Literaturgefluester

2017-01-28

In Salzburg angekommen

Wolfgang Kauer

Wolfgang Kauer

Eva Jancak

Eva Jancak

2012 habe ich mit Margot Koller, Wolfgang Kauer und  Josef K. Uhl im AAI in Salzurg unter dem Thema „abgeschoben“ gelesen und jetzt gab es zum Thema „angekommen“ am selben Ort sozusagen eine Fortsetzungslesung mit Wolfgang Kauer und Margot H. Koller, die die Lesung sozusagen für die GAv organisierten, Manfred Chobot und ich sind als Gäste aus Wien dazugekommen, so daß ich Donnerstag Mittag mit dem Alfred und dem Auto zuerst nach St. Pölten gefahren sind, weil wir dort am Samstag ins Festspielhaus gehen werden und von dort sind wir mit der Sparschiene im Zug weitergefahren.

Zuerst haben wir aber Doris Kloimstein ganz zufällig am Bahnhof getroffen, so daß ich zuerst mir ihr noch einen Cafe getrunken habe, bevor es nach Salzburg weiterging.

Das afrosasiatische Institut befindet sich in der Wiener Philharmonikergasse und weil wir um cirka halb sechs schon dort waren, die Lesung aber erst um sieben begonnen hat, sind wir in ein Lokal gegangen, wo ich einen Glühwein getrunken habe, der Alfred hat Käsespätzle gegessen und wir haben den Einzug der Gäste beobachten können. Allerdings waren es keine die zu unserer Lesung wollten, sondern festlich gekleidet nach dem Essen in die Felsenreitschule, wo es zur Erföffnung der Salzburger Mozartwoche das „Requiem“ gegeben hat.

Es gab auch noch ein literarisches Alternativprogramm, nämlich Tereza Mora, die gerade den Bremer-Literaturpreis bekommen hat und in Leipzig, den der Literaturhäuser 2017 bekommen wird,  im Literaturhaus, so daß Margot Koller, schon befüchtetete, daß wir kein Publikum haben werden, es war dann aber halb so schlimm.

Manfred Chobot

Manfred Chobot

Margot Koller

Margot Koller

Denn einige interessierte Damen und sogar ein paar Herren sind eingetroffen und die Lesung, würde ich einmal behaupten, war auch besonders schön.

Zweimal Lyrik und dazwischen zwei Szenen aus meiner Sommergeschichte, gefolgt von einem Essay, den Margot Koller zu diesem wichtigen Thema geschrieben hat, bei dem es ja in letzter Zeit leider eine negative Kehrtwende gegeben hat, sprechen inzwischen alle vom illegalen Einwandern und dem Scheitern von Mulitkulti und der Willkommenskultur, was ich nicht so finde und es wahrscheinlich auch nicht ist.

Es begann also der 1957 in Linz geborene Lehrer und Autor  Wolfgang Kauer, der für die Lesung extra einen Gedichtband geschrieben hat, der als „Podium Portrait 92“ erschienen ist und den ich demnächst besprechen werde, so daß ich mich hier kurz halten kann.

Dann kam, wie schon erwähnt ich, mit Szene vier und fünf aus den „Ereignisreichen Sommererlebnissen“, die Fatma Challaki-Szene, wo sie mit dem Boot aufbricht, also noch lange nicht angekommen ist, habe ich schon mehrmals gelesen und weil die nicht fünfzehn Minuten dauert, habe ich noch mit der Folgeszene angeschloßen, wo Sandra Winter bei der Großmutter und ihrer Pflegehelferin im Haus ihrer Eltern in Harland ist und Fatmas Nachricht erstmals verdaut.

Dann kam das Urgestein der Poesie, der 1947 in Wien geborene Manfred Chobot und hatte auch sehr scharfe und sehr spritzige, meist im Wiener Dialekt gehaltene Gedichte, zu dieser Frage und danach folgte Margot Koller mit zwei Fallbeispielen von Flüchtlingsschicksalen, die nach dem Krieg aus Siebenbürger geflüchtet, bezeihungsweise als Gastarbeiter aus Serbien nach Wien gekommen sind.

Manfred Chobot, Eva Jancak, Margot Koller, Wolfgang Kauer

Manfred Chobot, Eva Jancak, Margot Koller, Wolfgang Kauer

Max-Reinhardt-Platz, Salzburg


Max-Reinhardt-Platz, Salzburg

Dann gab es eine lange und sehr intensive Diskussion, die später noch durch individuelle Gespräche bei Wein und Knabbereien ergänzt wurde und als wir gehen wollten, habe ich mit Schrecken festgestellt, daß ich meinen Schal und meine Haube irgendwo verloren haben muß und es ist sehr kalt in Salzburg mit sehr viel Schnee.

Trotzdem sind wir am nächsten Tag mit einem ausgeborgten Schal und einer ausgeborgten Haube mit Margot Koller, bei der wir wieder wohnten, nochmals in die Stadt aufgebrochen und da bin ich ersteinmal in die Buchhandlung Höllriegl eingefallen, das ist die, wo mich der Alfred bei meinem ersten Salzburg Aufenhalt neben dem Buch von Cornelia Travnicek „Chucks“ fotografierte, das inzwischen zu mir gekommen ist.

Da gab es eine Abverkaufskiste mit vielen schönen ein oder zwei Euro Abverkaufsbüchern und da habe ich mir sehr zum Mißfallen von Alfred, der glaubt, daß ich ohnehin schon soviele Bücher habe oder sie mir nicht tragen will, Ianina Ilitchevas „183 Tage“ den Bildband, der vor eineeinhalb Jahren bei den „Kremayr & Scheiaus-Debuts“ erschienen ist, sowie Iris Hanika „Wie der Müll geordnet wird“ und noch drei weitere Bücher gekauft.

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Was vielleicht wirklich nicht so notwendig war, denn das weitere Programm bestand sozusagen aus einer Fortsetzung unserer „Salzburger-Büchertour“, die wir schon im Vorjahr begonnen haben.

Da haben wir die offenen Bücherschränke abgeklappert, einen gibt es ja beim Literaturhaus, einen bei dem Haus, wo wir im Vorjahr in einem Kabarett waren und noch einen anderen.

Margot Koller, die aber auch ein Buch über Gratisbücher geschrieben hat, hat uns schon im Vorjahr von einem Wirtschafts- oder Recyclinghof erzählt, der gehört, glaube ich, zur Müllabfuhr und dort gibt es auch Bücherregale, wo man sich eindecken kann, bevor die Bücher zerschreddert werden und Margot Koller, die diesen Hof regelmäßig besucht, hat jetzt in einer ehemaligen Kaserne, in der inzwischen alternative Geschäfte und Restaurants eingezogen sind, eine eigene Bücherecke errichtet, die sie betreut und, wo sie auch auf unsere Lesung hingewiesen hat und dort sind wir als nächstes gewesen.

Im Wirtschaftshof habe ich,  was ich schon lange wollte, Joseph Roths „Kapuzinergruft“ gefunden und in Margot Kollers offener Bücherecke, die neben einem Cafe angesiedelt ist und, wo wir nach dem Essen, das wir nebenan eingenommen haben, hingingen, Isabel Bodgans „Der Pfau“, ein Buch das ich auch schon lange wollte.

Dann machten wir noch eine Runde durch die „Panzer Hallen“, sind dann zum „Hangar 7“ hinausgefahren, wo es Flugzeuge, Autos und auch Bilder, sowie ein Kochbuch zu bewundern gab und dann gab es noch einen längeren und sehr schönen Spaziergang durch den verschneiten Winterwald beim Untersberg.

Am Samstagvormittag geht es nach St. Pölten zurück, wo wir, wie schon erwähnt ins Festspielhaus gehen werden und zum Lesen habe ich mir als Salzburglektüre aus Wien noch Erich Landgrebes „Adam geht durch die Stadt“ mitgenommen, der im Salzburger Literaturarchiv, dem wir im letzten Jahr einen Besuch abstatteten, gesammelt wird.

2020-10-30

Kleiner Ausflug nach Salzburg

Da Frank Witzels „Inniger Schiffbruch“, mein neunzehntes dBp-Buch im Hardcover dreihundertsechzig Seiten hat, in der Digitalausgabe sind es siebenhundertvierundsechzig, war ich etwas ratlos, was ich am Freitag posten soll, ich habe ja den Ehrgeig jeden Tag einen Text zu schreiben und dachte dann, daß ich wieder versuchen werde, über Veranstaltungen die ich nicht besuchte vom Blatt zu schreiben, wie ich es ja während des ersten Lockdowns bsssseispielsweise bei der „Literatur und Wein“ so machte und da gibt es ja zwei Veranstaltungen, Donnerstag und Freitag, die ich, weil ich ja die Maske verweigere nicht besuchen werde, aber irgendwie doch sehr wichtig für mich wären, wurde die Veranstaltung zur Bücherverbrennung am 10. Mai 1933, eine traditionelle GAV- Veranstaltung zur „Freiheit des Wortes“, die ich sogar 2001 und dannn von 2003-2009 organisiert habe, im Amerlinghaus nachgeholt und dann gäbe es am Freitag die Poet-Night diesmal im Weinhaus Sittl, weil das „Siebenstern“, glaube ich, eine Gebühr von den Veranstaltern verlangt hätte und da habe ich mich ja angemeldet und hätte auch i m letzten Block als vorvorletzte lesen sollen und da habe ich auch seit 2000, glaube ich, regelmäßig gelesen.

Also hätte ich die Namensliste durchgehen und zu jeden Autor etwas sagen können, was aber gar nicht so leicht wäre, da mir einige völlig unbekannt waren. Ich hätte es wahrscheinlich trotzdem versucht, dann kam aber ein Mail aus Salzburg und eine Einladung von Margot Koller die „Grenzgänge“ eine Lesung die sie mit der Ruth, Wolfgang Kauer und Julian Schutting dort veranstalte mir via Livestream anzusehen und ihren Text über die „Grenzen der Digitalisierung“ hat sie mir gleich mitgeschickt und im Afroasiatischen Institut der Ort an dem die Lesung stattfand, habe ich ja auch schon zweimal gelesen und einmal an einem kalten Wintertag meinen Schal und meine Haube auch dort verloren.

Also zu den „Grenzgängen“ nach Salzburg, ganz pünktlich habe ich die Reise dorthin nicht geschafft, hatte ich doch bis dreiviertel acht Stunde und es begann schon um halb und meine Abrechung hatte ich auch noch fertigzumachen. Da man das aber nebenbei machen kann, kam ich noch zur Einleitung zurecht und habe nur den Namen des jungen Mannes der die Autoren vorstellte, nicht ganz mitbekommen.

Es begann, glaube ich, die Ruth mit einem Gedicht und las dann aus einem ihrer Bücher über die Grenzenen die das Alter einer Frau setzt von einer Elisabeth, die Theaterwissenschaften studierte, später dann auf einem Stehplatz zusammenklappte und dann noch einen Text über Lotte Zweig-Altmann, die zweite Frau vom Stefan, die ihm ja 1942 in den Tod folgte, vielleicht hat er dabei nachgeholfen oder sie überredet? Fragen, die man sich stellen und es jetzt wahrscheinlich nicht ergründen kann, wie es wirklich war und ob, das eine gute Idee ist, jemanden aus Liebe in den Tod zu folgen?

Die Ruth meinte nein. So weit ich darüber gelesen habe, war Lotte Altmann, aber Asthma leidend, hat schwer Luft bekommen und Stefan Zweig wahrscheinlich depressiv.

Dann folgte eine Pause, beziehungsweise wartete Julian Schutting auf das Mikrophon und leider war der Ton so schlecht, daß ich es noch einmal ausprobieren wollte.

Dann habe ich dann die Ruth nochmals gehört und den Schutting, der aus einer Anthologie kurze Textstellen las, auch nicht verstanden, so daß ich nochmals wechselte und in Margot Kollers Text hineinkam den ich ja mit beziehungsweise nachlesen konnte. Wolfgang Kauer habe ich auf diese Art und Weise zwar versäumt und komme jetzt in das Video nicht mehr hinein, habe aber die Mozartkugeln gesehen, die als Dankeschön verteilt wurden und eine interessante literarische Überraschung erlebt, ist der Vorteil der Corona-Krise ja, daß man viel mehr livestreamen kann, außer Literaturhaus und „Alte Schmiede“. Die Qualität ist aber doch nicht immer so gut, wie die wirklichen Livelesungen. Aber auch da kann man, wie ich aus Erfahrung weiß sehr viel überhören und jetzt kann ich noch raten, wie die

„Poet-Night“ im Weinhaus Sittel heute werden wird, soange wie bei Rolf Schwendter sicher nicht, dafür wahrscheinlich interessant, wird aber höchstwahrscheinlich nicht übertragen, so daß ich nur raten und bei den Autoren, die ich kenne und von denen ich Bücher habe, nachlesen kann.

Die Ruth das kann ich gleich verraten, liest auch, wäre ein bißchen vor mir dran und dann stehen noch Thomas Northoff, Bodo Hell, Chrstian Katt, Mechthild Podzeit-Lütjen, Christa Kern, Richard Weihs, und und und am Programm um doch ein wenig vorzuspoilern.

Wer Lust hat und sich nicht an der Maske und derRegistrierung stört, denn kann ich einen Besuch ab fünf sehr empfehlen und würde um einen Bericht in den Kommentaren bitten und ich hätte, das kann ich auch verraten ein Stückchen aus dem „Frühjahrserwachen“ gelesen und kann da auch einiges verlinken.

2021-05-12

Echos Kammern

Filed under: Bücher,Buchpreisbloggen — jancak @ 00:36

Jetzt kommt schon das erste Buch, das in der Sparte „Belletristik“ für den „Leipziger Buchpreis“ nominiert wurde, denn da habe ich mich das letzte Jahr auch entschlossen diese Liste hinunterzulesen, zumindestens was die Belletristik und die Übersetzungen betrifft und Iris Haniksas „Echos Kammern“ wurde ja bei der letzten „Leseauslese“ in der „Gesellschaft“ vorgestellt und empfohlen.

Da bin ich aufdas Buch aufmerksam geworden und hätte es mir fast um den Gutchein eingelöst, den mir der Alfred vor Weihnachten gegeben hat, denn ich kenne die 1962 in Würzburg geborene Iris Hanika und ihr „Treffen sich zwei“ glaube ich von der „Deutschen Buchpreisliste“ 2008 ,die ich da das erste Mal per Internet verfolgte und 2009 versuchte das Büchlpreisleseprobenbüchlein in Österreich zu bekommen.

„Wie der Müll geordnet wird“ habe ich mir, glaube ich, einmal in Salzburg aus einer Abverkaufskiste gezogen oder war das das „Eigentliche“, das auch auf meiner Bücherliste steht und nun ist auf der Liste des „Lleipziger Buchpreises“ 2021 gekommen.

Die liebe Henrike Blum, die ich jetzt auch live lange nicht gesehen habe, hat mir das PDF geschickt, so daß ich das Buch, als Erstes gelesen habe und war, kann ich schreiben oder mich wiederholen, zuerst einmal verwirrt und habe mir fast gedacht, daß ich jetzt das Gleiche schreiben werde, was ich schon über die„Wilden Theorien“ geschrieben habe.

Sorry, nichts verstanden, aber ganz so einfach oder so unverständlich war es nicht. Denn da gibt es erst einmal einen allwissenden Erzähler, der uns durch das Geschehen führt. Ich habe zwar Psychologie und nicht Literaturwissenschaften studiert, hätte aber doch gedacht, daß das jetzt gar nicht mehr geht und ein absolutes no go ist, wie es ja heißt, wenni ch manchmal spoilere und dann und das führt mich wieder zu mir zurück, ist einer der ersten Sätze „Bevor ich bin gereist nach New York, ich war in Sorge.“

,Was heißt denn das? Wenn ich so schreiben würde, würde nicht nur der Uli aufschreien. Aber halt, bevor ich Iris Hanika sprachliche Inkompetenz vorwerfe, das Buch ist bei „Droschl“ erschienen und da gibt es auch„Broken German“ und Iris Hanika schreibt auch sogleich, daß es dabei, um die sogenannte „Lengevitsch“, handelt die 1925 von einem Kurt M.Stein erfunden wurde und in dem Buchgeht es im wesentlichen, um zwei Städte. Um Berlin und New York und um zwei Frauen. Um Sophoniste und Roxana und da haben wir schon einmal zwei ungewähnliche Namen. Ich hatte da ja mit meiner „Sophie Hungers“ und auch schon vor 2009 Probleme, weil ich gerne sprechende oder ungewöhnliche Namen verwende, Sophoniste ist eine alternde Dichterin, die mit ihren „Mythen in Tüten“ berühmt geworden ist, in denen es um die Musen Echo und Narziß geht und da haben wir schon die Anpielung zum Titel und die reist jetzt nach New York um einen Roman über die Stadt zu schreiben. Was auch recht schwierig ist, weil das ja heute jeder Dichter machen will, über New York und den Holocaust zu schreiben und da bin ich schon bei Gustav Ernst und seiner Präsentation seiner „Betriebsstörung“ im Literaturhaus, wo es darum geht, was gute Literatur ist und ob man nachden hunderttausend Millionen Romanen, die es schon gibt, noch überhaupt einen schreiben kann, der verständlich ist? Und so würde ich mir Iris Haniska „Echo Kammern“ auch interpretieren.

Sophoniste reist also nach New York und beginnt zu schreiben. Tut das aber in der „Lengevitsch“ und dann geht sie in den Starbuck, lernt dort einen Engel kennen, der sie zu einer Party einer berühmten Sängerin führt, deren Namen mir, die ich ja früher viel in die Oper ging, jetzt aber eigentlich wenig Musik höre, nichts sagte. Sie lernt aber einen Josch kennen, der über die ukrainische Literatur schreiben will und einen Alf, der früher Bedolf heißt, Achtung Anspielung an den Adolf würde ich vermuten, der lebt mit einer Deborah in einer New Yorker Luxuswohnung beim Central Park, lädt sie ein und bekocht sie. Die alternde Sophoniste und da wären wir auch bei den alternden Romanheldinnen von denen sich Mieze Medusa ja nicht vorstellen kann, daß es sie gibt, hat keine Wohnung sondern zieht von Stipendiumquartier zu Stipendiumsuartier und braucht, wenn sie wieder nach Berlin zurückkehrt, eine solche. Guter Rat ist hier nicht teuer, denn Alf kennt ja Roxane, die von Ratgebern lebt und damit berühmt geworden ist, zu der kann Sophaniste ziehen und Josh kommt auch gleich dorthin. Roxana verliebt sich unsterblich in ihm und ich habe dieses Wirrwarr, die verschiednen Sprache und ein Haufen literarischer Anspielungen kommen auch darin vor, eigentlich ganz gut, verstanden.

Das heißt, um nicht hochzustapeln. Ganz so einfach war das doch nicht. Zuerst habe ich bei „Wikipedia“ gelesen, daß man die Handlung des Buches nicht nacherzählen kann und dann ein Interview mit der Autorin gehört, wo sie sehr viel lachte und mir war klar, nach den hunderttausend Romanen, die es schon gibt, darf man sich ja nicht wiederholen, sondern muß immer danach trachten, etwas Neues und noch nie dagewesenes zu schreiben und da läuft man dann leicht in Gefahr unverstänlich zu werden oder vielleicht banal und es mit einer „Lengevitsch“ und vielen Anspielungen zu versuchen, so daß dann vielleicht gar keine komplizierte Handlung überbleibt, außer einer, die man vielleicht doch nacherzählen kann und das finde ich spnnend, habe ich mir doch, als ich beim Lesen des erstens Drittels war und nichts verstanden habe, gedacht, wieso empfehlen Cornelius Hell oder Katja Gasser, die ja einen elitären Literaturgeschmack haben müssen, dieses Buch und wieso wird es in der „Gesellschaft“ präsentiert, die mich ja wegen „selbstgemacht“ nicht lesen lassen, wieso gilt alles, was unverständlich ist, als gute Literatur und das andere nicht?

Das habe ich mir durch das Interview jetzt schon erklärt. Was über bleibt und vielleicht doch zu wenig beachtet wird, ist der Leser. Dennn lesen die das, was auf den deutschen, leipziger oder was immer Listen steht, das hehre, elitäre, unverständliche, was von den Literaturkritikern angepriesen wird oder wollen sie, wenn sie überhaupt noch lesen nicht vielleicht doch Krimis, ChickLlit, Fantasy oder what else.

Ich lese selber ja nachweislich viel und bekomme von meinen Spamern manchmal zu hören, daß ich nichts verstanden habe, ja manchmal tue ich das nicht. Dieses Buch habe ich aber doch verstanden. Bleibe ein wenig nachdenklich und noch immer ratlos zurück und bin jetzt gespannt, wie es sich neben den vier anderen Belletristik-Büchern durchsetzen kann. Da habe ich schon gehört, daß Judith Hermann nicht so gut Romane, wie Erzählungen schreiben können soll, von Christian Kracht habe ich auch schon einiges Kritisches gehört, aber noch nichts gelesen. Auf Helga Schubert bin ich gespannt und die Fritzi wäre ja, meine Leser wissen es, meine große Favoritin, scheine ihr Buch aber nicht zu bekommen und in den Schränken ist auch nicht soviel von ihr zu finden.

2020-02-22

Winterurlaub mit literarischen Splittern

Ich bin ja kein Winterurlaubstyp, das heißt keine Schifahrerin oder Snowboarderin, trotzdem bin ich mit dem Alfred, als die Anna  klein war, mit ihr und ihm öfter im Februar nach Obergail in Kärnten ins Lesachtal gefahren, wo wir mit einer Gruppe Leuten ein Bauernhaus benützen und dort gemeinsam kochen konnten.

Der Alfred ist mit der Anna schifahren gegangen, ich bin meistens im Haus geblieben, habe gelesen und geschrieben, gelegentlich einen winterlichen Spaziergang gemacht und einmal sind wir nach Bruneck gefahren, als dort Josef Haslinger gelesen hat.

An das Jahr 2000 kann ich mich auch noch gut erinnern, wo alle wegen der schwarz blauen Wende in höchster Aufregung waren und sogar diskutiert wurde, ob jetzt nicht der  “ Bachmannpreis“ umbenannt werden sollte, was ich im Radio mithörte, während ich einen Text für den „Augustin“ „Widerstand beim Zwiebelschneiden“ schrieb, der glaube ich sogar mehrmals veröffentlicht wurde.

Einmal sind wir auch mit der Iris in ein Hotel in Oberndorf in Tirol zwischen St. Johann und Kitzbühel gefahren, da habe ich meine „Geschichten vom lieben Gott“ geschrieben, die eigentlich auch recht erfolgreich waren, während die Anna mit dem Alfred und den anderen schifahren war und ich im Fernsehen oder im Radio dann am Abend immer von den Schiunfällen hörte, die in dieser Zeit passierten.

Jetzt hat uns die Ruth eine Woche nach Hinterthal in Salzburg eingeladen, weil sie dort in einem Hotel Club ein Appartement hat, das sie einmal im Jahr eine Woche lang benützen kann.

Der Alfred, der inzwischen nicht mehr schifährt, wollte zuerst gar nicht so recht, ich dachte mir aber, daß ich das als eine Art Schreibaufenthalt benützen kann.

Eine Woche Schreib und Leseurlaub sozusagen, habe das „Fräulein No“ und fünf Bücher eingepackt und wir sind am Sonntag losgefahren, obwohl wir schon am Samstag fahren hätten können, aber da hatte der Alfred eine Veranstaltung der „Grünen“, so bin ich auf ein Symposium über „Künstliche Intelligenz“ in die „Sigmund Freud Uni“ gegangen und wir sind erst am Sonntagnachmittag in Hinterthal bei Maria Alm angekommen.

Vorher haben wir in Bischofshofen Mittag gegessen, einen alten Bauern in der Gaststube beobachtet, der als literarischen Vorbild dienen könnte und der Alfred hatte die Idee, daß wir ja, die Margot Koller besuchen könnten, weil die Stadt Salzburg ja nur achtzig Kilometer entfernt liegt.

Die haben wir dann Sonntag Abend in dem Bistro, wo die Ruth und ihr Sohn Martin immer Abend essen  und ich einen roten Spritzer oder einen „Hugo“ trinke, angerufen und sie ist am Montagvormittag tatsächlich gekommen, so daß wir mit ihr, der Alfred, die Ruth und ich, der Martin ist ja der einzige Schifahrer der Gruppe im Urslauerhof Mittag gegessen haben, der ein ausgezeichnetes Restaurant mit einer ausgezeichneten Küche hat, so daß es mich dort noch öfter zu den Mittagsmenüs hinzog.

Literarische Gespräche zwischen den meist holländischen Gästen, die Ruth liest ja im März bei der Margot Koller in Salzburg gemeinsam mit dem Julian Schutting. Ihr neues Buch wird auch bald erscheinen und am Dienstag, als wir von einer nächtlichen Schishow, die mir gar nicht so gefallen hat, in Maria Alm zurückkamen, ist es noch einmal literarisch geworden, denn da habe ich ein Mail von  Erika Kronabitter bekommen, das sie an die „Loosräume“ gerichtet hat, weil sie dort wegen des Kinderschändervorwurfs an den Architekten ihre Anmeldung zu der Führung zurückzog und ihren Protest öffentlich aussendete.

Daran schloß sich dann gleich die Debatte bezüglich Peter Handke an, denn wir fahren ja schon einen Tag früher, als notwendig zurück, weil am Wochenende die GV der IG Autoren ist und die GAV- Vorstandsstitzung mit dem anschließenden Jour fix im Cafe Ritter ist am Donnerstag auch.

Die Vorstandsitzung würde nur die Ruth betreffen, zum Jour fix bin auch ich eingeladen, da wir aber erst am Freitag zurückfahren, werden wir ihn versäumen, dort wird aber auch ein Brief von Bettina Balaka bezüglich Peter Handke diskutiert und bei mir sind einige E-books bezüglich des „Leipziger Buchpreises“ eingetroffen, von dem ich heute morgen schon „luna luna“ ausgelesen habe.

Eine schöne Winterlandschaft gibt es zu bewundern, wenn man aus dem Fenster sieht, mit der Ruth sind wir zweimal am Bach entlang durch den verschneiten Wald gegangen.

Einmal war ich mit dem Alfred in Saalfelden und in Zell am See. In Saalfelden gibt es eine Buchhandlung, wo ich „Walter Nowak bleibt liegen“ um fünf Euro und den neuen Stefan Slupetzky kaufen hätte können.

Aber ich bringe morgen wahrscheinlich ohnehin drei ungelesene Bücher nach Wien, beziehungsweise zuerst nach St.Pölten zurück.

Das „Fräulein No“ habe ich einige Mal durchkorrigiert und sogar gedacht, wenn ich im „Geflüster“ eine Artikellücke hätte, könnte ich einen oder mehrere der vier Füllszenen, die ich letztlich aus dem Text weggestrichen habe, sozusagen als Schmankerl veröffentlichen.

Einen Bücherschrank in dem einige von Ruths Büchern zu finden sind, gibt es in der Hotellobby auch und so ein Winterurlaub ist, glaube ich, sehr erholsam und  literarisch zu benützen, auch wenn man nicht schifahren geht und jetzt geht es noch einmal zum Urslauerhof zum Abendessen oder einen Hugo trinken, bevor es nach Wien zur Generalversammlung der IG Autoren geht, wo ja mein „Selfpublisher-Antrag“ behandelt werden soll.

Die Ruth bleibt noch einen Tag länger in Hinterthal und wird wahrscheinlich erst am Sonntag zur Wahl im Literaturhaus erscheinen.

Der Autor Ror Wolf ist, kann ich noch anmerken, am Montag gestorben, wie mir der Verlag mitteilte.

2019-12-13

Die guten Tage

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 00:33
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Jetzt kommt das letzte Buch der österreichichen Debutpreisliste und ich muß sagen der 1988 in Wien geborene und in Belgrad aufgewachsene Marco Dinic, der dann in Salzburg Germanistik und jüdische Kulturgeschichte studierte und beim „Bachmannpreis“ glesen hat, macht es mir nicht leicht, mich zwischen ihm und Angela Lehner bezüglich des besten Debuts, was ja ohnehin nicht geht, zu entscheiden.

Beide Bücher sind sehr gut und schade, daß es nicht auf die  Debutpreisshortlist gekommen ist, obwohl ich länger brauchte, bis ich die Struktur erkannte und mich von dem Ton, der teilweise sehr hart rauh aggressiv und auch unsympathisch ist, mitreißen ließ.  Aber so sind sie die Kriegskinder des ehemaligen Jugoslawien, die ihre Kindheit in den Krisengebieten oder in der Diaspora erlebten und einige von ihnen äußern sich auch sehr scharf über ihre vermeintlichen oder tatsächlichen Gegner.

Beginnen tut es, wie auch Verena Mermers „Autobus Esperanza“ in dem sogenannten Gastarbeiterexpress, der von Wien nach Belgrad fährt. Dorthin reist der Ich-Erzähler, der glaube ich, wie an einer Stelle erwähnt wird, tatsächlich Dinic heißt, zum Begräbnis seiner Großmutter.

Dort war er lange nicht, denn der Krieg, sein Verhältnis zu seinem Vater, einem ehemaligen beamten, den er nur wüst beschimpft, hat ihn davon abgehalten.

Er soll auch den Ring der Großmutter mitbringen, den ihm diese zusammen mit ihren Ersparnissen gab, als er die Matura hinter sich hatte und sich wohl in einen ähnlichen Bus in umgekehrer Richtung gesetzt hat und sein Leben fortan in Wien als Barkeeper verbrachte.

Im Bus neben ihn sitzt ein Elektriker und Hobbyautor, der nach Belgrad reist um seine Familiengeschichte zu schreiben. Der schwafelt ih die Ohren voll, verschwindet dann an der ungarisch-serbischen Grenze auf geheimnisvolle Weise, wie er überhaupt ein eher faustischer Charakter zu sein scheint.

Der Bus fährt weiter und die Gedanken des Erzählers gehen in seine Kindheit bzw. Schulzeit zurück. Der Vater wird, wie schon beschrieben beschimpft, die Familiengeschichte erzählt, die Großmutter hat einige Söhne geboren und dann bei seinen Eltern gelebt. Die Mutter wollte zwar einstmals in Amsterdam Kunst studieren, ist dann aber doch nach Belgrad zurückgekommen.

Eine Schulstunde kurz vor der Matura wird lang und breit geschildert, wie der Geschichtslehrer, die Schüler mit seinen Geschichten nervt und unter Druck setzt. Dann kommt die Matura, die Großmutter gibt ihm das Geld, er haut ab und ist jetzt mit demRing zurückgekommen, sieht, daß der Vater klein und alt und geschrumpft ist, erlebt das Begräbnis als Farce, irrt dann in der Stdt herum und trifft an der Stelle über einem ehemaligen Konzentrationslager, das jetzt teilweise ein luxuröses Neubauviertel werden soll, teilweise aber noch die Roma aus der ehemaligen Roma-Siedlung und anderen Obdachlose in einer Bauhütte im Schmutz zusammenkauern läßt, den jetzt seltsam verjüngten Busnachbarn wieder, der sich in seiner zynischen Art über die Gegend und ihre Geschichte ausläßt und dann sein Leben aushaucht.

Das ist die Stelle die Marco Dinic auch bei der Debutlesung in der AK-Bibliothek gelesen hat. Der Erzähler geht nach Hause, trifft sein Vater erstaunlicherweise beim Lesen der russischen Dichter an, die schon früher in dem Buch vorkamen und der Erzähler söhnt sich mit ihm aus, reist am nächsten Tag nach Wien zurück oder bleibt  vielleicht auch in Belgrad zurück?

Das Ende ist jedenfalls unklar.

„Ich öffnete die Augen. War nirgends angekommen“, lauten die letzten Sätze.

2019-11-26

Abenteuerliche Reise durch mein Zimmer

Buch sieben des Öst und das dritte das dort auf der Shortlist stand. Karl Markus Gauss „Abenteuerliche Reise durch mein Zimmer“ aus dem ich schon in Göttweig und im Sommer bei den O-Tönen hörte, wo mir der 1954 in Salzburg geborene freundlich die Hand gab, keine Ahnung woher er mich persönlich kennt, obwohl er mir ja einmal einen Brief auf meine literarischen Zusendungen schrieb und das Buch ist mir sehr sympathisch, zumindestens die Idee dazu, ist es doch eine, die ich zumindestens früher in meinen Werken auch sehr verfolgte, hat doch Karl Markus Gauss der große Reisende, der vor allem die osteuropäischen Länder erforschte und viele Bücher darüber schrieb, sich auf die Reise durch seine Wohnung aufgemacht und die Gegenstände die es dort gibt erforscht.

Zuerst geht es da nach Salzuburg und in Salzburg bin ich ja auch öfter gewesen, habe seit es das „Geflüster“ gibt zweimal dort gelesen und vorher auch schon im Literaturhaus beim „Sichten und Vernichten-Symposiun“ eine GAV-Versammlung gab es dort auch einmal und als Studentin bin ich mit der Monika einmal länger dort gewesen, da bin ich durch das Neutor gegangen, wo der Berg in vorigen Jahrhunderten durchgetrennt wurde, um in die Stadt zu gelangen und dort steht irgendwo auch das Haus, das Gauss, seit den mehreren Jahrzehnten mit seiner Familie bewohnt und das, wie er schreibt wie ein umgekehrtes Schiff aussieht und der erste Gegenstand der gewürdigt wird, ist ein Brieföffner einer Eternitfirma, was Gauss veranlaßt ein bißchen die Aspest-Geschichte, wo viele Arbeiter daran gestorben sind, bevor es verboten wurde, zu erforschen.

Vom Brieföffner geht es zu den Briefen, die heute von Gauss auch schon in Mailform erledigt werden und dann zum Thema Warten, daß es ja in den verschiensten Formen gibt, das Verhältnis von Macht ausdrückt und Gauss das Kapitel mit der Feststellung schließt, daß wir unser Leben bis zum Tod mit Warten auf irgendwas verbringen.

Von einem alten Koffer kommt Gauß zu seinen Schwiegervater, der damit als Kind Südtirol verlassen hat, seine mütterlichen Vorfahren sind Donauschwaben, so gibt es in der Küche ein Kochbuch der Großmutter in dem alle multikulturellen Gerichte stehen, die er als Kind oft gegessen hat.

Der Schreibtisch steht neben dem Bett und bevor der beschrieben wird, kommt es zum Namensgeber des Buches nämlich Xavier de Maistre, der eine ähnliche Irrfahrt machte, als er zweiundvierzig Tage das Zimmer als Gefängnis hatteund Sophie la Roche hat im neunzehnten Jahrhundert  ihren Schreibtisch  beschrieben. Der Aschenbecher auf seinen stammt vom amerikanischen Onkel Hugo,  der ihn aus Venedig mitbrachte, als er dieses einmal mit Gauß Mutter besuchte.

Gauss, der Tassen, Duschhauben und auch Bilder und Bücher sammelt oder viele von ihnen besitzt, stellt dann die Frage, wie das mit dem Besitzen sei und zitiert Beispiele von Menschen, die sich von ihren Besitztümern getrennt haben, um Kunst daraus zu machen oder ein besseres Lebensgefühlt zu entwickeln.

Es gibt, das afrikanische Zimmer im Hause Gauss, das ist das zitronengelb ausgemalte, in dem früher die Tochter wohnte, die nach ihrer Matura für einige Zeit nach Afrika ging und von dort Erinnerungstücke mitbrachte, die Gauss für sie bewahrt.

Es gibt ein T-Shir des  berühmten Freiheitskämpfers stjepan Filipovic, das Gauss in Zagreb geschenkt bekam aber weder tragen noch wegwerfen will und es gibt eine Uhr die ihm vom Freunden geschenkt wurde, die er nur selten aufzieht, weil der Lärm den sie beim Schlagen macht zu störiend ist und es gibt das Original eines Gedichts von Albert Ehrenstein, über den Gauss sein erstes Buch schrieb, das ihm ein Freund verehrte, da  an seiner Alkoholsucht verstorben ist.

So gibt es einen Exkurs über den Rausch und den Fensterblick gibt es auch. Da steht Gauss am Fenster seines Hauses, schaut auf die Stadt Salzburg hinaus und seine Gedanken schweifen überall hin. Nach Kroatien, wo er mit seinen kleinen Kindern, manche Sommer verbrachte, zu den Toten des zweiten Weltkrieges.

Einen Exkurs über den Sinn des Krieges gibt es auch, denn hätte es den nicht geben, wären seine Eltern wohl nicht zusammengekommen und es hätte ihm nicht gegeben.

Man sieht, das Buch schweift weit über Gausses Zimmer und seine Gegenstände hinaus und wärefast eines der „Ungeschriebenen Bücher“ geblieben, denen Gauss ebenfalls ein Kapitel widmet.

Der Zufall hat ergeben, daß das anders wurde und so erfahren wir, wenn wir wollen und uns die Zeit dafür nehmen, viel über die Gaussche Wohnung, seine Gedanken, seine Ansichten, seine Lebenswelt, etcetera.

2019-10-26

Leseglück

Filed under: Bücher — jancak @ 00:57
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Jetzt kommt gleich wieder eine Unterbrechung meines dreifachen  Buchpreislesens, das derzeit immer noch aus den deutschen Büchpreisbüchern besteht, aber dann hole ich auf und konzentriere mich auf die letzten sechs, bis es zuerst auf die „Buch-Wien“ und dann auf die „Buch-Basel“ geht und daran bin ich selber schuld, denn als ich beim Anfragen der Buchpreisbücher Ende August auf die „Netgalley“ stieß, wo man jetzt ja sowohl die deutschen als auch die österreichischen Bücher in der E-Bookform haben kann, bin ich auf ein besonderes Buch oder eigentlich auf eine Bücherreihe aufmerksam geworden, auf die ich schon durch Marreike Fallwickl gestoßen bin und die ist eine Bloggerein, aus Hallein, in Salzburg, auf die ich vor Jahren aufmerksam wurde, als sie versuchte ihren SUB aufzulesen und durch die Blogs bin ich ja auf die verschiedensten Büchern und nicht zuletzt auf das „Buchpreisbloggen“ aufmerksam geworden.

Das war „Buzzaldrin“ und dieser Blog hat mich auch auf das Buch „Tolstoy und der lila Sessel“ aufmerksam gemacht“, wo eine Frau ihre Schwester verloren hat und dann zum Trost ein Jahr lang jeden Tag ein Buch gelesen hat.

Das war auch die Zeit der „Romantherapie“, ein Buch, das ich noch immer nicht gelesen, aber ein bißchen darüber geschrieben habe und da habe ich dann auch Bücher übers Lesen und über Buchhandlungen gesammelt.

Die Meisten von ihren habe ich auch noch nicht gelesen, es gibt ja soviel, aber Friederike Manners Buch habe ich ja zumindestens in die „Gesellschaft“ mitgenommen, als dort ihr wiederaufgelegter Roman vorgestellt wurde.

Es gibt die „Wunderbare Buchhandlung“ von der Buchhändlerin und Buchpreisjurorin Petra Hartlieb, das Buch habe ich mal im Schrank gefunden und auch noch nicht gelesen, wohl aber die „Weihnachten in der Buchhandlung“, denn das habe ich mir im letzten Jahr von Margit Heumanns Geburtstgsbuchschein gekauft, in der Buchhandlung Thalia auf der „Buch-Wien“ also etwas was die Autorin, die ja eine strikte „Amazon“ und Großbuchhandlungsgegnerin ist, vielleicht gar nicht so gerne mag, aber dort gab es nichts anderes und die Blogger haben ja auch angefangen, sich als die Schreiber von bibliphilen Büchern zu entpuppen.

So gab es ein Buch übers Lesen und Florian Valerlius der Buchhändler und „Literaische Nerd“, der ja, glaube ich, den ersten „Buchblogger-Award“ gewonnen hat, hat sich jetzt mit Mareicke Fallwickl zusammengetan, die im Vorjahr mit ihrem zweiten Buch auf die österreichische Longlist gekommen ist und jetzt ein neues Buch bei FVA herausgebracht hat, wow, manche Blogger machen sich und überholen mich, die ich ja offensichtlich nichts zusammenbringe, obwohl mein Blog, glaube ich, ja eigentlich auch ganz ansehlich und umfangreich ist.

Es gibt da jedenfalls eine ganze Reihe, „Leseglück: 99 Bücher, die gute Lauen machn“, ist da eins davon, dann gibt es auch eine Romantherapie „Bücher auf Rezept“ geheißen und und und, daß Bücher gute Laune machen, ist eine These, die ich stark bezweifle, bei den Buchwerbern aber offenbar nicht so ankommt natürlich, aber lies einmal „Das wunschlose Unglück“, das „Tagebuch der Anne Frank“ und und und, genug davon.

Es ist, glaube ich, herübergekommen, was ich damit meine und ich bin ja auch eine Vielleserin, die das Lesen schon in der Kinderstube, bei den Eltern im Gemeindebuch mit ihrem Bücherkasten erlernt hat und die jetzt gerade die „Offenen Bücherschränke“ nach Bilderbüchern und Elternratgebern durchforstet und die der Anna nach Harland schleppt. Früher habe ich der Schwiegermutter, die „Readers Digest-Bände“ nach St.Pölten gebracht, aber die liest nicht mehr, so daß wir sieb ald wieder in die „Seedose“ oder nach Altmannsdort zurückbringen können und ich habe durch die neunundneunzig Bücher, die da Florian Valerlus und Mareicke Fallwickl, schön nach Kapitel gegliedert und das alles noch schöner von Franziska Misselwitz illustriert, meine eigenen Leselücken entdeckt und mein Leseverhalten hat sich, das habe ich vielleicht noch nicht so beschrieben, durch mein Bloggen oder durch die „Offenen Bücherschränke“ und das „Buchpreislesen“ stark verändert, denn, als das mit den „Offenen Bücherschränken“  begonnen hat, hat sich die Sammlerin nach ihren Leselücken orientiert und da manche Lücken aufgelesen, so zum Beispiel „Kaff auch Mare Crisium“ wenn schon nicht „Zettels Traum“ der bei den neunundneunzig Vorschlägen auch vorkommt. Jetzt nehme ich diese Bücherlücken auch mit, zum Lesen komme ich aber eher nicht mehr, weil ich inzwischen durch das „Buchpreisbloggen“ und die „Büchervorschauen“ auch zu einer Neuerscheinungsleserin geworden ist.

Was vielleicht gar nichts macht, denn dann brauche ich, was ich ja nächstes Jahr tun will, beim „Buchpreisbacklistlesen“ nur bis zum Jahr 2014 kommen. Aber Bücher, wie dieses helfen einem wahrscheinlich auf seine Leselücken zu kommen und da habe ich, obwohl meine Lesebiografie wahrscheinlich im Kleinkindalter angefangen hat. In den Kindergarten bin ich nie gegangen, war aber ein Jahr beim Herrn Aschenbrenner, der mir, glaube ich, sehr verzweifelt das „s“ bei bringen sollte.

Hat er geschafft, aber ich bin nicht sicher, ob ich nicht vorher lesen konnte, was wahrscheinlich nur ein Nebeneffekt war, was meine Volksschullehrerin Frau Theresia Keiler wahrscheinlich etwas verzweifeln ließ, weil ich es  schon konnte, als ich in die Schule kam.

Aber Leselücken gab es da auch. So habe ich die „Alice im Wunderland“ nicht gelesen und auch nicht den „Mogli“, was mir dann damals im Graz beim Ö1- Qizz Schwierigkeiten machte.

Andere Bücher, wie etwa die „Pippi Langstrumpf“ habe ich erst durchs Vorlesen der Anna entdeckt und das war, glaube ich, damals kurz nach dem Fall der Mauer, als es die DDR noch gab, wir in Berlin waren, aber man schon problemlos von West nach Ost und umgekehrt fahren konnte.

So ist eines der ersten Kapitel auch das Lesenlernen oder die Kinderbücher. Alles schön illustriert und mit Zitaten unterlegt. Listen, die man ausfüllen kann, gibt es auch und das ist auch ein Hinweis auf den letzten BuK, wo es ja um die Kinderliteratur und die Kinder in den Buchhandlungen ging.

Lesen fängt durch die Eltern an und wenn die das nicht tun, werden es auch die Kinder nicht machen und dann geht es durch die Tierwelt.

Da erwähne ich nur den „Pfau“, den ich in Margot Kollers Bücherkoje gefunden und kürzlich gelesen habe. Lange Bücher gibt es auch, da wurde schon der Arno Schmidt erwähnt und natürlich der „Mann ohne Eigenschaften“, den ich im Sommer nach meiner Matura gelesen, aber sicher nicht verstanden habe und dann geht es zu den Short Stories.

Da werden Erzählbände erwähnt. Von Peter Stamm habe ich ja „Wir fliegen“ gelesen, da wird, glaube ich ein anderes Buch erwähnt und auch von der Alice Munro, der Nobelpreisträgerin, ein anderes Buch und Karen Köhler „Wir haben Raketen geangelt“, das ich vor kurzem gefunden, aber auch noch nicht gelesen habe, dafür aber das Buchpreisbuch „Miroloi“, da ja, glaube ich, auch die Lesegemüter erregt hat.

Beim „Leseglück“ geht es weiter mit „Der Lust am Bösen“ oder mit den Krimis. Ja, die werden auch erwähnt, obwohl sich manche Literaturblogger davor drücken, weil nein, das sind ja keine guten Bücher!

Da habe ich von den erwähnten Ingrid Nolls „Der Hahn ist tot“, gelesen.

Dann gehts zu den schönen Titeln, wie beispielsweise „Zusammen ist man weniger allein“, auch im Schrank gefunden. Man sieht die büchhänder haben an mir wahrscheinlich keine Freude, das war aber auch eine „Eine Stadt-ein Buch- Aktion“ und wurde zu hunderttausend Exemplare an die Wiener verschenkt und ist in dieser Ausgabe jetzt auch im Schrank zu finden.

Die Lieblingsaccounts werden angegeben und man kann die Bücherblogs in eine Liste schreiben, die man am liebsten mag. Dann geht es an die „Süßen Seiten des Lesens“.

An das Tasten, Riechen, Schmecken. Da kann ich bei diesem Buch nicht mithalten, habe ich das „Leseglück“, ja digital gelesen und kann also auch nichts hineinschreiben.

Dann gehts ans Reisen.

„Ich bin dann mal weg“ und kann in eine Liste schreiben, welches Land ich gerne literarisch bereisen will oder das schon habe.

„Was mich glücklich macht“, ist die nächste Leseliste. Ich kann die Bücher aufschreiben, die für mich ein Genuß waren und dann kommt gleich ein Zitat von Voltaire „Lesen stärkt die Seele“, wie wahr.

Liebesbücher müßen natürlich auch folgen, da wird Ruth Cerhas „Bora“ angegeben, was ich von „Buzzaldrin“ bei ihrem Gewinnspiel 2015 gewonnen habe.

„Gut gegen Nordwind“ habe ich gelesen und, glaube ich, als Geburtstagsbuch im Schrank in der Zieglergasse gefunden, bevor ich ins Literaturhaus ging.

Dann kommt natürlich der Sex und von den hier angeführten Büchern habe ich Helmuth Krausser „Geschehnisse während der Weltmeisterschaft“ gelesen.

„Das Delta der Venus“ habe ich in meinen Schränken, aber noch nicht gelesen und interessant ist, daß bei den berühmten Titeln, die Josephine Mutzenbach als „anonym“ angegeben wird. Das wissen wir vielleicht ein bißchen besser oder auch nicht natürlich, denn Felix Salten hat sich da bekanntlich ausgeschwiegen und seine Erben den Prozeß verloren und „Giovannis Zimmer“ muß ich unter anderen auch noch lesen.

Dann gehts zur Musik, was mich ein wenig ratlos machte, denn wie passt das zusammen?Aber natürlich man kann beim Lesen auch den Kopfhörer mitlaufen lassen, tue ich aber eher nicht und wenn man das Printbuch hat, kann man die besten Freundschaftssongs anführen.

Dann gibts noch ein paar Wohlfühltitel, beispielsweise Wilhelm Genanzinos „Liebe unterm Regenschirm“. Habe ich das gelesen? in meinen Regalen steht es jedenfalls.

Die „Bücher des Lebens“ werden erwähnt, beziehungsweise, kann man sie aufschreiben und anführen und am Schluß, bei Buch 99, geht es natürlich ans Unglück und zu Paul Watzlawick. Aber vorher werden noch Andrea Gerk „Lob der schlechten Laune“ und Alexandra  Reinwarths „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“ erwähnt.

Man sieht, die beiden Biliophilen, die dann ihre Danksagung machen und ihre Biografie vorstellen, nehmen es genau. Es gibt, das hätte ich jetzt fast vergessen, auch einige Bücherquizz, wo man sein Wissen etsten und damit bei der nächsten Gesellschaft, bei denen, die das Buchnicht gelesen haben, brillieren kann.

Ansonsten kann ich diese Reihe  nur empfehlen und auch auf die „Frankfurter Buchmesse“ hinweisen, die ja vor kurzem war und da haben die Beiden ihre Bücher, glaube ich, auch vorgestellt.

 

2019-08-27

Die Zeit und wir beim 48 Tandler

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 21:25
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Die 1940 in Wien geborene Christl Greller, die in einer Werbeagentur gearbeitet hat und seit1995 literarisch tätig ist, hier schon einige Prosa- und Lyrikbände herausgegeben hat und auch GAV-Mitglied ist, veranstaltet ihre „Die Zeit und wir-Reihe“, glaube ich, nun schon zum elften Mal.

Dazu sucht sie immer ungewöhnliche Orte aus, so hat sie mich einmal in die Klimt-Villa dazu eingeladen, einmal war sie in einer Kirche, ich glaube auch am Zentralfriedhof und  jetzt eben in einem Altwarenladen, denn wo kann man, wie in der Einladung stand, die Vergänglichkeit der Zeit besser erleben, als an alten Schuhen, alten Möbeln, alten Büchern? An den letzeren wahrscheinlich nicht so sehr, aber in der Siebenbrunnenfeldgasse gibt es seit einiger Zeit, den „48-Tandler“, wo man schöne Waren aus der Müllabfuhr günstig erweben kann.

Die Ruth hat, glaube ich, da einige Stücke für ihre neue Wohnung bezogen und ich war obwohl ich ja schon seit den Neunzigerjahen im fünften Bezirk arbeite und wohne, noch nie in diesem Laden und mußte auch jetzt erst im Stadtplan nachsehen, um hinzufinden.

Um sechs fing die Veranstaltung mit Rudolf Kraus und Wolfgang Kauer als Gäate an. Ab fünf konnte man schon hinkommen und sich umsehen, wie in der Einladung stand und da ich, um zwei meine letzte Stunde hatte, bin ich auch nach vier aufgebrochen und bin da ziemlich bald bei den Büchern gelandet, obwohl auch alles andere, die Spielsachen, die Kleidung, etcetera sehr liebevoll und, wie ich glaube mit dekoratorischer Hilfe aufgebaut war und die Bücher waren, wie ich mit Erstaunen feststellte zum Teil noch neu und originalverpackt und da die Hardcover zwei Euro kosteten, konnte ich mich natürlich nicht zurückhalten und habe fünf Stück eingepackt, obwohl heute auch fünf oder waren es sogar sechs, nämlich die Irmi Fuchs doppelt, die ich an die Doris Kloimstein weiterreichen werde, zu mir gekommen sind. Das Postfach war übervoll, als wir von Harland nach Wien gekommen sind, „Ein neuer Rekord!“, sagte der Alfred und die Ruth zu mir, als sie beim Tandler eintraf: „Wo findet man dich, wenn nicht bei den Büchern?“ und in dem Veranstaltungssaal, der etwas später eröffnet wurde und auch guten Publikumshzulauf hatte, es gab Getränke und Brötchen, Soletti und Chips, später Wein, gab es auch einen Büchertisch, aber da habe ich nicht so zugeschlagen, wie bei den gutsortierten Bücherregalen und der 1961 in Wiener Neustadt geborene Rudolf Kraus, der in der Hauptbücherei als Bibliothekar tätig ist, begann auch mit Ausschnitten aus einer Familiengeschichte und fügte dann ein paar Gedichte über die Zeit an. Auf der Bühne waren dekorativ alten Uhren aufgebaut und eine musikalische Begleitung gab es auch.

Der 1957 in Linz geborene Wolfgang Kauer mit dem ich schon in Salzburg gelesen habe, folgte mit drei ausschnitten aus seine neuen Buch über die Felsmalereien in den Alpen, sein neues Hobby oder Leidenschaft.

Dann folgte Christl Greller mit ihrem Gedichtband „und fließt die zeit wie wasser wie wort“, den ich schon gelesen habe und besprechen durfte.

Nachher gab es, wie schon erwähnt, Wein, Brötchen und Gespräche und es war eine schöne Veranstaltung in einem schönen Ambienten mit vielen zum teil sehr neuen Büchern und alten Sachen die die Vergänglichkeit der <zeit zeigen.

Ein Ort, den ich vor allem wegen seiner originellen Dekorierung und Gestaltung sehr empfehlen kann.

2019-03-04

Joseph Roth Lecture

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:13
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Die internationale Joseph Roth Gesellschaft gibt es seit zehn Jahren, da war im Literaturhaus eine große Ausstellung und Veranstaltungsreihe, Heinz Lunzer, der damalige Leiter, der sich ja 2008 in Pension begab, ist der Präsident und im Literaturhaus finden regelmäßige, so einmal im Jahr, denke ich, Joseph Roth Veranstaltungen statt, zu denen ich manchmal, nicht immer gehe, denn der 1894 in Brody, glaube ich, geborene Dichter, der 1939 in Paris gestorben ist, interessiert mich ja, seit ich mir einmal zu einem seiner Jahrestage ein paar Bücher gekauft habe, mich dann an den „Radetzkymarsch“, gewagt habe, die „Flucht ohne Ende“ und noch einiges andere gelesen habe.

Es geht sich nicht immer aus, dorthin zu kommen, aber heute habe ich das Hörspielprogramm in der „Alte Schmiede“ gelassen und bin zu einem Vortrag über einen Essay oder Joseph Roth Biographie über den franhösischen Staatsmann George Clemenceau, von dem ich noch etwas gehört habe, zu gehen.

Der französische Germanist Jaques  Lajarrige hat ihn gehalten, Viktoria Lunzer-Talos hat ihm beim Übersetzen ins Deutsche geholfen und im Anschluß daran erschloß sich eine intensive Diskussion, wieso Joseph Roth, als letztes Werk, kurz vor seinem Tod, den Essay geschrieben hat, den der Verlag, glaube ich, auch nicht habe wollte, sondern stattdessen die „Legende des heiligen Trinkers“ herausbrachte und warum Roth, der ja Geld brauchte, statt der verkaufsfördernden Belletristik sich zuletzt an ein biografisches Werk gemacht hat, das noch nicht ins Französische übersetzt wurde.

Die Diskussion war interessant und fascettenreich und im Anschluß stellte Heinz Lunzer die Hefte vor, die die Gesellschaft in den letzten Jahren herausgegeben hat und die sich mit Roths journalistischen Texten, seiner Orthografie und seinen veränderten Romananfängen beschäftigte.

Wenn man Mitglied ist oder wurde, konnte man sich die Hefte holen. Für die anderen lag eine Postkarte mit einem Joseph Roth Portrait bereit, auf der man die Website findet, auf der man Mitglied der Gesellschaft werden kann und im Anschluß gab es Wein und Knabberstangen und ich habe mich lange mit Robert Huez über die gegenwärtige gesellschaftliche Situation, die mich ja sehr beschäftigt und die mit der, der Dreißigerjahre des letzten Jahrhunderts gar nicht so unähnlich ist, unterhalten und die passende Lektüre hatte ich auch in der Handtasche, hat „Wagenbach“ ja Juris Weils „Mendelsohn auf den Dach“ neu herausgegeben, wo der 1959 verstorbene tschechische Dichter posthum die Okkupation Prags durch die Nazis auf eine sehr satirische Art und Weise beschreibt.

Ein Buch passend zum Thema und viele andere gesellschaftlich relvante Gegenwartsliteratur, wie das für den Preis der „Leipziger Buchmesse“ nominierte „Traurige Gast“ von Matthias Nawrat oderJohn Wrays „Gotteskind“ gibt es ja auch, denn die Gegenwartsliteratur ist ja sehr politisch.

Aber es ist natürlich gut und wichtig, sich auch in Joseph Roths Werke einzulesen und da habe ich die „Kapuzinergruft“, die ich mal in Salzburg gefunden habe, in Harland noch immer auf meinen Bücherstapel liegen. Mal sehen, wann ich zum lesen komme, ich bin jedenfalls sehr gespannt.

2019-02-15

Literatur & Ethik

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:43
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HANS AUGUSTIN, ELMAR MAYER-BALDASSERONI, MARGOT KOLLER, WOLFGANG KAUER, WALTER BACO

HANS AUGUSTIN, ELMAR MAYER-BALDASSERONI, MARGOT KOLLER, WOLFGANG KAUER, WALTER BACO

Unter diesen Motto veranstaltete heute Walter Baco im „Roten Salon“ in der Wipplinger Straße, in dem ich schon einmal war, eine GAV-Veranstaltung zu der mich Margot Koller eingeladen hat.

Ein interessantes Thema, wie Walter Baco auch in der Einleitung erwähnte, die schriftstellerische Verantwortung.

Wie weit dieser politisch sein soll oder muß? Wie weit er Partei nehmen darf oder sich feige heraushalten kann und von Blumen und von Bienen schreiben, während draußen der dritte Weltkrieg oder die Ausländerhetze pur passiert, zu thematisieren.

Nur leider haben sich die eingeladenen Autoren nicht sehr an diese Vorgabe gehalten, ihre ethische Haltung zu erklären, sondern einfach ihre Texte ohne viel Diskussion, hinuntergelesen und so ist es ein bißchen wie Kraut und Rüben durch den literarischen Garten gegangen.

Am ehesten hat sich noch der 1957 in Linz geborene und in Salzburg lebende Wolfgang Kauer mit dem ich dort schon zweimal gelesen habe, an diese Vorgabe gehalten.

Zwar hat er auch die Gedichte aus seinem „Portrait-Heftchen“ verlesen, dazu aber immer  den Zusatz „Schriftstellerische Ethik ist für mich…“, gehabt.

Dann kam die sehr rührige, vielseitige und umtriebige Margot Koller mit der ich einmal vor vielen Jahren die „Selbstmordanthologie der GAV“ herausgegeben habe, die sich in letzter Zeit mit Philosophie beschäftigt und die mit ihren Text „70 Jahre Menschenrechte – ein nicht sehr beachtetes Jubiläums“, einen schnellen Streifzug durch die Philosophie vollzogen hat.

Dazwischen hat der 1952 in Wien geborene Walter Baco, der auch sehr vielseitig, Komponist, Autor, Verleger und noch vieles anderes ist, mit dem ich 1995 einmal bei der von der Ruth organisierten Textvorstellungen in der „AS“ gelesen habe, immer wieder auf den bereitstehenden Bösendorfer improvisiert und dann selber, wie er schon sagte, ältere Texte gelesen, wo man die Verantwortlichkeit des Schriftsteller und seine Stellungnahme zur politischen Situation indrirekt finden konnte, während ich das bei dem 1949 geborenen Hans Augustin, den ich, glaube ich, schon einmal in der „Alten Schmiede“ hörte, vollkommen vermißte, brachte er doch einen Textauszug über zwei Architekten die in Patagonien eine Siedlung aufbauen wollen und sich dabei mit einem Fischer unterhalten.

Der Text des mir bisher unbekannten Elmer Mayer-Baldasseroni, der 1977 in Mürzzuschlag geborenen wurde, brachte mich etwas in Schwierigkeiten, war er doch vom Thema her sehr politisch und beschäftigte sich mit der blau-türkisen Regierung, war aber in einem eher komplizierten Stil geschrieben und einige mich eher störende erotische Anspielungen gab es auch.

Trotzdem  ein interessanter GAV-Abend.  Walter Baco, der ja, glaube ich, parallel zur Buch-Wien auch einmal eine Buchmesse in Linz veranstalte, die aber vom Hauptverband eher ignoriert wurde, einen Kleinverlag und noch vieles andere hatte, macht in diesem Rahmen, glaube ich, regelmäßige Veranstaltungen.

Nachher sind wir noch mit Margot Koller und einer befreundeten Philosophin, bei der sie, glaube ich, schon einmal eine Veranstaltung machte, etwas trinken gegangen.

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