Literaturgefluester

2009-07-28

Schwarztee

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:56

Wieder nach Wien gekommen, fand ich eine Karte von Marianne Gruber vor, die auf meine Buchzusendungen geantwortet hat.
„Alles vom Layout bis zum Text ist besser geworden. Aber es bleibt dabei, daß wir Bücher im Selbstverlag nicht präsentieren!“
Da habe ich ihr wieder mit einem wahrscheinlich absolut nutzlosen Brief antworten müssen.
Dagegen hatte ich fast erwartet nun doch das Buch von Lillyberrys Geburtstagsaktion im Brieffach zu finden, da ich in Klaudia Zotzmanns Blog gelesen habe, daß ihre Bücher vorige Woche gekommen sind. War aber nicht so.
Dafür gab es die Buchpräsentation von Anni Bürkls neuem Krimi „Schwarztee“ im Literaturbuffet in der Taborstraße Ecke Rotensterngasse.
Jetzt sollte ich etwas über Anni Bürkl schreiben, die ich ja sehr oft im Literaturgeflüster erwähne. Ich kenne sie seit 2006, da hatte ich in der „Autorensolidarität“ ein Portrait in dieser Eigenverlagsreihe, die der Dieter Scherr dort macht.
Ich mag das Wort „Eigenverlag“ zwar bekanntlich nicht besonders, es war aber eine gute Gelegenheit mich und meine Bücher vorzustellen und der Artikel ist auch schön geworden, mit drei Fotos, auf zwei war die Bruni mit abgebildet, die mir daraufhin eine Klage androhte.
Anni Bürkl hat sich auf das Portrait gemeldet und seither bin ich mit ihr in Kontakt. Und sie ist, wenn es soetwas gibt, ein Beispiel für die Einfrau-Ich-Literatur-AG mit den besten Schreibseminaren Wiens, Literaturcoaching, Ghostwriting und eben auch Kriminalromane.
„arbeits/los“ hieß der erste, da hatten wir auch eine Diskussion über das Büchertauschen.
Sie hat bei den „Mittleren II“ in Voralberg gelesen und voriges Jahr auf meinem Geburtstagsfest und ich verfolge ihren Blog auch gern und schon sehr lang und jetzt ist „Schwarztee“ erschienen.
Ein hochpolitischer Roman über einen Teesalon im beschaulichen Salzkammergut, wo eine Lesung eines skandalumwitterten Autors stattfinden soll und dann wird ein Aufdeckungsjournalist vergiftet aufgefunden.
Ja, Teespezialistin ist Anni Bürkl auch, nicht umsonst heißt ihr Blog „Texteundtee“ und das Buch, in das ich kurz hineinschaute, hat auch immer wieder verschiedene Teesorten als Kapitelüberschriften und beschauliche Sprüche über die Kunst des Teetrinkes zwischen der Krimihandlung eingebaut.
Die eher kleine Buchhandlung war sehr voll. Ich habe viele Krimiautorinnen erkannt, schließlich ist Anni Bürkl auch bei den „Mörderischen Schwestern“, die sich über ihre Agenturen unterhielten. Sabine Naber ist später gekommen, Klaudia Zotzmann war, glaube ich, da und Wladimir Fried fotografierte, den habe ich allerdings verärgert, als ich das Papier von den Muffins, die es nachher gab, auf seinen Tisch ablegte.
Es war also ein interessanter Abend im Sommerloch im heißen Wien mit Schwarztee, Mord und Muffins.
Ich habe mir für meinen Blogbeitrag einen guten Rooibos Orange zubereitet und da Alfred zu spät gekommen ist, gibt es keine Fotos.

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2017-03-18

Zwölf Indies bei Lhotzkys Literaturbuffet

Heute habe ich einen literarischen Samstag machen wollen, das heißt das „Frühstück“ ab Szene dreizehn, wo ich gerade bin, laut lesend zu Ende korrigieren und dann am Abend mit Andrea Stift-Laubes „Die Stierin“ in die Badewanne, aber natürlich siegte zuerst die Neugier und ließ mich nachschauen, was die anderen so unter dem Hashtag „Indie-Bookday“ ins Netz stellen.

Also habe ich das gegooglet und bin, große Überaschung darauf gekommen, daß das im „Lhthotzkys Literaturbuffet“, die kleine feine Buchhandlung, wo ich einmal bei Anni Bürkls Präsentation ihres „Schwarztee-Krimis“ war und die dort, glaube ich, eine Zeitlang auch ihre literarischen Salons veranstaltete, der „Indie-Bookday“ wahrscheinlich schon seit einigen Jahren groß gefeiert wird.

Ich dachte ja eigentlich bis Österreich ist das soweit durchgedrungen, wie ja auch die Bloggersezene höchst vereinzelt ist und man das Leseprobenheftchen zum deutschen Buchpreis partout nicht in den österreichischen Buchhandl2ungen bekommt.

Stimmt wieder nicht so ganz, denn Mariki vom „Bücherwurmloch“ hat heute schon ihre  Bücher gepostet und dabei auch das hineingestellt, was ich als nächstes lesen werde, nämlich Lucia Leidenfrosts „Mir ist die Zunge so schwer“, eines der Debuts aus dem „Kremayr&Scheriau-Literaturprogramm“, was mich bezüglich der „Indie-Zuordnung wieder einmal stuzen ließ, denn meines Wissens nach ist „Kremayr & Scheriau“, ein Großverlag oder sollte ich mich da irren?

Aber egal, mir ist das sowieso ganz gleichgültig, ob das Buch das ich lese, aus einem kleinen oder großen Verlag oder am Ende gar selbstgemacht ist und das Programm das „Lhotzky“ von zwölf bis drei im Viertelstundentakt anbot, war auch eines der feinsten, allerdings nicht so sehr unterschiedlich von dem, was ich beispielsweise bei der „Kleinstverlagmesse“ im Museumsquartier beziehungsweise bei der „Ottak Ottak-Veranstaltung“ fand.

Das heißt doch, ein paar kleine feine Unterschiede, gab es neben der vielen bekannten Namen schon, aber ich hatte ja ohnehin nicht vor hinzugehen, weil ich mich am Samstag von meiner Familie nicht trennen und außerdem korrigieren wollte.

Aber dann, wie heißt es so schön, der Berg ruft oder die Droge lockt und, als der Alfred aufbrach, um am Naschmarkt die Calamari für morgen einzukaufen und dann das Rindfleisch, das er gestern in St. Pölten kaufte, braten wollte, habe ich umdisponiert, mir das Programm ausgedruckt und bin losgezogen, um mir beim Mc Donald einen Cheeseburger Royal und ein Donat zu Mittag zu kaufen.

Dann hätte ich das Geschäft beziehungsweise den Eingang fast nicht gefunden, denn der war in der Rotensterngasse. Als ich damals bei der Bürkl-Veranstaltung war, war das, gaube ich, anders und so bin ich gerade dazugekommen, als die „EditionKrill“ ihr Verlagsprogramm präsentierte. Das sind, glaube ich, zwölf oder dreizehn Büchlein oder kleine Heftchen, die je fünf Euro kosten, ein Buch von Bodo Hell ist dabei, Kindergedichte von Michael Hammerschmid und und, denn die beiden Verlagsleiter waren mit ihrer Präsentation noch nicht durch, als ein Wecker ertönte und dann wahrscheinlich Andrea Lhotzky oder eine andere junge Frau von der Buchhandlung erschien, ein Buch in der Hand hielt und dem Publikum erklärte, daß man, wenn man den Hashtag „Indiebookday“ postet, es gewinnen kann.

Das ist zwar ein bißchen anders, als die ursprügnliche Idee, aber sehr sehr freundlich, für die Büchermuffel, die nicht so gerne Geld ausgeben, allerdings habe ich ja kein Handy und die junge Frau sagte noch dazu, daß man die ganze Kollektion der „Edition Krill“ für nur fünfzig Euro kaufen könne. Die lagen auch an der Wand auf, die Buchhandlung war aber so voll und füllte sich immer mehr, daß man gar nicht gut dazu gekommen wäre.

Die nächste Lesende war Claudia Rohrer von der „Edition Fotohof“ und da weiß ich gar nicht so recht, ob das ein richtiger Verlag ist oder nur eine Künstlerinitiative, die etwas über die Veränderung von der analogen zur digitalen Fotografie künstlerisch gestalten wollten. Das Buch, das sie präsentierte, war jedenfalls ein Theaterstück in einigen Akten oder Kaptel, die  erklärten, wie ein analoges Foto entsteht und dasm war spannend aufbereitet, in dem sich der Club der Analogen in einer geheimen dunkelkammer traf, um sich offenbar in die Zukunft zu retten und dazwischen stellten Fotografen ihre Fotos aus und erklärten die Geschichte der Fotografie.

Dann kam und das war vielleicht unerwartet und eine Referenz auf Deutschland der „Verbrecher-Verlag“, bei dem ja glaube ich Antje Stellings „Bodentiefe Fenster“ erschienen sind, die 2015 auf der LL standen und die, glaube ich, damit auch den „Hotlist-Preis“ gewann.

Philipp Stadelmeier, der ein Buch zur Meinungsfreiheit geschrieben hat, stellte den Verlag vor und las Proben aus seinem Buch und das fand ich auch sehr interessant, weil es dabei  um jene Meinungsfreiheit geht, von der ich gerade auch betroffen bin. Denn da kommt einer daher und sagt seine Meinung, in dem er über die anderen drüber bügelt, sich über sie lustig macht, sie nicht ernst nimmt, etcetera.

Denn seine Meinung kann ja jeder haben und natürlich kann man sagen, daß man Angst hat, aber das „Ausländer raus“ und „Grenzen zu“ ewas dann vielleicht folgt, ist dann nicht mehr so schön.

In diesem Sinne ging es mit etwas sehr bekannten weiter, nämlich mit Stephan Eibel Erzberg, neben dem ich ja vor ein paar Tagen in der „Gesellschaft für Literatur“ gesessen bin und mit dem ich auch vor zwei Wochen bei der „Rettet das Amerlinghaus-Initiative“ gelesen habe.

Er hat auch den gleichen Text gelesen, der mir nicht sehr gegefallen hat „Erinnerst du dich noch, als wir einen Autounfall hatte, als unser Kind gestorben ist, als wir unsere Wohnung anzündeteten, als ich dich bei der Polizei wegen Rauschgifthandels angezeigt habe… wie war das schön!

Nein, das ist es nicht! Aber natürlich die Realität des Lebens, das Kinder und Frauen geschlagen werden, man Drogen nimmt, sich zu Tode säuft, etcetera. Aber man muß, das ist meine Meinung, ja nicht alles übertreiben und kann das auch viel freundlicher sagen.

Stephan Eibel Erzberg ist ein ganz lieber, in diesem Punkt aber anders und dieser Text ist auch in dem neuen Ban von „Proverbis“ erschienen, den Stefan Eibl vorstellte.

Dann kamen zwei Männer vom Satiremagazin „Hydra“ was mich auch ein wenig verwirrte, weil das Buch, das sie vorstellten, eine Satire, was ein echter Österreicher ist, bei „Milena“ erschienen ist und ich dachte „Hydra“ gehöre zum „Holzbaum-Verlag“, aber vielleicht gab es da einen Verlagswechsel. Leider gab es im Gedränge keine Gelegenheit das zu fragen, denn es folgte noch Kurto Wendt, der früher bei „Melana“ verlegt hat, dessen neues Buch aber im „Zygloss-Verlag erschienen ist, interessant, interessant.

Dann gab es eine Pause, wo ein paar Schmankerln verteilt wurden und dann trat der Buchhändler auf und erklärte, daß er nicht gewußt hätte, daß es so schwer wäre, Bücher zu verschenken, denn niemand hätte noch in Zeiten, wie diesen, wo alle doch Smartphones haben, den Hashtag gepostet und er erklärte noch einmal, daß man sich auch helfen lassen  oder oder den Hashtag auf einen Zettel schreiben können.

Die Dame, die neben Kurto Wendt mit einemPackerl saß, in dem ich seine Bücher vermutete, schrieb dann den Hashtag darauf und Kurto Wendt und Mieze Medusa gewannen  ein paar Bücher, die der Buchhändler nach jeder Lesung verteilte, auch der „Atelier-Verlag“ beteiligte sich an der Verlosung und da kam Ulrike Schmitzer und stellte ihr aktuelles Buch vor, in dem es um den Verlust der Gletscher ging.

Sehr interessant diese Mischung der Gegenwartsliteratur die in den kleinen, meist österreichischen Verlagen erscheint.

Dann gabs wieder einen Ausrutscher, nämlich eine Zeitschriftenpräsentation, nämlich „DUM“, das ultimative Magazin, das von Markus Köhle vorgestelltwurde, der den Gründer Wolfgang Kühn, den ich vom „Literatur und Wein- Festival“, kenne interviewte.

Einen Text daraus las diesmal Mieze Medusa, weil die junge Frau, die moderierte vorher beklagt hatte, daß achtzig Prozent der Vortragenden, genau, wie bei der „Amerlinghaus-Lesung“ Männer wären und, daß das an einem Indiebookday eigentlich nicht ginge.

Jetzt habe ich  auf die Präsentation eines auch sehr interessanten Buchs, das man um zwanzig Euro Spende kaufen konnte, vergessen, aus dem ich auch nicht ganz klug geworden ist. Es heißt „Versatorium“ und drei junge Leute lasen auf Deutsch und Englisch Texte daraus, aber ob das jetzt ein Verlag oder eine Einzelpulikation ist, habe ich nicht ganz verstanden.

Dann kam der schon sehr bekannte „Luftschacht Verlag“, da habe ich ja Sonja Harter Weißblende, für das Bloggerdebut gelesen und Markus Mittmansgruber „Verwüstung der Zellen“ auf meiner Leseliste stehen. Jetzt kam ein junger Mann, namens Jakob Pretterhofer und las aus einem Buch namens“Tagwache“ und da geht es, um die Erlebnisse eines Grundwehrdieners.

„Den Hochroth-Verlag“ habe ich schon bei „Ottak Ottak“ kennengelernt und die Verleger und der Auto waren alte Bekannte aus der Alten Schmiede, nämlich Johannes Tröndle und Daniel Terkl. Deshalb saß auch Annalena Stabauer im Publikum und zuletzt präsentierte Herbert Maurer sein bei „Klever“ erschienens „Byron schwimmt und ertrinkt in seinem Zimmer“, in dem es um die Armenienerfahrugen von Lord Byron geht.

Das wars dann schon und, als der Buchhändler dann noch einmal auf das Buch aus dem „Wortreich-Verlag „Jazz und Frieden“ von Oliver Steger hinwies, das man noch gewinnen könne, fragte ich ihn, wie man das ohne Handy macht und er hielt mir einen Post-it Block hin, ich malte Hashtag darauf und dachte, er wird mich jetzt damit fotografieren, aber er sagte nur „Sie haben ein Buch gewonnen!“, hielt es mir entgegen und weil ich ja in die Buchhandlung gekommen war, um über die Veranstaltung zu berichten und mir anzusehen, wie der „Indie-Bookday“ in Österreich passiert, werde ich mein Bild mit dem Buch in den Blog stellen und kann abschließend bemerken, es war sehr interessant.

Ich habe wieder was gelernt, was meine literarische Kompetenz, die ich höchstwahrscheinlich habe, wieder etwas erhöht und jetzt werde ich auf den „Hashtag-Indie-Bookday gehen und mir aschauen, welche Bücher in den deutschen Buchhandlungen gekauft wurden und was dort an diesem Tag passierte.

2016-01-16

Weiter mit der Indie-Front

Jacquelines Vellguths Projekt, zwölf Romane in einem Jahr zu schreiben und zu veröffentlichen, hat mich dazu gebracht, mich weiter mit der „Indie-Front“ zu beschäftigen.

Vor einigen Jahren bin ich ja auf diese Formulierung bezüglich der Selbstpublisher, die damals aufgekommen sind, gestoßen, habe meine zwar gedruckten und nicht bei „Amazon“ erschienenden Bücher ebenfalls so genannt, womit ich wahrscheinlich in Konflikt mit dem sogenannten „Indie-Bookday“ komme, das ist ein Tag im März, glaube ich, wo alle aufgerufen werden in die Buchhandlungen zu gehen und sich ein Buch eines sogenannten unabhängigen Verlags, da sind „Droschl“ und ich glaube auch, „Residenz“ dabei, also alle, die nicht von großen Konzernen abhängen und sich von diesen offenbar in Schatten gestellt fühlen.

Seit einigen Jahren gibt es die „Selfpublisher“, manche von ihnen, wie man hört, höchst erfolgreich, während ich mit meinen fünfzig selbstgedruckten Büchern und meinen Vorschauen im „Literaturgeflüster“ ja höchst isoliert vor mich hinwurschtle.

Die erste, außer den großen amerikanischen Namen, die angeblich Millionen damit verdienen und die Wolfgang Tischer auf seiner Seite regelmäßig vorstellt, war Martina Gercke, die mit ihren „Holunderküßchen“ auch höchst erfolgreich war. Dann ist man daraufgekommen, daß sie viel von anderen Bestsellerautoren, wie Kerstin Gier, Sophie Kinsella, etcetera übernommen hat.

Ein Shitstorm ist losgegangen, sie hat sich aber nicht beirren lassen und hat weitergeschrieben und geschrieben.

Jetzt ist der Shitstorm vorbei und es gibt inzwischen neun Bücher von ihr.

Einige hat sie mit Katja Gschneidt geschrieben und zwei davon, nämlich „Glücksstern mit Schwips“ und „Alles nur (k)ein Mann“ mit Katja Gschneidt geschrieben, habe ich gelesen.

Auf ihrer Facebookseite gibt es immer wieder Gewinnspiele, wo man die Bücher und meistens rosa Sachen, wie sie die jungen Mädels offenbar lieben, gewinnen kann und die 1963 geborene in Hamburg lebende Flugbegleiterin scheint auch ein großes Fanpublikum zu haben.

Da man E-Bücher nicht im offenen Bücherschrank finden kann, beziehe ich mein Indie-Buchwissen nur im Internet und da staune ich über die vielen Schattenautoren, die man im Buchhandel nicht finden kann, über die die Blogger und wohl auch andere Literaturexperten, die Nasen rümpfen, die aber, nicht alle wahrscheinlich, aber  viele, höchst erfolgreich sind.

Stellt sich nur die Frage, wer wird das alles lesen?

Oder wird es gelesen? Aber wenn man auf die „Amazonseite“ geht, gibt es da Fünfstern Rezensionen zu Hauf, auch wenn die vielleicht von Freunden stammen und eine vielleicht etwas weniger euphorische Rezension oft kritisch kommentiert wird.

Vor einigen Jahren habe ich einen anderen Artikel über einen Indie Autor geschrieben, den ich über Anni Bürkls  Seite kennenlernte, nämlich den Krimi Autor und Biographienschreiber Bela Bolten.

Das Biografienschreiben hat er vielleicht schon aufgegeben, nachdem er mit seinen Krimis offenbar ebenfalls sehr erfolgreich wurde.

Inzwischen gibt es, glaube ich, sechszehn Krimis und Bela Bolten, der ja mit Krimis aus dem zweiten Weltkrieg begonnen hat, über die ich in meinem damaligen Artikel auch geschrieben habe, hat inzwischen eine neue Serie, die sogenannten „Berg und Thal Krimis“, die am Bodensee ermitteln und wo es jetzt gerade, wenn ich mich nicht irre, Fall neun, „Mordbrenner“ gibt.

Die Bücher gibt es auch als Taschenbuch, werden aber wahrscheinlich nicht so einfach in den Wiener Bücherschränken zu finden sein und die „Kindle-Bücher“ bekomme ich nicht auf meinen Rechner. Ich habe es versucht, denn ich habe einmal eines bei einem von seinen Gewinnspiele, wo man auch ein Wochenende am Bodensee, um sich den Tatort anzusehen und vom Autor herumgeführt wurde, gewinnen konnte, gewonnen.

Auch er ist sehr erfolgreich und die Krimis, in die ich mich über die Leseproben eingelesen haben, erscheinen mir sehr qualifizert.

Wolfgang Tischer, der sich auch sehr mit den Selbstpublishern beschäftigt und immer wieder Seminare macht, wie man seine Bücher selbst herausgeben kann, hat ja, glaube ich, auch einmal untersuchen lassen, was es für qualifizierte Selbstmacher gibt und Leipzig gibt es inzwischen auch Selbstpublisher-Preise.

Aber da muß man im Internet publizieren und das tue ich ja nicht, also falle ich wieder einmal hinaus und habe mich auch noch immer nicht entschließen können, es auch einmal mit dem „Amazon-Direkt Publishing“ zu versuchen, weil ich da sicher Vorurteile habe, etwas an der großen „Amazon-Kritik“ stimmt ja sicher, obwohl er der erste war, der den Markt für alle geöffnet hatte, während es vorher geheißen hat, wenn du es erst einmal selbst machst, bist du unten durch und kannst nie und und keinen Umständen einen Verlag finden!

Das scheint jetzt vorbei, denn Jacqueline Vellguth meint sogar, daß man durch viel selber publizieren erst dahin kommen kann und einige Autoren, wie Nele Neuhaus, von der ich demnöchst was lesen werde, oder Elke Bergsma, von der ich einen Band gelesen habe, sind erst durch ihre großen Selbsterkäufe zu den Verlagen, beziehungsweise die zu ihnen gekommen.

Bei mir fürchte ich, klappt das nicht, zumindest tut es das nicht im „Literaturgeflüster“, was man vielleicht mit dem großen „Amazon“ nicht vergleichen kann.

Wenn man es nicht versucht, weiß man es nicht, klar, aber die Genres, die dort Erfolg haben sind Krimis, Phantasie, Chiclits, etcetera, das schreibe ich nicht und bleibe daher wahrscheinlich bei meinen selbstgedruckten fünfzig Büchern, die ich versuche, dann im Netz zu vermarkten.

Interessanterweise kommen die meisten Anfragen von meinen Klienten, die mich dort gefunden haben, während die Autorenkollen skeptisch sind und „Eigenverlag wollen wir nicht!“ oder „Wir können nicht alles lesen, es gibt ja schon so viel!“, sagen.

Es ist wie es ist, hat Erich Fried einmal geschrieben und ich versuche mich damit abzufinden, beziehungsweise so weiterzumachen, wie ich es kann und auch weiter hüben und drüben, über den Tellerrand zu schauen, zu dem „Hanser-Experiment“: „Morgen mehr“ zum Beispiel, aber auch zu Jacqueline Vellguth, diezumindestens mir Mut machte, daß man durchaus drei Bücher im Jahr veröffentlichen kann und sich nicht dafür genieren muß und ich bin immer noch gespannt, ob sie die zwölf schafft und habe sogar schon gedacht, ähnlich wie das Buchpreislesen, das auszuprobieren, denke aber, daß ich zwar in einem Monat einen Rohtext schreiben kann. Das aber wahrscheinlich nicht zwölf Mal hineinander und selbst wenn ich es sechs oder siebenmal schaffen würde, würde ich die nächsten Jahre zum Fertigmachen brauchen und das sich Ausschreiben, das Hudeln und sich Wiederholen, ist ja zumindestens ein Thema, das sich bei mir sicher stellen würde und wo ich aufpassen sollte.

Die Idee ist aber sehr interessant und kann sicher etwas verändern und vielleicht die Gräben zwischen hüben und drüben, Qualität und Qualität oder Profi und Amateuere etwas zusammenzubringen.

Mich hat sie dazu gebracht, mich wieder einmal bei den „Selbstpublishern“, von denen ich die meisten wahrscheinlich gar nicht kenne, umzuschauen.

Und wenn ich schon bei den Krimiautoren und bei Anni Bürkl war, ist die auch sehr interessant, die publiziert zwar zumindest ihre Krimis nicht selber, sondern bei „Gmeiner“, da gibt es mittlerweile fünf Berenike Roihtner Krimis, von denen ich mich mit „Schwarztee“ und „Ausgetanzt“ etwas beschäftigt habe. Sie hat  jetzt aber auch eine Selbstmacherschiene und dort einen Liebesroman herausgegeben und zwei historische Krimis, von denen ich die „Spionin von Wien“ auf meiner Leseliste habe, gibt es auch.

Interessant wieder einmal über den Tellerrand zu schauen und sich mit den „Selbermachern“ und anderen Autoren zu beschäftigen.

Und meine Lieblingsbücher, die Satzanfänge und die Vorschau auf das neue Buch, das gerade erschienen ist, gibt es bei mir auch und inzwischen elf Szenen von  „Paul und Paula“,  14.519  Worte, beziehungsweise 32 Seiten und   stehe gerade wieder an.

2015-04-11

Mordswein

Der Titel von Paul Lascauxs fünften Gourmet-Krimi, Pseudonym für den 1955, in der Schweiz geborenen Autors, Germanisten und Kunsthistoriker, ist meiner Meinung nach schlecht gewählt „Glausers“ oder „Studers“ Achterl würde wohl besser passen und dazu paßt auch, daß ich wohl intuitiv, das Cover des „Gemeiner-Krimis“ ein wenig abgekupfert habe, ziert das doch ein Glas und eine Flasche, der Krimi stammt von einem „Thalia-Abverkauf“, das „3.99-Aktionspreisschildchen“ liegt noch im Buch und ich habe eigentlich gedacht, es passt gut zu dem demnächst stattfindenden „Literatur und Wein-Festival“, das wir besuchen werden.

Aber es spielt in der Schweiz, zwischen Neuchatel und dem Bieler See, wahrscheinlich in Weinbaugebieten und das kommt auch immer wieder vor, wie man auch in den „Amazon-Rezensionen“ nachlesen kann, aber eigentlich geht es um Literatur, die ja  auch dem Genuß zuzuzählen wären,  wahrscheinlich ist es ein satirischer Krimi und der Autor wird sich mit seinen literarischen Anspielungen seinen Spaß gemacht haben und da habe ich doch gedacht, man dürfe keine Schlüßelromane schreiben und keine sprechenden Namen verwenden.

Es beginnt, für einen Krimi untypisch, sehr kompliziert, vor allem wenn man die Romane eins bis vier nicht gelesen hat, denn da kennt man sich nicht aus, wer wer ist und ich bin wie die „Amazon-Rezensenten“ auch erst in der Mitte des Buches daraufgekommen, daß es hinten ein Personenverzeichnis und eine Zusammenfassung der ersten vier Folgen gibt, so daß ich lange nicht wußte, wer Baron Biber ist, für die die es leichter haben wollen, verrate ich, das ist der Kater von Heinrich Müller und der gehört zum Ermittlerteam und ist Privatdetektiv, zu dem auch Nicole Himmel und der Stöhrfahnder der Berner Kantonspolizei  Bernhard Spring zählen.

Um was es geht?

Da wird zuerst ein Mann in eine Wolfsfalle gehetzt, dann einer auf der Terrasse des „Dürenmatts-Centre“ erschossen und schon geht es los mit den literarischen Anspielungen, denn Friedrich Dürenmatt hat auch Krimis geschrieben und zählt mit Friedrich Glauser zu denVätern der Schweizer Kriminalliteratur, gibt es nicht Neuere, wird, glaube ich, Nicole Himmel fragen und ein Stück von einem Paul Lascaux wird in einem Wirtshuas auch aufgeführt.

Aber das ist erst später, erst kommt nan darauf, die beiden Toten waren Politiker der „Staatserhahltenden BürgerPartei“ und eine Liste, wo noch weitere Namen von Parteimitgliedern, die an die Reihe kommen könnten, stehen, gibt es bald auch.

Und einen alten Lehrer, der den Ermittlern von der „Vierbande“ erzählt, den Blutsbrüdern, die er einmal zu unterrichten hatte, zu denen auch Andre Huber und Claude Eckstein zählen, die sich gegenseitig in ihren Lebensversicherungen begünstigten und ihre Gesichter auch als Kinder in eine Blutbuche ritzen.

Das fünfte Rad am Wagen, den Parteisekretär, Ernst Glauser, die sprechenden Namen-Gegener werden jetztaufheulen, gibt es auch und der alte Lehrer hat auch noch auf ein altes Stück Literatur aufmerksam gemacht, was weiter helfen könnte, denn da wird gegen die Verderbtheit der Berner in einem vorigen Jahrhundert, die huren und saufen, etc hingeweisen und die beiden anderen, noch lebenden Politiker, haben einerseits Damen aus dem Osten in ihre Bordelle importiert, andererseits einen illegalen Kunsthandel betrieben, das nur als Anspielung zu der Pfählung in der Wolfsgrube. Bekennerbriefe gibt es auch, der Mitläufer beginnt sich der Polizei zu outen und am Schluß der Handlung wird Heinrich Müller ihn an der Blutbuche erschießen.

Wie ich „Wikipedia“ entnehme, gibt es inzwischen weitere Genußkrimis von Paul Lascaux und ich kann meinen Bücherbeschränkungsplänen, zum Trotz, nur hoffen, daß ich die mal finde, denn es war trotz der Anfangsschwierigkeiten, eine interessante Lektüre, vor allem, wenn man, wie ich ein paar der Dürenmatt-Krimis schon gelesen hat.

Und ich hätte, kann ich verraten, was ich ohnehin schon ahnte, etwas versäumt, wenn ich  mein Recht „Bücher abbzubrechen“ wahrgenommen hätte, denn am Anfang habe ich schon gedacht „Was für ein fader Krimi!,  untypisch für seine Genre und ich kenne mich gar nicht in ihm aus!“

Kursiv eingesetzte Zitate aus einem Jeremias Gotthelf-Werk 1797-1854, gibt es überall auch, von denen der Autor meint, daß sie „im ersten Aufgenblick, aber wirklich nur im ersten, ertwas veraltet tönen“ könnten, das Ganze spielt im Sommer 2010 und ist durch die genauen Daten des Geschehens als Kapitelüberschriften, markiert, dem Jahr in dem ich mit Anni Bürkl, die auch bei „Gmeiner“ verlegt, die Auseinandersetzung wegen „Schwarztee“ bzw. „Ausgetanzt“ hatte.

Und ich füge noch hinzu, um mein literarisches Wissen zu dokumentieren, daß Biel der Sitz des Schweizer Literaturinstituts ist.

2015-02-13

Dreizehn Jahre Texte und Tee

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:54

Anni Bürkl kenne ich, glaube ich, seit 2005, da hatte ich ein Portrait in der Zeitschrift „Autorensolidarität“ der IG-Autoren, daraufhin hat sie mir gemailt, daß sie mich kennenlernen will. Wir haben uns dann bei einer Lesung in der „Alten Schmiede“ getroffen.

Ich habe seither ihren Blog „Texte und Tee“, den sie sehr engagiert, wahrscheinlich auch seit 2002 betreibt und einige Male den Stil und die Adresse gewechselt hat, intensiv verfolgt und 2008  selber zu bloggen angefangen.

Als ihr erstes Buch „Arbeitslos“ erschien, gab es  einen Konflikt, weil ich es mit ihr tauschen und nicht kaufen wollte,  ich habe sie aber  zu der zweiten Frauenlesung eingeladen, die in Vorarlberg auf Vermittlung von Erika Kronabitter stattgefunden hat und dann einige Zeit nichts mehr von ihr gehört, nur auf ihren Blog von ihren Schreibseminaren gelesen, die sie damals in verschiedenen VHS gehalten hat. Inzwischen hat sie eine „Akademie“, hat den „Schreibsalon“ gegründet und eine Reihe von Seminaren und Online-Kurse, die man auf ihrer Homepage buchen kann.

Als ich dann schon bloggte, hat sie ein Gewinnspiel ausgeschrieben, wo man einen Krimi von ihr gewinnen konnte, eine Wunschgeschichte, die sie für einen schrieb und mir etwas von einem roten Bezirksvorsteher gewünscht, dann gab es wieder eine Zeitlang Kontakt und sie hat mir öfter  sehr konstruktiv kommentiert.

Dann erschien ihr erster „Gmeiner-Krimi“ „Schwarztee“, da war ich bei der Präsentation und beim zweiten gab es dann eine große Diskussion über das Äußern seiner Meinung.

Inzwischen gibt es den fünften Berenike Krimi  „Schweigegold“  und über ihre Schreibseminare habe ich  immer wieder Berichte gehört und auch einige der Teilnehmerinnen kennengelernt.

Nina Dreist und Louisa Rabenschwarz, weil sich die auch am „Nanowrimo“ beteiligen und den hat Anna Bürkl 2013 ja irgendwie begleitet und Tips gegeben.  Klaudia Zotzmann Koch, deren Blog ich ebenfalls sehr lang verfolge und die inzwischen schon einen Krimi veröffentlicht hat, war auch dabei und ist auch in der Anthologie, die am Freitag den 13. im Cafe Benno, das ist das, wo ich einmal den verunglückten Vortrag im Klub der logischen Denker hielt, vorgestellt wurde, dabei.

„Auf der Sonnenseite des Schreibens“ heißt sie. Anni Bürkl hat das Thema vorgegeben, Klaudia Zotzmann-Koch  das Layout gestaltet und sieben Autoren sind in dem Band enthalten, von denen sechs gelesen haben.

Als erstes hat der 1968 geborene  Paul Decrins von einem gelben Zwerg und einer Wissenschaftlerin gelesen, die eine große Entdeckung machte, dann folgte die 1961 geborene Stil und Imageberaterin Nina Dreist, deren Blog ichebenfalls seit einiger Zeit verfolge.

Sie las ein Stück aus einer Erzählung von einem Mann der eines Morgens mit einer falschen E-Card in einer Ordination auftaucht und sich patout nicht erinnern kann, wie er zu ihr gekommen ist.

Die Inhaberin der E-Card heißt Anna Maria König und so nennt sich die Geschichte auch „Die Sonnenkönigin“.

Die dritte Autorin hieß Brigitte Lüth, hatte einen Text aus den Schweizer Bergen und war mir bisher ebenso unbekannt, wie Uschi Mandl, die wenn ich es richtig verstanden habe, sich als Vorleserin für ihre Freundin Denise, die sich nicht zu lesen traut, vorstellte und einen sehr witzigen Text über das Schreiben brachte.

„Es ist Mai, noch vier Monate Zeit bis zur Abgabe, uje schon August und meine Seiten sind schlecht“, wie das mit der Sonne zusammenhing, habe ich nicht ganz mitbekommen, denn die meisten haben nur sehr kurz gelesen, an der spannensten Stelle unterbrochen und „Ätsch, Atsch“ gesagt, „wenn Sie weiterhören wollen, müßen Sie das Buch kaufen!“

Louisa Rabenschwarz, hatte Zahnschmerzen, so daß ich sie nicht kennenlernen konnte, obwohl ich mit ihr auch schon Blogkontakt hatte und während des „Nanowrimos“ meine Statistik immer mit ihr vergleiche.

Dann kam noch ein Mann mit einer Geschichte über eine betrogene Ehefrau namens Ludwig Sass, man sieht, die Geschichte des Schreibens ist weiblich und am Schluß Klaudia Zotzmann-Koch mit Protagonisten aus ihrem „Mord und Schokolade-Krimi“,  diesmal ist es um Tarotkarten und um ein Messer, das in einem Frauenkörper steckt gegangen.

Am Schluß wurde auf den Büchertisch verwiesen und der Schreibsalon, bzw. die Anthologie weitergefeiert und ich bin am Heimweg beim Cafe Anno vorbeigegangen, wo ich auch schon einmal bei einer Präsentation einer „Texthobelwerkstatt“ war und Thomas Wollinger, der diese Schreibwerkstatt eine Zeitlang leitete und auf dessen Blog ich auch viel kommentierte, habe ich ebenfalls durch Anni Bürkl kennengelernt, von der ich inzwischen  „Die Spionin von Wien“ einen ihrer historischen Krimis gefunden habe und bei Klaudia Zotzmanns Gewinnspielen, das sollte ich vielleicht auch noch erwähnen, habe ich schon zwei Bücher gewonnen, leider nicht das ihre,  daraus hat sie bei dem „Krimifestival“ im Schauspielhaus vorigen April Jahr gelesen, da wurde auch ihre Handtasche gestohlen, was sogar in der Zeitung stand.

Am Schluß der Veranstaltung wünschte Anni Bürkl einen schönen Heimweg und riet aufzupassen, daß man nicht hinter einer schwarzen Katze laufen würde und da habe ich ja auch einmal eine Geschichte über den „Freitag den dreizehnten“ geschrieben, mit der ich sogar den dritten Platz beim „Amadeus-Hörspielwettgewerb“ gewonnen habe und zu einer eigenen Lesung, wo die Schreibgruppe präsentiert wird, in der ich zwei Jahre gelegentlich mit Robert Eglhofer, Ruth Aspöck, Ilse Kilic, Fritz Widhalm, Doris Kloimstein, Peter Czak und einigen anderen geschrieben habe, kann ich auch noch sehr herzlich einladen.

2014-04-27

A Mörda Frühling

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:56
Eva Rossmann

Eva Rossmann

Clementine Skorpil

Clementine Skorpil

Das „Morawa-Krimifestival“ gibt es schon seit zwei Jahren im Schauspielhaus, ich bin, glaube ich, erst heuer durch Klaudia Zotzmanns-Facebookseite, die jetzt auch einen Krimi veröffentlicht hat, darauf aufmerksam geworden, dann habe ich mich noch bei einem Gewinnspiel beteiligt und am Mittwoch dem „Tag des Buches“ vom „Morawa“ auch zwei Eintrittskarten für den Samstag zugeschickt bekommen.
Denn das Krimifestival mit dreißig österreichischen Autoren ist zweitägig und, daß die österreichischen Krimiautoren sehr gern und sehr viele Veranstaltungen machen, habe ich schon herausgefunden.

Sigrid Neureiter

Sigrid Neureiter

Herbert Dutzler

Herbert Dutzler

So gibt es ja die Krimicafehausnacht schon seit ein paar Jahren, wo an vielen Veranstaltungsorten gleichzeitig gelesen wird, so daß man nur eine oder zwei Veranstaltungen davon besuchen kann. In der Hauptbücherei gibt es auch so eine Veranstaltungsreihe, da war ich im vorigen Jahr, es gibt den „Leo Perutz-Preis“ und wahrscheinlich noch einiges anderes.
Krimis werden auch gerne gelesen und ziehen offenbar auch zahlendes Publikum an. So war es im Schauspielhaus auch ziemlich voll, als wir um sechs dort eingetroffen sind.

Claudia Rossbacher

Claudia Rossbacher

Manfred Baumann

Manfred Baumann

Sigrid Neureiter im rosa Kostüm oder Jacke hat eröffnet und ein bißchen was zu der Veranstaltung erklärt, die vor zwei Jahren von Gerhard Loibelsberger gegründet wurde, die in verschiedene Themenblöcke gegliedert war, wo immer drei Autoren bzw. Autorinnen je fünfzehn Minuten lasen, dann ertönte eine sehr schrille Sirene, wenn sie noch nicht fertig waren. Danach gab es eine kurze Pause und einen vollbestückten Büchertisch mit all den Krimis gab es natürlich auch.
Der erste Block hieß „Ladies Crime“ und da begann Eva Rossmann, die von Sigrid Neureiter als große Krimiautorin vorgestellt wurde, so daß sie gleich zu Beginn ihre Größe outete, ich glaube 1.78, einen Zentimeter größer als ihr Vater, ein Spiel das dann von einigen Autoren wiederholt und abgewandelt wurde.

Thomas Schrems

Thomas Schrems

Reinhard Badegruber

Reinhard Badegruber

Eva Rossmann las aus „Männerfallen“, ein Buch das ich schon gelesen habe, habe ich ja bis auf „Unter Strom“ alle Rossmann-Krimis gelesen, ein Privileg, das ich bei den anderen Autoren so nicht anführen kann. Trotzdem habe ich sehr viele gekannt, von einigen schon etwas gelesen oder sie auf Veranstaltungen kennengelernt, so wie Clementine Skorpil, die ich ja im Juni bei der Krimi-Veranstaltung in der Hauptbücherei traf und da hat sie, glaube ich, aus demselben chinesischen Krimi aus den Neunzehnzwanzigerjahren, wo eine aufmüpfige Großmutter ihre in ein Kurtisanenhaus verschleppte Enkeltochter sucht und dabei einen kommunistischen Studenten kennenlernt.

Susanne Schubarsky

Susanne Schubarsky

Manfred Rebhandl

Manfred Rebhandl

Die PR-Beraterin Sigrid Neureiter habe ich, glaube ich, noch nicht sehr gekannt. Sie hat aber zwei Krimis, die in Südtirol spielen, aus dem letzten, wo es um einen Kongreß über Oswald von Wolkenstein, im Schloß Tyrol und einen ermordeten Maler geht, hat sie ein Stück gelesen.
Der zweite Block hieß „Alpenkrimis“, da begann Herbert Dutzler, den ich schon bei einer „Kriminacht“ im „Morawa“ hörte. Jetzt las er aus „Letzte Bootsfahrt“. Ein Altausseer-Krimi wo es wieder um den „tolpatschigen“ Erimittler Gasperlmaier geht, in dem Stück, das er las, geht der mit seiner Mutter, die gerne am Freitag einen Fisch essen will, sich aber ein Schnitzel bestellt, weil sie immer das gleiche wie ihr Sohn nimmt. Dann kam Claudia Rossbacher und die kenne ich auch, weil ich ja einmal einen „Amazon-Gutschein“ gewonnen habe und mir da „Drehschluss“ bestellte, das Buch war aber noch nicht lieferbar, da habe ich auf „No plot, no problem“ umdisponiert, weil ich da ja das erste Mal beim „Nanowrimo“ mitmachte, das Buch auch nicht bekommen und schließlich zu Reinhard Badegrubers „Die erste Geige spielt der Tod“, der auch einer der Initatoren bzw. Moderatoren des Festivals war, gegriffen.
Claudia Rossbacher hat mir aber als ich das bloggte, kommentiert und das schade gefunden, so daß es mir der Alfred schließlich kaufte. Inzwischen hat sie vier Steirerkrimis geschrieben.

Andreas Pittler

Andreas Pittler

Stefan Slupetzky

Stefan Slupetzky

„Steirerblut“ habe ich, glaube ich, auch auf der Leseliste. Aus „Steirerkreuz“ hat sie gelesen und dazu erklärt, daß es in einem fikitiven Ort um Mürzuschlag spielt, wo eine blinde Frau ihren Peter sucht, der dann schließlich an den Füßen erhängt mit seinem Hund an der Seite im Wald aufgefunden wird. Ja, Claudia Rossbacher hat immer sehr drastische Bilder, ich kann mich noch sehr lebhaft an die Stelle in „Drehschluss“ erinnern, wo die Heldin schon am Fleischerhacken hängt und gerade noch in letzter Sekunde gerettet werden kann.
Manfred Baumann habe ich wie Thomas Schrems nicht gekannt. Der erstere kommt glaube ich aus Salzburg, ist auch Kabarettist und hat daher seine „Drachenjungfrau“ entsprechend dramatisch vorgetragen. Da geht es glaube ich um ein Casting wo der „Austria-Marketenderinnen-Award“ vergeben werden soll und eine der Kanditatinnen wird ermordet im Dirndl ohne Schuhe aufgefunden und ihre kleine Schwester schießt auf den Bürgermeister mit Pfeil und Bogen während der Veranstaltung, die trotz Todesfall weitergeht.
Die dritte Abteilung, wo Thomas Schrems begann, hieß Kurzgeschichten und da gibt es auch Krimianthologien „Tatort Kaffeehaus“, „Tatort Heurigen“, „Tatort Würstelstand“ beispielsweise, in der Pause habe ich auch eine Frau mit fünf Büchern, worunter sich zwei solche Anthologien befanden, gesehen, die sie sich von Claudia Rossbacher signieren ließ.
Thomas Schrems las seine Kurzgeschichte aus „Tatort Würstelstand“, die in Favoriten spielt und von einem Witwenmörder handelt, das ist eine scharfe Wurst, die an einem dortigen Würstelstand verkauft wird, beziehungsweise werden Wettessen abgehalten und der Meister der Wettesser geht dabei ins Knie, beziehungsweise läßt er sein Leben vor dem „Sechserwagen“.
Mit Reinhard Badegrubers Text „Der Bertl Onkel liegt unter Tisch“ aus der noch nicht erschienenen Anthologie „Tatort Heurigen“ wurde es dann genauso lustig, beziehungsweise Wienerisch. Da geht eine Familie Sonntags zum Heurigen und Reinhard Badegruber, der in Oberösterreich geboren wurde trug den dabei verwendeten Wiener Dialekt auch sehr treffend vor.
Ob ich Susanne Schubarsky schon kannte, weiß ich jetzt gar nicht so genau, ihr Text „Bist deppart Oida“ von einer arbeitslosen Stripperin, die vom AMS zum Putzen in eine Luxusvilla geschickt wurde, war ebenfalls sehr lustig und hat mir auch sehr gut gefallen.
Dann kam wieder eine Pause und dann kamen drei mir schon bekannte Herren, nämlich Manfred Rebhandl mit seinen Brunnenmarkt-Krimis, den ich das erste Mal im Leipzig hörte, dann hat er den „Perutz-Preis“ gewonnen, auch beim „Bücherschrank“ gelesen und stellte jetzt „In der Hölle ist für alle Platz vor“ aus dem ich glaube ich, schon bei der letzten „Buch-Wien“ ein bißchen was hörte.
Und Andreas Pittler, der mit seinen Mayor Bronstein ja historische Krimis schreibt, die vom ersten Weltkrieg bis nach 1945 gehen, auch schon für den Perutzpreis nominiert war, habe ich bei Klaudia Zotzmanns Advent-Gewinnspiel einmal „Chuzpe“ gewonnen, das mich sehr beeindruckt hat. Jetzt ist der Krieg zu Ende und Mayor Bronstein in das zerbomte Wien zurück gekommen, trifft einige wieder an, muß sich von der reschen Hausmeisterin dasselbe sagen lassen, was auch der Herr Karl meinte, daß es ein Glück für ihn war, im Ausland gewesen zu sein, während sie die letzten zwei Jahre immer in der Nacht in den Luftschutzkeller mußte und nach verstecken SS-Männern scheint er auch zu suchen.
Dann sollte eigentlich Gerhard Loibelsberger kommen, von dem ich zwar nicht die „Naschmarktmorde“ aber „Reigen des Todes“ gelesen habe, aber der hat inzwischen einen Preis bekommen, so las Stefan Slupetzky für ihn.
Am Sonntag geht es weiter mit Gerhard Loibesberger, Klaudia Zotzmann und noch sechzehn anderen in sechs Abteilungen, von denen ich wieder einige sehr gut und einige weniger oder noch gar nicht kenne.
Ein wenig wundert mich auch, daß Anni Bürkl, die ja inzwischen schon vier oder fünf Krimis geschrieben hat, ihre „Teekrimis“ um Berenike Reuther nicht vorstellt, da sie ja Mitglied bei den „Mörderischen Schwestern“ ist.
Wir werden einen Radausflug an die alte Donau machen und einige Krimis, die ich sehr gerne lese, obwohl ich selber keine schreiben will, stehen auch auf meiner Leseliste, beziehungsweise habe ich auch am Freitag einige von Donna Leon gefunden.

2014-03-26

Fünfzehn Autoren

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:30

Auf Klaudia Zotzmanns Facebook Seite habe ich von einer Aktion glesen, daß man in fünfzehn Minuten, die fünfzehn Autoren benennen, die das Schreibe-oder Leserleben beeinflußt haben oder irgendwie hängengeblieben sind und dann die Kette an fünfzehn andere Leute weitergeben soll.
Nun eigne ich mich ja nicht besonders für Kettenaktionen und bei fünfzehn Autoren beziehungsweise Autorinnen steige ich wohl auch, weil es wahrscheinlich mehr oder weniger sind, die ich finde, da ich mich für Rangreihungen auch nicht besonders eigne, trotzdem ist es im Rahmen meines Wellnessurlaubes, in dem ich ja wie besessen vor mich hinschreibe, statt ins Wasser zu gehen und langsam langsam zu einem Plot und einer Handlung komme, spannend, so vor mich hin zu philosophieren, auf welcher Autorennamen ich wohl komme und vom Leben beeinflußen, rücke ich überhaupt mal ab.
Denn das hat keiner wirklich und die Namen Goethe oder Shakespeare fallen bei mir ebenfalls nicht. Thomas Bernhard hat mich in seiner sprachlichen Eindringlichkeit vor zwanzig dreißig Jahren sehr beeindruckt, jetzt halte ich seine Negativität nicht mehr aus.
Bei Peter Henisch oder Gustav Ernst habe ich mich schon einmal als Fan bezeichnet, obwohl ich der Fan-Kultur eigentlich auch skeptisch gegenüberstehe.
Aber seit ich diesen Blog betreibe und das sind nun bald schon sechs Jahre, bin ich einigen Autoren näher gekommen, habe sie über das Literaturgeflüster kennengelernt oder auch einige Newcomerinnen oder Newcomer entdeckt.
Also in die Hände gespuckt und fünfzehn Minuten oder entsprechend kürzer oder länger herausfinden, ob ich auf fünfzehn Namen komme, auf die ich vielleicht einmal während meines Bloggerinnenlebens gestoßen bin.
Die Reihenfolge ist zufällig, aber da fällt mir einmal Cornelia Travnicek ein, mit der ich nach der Frankfurterbuchmesse 2008 oder war es schon die Buch-Wien in Mail Kontakt gekommen bin, die sich derzeit auf Lesereise in Frankreich befindet und die im letzten „Wochenend-Standard“ einen Artikel über Gartenfreuden hatte. Die hat inzwischen beim „Bachmannpreis“ gelesen und den Publikumspreis gewonnen und den Roman „Chucks“ herausgegeben, die „Asche meiner Schwester“ habe ich ja gelesen und besprochen, ebenso „Fütter mich“.
Autorin Nummer zwei wäre dann Andrea Stift, mit der ist ja im Herbst 2008 Otto Lambauer, der meinen Blog Anfangs sehr verfolgte, in Mailkontakt gekommen, weil er sie auf seinen Blog erwähnte, da habe ich dann ausprobiert, ob das bei mir auch funktioniert. Hat, inzwischen habe ich sie in die „Ohrenschmaus-Jury“ gebracht, ein paar Bücher von ihr gelesen und verfolge ihren Blog auch mehr oder weniger regelmäßig. Autorin Nummer drei wäre dann schon Anni Bürkl, die ich schon länger kenne als ich blogge, hat die mich ja einmal auf Grund meines Portrait-in der „Autorensolidarität“ angeschrieben und wir haben uns dann in der „Alten Schmiede“ kennengelernt. Die hat jetzt schon vier Krimis bei „Gmeiner“ herausgebracht und schreibt, glaube ich an den fünften.
Klaudia Zotzmann, deren „Vienna Writers Blog“ ich alsbald kennenlernte, hat jetzt auch einen Krimi, der bei „Gmeine“r gerade erschienen ist, einen sogenannten Hildesheimer-Schokoladen Krimi der demnächst vorgestellt werden soll und ich habe einmal bei einem ihrer Advent-Gewinnspiele eine Krimi bei ihr gewonnen.
Jetzt verlasse ich ein bißchen die Bloggerszene und gehe zu meiner Freundin Ruth Aspöck über, von der ich immer noch nicht weiß, wo ich sie kennenlernte. Beim „Arbeitskreis schreibender Frauen“ war es nicht, sie hat dann ihre „Edition die Donau hinunter“ hinausgegeben und ist 2007 damit in Pension gegangen. Da gab es dann diese Radtour von Wien nach Bamberg, wo wir ein Stück mitgefahren sind und ich in dem bayrischen Städtchen Vielshofen die „Donauanthologie“ vorgestellt habe.
Sie hat jetzt drei Bücher bei „Löcker“, die ich alle gelesen und besprochen habe und gemeinsam mit Robert Eglhofer, die „Schreibegruppe“ initiiert, die nächste Woche wieder stattfindet.
Nummer sechs ist also ein Mann und die Ruth hat den Robert, der inzwischen GAV-Mitglied ist auch bei der Radtour kennengelernt und wenn ich jetzt zu den Jungautoren umschwanke, fällt mir als Nummer sieben Anna Weidenholzer ein, die wurde ja 2009 glaube ich von Angelika Reitzer bei den „Textvorstellungen“ vorgestellt, damals hatte sie Texte in Anthologien und Zeitschriften und auch schon einige Preise gewonnen. Dann kam auch der Erzählband „Der Platz des Hundes“ inzwischen gibt es den Roman „Der Winter tut den Fischen gut“, der voriges Jahr für den „Leipziger Buchpreis“ nominiert war und „Priessnitz-Preisträgerin“ ist sie im vorigen Jahr auch geworden.
Als Nummer acht kann ich dann gleich Valerie Fritsch anführen, die glaube ich auch von Angelika Reitzer bei den „Textvorstellungen“ vorgestellt wurde und als sie dann den „Fm4-Preis“ gewann wurde sie öfter auf meinen Blog gesucht, beziehungsweise gefunden und ich habe im letzten Jahr zwei Bücher von ihr gelesen und sie auch bei den Lockstoffen gehört.
Autorin Nummer neun ist dann Angelika Reitzer, deren neuen Roman ich ja vorige Woche gelesen habe. Kennengelernt habe ich sie in der Hauptbücherei, weil sie dort einmal den „Lesezirkel“ betreute. Ihre „Textvorstellungen“ haben mich sehr beeindruckt und in der „Alten Schmiede“ kuratiert sie auch sehr viel, beziehungsweise die „Gender-Veranstaltung“ der letzten „Literatur im Herbst“, die ich durch den damaligen Ungarn-Badeaufenthalt fast versäumte.
Jetzt sollte ich, wenn das schon ein frauenlastiger Blogeintrag ist, zum „Arbeitskreis schreibender Frauen“ übergehen, der mich ja literarisch prägte, da habe ich Marie Therese Kerschbaumer kennengelernt.
Nummer elf wäre dann der schon erwähnte Gustav Ernst und der Bezug zur Marie Therese ist, daß sie beide eingeladen waren, als ich, 1980 war es, glaube ich, im „Literatureck“ der „Alten Schmiede“ gelesen habe.
Das war eine Veranstaltung wo man honorarlos lesen konnte, zwei Autoren waren eingeladen dazu etwas zu sagen und bei der Anmeldung wurde einem schon gesagt, daß man wahrscheinlich sehr verrissen wird, was auch so war.
Dann mache ich als Nummer zwölf gleich mit Peter Henisch weiter, dessen Bücher ich ja sehr mag und von denen ich sehr viele gelesen habe, weil er irgendwie mein literarisches Vorbild war und ist, das gleiche trifft auch auf Gustav Ernst zu.
Im letzten Herbst gab es ja das Peter Henisch Symposium zum siebzigsten Geburtstag des Autors und jetzt muß ich aufpassen auf einige wichtige Arbeitskreis-Bekanntschaften nicht zu vergessen, die da wären als Nummer dreizehn Elfriede Haslehner, die erste Lyrikerin in dieser Reihe, die inzwischen nicht mehr rote Haare hat und bald einundachtzig werden wird.
Hilde Langthaler habe ich auch dort kennengelernt und als schon verstorbene Autorin last but not least in dieser Runde Valerie Szabo Lorenz, auf die ich ja letztes Jahr während des Veza-lebt-Symposiums in dieser Anthologie gestoßen bin.
Wie vorausgesagt, habe ich jetzt auf viele ebenso wichtige Autorinnen und Autoren vergessen, beziehungsweise bin ich nicht mehr zu ihnen gekommen.
Die fünfzehn Minuten Grenze habe ich auch nicht eingehalten und fünfzehn andere, diese Reihe fortzusetzen, nominiere ich nicht, weil das höchstwahrscheinlich ohnehin nicht klappen würde, wer sich angesprochen fühlt, weiterzumachen, soll das aber tun.
Daß, die Reihe ein bißchen frauenlastig, mit drei Alibimännern geworden ist, ist sicherlich kein Zufall und soll so sein und außer Konkurrenz sozusagen möchte ich noch Judith Grohmann erwähnen, deren Buch ich vor kurzem besprochen habe und die ich daraufhin persönlich kennenlernte.

2014-03-22

Das Teekomplott

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:45

Anni Bürkl scheint mit ihren Altausseer Teekrimis in der 1968 in Ostfriesen geborenen Elke Bergsma, Konkurrenz zu haben, erschien von ihr bei „Lago“ doch soeben der Ostfrieslandkrimi „Das Teekomplott“ und führte mich an meinem Harlanderfrühlingsurlaubswochenende in den heißen Sommer des Dörfchen Canhusen, in dem ständig Tee getrunken wird und die Leute Menno, Lübbo, Deike, Eike, Immo, Engelke, etc, heißen, das, wie die Autorin und der Verlag versichern, das einzige ist, was an diesem Roman nicht erfunden wurde.
Die Gewalt an Frauen, die blaugeschlagenen Augen und das Machogehabe bei den Stammtischen wird wohl auch nicht ganz erfunden sein, dennoch beginnt es sehr idyllisch in dem kleinen Dorf, wo für die Kinder Wassersprenkler aufgestellt wurden, damit sie sich erfrischen können und die fünfzehnjährige Amelie sauer ist, daß sie ihre Ferien am Land verbringen muß und sich nicht, wie ihre Freundinnen im Großstadttrubel tummeln kann.
In diese Idylle ist der pensionierte Rechtsanwalt Jan Scherrmann gezogen und regt, um Leben in das Dorf zu bringen eine Fotoausstellung an. Dafür wird er zum Stammtisch eingeladen, der nach dem Krieg von den ansäßigen Männern gegründet wurde und der jetzt nur mehr aus fünf Herren zwischen siebzig und achtzig besteht. Doyen ist Lübbo Krayenborg, ein Tyrann und heimlicher Bürgermeister, der ausnahmsweise mit seiner Frau Fenna erschienen ist, die, weil so ungeschickt und so unpünktlich, ständig eine Treppe runterstürzt, ein blaues Auge hat, etc…
Es kommt gleich zu einer Aufregung, wird doch bei den Fotos eines von zwei jungen Männern aus den neunzehnhundertvierziger Jahren entdeckt. Fenna erbleicht, als sie es zieht, Lübbo zerrt sie weg und verweist Jan, als er sich danach erkundigt, vom Stammtisch.
Ein Biobauer bittet den Rechtsanwalt noch um Hilfe, da Hormone in seinen Kühen gefunden wurden, er verdächtigt Lübbo das getan zu haben, weil der gegen die biologische Landschaft ist und Eike seinen Sohn zum Biobauer machte.
Die Tierärztin hat auch ihre Troubles und Nöte mit dem Tyrann, seine Kinder hassen ihn und dann wird er vergiftet auf der Straße aufgefunden. Ein Teebeutel steckt in seiner Tasche und Jan hat inzwischen vom zweiten Stammtischmitglied Johann Schepker herausbekommen, daß die beiden Männer Teeschmuggler waren, einer Fennas ehemaliger Verlobter war und umgekommen sind die beiden auch.
Sonst ist aus den Männern nichts herauszubekommen und als Kommissar Büttner, Johann Schepker befragen will, findet er ihn von einem Jagdgewehr erschoßen in seiner Stube, Teebeutel gibt es auch und weil die Tierärztin die Tatwaffe in ihrem Auto hatte, wird sie festgenommen.
Beim Begräbnis von Lübbo wird in seinem Grab der dritte alte Mann samt Teebeutel erschlagen aufgefunden und die Tierärztin kommt wieder frei.
Dazwischen werden noch einige Vorurteile aufgelöst, nämlich die, daß Leute, die sieben Kinder haben, die Kevin, Chantal, Selina, Cayenne, Shanice, Justin und Sidney heißen, asozial sein müssen und Deike, eine von Lübbos Töchter bringt eine Außenseiterin und deren Sohn, der Lübbo wie aus dem Gesicht geschnitten ist, was ihn zum Alkoholiker machte, wieder in die Dorfgemeinschaft zurück, in der nach den Begräbnissen Feste gefeiert werden und auch der Kommissar sich bei Bier und Grillsteaks labt, während der vierte Stammtischbesucher tot in der Güllegrube schwimmt.
Man sieht, Elke Bergsma zeichnet mit feiner Ironie und hat etwas gegen Gewalt und Unterdrückung und nun bleibt nur noch einer übrig, der zugereiste Rudolf Lampe, von dem man nicht recht weiß, ob er der Mörder oder der nächste Mordfall ist?
Der Kommissar wird dazwischen auch etwas ausfällig und verhält sich politisch nicht ganz korrekt, er ist aber auch ein Gegner von Gewalt an Frauen und da kommen einen bei dieses Machomännern, die ihre Frauen prügelten oder ihren Freunden zu Verfügung stellten, schon einmal die Grausbirnen hoch.
Am Schluß richtet sich Rudolf Lampe selber mit dem Jagdgewehr und es war trotzdem ganz anders, als es schien, das Komplott ein bloßer Zufall und ich habe einen Krimi gelesen, der manchmal sehr spannend und überraschend, dann wieder etwas langatmig war und vielleicht gekürzt werden hätte können. Aber dann hätte ich von dieser Scheinidylle im beschaulichen Ostfriesenland, in dem ich noch nie war, nicht soviel erfahren.
Es lohnt sich also einmal hinzufahren und seine eigenen Recherchen zu machen und für die, die das nicht können, hat Elke Bergsma noch zwei andere Ostfrieslandkrimis geschrieben.
Detail am Rande, das Buch wurde zuerst bei „Amazon“ fünfzigtausendmal verkauft und die Verlagsgruppe hat oder hatte auch noch andere erfolgreiche Selbstpublisher, wie Nika Lubitsch und Martina Gercke im Programm.
Also stimmt es doch nicht so ganz, wie Iljoma Mangold im Interview mit Wolfgang Tischer vom Literaturcafe behauptete und wie man früher immer hören konnte, daß man als Selbstpulisher keine Chance hat und daß man, wenn man das einmal getan hat niemals mehr einen Verlag findet.

2013-07-17

St. Pöltens Bücher

Filed under: Uncategorized — jancak @ 16:49

Über die Buchhandlungen in St. Pölten, respektive den „Thalia“ in der Kremsergasse habe ich ja schon öfter geschrieben, bzw. habe ich mich dort hinbegeben, um die Abverkaufskisten zu plündern oder mich auch mal nach dem Putzen auszuruhen oder ein 5 Stunden Urbanwriting an den schönsten Plätzen der Stadt, eine Idee auf die mich um Weihnachten Anni Bürkl brachte, zu machen.
Diese Idee mich an fünf Tagen je fünf Stunden in die Stadt zu begeben, habe ich auch im September in Wien vor, wenn es an das Plotten des „13-Kapitel“-Projektes geht.
Jetzt habe ich mich mal zwei Monate zur Sommerfrischen-Stadtschreiberin gemacht und da sollten St. Pöltens Bücher oder die Buchhandlungen der Stadt drinnen sein.
Denn Buchhandlungen sind natürlich im Zeiten des Bücherumbruchs und des Buchhandelssterbens ein wichtiges Kulturgut, obwohl für mich ja nicht unbedingt so sehr. Habe ich ja eine Bücherliste zehn Jahre im Voraus und gehe lieber zu den Bücherschränken, als zu den netten Einzelbuchhändlern, die mich nur anzuschauen brauchen, um mir dann fünf Bücher auszusuchen, für die ich ihm einen Hunderter hinlege.
Das mache ich natürlich nicht. Deshalb bin ich für den Buchhandel wahrscheinlich auch eher ein Schreckgespenst, als ein gern gesehener Gast, obwohl mich der Hauptverband immer gratis auf die Messe läßt und mich Ingrid Führer im Mai auch auf eine Buchparty einlud.
Trotzdem gehören Buchhandlungen zum Stadtschreiben, hat Cornelia Travnicek, die derzeitige Stadtschreiberin von St. Pölten Wolfgang Tischer für seinen Bachmann-Podcast ja in die Buchhandlung Heyn in Klagenfurt gebeten und die ist sehr kundenfreundlich, trägt den Müttern den Kinderwagen hoch und hat auch ein paar Katzen mit denen die Kinder spielen und signierte Bücher hält sie auch in großen Stapeln bereit.
Jetzt bin ich auch nicht unbedingt eine Autogrammsammlerin und lasse mir nur selten etwas unterschreiben, daß das Buchhandlungssterben aber in aller Munde ist, das kann man auch auf Steglitz-Blog bemerken, die dort regelmäßig Buchhändler und Händlerinnen interviewt, die erklären, warum man in eine Buchhandlung gehen soll?
Ich tue das eigentlich nur, wenn ich eine Abverkaufskiste draußen finde oder wie jetzt, wenn ich darüber schreiben will. Als ich das das letzte Mal zu Weihnachten machte, war ich vorher beim Friseur und habe dort die St Pöltner Stadtzeitung „mfG“ gelesen und erfahren, daß engagierte junge Frauen, meist Sozialarbeiterinnen, kleine Geschäfte in der Stadt aufmachen.
Darunter eine Buchhandlung in der Schreinergasse, die wollte ich mir schon immer anschauen, habe es das letzte Mal aber irgendwie nicht geschafft, weil ich nicht wußte, wo die Schreinergasse ist. Als ich dann am Freitag vor zwei Wochen kurz nach sechs dort war, habe ich sie nicht gefunden und jetzt, am Mittwochmorgen, wo ich meinen Buchhandlungstag machte, ging ich durch die Schreinergasse, aber keine Buchhandlung, nirgends.
Es gibt aber den „Thalia“, der vor einigen Jahren noch unter dem Namen „Amadeus“ in der Kremsergasse eine Filiale aufmachte und gleich einige Buchhandlungen, darunter das „TaBü“ mitnahm, wo wir der Anna öfter etwas kauften. Die ehemalige Buchhändlerin von dort, habe ich dann einige Male gesehen, es gab auch einige Zeit ein samstägiges Brunch, jetzt ist sie, glaube ich, schon in Pension und bei der Abverkaufskiste, bei der, wo die Bücher 3.99 kosten und wenn man drei nimmt, ist das vierte gratis, bin ich am vorigen Samstag das letzte Mal mit dem Alfred gewesen und habe mir acht Bücher genommen, die nicht unbedingt nötig waren und auch nicht unbedingt so besonders, als ich heute meinen „St. Pöltner-Büchertag“ dort begann, habe ich gleich Interessanteres gesehen, wollte aber keinen Großkauf machen. Dann habe ich aber Helene Hegemanns „Axolotl Roadkill“ entdeckt und konnte nicht widerstehen und als ich vorher beim Suchen der neuen Buchhandlung, am Bücherflohmarkt der städtischen Bücherei vorbeigekommen bin, habe ich zwei ganz alte Bücher Heines „Buch der Lieder“ und den „Der Golem“ von Gustav Meyrink entdeckt. Man sollte fünfzig Cent dafür zahlen, die Büchereifiliale war aber noch geschlossen.
Ein Programm für meinen Buchhandlungstag habe ich mir auch festgelegt. Zuerst kurz den Abverkaufstisch umschnuppern und dann schauen, was es Neues gibt? Fünf Bücher aussuchen und je ein Kapitel daraus lesen. Das klingt spannend, obwohl ich bei solchen Aktionen meistens nicht sehr geduldig bin. Eine Buchhändlerstimme war auch zu hören, die einem Herrn erklärte, daß das Buch, das er suchte nicht mehr im Handel zu bekommen sei. Der Verlag hätte es herausgenommen. Es gäbe um 9.90 aber noch ein paar Restexemplare und er zählte auch gleich die Filialen auf, wo es noch zu bekommen wäre.
„Der Onlinehandel zerstört sehr viel!“, erklärte er noch und ich hatte das, wovon ich immer lesen kann, nun auch direkt bestätigt bekommen. Bei den Büchertischen fand ich einiges Bekanntes. Die Doris Knecht, Zdenka Becker und die Bücher, die die Blogger derzeit lesen. Cornelia Travniceks „Chucks“ und Milena Michiko Flasars „Ich nannte ihn Krawatte“ nicht mehr. Dafür waren die Bücher von Joachim Meyerhoff auf den Bestsellerstapeln zu finden. Dann gab es noch einen Chick Lit Tisch und einen mit den Krimineuerscheinungen und da bin ich gleich fündig geworden.
„Axolotl Roadkill“ hatte ich schon in der Hand und werde es noch diesen Sommer lesen.
Bei den Krimis gab es Anni Bürkls vierten „Göttinnensturz“ und da warte ich ja schon, eimal etwas im Schrank zu finden, war bei der Präsentation des ersten „Schwarztee“ in Lihotzkys Literatursalon und bei „Ausgetanzt“ gab es eine große Diskussion, die mich zu den „Sommerlöchern“ veranlaßte, also habe ich gleich ein hineingeschnuppert, denn die Teelady Bernike hat ja im Ausseerland einen Teesalon und findet immer wieder Leichen und bei Beate Maxian, die ich vor einigen Wochen in der Hauptbücherei hörte, geht bei „Tod hinterm Stephansdom“ eine schwarze Frau in der Blutgasse spazieren, bzw. ermordet offenbar eine solche im ersten Kapitel einen Mann und scheint sich bei ihm für etwas zu rächen. Dann war noch Hannes Steins „Der Komet“ interessant, denn da geht es um Wien und um eine Utopie, was gewesen wäre, wenn der Thronfolger in Sarajewo nicht ermordet worden wäre und es World War I und II nicht gegeben hätte?
Im ersten Kapitel fährt jedenfalls einer mit einem alten Aufzug, von denen es einige auch noch zu geben scheint, hoch, besucht einen literarischen Salon und hört einer Lesung einer steirischen Slowenin zu. Joachim Meyerhoffs zweites Buch „Wann wir es endlich wieder so wie es nie war,“ wo er seine Kindheit in der Psychiatrie beschreibt, habe ich mir auch geholt, da hat meine Geduld aber nicht mehr für das ganze erste Kapitel gereicht, habe ich ihn ja auch schon bei „Rund um die Burg“ gehört und in Klagenfurt hat er auch gelesen und da wurde auf den Blogs diskutiert, ob er eine Stelle aus dem Buch gebracht hätte, aber das darf nicht sein, da wird man vom Wettbewerb ausgeschlossen, wie es Gabriele Petricek einmal passierte.
Das fünfte Buch war dann der Roman von Roman Ehrlich mit dem er keinen Jurypreis sondern nur den der automatischen Risenmaschine gewonnen hat. Den Roman „Das kalte Jahr“, das gleich nach dem Leser bei „Dumont“ erschienen ist und in dem einer nach einer Umweltkatastrophe in sein Elternhaus kommt und dort nur ein fremdes Kind findet, das an Bomben oder an ähnlichem bastelt.
Inzwischen wurde es in der Buchhandlung immer voller, ich habe noch kurz in Rene Freundlichs „Unter Fischen“ hineingeschnuppert, den umtriebigen Buchhändler zu einer Frau sagen hören, daß es die von ihr gewünschten Bücher nur mehr im Antiquariat gäbe und festgestellt, daß es Sarah Kuttners „Wachstumsschmerz“ und „Mängelexemplar“ noch im reglären Verkauf gab. Eines von den beiden hat mir der Alfred um Weihnachten am Abverkaufsstoß gekauft, das andere gab es in der Billig-Buchhandlung in der Wienerstraße, die damals zusperrte.
Als ich soweit war, war es halb zwölf und ich bin zum Mc Donald gegangen, um mir einen Cheeseburger mit Tomate und kleinem Pommes frites und danach noch ein Eis zu kaufen und bin dann in den „Schubert“ in die zweite St. Pöltner Buchhandlung gegangen, die es noch gibt, nachdem ich die neue nicht gefunden habe. Dort hole ich mir ja manchmal das Buch zum 23. April und habe 2009 nach dem Buch zum deutschen Buchpreis gefragt.
Da gab es auch eine Abverkaufskiste, einen Novitätenstoß und einen Buchhändler der freundlich grüßte.
Ja, richtig, ein Leseprobenbüchlein habe ich bei „Thalia“, dort, wo sich das ehemalige Cafe, das es jetzt nicht mehr gibt, befand, auch bekommen. In Jennifer Shaw Wolf „Wo die Liebe totet“ und in Karen-Susan Fussel „Liebe macht anders“ kann ich mich hineinlesen und dann werde ich mich für den Rest der Woche auf einen Lesemarathon begeben und „Fünf Bücher in viereinhalben Tagen“ oder so lesen und mit Sarah Kuttners „Mängelexemplar“ beginnen.

2011-12-18

Die Archäologin

Filed under: Uncategorized — jancak @ 15:17

Hurra, hurra, das letzte Buch auf meiner Hundertbücherliste, obwohl es dort auf sechsundachtigster Stelle steht, aber darunter stehen dann die Harland-Bücher, ein paar Rezensionsexemplare, die ich vorgezogen habe, das was ich für „Die Frau auf der Bank“ gelesen habe und noch ein paar Urlaubsbücher. So habe ich mich ein bißchen hinaufgelesen, bzw. ab dem Sommer hinunter, denn da habe ich ja, ab dem Henning Mankell, die Bücher stehengelassen und bin in die Sommerfrische gegangen.
Thomas Wollingers „Die Archäologin“ ist aber ein wichtiges Buch, den es hat eine ganz besondere Lesegeschichte. Leselustfrust hat es am 27. Juli 2009 besprochen, zu dieser Zeit habe ich ihren Blog über Anni Bürkls „Schwarztee“ gefunden und mich hineingelesen, auf den Namen Wollinger bin ich aber, glaube ich, erst später aufmerksam geworden. Anni Bürkl hat ihn einmal zitiert und auf seinen Blog hingewiesen und dann war ich einmal in der Alten Schmiede, wo es etwas über die Schreibwerkstatt Langschlag zu hören und ab da bin auf seinen Blog „Schreiben“ gestoßen, den ich inzwischen regelmäßig lese.
Da bin ich, glaube ich, dazugekommen, wie er etwas über die Arbeit an seinen zweiten Roman und etwas von einer herzkranken Angelika schrieb und fragte, ob die eine posttraumatische Belastungsstörung haben soll?
Inzwischen schreibt er immer noch daran in vielen Fassungen und soweit ich es verstanden habe, geht es darin, auch um verschiedene Zeiten und verschiedene Ebenen und so ist das auch bei der „Archäologin“.
Irgendwie war ich mir da ja nicht sicher, ob das ein Krimi ist. Es ist keiner, wenn man Thomas Wollingers Portrait auch auf einer Krimischreiberseite finden kann und ich habe das Buch, glaube ich, im März oder April im offenen Bücherschrank am Brunnenmarkt gefunden, brav gewartet, bis es zum Lesen an die Reihe kam und mich darauf gefreut.
Jetzt habe ich es in zwei Tagen gelesen und kann Thomas Wollinger, der mir einmal mailte, daß er meinen Schreibstil sehr ungewöhnlich findet, das auch als Lob und Kompliment zurückgeben. Denn, ich glaube, das ist seiner auch. Schon einmal seine Art sich solange und beharrlich mit einem Text auseinanderzusetzten ist das. Jetzt weiß ich zwar nicht, wie lange er an „Der Archäologin“ geschrieben hat, die 2004 bei btb erschienen ist, ich nehme aber einmal an, auch sehr lang und sehr gründlich. Dann ist es auch die Form, denn es ist wahrscheinlich eine Genreüberschreitung oder auch ein Thomas Wollinger Genre und noch etwas finde ich sehr interessant, nämlich, daß ein Buch, das am Buchrücken mit „Höchstspannung von einem deutschsprachingen Autor“ beworben wird, Julian Schutting gewidmet ist, „der mir das Schreiben beigebracht hat“.
Also kann man von einem der größten Sprachartisten, den die österreichische Gegenwartsliteratur aufzubieten hat, das Schreiben eines Thrillers lernen. Aber es ist ja keiner, wenn es auch mit einem Leichenfund beginnt und in einem Zeitraum von rund tausend Jahren spielt, viel Psychologie und Zeitgeschichte aufzubieten hat, ein bißchen ins Übersinnliche abgleitet, das sich aber zumindest für mich, durchaus real deuten läßt und natürlich auch nicht am zweiten Weltkrieg, an den Nazigräuel und an den Flüchtlingen, die vom Osten „Der Feind kommt immer von dort!“, schreibt Thomas Wollinger oder einer seiner Negativhelden, über die Grenze dringen und dann mit einem Spaten erschlagen und eingegraben werden, vorbei geht. Das Buch spielt in Kirchwald an der March, dicht an der tschoslowakischen Grenze, ja, denn es beginnt 1981 und endet sechs Jahre später und dorthin fährt am Beginn die Archäologin Erika, weil es dort, möglicherweise (authentische) Grabungen gibt und sie sich damit habilitieren will. Erika stammt auch von dort, hat hier ihre Kindheit verbracht und sich mit ihren „Vater“ zerstritten, der wollte, daß das Mädel einmal den Hof übernimmt, während sie nach Wien und dort studieren wollte. Das hat Erika auch geschafft. Jetzt ist sie Frau Doktor und will mit ihren Ausgrabungen auch Frau Professor werden. Die Umstände, die sie hat, sind aber nicht sehr gut. Denn nur ein paar zweitsemestrige Studenten, die noch nicht viel Ahnung vom Graben haben und Kaiser Franz oder Professor Grohmann, der Institutsvorstand macht es ihr auch nicht gerade leicht, so daß es immer zu Druck und Spannungen kommt, die Erika veranlassen, sich mit dem Messer in den Schenkel zu schlitzen und essen, ja essen, tut sie auch nur einmal am Tag, weil ihr das Alexander Sehmann, doch ein eifriger Student so rät. Aber Erika ist beharrlich und hat in ihrer Sozialisation gelernt mit Ausdauer zum Erfolg zu kommen. So ist sie den Hendln im elterlichen Hof, die sie einfangen sollte, so lange geduldig nachgegangen, bis die ihre Kranft verloren haben und sich von selber in den Stall zurücktrugen ließen. Und so kommt es auch zu einem abenteuerlichen Leichenfund, eine ganze prähistorische Familie wird ausgebraben und mit Hilfe eines etwas anrüchigen Geschichtsprofessors, kann das Kaiser Franz, wie er es vielleicht wollte, nicht vertuschen, so kommt die Wissenschaftsminierin Hertha Firnberg zu Besuch und die sechs Leichen in Naturhistorische Museum.
Danach geht ein bißchen weiter in die Geschichte zurück, nämlich ins Jahr 1945, kurz vor dem Ende der Tragödie, was aber noch nicht alle begriffen haben, so ist der junge Franz Grohmann, ein Musterschüler der nationalsozialistischen Erziehungsanstalt NAPOLA von dort ausgerückt, um in Kirchwald seinen älteren Bruder, einen SS-Mann zu suchen, der auch beim Aufstand im Warschauer Ghetto tätig war. Den trifft er abr nicht, nur einen sterbenden Kameraden und eine alte Frau, die erzählt, daß sie alle ihre Söhne im Krieg verloren hat und die Weinbauern, weigern sich auch, den jungen Soldaten in ihren Keller zu verstecken.
1982 wird weiter gegraben, Kaiser Franz macht das Erika aber schwer und auch die Bevölkerung will ein neues Totenhaus und einem Parkplatz vor der Kirche bauen, genau dort, wo einmal das Fürstenhaus lag und sich die Tragödie der sechs Toten abspielte, denn Erika, höchst sensibel, hat inzwischen so ihre Vorstellungen, was damals wohl passierte und sie indentifiziert sich auch mit der etwa fünfundvierzigjährigen Frauenleiche und ihrem sechzehn Jahre jüngeren Gatten, von dem sie vier Kinder hatte. Erika ist fünfunddreißig und Alexander ebenfalls viel jünger und ein Kind will sie eigentlich auch. Trifft sie doch ihre ehemalige Schulfreundin Maria wieder, die inzwischen drei Kinder hat und ständig Apfelstrudel macht und auch ihren Vater, der seine alte, ebenfalls dauerbackende Haushälterin, heiratet, während Erikas Mutter schon viel früher gestorben ist und wahrscheinlich im Jahr 1945 sowohl von einem Russen vergewaltigt wurde, als auch Kaiser Franz im Weinkeller versteckte, jedenfalls taucht eine alte Frau bei dem Professor auf und erzählt ihm, das sie einmal sein Kind abtreiben sollte. So verschwindet Kaiser Franz und läßt Erika weitergraben und die taucht immer weiter in die Vergangenheit ein, so daß wir zu Szenen aus 1004 vor Christi kommen, wo die Geschichte der Fürstenfamilie, die ihren Wall nicht verteidigen konnte, erzählt wird und Erika sich manchmal in der Identität, der Arlaka genannten Fürstin verliert. Deren jüngerer Ehemann heißt Keichlos und so wird auch der Sohn genannt, den Erika schließlich von Alexander kommt und mit dem sie im letzten Kapitel, 1987, zur Familienfeier ins Weinviertel fährt. Und dazwischen passiert noch viel viel mehr, womit man wahrscheinlich einige Romane füllen könnte. Die Studierbedingungen der Siebzigerjahre werden erzählt, der sexuelle Mibrauch des Herrn Pfarrers, der Erika immer „Sein liebes Kind“ nannte, wird angedeutet, die ewiggestrigen Naziprofessoren, die ihre Burschenschaften hatten und 1980 genau darauf schauten, daß eine Frau so leicht nicht Karriere machte, aber auch die Slowaken, die nach 1945 ihren Grund verloren hatten und mit der Schaufel erschlagen wurden, wenn sie es doch einmal über die Grenze schafften u.u.u.
Am Kirchwalderboden lagern eine Menge Leichen und Thomas Wollinger hat seine Archäogogin ein paar ausgraben lassen. Damit einen spannenden Roman geschaffen, der eigentlich ganz langsam und bedächtig beginnt und in seinem wunderbaren Blog auch ein paar Videos von der Gegend hineingestellt, in dem der Roman spielt und wo er auch geschrieben wurde. Ich, die ich ja sehr eifrig, auf Thomas Wollingers Blog kommentiere und hoffe, ihn damit nicht zu nerven, habe ja schon oft geschrieben, daß ich mir mehr Thomas Wollinger Romane wünsche und auch rate, vielleicht nicht ganz so gründlich zu überarbeiten, dafür aber jedes zweite oder dritte Jahr ein Buch erscheinen zu lassen. Aber ich weiß schon, ich bin viel zu schnell und das ist auch nicht gut.
Also nehme ich mir für meinen Roman mit, daß ich die verschiedenen Zeitebenen auch mit Kapitel, die Jahreszahlen als Überschriften tragen, beginnen lassen könnte und, daß ich meine Theresa eigentlich auch in keine surrealistischen Erlebnisse abgleiten lassen will, aber die sind auch bei Thomas Wollinger nur angedeutet, denn wenn man nichts ißt, sehr viel arbeitet und sich sehr mit einer Sache beschäftigt, kann es schon sein, weil ja der Wunsch der Vater des Gedankens ist, daß man plötzlich auch im zwanzigsten Jahrhundert Gestalten mit Speeren und Fellen vor sich sieht und die alte Schamanin, die in der alten Frau Schmid noch immer leben könnte und am Ende „Weißt du, Erika, das ist schon sehr, sehr lange her!“, sagt, könnte ja ein Zufall sein, auch wenn die Rezensenten begierig darauf aufspringen.
Und ganz so schnell, wie man glaubt, bin ich auch nicht, denn hätte ich das Buch schon gestern ausgelesen und besprochen, hätte ich Thomas Wollinger, der am 17. Dezember 1968 in Wien geboren wurde, zum Geburtstag gratulieren können, so hole ich das einen Tag später nach.
Thomas Wollinger hat außer seinem wunderbaren Blog, in dem er täglich einen Schreibtip gibt, ein Video hineinstellt oder etwas über seine Schreibarbeit erzählt, auch eine Schreibwerkstatt und diese machte im Frühjahr eine Lesung im Cafe Anno, wo ich auch den Autor kennenlernte, seine eigene Lesung im Rahmen der Schreibgruppe GRAUKO, die er gegründet hat, vor einigen Wochen, habe ich leider versäumt. Meine Kritikerin JuSophie habe ich, glaube ich, auch über seinen Blog kennengelernt und Margit Heumann bei der Texthobel-Lesung.

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