Literaturgefluester

2016-02-07

Als Präsidentin auf den Opernball

„Heute ist Opernball!“, dachte El Awadalla und betrat ihr Badezimmer.

Ihr erster als Bundespräsidentin, während sie vor der Oper auf den diesbezüglichen Demonstrationen und am Heldenplatz auf denen, gegen den der Akademiker, regelmäßig teilgenommen hatte, aber seit sie vor einem Jahr als unabhängige Kanditatin  angetreten war und  mit den Stimmen aller Feministen, Linken und sonstiger kritischer Menschen überraschenderweise gewonnen hatte, vielleicht hatten sich auch einige durch ihren ersten Platz am Stimmzettel irritieren lassen oder die betrunkenen Auszähler hatten sich schlicht verzählt, würde es hineingehen und sie freute sich auch schon, obwohl sie gar nicht so sicher beim Links- oder Rechtswalzer war.

Beim Linken war sie natürlich besser und alles läßt sich lernen und außerdem war das Tanzen angesichts, der nach, wie vor existierenden Flüchtlingsproblematik und der höchsten Arbeitslosigkeit im Land, gar nicht so wichtig und sie würde, auch hier, eine  unkonventionelle Präsidentin sein, wie sie es im Wahlkampf versprochen hatte.

Hinein in das Ballvergnügen, das lila Abendkleid, das aus einem Secondhandshop stammte, würde sie doch auch sehr sparsam sein, hatte sie schon angezogen, dazu trug sie bequeme Schuhe, sie sollte vom vielen Stehen keine Hühneraugen bekommen und die runde weiße Brille, die sie sich extra für den Wahlkampf besorgt hatte, hatte sie auch aufgesetzt.

Jetzt mußte sie nur noch, die rotweißrote Staatsschärpe überstülpen, um einen würdigen Eindruck zu machen und dann ging es los und weil sie im Wahlkampf und  bei ihrer Antrittsrede versichert hatte, daß sie eine  umweltbewußte Präsidentin werden wolle, würde sie mit dem Fahrrad zur Oper radeln.

Mit dem langen Kleid würde das zwar vielleicht ein bißchen mühsam werden, aber sie hatte schon andere Hürden genommen, dachte sie voll Zuversicht, fuhr sich mit dem Kamm über ihre kurgeschnittenen Haare und lächelte sich selber an.

„El Awadalla for president!“, hatte es vor einem Jahr geheißen.

Wer hätte das gedacht, daß Österreich 2016  so kritisch war und statt der  konservativen alten Herrn und einer Dame, die außer ihr angetreten waren, eine kritische linke Frau zur Präsidentin wollten?

Niemand wahrscheinlich, in einem Land, wo sich lebenslustige Baumeister und pensionierte Richterinnen neben ihr beworben hatten und einige der Kanditaten sehr freiheitlich dachten.

Natürlich niemand und es war doch geschehen. So radelte sie mit dem hochgeschnallten Abendkleid auf die Oper zu. Sprang vom Rad, um es einem salutierenden Polizisten zu übergeben, den sie noch von ihrer Zeit als Demonstrantin kannte und solche waren auch schon angetreten, weil es noch viel zu erkämpfen gab.

Die Flüchtlinge kamen weiter, das Grundeinkommen war noch nicht erreicht und Arbeitslose gab es ebenfalls in rauhen Massen, nur, daß sie nichts gegen die Demonstranten hatte, sondern ihnen zuwinkte, war der Unterschied und das mußte sie auch bei den Luxuslimonsinen tut, die auf den Eingang zurollten.

So sprang sie  zur Seite, rief „Griaß euch, ich bins, die Präsidentin und wünsche einen schönen Abend!“, denn sie war und blieb Dialektautorin. Hatte die Stiege erkommen und schritt auf die Staatsloge zu.

Links und rechts von dieser hatten einige ihrer ehemaligen Mitbewerber Platz genommen. So lächelte sie staatstragend, den Herren Khol und Hundstorfer zu, die in ihrem schwarzen Smokings versuchten, sich nicht über sie zu ärgern und sie sicher nicht leiden konnten, wie das auch Baumeister Lugner tat, der mit seinen weiblichen Begleiterinnen, gerade die Stiege erklomm und sie schief anlächelte.

„Grüß Sie, Frau Präsidentin, sind Sie auch gekommen?“, fragte er säuerlich. Sie nickte und  gab ihm die Hand.

Begrüßte auch die Staatsoberhäupter, die etwas pikiert auf ihr lila Abendkleid, den roten und den blauen Schuh, ihrem Markenzeichen, in denen sie zu Zeiten von schwarz-blau am Ballhausplatz gewesen war, um mit roter Farbe gegen blau anzutreten, blickten.

„Alles Walzer!“, rief unten gerade der Zeremonienmeister und das Jungdamen- und Jungherrenkommitee war mit der Eröffnungspolonaise eingezogen. Die Kellner servierten Sacherwürstel mit Senf und Kren und die Sektkorken knallten, wie ehedem.

Alles war wie immer, trotz ihres roten und des blauen Schuhs, dem lila Abendkleid aus dem Secondhandladen und der runden weißen Brille, ihrem zweiten Markenzeichen, als selbstbewußte linke Frau.

Sie trat an die Empore, hob die Hand und dachte an das bedingungslose Grundeinkommen, das sie Österreich versprochen hatte. Dachte an die immer noch sehr hohe Zahl der Arbeitslosen, die auch ihr Mitbewerber, Rudolf Hundstorfer, der einmal Sozialminister gewesen war, nicht verhindern hatte können, wie sie das beim Opernball nicht zusammenbrachte und mit dem lila Abendkleid, dem roten und blauen Schuh,  die Festgäste begrüßen und vielleicht auch mit Herrn Khol, Herrn Hundstorfer, Präsidentengatten Clinton und anderen Staatsoberhäuptern tanzen würde müßen.

Mit Herrn Mörtel-Lugner wahrscheinlich nicht, denn der würde sie nicht auffordern, war sie ihm mit ihren fast einundsechzig Jahren sicherlich zu alt, während die Stars und Bunnies an seiner Seite, ständig jünger wurden und die Abendkleider, die sie trugen, immer teurer.

„Da wäre ich mit Sicherheit ein besserer Präsident geworden!“, sagte er sicher gerade bedauernd zu seinem Hasi, Spatzi oder Mausi, nahm den Zylinder von seinem Kopf und ließ sich ein Glas Champagner servieren.

„Die Geschäfte gehen aber weiter, Schatzi, auch wenn wir jetzt eine linke Präsidentin haben und auch unser Opernball!“

„Hip, hop, Opernball!“,  hieß es  in einem ihrer Dialektgedichte. Richard Heuberger hatte in seiner gleichnamigen Operette ins „Chambre Separee!“, gebeten und Josef Haslinger  einen  Roman darüber geschrieben, daß sich Terroristen des Balls der Bälle bemächtigt hatten.

Das war Fiktion gewesen, aber sie war heute hier mit ihrer weißen Brille,  dem roten und dem blauen Schuh, sowie dem lila Abendkleid aus dem Secondhandgeschäft über das die rotweiße Staatsschärpe genauso, wie über einen Frack, passte.

Und das war gut, war wunderbar und sehr viel besser, als wenn statt ihrer vielleicht der blaue Kanditat gewonnen hätte oder die Wahl wegen Fehler beziehungsweise Pickprobleme gar nicht stattfinden hätte können.

 

2016-02-05

Schreibgruppe und Opernball

Filed under: Schreibbericht,Textbeispiel,Uncategorized — jancak @ 00:25
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Am Donnerstag war wieder einmal Schreibgruppe, sowie der Opernball und, daß der ein dafür geeignetes Thema ist, habe ich mir schon auf dem Hinweg gedacht, hatte ich ja sonst keine besonderen Ambitionen, ist der Rohtext von „Paul und Paula“, den ich das letzte Mal begonnen habe,  schon eigentlich fertig, Klaus Khittl alias Gloria G. hat mir vorvorgestern seine Anmerkungen geschickt, so daß ich den Text diesbezüglich durchgegangen bin und den Paul vielleicht noch etwas erweitern sollte.

Also noch nicht so weit für mein Kurzgeschichtenprojekt, das ich als nächstes plane, themenlos in die Gruppe gegangen.  Peter Czak hat  „Opernball“ vorgeschlagen und nun ja, warum nicht?

Demo gibt es offenbar keine mehr, die war ja schon eine Woche früher bezüglich des Akademikerballs, in den Medien habe ich heuer auch noch nicht so viel darüber gehört, da ist die Flüchtlingsproblematik und die Verschärfung der Gesetze wohl aktueller.

Ich bin  keine Tänzerin und war in meinen Leben wohl nur auf zwei Bällen, das erste Mal etwas verunglückt in der Tanzschule Hernals und das zweite Mal mit dem Willi in den Sophiensälen, auf der Opernballdemo war ich früher, ich glaube, 2000, als der Hubsi Kramar als Hitler aufgetreten ist und wegen Wiederbetätigung festgenommen wurde und in „Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt“ habe ich über eine früher stattgefundene Demo geschrieben und darauf beim „Wiener Dichter Fasching“ in der „Gesellschaft für Literatur“ gelesen und als ich das Wort Marianne. so heißt ja eine Protagonistin, die dort tanzt, aussprach, finden alle an zu lachen, was mich irritierte,  weil sie es wohl mit Marianne Gruber in Verbindung brachten.

Peter Czak, Ruth Aspöck Klaus Khittl, Doris Kloimstein und ich waren gekommen, Doris Kloimstein las über ihre negativen Ballerfahrungen,  Ruth erwähnte Josef Haslingers „Opernball“ und, daß sie gerne mal dorthin gegangen wäre, Peter Czak schrieb von den negativen Veränderungen, die die Ballkultur seiner Meinung nach machte, jetzt kann man keine Leute mehr dort kennenlernen, weil die Paare zusammen hingehen und Klaus Khittl reimte „Operball, Opernball, Hochmut kommt vor dem Fall (Knall)“ und dann gab es natürlich meinen diesbezüglichen Rundumschlag:

„Heute ist Opernball erfahre ich gerade aus der Zeitung. Hip, hop, Opernball, wie schön und aufregend. Gibt es wieder eine Demo, wie in den Achtzigerjahren oder zu Zeiten von  Schwarz-Blau? Aber nein, die hat gerade vor einer Woche vor der Hofburg,  beziehungsweise am Heldenplatz stattgefunden, weil dort die FPÖ ihre Akademiker feierte. Die ganze Innenstadt war abgesperrt und es war unmöglich, wie ich erfahren sollte, ins Literaturhaus zu kommen, weil der 49er nicht mehr fuhr.

Aber zurück zum Opernball, hip hop, Opernball, dieses großwirtschaftliche Ereignis, wo der Herr Bundespräsident mit Frack und Orden auffährt und der Herr Lugner seine Stars und Sternchen in seine Loge lädt.

„Lugner for president!“, heißt es doch auf einem Video, wo alle zwölf Präsidentschaftskanditaten, die abseits der glorreichen fünf, Griss, Hofer, Huntsdorfer, van der Bellen und Khol, antreten wollen, sofern sie sechstausend Unterschriften zusammenbekommen, präsentiert wurden.

El Awadalla will  auch in die Hofburg als Präsidentin und im Fall der Fälle im Abendkleid auch auf den Ball, um die Wirtschaftsbosse und die Staatsoberhäupter in ihren Logen zu begrüßen. Dann nicht mehr als Demonstrantin gegen den Akademikerball. Eine wunderschöne Vorstellung, wie die Präsidentin mit der weißen runden Brille, einem blauen oder roten Abendkleid und der Präsidentschaftsschleife am Ballhausplatz demonstriert.

Was werden da die Polizisten und die Staatsschützer machen?

Aber halt, zurück zum Thema, wir waren doch oder gehen auf den Opernball. Auf die Tribüne beispielsweise, auf die alle dürfen und wo das Glas Sekt und die Würsteln eine Menge Euro kosten oder zu den Debutanten, die im schwarzen Anzug oder weißen Abendkleid mit dem Krönchen auf  den auftoupierten Haaren zu der Polonaise tanzen.

„Alles Walzer!“, sagt der Zernmonienmeister, klopft mit seinem Stock den Takt und Herr und Frau Österreicher sind begeistert, sitzen vor der Klotzkiste und gehen Prominente schauen.

Wozu brauchen wir einen Opernball? Wenn das Volk dagegen ist, können wir ihn auch abschaffen, hat Kanzler Kreisky, glaube ich, einmal gesagt.

Das ist lange her, sicher dreißig, vierzig Jahre und heute denkt wahrscheinlich niemand mehr daran. Denn heute geht es um das Geschäft. Die Geschäfte, die angeblich in den Logen abgeschlossen werden. Die Polizisten, die draußen auf der Straße den Staat beschützen, bekommen eine Sonderzulage. die Friseure verdienen an den feinen Damen, die sich schnell einmal die Haare richten lassen. Herr und Frau Österreicher haben was zu schauen und die Demonstranten, wenn es noch welche geben sollte, zu demonstrieren.

Aber vielleicht sind die jetzt mit den Flüchtlingen beschäftigt. Mit den Flüchtlingsober- oder Untergrenzen. Ich schweife schon wieder vom Thema ab, denn dieses war ja Opernball und da gibt es  eine inzwischen nicht mehr sehr oft gespielte Operette von Richard Heuberger, dieses Namens.

„Komm mit ins Chambre Separee!“

Sie wissen schon oder können es sich vorstellen und da kommt, glaube ich, der Held aus Sankt Pölten angefahren, um sich ins  Geschehen zu stürzen und alles geht natürlich nach zwei Stunden Intrigen happy aus.

Ob das heute auch geschehen wird? Herr Lugner mit seinen Stars und Sternchen Freude am Geschehen hat? Herr und Frau Österreicher auf der Tribüne oder vor dem Fernsehkastel ihre teuren Würstel essen und den Sekt trinken und sich nicht daran verschlucken? Und, die Polizisten, sowie die Staatsschützer,  die vielen Flüchtlinge, die inzwischen die Festung Europa stürmen wollen, von dort zurückhalten können?

Aber das weicht schon wieder vom Thema ab, denn dieses war ja, hip, hop, Opernball. Alles Walzer, also, good luck and good night und es ist nur zu hoffen, daß wir uns an all den abgeschlossenen Geschäften, nicht den Magen verderben werden.

2016-12-31

Zurückgeschaut

Jetzt kommt der Jahresrückblick und die Frage, wie 2016 so für mich war? Ein gutes Jahr, ein schlechtes oder wieder  unverändert?

Ein bißchen schon wahrscheinlich, obwohl ich, was das Schreiben betrifft, so produktiv, wie nie zu vor gewesen bin. Sind doch fünf Bücher in diesem Jahr erschienen.

Davon die ganze Flüchtlingstrilogie, also „Die Pensionschockdepression oder Selmas Kopftuch“, „Die ereignisreichen Sommererlebnisse vier präkärer Literaturstudentinnen“ und „Nika, Weihnachtsfrau“, die ich zwar alle nicht 2016, sondern schon ein Jahr früher geschrieben habe.

Dann sind noch „Paul undPaula“ und „Nicht berühren oder Notizen zur Romanentstehung“ erschienen und diese beiden Bücher sind in diesem Jahr entstanden.

Dann gibts noch noch „Claire-Klara-Clarisse“, die Kroatiengeschichte, die noch beim Alfred liegt und etwas Neues habe ich in den Weihnachtsfeiertagen auch angefangen.

Arbeitstitel „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“.

Vorläufig gibt es sechs Szenen, achtzehn Seiten und 7764 Worte und ich bin auch noch nicht so recht zufrieden, beziehungsweise weiß ich noch nicht so recht, wie das werden wird?

Habe aber drei Handlungsstränge, beziehungsweise vier oder fünf Personen, da gibt es einmal die schöne Obdachlose Dorothea Wewerka, die das vielleicht gar nicht ist und dann die depressive Therese Schwarzenberg, sowie den jungen Identitären Fabian Hirschmann,,die Bibliothekarin Karoline Prohaska und ihre Schwester Sophie, eine engagierte Medizinstudentin, in die sich Fabian vielleicht verliebt.

Also nicht sehr Neues, aber das was mich interessiert und worüber ich eigentlich schreiben möchte, weiß ich vielleicht noch nicht wirklich und ein bißchen ausgeschrieben, beziehungsweise demotiviert wegen des mangelnden Feedbacks bin ich auch.

Aber jetzt konzipieren, mit meinen Bücher in die Badewanne steigen, planen, etcetera, damit es irgendwann, im nächsten Jahr mein dreiundvierzigstes Selbstgemachtes werden kann.

Wui, das ist sehr viel, eine ganze Bücherreihe an Ideen,  über vierzig Jahre schreiben und die Frage, warum es ausgerechnet mir nicht gelingt, literarisch aufzufallen, ist  auch  noch immer nicht beantwortet.

Hatte ich ja auch heuer meinen „Troll“, der mein schlechtes Schreiben beschimpfte und sich dann auch noch als Pegida-Fan entpuppte.

Etwas was man ja fast lustig finden könnte, denn ich mag ja ein bißerl schlampert sein und mich nicht so gut präsentieren können. Meine eigene Rechtschreibung habe ich auch, aber ich habe viel geschrieben und kann es also eigentlich, auch wenn man es mit dem Maßband vielleicht nicht so vermessen kann.

Das Feedback ist aber nicht sehr da, das stimmt, auf meine Gewinnspiele bekomme ich kaum Reaktionen, obwohl ich ein paar neue Kommentierer hatten und das „Mimikry-Gewinnspiel“ mit zwei sehr schönen Texten hat es in Bezug der „Berührungen“ auch gegeben.

Gelesen habe ich ein bißchen weniger als sonst und das bezieht sich sowohl auf meine Bücherliste, da waren es gerade hundertachtundverzig Bücher, als auch auf meine Lesungen.

Da gibt es die Fixpunkte, wie das „Linke Wort beim Volksstimmefest“ mit der Anthologie „Lebenszeichen, die auch erschienen ist,  die „Poet Night“, mein literarisches Geburtstagsfest, dann den Osterspaziergang der LitGes, wo ich gerne mitgehe, aber sonst nicht viel.

Bei der „Anderen Buchmesse“ habe ich mich ja schon im Vorjahr überworfen, so daß es den Slam nicht mehr gibt, weil es ja ein bißchen nervig war, immer zu lesen und den anderen beim Gewinnen zuzuschauen und, als es das „Fest für Kunst und Kultur“ in Margareten gegeben hat, waren wir Kroatien.

Dafür hat mich im Sommer Bernadette Zeilinger ins Amerlinghaus zu einer muskalischen Lesung eingeladen und ich habe, höre und staune, auch im Literaturhaus gelesen, allerdings nur auf der Publikumsschiene und aus den „Sommerereignissen“, eine Fatma Challaki Szene, die habe ich, glaube ich, auch in St. Pölten gelesen und im Amerlinghaus und werde sie auch im Jänner in Salzburg lesen, aber da sind wir schon im nöchsten Jahr.

Jetzt geht es erst ans Zurückschauen und da habe ich ja noch einen kleinen Text geschrieben.

 „Die Präsidentin auf dem Opernball“, den ich auch bei „Poet Night“ gelesen habe, angeregt durch das Opernballthema in der Schreibegruppe im Februar, denn El Awadalla hat ja für die Bundespüräsidentenwahl kanditieren wollen, dann nicht genügend Unterschriften gehabt und dann hatten wir im ersten Durchgang einen grünen und einen blauen Kanditaten und bei der Stichwahl einen grünen, der sehr sehr knapp vorn gelegen ist, so daß die Wahl wegen Formfehlern wiederholt werden mußte und dann doch gut ausgegangen ist, weil es mich sehr geärgert hätte, wenn wegen Formfehler, die es immer schon gegeben hat, ein anderer gewonnen hätte.

Wir werden also im Jänner einen neuen Bundespräsidenten bekommen und mit der Schreibgruppe wird es höchstwahrscheinlich auch nicht weitergehen oder vielleicht doch, habe ich jetzt die ersten Termine fixiert und an die noch vorhandenen Teilnehmer ausgeschickt.

Bis Dezember haben wir uns jedenfalls getroffen und jetzt hat sich auch Peter Czak wieder gemeldet, beziehungsweise ist er bei meinem Geburtstagsfest gewesen und will vielleicht weitermachen.

Und was das Lesen betrifft, habe ich, wie schon erwähnt, weniger als je gelesen, aber sehr interessante Bücher, ich habe wieder Buchpreisgebloggt, diesesmal gleich doppelt, so wohl, die deutsche Liste fast vollkommen gelesen, dann die halbe österreichischen und die österreichischen Buchdebuts und dann bin ich  noch völlig überraschend in die „Debutpreis-Bloggerjury“ gekommen, da kann im Gegensatz zu den „offiziellen Bücherbloggern“ offenbar jeder mitmachen der literarisch bloggt und das Lesen war sehr interessant, noch dazu, daß ja auch meine Kanditatin gewonnen hat.

Außer der Debutpreisjury gibt es ja noch den „Ohrenschmaus“, der 2016 das zehnte Mal vergeben wurde, da gab es eine neues Buch und eine Diskussion auf der „Buch-Wien“, die es heuer zum neunten Mal gab und zum dritten Mal den Bücherquizz, da habe ich heuer mitgemacht, aber Pech gehabt, das heißt ich war sehr aufgeregt und dann haben sich die Fragen auch, um sehr viel anderes, als um Bücher gedreht, also kein Buchgutschein, aber macht a nichts.

Todesfälle gibt es zu beklagen, so habe ich auf der „Buch-Wien“ erfahren, daß Ilse Aichinger gestorben ist und bezüglich meiner „Berührungen“, habe ich heuer  sehr viel Stefan Zweig und auch  meinen Doderer nochmals gelesen.

In „Leipzig“ sind wir gewesen, wieder offiziell als Bloggerin und bei „Buch und Wein“ und auch anstonsten habe ich sehr viele Veranstaltungen besucht und bin auch auf sehr vielen Preisverleihungen gewesen.

Mit dem „Alpha“ klappt es auch und ansonsten sehr viel unverändert, weiter neben dem Literaturbetrieb, keine Einladung zu den „Textvorstellungen“, keine Entdeckung und und und….

Und trotzdem werde ich weiterschreiben so gut ich es kann und weiterlesen, da habe ich ja meine Leseliste umstrukutriert  und bin im Dezember wieder auf vielen Flohmärkten gewesen, habe vor heuer meine Leseliste zu schaffen und fürchte, daß ich es nicht kann, weil ja schon einige Frühjahrsbücher auf mich warten und Buchpreisbloggen, sowohl was die österreichische als auch die deutsche Liste betrifft, werde ich wahrscheinlich auch.

Also vielleicht ein nicht so besonders ereignisreiches Jahr, aber doch ein interessantes, das wir heuer wieder bei Hilde Schmölzer, die ja im Jännner ihren achtzigsten Geburtstag mit einem Fest in der „Wien-Bibliothek“ feiern wird, beenden werden und für das nächste Jahr wieder Pläne bezüglich des Schreibens und das Lesens. In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Lesern wieder ein schönes neues Jahr!

2020-12-12

Das Palais muß brennen

Hurrah, hurra, ich bin fertig mit der österreichische Buchpreisliste, nachdem ich jetzt auch das dritte Debut, Mercedes Spannagels „Das Palais muß brennen“, gelesen habe und die 1995 geborene, habe ich ja schon im Sommer fast live bei den O-Tönen gehört. Fast live bedeutet, weit hinten auf der Bank und ist man zu weit nach vorn ans Absperrgitter gekommen, hat einem der Securitguard weggescheucht. Nun ja, wir leben in Corona-Zeiten. So habe ich die nächshten zwei Lesungen nur per Livestream gehört. Aber da hatte ich schon das Buch auf meinen knien und konnte mitlesen und der klappentext liest sich ja vorallem, für mich, die ich mich ja sehr für politische Literatur interessiere, sehr spannend. Da geht es um die Tochter einer rechtkonservativen Bundespräsidentin die neun Windhunde hat. Die Mutter hat sie, die Tochter, den Mops namens Marx und da denkt man, spannend. Noch dazu, wo ich mich ja mit dem „Bibliotheksgespenst“ und der „Unsichtbaren Frau“ und wahrscheinlich noch in anderen Büchern mit der Politik versucht habe. Geht man zu „Amazon“ liest man die Enttäuschungen, denn da schreibt einer oder eine, geht es ja nur um Sex und ums Kiffen und ich muß gestehen, ich habe mir auch ein bißchen schwer getan, in das Buch hineinzukommen. Aber spannend und interessant ist es allemal und man kann ja nachdenken, wie man es selbst besser machen hätte können?

Da ist Lu oder Luise, die Tochter der Präsidentin, die Rechtswissenschaft studiert, eine Schwester namens Yara hat, eine Freundin Lili, die von der Mutter nur die „Proletin“ genannt wird, aber die stammt ja selbst aus dem Plattenbau. Jetzt residiert sie in dem titelgegebenen Palais und Luise, die auch dort wohnt, rennt von Zimmer zu Zimmer. Einen Ferdi, der die Hunde betreut gibt es auch, der ist ein Burschenschaftler und die Mutter will ihn mit Lu verkuppeln, aber die rebelliert. Schwingt Zitate und Sprüche, plant eine Kunstaktion gegen die Mutter am Opernball. Dazu kommt es dann leider nicht. Denn ein Henry hat vorher schon in dem türkisen Zimmer gefilmt, wo sich die Mutter einer Korruption nicht abgeneigt zeigte. So müßen sie und ihre Töchter das Palais schließlich verlassen und richtig, fast hätte ichs vergessen, am Opernball ist Lu noch mit Sef im Frack aufgetaucht und hat die Mutter mit ihrer lesbischen Freundin brüskiert. Die nimmt dann ein Angebot an, nach Russland ins mittlere Mangement zu gehen und Yara zieht in das Tatoostudio in dem sie schon vorher arbeitete. Lu plant auch eine Reise und die Revolution ist vollzogen?

Natürlich nicht und jede zwanzigjährige macht wohl eine rebellische oder phiosophische Krise durch und der Präsidentintochter ist es in dem Palais ja eigentlich ganz gut gegangen und inzwischen haben sich die Zeiten ohnehin verändert. Jetzt stehen die Rechten auf den Anti Corona-Demonstrationen und ich habe schon überlegt, ob ich nicht die „Stoppt den Corona-Wahnsinn-Petiton“ der FPÖ unterschreiben soll?

2016-10-01

Von der Literaturenquette zur Poet-Night

Am Freitag fand wieder einmal die „Poet-Night“, die Veranstaltung des „Ersten Wiener Lesetheaters“, wo sich die Mitglieder einmal im Jahr ins „Kulturcafe 7*Stern“treffen und ihre eigenen Texte lesen, statt, die seit Rolf Schwendters Tod, der sie ja gegründet hatte, schon sehr kurz geworden ist, also statt um vier Uhr Nachmittag, um dreiviertel sieben begann und schon vor Mitternacht endete.

Trotzdem  habe den ersten Leseblock mit Petra Ganglbauer, Mechthild Podzeit-Lütjen, Christa Kern, etcetera versäumt, war ich ja bei der „Enquette zur Literaturvermittlung“, die die österreichischen Literaturhäuser, die „Alte Schmiede“ und die „Gesellschaft für Literatur“ veranstalteten und bin erst hingekommen, als gerade Lydia Mischkulnig, die ich vor kurzem in der „Alten Schmiede“ hörte, wieder die Geschichte von dem Ehepaar, dem Fotografen und den zerissenen Foto, das sie auf immer zusammenschmiedet, las.

Ja, bei der „Poet Night“ dieser  Veranstaltung des Lesetheaters lesen zwar die Mitglieder, es gab aber schon bei Rolf Schwendter einen „Prominentenblog“, wo meistens Gert Jonke und Elfriede Gerstl las, wohl, um Publkum in die Veranstaltung zu bringen, die wegen mir, der Ruth und den anderen nicht gekomen wären.

Und den gab es mit Lydia Mischkulnig, Bettina Balaka, die wieder aus ihrem neuen Roman von der schönen Männermörderin las und Antonio Fian, im Vorjahr hat glaube ich auch Robert Schindel gelesen, obwohl das, glaube ich, gar nicht mehr so notwenig ist, weil die Veranstaltung wahrscheinlich gar nicht so viel angekündigt wurde, jedenfalls habe ich außer den Lesenden und deren Begleitern nicht viel Publikum gesehen.

Es lasen diesmal auch relativ wenige, so daß die Veranstaltung schon um halb zwölf zu Ende war und ich bin diesmal, obwohl ich sonst meistens am Beginn gelesen habe, als vorletzte daran gekommen.

Aber diese Veranstaltung, wo die Lesetheatermitglieder, die auch schreiben, jeweils sieben Minuten lesen und dafür diesmal sechzig Euro Honorar bekamen, war diesmal ausgesprochen interessant und spannend, wie ich gleich anmerken möchte.

So haben nicht nur Lydia Mischkulnig und Bettina Balaka aus neuen Büchern gelesen, auch Judith Gruber-Rizy las wieder den Beginn ihres neuen Romann, von der Fotografin, die jeden Tag ein Foto macht und dabei ihr Leben überdenkt.

Hilde Schmölzer, die ja bei der „Frauen lesen Frauen-Lesetheatergruppe“ sehr engagiert mitmacht, las aus der Neuauflage ihrer „Pest in Wien“, ein Buch, das sie mir einmal in der „DDR-Ausgabe“  geschenkt hat.

Manuel Girisch und und Renate Woltron, die Lesetheateraktivisten, lasen zwei Sketches aus ihrem neuen Programm, wo es um Männer und Frauen, Sex und diesbezügliche Mißverständisse ging.

Ingrid Jantzen hatte, was zum Tod der Sprache durch  Sprachverhunzung, Richard Weihs brachte Auszügen aus seinen Wunschgedichten.

Erik Hardenberg las lang und breit und sehr langsam, einen „seltsamen“ Pflanzenkrimi und wurde von dem Moderatoren abgestoppt, bevor er ans Ende kam.

Christa Meissner, die Dialektautorin gab Proben aus ihren „Struwelpeter“ und anderen Neudichtungen und dann gab es auch  experimentellere Stimmen, wie Birgit Schwaner oder Autoren wie Ruth Aspöck, die einen neuen Text für die Veranstaltung geschrieben hat.

Susanne Ayoub, die ja in Bagdad geboren wurde und dieses vor einigen Jahren wieder bereiste und Kontakt zu ihrer dortigen Familie aufnahm, brachte den Prolog aus ihrem diesezüglichen Buch.

Christl Greller stellte ihren neuen Gedichtband vor, der am Sonntag in Ö1 präsentiert werden wird, Axel Karner brachte ein Gedicht mit dem Titel  „Die Liebe, mein Herz und der Mond“ und Hansjörg Liebscher hatte einen sehr langen Text der sich mit Prometheus beschäftigte,  während Susanne Schneider wieder sehr realistisch davon erzählte, wie es einer geht, die in eine andere Wohnung zieht und sich an diese  erst gewöhnen muß.

Sehr viele unterschiedliche Texte also, von denen ich die meisten sehr  passend gefunden habe und ich mit meiner „Präsidentin auf dem Opernball“ mit dem roten und den blauen Schuh, die auf dem Fahrrad zur Oper fährt, auch sehr viel Heiterkeit erregte.

Ich war, wie schon geschrieben, die vorletzte, bei der von Andrea Pauli und Hahnrei Wolf Käfer moderierten Veranstaltung. Nach mir folgte zum zweiten Mal als Schlußlicht, Christian Katt, vorher hat ja immer Rolf Schwendter, die Nacht, um zwei oder halb drei beendet, der nach einem eigenen Text auch zwei Schwendter Texte las, um an den Gründer der „Poet Night“ zu erinnern.

Mechthild Podzeit-Lütjen

Mechthild Podzeit-Lütjen

Christa Kern

Christa Kern

Gynther Riebl

Gynther Riebl

Ariane Lang

Ariane Lang

Christina Vivenz

Christina Vivenz

Manuel Dragan

Manuel Dragan

Anita Schaub

Anita Schaub

Petra Ganglbauer

Petra Ganglbauer

Lydia Mischkulnig

Lydia Mischkulnig

Bettina Balaka

Bettina Balaka

Antonio Fian

Antonio Fian

Manuel Girisch

Manuel Girisch

Renate Woltron

Renate Woltron

Werner Grüner

Werner Grüner

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Erik Hardenberg

Erik Hardenberg

Judith Gruber-Rizy

Judith Gruber-Rizy

Helmut Gruber-Rizy

Helmut Gruber-Rizy

Karin Gayer

Karin Gayer

Richard Weihs

Richard Weihs

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Susanne Schneider

Susanne Schneider

Hansjörg Liebscher

Hansjörg Liebscher

Ingrid Jantzen

Ingrid Jantzen

Axel Karner

Axel Karner

Christa Meissner

Christa Meissner

Birgit Schwaner

Birgit Schwaner

Manfred Chobot

Manfred Chobot

Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

Hahnrei Wolf Käfer

Hahnrei Wolf Käfer

Christl Greller

Christl Greller

Eva Jancak

Eva Jancak

Christian Katt

Christian Katt

2016-05-02

Romanentwicklung

Mit der Romanentwicklung geht es eigentlich, was ich sehr schön empfinde, zügig weiter. Sechsechzig Seiten, fünfundzwanzig Szenen, 30.611 Worte und der ungefähre Plot im Kopf, beziehungsweise im Notizbuch aufgeschrieben.

Es gibt die berühmten drei Ebenen, die, wie ich gestern im „Literarischen Quartett“ hörte, einen guten Roman ausmachen sollen.

Die Schriftstellerin Anna Augusta, die sich ein wenig ausgeschrieben fühlt, beziehungsweise wegen der Kritik „Das berührt mich nicht!“, beleidigt ist, erzählt ihrem Psychiater The Hardenberg, die Plotentwicklung. Der fungiert genauso, wie ihre Nichte Angie Engel als Romancoach und verschreibt ansonsten Johanniskrauttee.

Das entwickelt den Roman auf der  einen Seite, bisher gab es immer eine A.A. Szene und dann abwechselnd eine mit den Romanfiguren, ob ich das ganz durchhalten werde, weißt ich nicht.

Die zweite Ebene ist die Lehrerin Hildegard Hadringer, die nach der Pensionierung auf Weltreise gehen wollte und zu Beginn nicht weiß, ob sie sich angesichts der Flüchtlingskrise so einfach ein schönes Leben machen darf?

Eine interesssante Frage, wie ich finde, ich ich auch selber nicht einhalte. Sie trifft als sie auf der Bank ihr Reisegeld  beheben will, ihre ehemalige Schülerin Zarah Bashrami wieder, die ein Stück über den 12. Februar 1934 schreibt und das mit Zoran Simcic und Jurij Abrahamovic in einem Turnsaal eines Studentenheimes probt.

Die spielen die Rollen von Stefan Zweig und Heimito von Doderer, die sich an jenem Tag im Cafe Central treffen und in der dritten Ebene treffen die beiden Dichter sich im Wolkencafe mit dem Fräulein Anne Frank, das ihr Tagebuch nicht weiterschreiben kann und schauen mit einem Fernrohr auf die Erde hinunter und den Proben zu.

Ebene zwei geht weiter mit einer möglichen IS-Gefähridung von Zoran Simcic, der ist als Baby mit den Eltern aus Bosnien nach Wien gekommen, hat die Schule abgebrochen, wurde im „Reinhardt-Seminar“ nicht aufgenommen, ist jetzt frustriert und geht in die Moschee zu einer Korangruppe, um sich auf seine Religion zu besinnen, in die schöne Zarah ist er auch verliebt und auf Jurij eifersüchtig, der mit zehn Jahren mit seiner Famlie aus St. Petersburg nach Wien gekommen ist.

Die Hildegard wird-,  es gibt auch eine Bundespräsidentenwahl und Judith Gruber-Rizy, die meinen Blog ja regelmäßig zu lesen scheint, hat mich gefragt, warum ich über die nicht geschrieben habe?, nun denn, es ist ja eigentlich ein literarischer Blog, es gibt zwar auch immer wieder politische Artikel und eine „Präsidentin auf dem Opernball“ gibt es auch, aber bei meinem letzten Schreibbericht habe ich kurz vor fünt mit der Bemerkung aufgehört, daß ich nun das Radio aufdrehen und mir die Ergebnisse, die für mich sehr sehr überraschend waren, anhören werde, als sie für ihre Reise, die sie nachdem sie den Proben zugehört hat, doch machen will, Besorgungen macht, vielleicht El Awadalla, die sie von früher kennt, treffen. Sie trifft vielleicht auch Zoran vor seiner Moschhe und der wird dort auch von Lara, das ist Juris Schwester, die Psychologie studiert und ihr Psychotherapiepropädeutikum gerade begonnen hat, angesprochen und Zahrah trifft in der NB, als sie dort ihre Diss über Anne Frank weiterschreibt, Jurij Abrahmovic, der erzählt ihr, seine Familie bekommt nun endlich die Staatsbürgerschaft, sie ihm, daß sie ihr Stück während der Festwochen bei einem Höfefest in einem Gemeindebau, im Reumannhof vielleicht, aufführen können und Zoran will ja dann die Aufnahmsprüfung nochmals machen und das als Entscheidungshilfe nehmen, ob er in Wien bleiben oder eine Kämpferausbildung in Syrien machen wird.

So weit, so what, das A. A. mit ihren Roman, der auf diese Art und Weise entsteht, auf die Shortlist des neuen österreichischen BPs kommen wird, habe ich schon geschrieben. Hildegard Hadringer wird  nach der Wahl, die höchstwahrscheinlich Norbert Hofer oder vielleicht doch Alexander van der Bellen gewinnen wird, sich auf ihre Reise machen,  die Paare haben sich mit Jurij-Zahra, Zoran-Lara, was wegen der jüdisch- muslemischen Mischung vielleicht Schwierigkeiten machen könnte, entwickelt und das Buch „Die Lügen der Frauen“ eines von A. A. „Wurf oder Greif-Wörter“ wird Zoran im Bücherschrank finden und Lara schenken, nachdem er im „Reinhardt-Seminar“ genommen wurden und die entsprechende Widmung hineinschreiben.

So weit so what, das müßte eigentlich interessant sein und berühren, würde ich denken, auch wenn ich ein paar Rechtschreibfehler drinnen habe.

Der Alfred sollte mir die ja für das Buch korrigieren und das ich das selber ohne ISBN-Nummer herausgebe, sollte in den Selfpublisherzeiten, in denen wir leben, eigentlich kein Problem mehr sein.

Ich bewerbe es  auf meinen Blog, wo ich meine täglichen hundertfünfzig Leser haben, warum sich die, an meinen Gewinnspielen nicht beteiligen, ist mir zwar nach wie vor ein Räsel, aber es wird wahrscheinlich wieder ein solches geben.

An die „Alte Schmiede“ für die „Textverstellungen“ werde ich das Buch, wenn es fertig ist, auch wieder schicken und das Pflichtexemplar an die NB, dann meldet sich die deutsche Bibliothek und will auch ein solches haben und ich denke nach wie vor der psychologische realistische Roman, der sich auch mit der politischen Situation beschäftigt, sollte eigentlich interessieren. Warum das ausgerechnet bei mir nicht zu gehen scheint, verstehe ich, wie gerade geschrieben, nach wie vor nicht ganz. Vielleicht können mir meine Leser da ein wenig weiterhelfen oder ich kann sie dafür interessieren, denn sosehr abseits des Tellerrandes ist es  eigentlich doch nicht und recherchiert habe ich diesmal eigentlich auch sehr viel.

Lese ich mich da derzeit durch den ganzen Stefan Zweig, aber natürlich sind es meine Themen und ein bißchen nehme ich mich selber dabei  auch aufs Korn, so ist die Tatsache, daß die ausgeschriebene Autorin, die ihren Roman einem Psychiater und einer Sozialarbeiterin erzählt, ja ironisch zu verstehen und interessant ist auch, daß es sich bei dem Psychiater um eine Figur aus „Der Frau auf der Bank“ handelt und die Angie Engel ist zwar neu, hat aber die sprechenden Namen, die der Frau Haidegger nicht gefallen haben, als ich die „Sophie Hungers“ schrieb und über ein Schutzengelchen habe ich ja auch schon einmal geschrieben.

 

2016-04-07

Schreibgruppe mit Bierdose oder Dosenbier

Als ich heute vom klinischen Mittag in die Praxis ging, habe ich Ottwald John in der Zieglergasse getroffen, der mir sagte, daß ich  um halb sieben ins Hofmobiliendebot zu einer Lesetheateraufführung kommen soll, aber da war ja unsere „Westbahnspontan-Schreibgruppe“ auf die ich mich schon freute, weil ich da ja meine erste „Wurfgeschichte“ mit dem Thema „Dosenbier“ ausprobieren wollte, da ich ja immer noch mit meiner Romanidee labouriere und noch immer nicht so weiß, über was ich schreiben will, obwohl ich inzwischen schon elf Szenen und einunddreißig Seiten habe. Die Hildegard Hadringer mit Zarah Bashrami in den Turnsaal gegangen ist, wo sie und Zoran Simic und Jurij Abrahamovic, ihr Stück über den „Zwölften Februar“ proben und bei Anna Augusta Augenstern hat sich ihre Nichte Angie Engel gemeldet, als sie gerade an ihrer „Dosenbiergeschichte“ schreiben wolte.

Das habe ich jetzt für sie getan. Denn es war kein Problem das Thema in der Schreibgruppe, die heute aus Ruth Aspöck, Peter Czak, Doris Kloimstein, Ilse Kilic und Fritz Widhalm bestand, Robert Englhofer scheint nicht mehr zu kommen, seit er und Ruth sich getrennt haben und Klaus Khittl, dem ich eigentlich das Sibyille Berg-Buch zurückgeben wollte, war verhindert, durchzubringen.

Nur habe ich leider „Bierdose“ statt „Dosenbier“ gesagt und bin erst beim Schreiben auf den Irrtum, beziehungsweise Schlampigkeit darauf gekommen und nun hurrah, meine erste Wurfgeschichte, die eigentlich und genaugenommen, eine Zusammenfassung, des bis jetzt Vorhandenen, beziehungsweise meiner Schreibunsicherheit ist.

Aber zwei Geschichten hätte ich jetzt schon für den „Dreizehn Wurfgeschichtenband“, die unten folgende und die „Präsidentin auf dem Opernball“ vom Februarschreiben, die es jetzt ja nicht geben wird.

Für mein Romanprojekt hat sie mich nicht wirklich weitergebracht  und ist wahrscheinlich auch  nicht dafür verwendbar.

 

„Bierdose“

„Wie bin ich nur auf dieses blöde Wort gekommen und was hat es mit  Zoran Simic  zu tun, der sie genau in diesem Augenblick aus seinem roten Rucksack nimmt und demonstrativ auf den runden Cafehausmarmortisch stellt, den er vorher mit Jurij Abrahamovic auf die Bühne des Turnsaals trug, in dem sie seit einiger Zeit Zarah Bashramis Stück zum zwölften Februar 1934 proben.

Sehr verwirrend, die Idee über eine Schreibblockierte, die einen Roman verfassen will und eigentlich nicht wirklich eine Ahnung hat, worüber er handeln soll?

Denn sie hat ja alles schon geschrieben oder angerissen und die Dose mit der Aufschrift „Gösser“ auf dem Marmortisch passt auch nicht dorthin.

Hat man doch wahrscheinlich am 12. 2. 1934, als in Wien die Straßenbahnen stehenblieben, der Strom ausfiel, die Sozialdemokraten aus den Gemeindebauten schoßen und die Heimwehr mit Panzern auffuhr, eine solche nicht gekannt und in dem berühmten Cafe Central, hat der ebenso berühmte Dichter Heimito von Doderer, der zu dieser Zeit bei den illegalen Nazis Mitglied war und an einem Manuskript  namens „Dicke Damen“ schrieb, das später als „Dämonen“ bekannt werden sollte, eine solche auch nicht bestellt, sondern beim Kellner Franz „Bitte sehr, bitte gleich!“, sicherlich eine Schale Gold, beziehungsweise einen kleinen oder großen Braunen.

Das Wort „Bierdose“ fällt mir jetzt noch ein, ist auch falsch gewählt und eine Verwechslung. Denn eigentlich wollte die Schreibblockierte eine „Wurfgeschichte“ über das Wort „Dosenbier“ verfassen. Weil sie keine Romanidee hatte, wollte sie sich an Kurzgeschichten ausprobieren und da ist ihr ein  Schreibratgeber in die Hände gefallen, der  Tips zur Ideenfindung gab.

Einfach in eine Bibliothek  gehen, sich mit dem Rücken vor das Regal  stellen und sozusagen blind und deppert nach einem Buch fassen. Es aufschlagen, ein Wort heraussuchen, es ins Notizbuch schreiben und dann noch eines aus einem anderen Buch. Nach und nach das Ganze vier bis fünfmal wiederholen und dann hat man schon vier bis fünf Wörter, über die man eine Geschichte schreiben kann.

Gesagt, getan, hineingefaßt und das erste Buch, das mir von meinen Bücherregalen in die Hände fiel, ich bin natürlich in keine Bibliothek gegangen, ist Cornelia Travniceks „Chucks“ gewesen und da stand „Dosenbier“ auf der ersten Seiten oder auch im Klappentext.

Dann sind noch „Erkundungen“,  „Geld“, „Feindschaft“ und „Lügen“ aus dem Roman „Die Lügen der Frauen“ der Russin Ljudmila Ulitzkaja  dazugekommen und in dem Fund aus dem offenen Bücherschrank, den ich ja sehr gerne und sehr häufig frequentiere, war auch noch eine Widmung von einem „P.“ an seinen „Schatz“ zu finden.

Ich hatte jetzt fünf Worte über die ich je eine „Wurfgeschichte“ für eine „Wurfgeschichtensammlung“ schreiben kann.

Dann bin ich  noch auf  Stoffsuche  durch Wien gegangen und von da die Idee zurückgebracht, jetzt doch einen Roman zu schreiben, wo eine schreibblockierte Schriftstellerin zu einem Psychiater geht und einen Roman über eine Lehrerin schreiben will, die nach ihrem Pensionsantritt eine Weltreise zu machen  plante, jetzt aber nicht mehr sicher ist, ob das in Zeiten der Flüchtlingsströmen noch statthaft ist und die in ihrer Bankfiliale, eine ehemalige Schülerin, die aus einer iranischen Familie stammende Zarah Bashrami, traf, die ihr erzählte, daß sie ein Stück über den zwölften Februar geschrieben hat, in dem sich Heimito von Doderer und Stefan Zweig im Cafe Central treffen, das sie mit den Schauspielschülern Zoran Simic und Jurij Abrahamovic im Turnsaal eines Studentenheimes probt, wo gerade der sechsundzwanzigjährige Zoran Simic, der als Säugling mit seinen Eltern von Sarajewo nach Wien geflüchtet ist, vor dem weißen Marmortisch Platz gekommen hat und eine Dose Bier aus seinem roten Rucksack nimmt…“

 

Ansonsten hat es Geschichten über das Recyclen von Alaminium und von Peter Czak eine von einem Teufel gegeben, der den Jugendlichen, die ins „Fluc“ kommen, gelbe Bierdosen um fünf Euro verkauft, in denen Extasy enthalten ist.

2016-02-25

Stoffsuche

Mit „Paul und Paula“ bin ich gestern wieder fertig geworden und habe es, zusammen mit ein paar Beschreibungssätzen ein zweites Mal dem Alfred geschickt.

Das habe ich ja schon Ende Jänner getan, bevor wir nach Salzburg fuhren, dann kamen Gloria G.s kritische Anmerkungen und ich bin gesessen und gesessen und habe das „sie“ in ein „er“ verwandelt und ausgebessert, was falsch oder unlogisch war.

Das Lokal in „Maribou“ umbenannt, das „Sigmund Freud Museum“ in eine „Berg-Galerie“, etcetera. Ob es sprachlich so gut geworden ist, daß es Anerkennung findet, wage ich nicht zu hoffen, weil ich ja fürchte, daß das bei mir, ich weiß auch nicht, warum,  unmöglich ist, ich finde es aber dichter und kürzer ist es dadurch auch ein bißchen geworden, hat jetzt neunundvierzig Seiten, dann kommen noch zwei Zeilen Danksagung dazu, beziehungsweise 22 726 Worte.

Mein kürzestes Buch wahrscheinlich,  eine knappe Erzählung, das Cover „Paula und Paula“ auf roten Grund, habe ich schon im Jänner entworfen und die „Sommergeschichte“ ist jetzt auch soweit, daß sie an die Druckerei gehen kann.

Da gibt es  schon die Vorschau, wer also noch was gewinnen will, beeilen bitte, wenn das Buch da ist, werden die Fragen aufgelöst.

Es wird  aber bald die Vorschau für den „Adventkalender“ geben, wo wir aber erst das Cover machen müßen, obwohl wir Text und Foto schon haben und dann, was ist dann, wenn mein vierzigstes oder so Selbstgemachtes erschienen ist?

Was werde ich dann schreiben? Da fehlt nach wie vor die Idee füŕ den großen Roman, die ja inzwischen immer kürzer werden und dann hatte ich auch die Idee für die „Wurfgeschichten“, wie es beispielsweise in echt oder als Arbeitstitel heißen könnte, zwölf oder so kürzere Geschichten und die Ideen dazu könnte ich mir aus der Schreibgruppe mitnehmen oder, wie das die Blogger raten, in die Bibliothek gehen, ein Buch herausnehmen und ein paar Sätze herausnehmen und auf diese Art und Weise die Geschichte zusammenbasteln.

Mal sehen, ob das geht. Versuchen könnte ich es ja und von der letzten Schreibgruppe habe ich mir ja das Opernballthema nach Hause genommen und dann die Bundespräsidentin Awadalla dorthin geschickt, die jetzt ja noch eifrig Unterstützungserklärungen sammelt. Das hatte dann allerdings die Länge eines Blogartikels. Aber mal sehen, wie es weitergeht.

Gestern, als ich die „Paula“ abgeschlossen hatte, habe ich die Fenster geputzt und die Böden gesaugt, das ist so mein Ritual, zu putzen, wenn ich mit einem Text in der Rohfassung fertig bin, bevor es an den nächsten geht. Korrigiert wird es dann ja noch, wenn es der Alfred gesetzt hat, bis es an die Druckerei gehen kann und heute habe ich gedacht, gehe ich in der Stadt spazieren, gehe vielleicht ein paar Leuten nach, höre ihnen zu, mache mir ein Notizen, etcetera und schaue, ob ich so zu meinen Stoffen komme?

Ein paar diesbezügliche Ideen hatte ich mir schon in mein Notizbuch aufgeschrieben, aber das war nichts wirklich Neues, sondern ist eher, um das gekreist, worüber ich schon geschrieben habe, das Umgehen mit „Alzheimer“ beispielsweise oder wie macht man das, wenn das, was man schreibt, nicht berührt, aber man trotzdem einiges erlebt,  was wichtig ist oder wie geht es jemanden, wenn das Telefon nicht läutet, etcetera.

Man sieht dasThema „depressive Frauen“ ist eines, was mich nach wie vor beschäftigt, aber das habe ich  schon öfter thematisiert und sollte es vielleicht nicht wieder aufwärmen, wie mich schon einmal eine meiner Leserinnen mahnte.

Also heute Morgen ein kleines und das große Notizbuch eingepackt und mit einer Wasserflasche losgezogen, ein „Mc Donalds-Sparbuch“ mit ein paar Gutscheienen hatte ich auch und auf die Bank mußte ich, bezüglich meines Bausparvertrages, beziehungsweise wollen die jetzt wissen, ob man politisch tätig ist?

Das wäre vielleicht auch ein Stoff für eine Geschichte und mein Bankberater sagte mir noch, wenn er wüßte was die Zukunft bringt, würde er einen Lottoschein kaufen und sich ein schönes Leben machen!

„Sie werden sicher nichts gewinnen!“, habe ich gesagt und darüber, daß eine arbeitslos gewordene Frau ihr Erspartes abhebt, in eine Schuhschatel steckt und beschließt, wenn es weg ist, in den Wald zu gehen und nicht wiederzukommen, habe ich auch schon geschrieben.

Sie könnte es natürlich auch ausgeben und sich angesichts der Flüchtlingsproblematik, um sie herum, ein schönes Leben zu machen versuchen, das wäre vielleicht eine Idee für die nächste Kurzgeschichte, mal sehen?

Ich bin also in Richtung Stadt gegangen, habe einem Flüchtling oder Obdachlosen eine Zeitung abgekauft, beziehungsweise ihm zwei Euro gegeben. Man sieht jetzt wirklich mehr Bettler, eine Frau mit Kinderwagen hat mich angesprochen und wollte wissen, wie sie zu Fuß in den zwanzigsten Bezirk kommt

In dem Bücherkastl beim „Kupptisch“ lagen ganze Stöße „Bastei-Liebesromane“, ich habe nicht hineingeschaut, aber nachher gedacht, ob das nicht meine, vom Almweg, dem Haus, das die Anna jetzt verkauft hat, sind?

Dann bin ich zum Mc Donalds gegangen, einen Krapfen hatte ich schon früher gegessen, mir dort erste Notizen gemacht und zwei Medizinstudentinnen oder Ärztinnen auf Turnussuche zugehört und bin dann auf Paul und Paulas Spuren, die Berggasse hinunter und am „Freud Museum“ vorbei gegangen, bis zur Strudlhofstiege und die dann wieder hinauf, um mir beim Kutschera-Markt die „Büchertaschen“, die es dort an einem Parkgitter gibt, anzuschauen.

Dann bin ich zum AKH gegangen und habe mir meinen zweiten Notizblock aufgeschrieben und dabei vier möglichen Romafrauen beim sich Unterhalten beobachtet, während die zwei sie begleitenden Männer mit ihren Handy spielten.

So weit, so what und meine Ausbeute, vom zweiten oder dritten heurigen Recherchetag, jetzt werde ich wieder in meinen schon vorhandenen Büchern lesen, das tue ich auch immer gern vor dem Neubeginn und gehört zu meinen diesbezüglichen Ritualen und bin dann nach Hause gegangen.

Da ist dann die Dauerkarte, beziehungsweise, die Akkreditierung für Leipzig gekommen, wo es ja wieder literarisch werden wird, ein paar Neuerscheinungen sind bis dahin auch zu lesen. Ich warte auf das Ronja von Rönne Buch, habe mir ein neues Rezensionsexemplar bestellt, ich kann es nicht lassen, auch wenn die vorhandene Leseliste schon so  lang ist. Petra Ganglbauers Gedichte müßten auch noch kommen und noch ein Buch habe ich zu lesen, das mir Klaus Khittl alias Gloria G. der oder die unermüdliche, gestern, bezüglich meines „Paul und Paula“Texts vorbeibrachte.

Sybille Berg „Vielen Dank für das Leben“, auch eine vortreffliche Transgender Geschichte, auch wenn man das nicht sofort merkt, wie ich mich belehren ließ.

Nun ich bin gespannt,ich will ja immer wissen, was und wie es die anderen besser machen, bevor es ans Weiterschreiben geht und einige Todesmeldungen schleppe ich auch noch vor mich her und bin nicht dazugekommen sie zu bloggen.

Vorigen Freitag sind sowohl Harper Lee, von der ich ja nach Weihnachten ihr neues altes Buch gelesen habe und Umberto Eco gestorben, von dem ich einiges auf meiner Leseliste habe, gestorben.

2016-02-18

Neuerliches Luxusjammern

Da habe ich im Jänner ja fast manisch in einem Zug in einer guten Wochen fünfzig Seiten der „Paul und Paula“ hinuntergeschrieben. Das Ganze dann schnell durchkorrigiert und dem Alfred für den Satz übergeben, bevor wir nach Salzburg gefahren sind.

Dann sind die Rückmeldungen meiner Testleserin gekommen, die wieder nur von einem ersten Entwurf und von Pappfiguren, die kein Leben haben, gesprochen hat, etwas, was ich auch sonst öfter höre und immer noch nicht ganz nachvollziehen kann.

Ich habe die Anmerkungen zur Musikszene und, die zur Genderproblematik umgesetzt, dadurch ist der Text besser geworden, denn, daß da einiges hölzern war, habe ich gemerkt.

Es tauchten aber Probleme auf, sollte ich nicht das Ganze umschreiben? Denn die Paula ist ja jetzt ein „er“, der Paul aber eigentlich noch ein solcher und wenn ich allzu korrekt werde, sind dann meine Pointen weg und ich habe mich einige Zeit nicht gut gefühlt und gedacht, jetzt korrigiere ich mir mein Manuskript kaputt und das mit den Testlesern verflucht.

Da habe ich ja schon Geschichten von Leuten gehört, die ihr Manuskript auf Anraten des Lektores so lange geändert haben, bis der es dann nicht mehr haben wollte.

Videos von Identitätsänderungen habe ich mir angeschaut, auch da hatte ich vorher nicht viel Ahnung und wußte beispielsweise nicht, daß die Pauls, die zu Paulas werden, zu Logopäden gehen und, daß durch das Testeron, die Haare ausgehen und John Irvings „In einer Person“ gelesen.

Da habe ich mir dann gedacht, wenn der so viel Unglaubliches beschreibt, dann kann mein „Fräulein Paula vielleicht auch mit dem Paul auf ein Faschingsfest gehen, habe aus dem roten Kleid aber eine rote Bluse und aus den Higheels blonde Locken gemacht.

Geändert habe ich jetzt, daß, die ehemalige Paula in „er“ beschrieben wird, der Paul bleibt ein solcher, wie es ja in den Papieren steht. Paul Schneider spricht ihn aber mit „sie“ an, die Schwester, die Kinder, die Eltern bleiben beim „er“.

Damit bin ich jetzt ziemlich durch, ein paar falsche Formen werden wohl noch drinnen sein und ganz sicher, ob es jetzt stimmt, bin ich immer noch nicht, dazu fehlt mir wohl das persönliche Erleben.

Das Lokal heißt jetzt „Maribou“, da kann Fräulein Paula „Kann denn Liebe Sünde sein“,mit Schmollmund singen und aus dem „Freud Museum“ ist eine „Berg-Galerie“ geworden.

Kürzer ist das Ganze jetzt noch ein bißchen geworden, hat jetzt neunundvierzig Rohseiten, die fünfzigste ist dann meine Danksagung.

Das Gedicht bleibt weg, weil es vielleicht doch zuviel Klischee wiedergibt und es  ja auch zwei  Personen sind, um die es geht und ich bin jetzt wieder im Stadium der Endkorrektur, so daß es der Alfred bekommen könnte, wenn sich nicht noch vorher meine Testleserin meldet, die vor einer Woche eine noch nicht so ganz durchkorrigierte Fassung bekommen hat.

Sprachlich denke ich, ist es besser, beziehungsweise fühle ich mich sicherer, den Beschreibungstext macht, mir vielleicht  meine Leserin, sonst schreibe ich ihn.

Bei der „Sommergeschichte“ korrigiere ich noch herum und finde immer wieder einen neuen Fehler, bezüglich des „Adventkalenders“ haben wir jetzt das Bild mit der Puppe und ich erzähle neuerdings allen, wie gestern in der „Alten Schmiede“, daß ich nach vierzig Büchern und vierzig Jahren Schreiben, ausgeschrieben bin, weil ich schon alle Themen angeschrieben habe und wahrscheinlich sehr resigniert bin.

Da gibt es ja die Idee für einen Erzählband, zwölf oder dreizehn Geschichten, für jedes Monat eine, wie ja auch Jacqueline Vellguth zwölf Romane in einem Jahr schreibt und den für den Jänner schon veröffentlicht hat.

Ich habe aus dem Opernball-Schreibgruppenthema„Als Präsidentin auf dem Opernball“ gemacht und überlege, wenn ich jetzt mit dem Korrigieren, wieder fertig werden sollte, ob ich zuerst die Fenster putzen soll oder einen Tag mit einem Notizbuch in Wien herumgehen und alles aufschreiben, was ich so  erlebe?

Es muß ja nicht gleich eine kürzere oder längere Geschichte daraus werden. Ein bißchen Luftschnappen und Atmemholen, wäre vielleicht auch ganz gut, weil ich in den letzten Jahren wirklich vor mich hinrase, ein Manuskript nach dem anderen.

Drei im Jahr sind es jetzt ja schon , dann sind sie fertig, ich mache meine Promotion, ein Gewinnspiel, wo sich keiner meldet, halte in der „Alten Schmiede“ oder sonstwo, dem ersten den ich treffe, das neue Buch vor die Nase, der oder die schaut es mehr oder weniger intensiv an oder sagt gleich, „Ich habe fette Finger!“ oder „Keine Zeit!“ und dann war es das und ich schreibe das nächste Thema an, beziehungsweise mache ich eine Lesung, wo keiner kommt.

Sich entschleunigen oder Mut zur Lücke auch hier, denn das ist ja derzeit das große Thema auf den Blogs. Die, die von Verlagsvorschau zu Verlagsvorschau hetzten, die Covers der Bücher abbilden und die Pakete, die ihnen die Verlage schicken, auf Facebook stellen, rufen plötzlich „Alte Bücher Challenges“ auf, wo man sich melden kann, wenn man ein Buch liest, das älter als fünf Jahre ist und sprechen von „Backlist-Messen“, das sind wohl die, wo Verlage Neuauflagen vorstellen und die gibt es ja.

So wurde jetzt „Der Engel mit der Posaune“ mit einem Vorwort von Eva Menasse wiederaufgelegt. Ich habe noch das alte Buch gelesen, das ich im Bücherschrank fand und habe ja eine jährliche hundertfünzig Bücherliste, die vorwiegend aus älteren Büchern besteht, aber in den letzten Jahren durch die Neuerscheinungen, die mir die Verlage anbieten oder ich anfrage, durcheinander kommt.

Auch heuer wird es wieder so sein, denn „Jung und Jung“ hat mir jetzt das neue Buch der Nellja Veremej geschickt, auf den ersten Roman von Ronja von Rönne warte ich noch, zwei Bücher von der „Edition Taschenspiel“, stehen jetzt auch auf meiner Liste.

Petra Ganglbauer wollte, daß ich ihren neuen bei „Keiper“ erschienenen Gedichtband besprechen soll, dann bin ich  schon hübsch im Schleudern und von Entschleunigung keine Spur, denn ich lecke ja Blut, wenn mir der Lehrer aus Retz, den gestern, zwei Büchen in der Hand beim „Morawa“ getroffen habe, erzählt, daß er den neuen Gstrein schon gelesen hat und den neuen Köhlmeier, da habe ich noch ein paar alte auf meinen Stößen liegen, die schon in die ältere Bücher-Challenge fallen.

Die Blogger stöhnen, es gibt zuviele Bücher und wünschen sich von den Verlagen, daß die weniger verlegen. Da sträubt sich dann einiges in mir, obwohl die Verlage, das bei mir ja ohnedies nicht tun, ich aber trotzdem denke, wer schreiben will, soll es tun und manchmal denke ich, daß ich eine der wenigen bin, die die Bücher dann auch lesen.

Die Bücherblogger rufen  jetzt  auch zum Bücherweggeben auf und freuen sich, wenn es ihnen gelungen ist, ihre „Schätze“ in den Müll zu schmeißen.

Die würde ich dann herausziehen, komme aber mit dem Lesen nicht nach und auch nicht mit dem Schreiben oder mit dem vielleicht schon, aber dann bleibt es bei den „Rohentwürfen“ und den „Pappfiguren“, obwohl ich mir bei Lesungen, immer öfter denke, so gut bin ich eigentlich auch.

Nun ja, es ist ein Dilemma und wahrscheinlich wirklich ein Luxusjammern, wie mir meine gutmütigen Leser dann  tröstend schreiben.

Nun, ja, nun ja, für Leipzig habe ich mich jetzt doch akkreditieren lassen, damit ich in die Bloggerlounge kann, um Tobias Nazemis und andere Blogger zu treffen, die ich durch mein eifiges Bücherbloggen und diesbezügliches Kommentieren im vorigen Herbst vielleicht genervt habe.

Dort gibt es auch eine Bloggerkonferenz, aber dafür muß man fünfunddreißig Euro zahlen, wenn man eine Eintrittskarte hat und fünfundsechzig, wenn man ohne in die Messe gekommen ist.

Die Bücher für den „Leipziger Buchpreis“ sind auch schon nominiert, die sogenannten Bloggerpaten gibt es nicht mehr und so weit ich weiß, auch kein Wettlesen darum, mir sagen, die fünfzehn ausgewählten Bücher noch nicht sehr viel, habe noch nichts davon gelesen, bin also gespannt.

 

2016-02-06

An den Start zurück

Da habe ich ja das Rohkonzept von „Paul und Paula“ ziemlich schnell hinuntergeschrieben.

In zehn Tagen oder einer guten Woche, glaube ich, nachdem mir die Idee im November oder Dezember gekommen ist, daß ich etwas über Transgender  schreiben könnte oder die Geschichte des Informatiker Pauls, der als Paula in einem Szenelokal seine ehemalige Schulkollegin Paula wiedertrifft.

Auf die Idee bin ich gekommen, als ich im letzten halben Jahr zwei Namensänderungen miterlebte und es war ein spannendes Schreiben, obwohl ich nicht wirklich viel von der Materie wußte,   aber ein bißchen Blog gelesen habe und mir auch ein paar Videos anschaute.

Zu Schreiben habe ich nach der Jänner-Schreibgruppe angefangen, als ich dort Beginn der ersten Szene geschrieben habe, Klaus Khittl hat mir seine fachliche Beratung angeboten und so habe ich ihm, als ich am zwanzigsten Jänner mit den Rohtext fertig war, es ist sehr kurz, nämlich fünfzig Seiten geworden, den Text geschickt, dann bin ich ein bißchen losgezogen, um noch auf Veränderungsideen zu kommen, aber eigentlich hat mir diese knappe Geschichte gefallen.

Also so gelassen und den Rohtext durchkorrigiert, vorigen Freitag, bevor wir nach Salzburg gefahren sind, habe ich den Text dem Alfred gegeben, der gerade die „Sommergeschichte“ fertigstellt und auch schon  am „Adventkalender“ arbeitet, wo wir noch das Foto brauchen.

Das war aber zu früh und zu schnell, denn am Dienstag hat mir  Klaus Khittl, den Text mit vielen Anmerkungen zurückgeschickt, denn wie beschrieben, kenne ich mich in der Transgenderszene  nicht wirklich aus.

Es waren auch sehr brauchbare und  schnell durchführbare Änderungen dabei. Anderes, wie zum Beispiel,  die Namensgebung, Paulchen, Paula Paul, erwiesen sich als schwieriger, denn wie schreibe ich jetzt über eine Paula, die einmal ein Paul war?

Ich habe es eher unbekümmert gemacht und den Paul als „er eingeführt, aber dann redet man sich auch  anders an, weil die Identität, wie mir Klaus Khittl erklärte, über die Namen geht.

Ein paar solche Veränderungen hatte ich  schon in meinen Text, aber jetzt kam ich in einen Änderungstaumel und zu der Frage, ob ich es nicht überhaupt umschreiben soll?

Also aus dem Paul gleich eine Paula machen und an der Figur, des Pauls, die mir eigentlich stimmig erschien, sollte ich auch noch etwas ändern und eine Charakteränderung erklären.

Also wieder Ratlosigkeit und den Impuls alles hinzuschmeißen und aufzugeben.

Beziehungsweise käme ich, wenn ich das alles anwende, zu Veränderungen, die vielleicht das Gesamtkonzept zerstören, denn natürlich dreht man ein Handy ab, wenn man schlafen geht, aber dann kann einem eine Mutter durch einen Anruf nicht mehr stören und wenn ich allzu korrekt mit der Sprache werde, ist vielleicht der Reiz an den Wortspielen verschwunden und es wird hölzern, was ein literarischer Text auch nicht sein soll.

Aber ich will ja länger mit meinen Texten brauchen und nicht schon nach ein paar Wochen fertig sein, um dann zu hören, daß sie unfertig, Rohfassungen, etcetera, sind.

Das höre ich auch bei meinen anderen Texten, wo ich in der Materie sicherer bin, hier weiß ich wirklich wenig und sollte die Gelegenheit zum Recherchieren nützen, habe ich gedacht, was auch sehr logisch klingt.

Also bin ich die letzten Tage mein Manuskript mehrmals durchgegangen und immer ratloser dabei geworden, beziehungsweise unzufrieden.

Gestern habe ich dann gedacht, daß ich diese Ratlosigkeit  auch in einem Vorwort erklären und mich bezüglich Paul noch ein bißchen einlesen kann und die Idee aus dem am Donnerstag entstandenen Opernballtext noch eine Geschichte mit Bundespräsidentin Awadalla auf dem Opernball zu machen ist mir auch gekommen, denn ein bißchen werden die Schreibgruppen-Texte, wenn ich nicht gerade eine Romanszene schreibe,  sehr dokumentierend.

So habe ich über El Awadallas Präsidentschaftskanditatur berichtet, ich könnte sie aber mit einem lila Abendkleid, ihrer weißen Brille und der rotweißroten Staatsschleife auch auf den Ball schicken und sie Herrn Strache und Herrn Lugner gegenüberstellen oder damit vor die Oper demonstrieren lassen.

Das wäre dann ein erzählender Text, zu dem ich länger brauchte, um auf die diesbezügliche Idee zu kommen, denn wenn es im Cafe Fortuna „Achtung, fertig und jetzt zwanzig Minuten schreiben!“, heißt fängt man ja vielleicht mit „Heute ist Opernball!“, an und dann wird es nicht sehr erzählend.

Mal sehen, ein kurzer Einschub, damit „Paul und Paula“ noch reifen kann, bis ich zu einem Text komme, der fachlich stimmt und ich damit zufrieden bin, egal wie lang er wird und wieviel ich auch noch ändern muß, wird nicht schaden und kann mich vielleicht auf neue Ideen bringen, obwohl der dann entstandene Text nichts mit der „Paul und Paula-Geschichte“ zu tun hat.

Und das ist es  auch, was ich mir immer wünsche, einen Text ausreifen lassen und sprinte  mir dann immer selber zu schnell davon.

Das ist sicher eine meine Schwachstelle, wo ich mich an der Hand nehmen sollte, auch wenn mir bisher diesbezüglich nie sehr viel eingefallen ist, deshalb bin ich Klaus Khittl beziehungsweise Gloria G. über ihre genauen fachlichen Anmerkungen, auch wenn ich sie nicht immer ganz nachvollziehen kann und sich einiges dagegen wehrt, sehr dankbar.

Ansonsten könnte ich über das  das „Quantitätsschreiben“, das ich ja nicht wirklich will, berichten, denn da hat Jacqueline Vellguth, ihren Jännerroman schon veröffentlicht hat und auch erwähnen, daß es auf ihrer Seite, sowie beim „Literaturcafe“ eine Diskussion über „Einsternrezensionen“ gab.

Und das ist  auch etwas, was mich beschäftigt , da ich vermutlich bei meinen Texten, würde ich sie bei „Amazon“ veröffentlichen, auch solche bekommen würde und ich könnte mich dann nur selbst verteidigen, aber genau das, las ich bei Wolfgang Tischer und denke ich auch, das es stimmt, ist es, was man nicht soll.

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