Literaturgefluester

2022-01-24

Sprachkunstfluchen

Den Hochschullehrgang des „Instituts für Sprachkunst“ an der „Angewandten“ gibt es, glaube ich, seit 2009. Von Gustav Ernst und Robert Schindel wurde es gegründet und seither gibt es immer zu Semesterende Sprachkunstlesungen. Das erste Mal war ich beim „Tag der offenen Tür“ der „Angewandten“ dabei, Marietta Böning hat mich herumgeführt, ich habe Rhea Krcmarovan kennengelernt. Sandra Gugic habe ich schon früher gekannt und Cornelia Travnicek, die sich beworben hat, haben sie nicht aufgenommen, weil sie, da schon veröffentlicht, zu überqalifizert war. Darüber habe ich in der „Heimsuchung“, geschrieben und Robert Schindel hat glaube ich, immer gesagt, daß die Aufnahme, da gibt es immer viel Bewerbungen und eine strenge Auswahl, nicht den literarischen Erfolg garantiert. Aber Irmgard Fuchs, die, glaube ich, im ersten Jahrgang war und inzwischen einige Bücherbei „Kremayr & Scheriau“herausgebracht hat.

Es gab 2011 schon eine Studentenlesung im Literaturhaus, da habe ich mich mit Yusophie, die mich damals kommentierte, verabredet, die auf meinen Artikel zuerst sehr freundlich und dann sehr abweisend antwortete, keine Ahnung warum und hat mit der Studentenlesung, die dann nochmals wiederholt wurde auch nichts zu tun. Es gab in dieser Zeit Lesungen, wo berühmte Autoren eingeladen wurden, wo die Studenten dann zuhörten, ein Symposium gab es einmal auch, Robert Schindel hat sich zurückgezogen, Ferdinand Schmatz übernommen und ab dann hatten die Studentenlesungen Namen oder Motti, in der „Alten Schmiede“ gab es auch gelegentlich Veranstaltungenund ich habe mich auch bemüht so regelmäßig wie möglich hinzugehen

Fieda Paris ist eine Absolventin und fast alle bekannten österreichschen Autoren unterrichten, ich natürlich nicht und Corona hat mich auch ein bißchen davon entfernt, obwohl es neulich erst in der „Schmiede“ eine Sprachkunststudentin gab. Diek „Jenny“ gibt es auch, jetzt wahrscheinlich schon in x Bänden, ronald Greinl hat mich auf die erste aufmersam gemacht und sie mir zugeschickt und diesmal war das Motto „Dir beim fluchen zuhören“.

Da hatte ich immer Schwierigkeiten die Texte dem Motto zuzuorden, weil keinen Zusammenhang gefunden. Aber als ich fragte, haben sie mir, glaube ich erklärt, daß es den nicht gibt. Natürlich die Studenten tragen ihre Semesterarbeiten vor und seit einigen Jahren werden die Lesungen auch von den Studenten selbstorganisert und von einer die dort Arbeitet moderiert und die Professoren kommen, glaube ich, auch nicht mehr und da sagte die Literaturhausmoderatorin, daß es interessant im Literaturhaus junge Autoren vorzustellen. Das, glaube ich, auch, deshalb habe ich mich wieder hingestreamt und dreizehn Studierende haben gelesen.

Das Motto hieß „Dir beim Fluchen zuzuhören“ und der Gag war offenbar, daß die Studenten ihr Lieblingsschimpfwort preisgeben sollten

Der Erste war ein Jonathan Fei, der einen eher altmodisch klingenden Tonfall hatte. Der Titel war sein „Schimpfwort“ und es ging um einen „zwielichtigen Herrn“ mit einem Brotkorb, der sich in seine Wohnung einschlecht und ihm die Brote, die er dann verkauft überäßt. Klang fast kafkaesk und kann man sich merken.

Katharina Klein hatte, glaube ich, einen Romanausschnitt und das Schimpfwort, die oft eher kunstvoll klangen, war hier „patschert“ oder die Voralbergische Form von „Patschen“.

Dann kamen Gedichte von Elisa Lehmann. Emil Alicia Huppenkothen folgte mit den Schimpfwort „Pflaumenschuß“. Und der Text der Pauline Tagwerker, die „Eierberg“ schimpfte, die „Nachtkatze“, hat mich sehr beeindruckt. Die ist ihr zugelaufen, um eine Trennung schien es auch zu gehen. Sie erkundigte sich, was sie mit ihr anfangen sollte und am Schlu lief die Katze davon.

Katharina Heubner folgte und Leonie Ziem, die den „Idioten“ als Schimpfwort hatte und dazu erklärte, daß das aus dem Griechischen kommt und den meint, der sich nicht am öffentlichen Leben beteiligt, während Leon Locher performte , sich auszog und Liegestütze aufführte, was seine Nachleser sehr beeindruckte. Sean Pfeiffer hatte „Schwuchtel“ als Schimpfwort und Grace Oberholzer die aus der Schweiz zu stammen scheint, las aus einen Text der von ihrer Großmutter handelte.

Theresa Metzinger, die endlich das Wort „Arsch“ brachte, weil das ihr Kind verwenden würde. Ich hätte „Scheiße“ gesagt, hatte Gedichte, die von Schwänen aber auch von reisen in die DDR handelte.

Als nächstes kam Sophie Eisenhut und die las aus ihren 2021 bei „Schöffling &Co“ erschienen Band, 92 Seiten, 10 Euro, erklärte sie gleich „Excercitia S. Catharinae de Manresa Anorexie und Eisenhut“ und richtig Marie Luise Lehner, die vor Jahren auch aus einem Buch gelesen hat und später den „Alpha“ gewonnen hat, hätte ich jetzt vergessen und der Text aus dem Buch der jungen Frau klang auch sehr interessant, hatte einen religiösen Bezug und ich bin gespannt, was ich noch von ihr hören werde.

Zuletzt las Leonie Pürmayr , die auch das Wort „Arschloch“ hatte, das in ihrem Text eingebunden und „Wien darf nicht Chicago werden“ und das Wort „Schnappatmung“ kam in der „Hymne der Kontrolle“ auch vor.

Felix Senzenberger hat auch noch moderiert und die Texte ausgewählt, die Studenten traten, wie jetzt üblich mit Maske auf und desinfizierten. Dann kam das Schimpfwort und dann die Texte, die alle sehr kunstvoll waren und unterschiedliche Stilarten hatten, was mir in dieser Zusammenstellung wieder sowohl unwirklich als aufgesetzt erscheint und interessant auch, sich vorzustellen, daß sie von Leuten stammen, die wahrscheinlich um die zwanzig sind.

2019-12-26

Bloggerdebütpreis

Filed under: — jancak @ 12:06

2016

  1. Katharina Winkler „Blauschmuck“
  2. Shida Bazyar „Nachts ist es leise in Teheran“
  3. Philip Krömer „Ymir- oder: Aus der Hirnschale im Himmel“
  4. Sonja Harter „Weißblende“
  5. Uli Wittstock „Weißes Rauschen oder Die sieben Tage von Bardorf“
  6. Petra Piuk „Lucy fliegt“
  7. Friederike Gösweiner „Traurige Freiheit“
  8. Markus Mitmannsgruber „Verwüstung der Zellen“
  9. Simone Hirth „Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft“
  10. Iris Blausteiner „Kopfzecke“
  11. Birgit Birnbacher „Wir ohne Wal“
  12. Emanuel Bergmann „Der Trick“
  13. Isabelle Lehn „Binde zwei Vögel zusammen“
  14. Petra Fürstenberg „Familie der geflügelten Tiger“
  15. Nele Pollatschek „Das Unglück anderer Leute“
  16. Olaf Trunschke „Die Kinetik der Lügen“

2017

1.Julia Weber „Immer ist alles schön“

2.Juliana Kalnay „Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens“

3.Klaus Cäsar Zehrer „Das Genie“

4. Christian Bangel „Oder Florida“

5.Jovana Reisinger „Still halten“

6.Kathy Zarnegin „Chaya“

7.Jens Eisel „Bevor es hell wird“

8.Stephan Lohse „Ein fauler Gott“

9.Jakob Prettenhofer „Tagwache“

10.Tiljan Sila „Tierchen Unlimited“

11.Jonas Lüscher „Kraft“

12.Mascha Dabic „Reibungsverluste“

13.Sasha Mariana Salzmann „Außer sich“

14.Irene Diwiak „Liebwies“

15.Simon Strauß „Sieben Nächte“

16.Julia Rothenberg „Koslik ist krank“

17.Manja Präkels „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“

18.Sina Pousset „Schwimmen“

19.Alina Herbing „Niemand ist bei den Kälbern“

2018

1.Bettina Wilpert „Nichts, was uns passiert“

2.Verena Stauffer „Orchis“

3.David Fuchs „Bevor wir verschwinden“

4.Marie Gamilschegg „Alles was glänzt“

5.Christian Y. Schmidt „Der letzte Huelsenbeck“

6.Mario Wurmitzer „Im Inneren des Klaviers“

7.Mareike Schneider „Alte Engel“

8.Anne Reinecke „Leinsee“

9.Ljuba Arnautovic „Im Verborgenen“

10.Hilmar Klute „Was dann nachher so schön fliegt“

11.Livia Klingl „Der Lügenpresser“

12.Barbara Rieger „Bis ans Ende Marie“

13.Angelika Stallhofer „Adrian oder:Die unzählbaren Dinge“

14.Wlada Kolosowa „Fliegende Hunde“

15.Michel Decar „Tausend deutsche Diskotheken“

16.Donat Blum „Ope“

17.Claudia Tischky „Engele“

18.Daniel Pfabe „Der Tag endet mit dem Licht“

19.Kai Wieland „Amerika“

20.Lukas Rietzschel „Mit der Faust in die Welt schlagen“

21.Gianna Molinari „Hier ist noch alles möglich“

22.Florian Wacker „Stromland“

23.Gunnar Kaiser „Unter der Haut

2019

  1. Angela Lehner „Vater unser“
  2. Martin Peichl „Wie man die Dinge repariert“
  3. Katharina Mevissen „Ich kann dich hören“
  4. Ana Marwan „Der Kreis des Weberknechts“
  5. Nadine Schneider „Drei Kilometer“
  6. Marco Dinic „Die guten Tage“
  7. Emaneul Maeß „Gelenke des Lichts“
  8. Miku Sophie Kühmel „Kintsugi“
  9. Eva Woska-Nimmervoll „Heinz und sein Herrl“
  10. Tanja Raich „Jesolo“
  11. Tom Müller „Die jüngsten Tage“
  12. Guila Becker „Das Leben ist eines der Härtesten“
  13. Philipp Böhm „Schellenmann“
  14. Tabea Steiner „Balg“
  15. Ivna Zik „Die Nachkommende“
  16. Lola Randl „Der große Garten“
  17. Karen Köhler „Miroloi“
  18. Raphaela Edelbauer „Das flüßige Land“
  19. Irmgard Fuchs „In den kommenden Nächten“
  20. Tonio Schachinger „Nicht wie ihr“
  21. Malte Borsdorf „Flutgebiet“

2020

  1. Dominik Barta „Vom Land“
  2. Lucia Leidenfrost „Wir verlassene Kinder“
  3. Laura Lichtblau „Schwarzpulver“
  4. Ilona Hartmann „Land in Sicht“
  5. Deniz Ohde „Streulicht“
  6. Oliva Wenzel „Tausend Serpentinen Angst“
  7. Ulrike Almut Sandig „Monster wie wir“
  8. Leander Fischer „Die Forelle“
  9. Stephan Roiss „Triceratops“
  10. Mercedes Spannagel „Das Palais muß brennen“
  11. Gunter Neumann „Über allem und nichts“
  12. Marina Frenck „Ewig her und gar nicht wahr“
  13. David Misch „Schatten über den Brettern“
  14. Amanda Lasker-Berlin „Elijas Lied“
  15. Cihan Acar „Hawai“

2021

  1. Renate Silberer „Hotel Weitblick“
  2. Romina Pleschko“Ameisenmonarchie“
  3. Jessica Lind „Mama“
  4. Yulila Marfutova Der Himmel vor hundert Jahren
  5. Bernhard Heckler „Das Liebesleben der Pinguine“
  6. Nicola Kabel „Kleine Freiheit“
  7. Fabian Neidthart „Immer noch wach“
  8. Clemens Bruno Gatzmago „Jacob träumt nicht mehr“
  9. Thomas Duarte „Was der Fall ist“
  10. Anna Felnhofer „Schnittbild“
  11. Ariane Koch „Die Aufdrängung“
  12. Stefanie vor Schulte „Junge mit schwarzem Hahn“
  13. Sharon Dodua Otoo „Adas Raum“
  14. Thomas Arzt „Die Gegenstimme“
  15. Ferdinand Schmalz „Mein Lieblingstier heißt Winter“
  16. Maximilian Zech „Aus einer Zeit“

2019-11-28

Bloggerdebutshortlist 2019

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 07:12
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Den Bloggerdebutpreis gibt es seit 2016, da werden von Bozena Anna Badura, Janine Hasse und Sarah Jäger vom Blog „Das Debut“ zuerst die literarischen Neuerscheinungen auf einer Longlist zusammengesammelt, dann erstellen sie daraus eine Shortlist aus fünf  Titeln, die dann den teilnehmenden Bloggern, heuer sind es fünfzehn Blogs, die daran teilnehmen, bekanntgegeben werden und die haben dann die Qual der Wahl, das sogenannte beste Buch auszuwählen, das dann im Frühling den Preis in Essen entgegennimmt.

Ich bin, weil ich mich ja sehr für Literatur interessiere, sehr viel lese und auch gerne in Jurien bin, das vierte Mal dabei und habe jetzt zu meiner ohnehin noch sehr langen Leseliste, denn ich bin ja mitten drin beim österreichischen und beim Schweizer Buchpreis, noch drei Bücher dazu bekommen, denn zwei Bücher habe ich schon gelesen, waren ja heuer beim dBp und auch beim öst bzw. dem Schweizer Preis einige Debut dabei, die offensichtlich im Literaturbetrieb sehr wichtig sind und immer wichtiger werden.

So spriessen die Debutpreise ja auch wie Schwammerln aus dem Boden heraus, es gibt den „Franz Tumler-Debutpreis“, den Aspekte-Preis, den öst Debutpreis und und und…..

Und wir schauen uns einmal die Longlist 2019 an, die aus achtzig Titel besteht. Eine schöne Zahl, vierzehn davon, nämlich

  1. Emanuel Maeß  „Gelenke des Lichts“
  2. Miku Sophie Kühmel  „Kintsugi“
  3. Eva Woska-Nimmervoll „Heinz und sein Herrl“
  4. Angela Lehner „Vater unser“
  5. Tom Müller „Die jüngsten Tage“
  6. Guilia Becker „Das Leben ist eins der Härtestens“
  7. Philipp Böhm „Schellenmann“
  8. Katharina Mevissen „Ich kann dich hören“
  9. Ivna Zik „Die Nachkommende“
  10. Lola Randl „Der große Garten“
  11. Karen Köhler „Miroloi“
  12. Raphaela Edelbauer „Das flüssige Land“
  13.  Irmgard Fuchs „In den kommenden Nächten“
  14. Tonio Schachinger  „Nicht wie ihr“

Tanja Raichs „Jesolo“, die ja auf der öst Dp steht, lese ich gerade und dann habe ich noch

  1. Marco Dinic „Die guten Tage (öst Dp)
  2. Martin Peichl „Wie man Dinge repariert“ (Alpha)
  3. Tabea Steiner „Balg (SchweizerBp) und
  4. Malte Borsdorf „Flutgebiet“ ungelesen auf meiner Liste.

Meine Shortlistschätzung aus den schon gelesen Büchern wäred:

  1. Angela Lehner „Vater unser“
  2. Emanuel Maeß „Glenke des Lichts“
  3. Raphaela Edelbauer „Das flüssige Land“
  4. Karen Köhler „Miroloi“ und
  5. Yannic Han Biao Federer „Und alles wie aus Pappmache“, das habe ich zwar weder gelesen, noch in meinen Regalen, aber beim „Leipzig-Surfen“ davon gehört und beim „Bachmannpreis“ hat Federer heuer auch gelesen.

Und nun, Trommelwirbel, die Shortlist der Debutblogfrauen

1.Katharina Mevissen „Ich kann dich hören“

2. Martin Peichl „Wie man Dinge repariert“

3.Nadine Schneider „Drei Kilometer“

4. Angela Lehner „Vater unser“ und

5. Ana Marwan „Der Kreis des Weberknechts“

Wieder viel österreichlastiges, was sowohl die Autoren, als auch die Verlage betrifft. Zwei der Bücher habe ich schon gelesen, den Peichl mir von der „AlphaPreisverleihung mitgebracht und die beiden anderen Bücher als PDFs besorgt.

Jetzt heißt es also lesen, lesen, lesen, beziehungsweise sich mit den anderen Blogger und Bloggerinnen, es sind zum größteteils Frauen, darüber austauschen und am sechsten Jänner im nächsten Jahr wird dann der Gewinner, die Gewinnerin bekanntgegeben.

Ich tippe schon einmal noch ziemlich unbelesen auf Angela Lehner, ist die ja nicht nur auf der dBp-Longlist gestanden sondern hat seither auch sowohl den „Franz Tumler-Debutpreis“, als auch den „Alpha“ und den öst Debutpreis gewonnen.

Aber was weiß man schon genau? Vielleicht erlebe ich noch Überraschungen. Das ist mir im Vorjahr mit der Marie Gamilscheg ja auch passiert, die hat allerdings auch den öst.Debutpreis aber nicht das Bloggerdebut gewonnen.

Wer mitschätzen möchte, kann mir ja seine Meinung kommentieren.

2019-11-17

Marktbesuch mit Geburtstagseinkauf und sechzehnter Nanotag

Was die St. Pöltner Wochenenden betreffen, haben wir ja schon unsere Traditionen. Am Samstag Markt, ich fahre mit dem Rad dorthin, der Alfred mit dem Auto, am Domplatz treffen wir uns und neuerdings auch meistens mit Doris Kloimstein, wo es oft einen literarischen Austausch gibt.

In letzter Zeit waren das oft Bücher, ich habe ihr meine Doppelexemplare, Raphaelas Edelbauers „Flüßiges Land“ , Angela Lehners „Vater unser“, Irmgard Fuchs „In den kommenden Nächten“ gebracht, sie mir Tanja Raichs „Jesolo“, das ich ja noch für den öst Bp lesen will, sowie David Grossmanns „Kommt ein Pferd in die Bar“, Philippe Lancome „Der Fetzen“ und ein Buch über „Perversionen“, aus in der „Edition Müry Salzman“.

Kaffee trinken gehen wir dann auch und der literarische Klatsch, den es so beim PEN oder in St. Pölten gibt, wird auch erzählt.

Ich habe  Doris Kloimstein, glaube ich, so vor dreißig Jahren bei einer Regionalversammlung in St. Pölten, die damals im Neugebäude stattfand kennengelernt, als ich nach Wien  pendelte und sie seither immer wieder getroffen, im Sommer ein paarmal in St. Pölten, ansonsten war sie in der Schreibgruppe und bei ihren PEN- Aktion im Stadtmuseum waren wir auch, sie war auch eine Zeitlang die Obfrau der LitGes und hat mich auch einmal vor ganz langer Zeit zu einer Lesung mit Manfred Wieninger eingeladen, der aber damals noch mit seinen Plagiatsskandal beschäftigt, nicht gekommen ist.

Jetzt treffen wir sie am Markt und diesmal hatte ich noch zwei Gutscheine in der Tasche, die ich in der Stadt einlösen wollte. Bekomme ich ja immer einen von der „Grünen Erde“, zum Geburtstag, weil wir von dort ja unsere Möbel für die Krongasse kauften, da habe ich mir wieder eine Kerze ausgesucht und dann ein Haarschappo, weil der Alfred schon schimpfte, daß ich immer das von ihm gekaufte, verwendete und dann hat mich die Anna als wir das letzte Mal in Harland waren, gefragt, was ich zum Geburtstag will?

„Bücher!“, habe ich gesagt, was ich immer auf diese Frage antworte, sie mir aber, glaube ich, gar nicht so gerne schenkt.

„Oder einen Buchgutschein!“

Ich habe ihr dann noch gesagt, daß ich gerne „Metropol“ von Eugen Ruge und „Das Duell“ von Volker Weidermann, das Verhältnis zwischen Günter Grass und <marcel Reich-Ranicki haben will und dann gehofft, daß sie das nicht gehört hatte, als ich mir den Ruge von Alfred in Basel kaufen ließ.

Hat sie auch nicht, denn es wurde ein Hundert Euro-Gutschein vom „Thalia“ und das ist ja das, was ich mir schoch immer wünschte, das heißt im Vorjahr hatte ich einen Gutschein von der Margit Heumann bei der „Buch-Wien“ eingelöst und vor zwei Jahren gab es auch einen kleineren Betrag von der Anna, aber von der Oma habe ich früher immer hundert Euro zu Weihnachten bekommen und da einmal gedacht „Da fahre ich jetzt zum „Thalia“ und löse ihn in Bücher ein!“

Das dann nicht gemacht, weil da ja angesichts meiner Bücherberge Unsinn wäre, aber bei einem „Thalia- Gutschein“ bleibt einer ja keine Wahl, obwhl es natürlich wirklich Unsinn ist, weil ich ja noch die Schweizer und die öst Bp-Liste hinunterlesen muß, mir aus der Schweiz zwei volle Büchertaschen mitgebracht habe und am Dienstag auch bekanntgegeben wird, was heuer auf der Blogger Debut Shortlist steht?

Aber gut, derMensch ist unvernünftig und so habe ich mich auch auf das Bücheraussuchen sehr gefreut, mir auch überlegt was ich haben will, war dann wieder etwas enttäuscht, weil die Auswahl gar nicht so groß erschien. Fünf Bücher sind es dann aber doch geworden, die ich jetzt nur noch lesen muß und zwar das Volker Weidermann Buch, das sie zu meinem Erstaunen hatten und ich es nicht erst bestellen mußte, dann von Miljenko Jergovic „Ruth Tannenbaum“, ein Buch von dem ich schon etwas gehört habe und den Autor in Göttweig oder Krems kennenlernte.

Dann ein Zufallsfund, weil ich gerne Bücher übers Lesen und über Buchhandlungen lese, das „Tagebuch eines Buchhändler, von Shaun Bythell, der, glaube ich, auch ein solcher ist und eine Buchhandlung in Schottland hat, dann „Der Hammer“ von Dirk Stermann, auf dieses Buch bin ich im „Centrope-Workshop“ aufmerksam geworden und habe dann Dirk Stermann auf der „Buch-Wien daraus lesen gehört und dann noch weil der „Nobelpreis“ an ihn ging und ich da ja eine sehr seltsame Diskussion im Literaturcafe hatte, ob Peter Handke eine Schlaftablette ist „Die Obstdiebin“ von ihm.

Voila, wieder einmal den SUB ein wenig aufgefüllt und dem Buchhandel, was ich ja sonst so gar nicht tue, vielleicht auch eine Freude gemacht, es ist zwar eine Kette, die ich damit unterstützte, aber was soll ich machen? Der Gutschein kam von da her und was den „Nano“ betrifft, so bin ich da noch immer beim Korrigieren und warte darauf, daß ich soweit komme, daß ich die geplante Johanna Szene einfügen kann und Worte werden es auch immer weniger, habe inzwischen aber noch eine siebenunddreißigste Szene angefügt, wo die Anna dem Ulrich erklärt, warum sie ihn verlassen hat.

Aber vielleicht hole ich in den zwei Wochen, die ich noch zur Verfügung habe, auf und schaffe den Word-Acount, obwohl die Geschichte eigentlich fertig ist.

In zwei Wochen flott hinuntergeschrieben und das freut mich sehr und macht mich auch ein wenig stolz und selbstbewußt.

2019-09-22

In den kommenden Nächten

Jetzt kommt eine kleine Pause beim Buchpreislesen, denn Irmgard Fuchs Debutroman „In den kommenden Nchten“, steht weder auf der deutschen noch der österreichischen Liste, er passt aber thematisch ganz gut zu der Frauenschiene der österreichischen Gegenwartsliteratur, die ich in der letzten Zeit gelesen habe und da die Autorin, von der ich schon einen Erzählband gelesen habe und die ich, glaube ich, seit der ersten Studentenlesung des“ Instituts für Sprachkunst“ im Literaturhaus kenne, 1984 geboren wurde, also Mitte Dreißig ist, geht es hier nicht, um eine Midlifekrise sondern in sehr märchenhafter poetischer Weise geschildert, wahrscheinlich, um eine Sinnkrise oder ein Burnout.

Auf jeden Fall wirkt das Buch schon rein optisch sehr ästhetisch. Das ist Erstens den meistens sehr schönen Covers der „Kremayr& Scheriau- Literaturschiene“ geschildert und dann sieht man, wenn man das Buch aufschlägt schon für einen Roman vielleicht sehr ungewöhnlich, lauter sehr kurze Kapitel, die oft mit Gedichten und Dialogen zwischengeschaltet sind und die Kapitel tragen Überschriften, wie „Sonntag vor nicht ganz dreißig Jahren“ oder „Mittwoch“, etcetera und gleiten so durch das Leben von Doro Grimm, Anfang Dreißig, die eigentlich ein schönes Leben hätte, einen Beruf, einen Freund, eine Wohnung, etcetera.

Trotzdem haut sie von einem Tag auf den anderen alles hin, das heißt sie macht, sie ist technische Zeichnerin, das Projekt ihres Chefs, ein Männerwohnheim, der es ihr überlassen hat, weil er sich bezeichneter Weise, in einem Burnout befindet, fertig, dann packt sie ihre Reisetaschen und formuliert Briefe an ihren Freund Elmar, die sie aber nicht fertig bringt, weil er zwischendurch von einer Migräne geplagt, erscheint und nach einer Tablette verlangt.

So will sie ohne Abschied mit den Taschen die Wohnung verlassen, was auch nicht klappt und, als sie sagen will, sie hätte von einer Frau, die auf Weltreise geht, eine Wohnung gemietet, glaubt er, sie würde auf Weltreise gehen und wird noch wütender.

Sie bleibt bei der Geschichte, zieht in die wohnung, wo die Vormieterin alles, sogar die schmutzigen Unterhosen und die Nudeln am Herd zurückgelassen  hat, was ein wenig  ungewöhnlich wird und formuliert  SMSs an elmar, die sie aber nicht absendet.

Sonst beobachtet sie ein Paar, das ihr gegenüber wohnt. Sie nennt sie Maro und Kuki und führt mit ihnen imaginierte Gespräche. Andere Kapitel gehen in ihre Kindheit zurück, sie ist bei ihrer sehr jungen Mutter und ihren Großeltern aufgewachsen. Die Märchen, die ihr die Mutter vorgelesen hat kommen vor und auch Vögel.

So gibt es in der gemieteten Wohnung eine Vogeltapete und sie kauft auch für die Vögel, die an ihr Fenster fliegen Hirse.

Sonst ist sie ziemlich ratos und weiß nicht, was sie sich zum Essen kaufen soll, hat das Elmar doch für sie bisher besorgt und von einer Hitzewelle wird die Stadt auch getroffen.

Im  vierten Teil ist dann hauptsächlich davon die Rede, Menschen sterben,  Regen wird im Radio angekündigt, kommt aber nie, der Strom fällt aus, etcetera, es macht auch den Eindruck als wäre Maro in der gegenüberliegenden Wohnung schon verstorben. Dann regt er sich wieder und es kommen Leute, um die Wohnung zu besichtigen. Sie geht auch hinüber und sieht dann in ihrer Wohnung einen Mann, der sich als Elmar entpuppt. Er, der sich bisher nicht bei ihr gemeldet hat, kommt doch zu ihr und macht sich, um sie Sorgen.

„Komm, wir fahren nach Hause, sagt Elmar zu dir und fasst dich an der Hand. doch da begreifst du: Du willst nicht. Du kannst nicht. Es hat ja noch nicht einmal angefangen.“

Dann kommt der letzte und fünfte Teil, der nur aus einem einzigen Satz, nämlich“Ich bin Doro Grimm“ und die Leserin bleibt etwas ratlos zurück und muß sich das Weitere denken. Die poetische Sprache aber bleibt im Kopf und auch die schönen Zeichnungen im Pflanzendesign, die die Teile voneinander abgrenzen.

Die Psychologin würde sagen, sie hat das Protokoll eines Burnouts gelesen, was Iris Grimm, der Zusammenhang mit dem Märchenbuch scheint gewollt, eigentlich will und, wie ihr Leben in dem Chaos einer in der Hitze zerfließenden Stadt, wo ihr Geld und die gemietete Wohnung gerade für sechs Monate reicht, ist auch nicht ganz klar.

Der Buchrückentext „Was, wenn der Alltag nicht mehr zu ertragen ist? Ein Roman über einen Ausbruch: Märchenhaft und von beklemmender Schönheit“, hilft auch nicht wirklich weiter.

Ebenso ist mir der Titel nicht ganz klar, obwohl die Nächte in den Kapitelüberschriften immer wieder vorkommen und auch der vierte Teil, der von der Hitzewelle, so heißt.

2019-08-20

Die neue deutsche Buchpreisliste

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 13:56
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Jetzt ist sie, hurrah, da, die neue deutsche Longlist und sie ist wieder überraschend oder nicht natürlich, ganz anders als erwartet, beziehungsweise nicht sehr viel von dem, was ich schon gelesen habe, darauf.

Ich habe mir ja schon vor einiger Zeit, davon ausgehend, was ich an Neuerscheinungen gelesen habe, eine Wunschliste gemacht, von der gibt es nur die „Winterbienen“, beziehungsweise, das neue Buch der Marlene Streeuwitz, das ich mir von Alfred vor einiger Ziet schenken habe lassen darauf und ansonsten gibt es ja die Bücher, die die anderen Blogger schätzen, wie Sasa Stanisics „Herkunft“ und dann, die neuen Tips wie Nora Bossongs „Schutzzone“, Karen Köhlers „Miroloi“ etcetera.

Dageben fehlt das neue Buch der Brigtitte Kronauer, das auch oft genannt wurde, was vielleicht die Frage beantwortet, daß tote Dichterinnen doch nicht auf die Liste kommmen können, was auch, wo ich mir in letzter Zeit nicht mehr sicher war, Gertraud Klemms „Hippokampus“ betrifft.

Ich habe also ein Buch schon gelesen und eines, nein, drei werde ich demnächst lesen können, denn Susanne Roessler hat mir schon das PDF von Andrea Grills „Cherubino“ geschickt und Tonio Schachingers „Nicht wie ihr wollt“, ein mir bis jetzt unbekannter Autor, habe ich schon vor einiger Zeit bei „Kremayr& Schriau“ bestellt und ist gerade zu mir gekommen.

Also jetzt, um nicht in Rätseln zu sprechen die LL 2019

  1. Nora Bossong „Schutzzone“
  2. Jan Peter Bremer „Der junge Doktorand“
  3. Raphaela Edelbauer „Das fleißige Land“
  4. Andrea Grill „Cherubino“
  5. Karen Köhler „Miroloi“
  6. Miku Sophie Kühmel „Kintsugi“
  7. Angela Lehner, die glaube ich, schon bei den Debutenten bei den Ö- Tönen war „Vater unser“
  8. Emanuel Maeß „Glenke des Lichts“
  9. Alexander Osang „Das Leben der Elena Silber“
  10. Katharina Poladjan „Hier sind Löwen“
  11. Lola Randl „Der große Garten“, was, glaube ich, auch zu mir kommen wird.
  12. Tonio Schachinger „Nicht wie ihr“
  13. Norbert Scheuer „Winterbienen“
  14. Eva Schmidt „Die untalentierte Lügnerin“
  15. Sasa Stanisic „Herkunft“
  16. Marlene Streeruwitz „Flammenwand“
  17. Jackie Thomae „Brüder“
  18. Ulrich Woelk „Der Sommer meiner Mutter“
  19. Norbert Zähringer „Wo wir waren“
  20. Tom Zürcher „Mobbing Dick“

Und jetzt lesen, lesen, was vielleicht nicht ganz so einfach werden wird, da, glaube ich, noch sieben oder acht andere Neuerscheinungen auf mich warten und außer Toni Schachinger auch noch das neue Buch der Irmgard Fuchs zu mir gekommen ist und wenn ich schon etwas über diese Liste sagen kann, so ist sie sicher nicht so schlecht.

Ein kleiner Teil der Neuerscheinungen die es gibt, sind auf diese Liste gekomen, ein großer anderer Teil nicht, aber bevor man da aufschreit und „Skandal!“, ruft, weise ich wieder darauf hin, daß man ja alles lesen und sich selber aussuchen kann, was beispielsweise auf die eigene Buchpreisliste kommt und spannend auch wieder einige neue Autoren kennengelernt zu haben.

Die Bücher, die ich schon gelesen habe oder noch lesen werden, die nicht auf dieser Liste stehen, bleiben ja trotzdem schön und Jaroslav Rudis „Winterbergs letzte Reise“, werde ich dann im nächsten Jahr lesen, wo es vielleicht ein sechstes Buchpreislesen geben wird, auf jeden Fall aber ein „Buchpreisbacklistlesen!“

Und noch ein bißchen was zur Statistik, elf Frauen, neun Männer, sechs Debuts, obwohl Karen Köhler ja schon einen Erzählband hat, den ich vor kurzem auch gefunden habe, sechs ÖsterreicherInnen, ein Schweizer und natürlich das übliche „Jung und Jung-Buch“. Als die bekanntesten Autoren sind wahrscheinlich Sasa Stanisic dessen „Vor dem Fest“ ja auf meiner Backlinste steht und Marlene Streeruwitz zu nennen, von der ich schon sehr viel gelesen habe.

Und was würdet ihr schätzen? Was wird auf der Liste stehen und wer wird den Preis am Ende bekommen?

Ich kann ja an dem oder die, die mir den richtigen Tip schicken, eines meiner Bücher beispielsweise die „Unsichtbare Frau“ oder die neue „Volksstimmeanthologie“ vergeben.

2016-06-22

P (margin-botton:m;) nervenkostüm schlange

Was ist denn das für ein unverständlicher Titel, könnten meine Leser vielleicht fragen?

Frau Heidegger hat das vor langer langer Zeit bei meinem „Wunderschönen Tintentraum“ einmal getan und richtig, das „Bachmannpreislesen“ naht nächste Woche, der Bachmannsche neunzigste Geburtstag auch, acht Jahre „Literaturgeflüster“ kommt dann auch.

Aber vorher endet das Semester, die Unis schließen und im Literaturhaus gab es da, wie Barbara Zwiefelhofer einleitete, die traditionelle Studentenlesung des Instituts für Sprachkunst.

Traditionell, ja natürlich, den Hochschullehrgang für Sprachkunst gibt es seit 2009. Robert Schindel hat ihn, glaube ich, mit Gustav Ernst und Ferdinand Schmatz gegründet.

Da bin ich im Herbst des Jahres durch Cornelia Travniceks Blog darauf gekommen, die auch dorthin wollte, aber nicht konnte, weil sie „zu überqualifiziert“ war.

Sandra Gugic und andere waren das nicht, denn im ersten Jahr konnte man sich noch die Namen der Aufgenommenen aus dem Internet anschauen und ausdrucken. Es gab dann im folgenden Semester einen Tag der offenen Tür an der „Angewandten“ und zwei sogenannte Studentenlesungen gab es auch.

Es gab das „Symposium der Sprachkunst“ und Lesungen bekannter Autoren, die extra für die Studenten ins Literaturhaus eingeladen wurden.

Das gibt es nicht mehr, aber seit einigen Jahren Semensterabschlußlesungen im Literaturhaus und auch in der „Alten Schmiede“, bei einigen war ich, die „Jenny“ gibt es auch und einige der Absloventen sind inzwischen auch bekannt geworden.

So hat Sandra Gugig die „Astronauten“ geschrieben und den „Open Mike“ gewonnen, Irmgard Fuchs hat ein Buch herausgebracht, Bastian Schneider liest nächste Woche in Klagenfurt und und und..und Ianina Ilicheva hat bei „Kremayr und Scheriau“ im vergangenen Herbst gemeinsam mit Irmgard Fuchs, Daniel Zipf und Marianne Jungmaier ein Buch herausgebracht und sie dürfte jetzt in der Abschlußklasse sein, denn sie hat bei der heutigen  Institutslesung gelesen beziehungsweise performiert und diese Lesungen haben seit einiger Zeit einen Titel, siehe oben,  ich habe das letzte Mal den Veranstalter, der glaube ich Dominik heißt und heute Geburtstag hat, nach dem wieso und warum gefragt?

Gustav Ernst und Ferdinand Schmatz sind nicht mehr im Publikum, aber sehr viele Studenten und die sind auch sehr lange draußen gestanden, beziehungsweise haben sie sich vielleicht über die gleichzeitg stattfindenden Fußballspiele unterhalten, denn Barbara Zwiefelhofer bezog sich in ihren Moderationen immer wieder darauf und gab auch Zwischenstände bekannt. Vielleicht ist sie ein Fußballfan.

Begonnen hat jedenfalls Frank Ruf, der wurde 1977 in Deutschland geboren und schreibt, wie er in seiner Einleitung erzählte, seit drei Jahren an einem Roman über Edward Snowden. Er war auch inzwischen in Amerika und hat aus seinen daraus entstandenen Texten gelesen.

Dann kamen zwei Frauen, die Lyrik hatten, die fast ein wenig, an die Bachmann erinnern könnten. Kadisha Belfiore, 1991 in Lustenau war die erste.

Sandra Hubinger hat bei „Art und Science“ schon den Gedichtband „Kaum  Gewicht und Rückenwind“ herausgebracht und las daraus.

Als vierte vor der Pause kam Gianna Virginia an die Reihe und die hatte einen Film, beziehungsweise ein Video, eine Frau räkelt sich mit einem weißen Luftballon auf einem weißen Laken, lutscht an einem Strohhalm, stößt Gurgellaute aus, sprach ein zwei Sätze, ja das Institut für Sprachkunst ein Crossing over und nach der Pause kam Isabel Walter an die Reihe und die las aus einem längeren Text, in dem eine Frau in ein Haus oder Hotel geht, dann auf einer Abschiedsparty landet, wo man sich beruhigende, euphorisierende oder auch narkotisierende Drinks mixen lassen kann und schließlich mit einer anderen in einem Zimmer verschwindet.

Dann war schon Ianina Ilicheva dran und die 1983 in Usbekistan geboren ist auch eine Performerin beziehungsweise Crossingoverkünstlerin und hatte eine Mischung aus einem wissenschaftlichen Text über Schrödingers Katrze würde ich mal sagen und Musik zusammengestellt, zu der sie mitsang und tanzte und anschließend großen Applaus erzielte.

Wahrscheinlich nicht ganz so viel, wie Rick Reuther, der auch schauspielerisches Talent zu haben scheint und eine ganz andere Stimme in die Sprachkunstsession brachte, die diesmal eine ganz besonders durchnmischte war.

„Guten Tag ich bin der Rick aus Hamburg, vielen Dank für die Einladung!“, moderierte er sich selbst. Stellte ein Fläschchen Rum gegen Aufregung, wie ihn die Oma riet auf den Tisch und begann dann aus einem Roman zu lesen, der 1919 also nach dem ersten Weltkrieg spielt und von einem Fuhrmann handelt, der Scheiße auf der Straße verbreitet, ein neuer Fallada würde ich unken, die gerade „Jeder stirbt für sich alleine“ liest und stellte dann noch  da, wie die Schupo auftritt und welche Laute und Sprüche sie dabei hat.

Sehr interessant und spannend die unterschiedlichen Sprachkunstlesungen. Ich war, glaube ich, die einzige Zuhörerin, die sich  nicht aus Freunden und Bekannten zusammensetzte. Richtig Robert Prosser war auch dabei, aber vielleicht hat sich der auch einmal beworben und so kann ich der interessierten Öffentlichkeit flüstern, was sich bei der ganz jungen Literaturszene tut.

Daß Deutschland und Polen gewonnen hat, hat Barabara Zwiefelhofer den sportlich Interessierten verraten, das dritte Spiel hatte da gerade begonnen und ich bin jetzt auf  den Bachmannpreis und Bastian Schneiders Lesung gespannt, der diesmal  wahrscheinlich auch ganz anders werden wird.

2016-02-26

Schönste Bücher und Hörspielgala

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:29
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Zwei Preisverleihungen an einem Nachmittag und Abend und im Kongreßsaal des Bundeskanzleramtes fing es um fünf Uhr mit den Staatspreisen der „Schönsten Bücher Österreichs“ an, das sind die, in denen es meistens nicht so viel zu lesen gibt, aber hervorragend in der Graphik- und Gestaltung sind, daher oft  Kunstkataloge, Kinderbücher und Diplomarbeiten sind auch manchmal dabei und die Bücher kann man dann in den verschiedensten Ausstellungen sehen.

Zweihundertsiebenundsiebzig wurden, glaube ich, eingereicht und davon wurden fünfzehn als die schönsten ausgewählt, wovon dann drei einen Preis bekamen, eine Diplomarbeit, eine Belletristik, ein Kinderbuch, ein paar Sachbücher und acht Ausstellungskataloge.

Michael Freund führte nach den Begrüßungsworten von Minister Ostermayer und Benedikt Föger vom Hauptverband durch die Veranstaltung, stellte jedes der Bücher vor und sagte dazu ein paar Worte, gewonnen hat dann ein Ausstelungskatalog aus dem kunsthistorischen Museum „Fäden der Macht“, sowie „Nowhere man“ Geschichten über Flüchtlinge aus dem „Luftschaft-Verlag“ und Jürgen Lagger, da da auch die „FM4-Preis- Anthologien“ herausgibt, verbeugte sich, interessant Zitha Beyreuther vom „Fm4“, war auch in der Jury und dann gab, die „Welt im Spiel“ von Ernst  Strouhal aus dem „Brandtstätter-Verlag“.

Nachher gab es wieder Wein und kleine Häppchen, aber diesmal hatte ich es eilig, das letzte Jahr bin ich ja bis dann das „MUSA“ begonnen hat, noch eine Stunde im Kreis gegangen, aber diesmal war auch die Hörspielnacht oder Gala, wie das jetzt heißt, seitdem es immer kürzer wird und da gaben sie ab sechs Zählkarten aus und sagten das den ganzen Tag in Ö1, reservieren konnte man nicht, aber es ist alles gut gegangen und Doris Glaser und Andreas Jungwirth haben den Abend wieder moderiert und die Shortlist der zehn besten Hörspiele vorgestellt. Da kann man ja abstimmen, aber da ich nie Hörspiele höre, nehme ich daran nicht teil, so ging es kurz durch die ausgewählten Stücke und eine Festrede gibt es seit einigen Jahren auch.

Die hielt diesmal Christian Kircher der künftige Geschäftsführer der Bundestheater-Holding. Dann wurde das beste künstlerische Hörspiel „Hornissengedächtnis“ von David Zane Mairowitz vorgestellt , wo es um einen Übersetzer bei den Nürnberger Prozessen geht, eine Geschichte, die der Autor, der zwischen Paris, Polen und Berlin hin- und herpendelt, einmal von seiner Mieterin erzählt bekommen hat.

Schauspieler des Jahres wurde  der vierundvierziigjährige und mir völlig unbekannte Markus Meyer vom Burgtheater, ja ich gehe  zu wenig ins Theater, dafür hielt der mir ebenso unbekannte  Gerd Wameling.

Dann gab es eine Pause und danach wurden die Kurzhörspiele, die man inzwischen per Internet wählen konnte, vorgestellt, da kannte ich den dritten Preisträger, es ist Jopa Joatin, der inzwischen auch im GAV Sekretariat arbeitet. Sein Hörspiel heißt „Ich mache mir mein Hörspiel selbst und erspare mir den GIS-Beitrag“ und erinnert an Ernst Jandl, denzweite Platz ging bekam das Hörspiel  „Parkplatz“ und den ersten eines mit dem schönen Titel „Sollbruchstelle“, die kann man alle demnächst in Ö1 hören und ein künstlerlisch Anspruchsvolles ausgesucht von der Schule für Dichtung gab es auch, das ist von Mario Wurmitzer und heißt „Ich werde auch länger bleiben“ und da kauert einer in der Küche oder im Wald und spricht in sein Handy seine Jobangebote und erinnerte mich irgendwie an Irmgard Fuchs Geschichten, ja richtig einer der anderen Preisträger Dominik Invancic von der „Solbruchstelle“ ist auch Absolvent oder Student der Sprachkunst und dann gings hinein in Medias Res, richtig zwischendurch gab es  wieder Musik vom „Koehne-Quartett“, die auch bei den Preisvergaben immer die „Schöne Adrienne“ tonierten, denn die gibt es jetzt ja als Trophäe und ein Geränkel um die ausgestellten Blumensträuße, die dann nicht an die Männer verteilt wurden, gab es auch.

Gewonnen hat dann die Hörspielfassung von Christine Lavant „Wechselbälgchen“, Platz zwei war ein Krimi von Bernhard Aichner „Play“ und der dritten ging an die Bearbeitung von Michael Feldners Roman „Aus meinem Leben“ von Helmut Peschina, und den hatte ich ja schon im Foyer gesehen, nachher gab es noch ein Extrastück und man kann sich morgen Samstag das Siegerstück anhören,  aber da werde ich ja bei den „IG-Autoren“ sein, man kann sich aber alles auch noch sieben Tage anhören.

2015-10-04

Wir zerschneiden die Schwerkraft

Die 1984 in Salzburg geborene Irmgard Fuchs, die ich von den „Studentenlesungen“ kenne, dann im „MUSA“, weil sie für ihren Erzählband ja Stadt-Wien Stipendiatin war und bei Christine Hubers „DichtFest“ hörte, war für mich eine Überraschung.

Denn die über Dreißigjährige, die auch einen sehr freundlichen sympathischen Eindruck macht, bringt es zusammen, einen ohne làrt pour l`art Sprachräusche und Flucht in das vorige Jahrhundert einen neuen frischen Ton in die Literatur zu bringen, erzählt von Einsamkeit, prekären Verhältnissen und löst mit einer neuen frischen Sprachen durchaus Beklemmung und Räsel aus.

So soll Literatur sein, denke ich und so würde ich es auch gern können, ein bißchen poetischer in meinem Realismus sein. Irmgard Fuchs macht es mir vor und ich habe ihren bei „Kremayr und Scheriau“ erschinenen Debutband „Wir zerschneiden die Schwerkraft“ gelesen

Neun Erzählungen, für die sie, wie sie bei der Präsentation in der „Gesellschaft der Literatur“ erzählte, eine Menge Titel hatte, dieser ist finde ich, ein durchaus passender, denn er drückt genau aus um was es da geht und was ich mir auch manchmal denke, das Elend des Menschen und wie es dem Durchschnittsmenschen geht, wenn er nicht zu den Celbrities gehört, aber durchaus einen bekömmlichen Lebenstandard hat.

Oder auch nicht, so ganz sicher ist das nicht und da gibt schon die erste Geschichte, die ich, glaube ich auch damals im „Musa“ hörte, einige Fragen auf. Denn da ist eine zulangsam für den Arbeitsmarkt. So schraubt sie Kugelschreiber zusammen und weil man ihren Freund an das andere Ende der Welt versetzte, ist sie sehr allein. Sie hat zwar eine Katze, aber sonst nicht viel Kontakt zur Umwelt, so zählt sie Ameisen und legt manchmal Kugelschreiber auf die Straße, um zu beobachten, wer sich darum bückt und sie kommt auch auf die Idee einen Brief mit einer Rakete in die Luft zu schicken, um denen von oben von der Welt unten zu erzählen.

Damit geht es gleich weiter, mit dem Leben einer Kartenabreißerin, die sich während sich das Publikum im Kozertsaal berauscht, Katstrophen ausdenkt.

„Was ist schlimmer Feuer oder Wasser?“

Das fragt sie ihren Ex.Mann, der paradoxerweise zu ihrem Geburtstagsfest kommt, dafür bäckt sie einen Kuchen und kauft auch Schlagobers, das ihr aber blöderweise vor der Kassa aus der Hand fällt.

Dann geht es in den Zirkus, dahin nimmt ein paar zwei „Attrappenkinder“ mit, denen sie dafür soviel Süßigkeiten bis sie speiben versprechen, denn man geht ja nicht ohne Kind dorthin. Der Mann will aber keine Kinder, weil in Zeiten, wie diesen….

Er ist auch sehr umweltbewußt, sammelt die Schnecken aus dem Schrebergärtchen ein und trägt sie in den Wald. An diesem Abend nach der Zirkusvorstellung tut es die Frau und kommt wahrscheinlich nicht mehr zurück.

Danach wacht eine auf, hat Zahnschmerzen, hat vom Rotkäppchen und dem bösen Wolf geträumt, geht am Sonntag durch die Stadt spazieren, lernt einen entlassenen Mörder kennen und in der Mülltone liegen die toten Goldfische.

That ist live,  im wirklichen Leben ist es wahrscheinlich noch trivialer, Irmgard Fuchs schmückt es als Sprachkunststudentin natürlich entsprechend aus, sie tut es aber auf eine Art un Weise, wie ich es noch nicht gelesen habe.

Surrealer wird es dann in den „Einhundersechzehn interstellaren Abbildungen“ und man könnte sich fragen, wird hier eine Psychose oder der ganz normale Wahnsinn des alltäglichen Lebens beschrieben?

Aber das trifft für alle Geschichten zu, Irmgard Fuchs hat nur den realen Ton in dem sie prekäres Leben schildert, das sie vielleicht selbst erlebte.

Wenn das Ich dann hungrig durch die Fastfoodtempeln einer Kleinstadt geht, nach dem sie von  Mc Donald Säcken der Sitznachbarn im Zug dorthin fuhr und dann noch verwechselt wird, ist vielleicht nur mehr die Irrealität zu spüren und ich frage mich auch, ob der Richard, der dann aus dem Entspannungsprobetraining, wie einige andere Prototagnosten der Erzählungen auch, nicht mehr zurückkehrt jetzt ein „Burn out“- oder ein „Bourn out  Verhinderungstraining“ machte?

Die akkurate Psychologin fragt sich das. Irmgard Fuchs wird hier wohl wieder listig mit der Ironie gespielt haben. Dann soll ein alter Mann in ein Altersheim, weil seine Frau schon längst tot am Küchentisch sitzt, so habe ich es mir jedenfalls gedeutet. Er putzt wie wild die Wohnung und verschwindet dann mit einem Koffer ins All.

Ja, ja das ist Surreale, mit dem ich doch so wenig anfangen kann oder ist es nur ein Abwehrmechanismus oder eine poetischere Beschreibung für den Tod?

Am Schluß kommen die „Bewerbungsschreiben“, die ich schon  in der „Gesellschaft“ hörte. Auch hier verschwindet schließlich die, die vorher in Zeiten wie diesen verzweifelt einen Job suchte, ins Nichts oder auf eine Insel und auf dem Klappentext steht „Die Figuren zweifeln an sich selbst, an der Wirklichkeit und an der Welt im Allgemeinen. Sie haben ihre Schwerkraft verloren, gewinnen dadurch allerdings eine Freiheit, die es ihnen erlaubt, anders zu sein.“

Das würde ich nun bezweifeln, beziehungsweise habe ich die Geschichten anders gelesen.

„Poetische und schräge Geschichten vom Zweifel an der Welt und an der eigenen Daseinsberechtigung“, bleiben es allemal.

Irmgard Fuchs, wie weiter im Klappentext steht „beeindruckt durch ihren genauen Blick und ihren eigenwilligen Ton, der poetisch, leicht, verträumt und ironisch zugleich ist.“

Lesen würde ich raten, weil die Releaseparty im „Siebenstern“ ja schon vorüber ist.

2015-10-01

Von der Longlistenlesung zur Release Party

Der „Börseverein des deutschen Buchhandels“ verstaltet immer sogenannte „Blindlesungen“, wo in einer meist deutschen Buchhandlung ein Longlistkanditat liest, man zahlt ich Deutschland, glaube ich, auch Eintritt dafür und erfährt erst vor Ort, wer und was gelesen wird.

In Österreich hat hingegen vorige Woche in der „Alten Schmiede“ Ilija Trojanow seinen  von der Zeit der bulgarischen Dikatur handelnden Roman „Macht und Widerstand“ vorgestellt, da bin ich nicht hingegangen, sondern stattdessen ins Literaturhaus zu Isabella Feimer, weil ich nicht gern zu Veranstaltungen gehe, wo ich die Bücher schon gelesen habe.

Aus Zeitgründen, nicht aus Sorge, daß ich nichts mehr Neues erfahren könnte und heute stellte Clemens J. Setz sein Opus Magnus „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“, moderiert von Angelika Reitzer vor und da machte ich eine Ausnahme, beziehungsweise habe ich heute in der Badewanne erst die ersten hundert Seiten gelesen und angefangen, auf dem „Betreuten Lesen-Blog“ meine ersten Kommentare abzugeben.

Am Montag habe ich Angelika Reitzer gefragt, ob sie glauben würde, daß viele Leute zu der Lesung kommen?

Ich glaubte, daß eigentlich schon, denn die Blogs haben ja alle sehr bedauert, daß das Buch nicht auf der Shortlist stand und war schon kurz nach halb sieben da, wo aber außer dem Lehrer aus Retz, der noch früher gekommen ist, nicht viele Leute anwesend waren.

Dann kamen aber nach und nach ein paar junge Leute, es kam auch Markus Köhle und Angelika Reitzer leitete die Veranstaltung damit ein, daß Clemens Setz bei der Buchpräsentation ihres Romanes „unter uns“ im Phil, Clemens Setz sie eingeleitet hat.

So ändern sich die Zeiten, damals war Clemens J. Setz wahrscheinlich noch bei „Residenz“, ist da ja der Erstling „Söhne und Planeten“ erschienen, den ich gelesen habe, als er mit den „Frequenzen“ schon mal auf der „Longlist“ und auch auf der „Shortlist“ stand. Dann wechselte er, wie das so üblich zu „Suhrkamp“, für den Erzählband „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“, das ich im Bücherschrank fand, hat er den „Preis der Leipziger Buchmesse erhalten“, dann erschien „Indigo“, das, glaube ich 2012 auf der Shortlist stand, ein Gedichtband und noch Nacherzählungen.

Der 1982 geborene Grazer der Mathematik studierte, scheint also ein Vielschreiber zu sein, ein  begnadetes Literaturtalent oder Wunderkind und „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ hat über tausend Seiten.

Zu der Frage, wie lange er zu diesem Monsterwerk gebraucht hat, bin ich nicht gekommen, auch zu der nicht, wieso der Stalker eigentlich im Rollstuhl sitzt?

Angelika Reitzer leitete aber ein und erzählte, daß das ein vielstimmiges Werk ist, das in vielen Geschichten,  Lügen und die Wahrheit erzählt.

Da habe ich die ersten hundert Seiten heute morgen in der Badewanne viel realistischer gelesen, die Geschichte von der einundzwanzigjährigen Behindertenbetreuerin Natalie, die einen Stalker und dessen Opfer in der WG in der sie arbeitet betreuen soll.

Sehr realistisch, denn ich würde in der prekär beschäftigten Natalie, drei Betreuer teilen sich zwei Arbeitsplätze, eine Borderlinerin sehen, sie ist auch noch Epileptikerin.

Angelika Reitzer sprach aber von den Wortschöpfungen, die Natalie den verschiedenen Farben zuordnet und Clemens J. Setz gab dann auch noch Einblicke in sein Autorenschaffen.

Gelesen hat er zwei Stellen, die schon auf den von mir gelesenen hundert Seiten zu finden waren und noch eine andere und erzählte viel von seinen Ideen und davon, wie er zu den sprudelnden Einfällen gekommen ist.

Denn die Natalie ist ja keine gewöhnliche Behindertenbetreuerin, sondern spielt mit ihren Freund, die verschiedensten Spielchen, merkt sich die Anzeigen der entlaufenden Tiere, die auf der Straße hängen und denkt sich Mäuse auf ihren Schultern aus, damit sie diese entlastet.

Das sei sagte Clemens J. Setz autobiografisch, wie er in seine Protagonistin wahrscheinlich viel von seiner Person hineingelegt hat, denn er sprühte von Ideen und Einfällen, erzählte Geschichen und Geschichtern und ich dachte es wäre ein realistischer Roman?

Weit gefehlt, die Neurosen der Natalie und der anderen Protagonisten, die ich wahrscheinlich noch gar nicht alle kenne, sind auch darunter und Angelika Reitzer fragte , ob Clemens J. Setz in dem Buch, dem Leser alle Gehiemnisse lüfte und fragte auch nach seinen Anteilen, denn er hat sich in dem Buch in einem kleinen sanftmütigen Hasen ein Denkmal gesetzt und würde er beim Schreiben schon alles wissen, dann wäre es nicht so spannend.

Das sollen sich einmal die, die streng nach der Schneeflockenmethode schreiben, hinter die Ohren schreiben und ich habe vielleicht ein paar Geheimnisse des tausend Seiten Buches gelüftet bekommen und kann mich in der nächsten Woche durch die weiteren neunhundert lesen und dann ging es vom Buchpreisbloggen wieder zu der jungen österreichischen Literatur, nämlich zu „Kremayr und Scheriau“ und seiner literarischen Schiene, die heute noch einmal beim „Thalia“  und dann im „7*“ mit einer Verlagsprogrammeröffnungsparty vorgestellt wurde.

Mit Sekt, Buffet, Musik und feierlichen Eröffnungsreden vom Verleger Martin Scheriau, der Eingangs sein Erfolgskonzept erwähnte und der Leiterin der Literaturschiene, Tanja Raich, die demnächst in der „Alten Schmiede“ eigene Texte lesen wird und dann gab es sehr viel Smalltalk.

De Autorinnen Marianne Jungmeier, Irmgard Fuchs und Lanina Illcheva, sowie der Autor Daniel Zipfel stellten sich vor. Gustav Ernst war anwesend und trug mir auf zu schreiben, daß es sich einen österreichischen Buchpreis geben soll, der auf der Buch Wien vorgestellt werden soll.

Natürlich, selbstverständlich, da bin ich gleich dabei, dem Hauptverband wird es aber, glaube ich, zu teuer sein und er wird auf den „Alpha“ verweisen, auf dessen Shortlist heuer ja auch Karin Peschka mit ihrem „Watschenmann“ steht und die war anwesend, wie auch Petra Piuk, deren Roman, glaube ich, im nächsten Jahr bei der neuen Literaturschiene erscheint und  ich habe heute damit begonnen, meine Geburtstagsleseparty vorzubereiten, beziehungsweise die Lesenden einzuladen.

Im Kulturcafe 7* werde ich übrigens demnächst auch zweimal lesen.

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