Literaturgefluester

2020-05-23

Marktbesuch in der Zombie-Apokalypse

Seit der Corona-Krise bin ich ja nicht mehr am Markt gewesen und habe daher auch nicht, wie wir das ja früher regelmäßig taten, Doris Kloimstein dort nicht mehr getroffen, die Autorenkollegen, die ich ja einmal bei einer Regionalversammlung der IG-Autoren in St. Pölten kennengelernt habe, dann als sie Obfrau der LitGes war, einmal dort gelesen habe, das heißt, ich hätte es mit Manfred Wieninger tun können, der hat aber, weil noch in seinen Plagiatsskandal verwickelt, abgesagt, so daß ich es alleine tat und wahrscheinlich nicht sehr viele Zuhörer hatte.

Dann war ich, glaube ich, im Jahr 2000 mit ihr auf dem Osterspaziergang, der damals, glaube ich, entlang der Traisen bis zum Bootshaus, angeführt von Alois Eder gegangen ist und ich habe eine Ostereier-Szene aus der „Viertagebuch-Frau“, wo es ja im die ersten hundert Tage von schwarz-blau was damals eine große Aufregung war, gelesen.

Dann habe ich sie einige Male in St. Pölten aber auch in Wien getroffen, sie war auch in der Schreibgruppe, solange es die gegeben hat und jetzt Marktbesuche mit Büchertausch. Das letzte Mal war das glaube ich im Jänner oderFebruar, wo wir uns am Markt getroffen haben. Nach der diesjährigen Regionalversammlung der IG Autoren ist sie mit uns mitgefahren, da habe ich vorher im „Wortschatz“ Adelheid Popps „Jugend einer Arbeiterin“ gefunden, was ich aber schon hatte, so daß ich es ihr und auch die andere Bücherfunde, die sich am Harlander Küchenschreibtisch angesammelt habe, übergeben wollte, dazu ist es aber nicht gekommen, weil die Doris ja nicht immer da ist, sondern zu ihren Enkelkindern nach Bregenz oder innsbruck fährt.

So war unsere letzte Begegnung bei der GV der IG Autoren in Wien, wo ich ja den Selfpublisherantrag stellte. Sie mir Josef Haslingers „Mein Fall“ übergeben hat. Sie kauft sich immer sehr aktuelle Bücher und stellt sie dann mir zur Verfügung, ich habe ihr die Doppelzusendung von David Albaharis „Heute ist Mittwoch“ gegeben und dann dann die Corona-Krise und die Ausgangssperre und ich bin bis Ostern nicht mehr in Harland gewesen und noch länger nicht am Markt, weil es da ja keine Würstl und kein Bier gegeben hat, wo sich in den letzten Jahren ja die ganze Szene am Samstag mit gänzlich ohne Sicherheitsabstand, weil man den ja damals weder brauchte noch kannte, traf.

So ist der Alfred alleine einkaufen gegangen, denn auf den Märkten herrscht ja, glaube ich, seit ersten Mai auch Maskenpflicht, zumindest scheint man die zum Einkaufen zu brauchen, die Doris sagte aber, daß es am Markt, weil ja vorige Woche die Gastronomie wieder aufgesperrt hat, wieder Würstel gäbe und so bin ich heute mit dem Rad in die Stadt gefahren, bisher habe ich meine Runde ja in Richtung St. Pölten meist bei der „Seedose“ enden lassen oder bin meine Runde um den Naturlehrfpfad auf der andere Seite gegangen.

Aber heute in den Markt hinein und ein bißchen ängstlich gewesen, ob da gleich die Polizisten kämen und „Kein Zutritt ohne Maske!“, riefen.

War dann nicht so, obwohl sich die meisten Leute verhüllt hatten, hat es ein paar Maskenlose gegeben, die sich um den Bierwagen versammelten. Würsteln hat es keine gegeben, wohl aber Leberkässemmel, Bier aber keinen Birnencidre, den ich meistens getrunken habe und auch keinen roten Gspritzer.

Der Alfred hat aber eine Flasche Erdbeerfrizante eingekauft und sogar Sektgläser besorgt, Erdbeertörtchen gab es auch. Ein wenig gewöhnungsbedürftig vielleicht, sich am Markt seine Gläse selber mitzubringen, aber in Zeiten wie diesen ist ja alles anders und der Bierverkäufer hat sich auch nicht aufgeregt.

Die Büchertaschen waren auf beiden Seiten gefüllt, hatte ich ja ein Buch der Marina Lewycka, eines der Katharina Hagena und dann noch den „Weihnachtshund“ und Julia Franks „Mittagsfrau“ gefunden, beides Bücher die die Doris schon hatte, die mir dafür aber Ernst Lothars „Erinnerungen“ brachte. Der wird ja jetzt von „Zsolnay“ wieder aufgelegt. Bei der Präsentation seiner „Rückkehr“ war ich mit dem Alfred in der „Gesellschaft“.

Dann gab es noch ein Debut von einer belgischen Autorin, Gedichte von Sonja Henisch und ein „Reclam-Bändchen“ mit Essays von Susan Sontag, also wieder sehr viel zu lesen und wir sind nachdem das Bier getrunken und die Erdbeertörtchen gegessen waren, in Richtung „Hager“ gegangen. Denn dort bekommt man, wenn man über zwei Euro fünfzig einkauft ein Markerl und wenn man die auf ein Kärtchen kebt und das voll hat, bekommt man ein Brot oder einen Kaffee nach Wahl und der Alfred kauft dort fließig Marillenkuchen für die Oma. So war das Kärtchen schon vor Corona fast voll und das zweite füllte sich dann in den acht oder neun Wochen, wo die Krise schon dauert und da es beim „Hager“ Tische draußen gibt, kann man dort auch ohne Maske konsumieren. Nur das Personal muß sich damit bewappnen. Es gab auch einen freien Tisch, der mußte zwar zuerst abgeräumt und desinfiziert werden und daneben stauten sich die Menschen mit den Masken um den Mund oder in der Hand, die in das Geschäft wollten, um Brot und Semmeln, etcetera einzulkaufen.

Wirklich seltsam für einen Besucher von einem anderen Stern oder für meinen Egon Herweg wahrscheinlich, die anderen haben sich vielleicht schon daran gewöhnt und so haben wir auch die Brigitte S. die ja in einem der alten Häuser neben dem Cafe Schubert wohnt, dort mit einer Freundin dort sitzen sehen, die uns gleich ihre Masken zeigten, am Rückweg haben wir dann noch eine Autorin getroffen mit ich öfter beim Osterspaziergang der LitGes gewesen bin. Wir haben also unsere Gutscheinkärtchen eingelöst und uns ein bißchen mit der Dame vom Nebentisch unterhalten und sind dann weiter auf den Rathausplatz gegangen, weil der Alfred uns die Tische mit den breiteren Abstand, die, wie er meinte, ein italienisches Flair verbreiten, zeigen wollte.

Wir haben bei denen des Eissalons Platz genommen, die Serviererin, die eines der Vesire trug, so daß man ihr Gesicht sehen konnte, war sehr freundlich. Ich habe einen „Hugo“ getrunken und dann noch einen Eisbecher gegessen, weil ja weil der Ausgangssperre einiges nachzuholen war.

Nächste Woche hat die Doris uns versichert, soll es dann am Markt auch Tische und Würstl geben. Ich werde das aber erst in vierzehn Tagen nachprüfen können.

2019-07-17

PEN-Sommerfest und Neues vom Schreiben

Als ich anläßlich des achtzigsten Geburtstages von Peter Paul Wiplinger im Pressecub-Concoida war, hat mich Helmut Niederle zum Sommerfest in den Hof des Hauses in der Bankgasse Nur acht, eingeladen.

„Kommen Sie, das wird sicher schön!“ hat er gesagt!“ und da ich ja sehr neugierig bin und auch sehr begierig bezüglich meines Blogs, das vielseitige Literaturleben zu erfassen, bin ich heute hingegangen.

Vorher hatte ich nur um fünf und um sechs eine Stunde und daher Zeit für einen allseitigen literarischen Tag. Da habe ich mir im Sommer ja einiges vorgenommen und wollte mich auch von meinen literarischen Figuren, wie die Fritzi Jelinek, die Lisbeth Hahnenpicher und den Theo Hardenberg begleiten lassen, das ist aber Mangels des tatsäclichen Feedback nicht so leicht, das wirklich in die Praxis umzusetzen, obwohl ich schon ein diesbezügliches Notizbuch habe.

Die literarischen Anforderungen kamen aber ohnehin, hat doch Alfred, die „Magdalena“ fertig korrigert, ich habe sie durchgesehen, keinen Fehler mehr gefunden.

Kunststück habe ich das letzte halbe Jahr sehr lange und auch sehr laut daran korrigiert, das heißt mir das Ganze immer und immer wieder vorgelesen.

Jetzt bräuchten wir noch das Cover, damit es in die Druckerei gehen kann und als ich am Morgen im Garten, das Unkraut ausrupfte, hat mich der Alfred zu sich gefrufen und gemeint, er müsse mir etwas zeigen.

Denn auf der Facebookseite des „Globusverlages“ war ein Bild von mir in dem schicken schwarzen Leiberl mit der Aufschrift „Es ist wieder Donnerstag“, denn Christoph Kepplinger hat heuer etwas Besonderes vor, die Autoren des „Linken Wortes des Volksstimmefestes“ vorzustellen. Jeden Tag kommt ein anderer, eine andere und weil er aktuelles Bild vor mir haben wollte, habe ich mich dafür entschieden.

Also ganz schön literarisch, um so mehr da ja noch der Eindruck von der gestrigen Lesung, die eine sehr gute und auch gut besucht war, in mir wach ist.

Trotzdem habe ich dann bis zum Nachmittag gebraucht, bis ich mich an die Korrekturen des „Literaturgeflüsterbuches  Nummer zwei“ machen konnte, was ja, wie ich ahnte, ein wenig schwierig werden könnte, weil zweihundertsechzig Rohseiten und wo setze ich jetzt die Aprostrophe und wo nicht, damit schließlich alles stimmt, trotzdem trage ich mich mit der Idee, daß ich, falls ich bis November nicht mit damit fertig bin, mich bei der Arbeit unterbreche und mich im Rahmen meines siebenten „Nanowrimos“ meinem „Fräulein No“, dem Ulricht Blumenbach und der Gerti Schuster widmen werde.

Allerding werden wir dann bald zur „Buch Basel“ fahren, denn da habe ich schon angefragt, die Karten und der Festivalpaß werden reserviert, die Bahntickets und das Hotelzimmer ist schon bestellt.

Also nur ganz langsam mit meinem Schreibbuch weitergekommen. Die Farbe meines Druckers ist auch schon fast leer, die in Harland ebenso, aber das Buch, beziehungsweise die Schreibartikel, die im „Literaturgeflüster“ so nach und nach entstanden sind, gefallen mir eigentlich sehr gut und ich denke, da ist schon was zusammengekommen, auch wenn das niemand merken will.

Um dreiviertel sieben, nach meiner sechs Uhr Stunde, bin ich  in Richtung Bankgasse aufgebrochen und habe dort im Hof dann gleich Helmut Niederle, Peter Paul Wipplinger und andere getroffen, die dort schwatzend bei einem Gläschen und beim Buffet herumstanden.

Trotzdem gab es auch einen Veranstaltungsraum mit Lesungen und dort moderierte, glaube ich,  Helmuth Niederles Frau und es gab eine Reihe von Kurzlesungen, ein Buch wurde, glaube ich, auch vorgestellt.

Da die autoren nur mit ihrem Vornamen vorgestellt wurden und ich ja kein Pen-Mitglied bin, habe ich mir entsprechend schwer getan, aber Anna Mwangi zuorden können, deren „Kinder des Genossen Rakosi“ ich ja gelesen habe.Jetzt hat sie eine Geschichte von einem Vater, der unbedingt wollte, daß sein Sohn die Matura machen und dann ingenieur werden sollte, obwohl der das gar nicht wollte, gelesen.

Dann kam Ishraga Mustafa, die, ich, glaube ich, schon vom „Milena Verlag“ und der Vernissage die Doris Kloimstein in St. Pölten einmal veranstaltete, kannte.

Helga Neumayr hat einen interessanten Text gelesen, in dem sie ihr Aufwachsen mit der Vielsprachigkeit thematisierte und auch viele andere, deren Namen ich nicht kannte.

Gespräche gab es auch , mit einem Studienkollegen vom Alfred, einem niederösterreischen Kulturbeamten, den ich immer wieder bei Veranstaltungen sehe, Helmut H. Niederle hat mir ein Glas ausgewaschen, so daß ich Rotwein trinken konnte. Der Kuchen war schon ziemlich aus, aber Soletti und Knabberstanden hat es noch gegeben.

Sonja Henisch und Alexander Peer, dessen Lesung im Cafe Prückl ich gestern wegen meiner Lesung versäumte, habe ich gesehen und der Franz hat sich, glaube ich, mit Dietmar Grieser lange unterhalten, aber den habe ich nicht erkannt.

2018-12-04

Hundert Jahre Frauenwahlrecht und doch etwas Adventliches

Eigentlich hätte ich heute eine sieben Uhr Stunde gehabt und danach wäre ich mit „Sungs Laden“ in die Badewanne gestiegen und keine Adventaktion an diesem Tag, weil von neun bis neunzehn Uhr Stunden und dazwischen eine Stunde Mittagessen, während ich ja den Advent heuer möglichst jeden Tag mit einem kleinen Higlight zelebrieren will und weil ich eine schnelle bin, habe ich schon am dreißigsten November nachdem ich mit meiner Monatsabrechnung fertig war, begonnen und bin bevor ich ins „Siebenstern“ zur „Poetnight“ gegangen bin, in den „Yves Rocher“ eingefallen, habe meine Gutscheinkarte abgegeben und mir selber ein, beziehungsweise zwei Geschenke gemacht.

Das heißt je eine Geschenkpackung mit kleinen Badeölen und dann noch eine rote Apfel Garnitur, mit Handcreme, Lippencreme, Duschbad ectera, deshalb bin ich dann zur „Poet Night“, wo schon der Herr Blaha mit seinen Weinachtsgedichten auf mich gewartet hat, etwas zu spät gekommen und als wir von der „Poet Night“ nach Hause gegangen sind, war schon Samstag, der erste Dezember, allerdings sehr sehr früh und so habe ich, wie ich es mir ja vorgenommen habe, vergessen, eines meiner Bücher in den Bücherschrank zu stellen, was ich erst heute zweimal, einmal im „Wortschatz“ und dann in den in der Zieglergasse nachholte.

Am Samstag waren wir in Harland, da habe ich die Weihnachtsdekorationen herausgeholt und der Alfred hat einen kleinen Teignikolo und noch anderes Adventliches vom Markt besorgt, die Anna mir zwei Guscheine gegeben, wo man sich vom „Kika“ je zwei Weihnachtshäferln, gerade richtig für den Punsch holen konnte und am Sonntag war Jungweinverkostung beim Herzinger in Nußdorf mit Glühwein und Weihnachtskeksen und gestern Montag, der „Ohrenschmaus“, wo es wieder die „Zotter-Schokolade“ gegeben hat und nachher waren wir beim Glühmoststand des „Augustins“ vor dem „Top- Kino“, haben mit der Sozialarbeiterin dort, nett geplaudert und einen Uhudlerglühwein getrunken.

„Heute also nicht!“, habe ich gedacht. Dann sind aber ein paar Stunden ausgefallen und so bin ich, um dreiviertel sieben schnell schnell mit einem schon gewidmeteten „Besser spät als nie“ in den Bus gestiegen und ins Literaturhaus gefahren, weil dort das „PEN Frauenkommitee“ „Hundert Jahre Frauenwahlrecht“ feiert, denn ja das wurde 1918 eingeführt und Doris Kloimstein, die ich am Samstag wegen der Schneelage leider nicht am Markt von St. Pölten getroffen habe, ist dort mit einigen anderen Frauen aufgetreten und hat ein tolles Programm mit berühmten Frauen rund herum gestaltet.

Sonja Henisch die erste Frau vom Peter hat durch das Programm geführt und gerade, als ich in den Saal gehuscht bin, Doris Kloimstein angesagt, die einen Text über Marie von Ebner Eschenbach gelesen hat, die 1830 geboren und 1916 genau, wie der Kaiser gelebt hat und also das Frauenwahlrecht nicht mehr erlebte, aber trotzdem eine emanzipierte Frau war, die mit der Männerwelt sehr zu kämpfen hatte.

Dann kam Christine Tidl und stellte dazu passtend Berta von Suttner vor, die 1914, kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieg, angeblich mit den Worten „Die Waffen nieder“ verstorben ist. Ingrid Schramm widmete sich den britischen Sufragetten und Claudia Thaller ging ein bißchen in die Zukunft nämlich in die Fünzigerjahre, wo Sylvia Platz 1932 biw 1963, die „Glasglocke“ geschrieben hat und mit Elektroschocks behandelt wurde und Maghdalene Tschurlovits erkliomm mit einer tollen Handtasche, die Bühne, nahm aus ihr ein altes englisches Buch heraus, in dem es eine Übersetzung eines der dreizehn Bücher von der Weltreisenden Ida Pfeifer, die in Wien geboren und verstorben ist, herus und stellte diese tolle Frau vor, die zu Zeiten durch die Welt reiste, wo es noch lange kein Frauenwahlrecht gegeben hat, dann kam ein Interview, das offensichtlich Sonja Henisch mit Olympe de Gouche, eine Kämpferin der französischen Revolution aus dem Jenseits führte und ganz am Schluß kam noch der Advocatus Diabolis und erklärte den Frauen, warum sie kein Frauenwahlrecht brauchen?

Eine sehr interessante Veranstaltung, wo es für mich sowohl Bekanntes als auch Unbekanntes zu hören gab und wenn ich unken möchte, würde ich sagen, was nützt das Frauenwahlrecht, wenn dann doch etwas anderes, als gewünscht herauskommt und die „Omas gegen rechts“ von den Rechten vehöhnt und verspottet werden, wie ich vor kurzem auf einem Video hörte.

Es gab aber gute Stimmung im Literatuhaus mit Wein und Gesprächen und Doris Kloimstein hat mir, welch Überrschung auch noch ein „Weihnachtsbuch“ geschenkt und ein Buch habe ich mir aus dem Bücherschrank auch herausgezogen, nämlich eines mit „Schweizer Geschichten“ aus den Fünzigerjahren, das ich mir voräufig auf meinen Weihnachtstisch mit den anderen Büchern, die noch kommen werden, zu einer Art Bücherchristbaum zusammenstellen kann und wem es interessiert, die „Nika Weihnachtsfrau“ ist auch schon gewidmet und ich werde sie mitnehmen und in den „Wortschatz legen“, wenn ich morgen zu Stephan Teichgräber gehe, das wird wahrscheinlich kurz vor drei geschehen, wer sie also haben will, rechtzeitig hingehen!

2015-11-21

Poet-Night im November

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 01:40
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Antonio Fian

Antonio Fian

Robert Schindel

Robert Schindel

Peter Paul Wiplinger

Peter Paul Wiplinger

Helmuth A. Niederle

Helmuth A. Niederle

Christina Zurbrügg

Christina Zurbrügg

Gerhard Ruiss

Gerhard Ruiss

Richard Weihs

Richard Weihs

Inge Pedarnig

Inge Pedarnig

Ilse Kilic

Ilse Kilic

Fritz Widhalm

Fritz Widhalm

Michaela Hinterleitner

Michaela Hinterleitner

Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

Ingrid Jantzen

Ingrid Jantzen

Christine Huber

Christine Huber

Christa Meissner

Christa Meissner

Beppo Beyerl

Beppo Beyerl

Judith Gruber-Rizy

Judith Gruber-Rizy

Helmut Rizy

Helmut Rizy

Renate Woltron

Renate Woltron

Manuel Girisch

Manuel Girisch

Sonja Traxler

Sonja Traxler

Erik Hardenberg

Erik Hardenberg

Nathaniel Horowitz

Nathaniel Horowitz

Birgit Schwaner

Birgit Schwaner

Sonja Henisch

Sonja Henisch

Elmar Hanke

Elmar Hanke

Graziella Schwaiger

Graziella Schwaiger

Hans-Jörg Liebscher

Hans-Jörg Liebscher

Hahnrei Wolf Käfer

Hahnrei Wolf Käfer

Christa Mitaroff

Christa Mitaroff

Astrid Wiesenöcker

Astrid Wiesenöcker

Eva Jansenberger

Eva Jansenberger

Karin Gayer

Karin Gayer

Christian Katt

Christian Katt

Wieder einmal „Poet-Night“ und diesmal hat sie, organisiert von Andrea Pauli und Hahnrei Wolf Käfer, erst sehr spät stattgefunden, obwohl ich mich auf Anraten von Ruth Aspöck schon im August bei dieser Veranstaltung des Lesetheaters, wo einmal im Jahr, die Mitglieder ihre eigenen Texte lesen, angemeldet habe.

Ich bin, glaube ich, seit 2000 dabei und finde  es sehr spannend, daß da, jetzt nur noch von fünf bis Mitternacht, in Schwendters-Zeiten ging es glaube ich von drei oder vier bis zwei Uhr früh, rund um die Uhr gelesen wird und man sich da von den Kabarettisten bis zu den experimentellen Lyrikern durchhören kann und diesmal war auch sehr viel Prominenz dabei.

So haben zwischen sieben und acht Antonio Fian, Robert Schindel, Christina Zürbrügg, Helmuth A. Niederle und Gerhard Ruiss gelesen, begonnen hat es aber mit einem kleinen Mädchen, nämlich Livia Horowitz, die im Stehen und in Englisch einen Text über eine Katze vorgelesen hat.

Es ging dann gleich weiter mit dem Block auf Englisch, so hat dann noch die Gruppe Patchwork und Syvia Petter gelesen und sehr viele Texte, das war heuer vielleicht besonders auffällig, drehten sich um die politische Situation und die Flüchtlingskrise, so habe auch ich meine Fatma Challaki wieder gelesen, aber es gab auch humoristische Texte, so haben sich etwa Ariane Lang und Gynther Riebl darüber gestritten, ob Mozart ein Werk namens Bauernhochzeit geschrieben hat.

Das fröhliche Wohnzimmer trat mit Ilse Kilic, Fritz Widhalm und Michaela Hinterleitner auf, die ich, glaube ich, schon im Sommer in St. Polten hörte und, die auch einen starken politischen Text hate.

Ruth Aspöck, die als Urgestein des Lesetheaters bezeichnet wurde, hat das Gedicht gelesen, das sie auch Teheran las, als sie dort für die GAV war und Hilde Schmölzer wieder aus ihrer „Schönen Leich“ und nicht aus den „Frauen um Karl Kraus“ und Beppo Beyerl beschäftigte sich mit dem Buchstaben „Y“, der sowohl in seinem Namen als auch in den der Rizys vorkommt und Judith Gruber-Rizy folgte auch gleich mit einem Auszug aus ihrem „Schwimmfüchslein“, während Helmuthh Rizy aus seinem neuen Roman las, wo es um einen büchersüchtigen Mann zu gehen schien, der sich von seinem Freund die Karotten besorgen läßt, damit er nicht aus dem Haus gehen muß.

Erscheint mir sehr bekannt und versuche ich auch immer zu schreiben und Christa Mitaroff war sehr beeindrucken mit ihrem Text, wo die politische Situation mit einer Schreibblockade und dem fehlenden Musenkuß kombiniert wurde.

„Nur noch drei Tage Zeit und ich hab noch immer nichts für die Poet Night“.

Sie zitierte dabei auch Rolf Schwndter und stellte sich vor, welche Texte wohl aus seiner Feder geflossen wären?

Richard Weihs brachte wieder seine „Wunschgedichte“.

Ingeborg Reisner einen Text über Italien aus ihren „Reisegeschichten“ und Helga Graziella Schwaiger las auch etwas von einer Zypernreise, das dann in einen erotischen Traum überschwenkte.

Ein mir bisher unbekannter Erik Hardenberg verwirrte mich dem Gedicht „Im Waldfriedhof für Damenhosen“, das mir a la Ronja Rönne ein wenig frauenfeindlich erschien, er meinte aber, er hätte e Gegenteil gegen die Highheels tragenden Pressedamen und ihre glänzenden Frauenzeitschriften a la „Woman“ angeschrieben und ich habe ihn auf die „feministischen Urgesteine“ des Lesetheaters Ruth Aspöck und Hilde Schmölzer hingewiesen, die lange vor ihm gelesen haben.

Hahnrei Wolf Käfer stellte seine Kyoka vor, die es seit einiger Zeit auf seiner Wegsite gibt und so weiter und so fort, zwischen fünfzig bis sechzig Autoren und Autorinnen, bekannte und auch unbekannte, haben schätzungsweise gelesen, den Schluß machte Christian Katt, der an die alten Zeiten erinnerte, wo man im Siebenstern noch rauchen durfte und schloß mit einem Schwendter-Text, der die Poet-Night immer beendet hat.

Eva Jancak

Eva Jancak

2015-01-27

Musterverlagsvertrag

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:38

© Margot Koller

© Margot Koller

© Margot Koller

© Margot Koller

Die IG Autoren haben mit dem österreichischen Verlegerverband einen Mustervertrag ausgearbeitet und das heute im Literaturhaus entsprechend gefeiert. Vielleicht wurde das bei den Literaturhausfeierlichkeiten vor ein paar Jahren zwischen Benedikt Föger und Gerhard Ruiss schon so ausgemacht und zwischenzeitlich verhandelt.

Jetzt war es inzwischen so weit und die IG-Autoren haben mich zweimal, der Hauptverband auf seiner Seite einmal darauf aufmerksam gemacht.

Jetzt bin ich glaube ich, als Selbstpushinger-Pionierin, die ich seit 2000 bin, schon wirklich jenseit von Gut und Böse und bleibe, glaube ich, bei meinem Selbstgemachten, obwohl ich das noch immer nicht bei „Amazon“, dem „Bösen“, der das für mich bezüglich Selfpublishing nicht ist, meine Bücher eingestellt habe, dabei, bin aber immer auf der Suche nach etwas Interessanten für das Geflüster und so habe ich das „Dicht-Fest“ in der „Alten Schmiede“ zu dem ich sonst wahrscheinlich hingegangen wäre, ausgelassen und mich auf das Verlagsvertragsfest konzentriert.

Und dabei gab es natürlich Komplikationen, denn es hat schon um achtzehn Uhr, statt wie meist im Literaturhaus um neunzehn Uhr begonnen und das habe ich gewußt, bzw. auf meinen Kalender so eingetragen.

© Margot Koller

© Margot Koller

© Margot Koller

© Margot Koller

Um vier hatte ich eine Stunde, die um drei ist ausgefallen und um dreiviertel fünf habe ich meine Sachen hergerichtet und mich mit dem „Work on Progress“ bei Kerzenlicht ins Wohnzimmer gesetzt,  daran korrigiert und mir gedacht, wann ist es endlich soweit, daß ich ins Literaturhaus gehen kann?

Zehn nach sechs, damit ich nicht zu früh hinkomme. Um Punkt sechs habe ich dann auf meine Uhr geschaut und gedacht, „Teufel, das fängt doch schon um sechs an!“ und bin dann hektisch mit dem Bus hingefahren, obwohl das, seit die Mariahilferstraße Fußgängerzone ist und der Bus deshalb einen großen Umweg macht, auch nichts bringt.

Selber schuld und auch nicht wirklich schlimm, zum Buffet komme ich allemal zurecht und der Verlagsvertrag geht mich auch nicht wirklich etwas an.

Das ist mir ja schon einmal beim „Fest für Andreas Okopenko“ so passiert, daß ich gedacht habe, das ist am Sonntag und dann am Samstag, als ich baden gehen wollte, draufgekommen bin, das ist ja jetzt und das war die letzte Gelegenheit wo ich Andreas Okupenko gesehen und mit ihm gesprochen habe, denn kurze Zeit später war ich bei seinem Begräbnis am Grinzinger Friedhof.

Diesmal bin ich mit einer vollen Büchertasche, die ich eigentlich im „Wortschatz“ deponieren wollte, denn das Bücherregal in Harland ist aufgestellt und der Alfred hat am Samstag in der Krongasse ein bißchen aussortiert und umgeräumt, um circa zwanzig nach, nach Hahnrei Wolf Käfer ins Literaturhaus gehetzt, wo schon alles für das Buffet hergerichtet war, überall weiße Tische standen, auch dort, wo sonst die Sessel sind, nur an der Seite standen ein paar, aber die waren natürlich schon besetzt, also eine große Sache und für den Hauptverband und Gerhard Ruiss sehr wichtig, Alexander Potyka, der jetzt der Präsident des österreichischen Verlegerverbandes ist, war gerade am Wort, dann kam Gerhard Ruiss an die Reihe, fasste zusammen, verwies auf den Mustervertrag, der zur freien Entnahme auflag und noch eine kleine Diskussionsrunde zwischen ihm  Benedikt Föger und Alexander Potyka an, wo auf die Neuerungen und die Schwierigkeiten, die es bisher gegeben hat, hingewiesen wurde.

© Margot Koller

© Margot Koller

© Margot Koller

© Margot Koller

Einige Autoren im Publikum, Sonja Henisch, Manfred Chobot, Erika Kronabitter, aber auch Leute vom Hauptverband und von der Literarmechana, danach kam es zur feierlichen Verlagsunterzeichnung und zum Fotoshooting, ich war sehr vorne beim Buffet, obwohl ich noch vorher meine Jacke ausgezogen und den vollen Sack bei der Garderobe deponiert habe.

Margot Koller, die das neue Buch das ich zeigte, gleich fotografierte, stieß  zu mir und Margit Heumann, Axel Karner, Karin Ivancsics, Susanne Ayoub, etc.

Danach gab es noch ein Konzert, das Gerhard Ruis mit der Gitarre absolvierte, sehr wichtig also für die IG, für Margot Koller offenbar auch, die sagte, daß sie sich für ihr neues Buch einen Verlag suchen würde.

Ich bleibe wohl dabei, obwohl ich ja wahrscheinlich immer noch Schwierigkeiten habe, meine Bücher als Bücher anzuerkennen. Sie sind es aber und sie sind sehr schön und als ich vorige Woche, dieses Erotik- E-Book, dessen Besprechung gleich erscheinen wird, bekommen habe, bin ich auf die Verlagsseite gegangen und habe da gesehen, daß es gerade wieder eine große Diskussion über die E-Book Piraten gibt und daß sich da einige Autoren gegen das kostenlose Herunterladen ihrer Bücher wehren.

Das tue ich ja nicht, aber offenbar laden sich sehr viele Leute Gratis E-Books herunter oder holen sie sich bei einer Gratisaktion.

Ob die Leute wirklich diese vielen E-Books, die es plötzlich gibt, lesen, weiß ich nicht, wäre da auch sehr skeptisch, aber ich bin ja, wie meine Leser vielleicht wissen, eine eifrige Leserin und halte meine Vorsätze von wegen Bücherbeschränkung wahrscheinlich auch 2015 nicht ganz ein, obwohl ich mich wirklich bemühe, habe nichts gegen den Bücherüberfluß und auch nichts dagegen, daß so viele Leute schreiben, tue das auch und werde in meinem Out-Put immer hektischer und schneller, bin jetzt mit dem Korrigieren aber vor eine Grenze gesetzt, denn mein Computer ist am Sonntag eingegangen, bzw. brauche ich einen neuen Lüfter.

So blogge ich jetzt auf Alfreds Computer, aber an meine Sachen kann ich momentan nicht ganz heran und bin was das „Nanowrimo“ betrifft, ohnehin noch nicht fertig, sondern finde lustig Fehler um Fehler, aber das ist mir eigentlich auch schon egal, obwohl es „Im Namen des Vaters“ irgendwann sicher als mein sechs- oder siebenunddreipßigstes Selbstgemachtes geben wird und ich auch dann munter weiterschreiben werde.

2015-01-13

Von Richard Schuberth zu Gerhard Jaschke

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:42

Und wieder in die „Alte Schmiede“, diesmal zu einer Doppelveranstaltung, die zeitlich etwas günstiger koordiniert war, stellte doch um 19 Uhr im literarischen Quartier Richard Schuberth, sein  aphoristisches Lexikon „Das neue Wörterbuch des Teufels“ vor, das ich teilweise schon im Literaturcafe bei der letzten „Buch-Wien“ hörte und Kurt Neumann erklärte einleitend, daß Richard Schuberth, den ich, glaube ich, ursprünglich von einem der Volksstimmefest kenne und der mir seither regelmäßig die Einladungen zu seinen Veranstaltungen schickt, sein Wörterbuch basierend auf dem des Aufklärungsjournalisten Ambroise Bierce,  geschrieben hat.

Karl Kraus ist sein zweites Vorbild und die Texte sind ursprünglich im „Augustin“ erschienen. Dann gibt es noch Theaterstücke, wie „Wie Branca sich nach oben putzte“, von dem ich eine Lesung bei dem „Augustin Bücherflohmarkt“ vor zwei Jahren hörte. Der 1969 in Ybbs an der Donau geborene Richard Schuberth ist auch Essayist und sein neuer Roman wird demnächst bei „Zsolnay“ erscheinen.

Dann gab es Kostproben von A bis Z, vorher las Richard Schuberth einen Aphorismus, in dem er das Wesen des solchen erklärte und gab zwischendurch Beispiele von den zwei Essays, die es in dem Buch auch noch gibt.

Der eine handelte von „Strebern und Störenfrieden“, die gibt es sowohl in der Schule, die Streber werden später Bankdirektoren oder Univ Profs, die Störefriede sind die „normalen Menschen“, als auch bei den Aphorimen und in der anschließenden Diskussion erzählte er ein bißchen was darüber, wie die Texte entstanden sind, die meisten in einem Lokal am Donaukanal nach einigen Getränken, dann floßen die Gedanken und es entstanden oft mehrere Stücke auf einmal

Sehr viel Prominenz im Publikum, Gerhard Jaschke, Herbert J. Wimmer, Lisa Fritsch, Lukas Cejpek, Karin Jahn, etc, dann ging es in den „Schmiede Raum“ hinauf, ich sage immer die Doppel- Veranstaltungen in der „Alten Schmie“ regen zu sportlicher Betätigung an, denn da stellte Gerhard Jaschke sein neues, bei „Sonderzahl“ erschienenes Buch vor „KURUMBA“ oder die nicht geschriebenen Sätzen“ das zu dem ersten, wie Kurt Neumann noch betonte, mehrere Parallelen hat.

Die sollte dann Lukas Cejpek erklären und wie bei den meisten Jaschke Büchern geht es sehr viel Sprache.

Einerseits eine Art Biografie, das Springen von Hundertsten ins tausenste, ähnlich wie bei Karin Struck, die ich vor kurzem gelesen habe und Namen kommen in dem Buch vor, sehr viele von lebenden und toten.

Kurumba ist eine Insel in den Maladiven und da ist 1977 mit dreiunddreißig Jahren der Objektkünstler Blinky Palermo gestorben.

Der Name ist ein Pseudonym für Peter Heisterkamp, aber eigentlich hatte er mehrere Namen und auch einen Zwillingsbruder und sein Tod ist auch nicht ganz geklärt.

Darum rankte sich der Jascke-Text, der seine Aphorimen manchmal sogar in Reimform wiedergab und manchesmal auch Stephan Eibl Erzberg erinnerte „Steck ihn rein bin dich dein nein“, etc.

Dann gab es auch ein Gespräch das vom Hundertsten ins Tausenste führte, von Karl Kraus, dessen letztes Wort in der „Fackel“ „Trottl“ lauten würde, zu Robert Musil und dann zur Grazer Autoren Versammlung, die ja ihr Büro in dem Haus, nicht in der Wohnung, wo Robert Musil wohnte, hat.

Gerhard Jaschke ist auch, was ich nicht wußte, ein Sammler und so bekam er von Lukas Cejpek und Margit Kreidl anschließend auch ein Geschenk, nämlich einen großen Knochen mit einem kleinen Hund, Lukas Cejpek präsentierte auch das letzte „Feribord“ und trug ein T-Shirt, das ihm Gerhard Jascke einmal schenkte.

Jetzt noch mehr Prominenz und Autorenschaft, Buchhändler, bildende Künstler aber auch der Verleger, GAV und vielleicht auch PEN Autoren und ich schleppte, trotz aller meiner guten Vorsätze, wieder einen großen Büchersack mit mir.

Denn bei „Morava“ gab es wieder einen Abverkauf und im Gegensatz zu denen im letzten und vorletzten Jahr, war er heuer richtig fein, obwohl der Herr vor mir, glaube ich, auch sehr fündig geworden ist, gab es doch, man möchte es kaum glauben, Nina Sankovitsch „Tolstoi und der lila Sessel“, ein Buch über das ich am Sonntag noch einmal geschrieben und ich mir sehr gewünscht habe, dort und dann Olga Martynova „Von Tschwirik und Tschwirka“, Katharina Tiwalds „Die Wahrheit ist ein Heer“, Sonja Henisch „Die Wogen der Drina“, das ich einmal anfragte, um mich für die GAV-GV darüber zu informieren, etc.

Ob ich das alles lesen werde, weiß ich nicht, freue mich aber trotzdem darüber und Büchertische gab es in der „Alten Schmiede“ natürlich auch.

2013-10-20

Buchfestival für Verlags-Autoren und Self Publisher

Filed under: Uncategorized — jancak @ 16:19

Im Sommer hat mir Andrea Stift einen Link zu einer „Buchmesse für Verlags-Autoren und Self Publisher“ mit der Frage geschickt, ob mich das interessieren würde?
Im Internet fand ich dann die Ankündigung vom Autoren Portal „Hietzing liest“, am 19.und 20. Oktober im Amtshaus Hietzing mit einem bunten Cover-Mix und einer Reihe von Namen an der Seite, von denen ich die von Sonja Henisch und Ingrid Poljak kannte, die eine vom Lesetheater, die andere wurde bei den „Schreibspuren“ und im Mai bei „Buchmanie“ vorgestellt.
Bei den „Schreibspuren“, den Blog zum „Lehrgang für litarisches Schreiben“, auf den ich gestoßen bin, als ich im Mai Marlen Schachingers Buch gelesen habe, bin ich dann auch auf diese Autorenmesse gestoßen, die der Kunstförderungsverein Galerie Haslinger bzw. das Autorenportal „Hietzing liest“ veranstaltet, wo man seine Bücher gegen einen Messebeitrag von dreißig Euro an zwei Tagen ausstellen kann.
Da das etwas ist, was ich nicht unbedingt machen will, mich einen Tag lang vor meine Bücher zu setzen und dann vier oder fünf Stück davon zu verkaufen und auch keine Hietzinger Autorin bin, habe ich den Zettel aufgehängt und beschlossen, am Sonntag hinzuschauen, da der Samstag ja für die GAV-GV reserviert war.
Eine Messe für Selbstpublisher klingt aber interessant und wäre ein Fortschritt und was Neues.
Clemens Ettenauer vom Holzbaumverlag informierte mich dann ein bißchen später, daß es in der nächsten Woche, wo wir in Harland sein werden, einen „Markt der Independent- und Kleinverlage“ im Museumsquartier geben wird.
Es tut sich also etwas abseits der Buch-Wien, was auch klar ist, da ja sehr viele Leute schreiben und allmählich auch die Möglichkeiten des Digitalsdrucks, des BoDs und des E-Books zu nutzen scheinen.
Ich gehe ja im Februar nach der GV der IG-Autoren ganz gerne zu der „Anderen Buchmesse“, die von Margit Kröll et al organisiert wird und lese dort beim Autoren-Slam ohne jemals gewonnen zu haben und in Margareten gibt es ja sowas auch für die Margaretner-Autoren, wo man sogar nichts zahlen, aber lesen und seine Bücher ausstellen kann.
Zweimal habe ich dort gelesen, beim zweiten Mal war ich dem Berzirksvorsteher Wimmer zu lang, dann hat er mich nicht mehr eingeladen.
Ich bin also ein bißchen neugierig gewesen, als ich zum Amtshaus Hietzing hinaus marschierte und im Festsaal im zweiten Stock eine Reihe Tische mit den Büchern der ausstellenden Autoren fand.
Der erste, ein Deutscher, hatte ein Sachbuch anzubieten, dessen Namen ich mir nicht gemerkt habe, betonte gleich, daß er kein Selbstpublisher wäre, aber das ist ja eigentlich keine Schande, denn es schreiben ja sehr viele Leute, wahrscheinlich wirklich inzwischen mehr als lesen und so wanderte ich weiter von Stand zu stand. Die Anthologien des Lehrgangs für narratives Schreiben lagen auf, so daß ich nach Marlen Schachinger fragte, die aber nicht anwesend war.
Eine Dame drückte mir das Programm in die Hand, wo ich erfuhr, daß das Autoren Portal „Hietzing liest“ 2010 von Roswitha Sidl, Gynther Riebl, Susanna Länger und Erich Glavitza gegründet wurde und viele gemeinsame Lesungen und jeden Donnerstag eine Literatursendung in einem Internetradio hat.
Am nächsten Stand stellte Luis Stabauer, dessen Namen ich auf der gestrigen Generalversammlung hörte, die Biografie „Der Kopf meines Vaters, Wien von der NS-Zeit bis zu Gegenwart- eine Zeitzeugin erzählt“ und eine Anthologie von neun Autoren der Leondinger Akademie aus, mit dem ich mich unterhielt und der mir seine Bücher für das Literaturgeflüster zur Verfügung stellte, bzw. eines mit mir tauschte.
Er las dann auch um elf aus dem Buch und ich wanderte weiter zu dem Stand, wo Lisa Luxor, das ist ein Pseudonym, wie sie mir erklärte, ihre wahre Geschichte „Ich liebe dich für immer“, ihre Beziehung mit einem Ägypter vorstellte, mit der ich mich ebenfalls ein bißchen unterhielt.
Renate Woltron, die Regisseurin und Textautorin, kenne ich ebenfalls von den Osterspaziergängen und anderen Veranstaltungen des Lesetheaters und dann gab es noch verschiedene Krimis und Romane in mir völlig unbekannten Verlagen, zu finden.
Mit Brigitte Teuffl-Heimhilcher, die ein Kochbuch für Michallergiker und eines, wie man sein Leben als Allergiker neben ein paar anderen Frauenromanen, wie „Humor und Hausverstand erwünscht“, „Mütter und Töchter und andere Krisen“ aufliegen hatte, habe ich mich unterhalten und von dem Buchfestival mitgenommen, daß es offenbar viel mehr selbstverlegende Autoren und Autorinnen gibt, als man allgemein so weiß.
Erich Klinger hat mir gestern auf der GAV-GV gesagt, daß ich auf ihn den Eindruck mache, als würde ich mich permanent verteidigen, das hat mir auch Ju Sophie einmal so angedeutet, bei meinen dreißig selbstgemachten Büchern stimmt das wahrscheinlich, obwohl die wahrscheinlich einen ganz guten Eindruck auf dieser Messe gemacht hätten. Einen Stand vom Digitaldruck at, bzw. diesbezügliche Broschüren habe ich, glaube ich, auch entdeckt.
Interessant ist auch, daß Luis Stabauer Absolvent der „Leondinger Akademie“, die ja auch Anna Weidenholzer, Isabella Feimer, Thomas Wollinger, etc, besucht haben, ist und, wie er mir sagte von Angelika Reitzer in die „Alte Schmiede“ eingeladen wurde und als Marlen Schaichinger, die sich ja als GAV-Jurorin sehr viel Mühe mit ihren Gutachten machte und alles ganz genau analysierte, einmal im Literaturhaus ihren Schreiblehrgang vorstellte, habe ich an ihren Tisch, eine Ankündigung einer Romanwerkstatt gefunden, an der man nicht teilnehmen konnte, wenn man bei BoD oder selbst verlegte.
Offenbar hat sich auch das geändert oder sind die Grenzen fließend und ich finde es ja sehr schön, wenn sehr viele Leute schreiben, tue es ebenfalls, interessiere mich für sehr viel und habe wieder etwas Neues kennengelernt.

2010-04-06

Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters

Filed under: Uncategorized — jancak @ 01:14

Am Ostermontag gleich den nächsten Osterspaziergang durch den unteren Teil von Wieden, der um 13 Uhr im Otto Wagner Pavillvon am Karlsplatz begonnen hat und von Susanne Schneider liebevoll organisiert wurde. Leider war das Wetter nicht so schön, wie am Samstag und ich bin auch ziemlich knapp auf den Karlsplatz gekommen, weil wir erst am Vormittag nach Wien gefahren sind und der Anna auch noch die Osterhasen vorbeigebracht haben.
Der Otto Wagner Pavillon ist architonisch sehr interessant. Dazu haben die Szenen aus den „Letzten Tagen der Menschheit“, die Werner Grüner las, sehr gut gepasst, obwohl sie an der Sirk-Ecke spielen. Danach las Rolf Schwendter etwas von Elias Canettis „Fackel im Ohr“, nämlich die Stelle, wo er in die Kraus Vorlesung ins Konzerthaus ging und dort seine Veza kennenlernte.

Danach fragte mich ein Mann, ob ich von Ex libris sei und die nächste Station, war ein etwas regenverkürzter Rundgang über den Karlsplatz, historischen Museum der Stadt Wien, das jetzt Wien Museum heißt, Karlskirche, Resselpark mit dem Resseldenkmal und TU. Am Rilkeplatz habe ich mit Klaus Schwarz eine Kostprobe aus dem Erika Mitterer – Rilke Briefwechsel gelesen, hat ja Erika Mitterer als junge Frau Rainer Maria Rilke begeistert Gedichte geschickt, die sehr nachempfunden waren und Rilke hat begeistert geantwortet.
Manfred Loydolt hat beim Zauberflötenbrunnen am Mozart Platz, die Papagenoarie gesungen und wir sind über das ehemalige Johann Strauss Theater in der Favoritenstraße 8, wo später die neue Scala war, in den Grün Raum gegangen.
Dort mußten wir zwar etwas warten, bis uns eine Barbara aufsperrte, dafür wurden wir mit Kaffee und Tee bewirtet und Bücher gab es auch.

Und schöne Texte, befanden wir uns ja gegenüber dem Theresianum, wo Maria Theresia geboren wurde und heute die berühmte Schule ist, drinnen dürfte sich ein toller Park befinden, der leider nicht öffentlich ist. Jirsi Grusa und Franz Richter waren dort Lehrer, von denen gab es Textproben und noch Mozartbriefe. Dann ging es in die Rainergasse in den Hof der Erika Mitterer Gesellschaft, wo schon der Sohn und Nachlaßverwalter Martin G. Petrowsky wartete. Die Gedenkstätte ist in einem sehr schönen Biedermeierhaus, das der Familie gehört. Es lagen ein paar Zaunkönige zur freien Entnahme auf. Martin G. Petrowsky erzählte ein bißchen über die Erika Mitterer Gesellschaft und da war ich vor ein paar Jahren zufällig bei der Eröffnung. Ich hörte im Radio etwas von der Enthüllung der Gedenktafel, hatte an dem Tag ein Supervisionsgespräch im Prayerschen Kinderspital und ging am Rückweg an dem Haus vorbei, das sich gerade mit den Festgästen füllte. Ein wenig zögernd ging ich hinein. Eleonore Zuzak rief „Die Frau Doktor ist auch überall!“ und ich hatte ein bißchen ein schlechtes Gewissen, weil ich keine Einladung hatte, bediente mich aber trotzdem am Buffet und ich glaube mich zu erinnern, daß ich mich mit Paul Wimmer unterhielt. Und ich habe auch einen Text über Erika Mitterer, mit der ich bei „Buch und Wein“ anläßlich des Erika Mitterers Symposiums 2001 eine berührende Begegnung hatte und in der Schreibwerkstatt der Gewerkschaft zu dem Thema „Was hatten wir denn an Literatur zu Haus“ darüber schrieb. Diesen Text habe ich Herrn Petrovsky geschickt, er kam verkürzt in den „Zaunkönig“, der Zeitschrift der Erika Mitterer Gesellschaft zum hundertsten Geburtstag der Dichterin und den habe ich auch gelesen, allerdings erst im Cafe Frey gegenüber.

Im Hof wieder mit Klaus Schwarz ein Gedicht aus dem Rilke Briefwechsel und Uli Makomaski hat aus „Das Kreuz wird verhüllt – eine Schriftstellerin erinnert sich an 1938“ gelesen. Dann war ich gleich nochmals dran, denn ich habe auch meine Erinnerungen zu Helmut Eisendle und der hat auch noch in dem Haus gelebt, wo es das Antiquariat „Buch und Wein“ gegeben hat.
Ich habe mich auch mit Manfred Loydolt unterhalten, der mir sagte, daß ich, bei der Feier „Zwanzig Jahre Lesetheater“ einen Text lesen soll, den ich einmal fürs Lesetheater geschrieben hab. Franz Hütterer, der später Texte zur Wiener Gruppe las, kam auch ins Cafe Frey und lobte das Literaturgeflüster und wir gingen zur freien Bühne Wieden, die diesbezüglichen Texte hatten wir schon gelesen, also nur den Hof besichtigt und zum Jandl Park in der Schlüsselgasse, wo die Mechthild Podzeit-Lütjen wohnt, uns Ostereier brachte und einen Text verlas, den sie anläßlich der Umwidmung des Schlüsselparks in den Ernst Jandl geschrieben hat, weil Jandl einst Lehrer in der Waltergasse war.

Die nächste Station, das Cafe Classico in der Wiedner Hauptstraße, auch daran geh ich oft vorüber, war ebenfalls sehr interessant. Wurden da ja Texte von Fritz Grünbaum und Karl Farkas gelesen. Dora Schimanko las, wie es zum „Buchenwald-Lied“ kam und Sonja Henisch, die Ex-Frau vom Peter, die mir auf dem Weg erzählte, daß sie auch einen Verlag für ihre Bücher sucht, las über die Kaffeehauskultur auf der Wieden und davon, das früher bei H.C. alle an Artmann dachte, während das heute für Strache steht und auf einmal kam es zu einen Disput in dem Cafe, das eigentlich extra für uns aufgesperrt wurde. Es waren nämlich doch noch andere Leute da, offensichtliche Stammgäste, die empört das Lokal verließen, weil sie nicht soviel von Buchenwald und Widerstandskämpfern hören wollten.

„Freundschaft!“, rief ihnen Werner Grüner noch nach und da haben sie auch die Auszüge von Irene Harands „Sein Kampf“ versäumt, die eine katholische bürgerliche Dame war und sich dennoch 1935 leidenschaftlich gegen Hitlers engagierte.
Sehr interessant, daß man 2010 Widerstand erregen kann, wenn man Grünbaum, Farkas und Hugo Wiener liest, aber es kam noch viel Interessanter, nämlich im Restaurant Beograd im Freihausviertel, in das wir gingen, weil es dort für Rolf Schwendter eine gute Fischsuppe gibt und sich auch die Wiener Gruppe in den Sechzigerjahren dort traf. Deshalb stand hauptsächlich die Wiener Guppe am Programm: Konrad Bayer, Liesl Ujvary, H.C.Artmann, Oswald Wiener, Gerhard Rühm, Hannes Schneider, Elfriede Gerstl, Friederike Mayröcker, Ernst Jandl. Aber das Beograd, das heuer seinen fünfzigsten Geburtstag feiert, hat Live Musik und die schlug sich sehr mit der Wiener Gruppe. Elisabeth Chovanec hat zwar tapfer Friedrich Achleitners experimentellen Text über die gute Suppe gelesen, aber ein serbisches Lokal und die Texte der Wiener Gruppe sind schon eine wilde Mischung und man lernt viel dabei.
Zum Glück hörten die Musiker um zehn zum Spielen auf, so daß wir mit Ausnahme der Gerstl Texte, Angelika Raubek hatte schon das Lokal verlassen, weiter machen konnten. Susanne Aschner las noch eine Collage von Texten ihrer Tochter und ihrer Mutter, was ebenfalls sehr lehrreich war.

2019-06-01

Suchbild mit Katze

Filed under: Bücher — jancak @ 00:30
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Jetzt kommt wieder etwas von meiner Backlist, nämlich ein Buch, das mir der Alfred im April 2017 in Göttweig bei „Literatur und Wein“ kaufte, Peter Henischs  Memoiren, mit dem der 1943 in Wien geborene, auf der Long- und Shortlist des ersten öst Bps gestanden ist, den dann Friederike Mayröcker gewonnen hat

Peter Henischs, von dem ich ja gerne schreibe, daß ich ein Fan von ihm bin und lange gedacht habe, wenn der bei „Residenz“ verlegt, muß es auch bei mir klappen, Kindheitserinnerungen, wo der kleine Peter am Ercker des Hauses von dem im Krieg ein Stück heruntergebombt wurde, mit seiner Katze sitzt und über seine frühen Erinnerungen nachdenkt, beziehungsweise, die immer wieder mit Einsprengseln, aus seinem späteren Leben, wo er mit seiner ersten Frau Sonja nach Griechenland fährt, mit seiner jetztigen Partnerin Eva in Italien das Meer und es erst nicht und dann später doch findet und sein Leben einer jungen Reporterin erzählt, die immer wieder kritische Fragen stellt.

Das Buch ist bei „Deuticke“ erschienen, ich habe daraus eine Diskussion mit Jochen Jung, der ihn ja früher verlegte und Martina Schmidt in der „Gesellschaft“ gehört, auf der „Buch Wien“ und auch sonst wahrscheinlich 2016 daraus gehört und das Buch, nachdem Peter Henisch es mir signierte, auf dem Harlander Stapel liegenlassen, es aber auf meine 2019 Leseliste gesetzt.

Eigentlich ein sehr einfaches Buch und auch schnell zu lesen, vor allem wenn man auch in Wien und ein paar Jahre später geboren ist und Peter Henisch bezieht sich auch immer wieder auf seine Werke, vor allem aber bezieht er sich auf seine Katzenliebe. Er hat auch einmal in einem Aufsatz mit dem Titel „Was ich werden will?“ „Katze“ geschrieben und als der Lehrer mahnte, daß das kein Beruf sei, „Schriftsteller“ hinzugefügt, weil man dann ja über so etwas schreiben kann.

Der kleine Peter, Sohn eines sehr erfolgreichen Fotografen, über den er eines seiner ersten Bücher geschrieben hat, ist ein sehr altkluges Kind, daß da in einer Schar von intellektuellen Erwachsenen aufwächst. Er gewinnt bei den Spielen immer und verblüfft die Erwachsenen durch seine Klugheit, im Flur hängen erotische Bilder von nackten Frauen, die der Vater geknipst hat, die Eltern nehmen ihn auch immer ins Kino und da oft in nicht jugendfreie Vorstellengen mit.

Als er aber in die Schule kommt und das erste Mal unter Kindern ist, hat er Tränen in den Augen, die der Vater dann prompt fotografiert, weil er das nicht gewohnt ist.

Er ist in Schreiben und Lesen, den anderen weit voraus, im Rechnen nicht so sehr, er hat auch einen gutenLehrer, der ihn an „Dr. Doolittle“ erinnert. Diese Bücher über den mit den mit Tieren sprechenden Arzt, hat er, wie auch ich, gern gelesen und hat, weil darin keine Katzen kommen, auch eine Fortsetzung schreiben wollen.

Karl May hat er auch sehr gern gelesen, das hat er mir voraus und ist mit seinen müttlerlichen Großvater wandern gegangen, als er schon etwas größer war.

War er noch kleiner, haben ihn die Eltern, wenn sie Zeit für sich haben wollten oder die Mutter den Vater zu Presseterminen begleitete, zu den Großeltern in die Hasengasse gebracht.

Über die andere, die „belesene Oma“, die mit dem Enkel durch den Stadtpark spazieren ging, hat Peter Henisch auch schon ein Buch geschrieben und seine erste Liebe war die Hausmeistertochter Friedi, die er in einem Gedicht vereweigt hat.

Präsident Renner ist gestorben, Theodor Körner folgte ihm nach und den Film „Erster April 2000“ mit Josef Meinrad in der Hauptrolle hat der kleine Peter im Apollokino gesehen und da mit etwas Mühe ausgerechnet, wie alt er zu diesem Zeitpunkt sein würde?

Ein interessantes Buch, über das man sich, wie schon geschrieben, schnell durchliest, das vielleicht nicht so ganz literarisch ist, aber Peter Henisch hat damit ja fast den östBp gewonnen,  inzwischen auch schon weitergeschrieben und das neue Buch, beziehungsweise den wiederaufgelegten „Mai“ auch bei den letzten „O-Tönen“ vorgestellt.

2018-10-13

Die Katze und der General

Buch zehn des dBp und das vierte Shortlistbuch, ich weiß, ich bin spät daran, aber Nino Hartatischwilis Roman hat über siebenhundert Seite und es ist das erste Buch der 1983 in Tiflis geborenen, das ich gelesen habe.

„Ihr achtes Leben“ ist ja durch alle Blogs gegangen und ich habe auch in Göttweig daraus gehört, bei diesem Buch waren die Blogger und Book Tuber etwas zurückhaltender, wahrscheinlich war es ihnen zu lang und auch bei „Amazon“ gab es „Ein-Stern-Rezensionen“, Manfred Rebhandl im „Standard“ hat es nicht gefallen. Er hat es für mißĺungen gehalten und ich habe mich die letzte Woche durch das Buch gelesen und bin zu dem Schluß gekommen, daß es den eBp gewinnen müßte, denn Maxims Billers wahrscheinlich schnell dahin geschriebenes Geschichtchen, das noch dazu bereits schon von seiner Schwester geschrieben wurde, kommt nicht dagegen an.

Gut man könnte sagen, daß man es wahrscheinlich kürzen hätte können und nicht alles so genau auserzählen hätte müßen. Man kann den Plot wahrscheinlich auch ktischig nennen. Er ist aber einer von denen, der mir gefällt und über Tschetschenien und den ersten und zweiten Krieg, den es dort gegeben hat und ich habe vor zehn Jahren sehr viel Traumadiagnostik mit Asylwerbern von dort gemacht, habe ich sehr sehr viel erfahren.

Es ist auch, glaube ich, hervorragend komponiert und ich gebe zu, daß ich mit fünfunddreißig Jahren und wahrscheinlich auch jetzt nicht so gut schreiben konnte und kann, würde es aber sehr gern.

Also voila, wieder ein bißchen vor mich hingespoilert, obwohl das meiste schon im Klappentext steht, denn, daß Nura, die junge aufrechte Teschetschenein, deren Ehrgeiz es ist, den Rubik-Kubik- Würfel zusammengebracht zu haben, vergewaltigt und ermordet wurde, ist von Anfang an bekannt und haben die Booktuber erzählt, die sich durch das Leseprobenheftchen gewühlt haben.

Der Prolog erzählt von der Achtzehnjährigen, die in ihrem mittelalterlichen Dorf Mehl holen geht, wo alle Frauen Kopftuch tragen müßen und von ihren Brüdern und Cousinns bewacht werden, sie will von hier weg und spart schon das Geld dazu, als sie nach Jause kommt und die Nachricht hört, die Russen sind hier.

Dann geht es in das Jahr 2016 und nach Moskau oder Berlin, denn der General, Alexander Orlow, der keiner ist, sondern ein Oligarch, hat sich dorthin zurückgezogen. Er ist der Sohn eines hohen Militärs, wurde von der ehrgezigen Mutter auch in eine solche Laufbahn gedrängt, will aber lieber Literatur studieren. So geht er zu den Aufnahmsprüfungen der Militärakademie nicht hin oder läßt sich durchfallen. Kommt aber im Jahr 1996 doch irgendwie nach Tschetschenien, in das Dorf und soll dort die Küche betreuen. Da hat er einen Kjumpel Aljoscha, der eigentlich in Frankreich das Kochgewerbe erlernen will und von Coq au vin träumt. So kaufen sie Nura Hühnchen und Eier ab und die besoffenen Obersten und Führer, die sie haben, wollen auch im Dorf Krieg spielen, halten Nura für eine Terroristin und vergewaltigen sie.

Orlow und Aljoscha werden gezwungen mitzutun, Nura stirbt, Alexander zeigt sich selber an. Es kommt sehr ungewöhnlich zu einem Prozeß, den er erzwingt, aber der aufrechte Anwalt, den er besorgen konnte, wird ermordet und Oberst Petruschow, der stärkste der drei Mittäter, bietet ihm eine hohe Stelle in einem Konzern an, wenn er schweigt. Er tut es schließlich, wird Oligarch, verliert seine Jugendliebe Sonja und auch seine Tochter Ada, die die Schuld ihres Vaters in den Selbstmord trieb und im Berlin des Jahres 2016, sieht Orlow  auf einem Plakat, eine Schauspielerin, die der ermordetetn Nura verdammt ähnlich sieht.

Er engagiert sie, Katze genannt, die aus Georgien kommt, für ein Video, das er den drei Mittätern übermitteln läßt. Es gibt dann noch Schapiro, den Orlow im Gefängnis kennenlernte und der sein Leibwächter ist oder für ihn die Kohlen wegräumt und einen deutschen Journalisten Onno Bender, die Krähe genannt, man sieht das Buch ist sehr gut komponiert, der sich auf Orlows Spuren setzte, in Ada verliebte und ihr auch von der Schuld des Vaters erzählte.

Das Ganze wird hin und hererzählt und schließlich landet man zu Silvester 2016 in einem wunderschönen verschneiten tschetschenischen Bergdörfchen, wouerst Coq au Vin, ohne Wein, weil Alkohol ja in Tschetschenien verboten ist, gegessen und schließlich bei Wodka, russisches Roulette gespielt wird.

Hier endet meine Nacherzählung mit der Wiederholung, daß mir das Buch sehr sehr gut gefallen hat, den Thome und  „Nachtleuchten“, die auch noch auf der Shortlist standen, muß ich noch lesen.

Was das so Besondere an „Archipel“ ist, habe ich noch immer nicht begriffen, obwohl man beide Autorinnen in Frankfurt auf sämtlichen Sofas finden kann und ich mich demnächst in ein Georgien-Buch vertiefen werde, das, wie ein Wunder oder welche Energie, auch von Nino Haratischwili, die ja in Hamburg lebt, übersetzt wurde.

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