Literaturgefluester

2016-10-16

Gemischter Satz

Jetzt gehts ans österreichische Buchpreis-Lesen, nach dem ich mit dem deutschen fast fertig bin und achtzehn Longlistbücher und fünf der Shortlist gelesen habe, damit lasse ich es vorläufig stehen, wer den dBp bekommt, werden wir Montagabend wissen und mache mit Buch zwei der österreichischen Liste weiter, ein Longlistbuch, entgegen meiner Vorsätze mache ich in der Reihenfolge des Eingetroffensseins weiter, lese Shortlist auf Longist, dann nochmal Shortlist und höre vorläufig bei Buch fünf wieder bei der Longlist auf.

Dreimal Longlist, zweimal Shortlist also und der Rest bleibt vielleicht ein Geheimnis, vielleicht auch nicht. Wir werden es sehen.

Jetzt geht es aber sehr poetisch weiter, mit einem kleinen dünnen Büchlein „Novelle“ steht am Cover“ und „Gemischter Satz“ von Daniela Emmiger, die 1975 in Oberösterreich  geboren wurde und von der schon seit einigen Jahren ein „Ritterbuch“ in meinen Regalen steht.

Sonst weiß ich nicht sehr viel über die Autorin und habe sie, soviel ich weiß auch noch auf keiner Lesung gehört.

Ein zweigeteiltes leichtverschobenes Hirn ist noch am Cover des Buches aus dem „Czernin-Verlag“, gepaart mit ein paar fünfblättrigen Kleestückchen zu sehen und wir wissen schon alles oder auch nichts.

So viel sei verraten, es geht um die Liebe, um, die von Agatha zu ihrer Nummer sieben, acht oder neun und die ist, verrät der Klappentext, ein Betriebs- oder „Liebesunfall bei dem alle Bteiligten mehr oder weniger heil davon kommen“, um es poetischer auszudrücken und dann steht noch darunter,  daß „Gemischter Satz ein literarisches Kunststück ist, in der die Autorin, die Erzähltradition mit unerhörer Feinheit verbindet und ganz nebenbei die großen Fragen nach der Wahrheit, der Liebe und der Vergänglichkeit streut.“

Und das ist wahr, man könnte aber auch sagen, da spricht oder erzählt eine Quasseltante uns von einer Agathe, die mit allen Wassern, Poetiken und Erzähltraditionen gewaschen ist, schwankt zwischen Publikumsbeschimpfung und Feuchtgebieten hin und her und beginnt ganz lapidar mit der Definition des „Gemischen Satzes: bezeichnet einen Wein, der sich aus unterschiedlichen Rebsorten aus einem Weingarten zusammensetzt“, kommt dann bald auch zu Elfriede Jelinek: „Wer sich traut vor einem Misthaufen laut die Wahrheit zu sagen, der heißt entweder Jelinek oder aber der ist verrückt oder lebensmüde oder beides.“

Stendhal wird zitiert: „Marie-Henry Beyle (23. Januar 1783 – 23. März 1843) besser bekannt unter seinem Pseudonym Stendhal war ein französischer Schiftsteller, Militär und Politiker. Sein 1822 erschienenes essayistisch philosophisches Werk  De L` amour, eine Physiologie der Liebe, hat sich in den ersten zehn Jahren nur siebzehnmal verkauft.“

Es gibt einen Prolog und die Geschichte von Agatha und ihrem Liebesunfall mit der Nummer sieben, die sich daraufhin „metaphorisch die Brüste abschneidet“ und sich in das Gästezimmer ihrer Eltern flüchtet, dort Prosecco trinkt, schließlich eine Ausbildung zur Köchin macht, das Gulasch mit ein kleinStückchen Bitterschokolade würzt und erkennt, daß  nur ein solches besser wird, in dem man es aufwärmt.

So kommt es zu einer Nummer acht und einer schnellen Hochzeit in Las Vegas, der Nummer sieben ist sie auch nach Berlin nachgereist. Briefe werden geschrieben und beantwortet, die Eltern und die Schwester machen sich Sorgen, um sie, und wollen sie bei „Liebesgeschichten und Heiratssachen“ anmelden oder „mit Richard Lugner nach Sri Lanka“ schicken, bis sie schließlich den Jahreswechsel allein verbringt, ihren „gemischten Satz“ alleine trinkt,  sich auch die Brüste wieder wachsen läßt, weil sie sich nicht mehr verändern und verbiegen lassen wird.

Denn „Vielleicht bestand die Herausforderung des Lebens genau darin, sich mit dem abzufinden, wer und wie man war, sich in seiner speziellen Art und Weise zu begreifen, zu akzeptieren und schließlich auch zu akzeptieren, dass ein anderer war, wie er war und weder eine Agatha noch eine Nummer acht, das Recht hatten, sich gegenseitig zu ändern. Sie blätterte zur letzen Seite des Scheidungsvertrags und setzte zur Unterschrift an.  das Scheiden tat nicht mehr weh. Es war ganz einfach: Das Leben war gut“.

So endet Daniela Emmingers Novelle von der Liebe und den gemischten Sätzen auf Seite 112.

Eine sehr poetische Geschichte, nicht immer leicht zu verstehe, auch  gänhzlich ohne Plot und wenn man so will, vielleicht auch ohne den Sinn, der der Realistin an der Literatur so wichtig ist.

Ein l`art pour l`art und ein Spiel mit den verschiedensten literarischen Stilen, das ohne den österreichischen Buchpreis und der österreichischen langen Liste höchstwahrscheinlich an mir vorbeigegangen wäre.

So habe ich eine interessante Autorin kennengelernt, die die österreichische Gegenwartsliteratur auf eine sehr interessante Art, manchmal sanft und leise, manchmal aus sehr aggressiv und herausfordernd durcheinandermischt, wofür ich dem „Czernin Verlag“ sehr dankbar bin und jetzt nur noch „Leben für Anfänger“ lesen sollte.

2013-08-14

Long- List-Thoughts

Filed under: Uncategorized — jancak @ 12:53

Da ich erst um zwanzig nach elf von meiner Radtour nach Traisen zurückgekommen bin und noch schnell gegessen habe, gibts erst jetzt meine Long-List-Thoughts und ich muß sagen, wenn man sich an die „Wilhelm Raabe Literatur Preis Nominierten“ und an die Wünsche, die die dBp-Facbookleser hatten, hielt, las es sich wie das „Who is Who“.
Mirko Bonne „Nie mehr Nacht“, ist ein „Wilhelm Raabe Nominierter“ und stand 2009, glaube ich, schon mal auf der langen Liste. Ein Buch von ihm habe ich im Schrank gefunden und muß es noch lesen. Ralph Dutli „Soutines letzte Fahrt“, glaubte ich zu kennen, habe aber, glaube ich schon in Leipzig am blauen Sofa davon gehört. Thomas Glavinic „Das größeres Wunder“, eh schon wissen. „Wenn der nicht, auf die Liste kommt, dann…“ steht auf der Facebookseite. Er kam natürlich und stand schon mit der „Das Leben der Wünsche“ und „Das bin doch ich“ darauf.
Norbert Gestrein „Eine Ahnung von Anfang“, ich gebe zu, den habe ich auf meiner Liste vergessen, dachte aber, er wäre darauf, weil er ja auch bei den Ö-Tönen liest. „Die englischen Jahre“ habe ich vor kurzen von ihm gefunden.
Reinhard Jirgl „Nichts von euch auf Erden“, da hat, glaube ich, auch einer geschrieben, der muß darauf. Daniel Kehlmann „F“, habe ich auf meine Liste gesetzt, weil ich ihn beim Googlen in letzter Zeit so oft erwischte und obwohl ich ja einmal schrieb „Die Vermessung der Welt“ interessiert mich nicht, steht das Buch inzwischen auf meiner Leseliste.
Judith Kuckart „Wünsche“ wurde von Buzzaldrin besprochen.
Olaf Kühn „Der letzte Sohn“, da habe ich wieder keine Ahnung und muß erst googlen oder Leseproben lesen, die ich ja wieder bestellt habe, da das Buch in Wien und in St. Pölten glaube ich, nicht zu bekommen ist.
Dagmar Leupold „Unter der Hand“, Jung und Jung, das ist, glaube ich, ein Geheimmtip und von ihr gibts auch was auf meiner Leseliste, was es mal bei „Buchlandung um einen Euro gab.
Jonas Lüscher „Frühling der Barbaren“, wieder keine Ahnung, obwohl schon bei Buzzaldrin besprochen.
Clemens Meyer „Im Stein“ steht auf meiner Liste und ist für „Wilhelm Raabe“ nominiert „Die Nacht, die Lichter“ habe ich gelesen. Schlampert wie ich bin, „der“ geschrieben und der Autor hat sich bei mir beschwert.
Joachim Meyerhoff „Wann wird es endlich wieder so…“, da bin ich, glaube ich, erst heute morgen drauf gekommen, daß das Buch ja auch auf die Liste kommen könnte, ist es ja lustig, obwohl die Psychiatrie an sich ein ernsteres Thema ist und der Autor, glaube ich, irgendwie mit Thomas Glavinic zu vergleichen.
Terezia Mora „Das Ungeheuer“ ist für „Wilhelm Raabe“ nominiert, ebenso Marion Poschmann „Die Sonnenposition“, die ich nicht kenne.
Thomas Stangl „Regeln des Tanzes“ erschienen bei „Droschl“ ist auch komplett an mir vorbeigegangen, obwohl ich den ersten Alpha-Preisträger ja kenne, sein Preisbuch gelesen habe und ihn auch erst vor kurzem in der „Alten Schmiede“ hörte.
Jens Steiner „Carambole“ Wieder keine Ahnung von Buch und Autor.
Uwe Timms „Vogelweide“ wurde kürzlich erst wo sehr gelobt.
Nellja Veremej „Berlin liegt im Osten“, da habe ich den Namen der Autorin schon einmal gehört und das buch das eine spannenden Titel hat, würde mich, glaube ich, interessieren. Also habe ich vielleicht das Glück, das ich mal daran komme.
Urs Widmer „Reise an den Rand des Universums“, da habe ich vor kurzem erst den „Herrn Adamson“ in einer „Libro-Kiste“ gesehen, allerdings wollten sie sieben Euro dafür haben und ich habe ja noch zwei andere Bücher von ihm auf meiner Leseliste und nein, daß er auf die Longlist kommen könnte, habe ich nicht gedacht.
Monika Zehrer „Die Ordnung der Sterne über Como“ kenne ich ebenfalls nicht.
Also bin ich nicht sehr überrascht, denke mir, das Ganze ist wohl wirklich sehr voraussagbar, denn wenn man die Namen der Autoren anschaut, wird man sehr viele auch auf früheren Listen finden.
Nun ja, nun gut! „Wo Tauben sind… oder mit bekannten Namen hat man es leichter!“, könnte man sagen und mir mit meiner Leseliste bis 2025 ist es eigentlich egal, denn ich könnte die Bücher jetzt gar nicht lesen, ohne meine Liste durcheinanderzubringen.
Schade finde ich, daß Michael Köhlmeier und Robert Schindel, wie ich mir eigentlich ganz ganz sicher war, nicht auf der Liste stehen, ihre Bücher werde ich aber auf jeden Fall lesen und über Tanja Maljartschuk, die ich in zwei Wochen lesen werde „Biographie eines zufälligen Wunders“ hätte ich mich auch sehr gefreut.
Außerdem hätte ich mir Hans Pleschinski „Königsallee“, auch für „Wilhelm Raabe“ nominiert erwartet, Peter Stamm und eigentlich auch Helene Hegemann. Aber da trauen sich die Juroren wahrscheinlich nicht mehr.
Also Leser in die Buchhandlungen stürmen und lesen, lesen, denn dafür ist die Longlist da und ich frage mich ja wirklich, wer wird das tun? Buzzaldrin hat schon angekündigt, daß sie das gemeinsam mit vier anderen tun will und ich habe mich gefragt, ob ich, wenn ich die Leseprobenanthologie bekäme, anhand der Proben eine Auswahl für die Shortlist geben könnte?
Vom „Who is Who“ könnte man aber jetzt schon an Daniel Kehlmann, Clemens Meyer, Terezia Mora, Reinhard Jirgl, Thomas Glavnic denken, etc, etc. Mal sehen, wie ichs treffe, da bin ich ja meistens sehr sehr schlecht, weil ich nur nach den Namen gehe und keine Gruppendynamiken berücksichten kann.
Bei meiner Leseliste geht das Sommerprogramm allmählich zu Ende. Da habe ich ja jetzt Julian Schttings „Blickrichtungen“ ein poetisches Reisebuch in Arbeit, dann kommt der „Junk“ nämlich zweimal Sebastian Fitzek „Der Augensammler“ und „Der Seelenbrecher“ und Leonie Swanns „Garou“.
Die Tanja Maljartschuk kann ab 27. August besprochen werden. Auf meiner Liste stehen dann drei Wieser- Bücher aus der „Editon Zwei“ bzw. dem „Bank Austria Literaturpreis“, bevor es weitergeht mit „Feuchtgebieten“, die ja jetzt verfilmt wurden, Köhlmeier und Schindel, Milena Michiko Flasar und Marjana Gaponeko, Andrea Grill, Clemens J. Setz und und und….
155 Titel stehen da jetzt ja für 2013 darauf und Marialuise Thurner vom „Folio-Verlag“ hat mich gestern gefragt, ob ich die neue Eva Rossmann lesen möchte? Möchte ich natürlich.
Also Leute in die Hände spuken, die Brillen holen und auf der dBp-Facebookseite wird, glaube ich, täglich eines der Listenbücher vorgestellt und bei Martina Gercke gibts derzeit wieder ein großes Gewinnspiel, wo man „Glücksstern mit Schwips“, sowie lila Armbänder oder solche Kugelschreiber gewinnen kann.

Bloggen auf WordPress.com.