Literaturgefluester

2014-08-19

Die Waffen nieder

Filed under: Uncategorized — jancak @ 08:55

Es ist ein sehr alt aussehendes Buch, grünliches Leinencover mit dem Bild einer junger Frau im schwarzen Kleidansatz und hochgesteckten Haaren, das mir da Andrea Stift schickte, nachdem ich von der Streeruwitz Vorlesung im Rathaus berichtet habe, kein Wunder könnte man denken, ist die Autorin ja schon vor etwas mehr als hundert Jahren gestorben, dabei ist es erst 2006 erschienen, also ein Fake, das Buch selber ist aber sehr sehr interessant und ich muß gestehen, daß ich die Friedensnobelpreisträgerin von 1905, die auch auf einigen Geldscheinen zu sehen war, bisher für nicht besonders literarisch gehalten habe.
Da ist aber Anfang des Jahres mein Psychologiekollege Wolfram Huber auf mich zugekommen und hat mir erzählt, daß er sich nun mit der Suttner beschäftigt.
„Aha!“, habe ich gedacht und ihm einen Kaffee gekocht. Dann kamen aber die „Ersten Weltkrieg-Feiern“ und der hunderte Todestag, das „Radio-Augustin“ hat das Buch gelesen und das Lesetheater das Stück aufgeführt.
Nun ist also auch das Buch auf mich zugekommen, das ich angesichts meiner überlangen Leseliste, erst im nächsten Jahr lesen wollte, dann ist mir aber auch die Idee gekommen, in der „Inneren Stadt“ den ersten Weltkrieg mit der Ukraine-Krise zu verbinden, beziehungsweise die Magdalena Himmelbauer, 1914 bei der Geburt ihrer Tochter gestorben, nachdem die vom Heldentod ihres Gatten erfuhr, nach Donetz reisen zu lasen, wo ihr die Marija Marjatschuk erzählt, daß sie sich mit Berta von Suttner beschäftigt und da ist es vielleicht gut das Buch zu kennen und so habe ich es ins Elsaß mitgenommen und es ist ein sehr interessantes Buch, das seltsamerweise erstaunlich aktuell klingt, als hätte es die Autorin erst heute geschrieben, die Frauenfrage klingt an und die Martha, eine 1840 geborene Generalstochter, die am Ende ihres Lebens, im schwarzen Witwenkleid, nach der Taufe ihres Enkelsohns und der Verlobung ihrer Tochter vor ihren roten Tagebuchheften sitzt und ihre Memoiren schreibt, scheint eine durchaus moderne Person, obwohl sie streng adelig, mit den sechzehn Ahnen, die hoffähig machen, die ihrer Autorin verwehrt blieben, versehen, ganz andere Einblicke in das Leben hat, als wir Nachgeborenen oder ihre Diener und Kammerzofen, mit denen sie umgeben war, aber nicht standesgemäß reden durfte.
Der Roman ist in sechs Bücher, von denen vier von Kriegen, zwei von den dazwischenliegenden Friedenszeiten handeln, gegliedert und mit einem ausführlichen Nachwort versehen, wo man auch einiges vom Leben der Berta von Suttner erfahren kann, von dem ich aber schon in meinen vorigen Artikeln geschrieben habe.
So also gleich zum Inhalt, der sich ohne die Streeruwitze Färbung und Deutung vielleicht ein wenig anders liest, die Martha Althaus ist aber ohne jeden Zweifel eine emanzipierte und auch sehr gescheite Frau.
Ohne Mutter ist sie aufgewachsen, wie auch die Streeruwitz in ihrer Rede erwähnte, von der bigotten Tante Marie aufgezogen und von ihrem sehr kriegsbegeisterten Vater, der schon unter Radetzky diente, so erzählen die ersten Seiten auch von der Erziehung, die damals den Kindern zuteil wurden, die Söhne für den Krieg, die adeligen auf jeden Fall, die allgemeine Wehrpflicht gab es noch nicht und als die eingeführt werden sollte, regten sich die Leute auf, daß dann ja jeder Schneider…, wie heute die ÖVP darüber stöhnt, daß es ja nicht ginge, daß jeder Hausmeistersohn und jedes Immigrantenkind aufs Gymnasium gehen könne….
Die Mädchen wurden dagegen zum „Scharpie zupfen“, was das ist, konnte ich dem Anhang leider nicht entnehmen, ich vermute aber, daß es sowas wie ein Verbandszeug ist, daß den Verwundeten aufgelegt wurde, erzogen, was bei ihnen sowas, wie einen „Penisneid“ gegen die Knaben, die doch mit Soldaten spielten durften, etc. auslöste.
Martha emanzipiert sich bald davon oder auch nicht, denn als sie siebzehn ist, nimmt sie die Tante nach Marienbad mit und da verliebt sie sich sehr heftig in den schönen Husarenlieutnant Arno und wird schon mit Achtzehn getraut.
Der erste Sohn Ruru oder Rudolf wird geboren, der von seinen Eltern gleich zum Gefreiten oder Korporal ernannt wird, er wird auch mit dem Töchterlein von Marthas oberflächiger Freundin Lori, verlobt, das er dann später auch wirklich heiratet und der erste Krieg gegen Italien bricht an, zu dem sich Arno freiwillig meldet und auch fällt, so daß Martha schon sehr jung Witwe ist.
Mit dreiundzwanzig Jahren beschließt sie sich nochmals zu verheiraten und zwar den deutschen Friedrich von Tilling, der sich ihr bei einem Ball vorstellen läßt und ihr vom Tod ihres Gatten, bei dem er dabei war, berichtet.
Sie verliebt sich gleich in ihm, er ist zurückhaltender, bei einer Fußwaschung am Gründonnerstag, zu der sich die Aristrokratie Billets besorgen und zusehen konnte, wie der Kaiser und die Kaiserin am Boden rutschten und scheinbar mit einem Tuch über die Füße von armen Pfründnern und Pfrüdnerinnen fuhren, begegnen sie sich wieder. Er schreibt ihr auch einen Brief vom Tod seiner Mutter und ist vom Krieg nicht so begeistert, wie Marthas Vater, so daß der mit einer Trauung zuerst nicht einverstanden ist.
Sie heiraten aber doch, dann kommt der Krieg gegen die Dänen, Martha kommt gerade an dem Tag nieder, als er einberufen wird, das Kind stirbt und sie ist auch lange krank. Nach dem Krieg ist er bereit aus der Armee auszutreten, sie wollen sich ein Gut kaufen, das er bewirtschaften soll, leider aber fällt das Bankhaus, wo Martha ihr Geld liegen hat, so daß nichts daraus wird und Krieg drei, gegen die Preußen ist noch brisanter, da Friedrich ja selbst ein solcher ist und so sozusagen gegen seinen Cousin in das Feld ziehen muß und die arme liebe Tante desselben weint sich die Augen aus…
Martha reist auch an das Feld, um dort die Soldaten beziehungsweise ihren Mann zu pflegen und erlebt schreckliche Szene, der Mann kommt aber unverletzt nach Haus.In dem Ort Grumitz, wo der Sommersitz der Familie liegt und sie sich auch zurückgezogen hat, bricht der Typhus aus, so daß Marthas Vater, ihre zwei Schwestern, ihr Bruder Otto, der gerade mit der Militärakademie fertig wurde und noch einige Diener und Kammerzofen daran sterben.
Das Paar geht mit Marthas Sohn, der auch schon mal dabei ertappt wurde, daß er an zwei Hunden das Kriegsspiel erprobte, worauf er von seinem Stiefvater aber gezüchtigt wurde, zuerst nach Berlin zu Friedrichs Verwandten, dann nach Paris, um sich dort ein Haus zu bauen. Jetzt hat Friedrich die Armee verlassen, aber leider bricht wieder ein Krieg aus, weil die „Franzosen ja nicht zulassen können, daß ein Preuße spanischer König wird.
Es geht dabei auch um Elsaß Lothringen und was das Schlimmste ist, Friedrich wird der Spionage verdächtig und „am 1. Februar 1871—-standesrechtlich erschossen.“
Seither trägt Martha nur mehr schwarze Kleider, wollte sterben und hat sich erst wieder an das Leben erinnert, als der Sohn verzweifelt „Mutter!“, rief. Eine Sylvia gibt es inzwischen auch, der Sohn, dem Krieg vielleicht durchaus auch aufgeschlossen, verheiratet sich, wird Vater und Martha schreibt ihre Erinnerungen auf.
Bertha von Suttner ist damit ein Buch gelungen, das zum Bestseller wurde, obwohl es zuerst niemand drucken wollte, denn soetwas, nein das geht doch nicht!
Es gibt mehrere Fassungen, im Anhang kann man ganz genau die Unterschiede nachlesen und die Ironie der Geschichte ist wohl auch, daß Bertha von Suttner nur wenige Tage vor Ausbruch des ersten Weltkrieges gestorben ist, wo ja, trotz ihres Bestsellers, des Nobelpreises, des Roten Kreuzes und anderer Friedensinitiativen, die Waffen erst wieder hoch gehoben wurden, obwohl, wenn man die vielen Kriege bedenkt, mit denen Martha alt geworden ist, es vielleicht tröstlich ist, daß es bei uns fast siebzig Jahren, die Kriege immer nur nebenan und woanders gegeben hat.

2013-07-20

Niederösterreichs Literatur im Aufbruch

Filed under: Uncategorized — jancak @ 15:31

Buch vier meines St. Pöltners Stadtschreiber- Lesemarathons passt hervorragend zum Thema, ist ein Ausflug in meine Vergangenheit und das erste Buch, das ich in der ersten Sommerfrischenwoche, am Mittwoch, als ich auf das große Bachmannlesen gewartet habe, im offenen Bücherschrank St. Pöltens oder eigentlich Viehofens, vis a vis der „Seedose“ gefunden habe und ich dachte zuerst er birgt nur Ramsch Frauenzeitschriften, Kinderbücher und ein paar durchnäßte Lesezeichen der Buchhandlung „Schubert“ und habe das kleine blaue Büchlein „Niederösterreichs Literatur im Aufbruch – 30 Jahre Arbeitsgemeinschaft Literatur“, herausgegeben von Johannes Twaroch, 1988 im Niederösterreichischen Pressehaus, fast übersehen.
Ausflug in meine Vergangenheit, natürlich, 1987 habe ich ja meine Halbtagsstelle als Assistentin an der Sprachambulanz der II HNO Klinik nicht mehr verlängert und bin in die freie Praxis in die Otto Bauer Gasse gegangen, was auch bedeutete, daß ich für eine freiberufliche Autorentätigkeit offen war.
Zumindest Brotberuflich hat das nicht geklappt, das ist der Psychologin und Psychotherapeutin vorbehalten geblieben. Meine Praxen habe ich auch mehrmals geändert, weil ich die Wohnung in der Otto Bauer Gasse aufgegeben habe, die Praxis in die Gumpendorferstraße verlegte und dann einige Jahre lang von St. Pölten mit Kind und Mann und ohne Kegel pendelte. Das war 1988 und den Namen Johannes Twaroch habe ich gekannt, weil der 1942 geborene damals für das Radio NÖ verantwortlich war und die Zeitschrift „Literatur in Österreich“ herausgab und da habe ich ja hingeschickt und hingeschrieben und Johannes Twaroch hat mich auch vertröstet, daß er schon etwas von mir im Radio bringen wird.
„Ich verstehe Ihre Ungeduld aber..“, hat er mir geschrieben. Ich warte immer noch oder jetzt nicht mehr, denn er wird schon in Pension sein, es ist aber nichts von mir im Radio NÖ erschienen. Im Radio Wien habe ich mich ja mit den „U-Bahngeschichten“ und mit einem Endlosmonolog damals in der GAV und einem langen Briefwechsel mit vielen Vertröstungen von Konrad Holzer durchgesetzt. In der „Literatur aus Österreich“ ist, glaube ich, etwas von mir erschienen und einmal gab es auch irgendwo eine Lesung meiner Texte, von der ich erst später erfahren habe.
Ich habe mich damals auch um Stipendien beim Land NÖ beworben und einmal, das war später, als schon die ablehnende Kritik der „Hierachien“ von Peter Zumpf in der „Literatur aus Österreich“ erschienen ist, die mit dem Absagebrief zurückbekommen.
„Sie werden schon verstehen..!“
Habe ich, glaube nicht, sondern es als ungerecht empfunden, aber das ist lange her und damals gab es am Hammerweg in einem schönen Haus Lesungen, wo ich ein paar im Rahmen der GAV-NÖ veranstaltet habe. Die erste Frauenlesung mit Marie Therese Kerschbaumer, Ruth Aspöck, Hilde Langthaler, Elfriede Haslehner, am 18. 5. 90, damals hat, glaube ich, Barbara Neuwirth Gabriele Ecker vertreten und moderiert und die „Selbstmordanthologie“ „Kälte frißt mich auf“, habe ich dort, ein Jahr später, auch vorgestellt.
Aber ich wollte ja von dem Buch und der NÖ Literatur im Aufbruch schreiben. Also der erste der insgesamt neun Artikel „Aufbruch aus der Provinz“ von Johannes Twaroch, behandelt die dreißig Jahre Arbeitsgemeinschaft Literatur, die ich wahrscheinlich vorgefunden habe, als ich von Wien in die Provinz und wieder zurückpendelte.
Die Arbeitsgemeinschaft wurde aber 1958 vom Niederösterrechischen Bildungs- und Heimatwerk in Krems von Friedrich Sacher, 1899-1982 gegründet. Es gab Lesungen im Marmorsaal des Regierungsgebäudes in der Wiener Herrengasse, Namen wie Wilhelm Szabo, Josef Pazelt. Lois Schifferl tauchen auf. Mehrmals wird die Tradition, die Mundartdichtung und, daß das damalige literarische Schaffen NÖs sehr konservativ gewesen sein muß, erwähnt, obwohl es auch einmal einen Vortrag der Wiener Grupope gab. Rudolf Henz hat aber referiert und die ARGE wurde dann auch von Josef Pfandler geleitet unter dem es zu einem „Dichterstreit in NÖ“ kam, das heißt Wilhelm Szabo, den ich ja durch den Arbeitskreis schreibender Frauen, bzw. seine Frau Valerie kannte und öfter in seiner Grinzinger Gemeindewohnung war, der offenbar selber Leiter werden wollte, trat aus der ARGE aus und gründete den Literaturkreis Podium.
Johannes Twaroch führt dann noch an, daß ein Großteil der Mitglieder „Hobby und Freizeitautoren“ waren und, daß er sich, was ich sehr fortschrittlich finde schon damals mit der Maturaschule Roland für eine Schule des Schreibens engagierte, die unter der „Leitung von Mag. Alois Eder, die Teilnehmer, soweit dies möglich ist, schrittweise an professionelles Schreiben heranführte.“
Da sind wir dann schon beim zweiten Artikel, bzw. dem Meister Eder, den ich in der Zeit, als ich in St. Pölten lebte, durch die literarische Gesellschaft kennenlernte und der sich jetzt offenbar krankheitshalber zurückgezogen hat, so daß ich ihn schon lange nicht mehr bei den Osterspaziergängen der LitGES und auch nicht in der Kremsergasse oder beim „Thalia“ gesehen habe.
„Fruchtbbarer Widerspruch: „das pult“ lautet sein Artikel und das „pult“ ist sozusagen der Vorvorläufer der Zeitschrift der LitGEs, die heute „etcetera“ heißt.
Sie wurde 1968 zuerst in Heftform von Klaus Sandler 1945- 1984 gegründet und nach seinen Tod auch eingestellt, bzw. ist sie in die Zeitschrift „Limes“ übergegangen, die, wenn ich mich nicht ihre von Alois Eder und oder Günther Stingl herausgegeben wurde. Da gab es auch einen Literaturpreis und den hat einmal Manfred Wieninger oder auch nicht gewonnen. Aber zurück zum Pult, ich glaube, ich habe in meinen Frühzeiten auch Texte hingeschickt und als ich einmal bei der Wiener Buchwoche war, habe ich mir so ein Heft angeschaut und eine freundliche Dame meinte, ich könne es mir mitnehmen.
Wenn Johannes Twaroch im Vorartikel angedeutet hat, daß das NÖ Literaturleben einmal sehr konservativ gewesen ist, so wurde daß durch Klaus Sandler, von dem ich , glaube ich, auch ein Buch gelesen habe, sehr verändert, Alois Eder meint, daß die Zeitschrift in etwa gleichrangig den „Manuskripten“ und dem „Wespennest“ gewesen wäre.
Und interessant ist auch ein Bild aus einer Redaktionssitzung, da ist nämlich der Lyriker und Übersetzer Hans Raimund zu sehen, von dem ich ein Buch aus der Edition Umbruch gelesen habe, ihn und seine Texte immer wieder in Anthologien und Zeitschriften fand, so daß mir sein Name ein Begriff ist, persönlich habe ich ihn dann vor ca einem Monat im Literaturhaus kennengelernt. Leider hat ihm mein Bericht über die Literatur aus Kärnten, Triest und Slowenien so gar nicht gefallen.
Dann kommt wieder Johannes Twaroch mit dem „Literaturkreis „Podium“, den Alois Vogel, Wilhem Szabo etc gegründet haben und da habe ich auch meine Geschichte, denn ich habe in den Achtziger- und Neunzigerjahren sehr eifrig hingeschckt. Möglicherweise bin ich durch die Valerie und den Arbeitskreis auf die Idee gekommen. Einmal, war es 1986, als ich meinen Urlaub in Harland verbrachte, hat mich Alois Vogel angeschrieben und mir mitgeteilt, daß er ein Stück aus meiner „Slavica“, mit der ich dann auch in Kärnten beim „Preis der Arbeit“ war, im „Podium“ bringen wollte. Ich hatte dann noch einige Texte dort. Marianne Gruber hat, glaube ich, eines meiner „Works in Progress“ vorgestellt. Mein „Selbstmordtext“ war drin und vielleicht auch einiges mehr. Später nicht mehr, Johannes Vyoral und Barbara Neuwirth, die jetzt dort tätig sind, haben aber einige Rezensionen meiner Bücher gebracht und als ich bei Sommerlesereihe im Cafe Prückl lesen wollte, bin ich bei Christa Nebenführ, die ja Schwierigkeiten mit meinen Texten hatte, abgeblitzt. Ich gehe auch immer wieder zu Podium-Veranstaltungen und BuchPräsentationen.
Dann gibt es noch das „Niederösterreichische Graz“, nämlich den „Wiener Neustädter Literaturkreis“, von dem ich, wie ich zuerst dachte, weniger Ahnung habe, da tauchte aber die Nanmen Peter Zumpf, Peter Schuster, E.A.Richter und die Edition Weilburg auf und an die habe ich ja, 1989 muß das geschehen sein, die „Hierarchien“ wie auch an andere zweiundvierzig Verlage geantwortet. Peter Zumpf war einer der wenigen, die mir höflich geantwortet haben, so daß ich glaubte, daß er vielleicht Interesse hätte, wenn das Geld vorhanden wäre.. etc. Jack Unterweger hat es dann in der „Edition Wortbrücke“, auch ein Stück NÖ Literatur, die in dem Buch aber nicht vorkommt, gemacht, ich oder er haben das Buch dann an die „Literatur in Österreich“ geschickt und Peter Zumpf hat es und auch zwei andere im höchsten Maß verrissen, von einem ereignislosen Leben geschrieben und davon, daß man nichts versäumt, wenn man das Buch nicht gelesen hat, nun, ja eh, schon wissen. Ich habe es inzwischen wiedergelesen und gedacht, daß ich es gar nicht so schlecht finde, es ist aber natürlich mein veröffentlichtes Roman-Debut.
Dann kommt ein Artikel von Paul Wimmer über Friedrich Sacher dem „Meister der Idylle“ und Paul Wimmer bzw. seinen Namen habe ich auch bei der Valerie kennengelernt, ich glaube sie und ihr Mann waren mit ihm befreundet. Später, da waren beide Szabos schon tot, bin ich in die Krongasse gezogen und habe irgendwann herausgefunden, Paul Wimmer wohnt ein paar Häuser weiter, beziehungsweise hat er, glaube ich, einmal die Anna angesprochen, das muß 2001 gewesen sein, als ich das erste Mal den „Tag der Freiheit des Wortes“ organisierte und sie gebeten habe, Werbung dafür zu machen. Jedenfalls hat sie ihm so ein Flugblatt gegeben. Dann habe ich ihn in der Gesellschaft für Literatur, in der Szene Margareten und auch bei der Eröffnung des Erika Mitterer Hauses bzw. der Tafel-Enthüllung getroffen. Vor einigen Jahren ist der, 1929 geborene Dichter, der PEN-Mitglied, mit Franz Theodor Csokor und wahrscheinlich noch mit vielen anderen befreundet war und der Jeannie Ebner bis zu ihren Tod betreute, gestorben und von Friedich Sacher, der 1960 gemeinsam mit Lois Schiffer den neugestalteten Kulturpreis des Landes NÖ erhielt, weiß ich nicht viel.
Das heißt, sein Namen habe ich wahrscheinlich auch immer wieder in Anthologien und Literaturzeitschriften gelesen und die „Brunnenstube“, glaube ich, einmal im Schrank gefunden. Er dürfte auch, was Paul Wimmer diskret verschweigt oder nur andeutet, ein eher konservativer Dichter gewesen sein, hat aber viel Athologien und Gemeinschaftsbänden herausgegeben. Paul Wimmer bezeichnet ihn als „Anthologist“, Namen wie Ernst Scheibelreiter, Josef Weinheber, aber auch Thodor Kramer und Wilhelm Szabo tauchen da unter anderen auf. Friedrich Sacher ist jedenfalls 1899 in Wieselburg geboren, war Lehrer, Leiter der ARGE und schon früh schriftstellerisch tätig. Am 2.November 1982 ist der Meister der Idylle, wie Paul Wimmer es nennt, in Wien gestorben.
Dann beschäftigt sich der 1935 geborene und wahrscheinlich ehemalige Hauptabteilungsleiter beim ORF, Roman Rocek mit Wilhelm Szabos Widerstand gegen die völkische Dichtung.
„Mit eigenen Waffen“, heißt der Bericht, in dem sehr lang die „Ballade von Döllersheim“ zitiert wird:
„Und das war anno achtunddreißig, im Ausmärz als fiel unser Land und das Reisiggrün war noch nicht schleißig gepflückt, zu bekränzen die Schand…“
Ich habe von Wilhelm Szabo, ja, glaube ich, nicht sehr viel gelesen, in der Schule kein Wort von den bedeutenden Lyriker gehört, ihn aber dann durch die Valerie kennengelernt und ein kleines bei J.u.V. erschienenes Bändchen, hat sie mir, glaube ich, einmal gegeben.
Alois Eder nimmt sich dann noch einmal genauer dem „niederösterreichischen Dichterstreit im Spiegel einer Dichterfreundschaft“ an, gemeint sind da Wilhelm Szabo und Walter Sachs, die beide 1988 schon gestorben waren und die beide auch in den schon erwähnten Anthologien von Friedrich Sacher, Texte hatten, die im Krystall Verlag erschienen sind, wo es auch das sogenannte Bekenntnisbuch gegeben hat, in dem sich österreichischen Schriftsteller nach dem Anschluß zum Nationalsozialismus bekannten.
Im letzten Artikel beschäftigt sich wieder Roman Rocek mit der 1982 im siebenundachtzigsten Lebensjahr verschiedenen Imma von Bodmershof und deren Romane.
Interessant, daß ein 1988 erschienenes Buch, das „Niederösterreichs Literatur im Aufbruch“ vorstellt, so weit in die Vergangenheit zurückgeht, aber die Namen Peter Henisch, Jutta, nicht Julian Schutting, Nils Jensen und noch einige andere, werden natürlich auch erwähnt.
Am Schluß gibt es noch die Liste NÖ-Literaturpreisträger von 1960 bis 1988. 1960 haben ihn Louis Schifferl und schon erwähnt Friedrich Sacher bekommen, 1988 noch die Jutta Schutting und dazwischen das who ist who, der niederösterrichen Literatur zum größten Teil Männer, wie Wilhelm Szabo, Rudolf Henz, Adalbert Muhr, Peter Marginter, Albert Drach, Hans Weigel, Alois Vogel, Alfred Gesswein, Hans Heinz Hahnl, Hans Krendeslsberger, Josef Mayer-Limberg, bei den Frauen sind Graziella Hlawaty, Lotte Ingrisch, Ilse Tielsch und Maria Grengg dabei.
Inzwischen gehören wahrscheinlich Cornelia Travnicek, Milena Michiko Flasar, Magda Woitzuck, etc, wahrscheinlich dazu und vom heutigen literarischen Leben St. Pölten ist mir die LitGes bekannt, wo ich mich regelmäßig am Osterspaziergang beteilige und Robert Eglhofer einmal Vizeobmann war.Von den Autoren die es geschafft haben, sind neben Cornelia Travnicek, Doris Kloimstein, die ehemailge LitGEs Obfrau und Zdenka Becker zu nennen, die ich regelmäßig in St. Pölten oder auch woanders treffe.
Ein interessantes Buch, das mein Wissen auffrischte und falls Hans Raimund diesen Bericht lesen sollte, er ist vielleicht ein wenig oberflächig ausgefallen, da es mir wieder darum ging, eher schnell einen Schnappschuß meines literarischen NÖ-Lebens zu geben. Desinteressiert ist es aber nicht, wenn auch natürlich unvollständig, für mehr oder weniger wohlwollende Ergänzungen bin ich jederzeit dankbar und mit Wikipedia verlinkt habe ich jetzt auch.

2013-04-19

Holzfällen und Niedermetzeln

Filed under: Uncategorized — jancak @ 10:16

„Bislang unentdeckte, ja geradezu nicht für möglich gehaltene Zombietexte von Thomas Bernhard, Peter Handke, Franz Kafka, Johann Nestroy, Arthur Schnitzer & Joseph Roth“, steht am Buchrücken.
Stimmt nicht ganz, denn die Texte wurden durch Curt Cuisine und andere von der Hydra-Gruppe tippunterstützt, mit Anknabberhilfe souffliert, Untergangsunterstützt, bzw. ungehobelt Reimgeholfen“ etc und so spaziert Thomas Bernhard dreiundzwanzig Jahre nach seinem Ende, als Zombie mit der Metallaxt von der Grinzinger Gruft auf den Graben und in die Kärntnerstraße, versucht der „stumpfsinnig machenden Isolation“ zu entkommen und gerät prompt in die Arme des Ehepaars Auersberger, die er dreiundzwanzig Jahre nicht gesehen haben und ihm vom Selbstmord der Jolanda erzählen und zu einem kannibalischen Abendessen in die Gentzgasse einzuladen, das sie einen berühmten Burschauspieler nach der Dracula-Aufführung geben wollen.
Sitzt der ewige Grantler als Zombie verkleidet im Ohrensessel und denkt über die Achtzigerjahre nach, bzw. an das was passierte, seit er in der Gruft verschwand.
Da gab es nämlich ein „abscheuliches Brüderpaar, das in Klagenfurt anzutreffen ist, einen selbsternannten Freizeitjäger und nebenberuflichen Ministerialsgatten, einen waffenschieberischen Blutsauger der verlogensten Art und selbstverständlich auch noch einen geschniegelten und gestriegelten Vorzeigeschwiegersohnzombie und grinsenden Exfinanzministerleichnahm.“
Einen „sogenannten Landesvater der sich in seinem protzigen Dienstwagen überschlagen hat“, gab es natürlich auch und einen „grinsenden Zahntechnikerzombie von dem der Protagonist nicht einmal eine Leberkäsesemmel kaufen will“.
Er sitzt also mit seiner Axt auf dem Ohrensessel, denkt und schimpft und Curt Cuisine hat in seinem Nachwort geschrieben, daß ihm die Berhardsche Schmutzwäsche nicht interessierte und er den Text gekürzt und andere Personen einführte, sich aber nicht damit begnügte, das Wort Mensch nur durch Zombie zu ersetzen.
So kommen also nicht nur die Auersberger und die Elfriede Billroth vor, sondern auch ein paar junge Dichter, die die Namen „Glavunoc und Kohlmann oder Kohlmeier oder Kohldampf“ tragen und unser Protagonist hätte statt der Einladung zu folgen in der Gruft besser“ Handke, Horvarth oder Roth oder Artmann“ gelesen.
Am Ende erscheint der Burgschauspieler, Herr Auersberger verwechselt die Mary Shelly mit Bram Stoker, das kannibalische Abendessen wurde natürlich nach Jamie Oliver zubereitet, der Schauspieler hält seine Haßtiraden, verwandelt sich in einen Wehrwolf, beißt die Billroth und den Auersberg tot und Papa Bernhard kehrt in seine Gruft zurück.
Dann geht es mit Jürgen Miedl weiter zu „Leutnant Grusel“, der sitzt im Konzert und wartet bis es zu Ende ist, weil er „keine fünf Minuten mehr stillsitzen“, kann. Dann beginnt aber gleich einiges zu passieren, die Soubrette, eine Ungarin, ein schöner Zombie schlägt dem ersten Geiger die Schädeldecke ein und ein Zuschauer beißt den Dirigenten in den Hinterkopf, bevor es in die Pause geht. Der Leutnant seine Vorgesetzten trifft, den süßen Mädeln beim Handküßen, den ganzen Arm abreißt und so weiter und so fort mit dem „Metzelwetzel“, wo man nur „Putzfrau möcht ich keine sein von derer Oper!“, stöhnt und schließlich in „Hirne, Hirne, Ach, Hirne, mein ich!“, enden kann.
Wesentlich moderner wirds bei der „Verwesung“ von Franz Kafka mit soufflierender Anknabberhilfe durch Konrad J. Gregor, denn da wird Gregor Samsa eines Morgens in einen Zoombie verwandelt und der scheint einer der Schüler zu sein, die die Nächte vor den Computerspielen verbringen und sich den Wecker statt um acht, um zehn stellen, weil sie zwar nicht in die Schule gehen, aber irgendwann weiterspielen wollen. An diesem Morgen schafft er es nicht den Fernseher aufzudrehen, so daß die Mutter, die eine erstaunliche altmodische, wahrscheinlich die Originalsprache hat, als sie ihm mitteilt, daß sie zu einem Geschäftsessen aufbricht, doch die Türe zu seinem Zimmer öffnet, weil sie sich Sorgen um ihn macht, was ihr nicht gut bekommt, weil sie vom Zombiesohn gleich überfallen wird, das Gleiche passiert der Schwester, die etwas später kommt und ihre Facebook-Statusmeldungen niederschreibt, nur der Vater bleibt eine Respektperson, der kommt mit einem Stapel Zeitungen unterm Arm nach Haus und wartet auf das Abendessen, als er bemerkt, daß es nichts damit werden wird, bestellt er im Gasthaus zuerst zwei, dann mit Blick auf den bluttriefenden Sohn, nur eine Portion Zwiebelrostbraten, Frittatensuppe und Sachertorte mit einer Flasche Wein, dreht dem Sohn lautlos den Fernseher auf und liest seine Zeitungen weiter.
Dann kommt eine Anmerkung des Herausgebers „Der folgende Text fand sich im Nachlaß des 1939 verstorbenen Schriftstellers Joseph Roth. Möglicherweise handelt es sich bei diesem Romanfragment um ein früher, nicht veröffentlichtes Konzept zum berühmten „Radetzkymarsch“. allegemein anerkannt unter Literaturwissenschlichen ist aber inzwischen die These, daß dieser Text der einzige ist, den Joseph Roth je nüchtern verfasst hat.“
Dann geht es zu Leutnant Trotta der von Wien und der Frau von Taußig in seine Garnisonstadt zu seinem kaiserlichen Vampirjägerregiment fährt, im Wirtshaus seine Vorgesetzten trifft, die ihn erzählen, daß die Zombies in der Stadt ist, die Regiment muß gegen sie ausrücken, der treue Bursche Onufrij bringt den verletzten Trotta schließlich in ein Krankenhaus um von ihm dann angefressen zu werden.
Konrad J. Gregor hat wieder bei Peter Handke und der „Angst des Zombies vor der Schrotthilfe“, mitgeholfen und erzählt die Geschichte des Zombies Josef Blochs, der nachdem er dazu geworden ist, beißend durch die Stadt läuft, in den Kinos, Hotels und Fußballplätzen die Leichen hinterläßt und sich schließlich nach den Beschreibungen durch die Literatur sehnt.
Und bei dem „Zombielied von Johann Nepomuk Nestroy“: „Da fallen sich die Leute an und beißen sich ganz tot“, scheint überhaupt eine Verwechslung passiert sein, es gibt aber noch zwei andere Gedichte, die wie in der Anmerkung steht, nicht von Nestroy, sondern von zwei anderen Dichtern noch dazu unösterreichischer Herkunft sind.
„Welch ein faux pas. Andererseits… haben nicht auch Deutsche Anrecht auf ein klein wenig Zombietum? Egal. blutegal sogar. Wer die Originale kennt, besucht uns auf hydrzine.at.
Erkannt habe ich nur das Hobellied, das von Ferdinand Raimund ist und mich, die ich ja nicht gerade ein Fan der Satire bin und das Gelächter bei Lesungen und Kabaretts oft nur sehr schwer aushalte, trotzdem bei der Zombieweltliteratur aus Österreich amüsiert.
Das was man in den literarischen Reiseführern als das typisch österreichische, bei Franz Kafka bin ich mir da nicht ganz sicher, nachlesen kann, wird daq fröhlich vom Zombietum durchsetzt. Ein bißchen blutrünstig zwar für die nicht sehr gewaltsame Eva, ja, aber die „Kinder der Toten“ haben mir auch sehr gut gefallen und interessant, daß die Jelinek in dieser Sammlung nicht enthalten ist.
Österreichs Literatur ein bißchen weniger sentimental und so satirisch, daß ich es ausgehalten habe, könnte man sagen und spannend ist es sicher auch, das Ganze mit den Originalen, wenn man es gelesen hat, zu vergleichen.
„Holzfällen“, habe ich gleich nach Erscheinen, an dem Wochenende, als wir nach München in ein Hotel, in dem es zufälligerweise auch einen Ohrensessel gab, gefahren sind und noch nicht sehr viel verstanden. Von der Rolle der Jeannie Ebner, die ich ein paar Jahre vor ihren Tod öfter in der Gesellschaft für Literatur, aber auch in dem kleinen Park, weil sie ja in der Nähe wohnte, öfter traf und dem klagenden Komponistenpaar noch nicht sehr viel gewußt. Jetzt weiß ich ein wenig mehr und habe mich von Thomas Bernhard Negativismen eigentlich abgewendet.
„Holzfällen“, satirisch liest sich aber eigentlich sehr flüßig. Bei der „Verwesung“ habe ich an Milena Michiko Flasars Hikikomoris denken müßen.
Den „Radetzkymarsch“ habe ich im Sommer gelesen, Peter Handke auch einmal im Schnellkurs, betrachte das als Fortsetzung und kann das Buch jeden, der sich über die vielgelobte österreichische Literatur von Josepf Roth bis Thomas Bernhard einmal etwas lustig machen will, empfehlen, die jungen Leute von Hydra haben dabei wahrscheinlich ihren Spaß gemacht und man frischt sein vorhandenes Literaturwissen dabei sicher auf oder sollte ich aufbluten schreiben?

2018-12-04

Hundert Jahre Frauenwahlrecht und doch etwas Adventliches

Eigentlich hätte ich heute eine sieben Uhr Stunde gehabt und danach wäre ich mit „Sungs Laden“ in die Badewanne gestiegen und keine Adventaktion an diesem Tag, weil von neun bis neunzehn Uhr Stunden und dazwischen eine Stunde Mittagessen, während ich ja den Advent heuer möglichst jeden Tag mit einem kleinen Higlight zelebrieren will und weil ich eine schnelle bin, habe ich schon am dreißigsten November nachdem ich mit meiner Monatsabrechnung fertig war, begonnen und bin bevor ich ins „Siebenstern“ zur „Poetnight“ gegangen bin, in den „Yves Rocher“ eingefallen, habe meine Gutscheinkarte abgegeben und mir selber ein, beziehungsweise zwei Geschenke gemacht.

Das heißt je eine Geschenkpackung mit kleinen Badeölen und dann noch eine rote Apfel Garnitur, mit Handcreme, Lippencreme, Duschbad ectera, deshalb bin ich dann zur „Poet Night“, wo schon der Herr Blaha mit seinen Weinachtsgedichten auf mich gewartet hat, etwas zu spät gekommen und als wir von der „Poet Night“ nach Hause gegangen sind, war schon Samstag, der erste Dezember, allerdings sehr sehr früh und so habe ich, wie ich es mir ja vorgenommen habe, vergessen, eines meiner Bücher in den Bücherschrank zu stellen, was ich erst heute zweimal, einmal im „Wortschatz“ und dann in den in der Zieglergasse nachholte.

Am Samstag waren wir in Harland, da habe ich die Weihnachtsdekorationen herausgeholt und der Alfred hat einen kleinen Teignikolo und noch anderes Adventliches vom Markt besorgt, die Anna mir zwei Guscheine gegeben, wo man sich vom „Kika“ je zwei Weihnachtshäferln, gerade richtig für den Punsch holen konnte und am Sonntag war Jungweinverkostung beim Herzinger in Nußdorf mit Glühwein und Weihnachtskeksen und gestern Montag, der „Ohrenschmaus“, wo es wieder die „Zotter-Schokolade“ gegeben hat und nachher waren wir beim Glühmoststand des „Augustins“ vor dem „Top- Kino“, haben mit der Sozialarbeiterin dort, nett geplaudert und einen Uhudlerglühwein getrunken.

„Heute also nicht!“, habe ich gedacht. Dann sind aber ein paar Stunden ausgefallen und so bin ich, um dreiviertel sieben schnell schnell mit einem schon gewidmeteten „Besser spät als nie“ in den Bus gestiegen und ins Literaturhaus gefahren, weil dort das „PEN Frauenkommitee“ „Hundert Jahre Frauenwahlrecht“ feiert, denn ja das wurde 1918 eingeführt und Doris Kloimstein, die ich am Samstag wegen der Schneelage leider nicht am Markt von St. Pölten getroffen habe, ist dort mit einigen anderen Frauen aufgetreten und hat ein tolles Programm mit berühmten Frauen rund herum gestaltet.

Sonja Henisch die erste Frau vom Peter hat durch das Programm geführt und gerade, als ich in den Saal gehuscht bin, Doris Kloimstein angesagt, die einen Text über Marie von Ebner Eschenbach gelesen hat, die 1830 geboren und 1916 genau, wie der Kaiser gelebt hat und also das Frauenwahlrecht nicht mehr erlebte, aber trotzdem eine emanzipierte Frau war, die mit der Männerwelt sehr zu kämpfen hatte.

Dann kam Christine Tidl und stellte dazu passtend Berta von Suttner vor, die 1914, kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieg, angeblich mit den Worten „Die Waffen nieder“ verstorben ist. Ingrid Schramm widmete sich den britischen Sufragetten und Claudia Thaller ging ein bißchen in die Zukunft nämlich in die Fünzigerjahre, wo Sylvia Platz 1932 biw 1963, die „Glasglocke“ geschrieben hat und mit Elektroschocks behandelt wurde und Maghdalene Tschurlovits erkliomm mit einer tollen Handtasche, die Bühne, nahm aus ihr ein altes englisches Buch heraus, in dem es eine Übersetzung eines der dreizehn Bücher von der Weltreisenden Ida Pfeifer, die in Wien geboren und verstorben ist, herus und stellte diese tolle Frau vor, die zu Zeiten durch die Welt reiste, wo es noch lange kein Frauenwahlrecht gegeben hat, dann kam ein Interview, das offensichtlich Sonja Henisch mit Olympe de Gouche, eine Kämpferin der französischen Revolution aus dem Jenseits führte und ganz am Schluß kam noch der Advocatus Diabolis und erklärte den Frauen, warum sie kein Frauenwahlrecht brauchen?

Eine sehr interessante Veranstaltung, wo es für mich sowohl Bekanntes als auch Unbekanntes zu hören gab und wenn ich unken möchte, würde ich sagen, was nützt das Frauenwahlrecht, wenn dann doch etwas anderes, als gewünscht herauskommt und die „Omas gegen rechts“ von den Rechten vehöhnt und verspottet werden, wie ich vor kurzem auf einem Video hörte.

Es gab aber gute Stimmung im Literatuhaus mit Wein und Gesprächen und Doris Kloimstein hat mir, welch Überrschung auch noch ein „Weihnachtsbuch“ geschenkt und ein Buch habe ich mir aus dem Bücherschrank auch herausgezogen, nämlich eines mit „Schweizer Geschichten“ aus den Fünzigerjahren, das ich mir voräufig auf meinen Weihnachtstisch mit den anderen Büchern, die noch kommen werden, zu einer Art Bücherchristbaum zusammenstellen kann und wem es interessiert, die „Nika Weihnachtsfrau“ ist auch schon gewidmet und ich werde sie mitnehmen und in den „Wortschatz legen“, wenn ich morgen zu Stephan Teichgräber gehe, das wird wahrscheinlich kurz vor drei geschehen, wer sie also haben will, rechtzeitig hingehen!

2018-01-05

Die dreizehn letzten Bücher

Filed under: Buchpromotion — jancak @ 14:22
Tags: , ,

Hin und wieder gibt es hier auch etwas über meine Bücher, Informationen für die, die sich für mein Schreiben interessieren. Die Bücherliste und je ein Propebekapitel kann man auf meiner Website finden. Es gibt die Schreibberichte, die Vorschauen und dann den Promitonsartikel und hin- und wieder eingestreut meistens um Textlücken zu füllen, etwas über meine Romananfänge, meine Themen, meine Lieblingsbücher, meine Cover etcetera oder überhaupt etwas Grundsätzliches über meine sogenannten Indiebücher.

2018 wird, das habe ich schon geschrieben ein Jubiläumsjahr werden, denn dann wird es mein literarisches Schreib- Lese und Veranstaltungstagebuch zehn Jahre geben und 2013 war auch ein solches.

Nämlich fünf Jahre Literaturgeflüster und vierzig Jahre literarisches Schreiben, was daraus geworden ist, habe ich kürzlich in eine Glosse kommentiert, was meinen rechten Kritiker Uli zu einem offenen Brief veranlaßte.

Nun ich sehe das anders und denke, daß jeder schreiben kann der will und es ist vielleicht auch interessant  über das Schreiben der vielen anderen die nicht Menasse, Streeruwitz oder Jeilinek heißen, etwas zu erfahren.

Mich interessiert es jedenfalls und ich dokumentiere auch gern mein literarisches Lleben. So hat es 2013, als ich gerade an meinem „Literaturgeflüster-Texte-Buch““ gearbeitet hat, das aus einer Art Schreibkrise, die ich 201un 2012, glaube ich hatte, entstanden ist, ein großes Gewinnspiel veranstaltet, wo es dreißig Fragen zu meinen Dreißig damals vorhandenen selbstgemachten Bücher gab.

Das waren alle bis zum „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ deren unkorrigierten Vorläufer Texte man im Blog finden kann. Seither sind fünf Jahre vergangen und 2018 habe ich schon angekündigt, wird es zum zehn Jahrestag wieder ein Gewinnspiel gebe.

Die letzten zehn Bücher gibt es da zu verlosen, habe ich gedacht und dann nachgezählt.

Bis dato gibt es ab dem „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ zwölf oder dreizehn neue Bücher, je nachdem, wie genau man zählt, denn das letzte die Bloggeschichten „Besser spät denn nie“, die man auch im Netz finden kann, liegt erst als Korrigierexemplar vor mir. Es ist aber fehlerfrei, das heißt der Auftrag an die Druckerei kann ergehen und dann wird es bald dazu den Promotionsartikel geben und eine Leserunde wofür ich wieder fünf Bücher vergebe, wem das aber zu kompliziert ist, sich das Buch zu bestellen und trotzdem seine Meinun  sagen will, kann die Urtexte, die sind allerdings  wie sie damals entstanden sind, im Netz zu finden, als Bloggeschichten lesen.

Also werde ich meine letzten dreizehn Bücher, denn ich liebe diese schöne Zahl meinen Lesern hier etwas genauer vorstellen, obwohl man ja auch fünfzehn daraus machen könnte, wenn man das „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ und die „Unsichtbare Frau“ mitzählt.

Aber die Blogbeiträge lasse ich aus, weil ich sie schon besprochen habe und  die „Unsichtbare Frau“ befindet sich noch in den ersten Korrigierphasen und es gibt zwar schon ein Gedicht von Richard Weihs aber noch kein Cover dazu.

Als werde ich das Buch wahrscheinlich erst in fünf Jahren, bei fünfzig Jahren Schreiben, wenn es den Blog dann noch gibt, bewerben und jetzt voila ein kleiner Rundgang durch die dreizehn letzten Büchern, damit man sich dann bei dem Gewinnspiel, das es im Juli wahrscheinlich geben wird, beim Beantworten und Gewinnen etwas leichter tut.

Nach dem „Literaturgeflüster- Texte-Buch“, sind

  1. 2013, die „Dreizehn Kapitel“ herausgekommen und die sind, wenn man so will, auch ein Experiment. Beschäftigte mich da ja die Frage, wie es ist, einen Roman zu schreiben, wenn man in jedem Kapitel von einer anderen Person erzählt und das dann Reigenartig zusammengefügt. Die „Dreizehn Kapitel“ sind daraus geworden. Was, glaube ich, auch das letzte Buch war, was ich in der „Alten Schmiede“ vorstellen konnte. Bei der „Claire“ soll ich wieder einen Termin bekommen. Mal sehen, vielleicht ist es bis zum Jubiläum schon so weit. Die „Dreizehn Kapitel“ sind aber auch aus einem anderen Grund sehr interessiert, denn da gibt es schon ein „Nika, Weihnachtsfrau-Kapitel“ die Vorform zum dritten Teil meiner sogenannten Flüchtlingstrilogie, die 2015 im Rahmen des „Nanorimos“ entstanden ist.
  2. Das nächste Buch ist die „Brüderschaft“ und die ist  auch 2013 als mein dritter „Nanowrimo“ entstanden und da ist interessant, daß ich die Geschichte über drei Brüder zu schreiben von denen einer Wissenschaftler, einer Psychiater der dritte Zahnarzt ist, auch schon lange mit mir herumtrug und dann schließlich eine Liebesgeschichte daraus machte.
  3.  In „Anna kämpft gegen das Vergessen“, beschäftige ich mich mit dem Thema Alzheimer, da lasse ich eine Buchhändlerin an dieser Krankheit leiden und ihre Enkeltochter einen Blogroman darüber schreiben.Man sieht die die neuen Publiziermethoden holen mich ein. Sie wird natürlich damit entdeckt und bekommt einen Verlagsvertrag und ein schönes Gedicht von Richard Weihs, gibt es, wie in einigen anderen meiner nächsten Bücher, auch.
  4. „Miranda Schutzengelchen“ ist eines der dünneren Büchlein, 2015, erschienen, etwas früher geschrieben, so da der erste Weltkrieg, Bertha von Suttner, die Ukraine-Krise und wieder, wie schon bei der „Absturzgefahr“, eine Frauendynasie won jede Tochter mit zwanzig eine andere Tochter auf die Welt bringt, eine Rolle spielt. Eine Nebenhandlung die sich mit den sogenannten Genkindern beschäftigt, da gab es ja diesen Skandal mit Sybille Lewitscharoff gibt es auch und der Bücherschrank spielt natürlich wie auch in einigen anderen meiner Bücher eine rolle und am Cover gibt es neben „Die Waffen nieder“ Originalüostkarten aus dem ersten Weltkrieg, die mein Großvater nach Hause geschickt hat, zu bewundern.
  5. Zu „Im Namen des Vaters“ hat mich Ernst Lothars „Die Mühle der Gerechtigkeit“ angeregt, denn da geht es, um die Sterbehilfe bei einer krebskranken Frau und das ist in dem Buch meiner Meinung nach zu patriachal einseitig geschehen und man weiß eigentlich nicht, wie die betroffende Frau darüber denkt, die ja meiner Meinung nach die einzige ist, die das für sich entscheiden kann. Also habe ich das Veronika Sieberer für sich entscheiden lassen, die geht aber nicht in die Schweiz oder nach Holland, sondern bricht nur jede Behandlung ab und strickt während sie ihr Leben genießt viele schöne Stofftiere für ihr noch ungeborenes Enkelkind.
  6. in „Paul und Paula“ geht es um die Transgenderproblematik, da hatte ich während des Schreibens eine heftige Auseinandersetzung mit einem meiner Vorbilder. Klaus Khittl oder Glora G. haben mir mir beim Schreiben aber sehr geholfen und aufgepasst, daß alles faktisch  stimmt und nichst falsch wiedergegeben wurde.
  7. Dann kommt schon Teil eins meiner sogenannten Flüchtlingstrilogie „Die Pensionsschockdepression oder Selmas Kopftuch“, obwohl es damals  gar nicht so geplant war, aber die Fatma Challaki taucht hier schon das erste Mal auf, denn eigentlich sollte es wieder über das Büchersammeln und eine depressive Frau gehen, die vor ihrem Tod noch alle ihre Bücher auflesen oder loswerden will.
  8. in „Die ereignisreichen Sommererlebnisse vier prekärer Literaturstudentinnen“, dem zweiten Teil, verbringt die Studentin Sandra Winter ihren Sommer im Haus ihrer Eltern in Harland bei St. Pölten uind soll während sie an ihrer Disseration schreibt, ein bißchen die Pflegehelferinnen, die ihre demenzkranke Großmutter betreuen. überwachen. Es ist der Sommer der sogenannten Flüchtlingskrise, so kommt ihre Brieffreundin Fatma Challaki mit einem Boot zuerst nach Lampedusa und dann in das Erstaufnahmelager in Traiskirchen, während  Jelena Malatschuk in Donetz ihre Dissertation zu Ende schreiben und sich nicht in den Westen verheiraten lassen will und Eleni Soualaki in Athen darunter leidet, daß ihr Land verschuldet ist und sie einen Job in einer Hundefängerfirma annimmt und da den Hund Ouzo findet, der auch am Cover anbegildet ist.
  9. Im November darauf habe ich dann gleich im Rahmen meines „fünften Nanowrimos“, der vierte war „Im Namen des Vaters“, die „Nika, Weihnachtsfrau“ geschrieben, die man im Dezember immer kapitelweise im Blog finden wird können, also mein drittes Buch ist, das es im Netz mehr oder minder zu lesen gibt und da ist die Nika mit Sandra Winter befreudet ist und Fatma Challaki,  inzwischen bei ihr wohnt, bei einem afghanischen Flüchtling dolmetschen soll, den Nika während ihrer Weihnachtfrautätigkeit kennenlernt, ist es Teil drei meiner Flüchtlingstrilogie geworden.
  10.  „Nicht berühren oder Notizen zur Romanentstehung“ beschäftigt sich wieder mit dem Schreiben. Denn die will ja Anna Augusta Augenstern einen Roman schreiben und weiß nicht recht, wie sie das beginnen soll. Hat sie doch gerade eine Rezension bekommen, wo der kritiker meint, daß ihre Sachen nicht berühren würden. Das trifft natürlich, so geht es eine Weile mit der penisonierten Lehrerin Hildegard Hadringier, die eigentlich um die Welt reisen will, sich das in Zeiten, wie diesen, wo man ja den Flüchtlingen helfen soll, nicht traut und die ihre ehemalige Schülerin Zahra Bashrami, die ein Stück geschrieben hat, in dem sich Stefan Zweig mit Heimito von Doderer am 12. 2. 1934 im Cafe Central begegnen, in ihrer Bankfiliale trifft, nicht recht weiter. Obwohl sich Stefan Zweig, Heimito von Doderer mit Anne Frank auf einer anderen Ebene im Himmel treffen und das Geschehen auf der Welt da unten mit kritischen Augen beobachten und ein sehr schönes Gedicht, hat mir Richard Weihs bei den „Wilden Worten“ auch dazu geschrieben.
  11. Das nächste ist eine kleine feine Sommergeschichte „Claire-Klaria-Clarisse“ ein Souvenier aus unseren Kroatienurlaub, die nach einem Traum entstanden ist. Das Buchpreislesen spielt dabei aber auch eine Rolle.Und drückt mir die Daumen Leser, daß ich heuer einen Termin für die Textvorstellen dafür bekomme, so daß sich meine Wiener Fans die Sache live anhören können.
  12. „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“ ist dann wieder sehr politisch, aber das sind die „Berührungen“ eigentlich auch, kommt in ihen ja die verhinderte Präsidentschaftskanditatin El Awadalla vor und, um den Präsidentenschaftswahlkampf geht es in dem sogenannten „Bibliotheksgespenst“, wo das Wunschgedicht der Beschreibungstext geworden ist. Da geht es um eine angebliche obdachlose Frau aber die will eigentlich einen neuen Roman über die politische Situation wo alles auf schwarz blau hindeutet schreiben, denn der der 2000 darüber geschrieben wurde, liegt längst ausrangiert in der Hauptbücherein.
  13. So weit so what, zu den schon erschienen Bücher, denn die „Bloggeschichten „Besser spät als nie“ liegen ja noch in der Druckerei. Der Druckauftrag kann aber schon gegeben werden. Und auf dem Cover des Dummies, das vor mir liegt, gibt es eine Pizza und ein Glas Wein, denn die Ausgangsidee war eine alte Frau, die ich manchmal in einer Pizzeria sitzen sah, wenn ich von der „Alten Schmiede“ nach Hause kam. So ist die Mathilde Schmidt daraus geworden, die eine Tochter namens Lily hat, die in New York Kuratorin im österreichischen Kulturinstitut ist und die werden wir, das kann ich schon verraten, in Buch vierzehn kennenlernen, denn sie hat einen Blog in dem es eine „Unsichtbare Frau“ gibt, die des Nachts mit einer Tarnkappe auf dem Kopf bei Sebastian kurz oder auch Donald Trump erscheint, während die Mathilde den Vater ihrer Tochter Moritz Lichtentenstern beim Begräbnis ihrer Zwillingsschwerster Natalie wieder trifft, der sie fragt, ob sie mit ihm und seinen Bus künftig durch die Welt reisen wird.

So das war der Rundgang durch meine dreizehn letzten Bücher ab 2013. Man sieht, ich bin sehr produktiv und fleißtig. Wenn ich darauf neugierig machen konnte, wird mich das freuen, lade zu meinen <leserunden und meinen Gewinnspielen ein und werde höchstwahrscheinlich auch weiter immer wieder über mein Schreiben und meine Bücher etwas zu erzählen, beziehungsweise zu flüstern wissen.Über Kommentare, Anregungen, Rückfragen, etcetera würde ich mich freuen.

2015-05-23

Freude über „Miranda Schutzengelchen“

20150522-231230 Und schon ist es da mein neues Buch. Es ist das fünfunddreißigste Selbstgemachte, bin ich ja eine Pionierin im Selfpuplishing, seit 2000 die „Wiener Verhältnisse“ bei „Digi-Buch“ erschienen sind. Jetzt also das fünfunddreißigste diesmal ein rechtdünnes Bändchen, die Geschichte von den Visionen, die der erste Joint bei der Studentin Miranda Himmelbauer auslöste. Meine Belegexemplare an die Nationalbibliothek, „Alte Schmiede“ und Ö1 sind weggeschickt, das an das Literaturhaus habe ich diesmal ausgelassen und dafür ein Buch in den „Wortschatz“ am Margaretenplatz gelegt. Ich löse auch die Fragen der Vorschau auf: Am Cover ist „Die Waffen nieder“ von Berta von Suttner zu sehen. Das Buch hat mir die liebe Autorenkollegin Andrea Stift verehrt und die Ruth hat mich schon danach gefragt. Weiters sind darauf viele schöne Origininale, Feldpostkarten, die mein Großvater, der Herr Anton Jantschak, aus dem ersten Weltkrieg an seine Frau und den kleinen Herrn Otto, sowie an das Fräulein Grete schrieb, abgebildet Magdalena Himmelbauer, Mirandas Ururgroßmutter, fliegt mit ihrem altmodischen schwarzen Kleid und den Schnürstiefelchen nach Donetz und sollte eigentlich, da sie 1914 an einer Frühgeburt starb, längst im Himmel sein. Die dritte Frage ist etwas kompliziert, denn eigentlich hätte der Text „Innere Stadt“ heißen sollen und es hätte um die künstliche Befruchtung und Retortenkinder gehen sollen, das ist aber Berta von Suttner, beziehungsweise das Interesse meines Psychologenkollegen Wofram Huber, dem das Buch auch gewidmet ist, dazugekommen, der hat mich auf die Idee gebracht, vielleicht doch über Berta von Suttner bzw. über World War I zu schreiben und dann hat es noch im vorigen Sommer den Flugzeugabsturz von Donetz gegeben. Auf den Geschmack gekommen? Das Buch gibt es jetzt nicht mehr zu gewinnen, ist aber um fünf Euro über meine Homepage bei mir zu beziehen, dort gibt es auch ein Probekapitel und ich stelle die Rezension, wenn mir einer oder eine eine schreiben möchte, dort auch ein. Zu hören gibt es den Beginn am 2. Juni ab 17 Uhr im Amtshaus Margareten beim „Fest für Kunst und Kultur“, vielleicht auch  beim Straßenfest auf der Wiedner Hauptstraße Anfang Juli und wahrscheinlich auch bei „Pack die Badesachen ein“, des Sommerspezial im „Read!!!ingroom“ am 13. 7. um 19. 30 in der Anzengrubergasse, sowie am 5. 9.  Beim Volksstimmefest im Wiener Prater, wo es das Buch auch zu kaufen geben wird. Die Vorschau auf „Im Namen des Vaters“, das nächste Buch, das hoffentlich bald erscheinen wird, gibt es auch schon. Da gibt es wieder drei Fragen zu beantworten und was zu gewinnen.

2014-12-29

Es wird mir fehlen das Leben

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:19

Wenn ich schreibe bin ich ja immer auf der Suche nach dazu passender Literatur, so habe ich während der „Anna“ im Schrank John Katzenbachs „Der Professor“ gefunden und mir ein Buch von Dimitri Verhulst bestellt, das aber nicht gekommen ist, für das „Schutzengelchen“, habe ich „Die Waffen nieder“ gelesen und bei der „Mimi“ habe ich Anna Gollners „Christine“ gelesen und gefunden.

Mein derzeitiges „Work in Progress“ wurde durch Ernst Lothars „Die Mühle der Gerechtigkeit“ inspiriert, das „Residenz-Buch „Die Jungen fressen den Alten den Kuchen weg“ von den SP und ÖVP Seniorenvertreter habe ich im November im Schrank gefunden, war aber für das Sterbehilfethema oder die Behandlungsverweigerung nicht wirklich passend und dann habe ich noch Ruth Picardies „Es wird mir fehlen das Leben“ gefunden und zuerst gedacht, daß ich von dem Buch, einmal während einer Leipziger Messe geört habe, es ist aber offenbar ein anderes, wahrscheinlich gibt es mehrere Journalisten und Schriftstellerinnen, die über ihren Krebs oder ihr baldiges Sterben schreiben.

Hennig Mankell hat ja zu Jahresbeginn auch Krebs diagnostziert bekommen, darüber ein Tagebuch geschrieben und manche Leser und Kritiker empört, daß sie mit „soetwas belästigt“ werden, ich finde es interessant.

Und das Buch der Journalistin hat sich mir eingeprägt, Ruth Picardie wurde aber 1964 in Reading geboren, studierte in Oxford und arbeitete bis zu ihrem Tod im September 1997 als Journalistin.

Das Buch ist 1997 erschienen, „Ein aufrichtiges oft komisches und ungeheuer anrührendes  Abschiedsbuch“, schreibt der „Spiegel“ auf das Cover, auf dem noch das Bild einer lachenden jungen Frau mit kurzen Haaren zu sehen ist, war Ruth Picardie ja gerade dreiunddreißig als bei ihr ein Brustkrebs diagnostiziert wurde und hatte vor kurzem durch eine In-vitro Fertilisation Zwillinge geboren.

Das schreibt ihr Ehemann Matt Seaton, im Februar 1998, da waren die Zwillinge noch nicht drei, im Vorwort und erzählt auch, daß Ruth Picardies Schwester, Justine, ihr eine Kolummne im „Observer“ verschafft hat, wo sie über ihren Krebs schreiben sollte.

Fünf solcher Artikel sind bis zu ihrem Tod erschienen, zu wenig für ein Buch, es gab aber auch eine Menge E-Mails, die Ruth Picardie an ihre Freude über ihren Krebs geschrieben hat und auch  viele Leserbriefe, so gab er mit der Schwester das Buch heraus,  das ich interessant finde, auch wenn sich die medizinische Behandlungsweise, seit Ende der Neunzigerjahre sicherlich verändert hat.

Ruth Picardie hat also noch vor der Geburt ihrer Zwillinge, einen Knoten an ihrer Brust entdeckt, die Ärzte beruhigten, nach der Geburt kam er wieder, diesmal war es Krebs und die junge Frau schreibt sehr locker darüber in ihren Kolumnen und auch ihren Freunden. Da gibt es einen Jamie, einen Schwulen, dessen Freund an Aids verstarb, selbst an Krebs erkrankt, eine Carrie und eine India, die offenbar über Übergewicht leidet.

Sie alle trösten und unterhalten sich mit Carrie, sprechen ihr Mut zu und geben ihr Tips, die von der Chemo- zur Strahlentherapie schwankt, dazwischen zu Alternativmediziner geht, Gemüsesäfte-Diäten macht, Unmenge Kosmetika einkauft und sich ärgert, daß ihr das Amt eine Sozialarbeiterin ins Haus schickt, als sie eine Putzhilfe beantragt.

Sie beklagt sich auch, daß ihr Mann sich nicht immer versteht, schickt ihre Kinder zum Psychologen, damit sie später die Trennung von ihr leichter verkraften, es wurde bei ihr auch noch ein Hirntumor entdeckt, nachdem sie unter starken Kopfschmerzen litt, die zuerst nicht ernstgenommen wurden.

Es geht um Erinnerungsschachteln, die sie für ihre Kinder anlegen soll, das aber nicht recht will.

In dem Buch, das Charlotte Link vor kurzem über den Krebstod ihrer Schwester geschrieben hat, gibt es eine Stelle, wo eine Ärztin der Schwester den Krebs diagnostiziert und als die ihr sagt, daß sie kleine Kinder hat, ihr ruppig antwortet, daß es dann für sie Zeit ist eine Erinnerungsbox anzulegen.

Offensichtlich lernt man das bei den Fortbildungen der Onkologen, die Leserinnen raten Ruth Picardie aber das zu lassen, wenn sie es nicht will oder aber ihre tollen Artikel in die Box hineinzulegen, damit die Kinder später wissen, was für einewundervolle Mama sie hatten.

Sie raten ihr auch auf jeden Fall zum Ausverkauf zu gehen, es zahlt sich noch aus, sich was Schönes zu kaufen und Ruth plant auch genau, wie meine etwas ältere Veronika gesund zu leben, es sich gut gehen zu lassen und eine sehr rührige Stelle finde ich, ist, wie sie überlegt, was sie alles beim Aufwachsen ihrer Kinder versäumen wird, sie wird nie zusehen, wie sie schwimmen lernen oder Klavier spielen, aber „Na schön, ich muß auch keine Kinderkacke aus der Badewanne entfernen oder „Pingu“ zum  207 Mal anschauen oder Spinatsoße vom Fußboden wischen.“

Es gibt eine Kolumne über die „Konsumtherapie“ und eine über Kübler-Ross „Schockphasen“: Depression, Zorn, Verhandeln, Leugnen Akzeptanz, dann brechen die Kolumnen ab, Ruth Picardie wird zu schwach dazu, kommt in ein Hospiz und in den Rollstuhl, zum zweiten Geburtstag der Kinder geht sie nach Hause um mit ihnen zu feiern. Am Schluß gibt es noch zwei Abschiedsmails an Joe und Lola und ein Nachwort von ihrem Mann, der das Ende beschreibt, psychiatrische Krankenschwester vor der Spitalszimmertür, als Ruth Picardie Selbstmordabsichten äußerte, die Hirntumor dürfte zu Psychosezuständen und Verwirrungen geführt haben und Prinzessin Diana ist in dieser Zeit auch gestorben und das war auch die Zeit als ich im Pflegeheim Klosterneuburg Kommunikation unterrichtete und mit den Pflegehelferschülern die Hospiz-Station im damaligen Geriatriezentrum am Wienerwald besuchte.

Ein spannendes Buch, jetzt müßte ich nur die Lust am Korrigieren meines „Therapieverweigerungsbuches“ wiederfinden und von den Weihnachtsfilmen, die ich mir nach wie vor anschaue, lassen. Alfred hat mir aber schon den Umschlag für das „Schutzengelchen“ gebracht, der sehr schön geworden ist, mit Originalkarten aus dem ersten Weltkrieg, die ich von meinem Großvater erbte und auf meiner Leseliste von 2015 stehte auch ein „Abschiedsbuch“ „Before i die“ von Jenny Dowwnham, offenbar auch eine Engländerin oder Amerikanerin.

2014-12-12

Die letzten Tage der Menschheit

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:40

Karl Kraus „Letzte Tage der Menschheit“ gezeichnet von Daniel Jokesch, von dem es schon den „Buwockl“ und „Otto Wanz Leben für und gegen das Telefonbuch“ gibt, auf sechzig Seiten, frisch erschienen beim „Holzbaum-Verlag“ und am Freitag im „Shop der komischen Künste“ verbunden mit einer Weinverkostung präsentiert, wo es auch den passenden „Letzten Tage der Menschheit-Wein“ zu trinken gab.

Eine schwierige Sache, die Karl-Kraus Szenen, die zehn Abende füllen würden, das Lesetheater hat es, glaube ich, einmal versucht und 1974 gabs das Stück in Fortsetzung im Radio mit Guido Wieland und  anderen damals bekannten und inzwischen zum Teil verstorbenen Schauspielern zu hören, da war Daniel Jokesch, der in Salzburg aufwuchs, gerade geboren, ich habe Psychologie studiert, in der Wattgasse gewohnt und gelegentlich eine Folge gehört und wahrscheinlich noch nicht viel davon verstanden, obwohl ich mich ja immer für Geschichte interessierte und schon damals viel gelesen habe.

Jetzt zum Hundert Jahre Jubiläum von 1914 ist sehr viel erschienen und einiges davon habe ich gelesen, bzw. mir in der Wien Bibliothek vorlesen lassen.

Den „Remarque“ habe ich schon früher gelesen und diesen Sommer auch Bertha von Suttners „Die Waffen nieder“. Das „Schutzengelchen“ ist im Sommer entstanden und da habe ich mich schon auf Daniel Jokesch „Letzte Tage“ gefreut und so bin ich heute auch zu der Präsentation gegangen, habe zwei Schlückchen von den „Letzten Tropfen-Wein“ gekostet und mir von Daniel Jokesch und Maximilian Zirkowitsch einige Szenen vorlesen lassen, im Hintergrund wurden die Cartoons projeziert und das in rot gehaltene Cover ziert natürlich den „guten Kaiser Franz Joseph“, dem ja bekanntlich nichts erspart blieb.

Dazu gibt es einen Song, der am Schluß der Lesung zu hören war und wenn man das Buch aufschlägt, sieht man Karl Kraus es in der Hand halten und „Ich habe eine Tragödie geschrieben, deren untergehnder Held die Menschheit ist“, sagen.

Der taucht dann noch öfter auf und führt durch die Szenen,  die Erdkugel ist auch zu sehen und Karl Kraus zitiert Daniel Jokesch, hat das Stück eigentlich als Marstheater gedacht.

Wer weiß, wie ihm die Daniel Jokesch Adaption gefallen hätte, wo sich die Stadt Wien in eine Kanonenstadt verwandelt hat, wo außer solchen nur noch der „Steffl“ zu sehen ist.

Das „Serbien muß sterbien“ , wird zitiert natürlich und irgenwo wandelt Conchita Wurst dahin und wird für „Einen weiblichen Spion gehalten, was sich für ein Mannsbild ausgeben tut!“

„Im Krieg gehts um Leben und Tod der Sprache!“, zitiert der Meister.

Die „Extraausgabeee!“ mit den „100.000 toten Italiena bitteee!“, wird ausgerufen.

Der Pfarrer predigt von der Kanzel, daß „Töten in diesem Fall keine Sünde, sondern Dienst am Vaterlande, eine christliche Pflicht, ja ein Gottesdienst!“, ist.

Und das „Tagesgericht: Entrdecote mit Sauce Hollandaise“ wird in „Rindslendendoppelstück nach Feldherrnart mit Hindernissen nebens Holländertunke“ umgewandelt und dann höchstwahrscheinlich gar nicht serviert, weil in dem Restaurant gerade fleischfreier Tag ist.

Da habe ich ja auch am Naschmarkt eine Lesung daraus gehört und mir nachher mit den Lebensmittelmarken, die damals übliche Tagesration an Kaffee, Zucker und Mehl abholen können.

Das Bild des Scharfrichters, der sich feist lächelnd hinter den aufgehängten Battisti stellt, ist auf Seite dreiundvierzig auch zu finden, von wegen österreichischer Gemütlichkeit und die Frauen haben ihren Männern damals ins Feld geschrieben, daß sie sie leider leider betrogen haben, aber trotzdem lieben.

Eine eigene Adaption des langen Dramas, denn „Die letzten Tage der Menschheit in voller Länge zu zeichnen, würde dementsprechend wohl zehn Jahre in Anspruch nehmen und steht auf der To do -Liste für das Nächste Leben.“

Also wurde „Radikal gekürzt. Um das Stück auf etwas mehr als fünfzig Seiten zu verdichten, war es natürlich notwendig, es auseinanderzunehmen und wieder neuzusammenzusetzen“, schreibt Daniel Jokesch auf Seite zweiundsechzig und hat für die Germanisten und alle die es genau wissen oder vielleicht nachlesen wollen, auch genau angeführt, wo man was im Original finden kann.

Also auf zum Original oder zu Jokeschs-Cartoons, die sicher einen ersten Einblick geben können und vielleicht sogar unter den Christbaum passen. Mir hat es meine „Erste Weltkrieg Lektüre“, die mich dieses Jahr begleitet hat, auf jeden Fall sehr abgerundet und wer weiß, vielleicht komme ich auch noch zum Original…

2014-10-23

Robert Menasses Faust und Namensprobleme

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:39

Gestern gab es in der „Alten Schmiede“ während ich mich in der Wien-Bibliothek um die Ebner-Eschenbach Leseausgabe kümmerte, deren zweiter Teil heute zu mir gekommen ist, eine Wiener Vorlesung zur Literatur von Robert Menasse zum Thema „Verweilen – Eine Geschäftsstörung. Doktor Faust lernt Geschichte“ und heute eine Leseaufführung von „Doktor Hoechst“ Robert Menasses „Faustspiel“, das als Buch 2013, bei Zsolnay herausgekommen ist und 2009 in Darmstadt uraufgeführt wurde.
Offenbar eine Protestveranstaltung, weil sich die Wiener Theater weigern das Stück aufzuführen, wie sowohl im Programm steht, als auch von Kurt Neumann angedeutet wurde.
Und ich bin wieder mal vom Regen in die Traufe gekommen, beziehungsweise ins kalte Wasser gesprungen, weil mir jetzt die Grundlagen fehlen und Robert Menasse zu verstehen ist höchstwahrscheinlich sowieso ein sehr intellektueller Akt.
Ich bin aber blauäugig in die „Alte Schmiede“ gegangen, wo nicht sehr viele Leute waren, aber Gerhard Jaschke, Lukas Cejpek, Thomas Northoff und natürlich der Autor selbst, der sich in die hinteren Reihen setzte und von dort wohl „faustisch“ lächelnd das Geschehen verfolgte.
Die Leseaufführung wurde, wie Kurt Neumann einleitete von Susanne Zobl, offenbar für die Gmundener Festspiele zusammengestellt, Hermann Schmid hat alle Rollen in gekürzter Form gelesen und weil ich früh dran war, habe ich auch ein bißchen in das Buch hineingeblättert, bzw. mir das Personenverzeichnis eingeprägt. Da gibt es Dr. Hoechst, genannt der alte Faust, ein Konzernchef, seinen Sohn Raphael, Philosophiestudent, die Exfrau Gräten, den Freund und Laborchef.
Mephisto, das ist vielleicht interessant, gibt es nicht und ich kann, was „Faust“ betrifft anmerken, daß wir den in der Straßergasse bei der Frau Professor Friedl im dritten oder vierten Jahrgang, ein ganzes Jahr behandelt haben, was ich zuerst für einen Witz hielt, mich später aber noch einige Male mit dem Werk beschäftigt habe, so daß ich mich ein bißchen auskenne.
Robert Menasse hat offenbar 2006 oder 2007 den Auftrag vom Theater Darmstadt für das Stück bekommen, seine theoretischen Grundlagen fehlen mir komplett oder doch nicht so ganz, denn ein bißchen hat sie Susanne Zobel in ihrer Einleitung angedeutet und dann ist Hermann Schmid mit Bravour durch das Stück gezogen, das mit einem Prolog im Theater beginnt, dann in ein Labor oder Operationssaal geht, wo die Ex-Frau Gräten, als Krankenschwester aus der Karenz zurückkommt, der Sohn Raphael soll auch noch einmal gezeugt werden, weil der Vater, der die Beschleunigung, das Wachstum in dieser Welt mit begrenzten Resourcen will, seinem Sohn nicht traut und von dem Goethe Grundsatz „Verweile doch, du bist so schön!“, hält er auch nichts. Er ist Konzernchef eines Pharmabetriebs, wie schon der Name sagt, macht Geschäfte mit Japan und der ganzen Welt, steht aber gerne mit weißer Schürze in der Küche, trinkt Wein und macht ein Lammragout, während er mit seinen Konzernen telefoniert.
Dazwischen kommt der Sohn, der Probleme mit der Übersetzung der Genesis und dem „Am Anfang war das Wort oder doch die Idee, der Vorschlag“ etc, hat. Dann geht es in das neunzehnte Jahrhundert zurück, nach Nagasaki und zur Atombombe, das wurde bei der Lesung ausgelassen, aber nach Auschwitz dem Ur-KZ, wo auch die Firma Hoechst ihre Geschäfte machte.
Da empfängt Raphael seinen Vater als KZ-ler mit einem Plastikhund, den er spazierenführt, das ist offenbar der Ersatz für den Pudel und lehrt dem Vater das Grauen.
Dann geht es aber ins Parlament oder ins Bundeskanzleramt und da berät Hoechst den Kanzler, in dem er ihm den Staatsbankrott empfiehlt. Den Osterspaziergang hätte ich jetzt fast ausgelassen, da begrüßen die Bürger freundlich den alten Herrn und fragen ihn, warum er nicht in die Politik geht, aber wenn man einen Konzern führt, soll man das nicht mit einem Staat tun, ist die Antworte und am Schluß sprudelt rotes Wasser in der gläsernen Badewanne, alle klatschten und waren begeistert.
Vielleicht auch ein wenig ratlos, als sie Fragen stellen sollten. Kurt Neumann tat es dann doch und erntete einen Rundumantwort von Robert Menasse, der auf die Kompliziertheit unserer Gesellschaft und die Schwierigkeit mit der Demokratie und den mündigen Bürgern hinwies.
Dreißig Prozent wählen den Herrn Strache, obwohl sie am Karmeliterplatz so aufgeschlossen tun, das kann es doch auch nicht sein und ich habe mir bei der KZ-Szene gedacht, daß es wahrscheinlich schwer ist, den Faust nach dem Holocaust zu interpretieren, bzw. muß man das ganz anders tun.
Und der Johann Faust vom Goethe war ja auch ein Intellektueller, der an seinem Wissensdurst bzw. an den Grenzen, an die er stieß, gescheitert ist.
Die Frage, warum es das Böse bei Menasse nicht gibt, was ja eigentlich auch zynisch wäre, wurde im Stück damit beantwortet, daß keiner mehr seine Seele dem Teufel verkaufen wird, wenn er als Gotteskrieger viel mehr dafür bekommen kann.
Sehr kompliziert und wahrscheinlich hätte ich auch mit Vorlesung nicht alles verstanden, obwohl ich schon einige Bücher von Menasse gelesen habe, ihn bei einigen Lesungen hörte und mit seinem intellektuellen Rundumschlägen bzw. Skeptizismus ein bißchen vertraut bin.
Trotzdem war es interessant, ich denke auch viel über den Sinn des Lebens nach und befinde mich manchmal in recht depressiven Phasen. Die letzten zwei Tage war ich aber in eigener Sache unterwegs, das heißt ich habe das „Schutzengelchen“, das ja vielleicht ein ähnlicher Rundumschlag durch die Weltgeschichte ist, da es darin sowohl in den Himmel, als auch in die Ukraine geht und auch eine vor hundert Jahren gestorbene Frau wiederauferstehen läßt, gestern einmal, heute zweimal durchkorrigiert und habe da noch immer Schwierigkeiten, weil ja erstens etwas ganz anderes herausgekommen ist, als ich eigentlich wollte und dann wußte ich nicht, ob ich mit dem Verlauf der Handlung, bzw. den letzten zehn bis fünfzehn Seiten, die ich auch nach dem Elsaß-Urlaub geschrieben habe, zufrieden sein soll. Da habe ich inzwischen viel gekürzt bzw. geglättet, habe die Marijana in eine Katharina umgewandelt, das ist die Studentin, die die Miranda in der U-Bahn trifft, nach dem sie ihre Ururgroßmutter wieder verlassen hat. Da war ich aber nicht sicher, ob das nicht zu eindimensional ist?
So dachte ich am Heimweg zuerst, ob ich die Katharina vielleicht doch wieder in die Mirjana umbenennen soll? Ist es halt so eins zu eins, aber dann habe ich mich, glaube ich, entschloßen, bei der Katharina, die Bertha von Suttner Diplomarbeit wegzustreichen und lasse sie auch nicht sagen, daß sie die „Waffen nieder“ in den Bücherschrank gelegt hat. Sie studiert Germanistik, aus. Alles andere bleibt gleich. Bruno Leitners Begegnung am Bücherschrank und auch die Schlußszene, wo sich Magdalena Himmelbauer von ihrer Ururenkeltochter verabschiedet und danach mit Bertha von Suttner Tee trinken geht.

2014-09-01

Auf Bertha von Suttners Spuren

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:31

Am 1. September 1939 ist der zweite Weltkrieg ausgebrochen, ein Anlaß einen Antikriegstag zu begehen, an dem sich das Lesetheater, beziehungsweise Ottwald John auf die Spuren von Bertha von Suttner machte, mit der ich mich in diesem Jahr, ja auch ein bißchen beschäftigt habe und so habe ich umdisponiert, als mir gestern auf dem Volksstimmefest Ottwald John das Programm in die Hand drückte und dieses war trotz des Regens, in dem wir den Stadtspaziergang unternahmen, auch sehr interessant.
Begonnen hat es am Heldenplatz beim Prinz Eugen Denkmal, das heißt des Regen wegen in der Nationalbibilothek, wo Erika Parovsky mit Thomas Schmidt einen Text aus dem Buch „Die Welt in hundert Jahren“ lasen und danach ins WUK aufbrach, wo der Antikriegstag in Gedenken an den 2014 verstorbenen Heinz Granzer, auch ein Lesetheatermitglied, begangen wurde.
Ottwald John hatte aber einiges über Prinz Eugen, der ja eigentlich ein Kriegsheld war, zu erzählen und gab auch das berühmte Spottlied „Prinz Eugen der edle Ritter“ zum besten.
Dann schwenkte er um zu Graf Theodor von Latour, der während der Achtundvierziger Revolution an einer Laterne vor dem ehemaligen Kriegsministerium am Hof aufgehängt wurde.
Dort gingen wir auch hin, aber vorher gab es noch die Ballade von Christoph und Lollo zu hören und eine Henry Dunant Gedenktafel, dem Gründer des „Roten Kreuzes“ gibt am Michaelaplatz auch. Es gab auch einige Stanzln von Franz Joseph und der Kaiserin Sisi zu hören, die das Zeitbild um die Suttner gut beleuchteten und Ottwald Johns schauspielerisches Talent deutlich zu Kenntnis brachte. Ich kenne ihn ja glaube ich schon aus der Zeit, wo ich in der Otto Bauergasse wohnte, Psychologie studierte und er bei Conny Hannes Meyer und im Theater am Spittelberg spielte. Jetzt treffe ich ihn immer bei Lesetheaterveranstaltungen, bei Ruth Aspöck, am Volksstimmefest etc und er gibt mir meistens einen Zettel in die Hand um mich auf eine Lesetheaterveranstaltung hinzuweisen.
„Auf der Simmeringer Had hats an Schneider verwaht, es gschieht ihm schon recht, warum sticht er so schlecht!“, wie ein anderes Spottlied lautet, bevor es auf die Spuren von Bertha von Suttner, beziehungsweise in die Blutgasse ging, wo es in dem Haus, wo sich auch das Thomas Bernhard Archiv befindet, ein „Peacemuseum“ gibt, das eine Bertha von Suttner Büste im Hof und in der Gasse ein Freilichtmuseum errichtet hat.
Dort hätte auch gelesen werden sollen, aber leider war niemand da, so daß wir gleich in das Wüstenrot-Haus gingen, wo Berta von Suttner am 21. 6. 1914 gestorben ist und es eine Gedenktafel gibt und dann in die Praterstraße, denn dort wurde Alfred Hermann Fried geboren, der 1892 die deutsche Friedensgesellschaft mitbegründete, die Zeitschrift „Die Waffen nieder“ herausgab und so etwas wie Bertha von Suttners Mitstreiter war, sie um sieben Jahre überlebte, nach Ausbruch des ersten Weltkrieges in die Schweiz emigrierte und von dort noch weiter Friedensartikel schrieb.
Also gingen wir ins Cafe Dogenhof, wo sich auch Susanne Schwarz-Aschner an der Lesung beteiligte und mit Ottwald Tagebuchauszüge las, dann sollten Texte von Alfred Hermann Fried folgen, hier holte uns aber die Realität ein, beziehunsweise stürmte ein junger Mann das Lokal, um die Ausländer zu beschimpfen, beziehungsweise auch „Heil Hitler“ zu schreien, ein Drogensüchtiger vom Prater, wie die Wirtin meinte, Ottwald John und Christian Katt haben ihn aber elegant hinauskatapuliert, so ging die Lesung weiter, beziehungsweise hätte wir noch in den Prater zur „Madame Tussaud“ marschieren sollen, denn Ottwald John hatte die Idee dort ein Tableau mit der alten Freifrau, Alfred Nobel, Arthur von Suttner, Henri Dunant vor einem Gemälde eines russischen Malers aufzustellen und zeigte seine Entwürfe vor, die er im nächsten Jahr realisieren will, mal sehen, ob es realisiert wird.

Nächste Seite »

Bloggen auf WordPress.com.