Literaturgefluester

2018-02-23

Hörspiele des Jahre

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:56
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Die“  Lange Nacht des Hörspiels“, jetzt „Hörspielgala“ gibt es seit fünfundzwanzg Jahren. Bei einigen nicht bei allen war ich dabei, erinnere an das legendäre Gulasch das es am Anfang gab, man konnte live abstimmen, die Hörspiele hören und sind dann früh am Morgen mit dem Taxi nach Hause gefahren.

Inzwischen hat sich viel gewandelt, die Abstimmung aus den Neuproduktionen findet schon vorher statt und bei der Gala gibt es nur Proben. Dafür gibt es den Kritikerpreis, den Kurzhörspiel -Wettbewerb, den Schauspieler des Jahres, die Festrede und man kann nicht mehr von Studio zu Studio wandern, sondern sich ab sechs um eine Karte anstellen, bekommt einen fixen Platz und eine Musikband gibt es inzwischen auch.

Die hieß diesmal „Mischwerk“, Doris Glaser und Andrea Jungwirth, selbst ein Hörspiel Autor oder Regisseur moderierten und ich hatte diesmal den Stimmzette bei mir, den ich nicht abschickte, weil ich ja nur selten Hörspiel höre.

Früher hat man, wenn man abgestimmt hat, ein Buch bekommen. Vielleicht bekommt man das jetzt auch noch, denn ich schicke ja nicht mehr ab und als ich im Foyer auf den Einlaß wartete, sah ich Friederike Mayröcker die mit ihrem HS „Oper“ auf der Liste stan,d eintreffen und dachte, sie bekommt sicher den Kritikerpreis für das anspruchsvollste Hörspiel und das Hörspiel des Jahres entspricht dann dem Mainstreamgeschmack und ist meistens ein Roman von Joseph Roth in der Hörspielfassung von Helmut Peschina, aber zuerst kam die Festrede die diesmal Paulus Hochgatterer hielt und die „Zwei Worte“ hieß. Die lauteten „Gesindel“ und „Schmuckzeile“ und der Autor merkte an, daß er dem Publikum viel zumute und dann erzhlte er die Geschichte von einem behinderten Mädchen, dem er als Kind einmal den Ball weggenommen hat. Der Zusammenhang zum ORF und dem Hörspiel war mir da nicht ganz klar. Aber die Auflage lautete auch etwas Gesellschaftpolitisches und Persönliches, Ö1 muß nicht vorkommen.

Das letztere war damit erfüllt, das Persönliche auch, mit Gesindel könnte man an die gesellschaftlichen Zustände denken, aber der Hochgatterer Vater hat den Sohn damals gemahnt, daß nur das Gesindl einem Schwächeren etwas wegnehmen würde.

Track Five, die Kurzhörspielen mußten die Worte „Es ist nur ein Spiel“ enthalten und Malte Abraham, den ich von einer Studentenlesung kenne, hat den Preis bekommen. Das künstlerische Hörsoiel war interessanterweise nicht von FM. sondern von Mischka Zickler heißt „Spaziergänge eines einsamen Träumers“ und handelt von Rousseauc, aber einem der twittert und einen Facebookaccaunt hat.https://literaturgefluester.wordpress.com/2014/12/27/hab-den-der-die-das/

Iteressant, interessant und auch, daß es beim Publikmranking auf Platz vier gelegen ist.

Dann kam eine Pause und dann Vera Borek, die Witwe von Helmuth Qualtinger, deshalb war auch Christian Qualtinger, den ich schon auf der Poet Night lesen hörte, im Publikum, als Schauspielerin des Jahres. Die Laudatio hielt Peter Kalzar, das kann sich der Geehrte immer wünschen, es war aber eigentlich keine auf sie, sondern gepickt mit zynischen Bermerkungen, wie beispielsweise auf den Schulsprecher, der es mit dreißig Jahren schon zum Bundeskanzler brachte und auf die Raucherpartei die sich H. C. Strache wünscht, nun spiele ich ja auch gerne auf schwarz blau an, was das aber mit Vera Borek zu tun hat, ist mir nicht ganz klar. Das Publikum aber lachte und brachte standing ovations und dann wurden die zehn besten Hörspiele vorgestellt und da war dann bald klar, es wird das Hörstück „Oper“ das Otto Brusatti nach acht Seiten Prosatext von F. M. zuerst zu einem Theaterstück formte, das im Sommer am Semmering aufgeführt wurde.

„Mischwerk“ machte die Musik dazu und die acht Seiten sind aus dem neuen Text, nicht Roman, wie Otto Brusatti oder waren es die Moderatoren irrtürmlich sagten, der F.M. der am achten März in der AS vorgestellt wird, aber da habe ich eine sechs <uhr Stunde und wenn ich dann hingehe, komme ich a zu spät und b bekomme ich keinen Platz mehrt.

Standing Ovation auch für die alte Dame und dieHhörspiele kann man in den nächsten Tagen und Wochen in Ö1 hören,, aber das tue ich ja nicht so gerne, obwohl ich ziemlich regelmäßig zu den Galen gehe und dann genauso regelmäßig an das gulasch und den rotwein denke, den es damals gratis gegeben hat.

2011-02-26

Nicht zu lange Hörspielnacht

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:27

Ich bin ja keine besondere Hörspielfreundin, so höre ich mir die beiden Hörspielleisten, die Ö1 zu bieten hat, auch nicht besonders häufig an und wenn dann die Karte kommt, mit der man das Hörspiel des Jahres wählen kann, schicke ich sie nicht ab, weil ich ja raten müßte. Zu der langen Nacht des Hörspiels, die es seit 1993 gibt, gehe ich aber gelegentlich hin. Wahrscheinlich deshalb, weil mich die erste, wo man durch die Studien gehen, die Hörspiele live hören, live abstimmen und in den Pausen auch noch Gulasch essen konnte, sehr beeindruckt hat. Da hat es auch noch lang gedauert. Inzwischen hat sich die Veranstaltung eingespielt und ist immer kürzer geworden. So gibt es seit so und so vielen Jahren, die Wahl des Schauspieler des Jahres, den Kritiker Preis und die Kurzhörspiele, die Hörspiele werden nicht mehr live abgestimmt und inzwischen auch nicht mehr ganz gespielt, sondern nur mehr in kleinen Probestückerln. Buffet gibt es auch keins mehr. Dafür ist immer noch Prominenz zu sehen und nachdem ich eine Zeitlang nicht mehr dort gewesen bin, bin ich im vorigen Jahr wieder hin und auch heuer dort gewesen. Daß Cornelius Obonya Schauspieler des Jahres wurde, war schon eine Weile bekannt, Freitagmorgen war er auch in der Sendung Leporello und am Abend mahnte die Laudatorin des Kritikerpreises zur größeren sprachlichen Genauigkeit, weil es ja eigentlich Hörspieler heißen müße und sie hoffe, daß es im nächsten Jahr einen solchen geben wird.
Ich greife vor, denn zuerst bin ich in den großen Sendesaal gekommen und habe meinen Platz zufällig hinter Konrad Zobel gefunden, der ja im Sommer meinen Artikel fand und mich in seinem Kommentar „Herr Jancak“ nannte. Weiblich bin ich immer noch, das hat sich nicht geändert, weil aber inzwischen Alfred Treiber in Pension gegangen ist, hat Peter Klein moderiert. Den Kasten mit dem afrikanischen Kunsthandwerk, wo sich jeder der Auftretenden etwas aussuchen konnte, gab es noch und es begann mit Hörspielmusik von Max Nagl und seiner Band. Dann kam Sigrid Löffler mit ihrer Eröffnungsrede, in der wie irgendjemand bemängelte, ich weiß ich mehr, ob das die Kritikpreislaudatorin war, daß dabei das Wort „Hörspiel“ kein einziges Mal erwähnt wurde. Es ging aber um die österreichische Literatur und die Frage, ob es eine solche gäbe? Ich weiß nicht mehr genau, ob Sigrid Löfflers Antwort darauf ja oder nein gewesen ist. Sie erwähnte jedenfalls drei österreichische Literaten, nämlich Thomas Bernhard, Peter Handke und Elfriede Jelinek, wobei der erstere, wie wir wissen vor zweiundzwanzig Jahren gestorben ist. Dafür gehört er inzwischen zu den Staatskünstlern, hat ihn doch die österreichische Rache inzwischen vom Staatsfeind zu einem solchen gemacht. Dazu kann ich nur sagen, daß ich mehr österreichische Literaten kenne und es sehr schade finde, daß immer nur die drei Namen erwähnt werden. Stimmt nicht, von Arno Geiger und, daß er Chancen hat Preisträger beim Leipziger Buchpreis zu werden, hat Sigrid Löffler auch gesprochen.
Dann ging es weiter mit den Hörspielnamen bei denen Cornelius Obonja mitwirkte, es gab Ausschnitte daraus, eine Laudatio von Philipp Blom, die Rede des Preisträgers und eine Pause, wo mich Patricia Brooks begrüßte und deren Hörspiel „Stella und der Koch“, daß ich zufälligerweise gehört habe, ist unter die besten elf gekommen. Es wurde auch noch die Regisseurin begrüßt, die kurz erklärte, wie die Produktion entstanden ist. Im zweiten Teil wurden die elf besten Hörspiele vorgestellt und die Entscheidung der fünf Kritiker bekanntgegeben. Da hätte zwar fast das Hörspiel der Bettina Balaka gewonnen, die Jury ist dann aber doch bei dem von Sabine Steinfeldt geblieben, wo es um eine Beziehung zwischen einem Meinungsforscher und seiner Probandingeht. Es gab eine Hörprobe von neun Minuten und eine zweite Pause. Dann wurden die Sieger des Kurzhörspielwettbewerbs, die inzwischen im Klangtheater ermittelt wurden, bekannt gegeben. Eine Menge sehr junger Mädchen erstürmten die Bühne und durften sich ihre afrikanischen Fruchtbarkeitsgöttinnen aussuchen. Der dritte Preis ist an Susanne Toth, die ich vom Lesetheater kenne und eine Musikerin gegangen, die einen sehr schönen Text namens „Begenschelle“ hatten.
Die Spannung wuchs, ich tippte auf Daniel Glattauer und seine „Sieben Wellen“ als Siegertext, es gewinnen immer die großen Namen und tippte falsch. Denn das ist nur der dritte Preis, der zweite ging an eine Arbeitslosenparodie von Patricia Josefine Marchard und der erste Preis an „Die kleinere Reise“ von Alois Hotschnig gegangen und das scheint ein sehr interessantes Stück zu sein. Es gab zwar nur eine Hörprobe von zehn Minuten, es geht dabei aber, um zwei alte Leute, über das Einkaufen und das Essen und die Sorgen, die sie sich machen, was sie am nächsten Morgen einkaufen sollen: „Milch, ein Viertel Butter, etwas Käse, Sardellen, Gurken nein“ und das ungefähr die gesamten zehn Minuten in veränderter Reihenfolge. Wenn die Männerstimme dann schon sehr verzweifelt ist, mischt sich eine gütige Frauenstimme ein und meint „Du wirst es nicht vergessen, versuche jetzt zu schlafen!“
Das Gute Nacht kam dann von Peter Klein, der die preisgekrönten Hörspiele zu den nächsten Hörspielzeiten ankündigte und noch auf Bier und Würstel ins Kultur Cafe lud. Ein bißchen Prominenz gabs noch zu sehen und beim nach Hause gehen habe ich Herrn Blaha getroffen, der mir erzählte, daß er eine ganze Sammlung historischer Hörspielen hat.

2010-02-20

Lange Nacht des Hörspiels

Filed under: Uncategorized — jancak @ 01:15

Diesmal war ich wieder bei der langen Nacht des Hörspiels, die zum siebzehnten Mal im Radio Kulturhaus stattgefunden hat. 1993, als es noch im Funkhaus war, war es ganz toll. Man ging von Studio zu Studio, konnte sich alles anhören, die Hörspiele wurden gesendet und live abgestimmt. Michael Köhlmeier hat das erste Mal gewonnen. Es gab ein tolles Buffet mit Gulasch in den Pausen und war hautnah am Geschehen. Das hat von Jahr zu Jahr abgenommen, irgendwann wurde das Buffet abgeschafft, was Konrad Zobel mit Einsparungen im Sinne der Kultur begründete.
Dann wurde nicht mehr live abgestimmt, man bekam die drei besten Hörspiele vorgespielt und vorher gab es Liveauftritte anderer Autoren. Ich erinnere mich an die von Peter Pessl und Elfriede Gerstl, die etwas gegen Handys aufführte.
Dann gab es eine Kürzung des Hörspielhonorars um die Hälfte und einen großen Protest der Autoren mit Polizeiauftritt, die Konrad Zobel zu holen müßen glaubte. Im Jahr darauf gab es ein Hörspiel von Hanno Millesi mit eben diesen Polizeiaufnahmen, die politische Bedeutung war aber weg.
Dann bin ich ein- zweimal zuspät gekommen, einmal weil ich vorher beim Thalia bzw. Amadeus auf der Landstraße bei einer Thomas Bernhard Buchpräsentation war, wo ich Burgtheaterkarten für die „Alten Meister“ gewonnen habe, ein anderes Mal war der Sendesaal so voll, daß sie mich nicht mehr hineinließen und mich statt dessen ins Radio Kultur Cafe schickten, wo die Veranstaltung übertragen wurde. Es gab immer wieder Änderungen, wie die Wahl zum Schauspieler des Jahres, jetzt gibt es einen Hörspielkritikerpreis und die lange Nacht hat sich auf eine eigentlich sehr kurze verkürzt.
Als sie mich nicht hineingelassen haben, habe ich mich beim Konrad Zobel beschwert, der mir antwortete, sie überlegen ohnehin, was sie gegen den großen Andrang machen sollen, vielleicht Eintritt verlangen?
Dann wäre ich nicht mehr gekommen und war in den letzten Jahren eigentlich auch öfter nicht dort. So war ich im Vorjahr im Amerlinghaus bei einer Lesetheaterveranstaltung und traute mich dann nicht mehr hin.
Für heuer habe ich es mir wieder vorgenommen, noch dazu, wo ich von Cornelia Travniceks Homepage wußte, die jetzt in Taiwan ist, daß das Hörspiel, das von der Wiener Hörspielmanufaktur aus einer Erzählung aus „Fütter mich“, nämlich „Der Riß am Morgen“, gemacht wurde, beim Kurzhörspiel-Wettbewerb in die engere Auswahl gekommen ist. Da wurden neun Hörspiele im Klangtheater abgespielt und man konnte live abstimmen. Dort war ich aber nicht, habe ich mich doch für das Mainstreamprogramm entschieden. War rechtzeitig da, die Jacke an der Garderobe abgegeben, auf den Einlaß gewartet, dabei Ruth Aspöck und Robert Eglhofer getroffen. Die ersten Reihen waren für die VIPS reserviert. Peter Klein hat moderiert und auf der Bühne ist ein Kasten gestanden, aus denen sich die Leute, die aufgetreten sind, ein Souvenier aus Afrika, denn das ist der Ö1 Schwerpunkt der nächsten Monate, aussuchen konnten. Die Lady Band „NETNAKISUM“ spielte auf und Alfred Treiber, der Programmchef hielt den Festvortrag, wobei er Ö1 lobte und in einer Art Publikumbeschimpfung über die sogenannten Hofratswitwen herzog, die keinen Kunstgeschmack haben, aber das Programm hören.
Daß Elisabeth Orth die Schauspielerin des Jahres ist, wurde schon bekannt gegeben und im Hörspielstudio am Dienstag gab es ein Portrait von ihr. Ex Kulturminister Rudolf Scholten hielt die Laudatio. Nach der Pause wurde das künstlerisch anspruchsvolle Hörspiel, das die Kritiker wählten, bekanntgegeben. Im Vorjahr hat Friederike Mayröcker den Preis gewonnen, diesmal war es Magda Woitzuck mit dem Hörspiel DogGod, wo es um den Krieg und eine junge Frau, die mit sieben Welpen schwanger ist, geht. Magda Woitzuck ist auch eine junge Frau, 1983 geboren und Hans Weigel Stipendiatin, die ich sozusagen mit Cornelia Travnicek im Palais Niederösterreich vor eineinhalb Jahren kennengelernt habe.
Einen kurzen Ausschnitt aus dem Hörspiel, einen Teil davon habe ich schon gehört, gab es auch und am Dienstag kommt es nochmals dran.
Dann kamen die Ergebnisse des Kurzhörspiel-Wettbewerbs, wo die Leute ihre Hörspiele sozusagen im stillen Kämmerlein selber machten und wenn sie gewinnen, gesendet werden.
Cornelia Travniceks Hörspiel hat wieder mit einem das „Canned Laugh“ heißt, den dritten Platz geschafft. Der erste ging an das Hörspiel „Igeltrauma“, wo in einem Dorf in NÖ sich aufgeschlitzte Igel in den Postkästen finden und Blumen ausgerissen werden. Das Dorf wird dadurch traumatisiert. Das Publikum hats lustig gefunden.
Dann wurde es wieder ernsthafter und dramatischer, nämlich das Hörspiel des Jahres vorgestellt, das vom Publikum gewählt wurde. Ausschnitte der zehn Finalisten wurden schon vor der Pause gebracht. Ich tippte auf die Helmut Peschina Bearbeitung von Joseph Roths „Die Geschichte der 1002. Nacht“, denn zum Hörspiel des Jahres werden meist die großen Namen gewählt, Wolf Haas, Felix Mitterer, aber auch drei andere Peschina Bearbeitungen in den Vorjahren und habe recht gehabt.
Der dritte Platz hat auch einen bekannten Namen und ist eine Überraschung, nämlich Peter Danzigers Thomas Bernhard Parodie „Bernhard“, die zum vorigen 12. Februar gesendet wurde. Da habe ich den Thomas Bernhard Monolog, aus dem der Text stammt und der zweisprachig ist, einmal mit dem Autor getauscht. Das war es. Ein wenig habe ich mich mit Reinhold Schrappeneder über den Tag der Freiheit des Wortes unterhalten, ein paar Bekannte gesehen und natürlich wieder viel erfahren, obwohl ich gar kein so großer Hörspielfan bin und keine solchen schreibe.

2021-02-26

Ö1-Hörspielradiogala

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:57
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Eigenlicht habe mich ja heute ins Literaturhaus streamen wollen, um herauszufinden wie der Slam B ohne Publikum passiert und ob die Slamer mit Maske auftreten, aber da bin ich daraufgekommen, heute ist ja Hörspielgala.

Erinnern wir uns, die lange Nacht des Hörspiels, in den Neunzigerjahren, glaube ich, als ich noch in der Reinprechtsdorferstraße ordinierte, bin ich das erste Mal hingegangen und hätte da fast die Argentinierstraße nicht gefunden. Dann war es toll. Es gab Gulasch und Wein, man konnte durch die Studios marschieren. Die Hörspiele wurden live gespielt und man konnte live abstimmen und nachher sind wir spät oder sehr früh mit dem Taxi nach Hause gefahren. Denn es war ja eine lange Nacht. Dann wurde sie immer kürzer und kürzer, schließlich zu einer Hörspielgala umbennannt und die letzten zwei Jahre bin ich überhaupt zu Hause geblieben und habe es mir per Stream angesehen, Das war meine Entscheidung, denn ich hätte ja hingehen können, aber heuer ist ja alles, eh schon wissen, anders und so fand die Hörspielgala nicht vor Publikum im großen Sendesaal, sondern im Hörspielstudio statt. Doris Glaser und Andreas Jungwirth moderierten wieder und Doris Glaser,die ich ja persönlich von den Ö1-Quiz kenne, denn da habe ich ja 2003 in Graz zweimal teilgenommen, stellte das Hörspielstudio, der Ort offenbar, wo die Hörspiele aufgenommen werden, vor und da gibt es allerhand. Eine Treppe, ein Ko und eine Muschel, um alle Art von Geräuschen darzustellen. Noch etwas ist anders, die „Schöne Adrienne“ hat ausgedient. Es gibt einen neuen Preis und der wurde von Studenten der Andgewandten hergestellt. Eine Art goldener Glückskeks, wenn ich Doris Glasers O-Ton wiedergab, dann betrat Elisabeth Weilenmann durch die Studiotür den Raum und erzählte etwas über das Hörspiel hören, also das, was früher die Hörspielrede wa rund weiter ging es, glaube ich, gleich weiter mit dem „Track 5“, den hat man sich früher im Klangraum auch live anhören und, ich glaube, auch mitstimmen können.

Jetzt wurden die besten zehn ja schon in der „AS“ vorgestellt und im Netz kann man sich ja alle zweihundertsechzig Einreichungen anhören. Jetzt wurden die besten drei vorgestellt und das waren „Tape head“ von Sebastian Hocke, „Lieber zerfranst es mich“ von Manuela Tomic und als Siegerstück die Hochhausgeräusche von Roman Gerold „Cha cha cha“. Wer den künstlerischen Hörspielpreis der Schule für Dichtung gewonnen hat, wußte ich schon, denn das wurde bereits in der „Alte Schmiede“ bekanntgegeben, nämlich Claudia Bitters „Der Konkrettich und der Kranich ohne Kran“ und ich habe die 1965 in OÖ geborene Claudia Bitter, die, glaube ich, auch Bibliothekarin in der Hauptbücherei ist oder war, beim „Siemens Literaturpreis“, um den ich mich ja auch eifrig beworben habe, vor Jahrzehnten kennengelernt, wo sie, glaube ich, zweimal gewonnen hat.

Sie hatauch ein buch bei „Klever“ herausgegeben, das bei den Corona-Lesungen vorgestellt wurde, das leider nicht zu mirgekommen ist. Aber das Kurzhörspiel kann ich mir anhören und eine Zusammenfassung der achtzehn Hörspiele aus denen man auswählen konnte, da wurden ja Stimmkarten ausgeschickt, gab es auch. Da habe ich nicht mitgestimmt, weil ich mir ja selten Hörspiele anhöre. Aber sie klangen interessant. Sybille Berg war dabei und ein Hörspiel nach dem Roman von Julia Rothenberg nach dem Roman „Koslik ist krank“, den ich ja gelesen habe, die „Mattäus- Passion“, ein „Antigone-Poem“ vom Hörspieldoyen Helmut Peschina und der „Kasperl am elektrischen Stuhl von Konrad Bayer und da hat Franz Schuh alle Rollen gesprochen und, daß der „Wespennest-Mitbegründer“, der ja einmal einen Text von mir fast genommen hätte und Philosoph,was ja eigentlich sehr überraschend ist, Schauspieler des Jahres geworden ist, habe ich schon am Morgen oder zu Mittag im Radio gehört. Aber die heutige Hörspielgala barg überhaupt einige Überraschungen, wie ich gleich spoilern möchte, denn das Thema Corona hat offenbar sehr viel möglich gemacht.

Bevor das Hörspiel des Jahres bekanntgegeben wurde, kam immer das künstlerische Hörspie, das heuer auch „Originalhörspiel“ heißt und da haben einige Kritiker aus neun Hörspielen, das Beste ausgewählt und das war „Die Revanche der Schlangenfrau, ein Klangcomic frei nach Unica Zürn“ und das ist eine 1916 geborene surrealistische Autorin, von der ich einmal ein Buch im Schrank gefunden habe. Natascha Gangl, Maja Osojnik, die ich einmal bei einem Konzert im MQ kennengelernt habe und Matija Schellander haben ein Klangcomic daraus gemacht. Dann hielt Philip Scheiner, die Laudiato auf Franz Schuh. Er hat seine Dankesrede zugeschaltet und dann wurden die besten drei Hörspiele, die jetzt „Publikumspreis“ heißen, bekanntgegeben. Da war der dritte Platz „Ein Berg viele,“ von Magdalena Schrefel, wo eine Hörspielautorin ein Hörspiel über einen historischen Bergsteiger, glaube ich, machen will und sich darin verliert. Platz zwei ist das Hörspiel „Laute Nächte“ von Thomas Arzt, der auch einen Roman vor kurzem veröffentlicht hat und Platz eins, oh Überraschung, denn da hätte ich ja auf den Mainstream, der meistens gewinnt, getippt, also Sybille Berg oder Helmut Peschina, Julian Schutting war auch dabei und es gab auch ein paar Publikumsstimmen, die den Schutting Bayer genannt hat, aber welch Überraschung, es gewann ein Hörspiel, das, glaube ich, für das Kunstradio produziert wurde. Also eher ein Kanditat für Fritz Ostermayer, aber heuer ist ja, wie schon erwähnt,alles anders und so heißt das Hörspiel des Jahres oder der „Publiumspreis „How to protect our internal ecosystem“ von Miram Schmdtke und Minu Merz. Dann kam noch ein Abgesang auf das Publikum und die Hoffnung dieses im nächsten Jahr wieder live begrüßen zu können und ein paar Klangspenden haben die Gewinner neben dem goldenen Ohr, für das noch ein Name gesucht wird, auch aussuchen können.

Also seien wird gespannt, ob ich dann da wieder maskenlos und ungetestet teilnehmen kann, aber sehoptimistisch bin ich eigentlich nicht und in dem „Cha-cha-cha-Hörspiel“ wird auch erwähnt, daß der Lockdown nun schon sieben Jahre dauert, da hätten wir da ja noch einiges vor uns.

2019-02-23

Ö1 Hörspielgala per Livestream

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:00
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Die „Ö1-Hörspielgala“, wo das Hörspiel des Jahres gekürt wird, gibt es schon sehr lange. Früher hat des „Lange Nacht des Hörspiels“ geheißen, hat bis in die frühen Morgenstunden gedauert und es hat ein tolles Buffet gegeben.

Das wurde inzwischen abgespeckt beziehungsweise durchstrukturiert. Es wird und wurde in Ö1 übertragen, beginnt um sieben und endet um zehn und man kann es sich seit einiger Zeit auch im Lvestream ansehen, während man sonst ins Funkhaus hinpilgern muß, um sich um Zählkarten anstellen, die ab sechs ausgegeben werden, da war ich vor zwei Jahren zu spät daran, um dann vielleicht weit hinten einen Patz  zu bekommt und die VIPs schauen auch über mich hinweg.

Krank bin ich ein bißchen auch, so daß ich mich diesen Freitag entschlossen habe, zu Hause zu bleiben, mir das Radio und den Llivestream aufzudrehen, ein Glas Wein einzuschenken und meine Gala zu Hause zu feiern.

Das habe ich, glaube ich, auch schon mal gemacht, mir die Gala oder Nacht, wie es vielleicht noch geheißen hat, im Radio anzuhören, während da glaube ich in echt Polizei war, weil es eine Demo gegeben hat und Hanno Millesi hat später ein Hörspiel aus den O-Tönen gemacht.

Das war jetzt viel  geordneter sein und ich habe mich ganz ehrlich auch nicht sehr viel mit den prämierten Hörspielen beschäftigt, weil ich ja nicht so viele höre. Es ging aber wieder mit der Begrüßung von Doris Glaser und Andreas Jungwirth, die moderierten, los, die nach einem Ausschnitt aus einem Kurzhörspiel, die schöne Adrienne präsierten und erklärten, daß diese in fünf Kategoerien verliehen würde.

Das Trio Lepschi das ich schon einige Male hörte, war diesmal für die musikalische Begleitung zuständig, das mit dem Stück „Marie“ begann.

Dann kam der Ö1 Chef Peter Klein, der bald in Pension geht, mit seiner Festrede, die es auch seit einigen Jahren gibt „Warum ich Kulturredakteur und nicht wie geplant Politiker geworden bin“, in der er seinen beruflichen Laufgang vom Landesstudio Vorarlberg bis ins Wiener Funkhaus schilderte.

Es kam eine Würdigung auf den, wie der Alfred immer sagte, Mister Hörspiel Götz Fristsch, den man immer bei den Galanächten gesehen hatte, der im August gestorben ist.

Danach kam die erste Preisverleihung, nämlich der Kurzhörspielwettbewerb „Track five“ den es seit einigen Jahren gibt und der diesmal den Satz „Da ist jemand!“, enthalten sein mußte. Hunderteinundvierzig fünf Minuten Hörstücke wurden hochgeladen, die besten zehn daraus wurden in der „Alten Schmiede“ vorstellt, was ich versäumte.

Platz drei  ging an die „O B O N G O – Combo“ des Rainergymnasiums Wien, dann kam „Ni Reki  Tsuka Reh“ von Bernhard Krisper, was umgekehrt „Hörakustikerin“ bedeutet und der Sieger des Track Five Wettbewerb ging an „Maxl da ist jemand“ von  Phillip Scheibelbrandner und Iskar <ludwig.

Dann kam Fritz Ostermeyer von der Schule für Dichtung, der mit Thomas Melle das künstlerische Kurzhörspiel aussuchte „Feminsmus im Dunkeln“ von Fräulein On The Dark Side Of Bass, die das „Da ist jemand“ sehr schön genderte und aus einem Trio bestand, das von einer jungen Frau im Leopardenanzug präsentiert wurde.

Dann ging es zu den Härspielproduktionen des Jahres 2018 und zwar zuerst zum „Preis der Kritik“, der  von Margareten Affenzeller präsentiert wurde, nämlich „Die Kochastronautin“ von der 1961 geborenen Polin Mariola Brillowska wo eine Haubenköchin ins Weltall aufbricht, um die russischen Astronauten zu bekochen oder vom Kochen wegzubringen, was die Autorin sehr schön und launig präsentierte.

Dann kam ein Ausschnitt aus einer Fernsehserie die im März im ORF ausgestrahlt werden wird „Fake news blues“,damit ging es in die zwanzig minütige Pause, wo man im Funkraum im Foyer herumstehen kann und im Radio oder Live Stream Musik von Alma hören konnte.

Dann ging es weiter mit einem Ausschnitt aus „Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter“, wo Wolfram Berger alle Rolle spielte und es wurden Ausschnitte der dreiundzwanzig Hörspielproduktionen vorgestellt.

Zuerst wurde aber die Schauspielerin des Jahres, die 1961 in Bern  geborene Sylvie Rohrer mit Ausschnitten aus ihren Hörspielen vorgestellt. Hermann Beil hat dazu die Laudatio „Una voce“ gehalten.

Auf Platz drei aus der dreiundzwanzigen Hörspielreihe, hat dann die Dramatisierung des „Armen Spielmannes“ von Franz Grillparzer erhalten. Platz zwei war „Lexit“ von Caroline Hofer. Gewonnen hat dann das Stück „Märzengrund“, das von einem Tiroler Aussteiger handelt, von Felix Mitterer, den ich ja vom „Ohrenschmaus“ kenne.

Pünktlich vor zehn ging es dann mit einem Stück des Trio Lepschi zu Ende und die Preishörspiele kann man sich, wie immer in den nächsten Tagen im Radio anhören.

Hörspielgalaarchiv: 2011, 2012, 2016,  2017, 2018

2017-03-28

Horchposten II

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:08
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Michaela Falkner oder FALKNER, wie sie sich jetzt nennt und ich sie vor kurzem im MUSA hörte, kuratiert jetzt ja in der „Alten Schmiede“ zum zweiten Mal die „Horchposten- Modellpositionen zum Hörspielhören“, das wahrscheinlich soetwas wie der Nachfolger, der von Christiane Zintzen kuratierten Radiokunst ist, nur viel weniger experimenteller, würde ich so sagen.

Im Vorjahr gab es das Projekt offenbar auch schon und da ist es an mir vorbeigegangen, was nicht sehr erstaunlich ist, bin ich ja kein besonderer Hörspieltyp, nicht sehr dramatisch und auch keine Theatergeherin.

Die lange Nacht des Hörspiels oder „Hörspielgala“ wie das jetzt ja heißt, bildet eine der Ausnahmen, die die Regel bestätigen, denn da bin ich ja irgendwie hängengeblieben, obwohl ich zu Hause eigentlich nur sehr wenig und sehr selten, eigentlich kaum, Hörspiele höre und daher auch nicht mitstimmen kann.

Gibt es aber kein Alternativprogramm gehe ich in die „Alte Schmiede“ und so bin ich bei der zweiten Veranstaltung im zweiten Jahr häöngen geblieben und ich muß sagen, es war wirklich interessant.

Als ich um cirka dreiviertel sieben in den Keller kam, machte es zwar den Eindruck, als würden sich nicht sehr viele Leute für die Hörspiele interessieren, denn außer den Auftretenden und den Assistenten, war eigentenlich nur Herbert J. Wimmer da.

Das änderte sich dann langsam, Anita C. Schaub, Patricia Brooks und noch einige andere erschienen und es wurden an diesem Abend die Hörspielproduktion des Westdeutschen Rundfunks, also des WDR vorgestellt und das ist eigentlich sensationell, denn die machen Montag bis Freitags jeden Tag eine Stunde Hörspiel. In Ö1gibt es das nur am Dienstag und am Samstag und Isabel Platthaus, eine Frau mit stark deutschen Akzent, die mich an meinen Leipzig Aufenthalt erinnerte, stellte, moderiert von Elisabeth Zimmermann vom O1 Kunstradio einige Produktionen vor und die waren, ich wiederhole mich, wirklich sehr interessant.

Nämlich schon die erste „Orpheus in der Oberwelt“, wo es sehr sehr kritisch um die Flüchtlingsfrage ging und vorher betonte Isabel Platthaus auch, daß der Sender in dem er jeden Tag Programm mache, Leute erreiche oder abhole, die sich sonst nicht für die Radiokunst interessieren würden und auch nicht in Galerien oder zu Lesungen, etcetera gehen.

Das zweite Beispiel war auch sehr interessant, nämlich ein Hörspiel von einem, der eine Stelle findet, wo er die Videos, die sich nicht für das Netz eignen, aussortieren muß.

Dann gab es noch eine dritte, literarisch etwas anspruchsvollere Hörspielprobe, wie die Drataturgin meinte, dann ging es zu den Internetaktivitäten des Senders, denn die gibt es auch und da wurde nach einem Roman von  David Foster Wallace „Unendlicher Spaß“ ein achtzig Stunden Projekt gestartet, wo jeder eine Seite lesen durfte und das Ganze dann zusammengemixt wurde und eine Mischung zwischen Game und Hörspie unter dem Titel „39“ gab es auch.

Da braucht man zwar eine App, um mitzuspielen, kann den Ausgang der Handlung auch nicht bestimmen. Das Projekt, wo es darum geht, daß einer Mann plötzlich mit einer Kugel im Kopf im Krankenhaus liegt und man herausfinden muß, was geschehen ist, war aber sehr erfolgreich und die Veranstaltung, wie schon erwähnt sehr sehr interessant, nämlich viel weniger experimentell, als erwartet oder befürchtet und einige der Hörspielproduktionen kann man sich auch, wie Elisabeth Zimmermann betonte, in Ö1 zu den Hörspielsendezeiten und dann noch sieben Tage lang im Netzt anhören und da gab es heute Dienstag  auch das „Hörspielstudio oder Museum“ und da lief ein Hörspiel von Krok und Petschinka, auf das Elisabeth Zimmermann hinwies.

2015-02-05

Radiokunst mit verzerrten Ton

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:41

„Die lange Nacht des Hörspiels“, bzw. „Hörspielgala“, wie das jetzt heißt, bahnt sich an und da gibts schon seit einigen Jahren in der „Alten Schmiede“, ein paar Wochen vorher „Radiokunst“, eine Reihe, die die Autorin Liesl Ujvary ins Leben rief, von Christiane Zintzen kuratiert wird und die ich, obwohl gar gar nicht so exeperimentell, seit einigen Jahren  besuche.

Im Radio wird das immer im Sommer und im Winter mit zwei Autoren im Stück gesendet, in der „Alten Schmiede“ werden die Stücke, die jeweils an die fünfzehn Minuten dauern,  im 5.1-Kanal- Surround übertragen und nach jeden gibt es eine Diskussion mit der Autorin, dem Autor und diesmal noch Elisabeth Zimmermann.

Die in Genf lebende Heike Fiedler, die derzeit in Indien ist, daher durch den Tonmeister nur eine Botschaft sendete, war die erste, ihr Stück, das bei dieser Reihe nur Text und Ton und keine anderen Zusatzgeräusche außer der Stimme erlaubt, „hieß du, der du die da bist“ und wurde von ihr sehr schnell gesprochen und auch noch mit den Sprachen Deutsch und Französisch durchmischt.

Der Tonmeister erzählte, daß sie dazu ein Plakat mit vielen kleinen Zettelchen ins Studio mitbrachte, von denen sie herunterlas und leider hat die sonst so hochgelobte 5.1-Kanal-Surround Technik diesmal nicht so gut funktioniert, so daß es knarrte und rauschte und ich oftmals nicht so genau wußte, ist das jetzt ein Technikfehler oder Radiokunst.

Der Tonmeister wußte offenbar auch nicht so genau, woran es lag und so probierte er es weiter unter Zähneknirschen und der zweite Autor war Florian Neuner, der wie Kurt Neumann in seiner Einleitung erklärte, seiner Prosa einen Metatext hinzufügte.

Da war also das Stück „leichter schluckauf am abend“ und dann kam die Autorenstimme, die immer ihren Senf dazu gab und das Ganze wurde  der Technik wegen auch unterbrochen und wiederholt.

Florian Neuner erklärte im Gespräch, daß es seine Absicht war, bei der Aufnahme schlecht zu sprechen, offenbar weil es schon so viele gute Vorbilder gab, die er sich vorher alle angehört hat, um das zu schaffen, hat er Schnaps getrunken und Petra Ganglbauer, die derzeitige GAV-Präsidentin, Sprachschulenleiterin und Radiokünstlerin mit viel Erfahrung, erzählte, daß sie bei ihrer Aufnahme Rotwein trank, um lockerer zu werden und sie bei diesem Stück hauptsächlich auf ihre Stimme vertraute.

Es hieß „Was wir hören  ist, was wir vergessen“ und es gab einige Wortwiederholungen mit veränderten Tonfall darin, um auf die Absurdität  von manchen Texten hinzuweisen.

Der letzte Text von Johannes Tröndle, den ich vor kurzem mit einer Sprechoper im republikanischen Club hörte „grimms gegen duden“, war wahrscheinlich der spannenste und originellste und auch der mit der meisten Handlung.

Ein Duell der beiden Wörterbücher bzw. einem dritten, gibt es ja noch die Schulbuchfassung mit Verwendung der Wörterbücher, am Schluß sollte  eine  Prinzessin geküßt werden und gewonnen hat der Moderator.

Spannend, spannend die Radiokunst, die ich mir ja immer nur in der „Alten Schmiede“, um auf meinen Blog darüber zu berichten und nie im Radio anhöre und ein Wörterbuch, ich glaube es wäre von Jenny Erpenbeck oder war es, Katharina Hacker gewesen, hätte ich mir beim „Morava“ um einen Euro auch kaufen können, denn da gab es einen großen Taschenbuchabverkauf, aber da man ja nicht so viel lesen kann und sich die Bücher ohnehin schon bei mir stapeln, habe ich streng ausgewählt, bin damit zu Linda Stifts „Erstling“ und dann noch zu Peter Nadas Theaterstücke gekommen, obwohl ich die ja gar nicht so gerne lesen. Ein paar andere schöne Gustostückerln gab es auch noch. Wem das interessiert, sollte morgen auf die Wollzeile gehen, denn die Ein-Euro-Kisten waren sehr voll,  die „Super sad true love story“ hat es beispielsweise gegeben und im „Wortschatz“ am Nachmittag Dimitre Dinves „Engelszungen“ Arno Geigers „Es geht und gut“ und sogar, was ich besonders spannend fand, die „Mordgeschichten“ aus dem „Picus-Verlag„.

2014-02-17

5.1-Kanal-Surround

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:26

Einmal im Jahr gehe ich sozusagen in die „Alte Schmiede“ zum Radiohören oder auch nicht immer, denn eigentlich bin ich ja kein so besonderer Fan von „Literatur als Radiokunst“ und auch keiner von Hörspielen, obwohl zur „Ö1-Hörspielgala“ oder „Lange Nacht des Hörspiels“ gehe ich öfter, aus Gewohnheit oder wegen der vollständigen Berichterstattung und hatte ich mir die heutige „Radiokunst“ im Programm gar nicht angestrichen, weil aber nichts anderes am Kalender stand, bin ich hingegangen und dabei die „Tonspuren“ und die „Texte aus Österreich“ versäumt, aber das höre ich auch nur selten, weil ich ja um diese Zeit kaum zu Hause bin, beziehungsweise läßt es sich ja nachhören.
Im letzten Jahr bin ich bei der „Radiokunst“ gewesen und habe Elisabeth Wandeler-Deck dabei gehört, auf die ich gestern als ich „Punk Pygmalion“ gelesen habe, wieder gestoßen bin und Birgit Schwaner und noch zwei Männer und heute stand wieder dieses gemischte Doppel auf dem Programm.
Kurt Neumann eröffnete, entschuldigte Christiane Zintzen, die Kuratorin der Veranstaltung, begrüßte Liesl Ujvary im Publikum, die diese Reihe vor Jahren ins Leben rief und erklärte, daß der ORF zweimal im Jahre eine solche Sendung mit je zwei Texten mache, wo es nichts als den Text und die Stimme des Autors oder der Autorin gäbe, die dann im Vorfeld mit der Hörspielgala immer in der „Alten Schmiede“ präsentiert wird.
Experimentell interessiertes Publikum, wie Peter Pessl, Christel Fallenstein, Brigitta Falkner und und und und die ausgewählte Autoren waren diesmal Gundi Feyerer, Dieter Sperl, Karin Spielhofer und Jörg Piringer.
Gundi Feyerer, die aus Malaga kam, wo sie wohnen dürfte und die ich nur vom Namen kannte, begann und erzählte der Programmleiterin Elisabeth Zimmermann, die Christiane Zintzen vertrat, wie sie zu ihrem Hörstück „Der Himmel dreht die Tage in die Nächte“ gekommen ist.
Sie hat sich Gedanken darüber gemacht, wie ihre Stimme vom Studio zu den Zuhörern nach Hause kommt, der Tonmeister hat es ihr ermöglicht das technisch darzustellen und den Titel hat das Stück, weil sie die Erde um die Sonne dreht oder so ähnlich habe ich es verstanden, daß es die Autorin erklärte. Sie sagte jedenfalls, daß das sehr einfach und sehr logisch wäre.
Dann kam Dieter Sperl, den ich schon mal bei den Textvorstellungen hörte und auch vom Namen her als einen sehr experimentellen Autor kenne und erklärte, daß die Tonmeister bei ihm eine Ausnahme machten, denn bei ihm kämen Geräusche und auch Stimmen von U-Bahnpassanten vor. Er hat zwei Textreihen miteinander vermischt, nämlich „Fluß der Erscheinungen oder Poesie und Crossing the River of Imaginationen“, das eine sind Prosatexte, das andere Tagebuchfragmente, die er in der U-Bahn und auf der Landstraßer Hauptstraße aufgenommen und ins Studio mitgenommen hat.
Dann kam Karin Spielhofer an die Reihe, die ich schon bei der „Lyrik im März“ hörte und die auch einmal im Amerlinghaus ihren Weg des Schreibens erklärte. Es gibt von ihr ein altes Bändchen aus dieser orangen „Jugend und Volk Reihe“ aus den Siebzigerjahren, das mir Rudi Pollak vor Beginn zeigte und daß er von der Autorin signieren ließ und ihr Text schloß sich fast nahtlos an den von Gudi Feyerer an.
„Ins Hören reden“ heißt er und auch da geht es darum, wie der Text zu den Zuhörern kommt und Karin Spielhofer hat mit Spaß mit ihrer Stimme experimentiert.
So hat ihr der Tonmeister ein Mikrofon herabgelassen, sie ist im Kreis gegangen und hat mit verschiedener Lautstärke und Höhe hineingesprochen.
Jörg Piringers experimentelle Texte kenne ich schon und glaubte ihm schon bei der „Radiokunst“ gehört zu haben. Jetzt erzählte er, daß er dafür ein Computerprogramm aufgenommen hätte, dann ging ihm der Computer ein und er mußte improvisieren. So heißt sein Stück auch „impulsantwort“ und er hat Schreibmaschinentexte genommen, die in den letzten Jahren entstanden sind, sie im Studio schnell hinuntergelesen und es war ein interessanter Kontrast zu Karin Spielhofers poetischen Text. Es gab bei ihm auch sehr viel Geräusche und Obertöne, die wahrscheinlich seine entfremdete Stimme waren und immer wieder Antworten auf Radiomeldungen und Sprachassoziationen.
Mit Christl Fallenstein hatte ich vorher auch noch geredet und ihr erzählt, daß ich Crauss „Motorradheld“, den ich mir vor zwei Jahren beim „Morawa-Abverkauf“ kaufte, noch immer nicht gelesen habe und sie erzählte mir, daß sie am Wochenende beim „Wartholzer-Literaturpreis“ in Reichenau an der Rax war.
Ach ja, darüber sollte ich berichten, denn das tue ich ja immer und nehme interessiert Anteil an diesem Newcomerwettbewerb, der von bekannten Juroren ausgesucht und begleitet wird und bei dem schon interessante Autoren wie Christian Steinbacher, Andrea Winkler, Michael Staravic, etc gewonnen habe. Diesmal habe ich von den zwölf von den sechshundert ausgewählten nur Markus Ohrts und Franz Miklautz gekannt und den Sieger Stephan Groetzer, der 1965 in Hamburg geboren wurde, nicht. Luis Stabauer mailte mir aber schon gestern, daß sein Text sehr interessant gewesen wäre. Man kann ihn auf der Homepage nachlesen und eine Anthologie gibt es jedes Jahr auch. Mal sehen, ob ich sie bekomme, wenn, habe ich wieder etwas, worüber ich berichten kann.
Mit Peter Pessl, der auch sehr viel für das Radio arbeitet, bin ich ein Stück nach Hause gegangen und jetzt könnte ich nachsehen, was ich im Ö1-Programm versäumt habe oder mich auch anderwertig mit Literatur beschäftigen. Da gibt es ja noch viel zu tun und die „Lange Nacht des Hörspiels“ nächste Woche werde ich höchstwahrscheinlich versäumen, da da die Ruth Aspöck in Krems ihr neues Buch vorstellen wird.

2013-03-02

Zwanzigste Hörspielfeier

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:01

Zwanzig Jahre lange Nacht des Hörspiels, respektive Ö1 Hörspiel-Gala, wie es seit vorigem Jahr heißt, denn um neunzehn Uhr fünf begann es pünktlich nach den Nachrichten und um zweiundzwanzig Uhr muß es aus sein und wird dafür im Radio übertragen, so daß ich gar nicht hingehen hätte müßen, tat es aber aus guter alter Tradition und natürlich auch für das Literaturgeflüster, das ja manche schrecklich finden und beim ersten Mal vor zwanzig Jahren, als der Michael Köhlmeier gewonnen hatte, war ich mit dem Alfred ebenfalls live dabei und trauere noch heute dem guten Gulasch nach.
Aber alles fließt und ändert sich und ich muß sagen, es war schon einmal schlechter, als es diesmal war und am Ende sind mir sogar die Tränen heruntergeronnen und ich habe gedacht, schade, daß die Brigitte Schwaiger nicht mehr dabei sein kann, sie hätte sie gefreut und dazu gedacht, daß ich nicht will, daß vielleicht in fünfzig, sechzig Jahre ein möglicher rotzfrecher Enkelsohn ein Hörspiel aus einem meiner Romane macht, die Trophäe schwingt und sagt, „Die Oma hat ohnehin ganz gut geschrieben!“
Aber schön der Reihe nach, einen guten Platz ziemlich weit vorn gefunden, das war ebenfalls schon was, die Johanna Rachinger beim Begrüßtwerden beobachtet, Küßchen rechts, Küßchen links, wie das heutzutage in der Szene üblich ist, dann kam der Peter Klein, der jetzige Hörspielchef, schwenkte seine Arme und sagte „Sie müßen noch fünf Minuten warten, bis die Nachrichten zu Ende sind!“, darauf folgte Doris Glaser in einem schwarzen Abendkleid, erklärte das mit dem zwanzigsten Mal des inzwischen recht kurzen Abends, kündigte die Hörspielgala-Combo mit Wolfram Berger, Wolfgang Puschnig und Paul Urbanek an, die es glaube ich, auch schon im letzten Jahr gegeben hat und wenn ich mich nicht irre, wurden die besten zehn Hörspiele vorgestellt, vielleicht kam aber auch zuerst die Generaldirektorin der Nationalbibliothek mit ihrer Eröffnungsrede, die erklärte, was Hörspiele und Bücher gemeinsam haben.
Dann wurde die zehn besten in je einer Minute präsentiert, Christine Nöstlinger über die „Ganz armen Frauen“ war dabei, Peter Handke, wieder Magda Woitzuck, Konrad Bayer, Alfred Noll, Brigitte Schwaigers Bearbeitung „Wie kommt das Salz ins Meer“, die Peschina-Bearbeitung von der „Kapuzinergruft“, wo ich dachte, „Aha, da haben wir das Hörspiel des Jahres!“, denn der Publikumsgeschmack deckt sich oft nicht mit dem der Kritik und meist gewinnt der bekannte Namen, haben wir ja nicht mehr die Zeit unserer Roth, Musil, oder James Joyce zu lesen.
Joachim Bißmeier wurde Schauspieler des Jahres und der hat über sechzig Hörspiele in über vierzig Jahren gemacht, wurde in den Dreißigerjahren in Bonn am Rhein geboren, kam in den Sechzigerjahren nach Wien und ans Burgtheater. Da habe ich ihn wahrscheinlich in den Siebzigerjahren als Torquato Tasso gesehen, wahrscheinlich mehrmals, weil ich ja einen Roman bzw. Erzählung über die Schauspieler die in Linz in einer solchen Aufführung spielen, geschrieben habe, ein Text der für mich wichtig war, aber nie veröffentlicht wurde, so hat sich das mir eingeprägt.
Und das Hörspiel der Kritik, das über einen Räuber handelte, den es wirklich gab, einen Einbrecherkönig, der sich an einen Autor wandte, der dann einen Text daraus machte, der von Wolfram Berger live auf der Bühne dargeboten wurde, wurde auch gekürt, es war prompt nicht bei den zehn besten vom Publikum ausgewählten.
Eine Pause gab es auch, in der ich mit niemanden ins Gespräch gekommen bin und danach die Präsentation des besten Kurzhörspiels, das diesmal nicht im Klangtheater sondern übers Internet gewählt wurde und die Preisträgerin, die sich Kopf an Kopf gegen das Zweitgereihte durchgesetzt hat, ist vor mir gesessen.
Dann wurden schon die drei Preishörspiele präsentiert. Die Nöstlinger mit ihrem Spinat, den alle hundert Hausparteien in der Gemeindewohnung am Donnerstag über oder untereinander kochen, landete auf Platz drei und der Roth, der ja eigentlich ein genauso schlimmes Ende hatte und in Paris elendiglich zugrunde gegangen ist, wie die Brigitte Schwaiger siebzig Jahre später in der Donau, landete auf Platz zwei und dann kam die junge rotzfreche Autorin, die schon einmal den Track 5, gewonnen hat und voriges Jahr den Publikumspreis, sich ihre Schauspieler aus Berlin einfliegen ließ und die Handlung in die Gegenwart verlegte und die Herren vom ORF haben den 1977 erschienenen Roman allen Ernstes als den besten Nachkriegsroman bezeichnet.
Nun ja, ich kann mich noch gut an das Jahr 1977 in der Otto Bauergasse erinnern, der Krieg war lang vorbei, der Roman ist plötzlich dagewesen und irgendwer hat behauptet, daß die Schwaiger damit den ersten Bachmannpreis gewinnen wird, der Torberg hätte es ihr gerichtet. Sie ist aber gar nicht angetreten, dann ist sie wieder abgestiegen und ich habe sie einmal am ersten Mai mit der roten Nelke auf dem Rathausplatz getroffen, wo sie die Ruth oder die Ruth sie angesprochen hat.
Schade, daß sie das nicht mehr erleben konnte, aber vielleicht hätte sie sich genausowenig gefreut, wie ich in sechzig Jahren über ein Hörspiel eines möglichen rotzfrechen Enkels, weil dann wärs ja nicht mehr mein Buch?
Nachdem die Preisträgerin ihre Trophäe erhalten hatte, wurde Brigitte Schwaigers Bild projeziert und ein Satz von ihr gesendet, den man am Donnerstag im ganzen Interview von Michael Kerbler, das glaube ich, auch im Sommer 2010, als man ihre Leiche in der Donau fand, gesendet wurde, hören kann.
„So kommt das Salz ins Meer, Brigitte!“, hat damals jemand gebloggt und ich finde es trotzdem schön, daß dieses Hörspiel gewonnen hat, habe dann im Foyer noch die andere Brigitte, die Nachbarin der Lindners und Helma Giannone getroffen, die mich fragte, wieviel Trinkgeld ich an der Garderobe geben werde?
Das Hörspiel des Jahres wird am Samstagnachmittag übertragen, der Kritikerpreis folgt am Dienstag und die Kurzhörspiele kommen auch.

2012-02-24

Ö1 Hörspiel Gala

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:12

Früher hat es „Lange Nacht des Hörspiels“ geheißen und ist wirklich lang gewesen, ich erinnere mich, wie ich einmal mit dem Alfred im Taxi weit nach Mitternacht nach Hause gefahren bin. Lang, lang ists her, da hat es wahrscheinlich noch das Buffet mit dem berühmten Gulasch gegeben, das Konrad Zobel irgendwann zugunsten der Autoren, wie er sagte, einsparte, dann sind die langen Nächten immer kürzer geworden und weil sie jetzt so kurz sind, daß der Name nicht mehr stimmt, wurde es in eine „Ö1 Hörspiel Gala“ umbenannt, in Krisenzeiten, wie diesen gibt es natürlich nicht wieder ein Buffet und ich bin schon das zweite Jahr ganz zufällig hinter Konrad Zobel gesessen, der ja inzwischen in Pension gegangen ist.
Ich war so früh dran, daß ich einen der ersten nicht reservierten Plätze bekommen habe und vorher habe ich die Wohnung und die Fenster geputzt, denn ich bin, Applaus und Tusch für mich, mit dem Korrigieren der „Wiedergeborenen“ schneller als geglaubt und erwartet fertig geworden. Zum Stadtspaziergang zwecks Erkundung des neuen Romanthemas, bin ich noch nicht gekommen, nur gerade auf die Mariahilferstraße zum Libro, um zwei Papierpakete für die Lesungsflugblätter einzukaufen, dabei bin ich der Autogrammsammlerin, die ich öfter bei Literaturveranstaltungen treffe, begegnet und wollte sie schon fragen, ob sie am Abend zu der Gala ins Radiokulturhaus geht und als ich mit den Paketen, der Milch, dem Frufru und den Äpfeln, die ich auch noch kaufte, nach Hause gegangen bin, habe ich die Andrea Sproll vom Lesetheater und die ehemalige Bezirksrätin Brigitte Steininger getroffen, die mich 2002 zu einer Lesung in die Szene Margareten eingeladen hat, die dann nicht stattgefunden hat und die waren dann im Radiokuluturhaus, so daß ich gleich meine Lesungszetteln verteilen konnte.
Ich habs ja schon das letzte oder das vorletzte Jahr geschrieben, die Hörspielnächte werden immer durchstrukturierter und passieren genau nach Programm, diesesmal noch ein bißchen mehr, denn es wurde live gesendet, so daß ich gar nicht hingehen hätte brauchen, aber das habe ich zuerst nicht mitbekommen und am Ort bekommt man auch mehr zum Literaturflüstern mit.
Peter Klein und Doris Glaser haben wieder moderiert und bevor es mit den Nachrichten, um sieben begann, sagte Peter Klein noch, daß es genau um zehn enden wird, also nichts mit langer Nacht, dafür aber volles Programm.
Die Verteilung der afrikanischen Radios entfiel diesmal, dafür gab es die Ö1 Hörspiel Gala Combo mit Wolfgang Puschnig, Paul Urbanek und Wolfram Berger und der letztere sang u. a. einige Joe Berger Lieder in der Vertonung von Ernst Kölz. Dann kam Wolf Wondraschek und hielt eine Laudatio auf das Hörspiel, beziehungsweise erzählte er von einem wunderbaren Programmdirektor, der sich immer von einem Blinden begleiten läßt, seiner Hörspielproduktion und die Sechzigerjahre sind, glaube ich, auch vorgekommen.
Es gab wieder kurz Ausschnitte der zehn Hörspiele, die zu den besten gewählt wurden. Da werden ja immer Programmkarten verschickte, wo man unter den zwanzig Neuproduktionen wählen konnte. Diesmal hatte ich die Karte mit, so kann ich die zehn Favorites flüstern und ein paar der Autoren habe ich schon vorher gesehen. So ist Peter Rosei neben Konrad Zobel gesessen und ein paar Reihen weiter vorn Antonio Fian. Antonio Fians Hörspiel hieß „Hennir“, das von Peter Rosei „Nachricht von Europa.Europa“. Dann gabs noch eines von einem mir unbekannten Julian van Daal „Alles Ausschalten“ und „Die sieben Raben“ von Johanna Tyschautschner, das ist nach dem Buch der Autorin und steht auf meiner Leseliste. „Rampenflucht“ von Michael Dangl, ist auch nach einem Buch und da habe ich den Schauspieler, ich glaube eher früh am Morgen bei „Rund um die Burg“ daraus lesen gehört. „Der Bau“ von oder nach Franz Kafka. „Weiter leben“ nach dem Buch von Ruth Klüger, „Wie Sie ein schlechter Liebhaber werden oder Die Kunst des sexuellen Boykotts“ von Peter Danzinger, „Marie.Ein Fall“ von Susanne Ayoub, die war ebenfalls da und hat mich in der Pause begrüßt und „Kalte Asche“ von Carolina Schutti.
Da ich nicht sehr oft Hörspiele höre, habe ich die meisten nicht gekannt und mich auch nicht an der Auswahl beteiligt, denn ich hätte ja nur für „Niemand da an der Tür“ von Andrea Winkler stimmen können, weil ich da ja im Klangtheater bei der Vorpremiere war. Interessant, interessant, das Hörspiel ist nicht in die nähere Auswahl gekommen oder auch nicht interessant, denn das Publikum hat ja einen anderen Gescmack als die Kritiker, deshalb gibt es seit einigen Jahren auch den Kritikerpreis, wo dann die künstlerisch anspruchsvollen Stücke gekürt werden, sollte man meinen, war auch immer so, diesmal nicht so ganz, denn höre und staune „oder 1 Schuhmannwahnsinn“ von Friederike Mayröcker wurde von dem Kritikersprecher zwar genauso erwähnt, wie „weißes rauschen“ von Sophie Anna Reyer, „Niemand da an der Tür“ aber nicht und gewonnen hat ein Stück von einer mir unbekannten Autorin „Die Hochzeit. Szenen eines Ereignisses vom Lande“ von Elisabeth Putz, die auch die Regie machte und offenbar über die Hochzeit ihrer Schwester ein Hörspiel machte, ein Stück also, das könnte man meinen, eher zu dem Kurzhörspielwettbewerb passen würde, da hat, glaube ich, auch eine der anderen Putz-Schwestern, den dritten Preis gewonnen, es gibt also immer Überraschungen bei den Preisvergaben, dafür bin ich, das verrate ich jetzt gleich mit meiner Schätzung des Hörspiels des Jahres richtig gelegen.
Aber erst wurde die Südtirolerin Gerti Drassl als Schauspielerin des Jahres gewählt, Götz Fritsch hielt die Laudatio und Wolfram Berger gab ein Ständchen. Dann gabs die Pause, wo ich mich mit Gabriele Petricek über die Auswahl des Kritikerhörspiels unterhielt und meine Zetteln verteilte. Danach wurden die Sieger des Kurzhörspielwettbewerb bekanntgegeben und das Siegerstück, das „Kinderwägen“ oder so hieß und sich über die U-Bahnansagen bzw. die Bevölkerungspolitik Chinas lustig machte, gesendet und die drei Publikumssieger bekanntgegeben. Dritter Preis Antonio Fian, zweiter „Rampenflucht“ und erster Ruth Klügers „Weiter leben“.
„Das Publikum hat gut gewählt!“, sagten die Moderatoren und spielten zehn Minuten vom Hörspiel vor, waren das noch Zeiten, als das ganz gesendet wurde, aber um zehn Uhr gabs ja wieder Nachrichten und da mußte die Gala beendet sein, dafür wird es morgen Nachmittag gesendet.
Ich habe ja das Buch gelesen oder überflogen und war auch beim Lesezirkel in der Hauptbücherei darüber und muß sagen, daß das Hörspiel in der Regie von Gotz Fritsch wirklich sehr verdichtet und beeindruckend wirkte, Ruth Klügers Stimme war, glaube ich, auch dabei und so waren alle sehr zufrieden und morgen um zwei werde ich bei GV der IG-Autoren bin und das Literaturhaus ist ja ganz in der Nähe von dem Haus in dem Ruth Klüger die ersten elf Jahre ihres Lebens verbrachte.

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