Literaturgefluester

2016-07-14

Beginn der O-Töne

Die „O-Töne“, das „Literaturfest im Museumsquartier“, das es, glaube ich, seit 2004 gibt, wo im Sommer jeden Donnerstag ungefähr, die österreichische Gegenwartsliteratur vorgestellt wird, die man dann auch auf den Buchpreislisten findet, habe ich bisher bedingt durch meine „Sommerfrische“ eher versäumt.

Das heißt, 2010 war der Alfred, glaube ich, mit dem Karli in den Masuren und da  bin ich an zwei Wochen hingegangen, einmal, glaube ich, zum Wolfsgruber und dann hat Clemens Berger sein „Streichelinstitut“ vorgestellt und bei der Eröffnung war ich auch.

Aber heuer ist ja alles anders, da gibt es ja keine wirkliche „Sommerfrische“ sondern nur ein verlängertes Wochenende und wenn wir schon am Donnerstag fahren, dann höre ich mir zuerst die O-Töne an, habe ich mit dem Alfred ausgemacht, die heuer offenbar auch ein bißchen anders sind, denn es gibt vor der Hauptschiene mit Autoren, wie Friederike Mayröcker, Thomas Glavinic oder Michael Köhlmeier immer eine Debutantenlesung, um wie die Veranstalterin bzw. Daniela Strigl, die Moderatorin sagte, auf die junge Gegenwartsliteratur hinzuweisen, vielleicht auch, weil es ja heuer außer dem österreichischen Buchpreis  einen für Debutanten gibt.

Ich habe heute sehr intensiv an meinen „Berührungen“ korrigiert und bin cirka um halb sieben mit dem ersten Durchgang fertig geworden, so daß ich mich etwas früher in Richtung „Museumsquartier“ aufmachte, weil ich auch nicht wußte, wie das mit dem Platzandrang ist.

Katharina Winkler mit ihrem derzeit auf jeden Blog erscheinenden Roman „Blauschmuck, von der ich gar nicht wußte, daß sie Wienerin ist, sie lebt in Berlin, war die Debutantin, Thomas Glavinic mit seinem „Jonas-Komplex“, den ich schon ein bißchen auf dem blauen Sofa in Leipzig hörte, das Hauptprogramm, so daß eigentlich ein großer Andrang zu erwarten war.

Das Wetter war aber nicht sehr gut, die Veranstaltung fand trotzdem ich Haupthof statt und ich habe einen ziemlich guten Platz in der zweiten Reihe bekommen.  Petra Eckert, die ich vom „Residenz-Verlag“ kenne, gehört auch zum  Organisatorenteam und kümmerte sich um die Platzreservierungen. Der Lehrer aus Retz war da, die Autogrammsammlerin und eine „Alte Schmiede Stammbesucherin“, junge Männer verteilten Sackerln mit den Goodies, denn das Festival wird vom „Falter“, vom „Standard“, von der „Bawag-PSK“, sowie vom Bund und der Stadt Wien gesponsert.

Und noch etwas war neu für mich, so gab es vor den angekündigten Lesungen ein Konzert, das heißt ein junger Mann, namens Markus Klein spielte ein paar Lieder und erwähnte mehrmals, daß er sich freue, das in Wien tun zu dürfen.

Das Wetter hielt an und Daniela Strigl erzählte ein bißchen etwas zu Katharina Winklers Roman, der auf sehr subtile Art und Weise von Gewalt erzählt.

Eine junge Frau, eine Kurdin tut das und erzählt von dem Blauschmuck, das heißt die Gewaltverziehrungen, die die Männer ihren Frauen antun, die dann noch stolz darauf sind, erzählt von der arrangierten Hochzeiten, der Entjungferung und von der Reise zu dem Land, wo es die Jeans gibt, die ja ebenfalls eine blaue Farbe haben.

Wirklich ein ungewöhnlicher Ton und ein offenbar interessantes Buch, das ich vielleicht einmal finde und dann kam der 1972 in Graz geborene Thomas Glavinic, beziehungsweise wurde er von Daniela Strigl zu seinem „Jonas Komplex“ interviewt, der mir ja kein unbekannter ist und es ist wahrscheinlich auch ein Buch mit einem siebenhundert Seiten Umfang, das dann im Herbst auf mindestens einer der Buchlisten stehen wird. So ist es gut, sich damit zu beschäftigen und ich hatte mich schon am Vormittag mit dem steirischen Erfolgsautor beschäftigt, hat sich der doch irgendwie mit Stefanie Sarnagel angelegt und liefert sich mit ihr per Facebook einen Kampf, wo sie sich gegenseitig beschimpfen.

Nun gut, daß ich Thomas Glavnic manchmal ein wenig zu aggressvi empfinde, habe ich, glaube ich, schon geschrieben. Jetzt denke ich aber, das ist irgenwie sein Vermarktungsstil und er war am heutigen Abend auch sehr freundlich, bedankte sich beim Publkum, daß es trotz der Kälte ausharrte, um ihm zuzuhören und erzählte auch etwas von seinem Jonas, der ja inzwischen in drei seiner Romane, „Der Arbeit der Nacht“ und noch „Dem größeren Wunder vorkommt“.

Interessant, daß Thomas Glavinic seine früheren Romane ja alle in verschiednen Stilen geschrieben hat, jetzt scheint er den seinen gefunden zu haben. Und der „Jonas Komplex“ hat, wie Daniela Strigl einleitete, auch drei Erzählstränge, es gibt dem Jonas, den Millionär, der sich irgendwie in Richtung Südpol aufmacht oder sich von seinen Anwalt auf einsame Inseln verschicken läßt, wo er dann nackt herumliegt. Es gibt auch einen dreizehnjährigen Jungen und einen Ich-Erzähler, der Drogen konsumiert, mit einer Tierärztin einen Sexvertrag hat, während der junge seine Lehrerin verblüfft, in dem er der Klasse ein Referat über die verschiednen Selbstmordarten hält.

Thomas Glavinic hat  einen sehr klaren und deutlichen Stil zu lesen, so führte er sein Publkum trotz Kälte durch das Buch, das wahrscheinlich interessant und spannend ist, aber ich bin ja abgesehen vom „Das bin doch Ich“ kein wirklicher Glavinic-Fan, habe noch den „Kameramörder“ auf meinen Lesestapel und bin gespannt, ob mir der „Jonas Komplex“ beim Buchpreisbloggen begegnen wird.

Nächste Woche geht es  weiter mit dem Open Air Programm, wo die Veranstalterin schon ein schöneres Wetter angekündigt hat und ich bin auch nicht ganz sicher, ob ich hingehen soll, weil ich Eva Schmidt ja schon einmal in der „Alten Schmiede“ hörte und den Debutband der Irmi Fuchs auch schon gelesen habe.

Dann würden wir nicht so spät nach Harland kommen, was ja von Vorteil wäre.

2019-08-29

Letzte O-Töne

Daria Wilke

Daria Wilke

Die letzten O-Töne in diesem Jahr und es sah ein bißchen nach Regen aus, zumindestens gab es Donnergrollen und Ruth Aspöck und Christa U. sind mit Schirmen ausgerüstet erschienen, Gustav Ernst kam mit Karin Fleischanderl, Robert Huez mit Lydia Mischkulnig so waren die ersten beiden Reihen reserviert, als ich nach sechs erschien und der Moderator erklärte, daß man im Haupthof zu lesen beginnen würde und bei Regen ins Quartier einundzwanzig wechseln könne.

Das war dann nicht nötig, weil das Gewitter erst begann, als wir schon  zu Hause waren und zuerst kündigte Klaus Kastberger an, daß nun alle Bildungsbürger, die sich Wissen erwarten würden, auf ihre Rechnung kämen, denn die in Russland geborene Daria Wilke führte mit ihrem Roman „Die Hyanzintenstimme“, im Programm war er falsch angekündigt und Bettina Balaka zugeordnet, in die Musik des Barocks und in das Kastratentum ein oder besser in ein Schloß, wo sich ein Zar Buben mit schönen Stimmen einkaufte und sie musikalisch ausbilden ließ und die Hauptleserin, die 1966 in Salzburg geborene Bettina Balaka, die schon sechzehn Romane geschrieben hat, führte dann mit ihrem neuen den „Tauben von Brünn“ ins Biedermeier und zu einem historischen Fall, nämlich zu dem berühmt berüchtigten Johann Karl von Sothen, den Lotteriebaron, von dem ich noch nie etwas gehört habe.

Bettina Balaka

Bettina Balaka

Bettina Balaka, die ich seit meiner Jurytätigkeit 1996 beim Nachwuchsstipendium kenne, beschäftigt sich ja gerne mit historischen Stoffen, hat vom ersten Weltkrieg geschrieben und vom Frauenwahlrecht und jetzt in das Jahr 1848 und zu der Legende von dem aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Sothen, der dann bei jeder Lotterie gewann und sich daher am Kahlenberg und am Cobenzel ein paar Schlößer bauen ließ und am „Himmel“ die Sisikapelle, von der hat aber schon Anna Elisabeth Mayer geschrieben, die sich ja auch gern mit historischen Stoffen beschäftigt. Ihr Buch „Am Himmel“ habe ich im Schrank gefunden und werde es demnächst lesen, während ich mit den „Tauben von Brünn“ noch warten werde und die O-Töne sind für dieses Jahr zu Ende.

„Leben Sie wohl bis zum nächsten Jahr, besuchen Sie die „Buch Wien“ und lesen Sie schöne Bücher!“, sagte die Veranstalterin, wie wohl jedes Jahr.

Mal sehen, ob mir das gelingt!

2019-08-26

Sommerfrischenende

Der Sommer, der eigentlich ein sehr intensiver war, geht bald an sein Ende, zumindest ist es das letzte lange Sommerfrischenwochenende, das ich derzeit in Harland verbringe und es geht wieder ans Putzen, da wir ja am Donnersttag nach den ebenfalls letzten O-Tönen in Wien bleiben werden, weil ja am Wochenende wieder das Volksstimmefest ist und dann zuerst die Schule und danach der Herbst beginnt.

Zeit für ein Resumee und einen Rückblick, daß es sehr intensiv war, habe ich ja schon geschrieben, das „Bachmannpreislesen“ war diesmal wieder Ende Juni, dann habe ich den elften Bloggeburtstag gefeiert und das erste lange Wochenende mit einem Einkaufs-und Recherchetag in Traisencenter.

Daß das Pendeln sehr schön das Stadt-Landgefälle zeigt, habe ich ja schon geschrieben, in Wien Montag oder Dienstag bis Donnerstag, die Sittl- und die Prückl-Lesereihe, die O-Töne und in Harland, die Sonnwendtfeiern und  Feuerwerksfeste.

Mit der „Magdalena“ bin ich fertig geworden und widme mich jetzt meinem zweiten „Literaturgeflüsterbuch“, was auch eine Korrigierarbeit ist, da es die Texte ja im Blog schon gibt, die „Magdalena“ liegt immer noch beim Alfred, der sie ein zweites Mal durchsehen will und das Cover muß er auch noch machen und Anfang August sind wir ja in die Schweiz und zum Filmfestival nach Locarno gefahren.

Da gab es dann das Schweizerlesen, vorher habe ich noch ein bißchen Backlist gelesen, aber jetzt gibt es ja schon die neue Deutsche Buchpreisliste.

Die Bücher sind angefragt, zwölf sind, glaube ich, zumeist in E-Bookform schon gekommen und in der ersten Septemberwoche wird ja die österreichische Buchpreisliste bekanngetgeben und als wir von der Schweiz zurückgekommen sind, war der Sommer irgendwie auch Wettermäßig zu Ende, das heißt nicht mehr so heiß, der Herbst kündigt sich schon an und man braucht am Abend eine Jacke.

Im August gibt es im Museumsquartier auch immer ein Architekturfilmfestival, auf das mich meine Hauptschulfreundin Christa U. immer  aufmerksam macht.

Dort war ich diese Woche und am Donnerstag sind wir nach den O-Tönen mit Doris Kloimstein, die auch dort war, nach St. Pölten geahren, die haben wir dann wieder am Samstag am Markt getroffen und am Samstag beziehungsweise das ganze Wochenende gab es in Harland wieder ein Sommerfest, das die dortige SPÖ veranstaltet, daß die SPÖ überhaupt ihren Wahlkampf am Freitag eröffnet, habe ich, glaube ich, schon geschrieben und mich dazu auf den Viktor AdlerMarkt eingeladen.

Mal sehen, ob ich hingehe. Es gibt anschließend in Amerlinghaus wieder einen „Wohnzimmertag“ und diese Woche, wenn wir am Dienstag nach dem Putzen dann nach Wien fahren werden und da die nächsten drei Wochen wahrscheinlich nicht wiederkommen werden, weil der Alfred immer ein Programm hat, wird es auch schon veranstaltungsgemäß intensiv werden. So veranstaltet Christl Greller wieder eine „Die Zeit und wir-Ausgabe“, diesmal sogar im fünften Bezirk, dann Architekturfilme, O-Töne, SPÖ und „Wohnzimmertag“, danach Volksstimmefest und danach fangen ganz langsam wieder die Literaturveranstaltungen an, obwohl da noch keine Programme gekommen sind.

Bei mir heißt das Programm neben meiner Praxis, die sowieso die ganze Zeit weitergelaufen ist, das“ Literaturgeflüsterbuch“ korrigieren, das ich wahrscheinlich im November unterbrechen werde, um mich doch mit meinem neuen Projekt beim „Nanowrimo“ mitzumachen und dann vor alllem lesen, denn durch die Buchpreisliste und die Herbstneuerscheinungen, das habe ich ja schon geschrieben, staut es sich bei mir wieder sehr.

Im vorigen Jahr habe ich bis Feberuar, die Buchpreis- und die anderen Herbstbücher hinunter gelesen. Das wird dieses Jahr vielleicht nicht ganz anders sein und, um  kein Mißverständnis aufkommen zu lassen, ich beklage mich da nicht, bin ich ja auch selber schuld, weil ich die Bücher anfrage, mich dann aber, wenn ich schon zehn oder zwanzig auf der Liste stehnen habe, mich bald das schlechte Gewissen packt, weil ich zum Lese ja  ein bißchen Zeit brauche und ich im Durchschnitt drei Bücher im der Woche lese.

Also schon für die deutsche Liste sechs bis sieben Wochen brauche, dann kommt ja noch die österreichische und heuer auch die schweizer dazu. Aber ich tue, was ich kann, wenn ich auch heuer ein wenig später mit der deutschen Liste Anfangen werde, weil ich noch ein paar andere Bücher vorher lesen will.

Nun gut, es war ein intensiver Sommer mit dem geteilten Stadt-Land- Programm, den Backlist- und jetzt wieder dem Neuerscheinungslesen.

Ein paar Kaiserspitzer habe ich mir heuer bei meinen Radfahrten in Richting Wilhelmsburg oder Traisencenter, bei der Radlertränke, beziehungsweise der Seedose auch gekauft.

Den Seedosenbücherschrank geplündert und den neuen in Altmannsdorf besucht, in Wien bin ich auch auf meinen Veranstaltungsgängen, am „Wortschatz“ und bei dem in der Zieglergasse immer wieder vorbeigekommen und für den, der es interessiert, mit dem Gehen geht es auch schon wieder gut.

Im September, wenn ich wieder nach Harland komme, werde ich auch wieder zur Kontrolle gehen. Ansonsten glaube ich, kann ich das Literaturhaus, die „Alte Schmiede“, die „Gesellschaft“, etcetera wieder problemlos zu Fuß erreichen und also keine Netzkarte, wie mir der Alfred schon ein Formular besorgt hat, zu brauchen, denn ich kenne mich ja, habe ich eine Netzkarte, nütze ich sie auch aus und würde dann weniger gehen und das ist wahrscheinlich nicht so gut.

Also auf in den Herbst in die neue Veranstaltungssaison und in das Buchpreislesen, um herauszufinden, wer da im Oktober und im November die Shortlistsieger sind.

2019-08-17

Hippocampus

Filed under: Bücher — jancak @ 23:56
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Die 1971 in Wien geborene Gertraud Klemm könnte man wohl als eine postfeministische Autorin bezeichnen.

Ich habe sie, glaube ich, vor Jahren bei den „Textvorstellungen“ in der „AS“ kennengelernt, wo sie die Vorläuferform von „Muttergehäuse“ vorstellte. Das Buch ist, glaube ich, zuerst bei „Arovell“ erschienen, dann kamen ein paar Bücher bei „Droschl“ und die Lesung beim „Bachmannpreis“, die von den Juroren als sehr wohlwollend aufgenommen wurde, ich aber eher dachte, das hatten wir doch schon, der Feminismus der Siebzigerjahre, Karin Struck, Gert Brantenberg und so, das was wir auch im „Arbeitskreis schreibender Frauen“, besprachen, ist doch schon vorbei und läßt sich wohl so nicht wieder aufwärmen.

Mit „Aberland“ ist sie dann 2015 auf der LL des dBp gestanden. Dann kam „Muttergehäuse“ bei <kremayr und Scheriau“, 2017 „Erbsenzählen“ bei „Droschl“, das ich nicht gelesen habe und jetzt das neue Buch von dem ich mit guten Grund sehr gespannt bin, ob es auf Longlist, Shortlist des dBp oder gar den Preis bekommt.

Der gute Grund ist, das Buch handelt davon und vom Literaturbetrieb der 1960 und 1970 Jahre, ist eine Abrechnung desselben und das durchaus im Bernhardstil „In Angesicht des Todes ist das Gehorchen lächerlich geworden“, obwohl es ja ein Buch ist, das die Benachteiligung der Atorinnen gegenüber der Autoren aufzeigen will.

Da ist Helene Schulze, Jahrgang 1954 und die ist plötzlich gestorben. Es heißt, sie hätte sich zu Tode getrunken, ist an der Männerwelt und dem Literaturbetrieb zu Grunde gegangen, etcetera.

Elvira Katzenschlager ihre etwas jüngere Freunin soll ihren Nachlaß aufarbeiten und ist deshalb in das Haus nach Hintermoos gefahren, wo die Autorin gestorben ist. Die ist sehr jung mit ihrem ersten Buch namens „Rauhreif“ berühmt geworden und dann vom Literaturbetrieb vergessen worden, obwohl sie beim „Bachmannpreis“ gelesen hat, den Preis aber nicht bekommen hat, weil der kleine dicke Literaturkritiker herausfand, daß ein Satz von ihrem Text schon irgendwo erschienen ist.

Beim Ersteren habe ich an Brigitte Schwaiger, beim Zweiteren an Gabriele Petricek gedacht und bei Hintermoos an Friederike Mayröcker, die ja, glaube ich, mit ihrem Ernstl in einem Ort namens Rohrmoos öfter Urlaub machte. Helene hat dann geiratet, ist nach Kaiserbad, das ist, glaube ich, das Synonym für Baden, wo Gertraud Klemm, glaube ich, lebt oder lebte, gezogen, hat zwei Kinder geboren und sich ihnen und dem Ehemann gewidmet. Dann zog sie aber nach Hintermoos und hat noch einen Roman nämlich der „Drohenkönig“ geschrieben, von dem im Anhang steht, daß das inhaltliche Konzept an die „Töchter Egalias“ angelehnt ist und damit wurde sie für den deutschen Buchpreis nominiert.

Da hat die Kritikerin in mir gleich gedacht, das geht doch nicht, wenn sie schon gestorben ist, aber Brigitte Kronauer ist ja auch im Juli gestorben und bei den Facebooktips für die neue Longlist wird öfter ihr neuer Roman „Das Schöne, Schäbige, Schwankene“, genannt.

Es gibt aber noch ein paar Details, die nicht stimmen. Wird der Preis doch am Abend und nicht am Vormittag vergeben und auf der Shortlist stehen sechs und nicht fünf Autoren. Aber das sind wohl die Verfremdungseffekte, die ein guter Roman ja haben muß.

Helene Schulze wurde jedenfalls nominiert. Elvira Katzenschlager soll ihren Nachlaß ordnen und auch ein Interview geben, zu dem neben der Redakteurin auch ein junger Kameramann namens Adrian kommt.

Elvira Katzenschlager, die nicht mehr ganz gesund und wohl etwas schwierig ist, bricht das Interview ab, bereitet aber eine sogenannte Kunstinstallation vor, in dem sie Scheiße auf einen Hochstand schleppt, um die tote Helene, gegen das Unbill, das ihr die Männerwelt zugefügt hat, zu rächen. Ein Sturz, aber auch die Bandscheiben, lassen sie nach einem Assistenten suchen. So ruft sie Adrian an und heuert ihn für eintausendzweihundert Euro in der Woche an, ein solcher zu werden und der „Roadtrip des feministischen Aktionismus“, wie am Buchrücken steht, beginnt.

Zuerst wird die Scheiße noch irgendwohin geschmissen. Dann geht es nach Kaiserbad in den Kurpark, dort werden die Männerbüsten verkleidet und in Frauen verwandelt, denn Helene hat sich während ihres Hausfrauendaseins vergeblich für ein Frauenmuseum eingesetzt. Sie hat auch ein uneheliches Kind, das sie mit Fünfzehn eigentlich abtreiben wolle, eine bigotte Jungscharführerin hat sie daran gehindert. So ist ihr die nächste Kunstaktion gewidmet. Dann geht es nach Salzburg, wo eine Preisverleihung stattfinden soll, weil Helene aber den Preis nicht bekommen hat, werden der Kulturkritiker und die Jungautorin, die ihn bekommen soll, eingesperrt und Elvira hält auf der Bühne eine flammende Rede und so weiter und so fort, ich soll ja nicht so viel spoilern, höre ich gelegentlich.

Es geht also weiter mit den feministischen Racheaktionen. Elvira geht inzwischen das Geld aus, Helene kommt auf die Shortlist, bekommt den Preis dann nicht und Marlene Streeruwitz, die ja auch aus Baden stammt und dort wohl auch noch keine Denkmal hat, wird in dem Buch mehrmals erwähnt und hat auch schon über den Buchpreis und die dortige Nominierung geschrieben.

Es wird ihr am Schluß wird auch gedankt und ich denke, man könnte Gertraud Klemm durchaus als ihre Nachfolgerin betrachten und füge gleich hinzu, daß mir das Buch, die ich mich ja in meinem Schreiben auch öfter mit dem Literaturbetrieb befasse, gefallen hat und nun, wie schon erwähnt sehr neugierig bin, ob es auf die Longlist, Shortlist, etcetera, kommt, der österreichische Buchpreis wäre ja auch noch zu erwähnen und am nächsten Donnerstag das kann ich auch noch erwähnen, liest Gertraud Klemm daraus bei den O-Tönen.

2019-07-30

Gemma Habibi

Filed under: Bücher — jancak @ 00:19
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Jetzt kommt das Hauptprogramm der O-Töne vom fünfzehnten August nämlich Robert Prossers dritter, vierter oder fünfter Roman „Gemma Habibi“, wie die „Phantome“ bei „Ullstein“ erschienen und die unentschiedene Angabe läßt darauf schließen, daß ich bezüglich der Gattungsbezeichnungen der bei „Klever“ erschienen Bücher nicht sicher bin, das dritte war wahrscheinlich ein Roman und so wären wir bei drei angelangt und ich kenne den 1983 in Tirol Geborenen schon lange, war bei seinen Anfängen in der „Gesellschaft für Literatur“ dabei, bei einigen anderen Lesungen, bei der „Priessnitzpreis-Verleihung“ und würde auch bestätigen, daß Robert Prosser ein Ausnahemeschriftsteller ist. Am Buchrücken steht etwas von „einem der wortgewaltigsten Schriftsteller seiner Generation“.

Das würde ich angesichts der Herren Gauss, Ransmayer, Menasse, etcetera, nicht so sehen und würde eher bei der Ausnahme bleiben und bleibe bei „Gemma Habibi“, ich gebe es zu, auch etwas überfordert zurück, wie auch in der „Fix-Poetry Rezension“, die ich gelesen habe, die Frage gestellt wird, ob der Wortgewaltige seine Leser damit nicht überfordert?

Wenn man von der üblich angesehenen Romankonzeption: Anfang, Mitte, Schluß ausgeht, dann würde ich sagen, ohne Zweifel.

Denn Handlung gibt es keine und Prosser springt theoretisierend von einem aktuellen Thema unserer Zeit zum nächsten.

„Ein fulminantes Portrait der Jetztzeit“, steht auch noch am Buchrücken und meinem Leseexemplar war eine Presseinformation beigelegt, wo Robert Prosser erklärte, daß er 2017 zu Rechercehezwecken nach Lesbos in ein Flüchtlingslager gefahren sei und in der Danksagung steht etwas, daß er schon lange boxt und die „Bedingungslosigkeit des Kampfsportes“ erforschen wollte.

Neugierig geworden oder keine Ahnung, um was es hier geht?

Es geht um den Studenten Lorenz, der wie Robert Prosser Sozialantroplogie studierte und da von seinen Dozenten für seine Diplomarbeit zuerst nach Syrien und dann später in einen Boxclub geschickt wird.

So könnte man es vielleicht formulieren, aber ich fürchte, es stimmt nicht und wird dem Buch nicht gerecht.

Am Klappentext wird auch noch eine Passage des Buches wiedergegeben, wo sich Lorenz mit seiner Freundin Elena, der Fotografin und, ich glaube,  auch mit seinem syrischen Freund Z., 2015 auf die „Demo für Menschlichkeit“ begeben hat, auf der ich ebenfalls war und eine Demo gegen des Akademikerball wird auch beschrieben.

Das Buch beginnt aber mit einer Boxkampfszene. Dann erzählt Lorenz ein bißchen was über sich, reist nach Syrien, wo er Elena kennenlernt. Wieder zurück in Wien, beginnt er sein Studium zugunsten des Boxkampfen zu vernachläßigen. Er will Staatsmeister werden, was aber mißlingt, so reist er mit Elena nach Afrika, schaut dort den Vodooritualen zu und gräbt ein Loch. In besagter Rezension habe ich noch gelesen, daß dabei die Rituale mit dem Kampfsport verglichen werden. Wieder zurück in Wien wird er zusammengeschlagen, wobei ihm Elena nicht hilft, sondern seine Niederlage fotografiert und der Protagonist beschließt am Schluß  nicht aufzugeben, sondern morgen weiterzumachen.

„Womit?“ könnte ich fragen und wiederhole meine Ratlosigkeit, denn ohne Zweifel Robert Prosser verfügt über eine starke Sprache und  hat auch die aktuellen Themen der Zeit aufgegriffen.

Ich denke aber doch, ein Roman braucht eine Handlung. Die theoretische Aneinanderrreihung von Ereignissen ist es wohl nicht, habe ich in meinen eher erfolglosen Schreiberleben gelernt und gebe zu, ich hätte mir davon mehr von Robert Prosser gewünscht, bin aber trotzdem sehr gespannt, wie der Roman, der ja erst kürztlich erschienen ist, von der Rezeption aufgenommen wird und ob und auf welche Longlist er kommt?

2019-07-09

Spurensuche im Cafe Prückl

Den ersten Cafe Prückl Leseabend am vorigen Donnerstag habe ich versäumt, weil ich bis acht Uhr Stunden hatte und wir dann nach Harland gefahren sind.

Bei der Eröffnung der „Podium-Sommerlesereihe“ in der „Alten Schmiede“ vor einer Woche bin ich gewesen, habe mich gewundert, daß Nils Jensen bei den „Fernen Spiegeln“ gar nicht so weit in die Vergangenheit zurückgegangen ist, wie mir Birgit Schwaner mailte, daß man eigentlich sollte und heute hat sie in ihrer Einleitung verkündet, könnte man von einer Spurensuche in und von der Vergangenheit gesprochen und hat die beiden Autoren vorgestellt, die ich für sehr esperimentell halte.

Lisa Spalt und Helwig Brunner, Lisa Spalt habe ich durch das „Fröhliche Wohnhzimmer“ und die xxxxxxx-small-Reihe, die Ilse Kilic und Fritz Widhalm lange im Amerlinghaus vor Weihnachten hatte, kennengelernt.

Dann ist die 1970 in Hohenems geborene und feste Mitarbeiterin des „Instituts für poetische Alltagsverbesserung“ was immer das auch ist, literarisch aufgestiegen und hat bei „Czernin“ zu verlegen angefangen.

Aus einem dieser Bücher, „Die zwei Henriettas“ hat sie vorgelesen und da geht es, um eine digitale Spurensuche und ganz real hat sie, wie sie einleitete, nach einem nach Amerika ausgewanderten Onkel gesucht, ist dort auf ein Bild von einer gewissen Henrietta mit zwei Namen gestoßen und darauf gekommen, daß das zwei verschiedene Personen sind, was sie zu ihrem experimentellen Roman und der digitalen Spurensuche veranlaßte.

Den in Graz lebenden Helwig Brunner kenne ich vorwiegend als Lyriker, hat er doch, wie Brigit Schwaner betonte elf Gedichtbände herausgegen. Er betreut, glaube ich, auch die „KeiperLyrikreihe“ und ich habe ihn schon bei einigen Lesungen gehört.

Jetzt schreibt er auch Prosa, beziehungsweise einen dystopischen Roman „Flimmern“, der bei „Droschl“ erscheinen wird und der sehr kompliziert klingt, aber eigentlich ganz einfach ist, da ist jemand durch die Klimaveränderung, sehr aktuell und durch den Tod seiner Frau in die Psychiatrie gekommen und schreibt dort einen utopischen Roman, den Birigt Schwaner, wie sie betonte, nur ausnahmweise in ihr Programm aufgenommen hat, wahrscheinlich weil utopische Romane  in der Regel, als nicht sehr literarisch gelten.

Helwig Brunner ist aber sehr lyrisch und experimentell, so daß es wieder passte und es wieder, wie auch in den letzten Jahren, einige Störungen gab, so hat das Mikrophon nicht so ganz funktioniert und ein Stammbesucher hat sich auch eingemischt und nächsten Donnerstag, wo Christoph Janacs und Alexander Peer etwas von Mexiko lesen werden, wie Birgit Schwaner verriet, beginnen die O-Töne, so daß ich nur mehr an den Dienstagen ins Prückl kommen werden, den nächsten aber auch nicht, weil ich da ja bekanntlich im Cafe Westend aus einem leicht in der Vergangenheit angesiedelten, aber trotzdem derzeit sehr aktuellen Roman lesen werde.

2019-07-05

Daldossi oder Das Leben des Augenblicks

Filed under: Bücher — jancak @ 00:50
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Jetzt geht es  bei meinem „Backlist-Lesen“ um das östDB Shortlistbuch von 2016 Sabine Grubers Kriegsreporterroman, von dem ich ja das erste Mal etwas gehört habe, als die 1963 in Meran geborene, die ich von der GAV kenne und auch immer wieder bei Veranstaltungen sehe, 2015 den „Veza Canetti-Preis“ gewonnen hat. Bei den O-Tönen hat sie dann 2016 aus dem Buch gelesen, das oft gar nicht so gute Kritiken hatte und einigen Leuten, wie ich hörte, nicht so sehr gefallen hat.

Als die öst Preisliste bekanntgegeben wurde, habe ich es angefragt, aber nicht bekommen und dann ein halbes oder ein Jahr später ein schon ziemlich ramponiertes Leseexemplar im Schrank gefunden und es dann wegen meiner übervollen Leseliste nicht geschafft, es im Vorjahr zu lesen. Aber jetzt ist ein bißchen Zeit bevor die Herbstneuerscheinungen und Buchpreislisten kommen und ich schreibe am besten dazu, das Buch hat mir gut, besser als „Stillbach“, das ich ja, glaube ich, einmal bei einem Abverkauf kaufte und vor zwei Jahren gelesen habe, gefallen und es behandelt ein rauhes und sehr wichtiges Thema, das Sabine Gruber, glaube ich, auch sehr gut und interessant erzählt.

Am Beginn des Buches gibt es ein Interview mit der Autorin, wieso sie das buch geschrieben hat. Ob das auch in den Originalexemplaren enthalten ist, weiß ich nicht, es war aber ganz interessant, in die Beweggründe und in die Kriegsreporterwelt einzudeuten, denn das ist wahrscheinlich wirklich ein zweischneidiger Beruf, denn ist es Sensationslust, wenn man sich nah an die Mienen stellt und dann die zerschossenen Körper fotografiert? Kann man damit Elend verhindern, in dem man aufklärt?

Wahrscheinlich beides davon und die Berichterstatter gehen auch meistens kaputt daran, Beziehungen zerbrechen, sie fangen an zu trinken, nehmen Drogen, wie Sabine Gruber  genau weiß.

Es gibt auch immer wieder Beschreibungen von Kriegsfotografien und die Handlung ist eigentlich schnell erzählt.

Bruno Daldossi war in Tschetschenien, Sarajevo, Krak, Afghanistan und und und und….

Nun ist er in Pension und erfährt, daß ihn seine Freundin Marlies, eine Zoologin verlassen hat. Daran zerbricht er und während er das tut, geht er sein bisheriges Leben durch und das tut die Autorin ebenfalls in sehr schönen Bildern und scharfen Momentaufnahmen.

Die Ex Freundin eines Kollegen, Johanna, soll nach Lampedusa fliegen, um   über die Flüchtlingezu berichten. Daldossi trifft sich am Flughafen mit ihr, fliegt aber nach Venedig Marlies nach, wo er sich betrinkt und von ihr beschimpft wird.

So kommt er auch nach Lampedusa, Johanna, die vor kurzem ihre Mutter verlorin hat, erkrankt dort, fliegt nach Palermo in ein Spital, während Daldossi sich ein Boot mietet, um auf  Meer hinauszufahren, ob er dort den Bruder einer afrikanischen Flüchtlingsfrau, die als Prostiutierte arbeitet, retten oder nicht nicht mehr zurückkommen will, ist nicht so klar.

Er hinterläßt jedenfalls im Hotel  seine letzten Verfügungen und man taucht, glaube ich, scharf erzählt, ein, in eine Welt, die den, der ein normales Alltagsleben führt, fremd bleibt und trotzdem wichtig ist und für den, der es noch nicht weiß, fühge ich hinzu, Sabine Gruber ist auch Lyrikerin und hat inzwischen auch einen neuen Gedichtband heruasgebracht.

2019-07-01

Dichtfest zum Saisonschluß

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:59
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CHRISTINE HUBER

CHRISTINE HUBER

Alfred Goubran

Alfred Goubran

Bevor es in der „AS“ in die Sommerpause geht, gab es noch einmal das von Christine Huber veranstaltete „DichtFest“, da war ich heuer durch meinen Unfall, glaube ich, noch gar nicht, aber die Saison lasse ich gerne damit ausklingen, deshalb sind wir schon am Vormittag nach Wien gefahren und nicht, wie wir es sonst im Sommer machen werden, erst am Dienstagmorgen.

Ich gehe  ja ganz gerne zu diesen Lyrikveranstaltungen, obwohl ich sonst gar nicht so ein großer Lyrikfan bin und Christine Huber hat auch wieder sechs sehr interessante Dichter- und Dichterinnen für die Abschlußveranstaltungen ausgewählt.

Zwei davon habe ich schon gekannt, beziehungsweise sie vor kurzem aus ihren neuerscheinenen Büchern lesen hören, nämlich Alice Harmer bei der KritLit und Susanne Toth, das letzte Mal im Cafe Westend, wo ich ja am sechzehnten Juli lesen werden.

Begonnen hat der Abend mit einer Lesung von Alfred Goubran, der ja früher die „Edition Selene“ hatte und meine Bücher dort nicht haben wollte.

Jetzt hat er aus den „Technische Tiere“ gelesen und die Frau, die hinter mir saß und die ich schon öfter bei literarischen Veranstaltungen gesehen habe, hat öfter laut gelacht und ihre  Zwischenfragen gestellt.

„Was Sie lesen wirklich nur dreizehn Minuten? Hören Sie dann mitten im Satz auf?“, beispielsweise.

Alfred Goubran hat „Selbstverständlich!“, geantwortet, mich hat aber ihr Gelächter und ihr Dazwischenreden genervt und es hat mich auch aus meiner Konzentration gerissen, weil ich die lauten Dazwischenqatscher ja nicht so gerne habe.

Monika Maslowska

Monika Maslowska

Alice Harmer

Alice Harmer

Das habe ich ihr in der Pause auch hgesagt.

„Sie können das ja auch machen!“, hat sie geantwortet und Alice Harmer, die als Dritte gelesen hat, hat sich bei ihr für ihre Lacher sogar bedankt.

Nun ja, wie sich die Geister scheiden, ich denke es stört, wenn einer so ungeniert, seine Meinungen abgibt, während, die anderen den Mund halten und daziwschen hat auch noch die aus Polen stammende und mir bis jetzt unbekannte  Monika Maslowa mit ihrem bei „Limbus“ erschienenen „Winterrot“ gelesen und zwar gibt es da in dem Buch sehr schöne Illustrationen, die die Autorin immer mit einem sehr kurzen Satz versehen hat.

Dann gab es die Pause und dann folgte Susanne Toth mit ihrem „Wir sind“. SIe hat diesmal im Sitzen gelesen,  ihre Texte sehr konzentriert vorgetragen und auch öfter wiederholt.

Dann folgte die Schweizerin Christine Zurbrügg, die ich, glaube ich, vom „Volksstimmefest“ oder anderen Veranstaltungen kannte. Sie hat einen noch unveröfftentlichten „Haiku Band“, der die in die vier Jahreszeiten eingeteilt sind und dazu Akkordeon gespielt und sogar gejodelt.

Der letzte Leser dieses Abend ist der „Textvorstellungen-Moderator“ Friedrich Hahn, der schon über vierzig Bücher hat und von dem ich auch die Idee übernommen habe, zu meinem sechzigsten Geburtstag aus meinen dreißig letzten Büchern zu lesen, beziehungsweise sie vorzustellen.

Jetzt hat er aus „neben deinen fußnoten mein alter schuh“ gelesen und dazwschen immer wieder auf seine anderen Bücher aufmerksam gemacht. Anschließend gab es wieder Wein, Knabbereien und Gespräche, die ich vorwiegend mit dem Franz, der der Alfred von seiner Studentenheimzeit kennt und mit einer Stammbesucherin geführt habe.

Susanne Toth

Susanne Toth

Christina Zurbrügg

Christina Zurbrügg

Und Morgen, kann ich gleich verraten, geht es weiter mit der „Podium-Auftaktveranstaltung“, die immer in der „AS“,stattfindet, bevor sie ins Cafe Prückl geht und die werde ich mir auch anhören, bevor es aufs Land in meine  Sommerfrischenwochenenden, beziehungsweise zu den O-Tönen gehen wird, die aber erst nöchste Woche beginnen.

Friedrich Hahn

Friedrich Hahn

2019-06-16

In die Schreibwerkstatt

Ich habe ja die Sommer, als ich mich noch die „richtige Sommerfrische“ begeben habe, also Montag, Dienstag meine Praxistage machte und dann nach Harland fuhr meistens mit einer sogenannten Schreibwerkstatt begonnen oder mir auch vorgestellt, daß ich jetzt Stadtschreiberin von St. Pölten wäre und auch einige diesbezügliche Texte verfaßt.

Lesemarathone habe ich da auch manchmal veranstaltet und meistens an einem „Work on Progress“ gearbeitet, daß ich dann diesbezüglich geschrieben habe.

Meine Art mich im Literaturbetrieb festzuhalten, von dem ich, seit ich blogge ja vielleicht noch ein wenig weiter draußen bin und vielleicht noch weniger ernst oder wahrgenommen werde, obwohl das natürlich ein Paradoxon ist, weil man ja auf einem oder ein paar Klicks in mein gesamtes literarisches Schaffen oder zumindestens in das das, was seit dem Sommer 2008 passiert ist, eintauchen kann.

Das Interesse daran hält sich in Grenzen, für mich ist mein Blog, der ja demnächst seinen elften Geburtstag hat, sehr wichtig, obwohl ich ihn ja  immer mehr nur für mich betreibe.

Es ist aber eine sehr gute Reflexion über mich, mein Schreiben, die siebenundzwanzig Bücher, die seither, glaube ich, entstanden sind und natürlich über die, die ich lese. Das ist ja ein Vorteil des Bloggen, daß einem die Bücher angeboten werden, ich sie ziemlich ungeniert anfrage und die Bücherschränke gibt es ja seit 2010 auch und die Veranstaltungen, die ich besuche.

Mein Blog ist also der ausdruck meines literarischen Lebens und seit der Alfred in Altersteilzeit ist, als nur Dienstag bis Donnerstag arbeitet, gibt es die klassische Sommerfrische nicht mehr, denn da fahre ich dann im Sommer jede Woche, sonst nur jede zweite oder dritte am Donnerstag nach Harald und komme Montag oder Dienstag früh zurück nach Wien.

Donnerstags erst sehr spät, denn da gibt es in Wien ja die O-Töne, die ich vorher versäumt habe, die aber sehr interessant und wichtig sind, weil man sich da ja ganz gut ausrechnen kann, was dann später auf den Buchpreis und Debutpreislisten stehen wird und Montagabend verlocken auch die Sittl-Sommerlesungen, so daß die Sommerfrische eigentlich keine mehr ist, denn am Freitag will der Alfred meistens, daß ich ihm im Garten helfe, am Samstag fahren wir zum Markt und am Sonntag üblicherweise auf die Rudolfshöhe, so daß für ein wirkliches Eintauchen in eine Schreibwerkstatt eigentlich keine Zeit ist

Das wird heuer vielleicht auch ein bißchen anders und ein Schreibwerkstadtprojekt habe ich dieses Jahr auch, sogar ein monumentales und umfassendes, das weit mehr, als bis in den August, wo wir ja wieder in die Schweiz und diesmal nach Locarno zum Filmfestival fahren werden, dauern wird.

Habe ich doch vorige Woche endlich die erste Korrekturphase der „Magdalena Kirchberg“ beendet und nach meinen üblichen Ritualen, wie Fensterputzen oder Bücherräumen bin ich zu meinem nächsten Monsterprojekt, das mich wahrscheinlich mindestens bis Ende des Jahres, wenn nicht noch länger, falls ich es nicht für den „Nanowrimo“ unterbrechen, beschäftigen werde.

Habe ich doch vor ein zweites „Literaturgeflüsterbuch“ herauszugeben, das sich diesmal mit meinen Schreiben und den siebenundzwanzig Bücher, die seit es den Blog gibt, beschäftigten wird.

Denn irgendwann habe ich ja angefangen, den Blog zum Vermarkten meiner Bücher oder der Vorstellung meines Schreibens zu benützen, daß das nicht funktioniert hat, habe ich schon geschrieben. Das heißt, das Interesse meiner Leser, die sich wahrscheinlich nicht wirklich für mein selbstgemachtes Schreiben, mit den falschen scharfen „ß“ interessieren, habe ich nicht geweckt, aber ich habe für mich selbst mein Schreiben reflektiert, die Themen zusammengefaßt und da vorallem im vorigen Jahr im Jubiläumsjahr zehn Jahre  einige diesbezügliche Artikel verfaßt, die ich jetzt in Buchform zusammenfassen möchte, damit man, wenn man es so will, schön alles hintereinander und in einem lesen kann.

Da habe ich dann auch die in der Website erhaltenen Probekapitel der bücher seit der „Radiosonate“ und der „Magdalena Kirchberg“ zusammengestellt und werde dann im nächsten oder übernächsten Jahr wieder ein sehr dickes Buch haben.

Nämlich eines, das derzeit im Rohtext 269 Seiten und 97.981 Worte hat, die bin ich jetzt dabei durchzusehen. Vorläufig löse ich noch die Verlinkungen auf und schreibe die Buchbeschreibungen aus der Website neu. Dann werde ich mir das ganz ausdrucken und korrigieren und korrigieren, was zwar einerseits leichter sein müßte, da es sich ja schon, um veröffentlichte Texte handelt, ew werden aber, würde ich jetzt einmal schätzen, auch sehr viele Wiederholungen darin sein, von denen ich entscheiden muß, was ich drinnen lassen und was ich verändern muß.

Ein Glossar, um die Namen und die Anspielungen zu verstehen, wenn ich die Verlinkungen weglasse, werde ich vielleicht auch noch brauchen und und und…..

Seit einer Woche gehe ich jetzt schon durch den Text, bin derzeit bei der Hälfte und denke, daß es ein sehr spannendes Projekt ist, das mir Einsicht in mein schon vorhandenes Schreiben gibt und da denke ich wohl, so viel habe ich schon und so genau habe ich das beschrieben und verlinkt und keinem fällt es auf und ist daran interessiert.

Schade eigentlich, es ist aber auch egal, für mich ist es wichtig, habe ich schon oben geschrieben und da wird es auch sicher spannend sein, sich das nächste halbe Jahr oder länger mit meinem Schreiben zu beschäftigen und auf einem Blick ein schönes Stück Literaturgeschichte in der Hand zu haben, obwohl ich mir schon öfter dachte, daß der Vorteil im Blog, die Verlinkungen sind, die im Buch dann wegfallen.

Die Bilder tun es auch. Dafür hat man alles auf einem Blick zusammen und kann, wenn man das möchte, sich in mein literarisches Schaffen einlesen.

Ich weiß nicht, wer und wieviele das möchten, bin jedenfalls gespannt und freue mich sehr auf das nächste, schreiben wir mal, halbe Jahr, wo ich mich intensiver mit meinem Schreiben befassen werde und da habe ich auch vor, nicht nur im Blog, sondern auch in einem eigenen Schreibjournal darauf zu reagieren und zwar habe ich ja kurz nach dem ich mit der „Magdalena“ fertiggeworden bin, mir eines der schönen Notizbücher, die ich in meinen Regalen liegen habe, genommen und mir vorgestellt, daß mich die Schreibtrainerin Fritzi Jelinek bekannt aus der „Absturzgefahr“ und der „Pensionsschockdepresseion“ ja bei meinem nächsten „Work on progess“ begleiten werden.

Das war dann für den nächsten Roman geplant, wo ich ja mit Hilfe der „Heldenreise“ oder Jurenka Jurks „Romanfahrplan“, die Geschichte eines Arztes beschreiben will, der einer Psychose wegen seine Berufslaufbahn unterbrechen muß und in einem Cafe sowohl eine literaturinteressiere Obdachlose, als auch die Schauspielschülerin Fräulein No, die dort kellnert, kennenlert.

Das wird  noch ein bißchen dauern, bis ich dazukomme, aber über meine Schreibwerkstattberichte könnte ich ja Buch führen und da könnte ich auch die Fritzi ein bißchen über meine Schultern schauen lassen und vielleicht Notizen über das schon vorhandene oder auch schon das Neue einfließen lassen.

Also das Buch mitnehmen, wenn ich mich in zwei wochen in meine verkürzte Sommerfrische oder verlängerten Wochenenden begeben werde und das Buch vielleicht auch in die Handtasche stecke, wenn ich vielleicht doch längere oder kürzere Rechercheschnupperzüge machen.

Da habe ich ja auch gedacht, daß ich mich, wenn mir mal fad ist und nichts weitergeht, damit neben den „Wortschatz“ oder anderen Bücherschrank setzen können und aufnotieren, was die Autorin Eja Augustin, die ja wieder einen Roman schreiben will und das nicht so kann, vielleicht erlebt.

Mal sehen, noch bin ich ja noch nicht so weit oder es liegt noch ein Restwochenende vor mir, wo ich den Samstag ja zuerst bei der Regenbogenparade, auf dem Wehrgassen-Straßenfest und dann bei der Besichtigung von Ruths neuer Wohnung verbracht habe, vor mir, wo ich  mein Mankuskript durchgehen kann, dann ein verlängertes Wochenende in Harland, bevor es in den Sommer geht und da folgt diesmal das Bachmannlesen vor meinem elften Geburtstagfest.

Eine Lesung gibt es im Juli auch und Ende August, die Lesung beim „Linken Wort am Volksstimmefest“, wo ich diesmal aus der „Magdalena“, eine der „Maria Mattuschek-Szenen“ lesen werde, ich weiß noch nicht genau welche, aber eine wird auch in das „Literaturgeflüsterbuch“ über das Schreiben hineinkommen.

Und noch ein Nachsatz für alle, die es interessiert, die kleine Lia wurde Samstagmittag im Universitätsklinikum St. Pölten auf die Welt geholt und sieht derzeit noch ein wenig verschlafen aus.

2019-06-14

Die kommenden Jahre

Filed under: Bücher — jancak @ 00:32
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Norbert Gstrein zukunftsträchtiger Roman, 2018 erschienen, der sich mit den zwei aktuellen Themen dieser Zeit, die Klimafrage und die Flüchtlingskrise beschäftigt, ist im Vorjahr zwar weder auf der dBd noch auf der österreichischen Buchpreisliste gestanden. Ich habe aber sowohl in Göttweig als auch bei den O-Tönen daraus gehört und mir das Buch von meiner Straßergassenschulkollegin Trude K. zum Geburtstag gewünscht.

Ich habe von dem 1961 in Tirol geborenen Autor schon einige Bücher gefunden, war auch auf seinen Lesungen, aber noch nicht soviel von ihm gelesen, aber das thema ist sehr zukunftsweisend und ich interesse mich ja für die gesellschaftspolitischen Fragen der Zeit.

Da ist Richard, ein etwa fünfhzigjähriger Gletscherforscher mit Frau und Kind in Hamburg lebend. Aber das Buch beginnt auf einem Kongreß in New York zu den Wahlkampfzeiten, wo alle noch versicherten, daß sie nach Kanada auswandern würden, wenn Donald Trump die Wahl gewinnen würde?

Der Kollege Tim macht Richard auch eine solches Angebot und die mexikanische Kollegin Idea unterstützt ihn auch darin. Er reist aber nach Hamburg zurück, beziehungsweise in das von seiner Frau Natascha, einer Schriftstellerin geerbte Häuschen im ehemaligen Osten, das sie, medienträchtig vermarktet, an die syrische Flüchtlingsfamilie Fahri vermietet haben.

Richard ist das ein wenig peinlich und er spart auch nicht an zynischen Kommentaren. Natascha ist aber begeistert und es gibt auch gleich Probleme und Gerüchte.

Zuerst will aber Herr Fahrdi nur konvertieren und wird deshalb öfter vom Pastor besucht. Es gibt auch vermummte Jugendliche, die sich dem Haus nähern, die beiden Söhne entführen und in einem Baumhaus gefesselt liegen lassen. Die Nachbarn streuen Gerüchte und Natascha, die sich mit Herrn Fahrdi anfreudet und mit ihm auch an einem Kunstprojekt arbeitet, weigert sich mit Richard und der Tochter Fanny den Rest des Sommers, wie geplant in <kanada zu verbringen.

Das Ganze ist und das ist sehr interessant, in dreizehn Kapiteln geschrieben, oder in zwei Teilen, die zwölf Kapitel enthalten. Dann gibt es zwei dreizehnte, die das schildern, was sich zugetragen haben könnte, als Richard wieder nach New York geflogen ist, dann kommt das, was verrät was wirklich geschehen ist.

Richard kommt in Kanada an, wird aber von Natascha angerufen, die erzählt, Herr Fahrdi hätte mit der Waffe, die sie ihm gegeben hat, auf die Angreifer geschossen und sei verhaftet worden.

Norbert Gstrein hat, glaube ich, im MQ gesagt, daß er absichtlich nicht Stellung bezogen hat, also nicht für oder gegen die Flüchtlinge ist, sondern das Ganze neutral gehalten hat.

Das könnte man dem Buch ankreiden, daß es die Themen nur anreißt, aber nicht wirklich eine Lösung bietet und, daß das, was da erzählt wird, eigentlich alltäglich ist.

Der weiße Intellektuelle ist frustriert, die Annäherung an die Flüchtlingsfamilie gelingt nicht wirklich, die Gletscher schmelzen und Norbert Gstrein hat ein hochaktuelles Buch geschrieben, das, glaube ich, auch in der Literatursendung von Ellen Kositza und Susanne Dagen besprochen wurde.

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