Literaturgefluester

2015-04-22

Die Dialoge des Gustav Ernst

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:35
Tags: , ,

Am Mittwoch und am Donnerstag wird und wurde an zwei Nachmittagen und Abenden in der „Alten Schmiede“ Gustav Ernst im Portrait vorgestellt, beziehungsweise ein Colloquium oder Symposium über den großen Realisten abgehalten. Kurt Neumann erklärte in der Einleitung, das wievielte literarische Portrait das schon wäre, er zähle  keinen Namen auf, aber bei dem über Peter Henisch bin ich gewesen und bei den Geburtstagsveranstaltungen der Friederike Mayröcker und Gustav Ernst, das habe ich, glaube ich, schon öfter geschrieben, zählt neben Peter Henisch sicher zu meinen Lieblingsautoren, da ist es der Realismus und das Politische, das mich anzieht, die manchmal zu starke Sprache und die Männerphantasien eher nicht. Aber dazu komme ich noch später, erst begann der Germanist Walter Hinderer, der auch Präsident der „Fried Gesellschaft“ ist oder war, deshalb waren wahrscheinlich auch die Lunzers, Robert Huez und Anne Zauner im Publikum, aber auch Daniela Strigl, Alexandra Millner, Julia Danielcyk, der liebe Rudi, Dine Petrik, Herbert J. Wimmer und und und, mit seinem Vortrag „Theatralität als amimetisches Erzählen“ heißen hätte sollen, dann aber etwas über das „Produzieren und von Produzenten“ im Titel hatte und den Realismus des 1944 geborenen Autors, der 2013 den „Preis der Stadt Wien“ bekommen hat, an Hand von drei Romanen, nämlich „Trennungen“, 2000, „Beste Beziehungen“, 2011 und  „Grundlsee“, 2013, erläuterte und Kurt Neumann hat vorher, glaube ich, noch von den „Wiener Vorlesungen“ etwas erzählt, die Gustav Ernst in der „Alten Schmiede“ gehalten hat und wahrscheinlich auch von seinem Debutroman „Einsame Klasse“, der in den Siebzigerjahren erschienen ist, von dem Dichter Korsch und seiner Frau, einer Malerin handelt und sich auch auf die „Arena Besetzung“ 1976 bezieht, da war Gustav Ernst ja im „Literaturmuseum“ zu sehen und den Roman im „Verlag der Autorenproduzenten“ habe ich mir in den Siebzigerjahren auch gekauft und Gustav Ernst wahrscheinlich über die Zeitschrift „Wespennest“ kennengelernt, die er mit Peter Henisch, Helmut Zenker, E.A.Richter, Josef Haslinger und anderen herausgab und wo ich  auch sehr lange meine ebenfalls realististischen Texte hingeschickt habe. Dann kamen Ulrike Krawagna, die über die „Einsame Klasse“ dissertierte, Hans Höller, ein Germanist, der über Thomas Bernhard etc forschte, und Martin Kubaczek und stellten die „Einsame Klasse“, den Monolog „Die Frau des Kanzlers“ und eben „Grundlsee“ vor. In „Einsame Klasse“ geht es um den Literaturbetrieb der Siebzigerjahre und um seine Bedingungen, damals hat sich ja die GAV aus Protest gegen den konservativen PEN gegründet, Gustav Ernst war Gründungsmitgied, die Zeitschrift „Wespennest“ für brauchbare, sprich realistische exte, wurde gegründet und in dem Dichter Korsch und seiner malenden Frau läßt sich sicher auch viel autobiografisches entdecken, war Gustav Ernst ja damals mit Elisabeth Ernst verheiratet. „Die Frau des Kanzlers“ 2002  erschienen ist eine Reaktion auf Schwarz-Blau und das Stück wurde 2003 in einer Galerie auf der Westbahnstraße, glaube ich, von Eva Dithe vorgeführt, da hält die Frau des Kanzlers eine Schimpftirade, während ihr Mann daneben sitzt und Mozart spielt. Ein Stück, das ich nicht gelesen habe, aber mich von seiner politischen Kompenente wegen sicherlich am meisten interessiert. Die neuen Romane, wie „Grundlsee“ habe ich gelesen, das wurde von den Germanisten, als das poetischste bezeichnet, es ist sicher auch ein sanfterer Familienroman als „Beste Beziehungen“, wo ein Mann, der von seiner Frau unterdrückt wird, am Ende Amok läuft, hier geht es um den Tod und das Sterben, die Kinder stellen sich vor, wo sie einmal neben ihren Eltern im Grab liegen werden und dann stirbt von Kapitel zu Kapitel jemand weg, am ersten der Vater, aber der ist sozusagen als Gespenst bis am Schluß des Buches vorhanden, wenn er auch immer schwächer wird und sich an immer weniger erinnern kann. Gustav Ernst las je ein paar kurze Stellen aus den Büchern, danach folgten die wissenschaftlichen Erläuterungen und nach einer Pause mit Getränken folgte Markus Köhle und erzählte in zwanzig Minuten von den Zeitschriftenherausgeber, „Wespennest“ bis 1995, „Kolik“ gemeinsam mit Karin Fleischanderl ab 1997, erzählte kurz etwas von den Konflikten und von den Veränderungen, die die „Zeitschrift für brauchbare Texte“ im Laufe der Jahre machte, irgendwann kam Walter Famler dazu, verwandelte sie in eine Essaysammlung, stellte das Geld auf, um die Zeitschrift zu finanzieren, die Gründungsmitglieder zogen sich nach und nach zurück, zuletzt Gustav Ernst und jetzt gibt es die „Kolik“, den „Kolik Slam“ und die „Kolik Lounge“, wo auch Realisten, wie Anna Weidenholzer, Rudi Lasselsberger, Harald Darer, aber auch andere Autoren wie Michael Hammerschmid, Robert Prosser etc, die später vielleicht den Priessnitz-Preis, zu dessen Juroren Gustav Ernst ja gehört, gewinnen. Danach kam noch einmal ein Referat eines Literaturwissenschaftler über die „Realistik bei Gustav Ernst“ und erläuterte sie an den Romanen „Trennungen“ und „Frühling in der Via Condotti“ und „Grado“ „Trennungen“ habe ich nicht gelesen, ich glaube, aber einmal in der „Alten Schmiede“ gemeinsam mit Helmut Eisendle eine Lesung daraus gehört und, ich glaube, mich auch zu erinnern, daß ich in der Diskussion sagte, daß das gemeinsame zwischen beiden Autoren wäre, daß zwei alten Männer über die Liebe und den Tod reden würden. Gustav Ernst ist ja sehr dramatatisch, verwendet oft die direkte Rede,  Monologe und“sagte er“,“ sagte sie“. In „Trennungen“ erzählt ein Mann, daß er von Rom kommt, wo ihn seine Frau mit einem Architekten betrügt und nach Wien zu seiner sterbenden Mutter fährt, in der „Via Condotti“ fährt ein Ehepaar zum zwanzigsten Hochzeitstag nach Rom, um dort die Hochzeitsreise wieder zu erleben und wird enttäuscht, weil es die schönen Erinnerungen nicht mehr findet, sehr interessant hier den Bezug zur Realität herzustellen und „Grado“ ist ein Text, den ich auch nicht gelesen habe, der mir aber wahrscheinlich nicht gefallen würde, denn da lädt einer eine Frau zum Essen ein und hält ihr einen Monolog, daß er nicht mit ihr schlafen, sondern nachher nach Hause und onanieren gehen wird. En bißchen a la Bernhard, würde ich vermuten und auf dem Buch steht drauf, daß es erst für Leser ab achtzehn empfohlen wird. Danach gab es es Diskussionsrunde mit Wolfgang Straub, der fragte, ob Gustav Ernst Ekel oder Entzücken bei den Lesern auslöste und da verwunderten mich die Herren Höller und Hinderer, die ins Entzücken kam und von der Romatik und von Hofmannsthal schwärmten, so würde ich Gustav Ernst nicht empfinden, sondern als einen politischen Realisten mit einer starken Sprache und stark männlichen Themen. Ulrike Krawagna sagte, daß sie „Beste Beziehungen“ weglegen hätte müßen. Ich habs zu Ende gelesen und stimmte einer Stimme aus dem Publikum zu, daß das wohl eine eher weibliche Reaktion ist, mit den starken Männerphantasien nicht soviel anfangen zu können. Martin Kuabczek verwies noch auf einen anderen Ernst Roman „Helden  der Kunst, Helden der Liebe“, wo zwei Dichter nach Frankfurt fahren, bei jedem Autobahnrestaurant Rast machen und da auch endlos über alles schwadronieren. Die Frage wurde aufgeworfen, wie filmisch oder dramatisch Gustav Ernst sei? Kurt Neumann meinte, er hätte sich von seinem Realismus wegentwickelt und würde jetzt andere Themen haben und jedes seiner Bücher wäre nach einem eigenen  Konzept geschrieben. Die Abschlußfrage war die nach dem Lieblingsbuch, da wurde „Grundlsee“ als das poestischte am öftesten genannt. Mich hat die Veranstaltung auf „Die Frau des Kanzlers“ neugierig gemacht und Morgen geht es weiter mit „3 Interpreatationen zur Theaterarbeit“, denn Gustav Ernst ist ja auch Dramatiker und einige Stücke. wie „Tausend Rosen“ habe ich im Volkstheater auch gesehen. „Herzgruft“ habe ich einmal gekauft oder gefunden und das Programm von der Uraufführung am 10. April 1988. im Künstlerhaus lag  zur freien Entnahme auf. Ulf Bierbaumer, Gabriele Mathes, und Tom Kleijn werden Vorträge über „Die große Wut des Gustav Ernst“ oder „Gustav Ernst auf der Bühne“ halten, aber da werde ich  beim Büchertauschfest im Reumannhof sein und zwei meiner eigenen realistischen Texte lesen. Nachher kommt ein Interview mit Franz Schuh, der auch zur „Wespennest-Redaktion“ gehört und ganz am Schluß liest Gustav Ernst aus seinem neuen Roman „Zur unmöglichen Aussicht“, der auch wieder ein Monolog in einem Gasthaus zu sein scheint.

2013-12-04

Ein Tag mit Gustav Ernst und Erich Klein

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:18

Am Mittwoch wurden die Kultur- und Ehrenpreise der Stadt Wien vergeben und Gustav Ernst hat den für Literatur, Erich Klein den für Publizistik bekommen, eine Gelegenheit, da die beiden auch am Abend in der neuen MUSA-Reihe lesen werden, einen Blogbeitrag Gustav Ernst zu widmen, den ich ja, glaube ich, schon von den Anfängen meiner Beschäftigung mit Literatur kenne.
Seit den Siebzigerjahren aus „Wespennest“ seiner Autorenreihe, die er, damals glaube ich, hatte, zumindest ist „Einsame Klasse“ in einem Autorenverlag herausgekommen und ich habe damals meine Texte ja noch sehr herumgeschickt und 1980, glaube ich, bei dieser „Literatureck-Reihe“ in der „Alten Schmiede“ gelesen, wo alle lesen durfte und die „Alte Schmiede“ zwei Diskutanten zur Verfügung stellten, die darüber sprachen.
Bei mir waren das Marie Therese Kerschbaumer und Gustav Ernst und weil Gustav Ernst in Wien auch viel literarisch unterwegs ist, sehe ich ihn öfter bei Literaturveranstaltungen. Ich habe einige seiner Bücher gelesen und in letzter Zeit schenkt er mir auch seine „Kolik-Ausgaben“.
So habe ich ihm bei der „Priessnitz-Preisverleihung an Anna Weidenholzer“ Ende Oktober darauf angesprochen, daß ich gerne zu derPr4eisverleihung, die Nachricht habe ich http://www.buecher.at entnommen, bzw. hat sie mir, glaube ich „Kolik“ geschickt, kommen möchte.
„Elf Uhr, Wappensaal“, hat er mir gesagt und bei der „Buch-Wien Eröffnung“ hat mir Julia Danielczyk auch ein „Musa-Programm“ und ihre Mailadresse in die Hand gedrückt.
Als ich knapp vor elf mit dem „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ den Wappensaal erreichte, hat gerade eine Bedienerin, die Rathausstiegentür geschlossen und ein Herr mich in den Wappensaal hineingelassen, wo Gustav Ernst gerade eine Rede hielt, wie das so mit den Verlagen und der Literatur ist, daß nur mehr junge attraktive Frauen eine Chance haben und mittlere Verlage ihre Produktionen einstellen, weil die Leute nicht mehr soviel lesen und das Feuilleton nur mehr einige wenige Starautoren ununderbrochen feiert, während die anderen, der Rest ohne die Stipendien und Preise, der Stadt Wien, zum Beispiel verhungern würde.
Aber von denen der Stadt Wien können auch nicht alle leben, gibt es ja nur vier und zweihundert reichen darum ein und dann gibt es ja noch die, wie mich zum Beispiel, die das gar nicht mehr tun und trotzdem schreiben.
Gustav Ernst wünscht sich einen österreichischen Buchpreis, eine gute Idee finde ich, obwohl den wahrscheinlich Daniel Kehlmann, Thomas Glavinic und Michael Köhlmeier und zur Not vielleicht noch Peter Henisch oder Gustav Ernst gewinnen würden und mehr Stipendien, auch sehr gut.
Dann kam der Hofrat Denscher, stellte die Preisträger vor und das waren zwölf, denn es wurden auch die Preise für Architektur, bildende Kunst, Musik und sogar für Wissenschaft und Volksbildung mitvergeben. Dann kam die Übergabe mit der Urkunde und dem Blumenstrauß und danach Erich Klein mit der Dankesrede, der sich glaube ich, mit der Frage beschäftigte, was Literaturpreise für das Nachkriegsösterreich bedeuten, weil es die „Preise der Stadt Wien“ seit 1949 gibt.
Danach wars festlich mit Wein, Brötchen und Süßen und SiSi Glockner ist begeistert auf mich zugekommen, ansonsten waren nur wenige literarische Bekannte zu sehen, was vielleicht dadurch verständlich ist, das nur ein Preis für Literatur und ich glaube vier für die bildende Kunst, vergeben wurden.
Friedrich Achleitner ist aber, wie ich zu spät gekommen und hatte wohl auch die ursprüngliche Beginnszeit. Sonst waren Daniela Strigl, Alexandra Millner, Robert Huez vom Literaturhaus da, den ich gleich mein Literaturgeflüster-Texte-Buch“ zeigen konnte, für das ich ja gerne eine Literaturhausrezension haben will und wenn es geht, eine in der „Kolik“, auf jeden Fall habe ich das Buch Gustav Ernst mitgebracht, er kommt ja in meinen Blog öfter vor, im Buch, wo eher die literarischen Texte enthalten sind, glaube ich, nicht soviel Walter Famler war, glaube ich, auch noch da und natürlich Julia Danielczyk, Karin Fleischanderl und und und.
Am Abend ist es dann im „Musa“ mit den Lesungen der beiden Preisträger weitergegangen. Seit Oktober gibt es ja diese Veranstaltung wo am ersten Mittwoch im Montag die Preisträger und Stipendiaten der Stadt Wien vorgestellt werden schon und ich finde das sehr toll und denke auch, daß der Steuerzahler ein Recht hat zu wissen, was mit seinem Steuergeld passiert und wer davon gefördert wird, obwohl ich schon weiß, daß das die meisten Leute höchstwahrscheinlich nicht sehr interessiert.
Mich aber schon und so bin ich nach meiner Diagnostik und einer neuerlichen Aussendung meines „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ und einem davon in der Tasche, das ich eventuell Julia Danielczyck geben wollte, in die Felderstraße marschiert. Gegeben habe ich das Buch dann Herbert J. Wimmer, der bei den Gästen war und Julia Danielczyck erklärte in ihrer Einleitung, daß es diesmal um Utopien, die Siebziger Jahre und die politischen Veränderungen gehen würde.
Erich Klein begann mit seiner Leseung und der in NÖ geborene Publizist und Übersetzer, den ich ich von den „Literatur im Herbst“ Veranstaltungen kenne, der in den Neunzigerjahren zehn Jahre in Moskau lebte, las einen Essay darüber, der im „Wespennest“ erschienen ist, der die Revolutionen von 1991 und 1993 schilderte, wo nach dem Freiheitsgefühl, die Panzer durch die Gegend schoßen, sich die Leute auf den Boden legten und von den Passanten als betrunken, bekifft oder verrückt verlacht wurden.
Dann kam Gustav Ernst und der las, was mich besonders freute, nicht aus „Grundlsee“, was ich eigentlich erwartet hatte, sondern aus „Einsame Klasse“, seinem 1979 zuerst erschienenen Roman, den ich mir damals auch kaufte und gelesen habe.
„Deuticke“ hat ihn 1996 noch einmal aufgelegt, jetzt ist er vergriffen, Gustav Ernst las aber drei Stellen daraus vor, die erste handelt davon, daß sich die beiden Protagonisten, ihresgleichen Schriftsteller, erkundigen, wer heuer den „Preis der Stadt Wien“ gewonnen hat?
Gustav Ernst natürlich und der hat fast fünfundzwanzig Jahre dazu gebraucht, kam in der zweiten Stelle als besonders begnadeter „Wichser“ vor und dann auch noch die Symbolisten Nicolas Born und Peter Handke, die es neben den Realisten wie Scharang, Innerhofer, Wolfsgruber etc, auch gegeben hat. Außerdem handelt der Roman auch von der „Arena-Bewegung“ 1976, dem Feminismus und noch viel anderem.
Ich sollte das Buch, das ich in Harland stehen habe, noch einmal lesen, aber dazu fehlt mir die Zeit und so kann ich mich nur auf die Diskussion konzentrieren, wo sich Julia Danielcyck nach den Utopien und dem Feminismus jeder Zeit erkundigte.
Der später geborene Erich Klein, der damals wohl noch zur Schule gegangen ist, war da sehr skeptisch und hat an die Dissidenten gedachte, die damals über Wien in die USA integrierten und sich über die Studentinnen geärgert, die während seiner Studienzeit strickten und ich denke, daß sich die Utopien, die ich damals hatte „Ich will den Nobelpreis für Literatur, aber zumindestens einen Preis der Stadt Wien bekommen!“, in Resignation umgewandelt haben, aber dann ging es schon zum Small Talk, zum Brot und Wein.
Daniela Strigl war da, Andrea Grill, Judith Nika Pfeifer, Günter Kaindlsdorfer und natürlich noch viele andere und wir haben inzwischen das „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ fotografiert, so daß ich noch einen diesbezüglichen Promotionsartikel schreiben kann, das mir auch sehr wichtig ist und, wie, ich glaube, das literarische Wien der letzten fünf Jahre sehr gut dokumentiert.

2019-11-21

Kafka-Wege in Berlin und einundzwanzigster Nanotag

Ich bin ja keine besondere Kafka Expertin, denn man könnte wahrscheinlich sagen, Kafka ist mir zu kafkaesk, so habe ich auch nicht sehr viele seiner Texte gelesen.

Nach meiner Matura habe ich mir „Amerika“ gekauft. Das Lesen aber erst im zweiten Anhieb geschafft, sonst habe ich, glaube ich, keine  Originalexte gelesen, wohl aber seine Tagebücher, die ich mal im Schrank gefunden habe, als ich noch zum Lesen der Bücherschrankfunde gekommen bin und in der „Gesellschaft für Literatur“ gibt es regelmäßige Kafka-Veranstaltungen, weil ja Manfred Müller, glaube ich, der Präsident, der Kafka-Gesellschaft in Klosterneuburg in diesem ehemaligen Sanatorium Hoffmann ist, da habe ich einmal einen realen Kafka-Spaziergang gemacht und mir einmal in der Herrengasse einen Vortrag über Kafkas-Wien angehört, die anderen Kafka-Spaziergang habe ich versäumt, die „Gesellschaft“ ist ja, glaube ich, auch nach Prag gefahren, aber weil das ja nicht so einfach ist, bietet sie auch virtuelle Spaziergänge, also Vorträge darüber an und heute war ein solcher über Kafka in Berlin.

Nun weiß ich inzwischen zwar, daß der in Prag geborene Versicherungsangestellte in Klosterneuburg gestorben ist. Daß er auch in Berlin war, habe ich nicht gewußt.

Aber Berlin ist offenbar nicht nur heute modern und in aller Munde und ich kenne jede Menge Leute, die dort wohnen.

Das war es wohl schon 1910, wo Kafka offenbar das erste Mal dort war und in Berlin wohnt auch Sarah Mondegrin und die ist durchs Lesen zu Kafka gekommen und bietet jetzt „Kafka Walks“ oder „Imagine Kafka“ an und geht dort mit vermutlich amerikanischen Touristen auf Kafkas Spuren durch Berlin und Manfred Müller hat sie offenbar nach Wien geholt und so ist Sarah Mondegrin, die wie im Prgramm steht, schon seit Vor-Mauerzeiten in Berlin lebt und dort auch Kurse für kreatives Schreiben anbietet, mit einem Regenschirm an dem Bonbons aufgespießt war, in den Vortragssaaal hineingetänzelt, hat sich an das Vortragepult gesetzt und erklärt, daß sie später erklärt, was es mit dem Schirm auf sich hat.

Auf der Wand war schon ein Bild mit einem Indianer auf einem Pferd projeziert, da Kafka offenbar gern ein solcher gewesen wäre und in Berlin, seinem Sehnsuchtsort, war er offenbar drei oder viermal.

1910 als Tourist, 2013 zu Ostern als er sich dort mit Felice Bauer verlobte und dann hat er 1923, als er schon sehr krank war, dort eine Zeit lang gelebt, eine jüdische Hochschule besucht und Dora Diamant kennengelernt. Da war er, obwohl schon sehr schwach, sehr glücklich, fühlte sich befreit und vor allem sehr wohl in dieser schnelllebenden lebendigen Stadt und Sarah Mondegrin brachte das alles sehr lebhaft vor und projezierte Bilder des Berlins von 1910 und dem, wie es damals zu Kafkas Zeiten dort ausgesehen hat.

Sie erwähnte auch viele Bücher und das Regenschirmmotiv kommt auch aus einem Buch, denn Kafka hat einmal einen solchen verschenkt und nachher gab es eine angeregte Diskussion, denn im Publkum saßen offenbar auch  viele Kafka-Experten, die interessierte Fragen stellten.

Und was den „Nano“ betriff,  kann ich meinen Lesern vermelden, ich habe es geschafft, zumindest was das Konzept betrifft, weiß ich jetzt, wie ich in der Woche mit den beiden Wochenendveranstaltungen, die ich noch habe, fertig werde, nachdem ich jetzt drei Tage nichts geschrieben, sondern die  Seiten, die ich habe, korrigert und korriegiert habe, so daß meine fünfzigtausend Worte, die nach meiner Zählung schon hatte, immer weniger und weniger wurden.

Beim Korrigieren bin ich jetzt mit der Szene zweiunddreißig fertig, das ist die, wo dieHenrike Gansl macht und den Harry und den Fabi dazu einlädt, da habe ich dann heute, um doch etwas zu schreiben und wieder über meine fünfzigtausend Worte zu kommen, noch eine Johanna Buchhandlungsszene eingefügt und habe somit mit dem jetztigen Stand 50739 Worte und hundertfünf Seiten.

Den Rest muß ich noch korrigeren, werde aber am Schluß noch eine Szene einfügen, nämlich die, wo die Anna nachdem sie die Nacht beim Ulrich war, nach Hause kommt und ihrer Mutter sagt, daß sie die Wohnung doch nicht nimmt sondern zu ihm zurückkehren wird.

Da die „Nanoseite“ offenbar anders zählt, macht sie aus meinen 50 739 Worten 48 950, ich brauche also noch über tausend Worte oder mehr, weil ja wieder Worte wegfallen, wenn ich das Ganze fertig korrigiere, was ich machen will, um in den Fluß hineinzukommen.

Ich habe ja am Sonntag vier Anngszenen eingefügt, die von Personen handeln, die im Text keine eigenen haben und daher nicht wirklich hineinpassen, so verläßt die Sibyille Neumayer, den Moritz, der Harry hat Krebs, die Fatma muß zum Begräbnis ihrer Großmutter mit ihrer Mutter nach Teheran fliegen und die Dorothea geht zum Elternsprechtag.

Da bin ich nicht sicher ob ich das, wenn ich dann nach dem November, die Buchkorrektur mache, das nicht wegstreiche? Jetzt brauche ich sie für meinen Wortaccount und habe auch einige Pläne, wo ich vielleicht noch ein paar Anhangszenen anfügen könnte, so könnte der Professor Gruber eine bekommen, etcetera, aber das ist eine reine Materialsammlung macht mir also auch eine bißchen Unbehagen.

Am Sonntag habe ich auch ein recht kurzes Nachwort angefügt und da ist mir jetzt die Idee gekommen, daß ich die Mutter-Szene schreibe, dann fertig korrigiere und dann am Schluß einen Anhang einfüge, wo ich alle Literaturgeflüsterartikel, die sich ganz dem „Nano“ widmen einfüge und wenn ich fertig bin, noch einen Schlußartikel schreiben werde, das müßte sich in der Woche ausgehen und dann bin ich sicher über fünzigtausend Worte und wenn ich danach korrigiere kann ich ja sehen, was ich lasse oder streiche. Die Schreibartikel sind für die Leser vielleicht auch interessant, die den Prozeß verfolgen wollen.

Ich habe ja auch vor, daß ich, wenn ich mit dem „Literaturgeflüsterbuch“ fertig bin, das Ganze ohnehin noch nach Spannungsbögen zu untersuchen, das Gustav Ernst-Buch dazu und anderes Schreibmaterial beispielsweise die Mini-Books der Jurenka Jurk dazu verwende.

2019-11-18

50 Jahre Wespennest und achtzehnter Nanotag

Filed under: Schreibbericht,Veranstaltungen — jancak @ 23:59
Tags: , ,

Die Zeitschrift „Wespentext“ für brauchbare Texte lautet oder lautete der Untertitel, gibt es schon fünfzig Jahre, wurde also 1969 von Peter Henisch, der im „Mai ist vorbei“, darüber gechrieben hat, Gustav Ernst, Franz Schuh, Josef Haslinger und ich weiß nicht, von wem noch gegründet. Da war ich sechzehn und habe mich noch nicht so dafür interessiert, nach meiner Matura 1973, wo ich literarisch schreiben wollte aber schon und ich habe ab den späten Siebzigerjahren würde ich schätzen, meine Texte regelmäßig dorthin geschickt. Josef Haslinger sagte mir einmal, daß er sich in einer der Redaktionssitzungen dafür entschieden hätte, die anderen aber nicht. Franz Schuh hat mich einmal in der Otto Bauergasse angerufen, um mir zu sagen, daß er gerne einen meiner Text für irgendwas genommen hätte, ging dann aber  nicht und als ich 1987 in die GAVaufgenommen wurde, hatte ich dann etwas später die „U-Bahngeschichten“ darin.

In den neunziger Jahren gab es ein großes Fest im Semperdepot wozu mich Elfriede Gerstl mitgenommen hat. Da hatte dann schon Walter Famler das Heft übernommen und Gustav Ernst hat mit Karin Fleischanderl die „Koliken“ übernommen, da hat sich dann, glaube ich, auch der Stil geändert, er wurde essayistisch und international.

Gegründet wurde ja das Heft, glaube ich, um sich von den „Manuskripten“ abzugrenzen und realistische Literatur dort zu bringen.

Walter Famler machte auch immer zu der „Literatur im Herbst“ ein Sonderfest und jetzt die Fünfzigjahrfeier in der „Alten Schmiede“, wo sehr viel Prominenz und Insider erschienen.

Walter Famler hielt die Eröffnungsrede, Franz Schuh, saß mit Andrea Roeding die das Heft jetzt, glaube ich, mit herausgibt und Michael Lissek vom SWR 2 am Poidum.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Andrea Zederbauer, die ich im „Kulturjournal“ auf der „Buch Wien“ hörte und es ging um den Essay.

Ein interessantes Thema und Franz Schuh las gleich einen Ausschnitt aus seinem in der letzten „Wespenheft-Nummer“ erschienenen, der die Frage beantwortete, warum er ein solcher wäre und den Essay als heruntergekommene Gattung die vom akademischen Proletariat betrieben wird, bezeichnete, was ich eigentlich sehr pessimistisch finde.

Andrea Roeding hat sich in ihren Beitrag mit den weiblichen Essayistinnen zum Beispiel Zadie Shmith , die ja auch Romanautorin ist, bechäftigt und von Michael Lissek war gleich ein Ausschnitt aus einem Spoke Essay zum Thema „Warten“ zu hören, der vor einem Jahr gesendet wurde.

Wolfgang Müller-Funk, Sabine Scholl, Dieter Bandhauer die auch ihren Beitrag geleistet hatten, waren im Publikum, nachher gab es ein Buffet, Frieda Paris von der „Schreibkunst“ ist auf mich zugegangen und hat nach meinen Blog gefragt, der Josef nach dem „Ohrenschmaus“, zu einigen Veranstaltungen wurde ich auch eingeladen  und  aus meiner „Nanowerkstatt“ kann ich berichten, daß ich von meinem Zählsystem fertig bin. Da habe ich jetzt 50 0652 Worte eigegeben. Der Zähler der Seite behauptet es wäre 48 276 oder 96% und da ich noch immer beim Korrigieren, nämlich  gerade bei der fünfzehnten Szene bin, sinds jetzt schon wieder ein paar Worte weniger. Die ist aber die Johanna Szene, die ich schon ein paar Mal erwähnte, daß ich sie einfügen will und jetzt geschrieben habe.

Ich habe jetzt achtunddreißig Szenen und hundertvier Seiten. Es gibt einen Anhang mit vier Szenen, die der Sibylle Neumayr, der Dorothea Hartinger, der Fatma Saijan und des Harry Krempinsky, die die also keine eigenen Szenen haben und das sind Seitenfüller, die ich wahrscheinlich nachher weglassen werden.

Ein Nachwort habe ich auch geschrieben und jetzt korrigiere ich mal fertig und entscheide dann, wie ich das mit den cirka zweitausend Worten mache die ich ja noch angeblich schreiben muß.

Ich könnte ja noch ein paar Anhangszenen schreiben, den Beschreibungstext oder den Text fülliger machen, etcetera.

Mal sehen, ich bin gespannt und freu mich über den Erfolg, der ein solcher ist, auch wenn es keiner merkt und es niemanden interessiert.

2019-11-14

Fertig mit dem Nanowrimo?

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 07:04
Tags: ,

Es ist der vierzehnte November und ich habe diesmal im Vergleich zu den vergangenen Jahren eine schöne „Nanokurve“ hingelegt, war ich  2009 beim ersten „Nanowrimo“ mit der „Heimsuchung“ am neunzehnten November 50687  mit Worten fertig, bei den nächten 2012, 2013 habe ich immer ein wenig vorgeschrieben und war glaube ich 2012 schon vor der Buch-Wien“ fertig und bei der „Brüderschaft“, wo ich auch schon im September angefangen habe, wars dann am auch am vierzehnten November, da hatten mir aber vorher zehntausend Worte gefehlt, die ich irgendwie angestückelt habe und 2014 bei „Im Namen des Vaters“ waren wir auch in Ungarn, ich habe wahrscheinlich auch schon früher beim „Writersstudio“ oder in der „Schreibgruppe“ ein paar Szenen vorgeschrieben, war dann am neunzehnten mit 50.111 Worten fertig, angestückelt habe ich, glaube ich, auch.

2015 kam dann der „Adventkalender“, da habe ich, glaube ich, zeitgleich angefangen, aber vorher auf der Mariahilferstraße recherchiert, wo die Weihnachtsdekorationen schon vorbereitet wurden, ich habe versucht jeden Tag eine szene zu schreiben, das ist mir glaube ich nicht ganz gelungen und weil ich auch schon früher fertig war, ist die Geschichte bis zum einunddreißigsten Dezember gegangen.

2017 habe ich ja die ersten Tage beim Schreibmarathon des „Writersstudios“ mitgemacht, da hatte ich auch schon ein paar tausend Worte der „Unsichtbaren Frau“ mit der ich dann am neunzehnten November fertig wurde und am Dezember bei gewonnenen „Writerretreat“ zu korrigieren begann. Man sieht, ich war immer früher fertig, habe meistens früher angefangen und dann bis zur „Buch-Wien“ schwungvoll vor mich hingeschrieben, denn dann ist es ja  dicht geworden.

Im Vorjahr war ich gar schon am ersten November mit der „Magdalena Kirchberg“ fertig, da habe ich dann gar nicht mitgemacht, weil ich ja mit dem Text schon im August begonnen habe.

Heuer habe ich nicht vorgrschrieben, ein bißchen was im Notizbuch hatte ich schon stehen und dann, glaube ich, eine halbe Stunde vor Mitternacht mit der ersten Szenen angefangen und gedacht, das wird wohl nichts dieses Monat, weil keine Zeit, keine Zeit, wegen „Buch-Wien“, „Buch-Basel“ etcetera.

Dann habe ich aber doch mit Ausnahme des siebenten Novembers, wo wir  von der „Buch-Wien“ nach Basel gefahren sind, jeden Tag etwas geschrieben, die ersten Tagen mehr, dann eher nur ein oder zwei Szenen, so daß es eine schöne Kurve, wie ich es mir wünschte gibt und ich heute am vierzehnten November bei 37 049 Worten, vierundsiebzig Seiten und neunundzwanzig Szenen bin.

Super werden meine Leser sagen, du hast noch ein halbes Monat Zeit. Wo liegt das Problem?

Das Problem liegt daran, daß ich mit der Geschichte, eigentlich schon fertig bin. Das heißt noch nicht ganz geschrieben, aber mit den drei noch geplanten Szenen, die im Notizbuch stehen, würden es dann wieder an die vierzigtausend Worte sein.

Auch kein Problem eigentlich, denn das hatte ich ebenfalls schon, da habe ich dann angestückelt. Das Ganze 2015 bis Ende Dezember spielen lassen, bei der „Brüderschaft“ einen der Bruder, glaube ich, in eine Konditorei nach Ungarn geschickt, weil wir da ja gerade waren, etcetera.

Das könnte ich in den zwei verbleibenden Wochen, wo ja die „<Literatur im Herbst“ und das „Fried Symposium“, es aber sonst ein wenig ruhiger ist, auch machen. Zeit hötte ich, aber beim Stoff bin ich mir da nicht sicher. Da wüßte ich jetzt eigentlich nicht, was ich einfügen sollte.

Habe ich da jetzt ja die Aufführung von Fräulein No und Fabian Neumayer hinter mir, die Gerti wird sich mit ihrer Nichte aussprechen, die wird sie sogar bei sich wohnen lassen. Fatma Alkmir hat die Anzeige zurückgezogen und Ulrich Blumenbach was ja die Ausgangsidee zu der Geschichte war, hat seinen Pensionsantrag gestellt und wird im Nachtcafe beratend oder helfend für die Nichtversicherten beispielsweise tätig sein und Anna kommt auch zu ihm zurück.

Das klingt eigentlich rund und abgeschloßen, obwohl ja noch sehr viele Unklarheiten, Wiederholungen und vor allem, das habe ich schon geschrieben, noch nicht die klingenden Namen drinnen sind. Ich habe ja  immer nur die letzte Szene korrigiert und noch nicht das Ganze auf einmal, was ich aus Zeitgründen vermieden habe. Das werde ich, wenn ich morgen oder übermorgen dann mit dem Rohtext fertig binm tun, ich werde auch noch meine Notizbücher wegen Anstückelungsmöglichkeiten durchgehen.

Das Durchkorrigieren, wo man auf Lücken draufkommen kannn, ist auch ein wenig schwierig, weil da ja etwas wegfällt und ich in vierzehn Tagen ja den dann vorhandenen Wortstand aufladen muß und mit dem zwischendrin Einfügen und verlängern habe ich mir bisher immer schwer getan.

Mal sehen wie es wird, ich werde mir da keinen Streß machen und wenn es bei den vierzigtausend Worten bleibt, ist das auch egal und meine letzten nicht im „Nano“ geschriebenen Bücher waren auch so oder vielleicht sogar noch kürzer.

Also werde ich fertigschreiben, dann schauen, kann ichs noch verlängern, in dem ich nach den drei Szenen, die noch geplant sind, jeweils eine für die No, die Henrike, den Ulrich, die Anna, die Gerti Schuster, etcetera anfüge, auch wenn das nicht wirklich Sinn ergibt.

Das wäre dann ja auch etwas, was ich dann bei Korrigieren nach dem dreißigsten November wieder wegstreichen könnte und das ist ja auch das, was die „Nanowriterratgeber“ empfehlen. Einfach drauflosschreiben, Szene für Szene, es muß ja noch nicht chronologisch sein. Das konnte oder habe ich bisher auch eher nicht getan.

Nach dem dreißigsten November, wenn der Rohtext fertig ist, werde ich das Ganze ja ohnehin solange liegen lassen, bis ich mit dem „Zweiten Literaturgeflüsterbuch“ fertig bin und dann habe ich vor, das Ganze nach dem „Heldenreise-Modell“ und vielleicht auch mit Gustav Ernsts Schreibratgeber nochmals durchzugehen, da habe ich bei bisherigen Versuchen auch nie sehr viel verändert und einen oder zwei Spannungsbögen hätte ich ja diesmal. Einer ist der mit der Handtasche, die mir vor einer Woche einer zufällig tatsächlich aufs Fensterbrett legte, dann wieder wegnahm. Als ich aus dem Haus gegangen bin, habe ich sie ein paar Häuser weiterliegen gesehen und als wir von Basel zurückkamen, lag sie dann am Boden auf der Straße. Das nur zu den Schreibimpulsen. Die Auffühung im Cafe ist ein weiterer und jetzt würde ich noch einen brauchen, um zu den gewünschten fünfzigtausend Worten zu kommen.

Mal sehen, ich habe ja noch Zeit und werde bis Ende November sicher am Text weiterschreiben, entweder einfügen oder korrigieren.

Vielleicht auch beides, ich bin gespannt. Spaß hat mir das Ganze auch wieder gemacht. Die Handlung, die ja am ersten November noch sehr unvollständig war,  hat sich entwickelt. Sie ist auch etwas anders, als geplant geworden. Neue Personen, wie beispielsweise, die Anna sind entstanden und die Ulrich Blumenbach-Geschichte, da hat ein Arzt eine Psychose, verliert seinen Job, muß in Pension und arbeitet dann ehrenamtlich in einem Cafe, in dem er die Junkies, die Obdachlosen und die Prostituierten berät, ist auch ein wenig anders geworden.

Aber das mit den Prostituierten könnte ich noch einfügen, ist mir jetzt eingefallen und da hätte ich dann vielleicht wieder eine Szene mehr.

2019-11-04

Österreichische Buchpreisverleihung und vierter Nanotag

Nachdem ich heute, als wir von Harland nach Wien zurückgekommen sind, die Unterlagen für die Buch-Basel, die glaube ich, mehr ein Literaturfestival als eine Messe ist, bekommen habe, ist es am Abend wieder ins Casino Schwarzenberg gegangen.

Ivna Zics „Nachkommen“ hatte ich in der Tasche, die zwar nicht auf der öst Shortlist steht, den Preis also nicht gewinnen konnte, aber den Übergang zur Schweiz locker schafft, sie ist ja für den Schweizer Buchpreis nominiert und auf den Preisträger war ich sehr gespannt.

Beim Debut war ich mir ja ziemlich sicher, daß ihn Angela Lehner bekommen würde, aber bei der Shortlist war ich ein wenig ratlos, umso mehr da ich ja immer noch nur das gelesen habe, was auch auf der deutschen Buchpreisliste stand.

Was die Longlist betraf, hätte ich zwei Favoriten gehabt, den Florjan Lipus und die Marlene Streeruwitz, aber die standen beide nicht auf der kurzen Liste?

Wer sollte also gewinnen? Das Buch der Raphaela Edelbauer habe ich gelesen und es auch am Samstag gemeinsam mit „Vater unser“ an Doris Kloimstein am Markt verteilt und es hat mir sehr gut gefallen.

Aber ob eine so junge Frau und Debutantin den Buchpreis gewinnt?

Daniel Wisser war zwar im Vorjahr auch eine Überraschung und hat den Josef Winkler überholt, aber ob sich das heuer wiederholen würde, ob  Raphaela Edelbauer, die auch auf der deutschen Shortlist stand, den Preis gewinnen würde oder doch Norbert Gstrein oder Karl Markus Gauss, die beiden Dojens, als eher jüngere Autorin stand noch Sophie Reyer zur Auswahl und der Erzählband von Clemens J. Setz.

Spannend, spannend und als ich meinen Platz gefunden habe und mir ein Glas Wein holen wollte, stand Raphaela Edelbauer hinter der Theke und schenkte aus.

„Hoffentlich muß ich das alles nicht bezahlen?“, sagte sie zu Verena Dürr und ich fragte, ob ich auch ein Achtel  haben kann?

„Sehr gern!“, antwortete sie freundlich, schenkte aus.

„Das ist ein Euro mehr!“, sage ich und verkniff ,mir dazu zu fügen, daß sie den dann von ihrem Buchpreis abziehen könne. Sie erklärte wie und warum sie aushalf und dann läutete schon die Glocke und man wurde auf die Plätze gebeten und Dorothea Hartinger und Philipp Hauß begannen zu meiner Überraschung mit einem Text aus dem „Ohrenkuss“, diese deutsche Zeitschrift mit Texten für Menschen mit Lernbehinderung.

Zwei Leute mit Downsyndrom hatte ich schon im Publikum gesehen und das waren die Autoren, die diesmal, die Fragen zusammengestellt hatten, die die beiden Moderatoren später an die Organisatoren und die Preisträger stellten.

Benedikt Föger, der Präsident betonte wiederum, daß er nun schon das vierte Jahr als Präsident eröffnet, während die zuständigen Minister gewechselt haben und wer wird wohl das nöchste Jahr anwesend sein?

Das wissen wir nicht, wer den Debutpreis gewinnt, war dann schon klar, als Angela Lehner bei derPräsentation vor Marco Dinic gereiht wurde und als dann in der Hauptschiene Norbert Gstrein, der erste war, dachte ich „Aha!“ und warum nicht?

Der leidet aber derzeit offensichtlich an einer Fischvergiftung und konnte seinen Preis nicht entgegennehmen. So hat es seine Lebenspartnerin stellvertretend für ihn getan. Sie hielt seine Dankesrede und verriet auch schon den Anfang seines nächstens Romans, wo ein Schauspieler sechzig wird, eigentlich verschwinden möchte, aber eine Bografie über ihn geschrieben werden soll.

Nachher gab es Small talk auf den schnell aufgestellten Tischen und Gespräche zuerst mit einem netten Ehepaar, die auch auf der Buch-Wien ausstellen werden.

Später habe ich mich an den Tisch zu Angela Lehner gestellt, weil sich da auch der Franz, ein Schulkollege vom Alfred, neben den Freundinnen und der Mutter von Frau Lehner befand.

Spannend spannend, spannend und morgen geht es gleich weiter mit der nächsten Preisverleihung, was wird da mein „Nanowrimo“ dazu sagen, von dem ich Gustav Ernst erklärte, daß ich seit dem ersten November schon über fünfzehntausend Worte geschrieben habe.

Ein bißchen bin ich schon weiter mit dem Handlungsplan. Die zehnte Szene, die, wo die No mit der Großmutter Henirike sich die Fernsehdiskussion bezüglich des Rassismus ansehen, ist schon geschrieben.

Die Elfte wird dann die sein, wo Dorothea Hartinger,  ja sie trägt denselben Namen wie die Schauspielerin, aber er gefällt mir sehr, Anna anruft, die gerade auf Wohnungssuche ist und ihr von dem Fall erzählt, ihr Freund Clemens, der Journalist, der sich auch dafür interessiert, hat ihr gesagt, daß sich Ulrich für Gerti schuster einsetzen will und da will sie Werbung für ihn machen.

Eine Unterhosenszene mit der Gerti ist auch geplant und die No wird mit ihrem Freund Fabian, auch einen Schauspielschüler einen diesbezüglichen Dialog aufführen, den die Johanna ihre Freundin und Buchhändlerstochter für sie schreibt.

Ein bißchen bin ich mit meinen 16 539 Worten, 14 781 behauptet die „Nanoseite“, ich weiß nicht wieso, im Voraus, das wird sich in den nächsten Tagen, wenn die „Buch-Wien“ begonnen hat, wahrscheinlich ändern und dann wird es, ich habe es schon geschrieben, knapp mit der „Literatur im Herbst“ und den „Friedpreis“ aber ich kann ja auch noch im Dezember schreiben und da den Rohtext fertig machen, weil das Schlimmste was passieren kann, wie ich ja auch heute auf der Preisverleihung hörte, ist, daß man aufgibt, hartnäckig sein, hat Angela Lehner den“Ohrenkuß-Autoren“ geraten und das werde ich, ich verspreche es, auch nicht tun.

2019-11-02

Der erste Nanowrimotag

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 00:35
Tags: , ,

Der erste „Nanowrimotag“ ist vorüber und ich habe geschrieben und geschrieben. Über fünfzehn Seiten, vier Szenen und 7552 Worte sind entstanden.

Ja, ich bin sehr schnell und für alle, die es genau wissen wollen, ich habe etwa eine halbe Stunde oder zwanzig Minuten vor Mitternacht mit der ersten Szene angefangen, vorher habe ich mit dem Alfred mein neues Profil erstellt und ein Dokument mit dem Titel habe ich auch schon am Nachmittag eröffnet, so daß ich ungefähr zehn Minuten nach Mitternacht, etwa 1600 Worte hochgeladen habe.

Das ist ein bißchen geschummelt und ich bin auch nicht, wie man am vorangegangenen Artikel sehen kann, besonders vorbereitet in den „Nano“ gegangen. Hatte ich ja nur die Notizen, die ich mir in den letzten Monaten in mein rotes Genf-Büchlein, das schon sehr zerfleddert aussieht, aufnotiert und gewußt, ich werde im November, weil ja die „Buch Wien“ ist und wir auch nach Basel fahren, nur wenig Zeit haben.

Das war zwar abgesehen von dem Basel-Besuch auch in den vorigen Jahren so. Aber ich habe mir die letzte Woche sehr eifrig die Videos von Jurenka Jurks Autorenmesse angeschaut, wo ja immer wieder betont wird, wie wichtig die Vorbereitung, das richtige Plotten, die Planung und die Figurenentwicklung ist und bei den Videos war ja auch eines, wo eine junge Frau von ihrem Romanprojekt in drei Tagen für das sie ein halbes Jahr vorgeplottet hat, berichtete.

Das ist jetzt modern. Denn die ursprüngliche Idee des „Nanowrimos“ war oder ist vielleicht immer noch, daß man am ersten November ohne Plot und Vorbereitung zu schreiben anfängt und versucht die fünfzigtausend Worte zu schaffen.

Als ich 2009 das erste Mal mitgeschrieben habe, habe ich auch versucht mir das Buch Chis Baty „No plot? No problem“, den Gründer des „Nanowrimos“ zu besorgen, es aber nicht bekommen.

Gestern war sehr viel zu tun. Ich hatte mien Abrechnung zu machen und als damit fertig war, hatte ich ein wenig Zeit mich auf den „Nano“ vorzubereiten. So habe ich meine Unterlagen herausgesucht, um sie nach Harland mitzunehmen. Bei der Autorenmesse kann man sich ja sehr viele Checklisten ausdrucken, so daß sie zu einem ganzen Stapel angewachsen waren.

Annika Bühnemann hat im Monat Oktober auch ein ganzes Vorbereitungsmonat angeboten, wo man jeden Tag eine spezielle Aufgabe dazu machen konnte und ich habe mir auch noch einige „Naowrimo-Videos“ angeschaut.

Die Charakterbögen für meine drei oder vier Figuren, das Fräulein No, den Ulrich Blumenbach, die Gerti Schuster und dann noch die Großmutter Henrike, beziehungsweise den Hund Harry Krümel Blümel vorbereitet. Zum Durchlesen meiner Notizen bin ich erst in Harland ab zehn, glaube ich, gekommen und dann habe ich ab halb zwölf geschrieben und geschrieben und mir dabei fast erstaunt gedacht, wie gut das geht und wie zufrieden ich damit bin.

Die übliche Hemmung „Das ist nicht gut, das schaffst du schon wieder nicht!“, die mich meistens bei solchen Vorsätzen begleitet, war vielleicht durch Jurenka Jurks Autorenmesse, wo ja besonderer Wert auf Wertschätzung und Ermutigung gelegt wird, weg und ich habe mich gewundert, wie frei und lockker die Sprache aus mir herausgesprungen ist. Inzwischen korrigiere ich jede Szene bevor ich an die nächste gehe und ich habe, glaube ich, die zweite Szene, nämlich die, wo die Nolantha mit den Achtunddreißigerwagen zur Großmutter nach Grinzing fährt, auch noch nach Mitternacht konzipiert und sie dann am ersten Novembermorgen korrigiert.

Mit der Gartenarbeit war es dann halb so wild, so daß ich kurz Radfahren war, mit dem Baby spielte und am Nachmittag noch einmal zwei Szenen geschrieben habe, so daß ich jetzt bei den schon erwähnten siebentausend Worten bin.

Wenn ich so weiter mache, bin ich am neunten November, an meinem Geburtstag fertig, steht in meiner Statistik. Bin ich wahrscheinlich nicht, weil wir dann in Basel sind und da, glaube ich, nicht, daß ich da auch nur ein Wort schreibe und, das kommt jetzt auch dazu, da ich ja nicht Annika Bühnemanns Aufgaben machte und auch nicht das ganze Szene für Szene nach der „Heldenreise“ vorausplottete, bin ich jetzt eigentlich wieder am Ende meiner Planung. Die Szene drei handelt wieder von Ulrich Blumenbach, wie er nach Hause geht, ihm seine Freundin Anna fehlt, die ich gestern vor Mitternacht erfunden habe, weil sie ihm verlassen hat und er täglich an seiner ehemaligen Praxis vorüber muß, in der schon ein Nachfolger arbeit, weil der Vertrag ja bis Jahresende gekündigt und er derzeit in Krankenstand. Die vierte Szene gehört der Gerti Schuster und die entwickelt sich vielleicht ein bißchen weniger psychotisch als geplant und es ihr Vorbild wahrscheinlich ist. Ja, das sind so die Veränderungen in den Handlungsverläufen und einen ungefähren Handlungsverlauf habe ich auch, nämlich, daß der Ulrich am Ende im Nachtcafe seine Beratungsstunden hält und sich dort mit  Anna, der Anästesistin und seiner Freundin, die ihm wegen seiner Psychose verlassen hat, wieder trifft.

Dann könnte es noch einen Handlungsstrang mit dem Fräulein No und ihrer Großmutter Henrike geben, bei der sie aufgewachsen ist. Der Hund heißt Harry Krümel Blümel und die Großmutter pendelt mit ihm täglich zwischen dem Grinzinger- und dem Heiligenstädter Friedhof hin und her, wo sie auf dem einen ihren Mann Walter auf dem anderen ihre verstorbene Tochter Martha besucht.

Ein Mittelstrang könnte sein, daß die Gerti in Verdacht gerät Fatma A. beschimpft und ihr das Kopftuch hinuntergerissen zu haben, was gefilmt und ins Netz gestellt wurde.

Das sind meine Handlungsträngem eine Freundin von der Nolantha, eine Buchhändlertochter könnte es auch noch geben und Nolantahas Erfahrungen im Reinhardt-Seminar. Das müßte ich jetzt verknüpfen und planen und wenn mir die „Heldenreise“ oder die „Schneeflockenmethode“ dabei hilft, wäre das ja fein.

Da hatte ich ja vorm das nachher, wenn der November vorrüber und der Rohtext geschrieben ist, das ganz systematisch anzugehen. Aber das ist mir eigentlich noch nie gelungen und ich habe  immer eher spannungsfrei immer mit ein paar Szenen im Voraus vor mich hingeschrieben und so ist es auch jetzt, zwei drei Szenen habe ich in Detto, die nächste wird der Großmutter und ihremHund gehören. Dann könnte sich die Anna beim anästizieren sich Sorgen, um den Ulrich machen.

Ja und dann bekommt die No mit, daß die Gerti verdächtigt wird, die Spukerin zu sein und sie könnte gemeinsam mit dem Harry den Besitzer des Nachtcafes ihr zu helfen versuchen.

Der Ulrich könnte sich anschließen und sich sonst zu orientieren versuchen, ja und das mit dem Vorigen verbinden, das müßte dann eigentlich die fünzigtausen Worte ergeben oder sind es nur dreißigtausend oder ist dann schon der Monat vorbei?

Mal sehen, es ist jedenfalls äußerst spannend und ich bin selbst erstaunt wie flüßig das Ganze aus mir herausgekomme ist, das Gustav Ernst-Buch habe ich auch nach Harland mitgenommen, lese aber noch nicht darin, weil ich erst mit dem deutschen Buchpreis fertig werden will und dann kommt ja schon der österreichische, beziehungsweise der Schweizer dran. Dann wird irgendwann das Buch an die Reihe kommen, aber dann werde ich wahrscheinlich schon am „Schreibbuch“ korrigeren, kann es mir aber wenn es dann an das „Heldenreise- und Plotplanen“ geht, noch einmal vornehmen.

Bei den Anhören der „Nanwriovideos“ bin auch auch noch auf sehr interessante Details daraufgekommen, nämlich, daß sich von den Hunderttausenden, die sich da jährlich anmelden, es nur zehn Prozent schaffen, die fünfzigtausend Worte zu schaffen und, daß man dann sehr stolz sein soll, wenn man das tut.

Nun, ich habe das schon sechsmal geschafft und höre immer, daß ich ja nicht schreiben kann und das auch niemals nier lernen werde und wenn ich mich auch noch so sehr bemühe!

In den Schreibeseminar-Videos hört man das anders, nämoch, was ich auch glaube, daß man durch Schreiben besser wird, was mir alllerdings  noch niemand bestätigt hat und dann bleibt die Frage ja noch immer offen, was ist dann, wenn ich auch mit diesem Buch fertig bin und das werde ich spätestens im Dezember, ob ich das Winnerlogo bekomme oder nicht ist mir ja ganz egal.

Es könnte höchstens sein, daß es etwas kürzer wird, das ist bei meinen Texten meistens so , beim Nano füllte ich bisher immer Szenen oder Nachworte hinein, so daß es passte, dann bleibt der Text liegen, bis ich mit dem „Schreibebuch“ fertig bin, ich versuche es nach der „Heldenreise“ auf Spannung zu plotten, was mir aber, wie gesagt bisher nie gelungen ist, weil ich die „Heldenreise“ vielleicht auch nicht so ganz verstehe oder sie mir zu banal erscheint. Dann korrigiere ich das Buch, lasse es fünfzigmal drucken,  veranstalte ein Gewinnspiel, rufe eine Leserunde aus, zu der sich dann niemand meldet und lese vielleicht bei der „Poet Night“ oder beim Volkkstimmefest ein Stückchen vor, was sehr wenig ist und vielleicht noch mehr schrumpft, wenn es dann vielleicht im nächsten Jahr auch kein Volksstimefest mehr gibt und weil immer mehr Leute schreiben aber immer weniger lesen. Meine Marketingbemühungen auf meine Blog auch nichts bringen, obwohl ich sie natürlich weiter und wenn auch nur für mich selber machen werde.

2019-10-29

Priessnitzpreis an Barbi Markovic

Filed under: Literaturpreise — jancak @ 22:20
Tags: ,
Gustav Ernst

Gustav Ernst

Mascha Dabic[

Mascha Dabic

Jetzt wirds eng im Wiener Literaturleben und für die Literaturgeflüsterin, denn ein Preisreigen, leider nicht an mich, beginnt, mündet in die „Buch-Wien“, wo ich dann ja nach einem Tag nach Basel entfliehe, dazwischen gibts dann noch die Online-Autorenmesse und mein siebenter „Nanowrimo“, aber mit dem „Reinhard Priessnitz-Preis“ fängt es vorerst an, denn, den gibt es schon seit fünfundzwanzig Jahren zum Gedenken, an den am 5. November  1985 verstorbenen Lyriker und Dichter Reinhard Priessnitz.

Das Bundeskanzleramt vergibt ihn, Gustav Ernst und Robert Schindel sind die Juroren und ich war, glaube ich, das erste Mmal 1998 da, als er an Sabine Gruber vergeben wurde und dann sind wir, glaube ich, ein paar Tage mit der vierzehnjährigen Anna an den Traunsee wandern gefahren.

Einmal war ich, glaube ich, in der Hauptbücherei, als dort Elfriede Gerstl gelesen hat, dann bin ich, glaube ich, etwas früher weggegangen, weil Olga Flor, die Preisträgerin war. 2005 hat ihn Gerhild Steinbuch bekommen, 2006 Thomas Ballhausen, 2007 Ann Cotton, die sich, glaube ich, in einer Schachtel verstecken wollte und 2008 dann Angelika Reitzer, ab da habe ich gebloggt und war verärgert auf Silvia Bartl, weil sie mich im Literaturhaus nicht mehr meine „Mittleren“ machen ließ.

Ich war aber immer bei den Preisverleihungen, bis auf 2017, wo ihn Hanno Millesi bekommen hat, denn da hatte ich soviele Stunden, daß es sich nicht ausgegangen ist, obwohl ich ja, wie ich immer behaupte, ein Fan von Hanno Millesi bin.

2018 hat ihn Antonio Fian bekommen und diesmal die 1980 in Beglrad geborene Barbi Markovic, die ja, glaube ich, 2010 oder war es 9 gemeinsam mit Cornelia Travnicek bei der „Buch Wien“ bloggte, das Buch „Superheldinnen“ geschrieben hat, womit sie 2016 den „Alpha“ gewonnen hat, beim „Bachmannpreis“ hat sie glesen und vor kurzem beim „Kolik Slam“ in der „Gesellschaft“/, ihr neues Buch , da 2021 bei „Residenz“ erscheinen wird, wird „Verschissene Zeit“ heißen und Mascha Dabic, eine der Debutshortlistdebutanten des Öst, die auch „Zwei Jahre Nacht“ übersetzte, hielt die Laudatio und ist offenbar, wie sie erwähnte, auch eine der „Superheldinnen“.

Gustav Ernst, Barbi Markovic, Robert Huez[

Gustav Ernst, Barbi Markovic, Robert Huez

arbi Markovic

Barbi Markovic

Spannend, spannend, die Preislesung war dann ein Computerspiel, das nicht so recht funktionierte oder eine Leseperformance mit Musik daraus und ich kann gleich auf einen der übernächsten Preise, die es im Literaturhaus geben, wird, den „Fried-Preis“ an Steffen Mensching hinweisen, beziehungsweise darauf, daß dort vor zwei Jahren ein Comic vorgestellt. nämlich Ulli Lusts „Wie ich versuchte ein guter Mensch zu sein“, vorgestellt wurde, den ich heute im „Wortschatz“ gefunden habe und wem es interessiert, die restlichen „Shades of Grey-Bände“ die ich noch nicht hatte, sind auch darin gelegen und unter dem Publkum war  Christian Jahl einer der Vorjuroren des „Alpha“, der mir verraten hat, daß er schon auf die morgendliche Preisverleihung gespannt ist, ich auch, denn wenn Angela Lehner gewinnt, bekomme ich das Buch, das ich ja nur als E-Book Ausgabe gelesen habe.

2019-09-26

Übers Romane schreiben

Der September, Oktober, wo die Schulen und die Universitäten wieder beginnen, ist auch bezüglich Schreiben und der Frage, ob und wo man dieses lernen kann, produktiv.

So gab es letztes Wochenende wieder im „Writersstudio“, die Gratisworkshops, wo ich diesmal, weil in Harland, nicht hingegangen bin, aber ich kann ja, obwohl es Leute gibt, die mir das nicht glauben, schreiben und auch ins „Werkl in Goethehof“, wo mich Sascha Wittmann, mit der ich ja bei der „Westendlesung“ ins Gespräch gekommen bin, freundlich eingeladen hat, bin ich  zu der Veranstaltung über das „Für und wieder des literarischen Schreibens“ mit Marlen Schachinger, Doris Fleischmann, Sascha Wittmann, Daniel Zipfl, Doris Nussbaumer und und nicht hingegangen, obwohl ich das eigentlich wollte, weil mich Diskussionen über das Schreiben, obwohl ich es, wie oben behauptet, zumindestens ein bißćhen kann, nicht hingegangen, denn in der „Gesellschaft für Literatur“ gab es eine Konkurrenzveranstaltung haben dort doch Gustav Ernst und Karin Fleischanderl ihr neues bei „Haymon erschienenes Buch „Romane schreiben“ vorgestellt, haben doch der 1944 in Wien geborene Gustav Ernst und seine zweite Frau, die 1960 in Steyr geborene Karin Fleischanderl 2005 die „Leondinger Akademie“ gegründet, bei der Autoren, wie Bettina Balaka, Anna Weidenholzer, Luis Stabauer und und hervorgegangen sind, oder sie besuchten.

Die Zeischrift „Kolik“ haben sie auch gegründet, vorher war Gustav Ernst, der Romancier und Dramatiker beim „Wespennest“.

Jetzt ist er auch Lehrer an der „Sprachkunst“ und jetzt das Buch übers „Schreiben“ und das hat ja Saison, weil das  immer mehr Leute tun oder lernen wollen, weil man heute schon so weit ist, daß man sich zugesteht, daß man das kann und muß und daher die Schreibseminare, wie ich immer schreibe, wie die berühmten Schwammerln aus dem Boden schießen.

Im Internet kann man auch Schreibinfos zu Hauf finden und wenn man sich da einmal gemeldet hat, bekommt man Einladungen zu Seminaren und Schreibschulen, wie beispielsweise von Annika Bühnemann,Jurenka Jurk, Julia K. Stein und kann da das Handwerk wie die berühmte „Heldenreise“, das „Zeitmanagement“ etcetea lernen.

Schreibratgeber gibt es auch und wenn man sich ein bißchen fürs Schreiben interesssiert oder es versucht, kommt man nicht umhin sich damit zu beschäftigen.

So war die „Gesellschaft“ auch gut gefüllt, Margit Heumann, die ich schon länger nicht gesehen habe, war da und wahrscheinlich auch ein paar Sprachkunststudenten aber auch ältere Hobby- oder Profischreiber und Gustav Ernst und Karin Fleischanderl plauderten sich, moderiert von  Ursula Ebel auch locker durch das Buch.

Erzählten, wie sie zu der „Akademie“ und zu dem Buch gekommen sind, das auch wieder Anleitungen gibt, wie man einen Roman schreiben soll, damit er gelingt, gut oder spannend wird.

Das wort „Heldenreise“ ist dabei nicht gefallen, auch nicht das Wort „Plot“, dafür aber die „Dramaturgie“. Dann kam es schon zur Frage, ob die „Figur“ ein Eigenleben haben sollen oder sie der Autor streng und unerbittlich durch das Buch führt.

Da meinte ich, daß das wohl verschieden, mal so oder so passieren wird, manche Figuren machen sich selbstständig und führen zu veränderten Handlungsverläufen, andere halten sich an den „Plot“ und da waren wir schon bei der Frage, ob man, das Wort habe ich genannt, nach der „Schneeflockenmethode“ Szene für Szene planen und dann in drei Tagen das Buch hinunterschreiben soll. Dann wird es langweilig, dem stimme ich, die das ja auch nicht tut, zu und Karin Fleischanderl meinte, daß man es  den Romanen ansehen würde, daß sie konstruiert worden sind.

Spannend war für mich, daß Gustav Ernst meinte, daß man merkt, wenn etwas im Plot nicht passt, wenn es langweilig ist, dann muß man Spannung einbauen.

Das berühmte „Show not tell“, wurde am Beispiel genannt, daß man nicht schreiben soll „Sie ist sehr ehrgeizig!“ sondern das in einer Szene zeigen und ein Herr im <publkum meinte, daß man nur in der Literatur darüber schreiben kann, während man in der bildenden Kunst und in der Musik, die Gefühle sowie so zeigen muß.

Am Schluß gings dann noch, um die Verlagsförderung und darum, daß man sich für die nächste Akademie noch anmelden kann. Da wird man, glaube ich, auch ausgewählt und Karin Fleischanderl meinte am Beginn, daß es Leute gibt, die das Schreiben nicht lernen können, während Gustav Ernst, da optimischer ist und ein Herr fragte, ob Adalbert Stifter heute wohl noch einen Verlag finden würde?

Was mich dann  die Fragen stellen ließ, wer das alles, was die Leute  in den Seminaren und Akademien schreiben wird?

Es gibt immer weniger Leser meinte ich, die ich ja derzeit am dreifachen Buchpreislesen bin, und da kann ich gleich anmerken, daß ich jetzt alle nominierten Bücher, sowohl in Print, als auch in E-Bookform habe und da sind ja einige Debuts dabei, die vielleicht auch in „Leonding“ oder im „Instiut für Sprachkunst“, wo es ja auch einige Absolventen auf der Liste gibt, konzipiert wurden und ich beschäftigje mich außer dem Lesen ja auch mit dem Schreiben, beziehungsweise korrigiere ich  derzeit an meinem zweiten „Literaturgeflüsterbuch“, wo es um „Meine Bücher und um meine Schreibartikel“ im Blog geht.

Das Buch habe ich übrigens vorhin angefragt, um mich auch damit zu beschäftigen und vielleicht mein „Fräulein No“ danach konzipieren kann. Mal sehen, ob es zu mir kommt und die „Magdalena Kirchberg“ kann ich denen, die es interessiert, flüstern, kann an die Druckerei gehen. Jedenfall habe ich das „Dummie“ schon durchgesehen.

2019-08-29

Letzte O-Töne

Daria Wilke

Daria Wilke

Die letzten O-Töne in diesem Jahr und es sah ein bißchen nach Regen aus, zumindestens gab es Donnergrollen und Ruth Aspöck und Christa U. sind mit Schirmen ausgerüstet erschienen, Gustav Ernst kam mit Karin Fleischanderl, Robert Huez mit Lydia Mischkulnig so waren die ersten beiden Reihen reserviert, als ich nach sechs erschien und der Moderator erklärte, daß man im Haupthof zu lesen beginnen würde und bei Regen ins Quartier einundzwanzig wechseln könne.

Das war dann nicht nötig, weil das Gewitter erst begann, als wir schon  zu Hause waren und zuerst kündigte Klaus Kastberger an, daß nun alle Bildungsbürger, die sich Wissen erwarten würden, auf ihre Rechnung kämen, denn die in Russland geborene Daria Wilke führte mit ihrem Roman „Die Hyanzintenstimme“, im Programm war er falsch angekündigt und Bettina Balaka zugeordnet, in die Musik des Barocks und in das Kastratentum ein oder besser in ein Schloß, wo sich ein Zar Buben mit schönen Stimmen einkaufte und sie musikalisch ausbilden ließ und die Hauptleserin, die 1966 in Salzburg geborene Bettina Balaka, die schon sechzehn Romane geschrieben hat, führte dann mit ihrem neuen den „Tauben von Brünn“ ins Biedermeier und zu einem historischen Fall, nämlich zu dem berühmt berüchtigten Johann Karl von Sothen, den Lotteriebaron, von dem ich noch nie etwas gehört habe.

Bettina Balaka

Bettina Balaka

Bettina Balaka, die ich seit meiner Jurytätigkeit 1996 beim Nachwuchsstipendium kenne, beschäftigt sich ja gerne mit historischen Stoffen, hat vom ersten Weltkrieg geschrieben und vom Frauenwahlrecht und jetzt in das Jahr 1848 und zu der Legende von dem aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Sothen, der dann bei jeder Lotterie gewann und sich daher am Kahlenberg und am Cobenzel ein paar Schlößer bauen ließ und am „Himmel“ die Sisikapelle, von der hat aber schon Anna Elisabeth Mayer geschrieben, die sich ja auch gern mit historischen Stoffen beschäftigt. Ihr Buch „Am Himmel“ habe ich im Schrank gefunden und werde es demnächst lesen, während ich mit den „Tauben von Brünn“ noch warten werde und die O-Töne sind für dieses Jahr zu Ende.

„Leben Sie wohl bis zum nächsten Jahr, besuchen Sie die „Buch Wien“ und lesen Sie schöne Bücher!“, sagte die Veranstalterin, wie wohl jedes Jahr.

Mal sehen, ob mir das gelingt!

Nächste Seite »

Bloggen auf WordPress.com.