Literaturgefluester

2015-08-29

Risiko

Nein, die Frequency-Security hat mich nicht gehindert nach St. Pölten zum „Thalia“ zu fahren, mich nur gebeten, am Mittelstück, dort wie die Zelte stehen und die Jugendlichen mit Bierdosen am Weg Gesellschaftsspiele spielen, das Rad zu schieben, aber beim „Thalia“ gab es vorigen Mittwochnachmittag dann eine Überraschung.

Nämlich keine Valerie Fritsch und keine Alina Bronsky, wie auf der Mariahilferstraße, wo ich am Montag schon war, selbstverständlich, sondern als einziges Longlistenbuch, das über siebenhundert Seiten lange „Risiko“ des 1971 geborenen Steffen Kopetzky.

Buch und Autor waren mir völlig unbekannt.

Dann gibt es noch einen Prolog und dann geht es in oder vor den ersten Weltkrieg, jedenfalls in das Jahr 1914, in den Juni zurück und da liegt der Funker Sebastian Stichnote mit seinem Kriegsschiff an der albanischen Küste fest.

Er wird in die deutsche Gedandtschaft, wo der Gedandtschaftsrat eigentlich Schriftsteller werden will und deshalb einen großen Buchvorrat hat, Robert Musil, Heinrichund Thomas Mann, sowie die Biene Maja, einquartiert, liest sich mit einer Schnelllesemethode sehr schnell durch den „Tunnel“ und geht mit einer vielsprachigen Gesandtschaftssekretärin spazieren, um von ihr Albanisch zu lernen.

Einen Journalisten der Neuen Zürcher Zeitung, der sich seinen Bart und seine Haare abrasieren läßt, sich in die albanische Tracht hüllt und dann die Rot-Kreuz Lazarette besucht, um darüber zu schreiben, gibt es auch und das „Große Spiel“, ein Stragegiespiel mit dem man die Welt unter sich aufzuteilen versucht, das in der kaiserlichen Armee eigentlich verboten ist, aber vor allem von Stichnotes Vorgesetzten sehr favorisiert wird.

Bei einem Ausgang mit Fräulein Arjona kommt es zu einer Katastrophe, Stichnote muß vor ihrem Bruder und Cousin in ein Lokal flüchten, wird dort von vom Gesandschaftsrat und Adolph Zickler, dem Journalisten, eingeladen, obwohl er das eigentlich nicht dürfte, dann kommt es zu einem Messerattentat auf ihn und Zickler wird verletzt, was bei ihm Schuldgefühle auslöst.

Inzwischen ist aber auch der k u k Thronfolger in Sarajewo ermordert worden, am ersten August bricht der erste Weltkrieg aus und im zweiten Kapitel geht es nach Bone, das ist in Algerien, dort wird Albert Camus Vater, ein Weinbauer in den Kampf eingezogen und die BRESLAU verwandelt sich in ein Schiff der türkischen Armee, wo wandert im nächsten Kaptel der Obermat mit einem Fez durch Konstatinobel und trifft dort Arjona wieder, die inzwischen Schwester im österreichischen Spital St. Georg wieder.

Er trifft auch auf Zickler beziehungsweise seine Artikel, er ist also nicht gestorben und er wird auch für einen Feldzug angeworben, der offensichtlich historisch ist, den ein Oberstleutnant Niedermayer mit dem Archäologen Max von Oppenheim über Bagdad, Teheran bis nach Kabul zu machen plant.

Zuerst widersteht er, dann nimmt er, gemeinsam mit einem falschen inischen Prinzen, der echte wurde vom englischen Geheimdienst gefangengenommen,  Zickler und noch einigen anderen, darunter seinem Adjudanten, der ihm vor dem falschen Prinzen warnt, teil, das große Spiel kommt auch mit, einige der Kampfgefährten verlieren bei dem Feldzug nach Kabul das Leben. Zicker wird von dem falschen Prinzen, dem er blind vertraut, gefoltert und getötet, Stichnote, der sich inzwischen einen Falken, sowie einen Brieftaubenschlag zur besseren Nachrichtenübermittlung angelegt hat und nach einer Zahnbehandlung Opiumsüchtig geworden ist, wird  verwundet und von Paschtunen, darunter auch ein junges Mädchen gerettet und gesund gepflegt. Als dieses Mädchen dann in den Harem des Emirs kommen soll, schwört er auf Rache, nimmt den Falken, sticht zu und geht.

Im Epilog werden dann noch die historischen Fakten dieses Verwirrspiels zwischen Fiktion und Wirklichkeit, so hat es die Aktion Niedermayer und den entsprechenden Oberstleuntnant tatsächlich gegeben,  in der auch noch der begnadete und gelegentlich stotternde Journalist und (spätere Literaturobelpreisträger) Churchil,l sowie Ghandi, Coca Cola und noch viel mehr eine Rolle spielt, genauer erklärt und in einer Danksagung die Quellenangaben und helfenden Personen genannt.

Das Buch wurde, glaube ich, in einem kleinen bayrischen Dörfchen geschrieben, steht schon auf der „Spiegel Bestsellerliste“ und wäre wie weiland „Kastelau“ an mir vorbeigegangen, obwohl ich mich ja sehr für den ersten Weltkrieg interessiere, wen da nicht die LLL-Euphorie wäre.

Der „Kaffeehaussitzer“ einer der glorreichen sieben Oberblogger hat es schon besprochen und Dennis Scheck hat den Autor auf seiner Sendung auch interviewt, leider kann das offenbar in Österreich bzw. in meinem Computer derzeit nicht abgespielt werden und ich habe das Buch, von dem ich inzwischen ein Rezensionsexemplar avisiert bekommen habe, auf drei Tranchen beim Thalia gelesen bzw. überflogen, zu dem ich mich zuerst durch die „Frequency“ drängte und eine woche später an den aufräumenden Roma-Truppen vorrüberfuhr.

Inzwischen liegen auch ein paar mehr Buchpreisbücher, so zum Beispiel das der Valerie Fritsch, der Alina Bronky und auch das von Ilija Trojanow, schön mit weißen Buchüpreishinweisschleifen versehen, auf.

Das Strategiespiel „Risiko“, das es auch zu geben scheint, ist in meiner Kindheit auch an mir vorbeigegangen, aber es wahr wohl auch ein kleines Risiko oder ein Zufall ausgerechnet mit diesem Buch meinen „Lesemarathon“ zu beginnen.

2020-09-25

Abgesagt, abgesagt!

Wir gehen jetzt ja harten Zeiten entgegen, bevor das Licht im Tunnel wieder sichtbar werden soll.

„Alles was Spaß macht, ist gefährlich!“, hat Bundeskanzler Kurz letzte Woche gesagt, als die Zahlen bei fünfzehntausend Testungen täglich bei achthundert lagen. Die Hälfte der positiv Getesteten davon in Wien und die Ampel auf orange geschaltet werden sollte.

Zuerst ohne weitere Konsequenzen, dann hieß es nur mehr private Treffen mit zehn Personen bei Hochzeiten beispielsweise und bei bei Weihnachtsfeiern, Gastronomie nur im Sitzen und Maske auch beim Betreten des Restaurants und Maske auf auch auf Märkten, denn die Reisewarnungen kamen, die Schweiz und Deutschland hat eine Wien- Warnung ausgesprochen und als dann noch einige andere Länder folgten und die Reisewarnung auch auf Tirol ausgedehnt wurde, wurde es knapp mit dem Wintertourismus, also Sperrstunde um zehn in Tirol, Salzburg und Vorarlberg das orange Wien soll laut dem roten Bürgermeister vorerst bei ein Uhr früh bleiben, dafür muß man ab Montag seinen Namen angeben, wenn man in einem Lokal etwas essen oder trinken will, der Opernball wurde abgesagt und und und…

Für mein Geburtstagsfest kann ich mir noch überlegen, ob ich da fünfzehn Leute einladen und die Ruth und die Doris Kloimstein zum Lesen und darauf bauen, daß die die Zahl stimmt, wenn nur die Hälfte kommen.

Polzei darf in Privatwohnungen ohnehin keine hinein, so daß ich den elften dann nicht im Uhrkasten oder untern Bett verstecken müßte und den Veranstaltungsstop habe ich ja schon im April vorausgesehen, befürchtet oder angenommen, daß das wohl mein Abschied vom Lteraturbetrieb ist, obwohl das „Fräulein No“ ja vor kurzem erschienen ist und das „Frühlingserwachen“ bald folgen kann.

Aber in diesem Jahr noch keine Lesung. Die „Poet-Night“ ist, glaube ich, im November da habe ich mich angemeldet, aber wenn man da im „Siitl“, wo das heuer stattfinden wird, sich registrieren und Maske tragen muß?

Der „Ohrenschmaus“ wurde verschoben, was vielleicht verständlich ist, weil die Einreichenden oft der Risikogruppe angehören und da gibt es noch die liebe Doris Kloimstein, die mir nicht nur im sommer sehr schöne Maskengedichte geschickt hat, die mich dazu veranlaßten im „Notizbuch“ selbst zu reimen und die ich ja vor Jahren bei einer Regionalversammlung der IG Autoren in St. Pölten getroffen habe, weil das ja die Zeit war, wo ich mit der kleinen Anna von Wien nach St. Pölten pendelte und umgekehrt, ich habe sie dann im Sommer öfter im Cafe Schubert oder auch anderswo getroffen.

In letzter Zeit immer am Samstag am Markt wenn wir in St. Pölten sind und sie hat mich zu einer literarischen Veranstaltung oder zu einen Skriptorium eingeladen „Bibel heute in Literatur & Malerei“, denn da sollen, die Doris hat bei der katholischen Kirche gearbeitet, im Rahmen der Bibelwoche im Stift Seitenstetten sich sieben Autoren mit sieben bildenen Künstlern treffen und von Dienstag bis Freitag zu dem Thema „Noahs Fest“ einen Text schreiben oder ein Bild malen, etcetera.

Eine Art Schreibwerkstatt und obwohl ich ja nicht katholisch bin, habe ich da keine Berühringsängste und denke, ich kann zu jedem Thema schreiben und ein paar Tage in einem Kloster zu verbringen, ist sicher fein, im Stift Göttweig war ich auch immer ein paar Tage, da kann ich mich mit Kollegen austauschen, einen Text schreiben, den Josef Haslinger lesen und vielleicht in meinen Text verarbeiten, wie das zur Arche Noah und der Rettung der Menschheit passt, ist da wahrscheinlich nicht so klar, aber Doris Kloimstein hat das Thema wahrscheinlich so ausgewählt, daß es zu Corona passt, also auch kein Problem. Aber dann kam die Verschäfung der Maskenpflicht oder überhaupt schon früher, die Frage, ob das Skriptorium im Rahmen des Lockdown überhaupt stattfinden kann.

„Findet statt!“, hat die Doris mir versichert, wenn ich sie am Markt getroffen habe und da fragte, wie das mit der Maskenpflicht wäre?

Auf dem Programm, es gibt da ja im Rahmen der Bibelwoche ein sehr umfangreiches in den niederösterreichischen Kirchen und Klöster, stand etwas von den Corona-Sicherheitsmaßnahmen, die ein Veranstalter ja auch bekanntgeben muß, aber das Skriptorium ist eine intime Veranstaltung, vierzehn Teilnehmer, vielPlatz, kein Problem.

Mein Unbehagen wuchs in den letzten Tagen, wo eine Reisewarnung und eine Horrormeldung nach der anderen kam, aber trotzdem an, denn ich habe ja kein Auto und kein Handy, der Alfred bringt mich hin und holt mich ab. Was mache ich zwischendurch?

„Maske auf den den Gängen und in den Weg in den Speisesaal!“, kam heute die Nachricht und ich bin eine sture Person, die auch Doris Kloimstein freundliches Angebot, daß ich ja in meinem Zimmer essen oder so vielleicht heimlich durch die Gänge huschen könnte, wenn es niemand sieht, ausschlug.

Darüber kann man einen Text schreiben und ich plane ja schon einen dritten, wenn ich mit dem „Notizbuch“ fertig bin, vielleicht für den „Nanowrimo“ und über „Noahs Fest“ kann ich auch so schreiben und den Text dann ins „Literaturgeflüster“ stellen.

Die Klostertage und den Kontakt zu den mir Größtenteil unbekannten dreizehn anderen Kollegen, fehlen aber und das wäre sicher interessant gewesen, eine Art Schreibwerkstatt, ja richtig, die Doris war auch noch eine eifrige Teilnehmerin unser Schreibgruppe und ich schwärme ja immer davon im Sommer auf einen Stadtschreiberposten zu gehen, das wäre ein bißchen so was gewesen.

Also wieder ein Corona-Opfer, weil ich ja nie wirklich einen Schreibaufenthalt gehabt habe oder halt stimmt ja nicht, 1987 haben mich die Leute vom „Max von der Grün-Preis“ nach Linz zu einer solchen eingeladen und 2005, die Erika Kronabitter zu der Silvrettahöhe und selber veranstalte ich mir ja auch immer monologe Schreibaufenthalte und dazu kann ich ja die nächste Woche nützen, das „Frühlingswerwachen“ durchlesen, damit es bald an die Druckerei gehen kann.

Dazu brauchen wir noch ein Bild, wir hätten zwar eines mit der Anna und der kleine Lia voll maskiert, aber wenn man Kinder nicht auf Covern mißbrauchen soll, habe ich mir jetzt das Hauben-Schal Duo das mir der Alfred einmal am Markt kaufte, aufgesetzt, also eine maskierte Eva, nur fürs Cover, weil ich ja zum Glück wie ich immer schreibe, mir ein maskenloses Leben bis jetzt leisten konnte, weil der Alfred gerne einkauft, ich eine leidenschaftliche Stadtflaneurin bin, da kann ich mich und zum Glück auch kein Kind der Schule oder eine Mutter in einem Pflegeheim habe, die ich besuchen müßte.

Dann ist am zweiten Corona-Text noch einiges zu korrigieren, bis er an den Alfred gehen kann, den habe ich ja im Sommer in noch nicht so maskenstrengen Zeiten geschrieben und zu lesen habe ich ja auch jede Menge, elf Bücher noch für den deutschen Buchpreis, zwölf für den österreichischen, drei für den Schweizer und dann das Zwischendurch das es auch noch auf der Leseliste gibt und da sind inzwischen auch zwei Corona-Bücher zu mir gekommen und Jakob Hein, der Sohn des Christoph der ja Pschiater ist, hat eines über den Hypochonder geschrieben, was jvielleicht auch zum Thema passt.

Also fad wird mir nicht werden, wenn ich ab Dienstag keine Stunden habe, kann ich mich mit dem Lesen, dem Korrigieren, dem Noahn-Text und vielleicht einigen digitalen Veranstaltunge widmen und dann richtig, was habe ich denn letzten Samstag geschrieben? Am ersten Oktober gibt es eine Demonstration, da kann ich dann hingehen und meinen Unmut bezüglich des neuen Covid-Gesetzes äußern und ein Begräbnis gäbe es am nächsten Freitag auch, denn da ist überraschend der liebe Herbert, derMann der Ingrid von Alfreds Wandergruppe gestorben mit dem ich noch im August beisammen war und mich gut mit ihm unterhalten habe.

Abschließend ist zu sagen, daß ich die Absagen, wo ich ja ohnehin kaum im Literaturbetrieb bin, natürlich sehr schade finde, habe ich ja immer Angst, daß mir jemand etwas Versprochenes absagt, was mir ja auch schon mit der Szene Margaretne so passierte, wo schon die Programme gedruckt waren, weil ich nach dem Honorar fragte und in St. Pölten hätte ich ja einmal mit Manfred Wieninger lesen sollen. Der hat dann wegen seiner Plagiatsgeschichte abgesagt und bei Lesungen die zwar stattfanden, aber keine Leute hinkamen, bin ich auch schon gewesen.

Einmal habe ich auch absagen müßen, als mich Roman Gutsch einer Veranstaltung am Siebenbrunnenplaz eingeladen hat, da war aber Wandergruppe und dann hat es dort noch geregnet, so daß wir früher heim gefahren sind. Damals habe ich mich sehr geärgert, jetzt ist es mir eigentlich egal.

2020-09-19

Neuerlicher Demoversuch

Ich bin ja eine, die, als im Februar der Corona Virus von China über Italien zu uns hinüberschwappte, die Leute begannen Vorräte zu hamstern und das Klopapier einzukaufen und die Polizei vor dem Gymnasium in der Albertgasse auftauchte, als es dort einen Corona-Verdacht bei einer Lehrerin gab und man Gerüchte hörte, daß das Geld abgeschafft und Bill Gates, die ganze Welt impfen will, sich schon da mehr vor der Einschränkung der Freiheitsrechte und der Bevormundung, als vor dem Virus fürchtete, weil man ja da schon hörte, daß es zwar sehr ansteckend ist, aber nur bei sehr wenigen Leute Smptome auslöste und, daß eigentlich nur die Risikogruppen mit Mehrfacherkrankungen und ab fünfundsechzig gefährdet sind, habe das, glaube ich, bei der letzten Veranstaltung im Literaturhaus bei der ich war, Elfriede Haslehner und Erika Parovsky so gesagt.

Dann kam der Lockdown, die Maskenflicht, die Freiheitsbeschränkungen mit den vier Gründen aus dem Haus zu gehen und dem Babyabbstand, was später als verfassungswidrig erkannt wurde. Man wußte nicht, ob man sich auf eine Parkbank setzen durfte oder nicht.

Schulen, Geschäfte und Restaurants wurden geschlossen, Operationen und Routineuntersuchungen wurden aufgeschoben und die Zahlen gingen zurück, so daß ab Ostern, wo die Kinder auch noch nicht ihre Großeltern besuchten durften, die Maßnahmen wieder gelockert und langsam die Geschäfte und Restaurants wieder geöffnet wurden.

Es gab Parties am Donaukanal, große Demonstrationen gegen black live matters, wo fünfzigtausend Menschen hinkamen und kleinere gegen die Coronamaßnahmen und da war lustig oder auch verrückt, daß sich plötzlich die FPÖ und Ex-Minister Kickl für die Freiheit einsetzen und „Stopp den Corona Wahnsinn“ forderten, während die Grünen, weil in der Regierung die Maßnahmen mitrugen.

Bis Ende Juni ging das alles gut, die Grenzen wurde wieder geöffnet, man konnte auf Urlaub fahren und sich bis auf einige Ausnahmen wieder normal benehmen, aber dann stiegen die Zahlen wieder an und die Maskenpflicht, die es nur mehr beim Friseur, in den Apotheken oder beim Arzt gab, wurde wieder vehement eingefordert und wird jetzt, da schon ganz Österreich auf gelber oder oranger Ampelschaltung, wieder allgemein eingeführt,

Reisewarunungen werden ausgesprochen, in den Schulen gibt es Maskenpflicht und es wird, weil man ja das Virus ausrotten und nicht auf die sogenannte Herdenimmunität setzen will, getestest und getestet, jeder der Positiv reagiert zehn oder vierzehn Tage isoliert und es kommen nur wenige Stimmen, die sich fragen, ob man mit dem Virus nicht anders umgehen kann?

Es gibt auch keine wissenschaftliche Diskussion zwischen den Ärzten, die das anders sehen, wie Prof Bhakdi, Dr. Wodard, Martin Spenger und denen, die, die Maßnahmen befürworten und die Teilnehmer an den Demonstrationen werden als Coronaleugner und Verschwörungstheoretiker diffamiert und einige kritische Ärzte entlassen.

Ich bin eigentlich schon am ersten Mai, als die Ausgangsbeschränkungen aufgehoben wurden, auf einigen Demonstrationen gewesen. Da gab es ja, die, der Künstler, die sich für ihr Auftrittsrecht einsetzen, eine am Donaukanal, die, glaube ich, von Jennifer Klauninger intitiert wurde, eine am Ballhausplatz, wo ich neben einigen Identitären stand und ich wunderte mich, daß die Demos in Wien eigentlich eher klein waren und ins rechte Eck gedrängt wurden, so daß ich und weil ich im Sommer auch nicht in Wien war, nicht mehr hinging.

Anfang September, da gab es in Berlin schon große Demonstrationen, die verboten werden sollten, bin ich wieder auf eine gegangen, die aber, weil dort eine Fahne mit einem Herz, die, wie eine Regenbogenfahne aussah, zerissen worden, in Verruf geriet, obwohl es Jennifer Klauniger,, die das tat, glaube ich, mehr um Pädophilie, als um Homophobie ging und sie dieses Herz für ein Pädophilensymbol hielt.

Also keine Demo mehr. Aber wo drücke ich dann meinen Unmut, gegen den Umbau in einen autoritären Staat, den man nachher vielleicht nicht mehr los wird und gegen das neue Covidgesetz, wo Räume gestürmt, Akten eigensehen werden und einem die Benützung seinen Autos verboten werden kann, aus?

Und wenn man, obwohl die Pandemie vielleicht wirklich herbeigetestet wird und man bis die Impfung kommt, nur mehr mit Maske aus dem Haus gehen darf, bin ich sehr eingeschränkt.

Da sollte man etwas tun, habe ich gedacht und war dann wieder beruhigt, als ich von Eva Brenner aufgefordert wurde, gegen das neue Gesetz Einspruch zu erheben. Das habe ich schon Ende August getan und heute hat es wieder eine Demonstration gegeben, wo auch Alexander Nizberg, den mir ja einmal Christl Fallenstein vorgestellt hat und bei dem ich auch in der „Alte Schmiede“ war, aufgetreten ist und seinen Unmut äußerte.

Nächste Woche gibt es wieder eine Demonstration am Heldenplatz, aber da werden wir in Harland sein und am ersten Oktober eine am Ballhausplatz, da werde ich, wenn das mit der Maskenpflicht nicht vielleicht noch einmal verschrärft wird, beim „Skriptorium“ im Stift Seitenstetten sein, wo mich Doris Kloimstein eingelanden hat mit anderen Literatuen und bildenden Künstlern einen Text im Rahmen der Bibelwoche zu schreiben.

Also wird es wieder eine Demopause geben und inzwischen werden wir sehen, wie weit die Zahlen steigen und, ob wir, wenn wir jetzt auch mit Maske ins Restaurant und nicht mehr ohne auf den Markt gehen und uns auch nur mehr zu zehnt treffen können, was ja mein literarisches Geburtstagsfest betrifft oder einschränkt, den zweiten Lockdown verhindern können?

2020-09-06

Ein gelbgefärbter Coronaampeltag

Filed under: Textbeispiel — jancak @ 00:31
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„Shit!“, dachte Michaela Reisinger und legte ihr Mobilphone aus der Hand.

„Großer Shit und riesengroßer Ärgeraufwand!“

Dabei sollte doch alles in Ordnung und in wunderschönster Butter sein, hatte ihr doch Frau Scharinger, die Leiterin des Kindergarten in der sie Lena am Montag bringen wollte, versicherte, daß in der Eingewöhnungsphase eine maskierte Betreuungsperson, als Begleitung in die Innenräume gestatet sei und Lena, die vor kurzem drei geworden war und ab Montag in den Kindergarten gehen sollte, würde dort sicherlich nicht am ersten Tag alleine bleiben wollen, sondern mindestens zu schreien beginnen, wenn sie ihr nicht überhaupt nachlaufen würde.

Also mit Maske durfte sie die Kleine, die ersten Tage begleiten und bei ihr bleiben, wie ihr die Leiterin versichert hatte und Michaela dachte schon wieder „Shit!“ und schaute zu Lena hin, die in ihrer Spielecke saß und versuchte einen Turm aus Holzsteinen zusammen zu bauen und vergnügt in die Hände klatschte, wenn es ihr gelungen war, noch ein Steinchen auf den schon recht hohen Turm zu setzen.

Großer Shit und großes Scheiße! Denn sie war keine Maskenträgerin und bisher war es ihr auch gelungen, sich um dieses Stück herumzudrücken, ging Bernhard, der das gerne tat, doch für sie einkaufen und sie war immer schon lieber zu Fuß gelaufen, als sich in ein überfülltes Verkehrmittel zu setzen, nur einmal war sie von einer Lesung weggegangen, weil sie nicht mit Maske, die zwei Meter bis zu ihrem Sitzplatz gehen hatte wollen und hatte fast triumphierend gedacht „Macht ja nichts!“, kann ich ja das Buch das präsentiert werden sollte, auch selber lesen.

Aber Lena konnte sie nicht allein in den Kindergarten gehen lassen, das wäre unverantwortlich, wenn nicht Quälung oder Mißbrauch gewesen und Bernhard, der sie vertreten hätte können, hatte keine zeit, war er doch berufstätig und hatte Montag um elf eine wichtige Sitzung im Büro, die er nicht versäumen durfte und so schnell ließ ihn die mißtrauische Lena, die seine Spannung sicherlich merken würde, nicht los, sondern würde sich erst recht an ihn klammern, wie sie wahrscheinlich auch einen maskierten Papa lustig finden würde oder auch nicht, begleitete sie ihn ja öfter in den Supermarkt und hatte ihn da schon einmal gefragt, warum er das kuriose Ding, im „Spar“ wenn er für sie Joghurt und Kinderschololade zu kaufen, aufsetzte, aber wieder abnahm, wenn er nebenan in den Baummarkt ging, um dort Schrauben für das Hochbett, das er für sie befestigen wollte, zu besorgen.

„Das istdoch komisch Papa?“, hatte sie gesagt und hinzugefügt, was das Corona-Virus sei und warum es so gefährlich wäre?

„Warum ist der Kevin ein Mörder, wie die Lisa sagte, weil er am Sonntag seine Oma besucht und ihr einen Kuß gegeben hat? Das tut man doch und ich möchte der Oma auch ein Bussi geben, Papa, darf ich das?“, hatte sie gefragt und Bernhard mit ihren großen Kulleraugen angesehen. Michaela war froh gewesen, daß sie diese Frage an Bernd und nicht an sie selber richtete, denn sie hätte keine Antwort gewußt, wie sie auch nicht wußte, warum man ein Gefährder sei, wenn man ohne Maske in den Supermarkt ging, während das im Wäschegeschäft gegenüber nicht so war und warum die Nachbarin mit ihrer selbstgehäckelten Maske, die Millimeter große Löcher hatte, das nicht war.

„Dringt das Virus da nicht durch, Mama?“

Das hatte Lena nicht gefragt. So groß war der Sprachschatz der Dreijährigen noch nicht. Das war eher eine Frage, die sie sich selber stellte und jetzt zuckte sie zusammen. Gab es doch einen großen Klesch, denn Lenas Turm war umgefallen, was von der kleinen mit einem enttäuschten „Schade!“, quittiert wurde.

„Macht ja nichts, probierst du es eben noch einmal!“, tröstete Michaela und wandte ihre Aufmerksamkeit dem Fernsehbildschirm zu, wo gerade, der Gesundheitsminister Rudi Anschober zu sehen war, der gerade, die neu eingesetzte Corona-Ampel erklärte und mit ernster Miene verkündete, daß Wien, Linz, Graz und dann noch das Tiroler Städtchen Kufstein zu den, als gelb bewerteten Ampelbezirken gezählt wurden, so daß dort die Zahl der Veranstaltungsbesucher reduziert werden würden und man überall, also auch in den schon erwähnten Baumärkten, Einkaufszentren und Modehäuser Maske tragen mußte, was Lenas vorige Frage erübrige, aber zu neuen Anlaß gab, denn die hatte die Lust an ihren Bausteinen verloren, war sie doch auf sie zugekommen und hatte sich neben sie gestellt.

„Warum ist Wien gelb angezeichnet und was bedeutet das Mama? Muß jetzt Kevins großer Bruder mit Maske in die Schule gehen?“, fragte sie und schaute interessiert auf den Fernsehschirm und Michaela dachte an ihre Freundin Sarah, die übermorgen in die Oper gehen wollte.

„Da muß ich meinen Ausweis mitnehmen und es wird verglichen, ob mein Name dort, wirklich der ist, der auf meiner Karte steht. Dann muß ich meine Maske aufsetzen und sollte sie auch, wenn die Vorstellung begonnen hat, nicht abnehmen! Mal sehen, ob ich das aushalte? Du weißt ja, daß ich an Asthma leide!“, hatte sie gesagt und überlegte, ob sie nicht zu ihrem Hausarzt gehen und dort um ein Attest für eine Befreeung ansuchen sollte?

„Pervers, pervers!“, dachte Michaela und atmete durch.

„Und vielleicht ein wenig kindisch, wenn ich ein Attest benötige, um frei atmen zu können! Aber in geschlossenen Räumen soll dieses Virus leicht zu übertragen sein! Wien hat eine steigende Zahl von Infizierten, weil jetzt sehr viele Leute getestet werden. Junge Leue, wie Sarah und ich es sind, die gar nicht krank werden, werden in den Medien aber als solche ausgewiesen und deshalb soll es zur allgemeinen Maskenpflicht, sowohl in den Supermärkten, wo noch keiner angesteckt wurde, kommen und es im Freien überhaupt völlig ungefährlich sein soll. Trotzdem muß man, wenn man auf den Eifffelturm will, eine Maske tragen und auch wenn man in Velden oder Villach am Abend spazierengeht! Pervers, pervers!“,wiederholte sie und bemerkte, daß im Fernsehen jetzt über Weihnachten gesprochen und da überlegt wurde, ob es dann Christkindlmärkte geben soll?

„Ich will aber auf den Christkindlmarkt gehen, Mama! Das hast du mir versprochen, daß wir da hingehen und mir die Oma einen Bratapfel und ein Engerl kaufen wird! Oder darf ich mit der Oma nicht hingehen, weil sie alt ist und ich eine Gefährderin bin, wenn ich ihr ein Bussi gebe?“

„Du kannst ja Abstand halten und ihr nur zuwinken!“, antwortete Michaela und dachte an den Babelefantenabstand von dem sie gehört hatte, daß er auf einen meter fünfzig erweitert werden sollte, um kein Risiko einzugehen und hörte jetzt, daß ein Leitplan für die Christkindlmärkte geplant wäre, um sie abhalten zu können. Ein Leitplan mit Besucherbeschränkung und Alkoholverbot, hörte sie jetzt einen Handelskammervertreter mit wichtiger Stimme verkünden und Lena sagte, daß ihr das egal wäre, denn sie trinke ohnehin nur Kinderpunsch. „Oder gibt es den auch nicht, Mama und warum darf man keinen Alkohol trinken? Ist dann das Virus gefährlicher? Glaubt das der Mann?“

„Nein!“, antwortete Michaela und atmete noch einmal durch.

„Ich glaube, er denkt, daß die Menschen, wenn sie Alkohol trinken, nicht mehr klar denken können und sich näher kommen, als sie das sonst täten!“, sagte sie nicht sehr überzeugt, weil sie die innere Stimme in ihr „Unsinn!“, rufen hörte „Das sind doch Erwachsene und keine kleinen Kinder!“

Lena schaute sie mit großen Augen an und fragte „Und jetzt sind wir in der gelben Zone, weil wir nicht brav genug gewesen sind und wenn die Ampel rot leuchtet, werden wir dann eingesperrt und dürfen nicht mehr in den Park und werden wir dann auch keinen Christbaum haben, wie wir zu Ostern auch keine Ostereier hatten?“

„Nein!“, antwortete Michaela schüttelte den Kopf, strich Lena übers Haar und dachte, daß sie das durfte, weil sie mit der Kleinen und mit Bernhard in einem haushalt lebte und das nur bei ihrer Mutter, ihrer Schwester und Bernds Eltern ein wenig problematisch wäre, weil die tatsächlich schon älter waren und in einem Pflegeheim lebten, wo es noch immer keine Besuchserlaubnis gab.

„Natürlich nicht! Den Christbaum werden wir schon haben und du hast auch Ostereier gesucht! Kannst du dich nicht erinnern, daß du sogar ein besonders großes Körbchen bekommen hast?“

„Kevins Mutter hat dem Polizisten Strafe zahlen müssen, weilsie mit ihm Fußball spielte!“, erinnerte sich Lena an etwas anderes und Michaela war erleichtert, als sie ihr Mobilphone und Bernhards Stimme hörte, der fröhlich wissen wollte, ob er eine Pizza mitbringen sollte „Oder wollen wir die, im Garten des „Gondolas“ essen und, die habe ich gehört, werden auch im Winter erlaubt, so daß wir uns da in eine Decke hüllen können und vielleicht ist da auch Wein und Bier erlaubt!“

Michaela dachte noch einmal „Das ist ganz schön verrückt!“,, während sie den Gesundheitsminister sagen hörte, daß die gelbe Wiener Ampelschaltung zwar kein Grund zur Sorge, aber wohl einer für höhere Achtsamkeit sei und auch die noch auf grün geschalteten Bezirke müßen aufpassen.

„Denn das Virus schläft nicht und ist unter uns!“ und wußte wieder keine Antwort auf Lenas Frage, warum man nur bei Corona alle testen und einsperren müße, während das bei Grippe nicht so sei.

„Oder darf ich jetzt auch nicht mehr husten und kommt die Polizei, wenn ich einen Schnupfen habe?“

„Nein!“, antwortete Michaela festentschloßen und drückte Lena festan sich.

„Ich hoffe nicht! Du darfst dann halt nicht in den Kindergarten, sondern bleibst zu Hause, trinkst Tee und kurierst dich aus!“

Lena klatschte in die hände und antwortete fröhlich, daß ihr die Oma erzählt hatte, daß man das schon so gemacht hatte, als sie ein kleines Mädchen gewesen war.

„Da ist man noch nicht in den Kindergarten gegangen, Mama und ich will eigentlich auch nicht hin, wenn du da eine Maske tragen muß! Da bleibe ich lieber zu Hause und baue mit dir weiter einen Turm! Der Kevin kann uns auch besuchen, wenn er nicht in den Kindergarten will!

2020-08-13

Corona-Texte

Filed under: Uncategorized — jancak @ 18:35
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Ich bin ja an dem Corona-Virus und der Krise, die die ganze Welt deshalb lahmlegt und mir nach wie vor unverständlich ist, sehr interessiert und habe mich seit März sehr damit beschäftigt, gelesen, Videos angeschaut und auch sehr bald, sobald ich mit dem Korrigeren des „Fräulein No“ fertig war, mit dem Schreiben darüber begonnen. Viele Blogeinträge und sogar ein Gedicht hat es auch gegeben und das schon geplante „Frühlingserwachen“, eine Dreiecksgeschichte über eine Frau, die zwischen zwei Männern steht, ist ein solcher Text geworden. Da habe ich um Ostern, wo wir also noch mitten im Lockdown steckten mit dem Schreiben angefangen und das war wohl auch ein Problem, daß ich da keine Ahnung hatte, wie es mit der Krise weitergeht und wie das Ganze einzuordnen ist.

Ein paar persönliche Erfahrungen, wie der lila Schal, den ich eine Zeitlang in der Tasche hatte, weil ich nicht sicher war, ob ich ihn vielleicht nicht doch, wo brauche, sind eingeflossen und ich hätte gerne auch ein Bild als Cover, das die Anna mir damals ich noch nicht nach St. Pölten gefahren bin, schickte und das sie und die Lia mit einer Maske zeigt.

Der Text ist sehr flüßig von statten gegangen, ein paar Leseproben gibt es hier schon zu finden, er ist sehr kurz geworden und war, glaube ich, im Rohtext fertig als die Lockerungen begannen.

Daran knüpft sich bei mir immer die Frage, wie geht es weiter oder was schreibe ich als nächstes? Und da war die Idee in das kleine Notizbuch das ich mal gefunden habe und in dem schon was stand einen roman zu machen oder die Handlung daraus zu nehmen.

Anfang Juli war ich so weit, daß ich damit beginnen konnte und das Thema Corona, das da auch nicht geplant war, ist da gleich, ob ich es wollte oder nicht, hineingeflossen. Das interessiert mich nämlich, obwohl ich da schon hörte, daß man über Corona, das heißt das aktuelle Tagesgeschehen nicht schreiben könne und sich die Verleger schon vor den vielen Corona- Romanen fürchten, die sie da ab Herbst auf den tisch gelegt bekommen könnten, offensichtlich gilt das nicht als professionell und das ist wahrscheinlich der Grun,d warum ich auch nicht so gelte.

Es ist interessiert mich nämlich und in dem Text, mit dem ich am Mittwoch mit der Rohform fertig geworden bin, sind auch einige persönliche Erlebnisse in mehr oder weniger abgewandelter Form enthalten. Zum Beispiel, der Friseurbesuch oder der Praktikant in der Konditorei in Marialzell, wo wir nach unserem Gölleraufstieg gegessen habe, der mich mit seinem Selbstbewußtsein beeindruckte, als er mir den „Cappucchino mit Schlagobers“ hinstellte, das Erlebnis bei der Bestellung in Gasthaus Vincent Pauli, wo ich den Alfred am Sonntag zum Geburtstag eingeladen habe, ist auch enthalten, etcetera.

Ansonsten ist der Handlungsrahmen nicht sehr originell, die Eja Augustin, mein Alter Ego, das ich schon länger verwenden wollte, fährt anfang Juli in das Häuschen ihrer Eltern nach St. Georgen am Steinfelde, um dort den Sommer zu verbringen bzw. einen Roman zu schreiben. Sie ist fünfundsechzig, die Roswitha Herweg ist das auch und da ist eingefloßen, daß der Alfred, der ja erst am neunten August fünfundsechzig wurde, mich im März öfter mit „Risikogruppe, Risikogruppe“ ärgerte, weil ich das ja schon seit eindreivierteljahre bin und vor fünf Jahren als ich meinen „Sommernanowrimo“ schrieb, ist da die Heldin nach Harland bei St. Pölten in die Sommerfrische gefahren, um dort ihre Diplomarbeit oder Dissertation über den „Deutschen Buchpreis“ zu schreiben und dieses Buch, „Die Sommererlebnisse vier prekärer Literaturstudentinnen“ ist dann auch irgendwie ungewollt, der zweite Teil meiner sogenannten Flüchtlingstrilogie geworden und als ich am Mittwoch nachdem ich mit dem Schreiben fertig war, in die Badewanne ging und gedacht habe, jetzt weiß ich wieder nicht, was ich als Nächstes schreiben soll, ist mir eingefallen, daß ich ja über das thema Corona, das uns höchstwahrscheinlich noch länger beschäftigen wird, eine Serie machen könne.

Das zweite Buch, „Das rotbraunkarierte Notizbuch“, wird es heißen, schließt ja unmittelbar an den ersten Teil, in der Lockdownphase geschrieben, an, denn da waren die Lockerungen im Gange, man konnte ohne Maske in die Geschäfte aber in Oe 24, daß ich ja seit Corona sehr viel höre, war ständig davon die Rede die Maskenpflicht muß wieder her, so hört, die Eja auch im Radio als St. Georgen erreicht und interessant, die Eja, eine mehr oder weniger erfolgreiche Schriftstellerin, sie hat aber einen Verlag, hört her, hat in Wien versucht einen Text über Corona zu schreiben, den aber aufgegeben, weil man das ja nicht tut darf oder soll, etcetera, dann wird natürlich wieder einer daraus, meine Erlebnisse und das, was so in der Welt geschah, fließen ein, eine Rahmenhandflung, die in den „Sonnenpark“ zurückführt und einen Polizisten der Unterschrifen für die „Stopp die Corona-Petion“ sammelt“ gibt es auch und es schließt ungefähr zur Jetztzeit, wo alle auf die zweite Welle starren und man in Paris nur mit Mundschutz auf den Eifelturm fahren darf oder sich in Spanien damit auf den Strand legen muß, obwohl ja alle sagen, Aufenthalt im Freien ist ungefährlich. Das wars, wo der Rohtext endet und wie es mit der Wirklichkeit weitergeht, liegt in den Sternen und ist zumindestens für mich sehr interessant.

Worüber ich als Nächstes schreiben und ob das wirklich ein Corona-Text werden wird, habe ich noch keine Ahnung.

Bis dahin ist ja noch genug zu tun, zwei Texte, das „Fäulein No“, das von Corona noch überhaupt keine Ahnung hatte und das „Frühlingserwachen“ fertig zu bekommen und dazwischen werden die Ereignisse auf mich einströmen, so wie es aussieht, wird sich ja mein Verhalten sehr verändern und wahrscheinlich im Herbst keine Veranstaltungen außer vielleicht die Siebenstern-Lesungen und die „Wilden Worte“, wo man ohne Maske hoffentlich hinein kommt, keine Preiseverleihungen, keine „Buch Wien“, etcetera und noch weiter weg vom Literaturbetrieb, als ich schon war, weil es ja dann überhaupt keine Kontakte mehr dazu gibt, das Corona-Geschehen werde ich vermutlich weiter beobachten und darüber bloggen in Form meines Krisentagesbuch, was sich darüber hinaus literarisch ergibt wird spannend.

Ich könnte mir aber schon vorstellen, daß es noch weitere Corona-Texte gibt, die die Handlung mit dem Corona-Geschehen, was ja vermutlich das realistische Szenario der nächsten Zeit ist, umgibt. Mal sehen, seien wir gespannt und für die kleine Lia habe ich mir schon gedacht, wird es in zwanzig jahren schon sehr interieren, was in ihrem ersten Lebensjahr passiert ist, an das sie sich nicht erinnern kann.

2020-07-29

Corona Fehlalarm?

Filed under: Bücher — jancak @ 00:44
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Zahlen, Fakten, Hintergründe von Dr. Karina Reiss und Dr. Sucharit Bhakdi, wie am Cover steht. Meist wird im Zusammenhang mit dem Spiegel-Bestseller, bei „Goldegg“ erschienen, nur Dr. Bhakdi, der 1946 geborene Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemologie, der zweiundzwanzig Jahre, das Institut für Mikrobiologie und Hygiene der Universität Mainz geleitet hat, erwähnt, der als Kritiker der Corona- Epidemie gilt und, wie auch einige andere kritische Ärzte beweisen will, daß es sich dabei, um kein Killer-Virus handelt und der Höhepunkt der Epidemie schon vorbei war, als weltweit der Lockdown beschloßen wurde.

Nun gehöre ich auch zu den Corona kritisch eingestellten Menschen, denke, daß man mit einem Virus auch anders umgehen kann, denke, daß der wirtschaftliche, medizinische und psychologische Schaden vielleicht größer sein wird, halte die Massnahmen auch für überzogen und bin, wie ich ja immer schreibe eine Gegnerin der Maskenpflicht oder gegen Freiheitsbeschränkungen, wie wir sie jetzt erleben, überhaupt und, daß mit der Polizei gegen ein Virus eingeschritten wird, ist auch etwas, was ich sehr bedenklich finde.

Warum dieses Virus soviel Angst auslöst, ist etwas was ich noch immer nicht so ganz verstehe. Deshalb interessiert mich das Thema sehr und ich habe schon einige mehr oder weniger kritische Bücher darüber gelesen.

So war ich sehr interessiert, als mir Doris Kloimstein, die vielleicht auch eine Corona-Kritikerin ist, mir jedenfalls schon viele schöne Coronaoder Maskenkommentare in Gedichtform geschickt hat, das Buch übergab. Der Uli hat es auch schon gelesen, in diesem Punkt scheine ich mit ihm ja einer Meinung zu sein, wie ja auch sehr interessant ist, daß die FPÖ zu den Corona-Gegner zählt, die auch eine Petion dagegen ausgerufen hat.

Die Maßnahmen der österreichischen Regierung hat die österreichischen Zahlen sehr schön herunter gebracht, so daß es ab Mai wieder Lockerungen gab, jetzt scheinen die Zahlen wieder anzusteigen, so daß die Maskenpflicht wieder eingeführt wurde, man weltweit von einer zweiten Welle spricht, die die Zahlen auch in anderen Ländern sprunghaft steigen ließen und die allgemeine Angst wieder sprunghaft anzusteigen scheint. Aber nun zu dem Buch, das glaube, ich auf den Kenntnisstand von Mai beruht.

Es ist in einige Kapitel gegliedert, relativ einfach und leicht verständlich geschrieben und beruht gelegentlich auf einen leicht sarkastischen Unterton vor allem, was die Kritik bezüglich des deutschen Star-Virologen Christian Drosten, den deutschen Gesundheitsminister Jens Spahn oder den bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder, der ja einen sehr strengen Kurs fährt betrifft.

Beginnen tut es mit einer Einführung des „Alptraumes“, wo er leicht verständlich erklärt, daß das Virus im Dezember von China hergekommen ist und dort mit sehr drastischen Maßnahmen bekämpft wurde, die dann schließlich fast weltweit übernommen wurden.

Im zweiten Kapitel wird erläutert, wie gefährlich das „Killerviurs“ ist, da führt Dr. Bhakdi verschiedene Tabellen und Statistiken an und auch, daß hier die Zahl der an Corona verstorbenen mit denen mit verwechselt wird. Er zitiert Statistiken, daß die meisten Toten über achtzig waren und nennt Risikofaktoren, wie Diabetes, Bluthochdruck und Herzerkrankungen, die immer vorhanden waren, aber oft nicht erkannt wurden. Er nennt Thrombose, als eine Ursache für spätere Lungenerkrankungen und interessant ist da ja, daß den alten Menschen und Riskogruppen ja nicht empfohlen und in den Altersheimen oft verboten wurden, aus dem Haus zu gehen, während frische Luft und Bewegung eigentlich zu empfehlen wäre.

Er zitiert auch, die die Studie eines Ministerialbeamten der berechnete, wie hoch die Kolleratschäden, leere Spitäler, keine Behandlungen, wären, die verschwiegen wurden. Vergleicht die Situation von Italien, Spanien, England und Großbritannien, hier ist das gesundheitssystem oft schlechter, es wurde krankgespart und oft auch falsch behandelt.

Dann kommt er zur Corona-Situation in Deutschland, die ja etwas anders als in Österreich ist. Der Lockdown hat hier, glaube ich, später als in Österreich begonnen und auch länger angehalten. So gibt es dort immer noch die Maskenpflicht, eine größere Abstandsregel und vor allem in Bayern viel strengere Bestimmungen, als in anderen Bundesländern.

Die Maskenpflicht hält er auch für unnötig und führt dazu verschiedene Belege an.

Ein Kapitel ist den leeren Krankenhäusern, dem Herunterfahren der Medizin und der fehlenden Behandlungen von Schlaganfällen und Herzinfarkten, weil sich die Patienten nicht in die Spitäler trauten, gewidmet und da kann ich berichten, daß ich noch immer keinen Corona-Toten kenne, wohl von einigen potitiv Getesten und von denen mit Verdacht hörte, aber von einigen Leuten hörten, daß sie an Schlagafällen und Herzinfarkten gestorben sind und mir auch einige Freundinnen in letzer Zeit von ihren aufgeschobenen Operationen berichtet haben. Mich hat vor allem auch erstaunt, wie schnell die Allgemeinpraxen zusammengebrochen sind und, daß sich die Mediziner dort nicht mehr die Patienten zu behandeln trauten, was ich eigentartig, wenn nicht arg finde.

Die falsche Behandlung mit Beatmungsgeräten wird von Dr. Bhakdi thematisiert und immer wieder, daß kein Lockdown nötig gewesen wäre, weil im April alles schon vorbei gewesen wäre, die Poltiiker aber immer noch von der zweiten Welle reden, die jetzt ja offenbar herbeidiagnostiziert. Da gibt es ein schönes Bild im Buch, daß mit Kanonen auf Spatzen geschoßen wird, was ich mir auch schon dachte, die fliegen aber munter weiter, während alles andere in Schutt und Asche über bleibt, schreibt Dr. Bhakdi weiter.

Er meint, was auch andere meinen, daß die Risikogruppen geschützt gehörten und alles andere nicht nötig gewesen sei, führt Schweden als positives Beispiel an, was von den deutschen Politiker und Medien heruntergemacht wird.

Prof. Drosten scheint er nicht leiden zu können und führt die Beispiele von der Pandemie von 2009 an, wo ein Impfstoff erzeugt wurde, der dann nicht nötig war, meint, daß es falsch war, den Menschen Angst zu machen, da wird Kanzler Kurz und sein berühmter Ausspruch angeführt, weil dann die Menschen alles mit sich machen lassen und das habe ich ja am Donnerstag erstaunt beobachtet, wieviel Leute sich da im MQ für den Meter bis zu ihrem Platz im Freien eine Maske aufsetzen. Wahrscheinlich haben sie gedacht „Welch ein Unsinn!“, lauten Unmut habe ich aber nicht registriert.

Die fehlende Meinungsfreiheit ist das nächste Thema, daß Kritiker gleich zu Verschwörungstheoretikern, ein Wort das inzwischen inflationär verkommen ist, bezeichnet werden und da wundert mich ja persönlich, daß die rechts oder bei der FPÖ zu finden sind, während die anderen zu schweigen scheinen, was ich auch nicht ganz verstehe, daß denen nichts zu Kritisieren auffällt.

Oe 24 TV berichtet ja immer, wie sehr die Menschen mit Kanzler Kurz und seinen Maßnahmen zufrieden sind. Die Wirtschaft liegt aber danieder, die Arbeitslosenzahlen werden steigen und, daß man Menschen in den Alterheimen einfach einsperrte und sie beispielsweise weder Besuche empfangen noch spazieren gehen ließ, ist wahrscheinlich auch mehr als fahrläßig.

Sind wir also bei der Einschränkung der Grundrechte, die da sehr schnell und weltweit nicht nur in Deutschland ausgehobelt werden, angelangt. In Deutschland wird da oft der Vergleich mit der DDR gebracht. In Österreich ist der aber, wo es auch nicht viel anders zugeht, nicht zuläßig und da wunderte mich schon von Anfang an, weil, daß das Virus zwar ansteckend ist, aber nur bei alten multimorbiden Menschen wirklich zugreift, war ja schon vom Anfang an klar, daß das so wirken konnte und verstehe, wie schon zitiert, noch immer nicht warum. Dr. Bhakdi zietiert da einen, der sich fragte, ob es an der „Dummheit der Politiker“ liegen könnten oder, ob sie etwas anderes vorhaben? Und so dumm könnten die ja eigentlich nicht sein?

Eine Frage, die ich mir Angsichts der widereingeführten Maskenpflicht und der inzwischen über sechzig infizierten Praktikanten in St. Wolfgang auch stelle.

Denn wer suchet, der findet und ob es wirklich eine so gute Idee ist, das Virus, das ja ungekümmert weiterfliegt, mit aller Gewalt ausmerzen zu wollen, in dem man die Immunisierung verhindert und die Abwehrkräfte schwächt, wird auch thematisiert.

Das letzte Kapitil wird der Zukunft gewidmet. Wie geht es weiter?

Wir dürfen nicht in die finsteren Zeiten von 1930 zurückfallen, schreibt Dr. Bhakdi und wir sollten aus der Geschichte lernen.

Da bin ich gerade jetzt sehr skeptisch, denn die den Medien wird ja wieder Angst geschürt und die Leute, die mit Masken aus den Supermärkten kommen, gefragt, was sie von den Maskenverweigern oder Maskenanarchisten halten? Während die Experten gleichzeitig betonen, daß man eigentlich eine Schulung im Maskentragen bräuchte, damit sie nicht falsch angewendet werden und sich im Supermarkt noch keiner angesteckt hat und es hier die psychologische Wirkung ist, also, daß man die Angst nicht vergessen darf, auf die gesetzt werden soll und ich habe mir schon im März „Uje uje!“, gedacht.

Was ist, wenn dann im September der nächste Virus kommt? Wenn sich diese Einstellung nicht verändert, kommen wir aus dem Schlammassel nie heraus!

Mal sehen, ich bin wieder gespannt und kann das Buch wirklich allen sehr empfehlen, hörte, daß „Amazon“ die Lieferung verzögert haben soll. Es steht aber Bestseller darauf und ich kenne schon zwei Leute, die es gelesen haben.

In den öffentlichen Medien hört man nicht viel davon, das stimmt, im Internet sind aber auch die entsprechenden Videos zu finden.

2020-06-09

Ein schrecklicher Verdacht

Während das Leben ringsherum immer normaler wird, wieder ein Stück aus meinem Corona-Roman „Kein Frühlingserwachen mehr?“, wo es um die ersten Wochen des Lockdowns geht.

Die fünfundsechzigjährige Kuratorin Roswitha Horwath sitzt im Homeoffice zu Hause, wo ihr an Alzheimer erkrankter Mann Egon von der Slowakin Janina betreut wird und bereitet mit ihrem Assistenten Viktor eine Ausstellung über das „Rote Wien“ vor.

Ein Text den ich gerade korrigiere und vielleicht noch ein bißchen was daran verändern muß. Die Szene 5, 7, 14, 15 und 19 und gibt es schon hier zu finden.

Jetzt geht zu Szene 16 und Albert Herweg, Roswithas Sohn, der mit der Volksschullehrerin Valera verheiratet ist:

„Du machst dir unnötige Sorgen, Bea!“, sagte Albert Herweg zu seiner Schwester und legte das Handy auf den Schreibtisch.

Dumme Gans!“, dachte er dabei.

„Laß doch die Mama in Ruhe und sie mit ihren fünfundsechzig Jahen in ihr Museum gehen, wenn sie das braucht und wenn sie sich ein bißchen in ihren Assistenten verliebt haben sollte, kann man ihr das gönnen! Hat sie es doch mit dem Papa und seiner Krankheit nicht so leicht und außerdem bin ich sicher, daß sie weiß, wie weit sie gehen kann! Dumme Gans, die eine Mücke zum Elefanten macht und sich in Sachen mischt, die sie nichts angehen, während ich mir um Val Sorgen machen sollte!“, dachte er verärgert und merkte, daß er froh war, daß er das zu sich selber und nicht der Schwester gesagt hatte, die sich in ihrer Helferrolle auf ihn gestürzt hätte, was er nicht wollte und sie nichts anging, dachte er und kam in Gedanken zu Valera zurück, die sich vorhin in der Küche übergeben und erschrocken den Kopf geschüttelt hatte, als er wissen wollte, ob sie auch Fieber hätte? Über Kopfweh hatte sie in den letzten Tagen öfter geklagt. Da hatte er sich noch keine Sorgen gemacht und gedacht, daß die Überforderung mit dem Homeschooling, das nicht leicht war und sie erst lernen mußten, Schuld daran trug. Dann war ihm eingefallen, daß sie in letzter Zeit öfter gehustet hatte und hatte erschrocken „Sie wird sich doch nicht dieses Virus eingefangen haben?“, gedacht.

„Mach dir keine Sorgen, Albert!“, hatte sie ihn zwar beruhigt und ihn auf den Mund geküßt. Dann hatte sie ihre Jacke genommen und gemeint, daß sie für alle Fälle doch in die Apotheke gehen wolle.

„Um mich zu vergewissern, Albert, damit ich mich in nichts verrenne, was nichts wird! Mach dir keine Sorgen und kein solches Gesicht! Mir geht es gut und ich habe mir vielleicht nur den Magen verdorben!“

Als er ihr erschrocken folgen wollte, hatte sein Handy angeschlagen. Bea war in der Leitung gewesen und hatte ihm mit besorgter Stimme mitgeteilt, daß die Mutter im Museum gewesen war, obwohl sie zur Risikogruppe hzählte und daher das Haus nicht verlassen sollte. Dann hatte sie noch etwas von ihrem Assistenten hinzugefügt, von dem sie nicht sicher war, ob sich die Mama nicht mit ihm im Museum traf und den Papa mit ihm betrog?

„Das darf nicht sein! Das müssen wir verhindern!“, hatte die Schnatterliese, die schon als Kind so überkorrekt war und die anderen vernadert hatte, wenn sie beim Spielen geschummelt oder keine Hausaufgaben machten, doziert und er hatte gedacht, daß ihn das nicht interessiere, sondern zu Val müsse, die vielleicht dieses Corona-Virus, zumindest aber einige der geschilderten Symptome hatte. Trotzdem hatte es eine Weile gebraucht, bis er so höflich er konnte „Das interessiert mich nicht, Bea! Ich mische mich da nicht ein und glaube, du solltest es auch nicht tun, weil die Mama erwachsen ist!“, zu ihr sagte und das Gespräch unterbrach. Das war nun passiert. Jetzt konnte er ebenfalls zur Jacke greifen und Val in die Apotheke folgen. Wußte er doch, wo sich die Nächste befand. Konnte sie also nicht verfehlen und atmete auf, als er das Geräusch des Schlüßels hörte und er seine Frau verschwitzt und mit zerzausten Haaren auftauchen sah.

„Da bin ich wieder, Albert!“, sagte sie erstaunlich fröhlich und zog eine Medikamentenschachtel aus ihrem Apothekensäckchen.

„Wenn du willst können wir den Test gleich machen, dann wissen wir es genau!“

„Den Covid-19 Test? Wo hast du den so schnell bekommen? Ich dachte, man müßte da eine bestimmte Nummer anrufen, dann kommen sie im Schutzanzug zu dir machen den Abstrich!“, sagte er und wunderte sich, daß sie zu lachen begann.

„Aber nein, Albert, hast du das gedacht? Das ist es nicht! Das Kopfweh ist verschwunden und der Husten, glaube ich, chronisch! Aber meine Periode ist in der letzten Zeit ausgeblieben und da mir seit ein paar Tagen schon schlecht wird, wenn ich die Küche betrete und das Essen rieche, habe ich gedacht-!“, sagte sie und drückte ihm einen Kuß auf den Mund.

„Daß ich vielleicht Vater werde, meine Eltern Großmama und Großpapa und meine Schwester Tante, die sich dann um ihren kleinen Neffen oder Nichte kümmert und die Mama in Ruhe läßt, wenn sie sich nicht so genau an die Risikogruppenvorschriften hält!“, sagte er und zog Valera an sich.

„Das wäre wunderschön, Val, obwohl eine Schwangerschaft in Covid-Zeiten und eine Geburt mit Maske höchstwahrscheinlichlich auch ein Risiko werden könnte!“

2020-06-08

Wieder zu den Wilden Worten

Eva Schörkhuber

Eva Schörkhuber

Corona Regelungen

Corona Regelungen

„Zusperren ist einfacher als aufsperren!“, hat Kanzler Kurz schon mehrmals gesagt und das scheint bezüglich der Veranstaltungen ganz besonders zuzutreffen, denn seit Ende Mai sind diese wieder möglich, das Programm geht aber nur ganz zögernd an.

Die „Alte Schmiede hat im Juni drei literarische Veranstaltungen, Eintritt nur mit Maske und mit Zählkarten, obwohl die Maskenpflicht ja mit nächster Woche weitgehend fällt, der „Republikanische Club“ beginnt, glaube ich, nächste Woche und Richard Weihs, der beharrliche hat pünktlich zum zweiten montag im Monat wieder mit seinem Programm begonnen und Eva Schörkhuber dazu eingeladen und erfreulich, Zutritt auch ohne Maske.

„Nur die Sessel rücken wir ein wenig weiter auseinander!“, hat er mir auf meine Anfrage gemailt. Die Claudia vom Amerlinghaus hat aber auf einem Tisch Masken, Desinfektionsmittel und ein Info blatt mit den Veranstaltungsregeln aufgelegt und laut Richard Weihs, die Sesseln in einem Schachbrettmuster aufgelgt, vier oder fünf Reihen mit je vier Stühlen und ich habe mich auch bemüht, rechtzeitig da zu sein.

Denn keine Ahnung, wie groß oder klein der Andrang sein wird. Denn normalerweise Platz genug, aber da stehen die Sessel dichter beieinander und jetzt gab es zwei Monate keine Veranstaltungen.

Wenn also alle, die gerne hinkommen kommen und Eva Schörkhuber noch ihren Fankreis mitbringt? Dann war es nicht so arg, denn Platz genug, aber die Ruth war da, die Silvia Bartl, die früher das Programm vom Literaturhaus organisierte, der habe ich gleich mein neues Buch entgegengestreckt, den Richard Weihs nicht, obwohl seine Wunschgedichte ja darin enthalten sind, Eva Geber ist später gekommen und der Alfred auch, denn der mußte noch in den kubanischen Club schauen, der ja jetzt auch geöffnet hat.

Richard Weihs begrüßte und Eva Schörkhuber, die ich ja von den Volksstimmefestlesungen kenne und deren erstes Buch ich einmal gefunden habe, hat passend zur Lage zwei Texte ausgewählt, die sich mit dem Thema Altern, bezüglich der Risikogruppen, wie sie erwähnte und Angst, bezüglich Corona ausgewählt.

Publikum beim Abstandhalten

Publikum beim Abstandhalten

Der Essay über das Altern ist in der PS-Politsch schreiben, deren Redaktionsmitglied sie ja ist, enthalten und da war ich ja im Jänner im Literaturhaus, wo sie einem Text gelesen hat, der in einer anderen Nummer enthalten ist und der Text zum Thema Angst stammt aus dem dystopischen beziehungsweise hypnotischen Roman, wie Richard Weihs in seiner ausschreibung ankündigte „Nachricht an den großen Bären“, der schon 2017 bei „Atelier“ erschienen ist und der offenbar komplett an mir vorbeigegangen ist.

Dystopoische Romane sind ja in Zeiten wie diesen besonders passend, so steht im Beschreibungstext auch etwas von der nahen Zukunft, wo die Rechtspopulisten die Macht übernommen haben und Eva Schörkhuber, die ein Stück vom Ende gelesen hat, erklärte anschließend, daß der Roman eigentlich aus einer Erzählsammlung entstanden ist und es in dem ganzen Buch im eine Zugfahrt geht, wo eine Rebellin die Papiere über die Grenze bringen will, immer wieder verschiedene Personen trifft und das Hypnotische besteht aus Entspannungsformeln, die sich die Heldin offenbar immer wieder suggeriert, die Eva Schörkhuber auch vorgelesen hat.

Interessant eine Veranstaltungsreihe in Corona-Zeiten damit zu beginnen, die Diskussion begann auch mit dem Thema Riskogruppe und den Einkastelungen, die wir in der letzten Zeit erlebten, dann folgte, wie Rihard Weihs erwähnte eine Menge Wunschgedichte, offenbar waren bei der letzten Märzveranstaltung, wo ich ja bei der Frauenlesung im Literaturhaus war, besonders viele Leute und einge haben sich da schon das Thema Corona gewünscht und das habe ich auch auf mein Wunschzettelformular geschrieben, nämlich als Thema, dann als Beginn glaube ich „Es kann nicht sein“ und dann noch „Maskenpflicht“, „Überwachungsapp“ und „Ausgangssperre“, eher banal habe ich gedacht, aber vielleicht passt das Resultat zum „Frühlingserwachen“.

Mal sehen, was Richard Weihs daraus machen wird, die nächste Veranstaltung hat er ja schon angekündigt, wird vielleicht schon im Juli sein, beziehungsweise im September, da wird er dann auch Gitarre spielen und dann wird der Alfred wahrscheinlich mit dem Korrigieren noch nicht fertig sein, so daß es sich ausgehen wird, dem Text, wenn es passt, auch noch das Gedicht anzufügen.

2020-06-04

Lauter Vernaderer

Jetzt gehts gleich weiter mit dem Corona-Roman „Kein Frühlingserwachen mehr“, nämlich zur Szene 15:

„Als Viktor Neumann seine Wohnungstür aufsperrte, fühlte er sich befreit, wie schon lange nicht und war so guter Laune, daß sie nicht einmal seine Nachbarin, eine immer grantige, aber auf süßlich tuende Frau, wegwischen konnte, die prompt ihren Kopf aus dem Türspalt streckte und scheinbar freundlich „Schönen, guten Abend, Herr Magister! Haben Sie sich die Füße ein wenig vertreten? Denn von der Arbeit können Sie nicht kommen, da Sie sich, wie Sie mir erzählten, in Heimarbeit befinden!“

Viktor Neumann atmete durch, dann schaute er die Nachbarin an und schüttelte den Kopf.

„Doch, Frau Günther!“ und konnte das „Frau Karl!“, gerade noch unterdrücken, weil er nicht sicher war, daß die alte Dame, eine sogenannte Hofratswitwe oder gewesene Zahnarztgattin, die Anspielung verstehen würde.

„Von der Arbeit nicht vom Spaziergang, aber den, keine Sorge, habe ich auch gemacht! vom Museum bin ich nach Hause gegangen und systemrelevante Artbeit ist, wie Sie wissen, erlaubt und das ist es, wenn man vor Ort etwas vermessen muß und auch spazierengehen ist wichtig, damit man keine Thrombose bekommt! Und wie ist das bei Ihnen, Frau Günther? Auch draußen die Seele ausgelüftet? Das rate ich für die Zeit, wo Sie Ihre Enkel nicht sehen können!“

„So ist es!“, seufzte die und fügte ein wenig freundlicher hinzu, daß sie die Enkelkinder sehr vermisse.

„Obwohl sie sehr brav sind und für mich einkaufen, damit ich nicht nach draußen muß!“

„Sehr schön!“, antwortete er.

„Dann will ich mich wieder in meine Quarantänenhöhle begeben und falls die Enkel einmal nicht kommen und Sie etwas brauchen sollten, melden Sie sich bei mir!“, bot er an und machte die Türe hinter sich zu.

„So ist es alter Drachen!“, dachte er bei sich und setzte hinzu, daß es sehr interessant war, schon im eigenen Wohnhaus das Denunizantentum beobachten zu können.

„Die Rosi fühlt sich auch von ihrer Tochter überwacht!“, fiel ihm ein und da waren wieder die Erinnerungen an den schönen Nachmittag von dem er Elfriede Günther am besten nichts erzählte, damit sie ihn nicht bei seinem ehemaligen Universitätsprofessor vernadern konnte. Der bekam zwar nicht mehr viel mit, wie ihm die Rosi zu erzählen wußte. Dafür beobachtete ihre Tochter Beate sehr genau. Denn die hatte vorhin ein wenig gestört, obwohl sie im Museum nicht anwesend war. Aber Rosi hatte sie behindert. Das hatte er gespürt, obwohl der Nachmittag sehr schön gewesen war und seine Stimmung, die schon am Boden gelegen war, stark verbessert hatte. Die Decke war ihm auf den Kopf gefallen, dem ein erlaubter Spaziergang, wo die Polizisten angeblich mit Maßstöcken an einem vorübergingen und jeden, der fünf Zentimeter zu wenig Abstand hielt, einen Strafzettel von fünfhundert Euro verpasste, nicht abhelfen hatte können. Das brauchte er nicht, mit Elfi Günther am Donaukanal spazieren zu gehen. Als er die letzte Bierflasche in den Abfalleimer geworfen hatte und überlegte, ob er schon wieder in den „Spar“ hinuntergehen sollte, um sich ein neuerlicher Sixpack zu holen, das letzte hatte er gestern gekauft, allmählich fiel er damit sicher auf, warihm eingefallen, daß Rosi bei ihrem letzten Meeting davon gesprochen hatte, daß sie ins Museum gehen wolle, um den Ausstellungssaal noch einmal zu vermessen und er hatte aufgeatmet. Das war die Lösung. Das Museum war die Rettung und beim Vermessen konnte Rosi sicher seine Hilfe brauchen. Und da sie dabei mit dem Maßband hantierten, konnte auch der Sicherheitsabstand kein Problem darstellen. So war aus dem Sixpack Bier eine Flasche Prosecco und ein Säckchen Erdnüße daraus geworden und er war erwartungsvoll in Richtung Felderstraße marschiert. War dort eine halbe Stunde trübselig in seinem Büro gesessen, hatte schon „Operation mißlungen!“, gedacht, als er es am Eingang rascheln hörte und Rosi ihn erschrocken ansah, als würde sie Einbrecher im Büro vermuten.

„Ich bin es Chefin, keine Sorge!“, hatte er beruhigt und der Nachmittag war schön geworden. Viel schöner, als erwartet, denn er und Roswitha waren sich erstaunlich nah gekommen. Viel näher als zwischen Chefin und Assistent erlaubt und der Altersabstand vermuten würde und da hörte er schon die Stimme seiner Großmutter, die ihn „War das wirklich nötig Viktor? Sie ist eine alte Frau und außerdem mit deinem ehemaligen Universitätsprofessor verheiratet von dem sie zwei Kinder hat!“, mahnte.

Sie erinnert mich ein bißchen an dich, Oma!“, verteidigte er sich gegen die imaginäre Stimme in seinem Kopf.

„Sie ist genauso mütterlich und liebevoll, wie du und, daß wir das Verhältnis zwischen Chefin und Assistenten ein wenig überschritten haben, Oma? Die Quarantäne, diese blödsinnigen Zwangsbeschränkungen sind schuld, daß mich der Lagerkoller packte und Roswitha hat mir gestanden, daß sie sich ein wenig in mich verliebt hat! Daß ich sie an ihren Sohn Albert erinnere, hat sie nicht gesagt, wie ich selbstverständlich auch nicht erwähnte, daß du das bei ihr tust! Sie hat nur beteuert, daß sie ihren Egon noch nie betrogen hat und ihn sehr lieben würde!“

„Aber-?“, hat sie dann mit schuldbewußten Lächeln hinzugefügt und ihm übers Haar gestrichen „-da er jetzt nicht mehr der Alte ist und ich mich eigentlich sehr jugendlich fühlte!“, hatte sie sagen wollen und dann mit einem Blick in sein Gesicht, das natürlich jünger war, erschrocken innegehalten.

„Bea meint, daß ich das nicht mehr bin, sondern aufpassen soll, weil ich zur Risikogeruppe gehöre! Sie hat sicher auch etwas gegen meinen Museumsbesuch! Da ich mich aber wirklich jung fühle-? Was soll es, Vik? Ich freue mich dich getroffen zu haben! Denn ich mag dich sehr und da wir in einer Ausnahmesituation sind, ist-„

„Einmal keinmal und erlaubt! Wir werden es auch niemanden verraten!“, hatte er unbekümmert geantwortet und ihren Mund mit einem Kuß verschloßen. Das war es gewesen. Ein langes Gespräch, eine Flasche Prosecco lag dazwischen und zum Vermessen der Ausstellungsräume waren sie dann nicht gekommen, wie Roswitha nach einer Weile erschrocken feststellte.

„Ich muß nach Hause, Janina und Egon werden sich schon wundern, wo ich geblieben bin! Ich fürchte, das Vermessen müssen wir auf ein anderes Mal verschieben!“

Er hatte strahlend genickt und „Natürlich, Chefin! Es hat mich sehr gefreut und stehe gerne zur Verfügung, wenn du mich wieder brauchst! Es war ein wunderschöner Nachmittag!“, geantwortet. Hatte nachdem sie nach einem hastigen Kuß verschwunden war, die Erdnußpackung und die Proseccoflasche entsorgt, damit niemand etwas von ihrer nicht so ganz erlaubten Sitzung merken konnte und war beschwingt nach Hause gegangen. Hatte genauso beschwingt in Frau Günthers grantiges Gesicht geschaut und lächelte auf diese Art und Weise jetzt auch Christines Foto an, das immer noch auf seinem Schreibtisch stand.

„Was sagst du dazu, Christine?“, fragte er die entschwundene Freundin.

„Meinst du auch, daß das ungehörig ist? Der Altersunterschied zu groß und es sich nicht gehört, seinen ehemaligen Professor mit seiner Chefin zu betrügen? Das gehört sich vielleicht wirklich nicht! Da hast du schon recht, was soll ich aber machen? Ist sie doch eine wunderbare Frau, der man es bestimmt nicht ansieht, daß sie zur Risikogruppe zählt“ – Wie geht es dir, Christinchen? Bist du immer noch in New York auf deiner University? Von dieser Stadt hört man ja Schlimmes, wenn man die Nachrichten sieht! Wie geht es dir? Paß auf dich auf, auch wenn du nicht zur Risikogruppe zählst, sondern gesund und viel jünger bist! Schick mir doch ein Mail, damit ich weiß, wie es dir geht!“, hörte er sich denken, schüttelte dann über sich erschrocken den Kopf und dachte wieder an die Großmutter.

„Du hast schon recht, Oma!“, sagte er zu ihrem imaginären Geist.

„Wenn du wissen willst, ob mich die Covid 19 -Krise zum Überschnappen brachte! Vielleicht ist es so! Es war aber ein wirklich wunderschöner Nachmittag mit meiner Chefin, auch wenn sie fünfunddreißig Jahre älter und mit meinem ehemaligen Doktorvater verheiratet ist, war es das und ein bißchen Freude gehört in Zeiten, wie diesen ja dazu und darf vielleicht auch sein!“

2020-06-02

Der Heimweg

Und wieder ein Schmankerl oder ein Preview-Stück aus meinem derzeitigen Work on Progress „Kein Frühlingserwachen mehr“, das derzeit im Rohtext fertig ist. Die Szene 14, wo die Roswitha das Wien-Museum verläßt in dem sie sich trotz Ausgangssperre und Homework mit ihrem Assistenten Viktor getroffen hat.

Ob mein Blog nun mein Schreiben ersetzt hat mich einmal meine Psychologenkollegin Irmgard G. gefragt, der ich auf die Sprachambulanz gefolgt bin.

„Nein!“, habe ich geantwortet.

„Natürlich nicht!“ und das ist und bleibt auch so.

Kommentierer schreiben mir manchmal, sie hätten noch nichts von mir gelesen. Nun man kann meine Bücher bei mir bestellen, sofern sie noch nicht vergriffen sind. man kann sich auf der Homepage in die Leseproben einlesen, es gibt inzwischen aber auch einiges im Blog zu finden.

Die beiden „LiteraturgeflüsterBücher“ etwa, die Szenen aus denen später „Besser spät als nie“ geworden ist und im Dezember gibt es immer wieder ein Adventekalenderfenster aus der „Nika, Weihnachtsfrau“.

Man sieht, ich versuche mein einsames Schreiben immer etwas aufzupäpplen und öffentlich sichtbar zu machen und weil es ja noch keine Veranstaltungen gibt und ich nicht sieben Bücher in der Woche lese, das Corona-Thema mich aber sehr interessiert, stelle ich, immer wenn es passt oder ich eine Lücke hätte, eine Szene aus meinem derzeitigen Work on Progess, den Corona-Roman, der eigentlich mehr eine Erzählung ist, hier hinein.

Vielleicht nicht ganz einfach, so leicht in einen Text hineinzuspringen. Es gibt aber im Blog einige Artikel, die über den Schreibprozeß berichten und die Szene 5, 7 und 19 gibt es schon. Die Szene 15 kann ich spoilern, wird wahrscheinlich bald folgen.

„Es war fünf vorbei, als Roswitha Herweg, das Museum wieder verließ. Ihre Haare waren ungeordnet und es fröstelte sie, als wäre im Museum die Heizung ausgefallen. Was auch so war. Die Heizung war seit zwei Wochen ausgeschaltet. Deshalb war ihr kalt, so daß sie froh war, daß sich in ihrer Handtasche, der lila Schal befand. Den band sie um ihren Hals, statt, um Mund und Nase. Denn das Gehen auf der Straße ohne das war erlaubt, auch wenn sie immer wieder besonders Vorsichtige mit Mundschutz an ihr vorüberlaufen sah. Sie hatte den Schal nur über ihre orange Jacke gewickelt und wunderte sich ein ein wenig, daß ihr kalt war, denn im Museum war es trotz abgeschalteter Heizung heiß zugegangen und genau das brachte sie durcheinander. In ihrem Kopf spielten ihre Gedanken Ping Pong. Dazu brauchte sie keine Beate, die aber, wie sie auf ihren Handy sah, dreimal angerufen hatte. Sie hatte eine sehr besorgte Tochter, aber während der Sitzung im Museum war sie nicht ans Telefon gegangen. das würde sie erst zu Hause tun, wenn sie Egon und Janina erklärte, warum sie, um elf das Haus verlassen hatte, um ihre Bankfiliale aufzusuchen und erst um halb sechs abends aufgelöst, mit einem Schal um den Hals gewickelt, widerkam. Das Zahlscheineinwerfen brauchte auch in Corona-Zeiten nicht so lang, wie sich sowohl Janina, als auch Bea denken würden und nur Egon, der, wenn er nicht wieder ausgebüchst war, um zu seinen Vorlesungen zu gelangen, in seinem Arbeitszimmer gesessen war, würde es egal sein. Gerade er hätte aber Grund sich zu empören, während es Janina und das Töchterlein nichts anging, warum sie trotz Ausgangsbeschränkung so lange nicht zu Hause war. Sie würde es ihnen aber erklären. Natürlich, keine Sorge, denn Arbeiten war erlaubt. Das erklärten sowohl der Bundeskanzler, als auch der gestrenge Innenminister, beinahe bei jedem Interview, auch wenn sie nicht beweisen konnte, daß eine Ausstellungsplanung über das“Rote Wien“ zu den systemrelevanten Arbeitsgängen zählte und sie außerdem, wie ihr brandheiß einfiel, auf das Abmessen der Räume vergessen hatten. Viktor war schuld daran. Ihr Assistent, Viktor Neumann, ebenfalls Historiker, wie Egon und dreißig Jahre alt, wie ihr Sohn. Sie wußte das und hatte es nicht vergessen. Viktor Neumann, der mutterlos und ohne Freundin in seiner Garconniere gesessen war, hatte die gleiche Idee, wie sie gehabt. Er hatte das Museum zwar nicht vermessen wollen. sich aber gemerkt, daß sie das wollte, um sicher zu sein, daß die Pläne stimmten, wenn vielleicht im Juni oder schlimmstenfalls im September, die Ausstellung eröffnet werden konnte und hatte sich, wie er ihr mit jungenhaften Grinsen eingestand, in Erwartung, sie zu treffen, aus seiner Quarantänenhähle geschlichen. In den „Spar“ war er gegangen, wie er ihr mit demselben jungenhaft verschämten Lächeln gestand. Hatte dort von einer maskierten jungen Damen einen Mundschutz überreicht bekommen und war von ihr aufgefordert worden, einen Einkaufswagen zu benützen. Mit diesem war er maskiert durch den Markt gefahren und hatte in ihm eine Flasche Prosecco und ein Säckchen Erdnüße gepackt.

„Denn weißt du, Chefin, schön Frau, daß ich das gerne mit dir verzehren möchte, um meine Einsamkeit zu vergessen! Wenn du dich traust, lade ich dich gerne dazu ein!“, hatte er gesagt und war dabei ihrem Mund und ihrem Körper unvorschriftsmäßig nah gekommen. Viel zu nah war das geschehen. Jeder Sicherheitsabstand wurde mißachtet, hatte sie noch gedacht. Als sie aber abwehren konnte, war sie von dem Duft seines Rasierwassers überwältigt worden, hatte die Nähe schließlich, sie konnte es nicht leugnen, gern zugelassen. Verbotenerweise war sie ihm sehr nah gekommen. Das könnte sie ihrer Tochter Beate, ihrem Sohn Albert, der Personenbetreuerin Janina und auch Egon, ihrem angetrauten Gatten, der einzige, der wirklich davon betroffen war, sagen. Würde es aber nicht, Egon vielleicht und der würde sie verstehen oder, wie eher anzunehmen war, würde es ihn, der nur seine Studenten und seine Vorlesungen im Kopf hatte und sie ,wenn sie ihm am Weggehen hindern wollte „Hexe!“, nannte, nicht interessieren. Den anderen würde sie ihr Fernbleiben mit einer unverschiebbaren Arbeitssitzung rechtfertigen. auch wenn sie über den Erdnüße und dem Prosecco, auf das Vermessen vergessen hatten. Denn es war keine Arbeitssitzung gewesen, die sich die letzten Stunden zwischen ihnen abtespielt hatte. Absolut nicht, sondern etwas, das ganz und gar verboten war, auch wenn diese Gesetzesübertretung wieder mit fünfzig und auch nicht mit fünfhundert Euro Verwaltungsstrafe zu begleichen war. Es hatte sie auch kein Polizist gesehen. Es war keiner mit einem Maßstab ins Museum gestürmt, um festzustellen, daß die Kuratorin Roswitha Herweg und ihr Assistent ViktorNeumann diesen nicht eingehalten hatten. Kein Geldbetrag würde tilgen, was geschehen war und Beate hatte recht, wenn sie sie rügen würde und da, während sie die Landesgerichtsstraße hinunterging, wieder ihr Handy summte, atmete sie durch und nannte ihren Namen.

„Hallo, Mama!“, hörte sie prompt Bea säuseln und hielt ihr Phone so weit wie möglich von ihrem Ohr entfernt, um ihre besorgte Stimme nicht zu intensiv zu hören, mit der sie ihr mitteilte, daß sie sich Sorgen mache.

„Wo warst du Mama? Ich konnte dich nicht erreichen! Janina, die ich das fragte, ist auch besorgt! Du bist, um elf auf die Bank gegangen, hat sie gesagt. Jetzt ist es halb sechs und du bist noch nicht zu Hause! Wo bist du gewesen? Ist etwas passiert?“, hörte sie ihre aufgeregte Stimme keuchen, matmete durch und überlegte, während sie Beate erklären hörte, daß sie ihre Bankgeschäfte bequem online erledigen konnte und das Haus, wie gerade im Rundfunk durchgegeben worden war, überhaupt nicht verlassen sollte!

„Älteren Personen und Risikogruppen wäre davon abzuraten und würden ersucht, sich ihre Einkäufe von anderen besorgen zu lassen!“, hörte sie sie kreischen und hinzufügen, daß dazu Janina da wäre, die, wie sie ihr versichert hatte, das auch gern täte!

„Wo warst du Mama? Ich mache mir große Sorgen! Albert ist ebenfalls besorgt!“, hörte sie sie weiter keuchen und unterbrach sie dann energisch „Im Museum, Kind! Das heißt bis ungefähr fünf war ich dort und habe-„, flunkerte sie und hoffte dabei nicht verlegen zu klingen „-die Räume vermessen und geschaut, ob die Planung passt! Das mußte sein und ist erlaubt! Das gehört, wenn du so willst, zur systemrelevanten Tätigkeit und ist wichtig, wenn die Ausstellung, wie geplant im Juni eröffnet wird und tun wir das erst später, kann es auch nicht schaden, wenn alles stimmt! Also habe ich getan, was nicht online zu erledigen ist! Du brauchst dich nicht aufregen! Im Museum ist mir, da es geschloßen ist, nichts passiert!“, sagte sie energisch und ließ bewußt Viktors Anwesenheit aus.

„Das habe ich auch Janina und deinem Vater mitgeteilt, daß ich nach der Bank in die Felderstraße schauen werde und dort hat es ein bißchen gedauert! So eine Ausstellung macht, wie du dir vorstellen kannst, viel Arbeit! Ich habe auch ein bißchen vorgeplant, damit ich nicht so schnell wieder hin muß!“, flunkerte sie mit roten Ohren, dabei verschweigend, daß sie mit Viktor vereinbart hatte, sich demnächst wieder zu treffen. Damit er nicht so einsam war, weil sie eine so mütterlich verständnisvolle Frau war, die ihn an seine Großmutter erinnere, wie er vor sich hingestammelt hatte und sich dabei so dicht an sie presste, wie es wahrscheinlich nie ein Enkelsohn bei seiner Großmutter tun würde.

„Jetzt habe ich das Museum ohnehin schon verlassen und biege in die Josefstädterstraße ein! In einer Viertelstunde bin ich zu Hause! Das kannst du Janina und dem Papa ausrichten, der aber, wenn er nicht wieder ausgebüchst ist und Janina nach ihm suchen muß, sicher viel ruhiger ist und sich keine Sorgen macht, was du auch nicht brauchst! Es ist alles in Ordnung und nichts geschehen! Ich traue mir zu, trotz meiner dreimonatlichen Überfälligkeit, die Josefstädterstraße entlangzugehen und der alteHerr, der mir gerade entgegenkommt und der wahrscheinlich zwanzig Jahre älter, als ich ist, hat kann ich dir versichern, offenbar auch keine Angst!

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