Literaturgefluester

2019-05-14

Die unsichtbare Frau im RC

Filed under: Lesung — jancak @ 23:31
Tags: ,

Im Jänner bin ich ja zu der Frauen Lesung von Andreas Diefenbachers „Möchtler“ gegangen, habe da erfahren, daß der Autor mich und meinen Blog kannte, sein Leseexemplar bekommen und Sibylle Summer, der engagierten Organisatorin vom „Republikanischen Club“ meine „Unsichtbare Frau“ gezeigt, das da gerade erschienen war. Ich habe sie nicht gefragt, ob ich damit vielleicht im Club lesen kann, obwohl mich da schon Irene wondrasch, da zu einer GAV- Lesung eingeladen hat, sie hat mir aber gleich einen Termin gegeben und ich habe mich gefreut, natürlich selbstverständlich.

Denn die „Unsichbare Frau“ ist ja, obwohl selbst herausgegeben, ein wichtiges politisches Buch, aus dem ich schon beim „Volksstimmefest“ eine Szene glesen habe, bei der Lesung zu der mich der Rudi eingeladen hat, bei der „Poet-Nigth“, bei meiner Geburtstagslesung und auch bei dem „Wilden Worten“, weil ja das Eingangsgedicht wieder von Richard Weihs stammt und auch  bei Erika Kronabitters Geburtstagsfest.

Der Uli hat, weil er ja das Vorbild für den Alfons Tratschke war, sein Belegemembar bekommen und mir gefällt es, die ich ja die plitischen Entwicklungen von links und rechts sehr genau verfolge, auch sehr gut.

Dann hatte ich aber Zweifel wer zu der lesung kommen würde? Denn eine Einzellesung und bei denen, die ich in den letzten Jahren hatte, wie beispielsweise im „Reading Room“ hatte ich ja nie sehr viel Publkim. Ich habe die Lesung aber in meinen Blog angekündigt und immer wieder bei meinen aktuellen Artikeln darauf hingewiesen, mich aber, weil ich ja schon bei der Lesung aus der „Sophie Hungers“  im Cafe Amadeo, außer dem Veranstalter und dem Alfred keine Zuhörer hatte, darauf eingestellt, daß ich vielleicht mit der lieben Sibylle Summer allein ein Glas Wein trinken werde, denn der Alfred ist ja derzeit noch in Kuba, und die die mir in den letzten  Tagen auf die Lesung aufmerksam gemacht und sie dazu eingeladen habe, haben mir alle gesagt, „Leder leider keine Zeit, weil einen anderen Termin!“ Auch die Ruth, die ja meistens zu meinen Lesungen kommt, hat leider abgewinkt, also war ich ziemlich pessimistisch, als ich nach meiner fünf Uhr Stunde mit meiner Büchertasche in den Republikanischen Club, in die Rockhgasse aufgebrochen bin.

Aber es ist so wie es ist und die Angela und der Josef hatten mir ihr Kommen versprochen, die Margit Heumann auch, also vielleicht  eine Handvoll Zuhörer und so war es dann auch, die Linda Christanell ist noch zusätzulich gekommen und eine Frau, die im ORFarbeitet, also zugegeben kein sehr großer Andrang.

Aber wie ich glaube eine sehr schöen Lesung und ich habe mich auch. wie beim Geburtstagsfest durch das Buch gelesen, mit dem Alfrons Tratschke begonnen, dann die unsichtbare Frau-Szene glesen, bei der ich mir auch beim  „Writer Tetreat des Writer Seminars“ von einer Psychologenkollegin Feedback holte, dann die Szene aus dem österreichischen Kultursinstitut mit der KehlmannFranzen lesung und dann die Nobelpreisszene, die ich ja sehr mag und mir auch beim „Writermarathon“ des „Writerstudios“ Feddback geholt habe.

Nachher und auch schon vorher gab es Wein und Knabbereien und eine intensive politische Diskussion und mein Resumee, es ist, wie es ist. Fünf Zuhörerinnen und einen Zuhörer und die liebe Veranstalterin.

Ich kann es nicht ändern und die „Unsichtbare Frau“ ist ein gutes und wahrscheinlich auch politisch wichtiges Buch und ich habe am Nachhauseweg auch gleich ein Exemplar in das kleine Bücherkastl bei der Buchhandlung Kuppitsch hineingelegt und wem es interessiert, ich korrigiere immer noch an der „Magdalena Kirchberg“ die mein nächstes Buch werden wird.

Dann kommt ein Buch über das Schreiben und wie es dann weitergeht, habe ich keine Ahnung, obwohl schon ein paar Ideen in meinen Notizbuch sthen.

Werbeanzeigen

2019-01-03

Die unsichtbare Frau

Filed under: Buchpromotion — jancak @ 08:56
Tags: , ,
Alternativtext

Das neue Buch

Hurrah, hurrah, es ist da, mein fünfundvierzigstes selbstgemachtes Buch und das  erste im Jahr 2019, die „Unsichtbare Frau“, die den Wahlkampf von 2017 und die politische Wende, den Rechtsruck Österreichs, an Hand einer Bloggerin und ihren Blog „Die unsichtbare Frau“, beschreibt.

Frisch aus der Druckerei gekommen, kann ich es proudly präsentieren und die Gewinnspielfragen der Vorschau auflösen:

  1. Das Vorgängerbuch sind die Bloggeschichten „Besser später als nie“, die hier im Blog zum größtenteils aus Schreibimpulsen entstanden sind und die sich hier finden lassen. Das Buch ist eine unpolitische Geschichte, die allerdings Personen als Helden habt, die man auch hier, wie etwa Lilly Schmidt, die Bloggerin, finden kann.
  2.  Die Orte in denen das Buch spielt, sind Wien, hier geht die unsichtbare Frau des Nachts mit der Tarnkappe auf Kopf auf ihre Traumreisen, New York, wo die Bloggerin Lilly Schmidt ihre Amanda Siebenstern auf Reisen schickt, Stockholm wo Jonathan Larsen um seine Frau trauert und einen Nobelpreisvorschlag machen soll und dann noch Frankfurt, wo es ja die Buchmesse gibt und ein nicht genannter Ort in Deutschland, wo der rechte Blogger Alfons Tratschke zu Hause ist.
  3. Die beiden Schriftsteller die im österreichischen Kulturinstitut von New York auftreten, sind Jonathan Franzen und Daniel Kehlmann.

Hiermit ist das Gewinnspiel zu Ende. Leider hat sich keiner gefunden, der die Fragen auflösen und das Buch gewinnen wollte.

Deshalb wiederhole ich noch einmal den ersten Satz:

„Amanda Siebenstern fühlte sich müde und erschöpft, als sie nach Hause kam.“

Wer mir hierzu einen Absatz schreiben will, kann auch noch ein Buch gewinnen, habe ich zwei oder drei Absätze, stelle ich sie hier mit meinem Absatz hinein und man kann raten, was das Original und was die „Fälschung“ ist und auch ein Buch gewinnen.

Wer nicht raten will, kann sich an einer Leserunde über das Buch beteiligen. Dafür vergebe ich fünf Bücher und bitte um Kommentare und eine rege Diskussion.

Der liebe Uli, der das Vorbild für den Alfons Tratschke war, der hier ja schon seit zwei Jahren, wie der Alfons auf Lilly Schmidts Blog, kommentiert, wird sich sicher melden und seine Meinung sagen und vielleicht auch wie der Alfons über die „linksverseuchten Frauen“ schimpfen.

Aber vielleicht gefällt es ihm auch, ich bin gespannt und wer sich zuerst in das Buch ein wenig einlesen möchte, ist hier richtig.

Es hat sich einmal ein Kommentierer von mir gewünscht, mehr über die Lesung von Daniel Kehlmann und Jonathan Franzen zu erfahren. Falls er hier noch mitliest, das wäre jetzt die Gelegenheit.

2018-12-16

Vorschau auf „Die Unsichtbare Frau“

Wien im Herbst 2017 kurz vor der Wahl, bei der sich wieder eine blauschwarze Regierung bilden soll.

Lilly Schmidt, die in New York Kuratorin am österreichischen Kulturinstitut ist, schreibt einen Blogroman, in dem sie eine „Unsichtbare Frau“, die prekär beschäftigte Deutschlehrerin, Amanda Siebenstern, des Nächtens zu Donald Trump, Recep Erdogan, Wladimir Putin oder auch Minister Basti schickt, um ihnen die Leviten zu lesen, beziehungsweise sich in das Politgeschehen einzumischen.

Während das passiert wird sie sowohl von ihren Eltern, die wir aus „Besser spät als nie“ kennen, als auch von der vierundzwanzigjährigen Germanistikstudentin Slavenka Jagoda aus Bratislava oder Kosice besucht, die ihre Dissertation über die „Unsichtbare Frau“ und den Einfluß von Blogromanen schreiben will.

Außerdem gibt es den mit der gegenwärtigen Politik unzufriedenen Alfons Tratschke, dem alles zu „linksverseucht“ erscheint, einen Techniker und Hobbyschriftsteller, der die Frankfurter Messe besucht und der Nobelpreis für Literatur wird in diesem Jahr natürlich auch vergeben.

 

Hier also die Vorschau auf die „Unsichtbare Frau“, das Buch, das den Wahlkampf von 2017 beschreibt und demnächst an die Druckerei gehen wird.

Auf der Website gibts man das Probekapitel zu finden, hier wieder ein Gewinnspiel für die, die sich für das Buch interessieren und eines nach Erscheinen gewinnen wollen. Unten verlinke ich die Schreibberichte, die beim Rätsel helfen können. Also:

  1. Wie heißt das Buch, das man als das Vorgängerbuch bezeichnen könnte und was ist das besondere an ihm?
  2. Wie heißen die Orte in denen das Buch spielt?
  3. Wie heißen die beiden Schriftsteller die im österreichischen Kulturinstitut von New York lesen, als Slavenka Jagoda dort eintrifft?

Und hier der erste Satz des Buches:

„Amanda Siebenstern fühlt sich müde und erschöpft, als sie nach Hause kam.“

Wer möchte kann mir im Sinne eines „Mimikry-Spieles“ einen Absatz dazu schreiben. Wenn ich ein paar bekomme, stelle ich sie mit meinem Absatz in die Präsentation und man kann raten, was das „Original“ und was die „Fälschung“ ist und wieder ein Buch gewinnen.

Ich würde auch wieder gerne eine Leserunde veranstalten, wo man über das Buch diskutieren kann und vergebe dafür bis fünf Exemplare.

Wer daran interessiert ist, bitte melden. Rezensionsexemplare kann ich auch zur Verfügung stellen.

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17

2019-01-21

Drei Frauen lesen Andreas Tiefenbacher

Publikum

Publikum

Andreas TIEFENBACHER

Andreas TIEFENBACHER

Heute hätte ich eigentlich zu Ursula Krechel in die „Alte Schmiede“ gehen wollen, da aber der Alfred am Montag Altersteilzeit hat und ich an seinen arbeitsfreien Tagen gerne etwas mit ihm unternehmen will, er aber nicht so gerne in die „Alte Schmiede“ geht, habe ich ihn überredet mit ihm in den Republikanischen Club zu gehen da dort Judith Gruber- Rizy den oberösterreichischen Autor Andreas Tiefenbarer mit seinem „Möchtler“ präsentierte und mit Gabriele Schmoll und Vera Albert, die ich von den KAV-Supervisionen kenne und die eine Zeitlang einen Verlag hatte aus den siebzig Teilstücken gelesen hat.

Eine „Frauen lesen Frauen Veranstaltung“ wird es wohl nicht gewesen sein, da aber Judith Gruber-Rizy und Helmuth Rizy eine Reihe im Literaturhaus haben, wo am Mittwoch Christine Mack, Ines Oppitz und Herbert Christian Stöger vorgestellt werden, war das wohl eine Art Vorveranstaltung und ich habe den 1961 in Bad Ischl geborenen Andreas Tiefenbacher glaube ich schon einmal in der „Alten Schmiede“ gehört und vor zwei Jahren seinen bei „Wortreich“ erschienenen „Liebesdilettanten“ gelesen, der wie Judith Gruber-Rizy, die Veranstalterin sagte, eine Art Fortsetzung seines 1995 erschienenen Debuts ist, der wie der anwesenden Autor später betonte, eigentlich kein Roman ist, sonder aus siebzig Notizen, beziehungsweise siebzig Plagen besteht und der „Möchtler“ ist ein Jugendlicher, der stark an der Pollenallergie leidet, die damals in den sechziger und siebziger Jahren, wo er aufgewachsen ist, niemand erkannt hat und der auch immer unter seiner Schwäche litt, weil man im Salzkammergut, auch am Sonntag arbeiten, die Zimmer im Haus an die Fremden vermieten mußte und der kleine Hans wohl niemals so kräftig, wie sein Vater werden würde.

Er litt also unter den Sommer, wo er sich am liebsten in seinem Zimmer verkroch, während er im Winter aufblühte, dort am liebsten den ganzen Nachmittag im Freien und im Schnee verbrachte und sich auch gerne den Gletscher des Dachsteines ansah, wenn die Familie einen Sonntagsausflug machte und im Gasthaus zum Dachsteinblick einkehrte.

Gabriela SCHMOLL, Vera ALBERT, Judith GRUBER-RIZY

Gabriela SCHMOLL, Vera ALBERT, Judith GRUBER-RIZY

Der Autor erklärte dann einiges zu seinem Buch, das zwar der Verlag, aber nicht er selber, Roman nannte und meinte, daß, wie es erschienen ist, niemand erkannt hätte, daß es sich dabei, um einen parodistischen Antiheimatroman gehandelt hat. Da muß die Psychologin gestehen, daß sie das Ganze eigentlich  als eine sehr eindringliche autobiographisch Kindheitsschilderung gehalten hätte, was mir der Autor auf Nachfrage auch bestätigt hat.

Nachher gab es nicht nur Wein und die üblichen Knabbereien, sondern sogar belegte Weckerl und Kuchen, die offenbar von einem Buffet übergeblieben sind und Gespräche mit Vera Albert, Judith Gruber- Rizy, Elfriede Haslehner und einigen anderen. Bernhard Widder, Elfi Resch, Simon Kontas waren ebenfalls da.

Ich habe den „Möchtler“ weil ich ja so wenige Bücher habe, jetzt auch auf meiner Leseliste und besonders erfreulich einen Termin für meine „Unsichtbare Frau“ im Republikanischen Club am Dienstag den 14. Mai um 19 Uhr habe ich auch und lade jetzt schon alle daran interessierten sehr herzlich zur Lesung ein.

2018-02-18

Depressive Frauen

Filed under: Buchpromotion,Glosse — jancak @ 17:22
Tags: , ,

Obwohl es mir ganz gut gelungen ist, wieder in den Veranstaltungsplan hineinzukommen und ich in der letzten Woche sogar auch wieder in der „Gesellschaft für Literatur“ war und auch genug zu Lesen habe, jetzt wieder ein Artikel bezüglich des Zehnjahresjubiläums, denn da habe ich meinen Lesern ja eine Serie zu meinen Büchern versprechen, um die hier ein wenig vorzustellen, weil sie sonst nicht zu entdecken sind, da ich sie mir ja selber drucken lasse und da zwar im Katalog der National- und der deutschen Bibliothek bin, aber sie jetzt nicht mehr an die Dokumentationsstelle für neuere Literatur ins Literaturhaus und auch nicht mehr an die GAV-Bibliothek schicke, nur immer eines in eines der offenen Schränke lege und da habe ich kürzlich im Netzt gesehen, wird das „Bibliotheksgespenst“ schon um zehn Euro im Netz angeboten. Ob der der Finder einen Käufer findet wird?

Wenn ihm mein Schreiben aber interessiert, kann er auf meinr Website nachsehen und die Probeakapiteln zu meinen Büchern lesen, es gibt die „Vorschauen“ und den Promotionsartikeln im Netz, die immer was zu den jeweiligen Büchern erzählen und auch ein paar spezielle Artikel zu den Themen, zu den Lieblingsbüchern, den Romananfängen und da man bei an die vierzig Büchern zu den Themen wahrscheinlich mehr als nur ein paar Worte verlieren kann, gibt es auch ein paar extra Artikel, obwohl meine Themen gar nicht so unterschiedlich sind und einem regelmäßigen Leser werden wahrscheinlich die depressiven Frauen auffallen, die meistens die Protagonistinnen sind.

Die Anna hat das, glaube ich, schon vor Jahren angesprochen, daß da oft eine arbeitslose oder sonst nicht Mitten im Leben stehende Frau, die Heldin ist, die im Lauf der Handlung eine Wende macht und meist ist die postiv und es geht gut aus. Die Heldin findet wieder Anschluß und Freude am Leben, bekommt einen Job, hat jemanden kennengelernt, der sich um sie kümmert, etcetera.

Zu positiv? Vielleicht, aber ich bin vom Brotberuf ja Psychologin und Psychotherapeutin und habe da meine Themen auch her, weil es ja öfter depressive Frauen sind, mit denen ich arbeite und was die eigene Depressivität betrrifft, ist es auch nicht gerade lustig an die fünfundvierzig Jahre zu schreiben und immer zu hören und zu denken, da bist du nicht gut genug, das schaffst du nicht, hör doch damit auf!

Das sehe ich, wenn ich nach Änderungen suche, leider wirklich nur als einzige Alternative und das will ich nicht und schreibe weiter, bin aber gerade jetzt wieder in einer Blockade, weil das, das  nützt ja eh nichts, so stark ist, daß ich nicht weiter mit dem Korrigieren der „Unsichtbaren Frau“ kommen, die ja auch eher eine depressive ist und die Magdalena, die nächste Protagonistin, von der es ja schon zwei Textproben gibt, wäre das ja auch.

Angefangen habe ich ja auch mit dem Schreiben über das erfolglose Schreiben, aber das ist ein weiterer Artikel, der demnächst kommt und mein veröffentlichter Debutroman die „Hierarchien“ beschäftigt sich nicht wirklich mit dem Thema Depression, sondern da habe ich mein Weggehen von der Klinik, wo ich vier Jahre halbtags Vertragsassistentin war, in die freie Praxis beschrieben und dort ist es mir ja nicht so gut gegangen.

Das Buch ist nicht sehr gut angekommen, was ich auch noch nicht so ganz verstehe, denn es war sehr ehrlich, aber natürlich ist das kein Kriterium für gute Literatur und sehr erhöht schreibe ich auch lnicht, obwohl mir das Buch, als ich es später gelesen habe, gar nicht so schlecht gefallen hat.

Aber ich wollte ja über die depressiven Frauen schreiben, obwohl man die vielleicht gar nicht immer so leicht von dem Thema „Älter werden“ und „Sterben“ abgrenzen kann und inwieweit, die Arbeitslogkeit mit der Depression korreliert, wäre auch eine interessante Frage, aber da fällt mir schon „Die begrenzte Frau“ ein, 2002 erschienen, Judith Gruber-Rizy hat den Beschreibungstext verfaßt und die wäre so ein Beispiel für eine depressive Frau

Die Archtiektin Agathe Zimmermann verliert ihren Job, hebt ihr Geld von der Bank ab und beschließt es auszugeben und danach in den Wald zu gehen und nicht mehr wiederzukommen.

Es kommt anders, denn sie lernt einen polnischen Sänger kennen, der vor der Staatsoper die Arie des Cavaradossi aus der „Toska“ singt und eine erfolglose Schriftstellerin, mit der sie in einem Bus Werbefahrten macht. Enen alten Mann in einer Hütte und einen Job bekommt sie dann auch.

Da wäre vielleicht das Muster, mit dem ich, wie vielleicht schon stimmen kann, viel zu wenig abgehoben und vielleicht auch zu schnell und unfertig meine Geschichten erzähle. Die Resonanz bleibt ja meistens aus, obwohl ich schon ein paar Rezensionen habe und es jetzt ja auch mit einer Leserunde versuchen möchte, aber dazu müßte ich Leser haben, die sich auf das Buch einlassen und mir Feef back geben möchte, was ja auch nicht so einfach ist.

Und 2003 war ich auch noch nicht so weit, denn da hat es das „Literaturgeflüster“ noch nicht gegeben und ich habe meine Bücher höchstens bei meinen Lesungen vorgestellt und ein Stückchen daraus gelesen.

Den Blog hatte ich dann schon, als 2010 „Sophie Hungers Krisenwelt“ erschienen ist und da gab es mit meiner ersten Kritikerin auch eine entsprechende Diskussion über die sprechenden Namen, weil es ja eine Schweizer Künstlerin gibt, die Sophie Hungers heißt, aber der Namen hat mir gefallen und meine Sophie Hunger, wie sie dann vorsorglich hieß,  ist auch eine freiberuflich arbeitende Lektorin, die ihre Aufträge verliert und, wie Andrea Stift in ihrerm Beschreibung schrieb, „um nicht in depressiven Stillstand zu verfallen, beschließt die Wirtschaftskrise in einer Art literarischen Winterschlaf zu verbringen.“

Und um eine wirkliche depressive Frau, fällt mir ein, ist es schon in dem früher erschienenen Roman „Die Radiosonate“ gegangen. Da ist die Josepha Stock, die ihren depressiven Alltag mit dem Radiohören verbringt und über ihre Todesarten nachdenkt, aber nicht die Hauptfigur, sondern eigentlich nur eine Episode. Die Hauptfigur wäre vielleicht, wo wir schon wieder beim anderen Thema und dem Alter Ego wären,  die erfolglose Schriftstellerin Elisa Eisenstein, die über Amanda Silberkandl und  Xaxer Mayrhofer, den beiden Radiomoderatoren, die aus Ö1 entstiegen sein könnten, einen ultimativen Roman schreiben will, der sie durch das „einsame Jahr“ begleitet.

Das Bücherlesen hatten wir schon 2009, bei der Sophie, obwohl es die Bücherschränke und die Idee mit dem Auflesen der ungelesenen Exemplare, erst später kam und da versucht ja die Thekla Morgenstern ihren Pensonsschock, man sieht meine Protagonistinnen werden schon älter, das Buch ist auch 2016 erschienen, damit zu überwinden und lernt dabei nicht nur die Fritzi Jelinek, die wir ja schon aus der „Absturzgefahr“ kennen, näher kennen, weil sie in ihre „Bibliotherapiegruppe“ geht, nein sie hilft auch der kleinen Yasmin Bilic aus ihren Sorgen mit ihrer Freundin Selma, die nicht mehr in die Schule kommt, weil sie dort kein Kopftuch tragen darf und da wäre wir schon beim nächsten Thema,  nämlich dem der „Flucht und Migration“ und da gibt es dann noch zwei Bücher, wo die depressiven Frauen nur am Rand vorkommen, aber da gibt es im Sommerbuch eine demente Oma und da wären wir schon bei einem anderen Thema, wo sich die Depression vielleicht mit dem Vergessen verbindet.

Denn die ehemalige Buchhändlerin Anna Mittlinger ist ja nicht depressiv, sondern hat eine Alzheimerdiganose bekommen, die sie ins Leben hinaustreibt und einen rumänischen Arzt kennenlernen läßt, aber die macht vielleicht auch ein  depressiv und so ist es wahrscheinlich auch, wenn man die Diagnose einer unheilbaren Krankheit bekommt, wie ich es die Journalistin Veronika Sieberer erleben ließ.

Da war mein Thema eigentlich die „Sterbehilfe“, weil ich mit dem Buch von Ernst Lothar nicht einverstanden war.

Es ist eine Behandlungsverweigerung daraus geworden und eigentlich ist die Veronika Sieberer, die ihren alten Nachbarn aus einer Krise heraushilt und seine Hüte aufträgt, auch gar nicht depressiv, sondern lebt ihr Leben selbstbestimmt bis zum Ende weiter, obwohl das Sterben ja sicher nicht so einfach ist.

Und das Thema „Alter werden“ und „Sterben“ gehört auch zu meinen Favoriten. Von ältereren Eltern aufgezogen, habe ich  schon einige Leute bis an ihr Ende begleitet, habe auch Sterbehilfeseminare gemacht und mich bei meinen psychologischen Unterricht an Krankenpflegeschulen mit diesem Thema beschäftigt, begleite manchmal Klienten durch diese Situation, werde selber älter und meine Pensionistennen, wie etwa die „Paula Nebel“, oder die alte Dame im „Novmbernebel“ sind auch rüstige Pensionistinnen, die dem Leben etwas abgewinnen und sich nicht unterkriegen lassen wollen.

„Beim Sterben sollte man zu Hause sein“ meinem zweiten „Nanowrimo“, an dem ich mich 2012 wieder beteiligte, ist sogar eine besonders betagte Frau die Heldin, nämlich die fünfundneunzigjährie Lea Weissensterner, die einen alten Herrn in einer Seniorenresidenz kennenlernt und seine Memoiren schreibt und besonders alte Menschen, nämlich neunzig bis hundertjährige kommen in meinen Texten auch immer wieder vor.

In den „Wiener Verhältnissen“ ist der Held ein jüdischer Schriftsteller, der Wien 1938 verlassen mußte und ich habe jetzt die depressiven Frauen verlassen, die mich aber, wie man sieht, immer wieder einholen und sich mit den arbeitslosen Frauen, den erfolglosen Schriftstellerinnen, den Älterwerdenden, an Krebs oder Alzheimer erkrankten etcetera, immer wieder überschneiden.

Interessante Themen, wie ich finde, und mich immer wieder, jetzt schon in über vierzig Bücher an sie heraunmache, damit vielleicht schon ein wenig ausgeschrieben bin, so daß ich schon länger „Nicht schon wieder eine depressve Frau!“, stöhne, mich aber dann doch immer wieder damit beschäftige und jetzt nur noch gespannt bin, ob es die „UnsichtbareFrau“, die ja wahrscheinlich auch ein wenig depressiv ist, obwohl sie jünger ist und an den blauschwarzen beziehungsweise prekären Verhältnissen leidet, in Buchform geben wird und im „Bibliotheksgespenst“ fällt mir ein, gibt es auch eine depressive Frau, nämlich die Lehrerin Therese Schwarzenberg, die ihrer Depression, beziehungsweise ihrer Freundin und ihrem Psychiater mit einem Bus von Wien zuerst nach Belgrad und dann über Graz, Linz und Salzburg bis nach Berlin fährt und dort von der realen Wirklichkeit nämlich den Anschlägen am Weihnachtsmarkt eingeholt, was eine auch depressiv machen kann oder eine solche weiterbestehen läßt.

Bei den depressiven Frauen hätten wir noch die „Karoline Wagner“ von 2006, da hat Erika Kronabitter den Text geschrieben, nachdem ich Szenen aus dem Buch 2005, bei der „Text und Kritikwerkstatt“ auf der Silvrettahöhe vorgetragen habe.

Da ist die Heldin eine  erfolglose Lebensberaterin, die in die Fängen des Nobelpreisbetrieb geträt, beziehungsweise eine sich versteckt haltende Frau beobachtet, die im Buch Larissa Lichtblau heißt, aber an die Nobelpreisträgerin von 2004 erinnern könnte, eine analphabetische Putzfrau und einen untergetauchten Zeitschriftenmagnaten gibt es auch und wir sind schon wieder im erfolgreichen oder erfolglosen Literaturbetrieb und nicht wirklich bei den depressiven Frauen und auch Mathilde Schmidt, die Frau aus der Pizzeria mit dem Glas Wein aus „Besser spät als nie“ ist das warhscheinlich nicht wirklich, zumindest nicht diagnostiziert.

Denn da hätten wir wahrscheinlich wirklich nur die Josepha Stock und die Thekla Morgenstein, aber beide sind höchstwhrscheinlich nie zu einem Psychiater gegangen.

Das taten nur Therese Schwarzenberg aus „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“ und  Anna Augusta Augenstern aus den „Berührungen“ aber die ist  auch Autorin und will einen Roman schreiben, hat aber eine schlechte Kritik bekommen und geht deshalb zu Theo Hardenberg, der sie eigentlich auch mehr literarisch berät und da wäre noch die Selma aus der „Frau auf der Bank“, die selbsternannte Stadtsheriffa, die ist wahrscheinlich depressiv und geht ins AKH, hatte aber auch eine Psychose hinter sich.

Man sieht ganz schön verwirrend, der Schreiballtag einer erfolgfrei schreibenden Psychologin und Psychotheraueptun mit Überlappungen und Überschneiderugen.

Neugierig darauf geworden?

Da ich schon über vierzig selbstgemachte Bücher habe, habe ich jetzt sicher noch einiges vergessen.  Vergebe sie aber gerne, sofern sie noch nicht vergriffen sind, an die, die sich dafür interessieren, beziehungsweise  mir eine diesbezügliche Frage oder Kommentar schreiben möchten.

2017-06-17

Eine Frau auf Reisen

Lily hatte sich,  den Brief immer noch in der Hand, auf einen der Barhocker, den es vor ihrer kleinen Eßtheke im Küchenbereich ihres Lofts gab, gesetzt und starrte nachdenklich vor sich hin.

Die schulterlangen dunkelbolonden Haare fielen ihr unfrisiert ins Gesicht. Vor ihr stand der Becher mit Kaffee, auf der  Eßtheke lag ihr Handy und auf dem hatte sie vorhin einen Anruf von Slavenka Jagoda bekommen, die ihr mitteilte, daß sie gut in N.Y angekommen sei und ihr kleines Atelier, das es im Dachgeschoß des Instituts gab, bereits  bezogen hatte. Sie würde sie treffen und kennenlernen, wenn sie sich aufgerafft und angezogen hatte und ins Institut zu ihrer Arbeit fuhr.

Slavenka Jagoda, die dreiundzwanzigjährige Slavistin und Germanistin aus der Slowakei, die ein dreimonatiges Praktikum unter ihrer Leitung, im Kulturinstitut antreten würde.

Sie war also voll beschäftigt, sie einzuleiten und einzuführen und ihr auch die Schön-und Besonderheiten von N.Y zu zeigen, so daß sie abgelenkt war und  keine Zeit hatte, länger  an den seltsamen Brief, des seltsamen Rechtsanwalts von der seltsamen Tante, die eigentlich gar keine war, zumindestens hatte sie sie nie richtig kennengelernt, weil die Mami sie ja haßte, wie der Teufel das Weihwasser, was sie jetzt erst richtig verstand.

„Wui, da hatte sie  einen richtigen Roman erlebt oder könnte,, wenn sie nur literarisch genug begabt wäre, einen solchen darüber schreiben. Eigentlich zwei oder drei wahrscheinlich. Eine ganze Serie, wie das jetzt  im Bereich des Joung Aldults gang und gebe war und die Kids und die Fans sich darum rißen, denn die Großeltern hatten, weil sie nur ein Kind statt der bekommenen Zwillinge haben wollten, die ihr unbekannte Tante, der Mutter vorgezogen, die nur so weit mitlaufen lassen, daß es in der Schule nicht auffiel und das Jugendamt nicht antanzte und der hatte dann noch, als sie sich von ihren jugendlichen Traumen so weit emanzipiert hatte, daß es ihr gelungen war, von ihrer Haus- und Kindermädchentätigkeit bei den Zawriks auszureißen und sich in Berlin als Verlagssekretätrin zu etablieren, Tante Natalie, die inzwischen Psychoanalytikerin, wohl eine besondere Perfidie des Schicksals, geworden war, ihren Vater weggenommen, ihn statt ihr gehreiratet und der Dodel, so könnte man wohl sagen, hatte gar nicht gemerkt, daß er drei Monate später eine Natalie statt eine Mathilde geheiratet hatte, während, die nach Wien zurückgekehrt war und von ihrer Frauenärztin oder Arzt erfuhr, daß sie Mutter wurde.

Man könnte wahrlich einen Roman darüber schreiben und sie könnte es auch versuchen, war sie doch begabt, hatte  Literaturwissenschaften studiert, war Kuratorin im österreichischen Kulturinstitut in New York und einen Blog führte sie auch, in dem sie  ihre Gedanken und auch Skizzen in die Welt hinauszuschickte.

Und da hatte sie auch vor oder sogar schon damit begonnen, eine unsichtbare Frau zu erfinden, die ob dieses Umstandes keine Grenzen kannte und sich daher  nächtens in die Schlafzimmern von Donald Trump oder Wladimir Putin einfinden konnte, um ihnen die Leviten zu lesen.

Eine köstliche Idee war das und die erste Geschichte, die allerdings, weil jeder klein anfangen muß, statt vom US- Präsidenten nur vom österreichischen Außenminister Sebastian Kurz handelte, war schon geschrieben. Nur hatte ihre Heldin, ihre unsichtbare Frau noch keinen Namen oder vielleicht doch.

Wenn sie ehrlich war, konnte sie nicht leugnen, daß ihr vorhin, als die das Telfonat mit Slavenka Jagoda beendete, gedacht hatte, daß das ein schöner Name für ihre Protagonistin wäre.

Slavenka Jagoda, die Germanistin und Slavistin, die in Kosive in der Ostlowakei geboren wurde, in Bratislava Deutsch studierte und jetzt drei Monate Praktikantin in N.Ywar. Das war doch eine Frau auf Reisen und sie konnte ihre Heldein so oder auch natürlich anders nennen, damit die ihr noch unbekannte Slavenka, sie nicht klagen konnte. Sie konnte sie sich aber als Vorbild nehmen, um ihrer Protagonistin einen realistischen Background zu geben und da konnte sie sie immer noch Jelena Jasenska oder, wie auch immer nennen.

Da konnte sie sich Zeit lassen, sich das in Ruhe zu überlegen, mußte sich nicht treiben und hetzen,  wo sie doch eigentlich zu beschäftigt war, über so etwas Unwichtiges nachzudenken, hatte sie doch andere Sorgen.

Sie mußte sich anziehen und ins Institut fahren. Aber vorher mußte sie noch die Mami anrufen und ihr von dem Brief des verrückten Anwalts erzählen. Sie fragen, ob sie auch einen solchen bekommen hatte und sich erkundigen, ob das mit ihrem Vater und das ihr der von der jetzt verstorbenen Tante weggeschnappt worden war, stimmte?

Mußte fragen, ob sie auf das Begräbnis geben würde?. Sollte eigentlich selber nach Wien fliegen, um den unbekannten Vater kennenzulernen. Aber „Stop, halt, Lily reiß dich zusammen, bleib am Boden der Realität, sei nicht so schnell, dein Vater ist, wenn dich die Tante richtig informiert hat, Leiter des Starverlags in Berlin gewesen und, als solcher vor einiger Zeit in Pension gegangen. Er ist auch in Berlin wohnhaft und von ihrer unbekannten Psychoanalytikerin-Tante, die eigentlich, wenn man es recht betrachtete, eher eine Psychopoathin war und eine  gewissenlose Person, eine Borderlinepersönlichkeit höchstwahrscheinlich, seit siebenundzwanzig Jahren geschieden.“

Höchstwahrscheinlich wußte der, wenn er nicht auch einen Brief vom Anwalt bekommen hatte, gar nichts von der Tante Begräbnis, wußte er doch auch nicht von der Existenz einer Tochter.

Also sollte sie nach der Mami vielleicht ihn anrufen und „Hallo, Papi, ich bins, dein unbekanntes Töchterlein! Hast du nicht Lust mich in N.Y. zu besuchen, da ich leider aus Termingründen, weil ich  einen Blog beretreibe, im Institut kuratiere und auch Slavenka Jagoda in ihr Praktikum einführen muß, nicht nach Wien zum Begräbnis fahren kann, um dich kennenzulernen!“

Shit, halt aus, nichts davon und brav am Boden bleiben. Nur nicht schon wieder übertreiben! Die Mutter hatte ihr früher, als sie noch pubertierend und aufbgehrend  nach ihrem Vater verlangte und mehr von ihm wissen wollte, das ohnehin immer vorgeworfen, daß sie viel zu ungeduldig sei.

Also würde sie sich auch heute bezähmen, sich an den Riemen reißen, ins Schlafzimmer gehen, die Jeans und einen Pulli aus dem Kasten nehmen, die Jacke anziehen. Vorher aber die Mami anrufen und dazu veranlaßen auf das Begräbnis zu gehen, damit sie ihr berichten konnte, ob sie dort ihren Papi getroffen hatte und Slavenka Jagoda würde sich auch noch anrufen und sich mit ihr im Institut um elf verabreden, damit sie sie kennenlernen und herausfinden konnte, ob sie ein gutes Vorbild für die Heldin ihres Blogromans abgab.

2019-01-14

Wunschgedichtesammlung

Ich gehe ja schon sehr lang und regelmäßig zu den „Wilden Worten“, die Richard Weihs mit Franz Hütterer und Michaela Opferkuh, ich glaube, zuerst einmal im „Siebenstern“ kreirt hat. Die Idee ist, glaube ich wieder von Martin Auer gekommen, der das letzte Mal Gast dort war.

„Wilde Worte – Wunschgedichte und freie Wildbahn“ heißt der ganze Titel und die freie Wildbahn bedeutet, daß jeder, der, das will, im Anschluß lesen kann, während für den Beginn ein Gast eingeladen wird, ich war das 2009 mit der „Sophie Hungers und dem „Haus“.

Damals war noch Franz Hütterer dabei und für die freie Wildbahn finden sich nicht immer Leute, die ihre Texte lesen wollen, ich habe das einmal vor meiner offiziellen Lesung getan, konnte mich aber nicht mehr genau erinnern, ob das an dem Tag war, wo Judith Gruber-Rizy gelesen hat. Da war ich das erste Mal bei der Veranstaltung und  Publkum, bin ich regelmäßig da und fülle auch regelmäßig das Formular für das Wunschgedicht aus und irgendwann ist mir die Idee gekommen, daß ich die Worte, die man da darauf schreiben soll, die in dem Gedicht vorkommen sollen, passend für mein jeweiliges Work in Progress wählen kann, bei der „Anna“ war das dann das erste Mal.

Simon Konttas

Simon Konttas

Simon Konttas

Simon Konttas

Da ist das Gedicht

„Anna kämpft gegen ihr Vergessen an

Dr. Alzheimer saugt ihr Gedächtnis aus

wie weiland graf Dracula die Jungfrauen

und der Stahlenschutzstecker hilft kein Deut

gegen die Überhitzung ihrer alten Heizdecke,

die sie wieder einmal vergessen hat abzuschalten

Und während die allerletzte Erinnerung verglimmt

erhellt das lodernde Bett ihr ewiges Schlafzimmer.“

Als Sophie Reyer die Gästin war, war das Buch fertig und ich im Anschluß, weil man ja nur einmal als Gästin lesen kann, Buch und Gedicht in der freier Wildbahn vorgestellt und mir eifrig weiter gewünscht, so wie ich  auch in den Schreibgruppe immer Szenen für mein jweiliges Work on Progress geschrieben habe.

Als ich mit dem Alfred bei einer Führung im Literaturarchiv war, habe ich eigentlich im Anschluß in die „Alte Schmiede“ gehen wollen, aber die Führung hat zu lang gedauert und wir wären zu spät gekommen, während die „Wilden Worte“ ja erst um acht beginnen und dann ist, glaube ich, das schönste oder treffenste Wunschgedicht entstanden, das in den „Berührungen“ zu finden ist:

„Da steh ich da und steh auch voll daneben

mit Schreibblockaden kann ich aber leben

nur eines schmerzt mich dabei wirklich tief

so komm ich nie ins Literaturarchiv“

Da habe ich das Buch nach Fertigwerden Richard Weihs sozusagen als Belegexemplar übergeben. Es aber bei den „Wilden Worten“ nicht vorgestellt. Dafür aber am Volksstimmefest, als dort in Arbeit das Thema war. Da habe ich die Szene im Himmel mit Stefan Zweig, Heimito von Doderer und Anne Frank am Fest gelesen und vorher das Gedicht und bei der Benefizveranstaltung ums Amerlinghaus, dasselbe auch noch einmal.

Manchmal geht auch etwas schief, wenn man soviele Wunschgedichte wie Richard Weihs verfaßt. so ist das Gedicht zum „Bibliotheksgespenst“ eigentlich kein Gedicht, sondern ein Prosatext geworden, den ich dann als Beschreibungstext verwendet habe und bei der „Unsichtbaren Frau“ hat  Richard Weihs aus dem „Schäfchen“ ein „Schälchen“ gemacht, obwohl es ja das Schäfchen ist, das Amanda Siebenstern, die Tarnkappe aufsetzt und sie damit zu Minister Basti schickt.

Das Buch ist jetzt fertig und so ist mir die Idee gekommen, es bei den heutigen „Wilden Worten“, wo der in Finnland geborene Simon Konttas, der bei „Sisyphus“ und auch sonstwo einige Bücher herausgebracht hat, vierzehn unveröffentlichte Gedichte und den Teil einer Erzählung, wo ein Mann aus Rache, weil er nicht zur Hochzeit seiner Tochter eingeladen wurde, ihr einen bösen Strech spielt, gelesen hat, wieder in der „Wildbahn“ aufgetreten und das Buch vorzustellen, also das Gedicht:

„Wahlkampf im düsteren Reich der Schattenspieler

Die Kanditaten nehmen eh alles auf ihre Tarnkappe

Die Jury schlürft charmant ein Schälchen Schierling.

Schwarzblaue Schlagschatten fallen schräg zu Boden.

Zwischen den Wahlurnen aber geistert gespenstisch,

tief verschleiert, ohne ihren Gatten,

die unsichtbare Frau ohne Schatten.“

Dann habe ich die fünfte und erste Schäfchenszene gelesen, die ich ja bei dem „Writersretreat“, das ich weil ich über den Schreibmarathon, wo ja ein Teil des Rohkonzepts entanden ist, gebloggt habe, bekommen habe, meiner Schreibpartnerin vorgelesen habe und während des Marathons habe ich  die „Nobelpreisszene“, die auch im Blog zu finden ist, Feedback geholt und gelesen habe ich aus dem Buch, das ja  Anfang Jänner erschienen ist, wo man sich noch für die Leserunde melden kann, auch sehr viel.

Wer errät wo und was ich jeweils gelesen habe, hat auch noch die Chance ein Buch zu gewinnen.

Die Antworten sind, glaube ich, im Blog zu finden und für die „Magdalena Kirchberg“, mein derzeitig work on Progress, habe ich mir auch ein Gedicht von Richard Weihs gewünscht:

Eva Jancak

Eva Jancak

Eva Jancak

Eva Jancak

„Magdalena Kirchberg sag, was tust du da? Seit Stunden schon

sitzt du an der Kreuzung in deinem weißen BMW und bloggst

einen Roman von ungeheurer Menge in dein schwarzes Smartphon!

Sag siehst du nicht? Die Ampel springt von Rot auf Grün auf Rot

und bald schon, Magdalena Kirchberg, bald schon bist du mausetot.“

Diesmal war ich zwar nicht wunschlos, hatte aber kein Projekt und Buchwünsche, obwohl das Richard Weihs bei mir schon fast vermuten wird, sondern habe ein paar Farben aufgeschrieben und mir zu dem Titel „Farbenlehre“ den Beginn „Der alte Goethe“ gewünscht.

Und das Wunschgedicht vom letzten Mal, das Richard Weihs heute vorgelesen hat, hat auch mit Farben zu tun:

„Lebenshindernisse – Schau einmal, schau – Veilchen, karierte Bluse“

„Schau einmal, schau: Das Veilchen so blau, so blau!

Doch wenn ich noch ein Weilchen steh und schau,

verwelkt das Veilchen und wird grauslich grau.

 

Hör mir doch auf mit dem Gefühlsgedusel“

Du bist doch keine affektierte Muse:

Drum raus aus der karierten Bluse!

Wer nicht pariert, der ist nicht schlau:

Gleich hau ich dir ein Veilchen blau!“

Bin schon gespannt, was daraus wird. Es war jedenfalls spannend und auch sehr voll, scheint Simon Konttas doch seinen Fankreis mitgebracht zu haben. Es war aber auch Luis Stabauer da.

2018-12-31

Wieder einmal Jahresrückblick

Es ist soweit, 2018 geht zu Ende und man kann sagen, es war auf der einen Seite, ein ganz gutes Jahr, gab es doch zwei literarische Höhepunkte und da waren, sowohl der April, als auch der November besonders intensiv.

Denn ich habe im April in der „Alten Schmiede“ zwar etwas verspätet, aber immerhin mein „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ vorgestellt, da war dann schon der „Hammer“ mit meinen und Ruths Texten zur „Kunst im öffentlichen Raum“ herausgekommen und am achtzehnten April gab es den ersten diesbezüglichen Spaziergang, wow, ein bißchen so, wie es eigentlich sein sollte und im November gab es noch einmal einen Spaziergang durch den neunten Bezirk und auf der „Buch-Wien“ habe ich im Rahmen  des „Ohrenschmauses“ ein Stückchen aus der „Mimi“ gelesen.

Ansonsten war ich im März wiedermal  in Leipzig und vorher in Essen bei der „Bloggerdebutpreisverleihung“, wo ich Klaus Cäsar Zehrer und Christian Bangel kennenlernte.

Danach gab es den Osterspaziergang der LitGes, wie gewohnt und auch die Lesung beim „Linken Wort“ beim „Volksstimmefest“, die Lesung bei der „Poet Night“ und mein „Literarisches Geburtstagsfest“, wo ich  jeweils mehr oder weniger ein Stück aus der „Unsichbaren Frau“ gelesen habe, dem Buch, in dem ich den Herbst 2017 im Rahmen des „Nanowrimo 2017“ beschrieben habe und daraus habe ich auch im „Bepop“ gelesen, die man, wenn man so will, auch als eine außertourliche Lesung bezeichnen kann, zu der mich der liebe Rudi eingeladen.

Buch ist in diesem Jahr nur eines herausgekommen, nämlich die Bloggeschichten „Besser spät als nie“, zu Jahresanfang, aber die Fortsetzungsgeschichte, „Die Unsichtbare Frau“ ist schon in der Druckerei und ich werde sie demnächst bekommen.

Geschrieben habe ich ab Sommer den Rohentwurf zur „Magdalena Kirchberg“, bei der ich jetzt beim Korrigieren bin und da habe ich vorher auch ein paar Artikel zum „Zeitmanagement“, „Regelmäßig schreiben“, „Konzeptänderungen“ etcetera verfaßt. Das war im Sommer.

Vorher ab Jahresbeginn habe ich wieder ein bißchen mein Schreiben vorgestellt, über meine „Kinderbücher“, die „Depressiven Frauen“, die „Politischen Bücher“, die „Bekannten Gestalten“, die „Schreib- und die Bücherschrankmotive“, etcetera, geschrieben.

Außer in Leipzig war ich wieder auf der „Buch-Wien“ und beim „Buchquartier“, bei vielen Veranstaltungen, wie den „Wilden Worten“, den „O-Tönen“,„Literatur und Wein“ in Göttweig und in Krems, beim „H .C. Artmann-Festival“, bei einigen Preisverleihungen, den „Bachmann-Preis“, den Tanja Maljartschuk gewonnen hat, hat es gegeben  und ich habe wieder tüchtig gelesen, wenn auch weniger als in früheren Jahren, ich habe Buchpreis gebloggt und mich durch die österreichische und die deutsche Liste gelesen.

Ansonsten dieses Jahr sehr viele Neuerscheinungen und in zwei Jurien bin ich nach wie vor auch.

Da gibt es schon länger den „Ohrenschmaus“, den Literaturpreis für Menschen mit Lernschwierigkeiten und seit 2016 juriere ich auch beim „Bloggerdebut-Preis“ mit, was mir großen Spaß macht, denn ich interessiere mich ja sehr für Literatur.

Reisen hat es auch gegeben, eher kleinere, denn ich bin ja im Gegensatz zum Alfred nicht sehr reiselustig, war aber heuer vor Leipzig, zwei Tage in Würzburg und zwei Tage in Essen, dann sind wir im Sommer zehn Tage in die Schweiz, nach Genf, Bern und Zürich gefahren, wo ich die Bücherschränke erforschte und einige Buchhandlungen besuchte und kurz danach sind wir noch ein paar Tage mit der Ruth um den Neusiedlersee gefahren.

Das waren die erfreuelichen oder die gewöhnlichen Dinge, zu den eher unerfreulichen würde ich die politischen Entwicklungen, den Rechtsruck, etcetra bezeichnen.

Es gibt wieder Donnerstagsdemonstrationen, da war ich auf vier und das ganze Jahr habe ich mich mit dem Uli gecatscht, was manchmal mehr, manchmal weniger erfreulich war, aber ich denke, man soll es wenigsten versuchen politische Korrektheit einzufordern, auch wenn das, wie es aussieht, ein Faß ohne Boden ist.

Das war im Großen und Ganzen 2018 und richtig, daß ich „zehn Jahre Literaturgeflüster“ mit Sekt und Torte gefeiert habe, das hätte ich jetzt fast vergessen!

Und zwei Workshops bei Stephan Teichgräber einen zum Thema „Utopie“ und einen zur „Revolution“ habe ich auch besucht, um mich ein wenig literaturwissenschaftlich weiterzubilden, während es, was wahrscheinlich auch ein wenig schade ist, die „Schreibgruppe“ seit Herbst nicht mehr gibt.

Verluste gibt es auch zu vermelden, so ist in diesem Jahr der „Büchner-Preisträger“  Wilhelm Genazino,  am 12. Dezemer in Frankfurt verstorben, den ich sowohl einmal in Gottweig bei der „Literatur und Wein“, im Literaturhaus und in der „Alten Schmiede“ hörte, sondern auch der ewige Nicht-Nobelpreisträger Philp Roth, der andere große Amerikaner Tom Wolfe am 14. Mai, Philip Kerr am 23. März und auch die österreichische Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger mit ihren ganz armen Kindern und Frauen, die eine hervorragende Oma  gegen Rechts gewesen wäre, die mit dem Krückstock, wie sie einmal am Ballhausplatz beim Johanna Dohnal- Gedenken verkündete, gegen die Nazi-Verharmloser angetreten wäre.

Und außerdem habe ich gerade erfahren, ist der israelische Schriftsteller Amos Oz von dem ich noch einiges zu lesen habe, vor drei Tagen gestorben.

Außerdem, hat es in diesem Jubuläumsjahr außer fünfundvierzig Jahre Matura und fünfundvierzig Jahre erfolgfrei schreiben, dem fünfundsechzigjährigen Geburtstag und Ende meines Diagnostikkassenvertrages, auch die Erinnerung an den März 1938, das Wien unterm Hakenkreuz, fünfzig Jahre 1968 und hundert Jahre Republik gegeben, was zu einigen literarischen Veranstaltungen und Büchern führte, die ich noch im nächsten Jahr lesen werde.

2018-11-09

Von der Idylle zum Novemberpogrom

©Margot Koller

©Margot Koller

Von der „Buch-Wien“ bin ich am Freitag schon um zwei Uhr weggegangen, um selbst wieder literarisch zu werden und einen meiner Texte zu lesen, denn die Ruth hat ja nachdem wir im April unseren ersten Spaziergang zu den Kunstwerken des öffentlichen Raumes gemacht haben, die ich im Mai und Juni 2017 mit ihr beschrieben habe, mit der Leiterin der VHS Alsergrund ausgemacht, einen solchen bei ihr zu wiederholen.

Dafür haben wir im Juni noch den Brunnen am Zimmermannplatz, dieses idyllische Gartenstück mit Rabe und Rosenhecke beschrieben, denn wir hatten ja nur zwei Texte über Objekte im neunten Bezirk nämlich den „Thuryhof“ und das „Mahnmal mit den Schlüßeln“ beschrieben.

So haben wir am neunten November, dem Tag, wo vor achtzig Jahren die Reichskristallnacht stattfand unserern Spaziergang zu wiederholen, was zwar nicht besonders zu dem idyllischen Brunnen von Ines Lombardi, aber zu den zwei anderen Texten passt.

Mit einem roten Schirm hat sich die Ruth am Zimmermannplatz aufgestellt, so daß sie die Angemeldeten, gleich erkennen konnten. Es sind aber ohnehin hauptsächlich Bekannte, bespielsweise Margit Koller, die direkt aus Salzburg gekommen ist, um auch noch zu meinem Geburtstagsfest und mit auf die „Buch-Wien“ zu gehen, Erika Brunngraber mit ihren Hund, Brigitte S. und daß der Spaziergang sehr gut zum heutigen Tag passte, habe ich mir schon gedacht, als ich mich darauf vorbereitet habe und auf der „Buch-Wien“, die Präsentation von  Lilly Maiers „Arthur und Lilly“, hörte.

Ob Arthur als Kind auch im neunten Bezirk wohnte, weiß ich jetzt gar nicht, habe aber bei unserem ersten Treff, wo ich meinen Text von dem idyllischen Märchenbrunnen vorgelesen habe, darauf hingewiesen, daß es nachher weniger idyllisch wird, wenn wir zu dem Gemeindebau des roten Wiens, diese Trutzburg des sozialistischen Wohnungsbaus, kämen, wo die Nazi einen ideologischen Recken mit einem Kampfspruch Adolf Hitlers anbringen ließen, den jüdischen Bewohnern aber die Wohnung kündigte und mein „Schlüßel gegen das Vergessen-Text“ zum Mahnmal vor der Kirche in der Servitengasse beginnt ja auch mit den Worten „Der 9. 11. 1938 war sicher eine grauslische Nacht in Wien, Berlin oder anderswo im deutschen Reich, zu dem Wien als Teil der sogenannten Ostmark damals gehörte.“

©Margot Koller

©Margot Koller

Es hatten wahrscheinlich schon andere Leute an die Reichskristallnacht und an die Juden, die damals aus der Servitengasse vertrieben wurden, gedacht, denn am Rande des Denkmal brannte eine Kerze und es gesellten sich auch einige Passanten zu uns, um der Lesung zuzuhören.

Sehr passend, mit unseren Texten an die Reichskristallnacht und an das, was damals in Wien geschehen ist, zu gedenken und weil wir ja eher idyllisch begonnen haben, haben wir uns auch noch in ein Gasthaus gesetzt, gegessen und getrunken und ein wenig geplaudert.

Der Spaziergang werden wir im Frühjahr 2019, wenn wir genügend Teilnehmer, zehn müssen es sein, haben, wiederholt und im Rahmen der GAV werden wir dann auch mit der U-Bahn fahren und die vier U-Bahntexte vorstellen, die wir geschrieben haben.

Ich habe im Servitenhof nichts gegessen, sondern nur einen Spritzer getrunken, war ich ja mit dem Alfred, der Anna und dem Andreas bei den „Drei Buchteln“ zum Geburtstagsessen verabredet, dem tschechischen Gasthaus in der Wehrgasse, in dem wir mit der Anna früher öfter,  jetzt aber schon lange nicht mehr waren. Margot Koller ist mitgekommen, schläft sie ja die nächsten zwei Nächste bei uns und da wird es noch zwei weitere Lesungen geben, nämlich, die aus der „Unsichtbaren Frau“ morgen bei meinem literarischen Geburtstagsfest und dann am Sonntag auf der „Mastercard Bühne“ der „Buch-Wien“ im Rahmen des „Ohrenschmauses“ aus der „Mimi“.

Man sieht, bei mir ist auf einmal literarisch sehr viel los und wenn man es so will, hat es im Jahr 2018 auch zwei literarische Spitzen bei mir gegeben, die ich am ersten April zwar ein wenig satirisch beleuchtet habe, beziehungsweise mich selber dorthin schickte.

Aber da hat es nach Leipzig, wo ich nicht gelesen habe, gleich mit der Vorstellung meines „Literaturgeflüsterbuchs“ in der „Alten Schmiede“  angefangen.

Der „Hammer“, die Zeitschrift der „Alten Schmiede“, die auch der Straßenzeitung „Augustin“ beiliegt, hat  unseren Texten eine Nummer gewidmet und am achtzehnten April war der Spziergang vom Mahnmal der Deserteure am Ballhausplatz zum „Thuryhof“ und zu den „Schlüßeln“.

Und jetzt gibt es ein „literarische Novemberhighlight“ bei mir. Ein kleines zwar nur, das weiß ich schon, da ja auch bei dem Spaziergang eigentlich nur sieben Leute mitgegangen sind und sehr viele werden vielleicht auch nicht am Sonntag zuhören, aber etwas was mich freut und wenn einer meiner Leser Lust hat, am Sonntag um drei auf die „Buch Wien“ zu kommen, um mir zuzuhören oder mich kennenzulernen.

Vielleicht die Kritiker, denen meine verkürzte Wiedergabe der Daniel Kehlmann Festrede bei der Velrleihung der euopäischen Literaturpreise nicht gefallen hat, würde mich das freuen und morgen beim Geburtstagsfest gibt es mit dem Querschnitt durch die unsichtbare Frau auch Higlight, denn daraus habe ich zwar schon beim letzten Volksstimmefest  und bei der Lesung im „Bebop“ mit dem Rudi gelesen, aber noch nie soviel  und ein besonderes Schmankerl wird es  auch noch geben, denn ich werde als Zugabe auch noch meinen Text über die „Schlüßel gegen das Vergessen“ aus dem „Hammer“ lesen, so daß ich mich auf und während der „Buch-Wien“ diesmal auch ein bißchen literarisch einbringen werde.

2018-07-23

Endlich fertig

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 00:44
Tags: , ,

Ich bin ja eine Mischung zwischen zwanghafter Genauigkeit und einer gewissen vielleicht auch legasthen bedingten Schlmpigkeit, wie ich immer schreibe und die Rechtschreibung ist mir eigentlich ganz ehrlich immer noch egal.

Immer noch ein bißchen, denn die lässige Lockerheit, wie als Schulmädchen in der Straßergasse, wo ich mich über die Verzweiflung meiner Deutschlehrerin amüsierte, mir wegen der Rechtschreibung nur ein „Minus sehr gut!“, geben zu können, habe ich schon längst nicht mehr und ich sitze schon seit Jahren nachdem der Rohentwurf meistens sehr schnell in vier bis sechs Wochen hinuntergeschrieben wurde, dann einige Monate über den Text und korrigiere und korrigiere, wahrscheinlich in der Vorstellung ihn endlich fehlerfrei hinzubekommen, wohl wissend, daß das wahrscheinlich ohnehin nicht gelingen kann und wenn, was hätte ich davon?

Die Sprache war mir und das ist wahrscheinlich auch nicht gut, nie so wichtig, wie das Erzählen, kommen ja die großen Sprachkünstler wie Friederike Mayröcker immer noch daher und verkünden stolz, daß ihnen der Inhalt nicht wichtig ist und die nicht so bekannten Sprachkünstler wie Hans Jörg Zauner reihen bis zur Unverständlichkeit Wort an Wort, kreiierenWortneuschöpfungen und erzählen nichts.

Ich will aber erzählen und bin dabei auch wahrscheinlich zu sehr an der Realität, das heißt zu wenig abgehoben und was mein letztes Work on Progress die „Unsichtbare Frau“ betrifft, die vor kurzem ein zweites Mal an den Alfred abgegangen ist, damit er nochmals meine „s“ und Fallfehler, die ich immer noch verweigere, korrigiert und ein PDF machen kann, woraus dann wiederum ein paar Monate später, aber hoffentlich noch in diesem Jahr mein fünfundvierzigstes „Selbstgemachtes“ und das achtundvierzigste Buch überhaupt, denn da kommen ja noch die in der „Edition Wortbrücke“ entstandenen „Hierarchien“ und die beiden in „richtigen“ und zum Teil großen Verlagen erschienenen beide Bücher über das Stottern hinzu.

Fünfundvierzig selbstgemachte Bücher, wui, auch wenn man schon über fünfundvierig Jahre literarisch schreibt ist das sehr viel und eigentlich sehr schade, daß ich damit so unbedachtet bleibe, was mich, obwohl ich das ja tapfer trotzig ignorieren und unentwegt weitermachte, wahrscheinlich doch dazu führt, daß ich mich inzwischen schon sehr ausgeschrieben fühle und immer öfter denke, das bringt ja ohnehin nichts!

Es wird dann zwar wieder eine Vorschau geben und wenn das Buch dann erschienen ist, einen Aufruf zu einer Leserunde, das heißt, ich vergebe fünf Bücher, so daß die daran Interessierte darüber in den Kommentaren dikutieren können. Aber die gibt es ja nicht sehr und das hat wahrscheinlich dazu geführt, daß ich in den letzten Jahren sehr viel und sehr schnell vor mich hingeschrieben.

2016 sind fünf Bücher erschienen, die ich zwar nicht alle im selbenJahr geschrieben habe, aber einige pro Jahr waren es in den letzten Jahren schon.

Wenn die „Unsichtbare Frau“ noch heuer erscheint, ist es das zweite Buch 2018 , das erste im Jänner erschienen und das, im vorigen Mai und Juni geschrieben und ein paar Monate vorher konzipiert, ist eigentlich der Vorläufer der „Unsichtbaren Frau“, denn die Idee, da eine Blogfigur des Nachts zu Wladimir Putin oder Donald Trump zu schicken ist mir schon da gekommen und die Lilly Schmidt, die in den Blogeschichten noch Lily heißt ist ja die Tochter der Mathilde, deren Vorbild ich in der Pizzeria in der Margaretenstraße immer des Abends, wenn ich von der „Alten Schmiede“ nach Hause gekommen bin, bei einem Glas Wein sitzen sah.

Dann ist in den Blogeschichten von der „Unsichtbaren Frau“ nur kurz oder eigentlich gar nicht wirklich die Rede und so habe ich mich, glaube ich, nach der Sommerfrische 2017, als ich damals mit dem Korrigieren fertig war, an die „Unsichtbare Frau“ gemacht, die Blogfigur der Lilly Schmidt.

Im September kann ich mich erinnern, habe ich angefangen mich auf Materialrecherchetour zu begeben und da waren wir ja Mitten im Wahlkampf und so ist die unsichtbare Frau eher zu einem Minister Basti als zu Donald Trump gekommen und das Schreiben des Rohtextes, mit dem ich im September begonnen habe, ist, wie ich mich erinnern kann, nicht so flüssig dahingegangen. Der Wahlkampf hat mich daran gehindert und abgelekt und so ist bald klar geworden, das wird doch ein Nanowrimo werden, obwohl ich ja schon im September mit dem Schreiben begonnen habe, mit dem Text der da entstanden ist, aber nicht sehr zufrieden war. Ende Oktober habe ich ihn zuerecht korrigiert, umgeändert, verbessert, so daß ich mit zwanzig Seiten oder zehntausend Worten zum Schreibmarathon des „Writers Studios“ gegangen bin, denn da gab es ja zum fünfzehn Jahrjubiläum einen solchen und die erste Woche habe ich daran teilgenommen, geschrieben und geschrieben, dann kam die „Buch Wien“, mein Geburtstag, die „Poet Night“ und noch einiges anderes, so habe ich mir am letzten Tag an dem ich dort war, ein Feedback geholt, das heißt, die Szene gelesen, die auch als Probekapitel auf die Website kommt, beziehungsweise beim Volksstimmefest gelesen wird und dann in der entsprechenden Anthologie, sofern es noch eine geben sollte, enthalten sein wird, denn jetzt ist erst, habe ich gerade erfahren, die von 2016 fertiggeworden und da ist da die Himmelgeschichte aus den „Berührungen“ drinnen.

Ich habe nach dem Feedback im vorigen November aber wieder eine Woche zu schreiben aufgehört, bin auf die „Buch-Wien“ gegangen und habe bei meinem Geburtstagsfest, die Szene aus dem „Bibliotheksgespenst“ gelesen, dem dreiundvierzigsten Selbstgemachten, die dann auch in der „Linken- Wort- Anthologie 2017“ enthalten sein sollte.

Als die „Buch-Wien“ vorüber war, habe ich die fünfzigtausend Worte fertiggeschrieben, der Rohtext, den ich den Alfred gerade schickte, hat 44 982 Worte, es ist also sehr viel wegkorrigiert worden. Aber auch das ist nur sehr zögerlich geschehen und hat lange gedauert. Zuerst bin ich im Dezember einmal zu einem Writerretreat ins „Writerstudio“ gegangen, weil man da ja einen Gutschein dafür bekam, wenn man über das Event berichtet hat, auf Facebook sollte man das tun, bei mir ist esauch so gegangen und da habe ich gedacht, fange ich mit dem Korrigieren an.

Das habe ich auch gemacht, leider war ich aber ein bißchen krank, so daß ich nur sehr langsam weitergekommen bin, aber meiner Tandempartnerin, die zufällerweise auch Psychologin war, die erste Minister Basti- Szene vorgelesen habe.

Und dann korrigieren und korrigieren, ich habe mir gedacht, ich mache es professionell und nennen es Retreat, habe mir da zu Weihnachten viel vorgenommen, war aber sehr unkonzentriert dabei und habe teilweise dazu Videos gehört, was wahrscheinlich nicht sehr effizient war.

Es war auch ein bißchen schwerig mit der Handlung, die ja, wie bei mir sehr oft, was wahrscheinlich aber als nicht sehr literarisch gilt, eng an die Wirklichkeit angelehnt war. Der Wahlkampf kommt vor, der Nobelpreis, die Krawalle auf der Frankfurter Buchmesse und ich habe vier Handlungsstränge.

Da ist einmal  Amanda Siebenstern, die Blogfigur der Lilly Schmidt, die nächtens zu Minister Basti geht, des Tages  „Deutsch als Fremdsprache-Kurse“ an der Volkshochschule gibt und Proble damit hat, daß ihre Schülerinnen wegen des Vermummungsverbots dort hicht mehr erscheinen.

Dann gibt es die Lilly Schmidt und die Slavenka Jagoda aus Kosice oder Bratlisava, die ein Stipendium hat, um Lillys Blog zu erforschen und sie da in New York besucht, wo sie Kuratorim am österreichischen Kulturinstitut ist und es gerade eine Lesung mit Jonathan Franzen und Daniel Kehlmann gibt. Es gibt den Alfons Tratschke, der auf seinen Blog nach rechts reitet und Lilly und Slavenka, als linke Schwestern beschimpft und es gibt den Jonathan Larsen, Mitglied der schwedischen Akademie, die den nächsten Nobelpreisträger bestimmt, was er aber, da er gerade seine Frau verloren hat, nicht so gut kann und das zeitlich nicht durcheinander zu bringen, war nicht so leicht und hat einige Änderungsdurchgänge erfordert.

Ich korrigiere ja, wenn ich mit dem Rohtext fertig bin und geschaut habe, daß es so halbwegs passt, ja immer gern Szene für Szene durch und drucke mir das dann aus, was ich aber, wenn ich in Harland bin, nicht recht kann, weil ich  dort keinen Drucker habe.

So hat auch das sehr lang gedauert und ich war Ende Mail als der Alfred nach Amerika flog und ich dachte jetzt habe ich ein Monat zum Korrigieren, noch nicht damit fertig und dann habe ich im Juni korrigiert und korrigiert, wieder mal gedacht, ich wäre schon fertig, dem Alfred alles geschickt und am nächsten Tag wieder von vorne damit angefangen und gedacht, ich werde nicht und nicht damit fertig.

Denn irgendwie packt mich dann doch der Ehrgeiz, daß ich alles richtig machen will und lese laut, was ja eigentlich schon stimmen sollte, finde Fehler und Fehler und das hat diesmal besonders lang gedauert und ich habe besonders lang laut gelesen und eigentlich den Juni fazu nützen wollen, mit dem Recherchieren für das Nächste, an dem ich ja schon ein bißchen bei den letzten Schreibgruppen begonnen habe.

So weit kam es dann nicht und jetzt hat ja schon die Sommerfrische mit den verlängerten Wochenenden angefangen, die ich ab nun dazu benüzen kann, mit der Magdalena Kirchberg, die wahrscheinlich wieder eine depressive Frau ist, ein Auto sieht, das sie in ihre Vergangenheit führt, einen muslimischen Nachbarn hat, der nicht Mohamed heißen will und eine Supermarktkassierin, die Interessantes zu erzählen weiß , zu beginnen.

Das erste Sommerfrischenwochenende war ja dem Geburtstag der Oma und dem „Bachmannpreis“ gewidmet, das zweite gab es neben dem Korrigieren, das übliche Programm, Samstag Markt, Sonntag Rudolfshöhe und am Montag sind wir nach Pernitz, beziehungsweise Muggendorf zum Martin und der Zahui hinausgefahren und sind mit ihren, was besonders schön war, die Myra Wasserfälle hinaufgeklettert und dieses war dem Hochschab gewidmet, so daß die Bühne wieder frei ist, wie ich es ja schon einmal oder sogar öfter machte, die Sommerfrische zum Recherchieren und dem neuen Roman zu widmen.

Ein schönes kleines Stadtschreiberbuch habe ich zwar nicht und, ob ich in Wilhelmsburg oder im Traisenpark viel bezüglich der Magdalena <kirchberg recherchieren kann, weiß ich auch nicht, muß aber erst die Entwürfe zusammensammeln, denn von der ursprünglichen Idee mit dem Psychiater, der Krankenschwester und dem Chirurgen bin ich ja schon wieder abgekommen.

Mal sehen, ich bin gespannt und natürlich immer noch entmutigt, denn wirklich wahrscheinlich, daß es diesmal klappt ist es ja nicht, aber aufgaben will und werde ich nicht. Also wieder eine depressive Frau, die sechs- oder siebenundvierzigste und ob ich den Rohentwurf im Sommer schaffe oder es wieder ein „Nanowrimo“ wird, steht auch in den Sternen.

Dazwischen soll dann die unsichtbare Frau fertig werden, für die ich ja diesmal, was ich mir immer wünschte, wirklich ein Jahr gebraucht habe, ich lese am Volkstimmefest, die Nobelpreiszene und vielleicht gelingt mir der große Wurf oder bekomme auf den Blog doch ein wenig Interesse, wenn ich über meine Fortschritte schreibe. Die diesbezüglichen Schreibberichte wierd es ja wieder geben, mal sehen, ich bin gespannt.

Nächste Seite »

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.