, aber auch Dichter

„wollten ihr honorar sehen

verrechnen 13% umsatzsteuer

sie tranken ihre weinflaschen leer“

geht es gleich weiter.

Es gibt ein Gedicht das „Ein Cornflake lang“ heißt und eines mit dem Titel

„ich spreche Deutschland

Eine Roma-Frau sagt mir:

Ich spreche Deutshland.

Aber nur klein.“ So schade“.

Martin Amanshauser ist also ein vielseitiger Lyriker und haut in seinen Abteilungen viel hinein, bleibt aber wieder bei der Literatur und bei der Frage „wieso ich lieber lyrik als romane schreibe“.

Man sieht, dem kommen wir nicht aus.

„Ich möchte niemals sterben.Gott behüte“, heißt die nächste Abteilung, da sitzt der Mann im rechten oder linken Eck und beginnt mit einem „jambus“ und geht zu „Die Milch wird kalt im Kühlschrank“ über.

Dann gibt es das Titelgedicht oder das, was daraus wurde, nämlich „Kafkas Callshop“.

„Kafkas Callshop ist das Buch nach 100.000 Exemplaren

Kafkas Callshoü heißt der Supermarkt, in dem ich vegetier.

„100.000“ hieß ein Buch vor Jahren,** Kafka-Callshop-Exemplare

drucken sie nach dieser Schaffenspause nur noch vier,

oder zwölfudachtzig?“

Mit dem „Das Mondkalb singt diesen traurigen Song“ geht es weiter, das gibt es das „Mensch-Müsli“

„Mensch Müsli, komm im Mai zu mir und mach mich

zu einem Amans-Schopenhauser jeden Tag.“, heißt es da, wieder skurril komisch anspielend.

„ringelnatz und morgenstern“ werden auch erwähnt

„morgenstern und ringelnatz

dichten voll erbittert

demolieren den arbeitsplatz

morgenstern:er twittert.“

Ob das die großen Vorbilder sind?

Vielleichtm denn das nächste Poem heißt

„palmenström traf malmström

verkehr war gut

pulver, kondome

und lippenblut“

Der an hochgeistige Lyrik, wird sich hier wohl etwas schwer tun, kann aber zu Abteilung 6 weitergehen. Wo es heißt:

„Unterwegs zu sein reduziert das Risiko keinen Lebensauf zu haben“

Da sind wir  schon beim Reisen. Es gibt ein Gedicht, das in „Altaussee“ geschrieben wurde, eines das „Sudoku in Warschau“ heißt und ein „cable car gibraltar“ genanntes.

Sieben heißt „Die tiefsten Enttäuschungen sind mir zu heavy, zu arg“, da widmet sich eines den „facebook gedichten, den googhle  tänzen und den  whatsapp oden“, also ganz schön modern und in Lisabonn, im August 2018 wurde das Gedicht „Dichter sein“ geschrieben.

„Ein Dichter sein, das bedeutet größer zu sein,

die Menschen zu überragen. Zuzubeißen

wie jemand, der küsst.“

Also ganz schon überheblich, der M.A, könnte man ihm unterstellen.

Also gehen wir zur „Letzten Lockerung“ über.

Da gibt es einen „jandlversuch“

„findest du dich ich?

sagen se zu dich ich?“ zu

(9) Wieso ein Tierarzt selbstverstänlich ein Tier sein muss“ über und wir haben einen interessanten Rundgan durch Martin Amanshauser Lyrik der letzten zwanzig Jahre gemacht, ein bißchen über Literatur und vielleicht auch über seine Vorlieben, seine Gedanken und Charakterzüge erfahren.“

Wie gesagt, die Hardcorelyrikfans werden vielleicht die Nase rümpfen. Die Psychologin findet das Ouvre des Sohnes eines bekannten Dichters, sehr interessant und ist gespannt, was sie von A. M. noch  alles lesen wird.

2018-08-25

Deutscher Buchpreis

Filed under: — nagl @ 16:14

Gelesene Bücher:

2005

1. Arno Geiger „Es geht uns gut“

2.Friederike Mayröcker „Und ich schüttelte einen Liebling“

 

2006

  1. Katharina Hacker „Die Habenichtse“
  2. Sasa Stanisic „Wie der Soldat das Grammafon reparierte“
  3. Ilija Trojanow „Der Weltensammler“
  4. Daniel Glattauer „Gut gegen Nordwind“
  5. Ingo Schulze „Neue Leben“?

 

2007

1.Julia Frank „Die Mittagsfrau“

2.Thomas Glavinic „Das bin doch ich“

3.Katja Lange-Müller „Böse Schafe“

4. Peter Henisch „Eine sehr kleine Frau“

5.Robert Menasse „Don Juan de la Mancha“?

 

2008

  1. Uwe Tellkamp „Der Turm“
  2. Iris Hanika „Treffen sich zwei“
  3. Ingo Schulze „Adam und Evelyn“
  4. Martin Walser „Ein liebender Mann“

 

2009

  1. Herta Müller „Atemschaukel“
  2. Thomas Glavinic „Das Leben der Wünsche“
  3. Peter Stamm „Sieben Jahre“
  4. Thomas Stangl „Was kommt“

 

2010

  1. Melina Nadj Abonji „Tauben fliegen auf“
  2. Judith Zander „Dinge, die wir heute sagen“
  3. Alina Bronsky „Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“
  4. Olga Martynova „Sogar Papageien überleben uns“

 

2011

  1. Eugen Ruge „In Zeiten des abnehmenden Lichts“
  2. Sibylle Lewitscharow „Blumenberg“
  3. Marlene Streeruwitz „Die Schmerzmacherin“
  4. Ludwig Laher „Verfahren“
  5. Klaus Modick „Sunset“
  6. Judith Scharlansky „Der Hals der Giraffe“
  7. Thomas Melle „Sickster“

 

2012.

  1. Olga Grjasnowa „Der Russe ist einer der Birken liebt“

 

2013.

1.Marion Poschmann „Die Sonnenposition“

2.Daniel Kehlmann „F“

3.Nella Verremej „Berlin liegt im Osten“

4.Ralph Dutli „Soutines letzte Fahrt“

 

2014.

  1. Thomas Melle „3000 Euro“
  2. Lukas Bärfuss „Koala“
  3. Michael Köhlmeier „Zwei Herren am Strand“
  4. Martin Lechner „Kleine Kassa“
  5. Charles Lewinsky „Kastelau“
  6. Marlene Streeruwitz „Nachkommen“

 

2015.

  1. Frank Witzel „Die Erfindung der roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969
  2. Jenny Erpenbeck „Gehen ging gegangen“
  3. Rolf Lapert „Über den Winter“
  4. Inger-Maria Mahlke „Wie ihr wollt“
  5. Ulrich Petzer „Das bessere Leben“
  6. Monique Schwiter „Eins im Andern“
  7. Alina Bronksy „Baba Dunjas letzte Liebe“
  8. Ralf Dutli „Die Liebenden von Mantua“
  9. Valerie Fritsch „Winters Garten“
  10. Heinz Helle „Eigentlich müßten wir tanzen“
  11. Gertraud Klemm „Aberland“
  12. Steffen Kopetzky „Risiko“
  13. Peter Richter „89/90“
  14. Clemens J. Setz „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“
  15. Anke Stelling „Bodentiefe Fenster“
  16. Ilija Trojanow „Macht und Widerstand“
  17. Vladimir Vertlib „Lucia Binar und die russische Seele“
  18. Kay Weyand „Applaus für Bronikowski“
  19. Christine Wunnike „Der Fuchs und Dr. Shamura“
  20. Feridun Zaimoglu „Siebentürmeviertel“

 

2016.

  1. Bodo Kirchhoff „Widerfahrnis“
  2. Reinhard Kaiser-Mühlecker „Fremde Seele dunkler Wald“
  3. Andre Kubicek „Skizze eines Sommers“
  4. Thomas Melle „Die Welt im Rücken“
  5. Eva Schmidt „Ein langes Jahr“
  6. Philip Winkler „Hool“
  7. Akos Doma „Der Weg der Wünsche“
  8. Gerhard Falkner „Apollokalypse“
  9. Michael Kumpfmüller „Die Erziehung des Mannes“
  10. Katja Langen-Müller „Drehtür“
  11. Dagmar Leupold „Die Witwen“
  12. Sibylle Lewitscharoff „Das Pfingstwunder“
  13. Joachim Meyerhoff „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“
  14. Hans Platzgummer „Am Rand“
  15. Arnold Stadler „Rauschzeit“
  16. Peter Stamm „Weit über das Land“
  17. Michelle Steinbeck „Mein Vater war am Land ein Mann und im Wasser ein Walfisch“
  18. Thomas von Steinaecker „Die Verteidigung des Paradieses“
  19. Anna Weidenholzer „Weshalb die Herren Seesterne trugen“

 

2017.

  1. Marion Poschmann „Die Kieferninsel“
  2. Robert Menasse „Die Hauptstadt
  3. Sven Regener „Wiener Straße“
  4. Ingo Schulze „Peter Holtz“
  5. Monika Helfer „Schau mich an, wenn du mit mir redest“
  6. Feridun Zaimoglu „Evangelio“
  7. Christoph Höhtker „Das Jahr der Frauen“
  8. Michael Waidenhain „Das Singen der Sirenen“
  9. Christine Wunnike „Katie“
  10. Kerstin Preiwuß „Nach Onkalo“
  11. Robert Prosser „Phantome“
  12. Julia Wolf „Walter Nowak bleibt liegen“
  13. Franzobel „Das Floß der Medusa“
  14. Sasha Marianna Salzmann „Außer sich“
  15. Jonas Lüscher „Kraft“
  16. Mirco Bonne „Lichter als der Tag“
  17. Gerhard Falkner „Romeo oder Julia“
  18. Jakob Nolte „Schreckliche Gewalten“

 

2018.

  1. Arno Geiger „Unter der Drachenwand“
  2. Josef Oberhollenzer „Sültzrather
  3. Inger Maria Mahlke „Archipel“
  4. Maxim Biller „Sechs Koffer“
  5. Carmen Francescas Banciu „Lebt wohl ihr Genossen und Geliebten“
  6. Susanne Röckel „Der Vogelgott“
  7. Franziska Hauser „Die Gewitterschwimmerin“
  8. Nino Haratischwili „Die Katze und der General“
  9. Stephan Thome „Gott der Barbaren“
  10. Gert Loschütz „Ein schönes Paar“
  11. Adolf Muschg „Heimkehr nach Fukushima“
  12. Gianna Molinari „Hier ist noch alles möglich“
  13. Angelika Klüssendorf „Jahre später“
  14. Eckelhart Nickel „Hysteria“
  15. Helene Hegemann „Bungalow“
  16. Anja Kampmann „Wie hoch die Wasser steigen“
  17. Susanne Fritz „Wie kommt der Krieg ins Kind“
  18. Maria Cecilia Barbetta „Nachtleuchten“

2018-07-22

Eine andere Buchpreisvorschau

Der „Deutsche Buchpreis“, diese Erfindung des „Börsevereins“ um den Lesern, die Jahresneuerscheinungen nahe zu bringen, gibt es seit 2005 und da ist er an mir ersteinmal, das habe ich schon geschrieben, ein paar Jahre  vorbeigegangen.

2008, als ich schon bloggte, hat ihn dann Christiane Zintzen, die heute, glaube ich, Chris Bader heißt, auf ihren Blog, den es nicht mehr gibt, vorgestellt und hat von diesem Leseprobenbüchlein geschrieben, das damals glaube ich vergriffen war.

2009 habe ich mich dann auf die Suche nach ihm gemacht und es in Österreich nicht bekommen, damals hatte oder war das schon 2008 die FAZ ein großes Buchpreisspezial und ich habe damals, weil ich ja noch kaum Rezensionsexemplare bezogen habe und mir die neuen Bücher auch nicht kaufte, sondern mir höchstens eins oder zwei davon zu Weihnachten oder zum Geburtstag schenken ließ, nicht sehr viel  gelesen, aber trotzdem, glaube ich, schon damals meinen Senf dazu gebloggt.

Wahlprognosen angestellt, die natürlich, weil ich ja weder die Gruppendynamik der Jurien, noch die Bücher kannte, meistens voll daneben waren, aber ich habe mich, das läßt sich nicht leugnen, sehr dafür interessiert.

„Buzzalddrins-Bücher“ hat dann 2013  mit der Aktion „Fünf lesen vier“ oder „Vier lesen fünf“ angefangen, damals an dem Tag der Longlistbekanntgabe kann ich mich erinnern, bin ich mit dem Rad nach Traisen gefahren und war bei meiner Rückkehr baßerstaunt, über die vielen unbekannten Titel auf der Liste, die ich natürlich nicht vorausahnen konnte.

Da habe ich schon vage daran gedacht, ob ich nicht vielleicht auch die Verlage anfragen sollte? Habe das  aber nur bei Nellja Veremejs „Berlin liegt im Osten“ getan und das Leseprobenbüchlein, das ich damals direkt angefragt habe, gebloggt, was inzwischen mehr Leute machen, ich aber zu dem Schluß gekommen  bin, daß ich damit keine Prognosen stellen und auch keinen adäquaten Eindruck bekommen kann.

2014 gab es dann wieder eine Buchpreisbloggeraktion bei „Buzzaldrins Bücher“ und wir waren damals im Elsaß auf Urlaub und ich habe die Buchpreisliste in einer Buchhandlung in Ansbach erfragt, das Leseprobenbüchlein gab es damals noch nicht und bei der Longlistenleseaktion, habe ich eifrig mitgemacht, „Kastelau“ bekommen und als sich dann 2015 die offiziellen Buchpreisblogger bildeten, habe ich inoffizielle Blut geleckt, das Buchpreislesen ist ja auch sehr spannend, immer Prognosen von den Büchern die ich damals kaum kannte, weil ich noch kaum Vorschauen gelesen habe, gegeben, mich immer gehörig verschätzt, aber 2015 alle Bücher gelesen, mir davon ein paar vorzeitig zum Geburtstag und zu Weihnachten schenken lassen, ein paar geborgt, zwei in einer Buchhandlung gelesen, etcetera.

2016 habe ich neunzehn Bücher bekommen und gelesen und 2017 waren es achtzehn vom dBp inzwischen hat es ja schon den öst gegeben,  die restlichen zwei habe ich dann im Jänner bekommen und muß sie noch lesen.

Und eine Folge meines inoffiziellen Buchpreislesen war, daß ich plötzlich die Vorschauen bekommen habe und heuer von den achtundzsiebzig Büchern,  die, ich glaube,  in diesem Jahr gelesen habe, so an die sechzig bis siebzig Neuerscheinungen, also Buchpreiskanditaten sind.

Allerdings wird das nicht so ganz stimmen, daß ich am vierzehnten August mit dem Buchpreislesen schon fertig bin, was ich ja gerne wäre, weil ich zwar zwanzig neue Bücher gelesen habe, aber die Hälfte der Verlage, die auf der Liste stehen, sicher fehlen und noch etwas ist heuer neu, der „Kaffeehaussitzer“, der ja 2015 bei den offiziellen Buchpreisbloggern war, hat voriges Jahr den „Bloggeraward“ gewonnen, damit hätte er das wieder werden können, kam aber wahrscheinlich, weil er da schon war oder auch aus anderen Gründen, in die offizielle Jury und liest sich seither streng geheim durch die 165 eingereichten Bücher.

Mit sovielen kann ich natürlich nicht aufwarten, aber sechzig bis siebzig, von denen dann wahrscheinlich eins bis drei auf der offiziellen Liste stehen werden, habe ich heuer auch gelesen und weil wir heuer auch wieder, während der offiziellen Listenbekanntbabe nicht im Lande sind und ich zu dieser Zeit wahrscheinlich, Laptoplos mich durch die Schweizer Literatur lese, habe ich gedacht, daß ich mit meiner Lstenprognose, die ich ja bisher immer getreulich falsch gegeben habe, ein wenig variiere, gut die O-Ttöne die ich seit Alfreds Altersteilzeit  immer getreulich besuche, würden mir dabei helfen, denn der neue Seethaler, der neue Gstrein kommen wahrscheinlich auf die Liste und der neue Arno Geiger zumindestens auf die österreichiche, weil der den dBp ja 2005 mit einem Buch das mir übrigens gar nicht so besonders gefallen hat, gewonnen hat und es so, wie die Jury mache, also nicht schätze, was da vielleicht oben stehen könnte, weil es heuer erschienen ist, sondern das nehme, was ich gelesen habe und da vielleicht ein bißchen nach meinen Erfolgskriterien arbeite, obwohl ich ja Bücher gar nicht so gerne rangreihe.

Was könnte also auf meiner persönlichen deutschen Longlist stehen, habe ich gedacht und kann dabei wahrscheinlich gleich wieder an ein paar Bücher einnern, die ich vor einem halben Jahr gelesen habe, während andere wieder fehlen, weil die Herbstneuerscheinungen ja noch weder wirklich eingetroffen, noch gelesen sind. Also meine zwanzig gelesenen deutschsprachigen Meuerscheinungen für den dBp:

  1. Bernhard Schlick „Olga“
  2. Andre Kubicek „Komm in den totgesagten Park und schau“
  3. Hannes Köhler „Ein mögliches Leben“
  4. Helmut Krauser „Geschehnisse während der Weltmeisterschaft“
  5. Tom Sailer „Wenn Martha tanzt“
  6. Margit Schreiner „Kein Platz mehr“
  7. Julia Schoch „Schöne Seelen und Komplizen“
  8. Jakob Hein „Die Orientmission des Leutnant Sterns“
  9. Milena Michiko Flasar „Herr Kato spielt Familie“
  10. Wlada „Kolosowa „Fliegende Hunde“
  11. Eric Nil „Abifeier“
  12. Heinrich Steinfest „Die Büglerin“
  13. Gunnar Kaiser „Unter der Haut“
  14. Mareike Schneider „Alte Engel“
  15. Kathrin Weßling „Super und dir“
  16. Ruth Cerha „Traumrakete“
  17.  Mareike Fallwickl „Dunkelgrün fast schwarz“
  18. Inger Maria Mahlke „Archipel“
  19. Hans Pleschinski „Wiesenstein“
  20. Michel Decar „Tausend deutsche Diskotheken“

Ein wenig einseitig, was die Verlage betrifft und auch fast nur Frühligsneuerscheinungen, also ziemlich unrealitisch, das habe ich schon geschrieben. Ein paar der Bücher haben mir dabei sehr,  wie der Steinfest, der Gunnar Kaiser, manche weniger gefallen und einige davon habe ich zwar in meinen Regalen, aber noch nicht gelesen, eines weil man das erst im August machen darf, das andere über den Gerhard Hauptmann, weil ich es mir beim Literaturhaus-Flohmarkt kaufte und daher nicht auf meine Jahresliste tat. Aber steht es auf der Liste, was ich hoffe, nehme ich es hervor, dasselbe gilt auch für Anne Reineckes „Leinsee“.

So und weil es ja seit 2016 den östBp gibt, das Ganze noch einmal bis zehn für österreichische Autoren und da wird man wahrscheinlich merken, daß es noch einseitiger wird, weil bei meiner öst Auswahl mehr Debuts und unbekanntere Autoren dabei sind, aber ein bißchen habe ich mich schon durch die heimische Literatur gelesen.

1.Rhea Krchmarova „Böhmen ist ein Ozean“

2.Margit Schreiner „Kein Platz mehr“

3.Milena Michiko Flasar „Herr Kato spielt Familie“

4.Heinrich Steinfest „Die Büglerin“

5.Verena Stauffer „Orchis“

6.Martin Amanshauser „Die Amerikafalle“

7.Cordula Simon „Der Neubauer“

8.Luis Stabauer „Die Weißen“

9. Eva Lugbauer „Und am Ende stehlen wir Zitronen“

10.Judith Gruber-Rizy „Eines Tages verschwand Karola“

Bei den Debuts tue ich mir auch ein wenig schwer, denn Luba Arnautovics „Im Verborgenen“ habe ich ja nicht bekommen, also könnte ich nur aus meinem 2Kremair und Scherriau- Fundus“ schöpfen.Aber da sind meine Lieblingsdebuts, glaube ich, nicht dabei. Denn da bin ich ja für Wlada Kolosowa und Gunnar Kaiser und die spielen bei der österreichischen Liga nicht mit.

  1. Barbara Rieger „Bis ans Ende Marie“
  2. Verena Stauffer „Orchis“
  3. Eva Lugbauer „Und am Ende stehelen wir Zitronen“, hätte ich also da anzubieten.

So das war meine diesmal ungewöhlichere Buchpreisschätzung, mal sehen, wie ich es getroffen habe. Es wird ja noch bis vierzehnten August einiges an Wissen dazu kommen und auch noch etwas Gelesen werden.

 

2018-01-11

Sickster

Jetzt gehts vorerst mal mit der Wiener Leseliste aus den Vorjahren weiter und da steht ja „Sixster“, Thomas Melles Debutroman mit dem er 2011 auf der Longlist des dBp stand, ganz oben.

Ein buch das ich mir an dem Tag, an dem in der „Alten Schmiede“, die literarische Erleuchtung ausgefallen ist und ich nicht wußte, wie ich die zeit bis zur „Kolik Lounge“ verbringen sollte, um einen Euro bei „Kupptisch“ aus der Abverkaufskiste zog, weil es  am Buchrücken einige Einschnitte hatte und das Buch ist gleich zweimal interessant. Erstens einmal passt es bestens zu der Unverständlichkeitdiskussion oder dem was sich die Buchhändler auf den Buchpreislisten wünschen, weil die Leser lieber etwas leicht verständliches Spannendes, als etwas sprachlich Kompliziertes kaufen und dann ist es ja der erste „Depressions oder Psychoseroman“ von den drei mit dem Thomas Melle mit seinem Memoir „Die Welt im Rücken“ den dBp 2016 dann doch nicht gewonnen hat.

Mit Buch zwei „Dreitausend Euro“ ist er ja, gaube ich, 2014 auch auf der Shortlist gestanden und das Buch habe ich mir weil mich das Thema interessierte, vom Alfred schenken lassen und  damals nicht gewußt, daß Melle da auch, aber auf ganz anderere und viel leichter lesbarere Art und Weise das Thema psychische Krankheit beschreibrt, in der „Welt im Rücken“ macht er es biobgraphisch und bei „Sickster“ würde ich mal sagen, sehr kompliziert, so daß auch ich, eine glaube ich schon sehr versiierte Leserin, die ersten hundert Seiten brauchte, um in den Stil hineinzukommen und halbwegs zu verstehen, um was des da geht.

Auf den buchrücken hat glaube ich die Zeitschrift „Literaturen“ von Sigrid Löffler begründet und nicht der Blog von Sophie Weigard geschrieben „Ein abschüßiges hartes und herzergreifendes Debut. Melle nimmt das voll Risiko. Er bricht Kälte durch Pathos und ist ganz sicher eines nicht, der nächste Popliterat“.

Ob das stimmt, weiß ich nicht, weiß ich ja nicht einmal genau, was ich mir unter einen Popliteraten vorstellen kann, aber ich könnte mir vorstellen, daß das Buch das ist, wie die Literaturkritiker von der qualifiziertesten Sorte, die gute Literatur haben wollen.

Neu und unverständlich, sprachlich auf hohen Niveau und ohne Rücksicht auf die psychischen Befindlichkeiten des Autors würde ich noch keck einwerfen, denn Thomas Melle hat sich ja inzwischen geoutet und damit, wie man vielleicht auch unken könnte, die eleitären abgehobenen Kriitiker entlarvt, die ja in dem Buch noch euphorisch schreiben:

„Ein beschädigtet Text über Lebens- und Systemfehler. Ein kaputter Roman über eine kaputte  Gegenwart, so nah an jetzt, dass es wehtut“ Berliner Morgenpost oder

„Ein besseres Buch über trostlose junge Großstädter ist in den letzten Jahren nicht geschrieben worden.“ Spex.

Worum geht es in dem Buch werden jetzt meine Leser von mir wissen wollen und das, Leute, ist gar nicht so einfach zu erzähen oder doch natürlich, denn das steht ja auch am Buchrücken.

Es geht um einen Magnus der ist Journalist bei einer Tankstellenzeitung, dann gibt es noch einen Thorsten, der ist in der Ölfirma, der die Tankstellen gehören Manager und trinkt, um das harte Leben, in das er da geraten ist, zu packen, sich munter dahin. Dann kokst und kifft er auch und hat eine Freundin namens Laura und die übt sich in Selbstverletzungen und kratzt ihre Wunden immer wieder auf, wohl auch, um auch das harte Leben der frühen Zweitausenderjahren mit allen ihren Krisen und Neoliberalismus durchzustehen und am Buchrücken steht noch etwa,s daß Magnus, der inThorsten einen Schulfreund wiedergetroffen hat, ihm seine Freundein wegnimmt. Das Klappentexter, habe ich nun ganz anders gelesen, für mich war da nichts von zarter Liebesgeschichte, sonder eher das rauhe Leben der Erfolgsgesellschaft pur.

Das Buch ist in einigen Teilegegliedert, beginnt mit Magunus Abiturentenzeit, die glaube ich, in Bonn passierte, dann säuft und kifft sich Thorsten im zweiten Teil durch das Leben und die Vorstandsetage. Dann gibt es jahreszeitlich besonders interessant, ein Christmas Kapitel, wo Magnus Familiengeschichte erläuert wird und um die Psychose, in „Die Welt am Rücken“,  bestens beschrieben, geht es im vierten Teil.

2016 hat mich verwirrt, das einige der Blogger, die ewig wiederkehrenden Schübe in dem Buch langweilig fanden.

„Hä?“, dachte da die Psychologin in mir.

In „Sixster“ gehts, vom Autor abgewandt im Crashkurs durch die sensible Journalistenseele und dann treffen Magnus und Laura sich in der Klinik wieder und thorsten steht draußen, von seiner firma inzwischen beurlaubt, da ein kleiner Probedialog, um in den Stil des Buches einzuführen.

„Glauben Sie, ich bräuchte ruhe?“, fragte Thorsten.

„Ein wenig Urlaub, vielleicht.“

Das täte Ihnen sicherlich gut!“, sagt Francoise Starck“

„Wenn Sie meinen.“

„Das meinen wir“

Dann meine ich das auch“

„Das will ich auch gemeint haben“

So geht es offenbar zu in den Vorstandsetagen, wenn untragbar gewordenen Mitarbeiter entlassen werden und dann steht er also vor der Klinik und säuft und kotzt. Aber nicht sehr lange, denn Magnus und Laura holen ihn, glaube ich, hinein, beziehungsweisen machen sie dann zu dritt einen Aufstand und eine Revolution in der Ölfirma und so endet das Buch, Teil eins von Thomas Melles Krankekengeschichte, einem sprachlich nicht sehr leicht zu lesenden Buch, das damit die Befindlichkeit der 2000er Jahre ausdrückt, wie die Literaturkritiker jubelten und die wahrscheinlich erst fünf Jahre später begriffen, daß damit auch Thomas Melles psychische Befindlichkeit mit gemeint war und der Durchschnittsleser, der, der sich nach seiner harten Arbeit in einem Tankstellenshop oder einer Öllfirma unterhalten und erholen möchte und daher lieber zum Krimi oder Chick Lit greift, wird an dem Buch nicht viel Gefallen finden und „Das ist mir zu komplierzt sagen!“, wie ich fürchte und denke, die ich ja manchen meinen Lesern auch nicht sehr verständlich bin.

2017-12-20

Zwanzigster Dezember

Obwohl auf der Uni schon Ferien, war heute wieder das Partisanenliteratur-Workshop in der Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur. Herr Eder hat mir jetzt den Rest von Ladislav Mlackos „Engelchen“ geschickt. Das werde ich in den Weihnachtsferien lesen, bis jetzt bin ich noch nicht datz gekommen.

Also haben wir am Nachmittag wieder nach Sujetketten gesucht und danach bin ich nach Grinzig hinausgewandert, das heißt eigentlich nur bis zur U-Bahn Station Währingerstraße, weil wir uns da zu einer Weinverkostung bei Herrn Fischer von der Firma Marimport getroffen haben und weil dazu nicht besonders viel Literarisches zu schreiben ist, givt es hier wieder ein Adventkalenderfenster.

Das 1. 5. 7. 9. und 19. gibt es auch schon und hier voila:

„Sonntag, 20. Dezember

Am Sonntag prangte, wie erwartet ein prächtiger Adventkranz mit einer roten Schleifen, goldenen Kugeln und vier brennenden Kerzen hinter dem Kalenderfenster und Nika hastete, nachdem sie, um halb zwölf aufgewacht war, in die Küche, um nachzuschauen, was im Kühlschrank zu finden war? Denn sie war gestern nicht zum Einkaufen gekommen und jetzt war sie auch nicht in der Stimmung zum West oder Hauptbahnhof zu fahren, um in den überteuerten Supermärkten, die dort zu finden waren, das Mittagessen zu besorgen. Das war der Nachteil der Berufstätigkeit, beziehungsweise das Risiko einer Weihnachtsfrau, die zwar die anderen zum Konsumieren verlocken sollte, selbst aber keine Zeit dazu hatte. Kaffee war im Küchenkasten aber zu finden und im Eisschrank war ein Rest Milch. Zwar nicht viel und die war schon abgeflaufen, aber für das Frühstück reichte es und dann würde sie Spaghetti kochen. Befanden sich doch solche in einem Einweckglas und eine Dose Sugo gab es auch! Das Mittagessen war gerettet und um fünf würde sie sich mit Harald Schwabeneder, der ihr interessante Neuigkeiten versprochen hatte, in dem Cafe, das sich am Dach der Hauptbücherei befand, treffen und da konnte sie sich zum Punsch einen Schunken-Käsetoast bestellen und würde nicht verhungern. Dreieinhalb Arbeitstage noch, dann war ihr Weihnachtseinsatz vorbeil. Sie würde sich ihr Geld vom Konto holen können, wenn das Kaufhaus schon überwiesen hatte und braucht nicht zu kochen, da sie mit Ruth und Vera bei ihren Eltern in Gönserndorf, wo diese seit Papas Pensionierung wohnten, feiern würden und die Lachsforelle, die die Mutter versprochen hatte, klang verlockend. Da würde es auch Weihnachtskekse geben, denn die Mutter war eine hervorrrragendende Konditorrin, dachte Nika und griff nach der Dose, in der sich noch die Reste von denen befinden mußten, die sie vor zwei Wochen gebacken hatte. Drei müde Stück waren noch vorhanden, zwei Vanilllekippferln und eine verünglückte Rumkogel. Die in den Kaffee getaucht. Die Spaghetti würde es später geben. Durschen und Anziehen würde sie sich später, denn heute war ihr freier Tag und sie vom gestrigen Kampfshopping müde und jerschöpft.

„Das war der stärkste Einkaufssamstag!“, hatte Dragana Nicolic zu ihr gesagt, die sie am Abend in der Personalgarderobe übrhtrtoffen hatte und die auch sehr erledigt ausgehesehen hatte.

„Dreieinhalb eher schwache Tage noch, dann ist es vorbei!“, harte sie hnzugefgt und sich bei ihr erkundigt, ob sie schon alle Weihnachtsgeschenke besorgt  hatte? Sie hatte nicht, hatte sie doch  Zeit dazu und mußte wohl die morgendliche Mittagspause dafür opfern und sich da, statt sich in der Kantine mit Widerlich Seidler zu verbgnügen, ein mitgebratchtes Leberkösesemmel in den Mund stopfern.

„Haben Sie auch einen Brief von Herrrn Schröder bekommen? Was halten Sie davon?“, hatte Jessicas Mutter gerfragt und ihr das gleiche blaue Kuverrt hingegengestreckt, das ihr die Kleine am Vormittag übergeben hatte.

„Herr Schröder ladet mich und Jessi am Vormittag zu einer Weihnachtsfeier ein  und Sie sollen auch dabei sein“, fügte sie hinzu und Nika hatte Daragan Nikolic geaworet, daß sie kommen würde.

„Denn wissen sie, am Heiligenabend bin ich mit meiner Scwester  und deren Freundin bei meinen Eltern! Am Christtag hat mich die Freundin einer Freudin eingeladen! Am Stefanitag habe ich aber noch nichts vor und komme gern, denn ich habe mich in den letzten Wochen sowohl mit dem alten Max, als auch mit ihrer Tochter angefereundet“

„Dann sind Sie versorgt und werden nicht einsam sein!“, hatte Jessicas Mutter vermutet und hinzugefügt, daß sie sich für Jessi freue.

„Ich habe Ihnen doch erzählt, daß die Kleine darunter leidet, daß sich ihr Vater nicht um sie kümmert. Ich habe mich vor zwei Jahren von ihm getrennt, weil er mich mit seiner Bürokollegin betrogen hat! Die hat ihm jetzt den kleinen Dominik, Jessicas Halbbruder, geboren und seither scheint er vergessen zu haben, daß er eine Tochter hat und wenn Sie es Jessi nicht erzählen, kann ich Ihnen verragten, daß ich den „Legebaukasten“, den sie sich wünscht, besorgt habe und ihr notfalls vorschwindeln werde, daß er von ihrem Vater ist,  wenn sich der Marco nicht meldet! Das darf ich doch und ist nicht gelogen?“, erkundigte sie sich dann erschrocken bei der Weihnachtsfrau, die nickend geantwortet hatte, daß sie denke, daß sie das schon könne?

„Eine kleine Weihnachtsschwindelei ist des Weihnachtsfriedens wegen sicherlich erlaubt!“

Das dachte sie auch jetzt, als  das letzte Vanillekipferl im Mund verschwunden war und sie das Wasser für die Sphaghetti aufsetzte. Um fünf würde sie Harald treffen und mit ihm ins Cafe am Dach gehen. Welche Neuigkeiten, er wohl für sie hatte? Es gab doch keine besonderen, hatte sie doch eben erst mit ihrer Schwester telefoniert, um sich einen Treffpunkt für die Fahrt nach Gänserndorf auszumachen und die hatte ihr verraten, daß ihr davor graue.

„Denn weißt du, Schwesterchen, ich habe den Schwangerschaftsblues! Zumindestens nennt Vera das so und muß schon kotzen, wenn ich nur an die fette Lachsforelle und den Teller mit den Weihnachtskeksen denke. Meine Frauenärztin meint zwar,  das ist normal und macht jede Schwangere durch! Aber bei uns ist in letzter Zeit mehr als das fröhliche Weihnachtskotzen angesagt! Setzt mir das Jugendamt doch wegen Joe Prohaska zu! Die Mama und der Papa schauen Vera noch immer scheel an und werden sich sicher nicht entblöden, mir zuzuflüstern, wie nett  doch ein Vater für Zoe-philippa wäre und die Mama hat in irgendweiner Gratiszeitung ein Bild von ihm gesehen und hört nicht auf, mir vorzuschwärmen, was für ein toller Mann der gute joe ist und, daß er sicher ein hervforragender Vater wäre“

„Das mußt du nicht so ernst nehmen!“, hatte Nika die Schwerster geröstet und an den sich betrinkenden Joe Prohaska gedacht, der bei der Premierenfeier, kein besonderes Vorbild abgegeben hatte.  Gut, das war der Zorn auf ihre Schwester gewesen, daß er sich betrunken hatte. Aber wenn sie das dem Jugendamt meldete, ließen die die Idee von der geteilten Vormundschaft vielleicht fallen und Ruth in Ruhe, dachte Nika und war sich nicht sicher, ob sie nicht Joe Prohaska verpetzen solle?  Ob das von einer Weihnachtsfrau erwartet wurde? Die Spahgehttti hatten aber gut geschmeckt! So hatte sie um vier uhr Nachmittag doch die Zähne geputzt und sich unter die Dusche gerstellt. War in Jeans und eine blaue Bluse geschlüpft. Saß eine halbe Stunde später Harald Schwabeneder gegenüber, schaute auf den Gürtel und lächelte ihn verliebt an, als sie ihm Max Schröders blauen Brief entgegenstreckte und sich erkundigte, ob er Lust hätte mit ihr zu einer weihnachtlichen Jause am Stefanitag zu kommen?

„Würde ich sehr gern, aber da hat mich meine Mama zu einem Oma und Tantenbesuch in ein Altersheim verdonnert!“, sagte er bedauernd.

„Aber am Christtag komme ich natürlich zu der Freundin deiner Freundin mit und passe auf, daß ihr der junge raker und der alte Deutschlehrer nicht zu nahe kommen!“

„Und ich passe auf dich auf!“, antwortete Nika lächelnd, hob ihr Punschglas und wollte von ihm wissen, welche Neuigkeiten zu erwarten seien?

„Diese da, Weihnachtsfrau!“, rief Harald Schwabeneder fröhlich und zeigte auf das Paar, das zwei Tische weiter saß und verliebt Händchen hielt.

„Was sagst du, zwischen Doro Zelinski und Joe Prohaska hat es gefunkt und die Schauspielerin, die ich vorgestern zu interviewen die Ehre hatte, hat mir auch verraten,  daß sie Single ist und gerne Mutter werden möchte!

„Ich bin nicht lesbisch und lebe auch nicht in einer Frauenbeziehung!“,  hat sie noch dazu gesagt und von mir wissen wollen, ob ich glaube, daß sie sich auf ihren „Faust“ einlassen könne und ob er der Drohbriefschreiber sei? Da habe ich sie beruhigen können, denn mein Freund Konfrad, den ich ebenfalls getroffen habe, geht von einem Nachahmungstäter aus und die Polizei hat auch einen Psychopathen im Visier, der das schon öfter machte!  Also habe ich die gute Doro beruhigt und jetzt treffen wir sie hier mit Joe Prohaska, das ist doch interessant!“, hatte Harald Schwabeneder ausgerufen und die Hand gehoben, um ihm und Dorothea Zelinski zuzuwinken. Dann beugte er sich zu ihr, zog ein kleines Weihnachtsengerl aus der Tasche, das er ihr mit strahlednen Lächeln überreichte und behauptete, daß es ihr Schutzengelchen sei und auf sie aufpassen würde, wenn sie sich am Weihnachtsabend nicht sehen und erst am Christtag Weihnachten feiern könnten.“

So und das nächtste Adventkalenderfenster, wird es wahrscheinlich am 24. geben.

 

2017-08-20

Buchpreislücken oder dreigleisig lesen

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 00:24
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Jedes Buchpreisbloggen unterscheidet sich vom anderen, so bin ich 2015 als ich mit dem Buchpreisbloggen angefangen habe, an dem Donnerstag an dem die LL bekanntgegeben wurde und ich die Verlage angeschrieben hatte, durch die „Frequency“ hindurch zum „Thalia“ in die Wiener Straße nach St. Pölten gefahren und war etwas enttäuscht, daß ich dort weder die Valerie Fritsch noch die Alina Bronsky auf dem Bücherstapeln, sondern nur das mir unbekannte „Risiko“ dort fand.

Das habe ich dann in einigen Tranchen wirklich in dem Geschäft gelesen, obwohl ich es vom Verlag geschickt bekommen habe.

Der Alfred hat mir zweimal zwei der Bücher vorgezogen gekauft, zwei habe ich mir vom  Otto ausgeborgt, eines, das Buchpreisbuch noch von der Trude Koiber zum Geburtstag schenken lassen und weil ich damals wirkich alle Bücher lesen wollen, den „Dr. Shamura“ zwischen zwei Fortbildungs- oder Reflexionsveranstaltungen beim „Kuppitsch“ schnell gelesen.

Im Vorjahr war mir dann schon klar, daß ich nur lese, was kommt, weil es ja schon im September noch eine Liste kam, ich habe aber neunzehn Bücher bekommen, das letzte davon, „Hool“ aber erst, glaube ich, im Dezember gelesen und heuer, ja, die Verlage wieder zweimal anfragen.

Dann lesen, was kommt, aber da wird es, ganz abgesehen von meiner Leseliste, die ich ja schon im Vorjahr auf die Schmankerln umgestellt habe, noch die anderen Neuererscheinungen geben, denn ich habe mir ja bei „Kiwi“ und auch bei „Aufbau“ und „Wagenbach“ bestellt und da habe ich schon vorige Woche ein dickes Paket von „Kiepenheuer und Witsch“ bekommen, an dem ich noch immer lese.

Die deutsche Buchpreisliste wurde heuer am österreichischen Feiertag und auch den, wo wieder die „Frequency“ begann, bekanntgegeben. Da habe ich gerade den zweiten Teil von Tim Krohn „Meenschlichen Gefühlen“ gelesen, die Verlage angeschrieben und am Dienstag nur Abwesenheits oder Feiertagsnotizen zurückbekommen.

Als ich dann am Mittwoch in meine Mails schaute, war die erste Reaktion von „Jung und Jung“ die sich freuten, mir Monika Helfers Buch schicken zu können. Die zweite Zusage kam von C. Beck, bei dem ich ja immer Schwierigkeiten mit dem Anschreiben hatte, diesmal ging es und so wird auch Jonas Lüschers „Kraft“ ein Buch das ich ja schon eine Nacht lang bei mir hatte und in Göttweig auch signieren ließ, zu mir kommen.

Weiters habe ich inzwischen die PDFs von Christoph Höhtkers „Das Jahr der Frauen“ Christine „Wunnickes „Katie“ und Mirko Bonnes „Lichter als der Tag“, bekommen.“

Von „Hanser“ kam am Mittwoch noch die Nachricht, daß sie sich zwar über mein Buchpreisbloggen sehr freuen, aber weder Buch noch PDFs für mich hätten, ich mir meine Freude am Bloggen aber dadurch nicht nehmen lassen soll. Keine Sorge, „Meine Freude am Bloggen ist von Rezensionsexemplaren unabhängig, dann bleibt halt eine Lücke über!“, habe ich höflich zurückgeschrieben. Das Mail aber, ganz ehrlich, etwas herablassend empfunden.

Aber es stimmt, der Mut zur Lücke wird diesmal wahrscheinlich bleiben. Das trifft aber die Realität, weil ja auf der LL sowieso nur ein Bructeil der Neuerscheinungen draufstehen kann und der Blick über den Tellerrand daher ganz gut tut.

Am Donnerstag hat mir dann Susanne Rössler von „Zsolnay-Deuticke“ geschrieben, daß ich mir das „Floss der Medusa“ von „Net Galley“ herunterladen kann. Dort habe ich mich inzwischen auch  angemelden, beim Laden wird mir aber der Alfred helfen müssen und das wäre der Longlistenlesestand bis Freitag früh.

Zwei gelesene Bücher, drei bis vier PDFs und zwei Ankündigungen.

Wenn dann die Lücke bleiben würde, wäre das auch nicht ganz so schlecht, denn ich lese ja noch immer „Erich Wyss“ übt den freien Fall“ und habe in Harland auf dem Küchenschreibtisch auf Clemens Meyer „Am Stein“ Charles Bukowsky „Über das Schreiben“ und in Wien im Badezimmer Zadie Shmidts „Swingtime“ liegen.

Dort liegt auch schon länger Uwe Timms „Ikarien“, das ich Anfang September lesen werde und dann ist am Donnerstag noch Isabella Straubs „Wer hier schlief“ von „Aufbau“ dazubekommen, das ich mir vorige Woche bestellte und weil ich es nicht lassen kann, habe ich inzwischen auch noch die zwei Neuerscheinungen von „Kremayr&Scheriau“ angefragt.

„Wow!“, werden da meine Leser sagen.

„Du gehst es an!“ und  meine österreichischen Buchpreisspekulationen sind inzwischen auch erschienen. Da wird die Longlist am fünften September bekanntgegeben, wo ich noch einmal anfragen werde und inzwischen lesen, lesen, was kommt, beziehungsweise im Badezimmer liegt und da ist es wahrscheinlich äußerst spannend mich nicht nur, diesmal wahrscheinlich lückenhaft durch die beiden LLs zu lesen, sondern auch mitzubekommen, was es sonst so auf dem Buchmarkt gibt.

Das finde ich eigentlich noch interessanter, da Neues zu entdecken und was die Listenreaktionen betrifft, ist es auch sehr spannend, daß sich diesmal die „Meckerer“ eingegrenzt, beiziehunsweise begriffen haben, daß auf einer zwanzig Bücherliste nicht alles stehen kann.

Man kann aber alles, beziehungsweise auch das andere und, das was einen interessiert lesen und da freue ich mich schon ganz besonders auf die „Ikarien“ und auf Isabella Straubs neues Buch, bei dem ja das letzte fast an mir orbeigegangen ist, beziehunsweise mir zu teuer war, als ich es für zehn Euro bei „Thalia“ in einer Abverkaufsliste fand.

Cirka fünfzig Bücher habe ich mir ausgerechnet, werde ich heuer noch lesen können, das wird sich, wenn man die beiden Listenbücher-, da kommt  dann noch das Debutpreisbloggen dazu und da werde ich, wenn die dortigen Shortlistenbücher oder die PDFs nicht zu mir kommen sollten, in die buchhandlungen gehen und die schon bestellten Bücher dazurechnet, wahrscheinlich gerade ausgehen und ich werde mit meiner eigenen Leseliste, wo auch noch einiges Schöne steht, heuer wahrscheinlich nicht mehr sehr weit kommen.

Da habe ich mich aber im Mai, Juni und im Juli ganz gut durchgelesen und die Idee, mich ab nun nur mehr meiner Liste zu widmen und das andere links oder rechts liegen zu lassen, gibt es  auch noch. Wird aber wahrscheinlich nicht durchzuführen sein, da ich bei Anfragen schlecht nein sagen will und, ob ich mir das Longlistenanfragen verkneifen kann, bin ich mir auch nicht so sicher.

Da sind dann die Lücken wahrscheinlich ganz hilfreich und jetzt lesen, was kommt!

 

2017-08-11

Archivnachtrag und Listenschätzung

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 00:33
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Am Dienstag ist es wieder soweit, da wird die neue Longlist des dBp bekanntgegeben, den es ja seit 2005 gibt und den ich seit 2008, glaube ich, mehr oder weniger intensiv verfolge.

Seit 2015 tue ich das eher intensiv, denn da habe ich mich ja auch zum „Longlistenlesen“ entschlossen, vorher habe ich mir manchmal ein oder zwei der Bücher zum Geburtstag oder Weihnachten schenken lassen und dann nach den Büchern gegriffen, wenn ich sie beispielsweise in einer Abverkaufskiste fand.

2015 habe ich mich im Sommer durch das Buchpreisarchiv gewühlt und die Bücher aufgezählt, die ich damals gelesen oder noch ungelesen zu Hause hatte. Dann habe ich 2015 komplett gelesen und im Vorjahr habe ich bis auf „München“ auch alle Bücher von den Verlagen zugestellt bekommen.

Heuer werde ich, glaube ich, wieder anfragen und lesen was kommt und weil ich zwischendurch auch schon was gelesen habe und immer wieder was Betreffendes finde, ergänze ich die Liste der gelesenen Longlist-Shortlist und Buchpreisbücher, die ungelesenen lasse ich aus, da ich sie ja nicht verlinken kann und was die Schätzung für 2017 begtrifft, da bin ich ja nie sehr gut, weil ich nur wenig oder kaum Vorschauen lese, habe, was ich hoffe, aber diesmal  einiges gelesen.

So würde ich mir, jetzt rein nach meinem Bauch, das heißt, was ich schon zu Hause habe oder auf den Messen, bei Veranstaltungen oder bei den  Bloggern so hörte, folgendes wünschen und nächste Woche kann man wieder schauen, wie gut ich im Schätzen oder besser Wünschen bin:

  1. Olga Grjasnowa „Gott ist nicht schüchtern“
  2. Feridun Zaimoglu „Evangelio“
  3. Tiljan Sila „Tierchen „Unlimited“
  4. Juliana Kalnay „Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens“
  5. Simon Strauß „Sieben Nächte“
  6. Uwe Timm „Ikarien“
  7. Hannes Stein nach uns die Pinguine“ (Da weiß ich aber nicht ob der als deutscher Autor gilt)
  8. Julia Wolf „Walter Nowak bleibt liegen“
  9. Tim Krohn „Herr Brechbühl sucht eine Katze“ (oder auch der Folgeband)
  10. und dann noch: Jonas Lüscher „Kraft“
  11. Christoph Hein „Trutz“
  12. John von Düffel „Klassenbuch“
  13. Anna Kim „Die große Heimkehr“
  14. Franzobel „Das Floß der Medusa“
  15. Karin Peschka „Autolyse Wien“
  16. Olga Flor „Klartraum“
  17. Paulus Hochgatterer „Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war“
  18. Doron Rabinovici „Die Außerirdischen“
  19. Mariana Leky „Was man von hier sehen kann“
  20. Lukas Bärfuß „Hagard“

 

Und jetzt die Rückschau:

2005

1. Arno Geiger „Es geht uns gut“

2.Friederike Mayröcker „Und ich schüttelte einen Liebling“

 

2006

  1. Katharina Hacker „Die Habenichtse“
  2. Sasa Stanisic „Wie der Soldat das Grammafon reparierte“
  3. Ilija Trojanow „Der Weltensammler“
  4. Daniel Glattauer „Gut gegen Nordwind“
  5. Ingo Schulze „Neue Leben“?

 

2007

1.Julia Frank „Die Mittagsfrau“

2.Thomas Glavinic „Das bin doch ich“

3.Katja Lange-Müller „Böse Schafe“

4. Peter Henisch „Eine sehr kleine Frau“

5.Robert Menasse „Don Juan  de la Mancha“?

 

2008

  1. Uwe Tellkamp „Der Turm“
  2. Iris Hanika „Treffen sich zwei“
  3. Ingo Schulze „Adam und Evelyn“
  4. Martin Walser „Ein liebender Mann“

 

2009

  1. Herta Müller „Atemschaukel“
  2. Thomas Glavinic „Das Leben der Wünsche“
  3. Peter Stamm „Sieben Jahre“
  4. Thomas Stangl „Was kommt“

 

2010

  1. Melina Nadj Abonji „Tauben fliegen auf“
  2. Judith Zander „Dinge, die wir heute sagen“
  3. Alina Bronsky „Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“
  4. Olga Martynova „Sogar Papageien überleben uns“

 

2011

  1. Eugen Ruge „In Zeiten des abnehmenden Lichts“
  2. Sibylle Lewitscharow „Blumenberg“
  3. Marlene Streeruwitz „Die Schmerzmacherin“
  4. Ludwig Laher „Verfahren“
  5. Klaus Modick „Sunset“
  6. Judith Scharlansky „Der Hals der Giraffe“

 

2012.

  1. Olga Grjasnowa „Der Russe ist einer der Birken liebt“

 

2013.

1.Marion Poschmann „Die Sonnenposition“

2.Daniel Kehlmann „F“

3.Nella Verremej „Berlin liegt im Osten“

 

2014.

  1. Thomas Melle „3000 Euro“
  2. Lukas Bärfuss „Koala“
  3. Michael Köhlmeier „Zwei Herren am Strand“
  4. Martin Lechner „Kleine Kassa“
  5. Charles Lewinsky „Kastelau“
  6. Marlene Streeruwitz „Nachkommen“

 

2015.

  1. Frank Witzel „Die Erfindung der roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969
  2. Jenny Erpenbeck „Gehen ging gegangen“
  3. Rolf Lapert „Über den Winter“
  4. Inger-Maria Mahlke „Wie ihr wollt“
  5. Ulrich Petzer „Das bessere Leben“
  6. Monique Schwiter „Eins im Andern“
  7. Alina Bronksy „Baba Dunjas letzte Liebe“
  8. Ralf Dutli „Die Liebenden von Mantua“
  9. Valerie Fritsch „Winters Garten“
  10. Heinz Helle „Eigentlich müßten wir tanzen“
  11. Gertraud Klemm „Aberland“
  12. Steffen Kopetzky „Risiko“
  13. Peter Richter „89/90“
  14. Clemens J. Setz „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“
  15. Anke Stelling „Bodentiefe Fenster“
  16. Ilija Trojanow „Macht und Widerstand“
  17. Vladimir Vertlib „Lucia Binar und die russische Seele“
  18. Kay Weyand „Applaus für Bronikowski“
  19. Christine Wunnike „Der Fuchs und Dr. Shamura“
  20. Feridun Zaimoglu „Siebentürmeviertel“

 

2016

  1. Bodo Kirchhoff „Widerfahrnis“
  2. Reinhard Kaiser-Mühlecker „Fremde Seele dunkler Wald“
  3. Andre Kubicek „Skizze eines Sommers“
  4. Thomas Melle „Die Welt im Rücken“
  5. Eva Schmidt „Ein langes Jahr“
  6. Philip Winkler „Hool“
  7. Akos Doma „Der Weg der Wünsche“
  8. Gerhard Falkner „Apollokalypse“
  9. Michael Kumpfmüller „Die Erziehung des Mannes“
  10. Katja Langen-Müller „Drehtür“
  11. Dagmar Leupold „Die Witwen“
  12. Sibylle Lewitscharoff „Das Pfingstwunder“
  13. Joachim Meyerhoff „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“
  14. Hans Platzgummer „Am Rand“
  15. Arnold Stadler „Rauschzeit“
  16. Peter Stamm „Weit über das Land“
  17. Michelle Steinbeck „Mein Vater war am Land ein Mann und im Wasser ein Walfisch“
  18. Thomas von Steinaecker „Die Verteidigung des Paradieses“
  19. Anna Weidenholzer „Weshalb die Herren Seesterne trugen“

2017-04-12

Chiru

Der „Wagenbach-Verlag“ ist unter anderem ein Spezialist in italienischer Literatur. Da habe ich mir vor Jahren im Abverkauf bei der Buchlandung auf der Mariahilferstraße, eine Reihe ein Euro Büchlein gekauft und noch nicht sehr viel davon gelesen.

Der Alfred hat mir einmal einen Spezialband geschenkt und seit einem halben Jahr bekomme ich auch vom Verlag  Bücher angeboten, habe da ein sehr interessantes Debut entdeckt und jetzt auch etwas Italienisches gelesen.

Den neuen Roman der 1972 geborenen Sardin Michela Murgia und ich fühlte mich in die Zeiten eines Alberto Moravia versetzt, von dem ich ja auch einiges gelesen habe und kann nur staunend feststellen, daß die italienische Literatur offenbar etwas Besonderes ist, wo es knarscht und knistert voll geheimnisvoller Erotik, auch wenn die Autorin eine fünfundvierzigjährige Frau ist und in dem Buch Handies, SMS und blaue Fingernägel vorkommen.

Zum Glück tun sie es, denn sonst würde ich mich im Rom eines Alberto Moravia wähnen oder in Sizilien oder bei „Erica und ihren Geschwistern“ und es ist ein Buch mit vielen Fragezeichen.

Noch nie habe ich in eines soviele Fragezeichen hineingemacht, wie in diesen, wo es um die Beziehung einer achtunddreißigjährigen Schauspielerin zu ihrem achtzehnjährigen Schüler geht.

Die, die jetzt wissend nicken und „Aha!“, sagen, kann ich belehren, sie wissen nichts, denn darum geht es nicht.

„Um was geht es dann?“, wird man nun fragen.

Um das Knistern und die Spannung, die geheime Erotik, die heutzugtage vielleicht gar nicht so nötig wäre und auch, um das viele andere, was man nicht braucht oder doch. Doch nattürlich und das ist so wichtig, daß man dafür Lehrer braucht und die Schauspielerinnen sich Schüler halten.

Denn Chiru, der Achtzehnjährige ist Musikstudent, wozu braucht er also eine Schauspielerin als Lehrerin? Für den Sprechunterricht?

Nein, denn dieses Schüler-Lehrertum, von dem ich nicht sicher bin, ob es das tatsäöchlich in Italien gibt oder gab, ist eine Art Mentorentum oder auch nicht wirklich.

Eleonora soll Chiru in das Leben und in die Gesellschaft einführen. Und sie hat im Laufe ihres achtunddreißigjährigen Lebens schon einige solcher Schüler gehabt, drei um genau zu sein und sie waren alle jünger als Chiru. Deshalb ist ihr Ex-Geliebter Fabrizio auch besorgt und rät ihr davon ab, ihn anzunehmen, als sie ihm davon erzählt. Auch das ist etwas was ich nicht verstanden habe, was ist das Risiko daran?

Eleonora, die Ich-Erzählerin ist jedenfalls eine scharfsinnige Frau, die schon als achtjährige, das Unglück dieser Welt erkannte und es gibt ein paar sehr eindrucksvolle Szenen in den Buch, in eben diesen Moravia-Ton, würde ich meinen, die das belegen.

So hat Eleonra mit acht ihre Unschuld verloren, als sie mit Papa und Mama und dem älteren Bruder in dem Dörfchen, wo sie groß wurde, auf ein Fest ging und dort nicht den Eiswagen bekam, den sie sich wünschte, während der Bruder selbstverständlich, die Spritzpistole bekam.

Warum der Vater, das verwehrte habe ich auch nicht verstanden und auch nicht die Bedeutung darum herum.

Eleonora hat sich das Spielzeug aber offenbar selber gekauft, denn es steht jetzt in der Wohnung der erwachsenen Frau und es gibt noch so eine beeindruckende Sezne.

Das ist Eleonora schon über zwanzig, trägt ein schwarzes Kostüm und geht vorsprechen. Nachher wird sie von dem Regisseur zu einem Sushi-Essen eingeladen. Sie hat aber noch nie mit Stäbchen gegessen, kann es nicht, ist ungeschickt dabei, der Fisch fällt auf den Tisch oder auf den Boden und die Peinlichkeit beginnt.

Zwei wirklich sehr eindrucksvoll geschilderte Szene, obwohl mir die Bedeutung darum herum, wohl etwas zu pathetisch war. Denn natürlich muß man in Sardienien erst mit Stäbchen umgehen lernen, wenn man zu Hause mit Spaghetti aufgewachsen ist.

Eleonora entscheidet sich jedenfalls ihren Schülker anzunehmen und geht mit ihm in ein Stoffgeschäft, um ihn die unterschiedlichen Satmsorten anfassen zu lassen. Sie geht mit ihm auch auf Parties und dann geht sie auf eine Tournee nach Stockholm, Prag und noch wo anders hin.

Da soll er eigentlich mitkommen, aber in Stockholm beginnt sie ein Verhältnis mit dem dortigen Operndirektor Martin de Lorraine. Der war schon auf der Party in Italien und Chriu, der nicht wußte, daß er ein Operndirektor war, war unhöflich zu ihm.

Jetzt will der Eleonoras „Patensohn“ zum Vorspielen einladen, sie wehrt aber ab und als sie Chiru in Florenz dann doch trifft, bittet er sie darum und sie nennt das  genauso „ungehörig“, wie ihr damals der Vater den Wunsch nach dem Spielzeug versagte.

Es gibt dann noch eine Schlußszene, wo Eleonora mit dem Direktor in einem Restaurant ißt und Chiro dort mit einen anderen Direktor trifft und den beiden auch das Essen bezahlt und als Martin Eleonora fragt, ob das ihr Patensohn war, schüttelt sie den Kopf und verleugnet ihn.

Es tut mir leid, das war mir wohl zu viel bedeutungsschwangere und zu geheimnisvolle Erotik, beziehungweise eine solche, die ich in Zeiten, wie diesen eigentlich für unnötig und schon überwunden halte.

Vor ein paar Jahren habe ich Alberto Moravias „Romerin“ gelesen, die mir eigentlich ganz gut gefallen hat. Denn sie spielt ja in einer vergangenen Zeit, wo die armen Mädchen vielleicht wirklich nicht anders konnten, als sich und ihren Körper zu verkaufen.

Vor einem Jahr habe ich „Mimikri-das Spiel des Lesens“ gelesen und da sollte der Roman  erraten, beziehungsweise umgeschrieben werden und ich war erstaunt, als der Autor oder Gastgeber ihn sehr kitschig nannte.

„Nein!“, habe ich gedacht.

„Das war eben damals so!“

Jetzt lese ich einen Roman von einer fünfundvierzigjährigen Frau, die sich genauso in geheimnisvollen Andeutungen übt und lese am Buchrücken, daß das den Kritiker gefallen hat und sie den Roman auch sehr loben.

Ich denke, die Zeit der erotischen Spielchen ist oder sollte vorbei sein und habe vor einigen Jahren auch einen  italienischen Roman gelesen, der einer anderen Tradition entstammte, womit ich mir leichter tat.

2016-08-21

Das Buchpreis-Archiv

Während um mich herum die „Frequency“ stattfindet, ich dem Alfred wieder mit Thuljen  half und  sehr schnell und flüchtig den Beginn der zweiten Szene von „Claire-Klara-Clarisse“ entworfen habe, hat in Frankfurt die dBp-Jury die lange Liste erstellt, die am Dienstag bekannt gegeben wird.

Die sechs „offiziellen Buchpreisblogger“ beginnen sich schon zu rühren und Mara Giese, die diesmal nicht dabei ist, aber 2013 das „Fünf lesen zwanzig“ ins Leben berufen hat, wo es dann 2014 das „Longlistenlesen“ und im vorigen Jahr dann die ausgewählten offiziellen Buchpreisblogger gab, hat jetzt mit einigen anderen bemühten Bloggern, die teilweise schon bei den früheren Aktionen dabei waren, sowie „Zeilensprünge“, die glaube, ich außer mir im letzten Jahr die gesamte LL ggelesen haben, einen vom dBp unabhängigen „Buchpreisblog“ gegründet und ich lese wieder daneben, von einigen Bloggern vielleicht gelöscht, unbachtet wieder mit, diesmal wahrscheinlich nicht mehr alles, das heißt, ich habe nicht vor in Buchhandlungen zu gehen, mir Bücher auszuborgen und mir meine Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke auch erst zum gegebenen Anlaß zu wünschen.

Die ersten Jahre ist ja der dBp, den es seit 2005 gibt,  ziemlich an mir vorbeigegangen. Ab 2008, als ich schon bloggte bin ich, glaube ich, durch Christiane Zintzens Blog, den es in dieser Form ja nicht mehr gibt, auf diese Aktion aufmerksam geworden, da hatte, glaube ich, die FAZ ein Lesespezial und 2009 habe ich mich dann auf die Suche nach diesem „Longlistenheftel“, das es in Österreich nicht gibt, gemacht.

Ab 2010 bis 2013, glaube ich, habe ich es mir dann bestellt und  habe seither auch über die Listen gebloggt, gelesen aber nicht sehr viel, mir höchstens einige der Bücher zum Geburtstag und zu Weihnachten gewünscht.

2013 kam dann Mara Giese auf die Idee des Buchpreisbloggens und ich habe, glaube ich, schon daran gedacht, mitzumachen und die Bücher zu lesen. Es dann aber doch nicht getan, mir nur die Nellja Veremej bestellt und das Buchpreisheftchen besprochen, da aber festgestellt, daß das keineswegs die Bücher ersetzt und man wahrscheinlich auch keinen ungefähren Eindruck bekommt.

Ich habe da, glaube ich, auch immer Prognosen abgegeben, aber wenn man die Bücher nicht gelesen hat, kann man nicht wirklich was darüber aussagen und so habe ich eher nur geraten und mich auch regelmäßig verschätzt.

2014 waren wir in Elsaß im Urlaub und sind von dort zurückgefahren, als die Liste bekanntgeben wurde, ich war in Ansbach in einer Buchhandlung und habe nach dem Heftchen gefragt und Mara Giese startete das „Longlistenlesen“, das heißt drei Blogger haben die Bücher  vorgestellt, man konnte sie gewinnen und sollten sie  besprechen.

Ich habe „Kastelau“ gewonnen und den Lukas Bärfuß und die Marlene Streeruwitz erst später gelesen, sowie den Thomas Melle, den ich mir ja zum Geburtstags wünschte.

Im Vorjahr gab es dann schon die „offiziellen Bloggen“ die sich dann alle bedankten, daß sie ausgewählt wurden. Ich habe mich darüber geärgert und gedacht, daß das doch jeder tun kann und lange mit mir gehadert, bzw. überlegt, ob ich mir die Bücher jetzt kaufen und vier bis fünf hundert Euro darin investieren soll, dann habe ich sie angefragt, eine gute Hälfte bekommen und habe darüber gebloggt.

Ein Longlistentagebuch hat es gegeben und ich habe alle Bücher gelesen, obwohl ich nicht allle habe, den Peltzer und den Vertlib habe ich mir vom Otto ausgebort, den „Dr. Shimamura“ in einer Buchhandlung gelesen, „Risiko“ auch, aber das kam als Rezensionsexemplar und die Alina Bronsky, die ich mir vom Alfred vorzeitig zum Geburtstag schenken ließ, hätte ich auch  bekommen und dann auch noch einmal bei Mara Gieses Gewinnspiel gewonnen.

Es war eine interessante Aktion und ich habe Blut dabei geleckt, obwohl mich ja Jacqeline Masuck gelöscht hat und habe, glaube ich, schon bald beschlossen, daß ich da weiter mache und weiter inoffiziell oder eigentlich selbstbewußt und unabhängig, wie das besser heißen sollte, weiter lesen werde, wenn auch nicht, siehe oben, alles.

Aber meine Buchpreisprognosen habe ich schon abgegeben und ich finde diese Aktion sehr interessant und nur  schade, daß es auf der offizielle Facebookseite keinen Aufruf gibt, daß sich alle, die  mitlesen wollen, melden sollen und auf sie hingewiesen wird.

Ich bin auch gespannt, ob sie den Buchpreisblog verlinken werden oder weiterhin so tun, als gäbe es nur  die „offiziellen Buchpreis blogger“, denn eigentlich ist das ja Werbung für den dBp und die Bücher sind, das habe ich im letzten Jahr festgestellt, relativ leicht zu bekommen.

Aber natürlich man muß sie lesen und sich damit beschäftigen und das habe ich im letzten Jahr glaube ich auch  getan. So gibt es eine Longlist und eine Shortlistrefexion, das Lesetagebuch und natürlich die entsprehende Besprechung, die ich  auch insgesamt verlinken wollte, aber da kam das Löschen meiner Kommentare und als ich dann das letzte Buch, den „Teennager mit der roten Armee Fraktion“, das ich mir von der Trude Kloiber zum Geburtstags wünschte gelesen habe, wollte ich die Liste, der neunzehn anderen eigentlich in den Kommentaren verlinken und habe das auch getan.

Aber ich war wieder etwas im Voraus und voraus kommentieren geht nicht, so hole ich das hiermit nach und verlinke die Longlist angefangen von dem Preisbuch, der Shortlist und dann die vierzehn anderen.

  1. Frank Witzel „Die Erfindung der roten Armee Fraktion durch einen manisch depressiven Teenager im Sommer 1969“
  2. Jenny Erpenbeck „Gehen, ging, gegangen“
  3. Monique Switters „Eins im anderen“
  4. Rolf Lappert „Über den Winter“
  5. Ulrich Peltzer „Das bessere Leben“
  6. Inger.Maria Mahlke „Wie ihr wollt“
  7. Gertraud Klemm „Aberland“
  8. Steffen Kopetzky „Risiko“
  9. Kay Weyand „Applaus für Broniskowski“
  10. Ralph Dutli „Die Liebenden von Mantua“
  11. Alina Brosky „Baba Dunjas letzte Liebe“
  12. Ilija Trojanow „Macht und Widerstand“
  13. Peter Richter „89/90“
  14. Anke Stelling „Bodentiefe Fenster“
  15. Valerie Fritsch „Winters Garten“
  16. Feridun  Zaimoglu „Siebentürmeviertel“
  17. Christine Wunnicke „Der Fuchs und Dr. Schimamura“
  18. Heinz Helle „Eigentlich müßten wir tanzen“
  19. Clemens J. Setz „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“
  20. Vladimir Vertib „Lucia Binar und die russische Seele“

Denn so ein Archiv ist ja sehr schön. In dem Artikel über den deutschen Buchpreis habe ich ja, glaube ich, auch geschrieben, welche Bücher von der Liste ich seit 2005 gelesen habe. Das sind dann meistens die, die ich in den Abverkaufskisten fand.

Für heuer steht noch der Arno Geiger mit „Uns geht es gut“, das erste Gewinnerbuch auf meiner Leseliste und jetzt bin ich gespannt, einige Blogger, die auch nicht zu den „offiziellen“ gehören, haben ja schon ihre Prognosen abgegeben und ich denke, es ist ja auch nicht so schwer aus den Verlagsvorschauen die 154 herauszufinden, die eingereicht wurden, obwohl es dann ja immer Überraschungen gibt.

Ich bin also sehr gespannt, welche Bücher von der Liste mir dann vollkommen unbekannt sind und welche ich erraten und  vielleicht schon gelesen habe, was mich auch freuen würde, obwohl ich mir gar nicht so viele Rezensionsexempalatre bestellt habe.

Bis dahin habe ich aber mit William Faulkner „Licht im August“ begonnen, daß ich zu meinen Erstaunen erstaunlich gut finde, obwohl ich ja mit den großen Amerikanern eigentlich meine Schwierigkeiten habe, es ist aber ein interessantes Buch, das „Atalante“, die 2013 zu den „Buchpreisploggern“ zählte und die immer getraulich ihre Liste zusammestellt, als probates Mittel gegen die „Buchpreis-Bulimie“ empfiehlt.

Nun denn, mag es kommen, das große Lesen und ich lese mit, zuerst die deutsche und dann die österreichische Liste, auch wenn ich dann vielleicht, was  auch sehr schade ist, nicht oder nur verspätet zu meinen Vicki-Baum Schwerpunkt komme, aber ich bin schon sehr gespannt und werde natürlich wieder „Buchpreisbloggen“ und kommentieren und bin auch schon neugierig, welche Bücher ich jetzt in den nächsten Monaten lesen werde?

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