Literaturgefluester

2016-03-24

Unvollendete Symphonie

Als es 2006 zum achtzigsten Geburtstag in Wien das große Bachmann-Symposium gab, hat es am Sonntag auch eine Führung auf Bachmanns-Spuren gegeben. Ein junger Mann hat uns das Wohnhaus im dritten Bezirk gezeigt und ist mit uns zum Cafe Raimund vis a vis dem Volkstheater gefahren.

Dort hat er  von einem 1951 erschienenen Schlüßelroman von Hans Weigel erzählt, den dieser, der ja im Cafe Raimund seinen Stammtisch hatte und dort die jungen Literaturtalente förderte und den Kommunismus zu verhindern versuchte, über seine Beziehung zu der Dichterin geschrieben hat.

Da bin ich auf den Roman neugierig geworden und habe ihn als es 2010 die offenen Bücherschränke gab zu suchen angefangen, da ich Schlüßelromane ja liebe und vielleicht sogar selber solche schreibe.

Beim „Weigel-Symposium“ in der „Gesellschaft für Literatur“ wurde der Roman dann erwähnt, der 1991 wieder aufgelegt wurde und vor ein paar Monaten, war es schon vorigen November, habe ich das Radio aufgedreht und zwischen Tür und Angel gehört, daß der Roman wieder aufgelegt wurde.

Ich hab auch ein bißchen danach gesucht, bin aber nur auf eine „Weigel-Biografie“ gestoßen und habe geglaubt, ich hätte mich verhört, bis ich dann in Leipzig, ich glaube, in der Zeitschrift „Buchkultur“ oder war es eine andere österreichische Postille, daraufgekommen bin, die „Edition Atelier“ hat in der von Alexander Kluy herausgegebenen Reihe „Wiener Literaturen“ den Roman wieder aufgelegt.

Ich habe angefragt und herausbekommen, daß die Auflage schon fast vergriffen ist und nun das PDF gelesen, so daß ich, da E-Books ja keine“ richtigen Bücher“ sind, in den Schränken weiter nach den beiden früheren oder auch der neuen Ausgabe suchen werde.

Die Erstausgabe, die sich auch Hans Weigel, als er das Buch kurz vor seinem Tod 1991 wieder herausgab, ausborgen mußte, wäre natürlich schön und wie Ronja von Rönne in Leipzig auf dem „blauen Sofa“ alle warnte, sich ihr Buch zu kaufen, wenn sie sich einen Skandal erwarten, muß auch ich das bei denen tun, die etwas über die Bachmann darbei lesen möchten.

In der zweiten Auflage hat Weigel ja geoutet, daß das Vorbild der weiblichen Ich-Erzählerin, eine junge Malerin, seine Kollegin Ingeborg Bachmann war und er hat wohl sicher seine Beziehung, seinen Schmerz und seine Kränkung darin aufgearbeitet, vom Leben der Bachmann, die damals noch ein junges Mädchen war, sie hat 1951, als Rundfunkredakteurin für den Sender „Rot weiß Rot“ gearbeitet und dabei Drehbücher für die „Familie Floriani“, ein Buch, das ich inzwischen gefunden habe, geschrieben, bekommt man aber nichts mit.

Die „Unvollendete Symphonie“ ist, denke ich vor allem und dafür würde ich das Buch empfehlen, eine der besten Schilderungen des Nachkriegswien, wo noch der Hunger herrscht, es keinen Bohnenkaffee gibt, man mit Marken bezahlen muß und alle in den Straßenbahnen rauchten, wenn sie am Schmarzmarkt Zigaretten ergatterten, obwohl das verboten war.

Das Interessante daran ist auch, daß Weigel, wie er 1991 in seinen Nachwort schrieb, sich das Experiment leistete, aus der Perspektive einer weiblichen Ich-Erzählerin zu schreiben und so tauchen wir in das Nachkriegswien des Hungers und des gerade Überlebt habens, in die Zeit nach 1945, wo, die Ich-Erzählerin gerade zum Studium nach Wien gekommen ist, in einem kalten Zimmer lebt und bei Freunden den älteren Peter Taussig kennenlernte, der von Zürich  nach Wien zurückgekommen ist.

Denn er ist Jude und mußte, wie Weigel in die Schweiz emigrieren und die Freunde fragten ihn auch, ob er verrückt ist, wieder zurückzukommen?

Er kann aber nicht anders, er ist ein echter Wiener, wie man auch an der Stelle merken kann, wo es einen Exkurs über das Wienerlied „Erst wenns aus wirds sein“ gibt und ich kann nicht verhehlen, daß ich, die ich,  Weigel bisher für einen eher mittelmäßigen Schriftsteller „Den grünen Stern“ und „Niemandsland“ habe gelesen, gehalten habe, beeindruckt von seinen hervorragenden Schilderungen des Nachkriegswien, sowie seines  lockeren Plauderton war. Aber es schreibt ja die junge, irgendwo habe ich „naive“ Frau gelesen und so schildert Weigel die, die später berühmt geworden ist, auch, weshalb ich auch glaube, daß sie nicht zu erkennen ist.

Denn Hans Weigels Ich-Erzählerin kommt nach Wien, fängt zu studieren kann, verliebt sich in den Älteren, irrt tagelang durch Wien herum und als sie sich zufällig wiedertreffen, er springt von der Straßenbahn und rennt ihr nach, wird es kompliziert, denn sie hat eine Verabredeung und was macht man jetzt?

Handys hat es noch keine gegeben, nur „Telephonzellen“ ohne „Telephonbücher“ und als man doch eines findet, ist keiner zu Haus. Man nimmt ein Stück Papier, schreibt eine Nachricht und drückt es einen Passanten mit einer Schachtel Zigaretten in die Hand.

„Sie können den Brief auch wegwerfen, aber wenn Sie mir Morgen eine Empfangsbestätigung bringen, bekommen Sie noch eine!“

Das habe ich noch nie so gelesen und die Erzählerin beschreibt auch ausführlich, wie sich alle damals nach Zigaretten und Kaffe sehnten, die neben Brot und Butter das wichtigste Lebensmittel waren.

Der Peter Taussig ist auch ein reicher Mann und er fördert „seine Damen“ auch mit Geschenken aus Paketen, die er aus aller Welt bekommt. Und weil er beiläufig von „seinen Damen“ spricht, muß sie sich auch „Herren“ zulegen. Obwohl so  arg ist es nicht damit, erst später wird es schwierig, als sie einen chaotischen jungen Wilden, Lyriker und Prosaschreiber kennenlernt und ihn in ihrem Zimmer schlafen läßt, weil sie ja die meiste Zeit bei Peter in der Gumpendorferstraße ist.

Sie schreibt ihren Bericht  aus den Fünzigerjahren zurück und reflektiert dabei ihre Beziehung zu Peter, wo sie mit ihm durch die Cafehäuser und die Heurigen zieht, auch nach Salzburg und nach Zürich fährt, wo er seine Verwandten und Freunde hat, die sie, die Tochter eines NSDAP-Mitglieds, die natürlich beim BDM war, mißtrauisch mustern und nach ihrer Gesinnung fragen und sie erst in ihren Kreis aufnehmen, als sie ein „Dirndl“ ablehnt, das ihr eine Emigrantin schenken will, weil das „narzistisch“ war.

Die „Unvollendete Symphonie“ endet, als sie sich ihm entfremdet und verläßt. In dem Buch heißt es, daß sie wohl erst dann vollendet ist, wenn der Verfasser stirbt. Die Bachmann hat Weigel wohl wegen Paul Celan, dem chaotischen Dichter verlassen, mit dem sie auch nicht glücklich geworden ist und ist 1953 nach Rom gegangen.

Weigel hat zu dieser Zeit noch einmal geheiratet und später mit Elfriede Ott zusammengelebt, die er kurz vor seinem Tod geheiratet hat und ich weiß jetzt nicht mehr über die Bachmann, als ich schon früher wußte, aber mehr über dieses Nachkriegs-Wien, in das ich ja zwei Jahre nach Erscheinen der Erstauflage geboren bin und auch, daß Hans Weigel, den ich bisher für einen eher konservativen Kritiker und Brecht-Verhinderer hielt und ihn 1987 im NIG an der Seite, des oder viellecht noch der Schutting gesehen habe, als die GAV zu einer großen Anti Waldheim-Lesung aufgerufen hat, an der ich mich auch beteiligt habe, vielleicht doch ein hervorragender Schriftsteller, wenn wahrscheinlich auch, nicht leicht zu handhabender Mann war.

2014-12-14

Unvollendet

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:29
Bücherunfall

Bücherunfall

Das Jahr nähert sich seinem Ende und wenn man so auf meine Bücherliste sieht, wird man merken, daß 2014 einiges  überbleiben wird, was ich in diesem Jahr eigentlich lesen wollte. War der Rezensionsexemplarsegen doch  besonders reichlich. Sie wurden mir angeboten, ich habe auch einiges angefragt, kann dann schwer nein sagen, bin ich doch neugierig und wissbegierig, aber mehr als hundertfünfundsiebzig Bücher scheine ich in einem Jahr nicht zu schaffen, in diesem werden es weniger sein.

Die Idee der Leseliste gibt es ja seit 2011 und 2013 habe ich in dem Bestreben wirklich alle meine Bücher zu lesen, meine Regale durchforstet und die Leseliste in die Zukunft ausgedehnt, in diesem Jahr habe ich meine wirklich ehrlich gemeinten Bücherbeschränkungspläne auch nicht eingehalten und so die Zukunftsleselisten auf hundertfünfzig pro Jahr erweitert, dann bliebe Platz für zwanzig bis fünfundzwanzig Rezensionsexemplare, habe ich naiv gedacht, aber „Keiper“ bietet mir jetzt seine Neuerscheinungen an, „Holzbaum“ ist auch sehr fleißig, die „Müncher Verlagsgruppe ist dazugekommen, „Residenz“ war schon da und bin irgendwann in diesem Jahr daraufgekommen, daß ich mein Vorhaben nicht schaffen werde.

Jetzt rasch noch wenigstens die Geburtstagsbücher hinunterlesen, die Weihnachtsbücher und die tollen Romane, die ich mir eigentlich für dieses Jahr vorgenommen habe.

Volker Klüpfels und Michaels Kobrs „Milchgeld“ ist dabei, Milan Kunderers „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“, James Salters „Lichjahre“ und dann ein paar sehr dünne Büchlein von Rafik Schami, Katharina Tiwald, Isolde Loock, Ulrike Längle  und ein ein bißchen dickeres von Heiner Link, es winken aber immer noch zwei Rezensionsexemplare vom „Holzbaum-Verlag“, die auch leicht zu lesen sind und Erika Kronabitter hat mir auch etwas versprochen, bez. habe ich sie angefragt.

Also werde ich, wenn ich so auf die Bücherstöße sehe, die ich gerade vom Badezimmer aufs Schlafzimmertischchen geschleppt habe, nicht umhin zu kommen, einiges Ungelesen zu lassen und dann am einunddreißigsten Dezember, wenn ich Bilanz ziehe, auf die späteren Lebensjahre zu verlegen und  schwören, daß das nächste Mal nicht mehr passiert, da werde ich wieder zu beschränken versuchen, vielleicht auch ein bißchen mehr und schneller lesen, so daß ich, möglichst alles von 2015 und auch einiges Neuerschienene lesen kann, denn ganz so unaktuell will ich nicht werden, obwohl ich es schon sehr reizvoll finde, ein Jahr lang über altes, fast Vergessenes zu berichten, was man so in den Bücherschränken findet, denn das gibt es wahrscheinlich nur bei mir und wenn man so auf meine Leseliste von 2015 blickt, findet man wirklich wahre Schmankerln.

War ich da doch auf einem Flohmarkt, wo dBp-Bücher von 2009 oder 2010 ausgeschieden waren, die „Fünf Kopeken“ habe ich gefunden und Nadines Kegeles zweiter Roman, den ich ja beim Bücherquiz auf der „Buch-Wien“ gewonnen habe, steht unter anderem auch darauf und da kam auch irgedwann der Wunsch, daß ich wenn ich da etwa zwanzig Bücher, die mich eigentlich interessieren und gerne lesen will, ausscheide bzw. auf Später-Leselisten verlege, diese wenigstens kurz anschauen und auf sie aufmerksam machen. Eine Art Bücherquizz über das Ungelesene veranstalten oder wenigstens zitieren, was ich 2014 höchstwahrscheinlich versäumen werde.

Fred Vargas „Vom Sinn des Lebens, der Liebe und den Aufräumen von Schränken“ ist dabei, dann kommt leider auch, ich gestehe es Sigrid Löfflers „Neue Weltliteratur“, das mir der Alfred von einer Buchpräsentation in der Haptbücherei mitbrachte, weil mir das offenbar doch zu theoretisch ist. Von Per Wahlöö gibt es einen Krimi, von Antonio Lobo Antunes einen roman, wollten wir ja im März nach Portugal fahren und daher gibt es auch portugiesische Gedichte.

Stattdessen habe ich einiges Ungarisches gelesen und Elfriede Jelinks „Lust“ werde ich wahrscheinlich leider auch nicht schaffen, Schande über mir und dabei nähere ich mich der erotischen Literatur ja allmählich an.

Eric Malpass „Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung“ wird dabei sein, David Gutersons „Östlich der Berge“, was mir einge strege Grün-Frau einmal erlaubt vom Bücherschrank der Grünen im vierten Bezirk  mitzunehmen. Frid Ingulstands „Ingebjorg Olavsdatter“ habe ich auf einer Buch-Wien einmal bekommen und Franz Nabels „Ortliebsche Frauen“ im Bücherschrank gefunden.

Es gibt ein Buch von Eduard Claudius, eines von Chronin mit zwei Romanen, eine Daphne du Maurier und auch einiges, was ich mir am Jahresanfang beim Abverkauf bei „Morawa“ oder „Frick“ so kaufte und dann noch, ebenfalls vom Bücherschrank, was ganz altes, nämlich Paul Kellers „Mihel, der Rächer“, schade, schade, aber einmal werde ich es lesen und jetzt einen Austausch machen und von de Regalen im Wohn- und Schlafzimmer, das ins Bad schlichten, was ich mir für 2015 vorgenommen habe.

Ich hoffe, nur, daß ich alles finde, denn wie schon erwähnt, sind einige Schmankerl dabei, so daß ich mich auf das Neue Lesejahr schon freue und wie ebenfalls erwähnt, wenn man ein bißchen schneller liest, schafft man auch mehr und das ist mir sehr wichtig, obwohl ich keine Kampfleserin bin.

Ein kleiner Unfall ist beim Aufstapeln der Bücher auch passiert, das der Alfred gleich fotografierte, da wir ja noch das Cover für die „Anna“ brauchen.

2019-04-30

U-Bahnkunst

Im April waren ja zwei Spziergänge zur „Kunst im öffentlichen Raum“ geplant, dem Projekt, das ich mit der Ruth vor zwei Jahren als der Alfred in Amerika war, an fünf Nachoder auch Vormittagen abgegangen bin und mit ihr jweils einen kurzen Spontantext zu je drei Kunstprojekten, die im KÖR-Folder zur „Kunst im öffentlichen Raum“ abgebildet waren.

Die Ruth hat die Ergebnisse dann bei der GAV eingereicheicht und  je drei Spaziergänge mit je drei Kunstwerken geplant, die wir an einem Nachmittag besuchen, Robert Eglhofer die kunsthistorische Einführung zu dem Kunstwerk halten und wir unsere Texte lesen wollten.

Der erste diesbezügliche Spaziergang war am 18. April 2018, da waren die Texte dann schon in einer „Hammer-Ausgabe“, der Zeitschrift der „Alten Schmiede“, abgedruckt und wir haben beim Ballhausplatz beim Deserteurdenkmal begonnen, sind dann zu den „Schlüßeln des Vergessens“ bei der Serviettenkirche und  zum „Thuryhof“, gegangen.

Dort wohnt, glaube ich, eine Freundin der Ruth, die Leiterin der VHS des neunten Bezirks war, die hat uns einen solchen Spaziergang durch den neunten, im Rahmen der VHS angeboten, so daß ich mit der Ruth im vorigen Juni, als der Alfred wieder auf Urlaub war, noch das dritte Kunstwerk, das es im neunten Beirk gibt, einen idyllischen Brunnen am Zimmermannplatz beschrieben waren und ausgerechnet am neuten November, der Reichsprogromnacht, von der Idylle zu den Schlüssel und zum Thuryhof gegangen sind.

Da waren knapp zehn Teilnehmer, wie die VHS wollte, anwesend und die Ruth hat für den 26. April eine Wiederholung ausgemacht. Es wurden auch Teilnehmer angekündigt, die dann aber doch nicht gekommen sind, so daß der Spaziergang, der am vorigen Freitag stattfinden sollte, abgesagt wurde und ich stattdessen zuerst zum Bloggertag von „Books4life“ und dann zu „Rund um die Burg“ gegangen bin und heute fand  der zweite Spaziergang mit drei anderen Kunstwerken, nämlich zu denen, die sich entlang der U2 befinden.

Da bin ich im Februar mit der Ruth und der Robert die Strecke schon abgegangen und wir haben uns wieder um drei vor dem Cafe Museum getroffen und  diesmal waren nur drei Teilnehmer, nämlich Peter Czak, der ja in unserer Schreibgruppe war,  Werner Grüner vom Lesetheater und eine mit der Ruth befreundenten Dame gekommen, soviele, wie sich auch bei der Volkshochschule angemeldet haben.

Da es aber eine GAV Veranstaltung war, fand der Spaziergang statt und der Regen war auch kein Problem, weil sich das ganze ja entlang der U- Bahn ereignete und Peter Koglers „Röhren“ ja innerhalb der U-Bahnstation zu sehen sind.

Dann haben wir die Ur 2 bestiegen, die sehr voll war und sind bis zu Kriau hinausgefahren, das ist dort, wo sowohl die „Buch-Wien“ stattfindet, als sich auch die WU  befindet und es bei den U-Bahn Terrassen gleich zwei Kunstwerke des öffentlichen Raumes, nämlich die „3 brothers“ und „Totem modern“, das sind die bemalten U-Bahnsäulen zu sehen und unsere Texte zu hören gab.

Dann sind wir noch ein Stückchen weiter mit der U- Bahn nämlich bis Aspern Nord gefahren und haben die „Aspair Affairs“ von Stephan Huber belesen und besichtigt. Das sind zwei überdimensionale Wienkarten jeweils an den Enden der Station, wo auf der einen das neunzehnte Jahrhundert und auf der anderen, die Ereignisse des zwanzigsten abebildet sind.

Danach sind wir mit der U-Bahn bis zur Station Volksstheater zurückgefahren und dort auf einen Kaiserspritzer, einen Tee oder einen Kaffee ins Cafe Raimund gegangen, wo sich ja einmal der Hans Weigel mit den jungen Literaten der fünfziger und sechziger Jahren, der Ingeborg Bachmann, der Ilse Aichinger, der Herta Kräftner ecetera traf und sie mehr oder weniger förderte und das war, wie es die Ruth poetisch auszudrücken wußte, der Höhepunkt und auch der Abschluß unserer literarischen öffentlichen Kunstspaziergänge, da sie keinen dritten mehr bei der nöchsten GAV-GV einreichen will, obwohl wir ja noch einige weitere Texte haben, die auch in der „Hammernummer“ abgebildet sind.

Wer jetzt traurig ist, daß es keine weitere Spaziergänge gibt, kann sich bei mir melden, denn ich habe noch ein paar der Hammernummern“, die ich auch heute, an die Teilnehmer verteilt habe und schicke sie den Interessierten gerne zu, die Wiener können sie sich auch gerne bei meiner Lesung am 14. Mai um neunzehn Uhr im Republikanischen Club abholen, zu der heute schon die Einladung gekommen ist.

2019-04-09

Heinz und sein Herrl

Filed under: Bücher — jancak @ 00:29
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Nach den vergessenen Dichterinnen geht es jetzt wieder nach Österreich, zu den Debuts und zu „Kremyr&Scheriau“, wo ich Dank Veranstaltungspause jetzt schon die zweite Frühjahrsneuerscheinunglese, nämlich Eva Woska-Nimmervolls „Heinz und sein Herrl“ und die 1969 in Mödling geborene, habe ich ja schon bei den „Wilden Worten“ aus ihrem damals noch unvollendeten roman lesen höre und habe, glaube ich, mit ihr auch schon am Volksstimmefest gelesen und muß sagen, es ist ein interessantes Buch, ein spannendes Debut.

Bei der Lesung habe ich den Inhalt nicht so mitbekommen und mir gedacht, „Was soll das? Ein Roman wo ein Hund die Hauptrolle spielt, so was „Lustiges“, mag ich eigentlich nicht!“

Irrtum, es ist ein sozialkritischer Roman, in der Manier, wie ich auch schreibe. Am Buchrücken steht zwar etwas von „raunzig bis romantisch, die Geschichte von Heinz und seinem schrullig-paranoiden Besitzer“.

Da bin ich wieder einma voll nicht d àccord, denn ich mag es eigentlich nicht, wenn man alles, was irgendwie abseits des Mainstrreams ist, als „schrullig komisch“ bezeichnet.

Denn da ist der, glaube ich, namenloser Besitzer des Heinz, des Hundes, der lebt in einen Gemeindebau in Floridsdorf, lebt vom Arbeitsamt, hat Panickattacken oder ist ein Hypochonder, so daß ihm die Ärtzin zu der er immer geht, um sich zu erkundigen, ob er nicht vielleicht doch Krebs hat und sie das endlich erkannt hat?, zur Kriseninverention schickt.

Dort fährt er hin, geht jedoch nicht hinein, kommt nicht dazu, denn er landet mit seinem Hund, der Heinz wie sein Nachtbar heißt, auf einer Hundedemonstration, dort lernt er die Krankenschwester Irene kennen, so weit so gut.

Oder doch nicht so gut, denn als er vorher mit seinem Hund nach Hause ging, traf er den Nachbarn im Hof. Heinz, der Hund wollte hin, das Herrl rief „Hein komm her!“

Der Nachbar war beleidigt, das Herrl griff zum Besenstil,  der Nachbar stürzte und irgendwer rief aus dem Gemeindebau:“Ich habe alles gesehen!“

So weit, wieder gut, blöd nur, daß der Nachbar etwas später an einem Schlaganfall stirbt und das Herrl, der Hypochonder bildet sich nun ein, schuld daran zu sein.

Er macht sogar Anzeige auf der Polizei. Dazu nimmt er, Sigrid, seine Anwältin mit. Ansonsten ist das Herrl eher ein sozialschwacher Typ, der nicht einmal einen Computer hat, so daß er zu einem Freund oder anderen Nachbarn geht, um sich von ihm eine E-Mail- Adresse einrichten zu lassen, auf der er Irene <nachrichten schicken kann.

Dort kommt es aber zu einem Erpressungsversuch von einem Sheriff, der nun fünfhundert Euro vom  Herrl haben will, sonst würde er der Polizei alles erzählen.

Aber keine Angst, alles geht gut aus und, ich habe, würde ich sagen, endlich einmal einen Roman gelesen, der, wie ich es mir wünsche, nicht so abgehoben ist, sondern von seinen feinen kleinen Andeutungen lebt und trotzdem oder gerade deshalb, sehr unterhält.

Dem Buch war ein „K&S“ Programmheftchen beigelegt. Die Literaturschiene dieses eigentlich sehr großen „Indie-Verlages“ gibt es ja schon seit 2015 und seither sind, wie darauf steht, 6099 Seiten, 29 Bücher, 21 Autorinnen und 17 Debuts erschienen.“

„Wui ganz schön beachtlich!“, könnte man sagen und um ein wenig anzugebendreiundzwanzig habe ich davon  gelesen. Und noch ein weiteres Detail, alle davon waren von jungen Frauen, obwohl es auch einige männliche Autoren gibt.

Vielleicht noch etwas zum Cover und zur optischen Getaltung, die bei „K&S“, meistens, nicht immer, manchmal sind die Covers auch ganz schön kitschig, sehr schön gestaltet sind.

Diesmal ist es wieder eines nach meinem Geschmackt, nämlich ein stilisierter Hund als Titelbild und ein solcher auf jeder Seite und die Seiten sind rotgefärbt, „Mach Platz!“, steht darauf, was vielleicht auch schön stimmig ist.

2018-11-01

Allerheiligen, Donnerstagsdemo und fertig mit dem Nanowrimo

„Fertig?“, werden jetzt meine Kritiker fragen.

„Jetzt spinnst du total, denn es ja erst der erste Nomember und der „Nanostart“ und du hattest doch vor einer knappen einer Woche schon vierzigtausend Worte, wie kannst du da schon fertig sein?“

Und richtig, stimmt, der Rohtext ist vor ein paar Stunden geworden, da habe ich jetzt  achtundneunzigeinhalb Seiten, dreißig Szenen und hört und staunt nut 49 238 Worte und da die circa sechs Szenen, die ich am heutigen Tag hinuntergeschrieben habe, noch unkorrigiert sind, werden wohl noch an die tausend Worte wegkommen. Aber ist ja egal und ich habe vor einer Woche, den vorläufigen Zustandsbericht geschrieben, da hatte ich, glaube ich  einundzwanzig Szenen und an die dreißigtausend Worte, hatte schon ein paar Wochen nicht weitergeschrieben und war aus der Story ziemlich heraus, dann habe ich am letzten Freitag in Harland, glaube ich, drei oder vier Szenen geschrieben und das Ganze dann bis zum Ende skizziert.

Demo am Eingang zum Heldenplatz

Demo am Eingang zum Heldenplatz

Am Samstag wollte ich weiterschreiben, aber da ist mir der „Traffikant“ in die Quere gekommen, so daß es nur ein bis zwei Szenen wurden, aber klar war, der „Nano-Zug“ ist abgefahren. Ich schreibe den Text so schnell wie möglich fertig und nütze den November zum Korrigieren, soweit mich die „Buch Wien“ das läßt und heute wieder ein fast verlängertes Wochenende, der Donnerstag ein Feiertag, am Freitag habe ich zwar  Stunden. Dann kommen aber Samstag und Sonntag. Da war klar, daß ich weiterschreiben werde, allerdings habe ich den Tag mit meiner „Ohrenschmaus-Laudatio“ begonnen, dann das Mittagessen bereitet. Um cirka halb zwei mit dem Schreiben angegefangen und geschrieben und geschrieben, bis kurz nach fünf, da war ich schon bei meiner letzten Stzene, der Alfred lästig geworden ist und gedrängt hat „Gehen wir auf die Demo!„, wo sich die Leute, um sechs bei der Albertina und beim Hrdlicka-Denkmal trafen.

Auch die JapanerInnen freuen sich über die Demo

Auch die JapanerInnen freuen sich über die Demo

Gustav

Gustav

Dazu braucht man cirka zwanzig Minuten, aber der Alfred will immer die Leute vorher treffen und ich war gerade im Lteraturhaus, nicht in der „Alten Schmiede“, wo in meinen früheren Szenen noch steht, daß da die Präsentation von Maria <mattuscheks „Traummotizen“ stattfinden werden. Aber das Literaturhaus brauchte ich, denn wenn Magdalena von dort nach Hause geht, kommt sie wieder an die Kreuzung Wienzeile-Pilgramgasse und da sieht sie ja wieder den weißen BMQ, wo diesmal Heiner Kubik, Ulla und ihren Freund Jens nach Hause bringt und die Maria Mattuschek war mir gerade eingefallen und das stand  nicht in meinen Notizen, liest im Literaturhaus nicht die „Traumnotizen“, sondern aus einen ihrer selbstgemachten realistischen Romane. So weit so what. Weil der Alfred so drängte habe ich dann an der Kreuzung mit dem weißen Auto haltgemacht und dachte, das ist es vorläufig, aber man soll ja auch etwas ausparen und braucht nicht alles hunderttausend Mal wiederholen.

So weit, so what mit meinem fast „Nanrowrimo“, gerade habe ich mir das Motivationsviedo der Julia K. Stein angehört, die erklärte, daß man sich beim „Nanrowirimo“ Ziee setzten soll.

Mein Ziel ist erreicht, jetzt werde ich die Plotlücken, die ich sicherlich noch habe. schließen, die Handlungstränge einzeln korrigieren und vielleicht, wenn es geht, noch soweit zu verändern, daß dem Roman der Durchbruch gelingt.

Angelica Baumer

Angelica Baumer

Jelena Gucanin, Maria Rösslhumer, Nicole Schöndorfer

Jelena Gucanin, Maria Rösslhumer, Nicole Schöndorfer

Geht wahrscheinlich wieder nicht, aber es gibt sicher in den fast hundert Rohseiten, die ich bis jetzt habe, einiges zu verbessern. Nur der Roman der Magdalena wird so unvollendet bleiben. Das andere kann ich noch beliebig ausarbeiten und dann war heute ja nicht nur Allerheiligen, der Tag wo man seiner Toten gedenkt, ich bin aber keine Friedhofsgeherin, sondern auch wieder Donnerstag und da gibt es  seit Anfang Oktober wieder wöchentlichen Demonstrationen gegen die blautürkise Regierung und deren Sozialabbau und autoritären Veränderungen.

Bei der ersten am 4. 10 sind wir geweisen. Seither nicht mehr, weil wir ja jeden zweiten Donnerstag nach Harland fahren und vor zwei Wochen, die Debutpreisleseung in der Arbeiterkammer war. Diesmal aber wieder soziales Engement, da gibt es ja genug zu tun und die Demo traf sich, wie schon erwähnt beim Hrdlicka Denkmal, wo auch immer am ersten Mai die Kommunisten losmarschieren und weil ja Allerheiligen war, stand die Demo auch unter diesem Motto und es wurde aller Toten gedacht, die im Krieg und im Faschismus gestorben sind.

Tafeln wo“ Rassismus, Armut, Sexismus, etcetera, tötet!“ stand, wurden hochgehalten und wir sind über den Ring zum Ballhausplatz marschiert, wo es wieder ein umfassendes Kunst und Protestprogramm gegeben hat.

Doron Rabinovici hat gesprochen, die Sängerin Gustav gesunden, zwei junge Roms, wo einer der Exilpreis-Schriftsteller Samuel Mago war, der 1996 in Budapest geboren wurde, haben gesprochen. Es gab wieder gute Stimmung, viel Aktivismus und Aufruf zum Widerstand, diesmal waren offenbar sechstausend, das letzte Mal waren es zehntausend, glaube ich, Leute da. Robert Schindel habe ich wieder gesehen, Christa Stippinger, Magdalena Knapp Menzel und und und als wir über den Heldenplatz nach Hause gehen wollten hat uns eine Frau aus Hamburg angesprochen und uns erzählt, daß sie ihren Sohn besucht, der in Wien Sprachkunst studiert und  auch auf der Demo war.

2018-05-21

Pfingstmontag-Retreat

Filed under: Alltagsgeplauder — jancak @ 12:23
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Über meine Pfingstrituale habe ich schon öfter geschrieben. Als Studentin, junge Psychologin und eifrige Besucherin des Klubs der logischen Denker bin ich da auch  einige Male mit dem Herrn Lembacher nach St. Gallen, Steiermark zum Pfingsttreffen mitgefahren.

Das war in den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts, später bin ich vielleicht einmal zum Frans nach Holland gefahren und noch später waren wir in Harland Radfahren und so seit einigen Jahren, wenn es geht, nach Nussdorf an der Traisen zum Pfingstfest und richtig, davor war ja auch einmal so ein Fest für Friederike Mayröcker, glaube ich in Mürzuschlag wozu die GAV eingeladen hat, der Alfred hat mich am Pfingstsamstag von dort abgeholt. Wir wollten eigentlich auf den Hochschwab, aber leider hat es geregnet. Als der Alfred vor einigen Jahren zu Pflingsten irgendwo war, ich glaube, in Rumänien, habe ich einen Lesemarathon veranstaltet und im Vorjahr, da war er in Amerika, bin ich, glaube ich, endlich in die Seestadt hinausgekommen und habe am Tag darauf mit der Ruth, die ja jetzt, glaube ich, mit Erika Brunngraber am Gardasee sitzt, den öffentlichen Raum erforscht und einmal, da war der Alfred auch nicht da, ich glaube es war 2006, da gabs ein großes Bachmann-Spezial zu einem runden Geburtstag, eine Ausstellung im Palais Palfy, einen Stadtspaziergang durch das „Ungarngassenland“ und zum Cafe Raimund, wo ich, glaube ich, zum ersten Mal von Hans Weigel „Unvollendeter Symphonie“ hörte, die ich ja inzwischen gelesen habe und heuer war es wieder mal besonders hektisch und auch anders, obwohl der Alfred fährt ja schon seit einigen Jahren zu Pfingsten auf einen Betriebsausflug, am Pfingstmontag.

Deshalb wollten wir zuerst auch nicht nach Harland, aber ich wollte ja zum Pfingstfest nach Nussdorf an der Traisen radeln.  Vorher gab es am Donnerstag und am Freitag den literarischen Lenz im Centrope und da wollte ich auch hin.

Der Alfred war am Freitag, wie meist an seinem Altersfreizeitfreitag in Harland bei seiner Mutter, die jetzt langsam dieOrientierung verliert, um elf Uhr abends aufsteht, die Türen aufläßt oder nicht öffnet. So wollte er mit dem Pflegedienst sprechen, aber die hatten keine Zeit, zum Arzt zur Blutabnahme wollte er mit ihr auch, aber der oridiniert immer noch im ersten Stock und hat keine Zeit für Hausbesuche. So war es ihr, glaube ich, zu anstrengend, was zuerst zu einer Prellung und dann am Samstag morgen. als wir nach Harland wollten, zu einem Anruf von der Anna führte, die Oma hat um zwei Uhr früh den Notknopf gedrückt, weil sie nicht vom Fernsehsessen aufkonnte, lag am Boden und ist jetzt im Spital, wo zwar nichts außer der Prellung gefunden wurde, sie aber noch einen Tag zur Beobachtung bleiben sollte und den Alfred durcheinanderbrachte und wir wußten nicht, ob wir nach Nussdorf radeln, er zum Pfingstausflug nach Budapest, die Brüsselreise, die er vor einer Woche mit seiner Gewerkschaftsfraktion machen wollte, ist wegen eines Streiks einer anderen Gewerkschaft ins Wasser gefallen und nächste Woche mit dem Karl für ein Monat wieder in die USA fliegen kann?

Das scheint inzwischen geregelt, die Oma  wieder zu Haus, hat eine Abendbetreung, der Alfred ist, glaube ich, schon in Budapest, im Orbanland, angekommen und ich hatte vor in Wien einen Pfingsmontag-Retreat zu machen, sprich so viel wie möglich an der „Unsichtbaren Frau“ zu korrigieren, damit die endlich einmal an den Alfred zur Druckfertigstellung gehen kann.

Ich schreibe ja jschon seit Herbst daran und bin da, wie ich, glaube ich, auch schon geschrieben habe, wieder in einer Art Krise, denn was sollte ich da anderes , als es ist ohnehin egal und ich kann und schaffe es nicht, denken, wie mir der Uli, der sich jetzt ja nicht mehr meldet, mir schon oft genug erklärte und die Idee des neuen Werks ist auch nur recht vage und ich weiß nicht recht, ob die Geschichte mit der Krankenschwester, dem Psychiater, der vielleicht wieder Theo Hardenberg heißt und dem feschen Chirugen, die die depressive Magdalena Kirchberg, die ihre Depression in der Pension ins Netz stellen will, auf der Kreuzung Pilgrammgasse Wienzeile sah, wirklich jemanden interessieren wird? Habe ich mir ja mit den Leserunden, die ich bei meinen letzten beiden Büchern machen wollen, sehr schwer getan und bin eigentlich damit gescheitert.

Aber gut, die „Unsichtbare Frau“ wird fertig werden, dann mache ich mir wahrscheinlich oder hoffentlich im Juni, wenn der Alfred in Amerika ist, wieder ein paar schöne Schnuppertage und schaue, wie es mit dem nächsten Projekt werden wird und heute ist ja wieder Zeit für einen Writersretreat.

Zur Erklärung, ich habe mit der „Unsichtbaren Frau“ diese Geschichte von der letzten Wahl und der jungen prekären Deutschlehrerin Amanda Siebenstern, die während der Nacht aktiven oder passiven Widerstand leistet und dort Donald Trump oder eigentlich eher einen reschen feschen Minister besucht, im vorigen Herbst begonnen. Da habe ich aber viel getrödelt und mir stattdessen lieber Wahlkampfvideos angeschaut. Trotzdem ist es nur ein halber Nanowrimo geworden, denn ich hatte am ersten November schon an die zehntausend korrigierten Worte und bin mit denen in die erste Halbzeit der fünfzehn kostenlosen Schreibmarathontage des Writersmarathon gegangen, habe da etwa vierzigtausend Worte geschrieben und den Rest dann bis Ende November und zum Korrigieren bin ich Anfang Dezember wieder ins Writiersstudio gegangen, denn da hatte ich ja einen Gutschein für einen kostenlosen Writerretreat. Lleider war ich an diesem Tag ein wenig krank und mit dem Korrigieren bin ich auch noch nicht fertig, weil ich derzeit während der Woche nicht wirklich dazu komme, so bin ich immer noch beim Szene für Szene korrigieren, bin damit bei Szene vierundzwanzig oder Seite siebzig.

Aber in Harland geht das nicht richtig, weil ich da keinen funktionierenden Drucker habe und so dachte ich fein, wenn der Alfred in Budpest ist, werde ich korrigieren und korrigieren und der schönen Ordung einen Artikel einstellen, der das beschreibt und sich „Pfingstmontagsretreat“ nennt, denn wegen meiner vielen Stunden, habe ich in der letzten Zeit auch einige Abendtermine versäumt, was nicht wirklich etwas machte, weil ich derzeit sehr viel Rezensionsexemplare hatte oder habe, so daß stattdessen Buchbesprechungen kamen und Zeit für Zustands- oder Schreibberichtberichte, hatte ich in der letzten Zeit auch nicht wirklich, was auch nichts machte, denn ich kann ja nicht immer schreiben „Bin mit dem Korrigieren der „Unsichtbaren Frau“ noch immer nicht weiter gekommen!“, weil das wahrscheinlich nicht nur dem Uli nicht interessiert.

Wir waren also gestern mit dem Auto zwei Stunden kurz in Nussdorf an der Traisen, weil vorher kam ein Krankenpfleger, um die Nachtbereuung zu besprechen. Dann holte der Alfred für die Oma und mich was vom Mc Donalds, er hat ein Grillhendl dort gegessen, ich einen Spritzer getrunken, mit den Herzingers geplaudert, Kirschen gepflückt und zurück zur Nachmittagsbetreuerin und dann nach Wien und da hatte ich schon die Idee, daß ich eigentlich wieder etwas über Bücher, es gibt ja soviele und bekommt man, wenn man bloggt ein Bücherburnout, wie man derzeit in einigen Blogs lesen kann und dann will ich  auch, weil ich ja jetzt zu meinem Schreibjubiläum eine Serie über mein eigenes Schreiben habe, noch einen Artikel über meine politischen Bücher schreiben. Aber wenn ich das mache, komme ich nicht zum Korrigieren und Schande über mich, wie mache ich das und eigentlich ist da ja ohnehin egal, weil es  außer mich eh niemanden interessiert und so weiter und so fort….

Jetzt ist es Mittag, ich liege mit dem neuen Strandkleid, das ich mir eigentlich für die Terrasse kaufte, im Bett, habe einen Spinatstrudel aufgetaut, der noch von Alfred letzten Betriebsratfest stammt, meine Artikel schreiben, dann Ralph Rothmanns „Im Frühling sterben“, ein Buch von meiner Backlist auslesen und die Writerretreats, wenn nicht noch etwas durcheinanderkommt, wohl auf den Juni verschieben, denn eigentlich geht es mit dem Korrigieren ohnehin ganz gut voran.

Auch wenn der Text noch nicht fertig ist, ist er sicher interessant und, daß ich in meiner Art ganz gut schreibe, glaube ich auch und wenn mir das niemand glaubt, ist mir das eigentlich auch egal, weil ich das ja, weil ich so viel lese schon selber ganz gut einschätzen kann.

Bin aber gerne, um die Probe aufs Example zu machen, bereit, an Blogger oder andere Interessieren Rezensions- oder Leseexemplare zur Verfügung zu stellen.

aber ich weiß schon, es gibt zu viele Bücher und wenn man bloggt kommt man leicht unter Zugszwang, obwohl mir das glückerlicherweise noch nicht passierte, obwohl ganz ehrlich, vor ein paar Tagen habe ich auch ganz freundlich eine freundliche Anfrage abgelehnt.

2018-03-11

Deutsches Lesen zweiter Durchgang

Ich lese ja sehr viel deutsche Gegenwartsliteratur und auch Klassiker, wie das so schön heißt und, ab wann man auch immer Bücher als solche bezeichnet, ab einem bestimmten Alter oder auch Bestimmheitsgrad und nach Leipzig zur Buchmesse fahren wir seit den späten Neunzehnhundertneunzigerjahren. Nicht immer aber sehr regelmäßig, die Donau sind wir mit dem Rad einige Male abgereist und als wir das vor drei Jahren von Ulm nach Regensburg machte, habe ich, wie ich das seit ich blogge, ja regelmäßig tue, mir deutsche Bücher ins Gepäck gepackt, bin dann gleich am ersten Tag in einen Thalia Abverkauf gekommen und daher ab dann mit einer sehr vollen Büchertasche durch das Land gefahren, habe Gabriele Wohmann, Bernhard Schlinck etcetera gelesen.

Nach Leipzig nehme ich mir meistens nur ein Buch mit und komme dort dann nicht sehr zum Lesen, obwohl ich dann wieder meistens ganze Bücherstöße und Leseproben nach Hause schleppe und diesmal ist es ein bißchen anders, denn wir fahren ja nicht wie üblich erst am Mittwoch Morgen los, sonder sind schon am Samstag abgefahren, denn wir fahren über Essen, denn da wird ja am Montag der Blogger Debutpreis an Klaus Cäsar Zehrer vergeben, dem ich zwar nur einen Punkt gab und auch das erst nach überlegen, da ich ja ursprünglich brav und angepasst die poetischen Bücher rangreihen wollte.

Der Preis wird in Essen in einen Cafe verliehen und die Frauen vom Blog lädt die Bloggerjury zur Preisverleihung ein und organisiert auch eine Übernachtung. Im Vorjahr habe ich abgelenht, weil zu weit. Aber Essen läßt sich mit Leipzig wenn auch mit Umwegen und Extraübernachtungen verbinden und so geht das deutsche Lesen, wenn man es so nennen will, in die zweite Runde, denn ich habe mir von den acht Rezenskionsexemplaren, die derzeit auf meinen Jahresbücherstapel im Badezimmer liegen, die deutschen ausgesucht und das wären Tom Sallers „Wenn Martha tanzt“, an dem ich gerade lese“, Claudia Tieschkys „Engele“ und Gunnar Kaisers „Unter der Haut“ und das ist, höre und staune eines der von den Vorjahrs Bogbusterpreislonglistbücher und es ist auch noch sehr dick, so daß die Chance, daß ich es gelesen nach Wien zurückbringe, sehr gering ist, aber das deutsche Llesen geht bei mir ja, spätestens seit ich Buchpreisblogge und mich da die deutschen Verlage anschreiben, vorher habe ich mich eigentlich eher nicht getraut, sie anzufragen, weiter und da liegt noch einiges auf meinen Stapeln oder wird, beziehungsweise soll dazu kommen und dann ist es auch nicht immer so einfach zu entscheiden, was jetzt deutsches Lesen ist, gibt es da Erstens ja die Autoren mit nicht deutscher Muttersprache und da habe ich ja auch erst vor kurzem einen tollen Debutroman gelesen, den ich mir mindestens auf die nächste Debutpreisshortlist wünsche, als auch ständig die Verwechslungen zwischen der österreichichen Literatur, zumindestens habe ich schon gehört, daß Marlene Streeruwitz, als deutsche Autorin gilt oder sich jemand darüber wunderte, daß sie Österreicherin ist.

Nun ja, die österreichische Gegenwartsliteratur gibt es natürlich auch und die lese ich auch sehr gerne und weil es inzwischen auch den österreichichen Buchpreis gibt, bin ich  im Herbst ja dann gleich nach dem deutschen mit ihr beschäftigt und die ersten Verlage, die mir Rezensionsexemplare schickten, waren ja auch die österreichischen, denn die habe ich nach und nach angefragt.

Dann gibt es noch die Schweizer Gegenwartsliteratur und da hat sich bei mir in meinem Badezimmer momentat auch etwas angesammelt, denn es gibt ja die Idee im August in die Schweiz zu fahren und uns diese Städte anzuschauen, ob daraus etwas wird, weiß ich nicht, denn ich habe ja auch schon portugiesische Bücher vom Badezimmerstapel wieder weggeräumt, habe mir aber als es in der „Alten Schmiede“ vor einiger Zeit einen Schweizer Abend gab, Jörg Steiners „Schnee bis in die Niederungen“ gekauft weil das „Suhrkamp-Taschenbüchlein“ nur fünf Euro kostete und habe dann als ich einmal in die Dokumentationsstele für ost und mitteleuropäische Literatur ging, im Bücherschrank ein paar Bücher aus Schweizer Verlagen gefunden und der Alfred hat mir zumindest vorsorglich nach dem der Reiseplan geschmiedet wurde Thomas Küngs „Gebrauchsanweisung für die Schweiz“ aus der „Piper-Reihe“ gekauft.

Aber das ist erst Schnee oder Sommerrregen von morgen, jetzt geht es ein bißchen durch Deutschland, obwohl Klaus Cäsar Zehrer Buch ja bei „Diogenes“ einem Schweizer Verlag erschienen ist und ein „Diogenes-Bloggertreffen“ habe ich mir auch in meinen Kalender aufgeschrieben und auf meinen Bücherstapel derzeit Connie Palmens „Du sagst es“, das Buch einer holländischen Autorin liegen habe, obwohl auf dem Beipackzettel  Antony Mc Carthen „Jack“ stand.

Man sieht, das Lesen ist letztlich doch immer international und ich bin auch sehr gespannt, was ich mir diesmal aus Leipzig an Büchern zurückbringe?

Und wer es bemerkt hat, die Bodenseereise mit der Ruth fällt noch in diesen Aufzeichnung und die war ja auch sehr international mit manchmal mehrmaligen täglichen Grenzübertritten zwischen der Schweiz und Deutschland und da habe ich ja Martin Walser, Arno Geiger, Michael Köhlmeier und auch noch einiges andere gelesen.

2018-02-26

Die zweite Ernst Lothar Neuerscheinung

Herbert Ohrlinger, Doron Rabinovici, Manfred Müller

Herbert Ohrlinger, Doron Rabinovici, Manfred Müller

Ich bin ja ein Fan der Zwischen- und Nachkriegsliteratur in Originalausgaben und werde da in den offenen Bücherschränken fündig und von dem 1890 in Brünn geborenen Ernst Lothar, der bis 1938, Direktor des Theaters der Josefstadt war, dann nach Amerika emigirierte und 1974 in Wien gestorben ist, habe ich, glaube ich, einmal einen Film gesehen, an dessen Namen ich mich nicht mehr sehr genau erinnern kann.

Danach den berühmten Film mit der Paula Wessely „Der Engel mit der Posaune“.

Das Buch habe ich dann im Schrank gefunden, es gelesen und war eigentlich nicht so begeistert und danch die „Mühle der Gerechtigkeit“, ein früher oder später Roman über Sterbehilfe, vor dem Krieg geschrieben,  danach wieder herausgekommen und dazwischen lag der Holocaust, nach dem ich dann „Im Namen des Vaters“ geschrieben habe, weil mir die Frauenfigur, die krebskranke Pauline zu passiv erschienen ist und der Landesgerichtsrat, der dann frei gesprochen wurde, irgendwie hilflos patschert und Sterbehilfe kann man wahrscheinlich ohnehin nur an sich selbst durchführen.

Ernst Lothar war ursprünglich Jurist, deshalb spielen seine Romane wohl vorzüglich in diesem Milieu und „Zsolnay“ scheint sic2h jetzt des Werks des inzwischen wahrscheinlich vergessenen Autors anzunehmen. So ist der „Engel mit der Posaune“- The Angel with the trumpet“ 1944 auf Englisch in Amerika geschriebern und dann ins Deutsche von ihm übersetzt, 2016 herausgekommen und jetzt „Die Rückkehr“, der heute in der „Gesellschaft für Literatur“ mit dem Herausgeber  Herbert Ohrlinger, mit dem ich einmal in einer Jury für das Nachwuchsstipendikum war und Doron Rabinovici vorgestellt wurde und ich dachte, als ich um dreiviertel den Veranstaltungssaal erreichte, jetzt werde ich eine der Ersten sein und es werden nur wenige Leute kommen. Es war aber schon pummvoll und ich habe einen der letzten Plätze erwischt. So kann man sich täuschen und die meisten älteren Leuten scheinen, wie ich an den Fragen merken konnte Ernst Lothar Experten, Freunde der Familie oder ein reines Fachpublikum zu sein.

Es war aber auch Doris Glaser von Ö1 da, Ottwald John, die Frau Schmidt-Dengler, Dine Petrik und und…..

Manfred Müller leitete wieder sehr ausführlich in die Viografie Ernst Lothars ein, der 1946 nach Österreich zurückgekommen ist, dort seine Karriere fortsetzte, mit Adreinne Gessner verheiratet war und der Schwiegervater von Ernst Häussermann, der dann statt ihm Burgtheaterdirektor wurde und und….

Und der Held des Romans Roman ist ein Felix von Geldern, ein Ministerialbeamter, der Österreich nach dem Anschluß verließ, weil er kein Deutscher werden wollte, 1946 zurückkam und einige Ähnlichkeiten mit seinem Autor aufwies und Manfred Müller wies auch noch daraufhin, daß man in dem Buch ein Nachkriegs-Wien wie sonst nie kennenlernen könnte.

Da fiel mir dazu Hans Weigels „Unvollendete Symphonie“ ein, die das meiner Meinung nach auch sehr gut schildert, aber dieser Ernst von Geldern, der zu Beginn des Buches mit seiner Mutter oder Großmutter mit der Straßenbahn vom Westbahnhof in die Innenstadt fährt, erlebt da gleich alle Wiener Typen und interessant war für mich wieder einmal, wie sehr sich der Dialekt inzwischen gewandelt hat, das Wienerisch des Buches wird inzwischen. glaube ich, nicht mehr gesprochen.

Doron Rabinovici, der das Nachwort geschrieben hat, verwies auf die Hinterfotzigkeit des Buches und seiner Typen und dieser Ernst von Feldern muß dann als Zeuge für einen Minister Kurz auftreten, was vielleicht auch eine Spezifizität des Buches oder ein zufall ist.

Ein interessantes Buch und eine interessante Neuentdeckung, die mir durchaus spannend und aktueller, als der „Engel mit der Posaune“ erschien, bei dem ich eigentlich nicht entdecken konnte, was das Großartige an der Familiegeschichte der Familie von Alt war.

Ḿanfred Müller fragte dann nach witeren möglichen Neuauflagen, hier deutete Herbert Ohrlinger an, daß nicht alle Werke dazu geeignet wären und sprach von einem Roman namens „Heldenplatz“, der in einem amerikanischen Kriegsgefangenenlager spielt, was sehr interessant wäre, aber eine  kitschigeLiiebesgeschichte, die er dem Autor nicht an tun wolle und da ist interessant, daß ich gerade einen Roman lese, der auch in einem deutschen Kriegsgefangenenlager in Amerika spielt und daß auch  Hans Werner Richter einen solchen Roman geschrieben haben soll.

Ein kundiger Herr im Publikum verwies noch auf einen anderen Roman der unbedingt aufgelegt werden sollte und ich denke mir, daß ich ja  in den Schränken fündig werden könnte und vielleicht noch das eine oder andere Gustostück endecke, wenn „Zsolnay“ nicht so schnell mit den Neuauflagen und Wiederentdeckungen ist.

2017-08-02

Die Nöte des wahren Polizisten

Filed under: Bücher — jancak @ 00:34
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Den in Chile 1953 geborenen und 2003 in Barcelona 2003 gestorbenen  Roberto Bolano, habe ich wahrscheinlich 2000 bei einem Symposium der „Gesellschaft für Literatur“ kennengelernt. Wenn ich mich nicht irre, habe ich da gerade an den „Wiener Verhältnissen“ geschrieben und es gab am Abend, ich glaube wieder, im spanischen Kuulturinstiut eine Lesung aus seinem damals wahrscheinlich gerade auf Deutsch erschienenen Roman „Stern in der Ferne“, in dem es um einen Flugzeugpionier ging.

Den Roman habe ich dann zusammen mit seinem schon früher auf Deutsch bei „Antje Kunstmann“ erschienenen Buch „Die Naziliteratur in Amerika“ bei den Büchertürmen der „Literatur im März“ gefunden und zusmindstens das Erstere überflogen, beim Zweiten weiß ich nicht so genau.

2003 ist Bolano an einer Leberzirrhose gestorben und 2009 erschien bei „Hanser“, das, glaube ich, posthum herausgegebene Werk „2666“. Da gab es, glaube ich, eine Broschüre, die ich gelesen habe.

„Hanser“ hat, glaube ich, inzwischen auch die anderen Bolanosdie schon oder nach seinem Tod Erschienenen, herausgegeben.

So habe ich in den Bücherschränken „Die wilden Detektive“ und  „Die Nöte des wahren Polizisten“, ebenfalls posthum und aus verschiedenen Teilen und Fragmenten, die sich im Nachlaß des Dichters fanden, zusammengesetzt, gefunden und jetzt das letztere Buch gelesen, da ich ja gerade durch die Lesung, wo ich den Dichter persönlich kennenlernte, wahrscheinlich ein besonderes Interesse an ihm und seinen Werken habe.

Das Cover des 2013 erschienenen Buches, ziert ein Totenkopf mit einem Cowboyhut, was wahrscheinlich genauso wenig zum Inhalt sagt, wie manche Überschrift der verschiedenen Teile. So heißt ja der erste Teil „Der Fall der Berliner Mauer“ , aber das bezieht sich höchstens auf das Jahr, in dem das Buch beginnt, das ja in Barcelona und Mexiko spielt

Es gibt ein Vorwort der Herausgeber, die das mit der Herausgabe erklären und meinen, daß die wahren Polizisten, die Leser wären, die dem Protagonisten, dem Literaturprofessor Oscar Amalfitano auf die Spur kommen müßten und auch erklären, daß man einige oder alle der handelnden Personen auch in „2666“ finden würde.

Das habe ich noch nicht gelesen, vielleicht habe ich mir deshalb mit dem Buch nicht so leicht getan, dessen Handlung  am Buchrücken wieder in ein paar Sätzen erklärt wird und man sich dann durch 267 Seiten liest, die manchmal, wie eine Materialsammlung klingen, aber richtig, es ist ja ein unvollendetes Werk, an dem Bolano, wie auch in der Erläuterung steht, von den Achtzigerjahren bis zu seinem Tod gearbeitet hat.

Es geht also um diesen Literaturprofessor, wie Bolano, in Chile geboren, beim Putsch wurde er, wie sein Autor gefoltert, ging dann nach Argentienien und Brasilien, lernte dort seine Frau kennen, bekam seine Tochter Rosa, die Frau ist dann an Krebs gestorben und zu Beginn des Romans, ist die Tochter siebzehn, der Professor lehrt in Barcelona und hat mit fünfzig dort sein Coming out, das heißt er vögelt mit seinen Studenten und jungen dichtern und muß deshalb mit der Tochter Barcelona verlassen und nach Mexiko auswandern.

Es gibt einen Briefwechsel mit dem Dichter Padilla, mit dem er sich outete und der ein Buch mit dem Namen „Der Gott der Homosexuellen“ schreibt und einen Dichter namens  Arcimboldi, der auch in „2666“ vorkommen soll und dessen „bizarre Romane“ einen weiteren Teil des Buches füllen.

In der mexikanischen Wüstenstadt Santa Teresa, wird er dann von der Polizei überwacht, einer der Polizisten, hat eine Geschichte von vielen Müttern, Groß, Ur- und Uuurgroßmüttern, die alle mit sechzehn vergewaltigt wurden, was mich ein bißchen an meine Bücher „Absturzgefahr“ und „Miranda Schutztengelchen“ bzw an das „Haus“ denken lassen.

Das alles wirkt für mich ein bißchen zusammenhanglos und eher langatmig, seitenlang werden  die Geschichten von Figuren oder Romaninhalte, beinahe, wie ein Romanexpose oder eine Materialsammlung aufgezählt und das ist es wohl auch und so weiß ich nicht, ob „Die Nöte der wahren Polizisten“, wie die Herausgeber auch anmerken, Bolanos bestes Werk ist, werde den Dichter aber im Gedächtnis behalten und natürlich auch die „Wilden Detetektive“ lesen und vielleicht finde ich auch noch etwas anderes von ihm in den Schränken oder Abverkaufskisten.

2017-06-12

Vom Rausch des Schreibens zum Musil-Archivgespräch

Ich bin auch heuer wieder nicht zu der Eröffnung der Sonderausstellung „Im Rausch des Schreibens – von Musil bis Bachmann“, im „Literaturmuseum“ gekommen, denn da war, glaube ich, die „Autorinnen feiern Autorinnen-Veranstaltung“ im Rathaus, was  insofern nicht so viel macht, da man  an den Veranstaltungstagen ab sechs umsonst in das Museum gehen kann und die Gratistickets, die wir damals bei der „Literaturarchiv-Führung“ bekommen haben, müssen auch noch irgendwo beim Alfred liegen.

Also heute nach meiner fünf Uhr Stunde, noch schnell zum „Hofer“, Milch, Faschiertes, Bananen und Emmentaler einkaufen, hoffentlich wurde mir das bei der Hitze nicht schlecht und dann hinauf in den dritten Stock in die Sonderausstellung.

Ich habe ja am Etröffnungsabend das Kulturjournal gehört, wo darüber berichtet wurde und ich dachte, es geht wieder, um die Dichter und ihre Shreibtische, das war auch teilweise so.

Ansonsten war der Titel wieder eine ziemliche Irreführung, gab es zwar gleich am Anfang drei Korrekturfassungen eines Gerstl-Gedichts zu sehen, das glaube ich sogar „Drogenrausch“ oder so hieß und dann gabs was von der Bachmamm und die FM war natürlich auch zu sehen, wie sie in ihren Zettelbergen untergeht, beziehungweise mittendrin an ihrer „Hermes“ sitzt.

Aber dann ging es um den Alkohol und das Rauchen, gut, ist im Titel zu erklären und es ist auch interessant, daß es vonden Zwanziger- bis Dreißigerjahren eine Zeitschrift der Tabakindustrie mit dem Titel „Die Raucherin“ gab, die den Damen das Zigarrettenrauchen schmackhaft machen sollte.

Das wäre heute undenkbar und dann lagen auch auf einmal die Romane der großen Amerikaner und die von Upton Sinclair, etcetera auf, die sich mit Opium, Nikotin und dem Rauschgift beschäftigten.

Brunngrabers „Heroin“ lag nicht auf, aber vielleicht habe ich das übersehen und Joseph Roth  ist ja an seiner Alkoholsucht zugrunde gegangen.

Von ihm gabs ein Zitat, daß das Leben, beziehungsweise die Literatur nichts ohne Alkohol sei und von Robert Musil, der ja auch im Titel steht, gab es sein Rauchertagebuch zu sehen und das ist insofern interessant, wurde doch um sieben die bei „Jung und Jung“ erschienene neue Werkaufsabae vorgestellt und Robert Musil scheint jetzt modern, beziehungsweise ein Jubiläumsjahr zu haben, beschäftigen sich jetzt ja einige mit dem Ulrich und bei dem Archivgespräch, Bernhard Fetz wies natürlich propmt auf das Tabaktagebuch in der Sonderausstellung hin,  wurde zuerst von Dagmar Leupold, eine „Jung und Jung-Autorin“ , die mit ihren „Witwen“ auf der letzten dBp Liste stand und ich eines ihrer Bücher auf meiner heurigen habe, aber vielleicht nicht zum Lesen komme und Clemens  Setz, dessen „Stunde zwischen Frau und Gitarre“  auf der 2015 dBp stand,  je ein Stückchen aus dem „Mann ohne Eigenschaften“ gelesen und hier ist interessant, daß Dagmar Leupold genau diese Ausgabe mitbrachte, die ich auch 1974 vierzehn Tage Lang im Häuschen am Almweg gelesen habe und, wie ich immer hinzufüge, nicht verstanden habe.

Walter Fanta vom Musil Institut, der offenbar der Herausgeber war, saß auch am Podium, moderiert wurd von Ronald Pohl und dann gab es ein Gespräch, das die Frage beantworten sollte, was Musil der heutigen Leserschaft noch zu sagen hat und warum man ihn lesen sollte?

Das weiß ich nicht so genau und ich habe mit Zwanzig, muß ich gestehen, das Buch auch nicht so spannend gefunden, daß ich nicht zu lesen aufhören konnte.

Daß es aber um Inzest zwischen dem Ulrich und seiner Schwester Agathe geht, habe ich mir gemerkt und auch das von der Parallelaktion.

Daß das Buch unvollendet blieb, habe ich dagegen nicht gewußt und die neue Ausgabe ist auch ein kommentierte, die man offenbar auch online finden kann und dann wurde noch diskutiert, wie das Internet die Archive ändern wird und das  ist etwas, das mich sehr interessiert, weil es ja bald keine Handschiften und dann wahrscheinlich auch keine Vorläße mehr geben wird, wenn man alles im Netzt finden kann.

Walter Fanta erwähnte noch, daß Musil alles in seinem Werk verknpüfte und auf ähnliche Stellen in seinem Werk verwies.

Das mache ich in meinen „Literaturgeflüster“ auch und habe da schon über dreitausend  Artikel und werde wahrscheinlich so bald oder vielleichauch nie zum Wiederlesen des „Manns“ kommen, habe aber da kürztlich „Musils Möder“ gelesen und jetzt das Archivgespräch, das sehr interessant und sehr gut besucht war.

Nachher bin ich mit dem Herrn Pauer, der mir erählte, daß er den „Mann“ 1969  im August 1974 in vierzehn Tagen gelesen hat, während in Prag die Russen einmarschierten, zurückgegangen.

Das ist natürlich ein Ereignis, das prägt und die Erinnerung wachhält. Also kann ich sagen, daß ich damals warhscheinlich Heftchen-Romane gelesen habe, aber in dem Supermarkt, den es am Brunnenmarkt gegeben hat, einkaufen war und dort ein Glas Roten Rüben- Salat zerbrochen habe, was ich wahrscheinlich bezahlte und anschließend bin ich, glaube ich, auch zu Fuß auf den Almweg gegangen, wo ich ja damals meine Sommer verbrachte.

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