Literaturgefluester

2017-02-15

Wienzeile

Mit der Literaturzeitschriftenpräsentation ging es heute weiter in der „Alten Schmiede“ und zwar wurde da die „Wienzeile“ vorgestellt, die von Thomas Frechberger und Günther Geiger gegründet wurde und einmal ein ziemlich subversives Magazin war.

Heute heißt sie „Supranationales Magazin für Kunst, Kultur und Politik“ und es gibt schon siebzig Nummern.

Heft 69 und 709 die beid von  Lydia Haider redigiert wurden und die auch, was sehr erfreulich war, zur freien Entnahme auflagen, wurden heute vorgestellt und ich kann anmerken, daß ich einmal, lang lang ist her, glaube ich, meinen „Ziwebelschneiden-Text“ drinnen hatte.

Früher habe ich ja regelmäßig oft auch mit Auszügen aus meinem jeweiligen Werk in Arbeit, die Literaturzeitschriften beschickt und einige, ganz wenige, haben hin und wieder auch einen Text von mir genommen.

Heute ist mein Blog meine Art mich literarisch zu präsentieren und ich schicke nur vereinzelt, hauptsächlich wenn ich angeschrieben oder angesprochen werde, etwas zu einer Zeitschrift hin

Gerhard Jaschke hat meinen Eisendle-Text im „Freibord“ gebracht, für den „Sterz“ habe ich ein Stück aus der „Brüderschaft“, das „Gruftie-Mädel“ geschickt, nicht genommen, der Herr der „Lichtungen“ hat mich mal angeswprochen, nicht genommen und dann am „Volksstimmefest“gelesen und jetzt habe ich es mit den „Köpfen“ wieder für das „Etcetera“ probiert. Der Text ist losgeschickt, sehr viel Hoffnung habe ich nicht und die 1985 in Steyr geborene Lydia Haider, war glaube ich 2016 bei den „Alpha Finalisten“ und ist eine sehr freundliche junge Frau, die sich bei Daniel Terkl für die Einladung, das Heft vorstellen zu können, bedankte.

Sie erzählte dann etwas zu ihrer „Wienzeile- Geschichte“ und stellte die vier Autoren vor, die sowohl im „Hehe-Heft“, als auch in den „Linien“ Texte drinnen haben, die sie dann lasen.

Die erste war die 1987 in Wien geborene und in Berlin lebende Lea Zsivkovits, die Gedichte las.

Dann kam der 1960 in Graz geborene Musiker und Autor Adi Traar, ein Stamm-Wienzeile-Beschickter, wie Lydia Haiderbetonte, der hatte in den zwei Heften zwei sehr unterschiedliche Texte „Raueis“ ist eine Dystopie, die an die „Wand“ erinnern kann. Ums Universitätssterben geht es dabei aber auch und in „Garry auf und davon“ geht es um einen Musiker, der bei seinem Auftritt gar nicht gut ankommt, obwohl er das offerbar nicht mitbekommt.

Excellent gelesen vom Autor und dann kam ein mir Bekannter, den ich erst vor kurzem hörte, nämlich der 1992 in Düsseldorf geborenen Timo Brandt, der an der Angewandten Sprachkunst studiert und er hatte im ersten Heft, einen Text, den er geschrieben hat, als er nach Wien kam.

So heißt er auch oder ist ein „Wiengedicht“ und im zweiten Heft, ist der Text im Inhaltsverzeichnis verloren gegangen, heißt aber „Ausschneidbares“ und ist auch so grafisch angedordnet, daß man ihn ausschneiden oder zerrreißen kann, was der Autor sagte, er einmal so performen wollte, aber diesmal nicht so tat.

Die vierte Lesende war die 1987 in Wien geborene und jetzt in OÖ lebende Magdalena Stammler, die jetzt ihren vielleicht autobiografischen Text „Schwesternschaft“ las in dem es um zwei Freundinnen oder an die Erinnerungen der einen an die anderen geht, die gemeinsam studierten, sich im Cafe Hummel trafen und sich über die Frauen lustig machten, die heirateten Kinder kriegten und dann ins Frauengefängnis Einfamilienhaus übersiedelten, was bei beiden Kopfschütteln auslöste.

Dann wurde die Erste zuerst schwanger und zog dann in das schöne Haus der Oma aufs Land mit ihrer Familie, während sich die andere ins Frauengefängnis „Kinderwunschklinik“ zurückzog.

Sehr eindrucksvoll in Zeiten, wo eine Ronja von Rönne gegen den Feminismus wetterte, aber Gertraud Klemm hat ja auch über das „Aberland“ geschrieben und in den beiden Heften sind auch Texte von Bekannten zu finden.

Matthias Vieida beispielsweise, den ich glaube ich, auch aus den Studentenlesungen kenne. Daniela Emminger, die auf der LL des öst Bp stand und von der ich zwei Bücher auf meiner Leseliste habe.

Stefan Alfare den ich kennenlernte, als ich 1996 in der Jury des Nachwuchsstipendiums waren und dessen Gedichte mich damals sehr beeindruckten, obwohl ich mich ihn nicht vorzuschlagen traute.

Stefan Sonntagbauer, der bei „Holzbaum“ publizierte, als die noch literarische Texte brachten. Laura Freudenthaler kenne ich glaube ich aus Schreibwerkstatt der „Österreichischen Gesellschaft für Literatur“ und habe auch ein Buch von ihr in meinen Bergen. Isabella Breiers Gedichte habe ich, glaube ich, schon einmal gehört.

Peter Paul Wiplinger, der Doyen, mit dem ich 1996 in derselben Jury war und den ich meistens bei den GVs- der IG Autoren treffe. Nicole  Makarewicz, die ich von den „Texthobelspänen“ kenne und Claudia  Sykora Bitter, die im „Linien-Heft“ zwei Graphiken hat, die ich aber schon bei der „Rampe-Vorstellung“ hörte.

Lydia Haider, die noch erklärte, daß die Literaturzeitschriften für die Autoren soetwas, wie der Motor seien, der eine literarische Karriere anstarten könnte, rief  noch zum Senden guter Texte auf, die immer willkommen wären und erkundigte sich bei den Autoren, welche Themen sie sich für die nächsten Hefte wünschen würden?

Eine erfrischende Präsentation eines erfrischenden und sehr lesbaren, wie Lydia Haider auch betonte,. daß das wichtig sei, Hefres und für mich eine Überraschung, denn diese Präsentation hob sich sehr erfreulich von den anderen Zeitschriftenvorstellungen ab, die mir aber auch gefallen haben.

2013-09-21

Kunst und Handwerk des freien Schreibens

Filed under: Uncategorized — jancak @ 20:11

Ich bin ja eine, die zwischen E und U bzw der Publikumsseite und dem Lesetisch ziemlich hin und herpendelt oder gradwandelt, weil die Literatur mir ja sehr wichtig ist und ich zu den Lesereisen, den Stipendien und Preisen nicht so ganz den Zugang habe, interessiere ich mich auch für die Welt des Schreibenlernens. Obwohl ich es ja schon in bißchen kann, schadet es nicht eine Schreibgruppe zu besuchen oder sich über die Schreiblehrgänge zu informieren, noch dazu, wo es das, als ich zu schreiben begonnen habe, kaum gegeben hat. Jetzt gibt es das und der Schreibbegriff beziehungsweise, die Frage ob und wie man das Schreiben lernen kann, hat sich inzwischen auch geändert.
Der Arbeitskreis der schreibenden Frauen von den KPÖ-Frauen Ende der Siebzigerjahren sozusagen initiert, bei dem ich vier Jahre lang mitmachte, war damals in Wien ziemlich einzigartig.
Ja die legendäre Gruppe 47 hat es gegeben, aber da wurde man ja eingeladen und zum Bachmannlesen, das sich 1977 gegründet hat, durfte man sich damals auch noch nicht selber anmelden bzw. bewerben.
Es kamen dann ziemlich bald die Volkshochschulen und die Sager, daß das in Amerika anders ist, daß man dort das Schreiben auf der Uni in kreativen Writingkursen lernt und, daß das dort ganz selbstverständlich die größten Autoren machen, die dann meistens dort auch unterrichten.
Bei uns kann man, wenn man soetwas erwähnt, manchmal noch immer hören „Glaubst du, daß du das nötig hast? Ich habe es ganz allein gelernt!“
Was vielleicht stimmt, aber man kann es auch in der Gruppe und lernen muß man es, denn als Genie kommt keiner auf die Welt und inzwischen hat sich das Blatt auch ein bißchen gewandelt, da einige Autoren das auch als Geschäft für sich entdeckt haben.
So gibt es den Lehrgang für Schreibpädagogik, der sich glaube ich aus den Schreibwerkstätten der Stöbergasse entwickelt hat. Petra Ganglbauer ist da sehr engagiert. Marlene Schachinger hat inzwischen auch ihr eigenes Schreibinstitut, das sich aus der Kunstwerkstatt in der Gallizinstraße entwickelt hat.
Anni Bürkl hat ihre eigene Schreibakademie und Thomas Wollinger hat den „Texthobel“ gegründet und das Writersstudio gibt es inzwischen schon über zehn Jahre und seit drei gibt es, glaube ich, die zwei Tage im Herbst mit den Gratisworkshops, die ich regelmäßig besuche und die immer umfangreicher werden.
Aus einem Lehrgang für Studenten mit Schreibblockaden beim Dioplomarbeitenschreiben, haben sich da inzwischen zwei Lehrgänge „das Professional“ und das „Passion Schreiben“ entwickelt, die jeweils an einem Tag in verschiedenen Workshops vorgestellt werden.
Das Sachbuch und das Presseschreiben, das am Freitag angeboten wurde, habe ich diesmal ausgelassen und bin erst um fünf zu den Bagels und den Muffins und dem anschließenden Vortrag von Judith Wolfsberger gegangen, die sich diesmal ein höchst aktuellen Thema ausgesucht hat, nämlich „Auch Stars wie T.C. Boyle haben Schreib Workshops besucht“ und der war ja vorige Woche in Wien und ist in dieser wahrscheinlich schon in Richtung Frankfurt unterwegs, so hat Judith Wolfsberger einen jungen Mann engagiert, der seine Texte las und sie hat ein bißchen von den Unterschieden zwischen dem amerikanischen und dem europäischen Schreiben referiert und erklärt, daß sie ein Fan des amerikanischen Writings ist und das auch in ihren Kursen umsetzen will.
Sie hat auch ein Mail an T.C Boyle geschickt, der ihr geantwortet hat, so daß ein Interview daraus geworden ist, wo er daß Nährende, die Werkschätzung und das Feedback in den kreativen Writingkursen betonte.
„Du kommst hin, schreibst, was und es wird dir applaudiert!“, während bei uns das Feedback noch immer nicht „friendly“ ist, wie Judith Wolfsberger meinte und von einem Schreibseminar in Innsbruck erzählte, wo die Teilnehmer zerrissen wurden, so daß ein paar gleich einmal abreisten.
Und das kann ich mir vorstellen, habe es auch selbst erlebt und das muß auch nicht sein. ich bin bin ja auch eine Verfechterin, die sich dafür einsetzt, daß jeder schreiben soll, der es will und kämpfe auf meinen Blog oft auf verlorenen Posten, wenn sich da einer meldet und hui schlecht, schon wieder ein Fehler schreit. Das muß nicht sein, denn jeder Text hat Stärken und man kann ja auch davon ausgehen und schrittweise weitermachen.
Es hat sich inzwischen auch bei uns schon etwas getan und wenn es auch noch nicht auf jeder Uni kreative Schreibkurse gibt, den Hochschullehrgang in Leipzig und in Hildesheim , bzw in Wien das Studium für Sprachkunst das Robert Schindel initierte und jetzt von Ferdinand Schmatz weitergeführt wird, gibt es und Leipzig hat es das schon zu DDR Zeiten gegeben und Josef Haslinger, der in Leipzig Professor ist, hält, glaube ich, auch viel von der amerikanischen Art und Weise das Schreiben zu erlernen und hat auf amerikanischen Universitäten, glaube ich, sowohl gelernt als auch unterrichtet.
Aber in Wien, Leipzig, Hildesheim muß man sich bewerben und eine Handvoll wird dann genommen, etwas das ich auch sehr kritisiere.
Ins Writersstudio kann jeder kommen. Man muß die Workshops, außer an den Tagen der offenen Tür, aber bezahlen. Allerdings gibt es, glaube ich, schon eine Förderung dafür und, daß das Schreiben Spaß machen kann und soll ist etwas, das mir auch sehr wichtig ist.
So gab es nach dem Vortrag wieder eine Verlosen wo man drei Schreibseminare und zweimal einen Gutschein für ein Schreibfabrik, ein „Schreibcafe mit Yoga“ und eine „Schreibenacht“, auch schon klassische Angebote des Writersstudio, gewinnen konnte.
Alle um mich herum haben etwas gewonnen und ich bin am Samstag zum Passion Writing gegangen, wofür ich mir schon einiges vorgenommen habe.
Das begann um neun mit dem „Freewriting für Geschichten“,dem „Einstieg ins literarische Schreiben“, in einem sehr sehr vollen Studio, zeitweise waren, glaube ich, an die fünfzig Leute da, vorwiegend Frauen und die in allen Lebenslagen und Ana Znidar, die Short Story Seminar Trainerin begann damit, daß man sich Eigenschaften für eine Figur ausdenken sollte und die mit einer kleinen Handlung verbinden und da hatte ich beim Hingehen ja etwas sehr Interessantes erlebt.
Am Ende der Operngasse saßen zwei Personen, eine große Frau und ein etwas kleinerer schmächtiger Mann auf einem Mauervosatz, dann standen sie auf und taumelten laut lärmend, sich küssend und einander umarmend, die Straße hinab, offensichtlich waren sie etwas angetrunken und ich dachte „Wie komme ich an ihnen vorbei ohne, daß sie mich umrennen!“ und auch, das gehört in mein Notizbuch für die Materialsammlung, denn darüber wollte ich ja schreiben. Hatte ich ja die Idee diesen Probeschreiblehrgang als Materialsammlung zu benützen und viele kleine Einzelszenen für das nächste Projekt zu schreiben. Danach kam die Germanistin Anna Ladurner in einem kurzen schwarzen Kleid, langen fingerlosen Handschuhen, roten Strümpfen und einer weißen Blume im Haar, die für den frühen Morgen ein wenig overdressend anmutete, sich aber auch sonst große Mühe gemacht hat, bei ihrem Schnupperkurs in „Life Writing – kleine autobiographische Textminituaren“, wo es um das Fühlen, Erinnern und Imaginieren ging.
Zuerst zeichneten wir alle aber Wortspiralen, dann gab es kleine Zetteln mit einem Satz,meiner war „Woran hast du erkannt, daß etwas, das dir wichtig war, zu Ende ist?“
Uje j, uje, denn da habe ich nicht an mein Studium oder an einen Urlaub gedacht, sondern daran, daß ich nicht zu schreiben aufhören will und dann eher melancholische Morgenseiten zu diesem Thema geschrieben.
Dann kam wieder Ana Znidar mit dem großen Bruder oder der großen Schwester, nämlich dem „Memoir“ eine „Geschichte aus deinem persönlichen Leben“, beides nicht zu verwechseln mit der Autobiografie und ich habe mich nach der Erkundung meiner starken Gefühle, wie Angst, Genugtuung, etc an das Weiterschreiben der Szene, die ich in der vorigen Wiche in der Schreibgruppe vom Robert begonnen habe, gemacht. Da die das mit dem Kästchen dort märchenhaft fanden, lagen Mutters Dokumente diesmal ganz ordentlich in einer Schreibtischlade und daneben liegt ein Kuvert mit einem Bild von drei jungen Männern und einer Adresse und ich habe inzwischen gedacht, daß bezüglich Spannung, der Konrad aus aktuellen Anlaß ein Waffennarr mit einer legalen oder auch illegalen Waffensammlung im Keller seines Försterhäuschens sein könnte, der Jonas wird auf der Klinik gemobbt und der Benjamin hat nach wie vor Troubles mit seinem aidskranken Freund.
Danach gabs was Neues, total spannend, was zwar nicht sehr viel mit dem literarischen Schreiben zu tun hatte, aber sehr lustig war und ich für die Coveridee der „Dreizehn Kapiteln“ verwenden kann, nämlich „creative Callygraphy“- Experimentieren mit der Handschrift und wir fuhren mit verschiedenen Farben und Stiften über das Papier, um dort ohne Buchstaben Botschaften zu hinterlassen.
Das Programm war dieses Mal so dicht, daß es keine Mittagspause gab, sondern die vierzig Minuten Workshop ohne größere Pause durchgingen. So kam dann wieder Vivien Bronner mit dem Drehbuchschreiben und da habe ich, glaube ich, einen sehr knappen Dialog zwischen einem Paar zusammengebracht, wo die Frau vermutet, daß sie ihn betrügt und der Mann ihr das nicht sagen will „Die rote Stelle an deinem Hals schaut wie ein Knutschfleck aus, wahrscheinlich ist er ein Bienenstich, es gibt aber keine Bienen, hast du nicht aufgepasst?“ – „Natürlich, natürlich, mach dir keine Sorgen und sei nicht paranoid, im übrigen ist das Essen schon wieder angebrannt!“
Dann kam noch einmal was Neues nämlich „Poetry „Die Welt in der Sprache des Erstaunens“ mit Christina Boigner, die an ihrem Hut zu erkennen ist und die ich bei dem Fest vor eineinhalb Jahren kennenlernte. Irene Rauch hat glaube ich vor drei Jahren auch was Lyrisches angeboten. Christina Boigner machte es sehr theatralisch mit Textkärchen und einem Gedicht von Pablo Neruda, der „Ode an die Zwiebel“ Dann solten wir eine „Ode an ein Schreibgerät“ dichten und im Chor den ersten Satz „o du mein blauer Bleistift“, etc murmeln.
Dann kam „Travel Writing“ mit Ana Znidar, der fleißigen, die wieder die üblichen Übungen machte und einen Gast mitgebracht hat. Michael Giongo, der 2009 das „Travel Writing“ buchte und inzwischen Artikeln im Standard hat, von denen er einen, über eine jüdische Gemeinde in Argentinien auch vorlas.
Dann rauchte mir der Kopf, es gab aber noch das „Friendly feedback“ und da las ich die Textstelle vom „Memoir-Workshop“ vor und war über das freundliche Feedback überrascht, es ging nämlich, um das „show not tell!“ und da denke ich ja immer, das kann ich nicht. So kommt die Barbara nach Hause und denkt „Tief durchatmen, ruhig bleiben, ich muß funktionieren!“ und dachte dabei, das ist jetzt nicht gefühlt. Judith Wolfsberger hat es aber gelobt, daß sie daran sofort merkte, daß etwas geschehen ist.
Toll, toll, toll, so ein Workshop-Tag und ich kann das Writerstudio mit seinen freundlichen Trainerinnen wirklich nur empfehlen. Man lernt sehr viel dabei und sie machen sich auch sehr viel Mühe.
Am 24. September und am 24. Oktober gibt es Infotage zu dem „Passion Writing-Lehrgang“ und eines habe ich nun fast vergessen zu erwähnten, was ich auch entdeckte, als ich Frühmorgens in die Pramergasse ging. Vis a vis der Buchhandlung Kuppitsch gibt es einen kleinen offenen Bücherschrank, wo ich ein Leseexemplar aus dem Jahr 2003 entdeckte und mir dachte, toll, wenn da die Buchhandlung hineinlegt, was sie nicht verkaufen kann, es wird wirklich immer besser!

2012-05-09

Muttertagsfeier, Gedenkkundgebung und Bezirksschreiberlesung

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:12

Obwohl ein ganz normaler Arbeitstag war diesen Dienstag ganz viel los. Begonnen hat es mit der Muttertagsfeier zu der mich die Bezirksvorstehung Mariahilf, der Bezirk, wo ich ich seit 1977 wohnte, bevor wir nach ein paar Jahren Harland-Pendeln in die Krongasse gezogen sind, eingeladen hat. Seit vier Jahren bin ich da ja in der Liste der alten Frauen und meist die jüngsten. War zweimal im Haus des Meeres, was mich das erste Mal zu einer Szene in der Radiosonate, das zweite Mal zu einer in der „Absturzgefahr“ inspirierte und voriges Jahr im Pensionistenhaus Loquaiplatz bei einem Konzert mit Heinz Zuber und Kaffee und Kuchen. Heuer war es wieder dort und die Schauspielerin Erni Magold, 86 Jahre jung und die ich aus den Theater der Jugend Veranstaltungen, ich glaube aus dem Theater im Zentrum, bzw. von einer ihrer bösen Darstellungen der Großmutter aus Ödön von Horvaths „Geschichten aus dem Wienerwald“, aber auch von einer Frauen lesen Frauen-Lesetheateraufführung, kenne, sollte aus ihren Memoiren „Lassen Sie mich in Ruhe“ lesen, das sie gemeinsam mit Doris Priesching geschrieben hat und das Alfred schon für seine Mutter gekauft hat. Noch bevor die Einladung aus der Bezirksvorstehung Mariahilf gekommen ist, hat mich schon meine Cousine Irmi, die auch einmal in der Gumpendorferstraße wohne, angemailt und ich habe mich am Nachmittag kurz vor halb zwei auch mit ihr vor dem Eingang getroffen. Die Bezirksrätin Elisabeth Zoumboulakis-Rottenberg, die ich, glaube ich durch die Bezirksfrauenwochen kennenlernte, hat mich aber schon früher angemailt und mich zum „Tag der Befreiung“ am Heldenplatz eingeladen. Die war dann nicht bei der Muttertagsfeier. Im Haus des Meeres ist sie immer gewesen und hat die Einladungen eigesammelt, bzw. die Gutscheine für die Würstel ausgeteilt. Es hat Kaffee gegeben und diesmal ein Stück Torte mit einem Herzen und einer Marzipanrose und die Bezirksvorsteherin hat ein Gespräch mit Erni Mangold und der Co-Writerin geführt. Das heißt, die drei Damen sind, nachdem der Kaffee getrunken und der Kuchen gegessen war, auf der Bühne gestanden, die Bezirksvorsteherin hat Erni Mangold ein bißchen nach ihrem Leben gefragt, beispielsweise warum sie Bruno Kreisky sexy fand?, wie es zu dem Buch gekommen ist? und und hat auch ein paar Buchabschnitte bzw. die Kapiteln vorgelesen. Um halb vier war die Veranstaltung zu Ende und ich wußte nicht recht, was ich anfangen sollte, wollte ich doch am Abend zu der Abschlußlesung des Alsergrund-Bezirksschreiberstipendiums ins Kabinetttheater in die Porzellangasse gehen. Das war um sieben, da ging sich ein Sprung auf den Heldenplatz noch aus. Denn am 8. Mai 1945 wurde ja der Krieg beendet und das wurde, glaube ich, immer im Parlament gefeiert, die Burschenschaftler legen aus diesem Grund am Heldenplatz aber auch immer Kränze nieder und trauern um ihre Niederlage und das gab immer Anlaß zu Auseinandersetzungen. Aber diesmal offenbar den ersten „Tag der Befreeiung“, einem Feierntag, zu dem mehrere Organisationen wie die Grünen, der Republikanische Club, die GAV, etc aufgerufen und mich dazu eingeladen haben. Als ich das Burgtor erreichte, war ich schon einmal erstaunt, weil dieses verschlossen, was ich zum ersten Mal in meinem Leben gesehen habe, obwohl ich schon auf vielen Demonstrationen am Helden- und am Ballhausplatz, zum Beispiel auch auf der großen im Jänner 2000 und auf der, am Tag der Angelobung von schwarz-blau, war. Die Kundgebung fand am unteren Ende statt und, um dort hinzugelangen, mußte man an einem Polizeispalier vorbei und alles war abgeriegelt.
Es waren noch nicht so viele Leute da, ich habe aber gleich Elisabeth Zoumboulaki-Rottenberg gesehen, die mir mein neues Buch abkaufte und mich einigen Leuten vorstellte und später Magdalena Knapp-Menzel von der GAV, die sich fragte, ob wir beide die einzigen anwesenden GAV-Mitglieder wären? Wir waren, es glaube ich. Die Renate Saßmann ist aber noch dazu gekommen und einige andere Gesichter. Die Grünen hatten einen Stand, wo stand „Wer heute nicht feiert, hat schon verloren“, dann sprachen David Ellensohn von den Grünen und Stadtrat Mailath-Pokorny, eine der Moderatoren sagte, daß Bezirksvorstehungen, darunter, die des fünften und des neunten Bezirkes, beflaggt worden seien. Die steirische Musikgruppe Stelzhammer musizierte und der Präsident der israelischen Kultusgemeide spendierte einige Flaschen koscheren Sekt. Dann bin ich durch die Polizei abgesperrte Innenstadt in den neunten Bezirk gegangen, denn, das Emily Walton Bezirksschreiberin geworden ist, habe ich ja schon einige Male geschrieben und habe ihre Bezirksschreiberberichte auch auf ihren Blog verfolgt, den ich seit einigen Jahren kenne und seither weiß, daß die 1984 in England geborene, auch eine ehrgeizige aufstrebende Jungautorin, wie Cornelia Travnicek, Anna Waidenholzer, deren neuen Roman im Herbst bei Residenz erscheint, etc ist. Als ich ihren Blog kennenlernte, hat sie, glaube ich, noch beim Kurier gearbeitet. Inzwischen ist sie, denke ich, freiberuflich tätig. Lesen habe ich sie bei der Texthobelspäne-Lesung vorigen Februar, hat sie ja auch Thomas Wollingers Schreibwerkstätten teilgenommen und jetzt ist ihr auch ihr Debut-Roman „Mein Leben ist ein Senfglas“ erschienen, bei dessen Präsentation Anfang März in der Buchhandlung Kuppitsch ich war. Und von Jänner bis März ist sie die erste Bezirksschreiberin des Bezirkes Alsergrund geworden, das die Kulturkommission des Bezirkes, dessen Mitglied Friedrich Hahn, Bezirksrat, GAV-Mitglied und Textvorstellungs-Moderator in der Alten Schmiede ist. Sechsunddreißig Autoren haben sich zu diesem dreimonatlichen Stipendium, wo man 1500 Euro bekam, ein Konzept einreichen und dann einen Text über den Bezirk schreiben mußte, beworben, auch aus Deutschland und der Schweiz, obwohl keine Wohnung dabei war. Emily Walton hat gewonnen und in diesen drei Monaten auf ihren Blog intensiv über den Bezirk berichtet und immer wieder Artikeln, die von ihr in der Bezirkszeitung erschienen sind, hineingestellt. Jetzt gab es die Abschlußlesung im Kabinetttheater in der Porzellangasse, in dem ich noch nie war und das ein Stückchen näher dem Franz Josefs Bahnhof, als das Schauspielhaus ist. Eva Brenner, die auch am Heldenplatz war und die ich von den Adventspaziergängen in die Fleischerei und auch von ihren anderen Projekten kenne, zum Beispiel hat sie einmal bei einem Jelinek-Symposium referiert, ist ebenfalls hingekommen und hat sich sehr freundlich mit mir unterhalten und mir sogar ein Bauch abgekauft bzw. gegen die Peter Kreisky Gedenkschrift, mit dem sie ja befreundet war, getauscht. außer Emily Walton haben noch zwei andere Autorinnen gelesen, nämlich Stephanie Doms und Michaela Hinterleitner, die von den sechsunddreißig Bewerbern auf die Shortliste gekommen sind. Die Bezirksvorsteherin, die ich schon von der Offenen-Bücherschrank-Erföffnung umd dem Sigmund Freud Festakt kenne, hat eröffnet. Dann hat Friedrich Hahn ein bißchen was zu dem Stipendium gesagt, zum Beispiel, das er sich wünscht, daß es, wenn es wieder ausgeschrieben wird, verdoppelt wird. Dann wurde gelesen. Stephanie Domis hat mit einem sehr literarischen Text begonnen. Die 1979 geborene Michaela Hinterleitner hatte, wie sie sagte, kurze urbane Texte, einer handelte vom „Jonasreindl“, ein anderer vom „Alsergrund“, wo alle wichtigen literarischen Orte, die Strudelhofstiege, der jüdische Friedhof, aber auch das Kabinetttheater vorkam und Emily Walton hat, wie sie sagte, mehrere Alsergrund Geschichten geschrieben, die, die sie vorlas, hieß, glaube ich, „Frau mit dem Bleistift im Haar“ und handelt von einer Helena, die von ihrem Freund verlassen wird, was sie, inzwischen in einer WG im Alsergrund wohnend, so traumatisierte, daß sie schreibend mit einem Bleifstift Sonntags durch den Bezirk herumläuft und alles aufschreibt, bzw. sich die sonderbarsten Geschichten ausdenkt, dabei wird sie von den Leuten scheel angesehen, mit Klagen bedroht, sie merkt aber auch, daß sie vor ihr flüchten und als sie sich darüber wundert, bemerkt sie auf einer Litfaßsäule eine Warunung, daß der Bezirk eine Bezirkschreiberin bekommen hat.
Eine sehr beeindruckende Geschichte, vor allem, da mir etwas Ähnliches auch schon mal passierte. 1992 war das, glaube ich, nicht im Alsergrund, sondern auf einer Radrundfahrt um den Neusiedlersee. Ich habe gerade „Lore und Lena“ geschrieben und gedacht und gedacht, dabei die anderen ein paar Mal verloren und auf der Rückfahrt im Zug habe ich auch geschrieben, was einem Betrunkenen gar nicht gefiel. „Komm ich auch ins Büchel!“, hat er immer geschrieen. Ich habe mich ihm nicht erwehren können und es war mir sehr peinlich. Habe aber eine Geschichte darüber geschrieben, die in der „Unke“ abgedruckt ist.
Nachher gab es noch die Verleihung eines anderen Awardes an eine Verlegergruppe, die Vorjahrspreisträgerin war Michaela Falkner, deren letztes Buch ich ja, gelesen habe, die den Preisträger aussuchen durfte und die Gruppe gewählt hat, obwohl sie den Text, den sie bei ihnen einreichte, ablehnten.
Nachher gabs ein tolles Buffet und als ich gegessen und lang mit Eva Brenner geplaudert habe, wollte ich mich noch Emily Walton als ihre eifrige Blogleserin vorstellen. Sie war aber nicht mehr da und als ich durch die Stadt nach Hause gehen wollte, konnte ich nicht, weil noch immer alles von der Polizei abgesperrt und mußte über den Ring gehen.
Schade eigentlich, daß eine ganze Innenstadt lahmgelegt wird, wenn man das Ende des Krieges vor siebenundsechzig Jahren feiern will.

2011-06-06

Anno Literatur Sonntag

Filed under: Uncategorized — jancak @ 01:00

Als ich Sonntagnachmittag beim Korrigieren auf der Terrasse ein bißchen herumsurfte, bin ich auf Sarah Wipauers Blog gestoßen, den ich seit ein paar Wochen verfolge, daß sie um 20. 30 im Cafe Anno liest und da ich ja am Dienstag und am Mittwoch die Literaturveranstaltungen versäumte und ich ihren Text aus der FM4 Anthologie noch immer nicht gelesen habe, habe ich die Woche mit junger Literatur beschließen könnte.
Im Cafe Anno war ich schon einmal, am 23. 2. bei den TextHobelSpänen, sonst geht der Literatur Sonntag, bei dem schon Mieze Medusa und Emily Walton gelesen haben, eigentlich an mir vorbei und das Cafe Anno ist, glaube ich, die Lesebühne der Literaturzeitschrift Radieschen, die auch an mir vorbei gegangen ist, da es sie noch nicht gegeben haben dürfte, als ich meine Texte regelmäßig herumschickte.
Die 1986 geborene Sarah Wipauer von der nicht ganz klar ist, ob sie sich mit „h“ schreibt oder nicht, beim Klagenfurter Literaturkursportrait steht das „h“, bei der „ALSO“-Ankündigung fehlt es, kenne ich durch Cornelia Travniceks Blog, da sie dort gelegentlich kommentiert und in der „How i fucked Yamal“ – Anthologie einen Text hat. Bei der letzten FM4-Ausschreibung ist sie in die Anthologie gekommen, vor drei Wochen hat sie mir einen Kommentar geschickt und am Abend habe in ihrem Blog gelesen, daß sie zum Klagenfurter Literaturkurs eingeladen wurde. Das interessiert natürlich, das YouTube Video, bei dem sie ihren Text vorstellte, klang auch sehr interessant, wie auch ihr Blog, der viel über das Leben in China berichtet, in dem die Sinologie und Komparatistikstudentin, ein Jahr lebte.
Den zweiten Lesenden, Andi Pianka, kannte ich, wie ich dachte, nicht, habe mir aber ergooglet, daß er ein Poetry Slamer ist.
Also bin ich nach halb neun in der Lerchenfelderstraße 132 eingetroffen, habe aber ein leeres Lesezimmer gefunden, so dachte ich, mache ich einen kurzen Abstecher zum Bücherschrank, am 23. 2. habe ich das ebenso gemacht, weil ich nicht zu früh hinkommen und herumsitzen wollte, als ich dann hingekommen bin, war es bummvoll, ich habe Thomas Wollinger, auch eine Blogbekanntschaft, gleich erkannt und Margit Heumann hat mich auch noch angesprochen.
Bei Sarah Wipauer war ich mir eigentlich sicher, daß sie mich nicht kennen wird, sie ist mir aber nachgelaufen und hat mich angesprochen, was ein schöner Beginn einer Bekanntschaft ist. Im Bücherschrank war dann nichts zu finden und als ich zurückkam, hatte es schon begonnen. So habe ich die Begrüssung Rentsniks, ich nehme an, daß sie es war, versäumt, Andi Pianka hatte gerade mit dem Lesen begonnen. Auf der Straße sagte mir Sarah Wipauer, Andi hätte mich auch erkannt und ich habe mich darüber gewundert, dann ist mir aber eingefallen, daß ein Andi P. regelmäßig bei Cornelia Travnicek kommentiert und sich mit ihr über das literarische Leben austauscht, wo ich immer schon den Nachnamen rätselte, vielleicht ist er auch schon auf das Literaturgeflüster gekommen.
Es waren nicht sehr viele Besucher da. Ich habe nur Christian Schreibmüller gekannt und als offenbar der zehnte Besucher eintraf, unterbrach Andi Pianka die Lesung und sagte, er hätte die Wette gewonnen.
Begonnen hat er mit einem apokalyptischen Text und es war sehr interessant, daß seine Texte sehr politisch und sehr anklagend waren. Sehr religionskritisch und mit vielen Anspielungen und Zitaten, „Arigonas Rehäuglein“ kamen vor und als ich dachte, daß ist aber jetzt ein Plagiat, erwähnte er schon den Karl-Theodor zu Guttenberg mit seiner Dissertation. Ein wahre Wortspringerei durch die Weltgeschichte von Marx zu Jesus, etc. Ein Texter für das Volksstimmefest, aber da gibt es ja diesmal eine reine Frauenlesung, in die „Abgeschoben“-Anthologie hätten seine Texte aber auch sehr gut gepasst, auch zwei persönliche kamen vor, wo es um Ängste und die Kindheit ging, der politische Bezug war aber immer da.
Sarah Wipauers Texte waren dagegen poetischer, ein Gedicht las sie auf chinesisch vor und eines handelte von einer Liebe, einem Serotoninabsturz und dem Nachschauen eines Zugs nach Budapest. Dann kam eine Pause, wo ich mich ein bißchen mit ihr unterhielt und ihr meine Bücher zeigte und wieder interessant, sie sagte mir, daß sie auch an einem Nanowrimo teilgenommen hat, dabei einen Roman begonnen hat, mit dem sie das Autorenstipendium bekommen hat, interessant deshalb, weil das ja unter den Literaten als nicht sehr professionell gilt.
Nach der Pause las sie eine sehr poetische Erzählung über eine Announcenbüro und eine Frau, die darin arbeitet, einem Opa, der in einem Boot ertrinkt und der Enkel ruft ständig in dem Büro an, die Frau fühlt sich verfolgt, erzählt Kollegin Nummer 1 und Nummer 3 davon, verwendet Nagelack und Lippenstifte, das alles mit vielen Wortneuschöpfungen, so nennt sie den Anrufer „Bootperversen“ und hat auch ihre Bezeichnungen für Tage und Orte, der Ort, wo die Sonne aufgeht kommt vor und ihr Verlauf wird auch als nicht richtig beschrieben. Als ich mit Sarah Wipauer darüber sprach, erzählte sie mir, sie hätte ihn in China geschrieben und die Fremdheit hätte sie interessiert.
Es war also eine sehr spannende Lesung, leider habe ich mich von Sarah Wipauer nicht verabschieden können, ich wünsche ihr aber alles Gute für Klagenfurt, vielleicht berichtet sie in ihrem Blog darüber, denn das ist sicher interessant.

2011-03-24

Die Mittleren V

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:34
Fritz Widhalm

Fritz Widhalm

Teil fünf meiner GAV-Lesereihe, die Mittleren – Literatur von Frauen mit Marietta Böning, Eva Jancak, Ilse Kilic, Margot Koller, Gabriele Petricek und Hilde Schmölzer, darüber und warum sie nicht mehr im Literaturhaus stattfindet, habe ich ja schon öfter geschrieben. Teil III und IV läßt sich nachlesen und der V Teil war auch ein Erfolg.
Zwar bin ich nicht so besonders motiviert hingegangen, hat ja Gabriele Petricek eine Performance angekündigt und auch, daß sie einen Mann in die Frauenlesung hineinschmuggeln will und Hilde Schmölzer hat bei der Vorbesprechung gemahnt, nicht zu lange zu lesen und ich wußte ja, daß ich für meine zwei Szenen aus der „Absturzgefahr“ die fünfzehn Minuten überziehen würde, es sind aber schöne Szenen, vom nicht Tauben füttern dürfen im Burggarten und die über Margrets Traumatisierung. Ich habe auch gedacht, ich komme vielleicht zu spät, da ich um fünf noch eine Stunde hatte, dann war ich aber schon vor halb sechs dort und Gabriele Petricek hat gerade die Sesseln hergeräumt. im Parterresaal gab es auch eine Lesung und zwar stellte da Promedia „Die Linke und der Sex“ – Klassische Texte zum wichtigen Thema vor, das auch in Leipzig präsentiert wurde.

Eva Jancak, Marietta Böning

Eva Jancak, Marietta Böning

Ich legte meine Bücher auf den Büchertisch und wartete auf das Publikum. Anfang war es nicht sehr voll und ich hörte, daß es bei der Frauen lesen Frauen Lesung am Montag, wo Vera Ferra-Mikura gelesen wurde, sehr voll gewesen war und hörte, die Namen der Frauen, die leider nicht kommen konnten. Dann kam schon Margit Heumann, die ich bei den TextHobelSpänen kennenlernte und die auch bei den Mittleren III gewesen ist und Rudi Lasselsberger, der sich auch im Literaturgeflüster wieder gemeldet hat und ein neues, ebenfalls selbstgemachtes Buch „Tanz in den Mai“ hat. Erika Parovski kam, Herr Blaha, Ruth Aspöck und noch ein paar Leute, die ich kannte, dann ging es schon los mit der Lesung.
Ich las meine Einleitung in der ich meine Schreibbiografie erwähnte, die Frauen, die ich dabei kennenlernte aufzählte und erklärte, wie ich auf die Idee kam, eine Frauenlesereihe „Die Mittleren“ zu nennen.
Begonnen hat, da ich zum Leidwesens Hilde Schmölzers eine bin, die sich gern an die alphabetische Reihenfolge hält, die 1971 geborene Marietta Böning mit Gedichten aus dem fröhlichen Wohnzimmerband „Rückzug ist eine Trennung vom Ort“. Es gibt noch einen zweiten Gedichtband „Seh-Gänge“ und dann noch das Theaterstück „Die Umfäller“ von ihr.

Peter Waugh, Gabriele Petricek

Peter Waugh, Gabriele Petricek

Ich las, wie schon erwähnt, zwei Szenen aus der Absturzgefahr, Ilse Kilic folgte mit einem Gedicht über ihre Katze Susi Tractor und las dann aus dem Band „Selbstbeschreibung“ ihre literarische Biografie, Fritz Widhalm projezierte dazu stimmige Zeichnungen, so wird die kleine Erzählstimme beispielsweise von der Last der Sprache zerdrückt. Margot Koller, der Wasserfan las aus den 25 spritzigen Storys „Alle Wege führen zum Wasser Geschichte 12 „Ich war die vierte Frau im Harem“. Die „Flaschenpost an Josy“ habe ich ja schon gelesen und hier besprochen und von Ilse Kilic gibt es ja auch mindestens einen Artikel im Literaturgeflüster. Die 1957 geborene Gabriele Petricek, die ich von alle den Frauen am kürzesten kenne, hat ein Stück aus ihrem zweiten Buch gelesen und dabei von ihren Amerika und Englandaufenthalten erzählt, bei denen ihre Texte übersetzt und vorgetragen wurden. Sie hat auch schon mit dem Translator und Poeten Peter Waugh, der im Cafe Kafka einen open mike macht, mehrmals gelesen, so hat er den Text danach auf Englisch vorgetragen und Gabriele Petricek hat ihn inzwischen auf eine Overhead Folie geschrieben. Inzwischen mußte Hilde Schmölzer lange warten, bis sie an die Reihe kam. Sie las ein Stückchen ihres bei Kitab wiederaufgelegten „Vaterhauses“ und die Frauenlesung Teil V hat wieder einen schönen Querschnitt über die unterschiedlichen weiblichen Schreibweisen geboten.

Rudi Lasselsberger, Eva Jancak

Rudi Lasselsberger, Eva Jancak

Ideen für Teil VI, den ich demnächst einreichen werde, gibt es schon. Wir sind noch länger im Hof des Amerlinghauses gesessen und haben uns intensiv mit Peter Waugh und seiner Frau Hanane Aad unterhalten, die ebenfalls Poetin ist. Beide wohnen, wenn ich mich nicht irre, in dem Haus in der Ferdinandstraße, wo einst Veza Canetti wohnte und da gab es ja vor Jahren eine Veranstaltung, wo Peter Waugh aus einem Fenster englische Gedichte gelesen hat. Weil ich zwei doppelte Podium-Hefte aussortieren wollte, sind wir über den Bücherschrank zurückgegangen und dort habe ich ein Schreiblernbuch gefunden „Mit 80 Seiten um die Welt – Schreiben unterwegs – Ihr persönlicher Weg zum kreativen Reisetagebuch“, das werde ich mir im Sommer mitnehmen wenn wir in den Urlaub fahren.

2011-02-24

TextHobelSpäne

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:03

Bei meiner Recherche durch die Welt der Schreibwerkstätten bin ich auf den Texthobel gestoßen, nicht jetzt, sondern schon vor einem Jahr, da habe ich einmal, nach der Leondinger Akademie gegooglet und bin auf Thomas Wollinger gestoßen, den schon Anni Bürkl verlinkt hatte und seither verfolge ich seinen Blog „Schreiben“, den ich auch eifrig kommentiere und Thomas Wollinger, 1968 geboren, Softwareentwickler, der 2004 bei btb den Roman „Die Archäologin“ herausbrachte, seit 2001 sein Schreiben über einen Blog kommentiert, leitet seit 2005 eine Schreibwerkstatt namens „Texthobel“ und deren Teilnehmer präsentierten sich beim Literaturverein ALSO im Cafe Anno in der Lerchenfelder Straße, der irgendwie mit der Literaturzeitschrift Radieschen bzw. DUM zusammenhängen dürfte.
Das eine solche Lesung stattfindet, hatte ich schon durch den Blog der Emily Walton erfahren und so bin ich statt zu den Textvorstellungen in der Alten Schmiede mit Angelika Reitzer in den siebenten Bezirk gegangen.
Zehn Namen standen am Programm: Sigi Borutta, Gudrun Büchler, Thomas Happ, Christina Hermann, Margit Heumann, Petra Hopferwieser, Saskia Hula, Anna Lehner, Nicole Makarewicz und Emily Walton.
Neun haben gelesen, eine Frau von dem Kulturverein hat begrüßt und erklärt, daß im Cafe Anno üblicherweise der AnnoLiteraturSOnntag stattfindet, bei dem junge oder weniger bekannte Literatinnen Auftrittsmöglichkeiten haben sollen. Es gibt drei Wege zu einer Lesung zu kommen, erstens sich selbst zu melden, nicht so gut, denn dann weiß man nicht, wie die Qualität ist und die ist wichtig, zweitens über die Zeitschriften Radieschen oder Dum und drittens über die Poetry Slam Bewegung, denn wenn man da gut ist, wird man eingeladen.
Dann wurde Thomas Wollinger vorgestellt und Viktoria Frysack vom Texthobel-Schreibtisch, den gibt es auch und der trifft sich regelmäßig im Votiv Cafe, wie einstmals die logischen Denker, führte durch den Abend.
Da hatte ich schon Thomas Wollinger kennengelernt und Margit Heumann, neben der noch ein Platz im dem sehr Lesezimmer frei war, sagte mir, daß sie mich vom Amerlinghaus kenne, das passiert mir in letzter Zeit öfter, daß mich jemand anspricht, der mich kennt, so gabs auch keine Schwellenangst.
Die Lesenden hatten, wie sich herausstellte, schon durchaus ihre Publikationen, ihre Stipendien und stehen sogar auf der ORF-Bestenliste, die einen mehr, die anderen weniger. Thomas Happ der mit einem Text zu dem ihm die letzten Schiunfälle angeregt hatte, wo jemand offenbar auf der Intensivstation zu sich kommt und sich neu in das Leben kämpft, hat, glaube ich, noch nicht so viel veröffentlicht, dafür aber Gudrun Büchler, die einen sprachlich sehr interessanten Text las, der schon im DUM erschienen ist, von einer Frau, die um dem Zwiebeldurft in ihrer Wohnung zu entgehen und auch nach einer blauen Tasse sucht, mit ihrem Hund namens Baronin auf die Straße geht und den dann dort verliert, die Tasse aber findet.
Dann folgte die 1976 geborene Journalistin Nicole Makarewicz, das ist die mit der Empfehlung für die Besten Liste, sie hat zwei Bücher, den Roman „Tropfenweise“ und den Erzählband „Jede Nacht“, mehrere Preise und einen sehr beeindruckenden Text von einem Mann oder einer Frau, die von der Liebe zu ihrem krebskranken Partner erzählt, nachdem die Hospitz-Schwester die Wohnung verlassen hat.
Saskia Hula ist eine erfolgreiche Kinderbuchautorin, hat das Mira Lobe Stipendium bekommen, leitet die Texthobel Werkstatt für Kinder und Jugendliteratur und las die Geschichte „Die sieben Leben meiner Katze“, wo ein böser neuer Briefträger eine Katze überfährt, die sich dann solange in verschiedene Tiere verwandelt, bis sie als kleines graues Kätzchen, zu dem Ich-Erzähler, der von einem Papa aufgezogen wird, zurückkommt.
Dann kam die Vorarlbergerin Margit Heumann mit einer Mischung aus Kinderspielen und Kochrezepten und eine Pause, danach ging es weiter mit einer Collage der Cellistin Petra Hopferwieser und Romanauszügen von Sigi Borutta, Christina Hermann und Emily Walton, die ich nun ebenfalls persönlich kennenlernte, aber wußte, da ich ihren Blog verfolge, daß sie einen Text in der letzten Wortlaut-Anthologie hat, im Kurier und im Falter viele Rezensionen schreibt und auch immer viele Leselisten hat. 1984 wurde sie in Oxford geboren, jetzt las sie zum ersten Mal aus ihrem Romanprojekt, das in der Schreibwerkstatt geboren wurde, wo eine Frau, die einen Partner sucht, zu einer Lebensberatersekte kommt, die ihr Glück durch Mittelmäßigkeit verspricht. Eine interessante Idee, wie es überhaupt interessant war zu erfahren, was sich in den Schreibwerkstätten so alles tut, denn da gibt es viele Vorurteile, bzw. hat sich in den letzten Jahren viel verändert.

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