Literaturgefluester

2019-11-17

Marktbesuch mit Geburtstagseinkauf und sechzehnter Nanotag

Was die St. Pöltner Wochenenden betreffen, haben wir ja schon unsere Traditionen. Am Samstag Markt, ich fahre mit dem Rad dorthin, der Alfred mit dem Auto, am Domplatz treffen wir uns und neuerdings auch meistens mit Doris Kloimstein, wo es oft einen literarischen Austausch gibt.

In letzter Zeit waren das oft Bücher, ich habe ihr meine Doppelexemplare, Raphaelas Edelbauers „Flüßiges Land“ , Angela Lehners „Vater unser“, Irmgard Fuchs „In den kommenden Nächten“ gebracht, sie mir Tanja Raichs „Jesolo“, das ich ja noch für den öst Bp lesen will, sowie David Grossmanns „Kommt ein Pferd in die Bar“, Philippe Lancome „Der Fetzen“ und ein Buch über „Perversionen“, aus in der „Edition Müry Salzman“.

Kaffee trinken gehen wir dann auch und der literarische Klatsch, den es so beim PEN oder in St. Pölten gibt, wird auch erzählt.

Ich habe  Doris Kloimstein, glaube ich, so vor dreißig Jahren bei einer Regionalversammlung in St. Pölten, die damals im Neugebäude stattfand kennengelernt, als ich nach Wien  pendelte und sie seither immer wieder getroffen, im Sommer ein paarmal in St. Pölten, ansonsten war sie in der Schreibgruppe und bei ihren PEN- Aktion im Stadtmuseum waren wir auch, sie war auch eine Zeitlang die Obfrau der LitGes und hat mich auch einmal vor ganz langer Zeit zu einer Lesung mit Manfred Wieninger eingeladen, der aber damals noch mit seinen Plagiatsskandal beschäftigt, nicht gekommen ist.

Jetzt treffen wir sie am Markt und diesmal hatte ich noch zwei Gutscheine in der Tasche, die ich in der Stadt einlösen wollte. Bekomme ich ja immer einen von der „Grünen Erde“, zum Geburtstag, weil wir von dort ja unsere Möbel für die Krongasse kauften, da habe ich mir wieder eine Kerze ausgesucht und dann ein Haarschappo, weil der Alfred schon schimpfte, daß ich immer das von ihm gekaufte, verwendete und dann hat mich die Anna als wir das letzte Mal in Harland waren, gefragt, was ich zum Geburtstag will?

„Bücher!“, habe ich gesagt, was ich immer auf diese Frage antworte, sie mir aber, glaube ich, gar nicht so gerne schenkt.

„Oder einen Buchgutschein!“

Ich habe ihr dann noch gesagt, daß ich gerne „Metropol“ von Eugen Ruge und „Das Duell“ von Volker Weidermann, das Verhältnis zwischen Günter Grass und <marcel Reich-Ranicki haben will und dann gehofft, daß sie das nicht gehört hatte, als ich mir den Ruge von Alfred in Basel kaufen ließ.

Hat sie auch nicht, denn es wurde ein Hundert Euro-Gutschein vom „Thalia“ und das ist ja das, was ich mir schoch immer wünschte, das heißt im Vorjahr hatte ich einen Gutschein von der Margit Heumann bei der „Buch-Wien“ eingelöst und vor zwei Jahren gab es auch einen kleineren Betrag von der Anna, aber von der Oma habe ich früher immer hundert Euro zu Weihnachten bekommen und da einmal gedacht „Da fahre ich jetzt zum „Thalia“ und löse ihn in Bücher ein!“

Das dann nicht gemacht, weil da ja angesichts meiner Bücherberge Unsinn wäre, aber bei einem „Thalia- Gutschein“ bleibt einer ja keine Wahl, obwhl es natürlich wirklich Unsinn ist, weil ich ja noch die Schweizer und die öst Bp-Liste hinunterlesen muß, mir aus der Schweiz zwei volle Büchertaschen mitgebracht habe und am Dienstag auch bekanntgegeben wird, was heuer auf der Blogger Debut Shortlist steht?

Aber gut, derMensch ist unvernünftig und so habe ich mich auch auf das Bücheraussuchen sehr gefreut, mir auch überlegt was ich haben will, war dann wieder etwas enttäuscht, weil die Auswahl gar nicht so groß erschien. Fünf Bücher sind es dann aber doch geworden, die ich jetzt nur noch lesen muß und zwar das Volker Weidermann Buch, das sie zu meinem Erstaunen hatten und ich es nicht erst bestellen mußte, dann von Miljenko Jergovic „Ruth Tannenbaum“, ein Buch von dem ich schon etwas gehört habe und den Autor in Göttweig oder Krems kennenlernte.

Dann ein Zufallsfund, weil ich gerne Bücher übers Lesen und über Buchhandlungen lese, das „Tagebuch eines Buchhändler, von Shaun Bythell, der, glaube ich, auch ein solcher ist und eine Buchhandlung in Schottland hat, dann „Der Hammer“ von Dirk Stermann, auf dieses Buch bin ich im „Centrope-Workshop“ aufmerksam geworden und habe dann Dirk Stermann auf der „Buch-Wien daraus lesen gehört und dann noch weil der „Nobelpreis“ an ihn ging und ich da ja eine sehr seltsame Diskussion im Literaturcafe hatte, ob Peter Handke eine Schlaftablette ist „Die Obstdiebin“ von ihm.

Voila, wieder einmal den SUB ein wenig aufgefüllt und dem Buchhandel, was ich ja sonst so gar nicht tue, vielleicht auch eine Freude gemacht, es ist zwar eine Kette, die ich damit unterstützte, aber was soll ich machen? Der Gutschein kam von da her und was den „Nano“ betrifft, so bin ich da noch immer beim Korrigieren und warte darauf, daß ich soweit komme, daß ich die geplante Johanna Szene einfügen kann und Worte werden es auch immer weniger, habe inzwischen aber noch eine siebenunddreißigste Szene angefügt, wo die Anna dem Ulrich erklärt, warum sie ihn verlassen hat.

Aber vielleicht hole ich in den zwei Wochen, die ich noch zur Verfügung habe, auf und schaffe den Word-Acount, obwohl die Geschichte eigentlich fertig ist.

In zwei Wochen flott hinuntergeschrieben und das freut mich sehr und macht mich auch ein wenig stolz und selbstbewußt.

2019-09-22

In den kommenden Nächten

Jetzt kommt eine kleine Pause beim Buchpreislesen, denn Irmgard Fuchs Debutroman „In den kommenden Nchten“, steht weder auf der deutschen noch der österreichischen Liste, er passt aber thematisch ganz gut zu der Frauenschiene der österreichischen Gegenwartsliteratur, die ich in der letzten Zeit gelesen habe und da die Autorin, von der ich schon einen Erzählband gelesen habe und die ich, glaube ich, seit der ersten Studentenlesung des“ Instituts für Sprachkunst“ im Literaturhaus kenne, 1984 geboren wurde, also Mitte Dreißig ist, geht es hier nicht, um eine Midlifekrise sondern in sehr märchenhafter poetischer Weise geschildert, wahrscheinlich, um eine Sinnkrise oder ein Burnout.

Auf jeden Fall wirkt das Buch schon rein optisch sehr ästhetisch. Das ist Erstens den meistens sehr schönen Covers der „Kremayr& Scheriau- Literaturschiene“ geschildert und dann sieht man, wenn man das Buch aufschlägt schon für einen Roman vielleicht sehr ungewöhnlich, lauter sehr kurze Kapitel, die oft mit Gedichten und Dialogen zwischengeschaltet sind und die Kapitel tragen Überschriften, wie „Sonntag vor nicht ganz dreißig Jahren“ oder „Mittwoch“, etcetera und gleiten so durch das Leben von Doro Grimm, Anfang Dreißig, die eigentlich ein schönes Leben hätte, einen Beruf, einen Freund, eine Wohnung, etcetera.

Trotzdem haut sie von einem Tag auf den anderen alles hin, das heißt sie macht, sie ist technische Zeichnerin, das Projekt ihres Chefs, ein Männerwohnheim, der es ihr überlassen hat, weil er sich bezeichneter Weise, in einem Burnout befindet, fertig, dann packt sie ihre Reisetaschen und formuliert Briefe an ihren Freund Elmar, die sie aber nicht fertig bringt, weil er zwischendurch von einer Migräne geplagt, erscheint und nach einer Tablette verlangt.

So will sie ohne Abschied mit den Taschen die Wohnung verlassen, was auch nicht klappt und, als sie sagen will, sie hätte von einer Frau, die auf Weltreise geht, eine Wohnung gemietet, glaubt er, sie würde auf Weltreise gehen und wird noch wütender.

Sie bleibt bei der Geschichte, zieht in die wohnung, wo die Vormieterin alles, sogar die schmutzigen Unterhosen und die Nudeln am Herd zurückgelassen  hat, was ein wenig  ungewöhnlich wird und formuliert  SMSs an elmar, die sie aber nicht absendet.

Sonst beobachtet sie ein Paar, das ihr gegenüber wohnt. Sie nennt sie Maro und Kuki und führt mit ihnen imaginierte Gespräche. Andere Kapitel gehen in ihre Kindheit zurück, sie ist bei ihrer sehr jungen Mutter und ihren Großeltern aufgewachsen. Die Märchen, die ihr die Mutter vorgelesen hat kommen vor und auch Vögel.

So gibt es in der gemieteten Wohnung eine Vogeltapete und sie kauft auch für die Vögel, die an ihr Fenster fliegen Hirse.

Sonst ist sie ziemlich ratos und weiß nicht, was sie sich zum Essen kaufen soll, hat das Elmar doch für sie bisher besorgt und von einer Hitzewelle wird die Stadt auch getroffen.

Im  vierten Teil ist dann hauptsächlich davon die Rede, Menschen sterben,  Regen wird im Radio angekündigt, kommt aber nie, der Strom fällt aus, etcetera, es macht auch den Eindruck als wäre Maro in der gegenüberliegenden Wohnung schon verstorben. Dann regt er sich wieder und es kommen Leute, um die Wohnung zu besichtigen. Sie geht auch hinüber und sieht dann in ihrer Wohnung einen Mann, der sich als Elmar entpuppt. Er, der sich bisher nicht bei ihr gemeldet hat, kommt doch zu ihr und macht sich, um sie Sorgen.

„Komm, wir fahren nach Hause, sagt Elmar zu dir und fasst dich an der Hand. doch da begreifst du: Du willst nicht. Du kannst nicht. Es hat ja noch nicht einmal angefangen.“

Dann kommt der letzte und fünfte Teil, der nur aus einem einzigen Satz, nämlich“Ich bin Doro Grimm“ und die Leserin bleibt etwas ratlos zurück und muß sich das Weitere denken. Die poetische Sprache aber bleibt im Kopf und auch die schönen Zeichnungen im Pflanzendesign, die die Teile voneinander abgrenzen.

Die Psychologin würde sagen, sie hat das Protokoll eines Burnouts gelesen, was Iris Grimm, der Zusammenhang mit dem Märchenbuch scheint gewollt, eigentlich will und, wie ihr Leben in dem Chaos einer in der Hitze zerfließenden Stadt, wo ihr Geld und die gemietete Wohnung gerade für sechs Monate reicht, ist auch nicht ganz klar.

Der Buchrückentext „Was, wenn der Alltag nicht mehr zu ertragen ist? Ein Roman über einen Ausbruch: Märchenhaft und von beklemmender Schönheit“, hilft auch nicht wirklich weiter.

Ebenso ist mir der Titel nicht ganz klar, obwohl die Nächte in den Kapitelüberschriften immer wieder vorkommen und auch der vierte Teil, der von der Hitzewelle, so heißt.

2019-08-20

Die neue deutsche Buchpreisliste

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 13:56
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Jetzt ist sie, hurrah, da, die neue deutsche Longlist und sie ist wieder überraschend oder nicht natürlich, ganz anders als erwartet, beziehungsweise nicht sehr viel von dem, was ich schon gelesen habe, darauf.

Ich habe mir ja schon vor einiger Zeit, davon ausgehend, was ich an Neuerscheinungen gelesen habe, eine Wunschliste gemacht, von der gibt es nur die „Winterbienen“, beziehungsweise, das neue Buch der Marlene Streeuwitz, das ich mir von Alfred vor einiger Ziet schenken habe lassen darauf und ansonsten gibt es ja die Bücher, die die anderen Blogger schätzen, wie Sasa Stanisics „Herkunft“ und dann, die neuen Tips wie Nora Bossongs „Schutzzone“, Karen Köhlers „Miroloi“ etcetera.

Dageben fehlt das neue Buch der Brigtitte Kronauer, das auch oft genannt wurde, was vielleicht die Frage beantwortet, daß tote Dichterinnen doch nicht auf die Liste kommmen können, was auch, wo ich mir in letzter Zeit nicht mehr sicher war, Gertraud Klemms „Hippokampus“ betrifft.

Ich habe also ein Buch schon gelesen und eines, nein, drei werde ich demnächst lesen können, denn Susanne Roessler hat mir schon das PDF von Andrea Grills „Cherubino“ geschickt und Tonio Schachingers „Nicht wie ihr wollt“, ein mir bis jetzt unbekannter Autor, habe ich schon vor einiger Zeit bei „Kremayr& Schriau“ bestellt und ist gerade zu mir gekommen.

Also jetzt, um nicht in Rätseln zu sprechen die LL 2019

  1. Nora Bossong „Schutzzone“
  2. Jan Peter Bremer „Der junge Doktorand“
  3. Raphaela Edelbauer „Das fleißige Land“
  4. Andrea Grill „Cherubino“
  5. Karen Köhler „Miroloi“
  6. Miku Sophie Kühmel „Kintsugi“
  7. Angela Lehner, die glaube ich, schon bei den Debutenten bei den Ö- Tönen war „Vater unser“
  8. Emanuel Maeß „Glenke des Lichts“
  9. Alexander Osang „Das Leben der Elena Silber“
  10. Katharina Poladjan „Hier sind Löwen“
  11. Lola Randl „Der große Garten“, was, glaube ich, auch zu mir kommen wird.
  12. Tonio Schachinger „Nicht wie ihr“
  13. Norbert Scheuer „Winterbienen“
  14. Eva Schmidt „Die untalentierte Lügnerin“
  15. Sasa Stanisic „Herkunft“
  16. Marlene Streeruwitz „Flammenwand“
  17. Jackie Thomae „Brüder“
  18. Ulrich Woelk „Der Sommer meiner Mutter“
  19. Norbert Zähringer „Wo wir waren“
  20. Tom Zürcher „Mobbing Dick“

Und jetzt lesen, lesen, was vielleicht nicht ganz so einfach werden wird, da, glaube ich, noch sieben oder acht andere Neuerscheinungen auf mich warten und außer Toni Schachinger auch noch das neue Buch der Irmgard Fuchs zu mir gekommen ist und wenn ich schon etwas über diese Liste sagen kann, so ist sie sicher nicht so schlecht.

Ein kleiner Teil der Neuerscheinungen die es gibt, sind auf diese Liste gekomen, ein großer anderer Teil nicht, aber bevor man da aufschreit und „Skandal!“, ruft, weise ich wieder darauf hin, daß man ja alles lesen und sich selber aussuchen kann, was beispielsweise auf die eigene Buchpreisliste kommt und spannend auch wieder einige neue Autoren kennengelernt zu haben.

Die Bücher, die ich schon gelesen habe oder noch lesen werden, die nicht auf dieser Liste stehen, bleiben ja trotzdem schön und Jaroslav Rudis „Winterbergs letzte Reise“, werde ich dann im nächsten Jahr lesen, wo es vielleicht ein sechstes Buchpreislesen geben wird, auf jeden Fall aber ein „Buchpreisbacklistlesen!“

Und noch ein bißchen was zur Statistik, elf Frauen, neun Männer, sechs Debuts, obwohl Karen Köhler ja schon einen Erzählband hat, den ich vor kurzem auch gefunden habe, sechs ÖsterreicherInnen, ein Schweizer und natürlich das übliche „Jung und Jung-Buch“. Als die bekanntesten Autoren sind wahrscheinlich Sasa Stanisic dessen „Vor dem Fest“ ja auf meiner Backlinste steht und Marlene Streeruwitz zu nennen, von der ich schon sehr viel gelesen habe.

Und was würdet ihr schätzen? Was wird auf der Liste stehen und wer wird den Preis am Ende bekommen?

Ich kann ja an dem oder die, die mir den richtigen Tip schicken, eines meiner Bücher beispielsweise die „Unsichtbare Frau“ oder die neue „Volksstimmeanthologie“ vergeben.

2016-06-22

P (margin-botton:m;) nervenkostüm schlange

Was ist denn das für ein unverständlicher Titel, könnten meine Leser vielleicht fragen?

Frau Heidegger hat das vor langer langer Zeit bei meinem „Wunderschönen Tintentraum“ einmal getan und richtig, das „Bachmannpreislesen“ naht nächste Woche, der Bachmannsche neunzigste Geburtstag auch, acht Jahre „Literaturgeflüster“ kommt dann auch.

Aber vorher endet das Semester, die Unis schließen und im Literaturhaus gab es da, wie Barbara Zwiefelhofer einleitete, die traditionelle Studentenlesung des Instituts für Sprachkunst.

Traditionell, ja natürlich, den Hochschullehrgang für Sprachkunst gibt es seit 2009. Robert Schindel hat ihn, glaube ich, mit Gustav Ernst und Ferdinand Schmatz gegründet.

Da bin ich im Herbst des Jahres durch Cornelia Travniceks Blog darauf gekommen, die auch dorthin wollte, aber nicht konnte, weil sie „zu überqualifiziert“ war.

Sandra Gugic und andere waren das nicht, denn im ersten Jahr konnte man sich noch die Namen der Aufgenommenen aus dem Internet anschauen und ausdrucken. Es gab dann im folgenden Semester einen Tag der offenen Tür an der „Angewandten“ und zwei sogenannte Studentenlesungen gab es auch.

Es gab das „Symposium der Sprachkunst“ und Lesungen bekannter Autoren, die extra für die Studenten ins Literaturhaus eingeladen wurden.

Das gibt es nicht mehr, aber seit einigen Jahren Semensterabschlußlesungen im Literaturhaus und auch in der „Alten Schmiede“, bei einigen war ich, die „Jenny“ gibt es auch und einige der Absloventen sind inzwischen auch bekannt geworden.

So hat Sandra Gugig die „Astronauten“ geschrieben und den „Open Mike“ gewonnen, Irmgard Fuchs hat ein Buch herausgebracht, Bastian Schneider liest nächste Woche in Klagenfurt und und und..und Ianina Ilicheva hat bei „Kremayr und Scheriau“ im vergangenen Herbst gemeinsam mit Irmgard Fuchs, Daniel Zipf und Marianne Jungmaier ein Buch herausgebracht und sie dürfte jetzt in der Abschlußklasse sein, denn sie hat bei der heutigen  Institutslesung gelesen beziehungsweise performiert und diese Lesungen haben seit einiger Zeit einen Titel, siehe oben,  ich habe das letzte Mal den Veranstalter, der glaube ich Dominik heißt und heute Geburtstag hat, nach dem wieso und warum gefragt?

Gustav Ernst und Ferdinand Schmatz sind nicht mehr im Publikum, aber sehr viele Studenten und die sind auch sehr lange draußen gestanden, beziehungsweise haben sie sich vielleicht über die gleichzeitg stattfindenden Fußballspiele unterhalten, denn Barbara Zwiefelhofer bezog sich in ihren Moderationen immer wieder darauf und gab auch Zwischenstände bekannt. Vielleicht ist sie ein Fußballfan.

Begonnen hat jedenfalls Frank Ruf, der wurde 1977 in Deutschland geboren und schreibt, wie er in seiner Einleitung erzählte, seit drei Jahren an einem Roman über Edward Snowden. Er war auch inzwischen in Amerika und hat aus seinen daraus entstandenen Texten gelesen.

Dann kamen zwei Frauen, die Lyrik hatten, die fast ein wenig, an die Bachmann erinnern könnten. Kadisha Belfiore, 1991 in Lustenau war die erste.

Sandra Hubinger hat bei „Art und Science“ schon den Gedichtband „Kaum  Gewicht und Rückenwind“ herausgebracht und las daraus.

Als vierte vor der Pause kam Gianna Virginia an die Reihe und die hatte einen Film, beziehungsweise ein Video, eine Frau räkelt sich mit einem weißen Luftballon auf einem weißen Laken, lutscht an einem Strohhalm, stößt Gurgellaute aus, sprach ein zwei Sätze, ja das Institut für Sprachkunst ein Crossing over und nach der Pause kam Isabel Walter an die Reihe und die las aus einem längeren Text, in dem eine Frau in ein Haus oder Hotel geht, dann auf einer Abschiedsparty landet, wo man sich beruhigende, euphorisierende oder auch narkotisierende Drinks mixen lassen kann und schließlich mit einer anderen in einem Zimmer verschwindet.

Dann war schon Ianina Ilicheva dran und die 1983 in Usbekistan geboren ist auch eine Performerin beziehungsweise Crossingoverkünstlerin und hatte eine Mischung aus einem wissenschaftlichen Text über Schrödingers Katrze würde ich mal sagen und Musik zusammengestellt, zu der sie mitsang und tanzte und anschließend großen Applaus erzielte.

Wahrscheinlich nicht ganz so viel, wie Rick Reuther, der auch schauspielerisches Talent zu haben scheint und eine ganz andere Stimme in die Sprachkunstsession brachte, die diesmal eine ganz besonders durchnmischte war.

„Guten Tag ich bin der Rick aus Hamburg, vielen Dank für die Einladung!“, moderierte er sich selbst. Stellte ein Fläschchen Rum gegen Aufregung, wie ihn die Oma riet auf den Tisch und begann dann aus einem Roman zu lesen, der 1919 also nach dem ersten Weltkrieg spielt und von einem Fuhrmann handelt, der Scheiße auf der Straße verbreitet, ein neuer Fallada würde ich unken, die gerade „Jeder stirbt für sich alleine“ liest und stellte dann noch  da, wie die Schupo auftritt und welche Laute und Sprüche sie dabei hat.

Sehr interessant und spannend die unterschiedlichen Sprachkunstlesungen. Ich war, glaube ich, die einzige Zuhörerin, die sich  nicht aus Freunden und Bekannten zusammensetzte. Richtig Robert Prosser war auch dabei, aber vielleicht hat sich der auch einmal beworben und so kann ich der interessierten Öffentlichkeit flüstern, was sich bei der ganz jungen Literaturszene tut.

Daß Deutschland und Polen gewonnen hat, hat Barabara Zwiefelhofer den sportlich Interessierten verraten, das dritte Spiel hatte da gerade begonnen und ich bin jetzt auf  den Bachmannpreis und Bastian Schneiders Lesung gespannt, der diesmal  wahrscheinlich auch ganz anders werden wird.

2016-02-26

Schönste Bücher und Hörspielgala

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:29
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Zwei Preisverleihungen an einem Nachmittag und Abend und im Kongreßsaal des Bundeskanzleramtes fing es um fünf Uhr mit den Staatspreisen der „Schönsten Bücher Österreichs“ an, das sind die, in denen es meistens nicht so viel zu lesen gibt, aber hervorragend in der Graphik- und Gestaltung sind, daher oft  Kunstkataloge, Kinderbücher und Diplomarbeiten sind auch manchmal dabei und die Bücher kann man dann in den verschiedensten Ausstellungen sehen.

Zweihundertsiebenundsiebzig wurden, glaube ich, eingereicht und davon wurden fünfzehn als die schönsten ausgewählt, wovon dann drei einen Preis bekamen, eine Diplomarbeit, eine Belletristik, ein Kinderbuch, ein paar Sachbücher und acht Ausstellungskataloge.

Michael Freund führte nach den Begrüßungsworten von Minister Ostermayer und Benedikt Föger vom Hauptverband durch die Veranstaltung, stellte jedes der Bücher vor und sagte dazu ein paar Worte, gewonnen hat dann ein Ausstelungskatalog aus dem kunsthistorischen Museum „Fäden der Macht“, sowie „Nowhere man“ Geschichten über Flüchtlinge aus dem „Luftschaft-Verlag“ und Jürgen Lagger, da da auch die „FM4-Preis- Anthologien“ herausgibt, verbeugte sich, interessant Zitha Beyreuther vom „Fm4“, war auch in der Jury und dann gab, die „Welt im Spiel“ von Ernst  Strouhal aus dem „Brandtstätter-Verlag“.

Nachher gab es wieder Wein und kleine Häppchen, aber diesmal hatte ich es eilig, das letzte Jahr bin ich ja bis dann das „MUSA“ begonnen hat, noch eine Stunde im Kreis gegangen, aber diesmal war auch die Hörspielnacht oder Gala, wie das jetzt heißt, seitdem es immer kürzer wird und da gaben sie ab sechs Zählkarten aus und sagten das den ganzen Tag in Ö1, reservieren konnte man nicht, aber es ist alles gut gegangen und Doris Glaser und Andreas Jungwirth haben den Abend wieder moderiert und die Shortlist der zehn besten Hörspiele vorgestellt. Da kann man ja abstimmen, aber da ich nie Hörspiele höre, nehme ich daran nicht teil, so ging es kurz durch die ausgewählten Stücke und eine Festrede gibt es seit einigen Jahren auch.

Die hielt diesmal Christian Kircher der künftige Geschäftsführer der Bundestheater-Holding. Dann wurde das beste künstlerische Hörspiel „Hornissengedächtnis“ von David Zane Mairowitz vorgestellt , wo es um einen Übersetzer bei den Nürnberger Prozessen geht, eine Geschichte, die der Autor, der zwischen Paris, Polen und Berlin hin- und herpendelt, einmal von seiner Mieterin erzählt bekommen hat.

Schauspieler des Jahres wurde  der vierundvierziigjährige und mir völlig unbekannte Markus Meyer vom Burgtheater, ja ich gehe  zu wenig ins Theater, dafür hielt der mir ebenso unbekannte  Gerd Wameling.

Dann gab es eine Pause und danach wurden die Kurzhörspiele, die man inzwischen per Internet wählen konnte, vorgestellt, da kannte ich den dritten Preisträger, es ist Jopa Joatin, der inzwischen auch im GAV Sekretariat arbeitet. Sein Hörspiel heißt „Ich mache mir mein Hörspiel selbst und erspare mir den GIS-Beitrag“ und erinnert an Ernst Jandl, denzweite Platz ging bekam das Hörspiel  „Parkplatz“ und den ersten eines mit dem schönen Titel „Sollbruchstelle“, die kann man alle demnächst in Ö1 hören und ein künstlerlisch Anspruchsvolles ausgesucht von der Schule für Dichtung gab es auch, das ist von Mario Wurmitzer und heißt „Ich werde auch länger bleiben“ und da kauert einer in der Küche oder im Wald und spricht in sein Handy seine Jobangebote und erinnerte mich irgendwie an Irmgard Fuchs Geschichten, ja richtig einer der anderen Preisträger Dominik Invancic von der „Solbruchstelle“ ist auch Absolvent oder Student der Sprachkunst und dann gings hinein in Medias Res, richtig zwischendurch gab es  wieder Musik vom „Koehne-Quartett“, die auch bei den Preisvergaben immer die „Schöne Adrienne“ tonierten, denn die gibt es jetzt ja als Trophäe und ein Geränkel um die ausgestellten Blumensträuße, die dann nicht an die Männer verteilt wurden, gab es auch.

Gewonnen hat dann die Hörspielfassung von Christine Lavant „Wechselbälgchen“, Platz zwei war ein Krimi von Bernhard Aichner „Play“ und der dritten ging an die Bearbeitung von Michael Feldners Roman „Aus meinem Leben“ von Helmut Peschina, und den hatte ich ja schon im Foyer gesehen, nachher gab es noch ein Extrastück und man kann sich morgen Samstag das Siegerstück anhören,  aber da werde ich ja bei den „IG-Autoren“ sein, man kann sich aber alles auch noch sieben Tage anhören.

2015-10-04

Wir zerschneiden die Schwerkraft

Die 1984 in Salzburg geborene Irmgard Fuchs, die ich von den „Studentenlesungen“ kenne, dann im „MUSA“, weil sie für ihren Erzählband ja Stadt-Wien Stipendiatin war und bei Christine Hubers „DichtFest“ hörte, war für mich eine Überraschung.

Denn die über Dreißigjährige, die auch einen sehr freundlichen sympathischen Eindruck macht, bringt es zusammen, einen ohne làrt pour l`art Sprachräusche und Flucht in das vorige Jahrhundert einen neuen frischen Ton in die Literatur zu bringen, erzählt von Einsamkeit, prekären Verhältnissen und löst mit einer neuen frischen Sprachen durchaus Beklemmung und Räsel aus.

So soll Literatur sein, denke ich und so würde ich es auch gern können, ein bißchen poetischer in meinem Realismus sein. Irmgard Fuchs macht es mir vor und ich habe ihren bei „Kremayr und Scheriau“ erschinenen Debutband „Wir zerschneiden die Schwerkraft“ gelesen

Neun Erzählungen, für die sie, wie sie bei der Präsentation in der „Gesellschaft der Literatur“ erzählte, eine Menge Titel hatte, dieser ist finde ich, ein durchaus passender, denn er drückt genau aus um was es da geht und was ich mir auch manchmal denke, das Elend des Menschen und wie es dem Durchschnittsmenschen geht, wenn er nicht zu den Celbrities gehört, aber durchaus einen bekömmlichen Lebenstandard hat.

Oder auch nicht, so ganz sicher ist das nicht und da gibt schon die erste Geschichte, die ich, glaube ich auch damals im „Musa“ hörte, einige Fragen auf. Denn da ist eine zulangsam für den Arbeitsmarkt. So schraubt sie Kugelschreiber zusammen und weil man ihren Freund an das andere Ende der Welt versetzte, ist sie sehr allein. Sie hat zwar eine Katze, aber sonst nicht viel Kontakt zur Umwelt, so zählt sie Ameisen und legt manchmal Kugelschreiber auf die Straße, um zu beobachten, wer sich darum bückt und sie kommt auch auf die Idee einen Brief mit einer Rakete in die Luft zu schicken, um denen von oben von der Welt unten zu erzählen.

Damit geht es gleich weiter, mit dem Leben einer Kartenabreißerin, die sich während sich das Publikum im Kozertsaal berauscht, Katstrophen ausdenkt.

„Was ist schlimmer Feuer oder Wasser?“

Das fragt sie ihren Ex.Mann, der paradoxerweise zu ihrem Geburtstagsfest kommt, dafür bäckt sie einen Kuchen und kauft auch Schlagobers, das ihr aber blöderweise vor der Kassa aus der Hand fällt.

Dann geht es in den Zirkus, dahin nimmt ein paar zwei „Attrappenkinder“ mit, denen sie dafür soviel Süßigkeiten bis sie speiben versprechen, denn man geht ja nicht ohne Kind dorthin. Der Mann will aber keine Kinder, weil in Zeiten, wie diesen….

Er ist auch sehr umweltbewußt, sammelt die Schnecken aus dem Schrebergärtchen ein und trägt sie in den Wald. An diesem Abend nach der Zirkusvorstellung tut es die Frau und kommt wahrscheinlich nicht mehr zurück.

Danach wacht eine auf, hat Zahnschmerzen, hat vom Rotkäppchen und dem bösen Wolf geträumt, geht am Sonntag durch die Stadt spazieren, lernt einen entlassenen Mörder kennen und in der Mülltone liegen die toten Goldfische.

That ist live,  im wirklichen Leben ist es wahrscheinlich noch trivialer, Irmgard Fuchs schmückt es als Sprachkunststudentin natürlich entsprechend aus, sie tut es aber auf eine Art un Weise, wie ich es noch nicht gelesen habe.

Surrealer wird es dann in den „Einhundersechzehn interstellaren Abbildungen“ und man könnte sich fragen, wird hier eine Psychose oder der ganz normale Wahnsinn des alltäglichen Lebens beschrieben?

Aber das trifft für alle Geschichten zu, Irmgard Fuchs hat nur den realen Ton in dem sie prekäres Leben schildert, das sie vielleicht selbst erlebte.

Wenn das Ich dann hungrig durch die Fastfoodtempeln einer Kleinstadt geht, nach dem sie von  Mc Donald Säcken der Sitznachbarn im Zug dorthin fuhr und dann noch verwechselt wird, ist vielleicht nur mehr die Irrealität zu spüren und ich frage mich auch, ob der Richard, der dann aus dem Entspannungsprobetraining, wie einige andere Prototagnosten der Erzählungen auch, nicht mehr zurückkehrt jetzt ein „Burn out“- oder ein „Bourn out  Verhinderungstraining“ machte?

Die akkurate Psychologin fragt sich das. Irmgard Fuchs wird hier wohl wieder listig mit der Ironie gespielt haben. Dann soll ein alter Mann in ein Altersheim, weil seine Frau schon längst tot am Küchentisch sitzt, so habe ich es mir jedenfalls gedeutet. Er putzt wie wild die Wohnung und verschwindet dann mit einem Koffer ins All.

Ja, ja das ist Surreale, mit dem ich doch so wenig anfangen kann oder ist es nur ein Abwehrmechanismus oder eine poetischere Beschreibung für den Tod?

Am Schluß kommen die „Bewerbungsschreiben“, die ich schon  in der „Gesellschaft“ hörte. Auch hier verschwindet schließlich die, die vorher in Zeiten wie diesen verzweifelt einen Job suchte, ins Nichts oder auf eine Insel und auf dem Klappentext steht „Die Figuren zweifeln an sich selbst, an der Wirklichkeit und an der Welt im Allgemeinen. Sie haben ihre Schwerkraft verloren, gewinnen dadurch allerdings eine Freiheit, die es ihnen erlaubt, anders zu sein.“

Das würde ich nun bezweifeln, beziehungsweise habe ich die Geschichten anders gelesen.

„Poetische und schräge Geschichten vom Zweifel an der Welt und an der eigenen Daseinsberechtigung“, bleiben es allemal.

Irmgard Fuchs, wie weiter im Klappentext steht „beeindruckt durch ihren genauen Blick und ihren eigenwilligen Ton, der poetisch, leicht, verträumt und ironisch zugleich ist.“

Lesen würde ich raten, weil die Releaseparty im „Siebenstern“ ja schon vorüber ist.

2015-10-01

Von der Longlistenlesung zur Release Party

Der „Börseverein des deutschen Buchhandels“ verstaltet immer sogenannte „Blindlesungen“, wo in einer meist deutschen Buchhandlung ein Longlistkanditat liest, man zahlt ich Deutschland, glaube ich, auch Eintritt dafür und erfährt erst vor Ort, wer und was gelesen wird.

In Österreich hat hingegen vorige Woche in der „Alten Schmiede“ Ilija Trojanow seinen  von der Zeit der bulgarischen Dikatur handelnden Roman „Macht und Widerstand“ vorgestellt, da bin ich nicht hingegangen, sondern stattdessen ins Literaturhaus zu Isabella Feimer, weil ich nicht gern zu Veranstaltungen gehe, wo ich die Bücher schon gelesen habe.

Aus Zeitgründen, nicht aus Sorge, daß ich nichts mehr Neues erfahren könnte und heute stellte Clemens J. Setz sein Opus Magnus „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“, moderiert von Angelika Reitzer vor und da machte ich eine Ausnahme, beziehungsweise habe ich heute in der Badewanne erst die ersten hundert Seiten gelesen und angefangen, auf dem „Betreuten Lesen-Blog“ meine ersten Kommentare abzugeben.

Am Montag habe ich Angelika Reitzer gefragt, ob sie glauben würde, daß viele Leute zu der Lesung kommen?

Ich glaubte, daß eigentlich schon, denn die Blogs haben ja alle sehr bedauert, daß das Buch nicht auf der Shortlist stand und war schon kurz nach halb sieben da, wo aber außer dem Lehrer aus Retz, der noch früher gekommen ist, nicht viele Leute anwesend waren.

Dann kamen aber nach und nach ein paar junge Leute, es kam auch Markus Köhle und Angelika Reitzer leitete die Veranstaltung damit ein, daß Clemens Setz bei der Buchpräsentation ihres Romanes „unter uns“ im Phil, Clemens Setz sie eingeleitet hat.

So ändern sich die Zeiten, damals war Clemens J. Setz wahrscheinlich noch bei „Residenz“, ist da ja der Erstling „Söhne und Planeten“ erschienen, den ich gelesen habe, als er mit den „Frequenzen“ schon mal auf der „Longlist“ und auch auf der „Shortlist“ stand. Dann wechselte er, wie das so üblich zu „Suhrkamp“, für den Erzählband „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“, das ich im Bücherschrank fand, hat er den „Preis der Leipziger Buchmesse erhalten“, dann erschien „Indigo“, das, glaube ich 2012 auf der Shortlist stand, ein Gedichtband und noch Nacherzählungen.

Der 1982 geborene Grazer der Mathematik studierte, scheint also ein Vielschreiber zu sein, ein  begnadetes Literaturtalent oder Wunderkind und „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ hat über tausend Seiten.

Zu der Frage, wie lange er zu diesem Monsterwerk gebraucht hat, bin ich nicht gekommen, auch zu der nicht, wieso der Stalker eigentlich im Rollstuhl sitzt?

Angelika Reitzer leitete aber ein und erzählte, daß das ein vielstimmiges Werk ist, das in vielen Geschichten,  Lügen und die Wahrheit erzählt.

Da habe ich die ersten hundert Seiten heute morgen in der Badewanne viel realistischer gelesen, die Geschichte von der einundzwanzigjährigen Behindertenbetreuerin Natalie, die einen Stalker und dessen Opfer in der WG in der sie arbeitet betreuen soll.

Sehr realistisch, denn ich würde in der prekär beschäftigten Natalie, drei Betreuer teilen sich zwei Arbeitsplätze, eine Borderlinerin sehen, sie ist auch noch Epileptikerin.

Angelika Reitzer sprach aber von den Wortschöpfungen, die Natalie den verschiedenen Farben zuordnet und Clemens J. Setz gab dann auch noch Einblicke in sein Autorenschaffen.

Gelesen hat er zwei Stellen, die schon auf den von mir gelesenen hundert Seiten zu finden waren und noch eine andere und erzählte viel von seinen Ideen und davon, wie er zu den sprudelnden Einfällen gekommen ist.

Denn die Natalie ist ja keine gewöhnliche Behindertenbetreuerin, sondern spielt mit ihren Freund, die verschiedensten Spielchen, merkt sich die Anzeigen der entlaufenden Tiere, die auf der Straße hängen und denkt sich Mäuse auf ihren Schultern aus, damit sie diese entlastet.

Das sei sagte Clemens J. Setz autobiografisch, wie er in seine Protagonistin wahrscheinlich viel von seiner Person hineingelegt hat, denn er sprühte von Ideen und Einfällen, erzählte Geschichen und Geschichtern und ich dachte es wäre ein realistischer Roman?

Weit gefehlt, die Neurosen der Natalie und der anderen Protagonisten, die ich wahrscheinlich noch gar nicht alle kenne, sind auch darunter und Angelika Reitzer fragte , ob Clemens J. Setz in dem Buch, dem Leser alle Gehiemnisse lüfte und fragte auch nach seinen Anteilen, denn er hat sich in dem Buch in einem kleinen sanftmütigen Hasen ein Denkmal gesetzt und würde er beim Schreiben schon alles wissen, dann wäre es nicht so spannend.

Das sollen sich einmal die, die streng nach der Schneeflockenmethode schreiben, hinter die Ohren schreiben und ich habe vielleicht ein paar Geheimnisse des tausend Seiten Buches gelüftet bekommen und kann mich in der nächsten Woche durch die weiteren neunhundert lesen und dann ging es vom Buchpreisbloggen wieder zu der jungen österreichischen Literatur, nämlich zu „Kremayr und Scheriau“ und seiner literarischen Schiene, die heute noch einmal beim „Thalia“  und dann im „7*“ mit einer Verlagsprogrammeröffnungsparty vorgestellt wurde.

Mit Sekt, Buffet, Musik und feierlichen Eröffnungsreden vom Verleger Martin Scheriau, der Eingangs sein Erfolgskonzept erwähnte und der Leiterin der Literaturschiene, Tanja Raich, die demnächst in der „Alten Schmiede“ eigene Texte lesen wird und dann gab es sehr viel Smalltalk.

De Autorinnen Marianne Jungmeier, Irmgard Fuchs und Lanina Illcheva, sowie der Autor Daniel Zipfel stellten sich vor. Gustav Ernst war anwesend und trug mir auf zu schreiben, daß es sich einen österreichischen Buchpreis geben soll, der auf der Buch Wien vorgestellt werden soll.

Natürlich, selbstverständlich, da bin ich gleich dabei, dem Hauptverband wird es aber, glaube ich, zu teuer sein und er wird auf den „Alpha“ verweisen, auf dessen Shortlist heuer ja auch Karin Peschka mit ihrem „Watschenmann“ steht und die war anwesend, wie auch Petra Piuk, deren Roman, glaube ich, im nächsten Jahr bei der neuen Literaturschiene erscheint und  ich habe heute damit begonnen, meine Geburtstagsleseparty vorzubereiten, beziehungsweise die Lesenden einzuladen.

Im Kulturcafe 7* werde ich übrigens demnächst auch zweimal lesen.

2015-09-29

Zwischen drinnen und draußen

So heißt das Programm des heurigen Neubauer Kulturherbstes, der mit seinen Veranstaltungen auch immer ins Literaturhaus geht, dann erscheint der Bezirksvorsteher und hält Eröffnungsworte.

Da gab es heute eine Buchpräsentation von Verena Mermers Debutroman „Die Stimme zwischen den Dächern“, ein Buch das ich gerne lesen würde und eigentlich dachte, daß ich das könnte, hat mir „Residenz“ ja immer seine Bücher geschickt, aber da hat sich jetzt  etwas geändert und ich muß auch nicht alles lesen, habe ich doch ohnehin schon einen hohen Bücherstapel in meinem Schlafzimmer.

Die 1984 geborene Autorin Verena Mermer habe ich im Februar kurz bevor ich nach Leipzig fuhr in der „Gesellschaft für Literatur“ kennengelernt und mit ihr heuer auch beim „Volksstimmefest“ gelesen und da sie ihr Buch heute im Literaturhaus vorstellte, dachte ich, ich gehe hin.

Dabei hätte ich fast übersehen, daß es noch ein zweites Buchdebut gab, nämlich das der 1983 in Klagenfurt geborenen Sandera Weihs „Das grenzenlose Und“, von dem ich, wenn ich mich nicht irre, schon in den Blogs gehört habe und das entpuppte sich in der Thematik  für mich fast als das interessantere, denn ich bin ja eine, die sich eher nach der Realistik als, nach den poetischen Worträuschen sehnt und da hat die Sozialarbeiterin Sandra Weihs, die in sozialpädagogischen Wohngemeinschaften arbeitet, einen Roman über eine achtzehnährige Borderlinerin geschrieben, die in einer solchen WG wohnt, sich schneidet, weil sie ihre Mutter damit treffen will, von einer WG Genossin gefunden und ins Spital gebracht wird, ein junger Gott in Weiß hält ihr eine Moralpredigt „Mädel was machst du da, ich will dich hier nie mehr sehen!“

Sie macht sich über ihn lustig, ist sie doch Privatpatientin des Chefs und geht zu ihm in Therapie und dort trifft sie einen Klienten,  verliebt sich in ihn und bringt sich dann nicht um, obwohl sie sich das ganze Buch lang danach sehnt.

Fast ein bißchen wie „Chucks“, das jetzt ja kürtlich  Filmpremiere hatte oder wie Clemens J. Setz „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“, das ich demnächst zu lesen beginnen will, dann ist das Mermer-Buch, das im Jahr 2011 in Baku spielt, die dortige Revolution an Hand vierer Personen Nino, Ali und Che und Frieda schildert, fast ein wenig abgesunken und ich dachte, wenn würde ich lieber das Erstere lesen, aber das kann ich mir ja selber schreiben oder auch nicht.

Jdenfalls habe ich manchmal Klienten, die in sozialtherapeutischen Wohngemeinschaften leben und meine Tochter ist Behindertenbetreuerin in einer ähnlichen WG.

„Che und Frieda, schwant Ihnen etwas?“, hat Stefan Gmünder in seiner Einleitung gefragt.

Das ist doch die mit den Bildern in Mexiko und dem Unfall oder der Arzt mit dem berühmten Tuch,der die Welt retten wollte und dessen Poster in jeden Jugendzimmer hängt. Vielleicht auch in dem der WG, der achtzehnjährigen Marie mit der großen Schnauze, kann sein, denn die schneidet sich ja manchmal zwischen Büchern und Verena Vermer hat deshalb solche Personen gewählt, weil sie keine wirklichen in Gefahr bringen wollte, in Baku herrscht ja die Nachfolgeorganisation des KGBs.

Also eigentlich auch sehr interessant und vielleicht finde ich das Buch auch einmal, das eine oder das andere und von Christa Wolf.

„Kein Ort nirgends“ hat Stefan Gmünder in seiner Einleitung auch angesprochen und die beiden Jungautorinnen gefragt, was sie gerne lesen?

Sandra Weihs nannte Christa Wolfs Roman als ihr Lieblingsbuch, Verena Mermer hat Germanistik studiert und sich da durch den Kanon gelesen und nachher gab es wieder Wein und die Pistazien, die vielleicht von der vergangenen Woche übergeblieben sind.

Ich hörte den „Residenz-Größen“ und Robert Huez ein wenig beim Small Talk zu,, lese immer noch Irmgard Fuchs, die ich  auch für sehr sozialkritisch halte und demnächst Clemens J. Setz und habe einige Bücherblogger verärgert, weil ich so viel verlinke, denn wer interessiert sich schon für meine Literaturberichte und Buchbesprechungen?

Einige vielleicht schon, jedenfalls habe ich heute wieder eine verstärkte Aufrufzahl, mehr als die üblichen hundertzwanhzig, über zweihundertfünfzig und das „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ wurde auch vierzehnmal angeschaut, was mich eigentlich freuen sollte.

2015-09-28

Zweifache Eskapaden

Eigentlich sollten heute in den „Textvorstellungen“ der „Alten Schmiede“ zwei Autoren und eine Autorin, moderiert von Angelika Reitzer, zum Thema „Eskapaden/Eskapismus“ lesen, aber Ulrike Kotzina, die ihr Buch „Verschwunden“ vorstellen sollte, war erkrank. So blieben die Autoren mit zwei sehr unterschiedlichen Textsorten über.

Hat doch der Englischlehrer Kurt Leutgeb, der vielleicht auch Latein unterrichtet und schon acht Bücher, ich glaube, im „Sisyphos-Verlag“ herausgebracht, sich in seinem „Humana fraus“ auf Titus Livius bezogen und eines seiner Bücher übersetzt und dann die dort enthaltene Geschichte, wenn ich es richtig verstanden habe, auf zwei Arten weitererzählt.

Das war ein wenig kompliziert der  Entstehungsgeschichte zu folgen, obwohl der 1970 in Steyr geborene Autor, sehr viel zu seiner Erzählung erklärt hat, aber ich bin  nicht so besonders bewandert bei den alten Römern.

Jedenfalls geht es um eine Seuche im Jahre 331 vor Christus, die vielleicht nicht von den Göttern, sondern von giftmischenden Frauen verursacht wurde und eine Sklavin hat das Geschehen aufgedeckt.

Das mit den zwei verschiedenen Erzählsträngen, hat sich mir, wie erwähnt nicht so ganz erschlossen, dafür wurde es bei der zweiten Flucht  realistischer.

Erzählte der 1975 in Tirol geborene  Stefan Soder, doch vom Tod, beziehungsweise dem Sterben in einem Luxussanatorium bei Champagner und Kaviar und das sind Themen, die mir vertrauter erscheinen, beziehungsweise ich mich auch schon damit beschäftigt habe und ich glaube auch Hans Pleschiski in seinem 2008 erschienenen Roman „Ludwigshöhe“

Jedenfalls geht es in Stefan Soders Debutroman „Club“ um zwei Handlungsstränge.

Ein offenbar lebensmüder Banker und sonst wahrscheinlich, wenn ich Angelika Reitzers Andeutungen richtig verstanden habe, ein eher fieser Kerl, kommt nach Zürich, schmeißt dort mit Geldscheinen um sich, bevor er sich in diesen „Club“ begibt und dorthin will auch ein Aufdeckungsjournalist, wahrscheinlich, um die Sache aufzuklären und der hat ein Suchtproblem und im Gefängnis ist er glaube ich vorher auch gewesen.

Stefan Soder antwortete auf Angelika Reitzers Frage, wieso es zu diesem Roman gekommen ist, daß er eine Zeitlang in Zürich wohnte und da gibt es ja ein paar Sterbehilfeinstiutionen, über die habe ich in meinen Texten auch ein bißchen recherchiert und die befanden sich in seiner Nähe und so konnte er beobachten, daß auch gesunde Personen dorthin gezogen sind und da dachte er, wenn schon Freitod dann ein luxiöser.

Ich denke, daß diese Organisationen schon bestimmte Kriterien haben, wer ihre Hilfe in Anspruch nehmen darf, aber sicher ein spannendes Thema darüber zu schreiben und eines, was mich, glaube ich, auch mehr als der alte Livius interessiert, aber der Lese- und Schreibgeschmack ist unterschiedlich und so habe ich heute wieder zwei interessante Autoren kennengelernt, die mir bisher entgangen sind.

Ansonsten kann ich von meinem Buchpreisbloggerprojekt, das ein bißchen in die Krise gekommen sein dürfte, berichten, daß daß ich den Setz bekommen habe, noch lese ich ja die Irmgard Fuchs, aber vielleicht habe ich am Donnerstag, wenn Angelika Reitzer den Roman in der „Alten Schmiede“ vorstellt, schon damit begonnen und so habe ich sie auch gefragt, ob sie das Buch ganz gelesen hat, wie lange sie dazu brauchte und ob es schwer zu lesen sei?

„Selbstverständlich!“, hat sie mir geantwortet und nicht genau gewußt, wie lange sie dafür brauchte, ich würde mal zehn bis vierzehn Tage für mich schätzen und sie hat mich auch beruhigt, daß es sich gut lesen läßt.

Nun denn ich bin gespannt, werde in die Lesung gehen, schon um mich ein bißchen auf den Tonfall einzustimmen, werde weiter buchpreisbloggen und finde es nur ein bißchen schade, daß ich die sogenannten offiziellen Bücherblogger mit meinen Kommentaren zu nerven scheine, so daß sie aufhören sie zu veröffentlichen, was ich nicht so ganz verstehe, denn eigentlich ist es ja nicht so falsch, was ich da schreibe oder sollte ich damit im Irrtum sein?

2015-09-21

Von der Rebellion zu den Literaturdebuts

Die Veranstaltungssaison hat angefangen und so habe ich die Literaturprogramme auf meinem Schrebtisch liegen und suche mir nach Möglichkeit Montag bis Donnerstag oder Freitag ein möglichst „Literaturgeflüster“ taugliches Programm heraus.

Das wäre für heute die „Alte Schmide“ gewesen mit einer „Stunde der literarischen Erleuchtung“ um sechs und nach einer langen Pause Robert Schindels Gedichte.

Aber der bekannte Sachbuchverlag „Kremayr und Scheriau“, wo ich, glaube ich, auch einmal blauäugig meine „Hierarchien“ hinschickte, hat eine neue Literaturschiene, Literaturdebuts von Autoren um die dreißig und die kündigte er nun großflächig an, nämlich mit einer Präsentation am Dienstag in der „Gesellschaft für Literatur“, das habe ich noch übersehen.

Dann hat Mareike vom „Bücherwurmloch“ deren Blog ich gerne lese, die auch eine Österreicherin ist,  bei Salzburg lebt und ihren Kindern das Lesen  beibringt, einige der Bücher präsentiert, danach hat die Hauptverbandsseite, die ich auch gerne lesen, eine Party am ersten Oktober im „Siebenstern“ angekündigt und ich habe die Debuts bestellt, nämlich den Roman „Torten schlachten“ von Marianne Jungmair, ein GAV-Mitglied, das ich einmal in der „Alten Schmiede“ hörte, IrmgardFuchs, eine Absolventin des Hochschulllehrgangs für Sprachkunst „Erzählungen“ die sie für ein Projektstipendium der Stadt Wien einreichte und daher auch im MUSA las und dann noch einen Band, den ich allerdings nicht bekommen habe.

Den Roman „Eine Handvoll Rosinen“ von Daniel Zipfel, der auch heute vorgestellt habe, habe ich dabei übersehen, denn bei der Party werden offenbar die drei anderen Werke präsentiert und dabei ist gerade der sehr interessant, handelt er doch von Traiskirchen, einem Schlepper und einem Fremdenpolizisten, aber ich bin ein bißchen schlampert und muß auch nicht alles lesen, kämpfe ich mich ja derzeit  durch den dicken Zaimoglu und wenn ich dann die Inger Maria Mahlke und die zwei Debuts gelesen habe, hätte ich ja noch eine Shortlist, nämlich sechs der Longlistbücher vor mir, von denen zwei sehr dick sind und eines schwer zu lesen sein soll.

Ich habe mich zu dieser Party angemeldet, da liest vorher der Setz in der „Alten Schmiede“ und da habe ich dann etwas für mein „Buchpreisbloggen“, weil ich ja noch immer nicht sicher bin, ob ich mich jetzt auch durch den Rest lesen werde, das hängt auch vom lieben Otto ab, wie schnell ich ihn treffen kann und für heute hatte ich umdisponiert, auf die „Alte Schmiede“ verzichtet und mich auf die „Gesellschaft für Literatur“ eingestellt.

Dann ist mir um fünf, als der letzte Klient gegangen war und ich mich eigentlich auf die „Ohrenschmaus-Texte“, die heute gekommen sind, einstellen wollte, eingefallen, daß es sich ausgeht, zur „Stunde der literarischen Erleuchtung“ zu schauen und dort zehn vor sieben wegzugehen, weil meistens fängt es in der „Gesellschaft für Literatur“ erst nach dem akademischen Viertel an und Alexander Nizberg, der ja sehr interessant und sehr zu empfehlen ist, präsentierte wieder eines seiner Langgedichte, nämlich Maximilian Woloschins, 1877-1932, „Die Pfade Kains – Tragödie der materiellen Kultur“, da geht es, wie Kurt Neumann in der Einleitung erläuterte, um die Rebellion gegen alles, gegen Gott, aber dann wird auch erzählt, das Gott die Rebellion darstellen würde und der russische Dichter, der von Alexander Nitzberg übersetzt und im „Pforte Verlag“ 2004 herausgegeben wurde, hat  zwanzig Jahre an seinem Werk geschrieben.

Alexander Nizberg rezitierte Teile aus den Kapiteln „Die Rebellion“, „Der Kosmos“, „Die Magie“, „Die Faust“, „Die Maschine“, „Die Aufrührer“, „Der Kerker“, „Der Krieg“ und dann noch eines,  da bin ich gegangen, um nicht zu spät in die Herrengasse zu kommen, das nachher noch eine lange Diskussion war, hat mir dann ein Stammbesucher in der Gesellschaft bei Wein und Knabbereien erzählt, der auch geswitscht ist.

In die „Gesellschaft für Literatur“ bin ich gerade in die Einleitungssätze von Ursula Ebel, die das  immer sehr gründlich macht, zurecht gekommen, die vier Bücher lagen auf und die „Gesellschaft“ hat sich während des Sommers optisch verwandelt, neue Emblems und Portraits von Mayröcker, Jonke, etc an den Wänden, ein grauer Vorhang und Tanja Raich, die Programmleiterin hat die neue Reihe vorgestellt, dann hat Irmgard Fuchs aus ihrem Erzählband „Wir zerschneiden die Schwerkraft“, neun Erzählung, eine die aus Bewerbungsbriefen besteht, gelesen, die mich sehr beeindruckt hat.

Eine junge Frau, sehr gut ausgebildet, bewirbt sich im ersten Brief um eine Stelle, im zweiten macht sie im Internet mehrere Eignungstest, die ihr alle, obwohl Akademikerin, den Beruf der Portierin oder Hundeführerin empfehlen, im dritten beklagt sie sich dann die Ablehnungen und im vierten verschwindet sie aus ihrer Wohnung und löst sich auf einer Insel auf.

Ja das Leben im Prekariat ist  hart und die 1984 in Salzburg geborene, Irmgard Fuchs schilderte das auch sehr beklemmend, das zweite Romandebut des 1983 in Freiburg geborenen Juristen  Daniel Zipfel, der in der Flüchtlingsberatung tätig ist, war das nicht viel weniger, schildert er ja Schleppergeschichten aus dem Jahr 2003, die sich so in etwa zugetragen haben und die durch die aktuelle Situation wieder eine beklemmende Realität bekommen haben.

Toll, daß die Dreißigjährigen wieder so realistisch schreiben, Irmgard Fuchs und Marianne Jungmaier werde ich ja demnächst lesen, vielleicht kommen auch die  beiden andern Bücher einmal zu mir  und ich habe auch wieder etwas gewonnen, nämlich bei „Buzzaldrins“ Verlagsslogangewinnspiel, das Buchpaket mit den zehn Büchern, von dem ich zwar schon die Alina Bronsky gelesen habe und das Buch, wenn ich es bekomme, in den Bücherschrank legen werde, aber auch das neue Buch der Nora Bosong, das des Matthias Nawrat, das vielgelobte der Ruth Cerha, da habe ich ja noch das erste auf meiner Leseliste, und und….

Ich freue mich schon auf das Lesen, werde die Bücher auf meiner Leseliste verteilen und jetzt habe ich auch noch das Buch der Nadine Kegele zu lesen, die auch bei der Veranstaltung war, vielleicht wird ihr nächstes Buch auch bei „Kremayr und Scheriau“ erscheinen, das der Gertraud Klemm wird es jedenfalls, wie Tanja Raich, die offenbar auch Autorin ist, erwähnte.

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