Literaturgefluester

2018-05-15

Wien 1938

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:42
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2018 ist ja ein Gedenkjahr in jeder Hinsicht und zum Gedenken des März 1938, achtzig Jahre Anschluß, gibt es ja in der Wien Bibliothek eine große Ausstellung mit einem großen Begleitprogramm und im Zuge dessen wurde heute Manfred Flügges „Stadt ohne Seele -Wien 1938“ vorgestellt.

Wegen meiner achtzehn Uhr Stunde, bin ich wieder zu spät gekommen. Es war aber glücklicherweise genug Platz. Suzie Wong hat gerade eröffnet und, daß die Herren am Podium andere waren, als im Programm angekündigt, habe ich erst nach und nach mitbekommen.

Denn der Autor des Buches, der 1946 geborene Manfred Flügge, der 1992 beim Bachmannpreis gelesen hat, war erkrankt und es war  offenbar der Historiker Gerhard Botz da, der mit dem Moderator ein Gespräch führte, während der dritte Herr ein Schauspieler war, der aus dem Buch las und die Frage an den Historiker, der ja auch ein Buch zu diesem Thema „Wien im „Nationalsohzialsmjus“ geschrieben hat, das zu der Zeit in der „Wien Bibliothek“ vorgestellt wurde, als ich in Würzburg, Essen oder Leipzig war, war, wie weit sich ein Zeitroman über den Nationalsozialmus, denn das Buch wurde als solcher betitelt, von einer historischen Studie zu dieser Zeit unterscheidet.

Und das ist ja eine Frage, die mich, die ich in letzter Zeit einige fiktive Biografien lese und jetzt gerade mit einer über Karl Marx, der vor kurzem zweihundert wurde, beschftigt bin, auch sehr interessiert.

Der Historiker hat naturgemäß einiges an der narrativen Erzählweise auszusetzen und hätte gerneä wie er sagte, mit dem Autor selber diskutiert.Er brachte auch einige Fakten, die mit meinem Wissen beziehungsweise dem was der Autor geschrieben hatte, nicht übereinstimmte.

So ging es um die Opferrolle. Österreich das erste Opfer oder in der Täterrolle, der Novemberprogrom ist ja in Österreich offenbar viel brutaler, als sonstwo im Reich ausgefallen und die Frage wurde auch erläutert, ob der Einmarsch der deutschen nur ein Scheinangriff war, der leicht überwältigt werden hätte können, wie der Autor offenbar behauptete, Gerhard Botz aber widerlegte.

Einige Stellen wurden vorgelesen und das Buch blättert den März 1938 offenbar an einigen exemplarischen Beispielen auf. So wurde eine Fluchtgeschichte von einem Buchhändler vorgelesen und die sehr spekulatäre Flucht von Sigmund Freud erwähnt. Egon Fridell hat sich aus dem Fenster gestürzt und vorher noch „Zurücktreten bitte!“, gerufen, die Frage weiviel Selbstmorde es am zwölften März und kurz darauf gegeben hat, wurde diskutiert.

Ich weiß von einigen, die danach ins Rothschild Spital eingeliefert und vom jungen Viktor Frankl, der das, als seine Pflicht ersah, gerettet wurden, das steht in einem Buch, das ich mir von einigen Jahren schenken ließ und der Tenor des Buches ist offenbar, daß das  Verschwinden der vielen Intellektuellen und Künstler, der Stadt an der Donau, die Seele geraubt hat.

Die Ankunft Adolf Hitlers und seine Rede vomHotel Imperial bez. dem Heldenplatz wurde erwähnt und der hat da ja, glaube ich, gesagt, das weiß ich noch von meiner Mutter, „daß Wien eine Perle sei, der er die richtige Fassung geben würde“ und in Harland liegt ein Bildband, ich glaube von 1946 oder 47, der dann das Resultat dieser Fassung, nämlich das zerstörte Wien, zeigt.

Jetzt ist es aber um den Anschluß gegeangen und ein Original O-Tonzital von Manfred Flügge, das in Ö1 gesendet wurde, wurde auch gespielt. Dann gab es Brot und Wein. Ich habe mich mit dem Chemiker Manfred unterhalten und bin jetzt gespannt, ob das Buch, das bei „Aufbau“ erschienen ist, zu mir kommen wird und, als ich beim Nachhause gehen in die Buchhandlung Jeller hineingesehen habe, habe ich gesehen, daß „Wagenbach“ Vicki Baum „Hotel Berlin“, das ja in Berlin in oder nach dem Nationalsozialismus spielt, wiederaufgelegt wurde und das finde ich sehr interessant, weil ich mich  vor kurzem im Literaturhaus über Vicki Baum und diesen Roman, den ich sehr gerne lesen würde unterhalten habe und da die Auskunft bekommen habe, daß es nur mehr sehr wenige in Antiquariaten erhältliche Exemplare geben würde.

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2018-06-05

Wien-Tschechien-Italienreise

„Reisen wir“ heißt eine Reihe in der „Gesellschaft für Literatur“, wo offensichtlich Reisetexte vorgestellt werden. Da war ich schon einmal bei Mirco Bonne und heute hat meine literarische Veranstaltungsreise eigentlich im von 1938 angefangen. Denn da gibt es ja heuer ein Gedenkjahr und deshalb eine Ausstellung in der „Wien Bibliothek“ mit einem Begleitprogramm.

Und da ging es heute im Seminarraum um den Proagandafilm und das ist ja ein sehr interessantes Thema und ich habe mir da Werbefilmchen vorgestellt, wie etwa ein schöner junger SA Mann blond und blauäugig einem ebenso schönen naiven Wiener Mädel erklären soll, wo sie am 10. April ihr Kreuzerl machen soll.

Aber mitnichten, es wurden von Michael Loebenstein und Ingo Zechner, zwei Herren, die trotz der Hitze weiße Hemden trugen, unter derModeration der Direktorin Sylvia Mattl-Wurm nur die Filme gezeigt, die schon in der Ausstellung, da war ich ja bei der Eröffnung zu sehen sind und die haben mich nicht sehr interessiert, weil es da ja um eine Gastwirtschaftstagung im Rathaus, eine Rede des damaligen Bürgermeisters im Apollokino,  wo er den deutschen Buben und Mädeln die Rolle des Sparens erklärt und dann wurde noch irgendein Nazibonze eingeflogen, der den Beamten am Rathaus sprich Adolf Hitler Platz, so hieß er ja damals, offenbar das neue Regime erklärte.

Die wurden besprochen und kommentiert und dann gab es noch zwei Minuten aus der damaligen Polizeileistungsschau, die dese seit 1927 jedes Jahr zu Weihnachten präsentierte und war zu sehen, wie die Wiener Polizisten ihre Knüppel abgeben und die deutschen ins Rathaus einmarschierten.

Interessante aber allemal für die Historiker und wenn ich mit der Mareike Fallwickl fertig bin, steht ja das Flügge-Buch auf dem Programm, da habe ich mich also in das Jahr 1938 schon ein wenig eingesehen und die Plakate habe ich ja auch schon studiert.

Danach also weil es zeitlich passte und es auch keine Alternative gab in die „Gesellschaft für Literatur“, obwohl mich das Buch über den Po, des italienischen Reiseschriftstellers Paolo Rumiz übersetzt von Karin Fleischanderl eigentlich auch nicht so interessierte und ich dachte, da bin ich wahrscheinlich alleine dort und kann mich mit Gustav Ernst unterhalten.

Mitnichten, wie man sich irren kann, könnte ich schon wieder schreiben, aber vorher bin ich an der Buhhandlung Kuppitsch vorrüber am tschechischen Zentrum vorbeigekommen und habe da wieder wie schon im April ein paar Leute mit einem Weinglas vor der Tür stehen sehen.

Also nichts wie hinein. Denn es gab wieder eine Ausstellung, diesmal feierte, wenn ich es richtig verstanden habe, ein tschechisches Gymnasium den Abschied einer Lehrerin mit einer Ausstellung ihrer Werke. Vielleicht war es auch kein tschechisches Gymnasium, es war jedenfall fast nur Tschechisch zu hören und es gab Wein, Brötchen und kleine süße Schnecken und dann nach Italien.

Bella Italia lag diesmal, wie Tschechien in der Herrengasse und oh Überraschung der Vortragssaal sehr voll, so daß schon Sessel im zweiten Raum aufgestellt waren und heiß war es auch.

Ich habe trotzdem, Glück muß man haben, einen Platz in der zweiten Reihe bekommen, mich mit meiner Nachbarin über meine Waldviertler Sandalen unterhalten, Gustav Ernst, der prompt in der ersten Reihe saß zugewinkt und jetzt sehr viel Italienisch gehört.

Karin Fleischanderl, die Übersetzerin moderierte, der 1947 geborene Reiseschriftsteller war sehr charmant und erklärte, daß die Italiener kein Verhältis zu ihren Flüßen haben, so ist der Po verschmutzt. Die Mütter warnen ihre Kinder ins Wasser zu gehen und ihm wurde abgeraten eine Flußreise zu unternehmen.

Das hat ihm natürlich gereitzt, so hat er diese mit dem Kanu, der Barke und dem Segelboot und einigen Freunden unternommen, eine Frau in Schwarz dabei gesehen, auch noch etwas von einem früher erschienenen Buch, das der „Leuchtturm“ heißt  und von der Phantasie erzählt, die man bekommt, wenn man einige Zeit allein auf einer kleinen Insel auf einem Leuchtturm verbringt.

Er hat dann noch viele Fragen aus dem Publikum beantwortet. Es gab einen Tisch mit vielen Büchern, die man, wie Karin Fleischanderl wieder aufforderte, kaufen und sich signieren lassen konnte und ich habe an einem Abend sowohl eine Zeitreise in die Vergangenheit, als auch in das kulinarische Tschechien und eine Reise auf den Po gemacht und dabei bin ich ja gar nicht reiselustig und staune momentan nur über die Mails die mir der Alfred derzeit aus dem schönen weitentfernten Amerika schickt.

2018-02-22

Gedenkjahr 1938

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:15
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Am zwölften März 1938 sind die Deutschen in Österreich einmarschiert, das ist jetzt fast achtzig Jahre her und deshalb gibt es heur ein Gedenkjahr unter anderen, denn die Republik wurde ja auch 1918 gegründet und 1934, der zwölfte Februar, ist jetzt auch kurz vorbei und da habe ich vor einigen Tagen, leider etwas verspätet, einen Comic im Schrank gefunden, den ich im nächsten Jahr lesen will und die Wien Bibliothek rütstet zu einer großen Ausstellung, wie sich das Rathaus, der Verwaltungsapparat Wiens, in der Nacht vom elften auf den zwölften März und dann sieben Jahre lang verändert hat.

„Wir wissen es, daß diese Beamtenschaft ihre >Pflicht auch im neuen  Wien tun wird“, hat der neue Bürgermeister, wahrscheinlich noch im März 1938 in der „Kleinen Zeitung“ geschrieben und das ist auch der Titel der Ausstellung, die heute in der Wien Bibliopthek eröffnet wurde, der Auftakt einer Veranstaltungsreihe, die sich das ganze Jahr durchzieben wird und wo man zu verschiedenen Themengebieten das Jahr 1938 nachvollziehen kann.

Im Jahr 1938 wurde der Rathausplatz in Adolf Hitler Platz umbenannt und der neue Bürgermeister hat sogar einen Balkon am Rathaus errichten lassen, der Adolf Hitler gewidmet war und im Rathaus erklärte Silvia Mattl Wurm, die Direktorin, der Wien-Bibliothe,, hat es schon vor 1938 einen Kreis von NSDAP-Mitgliedern oder Anhängern gegeben, die sich dann in der Nacht zusammengesetzt haben, achtundzwanzig Paar Würstl oder so gegegessen haben, wie Gerhahard Botz,der Experte über den Anschluß, der auch ein Buch darüber geschrieben hat, das am 13. März in der Wien Bibilothek vorgestellt werden wird, wo wir schon in Leipzig sein oder dorthin fahren werden, erklärte, dann übernahm der Vizebürgerfür ein paar Tage die Regierung, der Bürgermeister dankte ab und der neue Bürgermeister hat den Rathausplatz umbenannt oder war es der vorübergegehnde und die Beamten haben ihre Pflicht getan, so wie auch Kurt Waldheim, was hätten sie auch anderes tun sollen?

Ein paar Wiederstandsbewegungen hat es gegeben und einige Leute, die sich erkundit haben, ob sie dafür, daß sie jetzt alle Plätze oder Straßen umbenannen sollen, Überstundengeld bekommen?

Ob das Widerstand oder Geldgier war, ist wahrscheinlich im Nachhinien schlecht zu beurteilen. Christian Mertens, Gerhard Murauer und Gabu Heindl haben jedenfalls aus dem Archivmaterial eine Ausstellung in sechzehn Stationen gestaltet und, wie schon geschrieben, gibt es das ganze Jahr ein Begleitporgramm, wo man erfahren kann, wie das mit den öffentlichen Bibliotheken, den Plakaten zur Volksabstimmung und noch vielen anderen war.

Ein sehr interessantes Thema, in in einer Zeit, wo die Identitären über den Rechtsruck Österreichs jubeln und sich schon Gedanken darüber machen, wann sie ins Parlament einziehen werden?

Gerhard Botz, der jetzt siebenundsiebzig wird, hat jedenall in der Diskussion mit dem Kurator erzhlt, wie das war, als er 1965 mit seiner Forschungsarbeit begonnen hat.

Nachher gab es wieder Brot und Wein und man konnte sich die Ausstellung ansehen, zu der es auch Extraführungen gibt und einen Katalog über das Jahr 1938, der wahrscheinlich zu einem anderen Gedenkjahr entstanden ist, habe ich vor einiger Zeit auch in einem der Schränke gefunden und ihn in Harland stehen.

2017-11-12

Die zehnte Buch-Wien

Filed under: Literaturbetrieb,Veranstaltungen — jancak @ 21:05
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Ohrenschmaus-Lesung © Gerlinde Hofer

Ohrenschmaus-Lesung © Gerlinde Hofer

Die Buch- Wien in der Messehalle gibt es schon seit 2008, vorher gab es die Buch-Woche, die zuletzt im Rathaus stattgefunden hat und ich bin seit Anfang an dabei gewesen und sozusagen immer ein paar interessante Tage dort verbracht, so bin ich auch heuer ein bißchen zu spät, weil ich um fünf die letzte Stunde hatte zur Eröffnung hineingehuscht, wo Benedikt Föger gerade mit seiner Einführung war und offenbar wieder darauf hingewiesen hat, daß sich die Politiker während der Regierungsbildung Zeit für Bücher nehmen sollten, dann kam Stadtrat Mailath-Pokorny, der in die selbe Kerbe stieß.

Karl Markus Gauss war der Eröffnungsredner und erzählte von einer Schweizer Bibliothek in einer kleinen Stadt, die dreitausend Bücher in hundert verschiedenen Sprachen hatten und kam auf diese Art und Weise auch auf die politische Situation zurück, wo die Politiker alle darum wetterten, wer den größeren Sozialabbau hat.

Dann gabs Brötchen und Wein im Literaturcafe bevor es zur langen Nacht der Bücher ging, die mit „5/ 8 in Ehren“ eröffnet wurden, dann kam Michael Köhlmeier, der erzählte warum er nicht gerne politische Romane schreibt und ich kam dann, weil ich dachte, es beginnt erst um neun, zum Bücherquiz, die ersten Bücher waren schon verteilt und die Kanditaten wurden ausgelost, das heißt, sie mußten eine Frage als Erster richtig beantworten, was mir diesmal leider nicht gelang.

Das letzte Mal war ich ja dabei, hatte aber Pech, diesmal hätte ich wahrscheinlich was gewonnen, weil die Leute die, da rateten, zum Beispiel nicht mal wußten, wer der Lebensmensch von Friederike Mayröcker war. Anmerkung für meine Leser oder das womit Günter Kaindlsdorfer geholfen hat, er hat Otto Mops geschrieben.

Ich hab dann doch zwei Bücher gewonnen, nämlich das neue von Birgit Vanderbeke und eine Erzählung von Radek Knapp über Alfred Kubin und vorher hat mir Marius Gabriel die „Funkhausanthologie“ der IG-Autoren gegeben, wo ich auch einen Text drinnen habe.

Der Quizz dauerte ziemlich lang, so daß ich das meiste andere versäumte, habe aber die Judith Gruber Rizy am „Wortreichstand“ getroffen und Ingo Schulze bei einem Buffet der skandinavischen Stände, das es beim Ausgang gab.

Am Donnerstag ging es los auf die Buch-Wien, die mir wieder etwas kleiner vorgekommen ist. So bin ich also zuerst wieder etwas herumgeschlichen und dann auf der Messe-Bühne gelandet, wo zwar etwas für Schüler war, ich aber gleich Cornelia Travniceks Stimme erkannte, die Ratschläge zur „Heldenreise“ beziehungsweise über den Unterschied von Games und Literatur sprach.

Dann kamen schon Doron Rabinovici und Robert Menasse und um zwölf ging ich in ins Foyer hinaus, weil da startete die Aktion „Eine Stadt ein Buch“ mit dem Bürgermeister, wo diesmal  Stuart 0`Nans „Letzte Nacht“, von dem ich vor kurzem „Emily allein“ gefunden habe, verteilt wurde, das Buch wurde dann auch auf der Messe Bühne vorgestellt, der Bücherstapel in der Halle war dann aber seltsamerweise verschwunden.

Ohrenschmaus-Lesung © Gerlinde Hofer

Ohrenschmaus-Lesung © Gerlinde Hofer

In dem ehemaligen „Von Tag zu Tag-Format“ traten dann um ein Theodora Bauer mit „Chikago“ und Saskia Jungnickl auf. Die Buchpreisträger wurden vorgestellt und dann wechselte ich langsam zur Kochbühne hinüber, wo Käsekümmelsnackers hergestellt wurden.

Kurz gings dann nochmal zu Paulus Hochgatterer zurück und dann noch einmal zur Weinverkostung zur Kochbühne, aber bis die zu den Rotweinen kamen, mußte ich weg, da ich mit dem Alfred zum Geburtstagsessen zu Manfred Buchingers Gasthaus nach Riedenthal gefahren bin.

Nachdem ich den Donnerstag mit einigen Abstechern bei den Köchen auf der ORF-Bühne verbracht habe, habe ich den Freitag im Literaturcafe begonnen, da war Petra Piuk mit ihrem Heimatroman, dann kam Ljudmila Ulitzkaya mit ihrem Roman „Jakobsleiter“, der ziemlich autobiografisch ihre Familiengeschichte zu schildern scheint und die ich einmal, lang lang ists her bei der „Literatur im März“ kennenlernte und deren „Lügen der Frauen“ ich zwar noch nicht gelesen, aber bei meinen „Berührungen“ verarbeitet habe.

Die nächste Autorin war dann Renate Silberer, die auch einen Erzählband bei „Kremayr & Scheriau“ veröffentliche, den ich zwar im September mit dem Piuk-Buch bestellt, aber nicht bekommen habe. Eine wie die Moderatorin sagte sehr poetische Erzählung, die sie unbedingt zu lesen empfahl.

Andrea Stift auch eine „Kremayr& Scheriau Autorin“, habe ich getroffen und ein bißchen mit ihr geplaudert und habe mich dann entschloßen, den ganzen Tag im Literaturcafe zu bleiben.

Das heißt bis drei habe ich das ausgehalten,  Hilde Langthaler am Klo getroffen, einen Platz in einem bequemen Sessel gefunden und meine Beine auf einen dieser Würfel gepart. Es kam dann noch ein dalmatischer Schwerpunkt und eine kroatische Autorin.

„Literatur und Kritik“ hat ein diesbezügliches Sonderheft herausgebracht, das von Karl Markus Gauss, dem diesjährigen Eröffnungsredner, vorgestellt wurde.

Nach drei war der Kopf dann voll und ich sehr unruhig, bin also ein bißchen in der Halle herumgelaufen, habe bei der Kochbühne ein scharfes Süppchen, ein Bruschetta und viel Olivenöl gekostet und bin dann, während Radek Knapp auf der „ORF-Bühne“ über sein neues Buch scherzte, zum Autorenempfang von „Kremayr & Scheriau“ zurechtgekommen, mich Ursula Riederer vorgestellt, einen Becher Wein, ein Stück Brot und ein Würstchen gekostet und habe jetzt auch „Das Wetter hat viele Haare“ bekommen. Dann wars halb sechs und ich bin in Richtung Cafe Siebenstern aufgebrochen, weil ja am Freitag statt meinem Geburtstagsfest, im Cafe Siebenstern die „Poet Night“ stattfand.

Am Samstag gings dann weiter mit einem Ständehopping und zuerst zur „Wasnerbühne“, wo wieder  „Ohrenschmaus-Texte“ geschrieben wurden, dann gings zur ORF-Bühne, wo Ina Hartwig ihr neues Buch über Ingeborg Bachmann vorstellte.

Im Literaturcafe war anläßlich des Kroatien-Schwerpunkte Slavenka Drakulic mit ihrem neuen Buch „Dora und der Minotaurus“, ein Roman in dem es ähnlich, wie bei Judith Gruber-Rizys „Schwimmfüchsein“ um die erste Frau von Pablo Picasso deren zerstörtes Leben ging.

Dann ging ich in die „Donau-Lounge“ zu Katerina Tuckovas „Vermächtnis der Göttinen“,  dann wurde noch die Gesamtausgabe von Jiri Grusa vorgestellt. Auf der ORF-Bühne war dann Sten Nadolny mit seinem neuen Buch „Das Glück des Zauberers“. Dann war ich wieder ein bißchen im Literaturcafe bis es wieder zur Exil-Preisverleihung zur ORF-Bühne ging und dann nach Hause zu meinem literarischen Geburtstagsfest und da bin ich gemeinsam mit Doris Kloimstein  und  Robert Eglhofer gefahren, die ich auf der Messe getroffen habe.

Ohrenschmaus-Lesung © Gerlinde Hofer

Ohrenschmaus-Lesung © Gerlinde Hofer

Am Sonntag gings zunächst mit dem Gutschein von der Anna in die Messebuchhandlung, beziehungsweise blieb ich dort stehen und suchte in den Stepeln herum. Das habe ich schon an den vorigen Tagen immer mal ein bißchen getan und bin da darauf gekommen, daß dort das „Blogbusterbuch“ und der Sten Nadolny liegt. Das habe ich mir gedacht, könnte ich mir kaufen, habe es dann aber nicht mehr gefunden. So wurde es dann Daniel Kehlmanns „Tyll“ obwohl ich ja nicht unbedingt ein Kehlmannfan bin, dann Deborah Feldmanns „Unorthodox“, die ich im vorigen Jahr im Literaturhaus bei den „Fried-Tagen“ kennenlernte und ein Buch, das ich derzeit auf vielen Blogs finde „Underground Rail Road“ von Colson Whiteside, der, glaube ich, damit den „Pullitzer-Preis“ gewonnen hat.

Das Aussuchen mit einem Buchgutschein habe ich mir ja schon lange gewünscht und könnte das zwar auch mit dem Hunderter der Schwiegermutter so machen, aber da denke ich, das ist, angesichts meiner Bücherberge verrückt, bei „Thalia“ kann ich aber nicht aus und wann ich die Bücher lesen werde, keine Ahung, es sind ja keine Rezensionsexemplare und ich habe ja schon so eine lange Leseliste.

Dann weiter im Literaturcafe mit Stefan Slupetzky, der seinem Lemmling eine Fortsetzung gegeben hat und interessant keinen Moderator hatte, sondern die ganze Zeit gelesen hatte.

In der „Rückkehr des Lemmings“ geht es um einen Straßenbahnfahrer, bei dem täglich eine Schöne einsteigt, in die er sich verliebt und dann eines Tages mitansehen muß, wie sie in ein Taxi gezerrt wird.

Dann kam wieder ein Kontrast nämlich das neue in der NÖ-Edition Buch von Julian Schutting „Betrachtungen“ poetische Texte mit Fotografien, denn Julian Schutting hat als Jutta eine fotografische Ausbildung gemacht, das dann mal beiseite gelassen und jetzt wieder damit angefangen.

Das nächste Buch passte besser, denn es war das bei „Klever“ erschienene Poetik der Sprachkunststundentin Raphaela Edelbauer, die Julian Schutting als Lehrer hatte, jetzt aber auch an einem „Antiheimatroman“ schreibt.

Und der Vielschreiber Egyd Gstättner hat sich in seinem „Wiener Fenstersturz“ mit Egon Fridell beschäftigt, der sich, als 1938 die Nazis kamen aus dem Fenster stürzte und das beschreibt der Kärntner Autor in seinem neuen Buch und geht dabei auch ein bißchen in die Zukunft, nämlich in das Jahr 2018, wo sich das Ereignis  zum achtzigsten Mal jährt.

Dann sprach mit Margit Heumann, die inzwischen auf die Buchmesse gekommen war, ich mußte aber zum Ö1 Quiz, denn da hatte ich mich mit dem Alfred verabredet, daß der dorthin kommt, weil man, wenn man das tut, umsonst in die Messe kann.

Aber leider kam er etwas spät und mußte den ganzen Tageseintritt zahlen, obwohl nur mehr knapp vier Stunden übrig waren, was ich etwas ungerecht finde, den Alfred aber nichtsmacht und der Quiz war interessant und ich staunte wieder einmal, wie wenig literarische Ahnung die Kanditaten haben.

Wo wird der dBp vergeben? Nein nicht in Köln, in Frankfurt natürlich, weil da ja dann die Messe ist.

Ich bin vor zwei Jahren auch angetreten, aber leider auch etwas Pech gehabt, diesmal weiß ich auch nicht, ob ich gewonnen hätte, zum Beispiel das „Vamperl“ hätte ich nicht erkannt?

Es trat aber Doron Rabinovici auf. Sein Buch und einen hundert Euro Gutschein konnte man gewinnen. Ich war aber auch so spät dran, daß das Ausfüllen schon vorüber war und der Saal sehr voll, so daß ich wahrscheinlich ohnehin nicht gezogen worden wäre.

Danach bin ich mit dem Alfred durch die Hallen geschlendert, sind dann wieder im Literaturcafe hängen geblieben, wo ich ein Schinken-Käse Bagel aß. Die Messe ist recht teuer, aber das mit der Kochbühne ist nicht mehr das, was es einmal war und heute kam ich überhaupt nicht dort hin und im Literaturcafe haben wir durch das Rumschlendern Gertraud Klemm versäumt, kamen aber zu den „Fünf Minuten Krimis“ zurecht, die ich, glaube ich, auch schon in früheren Jahren hörte.

Es folgte Robert Prosser und da staunte ich, wie Poetryslamartig sein neues Buch trotzdem ist, wenn er es selber liest und er sprach auch von Performances in denen es aufgeführt wird und in seinem nächsten Buch wird ums Boxen gehen. Da bin ich gespannt und wir sind zur ORF-Bühne gewechselt, die während unseres Spazierganges sehr voll war, denn da ist der frühere Bundespräsdient Heinz Fischer aufgetreten.

Es folgte Erich Schirhuber von „Roesner“ der vier Bänden mit Stefan Zweigs Texten herausgegeben hat. Zwei Texte wurden von Katharina Stemberger gelesen und die letzte auf der Bühne war Eva Rossmann mit ihren „Patrioten“, die sich mit Günther Kaindldorfer über die Heimatfrage unterhielt.

Dann war die Messe für heuer aus und ruckzuck wurde alles eingeräumt und die Teppich vom Boden gerissen. Uns sprach eine junge Frau an, die vor fünfundzwanzig Jahren eine Zeitlang auf die Anna aufpasste, sie von der Schule abholte und sich mit ihr beschäftigte, während ich meine Stunden machte und die jetzt im sechsten Bezirk eine Krimibuchhandlung hat.

Es gab im Cafe Korb noch einen Poesieabend. Wir sind aber nach Hause, denn die letzten zwei Wochen waren  sehr heavy und ich müde und erschöpft.

Es gab in der letzten Woche aber noch eine andere Messe, nämlich eine Online-Autorenmesse, wo es jeden Abend drei vier Videos gab, wo das Schreiben für die Autoren, die schreiben wollen, aber nicht in Leipzig oder in Hildesheim studieren und nicht in Klagenfurt lesen, sondern alles selber machen, von allen Seiten beleuchtet wurde und ich mir die Videos bis spät in der Nacht, beziehungsweise in der Früh zumindestens ansatzweise anhörte und jetzt weiß ich, daß ich, weil ich mich ja irgendwie der Rechtschreibung nicht so anpassen will und auch meine Cover selber mache, alle Fehler der Welt mache, denn da wird da ja angeraten, Lektorat, Korrektorat, Covergestaltung, Schreibseminare, so daß das bei „Amazon“ hinaufgeladene Buch dann auch schon einige tausende Euro kostet, die man wieder mit Marketingstretegien hereinbringen muß. So daß ich eigentlich gar nicht mehr so große Unterschiede zu den Zuschußverlage sehe oder doch, das Image hat sich auf der einen Seite verbessert. Auf der anderen Seite wieder nicht, weil man damit ja nicht nach Klagenfurt oder auf die Buchpreislisten kommt und sich wahrscheinlich wirklich hier zwei oder drei Klassen gebildet haben und natürlich sehr viele Autoren mit Schreibeschulen, aber da habe ich ja geschrieben, daß es mich erstaunt, wie viel die aus der Schule plaudern, obwohl sie natürlich ihre Seminate anbieten und die Frage, wer das außer mir, liest, stellt sich mir auch, obwohl in den Innterviews oft etwas anderes behauptet wurde, aber der Hauptverband des Buchhandels schreibt auch immer, daß die Buch-Wien immer größer wird, obwohl ich das eigentlich eher anders erlebt habe.

2014-06-19

Unnützes WienWissen 2

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:46

„Noch skurriler! Noch witziger! Noch unterhaltsamer!“, machen „stadtbekannt“ beziehungsweise der „Holzbaum-Verlag“ auf den Fortsetzungsband ihrer, laut eigener Einschätzung, nicht so wichtigen Wien-Entdeckungsreihe aufmerksam, die ich, da ich es für eine Fortsetzung hielt, fast versäumt hätte, der Verlag hat aber an mich gedacht und so konnte ich, ehe ich mich heute zuerst zu einer Fortbildung über Fettleibigkeit zum Wienerberg aufmache und dann ins Literaturhaus gehe, meine Lücken auffrischen und habe über meine Heimatstadt, die ich ja sehr eifrig begehe, umrunde und beschreibe, wieder viel gelernt, was sich vielleicht auch literarisch nützen läßt und wieder gibt es neben vielen schönen Fotos sieben Abteilungren „Historisches -musikalisches- sportliches – kulinarisches-intimes- bewegendes und unterhaltendes“, wovon man in dieser Stadt höchstwahrscheinlich nie genug bekommen kann, also auf zu vielen weiteren Fortsetzungsbänden und jetzt zu einem kurzen Rundgang durch das Büchlein, das wahrscheinlich sowohl für die echten einzigen und wahren Wiener, als auch für die Wien-Touristen, die jetzt ja in Scharen in die Stadt strömen, sehr zu empfehlen ist.
Es gab in Wien also, bevor die Ringstraße, die eigentlich eher krumm als rund ist, vor hundertfünfzig Jahren, ein weiteres Wien-Jubiläum, wie ich bei der letzten „Rund um die Burg-Veranstaltung“ lernte, erbaut wurde, eine Stadtmauer und die wurde von dem Lösegeld errichtet, das für Richard Löwenherz, 1192 bezahlt wurde.
Es gab, was wahrscheinlich auch nicht alle wissen, ein sogenanntes „Kurienwahlrecht“, nachdem nur die wahlberechtigt waren, die etwas Geld nachweisen konnten und das Frauenwahlrecht, das ist schon stadtbekannter, wurde in Österreich 1918 eingeführt.
In der Wiener Leopoldstadt, dem zweiten Gemeindebezirk gab es bis 1920 zwanzig Kinos, jetzt gibts keines mehr, dafür aber im Sommer einige Freiluftkinos, die ich bisher versäumte, also ist das Wissen darüber, gar nicht so unnötig, wenn man nicht, wie ich, im Sommer Sommerfrische macht und die Stadt verläßt.
Und das Internet, das ist auch interessant, wurde an der Wiener Uni am 10. März 1990 eingeführt und dann haben in Wien berühmte sowetische oder kommunistische Männer, wie Stalin oder Leo Trotzki gewohnt und Schach gespielt. An dem Haus, wo „Stavros Papadoupolos“ gastierte, komme ich regelmäßig vorbei, wenn wir von Harland wieder nach Wien kommen, denn dazu, daß es davor eine Gedenktafel gibt, hat sich Österreich verpflichtet oder wurde ihm vorgeschrieben, die sich offensichtlich auch heute nicht entfernen läßt.
Daß es den Mädchen von 1938 bis 1945 nur mit ministerieller Genehmigung möglich war, ein Gymnasium zu besuchen, habe ich nicht gewußt, also doch ganz nützlich, das kleine blaue Büchlein, aber gehen wir weiter zur Musik und da wird alles nebeneinander gereiht, Beethoven neben Falco sozusagen und der erstere ging viel in die Wälder spazieren, wenn er komponieren wollte. Nachher mußte er immer duschen, wobei er seine Nachbarn belästigte, wenn das Wasser überlief.
Sportliches gibt es natürlich auch und so weiß ich jetzt, daß Franz Beckenbauer deshalb „Kaiser“ heißt, weil er bei einem Fotshooting neben der Büste vom Kaiser Franz Josef stand, etwas, das gebe ich schon zu, was ich nicht unbedingt wissen müßte, also weiter zum Kulinarischen, von dem man nie genug bekommen kann.
Josef Prousek war ein Opernfan und hat lange überlegt, ob er seine 1925, gegründete Konditoreikette „Aida“ oder „Tosca“ nennen sollte. Er hat sich für „Aida“ entschieden und ich habe dort in meiner Studetinnenzeit regelmäßig einen kleinen Braunen und eine Topfengolatsche verzehrt, womit ich mein Wien-Wissen verbreite, das höchstwahrscheinlich auch nicht so nützlich ist.
Das in Frankfurt die Würsteln Wiener und in Wien Frankfurter heißen, ist wahrscheinlich bekannt und ein Buschenschank ist ein Heuriger mit Sondergenehmigung.Davon gibt es in Wien mehrere und wenn man in die berühmte Kondotrei Demel am Kohlmarkt geht, wird man von den „Demelinerinnen“ bedient, ich war dort nur zweimal, glaube aber, sie reden einen noch immer in der dritten Person an und es gibt nur Filterkaffee. Und das ist vor der Marillenernte vielleicht auch noch interessant: „Rund siebzig Tonnen Marillenmarmelade werden jedes jahr für die original Sachertorte verarbeitet.“
Bei „Intimes“ wird geraten, zu Hause zu lachen, um nicht das öffentliche Ärgernis zu erregen und vielleicht in den Häfen zu kommen, denn da wird es derb und kräftig, gefurzt und geschimpft.
Bewegendes gibt es natürlich auch, denn man soll sich ja bewegen und wenn man in Wien spazieren geht, füge ich noch an, erfährt man sicher Neues über die Stadt und für den nächsten Fortsetzungsband und diesen kann man einstecken, um immer alles nachlesen zu können:
Die erste Ampel gab es 1926 und die letzte 13-Straßenbahn 1961, die erste schaffnerlose Bim zehn Jahre später. Politessen gab es ab 1971 für den Verwaltungsdienst, 1991 wurden sie zu Polizistinnen mit gleicher Ausbildung und Bezahlung und kurios, wie man immer im „Augustin“ nachlesen kann, ist das Stehbleibeverbot auf den Gehsteigen, das dann gleich von den Polizisten und Polizistinnen geahndet werden kann.
Aber jetzt bin ich schon beim „Unterhaltsamen“ und darüber kann man auch nie genug wisen.
Es gab also von 1938 bis 1956 eine Opernballpause und die Herren, die den Opernball besuchen müßen zum Frack ein weißes Mascherl tragen, damit sie sich von den Kellnern mit dem schwarzen unterscheiden. Julius von Ficker war Historiker, nach ihm wurde die Julius von Ficker Straße in Floridsdorf benannt. Die katholische Jungschar gibt es auch und Luftballons, die am 8. 5. 1950 von Schulkindern zum Geburtstag von Henri Dunant, dem Begründer des Roten Kreuzes, ausgelassen wurde.
Mit der Anmerkung, daß es auch Wiener Fenster gibt, die sich nach innen öffnen lassen, schließe ich das Buch und empfehle jenen, die noch nicht genug wissen, noch einmal sehr herzlich die Lektüre.

2013-09-28

Unnützes Wien Wissen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:12

Ich bin ja irgendwie eine Wienerin aus Leidenschaft, die mit der wahrscheinlich typischen Wienerischen Melancholie oder Depressivität, wie es die Psychologin nennt, eine sogenannte „Haßliebe“ zu ihrer Stadt verbindet oder eigenlich nicht wirklich, denn ich mag diese Stadt in der ich sehr viel herumrenne. Vom siebzehnten Bezirk, wo ich aufgeachsen bin, geboren wurde ich in einem Krankenhaus Währing, nicht in der berühmten Klinik Semmelweiß, die sich ganz in der Nähe befindet, das es schon lang nicht mehr gibt, in der Wattgasse, dann gab es das Gartenhäuschen am Almweg Nummer 5, an der Höhenstraße, als Studentin bin ich 1977, in die Wohnung meiner Freundin Elfi, in die Otto Bauer, vormals Kasernengasse übersiedelt, dann zum Alfred in die Gumpendorferstraße, dazwischen sind wir ein paar Jahre von Harland aus St. Pölten nach Wien gependelt. Dann hatte ich meine Praxis in der Reinprechtsdorferstraße, im fünften, bevor wir in die Krongasse übersiedelten, beziehungsweise ich mir eine Eigentumswohnung dort kaufte, in der ich seither auch meine psychologisch-psychotherapeutische Praxis habe, in der ich sehr viel schreibe.
Warum flüstere ich das alles? Weil mir der „Holzbaumverlag“, der mich ja seit einiger Zeit liebevoller Weise mit allen seinen mehr oder weniger schrägen und immer originellen Publikationen versorgt, obwohl meine Rezensionen ja stur und beharrlich mehr oder weniger aus Nacherzählungen bestehen, um niemanden zu kränken, beziehungsweise mir als Alzheimerprophelaxe dienen, damit ich mich später an alles erinnern kann, mir ein kleines grünes Büchlein mit „Unnützen Wien Wissen zusandte“ oder mich fragte, ob ich ein solches Rezensionsexemplar haben will?
Will ich natürlich, bin ich ja ein ein bibliphiler Büchermessie, aber wie soll ich das unnütze Wien Wissen nur besprechen, dachte ich danach erschreckt und hielt ein kleines Buch mit wunderschönen Bildern in der Hand, das wahrscheinlich nicht nur die Wien-Kenner, sondern auch die Touristen oder umgekehrt entzücken wird.
Mich hat es das jedenfalls und so unnütz finde ich es gar nicht, auf diese Art und Weise auf Wien Tour zu gehen und halte diesen Titel eigentlich für ein Understatement.
Es gibt auch einige Abteilungen, die man zu Hilfe nehmen kann.
„Wien historisch“, ist die Erste und man sieht das bekannte Bild des Stephandoms und bekommt erklärt, daß der Mexikoplatz, nahe der Donau deshalb so heißt, weil Mexiko 1938, das einzige Land war, das vor dem Völkerbund gegen den Anschluß Österreichs an die deutsche Nation protestierte. Respekt, dann geht es weiter, kreuz und quer zur Kärntnerstraße mitten in der City, die im Mittelalter als Fernstraße geplant wurde, jetzt ist sie schon lange Fußǵängerzone, ich kann mich aber noch an Zeiten in den Sechzigerjahren erinnern, wo die Autos durch sie fuhren.
Es gibt ein „Neger“ und ein „Nibelungenviertel“ in Wien, in das die Touristen wahrscheinlich nicht so gehäuft kommen werden, also ein bißchen ein unbekanntes, wenn auch sicher nicht unnötiges Wissen ist und die Wiener Reichsbrücke ist am 1. 8. 1976 eingestürzt, zu dieser Zeit befand ich mich auf einem Workcamp in Hamburg und Mathias Mander hat ein Buch darüber geschrieben, das ich jetzt bald lesen werde, um auch ein bißchen unnützes Wissen anzufügen.
Das „Schwangerentor“ führte früher in das AKH, wo ledige Frauen gebären und ihre Kinder gleich im anschließenden Findelhaus hinterlassen konnten. Das war in den vorigen Jahrhunderten, inzwischen gibt es, glaube ich, eine Babyklappe im Wiener Wilhelminenspital.
Den soenannten „Narrenturm“ gibt es im alten AKH und er wurde von Kaiser Josef I gegründet und Linksverkehr hat es in Wien bis 1938 gegeben, auch eine interessante Information, die ich bis dato nicht wußte und mich nun frage, wem wir den Rechtsverkehr zu verdanken haben?
Dann gibt es noch die Wiener Staatsoper und die Wiener Sängerknaben, ein Wissen, was für die Wien Touristen wahrscheinlich nicht so unnütz ist und die Information, daß es in Wien in den Parks bis 1950 sogenannten Sesselfrauen gegeben hat, die Sitzplätze gegen Bezahlung vermieteten, interessant, interessant.
Wiens ältestes Hochhaus befindet sich in der Wiener Herrengasse und ist für heutige Vorstellungen gar nicht so hoch und ich füge vorlaut, hinzu daß Annemarie Selinko die Heldin ihres Romans „Morgen ist alles besser“ darin wohnen läßt.
Die berühmte Otto Wagner Kirche, zu der wahrscheinlich Scharen von Touristen auf den „Steinhof“ bzw. dem heutigen OWS pilgern, wurde laut Buch, deshalb dort gebaut, weil sie die Anrainer woanderns nicht haben wollten, wieder sehr interessant, sein Wissen zu erweitern, ich habe ja auch ein Buch darüber geschrieben und als ich mit dem Alfred dort fotografieren war, hatte ich auch Gelegenheit die schöne Kirche mal von innen zu bewundern.
Dann gibts „Kaiserliches“ und da wird natürlich von Franz Josef und der Kaiserin Sisi erzählt, die ja immer noch die Touristen anlocken und Sisi führte, steht in dem Buch immer etwas Kokain mit sich und würde heute mit dem Suchtmittelgesetz Schwierigkeiten bekommen, beziehungsweise würde dieses für sie sicherlich adaptiert und abgeändert werden.
Ein schönes Bild vom Schloß Schönbrunn gibt es auch und das sogenannte Kaisergelb wird erklärt und haben Sie gewußt, daß der Kaiser Joseph in großen Bogen aus einem Bordell am Spittelberg geflogen ist, weil er sich dort als knauserig erwies?
Ich nicht, aber man muß ja nicht alles wissen und dann gehts weiter zum „Musikalischen“ und das bedient ja auch ein großes Wien-Klischee.
Da geht es also um Johann Srauss, Franz Schubert und Joseph Haydns Kopf und ich persönlich habe lange nicht gewußt, daß sich Schuberts Sterbehaus in der Kettenbrückengasse im vierten und nicht im fünften Bezirk befindet, bez.Lilian Faschinger in ihrem Roman „Wiener Passion“ unterstellt, daß sie das falsch beschreibt.
Aber es stimmt, die eine Seite ist im vierten und die anderen im fünften Bezirk und die Grenzlinie des fünften, ist sowieso sehr verwirrend.
Michael Jackson hat einmal im „Hotel Imperial“ gewohnt und dort ein Stück komponiert, auch ein Wissen, von dem es wahrscheinlich nichts macht, wenn man es nicht mitbekommt und eine „Falco-Stiege“ gibt es in Wien Margareten auch, denn Hans Hölzl hat in diesem Bezirk gewohnt.
„Kulinarisches“ darf in einem Wien-Füher natürlich auch nicht fehlen, ganz egal, ob er nun nützlich oder unnütz ist. Also gibt es ein wunderschönes Foto von einem Apfelstrudel und man bekommt gleich Hunger oder Gusta und dann erfährt man viel vom Wiener Kaffee und natürlich von der Wiener Schwedenbombe, die Walter Nemetz erfunden hat und die eingestellt werden sollten, aber dann kamen die Wiener mit ihren Facebookseiten und versuchten sie zu retten, ob das gelungen ist, weiß ich nicht, denn es geht im Buch gleich weiter mit der Sachertorte und dem Wiener Schnitzel, das stammt angeblich aus Mailand und hat pro Portion fünfhundertachtzehn Kalorien, also auch nicht gerade ein Schlankheitsmittel und der erste Wiener Mc Donalds befand sich am Schwarzenbergplatz.
Dann gehts zu den Tieren, den „Winklerfröschen“ und den Tauben, über die ich ja auch einen Nicht-Krimi geschrieben habe und zu den Fledermäusen von denen es angeblich zwanzig Arten geben soll. Hunde gibt es natürlich auch und Ratten, sowie eine Veterinärmedizinische Fakultät.
Dann kommt das „Intime“, wir erfahren etwas über die sogenannte „Austernstellung“, da gibt es auch ein Bild dazu und natürlich über Felix Salten, der nicht nur das vom Walt Disney verfilmte Kinderbuch „Bambi“ sondern auch die Memoiren der Josephine Mutzenbacher geschrieben haben soll, ob letzteres stimmt, wird aber, glaube ich, noch immer angezweifelt.
Sprachliches gibt es auch und das ist wahrscheinlich besonders interessant.
Was heißt jetzt also „Wir haben uns an Koarl gemacht?“
Ich verrate es nicht, sondern gehe weiter vom „Jonasreindl“ in den „Sauwinkel“. Die Polizei und der „Beserlpark“ wird auch genau erklärt und dann gibts ein echtes Wienerlied von Roland Neuwirth, bevor es in die Rubrik „Unterhaltsames“ weitergeht.
Da erfahren wir, daß die Menschen in Wien angeblich im Dezember und im Jänner die wenigsten Suizide begehen, was wahrscheinlich nicht sehr unterhaltsam ist und mich ein wenig verwundert, dachte ich doch, zu Weihnachten „drehen sich sehr viel Vereinsamte ham“, so daß es deshalb immer eine extra Kriseninterventionstelle eingerichtet wird und dann wird noch erzählt, daß sehr viele Touristen, die ins „Sigmund Freud-Haus“ wollen, stattdessen in der Burggasse 19 landen, so daß es deshalb dort schon ein Schild gibt, das auf den Irrtum hinweist.
Habe ich genug erzählt? Nicht alles natürlich und wem das zu wenig ist, sei auf das Buch verwiesen, beziehunsweise auf die Präsentation am vierten Oktober im Club der Komischen Künste, im Wiener Museumsquartier, wo es auch Getränke und Fingerfood geben wird.

2013-02-21

Erica Fischer in der Wien-Bibliothek

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:09

„Königskinder“, das neue Buch von Erica Fischer wurde am Mittwoch in der Wien-Bibliothek vorgestellt, wieder einmal eines auf dem die Gattungsbezeichnung Roman steht und das, dann, wie die Autorin freimütig erklärte, eigentlich nur ein halber, bzw. Doku-Faction ist.
Sylvia Mattl-Wurm, die Direktorin der Wien-Bibliothek erklärte in ihrer Einleitung, daß man Erica Fischer in Wien eigentlich nicht vorstellen müßte und da die meisten Besucher des die hundert Plätze füllenden Lesesaals, wegen ihr gekommen wären und das stimmt, denn eigentlich ist die 1943 in England geborene Journalistin, Schriftstellerin und Übersetzerin, die sich in der Frauenbewegung engagierte und Gründungsmitglied der AUF und des Frauenzimmers war, auch eine alte Bekannte, denn ich bin ein bißchen widersprüchlich und so bringe ich es zusammen die KPÖ zu wählen und trotzdem gegen Abtreibung zu sein, weil ich der Meinung bin, daß das eigentlich nicht mehr nötig ist, weil man in Zeiten von AIDS sowieso Präservative benützen sollte und als ich schwanger war, hat mich dieses Thema offensichtlich auch emotional so sehr bewegt, daß ich eine Gruppe „Linke gegen Abtreibung“ gründete, um mich gegen die „Aktion Leben“ abzugrenzen und habe dabei auch Öffentlichkeitsarbeit gemacht und so kam einmal Erica Fischer in meine damalige Wohnung in die Otto Bauergasse, um ein Interview mit mir zu machen, war sehr freundlich und verständnisvoll, nur nachher konnte ich im „Falter“ etwas von einer schmuddeligen Wohnung in einem Abbruchhaus gelesen, obwohl sie, so weit ich mich erinnern kann, frisch renoviert war und habe das als nicht politisch korrekt empfunden.
Dann kann ich mich noch an ein paar Lesungen erinnern, die ich von ihr besucht habe, einmal das war ungefähr 1987 im Juridicum, bei „Aime und Jaguar“ oder war es die „Liebe der Lena Goldnagel“ bin ich auch einmal gewesen und jetzt wurden die „Königskinder“ vorgestellt, die die Geschichte der Eltern von Erica Fischer ist.
Sylvia Mattl-Wurm erzählte für die, die Erica Fischer doch nicht kannten, daß sie die Tochter von polnisch österreichischen Eltern ist, die 1938 nach England emigrierten und 1948 mit ihr und ihren Bruder nach Wien zurückkehrten. 1988 ist sie wegen der Waldheim Affaire und der Liebe nach Deutschland übersiedelt und lebt derzeit in Berlin.
Viele Bücher hat sie geschrieben und über ihre Eltern, bzw. ihre Großeltern, die im Holocaust umgekommen sind und über ihre Generation in „Himmelstraße“.
Jetzt hat sie wieder dieses Thema davon aufgegriffen und beschreibt in „Königskinder“, die Deportation ihres Vaters nach Australien, da die Engländer 1940 alle feindlichen Ausländer internierte, bzw. einen Teil davon in überfüllten Schiffen nach Canada und Australien schickte.
Ein paar der Schiffe sind dabei untergegangen und der paar der Überlebenden hat sie 1995 interviewt. 1999 hat sich ihr Bruder umgebracht, der viele Briefe des Vaters hinterließ, so daß sie das Thema aufgriff und noch einmal darüber schrieb, sich dabei an historische Fakten hielt, bzw. die Details, die ihr unbekannt waren, fictional erfand. In der Mitte des Buches gibt es aber eine Liste der Namen der Männer, die sich auf dem Schiff befanden, da hat Erica Fischer mit dem Rowohl Verlag gekämpft, der das nicht haben wollte, hat sich aber durchgesetzt.
Sie hat dann eine gute dreiviertel Stunde gelesen, bzw sich durch das Buch erzählt.
Begonnen hat es in einem Park in England, wo die Eltern in der Wiese sitzen und über die mögliche Gefahr der Internierung reden, dann ist es so weit, Erich oder Emmerich wird eingezogen und kommt auf das Schiff, der Mutter, die auch nach Australien kommen kann, wird versprochen, daß sie nachkommen kann, ein Teil der Deportierten, Nazi, Juden, Italiener, glaubt aber, sie kämen nach Canada, im Schiff werden ihnen ihre Wertsachen abgenommen, sie werden mies behandelt und schikaniert, in Australien ist es dann besser, die jüngeren Leute, die jüngsten waren sechzehn, wollten auch bleiben und haben sich zur Armee gemeldet. Erich wollte zurück, die Mutter Irina aber auswandern und hat auch ihre Sachen dafür schon verkauft. Die Australier wollten aber keine Frauen und Kinder haben, so fuhr Erich auf einem Luxusdampfer zurück, wurde wieder interniert und konnte erst ein halbes Jahr später zu seiner Frau kommen, obwohl die schon eine Stelle in einer Fabrik für ihn gefunden hat, danach wurde Erica geboren.
Erica Fischer erzählte weiter, daß ihre Mutter nicht gerne nach Wien zurückgekommen wäre, dort ein Jahr lang mit niemanden gesprochen hat und diese Einstellung auch an ihre Kinder weitergegeben hat. Eine Dame im Publikum wollte wissen, wieso sie, wenn sie Deutschland umgezogen wäre, eine Frage, die sie nicht beantwortet hat, sonst aber viel erzählte und die Diskussion auch bei Brot und Wein im Foyer weiterging.
Ich habe wieder den Herrn getroffen, mit dem ich mich auch, als ich das letzte Mal in der Wien-Bibliothek war, unterhalten habe.
Hilde Schmölzer war da und Karin Jahn und der Sascha hat fotografiert, ich habe Erica Fischer, von dem Herrn animiert, der ihr auch erzählen wollte, daß er einmal in England gelebt hat, auf mein Erlebnis mit ihr angesprochen, sie hat sich aber nicht mehr daran erinnern können.

2012-11-26

Buch-Wien-Geschichten

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:00

Am Mittwoch wurde also die Buch-Wien eröffnet, die ihren fünften Geburtstag hat, ich bin bei allen Buchmessen gewesen, habe fleißig darüber gebloggt und auch heuer wieder vor, mir ein verlängertes Event-Wochenende zu gönnen, denn Bücher interessieren mich nun einmal sehr und der Mittwoch war sowie so ein Buch affiner Tag, ist ja Anna Weidenholzers „Der Winter tut den Fischen gut“, ein drittes Mal zu mir gekommen, was mich immer ein bißchen verunsichert. Buch zwei habe ich zurück geschickt, Buch drei kann ich, wie mir die freundlichen Damen vom Residenz Verlag sagten, verschenken und dann hat der Holzhausen-Verlag ein „Buwockl“ Kinderbuch herausgeeben, das das Thema Korruption behandelt, das ich demnächst besprechen will. Amsonsten habe ich meine Stunden gemacht und nach der lezten bin ich in den Prater, bzw. zum Messegelände hinausmarschiert und habe noch gerade den letzten Platz bekommen.
Dann kamen schon bald die Eröffnungsreden. Gerald Schantin vom Hauptverband hat auf die Schwierigkeiten, denen der Buchmarkt ausgesetzt ist hingewiesen. Stadtrat Mailath Pokorny lobte das Buch und die Fähigkeit lesen zu können und erklärte, daß er gerade von New York zurückgekommen sei, die Frau Bundesminister hatte auch ein paar schöne Worte, der Herr Bundespräsident ebenso.
Dann kam der Eröffnungsredner Carl Djerassi, der meinte, daß er nicht sicher ist, ob er der richtige Eröffnungsredner wäre und die Frage in den Raum stellte, ob er jetzt ein amerikanischer Wiener oder ein Wiener Amerikaner sei?
Er ist jedenfalls in Wien aufgewachsen und mit Sigmund Freud in dieselbe Schule gegangen und am Schulweg an der Ferdinandstraße vorbei, wo damals Canetti wohnte. 1938 mußte er nach Amerika emigrieren, hat als Chemiker die Pille entdeckt, Paul Klee zu sammeln angefangen und vor ca zwanzig oder fünfundzwanhzig Jahren zu schreiben angefangen und es ist meine dritte Begegnung mit dem streitbaren Mann.
Die erste war im Donauzentrum in den späten Neunzigerjahren, als der Libro eine Art Stammtisch eröffnen wollte und nach Themen fragte. Ich habe mich gemeldet, mir „Wie wird ein Buch ein Bestseller?“ gewünscht und dafür ein Buch bekommen. Dann gab es noch einen Vortrag, das war mit dem mir damals völlig unbekannten Carl Djerassi. Dann referierte er einmal im Siemens Forum und dort gab es seine erste Autobiografie „This Mans Pills“ zum Mitnehmen. Inzwischen gibt es eine Zweite. Seine Bücher werden bei Haymon verlegt. Der Eröffnungsvortrag stellte sie auch alle vor und gab außerdem dem Bedauern Ausdruck nicht im Burgtheater gespielt zu werden. Vielleicht kommt das noch, bei der Buch-Wien gab es jedenfalls ein Büffet, das von den Genußregionen organisiert wurde.
Eine Art Gulaschsuppe und ein Kaiserschmarrn, außerdem wurde die Donau Lounge, die neu bei der Messe ist, eröffnet und ich bin ein bißchen in den heiligen Hallen herummarschiert und habe Small Talk betrieben, der Evelyn Polt-Heinzl erzählt, daß ich Gustav. K. Bieneks „Die Rabengasse“ gelesen habe und gefragt, ob sie es im Zwischenkriegsbuch drinnen ist? Ist es nicht.
Ein bißchen herumgegangen und mir von Christa Stippinger das „Exilpreisbuch“ geben lassen, das am Samstag auf der ORF vorgestellt werden wird.
Am Donnerstag hat es wieder mit Carl Djerassi auf der ORF Bühne begonnen, der das unvollendete Ovid Buch seiner verstorbenen Frau vorstellte und dem Publikum den Kauf desselben sehr empfahl. Auf der FM4 Bühne lief am Vormittag ein Schulprogramm, das heißt die Sesseln waren für Schulklassen reserviert, obwohl mich Alina Bronskys „Spiegelkind“ auch sehr interessierte, aber das ist ein Jugendbuch, wo es um Trennungen, Normalität, Freaks und Pheen geht.
Um zwölf wurde vor der Messe die Gratisbuchaktion mit Rafik Schamis „Eine Hand voll Sterne“ eröffnet, das ich ja schon im Bücherschrank gefunden habe und jetzt dort wieder hintragen kann.
Der Bürgermeister kam und Rafik Schami lobte die gelungene Betreuung der Stadt Wien und die Aktion, die seiner Meinung nach seinem Buch dreihunderttausend Leser bescheren würde. Ich denke eher, daß das Buch in Wien für die nächste Zeit unverkäuflich und bald in den Bücherschränken zu finden sein wird. Am Abend gabs jedenfalls eine große Rathausgala für geladene Gäste, wozu ich nicht gehöre, obwohl ich mich bei einem Gewinnspiel dafür beteiligt habe.
So bin ich wieder in die Messe hinein, stellte fest, daß auf der Kochbühne das Programm erst um drei beginnt, aber da mußte ich ja schon weg, weil ich ins Rathaus zur Ehrenpreisverleihung an Brigitte Hamann wollte.
Gratiswasserflaschen gibts auch nicht mehr, dafür einen Mannerstand mit einem Glücksrad und Gratisproben und wenn man den Kurier abonniert gibts Kaffee.
Ich drehte meine Runden, schnorrte Gabriele Ecker um ein Buch an, ließ mir das Schami Buch signieren und hörte am FM4 Stand eine Lesung einer Studentin vom Leipziger Literaturinstitut Babet Maders „hungrig“.
Ja richtig, Alfred Komareks „Semmering“ ein Buch, das ich schon als E-Book vorabgelesen habe, habe ich auch gehört und als ich bei Gabriele Eckert Stand stand, kam Hans Fraeulein, den ich von den IG Autoren kenne und tauschte mit mir ein Buch.
Der Ehrenpreis für Toleranz im Denken des österreichischen Buchhandels wurde heuer, wie erwähnt an die 1940 in Essen geborene Brigitte Hamann verliehen, die Bücher über Hitlers Wien und seinen jüdischen Hausarzt, Kronprinz Rudolf, etc geschrieben hat. So verließ ich die Buch-Wien um halb drei und fand mich um vier in den Stadtsenatsitzungssaal im Rathaus ein. Stadtrat Ludwig eröffnete, wie im letzten Jahr und erklärte wieder die Portraits der Bürgermeister, das von Helmut Zilk wurde auf seinen Wunsch von Maria Lassnig gemalt und erregt öfter das Mißfallen der Besucher, so daß er offenbar jedes Jahr darauf hinweist.
Der Historiker Gerald Stourz, bei dem ich, glaube ich, in den Siebzigerjahren auch ein paar Vorlesungen hörte, hielt die Laudatio und wies auf Brigitte Hamanns Verdienste hin, die in ihrer Dankesrede erwähnte, daß sie gerne zu Karajan in die Oper ging, vielleicht deshalb nach Wien kam und mit ihrer Rede nicht zufrieden war.
Dann gabs was zum Essen, Brötchen und Plundergebäck und offenbar wegen dem Empfang, räumten die Kellner schnell die Teller und Häferl weg, so daß ich um halb sechs schon am Christkindlmarkt war und bis halb sieben, wo wieder Bank Austria Literis vergeben wurde, Zeit hatte, die ich nütze zu Marketa Pilatova von der ich ja schon „Wir müssen uns alle irgendwie ähnlich sein“ gelesen habe, ins tschechische Zentrum zu gehen, die ihr neues Buch in dem es, um ein lateinamerikanisches Land Schlangen, und zwei gegensätzliche Wissenschaftler, eine Prostituierte, eine Indianerin, etc geht, vorstellte. Sylvia Treudl moderierte, dann gings in die Akademie der Wissenschaften zum Bank Austria Literis 2012, wo ein Lyrik Preis an Adisa Basic aus Bosnien Herzegowina und der Prosapreis an den Tschechen Martin Rysavi vergeben wurde, der sich mit seinen Roman mit der Sowetunion beschäftigte. Nachher gabs was zum Trinken und zum Knabbern und Bücher zur freien Entnahmen aus den früheren Jahren.
Tag zwei gings weiter mit einer Lesung von Andreas Renolders, den ich ja erst vor einer Woche hörte, bei Kitab erschienenen Erzählband zu dem ich zufällig zurecht gekommen bin, der Kitab Verleger DDDr. Baum und ein paar Schulklassen saßen im Publikum und 2008 habe ich auf der Buch Wien dem Kitab Verleger ja versprochen die „Radiosonate“ zu schicken, nur leider nie eine Antwort darauf gekommen.
Ich ging dann weiter ins Literaturcafe, wo zuerst die Neuerscheinungen der Edition NÖ, das Buch von Magda Woitzuck, das ich gerne hätte und das von Erwin Uhrmann vorgestellt wurde. Ja richtig, den Superstar Vea Kaiser habe ich bei einer den Schülern reservierten FM4 Lesungen auch kurz gehört, bzw. die Frage einer Schülerin, ob das Buch verfilmt werden wird? Es wird, Vea Kaiser muß sich nur noch unter den Angeboten das beste auswählen. Dann wurde im Literaturcafe der Alpha Literaturpreis vorgestellt und ich wurde nervös, war das ja endlich einmal eine Gelegenheit mein Alpha-Problem persönlich zu besprechen.
Also holte ich mir eine Buchkultur vom Stand der IG Autoren, sagte mir, „Du mußt nicht, Eva, wenn du dich nicht traust!“ und traute mich dann doch. Es kam dann sogar ein Herr zu mir, der mir sagte, daß mein Mail doch angekommen ist, er würde der Sache nachgehen, ich solle aber nicht bös sein, wenn sie mich nicht einladen würden. Sie haben es mir aber versprochen und Versprechen soll man ja halten, habe ich in der Schule gelernt, also wäre ich böse und würde das ignorant finden!
Es wurde aber ohnehin ein Kurzfilm der Alpha-Preisverleihung gezeigt, Thomas Stangl, Milena Michiko Flasar, Christian Jahl von der Hauptbücherei bzw. der Vorjury und dann ein Herr von Alpha diskutierten und ich bin zum 3Sat Stand gegangen, wo Clemens J. Setz und Julya Rabinovich von Ernst Grandits interviewt wurden.
Die Kochbühne gab es auch, dort wurde schon um elf die Donauküche zuerst mit einer Gulaschsuppe, dann mit einer bulgarischen Lammsuppe präsentiert, burgenländischen Rotwein gab es dazu und später orientalische Schmankerl aus 1001 Nacht.
Dann gabs noch eine Diskussion über den Donauraum, wo auch die Frau war, in deren Galerie wir 2007 in Regensburg bei Ruth Aspöcks Dichterkarawane, gelesen haben und noch einiges anderes. So habe ich zum Beispiel Dorothea Macheiner getroffen, die Autogrammsammlerin und die alte Dame, die ich bei der Sommerakdademie kennengelernt habe.
Um fünf bin ich gegangen, denn im Literaturhaus präsentierte Vladimir Sorokin sein Buch „Der Schneesturm“ und da war es sehr voll. Hauptsächlich die russische Gemeinde war gekommen, um den russischen Kultstar zu hören, dessen Buch „Eis“ ich glesen habe und ihn schon vor ein paar Jahren in einer ähnlich vollen Hauptbücherei hörte und das Buch ist wieder interessant. Es spielt in der Zukunft, es geht aber um Pferdekutschen, die schwarze Pest und um einen Arzt, der unbedingt in ein Dorf will, in dem sie ausgebrochen ist. um die Leute zu impfen. Es passieren aber sonderbare Sachen, am Ende kommen die Chinesen und retten ihm.
Dann gabs eine lange Diskussion und Vladimir Sorokin, der Deutsch zu verstehen schien und sehr dominante eigenwilligen Antworten hatte, erzählte ein bißchen über seine Art die Welt zu sehen und darüber zu schreiben.
Am Samstag gings mit Anna Kim und Katja Gassner auf der ORF Bühne los, Anna Kim hat ja einen Roman über Grönland und die Selbstmorde, die dort passieren „Anatomie einer Nacht“ geschrieben, da sie ja im Zuge des „Mit Sprache unterwegs“ Projekt einige Zeit in Grönland war. Sie las ein paar Seiten vor und war ganz aufgeregt, als einer von einem Nebenstand, wo Mäuse angeboten wurden, damit auf der Schulter herumging.
Ich ging zum Kochstand, wo vegetarische Küche, das heißt Topfenknödeln mit Holunder angeboten wurden und wieder zurück zur ORF-Bühhne, wo Martin Walser erwartet wurde.
Jetzt habe ich auf Radek Knapps „Reise nach Kalinko“, die nachher kam, ganz vergessen.
Ruth Aspöck und Robert Eglhofer getroffen, auf der Kochbühne gabs zu Mittag neapolitanische Küche, das heißt, Kolatschen mit Oliven, Nudeln in Zwiebelsauce und eine Fritatta und ich ließ die Alpha Preisträgerin Milena Michiko Flasar im Literaturcafe lesen und bin stattdessen zur FM4 Bühne gegangen, wo die Georgierin Tamta Melaschwilli von ihren Kultroman „Abzählen“ erzählte. Die habe ich schon in Leipzig gehört und das Buch auch von Alfred zum Geburtstag bekommen, werde es also demnächst lesen und weil ich nicht solange auf den FM4 Preisträger warten wollte, habe ich am Manner-Glücksrad gedreht und habe wieder nur zwei Vollkornschnitten gewonnen, mir dann eine Spruchkarte von einem Christbaum gepickt und sie mir illustrieren lassen. Während ich da wartete, traf ich meine Cousine Irmi und ging mit ihr ein bißchen herum, bzw. zur ORF Bühne, wo gerade David Schalkos, mit dem ich ja einmal in der Alten Schmiede gelesen habe, Kultsendung „Braunschlag“ präsentiert wurde. Dann kam Nele Neuhaus mit ihrem neuen Roman „Böser Wolf“ und erzählte etwas über ihren Erfolg und ihre Art des Schreibens.
„Schneewittchen muß sterben“ habe ich mir vor kurzem als eine Art Geburtstagsbuch aus dem Bücherschrank genommen.
Dann ging ich ich noch ein bißchen herum, bevor es mit der Exil Preisverleihung losging, die seit zwei Jahren nicht mehr im Amerlinghaus, sondern auf der Buch Wien stattfindet.
Ekatharina Heider hat den Hauptpreis gewonnen und sie habe ich schon im kurzen bei einer Lesung im Literaturhaus gehört. Es gibt aber noch den Preis für Schulklassen, den Jugendpreis, den für Dramatiker, einen Lyrikpreis gab es diesmal auch und noch einige anderen, den für Autoren mit Deutsch als Muttersprache hat Eva Schörkhuber gewonnen, mit der ich ja schon am Volksstimmefest gelesen habe.
Dann war die Buch Wien wieder aus im Programm stand aber ein poetischer Abend im rumänischen Kulturinstitut und da bin ich ja schon 2008 bei der langen Nacht der rumänischen Literatur gewesen.
Diesmal war es kürzer, es wurde nur die Lyrikreihe von Traduki, bzw. der letzte bei der Edition Korrespondenzen erschinenn Band „Und wir werden die Maschinen für uns weinen lassen“, des 1983 geborenen Claudiu Komartin vorgestellt.
Am Sonntag bin ich zuerst ins Literaturhaus zur Erich Fried Preis Verleihung an Nico Bleutge gegangen und dann mit der U-Bahn ins Messegelände gefahren, so daß ich schon um eins dort eintraf und ein bißchen verwirrt herumgelaufen bin.
Gab es auf der Kochbühne gerade kein Programm, so ging ich in die VIP Lounge zum Ö1 Quiz hinauf, da war ich aber spät daran, daß ich nur mehr am Boden sitzen konnte, so habe ich nur die Verlosung der Publikumspreise abgewartet, aber mein Zettel ist, glaube ich, gar nicht in der Urne gewesen und dann ein bißchen hin und hergependelt, habe mir beim „Essen für Kinder“ ein paar Nudeln und ein Schokotörtchen geholt und beim „Anders Kochen“ mit dem Verleger Lojze Wieser von dem auf der Buch-Wien ja viel zu hören war und ich auch mit dem Kulturbeamten im Literaturhaus darüber plauderte, daß er noch nicht wissen würde, was er koche, eine Brotgröstl und ein Krautrisotto gekostet und mir die vielen vergnüglichen Wieser Geschichten anhörte, wie ihn einmal der Zöllner, den Schinken, den er nach Leipzig bringen wollte, fast beschlagnahmt hätte und vom heurigen Buch-Wien Schinken habe ich ja auch gekostet. Im Literaturcafe gab es auch ein paar interessante Sachen, so stellte Erwin Riess seinen „Herr Groll im Schatten der Karawanken“ vor, dann kam Edith Kneifl mit ihren „Tatort Friedhof“, aber da bin ich zum Stand der Literatur Edition Niederösterreich gegangen, weil mir ja Gabriele Ecker Magda Woitzucks Trilogie „Ellis“ versprochen hatte.
Michal Hvorecky stellte auf der Donau Lounge seinen „Tod auf der Donau“ vor, den ich schon auf dem Literaturschiff im vorigen Jahr und dann noch in Leipzig hörte. der Perutz Preisträger Manfred Rebhandl seinen neuen Brunnenmarktkrimi „Dürre Beweise“ und Stefan Sonntagbauer sein „Containeräffchen“ auf der FM4 Bühne, ich bin bei allem ein bißchen hin- und hergehoppelt, habe Wofram Huber mit seinem Mäuschen getroffen und den langsamen Abbau der Buch-Wien beobachtet, die Mannerschnitten gingen aus, auf der Kochbühne gab es aber noch einen chinesischen Starkoch, in dessen Restaurant in der Wehrgasse ich schon einmal war, der eine Art chinesisches Gulasch zelebrierte, dann wars schon wieder aus und das ist ja immer ein etwas trauriges Gefühl, ich war nach all der Literatur auch etwas erschöpft und kann hier für alle, die meine persönliche Meinung zur Buch-Wien wissen wollen, nur anmerken, daß sie auch heuer wieder sehr interessant und lehrreich war, es mir nichts ausmacht, daß sie so klein ist und es mich auch diesmal wieder etwas frustrierte, immer nur daneben zu stehen, wenn die anderen lesen oder geehrt werden. Es ist mir aber auch eine Idee für etwas Neues gekommen. Michal Hvorecky hat mich darauf gebracht, einen Roman aus elf oder so Geschichten schreiben, wo jeweils immer eine Person daraus im nächsten Kapitel vorkommt.

2010-04-06

Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters

Filed under: Uncategorized — jancak @ 01:14

Am Ostermontag gleich den nächsten Osterspaziergang durch den unteren Teil von Wieden, der um 13 Uhr im Otto Wagner Pavillvon am Karlsplatz begonnen hat und von Susanne Schneider liebevoll organisiert wurde. Leider war das Wetter nicht so schön, wie am Samstag und ich bin auch ziemlich knapp auf den Karlsplatz gekommen, weil wir erst am Vormittag nach Wien gefahren sind und der Anna auch noch die Osterhasen vorbeigebracht haben.
Der Otto Wagner Pavillon ist architonisch sehr interessant. Dazu haben die Szenen aus den „Letzten Tagen der Menschheit“, die Werner Grüner las, sehr gut gepasst, obwohl sie an der Sirk-Ecke spielen. Danach las Rolf Schwendter etwas von Elias Canettis „Fackel im Ohr“, nämlich die Stelle, wo er in die Kraus Vorlesung ins Konzerthaus ging und dort seine Veza kennenlernte.

Danach fragte mich ein Mann, ob ich von Ex libris sei und die nächste Station, war ein etwas regenverkürzter Rundgang über den Karlsplatz, historischen Museum der Stadt Wien, das jetzt Wien Museum heißt, Karlskirche, Resselpark mit dem Resseldenkmal und TU. Am Rilkeplatz habe ich mit Klaus Schwarz eine Kostprobe aus dem Erika Mitterer – Rilke Briefwechsel gelesen, hat ja Erika Mitterer als junge Frau Rainer Maria Rilke begeistert Gedichte geschickt, die sehr nachempfunden waren und Rilke hat begeistert geantwortet.
Manfred Loydolt hat beim Zauberflötenbrunnen am Mozart Platz, die Papagenoarie gesungen und wir sind über das ehemalige Johann Strauss Theater in der Favoritenstraße 8, wo später die neue Scala war, in den Grün Raum gegangen.
Dort mußten wir zwar etwas warten, bis uns eine Barbara aufsperrte, dafür wurden wir mit Kaffee und Tee bewirtet und Bücher gab es auch.

Und schöne Texte, befanden wir uns ja gegenüber dem Theresianum, wo Maria Theresia geboren wurde und heute die berühmte Schule ist, drinnen dürfte sich ein toller Park befinden, der leider nicht öffentlich ist. Jirsi Grusa und Franz Richter waren dort Lehrer, von denen gab es Textproben und noch Mozartbriefe. Dann ging es in die Rainergasse in den Hof der Erika Mitterer Gesellschaft, wo schon der Sohn und Nachlaßverwalter Martin G. Petrowsky wartete. Die Gedenkstätte ist in einem sehr schönen Biedermeierhaus, das der Familie gehört. Es lagen ein paar Zaunkönige zur freien Entnahme auf. Martin G. Petrowsky erzählte ein bißchen über die Erika Mitterer Gesellschaft und da war ich vor ein paar Jahren zufällig bei der Eröffnung. Ich hörte im Radio etwas von der Enthüllung der Gedenktafel, hatte an dem Tag ein Supervisionsgespräch im Prayerschen Kinderspital und ging am Rückweg an dem Haus vorbei, das sich gerade mit den Festgästen füllte. Ein wenig zögernd ging ich hinein. Eleonore Zuzak rief „Die Frau Doktor ist auch überall!“ und ich hatte ein bißchen ein schlechtes Gewissen, weil ich keine Einladung hatte, bediente mich aber trotzdem am Buffet und ich glaube mich zu erinnern, daß ich mich mit Paul Wimmer unterhielt. Und ich habe auch einen Text über Erika Mitterer, mit der ich bei „Buch und Wein“ anläßlich des Erika Mitterers Symposiums 2001 eine berührende Begegnung hatte und in der Schreibwerkstatt der Gewerkschaft zu dem Thema „Was hatten wir denn an Literatur zu Haus“ darüber schrieb. Diesen Text habe ich Herrn Petrovsky geschickt, er kam verkürzt in den „Zaunkönig“, der Zeitschrift der Erika Mitterer Gesellschaft zum hundertsten Geburtstag der Dichterin und den habe ich auch gelesen, allerdings erst im Cafe Frey gegenüber.

Im Hof wieder mit Klaus Schwarz ein Gedicht aus dem Rilke Briefwechsel und Uli Makomaski hat aus „Das Kreuz wird verhüllt – eine Schriftstellerin erinnert sich an 1938“ gelesen. Dann war ich gleich nochmals dran, denn ich habe auch meine Erinnerungen zu Helmut Eisendle und der hat auch noch in dem Haus gelebt, wo es das Antiquariat „Buch und Wein“ gegeben hat.
Ich habe mich auch mit Manfred Loydolt unterhalten, der mir sagte, daß ich, bei der Feier „Zwanzig Jahre Lesetheater“ einen Text lesen soll, den ich einmal fürs Lesetheater geschrieben hab. Franz Hütterer, der später Texte zur Wiener Gruppe las, kam auch ins Cafe Frey und lobte das Literaturgeflüster und wir gingen zur freien Bühne Wieden, die diesbezüglichen Texte hatten wir schon gelesen, also nur den Hof besichtigt und zum Jandl Park in der Schlüsselgasse, wo die Mechthild Podzeit-Lütjen wohnt, uns Ostereier brachte und einen Text verlas, den sie anläßlich der Umwidmung des Schlüsselparks in den Ernst Jandl geschrieben hat, weil Jandl einst Lehrer in der Waltergasse war.

Die nächste Station, das Cafe Classico in der Wiedner Hauptstraße, auch daran geh ich oft vorüber, war ebenfalls sehr interessant. Wurden da ja Texte von Fritz Grünbaum und Karl Farkas gelesen. Dora Schimanko las, wie es zum „Buchenwald-Lied“ kam und Sonja Henisch, die Ex-Frau vom Peter, die mir auf dem Weg erzählte, daß sie auch einen Verlag für ihre Bücher sucht, las über die Kaffeehauskultur auf der Wieden und davon, das früher bei H.C. alle an Artmann dachte, während das heute für Strache steht und auf einmal kam es zu einen Disput in dem Cafe, das eigentlich extra für uns aufgesperrt wurde. Es waren nämlich doch noch andere Leute da, offensichtliche Stammgäste, die empört das Lokal verließen, weil sie nicht soviel von Buchenwald und Widerstandskämpfern hören wollten.

„Freundschaft!“, rief ihnen Werner Grüner noch nach und da haben sie auch die Auszüge von Irene Harands „Sein Kampf“ versäumt, die eine katholische bürgerliche Dame war und sich dennoch 1935 leidenschaftlich gegen Hitlers engagierte.
Sehr interessant, daß man 2010 Widerstand erregen kann, wenn man Grünbaum, Farkas und Hugo Wiener liest, aber es kam noch viel Interessanter, nämlich im Restaurant Beograd im Freihausviertel, in das wir gingen, weil es dort für Rolf Schwendter eine gute Fischsuppe gibt und sich auch die Wiener Gruppe in den Sechzigerjahren dort traf. Deshalb stand hauptsächlich die Wiener Guppe am Programm: Konrad Bayer, Liesl Ujvary, H.C.Artmann, Oswald Wiener, Gerhard Rühm, Hannes Schneider, Elfriede Gerstl, Friederike Mayröcker, Ernst Jandl. Aber das Beograd, das heuer seinen fünfzigsten Geburtstag feiert, hat Live Musik und die schlug sich sehr mit der Wiener Gruppe. Elisabeth Chovanec hat zwar tapfer Friedrich Achleitners experimentellen Text über die gute Suppe gelesen, aber ein serbisches Lokal und die Texte der Wiener Gruppe sind schon eine wilde Mischung und man lernt viel dabei.
Zum Glück hörten die Musiker um zehn zum Spielen auf, so daß wir mit Ausnahme der Gerstl Texte, Angelika Raubek hatte schon das Lokal verlassen, weiter machen konnten. Susanne Aschner las noch eine Collage von Texten ihrer Tochter und ihrer Mutter, was ebenfalls sehr lehrreich war.

2018-06-14

Ilse Tielschs Kindheitserinnerungen

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:19
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Die  1929 in Mähren geborene Ilse Tielsch wurde mir, glaube ich, in den Neunzehnhundertsiebziger Jahren von Valerie Szabo vorgestellt oder hat sie mich, die ich ja damals literarisch entdeckt und gefördert werden wollte, ermutigt, ihr einen meinen Texte zu schicken?

Seither grüßt mich die alte Dame immer freundlich, wenn wir uns bei einer Literaturveranstaltung sehen, es gab ja eine Lesetheaterveranstaltung im Literaturhaus und einige ihrer Bücher, die meistens von ihrer mährischen Geschichte handeltn, habe ich auch in den Schränken gefunden, aber leider leider noch nicht gelesen.

IlseTielsch schreibt auch Gedichte, leitete Johanna Öttl heute die Vorstellung ihres dünnen bei „Atelier“ wieder aufgelegten Büchleins „Das letzte Jahr“ in der „Alten Schmiede“ ein. Sie ist, glaube ich, auch Mitglied des Literaturkreises Podiums.

Heute wurde aber ein kleiner Roman von ihr vorgestellt, denn je älter man wird, erklärte die Autorin freundlich, desto mehr kommen die Kindheitserinnerungen hoch und  so hat die heutige Lesung eigentlich gänzlich unbeabsichtig zu meiner gegenwärtigen Lektüre gepasst.

Denn da habe ich ja kürztlich „Wien 1938“, das Buch zu achtzig Jahre Anschluß gelesen und lese derzeit einen Oldie von meiner Backlist nämlich Arnost Lustigs „Deine grünen Augen“ und das ist ein 1926 in Prag geborener jüdischer Autor, der damit wahrscheinlich seine KZ- Erlebnisse verarbeitet und dazwischen liegt das Jahr 1938 in dem kleinen mährischen Städtchen in dem die neunjährige Arzttochter Elfi in die deutsche Schule geht und sich wundert, daß man dort vom Heimatland Böhmen singt, denn wo das ist und ob das am Meer liegt hat die Kleine noch nicht gehört und trotzdem bahnen sich in dem Städtchen, wo die deutschen Kinder ganz selbstverständlich mit den tschechischen und den jüdischen befreundet sind, obwohl sie in verschiedene Schulen gehen, weil sie die verschiedenen Sprachen erlernen wollen, Veränderungen an, die das Kind nicht gleich versteht.

„Es ist kein autobiografischer Roman, obwohl es alle Personen real gegeben hat!“, hat Ilse Tielsch freundlich vor ihrer Lesung erklärt und ich habe wieder mal „No na!“ gedacht und auf Johannas Öttls abschließende Frage, wieso die Autorin auf die Erzählpersepektive des neunjährigen Kindes gekommen ist, nur gelächelt.

Während Ilse Tielsch fast empört geantwortet hat, weil sie damals neun Jahre war und das die Erlebisse ihrer <kindheit waren, wie da das tschechische Dientmädchen in der Küche mit den Töpfen klapperte und der national eingestellte Zahntechniker, der offenbar mit ihr befreundet war,  der Kleinen sagte, daß sie eine deutsche Frau werden würde, die dem Führer viele deutsche Kinder schenken würde, während die energische Mutter, die weiterhin energisch zu den tschechischen und jüdischen Händler einkaufen ging, obwohl man das plötzlich nicht mehr machte, ihn aus der Jüche verwies und die kleine Elfi gar nicht daran dachte zu heiraten und wenn, dann würde sie ihre Kinder bestimmt nicht irgendeinen Führer schenken.

Aber beim Fronleichnamszug, wo sich offenbar alle Frauen dafür neue Hüten kauften, wurden die plötzlich entweder beim deutschen oder beim tschechischen Hutmacher bestellt und die jüdische Freundin Lilly, die, die tschechische Schule besuchte, war plötzlich verschwunden und keiner erklärte Elfie warum.

Sehr interessant, das Buch, das Thema und die Vergleiche, die Ise Tielsch mit der heutigen Zeit zog, wo sich wenn man nicht aufpasst, vielleicht auch wieder etwas anbahnt, das nachher niedmand gewollt hat.

Der Saal war voll von vorwiegenden älteren Leuten, die wahrscheinlich zu Ilse Tielschs Bekanntenkreis zählte, Dietmar Grieser, Hilde Schmölzer habe ich gesehen, aber auch ihre Enkeltöchter waren da und nachher entfachte sich eine hietzige Diskussion, die zeigte, wie präsant das Thema des Neben- oder miteinander Lebens der verschiedenen Nnationen ist und, daß man auch da wohl sehr aufpassen muß, um nicht in Streit zu geraten.

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