Literaturgefluester

2018-09-02

Verregnetes Volksstimmefest

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 23:15
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Das am Wochenende das Wetter sehr schlecht sein soll, höre ich schon die ganze Woche und am Samstagmorgen hat mir der Alfred sogar die Nachricht überbracht, daß die Organisatoren überlegen, ob sie das Fest nicht wegen Überschwemmungsgefahr absagen sollte, dann hat es aber, als ich nach zwei weggegangen ist, weil die Lesung diesmal länger war und mehr Autoren am Programm standen und daher früher anfangen sollte, nicht geregnet.

Ich hatte trotzdem die Regenjacke an und als ich auf der Kärntner- oder schon auf der Rotenturmstraße war, ist es auf einmal finster geworden und es hat zu schütten angefangen, so daß ich diesen Sommer zum dritten Mal naß bis auf die Haut und die Knochen wurde, was mir zwar an sich nicht so viel macht, da es jetzt aber schon etwas kälter war, war es trotzdem unangenehm, den ganzen Nachmittag und Abend naß herumzulaufen, obwohl ich ja den Regen am Samstag am Volksstimmefest schon gewohnt bin.

Ich melde mich, seit ich seit 1989 fast immer am Volksstimmefest gelesen habe,  immer für den Samstag an, weil ich es dann hinter mir habe. Da hat es meistens geregnet, während es am Sonntag wieder schön war und einmal kann ich mich erinnern, daß ich zwar gelesen habe, Helmut Rizy die Lesung aber nach mir mit Hinweis auf die Anthologie, die es ja geben würde, die Lesung abgebrochen hat und diesmal hatte es, als ich die Jesuitenwiese und die „Sigi Maron“, wie die Bühne, wo die Lesung jetzt stattfindet, heißt, Jura „Soyfer-“ und „Siebensternbühne“ hat sie, glaube ich, schon geheißen, zwar aufgehört zu regnen, aber während ich in der ersten Tranche auf der Bühne saß, wieder angefangen und dann mehr oder weniger, die ganze Lesung durchgeregnet.

Dreiunddreißig Autoren und Autorinnen hat Christoph Kepplinger für die zwei Tage angekündigt und das Thema war Kapitulaton, mit dem ich nach dem ersten Hören nichts anfangen konnte, dann dachte ich aber Kapitulation ist eigentlich alles was schiefgeht und nicht gelingt und das ist fast alles und habe das auch Hilde Schmölzer vor ein paar Wochen in der „Alten Schmiede“ so gesagt, als die mir erklärte, daß sie zu diesem Thema eigentlich nichts hättte.

„Ich auch nicht!“, habe ich gedacht oder geantwortet, war aber da, glaube ich, schon entschloßen, die Nobelpreisszene aus der „Unsichtbaren Frau“ zu lesen, weil die mir  sehr gut gefällt und da wäre die Kapitualtion, daß die Lilly Schmidt den Preis nicht bekommt, Britta gestorben ist und  Jonathan Larsen schließlich doch zur Sitzung geht, obwohl er das eigentlich nicht will.

Ich habe als Dritte gelesen, vorher waren Gabriele Hütter und die Ruth dran und die hatten eher aphoristische beziehungsweise theoretische Texte, nachher kam El Awadalla, die etwas zu der Flüchtlingskrise von 2015 aus ihrem neuem Buch brachte und da ist die Kapitulation sehr deutlich, wenn man bedeckt, daß zeitgleich mit dem Fest Leute in Chemnitz auf die Straße gingen, weil sie Angst vor den Flüchtlingen haben.

Ljuba Arnautovic brachte einen Ausschnitt aus der Fortsetzung ihres Debutromans, der auch auf der Jesuitenwiese spielt, Martina Wittels erinnerte an Harald Irnberger, der das „Extrablatt“ gegründet hat, das in den Siebzigerjahren kritische Texte in die Welt setzte. Katrin Forster brachte einen Text, wo sich eine Nörglerin darüber beschwert, daß heute jeder die Zentralmatura machen kann, weil der Staat unkritische Bürger braucht und Peter Clar den ich ja glaube ich auf einem Volksstimmegest kennenlernte, beschwerte sich in seinem Text, daß er nur mehr Friederike Mayröcker lesen kann, die sich ihrerseits nur mehr an Jaques Derrida hält.

Er rief auch zur nächsten Widerstandsdemo am vierten Oktober auf, die es jetzt doch zu geben schien und Markus Köhle und Mieze Medusa berkäftigten seinen Aufruf. Mieze Medusa ging in ihren Text in ihre Kindheit zurück, während Markus Köhle mit der Verarmung der Sprache beschäftigen „Gehen Volkkstimmefest, halten  Lesung, ectetera“. Die letzte Runde gehörten Pia Piuk die ein Stück aus ihrem Heimatroman las und Dominika Meindl, die ein Interview über die Wichtigkeit der Literatur mit Sebastian Kurz, H. C. Strache und noch einem anderen Politiker machte. Also ein sehr lustiges und satirisches Stück, worüber alle lachten.

Dann gab es wieder Kaffee und Kuchen am Favoritner Stand, der diesmal gut besucht war und es viele  interessante Literaturgespräche gegeben hat.

Mit dem Wetter hat  es dann am Sonntag nicht so ganz, wie von Christoph Kepplinger gewünscht, geklappt, ich bin aber nicht  so naß, wie am Samstag geworden und, als ich die Sigi Maron Bühne erreichte, hat gerade Magdalena Knapp-Menzel, gefolgt von Gabriele Müller gelesen, während ich den Poetry Slamer Christian Schreibmüller versäumt habe.

Die Texte waren allgemein politischer und auf die gegenwärtige Situation bezogen, als gestern, so hatte sich nicht nur Andi Pianka mit dem Regierungswechsel und dem zwölf Stundentag, der gerade in Kraft getreten ist, beschäftigt, Eva Schörkhuber hatte einen Text über die Zähne oder das Zähnezeigen des Innenministers mit seiner berittenen Polizei und zwei Hydra Satyriker Stefan Kanolky und Maximillian Zirkowitsch ,wo ich den letztern  vom „Holzbaum-Verlag“ kenne, haben ein Buch bei „Milena“ herausgebracht, wo sie sich um die Fakten bei Haiders Tod und vielem anderen beschäftigte.

Richard Schuberth verarbeitete die politische Situation mit einer Fabel und entschuldigte sich vorher bei den erwähnten Tieren dafür und Verena Mermer brachte einen sehr proaartigen lyrischen Zyklus, der sich mit der Überbelastung der Frau und dem Abgeben und „Nein sagen!“, beschäftigte.

Es gab noch einen Text von Elfriede Jelinek, die ja früher vor 1989 bei Arthur West regelmäßig auf dem Fest gelesen hat, den Christoph  Kepplinger vorgetragen hat und vieles mehr.

Danach war das Wetter besser, so daß ich noch länger mit dem Alfred über das Festgelände herumstreifte, Sturm und einen Mojito trank, Antonio Fian zum „Priessnitz-Preis“ den er heuer bekommen wird, gratulierte und uns noch länger mit Renate Sassmann bei Gratis Weintrauben und gratis Somlauer Nockerln unterhielten.

Gabriela Hütter

Gabriela Hütter

Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

El Awadalla

El Awadalla

Gerald Jatzek

Gerald Jatzek

Ariadne Schimmler

Ariadne Schimmler

Ljuba Arnautovic

Ljuba Arnautovic

Martina Wittels

Martina Wittels

Sebastian Vogt

Sebastian Vogt

Peter Marius Huemer

Peter Marius Huemer

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Martin Peichl

Martin Peichl

Peter Clar

Peter Clar

Mieze Medusa

Mieze Medusa

Markus Köhle

Markus Köhle

Petra Piuk

Petra Piuk

Dominika Meindl

Dominika Meindl

Christian Schreibmüller

Christian Schreibmüller

Magdalena Knapp-Menzel

Magdalena Knapp-Menzel

Gabriele Müller

Gabriele Müller

Erich Klinger

Erich Klinger

Andi Pianka

Andi Pianka

Anna Drezga

Anna Drezga

Richard Schuberth

Richard Schuberth

Stefan Kalnoky

Stefan Kalnoky

Maximilian Zirkowitsch

Maximilian Zirkowitsch

Kerstin Putz

Kerstin Putz

Jiaspa Fenzl

Jiaspa Fenzl

Wolfgang Oertl

Wolfgang Oertl

Verena Mermer

Verena Mermer

Christoph Kepplinger

Christoph Kepplinger

Eva Schörkhuber

Eva Schörkhuber

Kurto Wendt

Kurto Wendt

Olja Alvir

Olja Alvir

Eva Jancak

Eva Jancak

Christoph Kepplinger

Christoph Kepplinger

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2017-09-03

Linkes Wort und Volksstimmefest

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 22:05
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Erwin Riess

Erwin Riess

Walter Eckart

Walter Eckart

Elfie Resch

Elfie Resch

Pünktlich eine Woche vor dem Schulanfang, Wiens angeblich schönstes Fest mit einer Autorenlesung jeweils zwischen vier und sechs.

Ich habe da, glaube ich, so ungefähr 1980 oder war es schon 79 zusammen mit dem „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gelesen und kann mich erinnern, daß ich sehr aufgeregt war, war es ja wahrscheinlich eine meiner ersten  Lesungen, Waltraud Haas hat mich da beruhigt und gersagt, sie wäre es auch.

Das nächste Mal allein war dann 1989 in dem Jahr oder Sommer wo Arthur West, der damals die Lesungen organisierte. das Publikum beruhigte und erklärte, daß das nicht so schlimm mit der DDR wäre und sie bestimmt nicht untergehen würde.

Damals haben, glaube ich, noch Elfriede Jelinek, Peter Turrini und Marie Therese Kerschbaumer gelesen, ich habe ein Stück aus den „Hierarchien,“ die ich ja damals geschrieben habe, vorgetragen und Peter Turrini hat sich interessiert danach erkundigt.

Nadia Baha

Nadia Baha

Andi Pianka

Andi Pianka

Eva Jancak

Eva Jancak

Seit damals habe ich fast jedes Jahr gelesen, 1991 oder 92 nicht, da ist es sich, glaube ich, irgendwie nicht ausgegangen Arthur West zu fragen, weil ich statt auf der GAV-Vollversammlung auf irgendeiner Fortbildungsveranstaltung war und ich habe dann auch meinen Vater betreut und bin, glaube ich, nur kurz zum Zuhören hingefahren.

Arthur West ist 2000 gestorben, Helmuth Rizy hat aber schon ein bißchen früher die Organisation übernommen und mit den „Anthologien“ angefangen.

Dann gabs ein zwei Jahre, glaube ich, kein Volksstimmefest oder keine Lesungen, danach haben Christoph Kepplinger und Roman Gutsch die Organisation übernommen. Seit einigen Jahren macht es Christoph Kepplinger allein und bringt auch junge Lesende, wie Peter Clar, Nadine Kegele, Gertraud Klemm, Verena Mermer, Petra Piuk, die dann bekannt wurden und viele andere, es hat aber auch schon Julian Schutting gelesen, etcetera.

Karin Marinho da Silva

Karin Marinho da Silva

Susanne Toth

Susanne Toth

Sandra Weihs

Sandra Weihs

Es gibt seit einigen Jahren ein Thema, diesmal war das „Von der Ordnung und Unordnung der Welt“ und ist, glaube ich, von der russischen Revolution ausgegangen, die ja heuer ihr hunderstes Jubläum hat.

Dazu passt die Szene wo der Fabian Hirschmann von der Störaktion aus Graz zurückkommt und von seiner Mutter aufgeweckt wird, zwar nicht wirklich, ist er ja, wenn überhaupt, dann eine Revolutionär in der anderen Richtung, aber es gibt auch, wie Chrisoph Kepplinger betonte, demächst eine Wahl und die „Rechten“ wollen auch eine Ordnung in unsere Gesellschaft bringen, weil sie glauben, daß die nicht mehr geordnet ist und da passt die Szene gut hinzu und ich habe auch gleich am Beginn des Samstags gelesen, was ich ja eigentlich auch immer will.

Die erste Lesende war Elfie Resch, 1948 in Baden geboren und schon fast eine Stammleserin und sie brachte zur Ordnung passend, einen Text von einem Schatzkästchen, das eine Tochter geschenkt bekommt und dann noch ein paar Gedichte, die die Unordnung und den Widerstand dagegen aufzeigten.

Richard Schuberth

Richard Schuberth

Reinhard Wegerth

Reinhard Wegerth

Gertraud Klemm

Gertraud Klemm

Erwin Riess, 1957 in Wien geboren und ebenfalls ein Stammleser, ganz früher haben noch Ernst Hinterberger, Franz Kain, Erika Danneberg etcetera gelesen, brachte einen Ausschnitt aus seinem neuen Groll-Roman, den er in der „Alten Schmiede“ zur Saisoneröffnung vortragen wird. Deshalb war wahrscheinlich auch Kurt Neumann im Publikum.

Dann kam schon ich mit meiner Fabian Szene aus meinem wahrscheinlich demnächst erscheinenden Buch „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“, mit dem Bibliotheksgespenst, das eigentlich keines ist und dem Roman über hundert Tage schwarz-blau, den ich 2000 geschrieben habe.

Walter Eckhart und  Nadia Baha sind, glaube ich, zwei Debutleser, der erste wurde 1948 in der Steiermark geboren und ist Redakteur des „Uhudlers“, die zweite  1983 und schreibt satirische Texte.

Andi Pianka, kenne ich, glaube ich, noch aus der Zeit, wo er auf Cornelia Travniceks Blog kommentierte, habe ihn zweimal in St. Pölten und einmal auch in dem Cafe in der Lerchenfelderstraße gemeinsam mit Sara Wipauer gehört.

Helmut Rizy

Helmut Rizy

Werner Lang

Werner Lang

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Er brachte zwei sehr politisch scharfe Texte, die sich mit der ungeordneten Welt und ihren Mißständen beschäftigten.

Karin Marinho da Silva, 1962 geboren und im Burgenland lebend, überraschte dagegen mit einem Text, der sich mit dem Senf beschäftigte. Wo ist da die Ordnung oder der politische Anspruch, könnte man fragen. Er war aber meiner Meinung nach eine erfrischende Abwechslung und Würsteln mit Senf gehören wahrscheinlich auch zum Volksstimmefest, die in Wien Frankfurter und überall sonst Wiener heißen, was wieder zu Ordnung passt.

Die 1983 in Klagenfurt geborene Sozialarbeiterin Sandra Weihs, die ich, glaube ich schon einmal im Literaturhaus hörte, wurde dann wieder politisch und brachte eine Gesprächsprotokoll zwischen einem AMS berater und einem arbeitssuchenden Klienten, der sich nicht ganz an die vorgegebene Ordnung hält.

Die 1964 geborene Burgenländerin Susanne Toth kenne ich von den Poetnächten.  Sie hat, glaube ich, auch schon am Volkstimmefest gelesen. „Save the day“ hieß ihr Text.

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Heino Fischer

Heino Fischer

Barbara Eder

Barbara Eder

Und der 1950 geborene Reinhard Wegerth ging mit seinem Text weit in die Vergangenheit hzurück und beschäftigte sich da mit den in den Siebzigerjahren existieren „Edition der Literaturproduzenten“, die bei „Jugend und Vol“k erschien und wo die Autoren selbstverwaltende Texte herausgaben. Elfriede Gerstls „Berechtigte Fragen“ sind da entstanden. Die Texte der Jelinek und des Michael Scharangs aber nicht so sehr, denn die waren schon bei „Rowohlt“ oder „Luchterhand“ und hatten die Autoreninitiative daher nicht mehr so nötig, wie Reinhard Wegarth satirisch listig anmerkte.

Und Richard Schuberth, auch schon ein regelmäßiger Leser beschäftigte sich mit dem Heimatbegriff, den er den Rechten nicht so ganz überlassen wollte.

Als letzte kam Gertraud Klemm auch schon eine Stammleserin, die ihre Karriere vielleicht dort machte oder schon gelesen hat, als sich noch nicht auf der LL gestanden ist und in Klagenfurt gelesen hat. Sie brachte und das ist interessant, einen Text von einer siebzigjährigen rebellischen Frau, die auch, wie der Fabian in Graz, Scheiße schmiß, diesmal aber auf einen Regierungsrat der einen Bären erschossen hat.

Dann gabs wieder Kaffee und Kuchen beim Favoritnerstand und am Abend hörten wir uns noch auf der „Volksstimmefestbühne“ Timna Brauer und den „Nino aus Wien“ an.

Günter Vallaster

Günter Vallaster

Mladen Savic

Mladen Savic

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Am Sonntag ging es dann mit nich ganz so schönen Wetter und daher auch nicht so vielen Zuschauern mit dem „Linken Wort“ auf der „Sigi Maron Bühne“ weiter. Da hat Helmut Rizy, den ich schon lange kenne und mit ihm auch einmal  in der GAV-Neuaufnahmejury war, begonnen und setzte sich mit seinen Ordnungstext, sowohl politisch, als  auch im Bereich der Kunst, wo wir ja alles in E oder U, Romane, Erzählung, Novelle, etcetera einteilen und dann doch nicht einhalten, auseinander.

Das 1955 in der Steiermark geborene Mitglied des „Werkkreises Literatur der Arbeitswelt“ Werner Lang brachte dann auch einen Ausschnitt aus der Erzählung „Stramm“, wo sich ein Arbeiter mit der Vergangenheit seines Vaters und Großvaters beschäftigte.

Hilde Schmölzer, die frauenbewegte, die dann folgte, beschäftigte sich in ihrem Text natürlich mit der Frauenbewegung  während Susanne Ayoub auch schon eine Volksstimmefest-Stammleserin, einen Auszug aus ihrer „Medea-Neubearbeitung“ brachte, mit dem sie einen Exil-Theaterpreis gewonnen hat.

KurtO Wendt

KurtO Wendt

Natalie Deewan

Natalie Deewan

Dann wurde es musikalisch, kam doch der 1948 in St. Pölten geborene Heino Fischer, der eine beachtliche Publikationsliste hat, mit seiner Gitrarre, gedachte Sigi Maron und brachte Auszüge aus seinem Programm „Es reicht“.

Die 1981 geborene Barbara Eder, die Sozial und Wirtschaftswissenschaften, Philosophie  und Genderforschung studierte und, glaube ich, in der „Dokumentationsstelle für ost und mitteleuropäische Kunst“ im Juni einen Vortrag über Comics halten hätte sollen, brachte einen sehr interessanten Text, wo, die nicht mehr gebrauchten Arbeitskräfte zwangsweise nach Armenien oder an anderen Orten ausgeflogen wurden.

Der mir aus der GAV und aus dem „Wohnzimmerkreis“ schon lang bekannte 1968 in Vorarlberg geborene Günter Vallaster sah die Ordnung beziehungsweise die Unordnung in seiner in einer der „Feribordnummern“ herausgegebenen „Hasentexte“, was man wieder etwas vom Thema ab interpretieren könnte, es ist aber bekannterweise alles Interpretationssache, beziehunsweise die experimentelle Literatur vielleicht nicht so ganz ordentlich, wie die dem Mainstream angehörende.

Der 1979 in Zagreb geborene Mladen Savic, der glaube ich, schon im Vorjahr gelesen hat, wurde dagegen wieder theoretisch und brachte einen sehr langen Text, der sich mit der Ordnung oder Unordnung der Polizeigewalt auseinandersetzte.

Natalie Deewan

Natalie Deewan

Danach wurde es mit der 1989 in Wolfsburg geborenen Kathrin Forstner sehr poetisch und dann  kam KurtO Wendt von dem ich schon ein Buch gelesen habe und stellte ein Theaterstück vor, das demnächst im „Fluc“ aufgeführt wird, in dem es um die Abschaffung der Arbeit geht und ganz am Schluß kam noch eine Wortperformance der 1978 in Wien geborenee Natalie Deewan, die zehn Leute aufforderte sich als Wortträger zu betätigen, ihnen die Buchstaben aus denen man sowohl „LINKES WORT“ als auch das Anagramm „SILENT WORT“ bilden konnte, was dann wahrscheinlich die  2017 Anthologie über die „Ordnung und Unordnung“ der Welt zieren wird.

Kurz nach der Lesung begann es dann zu regnen, so daß wir auf der „Volksstimmefestbühne“ zwar Tini Trampler und den „Playbackdolls“ zuhörten, dann aber nach Hause gegangen sind, so daß wir die „Wiener Tschuschenkapelle“ versäumten, aber die habe ich glaube ich schon einmal in Krems und einmal im AK-Theater gehört.

Und jetzt kommt für alle Interessierte, noch das Archiv 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016, wo man sich die Artikel und meistens auch die schönen Fotos vom Alfred ansehen kann.

2016-09-04

Das siebzigste Volksstimmefest

Das Volksstimmefest gibt es laut Programm jetzt schon zum siebzigsten Mal. Das „Linke Wort“, die Lesung, die von Arthur West eingeführt wurde, wo einmal Elfriede Jelinek, Peter Turrini, Marie Therese Kerschbaumer, Ernst Hinterberger, Franz Kain, etcetera gelesen habe, noch nicht so lang.

Ich habe 1980 oder so das erste Mal im Rahmen des „Arbeitskreises schreibender Frauen“ dort gelesen, ab 1989 dann regelmäßig auf den verschiedensten Bühnen, die sich unter den verschiedensten Namen auf unterschiedliechen Stellen der Jesuitenwiese befanden.

So hat die Bühne, die heute als „Sigi Maron-Bühne“ zu Ehren des im Juli Verstorbenen, eingeweiht wurde, schon einmal „Jura Soyfer Bühne“ und dann lange „Siebenstern-Bühne“ geheißen, jetzt also Sigi Maron nach dem Schriftsteller und Musiker, mit dem ich einmal vor langer Zeit im Rahmen der GAV Niederösterreich in Maria Enzersdorf oder so gelesen habe, das Plakat habe ich noch heute in Harland am Klo hängen und der mir als ich sein Buch besprochen habe, einen sehr lieben Kommentar geschrieben hat.

Sonst scheint er ein sehr streitbarer Mann gewesen zu sein, das meinte jedenfalls der Eröffnungsreder und einige Lieder darunter das berühmte „Leckts mi am Oarsch!“, gab es auch zu hören und bei der nachfolgenden Lesungen, die diesmal unter dem Motto „In Arbeit“ stand, haben sich auch einige Leser und Leserinnen auf Sigi Maron bezogen.

So zum Beispiel Elfi Resch, die die Lesung begonnen hat. Dann folgte der 1948 in St. Pölten geborene Heino Fischer mit einigen Liedern, während Ruth Aspöck in ihrem Text wieder unsere Menschlichkeit in Frage stellte, beziehungsweise meinte, daß wir sie angesichts der Flüchtlings- und auch anderer Krise noch bearbeiten müßten.

Helmut Rizy brachte ein Interview, das sich über sein Schreiben bezog, während Judith Gruber-Rizy wieder ein Stück aus ihrem neuen Roman brachte, wo ja eine Fotografin aufs Land zieht um jeden Tag eine Aufnahme zu machen.

Hans Jörg Liebscher hatte mit seinem „Spiegel der Pandora“ wieder einen sehr philosophischen Text und dann kam die 1952 geborene Gitta Tonka, Tochter einer Widerstandskämpferin, die ein Buch über ihre Mutter geschrieben hat.

Der Tiroler Güni Nogger bezog sich, wie Werner Lang in seinem Text auf die Arbeitswelt, während ich ja mein Work in Progress „Die Berührungen“ vorstellte und dabei außer Richard Weihs Wunschgedicht, den Beginn der ersten Himmelsszene las.

Der Rudi, der den ersten Lesetag abschloß, brachte ein neues Gedicht aus seiner Schreiserie, dann hätte er, wie auch Gerald Grassl, auch einen Sigi Maron Text gehabt, den er aber angesichts der fortgeschrittenen Zeit ausließ und nur eine seiner „Umkleideaktionismen“ vorführte.

Dann gabs wieder Kaffee und Kuchen am Favoritner Stand, einen sehr guten Apfelstrudel und ich bin anschließend, weil ich heuer alleine auf dem Fest war, da sich der Alfred  derzeit in Sibirien befindet, um später nach Japan weiterzufliegen, so daß es keine Fotos von ihm gibt, ein wenig herum und nach einigen Partisanenliedern, die es auf einer kleinen Seitenbühne gab, nach Hause gegangen.

Ein Exemplar der Anthologie vom letzten Jahr „Lebenszeichen“ hat mir Chrstoph Kepplinger auch schon gegeben, es ist allerdings ein fehlerhaftes Exemplar, die richtige Auflage soll erst nächste Woche erscheinen, so daß sie heuer auf dem Fest noch nicht vorhanden war.

Am Sonntag ging es dann, wie Christoph Kepplinger ankündigte weiter, mit neuen und zum Teil jüngeren Autoren, zum Teil, denn Hilde Schmölzer, die ich schon am Freitag hörte und deren Kraus-Buch ich am Vormittag suchte, weil ich bei meiner Leseliste ja einiges verändert, beziehungsweise, die Vorausschau gelöscht habe, wird ja nächstes Jahr schon achtzig und las einen Ausschnitt aus ihrem vergriffenen Bestsellerbuch „Die verlorene Geschichte der Frau“, aber vorher kam der sehr selbstbewußte 1940 in Ravensburg geborene Dieter Braeg mit zwei witzigen Texten.

Im ersten schreib er seiner Bank einen Brief mit einer Spesenrechnung und forderte dann alle auf, das ebenso zu machen, im zweiten sterrt er das „Auslaufmodell“ Chef in den Käfig.

Dann kamen zwei junge mir bisher unbekannte Autoren beziehungsweise Autorinnen, nämlich Ariadne Schimmler und Ulli Hammer und der in Vorarlberg geborene Reinhard Kräuter war mir ebenfalls unbekannt und hatte einen Text über „Adam und Evas Auszug aus dem Paradies.

Mladen Savic theoretische Essays über Armut und Würde, habe ich kurz vor der letzten Stichwahl schon in der „Arena-Bar“ gehört und Verena Mermer, die Debutantin, die schon letztes oder auch vorletztes Jahr gelesen hat und vor ein paar Wochen bei den O-Tönen mit Friederike Mayröcker und kurz vorher in der „Alten Schmiede“, brachte ein paar Monologe über Arbeitslose beziehungsweise prekär Beschäftigte.

Christian Schreibmüller ist auch ein Stammleser und ein Veteran des Poetry Slams und brachte zwei Texte über das Fensehen in der DDR, „Können noch alle mit diesem Begriff etwas anfangen? Ich habe schon die Gegenteilige Erfahrungen gemacht?“ und einen aus der Medienwelt.

Der 1969 im Schwarzwald geborene Markus Ruf war mir ebenfalls ein Unbekannter und hatte einen beeidruckenden Text über die Skavereri, den er der Bibel abgeschaut, bzw., wie er sagte, nur ganz leicht verändert hat und der davon handelte, wie Moses auf der Baustelle den Vorarbeiter erschlug und dann sozusagen zur Revolution gewzungen wurde, auch sehr interessant am Volksstimmefest auf der Jesuitenwiese.

Richard Schuberth ist mir auch Unbekannter, auch wenn ich im am Donnerstag bei den O-Tönen versäumte, seine Aphorismen, was „Geburt“ beispielsweise oder ein „Lebensabschnittspartner“ ist, habe ich aber schon in der „Alten Schmiede“ gehört.

Die 1984 geborene Germanistin Kerstin Putz war wieder eines von Chrstoph Kepplingers neuen Literaturtalente, mal sehen ob und wann sie den Bachmannpreis gewinnt und ihr Text in fünf Teilen trug, glaube ich, den schönen Titel „Lucia“.

Die Burgenländerin Susanne Toth kenne ich von der „Poet-Night“ und ihr Text über „In Arbeit“, „Das leben ist in Arbeit, die Freiheit“, etcerta, erinnerte mich ein bißchen an den von Ruth Aspöck und wurde eigens für die Lesung geschrieben, wie der von der Ruth wahrscheinlich auch.

Der letzte war Kurto Wendt mit einem Ausschnitt aus seinem neuen Roman und er wurde von der Bühne herabgesetzt, weil die Zeit schon überzogen war und die Bühne für den nächsten Auftritt „bearbeitet“ werden mußte. Nach dem Kaffee- und Kuchentreffen, habe ich meine nicht verkauften Bücher vom Büchertisch abgeholt und mich wieder zur „Sigi Maron Bühne“ gesetzt und mir einmal Mieze Medusa als Hip Hoperin angehört, dann gings noch zur „Jura Soyfer Bühne“, die es ja noch, nur an einer anderen Stelle befindet, wo Ernst Molden und Nino aus Wien konzertierten und damit war das siebzigste Volksstimmefest dann für mich vorbei.

2015-09-06

Volksstimmefest mit Kälteeinbruch

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 22:40
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Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

Richard Schuberth

Richard Schuberth

Und wieder ging es in das Volksstimmefest, ein bißchen später als gewohnt, denn heuer fängt die Schule eine Woche später an und und einen Wetterumsturz hat es inzwischen auch gegeben, von der extremen Sommerhitze hat es gleich einmal um zwanzig Grad abgekühlt, ansonsten hat es am Samstag auch ein bißchen geregnet, was an sich nichts Neues ist, weil das am Samstag meistens passiert, aber ich bin ja ein sehr ungeduldiger Mensch und habe es gerne hinter mir und das Thema war heuer „Lebenszeichen“, ein sehr allgemeines und allumfassendes, wo man wieder alles hineinbringen kann und so habe ich mich für den Anfang vom „Miranda Schutzengelchen“ entschieden, ich hätte aber auch die „Fatma-Szene“ aus dem „Sommernanowrimo“ lesen können, das wäre vielleicht aktueller gewesen, aber das ist mir erst eingefallen, als Christoph Kepplinger schon einleitete, und sich fragte, was wohl das letzte Lebenszeichen, der einundsiebzig Flüchtlinge gewesen war, die da vorige Woche in einem Schlepperwagen umkamen?

Eva Woska-Nimmervoll

Eva Woska-Nimmervoll

Erwin Riess

Erwin Riess

Ein sehr aktuelles Thema also und einige haben sich auch daran gehalten, andere haben andere Lebenszeichen von sich gegeben und Ruth Aspöck hat ein Stückchen aus ihrer neuesten Arbeit vorgestellt, wo es um den Ehrgeiz, um weibliche Karrieren und das typische weibliche Hinanstellen der eigenen Fäghigkeiten geht und dann wird man als schreibende Frau von seinen Freundinnen nicht wahrgenommen.

Helmuth Rizy

Helmuth Rizy

Eva Jancak

Eva Jancak

Richard Schuberth folgte und hatte einen Essay, der offenbar  in der „Hanser-Box“ erschienen ist „Athen muß vernichtet werden“ ein  scharfer politischer Text und eine klare Analyse der gegenwärtigen politischen Situation und Eva Woska-Nimmervoll, die schon im Vorjahr gelesen hat, ging wieder in das Private und schilderte die Situation, wenn man in der Geburtsurkunde der Mutter, bei Namen des Vaters nur vierundsechzig Leerzeichen findet und dann ist es verdammt schwierig an das Familiengeheimnis heranzukommen und das Blöde ist auch, man gibt das dann noch an die eigenen Kinder weiter.

Erwin Riess wurde wieder politisch und las aus seiner „Groll-Kolumne“, die im nächsten „Augustin“ erscheinen wird, dann folgte Helmut Rizy und erzählte von den Lebenszeichen, die man von sich gibt, wenn man aus der Narkose erwacht und wieder in dieses Leben zurückkommt.

Hansjörg Liebscher

Hansjörg Liebscher

Elfie Resch

Elfie Resch

Dann folgte schon ich mit der „Miranda“ und Hansjörg Liebscher erinnerte uns daran, daß „Europa aus Syrien“ kommt, gut zu Wissen, in Zeiten wie diesen und wie ist es, wenn die Innenministerin abgeschoben werden soll?

Dieter Braeg

Dieter Braeg

Gabriela Hütter, Magdalena Knapp-Menzel

Gabriela Hütter, Magdalena Knapp-Menzel

Der 19439 in Ravensburg geborene Dieter Breaeg gab uns eine Vorstellung davon, während Gabriele Hütter und Magdalena Knapp Menzel im Duett Gedichte lasen, die zum Teil Brecht nachempfunden schienen.

Peter Clar

Peter Clar

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Jetzt hätte ich fast Elfie Resch vergessen, die hatte auch Gecdichte, wo es um das Fremdsein, die Liebe und Gastarbeiter ging.

Peter Clar hatte, wie er meinte, nur einen Text zum Thema, weil ihm die gegenwärtige Situation sprachlos machte, was ich gut nachempfinden kann und Susanne Ayoub ging zu Käthe Leichter und erinnerte an ihr Leben und an ihre Texte, die in den Zwanziger und Dreißigerjahren in der AZ und in der „Unzufriedenenen“ erschienen sind.

Karin Marinho da Silva

Karin Marinho da Silva

Reinhard Kräuter

Reinhard Kräuter

Dann gab es wieder Kaffee, Kuchen, Gespräche und  am Sonntag ging es bei etwas besseren Wetter mit der 1963 in Wien geborenen Karin Marinho de Silva weiter, die die „Leondinger Akdademie“ besuchte und einen Text namens „Ski Heil“, wo es um die Kindheit, den Kindergarten, die Schule mit den Schulbänken und den Ausparungen für die Bleistifte und das Tintenfäßchen und den Schulschikurs ging, wo die Schüler die Schi aufstellen mußten, der Lehrer „Ski!“ und die Kinder „Heil!“, schreien mußte. Bei „Bergheil!“, habe ich das bei der Wandergruppe auch einige Male erlebt, was mir immer mißfiel.

Petra Piuk

Petra Piuk

Gerald Jatzek

Gerald Jatzek

Den in Voralberg geborenen Reinhard Kräuter kannte ich ebenfalls nicht. Sein Text „Die Katze“ bezog sich wie viele andere auf die Flüchtlingssituation „auf den mittleren Westen ohne arabischen Frühling und IS“, wie er betonte.

Dann kam die 1975 in Güssing geborene Petra Piuk, die ebenfalls zum ersten Mal las und ebenfalls die „Leondinger Akademie“ besucht hat.

Eva Scheufler

Eva Scheufler

Rudolf Lasselsberger

Rudolf Lasselsberger

„Ihr Text das Wetter und die Katasthropen“, in dem sie eine Urlaubsreise, mit Bikini und Sommersachen im Koffer, den Flüchtlingskathastropen, „schon wieder, dreiunddreißig, vierundvierzig Personen“ ertrunken, auf den Straßen umgekommen, etc, hat mir sehr gut gefallen.

„Österreich ist schön, wir wollen Sie verwöhnen!“, steht im Fremdenverkehrskatalog, in Traiskirchen gibt es dann kein Essen, keine abgetrennten Duschen!“, etc.

Gerhard Jatzek habe ich natürlich gekannt. Er hat im letzten Jahr von den Flüchtlingen, die im Kastenwagen erstickten, gesungen, jetzt hatte er kurze Prosatexte zu „Geburt“, „Urlaub“ und „Tod“, die auch ganz schön die Brutalität des Lebens und des Alltags aufzeigten.

Eva Scheuffler kenne ich, glaube ich, um den Kilic-Kreis und vom Amerlinghaus.

Sie las Gedichte und der liebe Rudi Lasselsberger, ein guter Bekannter, hatte sieben Gedichte, wobei drei hauptsächlich aus Schreien bestanden.

Verena Mermer

Verena Mermer

Gerald Grassl

Gerald Grassl

Verena Mermer hat auch das erste Mal gelesen, sie gehört ebenfalls zu den jungen Talenten, die Chrstoph Kepplinger immer auf das Fest bringt. Ich habe sie aber schon in der „Gesellschaft für Literatur“ gehört und hätte auch gerne ihren neuen „Die Stimme über den Dächern“ gelesen. Jetzt las sie Ausschnitte aus einer Erzählung, der von der beruflichen Sozialisierung einer jungen Frau handelte.

Dann folgte Gerhard Grassl, der wahrscheinlich schon beim ersten Volksstimmefest gelesen hat, noch bevor Arthur West das „Linke Wort“, das heuer offensichtlich vierzig wurde, gegründet hat.

Er wurde auch einmal aus- oder nicht eingeladen, das war dann in der „AZ“ angekündigt, Arthur West war das peinlich, so daß er ihn wieder einlud und die Lesung jede Stunde per Megaphon angekündigt wurde. Jetzt betreut Gerald Grassl ja die „Tarantl“, eine Zeitschrift beziehungsweise, ein Verlag vom „Werkkreis Literatur der Arbeitswelt“.

Er betreute auch den Büchertisch, wo die Publikationen der Autoren, die Anthologien und die Tarantl-Publikationen, zum Beispiel das neue Lutz Holzinger-Buch lagen, das am Donnerstag im „Werkl im Goethehof“ vorgestellt wird und das er mir beziehungsweise meinem Blog freundlicherweise zur Verfügung stellte.

Eva Schörkhuber

Eva Schörkhuber

Sophie Reyer

Sophie Reyer

Eva Schörkhuber ist ein junges Talent, das schon beim Volksstimmefest gelesen hat, sie liest auch, glaube ich, bei den „Edition Atelier Festen“ im Museumsquartier und hatte auch einen Text zur Flüchtlingsproblematik, der „Über das Meer“ hieß und von zwei Prostituierten, ihrer Liebe und ihren Erfahrungen handelte und Sophie Reyer, zum ersten Mal beim Volksstimmefest, schloß sich ihr an und brachte Ausschnitte aus einem Hörspiel, wo es auch um das Meer und die Flüchtlingsproblematik ging.

Dann ging es weg davon  zu „Schreibi“ Christian Schreibmüller, dem Petry Slamer, der einen Text zur Namensproblematik und dann noch einen zu Veränderungen hatte.

Christian Schreibmüller

Christian Schreibmüller

Diesmal sind wir nach der Lesung und dem Kaffeetrink-Treffen noch länger geblieben, haben auf Jura Soyfer-Bühne, eine adaptierte Form der „Proleten-Passion“ mit Gustav gehört und dann noch ein bißchen „Fatima Spar und die Freedom Fries“, die ich das erste Mal während eines Adventrundgangs im „Mica“ kennenlernte.

Und nun ist das heurige Volksstimmefest zu Ende. Thematisch bleibe ich aber noch ein bißchen beim Thema, denn es geht gleich weiter mit der „Jesuitenwiese“, dem Buch über das Volksstimmefest, den „leicht revolutionären Poproman“, der im letzten Jahr dort vorgestellt wurde, aber auch heuer wieder zu kaufen, beziehungsweise, die Audiotour zu den Originalschauplätzen machen war, die ich aber am Samstag versäumte.

2014-08-31

Zeitgeschichtliches am Volksstimmefest

Filed under: Uncategorized — jancak @ 20:05
Christoph Kepplinger

Christoph Kepplinger

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„Zeitgeschichten“ ist das Thema der heurigen „Linken Wort Lesung“ am Volksstimmefest.
„No na!“, könnte man sagen, 1914 und 1934 und die „Linke Wort Lesung“ selber gibt es zum neununddreißigsten Mal.
Ich habe mich ja entschlossen, obwohl Christoph Kepplinger, das nicht so gerne sieht und lieber einen für das Fest geschriebenen Text hat, das zweite Kapitel aus den dreizehn zu nehmen, die Geschichte der DDR, ihr Aufstieg oder ihr Fall feiert zwar gerade kein Jubiläum, die Zeitgeschichte des Ernst Schwarz ist aber interessant, obwohl ich ja fast auch etwas zum ersten Weltkrieg hätte, aber auf den werden sich ohnehin alle beziehen habe ich gedacht, was dann gar nicht so war.
Und dann das Wetter. Regen war angesagt, das hat, glaube ich, schon Christoph Kepplinger in seinem letzten Mail befürchtet und in St. Pölten hats den ganzen Vormittag geregnet, als ich dann aber mit Schirm und Regenjacke in Richtung Jesuitenwiese gegangen bin, war das zwar ein Slalom um die Pfützen am Weg, nur die kleinen Kinder sind hindurchgeplanscht, geregnet hat es aber nicht und die Lesung ist auch bald losgegangen.
Nächstes Jahr scheint sie ihr vierzigsten Jubläum zu feiern, Arthur West hat sie initiert und war haben einmal mit dem Arbeitskreis schreibender Frauen dort gelesen, ich dann regelmäßig ab 1989, Helmut Rizy hat dann die Organisation von Arthur West übernommen und als die Volksstimme in die Krise kam, gab es ein oder zwei Jahre auch kein Fest.

Werner Lang

Werner Lang

Elfie Resch

Elfie Resch

Dann habe Roman Gutsch und Christoph Kepplinger die Organisation übernommen und neuen Schwung beziehungsweise neue Leser gebracht, sprich die jungen Talente wie Nadine Kegele oder Gertraud Klemm, die dann beim Bachmannpreislesen und die Publikumspreise gewinnen.

Roman Gutsch hat sich dann aus der Organisation zurückgezogen, so organisert Christoph Kepplinger inzwischen allein und heuer gibt es auch ein Buch, wie ich schon in St. Pölten im „Standard“ las mit dem Namen „Jesuitenwiese“ ein interaktiver Roman wenn ich das richtig verstanden habe, wo man den Schatz der KPÖ der irgendwo im Gelände versteckt ist aufspüren kann.
Nun ja, nun gut, die Anthologie vom letzten Jahr „Ausverkauf“ wurde mir jedenfalls von Christoph Kepplinger übergeben.
Und ich war in der ersten Lesestafel oben auf der Bühne, obwohl es ja nicht mehr geregnet hat und die Bücher wieder im Bücherzelt des „Zentrums Donau“ und der mir bisher unbekannte Werner Lang, ein Mitglied des „Werkkreises der Literatur der Arbeitswelt“ hat begonnen und es war interessant zu beobachten. wie vielschichtig man das Thema „Zeitgeschichten“ interpretieren kann.

Axel Karner

Axel Karner

Eva Jancak

Eva Jancak

Elfi Resch hatte dann etwas aus ihrer Familiengeschichte und vom ersten und vom zweiten Weltkrieg, da heiratet einer seine Braut, bevor er einrückt, denn, wenn er fällt, bekommt sie eine Witwenpension und der Vater rettet auch die Gewerkschaftskartei.

Dann kam Axel Karner mit Gedichten aus dem „Rosaroten Balkon“ und danach ich mit einem Teil der Lebensgeschichte des Ernst Schwarz, die ich ja für sehr interessant halte.

Gerald Jatzek hatte „Reisegedichte“ und sang dazu mit seiner Gitarre, so daß man sich vorstellen kann, wie es ist, wenn der Lastwagen durch St. Pölten rollt und in seinem Inneren überleben Menschen das Geschlepptwerden nicht.

Manfred Chobot hatte auch etwas aus einem Geschichtenband, interessant übrigens wieviele der Autoren sich nicht an die Auflage gehalten haben und schon Gedrucktes vortrugen.

Hilde Schmölzer zum Beispiel mit ihrem „Hexenbuch“ 1986 erschienen in einem christlichen Verlag unter Kardinal König war das möglich, danach kam Hermann Groer, der mochte das nicht, so wurde der Verlag aufgelöst und das Buch ein Bestseller, was ja auch ein sehr interessantes Stück Zeitgeschichte ist.

Gerald Jatzek

Gerald Jatzek

Manfred Chobot

Manfred Chobot

Bernhard Erich Kaute, der schon im letzten Jahr Gedichte gelesen hat, hatte wieder kritische zum zweitens Weltkrieg und zur Datenvorratsspeicherung und noch einiges mehr.

Nadja Bucher las den geschichtlichen Strang aus ihrer „Wilden Gärtnerin“ und Jimmi Lend aus der Steiermark, war glaube ich, für mich eine Neuentdeckung. Ein weiteres junges Talent und Kurto Wendt hatte für die Lesung extra einen Text geschrieben.

„Acht Minuten Optimismus“, das war glaube ich, unsere Lesezeit, darin ging es um den Polizeieinsatz und die Hausbesetzung der Pizzeria „Anarchie“ im Juni, ist oder wird aber auch in einem seiner Bücher enthalten sein und Julya Ranibnowich, die glaube ich, zum ersten Mal am Volksstimmefest gelesen hat, die ich aber schon öfter im Publkum sah, brachte einen Auszug aus dem Roman mit dem sie berühmt geworden ist, nämlich „Spaltkopf“.

Antonio Fian habe ich im Publikum gesehen, Ilse Kilic, Fritz Widhalm und und und…
Zum Kaffee und Kuchen sind dann die Autoren gar nicht so gekommen, die Musik die auf den Bühnen gegeben wurde, wahr vielleicht verlockender, Sigi Maron beispielsweise auf der „Volksstimme Bühne“ und am Sonntag wird es weitergehen.

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Bernd Erich Kaute

Bernd Erich Kaute

Nadja Bucher

Nadja Bucher

Jimi Lend

Jimi Lend

Kurto Wendt

Kurto Wendt

Julya Rabinowich

Julya Rabinowich

Christian Schreibmüller

Christian Schreibmüller

Renate Sassmann

Renate Sassmann

Fritz Widhalm

Fritz Widhalm

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Christiane Maringer

Christiane Maringer

 

Mit den Fotos wird es da vielleicht ein wenig schwierig werden, hat sich da ja der Alfred schon am Samstag ausgetobt und neben, wie ich finde, wunderschönen Portraits aller Lesenden, noch ein paar der Besucher hineingestellt. Die Renate Sassmann ist eine alte Freundin aus der AUGE beziehungsweise aus der Hofmühlgasse, ist ihr Sohn ja einmal mit der Anna in die gleiche Alternativschule gegangen. Ein kleines Kind ist zu sehen und der Sohn von Christoph Kepplinger hat sich zuerst vom Alfred nicht fotografieren lassen, sondern sich hinter seinen Papa versteckt, dafür ist seine Frau ganz oben rechts zu sehen und weiter unten mit der Kamera Christiane Maringer, die zweite Fotografin vom linken Wort, deren schöne Fotos vom letzten Jahr in der Anthologie zu sehen sind.

Rosemarie Thüminger

Rosemarie Thüminger

Güni Noggler

Güni Noggler

Doris Nußbaumer

Doris Nußbaumer

Thomas Northoff

Thomas Northoff

Elfriede Haslehner-Götz

Elfriede Haslehner-Götz

Stephan Eibel Erzberg

Stephan Eibel Erzberg

Eva Schörkhuber

Eva Schörkhuber

Isabella Breier

Isabella Breier

Kathrin Forstner

Kathrin Forstner

Peter Clar

Peter Clar

Eva Woska-Nimmervoll

Eva Woska-Nimmervoll

Markus Köhle

Markus Köhle

Christoph Kepplinger

Christoph Kepplinger

Am Sonntag wieder zwölf AutorInnen und vorher bin ich auch noch ein bißchen auf die Audio-Guide Tour des Buches „Jesuitenwiese“ gegangen, das mir der Alfred inzwischen kaufte und ich auch zwei der Unterschriften der Autoren habe, die es unter dem Namen Fanny Blisset herausgaben und das Wetter war diesmal umgekehrt, während es auf dem Hinweg, wo wir noch die Eisgutscheine am Schwedenplatz einlösten, noch schöner war, begann es dann Mitten in der Lesung zu schütten, so daß ich unter eine überdeckte Tischreihe flüchtete, aber dort saß Leute, die sich eigentlich unterhalten wollten, so daß es schwierig war, den sprachlich anspruchsvollen Texte, die Eva Schörkhuber etc hatten, zuzuhören. Zuerst begann aber Rosemarie Thümiger, die extra wegen der Lesung aus Tirol angereist war und mit der ich ja einmal, lang lang ists her einen Text in dieser „Buben dürfen weinen, Mädchen dürfen pfeifen-Anthologie“ hatte.
Sie las einen Text über ihre Großmutter, die kein eigenes Zimmer für sich allein hatte, sondern zuerst mit ihren Eltern, dann mit Kolleginnen auf der Lehrstelle und schließlich mit dem Mann und den Kindern zusammenwohnte.
Güni Noggler, ebenfalls aus Tirol kommend, war wieder sehr politisch und verstand die Zeitgeschichte im Sinne einer Utopie „Es wird in Kürze eine Zeit geben, wo keiner mehr….etc“
Doris Nußbaumer, bei der ich ja vor kurzem gelesen habe, las eine Geschichte aus ihrem „Pandora-Buch, wo eine junge Frau sich entschließt Mathematikeri oder Atomphysikerin zu werden, auch sehr utopisch, aber in der ersten Lise-Meitner Anthologie haben sie und ich ja auch je einen Text drinnen und Thomas Northoff las Kurz- oder Einsatzgedichte und erntete damit großen Beifall.
Auch Elfriede Haslehner-Götz las mir schon Bekanntes, nämlich ihre Lebensgeschichte von der Kindheit in Mähren, dann bei der Großmutter in der Steiermark, bevor es wieder nach Wien zurück ging und Stephan Eibl Erzberg, der mir seine „Gedichte zum Nachbeten“ ein zweites Mal schenkte, hatte ebenfalls Bekanntes, nämlich seine Gedichte, die wöchentlich in der Wiener Zeitung erscheinen „Für immer Steirer-Steirerin sein….,ect“, „Für immer Peter Westenthaler sein“, war dann schon die Steigerung der Gedichte.
Dann kamen die begabten jungen Frauen und der Regen, wo ich unter dem Regendach, wenn ich mich nicht irre auch Theodora Bauer erkannte, deren Debutroman, ich ja gerne lesen würde.
„Rot ist eine stumme Farbe“ hieß Eva Schörkhubers Text, die ich jetzt ja schon das dritte oder vierte Mal auf dem Volksstimmefest lesen hörte.
Isabella Breier und Katrin Forstner sind zwei mir bisher unbekannte Autorinnen mit sehr schönen Texte. Peter Clar kannte ich schon von Elfriede Jelinek Forschung und auch vom Volksstimmefest und seinen Krimis und Eva Woskas-Nimmervoll Text über eine „Tante Mitzi“ hat mir sehr gut gefallen.
Am Schluß hörte der Regen dann wieder etwas auf und es kam Markus Köhle, der in der Straßenbahn steckengeblieben war, gerade rechtzeitig, um noch etwas über die „Hypo Alpen Adria“ zu erzählen und das Publikum zwischendurch immer „Aus Kärnten!“, brüllen zu lassen.
Nachher war es voller beim Kaffee und Kuchen, die Gespräche über Literatur sehr angeregt und im nächsten Jahr gibt es das „Linke Wort“ schon vierzig Jahre. Ich bin schon sehr gespannt und stelle mein Archivgernezur Verfügung.

2013-09-01

Impressionen vom Volksstimmefest

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:03
Güni Noggler

Güni Noggler

Gerda Marie Pagoda

Gerda Marie Pagoda

Nach dem Begräbnis von Rolf Schwendter ging es gleich aufs Volksstimmefest und somit ins endgültige Ende der Sommerfrische und in den Herbst- und Schulbeginn.
Wir sind ja schon Freitagfrüh nach Wien gefahren, am Freitagnachmittag habe ich den Alfred besucht und mir den neuen WU-Campus im Prater, der noch ziemlich unfertig ist, angeschaut und am Samstagnachmittag mit der U- und Straßenbahn, die Tasche mit ein paar Bücher aufs Volksstimmefest transportiert, wo es ja heuer zwei Verkaufsstände gab.
Das „Zentrum Donau“ hat ja diesmal die Bücher der „Linken Wort-Leser“ verkauft und dann gab es wieder einen Büchertisch, gleich neben der Siebensternbühne, die es im Vorjahr, glaube ich, nicht gegeben hat. An den Verkaufsstand sollte man die Bücher schon ab dreizehn Uhr bringen. So früh habe ich es nicht geschafft. Trotzdem bin ich schon um ca drei zur Siebensternbühne gekommen, wo alles noch ziemlich unfertig war.
Keine Bänke aufgestellt und auch noch keine Autoren, nur die Ruth ist ziemlich einsam auf einer Bank gesessen.

Rudolf Lasselsberger

Rudolf Lasselsberger

Eva Jancak

Eva Jancak

Nach und nach sind die Autoren aber eingetroffen und es begann dann mit dem 1962 geborenen und Schwaz, lebenden Güni Noggler, mit dem ich schon mehrmals gelesen habe, ich habe auch ein Buch von ihm gelesen, eines steht noch auf der Leseliste und Güni Noggler begann auch gleich mit lauter Stimme von „Es ist Ausverkauf!“, zu sprechen und zählte eine Reihe von Mißständen und Skandale auf, die in diesem Lande vorherrschen, bzw. angepriesen wurden.

Gerald Grassl

Gerald Grassl

Hilde Langthaler

Hilde Langthaler

Gerda Marie Pagoda, 1941 in Bochum geboren, die, glaube ich schon vor zwei Jahren gelesen hat, machte mit dem Ausverkauf gleich lyrisch weiter.
„Es ist Ausverkauf, Rausverkauf, alles muß raus!“ oder so und Rudi Lasselsberger brachte wieder etwas von seiner „Willilogie“. Die vierte Leserin war ich und ich hatte zwei relativ kurze Texte.
Der erste war der „Maimißbrauch“ den ich ja in der Schreibgruppe im Mai geschrieben habe und der zweite den Brief an „Rolf Schwendter“, der glaube ich, sehr gut angekommen ist, zumindestens haben mich einige Leute positiv darauf angesprochen.
Gerald Grassl erklärte, daß er sich mit dem größten Ausverkauf der jüngeren Geschichte, nämlich der „Arisierung“ und dem Jahr 1938 beschäftigt hat und brachte einen Text von einem Juden, den er in einer kommunistischen Gruppe kennenlernte und der erzählte, daß Väterlein Stalin seinem Vater das Leben gerettet hat, in dem er ihm aus dem KZ befreite, während die Nazis ihm bei einer Hausdurchsuchung seine wertvolle Büchersammlung, darunter eine Erstausgabe des „Kommunistischen Manifestes“ raubten und später, als die Nazis keine Nazis mehr wahren, in einem Antiquariat teuer verkauften.

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Karin Gayer

Karin Gayer

Hilde Langthaler brachte einige kürzere Texte und Susanne Ayoub hatte einige „Mann-Frau-Dialoge“, wo es um den Ausverkauf der Paarbeziehungen ging.
Karin Gayer hat, glaube ich, auch schon einmal auf dem Volksstimmefest gelesen und hatte eine Geschichte, die „Die Katastrophe“ hieß. Da kauft sich eine Sekretärin in der Mittagspause ein paar schöne Halbpreismarkenklamotten, bricht sich einen Nagel, freut sich aber trotzdem auf das Date mit einem jungen Anwalt, denn das ist die Chance für die Zukunft. Sie kauft sich dafür auch eine schöne Tasche und als sie dann mit ihrem Auto nach Grinzig fährt, ist es in der Sommerhitze so heiß, daß sie verschwitzt dort ankommt, enttäuscht zurückfährt und aus ist es mit dem Traum der Anwaltsfrau.
Bernhard Erich Kaute, 1983 in Schwarzach im Pongau geboren, ist eine Neuentdeckung für das Volksstimmefest und las einige Gedichte vor.
Dann kam Judith Gruber-Rizy mit einer Stelle aus ihrem neuen Roman „Schwimmfüchslein“ und dann ein Rolf Schwendter-Gedicht.
Helmut Schranz, der als nächster lesen sollte, fiel aus. Sein Buch „Birnall“ habe ich mir aber vor kurzem beim Morawa-Flohmarkt gekauft.

Judith Gruber-Rizy

Judith Gruber-Rizy

Bernhard Erich Kaute

Bernhard Erich Kaute

Gertraud Klemm las wieder eine Stelle aus ihrem demnächst bei „Droschl“ erscheinenden Roman „herzmilch“ und Erwin Riesss einen „Groll-Text“, der vor kurzem im „Augustin“ erschienen ist. Einen neuen „Groll“-Roman „Herr Groll und die ungarische Tragödie“ wird es auch bald geben.
Die Samstag Lesung endete mit einem Text von Christian Schreibmüller, den ich, glaube ich, schon kannte, nämlich mit dem Kopfsalat in dem Halluzinogene entdeckt und der daher von der Innenministerin verboten werden soll. Ein halbes Gedicht und ein Rap folgten auch noch.
Dann gabs wieder Kaffee, Kuchen und Autorentratsch am Favoritnerstand und ein Herummarschieren, Leute treffen und Sturm trinken im Festgelände.
Am Sonntag bin ich, weil ich über die Hauptalle zum Fest gehen wollte, ein bißchen später zum „Linken Wort“ gekommen, so daß Doris Nussbaumer, die ja die „Lise-Meitner-Anthologien“ vor der „Verramschung gerettet und auf den Bücherständen aufgelegt hat, schon las und ich ihren Text, der in der „Wien-Zeile“ erschienen ist, versäumte, da die neue „Wien-Zeile“ aber demnächst im „Werkl“ präsentiert wird, läßt sich das nachholen.

Gertraud Klemm

Gertraud Klemm

Erwin Riess

Erwin Riess

Als nächstes kam Ruth Aspöck, versprach ihr „Bestes“ zu geben und las einen Kuba-Text, in dem es darum ging, daß die Kubaner das Wort Ausverkauf nicht verstehen, da die Regale zu der Zeit, wo sie dort war, meistens leer waren und die Waren sehr knapp bemessen.
Magdalena Knapp-Menzel las wieder sehr eindrucksvoll von Ideen, wie man die Armen und die Alten entsorgen könnte, um den Wohlstand für alle zu sichern.
Dann kam wieder ein neuer Leser, nämlich der 1987 in St. Veit an der Glan geborene Gabriel Binder, der mir genauso unbekannt war, wie der in Graz lebende Schriftsteller und Liedermacher Franz Stephan Parteder, der in Graz stellvertretender Bezirksvorsteher war.
Elfi Resch, die auch in der Veza-Canetti Anthologie vertreten ist, brachte zwei beeindruckende Texte. Der erste handelt davon, daß es an einem Tag im Jahr 1988 im Burgenland auf einmal keine Bananen mehr gibt, dafür aber viele Autos mit ungarischen Kennzeichen und der zweiten handelt von einer arbeitslosen Frau und ihren Kunststücken von sieben Euro zu leben, bzw. in den Supermärkten einzukaufen und nicht zu verhungern und dann noch fünfzig Cent einer Augustin-Verkäuferin zu spenden.

Christian Schreibmüller

Christian Schreibmüller

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Hilde Schmölzer brachte einige theoretische Erörterungen zum Thema Prostitution und Helmut Rizy einen Traum, wie er sich auf einmal in einem Flugzeug nach Griechenland befindet und ihm dort Inseln, Yachten und Häfen zum Schnäppchenpreis angeboten werden.
Thomas Northoff brachte wieder etwas aus „Nein elefen“ und die Juristin und experimentelle Autorin Neda Bei beschäftigte sich mit dem Thema Ausverkauf aus juristischer Sicht, wobei der Ramsch und die Schnäppchenkäufe auch eine Rolle spielten und der Schriftsteller Peter Clar, der auch schon bei früheren Linken Wörtern las, ich ihn von einem Jelinek-Symposium kenne und schon bei mehreren Lesungen hörte, drückte wieder auf sehr brillante Art und Weise seinen Widerwillen über dieses Thema zu schreiben aus.

Christoph Kepplinger

Christoph Kepplinger

Dazwischen kamen noch Gerald Grassl und Ottwald John zu Wort, um an Rolf Schwendter zu erinnern. Gerald Grassl erzählte Anekdoten von der Angora-Gedenklesung zu der mich Peter Contra eingeladen hat und Ottwald John gab Erinnerungen an den kleinen lesehungrigigen Rolf Schwendter zum Besten bzw. erzählte er wann und wie er ihn kennenlernte.

Den Abschluß bildeten dann die beiden jungen Sprachkünstlerinnen Eva Schörkhuber und Nadine Kegele, die auch auf den Volksstimmefestlesungen kennenlernte, wobei die nächste Klagenfurter Stadtschreiberin ihren Text vom Handy las und sich dafür entschuldige.
„Kein Grund das zu tun!“, schloß Christoph Kepplinger, versprach aber, die nächste Anthologie nicht als E-Book herauszugeben und die Texte auch nicht ins Netz zu stellen und wies nochmals auf die Büchertische hin, wo ich von mir auch tatsächlich zwei Bücher verkauft wurden.
Dann gabs noch einmal Kaffee und Kuchen und ich ging mit dem Alfred zur Volksstimmefest-Bühne, wo Harri Stojka ein sehr eindrucksvolles Konzert gab.

2012-09-02

Zum Volksstimmefest

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:11
Christoph Kepplinger

Christoph Kepplinger

Gerald Grassl

Gerald Grassl

Am Samstag hat es an den Volksstimmefesten öfters geregnet und am Sonntag war es dann wieder schön, trotzdem melde ich mich immer für den Samstag an, wahrscheinlich, weil ich es dann hinter mir habe oder, daß ich es nicht versäume und so bin ich auch diesmal mit dem Regenschirm und der Regenjacke über den Donaukanal hinmarschiert.
Das Motto war „Ihr nennt uns Menschen, wartet noch damit“, ein Jura Soyfer Zitat, der ja heuer seinen hundertsten Geburtstag hätte und so habe ich mir auch, den „Langen Brief an den Herr Kurz“, einen eher satirischen Text, der zum Thema passt zum Lesen ausgesucht und stand als dritte oder vierte auf der Leseliste.

Karin Jahn

Karin Jahn

Eva Jancak

Eva Jancak

Als erstes hätte der 1957 geborene Manfred Bauer lesen sollen, der am elften August gestorben ist. So las Christoph Kepplinger seinen Nachruf vor, dann folgte Gerald Grassl mit einem Text aus der Tarantl, der auch eine Art Nachruf auf die verstorbenen Autoren, die am Volksstimmefest gelesen haben, darstellte, Franz Kain, Eugenie Kain, Helmut Zenker, Arthur West, etc, wie soll man da fröhlich sein und feiern, lautete seine Frage.

Brigitte Schimmerl

Brigitte Schimmerl

Rudolf Lasselsberger

Rudolf Lasselsberger

Karin Jahn folgte mit einer Begegnung, die sie mit einem Autor hatte, der sein Manuskript einen Kleinverleger gab und ihm seine Vorschläge für den Frieden unterbreitete. Dann kam ich mit meinen langen Brief gefolgt von Brigitte Schimmerl, die glaube ich, zum ersten Mal las und kurze Szenen hatte, die die Gesellschaft wiederspiegeln, also das schildern, was man beispielsweise so in der U-Bahn erlebt, sowie Rudolf Lasselsberger und Stephan Eibl Erzberg, die Gedichte hatten.
Dazwischen folgte eine Rochade, denn diesmal lasen wir auf der Bühnen und nach vier oder fünf Autoren gab es einen Wechsel. Magdalena Knapp-Menzl, die ja, glaube ich, auch Schauspielerin ist, hatte wieder einen ihrer prägnanten Texte „Sie befinden sich im Hauptmenü, wenn Sie, Freiheit wollen, drücken Sie die eins. Bitte warten, bitte warten, dazwischen spielen wir ein bißchen Musik: Brüder zur Sonne, zur Freiheit, Brüder zum Lichte empor!“, sang sie mit lauter Stimme.

Stephan Eibel Erzberg

Stephan Eibel Erzberg

Magdalena Knapp-Menzel

Magdalena Knapp-Menzel

Denn 1979 geborenen und in Graz lebenden Stefan Schmitzer, habe ich ja durch das Volksstimmefest kennengelernt und dann ein paar seiner Lesungen besucht. Er las seine Gedichte aus dem Laptop vor. Dann folgte Nadine Kegele, von der ich auch schon einiges hörte, mit einem sprachlich sehr anspruchsvollen Text über das Leben einer Mutter mit zwei Kindern.

Stefan Schmitzer

Stefan Schmitzer

Nadine Kegele

Nadine Kegele

KurtO Wendt las aus dem neuen Roman, der ihm Frühjahr in einem kleinen sehr engagierten Verlag erscheinen soll und der dasselbe Personal, wie „Sie sprechen mit Jean Amery, was kann ich für Sie tun!“, den er ja im vorigen Jahr am Volksstimmefest präsentierte, hat. Magda hat das Callcenter verlassen, arbeitet jetzt bei den Wiener Linien und geht mit ihrem Chef fein essen.

KurtO Wendt

KurtO Wendt

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub, die ich ja auch ganz gut kenne, las eine Szene aus einem Theaterstück, wo es auch um Unterdrückung und Ausgrenzung ging und Eva Schörkhuber, die ich vom Vorjahr kenne, hatte einen Text zu den Sommerlöchern und wie man die journalistisch mit Gummienten füllt.
Dann kam Julian Schutting mit einen Moskau Impressionen und hat glaube ich, zum ersten Mal, am Volksstimmefest gelesen.

Eva Schörkhuber

Eva Schörkhuber

Julian Schutting

Julian Schutting

Danach gab es wieder Kaffee und Kuchen am Favoritner Stand und einen Autorenplausch. Die Bruni habe ich begrüßt, eines ihrer Enkelkinder gesehen und mit Stefan Schmitzer über meinen Text diskutiert, dann ging ich zur Jura Soyfer Bühne, denn die, wo wir gelesen haben, heißt jetzt Siebensternbühne, hat aber schon einmal Jura Syfer Bühne geheißen und damals gab es auch das Bild des Autors darauf zu sehen. Auf der jetzigen Jura Soyfer Bühne, wo wir auch schon gelesen haben, traten um sechs Christoph und Lollo „Ich hab so Angst vor dem Islam“ auf und um halb acht Willi Resetarits und Sabina Hank mit von Texten von Jura Soyfer und H.C. Artmann.

Helmut Rizy

Helmut Rizy

Gregor M. Lepka

Gregor M. Lepka

Am Sonntag gings gleich weiter mit dem linken Wort und einem Monsterprogramm. Das Wetter war sehr schön und daher dementsprechend mehr Leute bei der Siebensternbühne. Hilde Schmölzer, Elfriede Haslehner, Judith Gruber Rizy, etc, habe ich gesehen und mich mit ihnen unterhalten.
Begonnen hats mit einer Tonbandaufzeichnung von Sophie Reyer, die, glaube ich, in Köln oder sonstwo verhindert war. Ein sprachlich sehr schöner anspruchsvoller Text „Weiße Lappen vor den Mündern“, wenn es um die Beschreibung von der Atomkatastrophe von Fukushima ging.

Waltraud Seidlhofer

Waltraud Seidlhofer

Thomas Northoff

Thomas Northoff

Helmut Rizy folgte und seine Geschichte hat mich auch beeindruckt „Der Mensch ist es Menschens Wolf“.
Ein alter Mann, der den Ich-Erzähler in einem Wirtshaus um ein Bier anschnorrt, sagt ihm das Zitat auf lateinisch und erzählt ihm die Geschichte, wie er alles verloren hat, weil er gegen eine mächtige Firma prozessieren mußte.

Lisa-Maria Rakowitz

Lisa-Maria Rakowitz

Karin Gayer

Karin Gayer

Dann kamen Gregor M. Lepka und Waltraud Seidlhofer aus Wels, die zum ersten Mal beim Volksstimmefest gelesen haben. Gregor M. Lepka mit zeitkritischen Gedichten, Waltraud Seidlhofer mit einem ebenfalls sehr interessanten Text, in drei Teilen „Wachsen“. Im ersten Teil werden die Einkaufszentren geschildert, die alles verdrängen und die Waren, die ausgeschieden werden, weil sie nicht mehr verkaufbar sind. Im zweiten Teil wurde kurz die Armut skizziert und im dritten folgte die Utopie, daß in der Stadt Gemüse und Obst angepflanzt und so die öffentlichen Räume zurückerobert werden. Thomas Northoff hatte ein Poem mit dem Namen „Nein Eleven“, wo die Amerikaner mit S S abgekürzt wurden, stars and stripes und es um den 11. September geht.

Ludwig Laher

Ludwig Laher

Lisa Lercher

Lisa Lercher

Dann folgte wieder ein junges mir unbekanntes Literaturtalent, Christoph Kepplinger scheint da seine Beziehungen zu haben und sehr viel solche zu kennen.
Lisa-Maria Rakowitz, 1988 in Villach geboren und in Wien lebend, die sowohl Medizin als auch Germanistik studierte und Gedichte zum Leben hatte, wo das letzte, ein Herbstgedicht, auch den Wunsch ausdrückte, Obst zu essen und von der Autorin als hoffnungsvoller und versöhnlicher angekündigt wurde.
Karin Gayer war mir ebenfalls unbekannt. Sie wurde 1969 geboren, hat bei Arovell veröffentlicht und brachte auch sozialkritische Gedichte zum Thema vor.

Johannes Schrettle

Johannes Schrettle

Max Höfler

Max Höfler

Während Ludwig Laher, der jetzt wieder ein neues Buch bei Haymon herausgebracht hat oder bringt, sich mit seinem Text direkt auf Jura Soyfer bezog. Denn der hat mit dreiundzwanzig Jahren, 1935 ein Theaterstück geschrieben, das 2035 heißt und darin macht er sich in Form einer Geschichtsstunde über die Dreißigerjahre des vorigen Jahrhunderts lustig, wo die Leute alle auf der Straße mit „Heil Hitler“ oder „Heil Staremberg“ grüßten und damit eine seltsame Heilslehre ausdrückten. Die Schüler treffen die jungen Mädchen von der Venus auf ein Rendezvutscherl und als der Lehrer fragt „Was wissen Sie über die Kultur der Neunzehndreißigerjahre?“, sagen die nichts und bekommen ein sehr gut dafür.

Lale Rodgarkia-Dara

Lale Rodgarkia-Dara

Gerhard Ruiss

Gerhard Ruiss

Die Krimiautorin Lisa Lercher, die schon einige Krimis bei Milena hat, von denen ich auch einige gelesen hatte, hatte einen Praterkrimi in „Tatort Prater“, der am Volksstimmefest spielt. Eine alte Feministin kommt nach Wien zurück und trifft dort einen Mädchenbeschneider, den die Damen dann am Klo überwältigen und offenbar kastrieren. Als es besonders spannend war, waren die acht Leseminuten dann zu Ende.
Johannes Schrettle und Max Höfler auch zwei jüngere Literaturtalente, von denen ich Max Höfler schon einmal am Volksstimmefest hörte, hatten einen Gemeinschaftstext und Lale Rodgarkia-Daras Text hatte wieder mit Jura Soyfer zu tun, er war aber sehr theoretisch, so daß ich ihn nicht ganz verstanden habe. Gerhard Ruiss präsentierte Kurzgedichte und erinnerte an Arthur West und Werner Herbst, er begrüßte auch Edith West, die im Publikum saß, dann folgte Rolf Schwendter, der auf die Poet Night hinwies, die am 22. September im Siebenstern stattfinden wird, zu der ich mich gleich angemeldet habe und dann eines seiner Anlaßgedichte „Ihr nennt uns Menschen, laßt euch Zeit damit“, in der bekannt Schwendterischen Manier vortrug.

Edith West

Edith West

Rolf Schwendter

Rolf Schwendter

Der anschließende Tratsch bei Kaffee und Kuchen war wieder sehr interessant und literarisch intensiv. Gerald Grassl hat uns Belegxemplare der „Tarantel“ gegeben, wo Lutz Holzinger einen Artikel über Jura Soyfer hat und Alfred das Foto beisteuerte, daß er während der Lesetheateraufführung „So starb eine Partei“ aufgenommen hat.
Mit Julija Rabinowich habe ich bei der Siebensternbühne über den Alpha-Literaturpreis gesprochen, während „Nino aus Wien“ sang und total viele Zuhörer hatte und auch bei „Attwenger“ auf der Jura Soyfer Bühne war es total voll. Wir sind dann etwas früher gegangen und haben den lieben Rudi, Traude Korosa, Ludwig Laher und einen Krimiautor in der Straßenbahn getroffen und jetzt habe ich noch ein paar liebe Mails von Nadine Kegele bekommen.
Und hier gehts zum Archiv

2010-09-05

Zweimal Volksstimmefest

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:18
Andrea Maria Dusl

Andrea Maria Dusl

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Gestern und heute gab es das 64. Volksstimmefest auf der Jesuitenwiese im Wiener Prater und die linke Wort Lesung zum Thema „Abgeschoben. Rassismusrepublik Österreich“, dazu gibt es ja sehr viel zu sagen, dennoch habe ich mich für die Hochschulpolitik entschieden, da mir der nicht mehr freie Hochschulzugang sehr am Herzen liegt und mich für die „Der Schmerzansichten der Kätzin Morana“ entschieden, obwohl es Arigona Zogaj, wie man in News und Österreich lesen kann, nicht mehr schaffen wird, bis Schulanfang nach Österreich zurückzukommen und diese Woche im Parlament die Anwesenheitspflicht von Asylwerbern beschlossen wurde und sich die Schwarzen mit den Roten nur noch darüber streiten, ob das jetzt so oder Mitarbeitspflicht heißen wird.
Aus Harland zurückgekommen bin ich gestern nach vier in Richtung Siebensternbühne gegangen, die früher Jura-Soyfer-Bühne hieß und habe Hilde Schmölzer getroffen, die mir zuerst sagte, daß ich zu spät sei, um mir anschließend mitzuteilen, daß es wegen einem technischen Gebrechen erst später anfangen wird.

Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

Erwin Riess

Erwin Riess

Die Lesung hat dann um halb fünf begonnen, ich hätte als zehnte lesen sollen. Fünfzehn Lesende standen am Programm, aber Petra Ganglbauer, Stephan Eibel-Erzberg und Traude Korosa sind nicht gekommen, so hat Güni Noggler mit einem Gedicht aus seinem neuen Gedichtband, das er Edith West widmete, die ihm dafür das Vorwort geschrieben hat, begonnen und eine Geschichte gelesen, die mit den Worten „So gesehen hat Frau Zogaj noch Glück gehabt“ begann und ein drittes Reich ähnliches Szenario des Jahres 1915 schilderte, in dem man in ein Arbeitslager kommt, wenn man länger als drei Monate arbeitslos ist und zu Hochzeiten die Memoiren der Maria Fekter verteilt werden und Andrea Maria Dusl, die eigentlich erst später lesen sollen, hat einen Text verlesen, in dem behauptet wurde, das alles nicht geschehen wäre, hätte man Franz Hebenstreit nicht 1795 beim Schottentor hingerichtet, dann verschwand sie. Hilde Schmölzer setzte mit einem Text, der die sexistische Seite des Rassismus beleuchtete fort, während Ruth Aspöck eine andere Utopie des friedlichen Zusammenlebens beleuchtete und da plötzlich auch einige andere, die nach mir lesen sollten, lasen, Erwin Riess mit einem Kapitel aus „Herr Groll und der rote Strom“, Grace Marta Latigo aus ihrem Leben in Wien, befürchtete ich schon, daß ich es nicht mehr schaffen würde, vor dem Regen dranzukommen, ich schaffte es aber, so daß ich meine „Schmerzansichten“ als vorvorletzte las, vor mir haben Helmut Rizy sein Dramolette Nummer vier von den vier Zurückgebliebenen, Wolf Goetz Jurjans der
Spitzenkanditat von Margareten aus einem Roman und Manfred Bauer gelesen, nach mir Benjamin Turecek aus einem Theaterstück und Peter Clar, der junge Dichter, den ich vor zwei Jahren beim Volksstimmefest kennenlernte, wieder zwei sprachlich anspruchsvollene Texte zum Thema.

Fritz Widhalm & Ilse Kilic

Fritz Widhalm & Ilse Kilic

Helmut Rizy, Grace Marta Latigo

Helmut Rizy, Grace Marta Latigo

Nachher gab es Kaffee und Kuchen und ein Sigi Maron Konzert auf der Jura-Soyfer-Bühne. Heute waren wir zuerst im Gartenhaus, dann auf der Mostalm Mittagessen, so daß ich durch einen Stau am Gürtel bedingt, noch später auf die Jesuitenwiese gekommen bin und die Lesungen von Eugen Bartmer, Gerald Grassl und Rudi Lasselsberger versäumte. Ich bin gerade zu der von Lale Rodgarkia-Dara zurechtgekommen, die sehr rasant und flott von einer politischen Paranoia gelesen hat, in die man geraten kann, wenn man als halbe Iranerin in Wien lebt, so habe ich es jedenfalls verstanden. Heute waren überhaupt sehr viele Utopien dran, folgte dann Mieze Medusa, die in ihrer Geschichte in Shanghai um wirtschaftliches Asyl ansuchte und in umgekehrter Weise ein ähnliches Szenario schilderte, wie Güni Noggler, dann folgte noch ein Rap auf Wien zur Wiener Wahl.

Eva Jancak

Eva Jancak

Peter Clar, Benjamin Turecek

Peter Clar, Benjamin Turecek

Mechthild Podzeit-Lütjen hat vorher in einem Text von Ernesto Cardinal von einem utopischen Havanna gelesen, in dem alle glücklich sind, weil es keinen Kapitalismus und Neoliberalismus gibt, das habe ich zwar schon anders gehört, es klang aber sehr beeindruckend und Dieter Schrage schilderte die Erlebnisse eines Piefkes mit dem Amtsrat Wopratatsch von der Fremdenpolizei mit dem er über Fußball diskutierte, weil der ihn immer hinbestellte, da seine Aufenthaltserlaubnis nur für drei Monate galt, der ihm aber durchaus Intelligenz beschied, so daß er studierte, Museumsdirektor und auch Österreicher wurde. Trotzdem bestellte man ihm auf das Amt und wollte ihn, als er nicht kam, sogar aus Österreich abschieben.
Marlene Streeuwitz hat aus einem älteren Buch gelesen und dazu gesagt, daß sich seit dem Erscheinen des Buches die Fremdengesetze verändert haben, so daß die Geschichte nicht mehr stimmt und es auch eine Aufgabe des Künstlers ist, darauf zu reagieren, dann kamen Florian Haderer und vier DialektautorInnen vom Morgenschtean, die sehr beeindruckend waren und am Schluß Rolf Schwendter mit einem Gedicht zur Abschiebepolitik.

Publikum

Publikum

Eva Jancak, Rudi Lasselsberger

Eva Jancak, Rudi Lasselsberger

Dann gab es wieder Kaffee und Kuchen und einen Festpass mit dem man sich eine CD, ein alkoholfreies Getränk und einen Ouzo holen konnte, gab es auch und weil Leselustfrust vor kurzem Michael Köhlmeiers Erzählung „Sunsrise“ besprochen hat, habe ich mir dieses Hörbuch ausgesucht.

2009-09-07

Linkes Wort und Volksstimmefest 09

Filed under: Uncategorized — jancak @ 01:21

Nach einem zurückbekommenen Mail, in dem ich meine Befindlichkeit bezüglich der Donnerstagslesung ausdrücken wollte, war ich dieses Wochenende auf dem Volksstimmefest, wo die Gruppendynamik glücklicherweise etwas besser war.
Das Wetter war auch schön, am Sonntag mehr, am Samstag weniger, wo es meistens regnet und die zwanzig Jahre danach haben auch für mich einen realen Bezug.
Habe ich ja ab 1989 mehr oder minder regelmäßig beim linken Wort gelesen. Am Samstag auf der European Left-Bühne, die einmal Jura-Soyfer-Bühne hieß, da gab es auch lange Zeit das berühmte Jura Soyfer Portrait zu sehen.
Das Thema, zu dem es bald eine Anthologie geben soll, heißt „Wir retten ein System“, deshalb habe ich mir auch den Beginn von „Sophie Hungers Krisenwelt“ ausgesucht, weil die ja ihre Ich-AG zu retten versucht, obwohl es ein eher kurzes Kapitel ist.
Beim Korrigieren letzte Woche habe ich zwar gedacht, daß eine der Felix Baum Szenen auch gut passen würde, es kam aber die Information, daß die Texte bereits layoutiert werden und Roman Gutsch hat mir auch die Fahnen am Samstag übergeben, so daß ich die verlesen habe.

Lesung

Lesung

Die Textzusammenstellung war wieder interessant, eine gelungene Mischung von neuen jungen und schon bekannten Linke-Wort Autoren.
So hat Güni Noggler mit einem sehr politischen Text begonnen, in dem es um die Innenministerin, die Gewalt in der Familie und das Komatrinken ging, dann wurde es poetisch mit Stephan Schmitzer, dem Grazer Jungautor, der mit Max Höfler, ebenfalls ein junger Grazer, den ich von „Rund um die Burg“ kenne, weil er dort einmal einen Poetry Slam gewonnen hat, lesen sollte. Aber der war nicht da, sondern hat eine „Golem“ genante Roboterpuppe, neben mich setzen lassen und Stephan Schmitzer hat das Tonband bedient. Junge experimentelle Textlyrik. Dann kam ich mit meiner Ich-AG, der Freisetzung einer Lektorin, die sich daraufhin totzustellen versucht.

Nach mir las Hilde Schmölzer über die Öko-Feministinnen, die die Krise schon vor dreizehn Jahren voraussagten und Alternativen dazu anzubieten hätten, danach kam Hilde Langthaler mit den „Schinkenfleckerln“, die ihre kleine Großmutter in den Dreißigerjahren der ersten Wirtschaftskrise immer kochte. Fritz Spielmann hat das Lied dazu geschrieben, das Hermann Leopoldi gesungen hat.
Manfred Bauer las aus seinem dritten Krimi und zwar wird ein Kind in Bad Tatzmannsdorf aus einem Zirkus entführt und natürlich sollen es die Zigeuner gewesen sein.
Helmut Rizys Text „Operation Ruhe und Ordnung“, bezog sich auf die Unruhen und die Gewaltattacken, die der Maiaufmarsch heuer in Linz auslöste. Dann gabs noch Martin Just „Frederic und Friederike und wie es mit der Revolution doch (nicht) funktionieren kann“ und die Literaturgruppe Narrenfreiheit.
Die Lesung von Irina Valtscheva ist ausgefallen, weil sie ein Opfer von Sky-Europe wurde, was für die Wirtschaftskrise, bzw. die Systemrettung auch ganz schön bezeichnend ist und Lidio Mosca Bustamante hat am Sonntag gelesen.
Nachher gabs Kaffee und Kuchen und am Abend auf der diesmaligen Jury-Soyfa-Bühne, die Schmetterlinge – Collage „Jura Soyfer – verdrängte Jahre“, die der Alfred schon in der Volkshochschule gesehen hat. Das war wieder interessant, die erste Krise pur, nur das Dachau Lied wurde ausgelassen, weil es nicht zu dem Lärm, den der Vergnügungspark gegenüber auslöste, passte und am Sonntag ging es weiter mit dem Linken Wort.
Da bin ich zwar zu spät gekommen, so daß ich Lale Rodgarkia-Dara ganz und Christoph Aistleitner fast versäumte.
Josef Haslinger hat in seinem „Jammern für Europa“ darüber gelesen, wie er als Kind mit seinem Vater einen Ausflug an die tschechoslowakische Grenze machte, um hinüber zu sehen, wo die Großmutter herstammte, während er jetzt mit Auto oder Zug wöchentlich über Prag nach Leipzig fährt, dort nach Lust und Laune aussteigt, um mit einer Pager Schriftstellerin Kaffee zu trinken, bzw. dreißig Euro Verwaltungsstrafe zahlen muß, wenn er seinen Personalausweis vergessen hat, weil der Polizist oder Grenzer bei der Kontrolle nicht an seinem Führerschein erkennen kann, ob er ein Europäer ist.
Elfriede Haslehner hatte eine beklemmende utopische Geschichte namens „Geisterfahrer“ von Männern mit Dreitagebärten und Frauen mit zerrauften Haaren, die mit ihren Autos im Kreis herumfahren, weil es auf der Insel zuviele Autos, aber keine Parkplätze gibt und Eugenie Kain hat sich noch einmal auf den Linzer Maiaufmarsch bezogen.
Die junge Autorengruppe waren Ursula Knoll und Florian Haderer, die mir sehr professionell vorgekommen sind. Phillip Hautmanns Roman klang fast wie ein Parteiprogramm. Gerald Grassl berichtete, wie man mit Verstand und Computer Spielcasinos knacken kann, Christian Schreibmüller und Eugen Bartmer hatten Balladen und den Abschluß bildete wieder Rolf Schwendter mit seinem „Wir retten das System“ – Poem.
Der gab mir gleich das Programm für die Poet-Night am Samstag. Interessant für alle, die wissen wollen, wann ich lese, weil sie mich und meinen „Wunderbaren Tintentraum“ hören wollen. Es wird um 16.45 sein. Man muß wegen mir also nicht lang aufbleiben, ich bin die fünfte. Nach mir gibts aber noch bis zwei Uhr früh ein dichtes Programm mit vielen bekannten oder unbekannten Namen und Gedenklesungen für Elfriede Gerstl und Gert Jonke, die beide regelmäßig bei der Poet-Night aufgetreten sind.
Am Volksstimmefest gabs noch mal Kaffee und Kuchen, diesmal eine sehr gute Lemonen-Chili-Torte und ein Konzert vom Kollegium Kalksburg mit einem Auftritt von Antonio Fian als Special Guest mit einem Dramolett vom vorletzten Wiener 1. Mai und einem „Völker hört die Signale, auf zu einer rauchfreien Welt!“
Und als ich vorhin meine mails aufmachte, kam von Jaqueline Vellguth die Nachricht, daß ich beim Traumtintenwettbewerb, einen der Zusatzpreise für die Verknüpfung gewonnen habe. Die Siegertexte kann man sich auf der Schreibwerkstatt.de ansehen.

2008-08-31

Volksstimmefest

Filed under: Uncategorized — jancak @ 09:02

Hier also mein Bericht vom ersten Tag des Volksstimmefest, dem schönsten Fest Wiens, wie es so stimmig heißt, mit dem die Ferien enden und die Schule beginnt.

Das erste Mal habe ich beim linken Wort in den frühen Achtzigerjahren noch mit dem Arbeitskreis schreibender Frauen gelesen. Ich war schrecklich aufgeregt, schließlich war es eine meiner ersten Lesungen, habe das Waltraud Haas gesagt, die neben mir gesessen ist und meinte, daß das bei ihr genauso ist.

Inzwischen regen mich Lesungen nicht mehr auf, wie damals noch Elfriede Jelinek, Peter Turrini und Marie Therese Kerschbaumer gelesen haben, die das auch nicht mehr tun.

Lesung

Lesung


Meine nächste Volksstimmefestlesung war 1989 ( und seither fast immer und regelmäßig), kurz vor der Wende. Wir sind gerade aus Amerika zurückgekommen, ich habe wieder neben den großen drei gelesen, die später nicht mehr aufgetreten sind.

Ich habe meine „Hierarchien“ vorgestellt und Peter Turrini, der ja sehr freundlich ist, hat mich gefragt, ob das ein Roman ist?

Arthur West hat das Linke Wort organisiert, nachher gab es Kaffee und von Edith West gebackenen Kuchen im Favoritner Stand und Erika Danneberg auch eine treue Leserin, die letztes Jahr gestorben ist, tauschte mit Arthur West ihre politische Meinung aus.

Später hat Helmut Rizy die Organisation übernommen. Er gab auch die Anthologie heraus, die man kurz vor Weihnachten zugeschickt bekam, so daß ich immer das passende Weihnachtsgeschenk hatte.

Aber nicht nur Arthur West ist gestorben, der Volksstimme ist dann auch das Geld ausgegangen oder sie hat sich zerstritten. So gab es dann einmal kein Fest, zumindestens kein offizielles.

2005 habe ich, glaube ich nicht gelesen, sondern war stattdessen mit Alfreds Wandergruppe am Hochschwab und die letzten beiden Lesungen wurden improvisiert. Jetzt gibt es wieder zwei sehr engagierte Organisatoren, nämlich Roman Gutsch und Christoph Kepplinger und auch ein Vorbereitungstreffen und ein Thema.

Zu dem „Aus dem Bilanzbuch des zwanzigsten Jahrhunderts“ soll es im Oktober wieder eine Anthologie geben, die im Globusverlag erscheinen wird.

Roman Gutsch hat drei Kuchen gebacken und da Christoph Kepplinger Germanist ist und beim Elfriede Jelinek-Forschungszentrum mitarbeitet, gab es auch eine fachkundliche Moderation und neue junge Leser und einen großen Beitrag vom Werkkreis Literatur der Arbeitswelt, bei dem ich auch auf einige bekannte Gesichter traf.

Es war also sehr schön und alles hat gut geklappt. Die Texte interessant, das Mikrofon hat zwar geknackt und gerauscht, die Essiggurken- und Kasperltheater-Ansager haben aber nicht zu sehr gestört. Und auch sehr viel Publikum.

Elfriede Gerstl

Elfriede Gerstl

Ilse Kilic & Fritz Widhalm

Ilse Kilic & Fritz Widhalm

Elfriede Gerstl ist wieder eine Zeitlang vorne gesessen. Ilse Kilic und Fritz Widhalm habe ich im Hintergrund stehen gesehen. Elfriede Haslehner war da und Waltraud Haas. Beim Kaffeetrinken habe ich mich sehr angeregt mit Güni Noggler und Stephan Eibel Erzberg unterhalten und mit ihnen Bücher getauscht und mit Ruth Aspöck und Robert Egelhofer haben wir, wie im letzten Jahr am Abend, als es schon finster war, noch etwas getrunken.

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