Literaturgefluester

2014-06-28

Das Lied von Bernadette

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:03

Ich greife bei Büchern nach den bekannten Namen. Franz Werfel, interessant, „Das Lied von Bernadette“, nun ja, nun ja, eigentlich viel weniger, aber von Werfel habe ich vor Jahren aus dem Bücherschrank meiner Eltern „Verdi“ gelesen, da bin ich, glaube ich, noch zur Schule gegangen oder war es schon nach der Matura und den „Veruntreuten Himmel“ habe ich wahrscheinlich in den Sechzigerjahren mit Anni Rosar in der Hauptrolle, im Fernsehen gesehen.
Das „Kann ich noch an Guglhupf ham!“, habe ich noch im Gedächtnis und das Buch, mit der bekannten Schauspielerin im Cover, vor zwei Jahren im Schrank gefunden, bei der Armenienveranstaltung war ich im Vorjahr im Radiokulturhaus.
Jetzt also das „Lied von Bernadette“ an der Reihe, mit einem verschleierten lächelten Mädchen im Cover und keine Ahnung, um was es da eigentlich geht, denn ich bin ja nicht sehr religiös. Dann habe ich das Vorwort gelesen, Franz Werfel mußte mit seiner Frau Alma vor den Nazis nach Frankreich fliehen, dann kamen die nach und er mußte weg, aber die Straßen waren von den Flüchtlingen verstopft. Visen gab es auch nicht, so verschlug es ihm nach Lourdes und dort machte er, der Jude, ein Gelübde, wenn es ihm gelingt, nach Amerika zu entkommen, dann singt er der kleinen Bernadette von Lourdes, ein Lied und hat das Buch dann in Kalifornien 1941 auch sehr schnell hinuntergeschrieben.
Ein Erfolg wurde es auch noch. Ich war aber eher lustlos, als ich das Buch, zufälligerweise nach der Anne Frank, ergriffen habe und die ersten Zeilen haben mich auch nicht euphorisiert. Keine Ahnung worum es darin geht, also nachgegooglet und da gab es den Film zu sehen. Den mit der Anni Rosar gibt es auch und den werde ich mir noch ansehen, denn der „Veruntreute Himmel“ kommt ja bald auf meiner Leseliste und der von dem Bauernmädchen, dem i, Februar 1858 in der Grotte von Lourdes, die heilige Jungfrau oder die schöne Dame erschienen ist, war auch sehr interessant.
Ich habe bei Donna Leon vor kurzem die Erfahrung gemacht, daß der Film weit besser, als das Buch, das ich daraufhin gelesen habe, war.
Hier kann ich das nicht sagen, beide waren beeindruckend und ein wenig von einander abweichend, aber der Film hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht und das war sehr interessant.
Der Roman, beziehungsweise die Biografie ist, Manon Gropius, der verstorbenen Tochter von Alma Mahler Werfel gewidmet und im Vorwort steht auch etwas von der Wahrheit und der Erfinung.
Nun habe ich von den Geschehnissen in der Lourdes-Grotte von 1858 nicht viel Ahnung.Sie interessieren mich auch nicht und ich bin zweimal zu Fuß nach Mariazell gegangen, weil ich gern spazierengehe und in Tschenstochau waren wir auch zweimal auf der Durchreise nach Polen, beziehungsweise den baltischen Staaten und Lourdes, ja das ist etwas mit einem Hirtenmädchen, aber viel mehr wußte ich bisher nicht.
Das Hirtenmädchen ist die Müllerstochter Bernadette Soubriou, vierzehn Jahre alt, Kind armer Leute, Asthmakrank und nicht sehr gescheit, so hat die Klosterschwester, die sie unterrichten soll, ihre liebe Mühe mit dem Kind, das von der Dreifaltigkeit keine Ahnung hat.
Am Nachmittag geht sie mit ihrer Schwester und einer Freundin Holz sammeln, da hat sie die Erscheinung, die sie in Verzückung versetzt. Eine schöne Dame in einem weißen Kleid mit Rosen an den Füßen erscheint ihr, und bittet sie fünfzehn Tage lang wieder zu kommen und das löst in dem kleinen Städtchen sehr viel aus.
Zuerst verbietet Bernadette den beiden anderen jemanden davon zu erzählen, die halten sich natürlich nicht daran, die Eltern verbieten wieder hinzugehen, Bernadette hält sich nicht daran, die Frauen folgen, dann kommt der Bürgermeister, der Polizist und der Richter, sowie der Pfarrer damit in Berührung und das Wunder oder die Ereignisse beginnen.
Zuerst verbietets die Mutter hinzugehen, dann erlaubt sie es wieder, eine reiche Dame glaubt, ihre verstorbene Tochter ist die Erscheinung und lädt Bernadette ein in ihr Haus zu ziehen, gibt ihr auch das weiße Kleid ihrer Tochter, Bernadette zieht es aber aus und tut eigenwillig und stur, das was sie glaubt tun zu müssen, wird psychiatrisch untersucht, die Kirche hält sich zurück, der Bürgermeister beginnt das Wasser untersuchen zu lassen, nach einigen Tagen entspringt die Quelle und der erste, ein Blinder wird geheilt. Ein krankes Kind folgt, die Honoratioren beginnen zu streiten, der Polizist und der Richter versuchen Bernadette zu hindern, aber sie geht stur ihren Weg, die Honoratioren rufen verschiedene Gesetze zu Hilfe und stellen Fallen, der Pfarrer stellt sich an Bernadettes Seite und als das Kind von Kaiser Naopoleon III erkrankt und auch durch das Wasser geheilt wird, wird die Quelle freigegeben. Bernadette, inzwischen erwachsen geworden, muß ins Kloster, wo sie mit fünfunddreißig Jahren an Knochentuberkulose stirbt, für sie war die Heilquelle nicht geeignet, denn „Ich kann Ihnen nicht versprechen, daß Sie in diesem Leben glücklich werden!“, hat sie schöne Dame zu ihr gesagt.
Sie verweigert auch das Wasser von Lourdes zur Heilung anzuwenden und Lourdes ist, wie ich dem Livestream entnehmen konnte, noch immer eine sehr beliebte Pilgerquelle, die Stadt ist durch die Erscheinung zu Wohlstand und Weltruhm gekommen und ich habe, obwohl ich das gar nicht angenommen habe, einen sehr interessanten Roman gelesen und auch ein wenig Zeitgeschichte aufgetankt.
Von Werfel habe ich inzwischen auch noch den „Stern der Ungeborenen“ gefunden, der auch auf meiner Leseliste steht.

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2012-08-19

Sechs Länderreise

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:38
Wigry

Wigry

Nida, Thomas-Mann Haus

Nida, Thomas-Mann Haus

Jetzt sind wir wieder aus dem Urlaub zurückgekommen, der uns durch einen großen Teil Europas gebracht hat oder zumindestens durch einen Teil des Ostens und das sehr schnell, denn das Ziel der Reise war, so könnte man es sagen, der Besuch bei Norbert in Littoinen oder auch eine Fahrt durch die baltischen Staaten, denn als wir im Vorjahr in den Masuren waren und in Nikoleiken, die litauischen Autos stehen sahen, haben wir gedacht, daß wir eigentlich auch dorthin fahren könnten, nach Litauen, Lettland, Estland oder noch viel weiter nach Russland etc, aber für Kalliningrad braucht man ein Visum und dann war das Ganze ohnehin ein bißchen hektisch, weil es Alfreds Vater ja nicht so gut geht und er gerade seine vierundzwanzig Stunden Betreuung bekommen hat.
Also sind aus der drei vier Wochen Reise sechzehn Tage geworden und wir sind am 2. August gar nicht so früh weggekommen, weil Alfred erst mit seinem Auto in die Werkstatt fahren mußte, dann ist das Bremslicht nicht gegangen etc.

Riga, Jugendstilviertel

Riga, Jugendstilviertel

Riga, Jugendstilviertel

Riga, Jugendstilviertel

Trotzdem sind wir wieder bis nach Tschentstochau gefahren auf den Campingplatz bei Jasna Gora und das ist ja ein gigantischer Ort, wo die Pilger und die Klosterschwestern zu der Abendmesse strömen und wir in die Stadt hinuntergegangen sind, um in einem Steakhouse Pizza zu essen, wo der stattliche Patrone beim Kartenspiel saß und trotzdem seinen Serviererinnen Anweisungen gab, beziehungsweise die Bettler und Hausierer von seinem Lokal verscheuchte.
Dann ging es weiter bis nach Wigry, alles wie gehabt, denn das ist ja der liebe kleine Campingplatz, neben dem See und dem Kloster, wir sind sehr spät angekommen, haben uns von der Familie, die den Camp betreut, Fische servieren lassen und am nächsten Morgen dort gefrühstückt.
Dann ging es nach Litauen und da hatte ich eine ganze Tasche mit Literatur und Broschüren mitgenommen, war Litauen ja 2002 Gastland in Frankfurt und wir in diesem Jahr auf der Buchmesse, so daß es eine Menge Broschüren über Litauen und seine Dichter gab. Wir fuhren aber über die Grenze und hielten bei einem kleinen Retaurant an einem See, wo sich die Ausflügler und die Buschen mit den Motorrädern, den schwarzen Lederjacken und den Springmessern trafen.

Klaipeda

Klaipeda

Nida, Dünenlandschaft

Nida, Dünenlandschaft

Die Speisekarte war auf Litauisch. Alfred übersetzte mit Hilfe seines Reiseführers und wir teilten uns die Palatschinke und den Kartoffelpuffer mit Pilzen, denn den mit Speck hat es nicht mehr gegeben. Danach fuhren wir in die Nähe von Trakai, das ist dort, wo sich das Wasserschloß befindet, wo sich der Staat gegründet hat und die Bräute am Samstag ihre Hochzeit feiern, zu einem sehr schönen am Wasser gelegenen Campingplatz, wo die Familien ihre Feste feierten und die Urlauber badeten, dann ging es nach einer kurzen Besichtigung der Hauptstadt Vilnius gleich weiter nach Riga in Lettland. Dafür hatte ich keine Literatur eingepackt, als ich aber in Alfreds Reiseführer schaute, begann ich mich zu ärgern, wurde dort doch Henning Mankells „Die Hunde von Riga“, als Lektüre empfohlen und das habe ich ja im Bücherschrank gefunden und steht auch auf meiner Leseliste von 2013, die liebe Eva hat aber nicht daran gedacht, es mitzunehmen. Macht aber nichts. Gingen wir halt so die Stadt anschauen, über eine Brücke, wo sich ständig Polizei befindet, war sie sehr leicht zu erreichen und, daß der Campingplatz sich auf einem Parkplatz neben einem Tennisplatz bzw einer Lagerhalle befand, war ein bißchen gewöhnungsbedürftig und wird mich wahrscheinlich zu einem Reisebericht veranlassen, denn in Tallin, der Hauptstadt von Estland, war es ebenso. Dorthin brachen wir am Montag auf, da war das Wetter schlecht und in Tallin gibt es schon den Euro, während es in Litauen Litas und in Lettland Lats gibt und, daß die drei Länder meistens alle in einen Topf geworfen werden, obwohl sie sich gar nicht so gut vertragen und jeweils eine andere Sprache, eine andere Kultur und eine andere Geschichte haben, konnte man in den Reiseführern nachlesen.

Turku, Ruissalo

Turku, Ruissalo

Turku, Dom

Turku, Dom

Am Montag also Tallin angeschaut, der Campingplatz war sehr überteuert und befand sich neben einer Messehalle, auf einem Parkplatz, obwohl es nebenan eine sehr schöne Grünfläche gab. Wir gingen durch die Stadt spazieren und fuhren am nächsten Tag mit der Fähre nach Helsinki und von dort zum Norbert, der in Littoinen in der Nähe der Stadt Tuku, seit einigen Jahren mit seiner Frau lebt. Am nächsten Tag haben wir uns Turko angeschaut und am 9. August ging es wieder mit der Fähre zurück nach Tallin. Das war Alfreds Geburtstag, also waren wir in der „Olde Hanse“ essen, das ist ein Restaurant in Tallin, in dem die Kellner mittelalterliche Kleidung tragen, Schleier, Hauben, etc, alles eher, wie ein Fest, als ein Restaurant, die Speisekarte ist auch ganz mittelalterlich „Unsere Diener würden sich über ein Eichhörnchenfell oder über ein Trinkgeld freuen“ und die Klos sind so nachgemacht mittelalterlich, daß sie schon wieder gewöhnungsbedürftig sind. Das Essen gut und teuer. Wildschweinbraten mit Honigsauce, habe ich irgendwo gelesen, wäre die Spezialität, leider haben wir auf der Fähre das Buffet besucht, so daß wir gar nicht sehr hungrig waren.
Für mich ging sich aber eine Leberpastete mit Honigzwiebel aus, die glaube ich, den Namen „Ratsherrengeheimnis“ trug, der Alfred nahm den geräucherten Hering, dann sind wir noch eine Stunde auf den Campingplatz zurückgegangen und am nächsten Tag auf die Insel Saaremaa gefahren, die ein wahres Freizeitparadies ist, wo wir ein sehr entspanntes Wochenende verbrachten.

Tallink

Tallink

Nida, Lokal

Nida, Lokal

Es gab ein gutes Frühstück im Kurhaus von Kuressare, das nur fünf Euro kostete, obwohl es sehr reichhaltig war, einen schönen Camp im Wald, auf dem die Leute grillten und man auch um einen kleinen See herumgehen konnte.
Einen Windmühlenpark haben wir besucht und sind bis auf die Landspitze hinausgewandert, wo es nur mehr ein einsames Restaurant, einen Leuchtturm und ein paar Souvenierbuden gab. Vogelfedern gab es zu finden, Muscheln eher nicht.
Am Montag wieder mit der Fähre auf das Festland und nach Lettland gefahren, wo wir noch einen Nachmittag in Riga verbrachten, was eigentlich das Einzige war, was wir von dem Land sahen, dafür sind wir aber durch die Jugendstilviertel gewandert und der Alfred hat mir auch einen Führer gekauft, wo man die schönen Bauten, zum Teil von Michail Eisenstein, dem Vater des berühmten Filmers, erbaut, bewundern konnte. Ein Restaurant mit der typischen lettischen Küche, die aus deftigen Fleischgerichten, wie Stelze oder Spare Ribs und vielen Cremes mit Früchten besteht, haben wir auch besucht und sind durch einige sehr schöne Parks gegangen und haben die Oper bewundert. Wenn ich die „Hunde von Riga“ lesen werde, werde ich erfahren, was ich alles von der Stadt versäumte, denn am nächsten Tag ging es schon wieder nach Litauen, bzw. auf die Kurische Nehrung und nach Klaipeda zurück. Bei meiner Litauenliteratur war auch ein kleines Büchlein, wo es über „Litauen im Visier des Dritten Reiches“ ging und wo alles genau beschrieben wurde, was 1939 mit dem Stalin-Hitler-Pakt passierte. Das habe ich alles nicht ganz verstanden. Die kurische Nehrung scheint aber ein Teil Ostpreußens gewesen zu sein, so steht das nachgemachte Ännchen von Tharau auf dem Brunnen des Hauptplatzes, wo gerade eine EU- Werbeveranstaltung stattfand, das echte, ist, glaube ich, in den Kriegswirren verloren gegangen und ein paar alte Ansichten, wie es früher in dem Städtchen ausgeschaut hat, gab es am Hauptplatz auch.

Turku, Blanko

Turku, Blanko

Wigry

Wigry

Der Campingplatz war neu und sehr idyllisch am Meer gelegen. Leider hatte ihn eine deutsche Reisegruppe schon voraus reserviert und die besten Plätze beschlagnahmt, die wir dann später in Wigry widertrafen, so daß wir dort am Parkplatz schlafen mußten. Aber am Feiertag sind wir mit einer Fähre auf das Haff bis nach Nida gefahren und wollten dort eigentlich das Haus besichtigen, in dem Thomas Mann drei Sommer verbrachte. Auf der letzten Buchmesse in Leipzig, hat Frido Mann auf dem blauen Sofa gelesen und ein Buch über dieses Haus „Mein Nidden“ vorgestellt. Wegen dem Feiertag war das Museum aber verschlossen, so daß wir nur herummarschieren und ein Foto vor der Gedenktafel machen konnten, in den Künstlerclub Blode, wo sich in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts alle literarischen und sonstigen Größen trafen und die Maler ihre Bilder malten, konnten wir aber hineinschauen und auch ein bißchen auf den Dünen entlangwandern. Ein traumhaft schönes Städtchen, aber sehr touristisch. Eine Russin mit einem Fahrrad, die ausgezeichnet Deutsch sprach und die uns erzählte, daß sie in Kalliningrad arbeitet, haben wir auch getroffen und dann gnig es wieder über Wigriy, wo wir den Freitagnachmittag verbrachten und noch einmal eine Schifffahrt machten und Tschenstochau zurück und ein bißchen durch die Tschechei sind wir auch noch gefahren und haben beim Tesco, Milch, Sekt und die berühmten Weckerln, die ich sehr gerne habe, eingekauft und jetzt sitze ich in Harland beim offenen Fenstler und kann die rhythmischen oder unrhythmischen Klänge der Freqeunzy hören, die ich heuer fast versäumte, bin ich ja vorhin, um mich nicht zu ärgern, nur bis zum Sportplatz Rad gefahren und jetzt werde ich soviel zu schreiben haben, daß ich wahrscheinlich den ganzen Sonntag dazu brauche, bevor es wieder in die Praxis nach Wien geht.

2012-06-22

Auf dem Jakobsweg

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:18

Jetzt kommt das Buch zur Reisezeit, nämlich Paulo Coelhos „Auf dem Jakobsweg“ oder auch nicht, geht es ja darin, um eine Pilgerreise und der brasilianische Erfolgsautor, von dem ich schon einiges gelesen habe, findet man ja viel von ihm in den Schränken, hat diesen Weg aus anderen Gründen begangen. Aber ganz zufällig, obwohl ich ja nicht esoterisch veranlagt bin, als ich am Samstag die Iris traf, hat sie mir, die ja bei der Erzdiözese arbeitet, erzählt, daß sie in diesem Sommer mit ihrer Firma Urlaub in Spanien macht, nämlich mit einem Bus den Jakobsweg entlangfährt, täglich zwei Sunden wandert und sonst viel Kultur sehen wird.
Bevor ich mit dem Lesen angefangen habe, habe ich gegooglet und bin da auf ein Einstimmungsvideo „Mit Paul Coelho auf dem Jakobsweg“ gestoßen, das mich sehr beeindruckt hat. Ist mir darin der Erfolgsautor, von dem ich auch schon Kritisches hörte und der nicht alle begeistert, sehr sympathisch schien. Schöne Aufnahmen von dem Weg werden gezeigt und Coelho erklärte, der wieder damit begann, daß ihn seine Eltern, die mit ihm in seinen wilden Jahren nicht anders mit ihm zurechtkamen, ihn auf die Psychiatrie brachten, daß er durch den Jakobsweg zum Schriftsteller geworden ist. Er sagte dann noch etwas, daß man nur den ersten Schritt tuen muß, alles andere kommt von selber, eine Erfahrungen, die ich nicht unbedingt bestätigen kann, aber ich bin ja nicht sehr esoterisch und erzählte dann die schöne Geschichte, wie wenig man zum Leben braucht. Er hat ein schwarzes T-Shirt an, das einen Euro kostete, aber auf dem Pilgerweg ließ er es jeden Abend im Hotel um fünf Euro waschen. Jetzt stecken schon fünfzig Euro darin. Da würde ich mir ein zweites kaufen und das jeweils verschwitzte am Abend selber waschen.
Dann habe ich zu lesen angefangen und es wurde es schwieriger, wahrscheinlich wieder, weil ich nicht esoterisch bin.
Es beginnt mit einer Vorbemerkung, Coelho, der einer Bruderschaft angehört, soll zum Meister werden und dazu muß er, so will es offenbar das Ritual, ein Schwert vergraben, um ein neues zu finden. Das wird ihm aber von seinem Meister verwehrt, weil er noch zu hochmütig ist, das habe ich auch nicht ganz verstanden. Coelho bekommt aber die Aufgabe es wiederzubekommen, in dem er sich auf dem Jakobsweg begibt. Dazu ist er zwar nicht ganz bereit, denn zu viel zu tun, die weltlichen Geschäfte halten einen ja zurück. Seine Frau organisiert es für ihn und er soll sich in der Ausgangsstadt Saint-Jean-Pied-de-Port, erfreulicherweise ist dem Buch ein Lageplan beigegeben, bei einer Madame Savin melden, die ihm alles weitere erklärt. Zu der kommt er fast nicht, obwohl die Eingagstüre ohnehin offen ist, sehr symbolisch, die drückt ihm ein Heftchen mit Quartieradressen in die Hand, erst als er ihr sagt, daß er Pilger ist, hüllt sie ihn in das traditionellen Pilgergewand und erklärt, der Führer Pedro werde ihn erwarten, dem er überall in allem gehorchen muß, auch wenn er ihm den Tod befieht. Da würde ich jetzt auch sagen, das ist Unsinn. Aber ich habe auch die „Zauberflöste“ gesehen und mich über die Freimaurerriten dort schon sehr geärgert und Lehrer Sladky hat etwas Ähnliches, von seinen Schülern auch verlangt.
Der ungeduldige Coelho verpasst auch fast den Führer, wird von diesen oder von sich selbst dann auch in die Irre geführt, bzw. geht er, der keine Augen für den Weg hat und sich noch sehr ablenken läßt, im Kreis herum, aber das gehört auch zu den Ritualen und muß so sein.
Die Muschel das Symbol der Pilger hat Coelho sich auch besorgt und die Aufgabe des Führers scheint es zu sein, die Schüler in die Rituale oder Exerzitien einzuführen, die dann auch in dem Buch angegeben sind. Einige, wie die Atemübung oder alles langsamer zu machen, sogar die, sich das eigene Begräbnis vorzustellen, erscheinen der Verhaltenstherapeutin auch sehr sinnvoll und werden auch schon angewendet. Mit anderen tue ich mir schwer, wahrscheinlich weil mir das religiöse Verständnis fehlt. Es beginnt jedenfalls mit der Übung vom Samenkorn. Die Übung des Schmerzes verlangt, daß man seinen Fingernagel in die Daumenmulde drückt. So rennt Coelho mit wunden Händen durch die Gegend. Es kommt aber noch viel schlimmer, muß er ja auch seinen Dämon besiegen, mit einem Hund kämpfen, der ihn sosehr verletzt, daß der Militärarzt in der Herberge, das Gerücht der Tollwut ausstreut. Er muß einen Wasserfall hinaufklettern und das Kreuz auf seinen Schultern tragen.
Das kennen wir, die wir in katholischen Traditionen leben, denn das Abbild eines Gekreuzigten gilt ja als das höchste Symbol. Der gute Pedro erscheint auch oft sehr undurchsichtig und verlangt Sachen von seinem Schüler, die nicht so leicht zu verstehen sind, er betrinkt sich aber auch und reagiert unfreundlich, als ihm ein Kellner Kaffee auf seine Hose schüttet. Aber das gehört offenbar auch zu den Ritualen. Er trennt sich am Ende des Weges von seinem Schüler und läßt den alleine weitergehen, das hat Coelho aber schon im Vorwort so beschrieben und gemeint, daß das deshalb war, weil er sich, um die Reise amüsanter zu gestallten, sich vorstellte Pedro zu einer Figur aus dem berühmten „Castaneder“ zu machen, den ich auch nicht gelesen habe. Er hat, schreibt Coelho weiter, seinen Führer nie mehr gesehen, ist ihm aber trotzdem dankbar und widmet ihm das Buch. Es kommt, wie es kommen muß. Coelho geht alleine weiter, bekommt noch einige Heiligtümer gezeigt und trifft am Ende seinen Meister, der ihm das Schwert übergibt.
Wieso man ein solches im Leben braucht und alle seine Feine besiegen muß, hat die gewaltfreie Eva auch nicht ganz verstanden, es sei, denn als Symbol nicht aufzugeben und seine Schwierigkeiten zu überwinden, aber das könnte man auch anders nennen und während der Vorbereitungen auf das Buch ist mir noch eingefallen, daß ich einmal in Leipzig eine Leseprobe von einer anderen Jakobsweg Pilgerfahrt bekommen habe, nämlich Felix Bernhard „Dem eigenen Leben auf der Spur“.
Als ich mir vorige Woche die Bücher für den eigenen Urlaub heraussuchte, ist sie mir in die Hände gefallen und so habe ich die dreißig Seiten jetzt auch gelesen. Felix Bernhard ist ein Frankfurter Banker, der durch einen Motorradunfall querschnittgelähmt ist, so ist er 1200 Kilometer des Jakobswegs alleine mit dem Rollstuhl in drei Etappen gefahren. Er schildert in dem Buch seine Motivation, er ist aus der Kirche ausgetreten, aber doch gläubig, eine Freundin hat ihm einmal in Frankfurt die Tafel gezeigt, die darauf hinweist, das hier der Jakobsweg beginnt, die habe ich, als wir 2002 dort waren auch gesehen und mich gewundert, bzw., den Wunsch geäußert, auch einmal den Jakobsweg zu gehen. Aber ich bin nicht esoterisch veranlagt und habe kein Schwert zu suchen, gehe allerdings gern und viel und bin auch schon zweimal mit dem Alfred nach Mariazell gewandert, einmal von Harland, das zweite Mal ab St. Ägyd. Felix Bernhard hat Coelhos Buch auch gelesen, hat schöne Fotos in dem Buch bzw. Leseprobe und berichtet von der Hilfsbereitschaft, die ihm dort begegnet ist und während Coelho mit wunden Händen vom Nägel hineindrücken durch die Gegend stolperte, hatte Bernhard Blasen, weil die falschen Handschue und den Rollstuhl muß man ja auch anschieben. Auf der letzten Seite meiner Probe, berichtet er von einem Glücksbringer einer nicht esoterischen Freundin, die ihn von den Blasen befreite.
So weit mein Einblick in den Jakobsweg kurz vor Beginn der Sommerzeit. Daß der Jakobsweg sehr touristisch ist und viele Leute wahrscheinlich ihr Geld mit dem Verkauf von Souveniers und Rosenkränzen verdienen, ist in dem Video angedeutet und das haben wir auch gesehen, als wir auf unserer Polenreise im letzten Jahr nach Tschenstochau kamen, es sei den Spaniern, die ja das nächste Opfer der Wirtschaftskrise sind, vergönnt und Detail am Rande, als wir im vorigen Jahr nach Polen, aufbrachte, hörte ich im Radio, die Besprechung von Thomas Glavinics „Unterwegs im Namen des Herrn“, der eine andere Pilgerreise sehr kritisch schildert. Dieses Buch habe ich noch nicht gefunden, aber vor ein paar Tagen bei Morawa eine Leseprobe eines aktuellen Bestsellers mit dem Titel „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“, der zu einem Briefkasten will und dann tausend Kilometer von Südengland bis zur schottischen Grenze läuft, das auch ganz gut zu diesem Thema passt. Und von Paulo Coelho hätte ich noch „Der Dämon und Fräulein Prym“ auf meine Leseliste zu stellen.

2011-09-10

Leselistenleiden

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:02

Aufmerksame Leser wissen es, ich habe, als ich Mittwoch mit Peter Henischs „Großes Finale für Novak“ von der Präsentation aus dem Cafe des Theater an der Wien zurückgekommen bin, eine andere Leseliste erstellt, die man jetzt direkt von meiner Blogstartseite einsehen kann, denn die Hundertbücherliste, die ich mir nach einer Challenges-Idee von Charlousie im Februar erstellt habe, um meinen ungeordneten Bücherstapel im Badezimmer und die Bücher die ich von den Bücherschränken bzw. den Buchlandungsabverkäufe nach Hause bringe und in mein neues Bücherregal stelle, ein wenig zu orden. Vor circa einem Jahr hat leselustfrust, die es inzwischen ja leider nicht mehr als aktive Bücherbloggerin gibt, zu einer Winterleseliste aufgerufen, die habe ich mir erstellt und die Bücher auch gelesen, mich aber längst nicht an die Reihenfolge gehalten und als ich im Februar einmal in der Alten Schmiede saß, habe ich mir gedacht, ich muß mir eine Hundertbücherleseliste erstellen, denn, daß ich das schaffe, war ich mir ziemlich sicher, da ich ja 2010 schon neunzig Bücher gelesen habe und da ich ja ziemlich regelmäßig zu den Bücherschränken gehe und mich dort, wenn ich etwas finde, auch bediene, haben sich bei mir schon einige Schmankerln angesammelt.
2011 war ich mit meiner Bücherliste auch konsequent, die Rezensionsexempare, die ich noch hatte und die ich zwischendurch bekommen habe, habe ich eingeschoben, aber sonst mit Ausnahme der Zeit, wo ich in Harland war, mich an die Reihenfolge gehalten, da es in Harland einen eigenen Stapel gibt, so habe mich bis Ende Juni bis zu Buch zweiundfünfzig hinuntergelesen, hatte aber schon einige Rezensionsexemplare und Harland-Bücher, die weiter unten angeführt waren, gelesen. Der Urlaub war dann noch einmal eine Ausnahme, weil ich einiges mitgenommen habe, was nicht auf der Liste stand, so daß ich als ich zurückgekommen bin, das in Tschenstochau gefundene Buch als Nummer Hundert eingetragen habe. Als ich die Liste im Februar erstellte, habe ich bis Nummer 71 bzw. 72 eingetragen, weil ich dann gleich in die Alte Schmiede ging und mir auf dem Weg dorthin in der noch existierenden Buchhandlung auf der Wiedner Hauptstraße, die „Zimtläden“, um zwei Euro kaufte.
Dann habe ich sehr sparsam immer das nachgetragen, was ich so gefunden habe. Irgendwann habe ich gemerkt, ich muß damit Schluß machen, um die Zahl Hundert nicht zu überschreiten, so daß sich eine andere Liste ergeben hat und der Plan, daß ich das, was ich 2011 vielleicht über hundert Bücher lese, nicht mehr auf diese, sondern auf eine andere Liste eintragen werde und das habe ich Mittwochnacht dann getan. Denn inzwischen hatte ich im Kopf ja schon eine Bücherliste für 2012 und mir vorgenommen, da einmal die fünfundvierzig interessantesten Bücher, die ich inzwischen gekauft oder gefunden habe einzutragen.
Ernst Lothar ist da dabei, Paulo Coelho, Lotte Ulbricht, Marcel Reich-Ranicki, Marlene Streeruwitz u. u. u. Dann kann ich noch die Bücher dazuschreiben, die in Harland über dem Bett liegen, das sind ca fünf oder sechs und 2012 jede Woche ein Buch, das ich gefunden oder bekommen habe.
Damit müßte ich hinkommen und kann auch die aktuellen Bücher einbeziehen und 2013 mache ich einen Strich und eine neue Leseliste.
Manche werden jetzt vielleicht denken, daß das ganz schön bürokratisch ist. Mag sein, für eine Büchersammlerin, die ihre Bücher auch lesen will, ist es aber eine gute Struktur, die Vorsätze auch zu schaffen. Ganz wird mir die Quadratur des Kreises zwar nicht gelingen und kann es auch nicht. Denn es gibt zuviele Bücher, das ist sehr gut, weil sie mich ja interessieren und, ob ich sie jetzt in meinem Bücherregal stehen habe oder nicht, ist eigentlich egal.
Ich bemühe mich zwar immer bei den Bücherschränken wirklich nur das zu nehmen, was ich wenigstens vielleicht lesen will, frage dann doch, ob jemand mit mir tauscht oder mir das Buch für meinen Blog gibt? Sagt er oder sie nein, denke ich „Macht ja nichts!“ und das ist auch so und trotzdem schade!
Aber ich habe genug Bücher und werde die, die ich habe, wahrscheinlich nur knapp in den nächsten zwanzig Jahren, wo ich wahrscheinlich noch lesen werde, lesen, auch wenn nichts Neues mehr dazu kommt, die Bücherschränke also verschwinden und es keine Rezensionsexempare mehr gibt, was wohl nicht passiert.
Es ist auch ganz lustig, denke ich, mit dem Problem zu leben, ein Buch nach Hause zu tragen, von dem man weiß, daß man es eigentlich nicht braucht, es aber trotzdem lesen will. Eine kleine Unperfektion, die nicht schadet, denn ich ziehe mir ja auch immer Bücher aus den Regalen, die schon seit Jahren dort stehen und die ich dann doch lese, weil ich zum Beispiel E.A.Richter kennenlernte und ein Buch von ihm habe oder es für meine Romanrecherche brauche. Es gibt ja auch genug Bücher und es kommen immer wieder neue dazu und ich überlege mir auch manchmal, was man lesen soll?
Wenn man sich mit Bücherblogs beschäftigt, drängt sich natürlich die Antwort auf, das, was auf den Buchpreislisten steht, also die neue Streeruwitz, den neuen Glavinic, den neuen Henisch, den neuen Trojanow, Haslinger etc. In den Kästen oder der Buchlandung, liegen dann die älteren Bücher der Autoren und da habe ich ja die Iris Hanaka auf einer Liste, einen Roman vom Georg Klein und von Rolf Lappert von denen ich noch nie etwas hörte. Ich denke, das soll man auch lesen, denn das ist sicher interessant. Wenn dann aber die städtische Bücherei in den Neunzigerjahren ein Buch aus den Fünfzigerjahren ausrangiert und ich es 2010 lese und es auch noch auf meinem Blog veröffentliche, dann bin ich doch hoffnungslos jenseitig oder?
Mitnichten, dann reiße ich die Verleger, die es neu herausbringen kurzfristig vom Hocker, bringe sie auf Ideen und sie versprechen mir ein Rezensions- bzw. ein Belegexemplar, weil ich ja ein Buch, das ich schon gelesen habe, nicht nochmals besprechen kann.
Das ist das Lustige am Literaturgeflüster und wahrscheinlich auch das Wertvolle, weil ich ja, das habe ich schon geschrieben, meine Bücher eigentlich nur für mich selbst bespreche, als Gedächtnistraining und als Alzheimerprohylaxe sozusagen.
Es ist auch eine interessante Dokumentation, was man so in den Bücherschränken, bzw. bei Buchlandung manchmal um einen Euro finden kann.
Der Hauptverband des Buchhandels wird jetzt aufstöhnen, ich weiß, aber ich denke, daß Bücher so wertvoll sind, daß man sie immer lesen kann und nicht nur in der Zeit, wo sie auf der Buchpreisliste stehen und bis Weihnachten gekauft werden sollen und ehe ich es vergesse, das Lesebuch mit den Leseproben der zwanzig Longlistenbücher für den neuen deutschen Buchpreis ist inzwischen auch gekommen und da gibt es nächste Woche die Shortlist für die ich diesmal keine Prognose habe. Aber gespannt bin, welche Bücher ich davon lesen werde und wann das erste im Bücherschrank oder bei den Buchlandungsabverkäufen liegt?
Der Stattersorfer Flohmarkt wäre auch ein Tip, wo man originalverpackte Buchpreisbücher, um einen oder zwei Euro bekommen kann, aber da war ich nur ein einziges Mal.

2011-08-13

Langes Wochenende

Filed under: Uncategorized — jancak @ 10:54

Das lange Wochenende, am Montag ist ja Maria Himmelfahrt bzw. Ferragosto und daher Feiertag, läßt sich wunderbar zum Reisenachbereiten nützen, so habe ich inzwischen auch neun Artikel geschrieben, in denen man unsere Polenreise nacherleben kann.
In diesem Sinne kann ich das Führen eines Reisetagebuchs oder das Konsumieren eines diesbezüglichen Schreibratgebers wirklich nur empfehlen. Man hat länger von der Reise wenn man am nächsten Tag beschäftigt ist, alles aufzuschreiben und die Artikel einzuordnen, sie in die richtige Reihenfolge zu bringen war auch sehr spannend. Ich weiß nicht, ob meine Leser meinen Schreibprozeß beobachtet haben, ich habe mit dem allgemeinen Reisebericht, wie ich es schon bei meinen anderen Reisen machte, begonnen und als nächstes die „Achtzig Seiten“ besprochen, was eigentlich nicht ganz stimmt, da das Buch achtzig Schreibübungen, aber über hundert Seiten hat, aber ich weiß schon, das bezieht sich auf Jules Verne und seine achtzig Tage.
Aufmerksame Leser werden bemerken, daß die Besprechung auf dem Blog inzwischen weit zurückgerückt ist, denn es stellte sich ja gleich die Frage, wie werde ich es mit dem Berichten machen?
Ich lebe auf meinen Reisen meist sehr einfach, am Campingplatz ohne Strom und nehme mir den Computer nicht einmal nach Leipzig mit. Also blogge ich nachher, aber neun Artikeln, denn, daß ich über diese Reise Reportagen machen will, darauf bin ich wahrscheinlich durch das mit „Sprache unterwegs“- Projekt gekommen, das man diesen Sommer auch in Ö1 nachhören kann, auf einmal ist wahrscheinlich schwierig. Also kam mir die Idee mit dem Zurückdadieren, die Erlebnisse habe ich ja auch in den zwei Wochen gehabt, wo ich nicht gebloggt habe, denn nach vorverlegen, ist für eine Vielschreiberin nicht geeignet, da es ja sicher Neues zu berichten gibt.
Also habe ich während des Schreibens eifrig herumgerückt, damit die Reihenfolge stimmt und die Reisereportagen zwischen den Buchbesprechungen aufgeteilt sind. Nun bin ich fertig und damit wirklich zurückgekommen, es gibt aber noch einiges aufzuarbeiten.
Die Wäsche ist zwar schon gewaschen und eingekauft haben wir beim Hofer Donnerstagabend, diesmal nicht beim Tesco, auch. Wir haben aber Brot und Mehlspeisen aus Tschenstochau mitgebracht und eine Sammlerin, wie ich hat auch die Äpfel, die wir zwischendurch gefunden haben, aufgeklaubt, so daß ich Apfelkompott machen sollte. Das würde gut zu Kartoffelpuffern passen, um noch einen Tag polnisch zu essen. Es gab aber so schöne Zuchini beim Hofer und die hat der Alfred gestern mit Faschierten überbacken.
Mein schönes rotes Reisetagebuch muß ich auch noch fertig machen, das heiß entscheiden, ob ich die Mitbringseln, also die Visitenkarten und Tickets, wie Ilona Lütkemeyer und auch Judith Wolfsberger raten, einkleben oder extra ordnen soll. Dann kann ich auch den Sack mit den Prospekten verräumen und der Alfred muß natürlich, wenn er die tausend Fotos, die er während der Reise machte, aussortiert hat, einige davon in meine Reportagen stellen. Dann kann der Alltag beginnen. Ein bißchen hat er das auch schon, habe ich beim Radfahren an der Traisen ja die vielen Umzäunungen und diesmal auch die Schilder gesehen, die darauf hinweisen, daß der Traisenradweg ab 17. August ab dem Bootshaus gesperrt sein wird.
Uje, uje, die Frequency naht, wie werde ich da meine Milch bekommen? Aber diesmal bin ich ohnehin einen Tag länger in Wien.
Literarisch gibt es außer, daß mir Christoph Kepplinger das Programm der linken Wort Volksstimmefestlesung gemailt hat, nicht sehr viel zu berichten. Da werde ich am Samstag den 3. September um 16.10 als zweite lesen. Außer mir sind bei der reinen Frauenlesung zum besonderen Frauentag Judith Gruber-Rizy, Helga Pankratz, Ruth Aspöck, Grace Marta Latigo, Traude Veran, Susanne Ayoub, Renate Welsh, Angelika Reitzer und noch viele andere am Programm.
Ich lade alle herzlich ein zu kommen und werde mich wahrscheinlich für den Text entscheiden, den ich im Jänner für die Zeitschrift „Lichtungen“ geschrieben habe.
Ansonsten werden die Vorbereitungen für den Herbst laufen, am Mittwoch wird die Longlist für den deutschen Buchpreis bekanntgegeben, da muß ich mich auch wieder um die Anthologie kümmern, bzw. mir ein Rezensionsexemplar bestellen, wenn ich nicht wieder ziellos in den Wiener Buchhandlungen herumlaufen will. Spannend welche Bücher wir darauf finden werden und die Shortlist des FM4 Wettbewerbs, wo man die Stars von morgen erraten kann, soll es auch bald geben und, das hätte ich schon vorher schreiben können, es gibt wieder ein „Rund um die Burg“- Festival, das vom 16. bis 17. September stattfinden wird, da habe ich wieder versäumt mich anzumelden, obwohl ich ja, wie ich schon öfter geschrieben habe, sehr gern dort lesen würde, da ich bei den zwei drei mal, die ich es versuchte, aber außer dem ersten Mal keine Antwort bekommen habe, habe ich es gelassen, wenn aber etwas ausfallen sollte, ich bin sicher da, sitze in der ersten Reihe und ein Buch habe ich höchstwahrscheinlich auch in der Tasche, diesmal ist sogar eines frisch erschienen.
Dann gibts noch das Poetenfest dieses Wochenende in Laa an der Thaya, da war ich früher öfter dort und habe einmal sogar gelesen und zwar aus den „Wiener Verhältnissen“, während Eva Rossmann aus ihrem ersten Krimi „Wahlkampf“ las.
Wenn man die Seite des östereichischen Buchhandels aufschlägt, kann man auch die Namen der Leute lesen, die inzwischen Preise gewonnen haben, Josef Haslinger zum Beispiel, aber auch Erich Wimmer und der hat, glaube ich, bei Ruth Aspöck verlegt und auf der Donauradreise 2007 in Grein aus „SchadeZeit“ gelesen.
Ich werde jetzt mit Ernst Fischers „Fanal“, was ein besonderes Gustostück aus der Arbeiterbibliothek meines Vaters ist, in die Badewanne gehen und auch ein bißchen Radfahren an der St. Pöltner Seenplatte, bevor ich versuchen werde, wieder in meinen Roman hineinzukommen, da war ich ja weit weg, werde aber alles durchkorrigieren und den Handlungsfaden neu spinnen. Vielleicht gelingt es mir das Neue für die drei S, die Sevim, die Selma und die Svetlana zu finden.

2011-08-12

Zurück vom Urlaub

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:42
Jasna Gora

Jasna Gora

Jasna Gora

Jasna Gora

Nun kommt der ganze Reisebericht, nachdem ich schon einzelne Reportagen vorangestellt habe.
Donnerstag vor zwei Wochen sind wir über die Tschechai nach Tschenstochau oder Czestochowa gefahren, wo der Campingplatz gleich neben dem berühmten Heiligtum mit der schwarzen Madonna liegt. Alfred hat den Ort ausgesucht, weil er auf der Reiseroute liegt, über Krakau wäre es auch gegangen, das hat er im letzten Jahr so gemacht. Ein Abend und ein Morgen dort, beziehungsweise zwei davon, weil wir auf der Rückfahrt noch einmal hinkamen, kann aber ein Erlebnis sein, denn es ist sehr beeindruckend über die großen Parkplätze zu gehen und die Pilgergruppen mit ihren speziellen T-Shirts und Fahnen, die Nonnen und die Priester durch das Paulinerkloster gehen zu sehen. In der Seitenkapelle mit der berühmten Madonna, scheint es fast ständig Messen zu geben und auch sonst knien, beten und singen die Gläubigen dort. Beeindruckend eine Reise nach Polen damit zu beginnen und sehr interessant. Ich war bisher nur dreimal sehr kurz in Polen. Das erste Mal in den frühen Neunzigerjahren, als ich mit dem akademischen Reisebüro für vier Tage nach Lemberg und Kraukau gefahren bin, damals ein Wahnsinn, weil viel zu kurz, so sind wir überall zu spät hingekommen und die Reiseführer waren zum Teil nicht da. Ich habe aber meine „Reise nach Odessa“ nach diesen Eindrücken geschrieben, dann sind wir auch während unserer hohen Tatra Aufenthalte, ein paarmal über die polnische Grenze gefahren. Zakopane liegt ja gleich bei Tatranska Lomnika, so sind wir an einem Regentag einmal nach Auschwitz gefahren und voriges Jahr einen Tag nach Krakau und weil der Alfred voriges Jahr mit dem Karli zwei Wochen in den Masuren war, bin ich auf die Idee gekommen, dorthin zu wollen.

Torun

Torun

Marienburg

Marienburg

Also losgefahren, ausgerüstet einigen Büchern, darunter Ilona Lütkemeyers „Mit 80 Seiten um die Welt“, einen Reisetagebuchschreibratgeber, den ich im März im offenen Bücherschrank gefunden habe und einem schönen roten Buch mit Bleistift aus Büttenpapier, das mir die Brigitte einmal zum Geburtstag schenkte und habe auch im Auto eifrig die achtzig Schreibaufgaben gemacht. Reisetagebuch habe ich auch geschrieben und inzwischen einige Reisereportagen, so daß ich mich hier kurz halten kann.
Alfred hat einen genauen Reisplan erstellt, so sind wir am nächsten Tag nach Torun gefahren, dort an der Weichsel spazieren und in die Altstadt gegangen. Dann hatten wir schon die Masuren, diese ehemalige ostpreußische Seenplatte in Nordpolen erreicht. Das heißt nicht ganz, denn die nächste Station war Elblag, da sind wir drei Tage geblieben, haben die berühmte Marienburg besucht und sind einen Tag mit dem Schiff den oberländischen Kanal entlanggegfahren. Dann ging es in die Nähe von Olsztyn oder Allenstein, dort haben wir auf dem sehr kleinen Piratencamp direkt am See auf einer Hotelwiese übernachtet, wo ich mich ein bißchen in die Literatur Ostpreussens eingelesen habe. Ernst Wiechert wurde dort geboren, wir sind auch an dem Ort, wo es ein kleines Museum gibt, vorbeigefahren, haben es aber nicht besichtigt, daß ich „Die kleine Passion“ von ihm unlängst aus dem Bücherschrank gezogen habe, hatte ich fast vergessen. Den Namen Arno Surminski hat Alfred mir genannt, wir haben, habe ich gerade nachgeschaut „Jokehnen oder Wie lange fährt man von Ostpreussen nach Deutschland?“ von ihm,“Die Reise nach Nikoleiken“ nicht, aber dorthin sind wir erst ein paar Tage später gekommen.

Allee bei Sztynort

Allee bei Sztynort

Sender Gleiwitz

Sender Gleiwitz

Dann gibt es noch Günter Grass, in Danzig Geboren, dorthin sind wir nicht gekommen, Siegfried Lenz, von dem ich einige Bücher gelesen habe und die Gräfin Dönhoff. Ich habe mir aber nur den Grzgorz Kielawski mitgenommen und der ist in Walbrzych geboren. Es war aber ohnehin nicht als literarischer Urlaub gedacht, so sind wir weiter zum „Sonatacamp“ und da waren wir schon direkt bei der Seenplatte, ein sehr idyllischer Campingplatz, wo die Pfadfinder ihre Zelte hatten, von dem ich schon schrieb. Wir haben begonnen mit der Zeluga-Schifflinie die Seen abzufahren. Da wir ja nicht segeln und nicht paddeln, was man beides dort sehr gut kann, haben wir drei Schiffausflüge gemacht. Den ersten von Gizycko nach Wegorzewo, wo wir in einer urigen Schifferkneippe Fische gegessen haben. Am nächsten Tag haben wir die Festung Boyen bersichtigt, bei den Nazibunkern und der Wolfschanze waren wir auch und beim Schloß Steinort oder Szynort. Im Gasthof zum schwarzen Schwan, wo man laut Prospekt noch echt masurisch essen kann, sonst hat die italienische Küche schon sehr die Piroggen, die Kartoffelpuffer und das Bigos verdrängt, waren wir und im Storchendorf Zywkowo. Am Samstag sind wir nach Wigry zu dem ehemaligen Kamaldulenserkloster gefahren und wieder schön idyllisch direkt am See übernachtet, wo man mit einem Schiff eine Runde machen konnte, mit dem schon Johannes Paul II gefahren ist. Das Bild des letzten Papstes sieht man überhaupt an jeder Kirche und am Sonntag sind auch wir nach Mikolajki gekommen, dieses ehemalig verschlafene Fischerdorf, das sich zum Nobelort gewandelt hat und von dort noch zweimal mit dem Schiff gefahren. In Gizycko habe ich in einem italinenischen Restaurant einen sehr exquisiten Fisch in Salzkruste gegessen und am nächsten Tag in Ruciane gebackenen Zander in einem wieder urigeren Lokal.

Wegorzewo, Schifferkneipe

Wegorzewo, Schifferkneipe

Alfreds Geburtstag haben wir am Dienstag auch gefeiert und dann gings schon wieder zurück. Die „Sommergeschichten“, die ich im letzten Jahr in der hohen Tatra begonnen habe, habe ich zu Ende gelesen, den „Granatapfelbaum“, den ich ebenfalls mitgenommen habe, nicht. Dafür habe ich in Tschenstochau auf dem Klo einen englischen Krimi in deutscher Sprache gefunden. Mit den drei S bin ich nicht wirklich weitergekommen. Ich habe am Samstagnachmittag in Wigry zwar ein bißchen darin geblättert, die ostpreussische Seenlandschaft ist aber nicht wirklich inspirierend sich mit den Schicksal einer paranoiden Außenseiterin, einer Belgrad geborenen Psychiaterin und einer Austro Türkin zu beschäftigen. Da habe ich vor, das Manuskript, wenn ich mit den Buchbesprechungen und den Reisereportagen fertig bin, noch einmal von Anfang an durchzugehen, um wieder in die Handlung hineinzukommen, beziehungsweise sie weiter zu konzipieren.
Ja richtig, etwas Literarisches gibt es schon zu berichten, als wir Dienstag in Mikolaiki spazierengegangen sind, haben wir eine Buchhandlung gesehen, dort lagen die Bücher in großen Schachteln oder auf langen Tischen, da habe ich einen Wolf Haas auf Polnisch entdeckt, um welches seiner Bücher es sich gehandelt hat, habe ich zwar nicht herausgefunden, es könnte aber um klischeehaft zu schätzen „Silentium“ gewesen sein.
Als wir schon über der österreichischen Grenze waren, habe ich im Kulturjournal gehört, daß Josef Haslinger einen neuen Roman über einen tschechischen Eiskockeyspieler geschrieben hat, der am Donnerstag im Museumsquartier bei den O-Tönen vorgestellt wurde.

[Falls es wen interessiert: eine Auswahl (etwa 200 von über 1100 Bildern) gibts hier –alfred]

2011-08-08

Ein reizender Job für eine Frau

Filed under: Uncategorized — jancak @ 10:21

Platz hundert auf meiner Leseliste P.D. James „Ein reizender Job für eine Frau“, kam völlig unerwartet, hatte ich bei dem letzten Buch auf meiner Liste doch an ein eventuelles Rezensionsexemplar gedacht und den Platz für diesen Fall freigehalten, dann bin ich vor zwei Wochen in Tschenstochau auf das Klo gegangen, das Taschenbuch dort liegen sehen und nicht widerstehen können es mitzunehmen und auf meiner Polenreise zu lesen, obwohl es noch weniger mit den Masuren als der Erzählband von Grzegorz Kielawski zu tun hat oder doch ein bißchen, gibt es bei Ilona Lütkemeyer doch eine Seite „Gekauft, gefunden, geklaut“, wo sie genau das beschreibt. Da hatte ich das Buch schon und ein auf einem polnischen Klo gefundener englischer Krimi in deutscher Sprache ist jedenfalls eine Reiseerinnerung und um „Beutestücke“ geht es in dem Schreiben unterwegs Buch auch.
P.D. James, von der ich noch nie etwas gehört habe, war auch, wie der deutsche Tagesanzeiger schreibt, ein „lockeres Lesevergnügen“ oder ein „unterhaltsames Lesefutter“, Kölner-Stadt-Anzeiger.
Phyllis White, die unter ihrem Mädchennamen schreibt, wurde jedenfalls 1920 in Oxford geboren, war in der Krankenhausverwaltung tätig und mit einem britischen Arzt verheiratet.
„Ein reizender Job für eine Frau“, der in den Siebzigerjahren spielt ist ein sehr eigenwilliger Kriminalroman mit einer überraschenden Wende, die eigentlich gar nicht so unterhaltsam locker ist und so beginnt es auch nicht. Fängt es doch mit einem echten Selbstmord an und zwar hat sich der Ex-Polizist und Inhaber einer schlechtgehenden Detektivagentur umgebracht, weil er Krebs hatte „und sich da er gesehen hat, was Behandlung den Menschen antut, auf dem bequemen Weg davon macht.“
Er macht das aber nicht mit seiner Waffe sondern eher unbequem mit einem Schnitt durch die Pulsadern, weil er alles, sein Büro, seine Schulden und auch die unangemeldete Waffe, seiner Partnerin, der zweiundzwanzigjährigen Cordelia hinterläßt. Die hatte auch ein eher unbequemes Leben, ist doch ihre Mutter kurz nach der Geburt gestorben, so daß sie, obwohl sie einen anarchistischen Vater hat und literarisch sehr bewandert ist, bei Pflegefamilien aufwuchs und nach einer Büroausbildung in Bernie Prydes schäbigen Büro landete, der sie zu seiner Partnerin machte. Es gibt aber keine Fälle, nur eine für Stunden bezahlte konventionelle Bürokraft, die Werbebriefe an sämtliche Anwälte schreibt und Bernies eher illegale Deals, über die Cordelia nur spekulieren kann. Jetzt ist Bernie tot und seine Parnterin will weiter machen, obwohl ihr in ihrer Stammkneipe alle sagen, daß das kein Job für eine Frau ist.
Wie das in Krimis so ist, kommt nach dem Begräbnis die erste Klientin und entführt Cordelia nach Oxford, denn dort ist wieder ein Selbstmord geschehen und zwar hat sich der begabte Student Mark Callender, Sohn eines berühmten Naturschützers, mit einundzwanzig Jahren umgebracht, nachdem er seine Universitätslaufbahn plötzlich abbrach und in einem Landhaus als Gärtner zu arbeiten begann. Der Vater will wissen, ob er schuld daran ist. So beginnt Cordelia auf unkonventionelle Art zu recherchieren, das heißt sie quartiert sich in der Gärtnerwohnung ein und fotografiert dort den bereits vergammelten Eintopf, den Mark sich zubereitete, bevor er sich erhängte. Tut man das?, lautet ihre unkonventionelle Frage, sie findet noch ein pornographisches Foto und das Gebetbuch von Marks Mutter aus dem sie herausbekommt, daß Sir Ronald eine andere Blutgruppe hat. Es gibt auch eine Gemeinsamkeit zwischen Cordelia und Mark, auch seine Mutter ist kurz nach der Geburt gestorben, vielleicht ist das der Grund für Cordelias unkonventionelles Handeln, er hätte aber von seinem Großvater an seinem fünfundzwanzigsten Geburtstag ziemlich viel Geld geerbt. Das erfährt sie von der alten Nanny von Marks verstorbener Mutter, beziehungsweise von Marks Freunden, die mit der Nanny beim Begräbnis waren, von der Familie aber ziemlich geschnitten wurden. Cordelia bemerkt, daß ihr ein schwarzer Lieferwagen folgt und als sie einmal in das landhaus kommt, findet sie eine aufgehängte Attrappe an der Stelle, wo einmal Mark baumelte. Ein anderes Mal wird sie niedergeschlagen und in einem Brunnen gesperrt, die Schwester des Landgutbesitzer, die auch ihre unheimliche Beziehung zu dem Gartenhäuschen hat, findet sie und so kann sie Sir Ronalds Assistenten, als der zum Brunnen nachschauen kommt, beziehungssweise ihre Handtasche um einen Selbstmord vorzutäuschen, hineinwerfen will, entlarven, der daraufhin in eine solche Panik gerät, daß er bei einem Autounfall ums Leben kommt. Cordelia hat inzwischen herausgefunden, daß Marks Freundin, Marks Leiche stark geschminkt und in Unterwäsche bekleidet neben den pornographischen Darstellungen baumeln sah, als sie aber mit ihren Freunden zurückkam, um ihm die Unterwäsche auszuziehen, hatte er schon die Jeans an, in denen er später gefunden wurde. Cordelia fährt mitten in der Nacht zu Sir Ronald um ihm zu erzählen, daß Mark das Kind von seiner Freundin und Sekretärin Miss Leaming ist und er moralisch, wie man mit einundzwanzig Jahren eben ist, auf die Erbschaft verzichten wollte, was Sir Ronald nicht zulassen konnte. Der bestreitet das gar nicht, wieso er Cordelia überhaupt engagierte, ist nicht ganz klar, meint aber, daß er sie verleumden würde, wenn sie es der Polizei erzählt, worauf ihn Miss Leaming erschießt.
Der Fall ist gelöst, nun kommt aber das Unlogische, denn Cordelia lehnt es ab die Polizei zu holen, sondern täuscht mit Miss Leaming, obwohl ihr die unsympathisch ist, einen Selbstmord vor, dann will sie mit Marks Pullovern aus dem Gartenhaus verschwinden, der Polizeirat, der Schuld an Bernies Entlassung aus dem Polizeidienst war, holt sie aber zum Verhör, Cordelia schweigt verbissen, da sie von Bernie lernte, daß man das soll, da aber Miss Leaming zufälligerweise auch einen Autounfall hat und der Polizeirat ohnehin schon alles weiß, ist der Fall geklärt und Cordelia kann in ihr Detektivbüro zurückkehren, wo der nächste Klient schon wartet.

2011-08-04

Mit 80 Seiten um die Welt

Filed under: Uncategorized — jancak @ 01:54

Ilona Lütkemeyers „Mit 80 Seiten um die Welt“ – „schreiben unterwegs“, ist, wie im Untertitel steht, als „persönlicher Weg zum kreativen Reisetagebuch“ gedacht, hat hundertdrei Seiten, achtzig Schreibaufgaben und vier Kapitel, ist mit Zeichnungen von Dorothea B. Nolting ausgestattet und 2007 im Schibri-Verlag erschienen.
Ich habe das Buch im März im offenen Bücherschrank gefunden und mich sehr gefreut es auf meiner Polenreise zu lesen und ausprobieren zu können.
Literarisches Reiseschreiben wird in einigen Schreibeschulen angeboten, so hat es Ana Znidar vom writers studio im Programm und beim Tag der offenen Tür im vorigen Jahr habe ich ein solches Seminar auch ausprobiert, ebenso, die Reisereportagen „mit Sprache unterwegs“, ein Reisetagebuch führe ich meistens auch, so habe ich das kleine dünne Buch mit dem schönen roten Notizbuch, das ich einmal zum Geburtstag bekommen habe, eingepackt und im Auto mit dem Lesen und Schreiben begonnen.
Ilona Lütkemeyer steht am Buchrücken, „ist Schriftstellerin, Dichterin und Dozentin, studierte Sprach- und Literaturwissenschaft in München, gibt Seminare und Workshops und war mit ihrem Reisetagebuch schreibenderweise in aller Herren und Frauenländer unterwegs.“
In einer Einleitung gibt es einige Anleitungen zum Lesen und zur Ausrüstung, Ilona Lütkemyer meint, daß es „für den Einsatz am Ort geschrieben ist“ und empfielt, es schon vor der Abreise durchzublättern, die vier Kapitel sind in „Planung und Aufbruch“, „Unterwegs“ „Zurück“ und „Nach der Reise ist vor der Reise“ eingeteilt, wobei Kapitel zwei wahrscheinlich naturgemäß das längste ist.
Auf jeder Seite gibt es unter einer Überschrift ein Zitat zum Thema Reisen, eine Einleitung bzw. einen Reisetext von der Autorin und darunter eine Schreibübung, die man machen kann.
Der Einleitung ist zu Entnehmen, daß das Buch als Anleitung zum persönlichen Reisetagebuch gedacht ist, so empfielt die Autorin auch sich schöne Tinte zu besorgen und die erste Seite offen zu lassen, um später Bilder oder Blumen hineinkleben zu können.
Die Übungen führen ein in die Welt der Haikus, erklären was ein Elfchen sind, eine Seite ist dem Sex auf Reisen, eine andere dem Träumen gewidmet, eine widmet sich dem Koffer packen, eine andere empfieht die Reise nach dem Alphabet zu beschreiben, wie man da zu einem Reisetagebuch kommen kann, wurde mir zwar nicht ganz klar. Ich habe mein rotes Buch aber inzwischen ziemlich voll geschrieben, mit einem ganz gewöhnlichen Kugelschreiber, nicht mit Tinte, meine Träume und Sexerlebnisse habe ich nicht in ein Kuvert hineingeklebt, es ist aber dadurch, daß ich die Übungen direkt in das kleine Büchlein und dieses damit zu einem one-way Instrument machte, sicherlich viel intensiver geworden und die Leute, denen ich begegnete habe ich auch viel aufmerksamer beobachtet, so daß ich „Schreiben unterwegs“ für ein intensiveres Reiseerlebnis und einen ersten Eindruck in das kreative Schreiben sicherlich empfehlen kann.
Es enthält viele kleine Übungen, die meiner Meinung nach, nicht alle unbedingt in ein Reiseschreibebuch passen, man hat nachher aber ein bißchen über sich erfahren, einige kreative Übungen gemacht und vielleicht auch ein bißchen über das Schreiben und über Ilona Lütkemeyers Reisen erfahren, so daß ich es für eine gute Idee halte, ein solches Heftchen auf jede Reise mitzunehmen.

In der Marienburg

In der Marienburg

Man hat dann ein paar Worte Polnisch oder in einer anderen Sprache aufgeschrieben und „Ausländisch für Anfänger“ war auch eine Übung, die ich gern gemacht habe, denn dann kann ich später nachschauen, was Frühstück, Möbel oder „Guten Tag“ auf Polnisch heißt und auch die Idee, die Reise nach dem Alphabet zu beschreiben, führt vielleicht nicht zu einem Reisetagebuch, ist aber ein interessanter Einstieg sich mit dem Erlebten zu beschäftigen. Es gibt auch Anleitungen zum Zeichnen, fordert auf, sich mit den Zimmermädchen, Hotelportiers etc zu beschäftigen und Geschichten über sie zu schreiben. Da ist mir in Tschenstochau eine Schwester Agneta eingefallen, die mit dem Fahrrad von ihrem Kloster angeradelt kommt, dort vielleicht ihre Cousine trifft, die ihrem Onkel in einer der Imbißbuden hilft, etc und als besonders skurriles Erlebnis, Ilona Lütkemeyer nennt das Kapitel „Seemannsgarn und Jägerlatein“ und erzählt in ihrem Text, „daß sie auf der Raststätte in Steigerswald eine Klofrau traf, die ein Diadem im Haar trug, sich als Gräfin von Greiferswalden vorstellte, ihr eine vollgefüllte Krokogeldbörse in die Hand drückte und dann verschwindet, während die Polizei auftaucht und, na schöne Frau, was haben wir denn da?, fragt“, ist mir eingefallen, daß die rothaarige Berlinerin, die mit uns die Führung in der Marienburg machte und die wir bei der Schiffsfahrt in Elblag wiedertrafen, die Autorin sein könnte, die mir beim Schreiben über die Schulter sieht und ebenfalls „Was schreiben Sie denn da?“ fragt.
Noch ein „Haiku“ von mir, der in Elblag entstanden ist, obwohl ich ja an sich keine Haikus schreibe.
„Trübes Wetter hier
die Wolken ziehen zu
Sonntag ist es auch“
Wie man sieht, hat mir das Lesen und das Schreiben in das kleine Büchlein Spaß gemacht. Einige Übungen habe ich nicht gemacht, so zum Beispiel keinen Dialog geschrieben, einige sind anders geworden und viele auch viel kürzer, da ich immer aufgehört habe, wenn die Seite fertig war und kaum etwas davon in meinem Reisetagebuch zu finden ist. Ich habe aber einige Idee für Literaturgeflüster-Reportagen bekommen, so daß sich meine Leser genauere Eindrücke von meiner Reise machen können. 1 2 3 4

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