Literaturgefluester

2018-03-26

Stadtspaziergangsliteratur

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:43
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Johannes Tröndle

Johannes Tröndle

Norbert Kröll

Norbert Kröll

„Unterwegs im Stadtraum – Lesungen und Gespräche“, zu diesem Thema diskutierte heute Johannes Tröndle mit Norbert Kröll und Bastian Schneider, die beide 1981 geboren wurden, beide am Institut für Sprachkunst studierten und beide zum Thema Stadt sehr abstrakte längere oder kürzere Texte vorgelegt haben.

Roman steht auf Norbert Krölls bei „Löcker“ erschienenen „Sanften Asphalt“, dafür war er Stipendiat der Stadt Wien und hat seinen Stadtroman, wo der Mensch in Du-Form mit seinem Körper spricht und dabei seine Schritte und seine Herzschläge zählt, schon einmal im MUSA vorgestellt.

Dann habe ich ihm noch bei der „Langen Nacht im Amerlinghaus“ gehört und jetzt leitete Johannes Tröndel sehr lange genau und ausgührlich in diesen Stadtroman ein.

Ein Mann geht durch die Stadt, ein Tag in Wien, am Morgen steht er auf und durchstreift dann die verschiedensten Orte, wobei er die verschiedensten Begegnungen hat. Es gibt auch eine Stimme und kursiv gesetzte Texte, sowie eine Fotostrecke und, um das ganze noch ein bißchen komplizierter zu machen, hat Norbert Kröll auch noch von hinten nach vorn gelesen und dabei, glaube ich, zum Teil auch ganz andere Texte, als im MUSA.

Es beginnt in der inneren Stadt bei den Luxusboutiquen, wo das Ich überlegt oder von der Stimme angesprochen wird, ob es sich jetzt eine Handtasche kaufen soll? Dann ging es in den Neunten und zwar in die Berggasse zum Sigmund Freud Museum und da wird es meiner Meinung nach ein wenig kitschig oder zu allgemein, wenn sich das Ich nun auf Couch plaziert, die eigentlich in London steht, darüber nachdenkt, daß hier einmal Gustav Mahler gelegen ist und dann kommt die Alma und sagt „Ich will dich und nicht den Mahler, den Werfel, den Kokoschka, etcetra.

Männerphantasien gibt es also auch in der konkreten experimentellen Literatur und dann geht es weiter in das Servitenviertel und da zu der Musikschule, wo das Kind mit den leeren Notenblättern steht und vom Protagonisten verlangt, es möge seine Notenblätter verbrennen. Diese Stelle habe ich, glaube ich, schon einmal gehört.

Dann geht es noch in eine Bäckerei, wo dem Ich die letzten Mohnzelten weggekauft wären, die befindet sich glaube ich im sechsten Bezirk und dann geht es zurück an den Morgen und zu den Körperszenen unter der Dusche, die ich, glaube ich, auch schon kenne.

Johannes Tröndle

Johannes Tröndle

Bastian Schneider

Bastian Schneider

Und Bastian Schneider hat bei Sonderzahl sein zweites Buch „Die Schrift, die Mitte der Trost“, das sind hunderteinundszwanzig Textstellen, die alle das Wort „Stück“ als Betitelung haben von zwischen einer Seite und einer Zeile lang sind, herausgegeben. Kurze Prosastücke halt, Prosaminiaturen.

Aus dem Prosadebut „Vom Winterschlaf der Zugvögel“ hat Bastian Schneider glaube ich in Klagenfurt gelesen oder war das Buch damals schon fertig und stammte seine Lesung aus den neuen Texten, die wieder von Johannes Tröndel genau erklärt wurden? Der dazu sagte, man möge sich einen Stadtflaneur vorstellen, der mit seinem Notizbuch in der Hand durch die Stadt geht und alles aufschreibt, was er hört sieht und ihm einfällt.

Das Ganze hat vier Teile oder Parcours mit Mottis von Robert Walser, Paul Nizon, Peter Kurzeck und Walter Benjamin und durch zwei Parcours hat Bastian Schneider auch seine Zuhörer mitgenommen. Dann gibt es noch einen Adressteil, wo den sämtlichen Stücken Adressen zugeordnet werden, eine ist davon die „Alte Schmiede“, der  Ottb Bauergasse, wo ich einmal gewohnt habe, ist auch ein solches Stück gewidmet und achtundsiebzig Stücke, klärte Johannes Tröndle, die Zuhörer noch auf, spielen in Wien, der Rest dann in deutschen Städten, Marseille, Istanbul, etcetera und im anschließenden Gespräch fragte Johannes Tröndel dann noch die Autoren nach den weiterenPlänen?

Ob Bastian Schneiders Prosastücke vielleicht einmal zur Lyrik werden könnten? Da meinte er, glaube ich, es wäre umgekehrt. Er wäre vom Gedicht zur Kurzprosa gekommen, weil er eher kopflastig wäre und Norbert Kröll will, glaube ich, nicht zu sehr in die Dramtaktik, als zum erzählenden Roman.

Man kann gespannt sein, weil das ja auch das wäre, was mir mehr gefällt und ich einen besseren Zugang hätte, obwohl ich  auch einmal einen „Stadtroman“ geschrieben haben und meine früheren Texte auch eher analytisch beobachtend, als narrativ waren.

2017-01-13

Das unnötige Rüstzeug, ZUKUMFT

Wiedermal  Studentenlesung, seit 2011 gibt es die ja im Literaturhaus, nachdem im Herbst 2009 war das, glaube ich, der erste Hochschullehrgang des Instituts der Sprachkunst gegründet wurde.

Sandra Gugic, Irmi Fuchs, Rhea Krcmarova, etcetera, wurden aufgenommen, die Namen waren damals im Internet zu finden und standen auch im Literaturhausprogramm, bei der Studentenlesung und da habe ich auch meine Kritikerin Nummer zwei YuSophie kennengelernt, die meinen Artikel im ersten Kommentar sehr lobte, sich dann aber plötzlich durch irgendetwas provoziert gefühlt hat.

Im Jahr darauf gab es noch eine Veranstaltung mit diesem Namen, dazwischen gab es auch noch das Symposium und die Lesart der Sprachkunst, danach folgten unzählige Veranstaltungen, jeweils im Jänner oder Juni meistens, halt zu Semesterende, die dann aber schon andere Namen trugen und die heutige Veranstaltung könnte man irgendwie, als Studentenlesung III bezeichnenen, haben ja Studenten des Jahrgangs 2014/2015 ihre Werke vorgestellt und neu dabei war, was ich sehr gut finde und unbedingt weiterzumachen rate, daß einer der Lehrer, wenn ich es richtig verstanden habe, ein Jahrgangsbetreuer, die Veranstaltung moderierte, aber Esther Dischereit war wohl auch eine solche, die mit ihren Studenten eine Anthologie herausgegeben hat, aber dazu noch später.

Jetzt trat erst Michael Hammerschmid, sehr bekannt durch seine Lyrik Kurationen in der „Alten Schmiede“, er betreut doch glaube ich auch inzwischen die „Textvorstellungen“ und ist „Priessnitzpreisträger von 2009„, die Veranstaltung moderierte, das heißt, das Werk der Studenten, nicht so sehr ihren Lebenslauf, aber die Art ihres literarischen Schreibens, vorstellte, was mir sehr angenehm ist und ich mich noch mit Schrecken an die Studentenlesung II erinnere, wo die Leute auftraten und vergaßen ihre Namen zu sagen.

Sie haben wohl gedacht, das sei nicht nötig, weil das Publikum ohnehin zum größten Teil aus Spreachkunststudenten bestand, die sie ohnehin wissen, es ist aber eine öffentliche Veranstaltung im Literaturhausprogramm angekündigt, so daß jeder hinkommen kann, auch wenn das inzwischen außer mir nicht viele tun, was irgendwie sehr schade finde, denn es war eine sehr schöne Veranstaltung und einige der Namen kann man sich vielleicht auch merken oder wird sie noch später hören, wie ja einige von den Studenten später im MUSA lesen, weil sie ein Stipendium gewonnen haben oder sogar in Klagenfurt lesen, wie das, glaube ich, Bastian Schneider tat.

Michael Hammerschmid hat mit den Studenten auch drei Hefte herausgegeben, die den schönen Titel „Sechzehn Stunden“ tragen, wo die Studenten jeweils einen Text drinnen hatte, auf den der Moderator sich in seiner Anküdigung dann bezog.

Der Saal war sehr voll, weil es ja inzwischen mehrere Sprachkunslehrgänge gibt und die Lesung wurde auf drei Blöcke mit jeweils einer Pause, wo es etwas zum trinken gab, aufgeteilt.

Ferdinand Schmatz, der jetztige Leiter und Professor, war wie Robert Huez in seiner Eineitung betonte, auch anwesend, ich habe ihn aber nicht gesehen, nur seine Stimme gehört, weil er hinter mir gesessen ist.

Das war in den letzten Jahren auch nicht mehr so, daß die Vortragenden zu den Lesungen gekommen sind, da hatte ich eher den Eindruck als würden die Studenten die Veranstaltungen organisieren.

Begonnen hat die 1995 in Hallein geborene  Felicia Schätzer, die vier Kurzgeschichten über Eltern, weil sie, wie sie betonte ihre Eltern sehr mag las, die alle irgendwie sehr märchenhaft waren und im Publikum sehr viel Gelächter auslöste.

Dann folgte Christiane Heidrich mit sehr kurzen eindrucksvollen Textfragmenten.

Die dritte Lesende war die 1995 geborene Marie Luise Lehner, deren erster Roman, wie Michael Hammerschmid einleitete, schon im Februar erscheint, sie hat auch einen zweiten namens „Zeichensprache“ in dem es wie Michael Hammerschmid ebenfalls erwähnte um die Liebe geht, daraus las sie ein Stück, ein sehr poetischer Text wo eine Frau durch Wien geht und  ein du sucht, das sich ihr offenbar immer entzieht.

Dann kam Robin Reithmayr mit einem spannenden Text namens „Willi“, der davon handelte, daß der Protagonist einen Zoo besucht und dort den Elfanten Willi mit Bananen bewerfen, beziehungsweise mit Obst füttern will.

Nach der ersten Pause machte Gerd Sulzenbacher mit, glaube ich, Texten aus den „sechzehn Stunden“, während der 1992 in Tübingen Luca Mario Kieser unterstützt von Nastasja  Penzar das Ende eines Monologs vortrug, wo ein Schauspieler auf einer Treppe steht, nach einem Schlüßel sucht, aber auch das Haus des Nikolaus zu zeichnen versucht.

Dann  folgte Timo Brandt, den ich, glaube ich schon bei mehreren Sprachkunstveranstaltungen gesehen habe, der auch die „Jenny“ herausgibt und laut Michael Hammerschmid auch schon in mehreren Literaturzeitschriften publizierte mit sehr starken Eindrucksvollen Gedichten.

Nach der zweiten Pause las zuerst Anna-Sophie Fritz eine Mischung aus ihren im letzten Jahr entstandenen Werken, dann kam, die schon erwähnte, in Berlin geborene Nastasja Penzar, die ebenfalls ein Kapitel  aus einen Roman vortrug,  der „Navidad“ heißen wird und ebenfalls sehr poetisch zu sein scheint.

Der letzte war  der 1986 in Tulln geborene Patrick Wolf, der, glaube ich, schon seit 2012 Sprachkunst studiert und daher im Literaturhausprogramm nicht enthalten war, den ich aber schon kannte, weil er öfter Christl Fallenstein zu Veranstaltungen begleitet  und einen Text aus einem Projekt gelesen hat, das mit Esther Dischereit entstanden ist, da sind die Studenten nämlich in ein Dorf in die ehemalige DDR gefahren und haben die Bewohner interviewt.

Patrick Wolf tat das mit Marliese Smoliski, die 1930 geboren wurde und ihr Leben sehr genossen hat, obwohl sie höchstwahrscheinlich nicht sehr viel davon hatte, aus den Interviews ist ein Buch entstanden, das im „Mitteldeutschen Verlag“ erschienen ist und das, wie Patrik Wolf mir erzählte, in Leipzig im Rahmen von „Leipzig liest“ vorgestellt wird.

Ich werde „Havel, Hunde, Katzen, Tulpen – Garz erzählt“, auch bald lesen, vorher aber die Biografie von Hans Fallada, die mir der „Aufbau-Verlag“ heute geschickt hat und habe vom Jahrgang 2014/2015 wieder einen starken Eindruck nach Hause mitgenommen und bin jetzt sehr gespannt von welchen Autoren ich noch etwas hören werde.

Michael Hammerschmid sagte noch, was auch sehr interessant ist, daß das ein sehr starker Jahrgang mit schon sehr eigenständigen Stimmen sei, den die Verlage höchstwahrscheinlich nicht auf das gewünschte Durchschnittsmaß brechen werden könne, mal sehen, ich bin sehr gespannt.

2016-07-03

Der vierzigste Bachmannpreis

Filed under: Literaturbetrieb,Veranstaltungen — jancak @ 11:45
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Das „Literaturgeflüster“ wird acht, das „Bachmannlesen“ vierzig Jahre alt, denn 1977 hatten Humbert Fink und Ernst Willner, die Idee, in Anlehnung an die „Gruppe 47“ ein solches in Klagenfurt zu veranstalten, gewannen MRR als Vorsitzenden und hatten erst einmal Schwierigkeiten, Autoren dafür zu finden, denn die schrien von öffentlicher Verheizung ihrer Texte, wehrten sich zuerst und lasen dann schließlich doch.

Vor ein paar Jahren sollte der Preis dann eingespart werden, da gab es einen großen Aufschrei und so feiern wir heute vierzig Jahre „Bachmannpreis“ und den neunzigsten Geburtstag der Dichterin und der Preis hat sich inzwischen sehr verändert, das kann man merken, wenn man sich beispielsweise das Video zum fünfundzwanzigsten Geburtstag ansieht.

Denn da saßen ja in den ersten Jahren Größen, die heute fast schon Legenden sind, in den Jurorensessel, Hans Weigel, Friedrich Torberg, Hilde Spiel war, glaube ich, auch dabei, Gertrud Fussenegger, Marcel Reich Ranicky und und und..

Es haben auch inzwischen verstorbene Größen, wie Gert Jonke, den Preis gewonnen, Sten Nadolny hat den seinen verteilt, Karin Struck hat sich geweigert ihre Texte vorlesen zu lassen, ein Büchner-Preisträger hat sich die Stirn aufgeschnitten, ein Autor hat mal seinen Text gegessen, einer vom „Baby ficken“ gelesen und dann wurde über Geschmacklosigkeit beziehungsweise „Freiheit der Kunst“ diskutiert.

Es waren also eigentlich immer recht berühmte Autoren bei den Eingeladenen und einige von ihnen, meistens, die aus Österreich habe ich gekannt, diesmal ist es anders, diesmal sind mir gerade vier der vierzehn ein Begriff und Stefanie Sargnagel, die als die berühmte Facebookautoringehandelt wird und vielleicht als Nachfolgerin der Ronja von Rönne anzusehen ist, fungiert als einzige Österreicherin, weil sich „Klagenfurt“ heuer offenbar international geben will und den in Köln geborenen und dort lebenden Selim Özdogan als Türken führt und den in Salzburg lebenden Exilpreisträger Marko Dinic als Serben, früher hätte man das A und das D wahrscheinlich dazugeschrieben und ich hätte mir gedacht, daß Autoren, die in diesen Ländern entweder geboren wurden oder dort leben, lesen können.

So verstehe ich die Teilnahme des in Israel geborenen und dort lebenden Tomer Gardi, der zwar Stadtschreiber in Graz war und bei „Droschl“ verlegt nicht ganz und bin gespannt, ob er in Deutsch oder Englisch lesen wird, denn sein Video ist stumm und auch die Altersreihe ist heuer interessant, wurde die älteste Autorin, die sowohl in Frankreich als auch in Deutschland lebt, doch 1944 geboren.

Vielleicht sollte ich noch erwähnnen, daß ich von den Autoren noch Sascha Macht kenne, weil ich ihn in Leipzig und, ich glaube, auch in Wien schon einmal lesen hörte und Bastian Schneider kenne ich von einer der Studentenlesungen, beziehungsweise hat er glaube ich in der „Jenny“ einen Text.

Spannend  spannend und weil ich am Mittwoch in der „Alten Schmiede“ war, habe ich die Eröffnung zum großen Teil versäumt und bin gerade zu Burkhard Spinnen, dem langjährigen Vorsitzenden Eröffnungsrede „Mythos, Schmerz, Erfolg und Amt“ zurechtgekommen, dem dann noch von der Bürgermeisterin eine Ehrenmedaille für seine Verdienste überreicht wurde.

Die Auslosung habe ich auch versäumt, Stefanie Sargnagel wird aber, gefolgt von Sascha Macht und Marco Dinic mit dem Lesen beginnen und das „Carinthia Saxophonquartett“ hat auch gespielt.

Und dann ging es am Donnerstag los mit dem Text der 1986 in Wien geborenen, die mit einem roten Kappel auftritt, ein lustiges Video hat und mit ihren Facebook-Geschichten berühmt geworden ist.

Ihr Text heißt „Penne vom Kika“ und beginnt mit den Worten „Ich glaube es wird ein guter Tag, denn ich habe das Gefühl, ich habe mein Leben im Griff“,  auf den ORF-Seiten wird sie  sehr hochgelobt und eingeladen wurde sie von der Jurorin Sandra Kegel und, ich glaube, ein zweiter hätte das auch getan.

Spannend, wie die Jury auf diesen nicht sehr abgehobenen Text, der meinen, behaupte ich einmal, nicht so unähnlich ist, reagiert und die Reaktionen reichten von Begeisterung bis zur  Feststellung der „Banalität“. Die „Klugheit und die Tiefsinnigkeit“ wurde aber beispielsweise, „Steffi, du bist urgut!“,, von Klaus Kastberger sehr verteidigt und Stefanie Sargnagel, die ungewöhnliche, grinste sich ein und mischte sich immer wieder in die Diskussion ein, die so intensiv wurde, daß Sascha Macht oder Montag wie sich der Moderator Christian Ankowitsch versprach, erst zehn Minuten später an die Reihe kam. Sein Text heißt „Das alte Lied von Senor Magma“, der wieder etwas „Bachmannpreis“ konformer oder „Schreibschul“ geschult war, der dann von der Jury auch ordentlich verrissen wurde.

Danach ging es weiter mit dem 1988 in Wien geborenen und jetzt in Salzburg lebenden Serben Marko Dinic.

„Als nach Milosevic das Wasser kam“, auch ein sehr realisischer Text über den Krieg, Belgrad und Milosevic, der den Jugoslawienkrieg aus der Sicht des jugendlichen Erzählers in trotzig starker derber Sprache erzählt.

In der Mittagspause ging es mit Marica Bodozic beziehungsweise im Film von Katja Gasser nach Kroatien, also nicht sehr weit weg vom Sujet und mir auch ein bißchen bekannt.

Dann kam ein Auisschnitt aus dem Film von Ruth Beckermann „Die Geträumten“, wo sich zwei Schauspieler vor ihren Mikros stehend den „Bachmann-Celan-Briefwechsel“ vorlesen.

Weiter gings  mit dem 1981 geborenen in Köln und Wien lebenden Sprachkunst-Studenten Bastian Schneider und seinen Text „MEZZANIN – Stücke“, wo es um  ein „Halbstücke“, „Schuhstück“, „Handschuhstück“, etcetera, also um kurze Textminaturen und, um kein „Theaterstück“ ging, wie das Video vermuten ließ, mit denen sich die Jury wieder schwer tat und von einem bundesdeutschen Schriftsteller sprach, der in Wien in einem „MEZZANIN“ sitzt und seine Stücke schreibt und damit, füge ich hinzu, die Jury verwirrte.

Dann folgte der  1971 in Köln geborene Selim Özdogan, von dem ich einmal ein „Haymon“ E-Book gelesen habe, in dessen Text „Ein geheimer Accord“, es um einen Hasen, Urheberrechtsverletzungen, sowie um eine manisch depressive Mutter, also nicht um die „türkische Migrantenliteratur“, auf die er, wie ich Selim Özdogan einmal sagen hörte, so gerne festgelegt wird und der es in seiner Vielschichtigkeit, der Jury auch nicht so leicht machte.

Und Stefanie Sargnagel , die im Anschluß mit Marko Dinic im Garten zu ihren Leseerfahrungen zu hören war, twitterte „Alle die was negatives über mich schreiben sind blöd!“, denn  auch das ist neu am heurigen Bachmannpreis, daß es einen eigenen Twitter und Facebook-Account gibt.

Von Stefanie Sargnagel habe ich mir im Anschluß noch einige Videos angehört. Sie war, wie ich noch in Kroatien, beziehungsweise im Anschluß daranin Harland , bei den „Tonspuren“ im ORF, war am „Opernball“ und bei einem FPÖ-Fest und wird nun bald in einem großen Verlag verlegen.

Wolfgang Tischer macht mit Doris Brockmann wieder seinen Podcast und analysiert den Bewerb und am Freitag ging es mit der 1980 geborenen in Berlin lebenden, Julia Wolf weiter, die auf ihrem Video Portrait Männern den Mund verklebt, ein Bezug auf ihren Text „Walter Nowak bleibt liegen“, der ein Romanauszug ist und von einem alten Mann im Schwimmbad und von einer Yvonne handelt, der von der Jury  gut gemacht, als auch als seltsam altmodisch und noch in fünfundzwanzig Jahren gültig, beurteilt wurde.

Dann kam der, von Meike Feßmann eingeladene, 1980 geborene Open Mike Gewinner Jan Snela. Sein Text heißt „Araber und Schakale“, der sowohl im fernen Arabien, als auch in der Wohnung des Erzählers spielt und von verschiedenen Visionen handelt,  der bei Hubert Winkels einiges Unbehagen erzeugte und von Meike Feßmann verzweifelt verteidigt wurde.

Dann folgte die 1979 geborene, in Leipzig lebende Isabelle  Lehn, in deren Video, in dem sie auf einer Bank in Lepzig sitzt, auch Sascha Macht vorkommt.

„Binde zwei Vögel zusammen“ heißt ihr Textauszug, in dem es auch, um eine radikalisierte Welt mit arabische Visionen, geht.

Dann kam der Schock, denn die Bundespräsidentenwahl, die ja von den Freiheitlichen angefochten wurde, muß wegen plötzlich aufgetauchten Schlampereien, die es  wohl auch bei jeder voriherigen Wahl gegeben hat, wiederholt werden.

In Klagenfurt ging es aber in die Pause, beziehungsweise mit Feridun Zaimoglu nach Istanbul und dann kam für mich ein Rätsel, denn ganz klar ist mir noch immer nicht, wieso der in Israel geborene und dort lebende Autor, Tomer Gardi, als deutschsprachiger Autor gilt, obwohl es in seinen Text, um die „Muttersprache“ geht,  der, bei dem offenbar doch nicht Deutsch Sprechenden, in einer Kunstsprache geschrieben wurde, so daß ich, wie Meike Feßmann, glaube, daß die Kriterien des Preises noch einmal diskutiert werden sollte, die nach Klaus Kastberger, nur ein Text in deutscher Sprache wären, der nicht einmal gut sein muß.

So sein Problem gab es  auch schon einmal mit dem Brasilianer Ze do  rock, dessen „fom winde ferfeelt“, ich inzwischen gefunden habe, aber der spricht, wie mir kommentiert wurde, ein ausgezeichnetes Deutsch und die Frage könnte man dann wieder diskutieren, daß man zwar nicht gut Deutsch können oder schreiben muß, um beim Bachmannpreis zu lesen, aber Selbstpublisher darf man nicht sein und von sechshundert oder so Berwerbern, werden dannn nach subjektiven Kriterien vierzehn Autoren willkürlich ausgewählt und wieso darf dann ich mit meinen Fall- und Beistrichfehlern nicht lesen?

Natürlich, weiß ich schon, es geht da, um etwas anderes, trotzdem denke ich, daß man daran festhalten sollte, daß es ein Preis für entweder  in Österreich, Deutschland oder Schweiz geborenen oder dort lebenden Autoren sein sollte.

Bei der nächsten Autorin, der 1944 in Frankreich geborenen, Sylvie Schenk, die sich nach Deutschland verheiratete und jetzt in beiden Ländern lebt, ist das Problem leichter zu lösen und da ist es wohl das Alter der Autorin, die bisher in kleineren Verlagen und jetzt bei „Hanser“ verlegen wird, das aus dem Rahmen fällt. Ist sie ja, glaube ich, die älteste Autorin, die je gelesen hat und passt daher auch wieder nicht zu den eher dreißig bis vierzigjährigen Autoren, die sonst gelesen habe. Der Text heißt „SCHNELL, DEIN LEBEN“ und dürfte eine autobiografische Lebensbeschreibung sein.

Am Samstag ging es nach dem Aufmarschieren der Jury mit der Lesung der 1981 geborenenen Ada Dorian, die von sich behauptete, einige Romane in den Schubladen zu haben. Aus dem „Betrunkene Bäume“ genannten, las sie ein Stück, „denn es ist eine große Versuchung von sich erzählen zu dürfen“, wie es im Filmvorspann hieß, obwohl es in dem Text, um einen alten Mann mit Rußlandbezug geht, der mit einem Wald in seinem Zimmer lebt und nach dem das entdeckt wurde, ins Altersheim soll. Irn Eine sehr originelle Art über das Älterwerden zu erzählen, die von den Twitterer, natürlich „nicht risikobereit“ genannt wurde, Hubert Winkels korrigierte die Erzählhaltungen,  Stefan Gmundner wußte, welchen Nebensatz man weglassen hätte könnenund Klaus Kastberger bemängelte, daß der Text zu gut, zu brav, etcetera ist und, daß der Name Katharina sehr oft verwendet wurde, ist auch mir aufgefallen, die das in ihren Anfangsschreiberinnenjahren ebenfalls so tat. Und natürlich der Text, dem der Julia Wolf sehr ähnlich, wie auch Klaus Kastberger richtig erkannte.

Danach kam die in Berlin lebende in London geborene Sharon Dodua Otoo, aber ich drehte den Laptop ab und setzte mich aufs Rad, um den Alfred, wie jeden Samstag, den wir in Harland verbringen, auf dem Markt zu verbringen.

Zurückgekommen vom „Sommergrillen“, kam das Gewitter und ich hörte mir einmal den Literaturcafe.de Podcast von Tag zwei der Lesung an, danach war das Video von Sharan Dodua Otoo „Herr grttup setzt sich hin“ eingestellt, wo es im Vorfeld um eine Leseanweiseung, im Haupttext auch um einen alten Herrn ging, der in flüßigen Deutsch von der dunkelhäutigen Autorin gelesen wurde.

„Gestern blieb Herr Nowak liegen und heute setzt sich Herr Grttup hin!“, twittern Cornelia Travnicek und Wolfgang Tischer.

„Als deutsches Ei nicht hart zu werden ist keine große Leistung“, geht es dann wieder auf das offensichtlich unbewußte Thema dieser Veranstaltung zurück und Wolfgan Tischer twittert schon, die Autorin könnte Julia Wolf den Preis wegnehmen.

Die Jury sieht das, glaube ich, anders und dann folgte die 1979 geborene in Hamburg lebende Astrid Sozio mit „Das verlassenste Land“, ein Text in dem es um Flüchtlinge und um „Negerinnen“ geht und von de Jury dann auch tüchtig verisssen wurde, weil man angeblich nicht so schreiben darf oder man der Autorin davon abraten hätte sollen.

Der einzig Schweizer der Runde, der 1959 geborene Schweizer Diete Zwicky war der letzte Lesende. Sein Text trägt den Titel „Los Alamos  ist winzig“ und handelt von einem krebskranken Erzählung dessen Frau,  am Wasseramt arbeitet. Langsam und bedächtig trug der Autor im Schweizer Dialekt von der kleinen amerikanischen Stadt, dem Friseur, dem Sauerkraut und den Zauberer Rudy, den es dort gibt, vor.

Meike Feßmann lobte den gelungenen Abschluß und nun könnte ich abstimmen.

Eigentlich wollte ich das für Marko  Dinic tun, weil Stefanie Sargnagel wahrscheinlich auch ohne mich bei der Jury und vielleicht auch beim Publikum gewinnt.

Aber Ada Dorian, die mit ihren  zu „perfekten Text“ bei der Jury wahrscheinlich durchgefallen ist, hat mir auch gefallen und der Text von Bastian Schneider hätte vielleicht ein wenig Unterstützung verdient.

Also wieder mehr Kanditaten für die ich stimmen könnte und so weiß ich jetzt gar nicht, ob ich es überhaupt tun soll, um nicht nachher unbefriedigt zu sein und zu denken, das war war der Falsche, habe mir aber am Markt schon einige Begründungen ausgedacht:

„Ich stimme für Stefanie Sargnagel, weil sie ein so schönes rotes Mützchen trägt“, oder „Ich stimme für Marko Dinic, weil mir realistische Texte gut gefallen“, „Ich stimme für Ada Dorian, weil der Russe einer ist, der Birken liebt“ oder „Ich stimme für Bastian Schneider, weil ich gerne in Mezzaninen sitze und auch Schuhstücke mag“, beziehungsweise „Ich stimme für Tomer Gardi, weil er „Broken German“ spricht“,  nein, das vielleicht weniger, denn ich bin ja eine Pedantin und denke, um in Klagenfurt zu gewinnen, sollte man schon in Österreich, Deutschland oder der Schweiz geboren sein, beziehungsweise dort leben und ein „Broken Deutsch“ mit der deutschen Krähe genügt vielleicht nicht.

Für eine Shortlist könnte ich aber plädieren und denke, daß da Stefanie Sargnagel, Marco Dinic, Julia Wolf, Tomer Gardi und vielleicht auch Selim Özdogan, Sharon Dodua Otoo, Dieter Zwicky und Isabelle Lehn darauf stehen werden.

Mal sehen, ob ich es treffe und wer der Hauptreisträger wird, für den sich dann alle interessieren, ein besonders herausragender Favorit hat sich, abgesehen von dem Hype um Stefanie Sargnagel, ja eigentlich nicht ergeben und im „Literaturcafe“ kann man wieder für den besten Kritiker stimmen.

Da habe ich mich vor zwei Jahren aus Unbehagen, daß man für die Autoren schon abstimmen konnte, bevor alle Texte veröffentlicht waren, gedrückt, im Vorjahr stimmte ich am Vortag für Klaus Kastberger, denn den kannte ich ja schon aus Wien und habe mich am Samstag dann über einige seiner sehr überheblichen Bemerkungen geärgert. Wolfgang Tischer tat das, glaube ich auch, so konnte man heuer für beide Bewerbe  erst am Ende abstimmen und ich bin auch da ein wenig ratlos.

Hubert Winkels und Klaus Kastberger sind wahrscheinlich die herausragendensten Stimmen, aber Klaus Kastberger ist immer noch oder nach seinem vorjährigen Sieg vielleicht noch mehr, so sehr von sich überzeugt, daß man es schon fast ein bißchen überheblich nennen könnte.

Ich muß auch nicht überall meinen Senf dazugeben, denn es reicht ja schon, daß ich  im September oder Oktober zum dritten Mal in die Handelsakademie in der Margaretenstraße pilgere und Alexander van der Bellen wähle und wenn, der dann vielleicht wieder ein paar Stimmen zu viel hat, ein viertes oder fünftes Mal….

Dann habe ich natürlich doch abgestimmt, für Marko Dinic und Hubert Winkels und seltsamerweise kann man meine Begründung ziemlich vollständig auf der Literatucafe-Seite finden:

„Doch ich habe den ganzen „Bachmannbewerb“ gesehen und schwanke zwischen Klaus Kastberger und Hubert Winkels hin und her….“

Gewonnen hat dann  Klaus Kastberger ohne meine Stimme.

Und vor der Preisverkündung  wurde dann bei 3-Sat „Tabula Rasa-Ingeborg Bachmann und das große Wettlesen in Klagenfurt“ gesendet, das ich schon einmal gesehen habe, wo man sich noch einmal das „Bachmannpreis-Spektakel“ erklären lassen konnte.

Und dann kam die Überraschung bei der Shortlistplatzierung, denn Stefanie Sargnagel, die vorgeblich gehypte, ist nicht dabei, natürlich wahrscheinlich, schreibt sie doch sehr alltäglich und wahrscheinlich doch nicht so literarisch und auch Tomer Gardi gehlt. Dafür hat sich Meike Feßmann bezüglich ihres „Karl-May-Parodie-Autors Jan Snela durchgesetzt und sonst habe ich es ziemlich getroffen:

Marco Dinic, Selim Özdogan, Julia Wolf,Isabelle Lehn Sharon Dodua Otoo und Dieter Zwicky. Den Bachmann-Preis hat dann die 1972 in London geborene Sharon Dodua Otoo mit „Herr Gröttrup setzt sich hin“ gewonnen. Der Schweizer Dieter Zwicky hat dann den „Kelag-Preis“ gewonnen.

„Wir sind nicht verdutzt, nein wir sind verzwickt!“, sagte der Juror Jurij Steiner. Julia Wolf bekam dann für „Herr Nowak bleibt liegen“, wie von mir erwartet den „3-Sat“ und der auch öfter genannte Marco Dinic blieb wieder übrig.

Bitte nicht Marco Dinic zum jährlichen Durchreicher machen, twitterte Cornelia Travnicek, aber es gibt ja noch den Publikumspreis und den hat dank der zwanzig- oder zweihunderttausend Facebook Followers Stefanie Sargnagel gewonnen, die ja schon ein Vido hat, wo sie den Hauptpreis für sich votierte und die Preisträgerin hob zur Verleihung die Hand zur Faust und pries das „goldene Patriachat“.

Hubert Winkels hielt die Schlußrede, in der auf die Wichtigkeit des Preises in Zeiten der sozialen Medien, wo jeder auf „Amazon“ rezensieren kann und eine Pressekonferenz gibt es seit dem letzten Jahr im Anschluß auch und, um mein Resumee zu ziehen, der vierzigste „Bachmannpreis“ war sehr interessant, sehr vielsprachig, sehr „risikoreich“ und gewonnen hat dann doch die „brave, große, echte, wahre Literatur“ und die Risikoautoren blieben über, mir hat es aber gut gefallen und ich bin mit der Auswahl auch einverstanden.

 

2016-06-22

P (margin-botton:m;) nervenkostüm schlange

Was ist denn das für ein unverständlicher Titel, könnten meine Leser vielleicht fragen?

Frau Heidegger hat das vor langer langer Zeit bei meinem „Wunderschönen Tintentraum“ einmal getan und richtig, das „Bachmannpreislesen“ naht nächste Woche, der Bachmannsche neunzigste Geburtstag auch, acht Jahre „Literaturgeflüster“ kommt dann auch.

Aber vorher endet das Semester, die Unis schließen und im Literaturhaus gab es da, wie Barbara Zwiefelhofer einleitete, die traditionelle Studentenlesung des Instituts für Sprachkunst.

Traditionell, ja natürlich, den Hochschullehrgang für Sprachkunst gibt es seit 2009. Robert Schindel hat ihn, glaube ich, mit Gustav Ernst und Ferdinand Schmatz gegründet.

Da bin ich im Herbst des Jahres durch Cornelia Travniceks Blog darauf gekommen, die auch dorthin wollte, aber nicht konnte, weil sie „zu überqualifiziert“ war.

Sandra Gugic und andere waren das nicht, denn im ersten Jahr konnte man sich noch die Namen der Aufgenommenen aus dem Internet anschauen und ausdrucken. Es gab dann im folgenden Semester einen Tag der offenen Tür an der „Angewandten“ und zwei sogenannte Studentenlesungen gab es auch.

Es gab das „Symposium der Sprachkunst“ und Lesungen bekannter Autoren, die extra für die Studenten ins Literaturhaus eingeladen wurden.

Das gibt es nicht mehr, aber seit einigen Jahren Semensterabschlußlesungen im Literaturhaus und auch in der „Alten Schmiede“, bei einigen war ich, die „Jenny“ gibt es auch und einige der Absloventen sind inzwischen auch bekannt geworden.

So hat Sandra Gugig die „Astronauten“ geschrieben und den „Open Mike“ gewonnen, Irmgard Fuchs hat ein Buch herausgebracht, Bastian Schneider liest nächste Woche in Klagenfurt und und und..und Ianina Ilicheva hat bei „Kremayr und Scheriau“ im vergangenen Herbst gemeinsam mit Irmgard Fuchs, Daniel Zipf und Marianne Jungmaier ein Buch herausgebracht und sie dürfte jetzt in der Abschlußklasse sein, denn sie hat bei der heutigen  Institutslesung gelesen beziehungsweise performiert und diese Lesungen haben seit einiger Zeit einen Titel, siehe oben,  ich habe das letzte Mal den Veranstalter, der glaube ich Dominik heißt und heute Geburtstag hat, nach dem wieso und warum gefragt?

Gustav Ernst und Ferdinand Schmatz sind nicht mehr im Publikum, aber sehr viele Studenten und die sind auch sehr lange draußen gestanden, beziehungsweise haben sie sich vielleicht über die gleichzeitg stattfindenden Fußballspiele unterhalten, denn Barbara Zwiefelhofer bezog sich in ihren Moderationen immer wieder darauf und gab auch Zwischenstände bekannt. Vielleicht ist sie ein Fußballfan.

Begonnen hat jedenfalls Frank Ruf, der wurde 1977 in Deutschland geboren und schreibt, wie er in seiner Einleitung erzählte, seit drei Jahren an einem Roman über Edward Snowden. Er war auch inzwischen in Amerika und hat aus seinen daraus entstandenen Texten gelesen.

Dann kamen zwei Frauen, die Lyrik hatten, die fast ein wenig, an die Bachmann erinnern könnten. Kadisha Belfiore, 1991 in Lustenau war die erste.

Sandra Hubinger hat bei „Art und Science“ schon den Gedichtband „Kaum  Gewicht und Rückenwind“ herausgebracht und las daraus.

Als vierte vor der Pause kam Gianna Virginia an die Reihe und die hatte einen Film, beziehungsweise ein Video, eine Frau räkelt sich mit einem weißen Luftballon auf einem weißen Laken, lutscht an einem Strohhalm, stößt Gurgellaute aus, sprach ein zwei Sätze, ja das Institut für Sprachkunst ein Crossing over und nach der Pause kam Isabel Walter an die Reihe und die las aus einem längeren Text, in dem eine Frau in ein Haus oder Hotel geht, dann auf einer Abschiedsparty landet, wo man sich beruhigende, euphorisierende oder auch narkotisierende Drinks mixen lassen kann und schließlich mit einer anderen in einem Zimmer verschwindet.

Dann war schon Ianina Ilicheva dran und die 1983 in Usbekistan geboren ist auch eine Performerin beziehungsweise Crossingoverkünstlerin und hatte eine Mischung aus einem wissenschaftlichen Text über Schrödingers Katrze würde ich mal sagen und Musik zusammengestellt, zu der sie mitsang und tanzte und anschließend großen Applaus erzielte.

Wahrscheinlich nicht ganz so viel, wie Rick Reuther, der auch schauspielerisches Talent zu haben scheint und eine ganz andere Stimme in die Sprachkunstsession brachte, die diesmal eine ganz besonders durchnmischte war.

„Guten Tag ich bin der Rick aus Hamburg, vielen Dank für die Einladung!“, moderierte er sich selbst. Stellte ein Fläschchen Rum gegen Aufregung, wie ihn die Oma riet auf den Tisch und begann dann aus einem Roman zu lesen, der 1919 also nach dem ersten Weltkrieg spielt und von einem Fuhrmann handelt, der Scheiße auf der Straße verbreitet, ein neuer Fallada würde ich unken, die gerade „Jeder stirbt für sich alleine“ liest und stellte dann noch  da, wie die Schupo auftritt und welche Laute und Sprüche sie dabei hat.

Sehr interessant und spannend die unterschiedlichen Sprachkunstlesungen. Ich war, glaube ich, die einzige Zuhörerin, die sich  nicht aus Freunden und Bekannten zusammensetzte. Richtig Robert Prosser war auch dabei, aber vielleicht hat sich der auch einmal beworben und so kann ich der interessierten Öffentlichkeit flüstern, was sich bei der ganz jungen Literaturszene tut.

Daß Deutschland und Polen gewonnen hat, hat Barabara Zwiefelhofer den sportlich Interessierten verraten, das dritte Spiel hatte da gerade begonnen und ich bin jetzt auf  den Bachmannpreis und Bastian Schneiders Lesung gespannt, der diesmal  wahrscheinlich auch ganz anders werden wird.

2016-05-24

Wildgans- und andere Preise

Ich bin ja eine eifrige Preisgeherin, zum „Wildgans-Preis“ bekomme ich seit einigen Jahren durch Barabara Neuwirth, eine der Jurorinnen, die Einladung, zum „Alpha“ inzwischen auch, zum „Bachmannpreis“ bin ich auf eigene Kosten 1996 einmal gefahren und habe da den jungen Arno Geiger kennengelernt, der inzwischenauch den „Wildganspreis“, den der Industrie, bekommen hat, den, wie es in der Ausschreibung heißt, die Dichter und Dichterinnen bekommen sollen, die schon einiges geschaffen haben, deren Hauptwerk aber noch zu erwarten ist, was heißt, wie mir Barbatra Neuwirth vor einigen Jahren einmal erklärte, daß sie noch nicht über sechzig sind da war ich, glaube ich, knapp darüber und habe mich geärgert, aber wenn man so neben dem Preisgeschehen steht und von allen übrersehen wird, wie ich, hat man sowieso keine Chance und so ist es wahrscheinlich keine Trost, daß Erich Hackl, der ihn heuer bekomen hat, 1954 geboren wurde.

Es gibt auch, aufmerksame Leser werden es bemerken, eine Neuerung, wurde der Preis ja bisher, glaube ich, im Oktober vergeben, diesmal ist es Mai und Erich Hackl ist ein politischer Autor und ein Chronist, so stellte ihn jedenfalls Marianne Gruber, auch eine Jurorin, in ihrer Laudatio vor und bezog sich dabei hauptsächlich auf „Abschied auf Sidonie“, das habe ich, wie „Auroras Anlaß“ gelesen und auch noch  „Als ob ein Engel“, das mir der liebe Otto einmal zu meinem Geburtstagtsfest brachte und der Präsident der Industriellenkammer hielt die Einleitung, wo er die Wichtigkeit von Literatur und Bildung für das Wirtschaftsleben betonte und auch, daß man nie vergessen darf.

Erich Hackl hat es nicht, aber sonst nicht sehr viele Gemeinsamkeiten, wie er in seiner Dankesrede betonte, zur Industriellenkammer, ist er doch gegen die EU und für die Vermögenswsteuer, nur für die Gesamtschule ist er und wahrscheinlich auch für Alexander van der Bellen, aber davon war in seiner Dankensrede nicht die Rede und nachher gab es wieder Sandwich und sehr feine petit fours und Gespräche, mit denen, die sich mit ihr unterhalten haben.

Arno  Geiger war da, Evelyne Polt Heinzl, Petra Hartlib machte den Büchertisch und deren „Wundervolle Buchhandlung“ habe ich ja vor kurem im offenen Bücherschrank gefunden.

Ansonsten gibt es auch noch einige Nachrichten aus dem Literaturbetrieb, bei dem ich ich ja komplett daneben stehe, obwohl ich mich so sehr für ihn interessiere, daß ich schon fast acht Jahre blogge und eigentlich schon glaube, wie ich auch Marianne Gruber sagte, daß ich gar nicht so schlecht schreibe, aber das ist natürlich nur meine Meinung, stimmt schon, klar, so wurden heute auch die Namen der vierzehn ausgewählten Autoren und Autorinnen bekannt gegeben, die heuer beim Bachmannpreis lesen dürfen, der  vom neunundzwanzigsten Juni bis dritten Juli stattfinden wird und die aus acht Nationen kommen, Israel, GB, Frankreich, Serbien, Tüprkei, neben den schon bekannten Ländern, wie Deutschland, Schweiz und Österreich und von denen ich nur Stefanie Sargnagel, Sascha Macht und Sevin Özdodan kenne, bei Bastian Schneider war ich mir nicht ganz sicher und für den Literaturkurs wurde Theodora Bauer eingelanden, auf deren Debutroman ich ja noch warte und beim Wartholz Literaturpreis, der ja immer im Februar stattfand, gibt es heuer auch eine Änderung, findet der ja erst im Juni statt und Cornelia Travnicek, Robert Prosser, Marlen Schachinger Katharina Tiwald, Josef Kleindienst, Didi Drobna, Jürgen Lagger  und Ursula Wiegele gehören zu den mir bekannten Finalisten.

 

 

2015-01-12

Jenny-Released

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:59

Im Vorjahr hat mir Ronald Grenl, die „Jenny I“, die Publikation der Studenten der Hochschule für Sprachkunst zugeschickt, die dann bei den „schönsten Büchern des Jahres“ prämiert wurde.

Jetzt gibt es die „Jenny II“ in einem schönen Blau und die hat mir niemand zugeschickt, es gab aber eine Literaturhauslesung, als Auftakt zu einer Lesereise, nach Salzburg, Linz und Graz und die Studenten, die dieses schöne Heft diesmal gestaltet haben, haben sich sehr viel Mühe gegeben, so gab es blaue Papiervögel am Eingang und auf der Bühne, wie heiß diese japanische Faltkunst und als ich das Literaturhaus betrat, fühlte ich mich eine Weile fremd, weil lauter junge Leute und kein gewöhnliches Publikum, obwohl mich Barbarara Ziwegfelhofer diesmal sogar grüßte.

Dann kam Wolfgang Helmhart zu mir und wir unterhielten uns über das Mayröcker-Symposium und es gab laute Musik, die nach und nach von einer Textschleife untermalt wurde.

Dann begann einer der Herausgeber, ich glaube, er heißt Johann Wieser mit seiner Einleitung „Claus Peymann kauft sich eine Hose, masturbiert im Forum Stadtpark und liest dabei die Jenny“, das habe ich jetzt ein bißchen nach meinem Gedächtnis nachempfunden, war aber äußert höflich und bedankte sich mehr mals für das Kommen.

Sehr viel allgemeines Publikum war ja nicht da, aber Robert Prosser habe ich gesehen, El Awadalla und die Angela, die ich sonst immer im „Musa“ oder in der Wien-Bibliothek treffe.

Barbara Zwiefelhofer eröffnete und las einen Text von Stefan Gmünder vor, „der Montag ist ein guter Grund mit einer Präsentation der Jenny zu beginnen“ und dann begann der erste der vier Lesenden, die Publikation machte wieder einen sehr sehr experimentellen Eindruck, zum Glück waren das die Texte viel weniger und so begann Bastian Schneider mit seinen „Stadtansichten“, das heißt mit dem Mayröcker-Symposium, wo die Studentenschaft offenbar teilgenommen hat, wie kann das sein, wurde das Buch doch schon viel früher im „Celeste“ vorgestellt?

Es kann offenbar sein und seine Texte, wo er in die Hauptbücherei geht und die Bücher, die „Strudelhofstiege“ etc nach unbezahlten Quittungen kontrolliert und dabei noch nach einem Sandler, der von Tauben umbeben ist, haben mir auch gut gefallen.

Dann kam die wunderbare lanina Ilitecheva, wie der Moderator euphorisch moderierte, mit den Namen gab es diesmal keine Schwierigkeiten, vielleicht hat mein Bloggen gewirkt mit einem sehr lyrischen Text über ihre Stadtansichten über Japan.

Iris Gassenbauer folgte mit einem Text der mir auch sehr gut gefallen hat „Die Katze war eindeutig tot“, die das Frühstück eines Pensionisten schildert, der sie dann mit seinem Freund begräbt.

Die letzte Lesende war Christiane Heidrich und sie hatte sehr lyrische Texte, in der Jenny II sind noch andere Texte und auch noch einiges Crossover enthalten, das man in den nächsten Tagen, wie schon erwähnt in Salzburg, Linz und Graz hören kann.

Im Literaturhaus gab es noch Wein und Gespräche und wer wollte konnte das Buch auch kaufen. Ich hatte meine neue große grüne Tasche, die mir den roten Büchersack erspart, aber schon mit einigen Bücherschrankfunden, darunter Matthias Politycki „Herr der Hörner“ und T.C.Boyle „Die Frauen“ gefüllt und was meinen höchstpersönlichen „Writerretreat“ betrifft, so kann ich schreiben, daß ich um cirka halb eins damit begonnen habe, den „Namen des Vaters“ einmal durchkorrigierte, der jetzt bei hundert Seiten und  47619 Worte stehe.

2014-01-03

Jenny

Filed under: Uncategorized — jancak @ 09:35

Im November hat mich Marietta Böning angemailt und mich zur Release-Party der neuesten Ausgabe der „Edition Angewandte“, ins „Celeste“ eingeladen, weil es da aber auch eine „Soundcloude“ gegeben hätte und gleichzeitig im Radiokulturhaus der „Franz Werfel Abend“ stattfand, habe ich gedacht, ich bin dafür nicht mehr jung genug, ins „Phil“ habe ich mich einmal zur Psäsentation des „FM-4-Preises“ auch nicht hineingetraut, dann hat mich aber Roland Grenl angeschrieben, der durch meinen Bericht zur zweiten Studentenlesung auf mich gestoßen ist und hat mir die „Jenny“, ein großes rosa Heft mit schöner blauer Schrift, man sieht, es ist von der „Angewandten“ kreiert, angeboten und zugeschickt.
Der Hochschullehrgang für Sprachkunst initiiert von Robert Schindel und Gustav Ernst, inzwischen wird er von Ferdinand Schmatz geleitet, hat mich ja immer schon interessiert.
Im ersten Jahr konnte man die Namen der Aufgenommen noch im Internet finden und ausdrucken, ich war dann auch beim „Tag der Offenen Tür“ und ließ mich von der GAV-Kollegin Marietta Böning, die dort die Pressearbeit macht, durch die Räume führen, dann bei zwei Studentenlesungen und das „Symposium für Sprachkunst“ und das „Fest für Robert Schindel“ es auch gegeben. Letzten Juni war dann eine Veranstaltung mit Esther Dischereit in der „Alten Schmiede“ und eine Publikation hat es, glaube ich, auch schon gegeben, die im Heiligenkreutzerhof vorgestellt wurde, aber da konnte ich nicht hingehen.
Jetzt also die „Jenny“ ein großes rosa sehr ästhetisch aussehendes Heft und man fragt sich wieso der Name und das Rätsel wird auch nicht so leicht aufgelöst, denn ein richtiges Vorwort, beziehungsweise eine Einleitung gibt es nicht. Nur ein paar kurze Worte von Ferdinand Schmatz am Klappentext, der da etwas von „Jenny Treibel“ schreibt, „die wüst lächelnd als Seeräuberin auf unsicheren Seen treibt“, was mir als Einleitung für einen Präsentationsband der Hochschule für Sprachkunst an sich zu wenig ist, da ich aber schon immer Büchersammlerin war und vielleicht auch nicht über ein so schlechtes Gedächtnis verfüge, weiß ich, daß „Frau Jenny Treibel“, ein kleines uraltes Büchlein von Theodor Fontane ist, das ich einmal, vor langer langer Zeit, irgendwo gefunden und in meinen Regalen aufgestellt habe.
„Denken. Behaupten. Großtun – Angewandte Literatur“, steht dann noch am Umschlag und darunter „Prosa“.
Der Umschlag ist vielschichtig und in seinen diversen Hüllen kann man Texte und Bilder finden. Dann gehts los mit „Turn of the lights“ kleine weiße Schrift auf dem so schönen blauen Hintergrund. Wie heißt diese Farbschattierung nur genau?
So gehts hinein in die Abteilungen, Lyrik, Prosa, Drama, und Essay, wo es die Texte der Studenten zu finden gibt, wo mir einige Namen bekannt erscheinen, einige nicht, was auch nicht sein kann, weil, wie noch irgendwo steht, auch Texte von anderen Hochschulen zu finden sind und Interviews über das Schreiben gibt es zwischendurch immer wieder auch.
„Extrablatt heißt mein Pferd“, steht groß in weiß auf blau in der Abteilung Lyrik, wo es Texte von Teresa Dopler gibt, von der noch zu erfahren ist, daß sie seit drei Jahren in Wien lebt und ausschließlich im Cafe Aida bei Kaffee mit Milch, Zucker und Schlagobers schreibt, was ich insbesondere sehr interessant finde, weil ich auch einmal so angefangen habe. In der Konditorei Aida bei einem kleinen Braunen und einer Kolatsche und manchmal von den Leuten dort gefragt wurde, was ich da schreibe?
Lyrik von Benjamin Quaderer, Ina Ricarda Kolek-Thudt und Bastian Schneider gibt es auch noch.
Dann gibts Prosa und die ist sehr experimentell.
So besteht Stefan Pointers Text „grenzen des guten geschmacks“ nur aus den Worten „lecker und keller“ und man darf weiterdenken oder Rätseln. Ich habe da an den Herrn Fritzl gedacht, weiß aber nicht, ob ich richtig liege.
Der 1989 in Felkirch geborene Benjamin Quaderer erzählt von „Unter Wölfen“ und Iris Gassenbauer 1987 geboren von „Sonnenblecken“.
Dann gibts das „Poetik Interview“ mit dem Professor an der Angewandten, Erst Strouhal über das „Schreiben der Jetztzeit“, wo es auch um Short Stories geht, die als „Königsklasse“ gelten, von den Lesern und den Verlagen aber nicht so angenommen werden, wo ich mich ja nicht ganz ausnehemen kann.
Aber ich habe mich schon gebessert und Judith Hermann gelesen. Die Alice Munro wird noch folgen.
Dramen lese ich eigentlich auch nicht so gerne aber einunddreißigjährige in NÖ geborene Roland Grenl hat ein solches geschrieben.
„Diebe“ heißt es, das habe ich zwar nicht ganz verstanden warum, geht es doch um einen Mann, der zu Beginn in einem Schrank sitzt, mit dem Rollstuhl in der Wohnung herumfährt und sich von seiner Ex besuchen läßt, die hat inzwischen einen anderen, der Pilot ist und Uniform trägt, einen Sohn gibt es auch, der hat Geburtstag und frißt sich an der Torte voll, so daß er nachher kotzt, wird von Heribert nach dem Sex seiner Mutter befragt und das „Diebe“ bezieht sich wahrscheinlich auf die gestohlenen Herzen und den Ehebruch.
Würde ich gerne mal im Theater sehen und schon wieder habe ich die Genre gewechselt. Dann gibts noch mal Prosa.
Da beschäftigt sich Ellen Wesemüller unter anderen mit „Oskar Maria Graf“ und Regina Dürig, die schon mal bei „Wartholz“ gewonnen hat, schreibt ein „Reisewörterbuch“.
Das zweite Poetik-Interview ist besonder witztig wird da nämlich Silas Schmidt von Johanna Wieser beim Haareschneiden über sein Studium der Buchkunst in der Burg Giebichstein befragt.
Dann kommt ein Essay übers Schreiben und da machen sich Johanna Kliem, Flemming Hededüs und Nils Treutlein Gedanken über den Zustand des heutigen Textproduzierens.
Sie beginnen da beim Bachmannpreis und den „Well done-Texten“, wie sie letztes Jahr dort benannt wurden. Dann kommen sie natürlich zu den Selbstpublishern und machen sich ihre Gedanken, wie das ist, wenn der Taxifahrer schon drei lustige Bücher geschrieben hat und die Altenpflegerin in Wiesbbaden Fantasy-Autorin ist.
Ich weiß nicht, ob das überheblich klingen sollte und habe als Herausgeberin von einundreißig selbstgemachten Büchern, die auch schon mal bei „Fischer-TB“ publiziert hat, so meine eigenen Gedanken und finde es schön, daß jetzt auch die schreiben und publizieren können, die beim Hochschullehrgang für Sprachkunst nicht zu den auserwählten Fünzehn gehören.
Tue das in meinen Blog und wenn ich dann beispielsweise über die „Studentenlesung II“ schreibe, kann es schon einmal passieren, daß ein „Orschloch“ den Text dann vertrottelt findet. Roland Grenl hat er aber offenbar gefallen und ich gehe weiter zum nächsten Textzitat „Die können sich glücklich schätzen, die genug Schaum haben.“
Das kann man so oder so verstehen. Prosa gibts dann noch von Jan Schillmöller, Laura Hinrichsmeyer und Juli Zucker und am Schluß die Autorenbiografien.
Roland Grenl hat mir noch geschrieben, daß es im Jänner oder Februar eine weitere „Anthologie-Präsentation“ geben wird. Vielleicht habe ich da Mut genug hinzugehen.
„Jenny, die Anthologie des Instituts für Sprachkunst an der Universät für angewandte Kunst Wien, versammelt Kommentare und polemische Stimmen, die sagen wie Literatur heute ist, und neue Texte aus der Sprachkunst und anderen Schreibinstituten, die zeigen, wie es sein kann“, steht noch am Buchrücken, wo ein schönes Mädchen über eine Stiege geht und jetzt habe ich es auch verstanden.

2012-01-28

Studentenlesung II oder Namen suchen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:32

Das Institut für Sprachkunst hat ja eine Kooperation mit dem Literaturhaus, so daß es die Lesarten gibt, wo im Vorjahr Terezia Mora, Wilhelm Genanzino, Katja Langen-Müller etc lasen und es im letzten Jänner sowohl das Symposium „Die Praxis des Schreibens“ als auch eine Studentenlesung mit Lesungen der Studierenden des ersten Jahrgangs gab. Da derzeit überall eingespart wird, wird das auch diese Schiene betreffen, so gab es keine Lesungen mehr oder weniger berühmter Mainstreamautoren mehr, wohl aber eine Präsentation des Symposiumbandes vorigen Samstag, die ich versäumte, weil wir da in Harland waren. Es gibt auch eine Zeitschrift der Studententexte, die irgendwann präsentiert wurde, wo ich nicht kommen konnte und diesen Freitag eine Studentenlesung der Studierenden des zweiten Jahrgangs.
Ich habs schon mal geschrieben, mit den Namen tue ich mir schwer. Denn die des ersten Jahrgangs waren problemlos im Internet abzurufen, die des zweiten standen auch darin, die druckte ich mir aber leider nicht aus, so daß ich auf das Literaturhausprogramm angewiesen war und da stimmten sie, wie sich herausstellen sollte, auch nicht ganz, standen ja Iris Gassenbauer, Johanna Müller, Benjamin Quaderer und Miel-Amelie Wanka im Programm, die nicht gelesen haben. Sonst war auch einiges ein bißchen anders, weil im letzten Jahr sehr viel reserviert war und ich irgendwo ganz hinten gesessen bin, bin ich diesmal eher früh gekommen, so früh, daß ich noch einen Umweg zum Bücherschrank machen konnte, der übrigens durch einen von Hermann Nitsch mitgestalteten zur zwei Jahresfeier am 5. 2. um 15 Uhr ersetzt werden wird. Jetzt gibt es aber noch das alte Kastel und da fand ich zwei schöne alte Bücher von einem Paul Keller drin, von dem ich inzwischen ergooglet habe, daß das ein sehr populärer schlesischer Dichter war, den alle lesen wollten und das steht in einem der Bücher, ohne bibliografisch Angaben auch so drin, daß die Ärzte die Keller Bücher den Kranken empfehlen und das man sie seiner Familie schenken soll, „Denn man soll nie vergessen, es gibt kein edleres und billigeres Geschenk als ein gutes Buch!“, das steht in einer Ausgabe von 1932.
Ferdinand Schmatz stand schon vor dem Literaturhaus, als ich meinen Platz belegte und stand noch dort, als ich mit den Büchern zurückgekommen bin. Reserviert war diesmal nichts und um dreiviertel sieben auch noch ziemlich leer. Ich sollte dann auch weder Gustav Ernst, Rober Schindel, noch den Literaturhausleiter sehen und es gab auch keinen Programmzettel, wo die Namen und die Texte, wie im Vorjahr standen.
Es füllte sich dann aber mit vielen jungen Leuten und der alte Herr, der immer zu Literaturveranstaltungen geht und einmal von Emmy Werner ziemlich zusammengeschissen wurde, weil er sie kritisierte, war auch da, ist aber in der ersten Pause gegangen und der andere, der am Dienstag auch in der Gesellschaft für Literatur, bei der anderen Jugendlesung war.
Barbara Zwiefelhofer begrüßte und las die Reihenfolge der Lesenden so schnell vor, daß ich sie nicht mitschreiben konnte und von den Namen, die im Programm standen, kannte ich niemanden.
Vom ersten Jahrgang habe ich ja Sandra Gugic durch den Exilpreis gekannt. Ferdinand Schmatz, der einzige Vertreter des Lehrkörpers kam dann auch, sagte „Ich bin der Körper“ und versicherte, daß die Studenten die besten Texte lesen würden, die in den ersten drei Monaten des Studienjahres entstanden sind und sagte noch dazu, daß er sie nicht kenne. Dann kam ein junger Mann, erklärte, daß jeder zehn Minuten und es zwei kurze Pausen geben würden und bedauerte, daß die Lehrer nicht anwesend seien, aber Robert Schindel auf einer Veranstaltung und Doron Rabinovici auf der Demonstration gegen den Burscheschaftsball, der in der Hofburg stattfindet. Dann wollte er zu lesen beginnen ohne seinen Namen zu sagen, was mich störte, weil die Lesung nicht in der angeführten alphabetischen Reihenfolge war. So traute ich mich nachzufragen und hoffe daß meine Berichterstattung stimmt. Der erste Leser, der auch den Abend moderierte, war Bastian Schneider und er las einen sehr anspruchsvollen Text über das Schreiben und über Wörter, die mit den Grimmschen Märchen begannen und mit Grafitis endeten, dazwischen war auch noch einiges zu hören. Die zweite Leserin stellte sich dann vor und hieß Katharina Luger, die mich mit ihrem „Morgengebet im Soll“ sehr beeindruckte.
„Ich soll keinen Fernseher haben, ich soll beim Bachmannpreis lesen, ich soll eine Auflage von mindestens 1500 Bücher haben, ich soll einen Bachmannjuror kennen, keine Adjektive verwenden, pünktlich sein, nicht zu spät kommen, einen eigenen Blog führen und andere Literaturblogs leben, etc.“
So ist es, glaube ich und wenn schon die sehr jungen Frauen im zweiten Studienjahr vom Literaturbetrieb so belastet sind, ist das nicht gut, ich mußte bei dem Text aber sehr lachen und die anderen taten das auch.
Konrad Priessnitz hatte Gedichte, in denen der Name „Trakl“ vorkamen, an ihn erinnerten und sich auch reimten.
Und Johanna Kliem, die nicht im Programm stand, beeindruckte auch durch ihren sehr gekonnten Text, von dem ich mir nicht ganz sicher bin, ob er „Das schwarze Loch hieß“, das kam jedenfalls öfter darin vor und noch einiges andere, so „Schaumkugeln“, Friederike Mayröcker und ein Bad in Budapest von dem die Großmutter öfter schrieb. Dann gab es die kurze Pause und die nächste Runde, wo die Vornamen nochmals angekündigt wurden. So begannen Magda und Laurenz. Magda war, habe ich mir zusammengereimt, Magdalena Caterina Mayer und ihre Gedichte wurden von einem Laurenz, der nicht im Programm steht, musikalisch performanct und das Ganze war „Was besonderes“, es ging aber auch, um einen Friedhof und um die Namen, derer, die dort liegen „Kannen, Kerzen etc“.
Dann kam Teresa Dopler, deren Namen als erste im Programm steht, mit dem Text „Meine Haut, deine Haut“, in mehreren Abteilungen, jedenfalls lebt eine Frau mit Oskar, der Tiefseefische malt und nur mit einem Leintuch schlafen will. Er bespritzt sie auch mit Farbe und will sie nach ihrem Tod oder bis zu ihrem Tod bemalen, ums Ziebelschneiden geht es auch. Nils Georg Treutlein hatte wieder Lyrik, zum Teil auf Englisch, zum Teil bezog er sich auf die Duineser Elegien. Bei Michael Marco Fitzthum habe ich mir „Der Mann mit dem Hut“ dazugeschrieben und es ging, um einen Essay eines Schriftstellers oder um einen Brief von einem, der jedenfall mit „viel Liebe Marco“ endete.
Nach der Pause kam ein Video von Norbert Kröll, der sich schon vorher auf das Podium gesetzt hatte und seine Lesung filmen ließ, trotzdem aber alle gegrüßte und auch wartete, bis der Herr in der letzten Reihe ruhig geworden war.
Stephan Pointner las einen Auschnitt aus einem längeren Text namens „Auslese“, wo es um Zahlen und um den Freitod ging, der Sätze hatte, wie „Der Freitod ist ein Meister aus Mürzzuschlag“, sich aber gleich auf das Zitat bezog.
Johanna Wieser las von „Verlorenen Dingen“ und zuletzt kam Roland Grenl und beeindruckte mich durch einen sehr realistischen Text. Einen Dialog zwischen einem aus einer Satelitenstadt, der nur mehr vier Zähne im Mund hat und einem oder einer Deutschen, die er am Schluß damit küssen will. Das ganze nennt sich „Pospischilkapitel“ und ich finde es schön, daß das bei einem Hochschullehrgang für Sprachkunst möglich ist, ist aber auch kein Wunder, ist ja Gustav Ernst unter den Lehrern und der war als Vorbild denke ich, recht gut zu erkennen, jedenfalls habe ich an ihn dabei gedacht. Nachher gab es wieder Wein und Bier, diesmal keine Brötchen. Ich erkannte Rhea Krcmarova, die ja am Montag im tschechischen Zetrum liest. Die anderen jungen Leute nicht, eine hatte aber ein rotes Spielzeugauto an einer Kette, um den Hals, was mich ebenfalls sehr beeindruckte, weil ich mir dachte, daß sich daraus sicher ein sehr schöner Text schreiben läßt.
Sehr spannend also die zweite Studentenlesung, die allererste habe ich ja vor zwei Jahren am Tag der offenen Tür an der Angewandten gehört und an die vorige hat sich eine rege Diskussion mit JuSophie geknüpft, der ja leider „Mimis Bücher“ nicht gefallen hat. Ob sich diesmal eine Diskussion ergibt, weiß ich nicht. Ich werde aber nachschauen, was sich über die Studenten ergooglen läßt und bin natürlich sehr gespannt, wer es von ihnen vielleicht einmal zum Bachmann, Priessnitz oder anderen Preis bringen wird und ich war auch sehr fleißig, habe ich ja am Nachmittag, das Flugblatt für die „Mittleren VI“ erstellt, zum Vorbereitungstreffen eingeladen und auch das Einleitungsreferat für die Lesung am 21. März im Amerlinghaus erstellt, zu der ich alle daran Interessierten herzlich einlade, weil es da sicher auch einige interessante Stücke Literatur zu hören geben wird.

2020-04-07

Belmonte

Filed under: Bücher — jancak @ 00:37
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In Zeiten, wo wir gebannt nach Italien schauen und Kanzler Kurz immer sagen hören, daß er nicht solche Zustände haben will, wo die Ärzte wählen müssen, wen sie behandeln wollen und sich die Verwandten nicht von ihren Toten verabschieden können, ein deutsch-italinischer Familienroman „Belmone“, der von einer deutschen Bestsellerautorin geschrieben worden, die denNamen Antonia Riepp, als Pseudonym wählte und von „Piper“ wohl als Frühlingsereignis präsentiert worden wäre, wäre nicht Corona dazwischengekommen.

Als ich von unseren Winterurlaub mit der Ruth zurückgekommen bin, habe ich das Buch im Postfach liegen gehabt, ein unverlangt zugeschicktes Exemplar, und auch nicht unbedingt mein Lesegeschmack, obwohl ich mich ja, wie ich immer schreibe, nicht nur quer durch den literarischen Gemüsegarten lese, sondern ganz gern auch Krimis und CickLits lese und, wie ich, als meinen „unwürdigen Literaurgeschmack“, zugeben muß, sehr gern und viel Courths-Mahler gelesen habe.

Jetzt ist es aber moderner, spielt es doch in der Gegenwart oder doch nicht so ganz, es beginnt im Jahr 1944, als die beiden Freundinnen Marta und Teresa, die in dem fiktiven Örtchen Belmonte in der Provinz Marken wohnen, ihren Partisanenfreunden Essen bringen, Teresa ist in einen Cesare verliebt, Teresa in einen Salvadore und am Rückweg von deutschen Soldaten vergewaltigt werden.

Für Marta geht das „gut“ aus, sie kann ihren Salvatore heiraten, hegt aber für den Rest ihres Lebens einen Haß gegen die Deutschen und ihr Geheimnis gibt sie auch nicht kund. Teresa wird dagegen schwanger, will das Kind abtreiben, es gelingt ihr nicht und ihr Vater schlägt sie zuerst halb tot,  später verheiratet er sie gegen einen Weinberg, an den kriegsversehrten einarmigen Ettore und als die kleine Franca geboren wird, wird ihr  im Dorf „Bastard“ nachgerufen.

Die stirbt nun im Allgäu, in dem Städtchen Kempten und hinterläßt ihrer Enkeltochter Simona ein Haus in Belmonte. Die ist Landschaftsgärtnerin und hat gar nicht gewußt, daß die Nonna, bei der sie eigentlich aufgewachsen ist, dort ein Häuschen hatte. Daß sie die Enkelin einer italienischen Gastarbeiterin ist, wußte sie schon und Italienisch hat ihr die Nonna auch beigebracht.

Simona, die sich gerade in einer Krise befindet, beziehungsweise ihren Job verloren hat und mit ihrem Freund Sebastian auch nicht so glücklich ist, fährt hin und nach und nach bekommt die Viergenerationen Familiengeschichte heraus und die ist recht kompliziert, denn es war immer eine in den falschen verliebt und  konnte nicht so glücklich werden.

Teresa ist jedenfalls, als Franca sechs war, verschwunden und man wußte nicht so recht, wurde sie von ihrem Ehemann erschlagen oder ist sie mit ihrem Liebhaber durchgebrannt. Franca wurde von Marta und Salvatore aufgezogen und hatte auch ein recht eigenartiges Verhältnis zu deren Sohn Federico. Als sie neunzehn war, ging sie mit Salvatore nach Deutschland, wurde Näherin, später Änderungsschneiderin und heiratete einen Tobias Mälzer und zu ihrer Tochter Marina, die recht schwierig war, hatte sie immer ein sehr distanziertes Verhältnis. Die brach mit Achtzehn mit ihren Hippiefreunden auf Europareise auf und versetzte mit ihren Kumpanen ganz Belmonte in Aufregung. Sie kam auch schwanger zurück und die Großmutter zog dann die kleine Simona auf, die lange nicht wußte, wer ihr Vater war?

Jetzt in Belmonte soll sie es nach und nach erfahren und wird vielleicht auch in eine Liebschaft verwickelt, beziehungsweise muß sie sich entscheiden, ob sie in Belmonte bleiben, dort einen Gemüseladen aufziehen oder zurück nach Deutschland zu ihren Sebastian will?

Sie entscheidet sich für Letztes, werde ich gleich spoilern, sonst aber nicht mehr sehr viel erzählen über diesen Unterhaltungsroman, der die Unterdrückung der italienischen Frauen zeigt und der durch die Corona- Krise wohl nicht so unbefangen gelesen werden wird, wie er wohl gedacht war.

Ja richtig, eines habe ich noch vergessen, ein Erdbeben hat es 1997 in Markenauch gegeben, das wahrscheinlich das Dörfchen Castiglioni di Arcevica, das wie Antonia Riepp uind in ihren Nachwort und Danksagung verrät, das Vorbild für Belmonte war, in Mitleidenschaft zog.

2020-03-14

Leipziger Onlinemessentage

Während man hier am Freitag gebannt auf die Pressekonferenz des Bundeskanzlers wartete, wo die neuen verschärften Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus, ab Montag Geschäftsschließungen mit Ausnahme des Lebensmittelhandel, was zum Stürmen auf die Geschäfte und Hamsterkäufen, wozu braucht man soviel Klopapier?, führte, Restaurantschließungen ab drei, Schulschließungen, Heimarbeit.

Auf meinem Mailaccount wurde eine Veranstaltung nach der anderen abgesagt, wo ich ab Montag ohnehin nirgendwo mehr hingegangen bin und auf OE24, das ich derzeit viel höre, wurde darüber spekuliert, ob es jetzt zu Notverordnungen und Ausgangssperren kommt, geht „Leipzig“, natürlich ebenfalls abgesagt, per Livestream weiter und langsam bekomme ich heraus was man sich da alles online  anschauen kann.

Am Donnerstag wurde der „Leipziger Buchpreis“ per Radio bekannt gegeben, Lutz Seiler, Pieke Biermann und Bettina Hitzer haben gewonnen, Karin Peschka hat auf ihrer Seite bekanntgegeben, das die Autoren, die im Österreich-Cafe lesen hätten sollen, ein Video bei ihr einstellen können und stellte dort gleich ihr neues Buch „Putzt euch, tanzt, lacht“ vor und MDR-kündigte am Samstag von zehn bis zwanzig Uhr einen großen Livestream tagt beziehungsweise oder eine virtuelle Buchmesse an.

Also wieder einmal Leipzig im Zimmer habe ich mir vorgenommen, mir die Programme ausgedruckt, die Charles Baudelaire Übersetzung ausgelesen, „Oreo“ begonnen und bin dann auf die Leipziger Facebookseite gestoßen, wo es auch einen großen Livestram gibt.

Die Bundeszentrale für politische Bildung, zwei engagierte Herren, die sich  offenbar in Bonn vor das Glashallenpanorama stellten, interviewten den Messedirektor Oliver Zille zum Programm, interviewten auch den Chef der „Lit Cologne“, diese Kölner Gegenveranstaltung, die jedes Jahr zeitgleich mit der Messe stattfindet und die sehr lange ankündigten, daß die Veranstaltung stattfinden würde, dann natürlich doch absagen mußten und wiesen auf die Veranstaltungen hin, die trotz Absage im Netz stattfinden, was  auch eine interessante Idee ist, eine Messe online stattfinden zu lassen, allerdings werden die Bücher dabei wahrscheinlich nicht verkauft, es gibt auch keine Einnahmen und Honorare.

Aber Buchempfehlungen kann man natürlich geben und da hat zum Beispiel der „Fischer-blog-Hundertvierzehn“, die „Vierzehn- Tage – Quarantäne-Leseliste mit vierzehn Büchern, wie zum Beispiel die „Commedia divina“ des Dante Alighieri, oder den „Doktor Schiwago“, zusammengestelltund die politischen Bildung Herren befragten auch den Messedirekter und den „Litclogne Veranstalter“ mit welchen Buch sie in Quarantäne gehen würden? Ingo Schulzes „Die rechtschaffenen Mörder“, sagte zum Beispiel Oliver Zille,  dann wurden die Bücher vorgestellt, die man nach Leipzig mitgenommen hätte.

Dann wurden Kleinverleger, wie beispielsweise vom „Verbrecherverlag“ und von der „Parasitenpresse“, befragt, was für sie der Messeausfall bedeutet und eine virtuelle Lesenacht gab es auch.

Am Samstag ging es dann in das ARD-Studio, wo kurz nach zehn Ingo Schulze schon mit seinem Buch in einem Studio saß, aber noch die Nachrichten zu hören war, so daß er sich flüsternd mit der Moderatorin Kathrin Schuhmacher unterhalten konnte, bis dann das Signal „Die virtuelle Buchmesse“ zu hören war und ein „Experiment oder Fest der Freude“, verkündet wurde.

Dreizehn Stunden, neunundzwanzig Romane, Filmbände, etcetera.

Dann wurde das neue Buch „Die rechtschaffenden Mörder“ vorgestellt, das noch auf meinen Badezimmerstapel liegt und von einem ostdeutschen Buchhändler handelt, der sich nach und nach als Rechter entwickelt.

Den 1962 geborenen Ingo Schulze habe ich jas in den später Neunzehnhundertachtziger- oder frühen Neunzigerjahre wahrscheinlich in der „Alten Schmiede“ kennengelernt, wo er sein damals aktuelles Buch vorstellte und ich mich noch den als Fisch verkleideten „Nordsee-Werber“ erinnern kann und inzwischen auch einiges von ihm gelesen habe.

Danach kam es zu einem Wechsel, Musik ertönte, die Wassergläser wurden ausgetauscht, wahrscheinlich auch ein bißchen desinfisziert und dann nahm der mir unbekannte Stephan Ludwig mit seinem Moderator Platz.

Auf dem „Blauen Sofa“ hätte dagegen Samstag um zehn, für den den es interessiert, Josef Haslinger mit seinem „Fall“ auftreten sollen, aber da liegt das Buch auch schon im Badezimmer und ich habe ebenfalls von Katja Gasser moderiert, die Diskussion darüber gehört und Stephan Ludwig ist, habe ich inzwischen mitbekommen, ein Thriller Autor und laut Moderator, der einzige Autor ohne „Wikipedia-Eintrag“, ich kenne, glaube ich, mehrere und habe selber einen, gehöre aber laut meiner Kritiker zu den „Hobbyautoren“, was ich aber noch immer nicht so definiere.

Der „Wikipedialose“ hat übrigens eine Kommissar-Zorn Krimi Reihe geschrieben.

Das neue Buch heißt „Unter der Erde“, die Hauptfigur ist ein Schriftsteller, der in der Laußnitz seinen Großvater besucht und von dort nicht mehr wegkommt.

Um elf folgten wieder Nachrichten, in denen mitgeteilt wurde, daß Tirol und Italien von der WHO auf Stufe sechs der Corona-Gefährdung eingestuft wurde und im Studio hat Greta Taubert aus Leipzig Platz gbenommen, die frei nach Maxie Wander und Nadine Kegele Begegnungen mit ostdeutschen Männern unter den Titel „Guten Morgen, du Schöner“ herausgegeben hat und immer, wie der Moderator erklärte, Kakaobohnen mit sich trägt, weil sie glücklich machen.

Um elf kam dann Denis Scheck mit einem Bücherstapel, beziehungsweise „Best of Druckfrisch“,  verglich eine Messe ohne Publikum mit Telefonsex,  stellte dann die besten Neuerscheinungen vor und da zuerst eine Studie einer amerikanischen Hirnforscherin, daß unser Hirn darauf reagiert, was man liest und man also vor Sebastian Fitzek etcetera waren sollte. Das sehen manche wahrscheinlich anders und dann wurde auch gleich zu meiner Freunde „Die Wunderkammer der deutschen Sprache“ vorgestellt.

Dann lobte er Lutz Seilers Leipziger-Buchpreisbuch, Ingo Schulzes „Rechtschaffene Möder“ wurden auch zitiert und interessanterweise auch Maren Karmes „luna luna“ und nach Österreich zu Monika Helfers  Familienroman „Die Bagage“, das neue Buch von Bov Bjerg, das der Valerie Fritsch „Herzklappen von Johnson & Johnson“.

James Baldwien „Giovannis Zimmer“, das ich einmal in einem der Schränke gefunden habe, wurde auch neu herausgegeben und natürlich „Middlemarch“ schon gelesen und auf für den „Leipziger-Buchpreis“ nominiert.

Interessant, interessant, des hehren Literaturkritikers Frühjahrsempfehlungen und ebenfalls interessant, was ich davon schon gelesen habe.

Dann kam Tom Kummer mit seinem neuen Roman „Von schlechten Eltern“, aus dem er, wenn ich mich nicht irre, Teile beim letzten „Bachmann-Preis“, gelesen hat und danach der Fotograf Mario Schneider mit seinem Bildband „Tourist“, wo er Menschen beim Fotografieren fotografierte.

Die 1990 geborene und in Magdeburg aufgewachsene Valerie Schönian hat ein Buch über  „Ostbewußtsein. Warum Nachwendekindern für den Osten streiten und was das für die Deutsche Einheit bedeutet“, geschrieben.

Dann kam die Schauspielerin Katja Riemann, deren Interwiew offenbar schon früher auf einer Parkbank im Freien aufgenommen worden war,  die sich sehr gegen die Beschneidung junger Mädchen in Afrika engagiert und über ihre „Projektreisen“ berichtete.

Der nächste Autor war dann der 1950 in Halle geborene Historiner Stefan Wolle, der sich wieder mit „Ost-Berlin. Biografie einer Hauptstadt“ beschäftigt hat und es auch ein paar Tonbeispielspiele, beispielsweise von den Weltjugendfestspielen 1973, wo der Autor auch anwesend war, gab.

Es folgte Eva Sichelschmidts  Familienroman „Bis wieder einer weint“, die das Leben der Aufbaugeneration der fünziger und sechziger Jahre schilderte.

Paula Irmschler, deren Chemnitz-Roman „Superbusen“ in meinem Badezimmer liegt und auf den ich mich schon sehr freue, ist leider krankheitsbedingt ausgefallen.

So folgte der Psychoanalytiker Hans Joachim Maaz mit „Das gespaltene Land. Ein Psychogramm.

Das alles war zwar  interessant und spannend und sehr auf die DDR und die deutsche Geschichte zentriert.

Literarischer wurde es , als der neue Gedichtband der „Bachmann-Preisträgerin“ von 2015 Nora Gomringer „Die Gottesanbieterin“, das auch Gebetstexte enthält und sich auf Gott bezieht.

Dann wurde es wieder historisch und Deutschland lastig, stellten doch Jan Wenzel und Wolfgang Schwärzer, ihr in der Kategorie Sachbuch für den Leipziger Buchpreis nominierten, sehr umfangreichen Band „Das Jahr 1990 freilegen“ vor, wo es auch um die Wende und den Zerfall der DDR geht, das am Cover zwei Fotos aber keinen Titel hat und das fast wie ein Katalog oder ein Bildband wirkt.

Mit den 1973 in Bagdad geborenen Abbas Khider, der dort mehrmals verhaftet wurde, weil er kritische Bücher geschrieben und Flugblätter verteilte und dann nach Deutschland kam,  wurde es wieder literarischer.

Er hat schon unter anderen, die Bücher „Die Ohrfeige“ und „Die Orangen des Präsidenten“ geschrieben, die ich aber nicht gelesen habe und stellte jetzt seinen neues Roman „Der Palast der Miserablen“ vor, das von 2000-2003 im Irak spielt und dessen Held Shams mit dem Autor einige Ähnlichkeiten hat.

Dann kam, glaube ich, aus Halle, wo die Online-Messe ausgestrahlt wird, Josef Haslinger und erzählte von seinen Erlebnissen, die er im Stift Zwettl hatte.

Dann kam die 1986 geborene Marina Frenk, deren Debut „Ewig her und gar nicht wahr“, ich ja schon gelesen habe.

Mit Michael Kraskes „Der Riss. Wie die Radikalisierung im Osten unser Zusammenleben zerstört“, wurde es dann wieder politisch.

Um sieben kam der Politiker und deutscher Ex-Vizekanzler  Joschka Fischer, der ein Buch zum Thema „Willkommen im 21.Jahrhundert. Europas Aufbruch und die deutsche Verantwortung“ geschrieben hat.

Das war es dann, ab acht gibt es dann noch eine Radio-Kulturnacht, aber da werde ich wohl mit dem Buchpreisbuch „Oreo“ in die Badewanne gehen und nachher noch ein wenig Öe24 hören, um bezüglich Corona auf dem Laufenden zu bleiben, wo die Krise, mit Bespuckungsvorfällen in der U-Bahn, offenbar voll in Gang ist.

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