Literaturgefluester

2011-11-03

Von allen Anfang an

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:27

Christoph Heins „Von Anfang an“, schildert das Leben eines pubertierenden Jungen in einer ostdeutschen Kleinstadt in den Fünfzigerjahren. Daniel ist ein Pfarrersohn, „Pfaffe“ sagen die Kinder und die Lehrer in der DDR-Schule, der Vater ist streng aufrecht und korrekt und wenn der Sohn einen Tadel bekommt, schreibt er schon mal eine ironische Bermerkung in das Mitteilungsheft, so daß sich Daniel ihm nicht mehr zu sagen traut, wenn ihn die Lehrer wegen seines politisch indifferentn Verhaltens hänseln, er hat eine Schwester Dorle und vier, fünf Brüder, das heißt der fünfte kommt erst auf die Welt, als er schon in West-Berlin in die Ostklasse eines Gymnasiums geht und während die Mutter mit dem vierten schwanger ist, können die Geschwister erleben, daß sie Monate lang nicht mit dem Vater spricht, offenbar die einzige Möglichkeit des Widerstands gegen unerwünschte Kinderschaft, die die aufrechte Pfarrersfrau hatte, die vor dem Krieg Op-Schwester war und so eine gute, daß der Chefarzt nur mit ihr operieren wollte.
Das Buch beginnt an dem Tag, an dem sich Daniel von seiner Tante Magdalena verabschiedet, weil er in den Westen geht und endet mit ihren Tod und dem Bedauern, daß er nicht zum Begräbnis fahren konnte, weil ihm der Schuldirektor und der dortige Pfarrer abriet, da er ja die Republik verraten hatte und auf der Liste stand…
Dazwischen liegt eine Nachkriegskindheit in dem überfüllten Pfarrerhaus, wo das Geld an allen Ecken und Enden fehlt und auch noch die Großeltern aufgenommen werden müßen, weil der Großvater ein aufrechter Gutsverwalter sich weigerte in die Partei einzutreten und daher das Staatsgut nicht mehr verwalten konnte. Und der Zwölf-Dreizehn-Vierzehnjährige beschreibt in der Nachkriegs-DDR hauptsächlich das Erwachsenwerden und die Erlebnisse mit dem Mädchen, obwohl ihn auch der Leipziger Wissenschaftler, den die Kreisschulbehörde schickte, um den Schülern „flüßige Luft“ vorzuführen“ sehr beeindruckte, wenn auch weniger wegen der flüßigen Luft, als durch die Gerüchte, daß er schwul sei, die einer der Klassenkameraden ausstreut, so daß der Herr Doktor von der Polizei einvernommen wird und keine Genehmigung mehr bekommt Schüler zu unterrichten, was die Klassenlehrerin den neugierigen Schülern am nächsten Tag „mit hygienischen Maßnahmen“ erklärt.
In sich geschlossenen Kapiteln wird diese DDR-Jugend erzählt. Der sommerliche Besuch bei den Großeltern am Gut Holzwedel, wo Daniel mit seiner Schwester in einer Kammer schlafen muß, wo es einen großen surrenden Elektrokasten gibt und er sich vor Spinnen fürchtet, es gibt aber auch den älteren Gutsarbeitersohn Jochen mit dem er an den Russensee fahren will, was verboten ist, weil es dort noch Mienen gibt, da sich aber Jochen dort mit Pille, einer Landarbeitertochter, die Krankenschwester werden will, trifft, gerät Daniel vollends aus dem Häuschen, beschließen sie doch dort nakt zu baden, so daß er ihre rötlichen Schamhaare sieht und später noch zuschauen kann, wie sie Jochen in sich hineinläßt, was ihn so aus der Fassung bringt, daß er auf ihren Fahrradsattel abspritzt und sich dann Sorgen macht, daß er womöglich der Vater von Pilles Baby ist, mit dem sie sich ihr Leben versaute.
Die Sommerferien sind aber ohnehin bald vorbei, die Eltern holen die Kinder wieder ab und Daniel kann miterleben, wie sich die Mutter mit der Großmutter streitet und als ein Zirkus auf der Nachbarwiese sein Gastspiel gibt, freundet er sich mit dem Artisten Kade an, der so grüne Augen wie der Evangelist Lukas hat, hilft ihm beim Aufstellen der Scheinwerferständer und führt ihn durch das langweilige Städtchen, wo sie seine Geografielehrerin, eine verheiratete Frau und Mutter zweier Kinder treffen, die sich in den Artisten verliebt, so daß Daniel, als er Kade im Wohnwagen besuchen geht, „Frau Blüthgens nackten Hintern“ sehen kann und weil er die Gedichte so schön deklamieren kann, schlägt ihn die Deutschlehrerin für den dramatischen Zirkel vor, so daß er nach Dresden zu einer Aufführung fahren kann, dort spielt er den schönen Johnny, wo sich die schöne Mareike in ihn verliebt und erzählt, daß sie am liebsten nackt tanzt, was die beiden gleich ausprobieren. Nur wird er von einem Klassenkameraden erwischt und der Lehrerin verpetzt und aus ist es mit der Empfehlung an die Oberschule.
Aber Daniel will ohnehin nach West-Berlin, wo schon sein zwei Jahre älterer Bruder ist und den darf er eines Sonntags, wo er sonst immer in die Kirche gehen muß, mit den Eltern und den ganzen Geschwistern besuchen und als sie von der Polizei angehalten und gefragt werden, in welches Berlin sie fahren, ist der Vater stolz, daß er nicht lügen muß, als er „in das demokratische“ sagt. Bei der zweiten Polizeikontrolle will der Polizist die Adresse wissen und da muß der Herr Pastor mit roten Kopf die Adresse eines Ostberliner Konsistoriums angeben, das er manchmal besucht und als die Familie in einer Konditorei am Kurfürstendamm ein Stück Kuchen essen, erfahren sie über eine Leuchtschrift von den Ereignissen in Budapest, wohin gerade die russischen Panzer rollen…
So geht das Kinderleben dahin, leicht und locker erzählt und endet in der Rückschau mit dem Tod Tante Magdalenas und dem langen Brief, den der Vater schrieb, um zu trösten.
Christoph Hein wurde 1944 in Schlesien geboren und lebt in Berlin. Sein Roman „Drachenblut“ hat, glaube ich in der DDR oder auch im Westen großes Aufsehen erregt. Ich habe ihn noch zu DDR-Zeiten gelesen und wahrscheinlich in der Zentralbuchhandlung gekauft oder ihn mir von der Gall Maria aus Budapest mitbringen lassen, weil es dort in den frühen Achtzigerjahren sehr billige DDR-Bücher zu kaufen gab. Zuletzt ist „Weiskerns Nachlaß“ von ihm erschienen und wurde auf der Frankfurter Buchmesse am blauen Sofa vorgestellt.

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2017-07-11

Das Challenge-Fortsetzungsgeschichtenprojekt

Die zwei Monate Schreib- und Recherchevorbereitung mit der ich unter anderen den Mai und den Juni verbracht habe, sind vorbei und nun liegen achtzehn Fortsetzungstexte, die ich größtenteils nach Annika Bühnemanns Schreibimpulsen, beziehungsweise  bei zwei Schreibgruppen geschrieben habe, vor mir.

Zur Erinnerung, irgendwann im März, April oder vielleicht auch schon früher, als ich noch am „Bibliotheksgespenst“ korrigierte, bin ich daraufgekommen, daß ich als nächstes eine Geschichte über eine Frau, die jeden Abend in einer Pizzeria ein Glas Wein trinkt,  schreiben möchte, denn ich komme, wenn ich am Abend von der „Alten Schmiede“ oder auch der „Gesellschaft für Literatur“ nach Hause gehe an einer Pizzeria vorbei und da habe ich oft eine ältere Dame sitzen sehen.

Nun ja, nun gut und nicht die erste Geschichte einer depressiven Frau aus meiner Feder, da habe ich  schon einges bei meinen inzwischen schon über vierzig selbstgemachten Büchern, das dann so gut wie unbeachtet geblieben ist und ich dachte dann auch „Uje, nicht schon wieder über eine depressive Frau und nicht schon wieder mit einer Idee anfangen, dann  ein paar Wochen korrigieren, in ein paar weiteren Wochen damit ertig sein und es gibt das fünfundvierzigste oder sechsundvierzigste Buch, keiner schaut es an und nur mein Kritiker Uli schreibt vielleicht „Nö, das interessiert mich nicht!“

Um das zu vermeiden kam dann die Idee zuerst mit dem Recherchieren anzufangen, also in Wien herumgehen und Idee und Einfälle sammeln und vielleicht vorher Skizzen und Studien schreiben, bevor ich mit der Romanarbeit beginne.

Dazu kam dann ganz zufällig Annika Bühnemanns zehn Geschichten Projekt, die im Monat Juni zehn Gescichten veröffentlichen wollte, dazu aufrief und  auch die entsprechenden Schreibimpulse gab, die ich für mich sehr brauchbar fand.

Im April bin ich, glaube ich, mit dem Korrigieren der Dorothea Wewerka fertig geworden, da hatte ich dann schon die Idee mit den Zwillingsschwestern, dem verheimlichten Kind, dem Moritz Lichtenstern in Berlin, der Lily in New York, etcetera und in der Mai Schreibgruppe habe ich dann die erste Szene nach Annika Bühnemanns Impuls über einem Süchtigen zu schreiben, der seiner Sucht nicht nachgehen kann, begonnen.

Dann habe ich bevor wir an den Bodensee gefahren sind, noch schnell zwei oder drei weitere Szenen geschrieben, bin dann zurückgekommen, der Alfred ist mit dem Karli nach Berlin geflogen, ich bin mit der Ruth in den öffentlichen Raum gegangen, habe das „Blogbusterleseprobenbuch“ gelesen, mein Literaturgeflüster gefeiert, bin in die Seestadt und in den böhnmischen Prater gegangen und habe dann ziemlich zu ende meiner Strohwitwenzeit mit zwei Tage Zeit für einen Fortsetzungsgeschichtenmarathon genommen.

Habe zu den Schreibimpulsen entlang meinem Handlungsfaden, die Personenbögen hatte ich schon ausgefüllt, Szene für Szene geschrieben, habe vorgehabtr das bis Ende Juni zu machen, bin aber schon nach dem Szenenmarathon draufgekommen, daß ich eigentlich mit meinem Roman oder es ist wahrscheinlich wieder nur eine längere oder vielleicht auch kurze Erzählung, wie das „Haus“, das „Schutzengelchen“ oder „Paul und Paula“ im Großen und Ganzen fertig bin, noch ehe ich mit dem richtigen Schreiben begonnen habe.

Achtzehn Geschichten habe ich jetzt im Blog, die, glaube ich, wenn ich sie chronologisch ordne und vielleicht noch das eine und das andere ergänze, die Slavenka Jagoda muß ich noch nach New York statt nach Wien schicken,  den ganzen Handlungsbogen abgeben.

Den Ordnungsversuch habe ich jetzt gemacht, das Ganze dann kopieren, einzeln durchgehen und ergänzen in den Sommerfrischenwochenenden im Juni und August,  schauen, wie lang das Ganze wird, was noch geht, etcetera, aber die Geschichte hat sich, glaube ich in den zwei Schreib- und Recherchemonaten eigentlich von selbst geschrieben.

Ich verlinke jetzt die einzelnen Artikeln, so, wie ich glaube, daß sie in der Reihenfolge passen, wie ich sie mir dann kopieren und mit dem Ergänzen und Korrigieren beginnen will.

Ob es so ganz stimmt, weiß ich nicht, werde aber weiter berichten und meine Leser konnten mich diesmal direkt beim Schreiben beobachten, das Entstehen der Erzählung hautnah erleben und spannend wird es dann auch noch sein, wie weit sich die einzelnen Geschichten, dann vom Buchtext, den es ja wahrscheinlich wieder geben wird, unterscheiden.

Ich werde auch bei den Kapitelüberschriften bleiben und das Ganze wird „Besser später als nie“ heißen, was auch die Kapitelüberschrift der letzten Geschichte ist. Ja und richtig, ein Nachwort, wo das Ganze dann auch im Buch erklärt werden wird, soll es natürlich auch noch geben.

  1. Arbeitstitel: Sucht
  2. Wiedergutmachung
  3. Das Geheimnis
  4. Eine Frau auf Reisen
  5. Angekommen
  6. Das Gespräch
  7. Der Brief
  8. Eine unerwartete Aufforderung
  9. Ein verpatzter Valentinstag
  10. Die Verwechslung
  11. Erkenntnis am Hochzeitstag
  12. Mathildes Entscheidung
  13. Schwesternliebe
  14. Schneeflockentreiben
  15. Vergangenheitsbewältigung
  16. Der Traum
  17. Arbeitstitel: Denkmäler
  18. Besser spät als nie

2017-05-31

Hermynias Ende und Anfang

In der Bibliothek, die ich von meinen Eltern erbte, stand auch Hermynia zur Mühlens „Reise durch ein Leben“, die Geschichte der 1883 geborenen Aristokratin und Diplomatentochter, die bei der Großmutter in Gmunden aufgewachsen ist und dort zwei Freundinnen, ein Bürger- und ein Arbeitermädchen hatte.

In den Neunzigerjahren hat dann, glaube ich, der „Sisyphus-Verlag“, die „rote Gräfin“ entdeckt und ihre Autobiografie „Ende und Anfang“ herausgegeben und noch ein anderes Buch.

Dann kam der „Promedia-Verlag“ mit den „Töchtern der Nazinen“, wo wir die gleichen Protagonisten, wie in der „Reise durch ein Leben“ treffen, sowie „Ewiges Schattenspiel“ und „Als der Fremde“ kam.

Diese Bücher habe ich gelesen und irgendwann, wahrscheinlich auch in den Neunzigerjahren, ich habe noch nicht gebloggt, gab es im Literaturhaus eine Veranstaltung „Zum Tee bei Hermynia“ veranstaltet von der „Exil-Bibliothek“, wo auch Christiane Zintzen einen Vortrag hielt und es nachher, wie ich mich zu erinnern glaube, Tee und Brötchen gab, wo von Hermynia zur Mühlens Exil in England die Rede war.

Sie hat da sehr viel geschrieben und übersetzt. Upton Sinclair zum Beispiel und ich habe auch ein paar dieser Bücher in meinen Harlander Regalen, weil sie überleben mußte und sich dadurch, wie Ursula Seeber, glaube ich, anmerkte, auch ein wenig ausgeschrieben.

Mir würde da der gleiche Themen- oder der gleiche Personenkreis auffallen, aber ich habe nicht alles, nur vier Bücher gelesen und dann gibt es noch die „Frauen lesen Frauen-Gruppe“ des „Ersten Wiener Lesetheaters“ und die haben schon vor ein paar Jahren einmal  Hermynia zur Mühlen im Literaturhaus aufgeührt.

Und heute wieder, die Autobiografie, veranstaltet von Judith Gruber-Rizy, die einleitend den Lebenslauf der roten Gräfin erzählte und das war ein sehr bewegtes Leben. Denn bei der Großmutter in Gmunden aufgewachsen und sich sehr früh mit der sozialen Frage beschäftigt. Dann ist sie aber sehr viel mit den Eltern gereist, nach Algier, Venedig, Florenz, Paris, Alexandrienund hat auch in einem Pensionat gelebt.

Das Verhältnis zur Mutter dürfte ein schwieriges gewesen sein. Es gab einen „roten Onkel“ und der Vater, der der Tochter auch viel Bildung abverlangte. Aber sehr unzufrieden war, wenn sie sich unter ihrem Stand verliebte.

Sie hat dann einen baltischen Baron geheiratet, der sehr verschieden von ihr war und sich von ihm wieder getrennt.

Das beschreibt sie in ihrer Autobiografie, die mit dem ersten Weltkrieg endet. Die Scheidung von dem Baron und den Weg in ein selbständiges Leben, wo sie schriftstellerisch tätig gewesen ist, bezeichnet sie als Anfang.

Dann kam bald das dritte Reich, ihre Bücher waren auf den verbotenen Listen und die Emigration nach England. Die Rückkehr nach Österreich wurde ihr verwehrt und heute ist sie, die 1951 in England gestorben ist, wie die Lesefrauen erwähnten, ziemlich vergessen.

Für mich nicht so ganz und ich denke, sie wäre auch eine Kanditatin für die „Autorinnen feiern Autorinnen-Veranstaltung“, die ja Julia Danielcyck eingeführt hat.

Neben Else Feldmann würde ich sie mir sehr wünschen und im „Republikanischen Club“, wo die Veranstaltung stattgefunden hat, gab es wieder Wein, Knabbereien und Gespräche und da habe ich gehört, daß einige Besucherinnen meinten, sie hätten noch nie etwas von Hermynia zur Mühlen gehört, die ja inzwischen wieder außer ein paar „Promedia-Restbestände“ wieder vergriffen ist.

Da bin ich dank dem Bücherschrank meiner Eltern nicht so ganz ungebildet und auch gespannt, was ich vielleicht noch von der „roten Gräfin“, die sich so stark für die sozialen Fragen interessierte, hören werde.

2014-05-12

Am Anfang war das Wort

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:19

„Am Anfang war das Wort“, „Denn am Sabbat sollst du ruhen“, die 1947 geborene und 2005 verstorbene israelische Schriftstellerin Batya Gur verwendet für ihre Krimis biblische Zitate und die Literaturwissenschaftlerin und Gattin eines Psychoanalytikers, wählt auch die diesbezüglichen Sujets. Beim „Sabbat“ war das psychoanalytische Institut der Ort, wo der Mord geschah, beim „Am Anfang war das Wort“ geht es zu den Literaturdozenten an die Universität von Jerusalem und da ist Batya Gur eine, die alles sehr genau und ausführlich erzählt. So beginnt es mit einem Fakultätsseminar und wird für die, die sich vielleicht nicht so für Literatur, beim „Sabbat“ für die Psychoanalyse interessieren, ein wenig langweilig, denn da wird über die Literatur diskutiert und gestritten, beziehungsweise in die Psychoanalyse eingeführt.
Beim „Wort“ geht es um die Frage, was ein gutes Gedicht ist und da ich mich ja sowohl für die Psychotherapie als auch für die Literatur interessiere, habe ich beide Krimis sehr spannend gefunden. Plagiate interessieren mich ja auch, wenn ich mir am Anfang vielleicht ein wenig schwer tat, die wirklichen Dichter von den ausgedachten zu unterscheiden.
Aber Batya Gur ist eine, die wirklich alles sehr genau beschreibt und so schildert sie die Intrigen des Jerusalemer Literaturbetriebs so, wie sie auch ein uns ablaufen könnnten….
Da wird also über Literatur diskutiert in dem Institut für hebräische Literatur und da gibt es einen Professor mit dem Namen Scha`ul Tirosch, mit den Namen tat ich mir auch recht schwer und der ist ein interessanter Typ, nämlich ursprünglich in Prag geboren und über Wien nach Israel gekommen, ein bekannter Dichter und ein Frauenheld, ja richtig über Sex geht es in dem Krimi auch und da ist Scha`ul einer, der, obwohl er ja nicht mehr jung sein kann, immer eine Schale rote Nelken im Eiskasten stehen hat und die steckt er dann an und verführt sämtliche Sekretärinnen, Studentinnen, Dozentinnen und die Frauen des Institutspersonal.
So hat er mit der Frau von Tuwja Schaj was und mit der von Ido Duda` auch.
Einen Polizisten gibt es auch, das ist Michael Ochajon, der auch einmal Literatur studiert hat und der hat eine Beziehung zu einer verheirateten Frau und einen Sohn, der tauchen lernt und der starke Inspektor hat auch ein geheimes Makel, er hat nämlich Angst, um seinen Sohn und darum begleitet er ihn auf den Tauchkurs und wird dort Zeuge, wie der junge ehrgeizige Dozent Duda`j aus dem Wasser gezogen wird, weil in seiner Sauerstoffflasche Kohlenmonoxyd war.
Am Montag darauf findet man im Institut den Verführer tot in seinem Zimmer und Ochajon kommt, um alle zu verhören. In Israel wird man offenbar auch an einen Lügendedektor, eine Methode, an die ich nicht glaube, festgeschnallt und Ochajon verhört mit Wonne alle Verdächtigen und sonstigen Institutsmitglieder.
Da gibt es die Sekretärin und ihre Gehilfin, die eigentlich Psychologie studiert und über Zwangserkrankungen schreibt und eine wunderschöne Assistentin, die so labil ist, daß sie gleich in Ohnmacht fällt und sich nur an der Seite ihres Rechtsanwaltes verhören lassen will.
Sie hat auch ein Geheimnis, war sie doch einmal mit Tirusch verheiratet, dann hat er sie zur Abtreibung gewzungen und fallengelassen, lächerlich hat er sie auch überall gemacht und schlechte Gedichte hat sie auch geschrieben, was ihn aber nicht daran hinderte, sie in seinem Testament zur Erbin zu machen. Dazwischen geht Ochajon noch in die Vorlesung von Tuwja Schaj, der biblische Vergleiche zu den tatsächlichen Morden anstellt.
Bücher liegen auch überall herum, nämlich die eines Anatoli Ferbers, der im Gulag seine Gedichte schrieb und da war ich mir Anfangs nicht sicher, ob es den nicht wirklich gegeben hat und einen Vorstand, nämlich Professor Klein hat das Institut auch, der ist erst am Sabbat oder war es schon am Donnerstag vorher aus Amerika zurückgekommen und dort war auch der junge Dozent auf einen Forschungssemester, hat einen Rechtsanwalt besucht und ist sehr verändert zurückgekommen.
Ochajon ermittelt weiter, kommt auf eine außereheliche Beziehung des netten Professors drauf, der sich so fürsorglich um die labile Ja`el Eisenstein kümmert und auch den Inspektor bekocht. Aber dann war es doch nicht der Sex, sondern, daß Duda`j Tirosch auf ein Plagiat draufgekommen ist, der füllte das Kohlenmonoxyd in die Sauerstoffflasche, um nicht geoutet zu werden und Dozent Schaj, der dem Meister sogar das Verhältnis zu seiner Frau verzieh, ist enttäuscht und mußte morden.
Ein sehr bedächtiger und wahrscheinlich anspruchsvoller Krimi. Wenn man Vergnügen an der Literatur hat, wird man ihn gerne lesen.
Im Internet habe ich Rezessionen gefunden, wo sich die nicht so interessierten langweilten und das „Wort“ für den schwächsten Gur Krimi halten. Das würde es auch nicht so sagen, aber ich bin ja an der Literatur und, wie der Betrieb so läuft sehr interessiert. Trotzdem habe ich ein ganzes Wochenende an dem Buch gelesen, denn eines in das man schnell hineingezogen wird, ist es wahrscheinlich nicht.

2013-09-02

Männerfallen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 07:11

„Männerfallen“ ist der fünfzehnte „Mira-Valensky-Krimi“ von Eva Rossmann und juchu, vierzehn habe ich davon gelesen, da mir der Alfred die Bücher sehr lang zum Geburtstag oder zu Weihnachten kaufte.
„Evelyns Fall“ habe ich als Rezensionsexemplar bekommen.
„Unterm Messer“ nicht mehr, das hat mir dann der Alfred bei einer sehr überfüllten Krimi-Nacht, bei der ich mich regelrecht in das Cafe Landtmann drängte, gekauft.
„Unter Strom“, der vorletzte Krimi ist dann an mir vorbeigegangen.
Die 1962 geborene Verfassungsjuristin und Sachbuchautorin in Frauenfragen, hat inzwischen auch ein anderes Buch in einem anderen Genre „Krummvögel“ geschrieben und bei der letzten „Rund um die Burg“ daraus gelesen und jetzt ist wieder ein Krimi von ihr erschienen.
Scheint Eva Rossmann ja eine sehr fleißige konsequente Schreiberin zu sein, die immer aktuelle Themen aufzugreifen versucht.
Bei ihrem ersten „Walhlkampf“ haben wir einmal sogar gemeinsam bei dem Poetenfestival in Raabs gelesen. Ich aus den „Wiener Verhältnissen“ mein erstes DigiBuch, inzwischen gibt es dreißig selbstgemachte Bücher und fünfzehn Mira Valensky Krimis, die sich mit der Kosmetikindustrie, dem Kochen, dem Wein, der Armut etc auseinandersetzten.
Sehr aktuelle Themen halt, die Eva Rossmann und das war ein bißchen meine Kritik an den zwei letzten Büchern, die ich gelesen habe, nach demselben Schema aufarbeitete, so daß die Pause vielleicht ganz gut tat, denn „Männerfallen“ hat mir wieder sehr gut gefallen und ich würde es nach „Freudsche Verbrechen“, nach wie vor mein Valensky Hit an zweiter Stelle setzte, obwohl mich die gute Mira mit ihren vielen Fragen anfangs etwas nervte und ich mich auch nicht so genau auskannte, wie das nun mit der Frauengewegung zu verstehen ist?
Damit man mich jetzt nicht mißversteht, ich werde im November sechzig, nicht fünfzig wie Eva Rossmann ist und Mira im Buch langsam wird und habe von der Auf-Gründung und den Siebzigerjahren einiges mitbekommen, auch wenn ich nicht immer ganz aktiv dabei gewesen bin und nicht sehr oft ein Transparent in der Hand hielt.
Jetzt ist die Mira jedenfalls fast fünfzig und drängt sich zu Beginn des Buches im Museumsquartier, um bei einer Veranstaltung des Autors Thomas Pauer, dem mit „Sei ein Mann“ ein Bestseller gelungen ist, in dem er von der Unterdrückung der Männer spricht und immer wieder betont, wie stark seine Frau ist, weil sie sich traut, bei den Kindern zu bleiben, hineinzukommen. Was nicht so einfach ist, denn es drängen sich hunderte Frauen um einen Platz, stoßen und bedrängen Mira, so daß sie schließlich von einem Bodyguard zum Interview geführt wird.
Die Stimmung scheint Mira auch nervös zu machen, denn sie schickt den Fotografen, der sie begleiten soll, weg, interviewt dann den Autor, lernt die Verlegerin Farah Seifriedkennen, die nach Farah Diba heißt. Kocht ihrem Oskar dann was zu essen, aber vorher trifft sie noch Jana, die Tochter ihrer Freundin Vesna bei „frauen.com“ und eine kleine Demo mit Frauen die Transparente in die Höhe halten gibt es auch.
Die Anführerin ist Maggy Körmer, eine Rothaarige zwischen fünfzig und sechzig, die schon in den bereits erwähnten Siebzigerjahren dabei war und als radikale Feministin gilt.
Sandra Alman ist dagegen die Leiterin von „frauen.com“ und irgendwann wird Mira von Maggy Körmer zu einem Hotel gerufen, weil dort Thomas Pauer eine Studetnin, die ihm wegen einer Hausarbeit interviewen wollte, vergewaltigt haben soll.
Die Studentin sitzt halbnackt im Foyer und verschwindet dann, die Verlegerin gibt am nächsten Tag eine Pressekonferenz und stellt sich hinter ihrem Autor und Mira Valensky bekommt heraus, daß der zum zweiten Mal verheiratet und eigentlich ein Österreicher ist, obwohl er überall als Deutscher gilt.
Die Presse berichtet in ihrem Sinn und erklärt Nicole Moser, die Studentin zu einer radikalen Feministin, die sich dann im Waldviertel versteckt und von Maria, Vesna und Jana in sehr abenteuerlichen Umständen aufgesucht wird.
Inzwischen schickt auch Thomas Pauer ein Mail und lädt Mira zu einem Poetenfestival nach Sardinien, wo er ihr ein Interview geben will, seine Verlegerin ist dagegen und scheint überhaupt viel militanter als ihr Autor zu sein, der offenbar gar nicht so sexbesessen ist, wie er sich in seinen Büchern darstellt und auch keinen Überblick über alle seine Interviews hat.
Mira trifft ihn jedenfalls beim Joggen, wo sie sich am Bein verletzt und sie ist auch Zeuge eines Streits zwischen ihm und der Verlegerin, bzw. bekommt sie einen wütenden Anruf von seiner zweiten Frau mit.
Bei der Schlußveranstaltung des Festivals outet sich Pauer auch, daß er in Wirklichkeit ein anderer ist und, daß sich vieles ändern wird und wird am nächsten Tag, wir sind inzwischen auf Seite hundertsiebenundneunzig angekommen und fragen uns, wo die Leiche bleibt, tot an der Stelle aufgefunden, wo sich auch Mira ihr Knie verletzte.
Die fährt wieder zurück nach Österreich, sucht Nicole, die sie auch in Sardinien zu sehen glaubte, Maggy Körmer war mit ihren Trasparenten ebenfalls dort und findet sie im Krisenzimmer von „frauen.com“, wo sie von Sandra Alman versteckt wurde.
Nicole gesteht, daß die Vergewaltigung gar keine war und sie den Mann eigentlich hereinlegen wollte, der sich aber nicht hineinlegen ließ und wird dann, während alle nach der Verlegerin als Täterin, die sich das Heft nicht aus der Hand nehmen wollte, suchen, in einer Berghütte in Kärnten ebenfalls fast ermordet und ich habe einen spannenden sanften Krimi gelesen, der wieder auf auf viele Mißstände und auch ein wenig auf das Verlagsgeschäft aufmerksam macht.
Das Poetenfestival in Gavoi scheint es wirklich zu geben. Eva Rossmann scheint dort einmal eingeladen gewesen zu sein und als sie dort nach „Shades of Grey“ fragte, scheint ihr die Idee gekommen zu sein, den Stand der Frauenbewegung 2013 und wie weit sich die Frauen von starken blauäugigen blonden Männern immer noch manipulieren lassen, zu hinterfragen?
Kochrezepte gibt es auch wieder ein paar finden und die Geschichte, daß angeblich so starke sexbesessene Männer auch manchmal von Frauen hereingelegt werden können, haben wir ja wahrscheinlich vor kurzem bei Dominic Strauss-Kahn erlebt. Alles ist relativ und so habe ich das Buch spannend, frisch und originell empfunden, darf dem „Folio-Verlag“ für die Zusendung des Rezensionsexemplars danken und wie gewünscht auf die Veranstaltungen hinweisen, bei denen das Buch vorgestellt werden soll, eine davon wird die Wienerkriminacht am 17. September sein.

2011-12-19

Fallen auflösen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 10:45

Ich halte noch immer bei siebzehn Seiten, habe die Seite siebzehn aber bis zweieinhalb Zeilen hinuntergestrichen, als ich am Samstag, bei Kerzenschein vor dem neuen Bücherregal, den Wassili Scharkawili zu einem Albert Taher, koptischen Christen, aus Kairo machte, denn über die arabische Revolution etwas zu schreiben, ist sicher aktueller, als über einen Asylwerber aus Georgien. Vorher war ich beim Lidl einkaufen, bin da natürlich bei „Wortschatz“ vorbei, über den Zwillingsleiden schon wieder berichtet hat. Die herausgefallene Tür ist ihr entgangen, aber die wurde jetzt mit einer extra Sicherung befestigt und den Christbaumverkauf daneben gibt es auch. Man kann die Tür jetzt nicht mehr ganz aufmachen, schreibt Evi, soweit geht es aber, daß ich einen Fund machte, der mir bei meiner Recherchearbeit vielleicht ein wenig helfen kann. Gab es da ja ein Buch aus der Reihe Prague Noir „The Weeping Woman on the Streets of Prague“ und die Marianne reist ja dorthin, weil Jan da in der Karls-Universität ein Ehrendoktorat verliehen bekommt und ich habe in meinen letzten Bericht beklagt, daß das vielleicht etwas schwierig wird, denn ich war, glaube ich, das letzte Mal 1988 in Prag.
Beim Lidl gab es dann auch gleich etwas zu beobachten, nämlich eine eine ältere Frau mit Kopftuch mit vollen Einkaufswagen und etwa zehn Euro zuwenig im Börsel. Die Kassiererin schimpfte, der Securityguard stellte sich schweigend daneben, die Frau verstand nicht und die Verkäuferin schrie unentwegt, „Noch, noch, das gibts doch nicht!“, bis sie dann selber in den Einkaufswagen griff und ein paar Reispackerln hinausbeförderte. Jetzt könnte der Albert Taher bei einer Tante oder Frau wohnen, die keine koptysche Christin ist, nicht lesen und nicht Deutsch kann und mit einem vollen Supermarkt naturgemäß überfordert.
„Dann soll gehen heim, wenn nicht kann Deutsch!“, sagte noch die Kassiererin mit wahrscheinlich ungarischen Akzent. Ich bin das mit meinen Karotten, Parika, Milch und Joghurtbechern auch und dann am Nachmittag an meinem Schreibplatz im Wohnzimmer gesessen. Da habe ich mir zuerst die „Mimi“ durchgelesen, die JuSophie ja so gar nicht gefallen hat und habe ihre Kritikpunkte eigentlich nicht nachvollziehen können, so trivial finde ich es nicht und die Personenführung ist auch dichter, als vielleicht bei „Zwillingswelten“.
Selber kann man das vielleicht nicht so beurteilen natürlich, das weiß ich schon, daß meine Deutschlehrerin in der Straßergasse, die Frau Prof. Friedl, der ich noch immer sehr danke, von den Schularbeiten am begeistertsten war, wo mir der Schlußsatz fehlte und ich dachte „Ein nicht genügend wird es schon nicht werden!“, während es bei denen, die ich sehr gut fand, vielleicht ein befriedigend wurde. Und so ging es mir auch mit meinen Texten, da gibt es einige, wie zum Beispiel „Den Wiederstand beim Zwiebelschneiden“, wo ich mir „Null acht fünfzehn!“, dachte und dann wurde es weitergereicht und weitergereicht und alle waren begeistert, während zu anderen Texten die Reaktionen fehlen. Wie ich ja überhaupt ein bißchen den Eindruck habe, daß die meisten meiner Texte vielleicht nicht so bemerkt werden. Ich kann es nicht verändern oder nur bedingt, in dem ich im Literaturgeflüster über den Schreibprozeß schreibe und das ist zwar riskant, weil man damit Leser anziehen kann, die „Kaum zu glauben, was für Unsinn Sie schreiben, Sie wissen gar nicht, wieviel Schaden Sie damit anrichten!“, kommentieren. Aber das war nur einmal so und hilft ansonsten Klarheit zu finden, denn im Augenblick bin ich noch etwas verwirrt und natürlich, wieder viel zu schnell in die neue Idee hineingesprungen. Die war ja, drei Frauen zu verschiedenen Zeitpunkten in einer Wohnung, interessant und wusch an der Wand, denn wenn ich da von einer Großmutter schreibe, die zuerst eine jüdische Freundin versteckt, dann die, die im Ungarnaufstand aus Budapest flüchtete und die Tochter lernte mit Achtzehn auf der Uni den Dissidenten Jan kennen und die Therese den Vladi, Wassili oder Albert Taher aus Kairo, dann kann das vielleicht interessant sein und auch schon hundertmal beschrieben, aber nun müßte ich, wenn ich es trotzdem noch einmal versuchen will, zum Ausdenken und zum Recherchieren anfangen. Dann schreibe ich los mit der ersten Szene, die Theresa stößt, von der Uni kommend auf eine Demo, trifft dort den bewußten Flüchtling, der inzwischen dreimal seinen Namen geändert hat und dann habe ich beim Schreiben das „Show not tell!“ vergessen und erwähne die Oma mit ihren Freundinnen, die Mutter mit den Jan mehrmals, nehm mir so die Spannung weg und auf Seite siebzehn sitzt die Theresa nach dem Babysitten mit dem gefundenen Tagebuch da und ich tue dasselbe mit den Gedanken „Ich kann es nicht, ich kann es nicht!“
Daß ich da korrigieren sollte, weiß ich schon und habe das am Samstag auch getan. Aber vorher wollte ich noch eine Pause machen und mir die Werwolf-Weihnachtsgeschichte, die es bei literaturcafe.de zum downloaden gibt, anhören. Die, die sich jetzt wundern, ja, das lese oder höre ich sonst eher nicht, aber die Geschichte ist sehr interessant, weil eigentlich ganz einfach gestrickt und dann jongliert sie, wie selbstverständlich mit unrealistischen Tatsachen, nämlich, daß sich ein Mensch in einem Werwolf verwandelt und das noch mit Hilfe von autogenen Training tut.
Dazwischen kamen der Alfred und die Anna vom Almweg zurück, wo sie Äste, die sie abschneiden mußten, wegräumten und ich habe zu der Werwolf-Geschichte korrigiert, soll man nicht, denn da ist die Aufmerksamkeit dann nicht zur Gänze da, aber das Schuldgefühl „Ich kann es nicht, ich kann es nicht!“, so daß ich am Ende eine halbe Seite weniger Text, aber noch keine richtigen Idee fürs Weiterschreiben hatte und als ich dann mit Thomas Wollingers „Archäologin“ in die Badewanne stieg, fand ich auch noch so ziemlich mein ganzes Szenario, den 1956 über die Grenze gekommenen Slowaken, die NS-Zeit, die ja ein Dauerbrenner für viele Romane ist und der Gedanke „Das brauche ich nicht auch noch nochmals schreiben!“, war wieder da. Zwar auch eine Lösung, wie ich die Rosa-Szenen integrieren könnte, indem ich einfach Jahreszahlen vor die Szenen schreibe. Ich weiß aber noch nicht so genau, ob ich das will, denn mir fehlt der Stoff. Obwohl ich ja eigentlich eine Fülle von Ideen habe, aber alles nicht neu und zu wenig konkret. Am Sonntag dachte ich dann, als ich von Vaclav Havels Tod hörte, daß das Marianne und Jan erfahren könnten, während sie an der Moldau spazieren gehen. Die Türkin aus dem Lidl wird zu Alberts Tante und wenn ich das Ganze noch einmal ohne Hintergrundtext durchgehe und die Fallen herausnehmen, die mich am Einsteigen in die Handlung hindern, komme ich vielleicht weiter, Szene für Szene. Am besten lasse ich mich in den Schreibprozess ein und versuche all die Gedanken „Das ist wieder nicht gut genug! Das wird sicher wieder nichts!“, möglichst weg, sondern denke „Du kannst schreiben, denn das hast du das ja schon sehr viel getan und einen Roman schreibt man nicht einer Woche, nimm dir da ein Beispiel an Thomas Wollinger!“, der, was mich sehr freut, inzwischen seinen zweiten Roman beendet hat und in seinen Blog von den Plänen zu seinem nächsten schreibt und das finde ich sehr schön, daß er da offen von den Fallstricken und Hindernissen berichtet, weil man da viel lernen kann und sieht, daß es nicht nur mir so geht.

2019-06-16

In die Schreibwerkstatt

Filed under: Alltagsgeplauder,Schreibbericht — jancak @ 00:52
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Ich habe ja die Sommer, als ich mich noch die „richtige Sommerfrische“ begeben habe, also Montag, Dienstag meine Praxistage machte und dann nach Harland fuhr meistens mit einer sogenannten Schreibwerkstatt begonnen oder mir auch vorgestellt, daß ich jetzt Stadtschreiberin von St. Pölten wäre und auch einige diesbezügliche Texte verfaßt.

Lesemarathone habe ich da auch manchmal veranstaltet und meistens an einem „Work on Progress“ gearbeitet, daß ich dann diesbezüglich geschrieben habe.

Meine Art mich im Literaturbetrieb festzuhalten, von dem ich, seit ich blogge ja vielleicht noch ein wenig weiter draußen bin und vielleicht noch weniger ernst oder wahrgenommen werde, obwohl das natürlich ein Paradoxon ist, weil man ja auf einem oder ein paar Klicks in mein gesamtes literarisches Schaffen oder zumindestens in das das, was seit dem Sommer 2008 passiert ist, eintauchen kann.

Das Interesse daran hält sich in Grenzen, für mich ist mein Blog, der ja demnächst seinen elften Geburtstag hat, sehr wichtig, obwohl ich ihn ja  immer mehr nur für mich betreibe.

Es ist aber eine sehr gute Reflexion über mich, mein Schreiben, die siebenundzwanzig Bücher, die seither, glaube ich, entstanden sind und natürlich über die, die ich lese. Das ist ja ein Vorteil des Bloggen, daß einem die Bücher angeboten werden, ich sie ziemlich ungeniert anfrage und die Bücherschränke gibt es ja seit 2010 auch und die Veranstaltungen, die ich besuche.

Mein Blog ist also der ausdruck meines literarischen Lebens und seit der Alfred in Altersteilzeit ist, als nur Dienstag bis Donnerstag arbeitet, gibt es die klassische Sommerfrische nicht mehr, denn da fahre ich dann im Sommer jede Woche, sonst nur jede zweite oder dritte am Donnerstag nach Harald und komme Montag oder Dienstag früh zurück nach Wien.

Donnerstags erst sehr spät, denn da gibt es in Wien ja die O-Töne, die ich vorher versäumt habe, die aber sehr interessant und wichtig sind, weil man sich da ja ganz gut ausrechnen kann, was dann später auf den Buchpreis und Debutpreislisten stehen wird und Montagabend verlocken auch die Sittl-Sommerlesungen, so daß die Sommerfrische eigentlich keine mehr ist, denn am Freitag will der Alfred meistens, daß ich ihm im Garten helfe, am Samstag fahren wir zum Markt und am Sonntag üblicherweise auf die Rudolfshöhe, so daß für ein wirkliches Eintauchen in eine Schreibwerkstatt eigentlich keine Zeit ist

Das wird heuer vielleicht auch ein bißchen anders und ein Schreibwerkstadtprojekt habe ich dieses Jahr auch, sogar ein monumentales und umfassendes, das weit mehr, als bis in den August, wo wir ja wieder in die Schweiz und diesmal nach Locarno zum Filmfestival fahren werden, dauern wird.

Habe ich doch vorige Woche endlich die erste Korrekturphase der „Magdalena Kirchberg“ beendet und nach meinen üblichen Ritualen, wie Fensterputzen oder Bücherräumen bin ich zu meinem nächsten Monsterprojekt, das mich wahrscheinlich mindestens bis Ende des Jahres, wenn nicht noch länger, falls ich es nicht für den „Nanowrimo“ unterbrechen, beschäftigen werde.

Habe ich doch vor ein zweites „Literaturgeflüsterbuch“ herauszugeben, das sich diesmal mit meinen Schreiben und den siebenundzwanzig Bücher, die seit es den Blog gibt, beschäftigten wird.

Denn irgendwann habe ich ja angefangen, den Blog zum Vermarkten meiner Bücher oder der Vorstellung meines Schreibens zu benützen, daß das nicht funktioniert hat, habe ich schon geschrieben. Das heißt, das Interesse meiner Leser, die sich wahrscheinlich nicht wirklich für mein selbstgemachtes Schreiben, mit den falschen scharfen „ß“ interessieren, habe ich nicht geweckt, aber ich habe für mich selbst mein Schreiben reflektiert, die Themen zusammengefaßt und da vorallem im vorigen Jahr im Jubiläumsjahr zehn Jahre  einige diesbezügliche Artikel verfaßt, die ich jetzt in Buchform zusammenfassen möchte, damit man, wenn man es so will, schön alles hintereinander und in einem lesen kann.

Da habe ich dann auch die in der Website erhaltenen Probekapitel der bücher seit der „Radiosonate“ und der „Magdalena Kirchberg“ zusammengestellt und werde dann im nächsten oder übernächsten Jahr wieder ein sehr dickes Buch haben.

Nämlich eines, das derzeit im Rohtext 269 Seiten und 97.981 Worte hat, die bin ich jetzt dabei durchzusehen. Vorläufig löse ich noch die Verlinkungen auf und schreibe die Buchbeschreibungen aus der Website neu. Dann werde ich mir das ganz ausdrucken und korrigieren und korrigieren, was zwar einerseits leichter sein müßte, da es sich ja schon, um veröffentlichte Texte handelt, ew werden aber, würde ich jetzt einmal schätzen, auch sehr viele Wiederholungen darin sein, von denen ich entscheiden muß, was ich drinnen lassen und was ich verändern muß.

Ein Glossar, um die Namen und die Anspielungen zu verstehen, wenn ich die Verlinkungen weglasse, werde ich vielleicht auch noch brauchen und und und…..

Seit einer Woche gehe ich jetzt schon durch den Text, bin derzeit bei der Hälfte und denke, daß es ein sehr spannendes Projekt ist, das mir Einsicht in mein schon vorhandenes Schreiben gibt und da denke ich wohl, so viel habe ich schon und so genau habe ich das beschrieben und verlinkt und keinem fällt es auf und ist daran interessiert.

Schade eigentlich, es ist aber auch egal, für mich ist es wichtig, habe ich schon oben geschrieben und da wird es auch sicher spannend sein, sich das nächste halbe Jahr oder länger mit meinem Schreiben zu beschäftigen und auf einem Blick ein schönes Stück Literaturgeschichte in der Hand zu haben, obwohl ich mir schon öfter dachte, daß der Vorteil im Blog, die Verlinkungen sind, die im Buch dann wegfallen.

Die Bilder tun es auch. Dafür hat man alles auf einem Blick zusammen und kann, wenn man das möchte, sich in mein literarisches Schaffen einlesen.

Ich weiß nicht, wer und wieviele das möchten, bin jedenfalls gespannt und freue mich sehr auf das nächste, schreiben wir mal, halbe Jahr, wo ich mich intensiver mit meinem Schreiben befassen werde und da habe ich auch vor, nicht nur im Blog, sondern auch in einem eigenen Schreibjournal darauf zu reagieren und zwar habe ich ja kurz nach dem ich mit der „Magdalena“ fertiggeworden bin, mir eines der schönen Notizbücher, die ich in meinen Regalen liegen habe, genommen und mir vorgestellt, daß mich die Schreibtrainerin Fritzi Jelinek bekannt aus der „Absturzgefahr“ und der „Pensionsschockdepresseion“ ja bei meinem nächsten „Work on progess“ begleiten werden.

Das war dann für den nächsten Roman geplant, wo ich ja mit Hilfe der „Heldenreise“ oder Jurenka Jurks „Romanfahrplan“, die Geschichte eines Arztes beschreiben will, der einer Psychose wegen seine Berufslaufbahn unterbrechen muß und in einem Cafe sowohl eine literaturinteressiere Obdachlose, als auch die Schauspielschülerin Fräulein No, die dort kellnert, kennenlert.

Das wird  noch ein bißchen dauern, bis ich dazukomme, aber über meine Schreibwerkstattberichte könnte ich ja Buch führen und da könnte ich auch die Fritzi ein bißchen über meine Schultern schauen lassen und vielleicht Notizen über das schon vorhandene oder auch schon das Neue einfließen lassen.

Also das Buch mitnehmen, wenn ich mich in zwei wochen in meine verkürzte Sommerfrische oder verlängerten Wochenenden begeben werde und das Buch vielleicht auch in die Handtasche stecke, wenn ich vielleicht doch längere oder kürzere Rechercheschnupperzüge machen.

Da habe ich ja auch gedacht, daß ich mich, wenn mir mal fad ist und nichts weitergeht, damit neben den „Wortschatz“ oder anderen Bücherschrank setzen können und aufnotieren, was die Autorin Eja Augustin, die ja wieder einen Roman schreiben will und das nicht so kann, vielleicht erlebt.

Mal sehen, noch bin ich ja noch nicht so weit oder es liegt noch ein Restwochenende vor mir, wo ich den Samstag ja zuerst auf dem Wehrgassen-Straßenfest und dann bei der Besichtigung von Ruths neuer Wohnung verbracht habe, vor mir, wo ich  mein Mankuskript durchgehen kann, dann ein verlängertes Wochenende in Harland, bevor es in den Sommer geht und da folgt diesmal das Bachmannlesen vor meinem elften Geburtstagfest.

Eine Lesung gibt es im Juli auch und Ende August, die Lesung beim „Linken Wort am Volksstimmefest“, wo ich diesmal aus der „Magdalena“, eine der „Maria Mattuschek-Szenen“ lesen werde, ich weiß noch nicht genau welche, aber eine wird auch in das „Literaturgeflüsterbuch“ über das Schreiben hineinkommen.

2019-06-08

Büchertag vor Pfingsten

Pfingsten naht, das wir wieder in Harland verbringen werden, ein Radausflug nach Nußdorf an der Traisen ist geplant und am Samstag die Radfahrt in die Stadt zum Markt und Pfingsten, das ich ganz früher noch als Studentin und junge Psychologin in St. Gallen in der Steiermark mit dem „Klub der logischen Denker“ verbracht habe, hat auch öfter etwas mit dem Lesen zu tun.

Habe ich doch einmal als sich der Alfred irgendwo befand, einen Lesemarathon gemacht und habe da entweder den ganzen Tag gelesen oder einen Rundgang von einem Bücherschrank zum anderen gemacht.

Heuer hatte ich etwas zeitversetzt etwas Ähnliches vor, denn ich habe es ja am Dienstag geschafft mit etwas Schummeln, also einem eher flüchtigen Korrigierdurchgang die „Magdalena“ zu beenden und dem Alfred zur Endkorrektur und Formatierung zu übergeben und da beginnen dann immer meine Rituale.

Als Erstes habe ich einen Artikel geschrieben, in dem ich mich damit befasste, wie mich meine schon vorhandenen Fguren, der Psychiater Theo Hardenberg vielleicht, aber auch die Schreibtrainerin Fritzi Jelinek mit ihrer Bibbliotherapiegruppe, sowie die pensionierte Bibbliothekarin Lisbeth Hahenpichler durch meinen nächsten Schreibprozeß führen können, aber der wird ja auch im Korrigieren der schon im Blog entstandenen Schreibetexte bestehen.

Die Figurenanalyse habe ich dann am nächsten Tag auch in ein schönes Notizpunkt aufnotiert, das mir, glaube ich, meine Hauptschulfreundin Christa U. zum Geburtstag schenkte und dann habe ich am Mittwoch nach meiner Einuhrstunde schon einen kleinen Shoppinggang zum Bacherpark und die Spengergasse zu Stephans Teichgräbers „Revolutionsworkshop“ gemacht, das heißt, ich bin vorher auf die Post gegangen, habe mir Unterwäsche gekauft, ein Eis gegessen und dann eine Stunde lang im Bacherpark im Alexejs Toistoi gelesen.

Eine größere Rechercherunde werde ich wohl erst machen, wenn ich mit dem nächsten Romanprojekt beginne. So habe ich am Donnerstag, was auch schon sehr notwendig war, die Wohnung und die Fenster geputzt und am Freitag wieder einen Büchertag, wie das ja manchmal mache, daß ich mit dem Staubtuch durch meine Bücherberge fahre und mir ansehen, was ich mir so von den Bücherschränken nach Hause getragen habe und lesen sollte, aber noch nicht dazu kommen.

Mit den Rezensionsexemplaren bin ich ja vorerst fertig. Jetzt habe ich im Badezimmer den Bücherstapel von meiner 2019 Bücherliste, die längere, die ja bis ins Jahr 2030 reichte, habe ich inzwischen gelöscht, vor mir.

Also mich einen Tag lang durch meine ungelesenen Bücher zappen, da ein Kapitel, dort eine  Seite lesen und mir Notizen machen, habe ich geplant und es dann doch nicht geschafft, die Bücher anzulesen und auch das Anlegen neuer Leselisten nicht, ich habe mir nur ein paar Booktube Videos angehört und meine Bücherreihen ein wenig durchforstet.

Julia K. Stein, die Schreibtrainerin im Netz, die mich einmal zu einem Webinar eingeladen hat, mir seither ihre Rundbriefe schickt und von der ich vor kurzem auch im Schrank ein Buch gefunden habe, hat mir vor kurzem ein Lese-Journal und ein Referat darüber geschickt, wie man das Lesen effenzieller gestalten kann, in dem man sich ein Bookjournal bastelt, in das man dann alle Bücher einträgt, die man liest und sich seine Notizuen darüber macht. Ein solche Buch habe ich auch schon mal im Schrank gefunden und es mir im Vorjahr auf unseren Schweiz-Urlaub mitgenommen.

Ansonsten befindet sich mein Buchjournal ja im Netz, denn da gibt es ja meine Leseliste, die inzwischen fast nur noch aus den schon gelesenen Büchern, aber das sind ja auch eine ganze Menge und meine Rezensionen beziehungsweise Buchbesprechungen besteht, denn ich schreibe ja über jedes Buch, das ich gelesen habe und ich lese auch alle aus.

Eine Bücherabbrecherin bin ich ja nicht und ich lese auch nur sehr selten parallel, vor einer Woche habe ich ein E-Book und eine Printausgabe parallel gelesen, weil man seinen Computer nicht in die „Alte Schmiede“ und auch nicht ins Landesklinikum nach St. Pölten mitnehmen kann und ich den E- Bookreader, den ich habe, eigentlich kaum benütze.

Der Uli, der mich auf seinen Blog inzwischen sperrt, weil ich ihm seiner Meinung nach zuviele unpassende Fragen, wie, wie er das Strache-Video oder, daß die Grünen bei der Europa Wahl so stark gewonnen habe, findet, stelle, meint zwar,  ich würde die Bücher nur sehr flüchtig und oberflächig lesen, aber das stimmt , glaube ich, nicht.

Ich lese eigentlich auch nicht sehr schnell, schaffe keine hundert Seiten in der Stunde, sondern eher fünfzig, streiche mir  sehr viel an, aber natürlich zwei bis drei Bücher pro Woche, sollte ich angesichts meiner Bücherberge doch schaffen und so werde mir für einen Arno Schmidt kein Jahr lang Zeit nehmen, sondern notfalls überfliegen, wenn ich nichts mehr verstehe.

Im Moment lese ich auch sehr lange und langsam am Alexej Toistoi, was daran liegt, daß ich beim „Leidensweg“ den Band zwei ausgelassen habe und daher mit  Band drei, wegen der dazwischen liegenden Lücke meine Schwierigkeiten habe.

Bei dem „Lese-Journal“, das sind die sechs Seiten, die man sich bei julia K. Stein ausdrucken kann, kann man sich die Bücher ankreuzen, die man in der nächsten Zeit lesen will, man kann auch seinen Eindruck in Form von eins bis sechs Sternchen wiedergegeben, etwas was ich auch nie mache, ich bewerte keine Bücher, sondern fasse sie zusammen und schreibe ehrlich und offen was mir gefallen hat und was nicht, man kann auch seine Lieblingssätze herausschreiben und sogar das Cover übertragen.

Und natürlich schleppe ich  immer ein Notizbuch herum in das ich mir eintrage, was ich demnächst schreiben will und jetzt habe ich auch eines, wo mich meine Lieblingsfiguren bei meinem übernächsten Buchprojekt begleiten werden, während ich am „Literaturgeflüsterbuch“ über mein Schreiben arbeiten werde.

2019-06-03

Montagsgeflüster

Heute habe ich eigentlich wieder ins Literaturmuseum zu einer Frederic Morton-Lecture gehen wollen, aber der Alfred will lieber ins Kino, wo es den Film „Inland“ spielt, wo es um ehemalige SPÖ-Wähler geht, die inzwischen die FPÖ wählen, also in Zeiten wie diesen, wo gerade innerhalb von zwei Wochen die zweite Regierung angelobt wird, weil es kurz vor der EU-Wahl ein Video gab, das zum Rücktritt von Vizekanzler Strache führte, dann wurde Innenminister Kikl abgelöst, worauf die gesamte FPÖ-Regierung zurücktratt und es am Montag nach der EU-Wahl einen Mißbtrauensantrag an die Regierung sowie Kanzler Kurz gab, während wir am Donnerstag zuerst in den Museen und dann am Ballhausplatz auf der Demo waren, hat  Bundespräsident van der Bellen, eine neue Experten-Bundeskanzlerin angelobt, die jetzt ihr Übergangsteam zusammen hat und es gibt schon Spekulationen, daß die Grünen nach der Neuwahl im September oder so, der Termin steht noch nicht fest und da habe ich mich mit dem Alfred am Donnerstag sehr gestritten, weil der meinte, daß es gar nicht fix sei, daß es Neuwahlen gäbe, weil manche aus taktischen Gründen, die Expertenregierung länger im Amt haben wollen, ich will das nicht und denke, daß der Film ganz interessant sein wird, obwohl er mir wahrscheinlich nicht so viele neue Erkenntnisse bringen wird und eine Vorlesung zur Literatur über Frederic Morton, dessen „Eigkeitsgasse“, ja, das erste „Eine Stadt-ein Buch“ Exemplar war, so daß ich den 2015 in Wien verstorbenen Schriftsteller, den ich, glaube ich, anläßlich der Aktion auch gesehen habe, kennenlernen und lesen konnte.

Es gibt aber sicher einiges zu flüstern, was ich in den Turbulenzen der letzten Tage und Wochen vergessen habe und nicht dazugekommen bin.

Am Dienstag nach Ostern ist ja mein Gips heruntergekommen, so daß ich wenn auch Anfangs und vielleicht auch noch immer ein wenig mühsam, wieder zu Veranstaltungen gehen konnte.

Der Alfred ist gleich am nächsten Tag mit dem Karli auf große Kuba-Reise gegangen und vor zwei Wochen, als Österreich gerade von dem „Ibiza-Video“ erschüttert wurde, wieder zurückgekommen.

Dazwischen hat es unseren zweiten Spaziergang im öffentlichen Raum, der eigentlich eine U-Bahnfahrt war, gegeben, der von der VHS initiierte ist ja  ausgefallen, meine Lesung aus der „Unsichtbaren Frau“ hat es im Republikanischen Club mit nur sehr wenig Zuhörern gegeben, was ich eigentlich sehr schade finde, denn es ist ja ein sehr schönes und jetzt sehr aktuelles Buch, dafür wird es am 16. 7. im Cafe Westend eine kürzere Lesung draus geben und als ich vor zwei Wochen bei„Krit-Lit“ war und mich da länger mit Gernot Rgger unterhalten habe, hat mir der die heurigen „Bachmann-Leser“ auf seinem Handy gezeigt.

Daß die bekanntgegeben wurden, ist mir offenbar entgangen und der „Bachmann-Preis“ wird heuer wieder eine Woche früher, also ende Juni, wie das früher war, stattfinden.

Es lesen fünf oder sechs Österreicher hat mir Gernot Ragger gesagt, darunter sind mir Sarah Wipauer, die meinen Blog eine Zeit lang verfolgte und Lukas Meschik von dem ich schon was gelesen habe bekannt, die anderen Auserwählten nicht so sehr.

Das heißt von Birgit Birnbacher habe ich auch schon was gelesen und sie war auch sowohl für den Blogglerdebutpreis als auch für den „Alpha“ nominiert. Sonst stehen noch Ines birkhan, die ich vielleicht vom Sehen kennen könnte, Leander Fischer und Julia Jost als Österreicher auf der Liste, die ich, wie alle anderen Autoren erst kennenlernen muß, also sehr spannend, obwohl leider weit weg von mir, denn ich befinde mich ja sehr Abseits vom Literaturbetrieb und streite inzwischen eher mit dem Uli auf seinem Blog über die Politik herum, als daß ich hier einen ernsthaften literarischen Diskurs führte.

Schade, kann man aber nichts machen, die Politik ist aber auch interessant, beziehungsweise bedenklich und sonst war ich gestern mit dem Alfi wieder auf der Mostalm, zweimal auf der Demo und was die Literatur betrifft, korrigiere ich immer noch an der „Magdalena Kirchberg“ herum und scheine nicht und nicht damit fertig zu werden, was vielleicht auch etwas bedeutet, daß das nicht zu gehen scheint, weil ich mir dann immer denke „Soll so sein, es müßte aber von außen etwas kommen, was ermutigt und neuen Schwung und neue Richtug gibt!“

Aber da kommt ja nichts und, wenn ich endlich damit fertig bin,  ist vielleicht schon Sommer und ich in der Sommerfrische oder die ist vielleicht auch schon wieder aus, will ich ja ein neues „Literaturgeflüsterbuch mit meinen Texten übers Schreiben“ erstellen und dann was Neues schreiben, aber was, ich habe zwar schon eine Idee, finde sie aber inzwischen nicht mehr so interessant und schwanke zwischen dem „Das wird ja nichts!“ und „Ich bin schon ausgeschrieben!“, weil ich ja in meinen über vierzig selbstgemachten Büchern schon wirklich alles angeschrieben habe.“

Trotzdem hat mir das „Literaturgeflüster“ literarisches Selbstbewußtsein gebracht, ich habe mir eine „Wikidpedia-Seite“ erstellt und jetzt da alle meine Bücher drinnen, die die mir ein paar jahre ja herausgestrichen haben, weil, „Selbstgemachtes, nein das wollen wir nicht!“

Das hat sich inzwischen, wie ich immer schreibe, zwar sehr geändert, es schreiben jetzt wahrscheinlich wirklich alle Leute, die das wollen und stellen ihre Bücher bei „Amazon“ ein, angebich liegen die dann auch ganz vorne im Ranking, was mich immer noch ein wenig wundert, weil die Leute auch viel weniger lesen, in den Literaturbetrieb und auf Buchpreislisten, was für mich interessant wäre, kommt man damit aber, glaube ich, noch immer nicht und auf meinen Blog, wo ich meine Bücher, glaube ich, gut vorstelle, dümple ich damit nur dahin.

Soll so sein und macht auch nicht wirklich was, auf mein Selbstbewußtsein drückt es dich dann aber doch wieder aus, obwohl ich zu mir und meinem Schreiben stehe und denke macht ja nichts, wenn das niemanden interessiert, aber ein bißchen schade ist es natürlich doch.

Dann bleibt dann nur das Lesen über und seit ich Rezensionsexemplare bekomme und es die „Bücherschränke“ gibt, türmen sich bei mir die Bücher,  komme mit dem Lesen nicht mehr nach und würde es auch nicht schaffen, wenn ich ein zehn Mal so langes Leben hätte.

Da würde ich ganz gerne, wenn ich mit dem Korrigieren fertig bin, wieder einen Büchertag machen und einen Artikel darüber schreiben, beziehungweise meine Leseliste vielleicht wieder ein bißchen auffrischen. Mal sehen, wann und wie das wird, weil sich meinLeseenthusiasmus auch ein wenig verdümpelt hat und ich mir jetzt auch öfter denke, wozu soll ich das lesen, die anderen tun das bei mir ja auch nicht?

ich lese aber inzwischen Tolstois „Leidensweg“, erster Teil und finde das ganz interessant, den ersten Weltkrieg auch von der anderen, der russischen Seite, kennenzulernen und werde im Juni, weil jetzt keine oder weniger Rezensionsexemplare kommen, mich an meine „Backlist“ machen, die ja sehr interessante Schmankeln hat.

Das also zu meinem literarischen Alltag oder meinen „Literaturgeflüster“, wo es ja auch Eniges jenseits des Veranstaltungskalender zu vermelden gibt.

Im sommer wird es wahrscheinlich wieder die „O-Töne“ geben, da habe ich aber noch kein Programm gefunden und die Cafe Prückl- Sommerlesereihe, wo ich leider keinen Termin bekommen habe, obwohl ich mich bei Birgit Schwaner darum beworben habe, Christa Nebenführ, die das früher machte, war ja von meinem realistischen Schreiben nicht so begeistert und hat mir das auch sehr direkt gesagt,  nun ja, nun ja, auch das realistische Schreiben ist wichtig und ein bißchen Anerkennung drum herum wahrscheinlich auch. Und das Enkelkind wird wohl auch bald kommen, am neunten wäre der Geburtstermin und da ist ja Pfingsten und da werden wir wieder in Harland sein und nach Nußberg an der Traisen zum Pfingstmarkt radeln, denn das Radfahren ist ja kein Problem, nur das Stiegensteigen nach unten, ist noch ein bißchen schwer, aber das trifft wahrscheinlich auch in den anderen Bereichen so zu.

2019-04-22

Deine kalte Hände

Filed under: Bücher — jancak @ 00:14
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Nun kommt der dritte Roman der 1970 geborenen koreanischen Schriftstellerin Han Kang, deren „Vegetarierin“ mir ja sehr gefallen hat.

„Menschenwerk“ das zweite Buch ist nicht zu mir gekommen und mit dem dritten Roman, den die Autorin, glaube ich, aber als erstes geschrieben hat, hatte ich so meine Schwierigkeiten.

Ist es doch eine Rahmenhandlung, die laut Klappentext und Beschreibung von menschlicher Einsamkeit und einem exentrischen Künstler erzählt.

In der Rahmenhandlung,  dem Prolog und dem Epilog, erzählt die Schriftstellerin H. wie sie bei einem Besuch in der Stadt Gwangju, das ist auch die, wo Han Kang geboren wurde, auf das Werk des Bildhauers Jang  Unhyong aufmerksam wurde, der vor allem Gipsabdrücke von weiblichen Körpern machte.

Zufällig geriet sie in eine Ausstellung seiner Werke, begegnete ihn dann während einer Theateraufführung und schließlich bekam sie von seiner Schwester, zu dem Zeitpunkt, wo er schon verschwunden war, sein Tagebuch zugeschickt.

Das ist dann der Roman „Deine kalte Hände“ und erzählt im ersten Teil von der Jugend des Bildhauers in einer eher kalten lieblosen Umgebung.

Es gab zwei jüngere Schwester, einen strengen Vater der Hochschullehrer war und sich mit der Mutter nicht gut verstand, eine seltsame Tante, die ihm des Diebstahl eines Geldbetrages verdächtige, deshalb wurde er vom Vater solange geprügelt, bis er den Diebstahl, den er nicht begangen hatte, zugab.

Dann ist er schon Bildhauer und  begegnet die hundert Kilo schwere L. die alle wegen ihrer Unförmigkeit anstarren. Er ist aber von ihren Händen begeistert, will Gipsabdrücke machen und begegnet ihr später wieder, als sie fünfzig kilo abgenommen hat, buliminisch ist und ihm erzählt, daß sie erst durch die Vergewaltigung, des Freundes ihrer Mutter, so zugenommen hat.

Jetzt wohnt sie bei ihm, er begleitet sie durch ihre Magersucht und muß sie, als sein Vater gestorben ist, verlassen.

Drei Tage später kehrt er in sein Atelier zurück, da ist sie verschwunden, sie hat hat das Atelier zerstört und er muß es ein paar Tage lang aufräumen.

Dann kommt er durch Vermittlung eines Freundes in Kontakt mit der Innenarchitektin E., die die Handskulpturen abkaufen will.

Er beginnt  mit ihr ein Liebesverhältnis, will zuerst ihr Gesicht, dann von ihrem ganzen Körper Abdrücke machen, was in einem ziemlichen Eskaltaion endet, da E. auch von ihm Abdrücke macht und die beiden, wie in dem Buch steht, schließlich in einer gemeinsamen Selbstauflösung  verschwinden.

H. erkrankt, ob dieser Aufzeichnungen, gibt das Buch erst später der Schwester zurück, die die Werke ihres Bruders ausstellen will. Da kommt es dann zu einer Begegnung von einem Paar von dem man nur vermuten kann, daß es der Bildhauer und E. waren.

Der Ton war spannend und für mich ungewöhnlich, der Erzählstil ebenfalls. Berührend waren für mich die Stellen wo L.s Magersucht beschrieben wurden. Mit den anderen Teilen der Geschichte, vor allem mit dem Schluß, habe ich mir eher schwer getan und die „Vegetarierin“ hat mir, glaube ich,  besser gefallen.

Vielleicht ist es ein Anfangswerk und Han Kang hat, die in einem kurzen Nachwort schreibt, „daß sie vor allem dankbar ist, daß sie lebe und daß es ihr vergönnt sei, als Schriftstellerin zu arbeiten“, ihren mich in der „Vegetarierin“ so berührenden Stil,  später erst gefunden.

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