Literaturgefluester

2011-06-10

Yoga-Schreib-Cafe und Radiofamilie

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:55

Das Writersstudio hat ein neues Angebot, das Schreibcafe mit Joga, das jeden letzten Donnerstag im Monat von 9 – bis 12 in der Pramergasse stattfinden wird.
„Move your ass and your pen will follow“, steht auf der Einladung, das habe ich zwar nicht ganz verstanden, der Probelauf war aber gratis, also bin ich, obwohl ich von Yoga keine Ahnung habe und mir eigentlich, da ich ein theoretischer Mensch, bei dem das Schreiben sicher über den Kopf passiert, nicht vorstellen kann, daß mir mediative Techniken dabei helfen, hingegangen, denn ich bin auch sehr neugierig und habe bezüglich Literaturgeflüster den Anspruch möglichst umfassend zu berichten und das writersstudio kenne ich schon lang. Judith Huber-Wolfsberger hat ein Buch über Schreibtechniken für Studenten geschrieben und das in der SFU vorgestellt, so bin ich in Kontakt und in den Verteiler gekommen und auch ein paar Mal zu Informationsabenden gegangen und vor drei Jahren, als das Literaturgeflüster gerade im Entstehen war, war ich im Thalia Lanstraße und habe ein Schreibseminar bei Irene Rauch mitgemacht, wo ich etwas über die Nora in der Radiosonate geschrieben habe. Im Herbst war dann der Tag der offenen Tür mit den Schnupperseminaren in den neuen Räumen. Judith Wolfsberger hat jetzt auch einen Blog, wo sie mir ihren monatlichen Info-Brief sendet, wenn ich Klienten mit Diplomarbeitsschreibängsten habe, schicke ich sie ihr.
Das Writersstudio beschäftigt sich hauptsächlich mit den Schreibblockaden von Studienten, Ana Znidar bietet aber auch Story schreiben an, Irene Rauch machte die Schreibnächte und jetzt eben das Yoga Schreibcafe. Man kommt um neun, trinkt bis halb zehn Kaffee, dann gibts einen kurzen Schreibimpuls, eine Stunde Yoga und hat man bis zwölf Zeit an seinem Text zu schreiben. Eigentlich eine tolle Idee sich da monatlich, wöchentlich oder alle vierzehn Tage zu treffen und einen Roman, ein Sachbuch oder eine Diplomarbeit entstehen zu lassen. Es gibt offenbar auch viele, die sich dafür interessieren, so wurden die Matten ganz eng ausgelegt. Die Yogalehrerin, Schreibtrainerin und Malerin Eva Karel bietet einen sehr lockeren Zugang an, trotzdem waren die Frauen sehr ausgerüstet und wie mir schien in Yoga schon erfahren. Zuerst gab es den Schreibimpuls unter dem Titel „Perspektiven finden“ und da habe ich mir meinen Frust von der Seele geschrieben und angefangen mich auf mein neues Schreibprojekt einzustimmen. Richtig vorbereitet war ich nicht, daß es aber um drei Frauen, um die Psychiaterin in Ausbildung Svetlana, die aus einer Begrader Romasiedlung stammt, die junge Türkin Sevim und Selma mit einer F2 und einer F6 Diagnose oder einer paranoiden Depression gehen soll, alle drei sind fünunddreißig, wußte ich schon. Svetlana ist mit Sevim in die Schule gegangen und zwar mit ihrer Ausbildung fast fertig, hat aber noch keinen Mann, führt ärztliche Gespräche mit Selma, die ihr zu einem feschen OA oder Professor rät, Selma ist Patientin an der Tagesklinik und Sevim zur Scheidung, dazwischen fährt sie in Wien herum, nennt sich Rathaussheriffa und führt Gespräche mit Gott und dem Bürgermeister. Da habe ich sicher meine Blockaden und Schwierigkeiten, die haben die Stunde Yoga auch nicht gelöst, dazu hat mich meine Ersterfahrung sicherlich zu angestrengt, ein paar Mal habe ich auch einen Krampf bekommen, von wegen locker und entspannt und auf die eineinhalb Schreibstunden war ich auch nicht wirklich vorbereitet, zumindest hatte ich mein grünes Buch nicht mit, aber trotzdem zwölf Seiten geschrieben und glaube auch, daß sich bei mir durch das Literaturgeflüster schon einige Blockaden gelöst haben. Dann gab es eine längere Mittagspause, die ich wieder beim Mc Donald verbrachte, ich habe aber auch in zwei Buchhandlungen nach dem Wieser Katalog gefragt, weil mir Andrea Stift mailte, die hätten das Literaturgeflüster erwähnt. Außerdem gab es den klinischen Mittag, was zum Thema passt, denn die Svetlana macht ihre Ausbildung im AKH und da gabs einen Vortrag über psychiatrische Diagnosen bei Drogenpatientien. Dann bin ich an den Bücherschränken vorbeigegangen und hatte bis um sieben, wo das Buch mit den Hörspielen, die Ingeborg Bachmann in den Fünfzigerjahren für den Sender rot-weiß-rot geschreiben hat, vorgestellt wurde, Zeit und so habe ich, obwohl ich das eigentlich nicht wollte, bei der dritten Margaretner Kunst- und Kulturmesse vorbeigeschaut, wo sie mich auch nicht mehr eingeladen haben, weil ich dem Bezirksvorsteher im letzten Jahr offenbar zu lang gelesen habe. Auf ein Brötchen und ein Glas Wein habe ich gedacht und Elisabeth Chovanec begrüßen, die kürzer gelesen hat, das Buffet gab es aber erst später und ich hatte mir ja vorgenommen ins Literaturhaus zu gehen, denn die Radiofamilie der Fünfzigerjahre mit dem Oberlandesgerichtsrat Hans Thimig, seiner Frau Vilma Degischer und dem Onkel Guido Wieland mit der braunen Nazivergangenheit, interessiert mich. Ingeborg Bachmann hat in den Fünfzigerjahren für den amerikanischen Sender rot-weiß-rot gearbeitet, der zufälligerweise in dem Haus untergebracht war, wo heute das Literaturhaus ist, dann gab es noch RAVAG mit der russischen Stunde. Die Texte zur Radiofamilie wurden von Jörg Mauthe, Peter Weiser und Ingeborg Bachmann geschrieben, die ist allerdings 1953 nach Rom gegangen. Joseph Mc Veigh hat die Texte im Nachlaß von Jörg Mauthe gefunden und sie bei Suhrkamp veröffentlicht. Am Büchertisch lagen eine ganze Reihe von Bachmannbücher auch und auch ein paar alte antiquarische Ausgaben der „Familie Floriani“ aus den Fünfzigerjahren. Joseph Mc Veigh hat eingeleitet, dann haben zwei Schauspieler Texte aus drei Hörspielen gelesen. Da hat mich erstaunt, wie politisch sie waren, denn der Krieg und die Nazivergangenheit wurden durchaus thematisiert, obwohl es sich um eine sehr konservative Familie handelte. Die Amerikaner wollten die Österreicher auch irgendwie umerziehen, obwohl Peter Weiser, der im Publikum saß, erzählte, sie hätten ihnen freie Hand gelassen. Er erzählte auch, wie die Hörspiele entstanden sind, dann gab es eine Diskussion mit Literaturwissenschaftlern, wo die Rolle die Hans Weigel und Friedrich Torberg in den Fünfzigerjahren hatten und die Kommunistenhatz, die sie betrieben, thematisiert wurden. Die Fünzigerjahre interessieren mich sehr und die Diskussion mit dem Publikum war auch sehr intensiv und der fünfundachtzigjährige Peter Weiser sehr beeindruckend, er hatte auch einen Darsteller mitgebracht, der das jüngste Floriani Kind gespielt hat und es war auch interessant, welche Fragen Katja Gassner stellte und, wie die jüngeren Literaturwissenschaftler, die für sie sehr weit entfernten Fünfzigerjahre sehen.
Was Trauriges zum Schluß Monika Giller, deren Buch vor kurzem ja im Amerlinghaus von den Frauen des Lesetheaters präsentiert wurde, ist am 31. Mai gestorben.

Werbeanzeigen

2013-09-21

Kunst und Handwerk des freien Schreibens

Filed under: Uncategorized — jancak @ 20:11

Ich bin ja eine, die zwischen E und U bzw der Publikumsseite und dem Lesetisch ziemlich hin und herpendelt oder gradwandelt, weil die Literatur mir ja sehr wichtig ist und ich zu den Lesereisen, den Stipendien und Preisen nicht so ganz den Zugang habe, interessiere ich mich auch für die Welt des Schreibenlernens. Obwohl ich es ja schon in bißchen kann, schadet es nicht eine Schreibgruppe zu besuchen oder sich über die Schreiblehrgänge zu informieren, noch dazu, wo es das, als ich zu schreiben begonnen habe, kaum gegeben hat. Jetzt gibt es das und der Schreibbegriff beziehungsweise, die Frage ob und wie man das Schreiben lernen kann, hat sich inzwischen auch geändert.
Der Arbeitskreis der schreibenden Frauen von den KPÖ-Frauen Ende der Siebzigerjahren sozusagen initiert, bei dem ich vier Jahre lang mitmachte, war damals in Wien ziemlich einzigartig.
Ja die legendäre Gruppe 47 hat es gegeben, aber da wurde man ja eingeladen und zum Bachmannlesen, das sich 1977 gegründet hat, durfte man sich damals auch noch nicht selber anmelden bzw. bewerben.
Es kamen dann ziemlich bald die Volkshochschulen und die Sager, daß das in Amerika anders ist, daß man dort das Schreiben auf der Uni in kreativen Writingkursen lernt und, daß das dort ganz selbstverständlich die größten Autoren machen, die dann meistens dort auch unterrichten.
Bei uns kann man, wenn man soetwas erwähnt, manchmal noch immer hören „Glaubst du, daß du das nötig hast? Ich habe es ganz allein gelernt!“
Was vielleicht stimmt, aber man kann es auch in der Gruppe und lernen muß man es, denn als Genie kommt keiner auf die Welt und inzwischen hat sich das Blatt auch ein bißchen gewandelt, da einige Autoren das auch als Geschäft für sich entdeckt haben.
So gibt es den Lehrgang für Schreibpädagogik, der sich glaube ich aus den Schreibwerkstätten der Stöbergasse entwickelt hat. Petra Ganglbauer ist da sehr engagiert. Marlene Schachinger hat inzwischen auch ihr eigenes Schreibinstitut, das sich aus der Kunstwerkstatt in der Gallizinstraße entwickelt hat.
Anni Bürkl hat ihre eigene Schreibakademie und Thomas Wollinger hat den „Texthobel“ gegründet und das Writersstudio gibt es inzwischen schon über zehn Jahre und seit drei gibt es, glaube ich, die zwei Tage im Herbst mit den Gratisworkshops, die ich regelmäßig besuche und die immer umfangreicher werden.
Aus einem Lehrgang für Studenten mit Schreibblockaden beim Dioplomarbeitenschreiben, haben sich da inzwischen zwei Lehrgänge „das Professional“ und das „Passion Schreiben“ entwickelt, die jeweils an einem Tag in verschiedenen Workshops vorgestellt werden.
Das Sachbuch und das Presseschreiben, das am Freitag angeboten wurde, habe ich diesmal ausgelassen und bin erst um fünf zu den Bagels und den Muffins und dem anschließenden Vortrag von Judith Wolfsberger gegangen, die sich diesmal ein höchst aktuellen Thema ausgesucht hat, nämlich „Auch Stars wie T.C. Boyle haben Schreib Workshops besucht“ und der war ja vorige Woche in Wien und ist in dieser wahrscheinlich schon in Richtung Frankfurt unterwegs, so hat Judith Wolfsberger einen jungen Mann engagiert, der seine Texte las und sie hat ein bißchen von den Unterschieden zwischen dem amerikanischen und dem europäischen Schreiben referiert und erklärt, daß sie ein Fan des amerikanischen Writings ist und das auch in ihren Kursen umsetzen will.
Sie hat auch ein Mail an T.C Boyle geschickt, der ihr geantwortet hat, so daß ein Interview daraus geworden ist, wo er daß Nährende, die Werkschätzung und das Feedback in den kreativen Writingkursen betonte.
„Du kommst hin, schreibst, was und es wird dir applaudiert!“, während bei uns das Feedback noch immer nicht „friendly“ ist, wie Judith Wolfsberger meinte und von einem Schreibseminar in Innsbruck erzählte, wo die Teilnehmer zerrissen wurden, so daß ein paar gleich einmal abreisten.
Und das kann ich mir vorstellen, habe es auch selbst erlebt und das muß auch nicht sein. ich bin bin ja auch eine Verfechterin, die sich dafür einsetzt, daß jeder schreiben soll, der es will und kämpfe auf meinen Blog oft auf verlorenen Posten, wenn sich da einer meldet und hui schlecht, schon wieder ein Fehler schreit. Das muß nicht sein, denn jeder Text hat Stärken und man kann ja auch davon ausgehen und schrittweise weitermachen.
Es hat sich inzwischen auch bei uns schon etwas getan und wenn es auch noch nicht auf jeder Uni kreative Schreibkurse gibt, den Hochschullehrgang in Leipzig und in Hildesheim , bzw in Wien das Studium für Sprachkunst das Robert Schindel initierte und jetzt von Ferdinand Schmatz weitergeführt wird, gibt es und Leipzig hat es das schon zu DDR Zeiten gegeben und Josef Haslinger, der in Leipzig Professor ist, hält, glaube ich, auch viel von der amerikanischen Art und Weise das Schreiben zu erlernen und hat auf amerikanischen Universitäten, glaube ich, sowohl gelernt als auch unterrichtet.
Aber in Wien, Leipzig, Hildesheim muß man sich bewerben und eine Handvoll wird dann genommen, etwas das ich auch sehr kritisiere.
Ins Writersstudio kann jeder kommen. Man muß die Workshops, außer an den Tagen der offenen Tür, aber bezahlen. Allerdings gibt es, glaube ich, schon eine Förderung dafür und, daß das Schreiben Spaß machen kann und soll ist etwas, das mir auch sehr wichtig ist.
So gab es nach dem Vortrag wieder eine Verlosen wo man drei Schreibseminare und zweimal einen Gutschein für ein Schreibfabrik, ein „Schreibcafe mit Yoga“ und eine „Schreibenacht“, auch schon klassische Angebote des Writersstudio, gewinnen konnte.
Alle um mich herum haben etwas gewonnen und ich bin am Samstag zum Passion Writing gegangen, wofür ich mir schon einiges vorgenommen habe.
Das begann um neun mit dem „Freewriting für Geschichten“,dem „Einstieg ins literarische Schreiben“, in einem sehr sehr vollen Studio, zeitweise waren, glaube ich, an die fünfzig Leute da, vorwiegend Frauen und die in allen Lebenslagen und Ana Znidar, die Short Story Seminar Trainerin begann damit, daß man sich Eigenschaften für eine Figur ausdenken sollte und die mit einer kleinen Handlung verbinden und da hatte ich beim Hingehen ja etwas sehr Interessantes erlebt.
Am Ende der Operngasse saßen zwei Personen, eine große Frau und ein etwas kleinerer schmächtiger Mann auf einem Mauervosatz, dann standen sie auf und taumelten laut lärmend, sich küssend und einander umarmend, die Straße hinab, offensichtlich waren sie etwas angetrunken und ich dachte „Wie komme ich an ihnen vorbei ohne, daß sie mich umrennen!“ und auch, das gehört in mein Notizbuch für die Materialsammlung, denn darüber wollte ich ja schreiben. Hatte ich ja die Idee diesen Probeschreiblehrgang als Materialsammlung zu benützen und viele kleine Einzelszenen für das nächste Projekt zu schreiben. Danach kam die Germanistin Anna Ladurner in einem kurzen schwarzen Kleid, langen fingerlosen Handschuhen, roten Strümpfen und einer weißen Blume im Haar, die für den frühen Morgen ein wenig overdressend anmutete, sich aber auch sonst große Mühe gemacht hat, bei ihrem Schnupperkurs in „Life Writing – kleine autobiographische Textminituaren“, wo es um das Fühlen, Erinnern und Imaginieren ging.
Zuerst zeichneten wir alle aber Wortspiralen, dann gab es kleine Zetteln mit einem Satz,meiner war „Woran hast du erkannt, daß etwas, das dir wichtig war, zu Ende ist?“
Uje j, uje, denn da habe ich nicht an mein Studium oder an einen Urlaub gedacht, sondern daran, daß ich nicht zu schreiben aufhören will und dann eher melancholische Morgenseiten zu diesem Thema geschrieben.
Dann kam wieder Ana Znidar mit dem großen Bruder oder der großen Schwester, nämlich dem „Memoir“ eine „Geschichte aus deinem persönlichen Leben“, beides nicht zu verwechseln mit der Autobiografie und ich habe mich nach der Erkundung meiner starken Gefühle, wie Angst, Genugtuung, etc an das Weiterschreiben der Szene, die ich in der vorigen Wiche in der Schreibgruppe vom Robert begonnen habe, gemacht. Da die das mit dem Kästchen dort märchenhaft fanden, lagen Mutters Dokumente diesmal ganz ordentlich in einer Schreibtischlade und daneben liegt ein Kuvert mit einem Bild von drei jungen Männern und einer Adresse und ich habe inzwischen gedacht, daß bezüglich Spannung, der Konrad aus aktuellen Anlaß ein Waffennarr mit einer legalen oder auch illegalen Waffensammlung im Keller seines Försterhäuschens sein könnte, der Jonas wird auf der Klinik gemobbt und der Benjamin hat nach wie vor Troubles mit seinem aidskranken Freund.
Danach gabs was Neues, total spannend, was zwar nicht sehr viel mit dem literarischen Schreiben zu tun hatte, aber sehr lustig war und ich für die Coveridee der „Dreizehn Kapiteln“ verwenden kann, nämlich „creative Callygraphy“- Experimentieren mit der Handschrift und wir fuhren mit verschiedenen Farben und Stiften über das Papier, um dort ohne Buchstaben Botschaften zu hinterlassen.
Das Programm war dieses Mal so dicht, daß es keine Mittagspause gab, sondern die vierzig Minuten Workshop ohne größere Pause durchgingen. So kam dann wieder Vivien Bronner mit dem Drehbuchschreiben und da habe ich, glaube ich, einen sehr knappen Dialog zwischen einem Paar zusammengebracht, wo die Frau vermutet, daß sie ihn betrügt und der Mann ihr das nicht sagen will „Die rote Stelle an deinem Hals schaut wie ein Knutschfleck aus, wahrscheinlich ist er ein Bienenstich, es gibt aber keine Bienen, hast du nicht aufgepasst?“ – „Natürlich, natürlich, mach dir keine Sorgen und sei nicht paranoid, im übrigen ist das Essen schon wieder angebrannt!“
Dann kam noch einmal was Neues nämlich „Poetry „Die Welt in der Sprache des Erstaunens“ mit Christina Boigner, die an ihrem Hut zu erkennen ist und die ich bei dem Fest vor eineinhalb Jahren kennenlernte. Irene Rauch hat glaube ich vor drei Jahren auch was Lyrisches angeboten. Christina Boigner machte es sehr theatralisch mit Textkärchen und einem Gedicht von Pablo Neruda, der „Ode an die Zwiebel“ Dann solten wir eine „Ode an ein Schreibgerät“ dichten und im Chor den ersten Satz „o du mein blauer Bleistift“, etc murmeln.
Dann kam „Travel Writing“ mit Ana Znidar, der fleißigen, die wieder die üblichen Übungen machte und einen Gast mitgebracht hat. Michael Giongo, der 2009 das „Travel Writing“ buchte und inzwischen Artikeln im Standard hat, von denen er einen, über eine jüdische Gemeinde in Argentinien auch vorlas.
Dann rauchte mir der Kopf, es gab aber noch das „Friendly feedback“ und da las ich die Textstelle vom „Memoir-Workshop“ vor und war über das freundliche Feedback überrascht, es ging nämlich, um das „show not tell!“ und da denke ich ja immer, das kann ich nicht. So kommt die Barbara nach Hause und denkt „Tief durchatmen, ruhig bleiben, ich muß funktionieren!“ und dachte dabei, das ist jetzt nicht gefühlt. Judith Wolfsberger hat es aber gelobt, daß sie daran sofort merkte, daß etwas geschehen ist.
Toll, toll, toll, so ein Workshop-Tag und ich kann das Writerstudio mit seinen freundlichen Trainerinnen wirklich nur empfehlen. Man lernt sehr viel dabei und sie machen sich auch sehr viel Mühe.
Am 24. September und am 24. Oktober gibt es Infotage zu dem „Passion Writing-Lehrgang“ und eines habe ich nun fast vergessen zu erwähnten, was ich auch entdeckte, als ich Frühmorgens in die Pramergasse ging. Vis a vis der Buchhandlung Kuppitsch gibt es einen kleinen offenen Bücherschrank, wo ich ein Leseexemplar aus dem Jahr 2003 entdeckte und mir dachte, toll, wenn da die Buchhandlung hineinlegt, was sie nicht verkaufen kann, es wird wirklich immer besser!

2012-09-22

Zwei Jahre in zwei Tagen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:05

Das Writers Studio hat zum dritten Mal zu den Tagen der öffenen Tür eingeladen, vor zwei Jahren gab es da ja einen Tag mit Gratisseminaren und einem großen Eröffnungsfest, als Judith Wolfsberger mit ihrem Team von der Kaiserstraße in die Pramergasse umgezogen ist, voriges Jahr waren es dann schon zwei Tage, wo ich nur am Freitag war, da es am Samstag die Poet-Night gegeben hat, wo ich sehr früh gelesen habe und heuer ist es wieder so. Daß die Tage der offenen Tür diesmal am 21. und am 22.9. sein werden, wurde schon bei dem Zehnjahresfest im Juni bekanntgegeben und am Samstag ist wieder die Poet Night. Also dasselbe noch einmal habe ich gedacht, mir dann das Programm angesehen und „Shit!“, ausgerufen, denn das Writers Studio wird immer professioneller und bietet immer mehr Seminare an, das ist noch kein Grund zum Fluchen, ganz im Gegenteil.
Aber es gibt jetzt zwei ein Jahreslehrgänge, das „Writing for your profession“ und das „Passion Writing“, das hat es, glaube ich, schon im vorigen Jahr so gegeben, aber diesmal werden die zwei Jahrgänge an je einem Tag vorgestellt und man kann in die Seiminare hineinschnuppen und blöderweise war das berufliche Schreiben am Freitag und das literarische am Samstag dran und das interessiert mich mehr als als Freewriting für Pädagogen, das Journalistische Schreiben und das Sachbuch Know how, etc
„Kann man nichts machen!“, habe ich gedacht, dann kam der Ablaufplan für die Poet Night und ich bin diesmal nicht, wie in den letzten Jahren, zwischen vier und fünf dran, so daß ich schon nach der Mittagspause gehen hätte müßen, sondern erst um 23 Uhr 24, dazwischen werden auch noch in der Grundsteingasse vor dem offenen Bücherschrank, die Preise, für den „Gefunden“ Wettbewerb verlost und die Poet Night ist lang genug, habe ich gedacht, wenn ich nach dem letzten Workshop noch rasch auf den Brunnenmarkt schaue, bin ich um acht im Siebenstern, habe zwar die Lesungen der ersten vier Stunden versäumt, aber zu mir kommen die Leute auch nicht und ich bin sowieso immer am längsten dort, bin ich ja eine Marathonveranstaltungshopperin und das war ich auch im Writersstudio.
Mit dem „Mindwriting“ den Morgenseiten, hat es am Freitag angefangen. Diesmal war keine lästige Reporterin da, die einen in den Text hineinfotografieren wollte, sondern eine kleine Gruppe, ich war ein bißchen müde, bin aber gut hineingekommen, obwohl ich keine Morgenschreiberin bin, das habe ich auch in der Vorstellungsrunde so gesagt. Der Tag beginnt für mich meistens mit dem Lesen in der Badewanne, dann bereite ich mich auf meinen psychologischen Praxistag vor und das Schreiben kommt zwischendurch.
Die zehn „Freewriting-Regeln“ nach Natalie Goldberg und Peter Elbow bereiten mir aber keine Schwierigkeiten, so habe ich ein bißchen mein Schreiberleben geordnet, sind wir ja von einem Gedicht ausgegangen, daß man die Buchstaben, um sich herum sehen soll und dann ins Meer springen und davonschwimmen, aber ich kann nicht schwimmen, schreiben aber schon und in den Schnupperseminaren des Writerstudio habe ich ja sozusagen, die „Frau auf der Bank“ erschrieben. Beim Schreibcafe mit Yoga Probetraining, habe ich Braingestormt und in der „Schreibfabrik“ im Okober die Tanzstundenszene vorgelesen und mir Feedback geholt und als ich von dem Sommerfest mit meinen Schreibwünschen nach Haus gekommen bin, hatte ich schon die Einladung zur Lesung in die Alte Schmiede bekommen.
Also eigentlich geht es mir gar nicht so schlecht mit meinem Schreiben, ich tue es jedenfalls sehr viel, habe schon an die dreißig Bücher, fast 1200 Blogartikeln und auch offene Bücherschränke und sehr viel Veranstaltungen, die ich regelmäßig besuche und, daß ich gerne über das „Schreiben in Wien“ blogge, habe ich schon im vorigen Seiminar über das Sachbuchschreiben bekanntgegeben. Das kam diesmal erst am Nachmittag. Es folgten die „Writer Tricks“ und da clusterten wir zum Begriff „Loslassen“, bei mir ist der Beginn zu meinem neuen Text, bzw. einige Ideen dazu mit dem Arbeitstitel „Zum Sterben ist man nicht gern allein“ oder so, entstanden, der wird dann zwar ein wenig aufs Eis gelegt, weil ich ja noch an „Kerstins Achterln“ korrigiere und dann das „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ machen will, bzw. wieder einmal beim Nanowrimo mitschreiben.
„Hot Text“, war, glaube ich, neu und auch nicht das, was mich so unbedingt interessiert. Michaela Muschitz stellte das professionelle Werbetexten vor und ließ uns in die Rolle eines Kosmetikartikels schlüpfen, weil Verkaufen ja wichtig ist und alle die schnupperten Frauen waren. Damit sollten wir uns positionieren und ich habe das mit einem Lippenstift versucht und den Text vorgelesen, was sehr lustig war, denn ich schminke mich ja kaum und in der hochpreisigen Qualitätsklasse sehe ich mich eigentlich auch nicht. Ana Znidar stellte wieder „Social Media“ vor, wir sollten drei Texte über etwas, das uns erregt schreiben, da ich ja nicht facebooke und nicht twitterte, habe ich meinen Unmut über die Abdrehung des Untersuchungsausschußes in einem Blogartikel zum Ausdruck zu verbringen versucht, der mit „Was ist faul im Staate Österreich, sollen, können, dürfen wir uns alles gefallen lassen“ begann.
Dann kam eine Mittagspause und ich ging am Kanal spazieren. Am Nachmittag folgte wieder eine Einführung über das Nonfiction Buch. Da waren sehr viele Schnupperer, auch ein zwei Männer, gekommen und ich landete in einer Gruppe, die sich über ein Sachbuch „Interkulturelle Kommunikation“ Gedanken machen sollte.
Danach gabs eine Einführung in den „Schreibtrainer-Lehrgang“, bzw. sollten wir erarbeiten, was bei Blockaden nützt, mir weiterschreiben, Disziplin, Beharrlichkeit, darüber bloggen, jammern, jeiern und in den Texten der anderen nachschauen, wo sie besser sind und immer öfter die Erfahrung machen, sie sind das gar nicht.
„Freewriting für Pädagoginnen und Eltern“ mit Gundi Haigner habe ich vor zwei Jahren auch schon gehört, inzwischen hat sie mit ihren Klassen aber einige Preise, darunter den Exil Literaturpreis gewonnen und ihr Programm in einer Mappe zusammengestellt. Sie erzählte uns davon und dann durften wir uns, wie bei der Schreibfabrik ein paar Karten ziehen und vier kleine Texte dazu schreiben. Das „Journalistische Schreiben“ mit den „sieben w“, wo, wie, was, warum, wann, wo, woher, habe ich auch schon vor zwei Jahren gehört. Der Text den ich dazu in Boulvardzeitungmanier schreiben sollte, lautete „Bewaffneter „Waldmensch“ weiter auf Flucht vor der Polizei.Dann kam ein männlicher Trainer und brachte uns ein bißchen den sprachlichen Feinschliff bei, also, daß man keine Schachtelsätze und nicht zu viele Adjektive verwenden soll.
Dann rauchte mir der Kopf, denn das „Writing for your profession“, das Textsorten für Print und Online Medien, Personal Essay, Marketingtexte etc anzubieten hat, war sehr intensiv. Neue Leute habe ich auch kennengelernt und mit ihnen nette Gespräche bei Tee, Kaffee und Keksen geführt.
Am Samstag ist es mit dem „Passion Writing“, was mich ja mehr interessiert, weitergegangen und auch das ist inzwischen sehr umfangreich. Mit den Morgenseiten hat es angefangen. Diesmal habe ich den Satzanfang „Heute möchte ich…“, genommen und mich damit beschäftigt, wie ich es schaffen kann, den Monstertag ohne Kopfweh durchzustehen, denn einen Schreiblehrgang in einem Tag durchzumachen ist ja sehr anstrengend und es ist in jeden Seminar sehr intensiv zugegangen.
Junge Leute unter den Teilnehmern, eine Mutter hat ihre Tochter begleitet und die „Writer Tricks“, das Nähkästchen der Methoden wurde diesmal von Pamela Wahl präsentiert. Die passend zum Herbstbeginn kleine rote Kärtchen verteilten und aus vier eine Geschichte schreiben ließ, ich habe mir „Gewitterfront“, „Herbstgewinn“, „Sonnenblume“ und „blau““ gezogen. Interessant war, welche literarische Texte dabei heauskommen, wenn man ein Wort wiederholt.
„Morgennebel ziehen auf“, hat so eine Teilnehmerin immer wieder geschrieben und es war total gut. Dann folgte das „Short Story“ schreiben mit Ana Znidar, diesen Schnupperworkshop habe ich schon einmal gemacht, an ein paar bewegende Momente denken und dann einen Dialog daraus machen, was ja meine Schwierigkeit zu sein scheint. Ich habe ein bißchen an meinem neuen Projekt herumprobiert und eine Szene dafür konzipiert, Dialog ist, weil es sich um innere Stimmen handelte, keiner herausgekommen. Ich erinnere mich aber, wie das vor zwei Jahren eine Teilnehmerin gekonnt, mit einem Streit zwischen einer Mutter und einer Tochter und ein paar heftigen Worten machte.
Das sollte nach der Pause noch einmal kommen, vorher gab es aber etwas ganz Neues von Judith Wolfsberger, nämlich den „Personal Essay“, eine Textsorte aus Amerika, wo man von einem persönlichen Erlebnis ausgehend zu einer allgemeinen These kommen soll. Sie brachte ein Beispiel aus einem Buchprojekt, wo jeder etwas zum Thema „Liebe“ einbrachte und las eine Geschichte vor, wo eine Mutter ihrer Tochter ihre Liebe beweist, in dem sie für sie immer ein Licht in der Küche brennen läßt.
Nach der Pause gabs dann wieder etwas Neues, nämlich das Drehbuchschreiben mit Vivien Bronner, die eine sehr imposante Trainerin war.
„Was ist das Wichtigste am Drehbuch schreiben?“
„Der Dialog natürlich!“
„Falsch, hereingefallen!“, das ist das Alllerunwichtigste, es geht um Szenen und um Bilder und sie stellte die Aufgabe an einen Sohn zu denken, der zu seinem dominanten Vater nach seinem Schulabschluß nach Hause kommt, der Vater will, das er ins Geschäft einsteigt, der Sohn will etwas anderes.
Da hatte ich dann sofort den „Radetzkymarsch“ im Kopf, das Buch, das ich im Sommer gelesen habe und die Szene, wo die beiden Trottas mit der Haushälterin den Tafelspitz und die Kirschenknödel essen. Den anderen mochte es ähnlich gegangen sein, ein Vater zündete dem Sohn eine Zigarette an, eine Teilnehmerin verlegte die Szene nach Afrika, aber wie stellt man filmisch Gedanken und Gefühle dar?
Dann kam die Lösung in einem Filmausschnitt aus der Stummfilmzeit, der Vater setzt dem Sohn, der eine Kappe möchte, Hüte auf, einem nach dem anderen, der Sohn zieht Grimassen und setzt sich am Ende durch.
Also Drehbuch ganz ohne Dialoge oder nur an letzter Stelle? Ich weiß nicht recht, tue mir mit ihnen aber ohnehin recht schwer und werde vermutlich auch nicht Drehbuchschreiberin, glaube aber schon, daß es stimmt, daß die Prosa lebendiger wird, wenn man sich damit beschäftigt.
Dann wurde es wieder bekannter. Habe ich das „Travel Writing“ mit Ana Znidar, ja, glaube ich, schon zweimal angeschnuppert und bin ja inzwischen auch dazugekommen meine eigenen Skizzen von meinem Urlaub mitzubringen und in meinen Blog zu stellen. Danach kamen „Life Writing“ und „Memoir“, was ist der Unterschied habe nicht nur ich mich gefragt?
„Schreibend erleben – lebendig beschreiben. Einstieg ins Schreiben über das eigene Erleben“, wird das Seminar, das Anna Ladurner hält, aber von einer Dame aus Tulln präsentiert wurde, beschrieben und wir haben es auch gleich sehr lebendig mit dem biographischen Tasten begonnen, die Hand aufzeichnen, draufschreiben, was wir schon angegriffen haben und darüüber schreiben. Vor zwei Jahren haben wir das mit Irene Rauch mit Gerüchen gemacht, das Workshop hat, glaube ich, anders geheißen, war aber genauso intensiv und ich bin wieder in meine schüchterne Kindheit, in den Arbeiterhaushalt mit den Büchern und der strengen Mutter, die nicht viel erlaubte, gekommen.
Das „Memoir Writing“ ist umfassender, da entwickelt man ein autobiographisches Schreibprojekt, keine Autobiographie, sondern über einen Teil seines Lebens, über seine Kindheit, hat das Franc McCourth, ja hervorragend getan, in Amerika steht Memoir darauf, bei uns Roman, das habe ich ja kürzlich selbst beim zweisprachigen Lesen des Buchs überprüft und im Miniworkshop bin ich vom Bett im elterlichen Schlafzimmer, wo ich die Seite des Buchs eingerissen habe, um es behalten zu können, zu der Szene gekommen, wo ich schüchtern und unbeholfen mit siebzehn auf einen Ball gehen wollte und das dann nur tat, weil ich die Eltern im Schlafzimmer sagen hörte, daß ich mich das ohnehin nicht trauen würde, habs getan, umbeholfen im unpassenden Kleid, bin dann ausgerutscht und hingefallen, was ganz schön peinlich war, denn unsere Aufgabe war über packende Erinnerungen zu schreiben, weil die dann die Leser berühren.
„Denke an die fünf Dinge, über die du auf keinen Fall schreiben willst und such dir dann eines aus!“, lernt man in Amerika.
Und dann mußt du deinen Rohtext natürlich überarbeiten. So hieß dann der letzte Workshop, wieder von Ana Znidar gestaltet, wo wir uns einen unsere Texte hernahmen, die meisten, hatten ja inzwischen schon sehr viele und die Wörter herausnahmen, die zuviel erzählten und zu wenig zeigten. Ich mußte da bei meiner Konfliktgeschichte aufpassen, habe ich da ja das Gefühl der Peinlichkeit wahrscheinlich zu oft geschrieben und dann noch schnell ein „hochrot im Gesicht“ eingefügt und dann wieder besonders schmerzhaft, den Text auf dreißig Prozent kürzen. Das habe ich bei der Tanzschulgeschichte nur sehr unwillig getan, beim Traveltext, der mich diesmal nach Saremaa führte, wärs wahrscheinlich einfacher gegangen und noch etwas haben wir geübt, die richtigen Anfänge finden. Beim Freewriting, das wir ja die ganze Zeit praktizierten, fängt man oft zu banal an, da muß man dann die spannenderen Stellen nach vorn verlegen, ein junger Mann hats vorgelesen, wo das funktionierte.
Das war das Schnuppern in die Schreiblehrgänge, in die man sich nun vertiefen muß. Das Writersstudio bietet zu den einzelnen Workshops Infotage an, wo man mehr darüber erfahren kann. Bei einigen Seminaren gibt es, glaube ich, Voraussetzungen, so muß man das „Short Story“ Seminar schon haben, wenn man das „Memoir Schreiben“ lernen will und beim Journalistischen Schreiben braucht man, glaube ich, die „Writer Tricks“ um die Methode des Clusters schon zu können.
Man kann die Workshops einzeln machen oder sich auch die Schreiblehrgänge wählen und wenn man eine Diplomarbeit geschrieben hat und beim „Frei schreiben“ war, kann man auch Schreibtrainerin werden.
Nach den Workshops wurden die Infoblätter zu den Seminaren ausgeteilt und damit es nicht zu anstrengend wird und man nicht, wie ich am Abend, Kopfweh bekommt, gibt es auch die Retreats, wo man an schöne Orte schreiben fährt, oder sich beim „Urban Magic Mindwriting“ in ein Donauschiff oder ins Sigmund Freud Museum setzt, um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.
Ja richtig, die Schreibenächte, die früher Irene Rauch, die jetzt ja nicht mehr dabei ist, machte, gibt es auch. Ein junger Mann erzählte begeistert vom letzten, in dem es übers Reisen ging, das er besuchte. Da hat die Trainerin kleine Schiffchen gebastelt, die noch zu sehen waren, man konnte sich eines aussuchen und damit auf Reisen gehen und fünf solcher Schreibnächte werden unter den Schnuppernden verlost, mal sehen, ob ich bei den Gerwinnern bin.

2012-06-02

Happy Birthday, Writersstudio!

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:08

Es gibt manchmal Tage, da fällt das Entscheiden, wohin man gehen soll, nicht so leicht. Der Freitag war ein solcher, Frank Gassner von den offenen Bücherschränken, hat schon lange auf eine Diskussion in der Grundmanngasse im Rahmen der Architekturtage aufmerksam gemacht und Clemens Ettenauer zu einer „Schundlesung“ in die komischen Künste eingeladen. Lange Nacht der Kirchen war auch, aber da hat es mich nicht so hingezogen, außerdem ist der Alfred aus Australien zurückgekommen, da sollten wir nach Harland fahren, der Garten ist zu betreuen, seinem Vater geht es nicht so gut, dann kam dann noch die Einladung zum zehnten Geburtstag des Writersstudio.
Wow gibt es das schon so lange? Solange weiß ich jedenfalls nichts davon, sondern würde schätzen, daß es 2006 oder 2007 war, als mich die Sigmund Freud Uni zu einer Präsentation von Judith Hubers Buch „Freischeiben“ einlud, da gab es dann einen Büchertisch, wo es auch das Frauenbuch der Antia C. Schaub mit meinem Portrait lag und jede Menge Informationmaterial.
So bin ich dem Writersstudio treu geblieben, bzw. in den Verteiler gekommen und habe auch schon öfter darüber geschrieben, bzw, einige der Informationsveranstaltungen besucht, zuerst in der Kaiserstraße, da war ich bei zwei Einführungen, eine übers Sachbuchschreiben und dann eine, die Irene Rauch machte, die jetzt nicht mehr im Studio ist, mir aber ihre Veranstaltungstermine schickt.
2010 ist Judith Wolfsberger, wie sie jetzt heißt, mit ihrem Team in die Pramerstraße umgezogen, da gab es einen tollen Tag der offenen Tür, 2011 hats das gleich zwei Tage lang gegeben und im vorigen Juni war ich einmal bei einem Schreibcafe mit Yoga, im Herbst in einer Schreibfabrik und dazwischen habe ich die „Frau auf der Bank“ geschrieben.
Das Writersstudio, das inzwischen auch einen Blog mit einem Monatsbrief zu einem bestimmten Thema betreibt, gibt es also schon zehn Jahre und wächst und wächst, denn offensichtlich wollen ja sehr viele schreiben und hat auch einen anderen, nämlich amerikanischen Ansatz. Schreiben soll Spaß machen, Kreativität ist wichtig und nicht das, was ich immer noch im Kopf trage, „Du kannst und darfst es nicht, hör doch endlich damit auf!“
Vielleicht gehe ich deshalb so gerne zu den Schnupperseminaren, aber ich interessiere mich überhaupt sehr über das Schreiben in Wien, weil ich ja vielseitig darüber bloggen will und wenn ich dann noch zu einer Grillparty eingeladen werde, ein Torte in Aussicht gestellt wird und es wieder eine Verlosung gibt, wo man Seminargutscheine, diesmal welche zu einem Youtopia-Seminar, das am Sonntag stattfinden wird, gewinnen kann, habe ich dem Alfred überredet mich um acht dort abzuholen, zum Glück hat es schon um fünf angefangen.
Um vier bin ich also los, vorher ist es sich noch für eine kurze Szene des „Glas zuviel“ ausgegangen und da habe ich auch wieder vor mich freizuschreiben und den Zensor im Kopf nicht zuzulassen. Wer sagt denn, daß ich kitschig schreibe, außer JuSophie und die muß nicht alles wissen.
Bettina Balaka ist mit ihrem „Kassaiopea“ auch auf die Bestenliste des ORFs gekommen und da könnte man auch sagen, daß das eigentlich ein weitschweifiger Chicklitroman mit nicht besonders neuen Themen ist.
Na gut, die Szene ist mir gelungen, obwohl ich vorher ein bißchen getrödelt habe und als ich kurz nach fünf den Hof in der Pramergasse erreichte, waren gerade ein paar Trainerinnen da. Das Grillgut war aber schon hergerichtet, es gab Würstchen und viel Vegetarisches. Judith Wolfsberger erklärte die Saucen, die sie dazu gekauft hatte, alles sehr exquisite Sorten und die ersten Blumensträuße und Geschenke wurden gebracht. Eine junge Frau mit schicken Hut erklärte mir, daß sie mit ihrer Trainerausbildung fertig sei und jetzt solche Seminare in Graz anbieten würde, ich erzählte, daß ich 2003 bei der Eröffnung des Grazer Literaturhauses war, wo übrigens am Donnerstag Clemens J. Setz und Cornelia Travnicek gelesen haben, habe die ersten Würstchen gekostet und bekannte Gesichter gesehen.
Bis sieben wurde es sehr voll, ich habe einen Zettel für das Gewinnspiel ausgefüllt, dann bat Judith Wolfsberger in die Lounge und erklärte, was ich sehr gerne hörte, daß schreiben mehr als ein Hobby ist.
„Natürlich!“, sage ich doch immer, es ist geballte Kreativität, die ich nicht gern nur dem alten Goethe oder dem etwas jüngeren Andre Heller überlassen, sondern selber machen will und auch das Selbstverlegen ist jetzt in Mode und bekommt ein besseres Image.
„Wow!“, da war ich meiner Zeit auch ungefähr zehn Jahre voraus. Judith Wolfsberger verglich das Schreiben aber mit einem Schiff, das viele Ruderer habe und stellte ihre Trainerinnen und Helfer vor, bekam noch einen Blumenstrauß, dann trat Dr. Seuss, der bekannteste amerikanischer Kinderbuchautor mit hohem roten Hut und roter Krawatte auf, der allerdings nicht der echte gewesen sein dürfte, da dieser, Theodor Seuss Geisel 1904 geboren, der auch den Grinch geschrieben hat, 1991 in La Jolla Kalifornien gestorben ist und memorierte ein sehr langes Geburtstagsgedicht auf Englisch. Dazwischen brachten die Helferlein die große Torte und als die angeschnitten wurde, war es acht und der Alfred schon da. Also habe ich auf die Mini Schreibübung – zehn Schreibwünsche frei, verzichtet, aber ich hätte sicher ohnehin geschrieben, daß ich den Nobelpreis oder andere literarische Aufmerksamkeiten will, den großen Roman schreiben, zu einer Lesung eingeladen werden, mehr Anerkennung und nicht immer hören will, „Du schreibst schlecht, hör endlich damit auf!“, aber das passiert ohnehin nur in meinen Kopf, kommentieren tut das jetzt keiner mehr.
Es gab aber auch einen neuen Writersletter und da sind Judith Wolfersberger zehn Schreibwünsche abgedruckt, wie „Ungestörte Zeiten zum Schreiben, schöne inspierierende Orte, Einbettung in eine Community, etc.“, nachzulesen.
Davon habe ich schon einiges erreicht und außerdem wieder vor, den neuen Roman in einem selbstgemachten Schreibseminar so langsam, wie nur möglich kommen zu lassen, die Community könnte ich mir über den Blog holen, wenn die das will, Zeit nehme ich mir und die Schreibräume erprobe ich auf meinen Recherchetagen und da hatte ich erst unlängst einige, also bin ich noch vor der Verlosung nach Harland gefahren, denn ich hätte wahrscheinlich ohnehin nichts gewonnen und selbst wenn, an diesem Utopia-Seminar, das am Sonntag stattfindet, hätte ich nicht teilnehmen können und kann mir inzwischen ein kleines Utopia auch selber machen, also mit der Torte in der Hand das Seminar verlassen und nach Harland gefahren, wo ich Radfahren und auch an meinem Roman weiterschreiben kann und richtig, ein paar Bücher gab es zur freien Entnahme auch am Klo in einer Kiste, Biblophile was willst du mehr? Da konnte ich mir noch Steven Blooms „Stellt mir eine Frage“ nach Harland mitnehmen und im Sommer lesen und wer es wissen will, den Erich Fried Preis wird heuer Nico Bleutge bekommen. Die Preise gehen immer an die anderen, das Schreiben macht aber trotzdem Spaß.
Am Schluß noch eine kleine Querverbindung, der neunte Bezirk, wo sich die Pramergasse ja befindet, hatte vor kurzem die erste Bezirksschreiberin Wiens und die hat vor ein paar Tagen in der FH Wien auch einen Vortrag zum „Traumziel SchriftstellerIn“ gehalten.

2012-04-30

Das neue Buch

Filed under: Uncategorized — jancak @ 20:15

Hurrah, hurrah, es ist schon da das neue Buch! Das achte seit ich diesen Blog betreibe, das sechsundzwanzigste Selbstgemachte. Selfpublishing, heißt das ja heutzutage viel positiver, als es der diskriminierende „Eigenverlag“ war und es ist ein schönes Buch, „Die Frau auf Bank oder dreimal „S“, die Geschichte von den drei Frauen, deren Namen alle mit einem „S“ beginnen und die am selben Tag Geburtstag haben.
Ein realistischer Text, der Alltagsleben schildert und wo die Katastrophen nicht im Mord und Totschlag passieren, sondern so, wie wir sie alle kennen und das vom Alfred beanstandete positive Ende, ist meiner Meinung nach gar nicht so wunderbar, sondern so, wie es das Leben spielt. Und da heiratet man ja einmal und läßt sich wieder scheiden und alles hat auch einen realen Hintergrund.
Vielleicht ist eine Journalistin an mir verloren gegangen, denke ich mir manchmal.
Es ist also da, das schöne Buch, das keine Bank am Cover hat, denn die waren weggestellt, als wir im Jänner auf den Rathausplatz zum Fotografieren waren. Dafür sieht man ein paar schöne dunkle Bäume, ein Stück Himmel und den Turm des Wiener Rathauses, passt vielleicht auch ganz gut zum Text.
Nicht ganz pünktlich, sondern einen Tag zu spät, um es noch nach Salzburg mitzunehmen ist es gekommen, aber daran war meine Schlampigkeit bzw. meine leichte legasthene Ader Schuld, hätte ich doch das „i“ zuviel am Umschlag fast übersehen.
Jetzt ist es aber da, ob ganz fehlerlos werden meine Leser sehen und da rufe ich gleich zum Lesen auf. Wer es haben will, bitte melden! Auf meiner Homepage kann man es bestellen! Ich verkaufe es zum leicht aufgerundeten Selbstkostenpreis, weil ich am Schreiben nicht wirklich verdienen will, tausche es auch gerne und wer mir eine halbwegs objektive Rezension schreiben will, soll sich bitte melden!
Ein bißchen hineinlesen kann man sich auch oder konnte das schon länger. Beschreibe ich ja meine Schreibprozesse genau in den Literaturgeflüsterartikeln, das Hangen und das Bangen, die Manie und die Depression und dieser Schreibprozeß war auch sehr interessant. Habe ich ja vor nicht ganz einem Jahr damit angefangen. Hatte die Idee mit den Namen und den Frauen und bin dann gleich einmal ins Writersstudio zum Schreibcafe mit Yoga gegangen und war dort, als ich eine ganze Stunde an meinem Text schreiben sollte und mein kleines grünes Büchlein mit den Notizen nicht mithatte, ein bißchen überfahren, habe dann aber tapfer das Konzept entworfen. Dann kam der Sommer und der eigentliche Schreibbeginn in Harland, wo ich ja sehr viel geschrieben habe und auch zum Denken und zum Reflektieren ein paarmal mit dem Rad nach Wilhelmsburg gefahren bin. Dann kam die Reise nach Polen. Das Manuskript reiste mit, die drei Frauenschicksale blieben aber ziemlich unbeachtet und fanden ihre Renaissance erst wieder im August am Rathausplatz beim Warten auf den Film, was ja zum Buch und Thema passt und als ich schon am Korrigieren war, kam eine Einladung in die Schreibfabrik, wo man sich Feedback holen konnte und das tat ich dann gleich bei der Szene, die man hier und auf meiner Homepage Probelesen bzw. auch per Video anhören kann. Der Foxtrott war in der ursprünglichen Fassung noch ein Tango, das habe ich auf Grund der Rückmeldungen geändert, obs wirklich passend war, weiß ich noch immer nicht, habe aber auf meinem Geburtstagsfest das erste Mal aus dem Manuskript gelesen, wieder die „Tanzstundenszene“, die ja sehr stimmig ist und die habe ich auch bei der Lesung im El Speta präsentiert, von da stammt das Video. Es gab also schon zwei Lesungen aus dem Buch, daher ist keine Buchpräsentation geplant, weil ich nicht wüßte, wo ich damit hingehen soll und auch nicht wieder vor leeren Sesseln lesen will. Wer aber etwas weiß und mich dazu einladen will, ist herzlich willkommen.
Sarah Wipauer, die ich ja auch sozusagen während oder vor dem Schreiben kennenlernte, hat mir einen schönen Text geschrieben, den man auch hier finden kann und jetzt werde ich wieder meine kleine Aussendung machen.
Die Nationalbibliothek fordert ja ihr Pflichtexemplar und schreibt es dann in die Kataloge und wenn der deutschen Bibliothek in Leipzig das österreichische Auslandsporto nicht zu teuer ist, fordert sie das Buch an. An das Literaturhaus werde ich ein Buch schicken, an die Alte Schmiede und an die Literaturabteilung von Ö1, vielleicht bekomme ich wieder einen Termin für die Textvorstellungen oder kann es im Radio Montagabend bei der „Neuen Literatur aus Österreich“ präsentieren.
Wäre schön und war auch schon bei anderen Büchern so und da das Selfpublishing im Augenblick immer moderner wird und es immer mehr Autoren so machen, tue ich mir auch ein bißchen leichter damit, nur bei Wikipedia würde ich es ja gerne eintragen, aber vielleicht trägt der, der mich hinausgestrichen hat, alles wieder nach. Auf meiner Homepage stehen alle meine Bücher und ich denke, es kommt auf den Inhalt und nicht auf die ISBN Nummer an, die ich mir auch kaufen könnte, wenn ich das wollte. Also schönes Lesen, wer das will und wer meine Jammerartikeln der letzten Wochen gelesen hat und wissen will, wie es damit weitergeht, ein bißchen klarer bin ich durch die Krise hervorgegangen, glaube ich.
Da haben zwar auch die zwei sehr schönen Lesungen, die ich vor kurzem hatte und bei denen ich nur einmal aus der „Frau aus der Bank“, sonst den Beginn des nächsten noch nicht druckfertigen Buchs, gelesen habe, Schuld daran und wahrscheinlich auch die vielen Blogartikel der sogenannten Gebrauchsautoren, die jetzt auch ihre Bücher selbermachen, weil sie daran mehr zu verdienen glauben und keine Knelbelverträge der Verlage mehr wollen. Ich denke mir, es ist, wie es ist, ich würde auch gerne bei Suhrkamp oder S. Fischer publizieren, geht aber nicht. Trotzdem nehme ich das Schreiben ernst, tue es sehr lang und sehr intensiv und so gut wie ich kann und muß halt akzeptieren, daß das niemanden aufzufallen scheint.
Die Möglichkeit des Selbermachens und des Bloggens ist aber eine feine Sache. Durch meinen Brotberuf bin ich auf das unbedingt Verdienen müßen auch nicht so angewiesen und kann es lockerer sehen, wenn sich niemand für meine Bücher interessiert. Es muß mich keiner lesen! Ich will aber schreiben und das tue ich auch sehr intensiv und da sind die neuen Möglichkeiten schon ein wahrer Segen! Also werde ich „Die Frau auf der Bank“, statt der „Absturzgefahr“ in Zukunft in meiner Handtasche mit mir herumtragen und wer es anschauen will, dem zeige ich es gerne, ansonsten wartet ja „Die Wiedergeborene“, von der es auch schon ein schönes Video gibt und aus der ich schon dreimal gelesen habe, auf das Fertigwerden und die „Paula Nebel“ mein übernächster Kurzroman auf das Korrigieren und das gar nicht so schlecht ist, wie ich schon dachte, habe ich inzwischen festgestellt. Die nächste Lesung wird übrigens am 16. Juni um 20 Uhr vor dem offenen Bücherschrank in der Grundsteingasse sein und da lese ich aus einem Oldie, dem hier heiß diskutierten „Mimis Bücher“, weil da ja der Kasten in der Zieglergasse, eine gewisse fiktive Rolle spielt,ich das Buch, als ich damals eine Aussendung machte, an Frank Gassner schickte und auf diese Art und Weise mit ihm in Kontakt gekommen bin.

2011-09-24

Schreiben in Wien

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:59

Seitdem sich herumgesprochen hat, daß man das Schreiben lernen kann und muß, beginnt der Herbst mit Schreibvorträgen.
So hat das Literaturhaus vor zwei Jahren zwei Veranstaltungen dazu angeboten, die Werkstätte für Kunstberufe veranstaltet Diskussionen zu Schreibhaltungen mit und ohne Robert Schindel und das Writersstudio, das voriges Jahr in die Pramergasse umgezogen ist, hat heuer sogar zwei Tage der offenen Tür mit Schnupperworkshops.
Das Writersstudio, das ich kenne, seit Judith Wolfsberger ihr Buch „Frei geschrieben“, in der SFU vorgestellt hat, gegründet, um Studenten mit Schreibblockaden beim Fertigstellen ihrer Diplomarbeiten zu helfen, hat inzwischen eine Unmenge von Seminaren, die Schreibenacht, die Schreibfabrik, das Schreibcafe mit Yoga etc.
Man sieht, schreiben ist ein Bedarf und hat viele Interessenten. Vor drei Jahren bin ich in zu ein paar Informationsabenden gegangen, da war auch die Tipgemeinschaft, die Schreibinitative der Studenten des Leipziger Literaturinstituts in Wien und haben in der Hauptbücherei gelesen. Ich habe Constantin Göttfert kennengelernt und Marlen Schachinger mit dem Aufnahmegerät gesehen, jetzt unterrichtet sie selber an der Werkstätte Kunstberufe und bietet Diskussionen über die Sinnhaftigkeit von Schreib-Lehrangeboten an. Voriges Jahr war der Tag der offenen Tür im Writersstudio mit einem Fest und neun Schnupperseminaren, Ich habe eifrig mitgeschrieben und mir heuer den Freitag dafür vorgenommen, da Samstag die Poet Night ist, ich die Vetos bezüglich der GAV-Neuaufnahmen vorbereiten will, vier werde ich diesmal einlegen und die Ohrenschmaus-Texte muß ich mir für die Jurysitzung auch noch fertig ansehen.
Die Diskussion zu den „Schreibhaltungen“ in der Gallizinstraße habe ich am Donnerstag auch versäumt, weil es das Supervisoren-Reflexionsstreffen gab und bin ich am Freitag mit schon sehr genauen Erwartungen in die Pramergasse hinausgewandert. Irene Rauch bei der ich einmal beim Thalia ein Probeworkshop machte, wo ich ein bißchen was für die „Radiosonate“ geschrieben habe, hat sich inzwischen selbständig gemacht, so daß der Tag hauptsächlich von Judith Wolfsberger und Ana Znidar gestaltet wurde und die Workshop waren wirklich interessant.
Ein paar Teilnehmer habe ich schon gekannt. Es waren aber auch sehr junge Frauen und sogar ein paar Männer dabei. Begonnen hat es wieder mit „Mindwriting am Morgen“, das diesmal besonders durchstrukturiert war. So gab es sogar eine kleine Entspannungsübung, aber auch eine Fotografin, die ihre genauen Ansprüche stellte. So mußte Judith Wolfsberger ihr fünf Minuten lang den Bleistift entgegenhalten und als ich hinschaute, war ich gleich auf dem Bild. Als sie dann noch die Morgennotizen der Teilnehmer fotografierte, war es ein bißchen zu viel des Guten, aber auch die fiktive Faktorenveränderung, die wir übten. Es ging weiter mit Ana Znidar, die ein höchst erfolgreiches und, wie ich höre, meist ausgebuchtes Short Story Seminar anbietet, diesmal gab es was zu Social Media. Nämlich vier Botschaften für Facebook, Xing oder Blogs, eine private, eine berufliche, eine witzige und eine Frage.
„Morgen 17.10 Lesung bei der Poet Night aus „Absturzgefahr“. Wer will kann das Buch auch kaufen. Hinkommen, zuhören, begeistert sein aber auch ein bißchen was über das literarische Leben Wiens abseits von „Rund um die Burg“ erfahren“, habe ich ein wenig reißerisch geschrieben geschrieben.
Am Abend bei den Drehbuchautoren sollte ich noch hören, daß heutzutage durch das facebook alle Leute Autoren sind. Social Media Writing ist sicher interessant und auch eine gekonnte Mischung zwischen dem literarischen, dem Sachbuch und dem wissenschaftlichen Schreiben. Damit ging es weiter „How to write a How to article“.
Nun glaube ich ja nicht, daß ich ein Buch über „Kuchenbacken“ oder „Umziehen“ schreiben will. Anar Znidar meinte aber, daß man das ähnlich, wie Reiseartikel in den unzähligen Zeitschriften die es gibt, veröffentlichen kann. Ich habe mich nach dem Brainstorming bezüglich der Dinge, die ich gut kann, dafür entschieden, mein Schreiben wieder mal zu orden.
„How to write a literary book?“, wäre ja eine Idee für ein Sachbuch. Damit ging es zu den den „Sieben Botschaften für das Sachbuchschreiben“ von Judith Wolfsberger. Wir sammelten nochmals unsere Stärken, entschieden uns für ein Thema und erstellten sieben Sätze, die erklären, was in dem Buch vorkommen soll.
Was ich gut kann ist neben Sachbüchern über „Stottern“, vielleicht eines zum „Leben mit wenig Geld“ oder über das „Schreiben in Wien“. Da weiß ich ja inzwischen auch ganz gut, was wo wann warum passiert und kenne die auf und auch die absteigenden Talente, die die Literatur gerade bewegen.
Dann kam eine längere Mittagspause, weil ein Schnupperseminar ausgefallen ist, ich bin zur Buchhandlung Kuppitsch und ein bißchen am Donaukanal spazierengegangen. Dann kam etwas Neues, nämlich „Improve your Englisch“, das eigentlich eine Eva Kuntschner halten hätte sollen, die aber erkrankte, so daß Judith Wolfsberger für sie einsprang und ich dachte mir, daß ich mein Englisch gar nicht improvisieren will. Dann war das freewriting auf Englisch aber besonders lustig und spannend. Wer hätte gedacht, daß es Spaß machen kann mit sieben Worten nämlich „thursday, thunderstorm, thunderbird, unit, united, unless, university“ eine phantastische Geschichte mit Unwetter, Flüchen und Warten auf den Bus, um auf die Universität zu fahren, zu schreiben. Stimmt wahrscheinlich, was Judith Wolfsberger meinte, daß man in der Fremdsprache keine Erwartung hat, sondern einfach losschreibt und schon gibts eine spannende Geschichte, die Rechtschreibung ist egal.
Dann kam wieder Ana Znidar mit dem „Traveling Writing“. Dieses Workshop habe ich schon im vorigen Jahr gehört und mich im Sommer mit dem Buch von Ilona Lütkemeyer auch damit beschäftigt, meinen Urlaub zu beschreiben. Wieder meinte Ana Znidar, daß sich damit Geld verdienen läßt, wenn man die Geschichten spannend und mit allen Sinnen gestaltet und so habe ich ein bißchen über Nikolaiken improvisiert und meine Geschichte weitergeschrieben.
Die „Scenes of Vienna life“ mit Dardis Mc Namee entfielen, was vielleicht ganz spannend gewesen wäre, es kam nochmals Ana Znidar mit einem Schnupperseminar zum „Memoir-Writing“ und pries wieder das spannend schreiben mit allen Gefühlen und dem „Show not tell“ an, weil es sonst ja langweilig wird.
Das war es ein intensiver Schreibtag, wo ich mich ein bißchen mit dem Ordnen meines Schreiberlebens beschäftigt habe, ein paar interessante Gespräche führte und einen Teilnahmezettel für das Gewinnspiel ausfüllte.
Am Samstag geht es weiter mit Yoga und einigen Seminaren, die ich, glaube ich, schon im Vorjahr machte. Die Bagels und die Muffins werde ich versäumen und die Lesungen der Schreibtrainer, weil ich ja im Siebenstern selber lese.
Es gab aber noch eine interessante Veranstaltung am Beginn des Schreibeherbst, in dem das Literaturhaus sein zwanzigjähriges Bestehen feiern wird.
So haben die Drehbuchautoren über Gerhard Ruis zu einer geschlossenen Veranstaltung „Drehbuch trifft Literatur“ ins Gartenpalais Schönborn in der Laudongasse eingeladen, wo Dagmar Streicher mit Eva Menasse, Lydia Mischkulnig, Wolfgang Murnberger und David Schalko über das Drehbuchschreiben diskutierte.
Eine interessante idee, obwohl ich vom Drehbuchschreiben nicht viel verstehe und mich auch nicht damit beschäftige, erinnere mich aber, daß es vor vielen Jahren, als man noch nicht so viel vom Schreiben lernen hörte, ein Drehbuchschreiben-Workshop und eine Diskussion darüber im Palais Palfy gab, das auch von den IG-Autoren organisiert wurde. Interessant auch, daß ich die einzige Prosaautorin war, die der Einladung außer Gerhard Ruis folgte.
Marianne Sula und einen Kollegen, den ich immer bei der IG-GV sehe, habe ich getroffen, aber die schreiben auch Hörspiele oder szenisch.
Es wurde diskutiert, wieviele Fassungen die Regisseure brauchen, bis sie damit zufrieden sind und ob es nicht besser ist, sich gleich an Romanvorlagen zu halten.
Nachher gab es ein Buffet und ich bin über den offenen Bücherschrank, den gerade jemand ausräumte, nach Haue gegangen. Eigentlich habe ich noch ins Phil schauen wollen, wo die drei Preisträger des Fm4 Wettbewerbes vorgestellt wurden, aber dazu war es schon zu spät und müde war ich auch.
Thomas Wollinger hat zum Thema passend zwei Videos über das Schreiben in der Schreibwerkstatt Langschlag, die von Robert Schindel künstlerisch geleitet wird, in seinen Blog gestellt.

2017-12-11

Writers Retreat und Wilde Worte

Richard Weihs

Richard Weihs

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Ich interessiere mich ja für jede Form des Schreibens, bin so auf das „Writersstudio“ gestoßen, wo ich ziemlich regelmäßig zu den Schnupperworkshops gehe, da kann man dann immer etwas gewinnen, einen Gutschein, für die Schreibnacht vielleicht oder das „Writersreatreat“, das ich gerne einmal machen wollte, aber nicht gewonnen habe. Ich glaube, man hätte auch schon ein anderes Seminar dafür haben müßen, deshalb habe ich vielleicht etwas anderes angekreuzt.

Dann kam der „Nano-Marathon“, wo es sozusagen zwei Wochen lang so ein Retreat gab, man konnte ein Foto davon auf Facebook stellen und einen Gutschein für ein Retreat gewinnen. Ich habe gebloggt und den Gutschein bekommen und heute war es so weit.

Irene Steindl hat mir schon gestern ein Mail geschickt, daß ich mir bequeme Schreibkleidung und mehrere Projekte mitnehmen soll, ich habe aber nur eines, die „Unsichtbare Frau“ korrigieren, die ich ein bißchen für den Nano geschummelt habe, denn ich habe die fünfzigtausend Worte diesmal nicht in einem Monat sondern wahrscheinlich in zwei geschrieben, wurde aber fertig und habe das Wochenende in Harland getrödelt, so daß ich nicht zum Korrigieren kam, weil ich wahrscheinlich dachte, ich fange das dann auf der „urbanen Insel“ an.

Ich habe mich für diese Schreibtage  immer schon interessiert und auch versucht sie mir selber zu machen. Das Schreiben in der Gruppe ist aber anders, obwohl ich inzwischen auch alleine schreiben kann und das „one day writerretreat“, ist anders als der Marathon, man sollte das auch nicht glauben.

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Es ist von neun bis fünf und beginnt mit einem Frühstück, man muß sich anmelden und normalerweise füfnzig oder siebzig Euro dafür zahlen, dafür bekommt mab ein Skriptum und die Teilnehmerzahl ist auch sehr klein. Sechs Frauen und ein Man. Man saß im Kreis in der Lounge, gab ein Blitzlicht ab und verlas dann die Regeln, daß man nicht im Hof rauchen darf, den Schreibplatz wechseln soll und eben an mehreren Projekten arbeiten.

Man bekam auch einen Schreibpartner und mit dem hat man dann sein Ziel besprochen, meine Partnerin war eine Üpsychologin, die ich, glaube ich, schon bei den Schnupperseminaren gesehen habe. Die anderen Teilnehmer waren mir eher unbekannt, obwohl sie, glaube ich, alle einen Gutschein hatten.

Eine hat schon einen Preis bekommen, eine andere sechs Bücher vor sich liegen, die dritte suchte einen Verlag und wünschte sich dafür ein Coaching und der Mann in der Runde hat an seinem Roman gearbeitet, wo er schon vierhundert Seiten hat.

Ich bin dann mein graues Buch durchgegangen und habe zu korrigieren angefangen, das erste Drittel ist ja schon ziemlich fertig, weil das habe ich  schon mehrmals korrigiert und ich fühlte mich auch ein bißchen krank, so daß ich öfter die Augen schloß, zu Mittag mich noch einmal am Frühstückbuffet bediente, dann waren die anderen schon weg, man sollte ja, glaube ich, gemeinsam auf eigene Kosten Mittagessen gehen. Ich habe die Zeit ein bißchen vor mich hingedöst und die Psychologin, die an ihrer Websseite schrieb und an einem ein Sachbuch über „Traumatherapie“ arbeitet, wollte mir Feedback geben.

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Ich glaube, sie war ein bißchen neugierig von meiner „Unsichtbaren Frau“ zu hören. Aber gut, immer zu, ich las die erste Basti Quasti Szene und hatte dazu auch eine Frage, ob ich das so lasssen kann, daß der Minister nichts sagt und nicht die Polizei holt, auf die Psychiatrie kommtm etcetera.

Sie meinte ich solle es so lassen und ich habe am Nachmittag weiterkorrigiert, neun Szenen, dreißig Seiten, also ein knappes Drittel und der Rest wird dann zu Weihnachten drankommen und das „Writerretreat“ ist toll.

Es giab zu Miittag und am Nnachmittag immer Runden, wo man mit seinem Partner den Fortschritt brsprach und dann um halb fünf eine Abschlußrunde.

Kekse und Tee gab es auch und wieder viel Applaus, obwohl ich diesmal sehr verhalten war, bin aber mit mir zufrieden und habe außer an den Schupperworshops auch schon mal an einem Schreibcafe mit Joga teilgenommen und an einer „Schreibfabrik“, von der ich gar nicht mehr weiß, ob es das noch gibt. Und wer es wissen will, es hingen noch viele Schreibmarathonfiguren an der Wand, manche sind über den Anfang nicht hinausgeklommen, mache waren schon am Ende, ich habe meine aber schon am fünften November mitgenommen und hier gepostet.

Am Abend hätte ich sowohl in die „Alte Schmiede“ zu Laura Freudenthaler und Anna Elisabeth Mayer gehem können, war aber bei Richard Weihs im Amerlinghaus, weil dort der Alfred lieber hingeht, obwohl ich Nadine Kegeles „Leben muß man unfrisiert“ schon gelesen habe und auch in Leipzig aus dem Buch hörte.

Diese Lesung war aber anders, hatte Nadine Kegele, sie doch als szenische Lesung angekündigt, so daß sie in die verschiedensten Rolle schlüpfte und eine vierzig Minuten Performance aus ihrem Buch bot.

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Margit Heumann war da, ihr habe ich das „Bibliotheksgespenst“ für die Leserunde übergeben, bis ich merkte, das Buch gehört  auchRichard Weihs, weil  der hat mir statt einem Gedicht.den Brschreibungstext geliefert und bei den „Wunschgedichten“. ich hatte mir zwei Zetteln genommen, war ich zuerst ganz brav und wünschte mir was vom Winterbeginnn. Dann habe ichumdisponiert und schrieb „Unsichtbare Frau“ auf dem Zettel, Tarnkappe, Schäfchen und schwarz blau und bin jetzt sehr gespannt, was herauskommt und ob ich das Gedicht für mein Buch brauchen kann.

Einen Orangenpunsch haben wir dann mit Margit Heumann, im Hof des Amerlinghauses auch getrunken.

2014-09-20

Schreiben im Open House

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:44

Ich verfolge das Writersstudio und seine Initiativen ja schon einige Zeit und seit es die Tage der offenen Tür mit den Gratisworkshops gibt, nehme ich daran teil, die ich jeden nur empfehlen kann, denn man lernt dabei enorm, im ersten Jahr gab es einen Tag, dann waren es immer zwei und seit einiger Zeit ist das Professionelle schreiben vom literarischen dem Passion Writing getrennt und da ich mit meiner Zeit sparen muß, gehe ich jetzt nur mehr zur Literatur, da ich das Sachbuchschreiben, wie meine Publikationen in den Publikumsverlagen beweisen, schon kann, ha ha, das Literarische interessiert mich aber mehr und seit vorigen Jahr nehme ich mir auch noch meinen persönlichen Gewinn aus dem Schnupperworkshops, das heißt, ich mache es wie, beim Schreiben bei Ruth, Robert, Ilse und Fritz, ich nehme das Thema und konzipiere bzw. skizziere an meinem neuen Projekt, dem Sterbehilfetext mit dem Arbeitstitel „Im Namen des Vaters“ und das ist bei den acht Workshops mit Ausnahme des „Traveling Writings“ sehr gut gegangen.
Judith Wolfsgruber, die Leiterin und Intitiatorin ist ja eine großer Amerika-Fan, so ist bei ihr alles Englisch, ihr „Passion Writing“ läuft auch nach amerikanischen Vorbild ab und ihr Institut ist inzwischen gewachsen, es gibt schon eine Menge Trainerinnen, die wohl alle auch bei ihr ihre Schreibausbildung gemacht haben oder viele davon und das Programm war wieder sehr interessant.
Mit den Morgenseiten hat es um neun begonnen, diesmal hieß das „Collage Writing“ wurde von Johanna Vedral, die Psychologin und Kunsttherapeutin ist, moderiert und das war besonders effektiv.
Teilte sie nämlich drei Collagenbilder aus und erklärte, daß man in ihrem Seminar diese selber herstellen und damit in die Traumarbeit abgleiten würde und ich erwischte zufällig drei Frauenbilder, ein Kind, eine junge Frau und eine ältere, merkt man was, ja meine Sterbehilfefrau, deren Tochter Paula und deren Kind und. wie die Mutter heißt, habe ich zwar in meinem Notzbuch stehen, aber sonst vergessen, bei Ruth und Robert, habe ich sie Paula genant, bin aber daraufgekommen, daß das die Tochter ist, jetzt nannte ich sie Johanna und das Morgenschreiben mit zwei Schreibimpulsen glaube ich, war sehr intensiv, Johanna oder besser Veronika Sieberer kommt vom AKH und geht auf die Gloriette hinauf, da war ich schon vor einer Woche und in den Morgenseiten wurde auch eher ihre Tochter und Enkeltochter vorgestellt, dann ging es wieder ins „Life Writing“ mit Anna Ladurner, das gabs zwar schon vor einem Jahr, mit der Spiralenübung und dem „Speed Impuls“, wo man sich zwei Zettel ziehen mußte, ich erwischte was mit „Schublade“ und „gelb“ kümmerte mich nicht um das Lifeevent, aber Anna Ladurner oder war es Ana Zidnar sagten sowieso, daß das meistens eine Mischung ist.
Alles ist autobiografisch und alles wieder nicht, sagte ich, JuSophie glaubt es mir zwar nicht, die Veronika trank aber Sekt auf der Glorette und dann Prosoecco mit ihrer Tochter in der Pizzeria Venezia und dazwischen war sie im AKH und erhielt die Diagnose Gebärmutterkrebs.
Aber das wurde erst im „Personal Essay“ mit Judith Wolfsgruber herausgearbeitet und dieses Seminar gab es schon vor zwei Jahren und war sehr interessant, da hat die Judith etwas von ihrem Sohn David und seinen Kindergartenerlebnissen „persönlich essayissiert“, jetzt geht David schon zur Schule und mit der ist die fortschrittliche Mutter nicht zufrieden.
Dazwischen gab es aber noch den Einstieg in das literarische Schreiben mit Ana Zidnar, die das „Show not tell“ eindringlich erklärte, Listen schreiben ließ und meine Sterbehilfegeschichte ist wieder ein Stück angewachsen, allerdings liegt alles noch im Bereich der Diagnose und der Schockverarbeitung im Schönbrunner Schloßpark. Handschriftlich hingekritzelt und wird bis November liegenbleiben und dann im „Nanowrimo“ weiterverwendet werden und auf den hat mich, glaube ich, auch einmal das Writersstudio gebracht.
Dann kam wieder Anna Znidnar mit dem „Memoir“ seit vorigen Jahr geht der Schnuppertag durch ohne Mittagspause und es wird auch immer ein ehemaliges Workshopmitlied mit einer erfolreichen Publikation vorgestellt.
Die Juristin Sabine Aydt hat den Memoir Workshop bei Ana Znidnar besucht, da sich bei dem Thema über das man ganz bestimmt nicht schreiben will, die Familiengeheimnissen ausgesucht und dann ist ein Text über ihren Bruder Martin herausgekommen, der schon vor ihrer Geburt gestorben ist, weil er einen Wasserkopf hatte und die Maschinen abgestellt werden mußten.
Dann bin ich doch ein bißchen um den Häuserblock herumgelaufen, habe mich dazwischen auch mit einer anderen Psychologin unterhalten und ihr meine Bücher gezeigt, dann ging es wieder zu den „Young Freewriters“, diesmal mit Johanna Vedral, die ihre dreizehnjährige Tochter dazu mitbrachte und sich sehr besorgt darüber zeigte, daß sie die jüngste ist. Ein paar zwanzigjährige junge Damen waren aber auch da, es wurden sechs Bilder an die Wand geheftet und man sollte dazu eine Gechichte schreiben.
So saß Veronika Sieberer wieder in der Ambulanz und machte da die Begegnung mit einer Ratte und mit roten Schuhen.
Das „Krimi“ schreiben war neu im Programm. Michaela Muschitz, die ich schon einmal beim professionellen Schreiben hörte, hat auch zwei Krimis geschrieben und ihre Augen funkelten sehr begeistert, als sie uns in das Mordgeschäft einführte.
Wir mußten einen Tatort, einen Täter, ein Opfer und ein Motiv festlegen und ich tat mir ein bißchen schwer dabei, weil ich nicht morden will, aber Sterbehilfe hat vielleicht auch ein ganz klein bißchen damit zu tun und so dokterte ich da herum, ein paar stimmige Orte für den Roman sind mir auch noch eingefallen und am Schluß kam wieder das Traveling Writing, das ich jetzt schon viermal hörte und das ich bei meinen Reisen immer anwende, bzw. darüber blogge, so ist ein Elsaß-Text ohne Viktoria Sieberer entstanden und dann gabs eine Pause mit Bagels, Brownies und Wein, ich unterhielt mich während in der „Fabrik“ umgebaut wurde, mit einer anderen Dame und dann kam das Live Gespräch mit dem amerikanischen Drehbuchautor Daniel Hendler, der inzwischen im Writersseminar Seminare anbietet, eines davon konnte man bei der anschließenden Verlosung gewinnen. Aber ich gewinne nur sehr selten etwas, habe aber wieder viel gelernt, bzw. intensiv Romanvorarbeit geleistet und dann habe ich noch von einem neuerlichen Schock zu berichten, der ein bißchen mit Venedig zu tun hat, denn dort war die Ruth im Sommer in der Schreibewohnung der Literarmechana, die früher Anita Pichler gehört hat.
„Bewirb dich auch!“, hat sie gesagt.
„Aber ich habe ja nur Selbstgemachtes!“, habe ich geantwortet.
„Macht nichts, das kann jedes Mitglied das belletristische Texte hat!“, so habe ich meinen Lebenslauf und mein Werkverzeichnis hingeschickt und am Freitag die Antwort erhalten, daß mein Gesuch leider abgelehnt werden mußte, weil mein Werkkatalog noch nicht umfangreich genug ist und da habe ich gedacht und höre es auch immer wieder, ich schreibe viel zu viel!
Aber vielleicht ist es noch nicht zur Literamechana bzw. der Jury durchgedrungen, daß auch das Selbstgemachte Bücher sind. Auf der Frankfurter Buchmesse wird es inzwischen aber eine eigene Halle geben, wo die Selbstpublischer ihrer Bücher ausstellen, ob sich das noch rumsprechen wird?

2011-10-03

Schreibfabrik

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:26

Im Writersstudio gibt es jeden ersten Montag im Monat eine Schreibfabrik, das sind drei Stunden für die konkrete Textarbeit, wo man sich treffen kann, um mit seinen Texten zu beginnen oder weiterzuarbeiten.
„Schreibseminare sind das eine“, steht auf dem Infoblatt, „da gibts Know-how und Übungen, doch was tun, wenn der Workshop vorbei ist? Auf den Bildschirm starren und auf die Muse warten?“
Dagegen gibts in der Pramergasse zwei regelmäßige Schreibtreffs.
Das Schreib-Cafe mit Yoga und die Schreibfabrik. Im Juni war ich bei dem Yoga-Vormittag, wenn ich mich nicht irre, ist das nur für Frauen, da gibt einen kleinen Schreibimpuls, eine Stunde Yoga, dann kann man bei Kaffee oder Tee seinen Laptop oder sein Notizbuch auspacken und an seinem Projekt schreiben.
Für mich war das eine Premiere, trainiere ich ja regelmäßig die progressive Muskelentspannung, von Yoga habe ich aber nicht viel Ahnung, dann bin ich mit meinen Zetteln dagesessen und habe mich geärgert, daß ich mein grünes Notizbuch mit den „Frau auf der Bank“- Notizen nicht mitgenommen habe. So habe ich das Thema der drei S nur umkreist und den Sommer intensiv zum Schreiben benützt. Der Rohentwurf ist fertig und seit ich wieder in Wien bin, korrigiere ich Szene für Szene, nur komme ich derzeit nicht sehr viel dazu, waren ja die Ohrenschmaus-Texte durchzusehen, das Geburtstagsfest vorzubereiten, die Poet Night und „Rund um die Burg“ waren auch, so daß ich schon länger bei der Szene acht halte. Das ist vielleicht ganz gut, raten die Schreibseminare ja immer, man soll seinen Text eine Zeit liegen lassen. Ich halte davon eigentlich nicht sehr viel, es hat sich aber so ergeben und als die Einladung zum Ausprobieren der Schreibfabrik kam, habe ich mich darauf vorbereitet.
Zwar habe ich nichts neu zu schreiben, aber eine konkrete Frage bezüglich der Szene, wo Svetlana Mihic in den Tanzkurs geht. Daß sie sich den von ihren Eltern zum Geburtstag schenken läßt, hat sich aus der Handlung ergeben, um mit dem Oberarzt am Ärzteball Walzer zu tanzen. Dann wollte ich aber nicht damit anfangen, sondern bin, weil mir nichts anderes einfiel auf Tango gekommen. Aber ist das nicht zu schwer für den Anfang? Ich bin ja nicht so eine gute Recherchiererin, daß ich das aber bei der Feedbackrunde fragen könnte, ist mir eingefallen. So habe ich mein Manuskript, das grüne Notizbuch und auch die Zettel, die im Yoga-Schreibcafe entstanden sind, gepackt und bin am Nachmittag in die Pramergasse hinausmarschiert.
Vorher habe ich noch die Einladungsbriefe, die ich bezüglich meines Geburtstagsfestes schon fertig hatte, aufgegeben und mir zwei neue Briefmarkenrollen bei der der Post gekauft.
Das literarische Geburtstagsfest wird heuer am Samstag den fünften November stattfinden, weil am Freitag vorher der Alpha Literaturpreis vergeben wird, wo Angelika Reitzer, Mariana Gaponeko, Martin Mandler, Anna Elisabeth Mayer und Andreas Unterweger auf die Shortlist gekommen sind und die Woche darauf die Buch-Wien stattfindet, wo ich zu beiden gehen will. Diesmal wird es fast eine reine Männerlesung werden, habe ich durch das Literaturgeflüster und auch sonst im letzten Jahr interessante Autoren kennengelernt, so daß ich von meiner bisherigen Methode, meine schreibenden Freundinnen einzuladen, ein wenig abweiche und ein Programm mit Stefan Eibel Erzberg, Eva jancak, Rudolf Lasselsberger, Marinko Stefanovic und E.A.Richter anbieten kann.
Die Lounge in der Pramergasse war auch gut besucht, zu meinem Erstaunen habe ich Margit Heumann getroffen und einige andere bekannte Gesichter, die ich schon vom Tag der offenen Tür kannte. Gundi Haigner moderierte und bot den zwölf Interessenten, zehn Frauen und zwei Männer, glaube ich, ein dichtes Programm. Begann es doch mit einer kleinen Aufwärmübung „Die Neugikeit des Tages ist….“, da habe ich meinen Muskelkater von der Hochschwabwanderung, das Aussenden der Geburtstagsfesteinladungen und das schöne Wetter thematisiert. Weiter gings mit Bildgeschichten, ein Regenschirm, eine offene Sicherheitsnadel, eine Rose mit Dorn, ein Zebra, ein Segelboot und eine Nasenspitze und man sollte ein paar Sätze schreiben und dazwischen etwas Platz lassen, um später etwas einzufügen bzw. die Verbindung herzustellen.
Nach einer Pause ging es weiter mit den Erwartungen der Teilnehmer und die waren sehr konkret vom Sachbuchschreiben, Input finden, zum Verarbeiten der Informationen, die sich in verschiedenen Marathons angesammelt haben und Gundi Haigner hatte auch Vorschläge für alle.
Für die, die zu neuen Texten finden wollten, schlug sie längeres oder kürzere Freischreibrunden vor, es entschieden sich aber die meisten für das kreative Feedback. Blümchen oder Fragezeichen und der andere hört zu, sagt „Aha!“ und läßt das Response dann wieder reifen.
Da war das Feedback auf meine Frage mit dem Tanzkurs auch sehr hilfreich, denn habe ich es doch geahnt, Tango ist für einen Anfängerkurs viel zu schwer und mit flachen Schuhen kann man auch nicht Tango tanzen. Also werde ich das auf Foxtrott ändern.
Wenn ich auch nicht regelmäßig jeden ersten Montag oder Donnerstag an einem Schreibtreff teilnehmen will, denke ich doch, daß ein regelmäßiger Fixpunkt, wo man über seine Fortschritte, ganz egal ob man jetzt an seiner Diplomarbeit, seinem Sachbuch oder einem Roman schreibt, berichten kann, eine gute Sache ist und soviel ich weiß, bietet das auch nur das Writerstudio an und da ich bis zur Jurysitzung die Ohrenschmaustexte weiter durchschauen muß und auch das Geburtstagsfest noch nicht fertig ausgesendet habe, wird „Die Frau an der Bank“ wohl auch noch etwas liegen bleiben, bis ich mich an die Änderung meiner Tanzstundenszene machen kann, daß man beim Tango tanzen Stöckelschuhe braucht, habe ich übrigens schon am Freitag beim Patrick und seinem H & K Werk- Statt- Welt-Fest gesehen, wo Barbara Ruppnig und Martina Cizek Jazz-Tango-Klezmer spielten und einige Paare tanzten, während ich mich an dem karibisch-kreolischen Buffet und den polnischen Kartoffelpuffern überessen habe.

Bloggen auf WordPress.com.