Literaturgefluester

2011-10-18

„Sophie Hungers“ fast allein

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:22

Die Lesung, die ich im Cafe Amadeus am Montagabend hatte, ist irgendwie unter einem schlechten Stern gestanden. Obwohl so lange vorher habe ich noch nie eine Lesung angekündigt, habe ich sie doch am 2. September vor einem Jahr bei der Lesetheaterfestveranstaltung mit Christian Schreibmüller gemeinsam mit Elisabeth Chovanec ausgemacht, ich sollte, glaube ich, am 5. September lesen, sie im Oktober. Christian Schreibmüller sagte uns noch wir sollten jeder zwanzig Leute mitbringen, aber das bringe ich nicht zusammen, habe die Lesung aber im Literaturgeflüster verlautbart und Christian Schreibmüller die erforderlichen Unterlagen geschickt.
Geplant wurde eine Lesung aus der „Sophie Hungers“, die „Heimsuchung“ war zu diesem Zeitpunkt zwar schon erschienen. Aber wahrscheinlich habe ich Christian Schreibmüller dieses Buch gezeigt und er sagte mir noch, ich solle fünfzig Minuten daraus lesen, was mich wunderte, weil das sehr lang ist.
Vom Cafe Amadeus hatte ich, glaube ich, durch Cornelia Travnicek gehört, die vor etwa zwei Jahren dort gelesen hat und in ihrem Blog schrieb, daß die Lesebedingungen eher schwierig waren. Inzwischen bin ich einige Male daran vorbeigegangen und habe am 3. Dezember bei der Lockstoff-Veranstaltung im Museumsquartier Christian Schreibmüller wieder getroffen, der mir sagte, daß er den 5. September inzwischen an jemanden anderen vergeben hat, ich könne aber am 17. Oktober lesen.

Inzwischen hatte ich schon einen anderen Lesetermin für die „Sophie Hungers“, habe ich sie ja am 6. Dezember in der Alten Schmiede vorgestellt und das war eine sehr beeindruckende Lesung, habe ich da ja einen jungen Mann kennengelernt, der eine Rezension darüber geschrieben hat, Marinko Stefanovic war da, Ilse Kilic und noch einige andere.
Ganz sicher, ob der Lesetermin im Cafe Amadeus halten wird, war ich dann nicht, habe aber Christian Schreibmüller bei der Poet Night darauf angesprochen, der mir es bestätigte und in der „Buchkultur“ den Termin angekündigt gefunden. Im Internet war es schwer zu finden, inzwischen schickte mir Elisabeth Chovanec eine Einladung, daß sie am 24. Oktober liest und sagte mir, daß ich die Veranstaltung über den Verein „Klopfzeichen“, finden kann. Ich habe es gefunden, war etwas sicherer und auch angefangen Leute einzuladen, weil es ja so eine Grundangst gibt, vor keinen Zuhörern zu lesen oder zum Veranstaltungsort zu kommen und es findet gar nichts statt.
Das hat sich inzwischen zwar ein bißchen desensibiliert, ein ungutes Gefühl ist aber trotzdem geblieben, als ich mich für die Lesung vorbereitete. In der Alten Schmiede habe ich zwanzig Minuten, also die ersten drei Szenen gelesen und das habe ich auch 2009, als mich Franz Blaha in die Augustin Schreibwerkstatt eingeladen hat. Da war das Buch noch nicht erschienen, ist es ja erst 2010 herausgekommen. Im vorigen November bei der Frauenlesung, die die Liebe zum Thema hatte, hatte ich ein Stück von weiter hinten, die Szene, wo sich Valerie Oswald und Felix Baum in Bratislava näher kommen, ausgesucht, habe dann aber, glaube ich, noch ein zweites Stück gelesen. Jetzt habe ich gedacht, daß ich ja auch auf die „Absturzgefahr“ hinweisen könnte und wenn ich wirklich fünfzig Minuten lesen soll, geht sich ja beides aus.

Eva Jancak

Eva Jancak

Enrico Kuscher

Enrico Kuscher

Die ersten drei Szenen aus der „Sophie Hungers“ und die beiden die im bei den „Mittleren V“ gelesen habe. Habe je fünf Bücher eingepackt und bin nach sechs losmarschiert. Irgendwer hat mich vor einer Woche im Amerlinghaus gefragt, ob ich im Keller lese? Keine Ahnung, denn ich war noch nie im Cafe Amadeus und als ich es nach sieben betreten habe, war es ziemlich leer. So bin ich wie das die letzten Male beim Cafe Anno machte, noch ein bißchen herumspaziert. Ja richtig, Emily Walton hat vor zwei Wochen auch im Cafe Amadeus gelesen. Als ich dann zurückkam, war der Alfred da und ein Herr im Extrazimmer, der sich mir als Enrico Kuscher vom „Klopfzeichen“ vorstellte und mir sagte, daß Christian Schreibmüller erkrankt sei. Er zeigte mir auch, wo die Lesung stattfinden würde und die neue Anthologie des „Klopfzeichens“ „Existenz und Renitenz“ und wir warteten auf Zuhörer, die nicht kamen. Emily Walton erzählte er mir, hätte ein volles Haus gehabt, sich aber vielleicht ihre Zuhörer mitgenommen, was ich auch immer versuche. So erzählte ich ihm, daß ich einmal in den Neunzigerjahren, eingeladen von den IG Autoren in Innsbruck in einer Buchhandlung gelesen habe, da waren außer Helmuth Schönauer und Helmut Schiestl, die mich eingeladen haben, nur die Buchhändler da und als ich mit Uwe Bolius in der Alten Schmiede gelesen habe, waren zwar eine Handvoll Zuhörer da, aber das waren alle meine Freunde.
Nun gut, diesmal hat es nicht geklappt und es muß auch nicht immer sein, daß man sich seine Freunde mitnimmt, um Lesepublikum zu haben. Es kommt auch nicht immer gut an, so ist zum Beispiel, die Beziehung mit meiner Freundin Elfi daran zerbrochen, daß sie das nicht wollte. So habe ich Herrn Kuscher und Alfred die ersten zwei Szenen aus der „Sophie Hungers“ vorgelesen und mit Herrn Kuscher über die Psychologie und den Literaturbetrieb diskutiert, der sich darin auszukennen schien und nicht nur Hilde Spiel und Friedrich Torberg, sondern auch Hans Strotzka zu seinen Freunden zählte.
Eine sonderbare Erfahrung vor dem Veranstalter und seinem Mann, der die Fotos für das Literaturgeflüster machte, zu lesen, die ein bißchen depressiv machen und auch zum Jammern bringen kann, hatte ich ja eine Diskussion mit JuSophie, die meinte, daß ich das nicht immer soll.
Das Leben einer erfolgsfreien Autorin ist nicht so lustig und vielleicht sollte man auch nur an Orten lesen, wo man sich seiner Zuhörer sicher ist, auch wenn man sie nicht hinschleppt, was soll ich aber machen, ich lese nun einmal gern?

Werbeanzeigen

2018-04-05

Die Kinderbücher

Weiter geht es mit der Vorstellung meiner Bücher, beziehungsweise der Themengebietesammlung, denn das habe ich ja vor im Jubiläumsjahr, zu zehn Jahre „Literaturgeflüster“, meinen Leserinnen und Lesern ein bißchen etwas über die eigene Buchproduktion zu erzählen.

Denn da ich ja meine Bücher selber mache, mir also immer fünfzig Stück drucken lasse und sie dann verteile und dabei sogar auf die ISBN-Nummer verzichte, liegt das ein wenig brach, beziehungsweise ist an meine Bücher nur schwer heranzukommen, obwohl ich ja subjektiv das Gefühl habe, ich posaune das ohnehin den ganzen Tag heraus und jeder müßte, um mein Schreiben wissen.

So ist es nicht, bin ich, als mich Ljuba Arnautovic einmal für eine Journalistin oder Literaturkritikerin gehalten hat, daraufgekommen. Klar, die GAV-Kollegen wissen das ich schreibe.Meine Blogleser könnten es eigentlich auch wissen, aber die halten mich vielleicht für eine Hobbyautorin, finden, daß ich schlecht, trottelig oder unverständlich schreibe oder lesen vielleicht nur den Artikel, wo ich sie und ihr Werk erwähne und das andere nicht.

Meine Psychologiekollegin und Vorgängerin Irmgard G. auf der II HNO Sprachambulanz hat mich einmal gefragt, ob mein Blog mein Schreiben ersetzen würde?

So ist es nicht, natürlich nein, ich schreibe nach wie vor meine Bücher, Romane und realistische Erzählungen und gebe sie dann fünfzigmal geraus, nehme sie auf Lesungen, wenn ich welche habe, also aufs Volksstimmefest, zu den „Textvorstellungen“ in die „Alte Schmiede“, etcetera mit und lege sie auf, aber das wäre es dann schon, wenn man keine ISBN-Nummer und die Bücher bei sich selber zu Hause liegen hat.

Es ist auch so, wenn man eine solche hat, aber in einen Kleinstverlag erscheint, so habe ich ja noch immer einige Schachteln der „Hierarchien“, erschienen Anfang 90, in der „Edition Wortbrücke“ in Harland stehen und ein paar andere stehen warhscheinlich im Keller des Kulturamtes der Stadt Wien, die ja Jack Unterweger, auf mein Betreiben, empfohlen von Barbara Neuwirth, glaube ich, diese abkaufte.

Das war auch das, was mich dazu brachte, bei meinen „Digis“ auf die ISBN-Nummer zu verzichten, die man natürlich kaufen kann, aber ich denke, meine fünfzig Stück wären auch dann kaum auffindbar und keiner würde sie nur über die Nummer bestellen.

Bestellen kann man die Bücher übrigens bei mir und einige Mal im Jahr bekomme ich auch solche Anfragen und verschicke meine Bücher und durch das „Literaturgeflüster“ und die Marketingbestrebungen der Selfpublischer, habe ich auch begonnen, meine Bücher dort vorzustellen.

So gibt es regelmäßig, wenn der Text an die Druckerei gehen kann, eine kleine Vorschau, neuerdings auch mit Gewinnspiel. Schade, daß sich da nie jemand meldet, der interessiert an meinen Büchern ist und sie lesen will.

Das ist schon etwas, was mich ein bißchen irritiert. Aber ich habe seit 2002, als ich auf dem Geburtstagsfest der Erika Danneberg im „Siebenstern“ war und nicht so recht wußte, ob ich ihr eines meiner Bücher, ich glaube, es waren die „Schreibweisen“ schenken sollte und das Buch während ich mir das überlegte, einigen Leuten zeigte, die es gleich kaufen wollten, immer die letzten zwei Bücher in meiner Tasche, um sie Interessierten zu zeigen und habe da auch schon einige verkauft und auch manchmal ein positives Feedback zurückbekommen und seit einigen Jahren, lege ich auch immer ein Exemplar in den Bücherschrank.

Da hat sch beim Sommerbuch eine halbe Stunde später, als ich von der Pojt zurückgekommen bin, eine Dame angerufen und sich dafür bedankt und das „Bibliotheksgespenst“, wird habe ich gesehen, im Netz angeboten. Ich glaube, um zehn Euro. Ich, kann ich nur flüstern, verkaufe die Bücher zum Selbstkostenpreis, weil ich  nicht wirklich an ihnen verdienen will, also billiger.

Es gibt  das Gewinnspiel mit jeweils drei Fragen zu dem Buch, um es ein wenig vorzustellen und wenn es dann fertig ist, gibt es ein Bild mit mir davon und da würde ich gerne eine Leserunde machen, aber auch das funktioniert noch nicht so wirklich, als ob die selbstgemachten Bücher ohne ISBN-Nummer von vornherein mit einem Makel behaften wären und man sich an ihnen anstecken könnte.

Nun gut, man braucht ein wenig Zeit sie zu lesen, aber das braucht man auch bei anderen Büchern und es gibt ja Leute, die von sich behaupten, sie würden, alles, was sie in die Finger kriegen, begierig verschlingen. Nun gut, es gibt auch selbstverlegte Bücher und da hat noch nicht  der Verlag darüber gesehen und sie für gut befunden oder früher meine unverlangten Zugesandten nicht gedruckt.

Jetzt schicke ich  nicht mehr hin, sondern mache gleich selbst. Aber ich wollte  etwas über meine Kinderbücher erzählen, weil ich bei den Thmengebieten schon die depressiven Frauen, die Bücherschrankmotive, die Schreibweisen und noch einiges andere mehr vorgestellt habe, so daß man, wenn man es will, schon einen kleinen Einblick in mein Schreiben und meine inzwischen, glaube ich, an die vierzig selbstgemachten Bücher bekommen kann, die meistens Romane, Erzählungen oder Novellen sind. Zwei Erzählbiände mit Kurzgeschichten gibt es auch, die „Schreibweisen“ mit drei längeren Erzählungen übers Schreiben und das „Literaturgeflüster Texte Buch“ das die literarischeren Texte der ersten fünf Jahre des Blogs enthält und dann gibt es zwei Kinderbücher, obwohl ich mich jeigentlich nicht als Kinderbuchautorin bezeichnen würde, aber eher unfreiwllig damit angefangen oder einen meiner frühen größeren Erfolge von dort herbekommen habe.

Denn ich habe, auch menn man mir das vielleicht nicht glaubt, einmal einen Teil des „Kinderbuchpreises der Stadt Wien“ bekommen, die andere Hälfte, Christine Nöstlinger, ich glaube für das „Austauschkind“. Man sieht, das ist lange her und ich kannn mich nicht mehr ganz daran erinnern. Die eine Hälfte also Christine Nöstlinger, die andere hat das nicht rollenspezifische Kinderbuch, das aus einen Wettbewerb, den „Jugend und Volk“ und das Staatssekretariat für Frauenfragen für nicht rollenspezisische Texte veranstaltet hat, wo auch Christine Nöstligner in der Jury saß „Buben dürfen weinen, Mädchen dürfen weinen“ und da ist mein Text „Güler will kein Kopftuch mehr“ drin, obwohl der Text eigentlich für einen Roman, der nie fertig oder veröffentlicht wurde, geplant war.

Das war mein erster großer Erfolg, mehrere Auflagen, einige Interviews, schon Verrisse, wegen der Sprache, obwohl das Buch lektoriert worden ist. Danach habe ich auch noch an „Jugend und Volk“ geschickt, der einen meiner Texte über die Arbeitswelt an den „Wiener Frauenverlag“ schickte, so daß er dort in einer der ersten Anthologien veröffentlicht wurde.

Die zwei Kinderbücher die ich hier vorstellen will, sind später entstanden. Beim Ersten handelt es sich, um eines meiner Lieblingsbücher, es wurde, wie unter der letzten Zeile steht „Im Mai und Juni 1993 in Lemberg, Krakau und Wien“ geschrieben und ich kann mich an eine sehr rauschhafte Zeit erinnern.

„Lore und Lena“ behandelt das doppelte Lottchen -Motiv. Das sind zwei zehnjährige Mädchen. Eine geht in eine katholischePrivatschule und lebt bei ihrer Mutter, einer erfolgreichen Kinderärtzin, die mit dem Professor, denPrimar einer Kinderklinik verheiratet ist, der ist allerdings nicht ihr Vater und die andere,Lena, geht in eine Alternativschule, das WUKwird, glaube ich, direkt genannt. Ihr Vater ist ein erfolgreicher Schriftsteller, Josef Haslinger, war vielleicht mein Vorbild beim Schreiben und dort machen sie sie ein Zeitschriftenprojekt. Lena findet einen Artikel, wo die Kinderärtzin Lore und der Professor abgebildet sind, erkennt, daß sie ihr ähnlich sieht und das sie das Jugendbild der Ärztin in ihrer Schachtel und als einzige Erinnerung an ihre Mutter hat. Geht in ihre Praxis täuscht Bauschmerzen vor und die Geschichte beginnt. Denn die konservativen Großeltern nehmen Lena nicht so leicht und sofort in ihre Familie auf. Lena zerbricht fast deran, während die lockere Lore, das ganze als Spiel sieht, auch in die alternative Schule will, mit dem Vater und seiner Freundin ach Griechenland auf Urlaub fährt und dort zu schreiben beginnt.

Das Buch hat mich fast in einen Rausch versetzt und ich habe es innerhalb ein paar Wochen heruntergeschrieben. In Wien, während ich in der Reinprechtsdorferstraße meine Praxis machte und meinen Vater betreute und dann bin ich damals vier Tage mit einem Bus des akademischen Reisediestes über Krakau nach Lemberg gefahren und habe dort, wie ich mich erinnern kann, beispielsweise die Griechenlandszenen,  geschrieben.

Ich war sehr begeistert von dem Buch, habe es auch fleißig herumgeschickt und gedacht, jetzt muß es doch mal was werden und ein Kinderbuchverlag wird es nehmen. Damals ist auch zeitgleich mein zweites Buch übers Stottern erschienen. Aber nichts, Sense aus. Eine Rückmeldung, die mir, glaube ich,  schrieb, daß der Verlauf der Handlung unglaubwürdig wäre oder so, ich habe den Brief, glaube ich, in der Konditorei  Aida liegenlassen und nie mehr zurückbekommen, habe ich erhalten, sonst nichts außer Absagen.

Aber als wir dann im Sommer nach Mexiko geflogen sind, habe ich mein zweites Kinderbuch, nach einer Iidee, die ich schon länger hatte, geschrieben.

„Mutter möchte zwanzig Kinder“.

Es ist relativ dünn,  mein viertes Digibuch, Lore und Lena ist das dritte, hat einen gelben Umschlag und den Titel hat die damalige neunjährige Anna mit der Hand darauf geschrieben. Bei „Lore und Lena“ hat sie den Buchtext verfasst und ist zusammen mit einer Freundin, am Cover zu sehen.

Bei der „Mutter“ habe ich Elfriede Haslehner gebeten, die hat dann: „Die Autorin, Mutter einer Tochter, unternimmt das Wagnis das Leben einer Frau zu schildern, die 20 Kinder haaben möchte (zu Beginn der Erzählung hat sie gerade ihr elftes Kind bekommen), diese als Alleinerzieherin aufzieht und auch selbst unterrichtet.

Ob das gut geht?

Ja, es gibt sie, diese Vielfach-Mütter, und sie sind so etwas Besonderes, daß man hin und wieder eine von ihnen in einer Fersehshow bewundern kannn. Allerdings haben die Fernseh-Mütter meist einen unterstützenden Ehemann an ihrer Seite.

Es ist wohl eine Menge Fantasie nötig, um jungen (und junggebliebenen) Lesern/Leserinnen Einblicke in das turbulente Leben einer solchen Übermutter -geschildert aus der Sicht ihrer zehnhährigen Tochter – gehen zu können. Eva Jancak hat sie.“

E. H. steht daruber und nicht der volle Name, offenbar auch hier etwas Distanz zu den selbstgemachten Büchern und das Ganze ist natürlich eine Phantasie , die ich irgendwann einmal herbekommen und ausgesponnen habe.

Ob das gut geht im realen leben, wahrscheinlich nicht und Beate Baumann ist auch keine von den neuen Konservativen, wie es sie die Identitären haben wollen. Sie ist im Gegenteil eine sehr alternative Frau und kämpft sich mit ihrer Kinderschar sehr selbstbewußt durchs Leben. Als die Familienhelferin Hilde Pokorny sich aufmacht, nach der Wohnung zu suchen, wurde gerade der kleine Markus, als elftes Kind gerade geboren, alle zu Hause, so wie ja auch die Anna zu Hause geboren wurde, um die kinderrreiche Alleinerzieherin, die erste Woche zu betreuen, kommt auch bald die Sozialarbeiterin Frau Koller vom Jugendamt, macht ein strengen Gesicht, sagt „Frau Baumann, Frau Baumann!“ und erzählt dann etwas von Schwierigkeiten, die es mit dem Rechtsanwalt Viktor Frank, einer der Väter gibt, das hört Liesel die älteste Tochter, die wie ihr Bruder Stephan einen Vater hat. Der ist Lehrer und hat Beate Baumann wegen ihrer Kinderwünsche verlassen und Liesel überninnt nun eine Odyssee, um ihrer Mutter aus den Schwierigkeiten zu helfen. Sie freundet sich mit Karin, der Tochter von Viktor Frank an, geht zu ihrer Geburtstagsfeier mit seinem sohn und Bea Baumann, die inzwische einen kinderfreundlicheren Mann kennengelernt hat, ist auch sehr bemüht, aus den Schwiergkeiten herauszukommen, in die sich sogar der Bürgermeister einmischt und alles wird gut.

Eine Phantasie und vielleicht kein wirkliches Kinderbuch, obwohl meine bücher ja eigentlich sehr leicht geschrieben sind und ich mich ganz ehrlich immer etwas wundere, wenn mir einer meiner Blogleser schreibt, daß er meine Texte nicht versteht. Es wären eher Kinderbücher habe ich von anderen meiner Texte, öfter gehört und so habe ich in den Neunzigerjahren dann auch den Versuch, zwei Kinderbucher zu schreiben, gemacht.

Ich habe auch „Mutter möchte zwanzig Kinder“, an die Verlage geschickt, wie man sieht, keinen Erfolg gehabt. Das Buch dann als viertes „Digi“ herausgegeben und noch in Mexiko den Versuch eines drittes Kinderbuchs, nach einer Idee, eine alten Frau, die sich gegen das Pflegeheim in das gescteckt wurde, wehrt, schon hatte, zu schreiben, habe aber in Wien zurückgekommen, damit aufgehört und später auch keine expliziten Texte für Kinder mehr geschrieben.

Es hat damals in einem Cafe im achten Bezirk einen monatlichen Jour Fix, wo sich Kinderbuchautoren getroffen haben, gegeben, Georg Bydlinsky, den ich von der GAV und der IG kenne, hat mir ihn empfohlen. Ich bin ein paar Mal hingegangen, die zwei Bücher, beziehungsweise die Manuskripte, auch einer Kinderbuchautorin gezeigt, die sie freundlich gelesen hat und mir dann erklärte, daß sie zwischen der Kinder und der Erwachsenenliteratur angesiedelt wären und ich sie vielleicht deshalb zurckbekommen habe.

Magl sein. Es sind sicher nicht meine typischsten Bücher. Ich schreibe jetzt mehr wahrscheinlich über die Schwierigkeiten des Alterwerdens oder den Schwierigkeiten, die man in einer Gesellschaft, wie dieser hat, gebe meine Bücher nach wie vor selber heraus, vermarkte oder stelle sie im Blog vor und fühle mich ein wenig ausgeschrieben, so daß ich mich beim Schreiben dieses Artikel auch ganz ehrlich, ein wenig vor dem Korrigiereb der „Unsichtbaren Frau“, drückte, das gebe ich zu.

Es ist mir aber eingefallen, daß ich, daß ich Kinderbücher geschrieben habe, das hier noch nicht so oft erwähnt habe und, daß ich im Zuge meiner zehn Jahrespromotion, sie einmal vorstellen könnte.

Für den, der neugierig geworden ist, ich habe noch ein paar Exemplare der beiden Bücher in meinen Regalen und schicke sie dem, der sie lesen will, gerne zum Selbstkostenpreis oder als Rezessionsexemplar zu.

Johann Barth hat mir übrigens eine sehr schönen Rezension über „Mutter möchte zwanzig Kinder“ geschrieben und etwas über „Lore und Lena“ gibt es auch.

2017-03-19

Tsunami Blues

Weiter gehts mit den Neuerscheinungen, das heißt Marketa Pilatovas dritter Roman ist schon im Vorjahr erschienen und dann irgendwie verlorengegangen und auch die Lesung in der „Gesellschaft für Literatur“, die mich auf das Buch aufmerksam machte, habe ich wegen eines Kliententermins versäumt.

Habe aber, das erste Buch der 1973 in Kromeriz geborenen und jetzt in Lateinamerika tschechisch unterrichtenden Autorin gelesen, da es mir Herwig Bitsche schenkte, als ich damals den „Residenz-Verlag“ besuchte.

„Tsunami Blues“ erschien bei „Braumüller“ und bei einer Lesung im tschechischen Zentrum anläßlich einer „Buch-Wien“ bin ich auch einmal gewesen und weil das Buch höchstwahrscheinlich auch zu „Centrope“ passt, habe ich es am letzten Mittwoch auch in die Spengergasse geschleppt, aber zum Analysieren sind wir da noch nicht gekommen.

„Tsunami Blues“ ist ein wunderbares Buch könnte man fast pathetisch sagen oder eines nach meinem Geschmack.

Im Klappentext steht etwas von Graham Greenes Spuren auf denen die Autorin wandern würden. Das kann ich nicht beurteilen, so viel Greene habe ich noch nicht gelesen, obwohl man die Bücher ja in den Bücherschränken findet.

Es ist aber eines, das sich meiner Meinung nach, wohltuend von beispielsweise Eva  Menasses komplizierten Stil abhebt, wo man lange braucht, um mitzubekommen und die Handlung zu verstehen.

Hier versteht man auch nicht sofort, denn Marketa Pilatova pirscht sich langsam an das Geschehen an. Aber dann wird alles klar und ist eigentlich auch ziemlich linear erzählt, wenn es natürlich Rückblednungen gibt, die das Ganze erklären und auflösen.

Da ist Karla, ein sechzehnjähriges Mädchen, das in einer mährischen Kleinstadt lebt und bei dem Exilkubaner  Lazaro Trompete spielen lernte.

Sonst hat sie Schwierigkeiten mit ihren kleinbürgerlichen Eltern, die sie dann doch überreden, zu Weihnachten 2004  mit nach Thailand zu fahren. Man ahnt was kommt. Die eltern kommen bei dem Tsunami um und Karla irrt am Strand herum, um ihre Leichen zu suchen. Dabei wird sie vom Schatten einer schwarzen Frau verfolgt.

Es ist also auch magisch oder natürlich nur posttraumatisch und sie kann sich eigentlich nur durch einen mexikanischen Fotografen ein bißchen beruhigen oder ablenken.

Sie hat aber auch eine vernünftige Großmutter, die in der Kleinstadt Apothekerin ist und die schickt Lazaro, um sie zurückzuholen, was er auch tut. Karla kommt zurück, geht nach Olmütz in ein Studetnenheim, studiert bei der alten Jenufa Spanisch und schwört sich, nie wieder eine Trompete anzurühren.

Da ist es fast ein Glück, daß auch Jenufa kubanische Wurzeln hat, beziehungsweise, daß sie immer wieder dorthin fliegt, um Medikamente an Dissidenten zu verteilen. Allein kann sie das aber jetzt nicht mehr, da sie so an die Achtzig ist, so muß Karla mitkommen und jetzt wird es wahrscheinlich greenhaft spannend.

Sie bekommen statt eines Leihautos nämlich nur ein altes Motorrrad, landen in einem komfortablen Hotel, das sich als Buff entpuppt.

Jenufa wird am nächsten morgen verhaftetund Karla muß ihr nachfahren und mit einigen Schwierigkeiten kämpfen. Jetzt löst sich alles nach und nach auf und auch das ist äußerst spannend und, weil man ja nicht soviel spoilern soll, verrate ich nur, daß der Schluß gelingt. Karla kommt zurück nach Mähren, geht ins Leben und wird wieder Trompete zur Trompete greifen.

„Und was machst du jetzt?“, fragt Lazaro, „Spielen“, lautet der letzte Satz.

Es kann also auch ganz einfach sein. Wwohltuend einfach und braucht nicht die komplizierten Konstruktionen, die das Lesen mühsam machen, aber als gute Literatur gelten, denke ich und wiederhole, daß mir das Buch sehr gefahllen hat und ich es jeden, aber wahrscheinlich besonders meiner Freundin Ruth, die ja einige Jahre in Kuba lebte, empfehlen kann.

2016-08-15

Ohio

Jetzt kommt wieder etwas von meiner Leseliste, ein Buch, der 1964 in Lorrach geborenen, Schweizer Autorin Ruth Schweikert, von der ich schon „Augen zu“ gelesen habe und die mit ihrem letzten Buch, glaube ich, auf der Schweizer Buchpreisliste stand und in Göttweig habe ich sie auch daraus lesen gehört.

„Ohio“ habe ich um einen Euro in einem der „MM-Märkte“, wahrscheinlich bei „Buchlandung“ oder dessen Nachfolger gekauft, ich kann mich nicht mehr daran erinnern.

Das Pickerl liegt aber im Buch, das Egon Amman, dem Leiter des „Amman-Verlags“ gewidmet ist, der mir ja, glaube ich, einmal einen langen Brief bezüglich meiner „Hierarchien“ schickte, die ich bei ihm eingereicht habe und es führt zu der Frage zurück, was ein anspruchsvolles Buch ist, die Tobias Nazemi ja, wahrscheinlich im Vorfeld des Buchpreisbloggens auf seinem Blog gestellt hat, beziehungsweise zu meinen „Berührungen“ oder der Behauptung, die mich immer etwas nervt, das ein gutes Buch berühren müsse!

Denn „berührt“ ich gebe es zu, hat mich das Buch, ohne jetzt einen Verriß zu schreiben, nicht.

Ich halte es im Gegensatz wieder für eines dieser gut gemachten literarisch anspruchsvollen Bücher, in guten Deutsch, mit schöner Sprache, mit literarischen Anspielungen und einem Allerweltsthema.

Eine Familiengeschichte, wo habe ich das vor kurzem schon gelesen, daß die Großeltern nach Amerika ausgewandert sind und der Vater Bauer war? Bei Richard Wagners „Habseligkeiten“ glaube ich und das steht ja kurz über „Ohio“ auf meiner Leseliste, mit der ich wegen der vielen Neuerscheinungen und anderer Ablenkungen nur langsam weiterkomme.

Außerdem ist der Titel verwirrend, denn mit Ohio hat das Buch überhaupt nichts zu tun, nur daß die Großeltern des Protagonisten, dorthin einmal auswandern wollten, es dann aber doch nicht taten.

Es beginnt stattdessen in einem Hotelzimmer in Südafrika, da beugt sich der Schweizer Arzt, italienischer Abstammung, Andreas über seine schlafende Frau Marete, mit der er neun Jahre zusammen war und zwei Kinder hat, bevor er das Zimmer verläßt, um in den Selbstmord zu gehen.

Das ist der Beginn und daran rankt sich, chronologisch nicht zusammenhängend, die Geschichte des Paares und deren Familie.

Marete, wie Andreas und ihre Autorin in den Sechzigerjahren geboren, wurde in Südafrika gerfunden und von der Finderin adoptiert, nachdem ihr eigenes Kind gestorben ist.

Andreas Großeltern, die im Engadin, glaube ich, in einem Hotel gearbeitet haben, wollten nach Ohio auswandern, haben es nicht getan, sondern den Sohn Michele geboren, der Almut geheiratet hat, die mit ihren Eltern von Polen in die Schweiz gekommen ist und dort als Kindermädchen gearbeitet hat.

Um die ranken sich viele schöne Geschichten, Michele, eigentlich homosexuall, der eigentlich Tänzer werden wollte, viel fotografierte, am liebsten Menschen mit geschlossenen Augen, aber Rezeptionist in diesem Hotel war, ist inzwischen, die Geschichte spielt 2001 nach dem Einsturz der Twintowers und endet 2005, als Merete ihr drittes Kind von ihrerm Liebhaber Peter, mit dem sie Andreas betrogen hat, gebiert.

Michele, der an einem leichten Alzeheimer leidet, ist inzwischen an einem Schlaganfall gestorben und das war in einer Zeit, in der Marete, Andreas nach Durban schickte, damit er gesund werden konnte, denn Jonathan, der altkluge ältere Sohn, hatte einen Radunfall, den Andreas verschuldete.

Es ist nichts passiert, er ist nicht daran gestorben, sondern wieder gesund geworden. Es hat aber Andreas krank gemacht, so daß er bei seinem Freund Dominik, dem Psychiater anrief und sich für einen Freund, der eine Tochter verloren haben soll, Psychopharmaaka verschreiben ließ und an dem Tod, der Freundin des Freundes ist er auch schuld, denn sie starb bei einer Gletscherüberkehrung die sie mit Andreas und Marete machte, während der Freund krank im Hotel lag, was vielleicht den Selbstmord erklärt.

Es gibt noch eine behinderte Schwester Andreas, deren Hamster immer Amore heißen und das sind lauter schöne Bilder, die durch das Buch führen, das ich eigentlich nicht Roman nennen würde und die so abgehoben sind, daß sie mit den gewöhnlichen Wald-und Wiesen leben, die die Leser des Buches haben werden, wahrscheinlich nicht zu vergleichen will.

Ich weiß, gute anspruchsvolle Literatur muß abgehoben und ungewöhnlich sein und mit meiner Wald und Wiesendepression oder der, der der alleinerziehenden Mutter, die beim „Billa“ arbeitet und wahrscheinlich nie in Durban gewesen war, nicht zu vegleichen, damit sie interessiert, denn man will ja das Schöne, Ungewöhnliche und nicht das eigene Elend lesen, das hat mir ja schon ein wahrscheinlich Obdachloser in der  „Augustin Schreibwerkstatt“ gesagt, als ich mit meiner „Sophie Hungers“ dahergekommen bin.

Ich frage mich aber, was mir das Lesen dieser vielen schönen Bilder und der zusammengewürfelten Familiengeschichte bringt, die ja gar nicht so ungewöhnlich ist, sonst hätte ich ja ähnliches nicht erst vor kurzem bei Richard Wagner gelesen?

Ich bin eine Vielleserin mit dem Anspruch möglichst alles zu lesen, um am Schluß zu wissen, was die anderen besser können und Egon Amann hat mir vor mehr als dreißig Jahren zu erklären versucht, was meine „Hierarchien“ von der guten Literatur unterscheidet.

Damals habe ich es, glaube ich, nicht verstanden. Heute weiß ich, daß sie abgehoben und in einer sprachlich schönen perfekten Sprache sein muß.

Die Handlung behauptet Tobia Nazemi weiter, wäre ihm egal. Mir eigentlich nicht und so frage ich mich wieder, ohne zu verreißen, was ich von dieser Mittelschichtgeschichte mit vielen literarischen Anspielungen, A. L. Kennedy, Pessoa und noch andere kommen vor, der Holocaust wird erwähnt, die Homosexualit, etc, habe und was sie mir für mein Leben bringt?

Ich habe diese abgehobene Familiengeschichte mit Verlaub gesagt, ein wenig langweilig gefunden, aber meine ganze Konzentration gebraucht, um den Inhalt zu erfassen und kann nun sagen, ich habe wahrscheinlich ein Stück gute, anspruchsvolle Literatur gelesen. Weiß jetzt noch ein bißchen genauer, was darunter zu verstehen ist und was die Verlage und die Literaturkritiker dafür halten.

Ob das Buch sehr viele begeisterte Leser findet, weiß ich nicht, wäre da auch ein wenig skeptisch. Aber ich glaube, ja, die Leute lesen ohnehin nicht sehr viel und wenn dann eher Sachbücher, Krimis, Chicklits und, daß ich das 2005 erschienene Buch, vor ein paar Jahren, um einen Euro kaufen konnte, spricht ja auch für meine These.

2016-03-09

Eigene Bücher lesen

Mich in meine eigenen Bücher wieder einmal ein- und durchzulesen, habe ich mir ja am Wochenende vorgenommen und habe das  am Samstagabend in der Badewanne mit dem „Literarischen Leben der Dora Faust“ auch getan und das war sehr interessant.

Denn „Besessen“ ist ja eines meiner früheren Werke. Das achte oder neunte Selbstgemacht, 2004 erschienen und eines, wo ich, ich glaube unter Eifluß von Sophie Kinsellas „Schnäppchenjägerin“, jedenfalls gibt es immer wieder zum Teil Originalabsage oder Bewerbungsbriefe von mir und die Ich-Erzöhlerein spricht auch eine Person oder den Leser direkt an, über das erfolgsfreie Schreiben geschrieben habe.

Diesen Ausdruck habe ich, glaube ich, Peter Danzinger „geklaut“, der ja gar nicht so erfolgsfrei ist und es beginnt mit dem vierzigsten Geburtstag der Dora. Da will sie vierzig Leute einladen, es kommen aber nur acht und ihre Freundin Hanna, nimmt sie zur Seite und flüstert ihr ins Ohr „Schreib doch nicht immer so viel über das erfolglose Schreiben, weil das ja niemanden interessiert!“.

Das hat mir damals meine Schriftstellerkollegin oder Freudnin Elfriede Haslehner wirklich so gesagt, dann schenkt sie ihr ein LyrikBändchen, die Schriftstellerkollegin Margarete schickt ihr ihr zweites Buch ziurück, weil sie sich darin zu erkennen glaubt, das hat Hilde Langthaler mit den „Schreibweisen“ so getan, die Dora hat schon fünf „Book on Demands“ gemacht, das wird damals bei mir auch so gewesen sein.

Die will sie herzeigen, niemand will sie sehen und ihre euphorische Freundin Lotte schnenkt ihr einen Gutschein für eine Schreibanimation in der VHS Brigittenau. Das habe ich erfunden. Meine Freundin Elfi hat mich damals aber gefragt, ob das tatsächlich so geschehen ist?

Nein, aber 2000  habe ich das erste Mal bei einem der „Luitpold-Sternpreise“, die es nach dem „Bawag-Skandal“ dann nicht mehr gab, gewonnen und bin daraufhin eine Zeitlang in die Schreibwerkstatt der Eveline Haas, zu der ich damals  eingeladen wurde, gegangen.

Die, eine liebe Animatorin, hat mir  auch den Buchtext geschrieben und die Dora schwört am nächsten Morgen hoch und heilig, niemehr eine Zeile zu schreiben. Hält ihren Schwur aber natürlich nicht ein, sondern hantelt sich in weiterer Folge von Geschichte zu Geschichte.

Wow, da hätten wir ja schon die „Wurfgeschichten“ und ich dachte ernstlich, das wäre mir jetzt erst eingefallen oder hätte ich dem Blog von „Federkiel“ entnommen.

Mitnichten, sie bekommt von ihrem Nachbarn, dem Philpharmoniker Johannes Sedelmayer, da gibt es eine eigene Geschichte, die in einem der „Best of Bücher“ enthalten ist, einige erzählt, die vom Clown Carlo Golzi, von dem alten Herrn Max, der nach der Frau Rrezoly fragt. Einen geheimnisvollen Fremden trifft sie auch am Donaukanal und einem Arzt im AKH, wo sie ihre Freunin gerti besucht, der hält sie für eine Praktikantin. Sie erzählt ihm die Geschichte vom Clown Golzi und ihr Nachbar entdeckt sie dann ein paar Wochen später im „Standard“, denn der  Psychiater ist auch Schriftsteller und hat die Dora für seine Muse gehalten, während er ihr Stipendiumansuchen ignorierte.

Ich hab das Manuskript damals, glaube ich, noch sehr herumgeschickt und Andreas Brunner von der literarischen Agentur hat mir, glaube ich, geschrieben, daß das ein sehr seltsamens Genre ist und er nicht wüßte, was er damit anfangen soll?

ich habe das inzwischen auch geglaubt, jetzt beim Wiederlesen aber gedacht, das ist eigentlich wunderbar auskomponiert und diese Erfahrung, daß mir meine Bücher eigentlich gefallen, habe ich beim Wiederlesen schon öfter gemacht.

Um nicht mißverstanden zu werden.Natürlich tut ihnen ein Lektorat sehr gut und wahrscheinlich darf man, wenn man literarisch sein will und nicht Friederike Mayröcker heißt, die alles darf, „daß“ nicht mehr mit scharfen „ß“ schreiben. Ich habe kein Lektorat, so steht es bei mir drinnen und die Reaktion auf meine Texte ist dann gleich null weil „Es gibt ja eh schon so viel, da muß ich mich nicht noch mit dem Selbstgemachten belasten und natürlich gibt es bei meinen jetzt schon an die vierzig Büchern viele Wiederholungen.

Ich schreibe sehr schnell, bin wahrscheinlich ein wenig schlampert, schummle mich auch vielleicht, um die Tiefen herum. Aber bei den Bücher, die ich jetzt wiedergelesen habe, gibt es einige, die mir gefallen und wo ich mir dann dachte „Wow, das ist doch gar nicht so schlecht und warum ist es dann so unbeachtet geblieben?“

Denn bis 2004 habe ich meine Manuskripte noch regelmäßig herumgeschickt und nicht einmal der „Resitenz-Verlag“ hat sie nehmen wollen, owohl mir der Verleger zwei liebe Briefe geschrieben hat und mich auch einmal zu einem Treffen lud, das dann nicht stattgefunden hat.

Seit 2000 mache ich sie selbst, bin damit wahrlich vom Regen in die Traufe gekommen, das steht auch schon in der „Dora Faust“, die erst fünf hat und am Ende mit einem dreitausend Schilling-Honorar für eine Veröffentlichung im „Milena Verlag“, die es bei mir, allerdings ohne Honorar gab, nach Stockholm fliegt, um sich den Nobelpreiswirbel anzusehen.

Seit 2008, wo ich blogge, schicke ich nicht mehr oder so gut, wie nicht herum und denke, der Blog sollte das ersetzen. Tut er aber nicht, denn es hat sich zwar einmal Paul Jaegg bei mir gemeldet und Ju Sophie hat meine „Mimi“ ziemlich verrißen, aber sonst meldet sich bei meinen Gewinnspielen, die ich seitdem mache, kein Schwein.

So denke ich dann selber, ich bin ausgeschrieben, zu schlampert, zu flüchtig, zu schnell, zu wenig abgehoben und was auch immer und habe das auch bei meinem Erstling, meinem Debutroman „Hierarchien oder der Kampf der Geräusche“ der1990 bei Jack Unterweger „Edition Wortbrücke“ erschienen ist, so gedacht.

Der hatte ein paar gute Rezensionen in Bibliothekszeitungen, eine sehr müde paar Zeilen Notiz im „Falter“ und in der „Literatur aus Österreich“ eine vernichtende Kritik von einem, der bei der Bewerbung, gar nicht so ablehnend gewesen ist, mir aber damit sämliche Chancen auf ein Nö-Stipendium, wenn ich welche gehabt hätte, genommen hat.

„Na gut, ein Erstlingswerk!“, habe ich gedacht, Peter Zumpf hat mir ungefähr, wie manche meiner hiesigen Kritker, „Das ist das Unnötigste vom Unnötigsten und man versäumt nichts, wenn man es nicht gelesen hat!“, geschrieben und ich habs vor ein paar Jahren wiedergelesen und habe gedacht „Wow, das ist doch gar nicht so schlecht!“

Vor ein paar Jahren habe ich mir das beim „Wiener Stadtroman“ auch gedacht. Bei anderen denke ich mir das nicht und denke auch, daß es schon stimmt, daß ich manchmal zu schnell, zu oberflächig und zu schlampig bin.

Aber einige Sachen gefallen mir und ich habe auch meine Lieblingsbücher und gestern morgen, habe ich ein anderes Frühwerk, nämlich die „Gloablisierungsnovelle“ gelesen, die ich schon fast vergessen hatte und habe mir auch gedacht „Na so schlecht ist das nicht!“

Zun Weiterschreiben, des „Märzromans“ wenn man es so nennen will, bin ich dagegen noch nicht gekommen, denn da ist der Widerstand in mir nach wie vor da und wenn ich jetzt schon die „Wurfgeschichten“ in der „Dora Faust“ geschrieben habe und in den „Hierachien“ vieles schon enthalten ist, was man auch in späteren Bücher wiederfindet, über was soll ich dann schreiben?

Über eine depressive Schriftstellerin, die zum Psychiater geht, zu einem übrigens, der in der „Frau auf der Bank“ vorkommt und die Sveti inzwischen geheiratet hat und ihm von ihrer Schreibbloacke erzählt und aus „Wurfgeschichten“ einen Roman zusammenbasteln will, während ihre Heldin nicht weiß, ob man in Zeiten, wie diesen, wo alle die „Festung Europa“ stürmen auf Weltreise gehen kann und drei Studenten kennenlernt, die über Anne Frank Forschen und in einem Theaterstück über Heimito von Doderer und Stefan Zweig spielen.

Das kann natürlich etwas werden, wenn man die Geduld hat, es entwickeln zu lassen und ich bleibe auch daran. Ich verspreche es, so leicht gebe ich nicht auf, denn dann würde ich schon vierzig Jahre nicht mehr schreiben. Aber wirklich weiß ich nicht, über das ich da schreiben soll?

Meine anderen Bücher nochmal lesen, um mir auf die Spur zu kommen, habe ich ebenfalls vor. Allerdings komme ich mir da mit meiner Leseliste in die Quere, denn jetzt ist ja das neue Buch der Ronja von Rönne gekommen und das der Emily Walton und meine alten Bücher auf der Liste warten.

Aber das sollte ich tun, denn irgenwie denke ich, so allein, schnell und immer schneller vor mich hinschreibend, stehe ich an, da braucht es Feedback von Außen! Kommt  aber nicht!

Also bringt es mich vielleicht weiter, wenn ich mal ein bißchen erforsche, was ich so schon habe? Die Idee, den neuen Roman im Blog sozusagen, als Schreibbericht zu schreiben, gibt es  auch und sie ist vielleicht gut, weil sie wenigstens mir hilft, mich ein bißchen zu reflektieren und Bücher, an denen ich interessiert bin, jetzt wieder mal nach Jahren anzuschauen, gibt es ja genug, da ist die „Sophie Hungers“, „Die begrenzte Frau“, „Die Widergeborene“, die „Mimi“ und noch an die dreißig andere Bücher.

Ich habe auch schon gedacht, das vielleicht Angerissene und nicht Fertige, nochmals und fertig zu schreiben und dazwschen könnten „Die Berührungen“ wachsen oder auch nicht, wenn das nicht geht und die Sperrungen zu stark sein sollten.

Der „Sommerroman“, der „Winterroman“ und die „Paul und Paula“-Novelle müßen  auch noch fertig werden und eigentlich habe ich am Samstag gedacht „So schlecht bist du nicht!“

Auch wenn das niemand außer mir merkt, ich tue es und weil ich schon an die tausend Bücher besprochen und bewertet habe, bin ich, trotz aller blinden Flecken, die es schon geben wird, vielleicht gar nicht so unqualifiziert dabei, das zu tun, jedenfalls bin ich gespannt, was ich noch so bei meinem Selbstgemachten entdecken werde und werde berichten

Über die „Dora Faust“ hat mir Helmuth Schönauer übrigens eine Rezension geschrieben, die es im Netz aber, glaube ich, nicht zu finden gibt.

Man kann das Buch aber, wem es interessiert, im Internet und, wenn es  nicht vergriffen ist, auch bei mir kaufen.

2015-01-30

Komplizen des Glücks

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:22

Jetzt kommt wieder eine branntneue Neuerscheinung, O. P. Ziers „Komplizen des Glücks“ aus dem „Residenz-Verlag“, obwohl ich mich ja angesichts meiner überlangen Leseliste bei Neuerscheinungen zurückhalten sollte, in der Praxis sieht das, wie meine Leser merken werden, ein bißchen anders aus und den 1954 in Salzburg aufgewachsenen O.P.Zier kenne ich schon seit den Achtzigerjahren von den Generalversammlungen der IG-Autoren.

Ich bin dann auch zu Lesungen seiner Bücher ins Literaturhaus gegangen, habe ihn, glaube ich, einmal bei „Thalia“ auf der Landstraße gestroffen, als dort T.C. Boje, einen seiner Erfolgsromane präsentierte, in Linz bei einem Gauklerfestival habe ich ihn auch einmal getroffen und dieses Jahr  sogar vor dem offenen Bücherschrank in der Zieglergasse.

Als 2010 die „Mordsonate“ erschienen ist, habe ich Herwig Bitsche um das Buch angeschrieben und ihn dann auch besucht.

Seither lese ich mich durch die Verlagsneuerscheinungen und auf den neuen O.P. Zier habe ich mich auch schon sehr gefreut, bzw. den Autor sicher schon im Frühjahr darauf angesprochen. Da hat er mir von seinem neuen Buch noch nicht sehr viel verraten, das, wie man dem Klappentext entnimmt von einem „Alten Bauernhaus handelt, das wie das berühmte gallische Dorf den Beton-Wohnblöcken im Salzburgerland trotzt“, weil dort eine Aussteigerfamilie lebt, die, wie „O. P. Zier mit beißender Kritik an einer korrupten und selbstherllichen Provingesellschaft schildert, so alles verkörpert, was ihre Umgebung empört: Protest und Lebenslust, Konsumverweigerung und Individualismus, Tagträumen, Unangepasstheit und nicht zu vergessen: den unsterblichen Geist des Rockǹ Roll…“, das hat für mich dann fast ein bißchen abstoßend gewirkt, wie ich auch mit dem alten blaubemalten mit „Peace“ und „Love“ signierten VW-Bus am Cover nicht so viel anfangen konnte.

Dann habe ich, als 1953 geborene, die die Welt der Aussteiger zumindest durch die Alternativschule, die meine Tochter Anna bis zum Eintritt in das auch ein bißchen alternative Gymnasium in der Rahlgasse, besuchte,  zwar in der Großstadt Wien, aber doch, ein bißchen miterlebte, etwas sehr Vertrautes und auch sehr Spannendes gelesen.

Es beginnt mit einem Kunstgriff, da kommt im Jahr 2005, ein sterbenskranker Mann mit einem Koffer zu dem Bauernhaus der Familie Wirring, in dem in diesen Moment nur der fünundzwanzigjährige Sohn Rolf, der gerade an seiner Disseration über „Aufklärung, Witz und Widerstand in der österreichischen Literatur“ schreibt, zu Hause ist, die Mutter ist gerade bei einer Demonstration gegen Schwarz Blau in Wien, der Vater bei einem Begräbnis eines ehemaligen Kollegen, der Großvater auf seiner Rock Tour mit seinem alten Bus und erzählt ihm, daß er sein möglicher Halbbruder ist.

In vier Kapiteln wird das erzählt, wie die Kellnerin Moni 1965 den kiffenden Rockkönig, der im Sommer mit seiner Band in dem Gasthaus in dem sie servierte, spielte, kennenlernte, mit ihm und noch einem anderen eine sexuelle Beziehung hatte und ihrem Sohn nun von den zwei möglichen Vätern erzählte, weil sie zu beiden den Kontakt verloren hat.

Pete Wire oder Peter Wirring, wie er bürgerlich heißt, die ist postive Vaterfigur, der andere, der ihr eine falsche Adresse hinterließ, die negative, die immer hervorgeholt wurde, wenn sie sich über ihren Peterl ärgerte, inzwischen ist sie an Krebs gestorben, Peter Schaller ist auch schon so weit, hat das Krankenhaus nur auf Revers verlassen, um seinen möglichen Vater noch kennenzulernen und die Familie nimmt ihn auch auf, zuerst erscheint die Mutter oder Halbschwester, dann Rolfs Vater, der vor zwanzig Jahren aus seiner Werbeagentur ausgestiegen ist und jetzt als Privatgelehrter und Hypochonder die Provinzgesellschaft mit seinen Reformkleidern mit denen er herumläuft, schockt, der Großvater, fünfundsechzig mit  langen grauen Haaren, ständig kiffend, taucht auch noch auf.

Peter Schaller stirbt kurz darauf, Rolf nimmt das aber zum Anlaß einen Roman über seine Familie, beziehungsweise über sein Aufwachsen in einer Welt, in der so alles anders als bei den anderen ist, zu schreiben und das gelingt O. P. Zier vorzüglich, uns in diese Welt hineinzuführen und die Angst zu schildern, die das Kind erlebte, als es mit vier vom Kindergarten von seinem lebensuntüchtigen Vater, bei dem sogar die Frankfurter Würstchen immer aufplatzen, abgeholtwurde, um auf eine Demonstration gebracht zu werden, wo die Mutter an einem Baum gekettet war, um die Umwelt zu schützen und von der Polizei abgesägt wurde.

Kein Wunder, daß sich sojemand in die Welt der Kindergartenfreundin Rosi mit der streng katholischen Mutter und den sonntäglichen Gottesdiensten wünscht, obwohl die Freundin nichts lieber als Rolfs Eltern hätte.

Die lehnen gekauftes Spielzeug ab und basteln ihrem Sohn ein eigenes Radiostudio mit Opas alten Platten und E-Geräten, wo er mit zwölf seine „WORLDWIDERADIOSHOW“ mit Lautsprechern im ganzen Haus produziert, die Mutter als Studiogast erwartet, die  im Bett liegt und einfach den Stecker abgezogen hat, was den Sohn sehr erbost, aber in Panik gerät, als sich der Zwölfjährige zusehr an den Großvater anschließt, weil sie befürchtet, daß er von ihm auch das Kiffen imitieren könnte und ihre Mutter ist ja sehr jung an den Medikamenten gestorben, die sie sich während ihrerÄnästehieausbildung aus den Spitalsgiftschränken holte.

Auch ein solches Kind kommt einmal in die Pubertät, köstlich wie O.P. Zier den Vierzehnjährigen schildert, der, von der Familie für eine Woche allein gelassen, mit seinen Ersparnissen, in die örtliche Buchhandlung geht, sich um sechshunderSchilling einen großen Thomas Mann-Bildband kauft, Petra Hartlieb oder der Haptverband des Buchhandels sollte ihn dafür einen Orden geben oder ihn zur nächsten Eröffnungsrede der nächste Buch-Wien einladen und daraufhin sich zu einem Thomas Mann Imitat entwickelt.

Er beginnt sogar die „Buddenbrooks“ über die Familie Wirring zu schreiben und findet mit Fünfzehn auch einen Verlag dafür, bzw. für die Novelle, die er für seine inzwischen eingetretene erste Liebe schreibt, der Großvater fährt ihn in seinem alten Bus nach Salzburg, der Direktor des Gymnasium gibt ihm augenzwinkernd für diesen Termin frei, so schlittert der fünfzehnjährige im alten Nadelstreifanzug und Thomas Mann Frisur in eine seltsame Wohnung, wo zwei seltsame Jünglinge Verlagsleiter und Cehflektor abgeben, eine ältliche Chefsekreätin gibt es auch und ein Kleinkind, das mit voller Windel in den unverlangt eingesandten Manuskriptstößen herumturnt und mit seiner Scheiße die Manuskriptseiten makiert, beziehungswweise solche herausreißt und zerknüllt. Daraufhin verläßt der Vierzehnjährige entsetzt den Verlag, hört mit seiner Familiengeschichte auf und beginnt erst nach dem Tod des vermeintlichen Onkels wieder daran zu schreiben, hat er ja inzwischen sein Germanistikstudium beendet und ohnehin keine Stelle, nur ein paar unbezahlte Praktika bekommen, so daß er wie seine Mutter, die durch Rezensionsschreiben den Unterhalt ihrer Familie verdient, ironisch meint „Gleich ein Buch schreiben kann. Es müssen ja nicht unbedingt neue Buddenbrooks werden“, denn „die schreiben inzwischen ohnehin die Amerikaner“.

So hat O. P. Zier in seinem Roman über das „Widerstandsnest in den Salzburger Bergen“ manchmal sehr bizarr und vielleicht auch nicht ganz realistisch, denn wie soll ein so weltfremder Mann, der sich  von jeder Nichtigkeit aus der Bahn werfen läßt und dann sterbenskrank im Bett liegt, schon mit Mitte zwanzig in den Besitz einer gutgehenden Werbefirma gekommen sein, aus der er dann mit der zwanzigjährigen Studentin, die sich der Umwelt zuliebe, als Fotomodell verdingt, aussteigt, als die in seine Firma kommt.

Ansonsten habe ich sehr viel Bekanntes in dem Buch gefunden und habe ja auch eine Tochter, von der mir meine Mutter einmal entsetzt erzählte, wie sehr sich sich über das Stück Zucker freute, das sie bekommen hat, als sie mit ihr bei der Polio-Impfung war.

Für 1980- 1984 geborene muß das Buch, wie auch für die Generation  1954 und darum herum  also sehr interessant zu lesen sein und um dann entstehenden unterschiedlichen Auffassungen läßt es sich auch sicher herrlich streiten.

Spannend natürlich auch, was jetzt davon autobiografisch ist und was nur nachempfunden und entsprechend überhöht?

Aber das kann ich O.P. Zier bei der nächsten GV-der IG Autoren fragen oder am 24. Februar in der „Gesellschaft für Literatur“, wo er aus seinem Buch lesen wird.

2014-06-27

Selbstgemacht-Dreißig Bücher in fünfzehn Jahren

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:59
Doris Nussbaumer

Doris Nussbaumer

Unter diesem Motto fand heute meine Lesung im „Werkl im Goethehof“ statt, auf das ich aufmerksam wurde, weil wir dort im Vorjahr die „Volksstimmefestanthologie“ präsentierten, ich mit Doris Nussbaumer, der Organisatorin in weiterer Folge in Kontakt geblieben bin und wir schon lange eine Lesung planten.
Bei der Krit Lit haben wir dann ein Datum fixiert, der vierzehnte oder der siebenundzwanzigste Juni standen zur Auswahl, am vierzehnten waren wir wandern, heute war aber das Donauinselfest, so daß ich fast befürchtete, ich würde wieder ohne Zuhörer lesen, dann hat sich aber die Ruth angesagt, eine Frau vom Lesetheater war da und noch drei weitere Zuhörerinnen und bezüglich Titel, den Doris Nussbaumer von mir haben wollte, habe ich mich für „Selbstgemacht-Dreißig Bücher in fünfzehn Jahren“, entschieden, wenn ich schon eineinhalb Stunden aus möglichst vielen Sachen lesen sollte, dann könnte es eine Werkschau sein. Obwohl der Titel ja nicht ganz stimmt, weil es inzwischen schon zweiunddreißig erschienene und zwei geplante sind.
Ich habe ihr dann ein paar Bücher angegeben, so daß „Kerstins Achterln“, „Anna kämpft gegen das Vergessen“ „Die Brüderschaft“ und das „Literaturgeflüster am Programm standen.
Am Montag habe ich mir dann eine Textauswahl zusammengestellt. Am Beginn zur Einleitung den „Jubiläumstext“, dann weil nächste Woche ja in Klagenfurt wieder gelesen wird, den „Wunderbaren Titentraum“ aus dem „Literaturgeflüster-Texte-Buch“, dann zwei Szenen aus „Kerstins Achterln“, die von der Hochzeit und die mit dem Eis und nach der Pause stellte ich die „Brüderschaft“, die leider, wie ich eigentlich hoffte, noch nicht fertig geworden ist, die Szene mit dem „Gruftiemäderl“, die einigen Beifall auslöste und dann noch die, wo Barbara ihren Vater sucht „Ene mene muh, draußt bist du, draußt bist du noch lange nicht, mußt erst sagen wer mein Vater ist“ und am Schluß gab es noch den Beginn von „Anna kämpft gegen das Vergessen“.
Eine schöne Auswahl um mich und mein literarisches Schaffen in eineinhalb Stunden vorzustellen, dachte ich, bin aber immer irgendwie nervös, daß es zu lang ist und mich die Leute unterbrechen oder unruhig werden, da habe ich ja schon einige Traumen erlebt und bin vielleicht auch nicht sehr selbstsicher, so kann es sein, daß ich zu schnell gelesen habe, ich hatte zwar gar nicht den Eindruck, aber diese Rückmeldung bekommen.

Eva Jancak

Eva Jancak

Eine kleine Diskussion gab es auch, Ruth erzählte etwas von der Schreibgruppe, in der ich ja einige Szenen von der „Brüderschaft“ als auch eine von der „Anna“ begonnen habe und nachher mußte ich natürlich ein bißchen übers Donauinselfest ziehen. Da war ich war das letzte Mal vor circa fünfzehn Jahren dort, weil es mir zu weit ist hin zu gehen oder wir an dem Wochenende vielleicht überhaupt in Harland sind, aber wenn wir schon in der Nähe sind. Der Alfred maulte zwar, es waren ihm zuviele Leute. Der Hans Thessink in den wir bei der Ö1 Bühne ein bisschen hineingehört haben, hat ihm aber doch gefallen und jetzt gibt es bezüglich Lesen eine Sommerpause, bevor es dann aufs Volksstimmefest geht.

2014-02-26

In geheimer Mission

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:58

Vor einigen Wochen hat mir die Journalistin Judith Grohmamm ein Mail geschrieben und mich auf ihr, bei „riva“ erschienenes Buch, „In geheimer Mission“, in dem in „supercoolen Stil, also angenehm zu lesen, über den spekulären Einsatz von sechzehn weltweit arbeitenden Antiterroreinheiten berichtet wird und sie als erste Frau und erste Autorin, die Erlaubnis bekam über diese Männerdomain zu berichten“.
Nun interessieren mich als gewaltfreie Frau coole Bücher über den Kampf gegen Verbrechen und Terror ja nicht so sehr, aber das von Thomas Stompe über die Täterprofile bei forensischen Rechtbrechern habe ich im letzten Sommer auch gelesen und es ist sicher interessant und spannend zu erfahren, wie die Cobra-Einsatztruppen ausgebildet werden und, wie sie arbeiten.
Noch dazu, wo ich von dem Buch schon etwas gehört habe, wurde ja auch in der Sendung „Leporello“, im Dezember darüber berichtet und da habe ich den Bericht von den Cobra-Leuten, die mit ihren lautlosen Spezialsohlen hinter Judith Grohmann herhechtelten und sie erschreckten, sehr informativ gefunden.
Dem „Schweizer-Offiziers-Blog“, der das Buch schon besprochen hat, hat es zwar nicht so ganz gefallen und gemeint, daß Judith Grohmanns Berichte gar nicht so exclusiv wären und man das, was berichtet wird, schon woanderns nachlesen kann. Aber ich kenne mich in der Terrorabwehrarbeit nicht so aus, stehe den Polizeieinsätzen auch kritisch gegenüber und lese mich sowieso gerne quer über den Tellerrand.
Es beginnt also mit einem Vorwort von Ban-Ki-Moon, dem Generalsekretär der vereinten Nationen und einem von Judith Grohmann, in dem sie erzählt, daß sie inzwischen wahrscheinlich die weltweit überwachteste Journalistin wäre und die vierzig Kilo schwere Spezialrüstung beschreibt, mit der sie sich mit den Beamten auf den Einsatz macht. TSO-Helm, schutzsichere Weste, schwarze Einsatzstiefel.
Die Auswahl und das Training der Polizisten für diese Spezialeinsatzgruppe wird auch beschrieben. Nur die besten Männer und die noch viel viel viel besseren Frauen, dürfen dazu, sie müssen trainieren, psychologische Tests bestehen, ihr Gedächtnis trainieren, konzentriert arbeiten können und noch viel mehr und dann sprechen sie konzentriert von der „Lage“, wie sie ihren Einsatz nennen, sind mit Kopfhörern miteinander verbunden und geben sich in Codenamen ihre Anweisungen.
Dann gibts und das habe ich noch interessanter gefunden, Fallgeschichten und zwar solche, bei denen Judith Grohmann wahrscheinlich nicht dabei war, so den des zum „Tod Verdammten“ am 15. und 16. Mai 1994. Da soll nämlich Joseph Anton von Bundesminister Rudolf Scholten den österreichischen Staatspreis für europäische Literatur in Wien bekommen und der war damals der weltweit gefährdetste Mann.
Joseph Konrad werden meine Leser vielleicht fragen? Wer ist das, noch nie etwas gehört? Wir kennen nur Joseph Konrad und Anton Tschechow und natürlich auch Salman Rushdie und das sind dessen Lieblingsschriftsteller. Die Kobra benützte aber Decknamen, checkte alles aus und ab so und verlief die Preisverleihung vor dem staunenden Publikum und den hundert geladenen Gästen im Festsaal des Palais Starhemberg am Minoritenplatz auch perfekt.
Wendelin Schmid Dengler hielt die Laudatio und Salam Rushdie wurde wegen seiner „Satanischen Verse“ ja von Ayatollah Khomeini zum Tode verurteilt. Da könnte man natürlich sagen, daß soviel Aufwand wegen eines Staatspreises vielleicht nicht ganz verhältnismäßig ist und es billiger gewesen wäre, Salam Rushdie den Scheck und die Urkunde mit der Post zu übersenden, bei Thomas Bernhard hat man das ja einmal auch so gemacht und für das ersparte Geld hätte man mir oder einem anderen Autor ein Stipendium geben können. Ein Cobramann hätte die Urkunde aber auch überbringen können. Andererseits kamen die gutgeschulten Kobrakräfte damit in einen Kunstgenuß, der auch nicht zu verachten ist und das mit der Verhältnismäßigkeit habe ich mir auch beim Opernballeinsatz im Jahre 2004 gedacht. Da hat die damalige Außenministerin, Benita Ferrero-Waldner, einen Drohbrief bekommen.
„Gnädige Frau, hiermit habe ich die hoch geschätzte Aufgabe, Ihnen in aller Form mitzuteilen, daß Sie den Opernball in diesem Jahr nicht mehr lebend verlassen werden!“
Und die Cobra routierte, gab der Ministerin Personenschutz, riet ihr beim Ball unter ihrem Abendkleid eine Schutzweste anzulegen, was bei der „meerblau-dunkelgrünen Robe mit vielen Spitzen am Oberteil“ aber nicht möglich war.
So mußte der Personenschutz noch enger an das Ministerpaar heran, die natürlich Schutzwesten unter Frack und Abendkleider hatten und die Waffen und Mikrophone waren ebenfalls darunter versteckt. Vorher wurde die Oper, die ja dafür zwei Tage spielfrei hat, nach Waffen untersucht und die Kobra ist auch genau darauf trainiert, den Umstehenden, Journalisten durften kein Interview verlangen und Freunde kein Küßchen geben, auf verdächtigen Augenkontakt, Schwitzen, Nervosität, etcetera zu observieren. So wurde ein Herr unauffällig von vier Beamten abgeführt, der Ball fand aber problemlos statt, ein Attentatversuch wurde nicht unternommen und der Verkündungsbrief wird noch heute „aus Sicherheitsgründen an einem geheimen Ort im Innenministerium aufbewahrt.“
Auf einen kleinen Fehler, darf ich die Autorin auch noch aufmerksam machen. Der Opernball findet meines Wissen immer am Donnerstag vor und nicht nach dem Aschermittwoch statt, denn das ist ja schon Fastenzeit und da sollte wahrscheinlich auch die Kobra kein Fleisch mehr essen, aber sie ist höchstwahrscheinlich auch sonst auf einen gesunden Lebensstil trainiert.
Um einen kleinen Kind ein Trauma zu ersparen, können die Spezialisten auch einmal ganz „soft“ vorgehen. Der Verhandlungsführer gibt sich als Mitarbeiter vom Magistrat bezüglich des Sorgerechts, das der Vater haben will, aus, dann wird sanft und leise gestürmt und als alles vorbei ist, finden sie das Kind spielend im ersten Stock in seinem Zimmer. Es hat gar nichts von der Sache bemerkt.
Dann geht es ins Ausland. In der Slowakei ist die Spezialeinheit „Lynx“ aktiv und die war bei der Erpressung der Handelskette Tesco 2003 im Einsatz. Sechzehn Länder wie Frankreich, Litauen, Israel, Italien etc mit ihren jeweils speziellen Einsatzgruppen, „UPS“, „TEK“, „RAID“, etc, die mit Geiselnehmer verhandeln, Bankräuber fassen, mit geistig Verwirrten oder islamischen Selbstmordattentätern zu tun haben.
Das ist wohl das Supercoole, wie Judith Grohmann in ihrem Mail beschreibt, mir war das manchmal etwas zuviel, der Kopf rauchte, so daß nur spekulärsten Fälle haften blieben.
George Bush in Wien 2006, beispielsweise, als seintetwegen die Stadt zu einer Geisterstadt wurde, Hubschrauber in der Luft kreisten, das Hotel für ihn gesperrt wurde, in dem er, wie ich in der Zeitung, las, trotzdem lächelnd und winkend, wie eine Marionette herumgeirrt sein soll, was mich dann bei der „Sophie Hungers“ zu einer Szene inspirierte.
Judith Grohmann war dicht am Geschehen, hat die verschiedenen Einsatzgruppen bei ihren Einsätzen ein Jahr begleitet und denkt heute noch an die guten Jungs, die für Gerechtigkeit und Frieden ihr Leben einsetzen.
In Holland wurde Theo van Gogh ermordet, Leon der Winter hat ein Buch darüber geschrieben, in England sollte Victoria Beckham entführt werden, in Deutschland ist beim RAF-Einsatz sogar ein kleiner Fehler passiert und in Moskau stürmten die Tschetschenen ein Theater, als dort ein Musical lief.
Die Spezialtruppen leiteten Giftgas ein, an dem nicht nur die Entführer, sondern auch die Österreicherin im Publikum ihr Leben ließ.
So ganz geheim können die geheimen Einsätze also nicht sein, zumindestens die spekulären findet man in der Zeitung, obwohl Judith Grohmann in ihrem Nachwort erwähnt, daß sie jetzt versteht, warum das alles geheim bleiben muß. Soviel an Information würden wir nicht aushalten. Jetzt wissen die, die nach dem „coolen Buch“ greifen, davon. Einiges habe ich schon vorher gewußt.
Judith Grohmann, die sehr selbstbewußt für sich und ihr Werk Werbung zu machen versteht, scheint schon an einem zweiten Teil zu arbeiten, in der „Wiener Zeitung“ gab es auch ein Interview, das Michael Schmölzer, Hilde Schmölzers Sohn mit Judith Grohmann über die geheimen Terroreinsätze machte. Einen Fototeil, wo man Judith Grohmann im schwarzer Rüstung, blonden Haaren und dem Helm am Schoß im Einsatzwagen sitzen sieht, während die coolen Burschen mit angelegten Gewehren daneben stehen, gibt es auch.
Und wie die Geiselnahmen und die Verhandlungen in einem slowenischen Gefängnis passieren, habe ich erst unlängst woanders gelesen.
Interessant wäre auch, was Ilija Trojanow zu dem Buch sagen würde?

2012-06-09

Literaturgeflüster-Texte-Buch

Filed under: Uncategorized — jancak @ 09:14

Kleine Vorschau auf das geplante Buch:

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung

Sommerfrische

Bücher, Bücher

Bestseller

Wochenendrecherchen

Nanowrimo-Writing

Studien im Schnee

12. Februar

Gerstl-Begräbnis

Bachmannpreisgeflüster

Wunderschöner Tintentraum

1 Jahr Literaturgeflüster

Spurensuche

Rechtschreibfragen

Schreiben lernen

Lesebuch zur Longlist Deutscher Buchpreis 09

Fehlerkultur

Weihnachten

Erinnerung an Helmut Eisendle

Leben ohne Geld

Das alltägliche Leben

Zum Tod von Andreas Okopenko

Sommerlöcher

Besuch im Residenz Verlag und „Sophie Hungers für den offenen Bücherschrank“

Zu Doris Kloimstein durch die Hochsicherheitszone

Fünfhundermal

Warum wird mein Manuskript nicht….

Erinnerungen

Werbefahrt mit Joseph Roth

Leselisten

Auf den Spuren Mayor Bronsteins

Das neue Bücherregal

Transformationsfragen

Erzählprobleme und Protagonistenmeinungen

Hundert Bücher

Momentaufnahme

Radtouren

Klagenfurt-Tratsch und mehr

Bücherkastentour

Unter Dreißig

Das Schiff auf den Schienen

Im Storchendorf

Campingfreuden

Nikoleiken

Leselistenleiden

Gedanken zu nine elefen

„Sophie Hungers“ fast allein

Bestandsaufnahme

Sogenannte Indie-Bücher

Beobachtungen zur Krise

Auf Romansuche

Tausendmal

Rückzugsgedanken

Osterspaziergang ins Neulerchenfeld

Laut und Luise als fünftausendste Veranstaltung

Post-Frühstück

Erlesenes Pfingsten

Sommer am Wasser

Kuriose Suchanfragen

Samstag in Litauen

Best Camp of Town

Wochenende in Saaremaa

Litauischer Literaturstreifzug

Bücherschrank-Geschichten

Übers Krimischreiben

Nanowrimoschreiben 2012

Drei Bücher von Linda Stift

Achter Dezember

Die zweite Reise

Kommentierfrequenz

Ins Jubiläumsjahr

Bela Boltens Indie-Krimis

Die Zahl dreizehn

Vergessener Superstar

Ungelesen

Bücherbeschränkung

Ostern im Schnee

63,69

Weinwandern

Rand-oder Kultfigur?

wer schreibt diese poetischen momente fest? wer erfrecht sich? wer geht von einer lesung zur anderen? bei wind, wetter und nachts? welche person ist das? wird die person hochbezahlt vom ministerium? ist sie eine verhinderte kommissarin? ist sie eine wichtigmacherin? auf alle fälle ist sie eine meisterschreiberin. eine, die verstanden hat, wie wichtig das DARÜBERSCHREIBEN in einer zeit, wo hauptsächlich DARÜBERGESCHRIEBEN/DRÜBERGEHAUT wird.
der blog LITERATURGEFLÜSTER ist ein schrei für die freiheit aller lebewesen, der blog ist ein schrei gegen die VERNICHTUNG der welt, für mich ist der blog wesentlich. wesentlicher als die täglichen zeitungen. wesentlicher als die propagandablätter des neoliberalismus!
danke eva – danke eva- danke
Stephan Eibl Erzberg

Eva Jancak verfügt über eine geradezu unerschöpfliche Lese- und Anhörkapazität. Wer mit der Maus in ihrem Blog „Literaturgeflüster“ blättert, erfährt den Spiegel des gegenwärtigen Literaturerlebnisses Wien.
Berichte von besuchten Leseabenden, Büchermessen und Rezeptionen der Bände ihrer ständig wachsenden Bibliothek reihen sich dort neben die Ankündigungen und das Echo ihrer eigenen Auftritte und geben einen stets aktuellen Einblick in die Szene.Ein ständiges Ein- und Ausmatmen belletristischer Zeichen, die durch unsere Stadt schwirren.
Franz Blaha, Schreibinteressen

So, das ist die vorläufige Textauswahl. Jetzt hätte ich gern Rückmeldungen, wie gefällt die Textzusammenstellung? Außer den im Netz entstandenen literarischen Texten, ist auch die Literaturgeflüster-Geschichte drin, Rezensionen fehlen und von den Veranstaltungen gibt es nur ein paar Schmankerln. Und alle, die mir gern ein kurzes Textchen schicken wollen, was das Literaturgeflüster für sie bedeutet, sind willkommen und bekommen ein Belegexemplar.
Das fertige Buch in Papierform wird dann wahrscheinlich in einem Jahr zu bestellen und zu bewundern sein.

2011-07-14

Zweimal fertig

Filed under: Uncategorized — jancak @ 08:37

Nun kommt hoffentlich Applaus von meiner Leserschaft, ich schließe mich mit innerer Zufriedenheit an, denn ziemlich unerwartet und überraschend, bin ich gestern mit dem Korrigieren meiner beiden works on progress fertiggeworden. „Die Absturzgefahr“ geht jetzt an die Druckerei, es gibt keine Verlagssuche mehr, über das Literaturgeflüster können die sich aber gerne bei mir melden, wenn sie wissen wollen, was eine mit Leidenschaft und leiser Stimme so beharrlich seit fast vierzig Jahren schreibt, Zuschußverlage bitte nicht, aber die finden seltsamerweise ebenfalls nicht zu mir.
Im Netz ist die langversprochene Leseprobe jetzt zu finden und die Vorschau mit dem kleinen Ausblick und für die, die es interessiert mit den Schreibberichten, wie das Ganze seit ungefähr einem Jahr entstanden ist, gibts auch schon seit Ende April. Und auch die „Zwillingswelten“ sind jetzt an den Alfred gegangen, damit er draus das Buch machen kann.
„Lisbeths Leseliste“, die es ja wirklich gibt, die ich mir im März zu Studienzwecken zusammengestellt habe und einen Linzführer habe ich für das Titelbild herausgesucht. Sizilienfotos passen ebenfalls und ich kann auch die Anna, wenn sie nächste Woche nach Harland kommt, fragen, ob sie mir die Titelseite graphisch gestalten will. Sie hat es für den „Stadtroman“, „Novembernebel“, „Mutter möchte zwanzig Kinder“, „Schreibweisen“,
und „Und trotzdem“ getan. Ihre Entwürfe sind immer sehr schön geworden und haben gefallen und jetzt Zeit für das Nächste.
Davon habe ich ja schon ein paar Mal geschrieben und kann die entsprechenden Artikel auch heraussuchen, das Buch sechsundzwanzig oder so, das kann ich mir nie merken, es gibt ja schon so viele „Die Frau auf der Bank“ heißen könnte und die Geschichte von drei Frauen, die den fünfunddreißigsten Geburtstag feiern oder ungefähr so alt sind, wird.
Selma, Sevim und Svetlana könnten meine Heldinnen heißen. Ich bin ja eine, die ihre innere Geschichte mit sich herumträgt, sie gerne schreiben will und bis jetzt immer irgendwie stecken geblieben ist. Versuche über eine gehemmte, vielleicht auch depressive Frau zu schreiben, die in Wien spazieren geht, ihre Bücher aus dem Bücherschrank zieht und dabei berühmte Männer trifft, gibt es schon viele. Die „Begrenzte Frau“ ist so ein Versuch, die „Radiosonate“, die „Sophie Hungers“, aber auch die „Reise nach Odessa“. Seit der Felizitas Fee, die in einigen unervöffentlichten Versuchen, dann in der „Viertagebuchfrau“ erscheint, geht mir diese Idee nicht aus dem Kopf. So könnte die Selma wieder eine Art Alter Ego von mir werden. Zu der Idee hat mich vor ein paar Monaten ein Klient gebracht, als er mir erzählte, daß er in Wien herumfahren und sich jeweils einen Bezirk gründlich anschauen könnte. Da habe ich an eine Art Stadtsheriffa gedacht, die viel auf Bänken sitzt, in Wien herumfährt oder geht und das, was ihr auffällt, dem Wiener Bürgermeister meldet, in Realita oder in der Fantasie könnte sie ihn im Rathaus besuchen, denn, daß die Selma eine Paranoia oder eine Borderlinestörung hat, ist mir auch eingefallen. Sie könnte stationär oder ambulant im AK behandelt werden, ihre Therapeutin ist die Psychiaterin in Ausbildung Svetlana, die aus einer Belgrader Barackensiedlung kommt und sich erst in Wien adaptieren muß, obwohl sie da ja ins Gymnasium ging und studierte und auf der Bank kann die Selma auch die Sevim treffen, eine ebenfalls fünfunddreißigjährige in Wien geborene Türkin, die Friseurin lernte, bis sie sich gegen eine Zwangsheirat wehrte, trotzdem den falschen Mann geheiratet hat und sich jetzt nach dem ihre beide Kinder mit der VS bzw. der neuen Mittelschule fertig sind, Tochter Gülsen aufs Gymnasium will, der Papa und die Schwiegermutter was dagegen haben, ein zweites Mal emanzipieren muß. Facebook und die neuen Medien könnten auch eine Rolle spielen oder eine Türkeireise der Familie.
Alles nicht sehr neu, im „Novembernebel“ kommt eine Romaärztin vor, in der „Sophie Hungers“ und der „Heimsuchung“ zwei junge Türkinnen, die in Wien geboren sind und Sozialarbeiterinnen wurden. Die Selma gibts in unzähligen Varianten, trotzdem liegt mir das Thema am Herzen und die Verknüpfung dieser drei Frauenschicksale, könnte vielleicht wirklich der große Roman werden, mit dem ich bisher stecken geblieben bin.
Denn das stimmt ja wirklich, ich bin zu schnell und wenn ich an die Tiefen oder Grenzen stoße, zu rasch fertig, statt mich damit ernsthaft auseinanderzusetzen. Ich denke aber, daß man genauso lernt, wenn man neunmal etwas Neues schreibt, statt eines in neun Fassungen.
Jemand der mich, wenn ich flüchten will, an die Schulter nimmt und sagt „Bleib dabei!“, wäre trotzdem gut und, daß ich manchmal ausgelutschte Metaphern nochmals verwende, weils einfacher ist, habe ich bei den „Zwillingswelten“ gemerkt, da sind sicher einige Klischeefiguren enthalten. Da hilft mir vielleicht Thomas Wollingers „Erfolglos schreiben-Serie“ weiter, denn daß ich da aufpassen sollte, ist mir schon bewußt.
Daß man aus seiner Haut nicht kann und vielleicht auch nicht soll, weiß ich natürlich auch, nehme mir aber den Vorsatz des „Zeitlassen“ mit, wenn ich demnächst mit meinem grünen Notizbuch, in dem schon einiges von der „Frau auf der Bank“ steht, in Richtung Wilhelmsburg aufbreche. Die Istambulgedichte von Gerrit Wustman und Seher Cakirs „Zitronenkuchen für die fünfunddreißigste Frau“, werde ich mir am Dienstag aus Wien holen. Ob ich Yasar Kemals „Granatapfelbaum“ brauche, weiß ich gar nicht, denn den wird eine fünfunddreißigjährige Wiener Unterschichttürkin, die sich gegen ihren Mann wehren will, vielleicht nicht lesen, die bringt ihre Töchter aufs Gymnasium, meldet sich für eine Pflege- oder Kindergartenhelferinausbildung an und läßt sich scheiden. Wenn sie trotzdem noch etwas Besonderes machen will, geht sie alleine oder mit einer Freundin ins Cafe Sperl oder in einen Tanzkurs und ist stolz darauf.
Also die Figuren reifen lassen und mich nicht gleich mit der ersten Idee in die Falle schreiben. In allen drei Frauen liegt Potential für etwas Neues und wenn ich die Männer den Frauen nicht immer gleich auf den Busen schauen lasse, nicht von „rinnenden Nasen“ schreibe, sondern mir vielleicht ein wenig von der Klagenfurter Metaphernvielfalt mitnehme, kanns nur besser werden, denn ich glaube schon, daß in meinen Sachen viel zu finden ist, das habe ich auch öfter gehört.
Die Falle ist nur, den Schwierigkeiten nicht ausweichen und der Satz „Ich kann es nicht!“, wird wohl auch noch öfter auftauchen, wenn ich das dann im Literaturgeflüster schreibe, lerne ich daraus, vieleicht haben auch meine Leser ein paar nützliche Hinweise.
So gesehen wirds auch die Schreibberichte weiter geben und als ich 2005 von Erika Kronabitter in diese Textwerkstatt nach Vorarlberg eingeladen wurde und aus der „Fluchtbewegung“ gelesen habe, habe ich mir die dortige Kritik auch zu Herzen genommen und sprachlich umgearbeitet.
Eine Wortakrobatin, die mit den Metaphern in wahren Worträuschen um sich schmeißt, a la Andrea Winkler oder Richard Obermayr, die beide den Priessnitz-Preis bekommen haben oder bekommen, will ich nicht werden, aber ein bißchen sorgfältiger und genauer sein, kann nicht schaden und natürlich auf die Fallen achten, damit wirklich was Neues entstehen kann und dann, das glaube ich ebenfalls „man schreibt immer denselben Roman ein Leben lang“, die Barbara Frischmuth, der Gerhard Roth und die Elfriede Jelinek tun das wahrscheinlich auch.

Nächste Seite »

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.