Literaturgefluester

2015-07-08

Zu Doris Kloimstein ins Cafe Schubert

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Die erste Sommerfrischenwoche ist vorbei und die zweite hat mit ein bißchen Regen begonnen, ganz so heiß, wie in der  ersten, die durch das „Bachmannhören“ sehr rasant gewesen ist.

Ein bißchen bin ich zwischendurch Rad gefahren, einmal zum Einkaufen zum „Lidl“, einmal nach Wilhelmsburg und da sind in das kleine Büchlein vom Tag des Buches, das es jetzt das dritte Jahr in Folge gibt, ein paar Textbrocken bezüglich „Der wunderbaren Sommererlebnisse der prekären Literaturstudentin Sandra Winter“ entstanden.

Die ersten eineinhalb Textseiten sind in der Juni-Schreibgruppe beim „Sommerschreiben“ entstanden und dann ist das Ganze erstmals liegengeblieben und ich habe an „Selmas Kopftuch“ korrigiert, mich aber entschloßen pünktlich in der Sommerfrische mit dem Sommertext zu beginnen, den Klaus Khittel in der Schreibgruppe  als viel zu ehrgeizig konzipiert gesehen hat.

Am Freitag als ich nach Wien zur Lesung bezüglich des Wiedner Hauptstraßen Straßenfestes gefahren bin, habe ich mir die Texte für die Lesung bezüglich des Sommerfestivals am nächsten Montag vorbereitet, die eineinhalb Seiten, der „Sandra Winter“, dann was aus „Tauben füttern“, „Sommer am Wasser“, wie mein Lesungstetitellautet und dann noch den Beginn der „Miranda“.

Die eineinhalb Seiten habe ich dann am Montag korrigiert und hätte weiterschreiben wollen, aber irgendwie war alles weit weg und ich habe erst einen Anlauf gebraucht, bis ich die eineinhalb Seiten auf sechs ergänzt und die Sandra Winter nach Harland nach St. Pölten fahren habe lassen.

Dort sitzt sie dann mit der slowakischen Pflegerin Minka und der dementen Großmutter beim Fernsehen und sieht den Bericht über das Referendum der Griechen bezüglich des Einsparkurses, denkt an ihre Freundin Eleni und der ist dann die zweite Szene gewidmet.

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Zwei Szenen, zehn Seiten und 4154 Worte habe ich jetzt und noch einige Pläne. Als nächstes fährt die Sandra Einkaufen zum Lidl, kauft griechisches Joghurt und griechische Antipasti, dann bekommt sie ein SMS, von Fatma Challak, ja die kennen wir schon, ihr Bruder Fahrid ist von der IS erschossen worden. Da haben die Eltern sie in ein Boot gesetzt und sie ist jetzt auf den Weg nach Lampedusa, beziehungsweise nach Wien, denn sie hat ja an der deutschen Schule in Damaskus maturiert und Eleni Soualaki, die prekäre Literaturstudentin aus Athen, jobt in einer Hundefängerorganisation und verliebt sich da in einen kleinen Hund namens Ouzo.

Der ist autobiographisch, beziehungsweise heißt der, den die Anna und der Andreas seit einiger Zeit haben so, kommt aus Griechenland und die waren jetzt alle drei auch in Harland und am Samstag habe ich mir bevor ich mit dem Rad zum Markt gefahren bin, um dort das obligatorische Würstl bzw. einen Toscana Burger zu essen, mit der Doris Kloimstein vereinbart, sie am Mittwoch, um zehn im Cafe Schubert zu treffen.

Das haben wir schon einmal gemacht, vor einigen Jahren, damals bin ich durch das Frecency Treiben gefahren, habe mich geärgert und dem Bürgermeister einen Brief geschrieben und Manfred Lagler-Regall, einer meiner eifrigen Kommentator, den ich regelmäßig bei den Osterspaziergängen der LItGES treffe, hat mir da das erste Mal geschrieben und er ist auch, Tusch und ein Hoch an ihn, mein tausendster Kommentar, denn ich habe es wirklich geschafft, seit meinen Geburtstagsartikel die gewünschten zehn Kommentare zusammenzubekommen.

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Jetzt kann ich auch der Ruth auf ihren 999 Kommentar antworten, denn ich wollte nicht die Tausendste sein und mit der Doris Kloimstein, die ich ja einmal bei einer Regionalversammlung der IG Autoren in einem Hochhaus in St. Pölten kennengelernt habe, die lange Zeit die Obfrau der LItGES war und jetzt auch eifriges Mitglied unserer Schreibgruppe, gab es dann auch ein eifriges Plaudern. Zum Beispiel über den Roman, den sie gerade plant, zwischendurch wurde sie immer wieder von einigen Bekannten angesprochen, denn St. Pölten ist ja ein Dorf und die Doris eine bekannte Person.

Am Markt haben wir sie auch schon einmal getroffen und einmal war ich mit ihr während der Sommerfrische auch mit ihr griechisch essen und anschließend mit Brigitte Schramm, die ich zufällig getroffen habe, im Cinema Paradiso, Cafe trinken. St. Pölten ist ein Dorf beziehungsweise Landeshauptstadt und ich nütze die Sommerfrische auch immer gerne zu literarischen Begegnungen, obwohl ich dort nicht so viele Leute kenne und es im Sommer auch kein Literaturprogramm zu geben scheint.

Aber jetzt habe ich  vor einen Roman über die Sommerfrische zu schreiben, einen Sommerroman über die prekären Erlebnisse einer Studentin und ihren drei Freundinnen, die aus prekären Orten wie Athen, Damaskus und Donezk kommen. Da bin ich jetzt wieder zuversichtig, daß ich das kann, obwohl ich es irgendwie nicht schaffe, die anderen auf mein Schreiben aufmerksam zu machen.

Die dritte  und die vierte Szene, die der Sandra und der Fatma Challaki werde ich demnächst schreiben und dann mit den „Erlebnissen einer Anarichistin in Griechenland“ in die Badewanne steigen.

Dieser Sommer kann interessant werde, auch wenn es jetzt stark regnet und ich infolgedessen im Wohnzimmer zwischen den beiden Bücherregalen statt auf der Terrasse sitzen und die Linda aus Amerika werden wir am Montag auch treffen und deren Sohn Niklas war ja, glaube ich oder habe ich gehört mit der Milena Michiko Flasar einmal befreundet.

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2010-08-19

Zu Doris Kloimstein durch die Hochsicherheitszone

Filed under: Uncategorized — jancak @ 16:09

Heute habe ich mich mit Doris Kloimstein, der Ehrenobfrau der literarischen Gesellschaft von St. Pölten und Etcetera Begründerung im Cafe Schubert, der ehemaligen Schubert Buchhandlung getroffen.
Die 1959, in Linz geborene, kenne ich aus der Zeit, als wir in St. Pölten wohnten, da bin ich einmal zu einer Regionalversammlung der IG Autoren in das ehemalige Neugebäude gegangen und kann mich an eine GV im Literaturhaus erinnern, wo wir gemeinsam mit dem Zug zurückgefahren sind. Doris Kloimstein, die wie sie sagt, von der Musik herkommt und auch, glaube ich, Theaterwissenschaft studiert hat, jedenfalls hat sie am Landestheater von St. Pölten gearbeitet, ist eine sehr offene Person und auch sehr engagiert, in der Litges beispielsweise, die sich einmal, glaube ich,in ihrer Wohnung befunden hat, sie ist PEN Mitglied und hat einige Bücher veröffentlicht. Das Heftchen „Stricharten“ beispielsweise, das sie mir einmal zu meinem literarischen Geburtstagsfest in der Reinprechtsdorferstraße mitbrachte, dann gibt es noch die „Fingersätze“.
Dann hat sie in Ruth Aspöcks Edition den Roman „Kleine Zehen“ herausgebracht, der sehr interessant ist, wird da nämlich eine Karriere nach unten beschrieben. Ich habe es zu einer Zeit gelesen, als ich noch Rezensionen für Thalia schrieb, die das im Kleinverlag Erschienene natürlich nicht veröffentlichte, so habe ich den Text Ruth Aspöck gegeben, die ihn sehr interessant gefunden hat und ihn der Rezension von Mechthild Podzeit- Lütjen für den Schriftstellerverband, die etwas weniger damit anfangen konnte, gegenüberstellen wollte.
Zu der geplanten Diskussionsveranstaltung ist es aus finanziellen Gründen nicht gekommen und Doris Kloimstein hat sich auch von der LitGes zurückgezogen. Ist nach Brasilien gegangen, um dort Schulprojekte zu veranstalten, da sind die in der Edition Innsalz die Erzählungen „Blumenküsser“ erschienen, die ich mit ihr während eines Vorbereitungstreffen zu Ruth Aspöcks Radkarawane getauscht habe. Denn auch da ist Doris Kloimstein dabei gewesen und hat, glaube ich, in Krems aus den „Kleinen Zehen“ gelesen.
Ein kleines Problem hatte ich mit ihr auch, das mich damals sehr getroffen hat, so konnten die „Wiener Verhältnisse“, die ich ihr 2000 für eine Rezension gab, nicht in Ecetera besprochen worden, wegen Eigenverlag und so und weil dann alle kommen könnten…
Diese Vorurteile haben sich, wie ich hoffe, inzwischen etwas verändert, so hat Robert Eglhofer den Wiener Stadtroman dafür besprochen, erschienen ist es wenigstens im Internet und in dem Vierviertelheft gibt es das schöne Interview von mir, wo es auch um meine Veröffentlichungen geht.
Jetzt leitet Doris Kloimstein die Fachstelle für Ehe und Familie der Pastoralen Dienste der Diözese St. Pölten und ist sehr erfolgreich damit, literarisch ist sie, wie sie mir erzählte, aber immer noch im musikalischen Bereich tätig, so schreibt sie an einer Erzählung über Schuberts „Lazarus“.
Was sehr spannend war und überhaupt war diese literarische Begegnung im Rahmen meines Sommerfrischenprogramms sehr interessant, denn im Schanigarten des Cafe Schuberts zu sitzen ist Stadtflanerie pur. Ich leiste mir das ja nicht sehr oft, bzw. habe ich das Cafe überhaupt das erste Mal betreten. Doris Kloimstein ist mehrmals von vorbeigehenden Bekannten gegrüßt worden, eine Dame, die ich vom St. Pöltner Osterspaziergang kenne, war auch dabei. St. Pölten ist ein Dorf, aber wenn ich mit der Anna auf die Mariahilferstraße gehe, passiert mir das auch. Interessanterweise führten sehr viele Leute ihre kleinen Rassehunde aus, die sich dann energisch ankläfften. Danach bin ich zum Lutz gefahren, denn da sollte es angeblich zum Jubiläumsfest ein halbes Grillhendl um 1. 90 geben. Leider war nur die Verkäuferin da, weil der Liferant im Stau stecken geblieben ist. Ob das mit der derzeit stattfindenden Frequency zu tun hat, weiß ich nicht, es würde mich aber nicht wundern, denn das war wieder eine Spießrutenfahrt durch die Hochsicherheitszone.
Ich habe schon über meine Erlebnisse im Vorjahr berichtet, daß man sein Rad schieben mußte, die jungen Leute einen anfeuerten oder in die Luft starrend, mitten am Radweg saßen. Man konnte aber an der Security vorbei passieren. Heuer ist das anders. Daß die Steine und die Kinderspielplätze schon am Sonntag eingezäunt waren, habe ich auch geschrieben und der Weg war schon bei der Hinfahrt zu.
„Kann ich da nicht durchfahren, das ist doch noch immer ein öffentlicher Weg?“, habe ich gefragt und der Sicherheitsmann hat mir „Wenn Sie schieben schon!“, geantwortet und aufgemacht. Am Rückweg war das anders, da habe ich fünf Minuten lang mit dem Herrn in der Leuchtjacke hinter dem Gitter diskutiert und gesagt, er soll mich durchlassen oder seinen Chef rufen, bis er mich besorgt, mit dem Hinweis, daß das nur ausnahmsweise geschehe, fahren bzw. schieben ließ. Später habe ich seine Besorgnis verstanden, denn die jungen Leute teilweise mit Taucherbrillen oder Gasmasken im Gesicht haben sich sehr ausgelassen gebärdet.
„Das ist nicht eine von uns, die ist nicht echt!“, haben sie geschrieen und der Brillenmann hat sich über meinen vom Lidl vollgepackten Einkaufskorb gebeugt und „Moment, junge Dame, was haben Sie denn da!“, gerufen. Als ich ihn höflich aufgefordert habe, mich bitte in Ruhe zu lassen, ist er verschwunden und der mit der Wasserspritze, hat auch gleich „Natürlich!“ gesagt, als ich ihn gebeten habe, mich nicht anzuspritzen. Es ist mir auch nichts geschehen, beim Ausgang, da war der Securitymann verschwunden und das Gitter nur so weit offen, daß ich mit meinem vollbepackten Rad Schwierigkeiten hatte, hat mir sogar ein junger Mann von sich aus geholfen. Und alle meine Champignons, Gurken und Corn Flakes habe ich auch noch, wenn es aber etwas später gewesen wäre und der Prozentsatz von Spirit oder Drogen im Blut ein wenig höher, wäre ich mir nicht so sicher, so daß ich einer Frenqency, wo die Bevölkerung ausgesperrt wird, weil sich die jungen Leute drinnen, ausgelassen auf alles Fremde, Ältere oder Andere stürzen, sehr differenziert gegenüberstehe. Auch wenn es wirtschaftlich ein Erfolg werden sollte, verstehe ich das nicht unter Freizeitkultur und halte es auch für bedenklich, Feste zu machen, die von Sicherheitsdiensten und Videos überwacht werden müssen, von dem Dreck, der wahrscheinlich wieder überbleiben wird, ganz zu schweigen.

2019-07-20

Sommerpendeln

Der Sommer ist herangebrochen und das Sommerpendeln hat längst schon begonnen, diese Veränderung von der Sommerfrische, wo ich Dienstag Abend nach Harland fuhr und am nächsten Montag früh zurück nach Wien um zwei Praxistage zu machen.

In Harland habe ich geschrieben oder korrigiert und bin Radgefahren einmal in Richtung Wilhelmsburg da manchmal bis Traisen das andere in Richtung St. Pölten, Traisenpark bis Herzogenburg, am Samstag mit dem Alfred zum Markt, am Sonntag Rudolfshöhe, seit dem der Alfred in Altersteilzeit ist, nur mehr Sommerfrischenwochenenden.

Das heißt Donnerstagabend zu den O- Tönen, die ich ja früher versäumt habe, da bin ich in Wien eigentlich nur auf den Rathausplatz gegangen oder zum Filmfestival am Karlsplatz, nach Harland und am Montag, wenn der Alfred irgendeine Sitzung hatte oder am Dienstag nach Wien zurück.

Sonst ist das Programm eigentlich gleichgeblieben, in Harland Radfahren, schreiben, korrigieren, lesen, in Wien meine Praxis machen und die Abende irgendwie verbringen und heuer ist das besonders interessant. Das heißt, da merke ich den Unterschied zwischen Stadt und Land besonders intensiv.

Wien, die Großstadt, wo ich ja immer wieder gerne Sightseeingtage mache oder WienBücher lese und Harland am Ende von der St. Pölten mt der Traisen, wo es sonst eigentlich nichts gibt, oder doch ein bißchen, es gibt die Feuerwehrfeste, das Kellergassenfest in Wagram, die Sonnwendtfeiern,  und es gibt, Ansäßige aufhören, einen Bücherschrank in Altmannsdorf, der von der dortigen ÖVP gespendet, offenbar noch ganz neu ist, so daß ich dort Ransmayers „Cox“, Kehlmann „Tyll“ und einen Camilleri dort liegen sah, was vielleicht besonders interessant ist, da der letztere, von dem ich noch kürzlich ein Buch gelesen habe, wie ich gerade bei „www. buecher.at“ erfuhr, am siebzehnten Juli gestorben ist. Er war der Lieblingsautor meiner Schwiegermutter, merke ich noch an.

Das Sommerfrischenwochenendependeln, ein Zungenbrecher, hat heuer schon Mitte Juni begonnen. Im Mai war ich ja eine Zeitlang nicht in Harland, weil der Alfred in Cuba war und ich allein nicht so gern fahre. Da gab es dann auch die Sonnwendtfeiern in Altmannsdorf und in Spratzern, die wir sonst wegen der Sladky-Frühjahrwanderung ja meistens versäumte, aber heuer war ich mit dem Gehen noch nicht so weiß, daß ich da schon mitmarschieren wollte, obwohl ich inzwischen schon zweimal auf der Rudolfshöhe war und das mehr oder weniger gut geht.

Ende Juni gab es diesmal auch schon das „Bachmann-Lesen“, das ich mir zum Teil in Wien zwischen meiner Praxisstunden zum Teil in Harland gegeben habe.

Am fünzehnten Juni ist die Enkeltochter Lia geboren worden, die wir am darauffolgenden Sonntag im Universitätsklinikum besuchten und die ich noch etwas Verschrumpelte und noch nicht so ganz Angekommene, eine Zeitlang in den Armen hielt.

Die Schwiegermutter war dann die Woche darauf infolge der Hitze oder eines Herzstolpern im Spital und ich habe meinen Sommerfrischenfanfang mit einem Shoppingtag in Traisen begonnen, das heißt, da habe ich mir dort eine Uhr gekauft, war beim McDonalds bei der „Seedose“, wo ich, glaube ich, auch einiges Interessantes  aus der Telefonzelle herausgezogen habe und habe auf der Terrasse einen Kaiserspritzer getrunken. Das habe ich am Samstag nach dem „Bachmann-Preislesen“, wo ich für die Siegerin Birgit Birnbacher stimme, dann noch einmal wiederholt und in Wien haben die Sommerlesereihen angefangen, die heuer, glaube ich,  ganz besonders signifikant und griffig sind.

Das heißt Anfang Juli war ich noch zweimal in der „Alten Schmiede“, da gabs ein „Dichtfest“ und dann schon die Eröffnungsveranstaltung zur Sommerlesereihe des „Podiums“, die es im Juli Dienstag und Donnerstag im Cafe Prückl gibt. Da war ich bisher nur einmal, weil ich diesen Dienstag ja selbst im Cafe Westend gelesen habe, dafür war ich zweimal im Weinhaus Sittl, im Garten des Pelikanstüberls, bei der Sommerlesereihe des Lesetheaters, da ist das Programm zwar nicht so ganz nach meinem Geschmack, obwohl die „Dreiminutenspiele“ und der Nestroy dann ganz spannend waren und am vorigen Donnerstag haben  wieder die O Töne angefangen, bei denen man ja immer ein bißchen raten kann, was dann demnächst auf den „Buchpreislisten“ stehen wird und das Spannende an diesem Sommerpendeln finde ich heuer wirklich die Mischung zwischen Land- und Großstadtfeeling, die Feuerwehrfeste in NÖ, zu dem in Ochsenburg, wir erst morgen gehen werden, denn die hat mich ja im März von derHolzerwiese oder unweit davon, abgeschleppt und dem Touristentreiben in Wien, das ich vorigen Dienstag ganz intensiv bemerkten, als ich in das Cafe Prückl ging.

Der Rathausplatz, wo ich auch einmal war, ist ja von den Touristen nicht so ganz überlaufen und das Pelikanstüberl sowieso nicht, das ist dafür aber ein sehr schöner alter Bidermayerhof mit der typischen Wiener Küche, wie es sie sonstwo vielleicht nicht mehr gibt.

Sehr interessant also die Mischung zwischen Stadt und  Land. Ansonsten korrigiere ich an beiden Orten. In Wien, wenn mich meine Stunden das lassen, an meinen „Literaturgeflüsterschreibebuch“ herum und das ist zwar mühsam, da aufzupassen, daß alles richtig geschrieben ist, aber wirklich interessant, denn ich schreibe es wieder, auch wenn es manche ärgert, aber der Uli bloggt ja nicht mehr und hat vielleicht mit den deutschen Zensurbehörden Schwierigkeiten bekommen, ich finde mein Schreiben und meine Bücher eigentlich toll, auch wenn ich zugeben muß, daß ich manches in den Promotionsartileln, die ich 2018 extra für das Jubiläumsjahr schrieb, wiederholt und ich sehr oft als letzten Satz eine Aufforderung, sich an meinen Gewinnspielen zu beteiligen, was ja niemand tut, habe.

Trotzdem finde ich es toll, was ich in den letzten vierzig Jahren so alles geschrieben habe und finde das Korrigeren also auch sehr spannend, habe da  auch mein Notizbuch, wo ich mir Notizen für das Neue oder, das was sonst so zwischendurch passier,t machen könnte und starte jetzt wieder in ein langes Wochenende, wo es, wie beschrieben, den Marktbesuch, das Feuerwehrfest und am Sonntag ein Grillen mit Doris Kloimstein, die ja auch eine literarische Figur von St. Pölten ist, geben wird, das Wetter soll auch sehr schön und heiß werden. Also hinein in das Vergnügen und  wünsche allen viel Erfolg!

2019-07-17

PEN-Sommerfest und Neues vom Schreiben

Als ich anläßlich des achtzigsten Geburtstages von Peter Paul Wipplinger im Pressecub-Concoida war, hat mich Helmut Niederle zum Sommerfest in den Hof des Hauses in der Bankgasse Nur acht, eingeladen.

„Kommen Sie, das wird sicher schön!“ hat er gesagt!“ und da ich ja sehr neugierig bin und auch sehr begierig bezüglich meines Blogs, das vielseitige Literaturleben zu erfassen, bin ich heute hingegangen.

Vorher hatte ich nur um fünf und um sechs eine Stunde und daher Zeit für einen allseitigen literarischen Tag. Da habe ich mir im Sommer ja einiges vorgenommen und wollte mich auch von meinen literarischen Figuren, wie die Fritzi Jelinek, die Lisbeth Hahnenpicher und den Theo Hardenberg begleiten lassen, das ist aber Mangels des tatsäclichen Feedback nicht so leicht, das wirklich in die Praxis umzusetzen, obwohl ich schon ein diesbezügliches Notizbuch habe.

Die literarischen Anforderungen kamen aber ohnehin, hat doch Alfred, die „Magdalena“ fertig korrigert, ich habe sie durchgesehen, keinen Fehler mehr gefunden.

Kunststück habe ich das letzte halbe Jahr sehr lange und auch sehr laut daran korrigiert, das heißt mir das Ganze immer und immer wieder vorgelesen.

Jetzt bräuchten wir noch das Cover, damit es in die Druckerei gehen kann und als ich am Morgen im Garten, das Unkraut ausrupfte, hat mich der Alfred zu sich gefrufen und gemeint, er müsse mir etwas zeigen.

Denn auf der Facebookseite des „Globusverlages“ war ein Bild von mir in dem schicken schwarzen Leiberl mit der Aufschrift „Es ist wieder Donnerstag“, denn Christoph Kepplinger hat heuer etwas Besonderes vor, die Autoren des „Linken Wortes des Volksstimmefestes“ vorzustellen. Jeden Tag kommt ein anderer, eine andere und weil er aktuelles Bild vor mir haben wollte, habe ich mich dafür entschieden.

Also ganz schön literarisch, um so mehr da ja noch der Eindruck von der gestrigen Lesung, die eine sehr gute und auch gut besucht war, in mir wach ist.

Trotzdem habe ich dann bis zum Nachmittag gebraucht, bis ich mich an die Korrekturen des „Literaturgeflüsterbuches  Nummer zwei“ machen konnte, was ja, wie ich ahnte, ein wenig schwierig werden könnte, weil zweihundertsechzig Rohseiten und wo setze ich jetzt die Aprostrophe und wo nicht, damit schließlich alles stimmt, trotzdem trage ich mich mit der Idee, daß ich, falls ich bis November nicht mit damit fertig bin, mich bei der Arbeit unterbreche und mich im Rahmen meines siebenten „Nanowrimos“ meinem „Fräulein No“, dem Ulricht Blumenbach und der Gerti Schuster widmen werde.

Allerding werden wir dann bald zur „Buch Basel“ fahren, denn da habe ich schon angefragt, die Karten und der Festivalpaß werden reserviert, die Bahntickets und das Hotelzimmer ist schon bestellt.

Also nur ganz langsam mit meinem Schreibbuch weitergekommen. Die Farbe meines Druckers ist auch schon fast leer, die in Harland ebenso, aber das Buch, beziehungsweise die Schreibartikel, die im „Literaturgeflüster“ so nach und nach entstanden sind, gefallen mir eigentlich sehr gut und ich denke, da ist schon was zusammengekommen, auch wenn das niemand merken will.

Um dreiviertel sieben, nach meiner sechs Uhr Stunde, bin ich  in Richtung Bankgasse aufgebrochen und habe dort im Hof dann gleich Helmut Niederle, Peter Paul Wipplinger und andere getroffen, die dort schwatzend bei einem Gläschen und beim Buffet herumstanden.

Trotzdem gab es auch einen Veranstaltungsraum mit Lesungen und dort moderierte, glaube ich,  Helmuth Niederles Frau und es gab eine Reihe von Kurzlesungen, ein Buch wurde, glaube ich, auch vorgestellt.

Da die autoren nur mit ihrem Vornamen vorgestellt wurden und ich ja kein Pen-Mitglied bin, habe ich mir entsprechend schwer getan, aber Anna Mwangi zuorden können, deren „Kinder des Genossen Rakosi“ ich ja gelesen habe.Jetzt hat sie eine Geschichte von einem Vater, der unbedingt wollte, daß sein Sohn die Matura machen und dann ingenieur werden sollte, obwohl der das gar nicht wollte, gelesen.

Dann kam Ishraga Mustafa, die, ich, glaube ich, schon vom „Milena Verlag“ und der Vernissage die Doris Kloimstein in St. Pölten einmal veranstaltete, kannte.

Helga Neumayr hat einen interessanten Text gelesen, in dem sie ihr Aufwachsen mit der Vielsprachigkeit thematisierte und auch viele andere, deren Namen ich nicht kannte.

Gespräche gab es auch , mit einem Studienkollegen vom Alfred, einem niederösterreischen Kulturbeamten, den ich immer wieder bei Veranstaltungen sehe, Helmut H. Niederle hat mir ein Glas ausgewaschen, so daß ich Rotwein trinken konnte. Der Kuchen war schon ziemlich aus, aber Soletti und Knabberstanden hat es noch gegeben.

Sonja Henisch und Alexander Peer, dessen Lesung im Cafe Prückl ich gestern wegen meiner Lesung versäumte, habe ich gesehen und der Franz hat sich, glaube ich, mit Dietmar Grieser lange unterhalten, aber den habe ich nicht erkannt.

2019-07-16

Mit der unsichtbaren Frau ins Cafe Westend

Filed under: Lesung — jancak @ 23:17
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Luis Stabauer

Luis Stabauer

Bruno Schernhammer

Bruno Schernhammer

Heute also wieder einmal eine Lesung, wo ich meine „Unsichtbare Frau“, die ja durch die Regierungsumbildung wieder aktuell geworden ist, vorstellen konnte.

Das erste Mal habe ich aus ihr die Nobelpreisszene, die ich ja sehr gern mag beim „Volksstimmefest“ gelesen und mir vorher im „Writersstudio“ zweimal Feedback geholt, dann habe ich beim „Bobop“ wozu mich der Rudi Lasselsberger eingeladen hat, daraus gelesen und beim Geburtstagsfest vier Szenen, eine Szene bei den „Wilden Worten“ im Jänner und im Mai dann noch einmal das volle Programm im Republikanischen Club. Heute habe ich meine fünfzehn Minuten auf die erste unsichtbaren FrauSzene und dann auf die in New York verteilt und das Cafe Westend war auch erstaunlich voll.

Ich bin ja vor zwei Monaten das erste Mal zu einer von Luis Stabauer und Erika Kronabitter, bei deren Geburtstagsfest ich auch die zene fürf vorgetragen habe, organisierten Lesung gegangen, um mir das Senaro anzuschauen, wo es auch sehr gut besucht war und dann vor einem Monat noch einmal, wo deutlich weniger Besucher waren, also habe ich auch mit einem Sommerschwund gerechnet, es ist aber wieder die Margit Heumann gekommen, die Doris Kloimstein, meine Hauptschulfreundin Christa U., der Chemiker Manfred und dann noch zwei Stammbesucherinnen, die ich eingeladen hab und dann noch das andere Publkum das vielleicht so oder zu den beiden anderen Lesern kamen.

Und die waren moderiert von Luis Stabauer, der 1957 geborene Bruno Schernhammer, der in der „Kramer Gesellschaft“ einen Roman über den Autobahnbau „Und alle winkten – Im Schatten der Autobahn“ herausgegeben hat, aus dem er vier Stellen las.

Eva Jancak

Eva Jancak

Christian Schwetz

Christian Schwetz

Der hat die Lesung begonnen, gefolgt von mir und dann kam der  1962 geborene Christian Schwetz, der sohn des zweiten Mannesm ,meiner Cousine Irmi, der las einen „Er- Ich“ genannten Text, der die Ereignisse in zwei Perspektiven schilderte und recht interessant, sowie ein wenig experimentell klang.

Jetzt gibt es eine Sommerpause bei den Westend-Lesungen, im Herbst geht es dann weiter, ich bin gespannt und habe heute die „Podium-Sommerlesereihe“ im Cafe Prückl versäumt.

2019-06-21

Shopping- und Recherchetag

Zu meinen Schreibritualen gehört ja eigentlich, daß ich die Fenster putze und dann, um mich zu belohnen und mir etwas zu gönnen in der Stadt herumlaufe, aber auch schon, um Recherchen für das nächste Projekt, Eindrücke für Szenen, etcetera, einzufangen und so vielleicht auch ein wenig Abstand von einem Projekt zum nächsten zu gewinnen, denn meistens ist es ja so, daß ich, während ich korrigiere und einen Fehler nach dem anderen finde, schon am Planen des nächsten Projektes bin und da in meinem jeweiligen Notizbuch schon ein paar Szenen und Ideen eingetragen habe.

Diese Recherchetage mache ich auch meistens wenn der Alfred auf Urlaub ist, daß ich da ungeniert in der Stadt herumspazieren, mir beim Mc Donald einen Hamburger kaufe, mit der Straßenbahn herumfahre und mir meine Notizen mache.

Das ist im vorigen Jahr ein wenig flach gefallen, weil ich mit dem Korrigieren der „Unsichtbaren Frau“ nicht und nicht fertig wurde und dann, glaube ich, schon die Sommerfrische und die verlängerten Wochenende in Harland heramkamen, bis es so weit war.

In Harland und in St. Pölten läßt sich auch nicht soviel recherchieren. Gut, ich kann ins Traisencenter fahren und mir dort beim „H u M“ Socken, Unterwäsche oder T-Shirts kaufen, ein Eis verzehren oder nach Wilhelmsburg und dort beim „Spar“ einen Kafffee und ein Croissant.

St. Pölten ist für das Szenensammeln auch ein wenig eingeschränkt, so habe ich den letzten großen Recherchetag, glaube ich, in Wien vorigen September gemacht und da war ich im Rohtext der Magdalena schon ziemlich fortgeschritten und ein Jahr davor bin ich im September, glaube ich, in Wien auch herummarschiert und habe für die „Unsichtbare Frau“ recherchiert und mich dann von den FPÖ-Videos „Tu was, Hasi!“, ein wenig verwirren lassen und nicht recht gewußt, wie ich sie einbauen soll.

Diesmal war es ähnlich oder anders, denn ich habe auch geglaubt, ich werde zu Ostern mit der „Magdalena“ fertig, wurde ich dann nicht und der Alfred war dann schon aus Kuba zurück, als es so weit war.

Sehr fit zum in der Stadt herumlaufen war ich damals wohl auch nicht, so habe ich die Fenster geputzt, einen Büchertag gemacht und dann gleich mit dem „Literaturgeflüsterbuch“ über das Schreiben angefangen und gedacht, einkaufen brauch ich ohnehin nichts oder mach das nebenbei und für das „Fräulein No“ recherchiere ich dann in einem Jahr, wenn es soweit ist, denn das ist mein neues Projekt, wenn ich mit dem „Literaturgeflüsterbuch II“ fertig bin und da kann ich gleich flüstern, daß mir die Idee dazu, glaube ich, vor Weihnachten gekommen ist, als ich mit der Straßenbahn nach Grinzig hinausgefahren bin, um mich mit dem Alfred beim Herrn Fischer bei einer Weinverkostung zu treffen.

Da saß in der Bahn ein junges Mädchen und rief ihre Großmutter an, um ihr mitzuteilen, daß sie im „Reinhards-Seminar“ aufgenommen wurde. Das ist das Fräulein No, habe ich beschlossen oder Nomanda Wiesinger, nicht Amanda oder Jolanda, wie sie eigentlich heißen sollte, der Standesbeamte hat sich verhört oder verschrieben, so ist ein Fräulein No aus ihr geworden.

Sie wohnt bei der Großmutter, eine ehemalige Apothekerin namens Henrike, die in Grinzig eine baufällige Villa hat, ihre Eltern, die sie als Studenten bekommen haben, leben in Brüssel und London, als Künstler oder Regierungsbeamte und sehen sie höchstens zu Weihnachten oder in den Sommermonaten und jetzt ist No zwanzig mit ihrer Matura fertig, vorher ist sie vielleicht noch ein bißchen in der Welt herumgegondelt, frischgebackene „Reinhards-Seminar-Schülerin“ und jobbt in einem Cafe „Josys Nachtcafe“ heißt es.

Der Text wird „Fräulein Nos Nachtcafe“ heißen und dorthin kommt der praktische Arzt Ulrich Blumenbach, der eine Psychose hatte und nach der Entlassung aus dem Krankenhaus oder Rehaaufenthalt von der Krankenkasse erfährt, daß sein Kassenvertrag gekündigt wurde und die Ärztekammer rät ihm, in Pension zu gehen. Er ist fünfundvierzig, seine Freundin Sabine oder Thea, eine Künstlerin, hat ihn während der Krise verlassen, seine lebenslustige Mutter Dora, 75, ehemalige Ärztin, die mit drei Freundinnen in einer Seniorenresidenz wohnt, geniert sich für ihn.

Er kommt dorthin und wird gleich von der literaturinteressierten Obdachlosen Gerti Schuster mit „Willlkommen im Club!“, angesprochen und die hat auch Probleme und vielleicht auch Psychose oder Demenzerfahrung, ist sie doch im Verdacht, die verwirrte Frau zu sein, die gefilmt wurde, als sie in einer U-Bahn eine junge Muslima wüst beschimpfte.

„So weit, so what und nicht unbedingt neu!“, werden meine Kritiker sagen. Stimmt, ist es nicht, denn die Geschichte von einem pensionierten Arzt, der mit Fünfundvierzig auf der Straße steht und in einem Nachtcafe sozusagen illegal weiterbehandelt. schwebt mir schon länger im Kopf herum und sie ist auch ein bißchen schon in der „Viertagebuchfrau“ enthalten.

Nun gut, ob was daraus wird, werden wir in einem Jahr wissen, da habe ich ja auch die Idee, daß nach der „Heldenreise“ oder der „Schneeflockenmethode“ zu entwickeln, um endlich die gewünschte Spannung in meine Texte zu bringen.

Die Schreibgruppe, wo ich ja immer ein paar Szenen voraus geschrieben habe, gibt es ja nicht mehr. Jetzt habe ich in dem roten Notizbuch daß mir der Alfred vorigen Sommer in Genf kaufte, ein paar diesbezügliche Notizen drinnen und konnte sie nicht lesen, als ich am Freitag mit dem Rad in den Traisenpark fuhr, mir dort Socken und eine Uhr, meine ist mir schon vor ein paar Tagen stehengeblieben, obwohl ich mir erst vor kurzem eine Batterie geholt habe, kaufte und mich dann zuerst zum McDonalds auf einen Big Mac, Pommes, Cafe latte und ein Eis und dann auf die „Seedosen-Terrasse“ auf einen Kaiserspritzter setzte, um meine Recherchen für ein Projekt zu machen, das ich wahrscheinlich frühestens im November angehen werde, denn jetzt ist ja das „Literaturgeflüsterbuch II“, angesagt.

Das heißt, das stimmt auch nicht so ganz, denn ich habe, glaube ich, noch vor dem Fensterputzen ein neues Notizbuch herausgeholt und sozusagen beschloßen, daß mich meine Figuren, die Schreibtrainerin Fritzi Jelinek mit ihrer Bibliotherapiegruppe, der Psychiater Theo Hardenberg und die pensionierte Bibliothekarin Lisbeth Hahnenpichler mich oder die erfolglose Schreiberin Eja Augustin bei ihrem nächsten Schreibprojekt begleiten können, das sind alles Figuren aus meinen früheren Werken und wer weiß aus welchen sie stammen, kann sich das entsprechende Buch bei mir holen und ich könnte, habe ich gedacht, während des Korrigierens mir Notzen in das Buch machen, um dann schon was zu haben, wenn ich im November oder später mit dem Schreiben beginne.

So habe ich beide Bücher mitgenommen, als ich im verlängerten Wochenende aufgebrochen bin, der Alfred war in Wien, die Oma stellte ich fest, im Spital, als ich sie begrüßen wollte, die kleine Lia ist schon zu Hause und kann sich an den Luftballons und dem Storch freuen, die ihretwegen am Mittwoch im Garten aufgehängt wurden und ich dachte,  so einen Rechcheretag einen Tag im Traisenpark herum zu schlendern und zu konsumieren, kann ich mir gönnen, obwohl ich mit dem „Literaturgeflüsterbuch“ ohnehin schon gut angefangen habe.

Das Vorwort ist geschrieben und das Inhaltsverzeichnis. Da bin ich daraufgekommen, daß nicht alles chronologisch passt, so habe ich  auch noch einen „Nanowrimoartikel“ eingefügt. Das müßte mir der Alfred angleichen und kommt nicht dazu, die Verlinkungen sind aber aufgelöst und ich kann den Text jetzt durchgehen und das ist interessant. Da bin ich daraufgekommen, wie viel ich schon geschrieben habe und das wird oder soll mich auch im Sommer begleiten.

Ein bißchen herumschnuppern tut mir aber sicher gut, habe ich beschlossen, eine Uhr wäre ohnehin zu kaufen und so bin ich, glaube ich, um zehn mit den beiden Notizbüchern losgefahren. Vorher habe ich noch erfahren, daß die Oma nicht in ihrem Schlafzimmer war und im Traisencenter ist mir dann schnell langweilig geworden, denn so viel gab es nicht zu sehen.

Ich bin ein bißchen herumspaziert, habe nach dem Uhr- und Sockenkauf beschlossen, das Eis doch beim McDonalds und nicht in der Eisgrotte, die es im Traisencenter gibt, zu konsumieren, habe dann beim McDonalds, meine Notizen durchgesehen und dem Gespräch zweier Männer zugehört, die sich bei einem Cafe über die Lage der Nation unterhielten, was auch ganz interessant war.

Dann bin ich, um den See herumgefahren, auf die Warte hinaufgeklettert, das Gehen geht jetzt schon ganz gut, zur „Alten Schmiede“, Literaturhaus und „Gesellschaft“ versuche ich auch schon wieder zu Fuß zu gehen und vielleicht das nächste Mal schon auf die Rudolfshöhe, um kein Trauma zu entwickeln, dann bin ich zur „Bücherzelle“, habe drei Bücher gefunden, eines aber gleich wieder zurückgelegt, denn das war glaube, die türkische PEN- Ausgabe, die von Doris Kloimsteins Ausstellung stammte, die mir die Bücher ja vor einem Jahr gegeben hat und ich die, die ich nicht brauchen konnte, dorthin gelegt habe. Die Lyrikheftchen die von Alfreds Festivalspaß stammten und die ich dort hineingelegt habe, als wir zu Pfingsten nach Nußdorf an der Traisen fuhren, lagen, glaube ich, auch noch da und ich habe  also zwei Bücher gefunden bin damit in die Seedose, wo die Leute schon Mittag aßen, aber das hatte ich schon beim McDonalds, also nur einen Spritzer trinken und die Notizbücher durchsehen.

Geplant ist, das eine Buch immer auf meine Recherchen mitzunehmen, um mir Notizen zu machen, die ich für den Plot vom „Fräulein No“ brauche, aber das „Nachtcafe“ befindet sich sicher in Wien.

Dort könnten aber auch zwei Raunzer sitzen und der eine dem anderen erklären, daß „Ein verwundeter Soldat, dem Staat teuere als ein toter kommt!“, daß also, etwas, was wahrscheinlich stimmt, wenn auch makaber klingt.

So weit so what, die Recherchegänge also schließen. Aber Radfahren werde ich ja immer, wenn ich in Harland bin .Jeden Tag ein Stück in Richtung St. Pölten oder Wilhelmsburg fahren, auf den Markt gehen oder bei der Seedose einen Spritzer trinken, in der anderen Richtung gibt es in Wilhelmsburg einen „Spar“, wo ich mir meistens einen Cafe Latte-Becher und ein Croissant kaufte.

Gestern war ich aber in der Radlertränke bei Ochsenburg und habe mir einen Erdbeerspritzer gekauft und Morgen werde ich, wenn ich nach Wilhelmsburg fahre, vielleicht dort auch einkehren und mir zum Kaisespritzer, der billiger ist, eine Schnitzelsemmel kaufen, denn der Alfred fährt ja nach Wien zur wahl der Grünen.

Also kein Marktbesuch, denn allein, gehe ich dort, glaube ich, nicht hin. Am Sonntag kommt die Ingrid, um sich das Baby anzusehen und ins Spital zur Oma, die derzeit dort wegen eines Herzflimmern liegt, müßen wir vielleicht auch und dann gibt es noch die Sonnwendfeiern, die vielleicht auch ganz interessant sind, heute ist da einer in Altmannsdorf und morgen findet der beim Bootshaus in Spratzern statt, wo, wie ich beim Radfahren gesehen habe, schon die Standln aufgestellt sind.

2019-04-20

Tunnel über der Spree

Filed under: Bücher — jancak @ 00:47
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Der 1944 in Wetzlar geborene Schriftsteller, Essayist und Reporter, wie in „Wikipedia“ steht, feierte am dreizehnten April seinen fünfundsiebzigsten Geburtstag. Zu diesem Zweck gab die „Frankfurter Verlagsanstalt“ einen Sammelband mit dem Untertitel „Traumpfade der Literatur“ heraus, wo es, wie man sagen könnte, auf eine Reise durch die literarische Vergangenheit des Autors geht und in sieben oder acht Abschnitte, kurze Portrait seiner Weggefährten, Erinnerungen an Begegnungen in deren Wohnungen oder auf Kongressen, aber auch skurille Geschichten, um Dichterpersölnlichkeiten oder die Aufarbeitung ihrer Themen geboten werden.

So beginnt es schon bei „Wer lacht hier, hat gelacht“, eine Reminiszenz, wie darunter steht, mit „Das schallende Gelächter von Walter Höllerer, das wiehernde Gelächerter von Hubert Fichte,  das bärbeißige Lächeln von Uwe Johnson, über Peter Weiss, zu Siegfried Unseld, dem das Buch auch gewidmet ist, und so weiter und so fort.

Jetzt weiß man schon, wer Hans Christoph Buchs Weggefährten sind, der glaube ich, auch bei der „Gruppe 47“ war und im ersten richtigen Abschnitt, geht es dann hauptsächlich in die Sechzigerjahre und nach „WestOstBerlin“, denn im Zweiteren hat er Wolf Biermann vor seiner Ausbürgering öfter besucht, hörte zu, als der auf seiner Gitarre das „Stasilied“ probte: „Menschlich fühl ich mich verbunden mit den armen Stasi-Hunden“, als es an der Tür läutete, ein solcher Einlaß begehrte und gemütlich „Hallo Wolf,  Ich möchte wissen, wer dieser, wie heißt er doch gleich – dieser Che Guevara, von dem neuerdings so viel jeredet wird, wer det eigentlich war?“, fragte und von Biermann dann  ein Lied über den Commatadore gesungen bekam und aufgeklärt wurde.

Günter Grass kommt in den späteren Abschnitten natürlich auch vor, über den äußert Buch sich sehr kritisch, meint, daß ihm „Ein weites Feld“, das Buch das er nach der Wende geschrieben hat, nicht gefallen hat, während man das über „Grimm“ mehr Beachtung schenken sollte. Er erinnert sich an Siegfrief Unseld, besucht auch Marcel Reich-Ranicky in seiner Wohnung und schreibt über Martin Walser, den er am Bodensee besucht.

In den „Literaturgeschichten“ gibt es dann eigene Texte über die Literaten und deren Werke, so eine über „Peter Schlemihils letzte Reise“, eine über „Schillers Schädel“ und ebenfalls sehr berührend, wenn er in den Leib des tuberkulosekranken Franz Kafka schlüpft und ihn einen Brief an ein kleines Mädchen schreiben läßt, das seine Puppe verloren hat.

In „Bagatellen zum Massaker“ beschäftigt er sich mit der berühmten Frage, ob Schriftsteller eine größere moralische Verantwortung hätten, als die „normalen  Menschen“ und beantwortet sie mit Beispielen von sowetischen oder auch Nazi-Schriftsteller, die andere denunziiert und verraten haben und sich dafür schöne Villen und Häuser bauten.

In „Spiel mir das Lied vom Tod“ geht es nicht nur um Paul Celan und seine berühmte Todesfuge. Hans Christoph Buch spannt hier den Bogen weiter über Goethe und Richard Wagner, bis zu dem, der sich in Ostdeutschland umbrachte, weil er seinen Betrieb wegen den Supermarktketten nicht mehr aufrechterhalten konnte.

Dann wird ein Besuch bei Günter Grass versichert, zu dem der Autor, wie schon geschrieben, ein eher distanziertes Verhältnis hatte, der ihm aber bei einem Besuch im März 2012, fragte, „ob wir eine Neuauflage von 1968 brauchen würden.“und der, wie ich gerade feststellte, am gleichen Tag, nämlich am 13. April 2015 gestorben ist, an dem Hans Christoph Buch Geburtstag hat.

Im nächsten Teil, „Blick zurück nach vorn“, geht es zunächst um einen anderen Buch-Vertrauten,  nämlich um den in der DDR geborenen Gert Loschütz, der 2018 auf der dBp-Longlist gestanden ist und von dem ich das nominierte Buch gelesen habe.

Dann wird aus dem Briefwechsel zitiert, den Hans Christoph Buch in den Sechzigerjahren mit den 1979 verstorbenen Nikolas Born führte.

Nach Kapiteln über Reinhard Lettau und den mir völlig unbekannten Gerd-Peter Eigner, geht es dann zum „Schlußwort in eigener Sache“ und zu den Identitätsfragen, den berühmten: „Wer man ist, woher man kommt und wohin man geht?“, die ja keiner wirklich beantworten kann.

Hans Christoph Buch, hatte aber eine haitische Großmutter, weshalb sich sein Vater mit dem Ariernachweis schwer tat, war Reiseschriftsteller, schrieb Kriegsreportagen, wurde, wie er im letzten Text einer Rede anläßlich einer Preisverleihung schreibt, vom Literaturbetrieb nicht oder zu wenig anerkannt. War wahrscheinlich auch das, was man einen „Achtundsechziger“ nennt, ein links denkender Schriftsteller, der mit den gleichgesinnten Intellektuellen seiner Zeit befreundet war und ich, die ich mich ja für jede Art des Literaturbetriebs interessiere, weil oder weil ich ja auch außerhalb stehe, habe wieder ein sehr interessantes Buch gelesen, bin eingetaucht in die Welt des literarischen Deutschlands der Neunzehnsechzigerjahre und ich liebe ja solche Bücher, habe unlängst von Hilmar Klute ein Ähnliches gelesen und Doris Kloimstein hat mit zwei Pen- Kollegen ja vor kurzem auch eines über den österreichischen Literaturbetrieb herausgegeben.

2019-04-15

In die Karwoche

Filed under: Alltagsgeplauder — jancak @ 00:52
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Die Karwoche ist angebrochen, die für mich immer eine besondere ist, bin ich ja eine Freundin der Rituale und so räume ich zu Weihnachten und zu Ostern immer diverse Dekorationsgegenstände aus dem Keller und baue mir in Wien und Harland immer die Ostereier und die Osternesterln auf dem Fensterbrett oder dem Vorzimmerkästchen auf. In Harland baumlen auch ein paar Osterhasen vom Fensterhacken und ein paar Körbchen sind aufgebaut, in Wien habe ich die Dekorationen unfallbedingt im Keller gelassen und Schokoosterhasen sind bis jetzt auch noch keine zu mir gekommen.

Ein paar Pinzen habe ich in der Fastenzeit zum Frühstück gegessen, Bärlauch  nur den, der noch vom Vorjahr in der Tiefkühltruhe war, denn den ich vor fünf Wochen von der Rudolfshöhe kommend, plücken wollen,  die diesbezüglichen Plastiktaschen schon auf das Rad gepackt, konnte ich ja nicht mehr ernten, habe ich jetzt schon fünf Wochen einen Gips und werde den noch eine Woche haben.

Am Osterdienstag kommt er dann hinunter, wie es dann wird, werde ich sehen und den Osterspaziergang der Litges, der diesmal schon eine Woche früher, nämlich am Palmsamstag war, habe ich auch versäumt.

Hätte das aber ohnehin, weil ja zeitgleich das „Literatur und Wein Festival“ in Krems und Göttweig stattfand, zu dem wir ja Karten hatten. Das habe ich  besucht, weil man da ja mit dem Auto bis vor das Literaturhaus fahren konnte und nur in Göttweig ein paar Stiegen steigen mußte.

Den Osterspaziergang um den Viehofener See, bei dem ich die letzten Jahre war und immer einen eigenen Text dabei vorgelesen habe, aber diesmal ausgelassen, alles ändert sich und auch Eva Riebler war diesmal nicht dort, wie sie uns sagte, als wir sie vor ein paar Wochen zufällig  auf der Rudolfshöhe trafen.

Ich war seit dem Unfall vier Wochen nur am Freitag in  Harland, wenn ich bei den Kontrollen im LKH St. Pölten war, dann sind wir immer nach Wien zurückgefahren. Dieses Wochenende sind wir aber in Harland geblieben und von dort nach Krems und Göttweig gefahren.

Am Montag fahren wir dann wieder nach Wien, wo wir bis Donnerstag bleiben, ich meine Stunden mache und auch zu keine Veranstaltungen gehen werde, aber in der Karwoche sind die erfahrungsgemäß ohnehin eher knapp und da bin ich in den letzten Jahren eher zum Musikprogramm in die AS gegangen, weil es keine andere Alternative gab.

Am Dienstag werden wir mit der Anna, die ja am vierzehnten April ihren fünfunddreißigsten Geburtstag hatte, wieder in die „Hollerei“ essen gehen, da wollte ich ja eigentlich mit dem Rad hinfahren, was genauso wie das Radfahren, ab Karfreitag Richtung Wilhelmsburg, Herzogenburg oder Traismauer ausfallen wird. Alfred will aber am Ostersonntag grillen und dazu die Doris Kloimstein einladen, die mich  ja  im Spital besucht  hat und mir was zum Lesen mitbrachte und am Montag fahren wir vielleicht mit dem Auto ins Donaugasthaus nach Traismauer, da sollte eigentlich der Gips herunter, wurde aber, weil ein Feiertag auf den Dienstag verschoben und ansonsten habe ich inzwischen auch schon ein Osterei in der Harlander Küche liegen und ein kleinerer oder größerer „Lindt-Osterhase“, kommt, wie in den letzten Jahren vielleicht auch noch dazu.

2019-03-17

Stella

Filed under: Bücher — nagl @ 00:02
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Für die, die in allem Unglück ein Gutes sehen, denen sei gesagt, mein Knöchelbruch hat mir Takis Würger „Stella“ beschert, eines der Kultubücher, der heurigen Saison, würde ich mal sagen, das überall besprochen wird und die Geister spaltet, als das zweite würde ich Michelle Houllebecq „Serotonin“ bezeichnen, „Gotteskind“ und „Der traurige Gast“ habe ich schon gelesen und weil ich ja nicht so eine prominente Bloggerin bin und mit „Hanser“ ohnedies so kleine Schwierigkeiten hatte, habe ich mit dem Buch die letzten Woche geliebäugelt, es mir in den Buchhandlungen immer angeschaut und gehofft, daß ich es einmal finde, denn es hat  ein Thema, das mich interessiert und dann kam Doris Kloimstein zu mir ins Krankenzimmer und hat es mir übergeben, Robert Eglhofers Gabe, der noch zu mir gekommen ist, muß ich noch lesen, aber für Stella hat der Mittwoch im Krankenhaus mit den Physiotherapieversuchen und dem Kreislaufkollaps gerade noch gereicht, so daß ich es ausgelesen habe und Doris Kloimstein hat am Ende auch noch freundlich mit blauer Tinte angemerkt, das Takis ein männlicher Vorname und die Abkürzung von Panagiotakis ist und die Koseform Panagiotis lautet.

Sehr interessant, man lernt nie aus und Takis Würger steht auf der anderen Seite, ist ein 1985 geborener Journalist, der schon mit seinem Debut „Der Club“ einige Preise erntete und warum ist jetzt sein Buch so spaltend?

Weil es diese Stella Goldschlag, 1922-1994, wirklich gegeben hat, eine Jüdin, die dadurch überlebte, daß sie eine Reihe von Juden an die Gestapi ausgeliefert hat. Sie wurde nach dem Krieg zweimal verurteilt und hat sich 1994 in Freiburg das Leben genommen und Takis Würger macht nun einen sehr künstlerischen Roman daraus, in dem er die tatsächlichen Fakten, das heißt Ausschnitte aus den Gerichtsakten und die Aufzählung, der durch sie Verratenen mit einer fast surrealen Liebesgeschichte verbindet.

Der Held und Erzähler heißt Friedrich, wohnt in der Schweiz, wurde von einer sehr nazibegeisterten malenden Mutter aufgezogen, die fast den Verstand verlor, als ihr Sohn durch einen Unfall zumFarbenblinden wurde.

1942 will sich der 1922 geborene Berlin ansehen und dort auch was ja eigentlich verboten ist, Jazzmusik anhören und dadurch lernt er eine Kristin kennen, die auch sehr ungewöhnlich ist und irgendwann in seinem Hotelzimmer auftaucht und ihm verät, daß sie eigentlich Stell Goldschlag wäre.

Die einzelnen Kapitel sind immer wieder geschichtliche Daten wie „Im Jahre 1922 verurteilte ein Richter Adolf Hitler zu drei Monaten Gefängnis wegen Landfriedensbruchs, ein englischer Forscher entdeckte das Grab Tutanchamus, James Joyce veröffentlichte denRoman Ulysses, die kommunsistische  Partei Russland wählte Josef Stalin zum Generalsekretär und ich wurde geboren“, beigefügt.

Eine Mischung aus Fiction und Fakten also und interessant finde ich auch, daß ich ja kürzich auch ein Buch gelesen habe, wo ein ziemlich naziaffiner Jude ein Rolle spielte, das war aber, glaube ich, nur Fiktion, beziehungsweise wurde auch ein Tagebuch einer Mutter zum Vorbild genommen und „Stella“ das Kultbuch von 2019 hat eingeschlagen, wie ein Bombe bei den Leuten die noch lesen, weil bis dato schon 157 Rezensionen obwohl es erst im Jänner erschienen ist.

Daniel Kehlmann und Isabell Bogdan haben auf den Buchrücken lobende Worte geschrieben und ich kann jetzt wieder, wenn ich  auf eine Party gehen kann, über die literarische Sensation des Jahres mitreden, wenn mich einer fragen sollte, was aber erfahrungsgemäß eher nicht geschieht, wenn ich in der „AS“ oder im Literaturhaus beim Wein herumstehe.

Friedrich Torberg hat übrigens mit „Hier bin ich mein Vater“, schon vor langem ein ähnliches Thema bearbeitet.

2019-03-15

Nennen wir ihn Rumpelstilzchen

Filed under: Bücher — jancak @ 00:49
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Jetzt kommt ein Buch, das ich eigentlich noch nicht lesen sollte, denn Doris Kloimstein hat mir ihre „Geschichten vom Literaturstammtisch“, die sie gemeinsam mit Ingrid Schramm und Edwin Baumgartner im „Goldegg-Verlag“ herausgegeben hat, erst am vorigen Samstag am Markt von St. Pölten übergeben und da hatte ich schon eine Anzahl von Büchern auf meiner Leseliste, die ich vorher lesen sollte, aber dann sind wir ja am Sonntag auf die Rudolfshöhe gegangen. Ich bin gestürzt, mit dem Hubschrauber ins LKH St. Pölten geflogen und habe mir vom Alfred, die Bücher dorthin bringen lassen, die ich von der Leseliste in St. Pölten hatte hatte. Eines war ein E-Book, aber das Internet hat auf dem Laptop nicht funktioniert und was tut man in einem Spital? Man döst vor sich hin oder liest. Ein Fernsehtyp bin ich ja nicht, das Internet funktionierte nicht und meinen Laptop kann man nicht mehr schließen, so daß mir der Alfred zwar einen brachte, auf dem ich aber nur das Internet hätte  benützen können.

Also habe ich den „Stotterer“ ausgelesen, den man aber erst am zwanzigsten März besprec hen darf. Das ist der Tag, an dem wir eigentlich nach Leipzig fahren wollten.  Vorher hatte ich ein Veranstaltungsprogramm geplant, jetzt gehe ich zwar in meiner Praxis-Wohnung herum, aber eher nicht aus dem Haus, also habe ich noch eine Woche mit Rezensionen zu füllen und nach dem „Stotterer“ war Livia Klingls „Biedermayern“ und Martin Amanshausers „Es ist unangenehm im Sonnensystem“ zu lesen, was eher schnell ging, also ließ ich mir von der Anna den „Literaturstammtisch“ mitbringen und das war wahrscheinlich auch eine passende Idee, denn Doris Kloimstein ist ja jetzt St. Pöltnerin und eine Frau im Zimmer wohnt im gleichen Ort, wie der <meister Eder, der in dem Buch auch vorkommt, aber es ist keines das sich nur auf die St. Pöltner Literatur bezieht, so groß ist die gar nicht könnte man munken, sondern jeder der drei Autoren hat seinen eigenen Beitrag zur Sache beigesteuert.

Da ist einmal Ingrid Schramm, von der, glaube ich, auch die Idee zu dem Buch kam, die im österreichischen Literaturbetrieb tätig ist und von der ich schon ein Buch gelesen habe und die hat ihre Anekdoten, dem Literaturbetrieb nach 1945 gewidmet, also vom TorbergWeigl Boykott gegen Berthold Brecht und den Streit der beiden damaligen Literaturförderer Weigel und Hakel geschrieben. Sie schreibt von der „berühmtesten Ohrfeige“ Wiens, die die Schauspielerin Käthe Dorsch Hans Weigel einmal gegeben hat, weil er sie zu scharf kritisierte und das namensgebende „Rumpelstilzchen“, behzieht sich auf Thomas Bernhard, so würde ich diesen gar nicht betrachten, aber man kann über ihn und seine Preise und seine Schimpfereien natürlich viel erzählen.

Sie erzählt von Adrienne Thomas Jugendbüchern und ihrem „Kathrin wird Soldat“. Die, die sich auf den zweiten Weltkrieg beziehen, hat sie dabei ausgelassen, aber man kann  in einem zweihundert Seiten Buch, das man sich noch mit zwei Mitautoren teilt, nicht über alles schreiben. Dann gibt es Einblicke in die „Bachmann-Verhinderung“, die sehr interessante Tatsache, die ich nicht wußte, nicht in den PEN aufgenommen wurde. Und dann gibt es vielleicht gar nicht so zum Thema passend eine Geschichte über James Baldwin und sein berühmtes „Ich bin nicht ihr Neger“.

Einen „Jüdischen Antisemiten“ gibt es auch, das ist der Kabaretist Gerhard Bronner und dann vielleicht auch nicht zum Thema passend, aber sehr interessant, ein Kapitel über den Opernführer Marcel Prawy.

„Doch!“, werden die Autoren jetzt wahrscheinlich sagen, denn alle drei sind sehr Musik- und Opernaffin und Doris Kloimstein hat auch einen Text über Prawy geschrieben und wenn man jetzt zu Feuilletonredakteur Edwin  Baumgartner übergeht, der Musikwissenschaften studiert hat, so kann man verallgemeinern, daß seine Anekdoten von nicht so bekannten Dichtern handeln und bei einigen bin ich mir auch nicht sicher, ob es die Dichter, die beispielsweise nie ein Wort geschrieben haben, aber ihre Romane hervorragend erzählen konnten, wirklich gegeben hat.

Er berichtet aber auch von der „Axt des Michael Guttenbrunners“ und den hat es gegeben und ich war zumindestens bei seiner Gedenkveranstaltung in der „Gesellschaft für Literatur“.

Er erzählt von einer Lesung, wo einer eher herumstottert, dann kommt ein Besucher, der wie Peter Handke ausschaut und alle sind gebannt und Doris Kloimstein, die ich bei einer GV-Nö Regionalversammlung, als ich in St. Pölten wohnte und nach Wien pendelte, kennenlernte, gibt natürlich ihr Wissen über den St. Pöltner Literaturbetrieb und ihre Verletzungen und Kränkungen, die sie dort erlebte, wieder. So hat sie ja die Zeitschrift „Etcetera“ gegründet, bekam dann aber einen Brief, daß das angeblich ein anderer getan hat und mit einer von ihr nicht namenlich genannten Leiterin einer literarischen Gesellschaft hat sie sich auch zerstritten.

Doris Kloimstein ist Mitglied des PENs und da im Frauenvorstand sehr aktiv, oder zumindest war sie das, denn der Literaturbetrieb ist ja ein Intrigantenstadl, so daß ich wahrscheinlich froh sein kann, daß ich von ganz außen lustig vor mich hinblogge. Da werde ich zwar literarisch nicht ernst genommen, bekomme keinen <platz in einer Literaturwohnung, aber ich werde nicht hinausintegriert, weil wo nichts ist, kann man ja nicht holen, trotzdem werde ich, Leser hört her in dem Buch namentlich, allerdings nicht ganz richtg erwähnt, denn ich habe die „Schreibgruppe“, zu der Doris Kloimstein dazugestoßen, nicht gegründet.

Das waren schon Ruth Aspöck, Robert Eglhofer und Ingeborg Reisner, weil der Robert, als er nicht mehr in der Litges war, die eine Schreibgruppe hatte, eine solche brauchte.

Ich bin erst später zu ihr gestoßen, bin aber, wie die Ruth bei der GAV und diese Zweiteilung der österreichischen Autorenversammlungen, ist ja auch sehr interessant und füllt  auch schon ganz Bücher, obwohl es um die GAV inzwischen eher ruhig ist.

Ein interessantes Buch also mit dem man ein bißchen in den heimischen Literaturbetrieb hineinschnuppern kann, wenn man mehr darüber wissen will, sollte man allerding die Originale oder Biografien lesen und das habe ich ja auch getan, bin ich ja, in der Literatur sehr bewandert und habe auch meine Anekdötchen zu erzählen, obwohl mir das niemand so recht glauben will.

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