Literaturgefluester

2009-11-28

laut lauter lyrik

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:27

Erich Fried Tage 2009, die Veranstaltung der internationalen Erich Fried Gesellschaft im Wiener Literaturhaus mit einem viertägigen Literaturfest, das den unerschöpflichen Ausdruck von Lyrik in allen ihren Seiten und Facetten beleuchtete, aber eigentlich hat es schon mit der Ausstellung „Alles Liebe und Schöne, Freiheit und Glück“ – Briefe von und an Erich Fried begonnen.
Die Buchpräsentation am Mittwoch habe ich versäumt, weil ich im Nanowrimo Fieber alles nicht unbedingt Nötige ausgeblendet habe und Donnerstags war ich in der alten Schmiede, um ein eigenes Stück Literaturgeschichte zu erleben und daher die Performance von Saul Williams versäumt.
Es hat für mich also erst gestern Nachmittag mit dem Thema „Die Freiheit dern Mund aufzumachen – wenn Lyrik eine Botschaft hat“, bzw., der sehr beeindruckenden Performance von Yuri Lane aus Chicago begonnen.
Das ist ein Schauspieler und Wortkünstler mit Hut, der einen Ausschnitt aus seinem Hip-Hop-Musical „Von Tel Aviv to Ramallah“ zeigte, das was wirklich sehr beeindruckend war. So etwas habe ich noch nie gesehen. Da ist einer herumgehüpft und hat seinen Körper als Maschinengewehr, Hubschrauber etc. benützt.
Dann gabs eine Diskussion zu dem bewußten Thema, bzw. eine Pause, weil erst die Technik adaptiert werden mußte, mit Saft und Wasser und einer Automatenliteraturaktion, wo man sich in einem dieser Fotoautomaten fotografieren lassen konnte und Thomas Ballhausen, Jörg Zemmler, Sophie Reyer, bzw. Judith Pfeiffer saßen im Hintergrund vor einem Computer und schrieben eine Textzeile auf die Rückseite des Fotos und der, der im Automaten saß, sollte „Los!“ schreien, bzw. sich auf die Nase greifen, wenn er fotografierbereit war und da die Rückmeldung fehlte, habe ich mein Foto erst heute mit einem starren Gesichtsausdruck und dem Satz „Was in meinem Kopf ist weiß nur er selbst“, von wahrscheinlich Jörg Zemmler, den ich nicht kenne, gefunden.
Lyrik also in allen ihren Formen, das berühmte Fried Bild von der Heide Heide auf der Literaturhauswand fehlte, Robert Huez sagte mir, es wurde heute in der Bibliothek aufgehängt, aber das Plenum eins unter der Moderation von Klaus Amann mit Esther Dischereit, der heurigen Preisträgerin, Robert Schindel, Nora Iuga aus Rumänien, Visar Zhiti aus Albanien und Barbara Hindegger war sehr interessant.
Zwei Nachkommen von Holocaust-Betroffenen, die ihr Leben im Versteck und Untergrund begannen und zwei Autoren, die aus Ländern kommen, in denen lang die Freiheit verboten war.
Nora Iuga las trotzdem ein in der Rumänischen Diktatur erschienenes, sehr offenes Gedicht vor, während Visar Zhiti, der von Andrea Grill übersetzt wurde, wegen eines solchen Gedichtes jahrelang im Gefängnis war.
Wie Barbara Hundegger dazu passte, habe ich nicht ganz verstanden, sie ist aber eine bekannte österreichische Avantgarde Dichterin.
Das Plenum II beschäftigte sich mit den verschiedenen Spielarten der Poesie. Geleitet hats der Josef Haslinger, der Yuri Lane nach Wien gebracht hat, es gab dann noch einen berühmten deutschen Poetry Slammer, der auch diese Text Box erfunden hat, bzw. dort mitarbeitet, mir im Vergleich zu Yuri Lane und Markus Köhle, den Slammer, den ich kenne, als eher leise erschienen ist, Michaela Falkner mit ihren Manifesten, die sich bei ihren Performances auf den Boden legt und einige Tage liegen bleibt, war auch dabei und Ann Cotton, die Priessnitz-Preisträgerin, die sich damals in eine Kiste setzen wollte und einen Band bei Suhrkamp hat.
Unterschiedliche Lyrikformen, die mit Erich Fried nicht viel zu tun haben, mehr mit Ernst Jandl und von dem gab es einen Film, wo er in der Royal Albert Hall aufgetreten ist.
Danach gab es, glaube ich, endlich was zu essen und die Poetinnennacht mit Lyrik aus Österreich, nämlich Gedichte von Elfriede Czurda, Maja Haderlap, Sonja Harter, Friederike Mayröcker, Judith Pfeifer und Angelika Reitzer und das war sehr interessant und spannend.
Bei der Präsentation von Friederike Mayröckers neuem Gedichtband war ich schon mit dem Alfred in der alten Schmiede, in Sonja Harter und Judith Pfeifer habe ich aber zwei sehr junge neue Stimmen erkannt, wobei ich Judith Pfeifer wirklich kennenlernte, von Sonja Harter habe ich schon einiges in den Manuskripten gefunden, bzw. hat Andrea Stift einen Link zu ihrem Blog und auch interessant, das Gedicht „feuertod, ins Wasser“ bezieht sich auf den Briefwechsel Bachmann-Celan, den ich gerade lese und da ich bis zur Besprechung noch etwas brauche, ist das ein Tip für den Otto und auch andere, inzwischen dieses Gedicht zu lesen.
Enthalten ist es in dem Gedichtband „laut lauter lyrik“, herausgegeben von Robert Huez und Anne Zauner, der zu dem Symposium bei Skarabaeus erschienen ist.
Zwei sehr interessante junge Frauenstimmen also, dann gabs nach einer Pause, die „Rotten Klinck Show“ mit Ann Cotten, Monika Rinck und Sabine Scho mit der ich nicht viel anfangen konnte, da mir hier die Poetik fehlte.
Drei jüngere Frauen streuten nach dem Motto „Gewalt an Dinge“ Zucker, steckten Brötchen in eine Mikrowelle und warfen sie ins Publikum, wobei sie theoretische Texte verlasen und ein drogensüchtiges Pferd tanzen ließen, was mir sehr improvisiert erschien.
Heute gings mit poetischen Kurzfilmen aus Österreich und anderswo weiter, die mir sehr interessant erschienen, darunter einen nach Celan-Gedichten, was wieder zum Briefwechsel passt. Dann gabs den Kuchen früher und vor dem Plenum drei, wo es um die Vermarktung von Gedichten ging, las Oswald Egger sehr beeindruckende Gedichte.
Nach einer weiteren Pause wurde es im Literaturhaus sehr voll, denn dann kamen „Attwenger goes Goas“ und unterhielten die Gäste mit oberösterreichischen Dialekt, Gesang und Zieharmonika.
Small talk heute und gestern, gelegentliche Gefühle von Isolation und Einsamkeit, aber mit der sehr kommunikativen rumänischen Autorin habe ich mich lang unterhalten, Josef Haslinger von meinem Blog erzählt und von ihm erfahren, daß er am Donnerstag nur deshalb nicht in der alten Schmiede war, weil die Filmpremiere seines „Vaterspiels“ stattgefunden hat und morgen geht es weiter mit der Verleihung des Preises an die Berlinerin Esther Dischereit und ich habe in Bezug auf Lyrik wirklich viel gelernt.

2014-03-19

Nochmals Lyrik

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:46

Der März ist der Tag der Lyrik, das hat Hans Weigel in den Fünfziger bis Siebziger Jahren in der Gesellschaft für Literatur so eingeführt, weil, wie er sagte, Schriftsteller sowieso arme Hunde oder Menschen sind, die Lyriker aber die allerärmsten. So gibt es um den vierzehnten März herum, glaube ich, immer Lyrikveranstaltungen in der Herrengasse. Früher ist Elfriede Ott mit ihren Schauspielstudenten dort aufgetreten, der Kulturkreis „Podium“ hat einen Folder zu diesen Anlaß „Lieben Sie Gedichte!“, steht, glaube ich, darauf, die GAV hat ihren „Tag der Lyrik im März“, den ich heuer wegen Leipzig leider versäumte, dafür war ich aber schon im Februar in der „Alten Schmiede“ wo Friedrich Hahn lyrische Textvorstellungen präsentierte.
Dann bin ich nach Leipzig gekommen und habe dort im Gohliser-Schlößchen Kerstin Hensel aus ihrem Buch zum Verstehen von Gedichten vortragen gehört, danach Clemens J. Setz ersten Gedichtband am ARD-Forum, in Wien gings gleich weiter mit dem „Dicht-Fest“ und heute in der „Gesellschaft für Literatur“, wie Marianne Gruber in ihrer Einleitung sagte, mit zwei grundverschiednenen Büchern und Autorinnen, die auf ihre Art und Weise dann auch wieder sehr ähnlich sind.
Nämlich mit Judith Nika Pfeifers „nichts ist wichtiger kleines ding du“ und der „Litanei gottloser Gebete“ der Musikkritikerin und Wissenschafterin Irene Suchy, bestens bekannt aus Ö1.
Und Judith Nika Pfeifer habe ich beim „laut lauter lyrik-Festival“ der „Erich Fried Tage“ im Literaturhaus kennengelernt.
Da konnte man sich ja im Lyrikautomaten bedichten und fotografieren lassen. Judith Nika Pfeifer und Jörg Zemmler haben das für mich getan und Judith Nika Pfeifer hat dann auch den „Priessnitz-Preis“ bekommen und grüßt mich immer auch sehr freundlich, wenn ich sie bei einer Veranstaltung sehe.
Nächste Woche wird sie in der „Kolik-Lounge“ auftreten, aber da werde ich in Ungarn sein und meine Ungarn-Bücher lesen und Marianne Gruber hat die Direktheit und die Anklage in den Pfeiferschen Gedichten erwähnt.
„Kaiser fickt Sisi, Sisi fickt zurück“ direkter geht es nicht. Hans Weigel hätte das in seiner Cafe Raimund-Dichterrunde, wo die Dichter ihm ihre Gedichte brachten, sicher nicht durchgehen lassen, würde ich mal vermuten, aber Judith Nika Pfeiffer gehört ja der Generation der nach 1970 geborenen an, die nicht mehr von der schwarzen Pädagogik geformt wurden, wie Marianne Gruber weiter erwähnte.
Irene Suchy hatte diese Gnade offenbar nicht und daher unter ihrer Mutter, einem BDM-Mädchen mit BDM-Freundinnen, sehr gelitten und rechnet in ihren Litaneien damit ab. Man hört die Stimme der Mutter, die die Tochter verformt, zurechtbügelt und biegt, in ein katholischen Ferienlager zur Ferienzeit schickt, während die Großmutter begraben wird und die Tochter hält der Mutter dann auch noch die Grabrede, die die Freundinnen der Mutter entsetzte.
Judith Nika Pfeifer hat in ihrem Band auch eine Litanei „Bitte um Vergebung, Angola, Kambodscha, Vietnam, Kärnten, Deutschland, ect, ect“ und in der Diskussion wurde vor allem Irene Suchy mit Fragen bestürmt, die erzählte, daß diese Gedichte über Jahre gereift seien und sie sie erst herausgegeben hat, als Richard Pils von der „Bibliothek der Provinz“, sie dazu bedrängte.
Irene Suchy ist ja eine wortgewaltige energische Frau, die sich sehr für die Genderproblematik einsetzt und auch schon viele Musiker-Biografien geschrieben hat und ihre Litaneien rückten fast ein wenig vom „Tag der Lyrik“ weg, der diese Woche auch in den „Gedanken für den Tag“, fünf vor sieben in Ö1begangen wird.
Da liest ein Schauspieler Gedichte vor und bezieht sich auf einen „Welttag der Poesie“, der am 21. März, gefeiert wird. Offenbar gibt es das nicht nur in Österreich und Zufall oder nicht, am Büchertisch der Gesellschaft, der jetzt schon ziemlich abgeräumt ist, lagen diesmal drei Lyrikbände auf. Zwar allesamt von Männern, dafür aber ausgesuchte Gustostückerln und zwar „Schmerz vor Tag“, ein 1957 erschienener Band von Theodor Sapper, Hilde Langthalers Onkel, der auch den Roman „Kettenreaktion Kontra“ geschrieben hat. Dann eine Anthologie „Begegnungen“ -„Lyrik und Graphik aus Kärnten und Slowenien“ aus dem Jahr 1968 und dann noch Frederik Brainins „Das siebte Wien“aus dem „Verlag für Gesellschaftskritik“.
Jetzt muß ich das alles noch lesen, beziehungsweise auf meiner endlos Leseliste unterbringen. Da macht es gar nichts, das mir Alfred Gelbmann, Judith Nika Pfeifers Verleger ihren ersten bei „Mitter“ erschienenen Gedichtband nicht geschickt hat und Sylvia Petter, die ich einmal im Literaturhaus kennenlernte, bereitet auch ein Lyrik-Symposium vor, bei dem, glaube ich auch Judith Nika Pfeifer auftreten wird.

2010-03-16

Zum Tag der Lyrik 2010

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:38

Hans Weigel hat, so hat Marianne Gruber, die Veranstaltung in der Gesellschaft für Literatur eröffnet, den ersten Mittwoch im März, zum Tag der Lyrik erklärt, um für die Lyriker, die die allerärmsten unter den Schriftstellern sind, ein Zeichen zu setzen. Die Gesellschaft für Literatur setzt aber im gesamten Monat März mit mehreren Veranstaltungen Zeichen, einige davon habe ich bereits versäumt, zu der mit Barbara Hundegger, Christoph W. Bauer und Robert Schindel, der die beiden für den Priessnitz Preis vorgeschlagen hat, moderiert von der Haymon Pressereferentin Gerlinde Tamerl, bin ich gegangen.
Es gibt noch nächste Woche, die Lyrik im März GAV-Veranstaltung im Universitätscampus und der Literaturkreis Podium gibt zu diesem Anlaß seit Jahren einen Folder mit Gedichten seiner Mitglieder heraus, den ich mir regelmäßig hole und auch nach Leipzig mitnehmen werde. Ich habe in meiner Büchersammlung einige ungelesene Lyrikbände, die ich endlich lesen sollte, wie Axel Karners „Lissabonner Gedichte“, der auch in der Podiumsbeilage enthalten ist, Mircea Lactatus „rund um meine eltern eine burg“, den mir Christa Stippinger freundlicherweise letztes Jahr geschenkt hat oder O.P.Ziers „Vom Diesseits der Wünsche jenseits ihrer Erfüllung“, von einem dieser Büchertürme, was ich mir zwar immer vornehme, dann aber igendwie nicht schaffe. Ich bin eben nicht nur eine Prosaschreiberin, aber an Literatur generell interessiert, mit einem Blick über den Tellerrand…
Es war im Palais Wilczek nicht sehr voll, als ich meine Lesungszettel ausgelegt habe, Marianne Gruber hat mich freundlich begrüßt. Barbara Hundegger kenne ich aus der GAV und von den Fried Tagen 2009, der Name Christoph W. Bauer war mir auch bekannt, daß beide Priessnitz Preisträger sind, war mir nicht bewußt, obwohl ich in den letzten Jahren ziemlich regelmäßig zu den Preisverleihungen gehe, er ist aber, glaube ich, kein reiner Lyrikpreis. Den Namen Gerlinde Tamerl kenne ich ebenfalls, denn dorthin habe ich vor einigen Wochen gemailt, als ich Ludwig Lahers Buch haben wollte. Seither bekomme ich die Haymon Einladungen und Haymon und Skarabaeus gehören offenbar zusammen, denn Barbara Hundegger „schreibennichtschreiben“ ist bei Skarabaeus, Christioph W. Bauers „Schweben im Kopf“ bei Haymon erschienen.
Aber der 1968 in Kärnten geborene Christoph W. Bauer hat aus einer Menge Gedichtzyklen gelesen und eine sehr poetische Sprache. Barbara Hundeggers Lyrik ist dagegen sachlich klarer und bei „schreibennichtschreiben“ geht es über ihren Schreibprozeß. So hat sie sich in der Einleitung sehr gesellschafts- und sozialkritisch geäußert und beklagt, daß es speziell Dichterinnen schwer haben, weil die zwanzigjährigen Ziehsöhne, den Wert der Lyrik nicht so sehr verstehen und verlangen, daß man immer Zeit habe, wenn sie sie brauchen, sie sonst aber eh immer schreiben könne. Und bei einem Poet Congress in Bratislava lauter arme Dichter zu treffen, ist auch kein erhebender Anblick, wie es auch der nicht ist, zu einer Lesung eingeladen zu werden und dann sitzt niemand im Publikum, als ein paar Verirrte, Mitgekommene, heimlich Schreibende und der Veranstalter.
Diesmal war es nicht so arg, da hat Ludwig Laher weniger Zuhörer gehabt und außerdem habe ich einige Bekannte, wie Andreas Renoldner, Sabine Gruber und den Lehrer gesehen, der nachher immer zum Signieren kommt. Gerlinde Tamerl hat sehr interessante Fragen gestellt, die, wieso man schreibt, zum Beispiel, was eine Frage ist, die Cornelia Travnicek nicht mag. Diese Dichter hatten damit kein Problem und sie auch beantwortet. Robert Schindel damit, daß er damit erklärt, warum er da ist und wenn dann ein paar Leute etwas davon haben, ist das auch sehr schön und das Schreiben ist für ihn die Erlaubnis, sich von den Kommunikationsangeboten dieser Welt zurückzuziehen. Er setzt sich mit einem Block ins Cafe und ist für die anderen unansprechbar, während sich Barbara Hundeggers Ziehsohn nicht an dieses Signal hält. Der Bezug zu Priessnitz wurde von den Priessitzpreisträgern erfragt, worauf Barbara Hundegger meinte, daß sie dadurch dem Dichter nähergekommen ist. Priessnitz und auch der Lavant, die sie erst dadurch verstanden hat, vorher hat sie sie für eine bigotte Dichterin gehalten. Da muß ich natürlich ätzen, daß dann vielen die Chance, die Dichter zu verstehen, genommen wird, außer sie gehen zu den Lyrikveranstaltungen und hören als heimlich Schreibende zu und das Gedicht, hat Robert Schindel, die letzte Frage noch beantwortet, ist kein Gewinnst und kein Gedummst.
Nachher noch die Bücher am Büchertisch durchblättert und nun geht es nach Leipzig, wo ich wahrscheinlich auch einigen Lyrikern begegnen werde.
Cornelia Travnicek liest am Sonntag dort, allerdings aus „Fütter mich“, vorher ist sie noch im Stift Melk bei einer Buchpräsentation des Altabts exklusiv eingeladen. Jacqueline Vellguth und die Schreibwerkstatt treffen am Samstag in der Glashalle zusammen. Anni Bürkl teilt am Freitag mit ihrem Autorenstammtisch um 15.30 bei der Fantasyinsel Süßigkeiten aus und hat mich gebeten, daß ich auf ihren Krimiworkshop nächsten Dienstag in Lhotzkys Literaturbuffet, weitere Informationen auf: www.texteundtee.at, hinweisen soll.
Ansonsten werde ich mich wahrscheinlich im Wiener Kaffeehaus aufhalten und Leute treffen, die ich auch hier sehen könnte, vielleicht aber auch beim blauen Sofa sitzen, ect.
Eine Woche gibts jetzt kein Literaturgeflüster, dann werde ich davon erzählen.

2015-11-18

Wildganspreis an Barbara Hundegger

Der „Anton Wildganspreis“ der Industriellenkammer wurde heuer, beziehungsweise schon im Jahr 2014. an die Tiroler Lyrikerin Barbara Hundegger verliehen, die mir vor ein paar Jahren in der „Gesellschaft für Literatur“ durch ihre strengen Kriterien aufgefallen ist.

Beim „laut lauter lyrik-Festival“ hat sie glaube ich auch mitgemacht und sie war oder ist Lektorin am Institut für Sprachkunst. Jetzt scheint sie aber in Innsbruck zu leben und einer ihrer Lyrikbände ist, glaube , kurzem zu mir gekommen.

Jetzt ist sie „Wildganspreisträgerin“ und die Preisverleihung lief wie gewohnt festlich an. Für Mitglieder der Familie Wildgans sind im „Haus der Industrie“ am Schwarzenbergplatz immer Plätze reserviert. Christa Kern war da und noch einige andere Autorinnen, wie der frühere Preisträger Arno Geiger.

Barbara Neuwirth hielt die Laudatio, ist sie ja mit  Professor Holzner und Marianne Gruber in der Jury und sie erwähnte, sowohl die Lebens-als auch die Werkdaten der Autorin.

Vorher gab es Musik und die Eröffnungsrede des Generalsekretärs, der etwas von Sichbarmachen und Darstellen erzählte, dann kamen die Dankesworte der Autorin, die sehr deutlich mit Tiroler Akzent zu artikulieren versteht und auch einen sehr energischen männlichen Eindruck machte.

Sie bedankte sich für das Geld und für das Kommen, gab dann ein paar ihrer Gedichte, die jetzt bei „Haymon“ erschienen sind zum besten, so war auch Valerie Besl da, es gab auch einen Büchertisch vor allem aber Brötchen und Petit Foirs um die sich alle drängten und Sekt und Wein zum Anstoßen mit der Preisträgerin gab es natürlich auch.

2014-12-27

HAB DEN DER DIE DAS

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:23

„Der Königin der Poesie Friederike zum 90. Geburtstag“, ein Blumenstrauß mit circa hundertsiebzig Blüten zu Textzeilen der Geehrten, herausgegeben von Erika Kronabitter, der unermüdlichen, die schon einmal „Die Friederike-Briefe“, eine andere Hommage an Friederike Mayröcker herausgegeben hat.

Mein Text ist nicht dabei, wieder einmal nicht, diesmal war es ein Versehen und ich wäre vielleicht auch eingeladen und aufgefordert gewesen, meinen Senf in Chose zu spritzen, so wie ich das bei der Veranstaltung „Was schreiben was tun!“, auch einmal getan habe und einen Text zu einer Veranstaltung geschrieben habe, zu der ich nicht eingeladen wurde.

Friederike Mayröcker und Ernst Jandl wahrscheinlich schon, so bleibt dieser Text ungeschrieben, in dem ich mich wahrscheinlich an das Zitat aus den „Magischen Blättern“-„Da hat man sich ein ganzes Leben lang um Literatur bemüht und es ist immer noch nichts herausgekommen dabei“, den ich einmal in der „Alten Schmiede“ mitgeschrieben habe, bezogen hätte.

Es gibt aber das Friederike Mayröcker-Archiv und viele Artikel zu F.M. in diesen Blog, um die man, wenn man in Wien wohnt, nicht herumkommt, wie man einmal nicht um Elfriede Gerstl herumgekommen ist.

Und der bei „Art und Science“ herausgekommene Band mit den hundertziebzig Blumenblättern, Gedichte, Zeichnungen, Textstellen von mehr oder weniger bekannten Autoren, Journalisten, Wissenschaftlern, Bewunderern, etc ist auch zu mir gekommen, liegt vor mir, ich lese ihn durch und habe mit dem Schluß begonnen, mit den Interview, das Juliana Kamiskaja mit der Autorin anläßlich ihrer „Scardanelli-Übersetzung“ führte. Die habe ich glaube ich im Literaturhaus bei dem „F.M. Symposium“ gehört und das Interview gibt Details aus dem Leben der Dichterin wieder, die ich in den letzten Tagen bei den Veranstaltungen und im Radio öfter hörte.

Das von den Verbalträumen zum Beispiel, die Friederike Mayröcker hat, dann schreibt sie in der Nacht noch die Worte auf, die ihr im Schlaf kamen, tippt als Estes am Morgen eine Stunde lang in ihre alte Schreibmaschine, Friederike Mayröcker benützt keinen Computer, ist aber sonst in ihren Texten technikaffin und gesellschaftskritisch, bezieht das dort ein, ihr Lieblingsdichter ist Friedrich Hölerlin, deshalb auch der „Scardanelli“ und zu den Lieblingsbüchern gehört „Die Postkarte“ oder „Glas“ von Jaques Derrida, den sie ja öfter zitiert.

Interessant, interessant und dann nach vor geblättert und gelesen, was die anderen über F.M. zu sagen haben. Richtig ganz am Schluß, gibt es noch ein Foto der Geehrten, wo ihr Kopf zwischen einem großen Blumenstrauß lächelnd hervorlugt, von Erika Kronabitter im Literaturhaus aufgenommen.

Beginnen tut es mit einer Danksagung von Erika Kronabitter und geht von Malte Abraham durch zu Christiane Zintzen, die schon auf ihrem Blog, das Buch erwähnte.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sich wirklich alle Autoren auf ein Mayröcker-Zitat bezogen haben, zumindest kann ich das nicht immer erkennen, so erwähnt Martin Amanshauser in seinem Text beispielsweise, daß er jahrelang in „Rudis Beisl“, das, glaube ich, gleich bei mir um die Ecke ist, am gleichen für F.M. reservierten Tisch zu Mittag gegessen hat, auch ein schöner Schreibimpuls bzw. Inspirationsanregung.

El Awadalla hat einen Text, der sich auf die Zentagasse, wo die Dichterin ja wohnt, bezieht und Zdenka Becker hat ein Textzitat und stellt es dem ihrigen voran.

„Es mayröckert“ schreibt Georg Biron. „Es schwebt. Es schläft. Es blendet und singt. Liebevolle Wärme trifft sich im Kaffeehaus.“

Und Patricia Brooks schreibt „Bitte nicht erschrecken. Ich sitze auf einem Pulverfass.“

Helwig Brunner, den ich schon bei einigen Lyrikveranstaltungen hörte, hat ein „Fragment zu F.M.“, das sich „auf dieses Jäckchen (nämlich) des Vogel Greif“ bezieht und auch Crauss, den ich bei einer „Ritter-Festveranstaltung“ kennenlernte und von dem ich mir einmal ein dickes „Ritter-Buch“ kaufte, nur um Christel Fallenstein davon zu erzählen, hat auch einen Textbeitrag, genau, wie die Erwähnte selber, die ja aus Deutschland nach Wien gezogen ist um F.M.s Texte abzuschreiben und sie inzwischen, glaube ich, auch zu den Veranstaltungen zu begleiten.

Esther Dischereit, die Fried-Preisträgerin und Professorin oder Dozentin der Sprachkunst, schreibt sehr poetisch „Hab gerade die Zeilen geöffnet die wo da durch und dann darüber und wieder x und mit der Hand…“ und Stephan Eibel Erzberg, der mir ja das schöne Nachwort für das „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ geschrieben hat, hat am 17. 12. 2001″ „vor einem jahr noch vor drei jahrzehnten schon ernstn jandl so gern gelesen“

Ingrid Wald hat dagegen einen „Le jardin pour Friederike“ gezeichnet und Franzobel ist für Friederike Mayröcker zum 90er in die „Türme des Schweigens“ gestiegen.

Bettina Galvagni, von der ich einmal hörte, daß sie in Frankreich als Ärztin lebt und nicht mehr schreibt, hat von ihrer Begegnung mit F.M. in der Zentagasse geschrieben und Petra Ganglbauers „Sonnengruss für Friederike M. – „Mein Johanniskrautgesicht“ habe ich schon einmal in der „Alten Schmiede gehört und ist glaube ich, auch im „Feribord“ veröffentlicht und Christine Haidegger bezieht sich in „Für Fritzi in Zuneigung“, auf das bekannte Zitat, das ich auch am Samstag im Radio hörte, daß F.M „den Tod für einen Unfug findet und gerne hundertdreißig Jahre“ werden will.

Sonja Harter, die ja eine eigene Gedichtsammlung mit F. M. Gedichten herausgegeben hat, ist im Buch enthalten und Bodo Hell, der langjährige Vertraute, der ja glaube ich, gerade auch ein Buch über sie herausgegeben hat, wie es zum Neunziger der Verehrten überhaupt einige Goodies gibt, die sich inzwischen auf meinen Schlafzimmertischchen tummeln.

Gibt es da ja die „Flugschrift“ von Dieter Sperl mit Texten von Bodo Hell und Friederike Mayröcker, das „Firebord 2“ von Gerhard Jaschke ist Friederike Mayröcker gewidmet und da ist auch das „Alphabet“ enthalten, das es auch  in den zwei „Freibord-Nummern“ gibt, die zum siebzigsten Geburtstag der Dichterin erschienen sind, in dem es auch die Unterschrift von mir zur Glückwunschkarte gibt und in den neuen „Manuskripten“ sind ebenfalls Würdigungen an sie und Texte von ihr enthalten.

Marie Therese Kerschbaumer, eine andere, etwas jüngere, Dichterin, die ich in den Achtziger und  Neunzigerjahren bei den GAV und IG-GVs regelmäßig getroffen habe und einmal auch mit zusammengestoßen bin, hat einen Text und Ilse Kilic hat ihr „Füße“ gemalt.

„Sfax fossivogi futapaß werden die neuen Welten sein. Gegenfüßler werden rotieren“, ist  der F.M. Text, auf den Bezug genommen wurde und hier sogar zitiert wurde, daß der 1977 bei „J.u.V“ erschienen ist, was ich bei den anderen Texten oft eher ratlos vermißte, weil ich in kein Textdurcheinander kommen wollte.

SiSi Klocker hat ein „Friederikengedicht“, eine Zeichnung, den Schlußsatz „Kurz: schön, daß es dich gibt“ und das „P.S.  Mein Buch, das ich dir schicken sollte, werde ich dir demnächst übergeben.“

Der Buchtitel stammt von der GAV-Sekretärin Magdalena Knapp-Menzel „hab den der die das vor hundert jahr mit grau unter schwarz, unter kugelrand unter schwarzdünn, hauchig plustrig. das hab ich.als erinnerung“

Der Poetry Slamer und Zeitschriftenforscher Markus Köhle hat eine „Demontage einer Serie von Liebesgeschichten“ und Margret Kreidl bringt in ihren „Papageienkoffer“, was später noch Peter Weibl machte und ich sehr schön finde, eine Collage aus Friederiken-Büchern.

„Und du brauchst“, dichtet Erika Kronabitter, wohl dem berühmten F.M. Gedicht nach, das in neunzig Sprachen übersetzt wurde, wie Christel Fallenstein zum achtzigsten Geburtstag erforschte und das auch in Carmen  Tartarottis zweiten Film „Das Schreiben und das Schweigen“ zum fünfundachtzigsten Geburtstag zu hören ist.

Von den Gedichten gibt es Beispiele in Arabisch, Chinesisch, Georgisch, Griechisch, Hebräisch, Japanisch von Joko Tawada übersetzt, die 1996 beim Bachmannpreis aufgetreten ist, alles  schwer zu lesen und Fotos wohl aus Carmen Tartarottis Film von der Dichterin zwischen fünfzig und  später, ihrer Wohnung, ihren Zettelbergen, etc, gibt es auch und einen „Kurzgedanken“ in Maschinenschrift vom 29.9.09 für Carmen Tartarotti, wo die Dichterin „falls du geehrt wirst mit  dem Hessischen Filmpreis für deinen Film „Das Schreiben und das Schweigen“ in welchen du meine Schreib- und Schweigefigur so schön gebannt hast dasz ich als flüchtige Tränenfigur durch deinen Kopf, durch deinen Kopf hindurch in diese deine Filmbilder hineinkrieche, wird meine Freude kein Ende nehmen.“, schreibt.

Kurt Neumann schreibt an „Capitaine Fritzi“ und Alexander Peer von dem ich auch ein Buch gefunden und gelesen habe, schreibt über seine Leseerfahrungen mit F.M, die ihm immer wieder „Neugier und Lust verschafft, die für ein lebendiges Lesen unerlässlich sind.“

Gabriele Petricek, die unermüdliche Veranstaltungsbesucherin und Stadt Wien Stipendiatin „mayröckert“ am 13. 9. 2014 „Blumenstöcke auf den Küchenfenster nämlich  in Formation“ und hat erfreulicherweise auch das Originalzitat angegeben, das aus dem von Robert Huez herausgegebenenen Bädchen „laut lauter lyrik“ stammt, das ich ihm ja einmal abgeschnorrt oder abgetauscht habe und Birgit Pölzl, die beim letzten Bachmannpreis gelesen hat, erzählt einen Traum, in dem sie sich viel auf Herrn Schmidt  und Arnos Zettelberge bezieht, der ja, wie ich inzwischen weiß, auch zu F.M.s Lieblingsdichtern zählt

Teresa Präauer dichtet nach „In meiner rechten Hand Ästchen voll mit Hagenbutten (Die linke in der Hosentasche.)“ und Julya Rabinowich „im Prückl sitzt Mayröcker manchmal grausam da aber immer fürstlich groß und schwarz.)“, ist die Dichterin ja immer so angezogen, wie sie auch im ersten Tartarotti Film erzählt und Doron Rabinovici beschreibt, die Erfahrungen während einer F. M. Lesung, die ich auch schon manchmal hatte „Friederike Mayröcker nimmt Platz. Sie breitet die Blätter aus. Sie verzettelt sich und liest mich auf. Sie spricht und an. Ruhe kehrt ein. Ich höre ihre Stimme und halte inne. Sie deklamiert nicht. Sie rezitiert nicht. Sie trägt nicht vor und trägt nicht auf. Sie gibt leichthin wieder, was sie aufschrieb.“

Ich füge noch hinzu, daß die Minute Stille, die herrscht, bis Frau Mayröcker zu lesen beginnt, ihre Brille aufsetzt, auf den vorbereiteten Zettel, die Textstellen heraussucht, vielleicht noch einmal einen vorwitzigen Fotografen bittet, wie am vorletzten Mittwoch bei der Lesung aus „Cahier“ kein Blitzlicht zu verwenden, wirklich sehr beeindruckend und unvergesslich sind.

Gerhard Ruiss, der Geschäftsführer der IG-Autoren, bezieht sich auf „Und ich schüttelte einen Liebling“ und erinnerte daran, was ich vor ein paar Tagen nachgeschaut habe, daß sie damit auf der Shortlist für den ersten dBp gestanden ist, was wohl  einige Romanleser in Schwierigkeiten brachte, obwohl das, wie ich erfahren habe, ein eigentlich gut zu lesendes Buch ist. Gewonnen hat aber ohnehin der viel jüngere Plotter Arno Geiger und die F.M. hasst ja leider außer den Tod auch das Erzählen.

Robert Schindel und Ferdinand Schmatz, die Doyens der Hochschule für Sprachkunst haben einen Text, der von Schmatz ist besonders kurz, so daß ich ihn hier wiedergebe “ du luft geflieder unser kleid“ und Hannah Sideris, die ich bei den „Poet Nights“ kennenlernte und die eine sehr gestrenge Literaturkritikerin ist, wie ich bei den GAV-GVs erfuhr, hat etwas „aus den Aufzeichnungen eines Engels“ und auch der Bachmannpreisträger von 2010 glaube ich, Peter Wawerzinek, den ich sehr gerne mag, hat einen Text, nämlich eine „Parodie auf ein ungeschriebenes Werk von FM „Ich hasse Märchen! Ich hasse Fressgeschichten! Ich bin gegen jede Art von Kriminalstory,Sorry!“ und so hat man sich durch den Blumenstrauß hindurchgeleen und ach ja, Friederike Mayröcker mag  keine solche, will sie nicht zu ihren Geburtstagen und auch nicht auf der Türmatte liegen haben, ein Wunsch, der sich zum Neunzigsten und wie auch im Buch zu sehen ist, ganz bestimmt nicht erfüllte, hat ja auch Erika Kronabitter das Buch in der „Alten Schmiede“ mit einem kleinen Sträußlein überreicht und die Dichterin hat sich dafür höflich lächelnd bedankt und man hat, wenn man sich durch den Reigen gelesen hat, viel von F. M und auch über die hiesige österreichische und auch deutsche, etc. Autorenschaft gelernt, so daß ich das Buch F.M Anfänger, Fortgeschrittene, Fans und vielleicht auch Skeptiker wirklich nur empfehlen kann und es nur etwas beauere, daß am Schluß zwar die Autoren, nicht aber ihre Biografien angeführt sind und alle Namen habe auch ich nicht gekannt. Die bei denen ich es tat und über die schon etwas im Geflüster zu finden ist, habe ich verlinkt, was für die Leser vielleicht ein bißchen hilfreich ist.

 

2014-04-03

Der Menschheit Würde und Dramatik

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:36

April im MUSA, mittlerweile eine etablierte Veranstaltung, obwohl diesmal weniger Besucher waren, vielleicht lag es an den Lesenden Michaela Falkner und Thomas Nash beides Dramatikerstipendianten oder Preisträger der Stadt Wien und im Museum auf Abruf gabs auch wieder eine neue Austellung.
„Der Menschheit Würde“, heißt sie und beschäftigt sich mit Menschenrechtsverletzungen. Da passt ja Michaela Falkner gut dazu und es geht, wie Julia Danileczyck erklärte, um den ersten, den zweiten Weltkrieg und den Fall der Berliner Mauer.
Hinter mir ist Susanne Ayoub in das Museum hineingegangen, die ich noch nie bei den Veranstaltungen sah, vielleicht eine Kanditatin für die nächste Staffel?
Wenn ich mich nicht irre hat Julia Danielczyk Gabriele Petricek nach der Veranstaltung als eine solche begrüßt und sie hat auch verraten, was mich mir schon dachte, daß im Oktober die Veza Canetti-Preisträgerin bekanntgegeben wird und im Juni hält Marlene Streeruwitz eine Rede und diesmal kam der Schauspieler und Drehbuchschreiber Thomas Nash an die Reihe, von dem ich noch nie etwas gehört habe.
Er las die ersten dreizehn Seiten aus dem Drehbuch seines Films „Acht“, der in Wien und in Mistelbach spielt und eine Mischung zwischen Science Fiction und Sozialdrama ist, denn in Mistelbach wird eine Monster gesichtet. Der Bürgermeister dementiert, der Herausgeber einer Wissenschaftszeitung schickt einen Journalisten hin, es gibt einen Banküberfall, eine Ärztin mit einem autistischen Sohn und die Namen der Helden die der junge Dramatiker vorab genau verlas, klingen sehr international Brigitte Boulet oder so ähnlich, Mike Weitflur etc und die Dame neben mir hat schallend gelacht.
Karin Rick fragte nach und Susanne Aujoub wollte wissen, was es mit dem Titel des Stücks zu tun hat und Michaela Falkner oder FALKNER, wie sie sich nennt um nicht zuviel von ihrem Privatleben zu verraten ist eine radikale Surrealistin, die mir schon von „laut lauter lyrik“ bekannt ist.
„Du blutetes, du blutest“ habe ich gelesen. Jetzt hat sie sich dem Hörspiel zugewandt und das, ihr zweiundvierzigstes Manifest „Herz Rauben, wo die Liebe ausbleibt“, wurde am 22. März als Hörspiel gesendet und es geht um Revolution beziehungsweise, um junge Männer denen an ihrem zweiundzwanzigsten Geburtstag ihr Herz herausgeschnitten und durch Kirschenkuchen ersetzt wird. Sie tragen ein Hirschgeweih und kämpfen gegen die Väter.
Alles schön abstrakt und nicht wirklich nachzuvollziehen. Michaela Falkner scheint es aber ernst zu meinen und hat schon einige Hörspiele gemacht, das nächste wird im Ö1 gesendet.
„Wo bleiben die Frauen?“, lautete eine Frage aus dem Publikum. Die gibt es in diesem Stück nicht, im nächsten wird es zwei Frauenstimmen geben.
Eine Frau fasste die beiden Texte gekonnt zusammen, für ein Dreiergespräch war dann keine Zeit, Julia Danielczyck ist hier ja sehr streng.
Gespräche also bei Brot und Wein, ich habe lange mit Wolfgang Helmhart gesprochen und vorher mit Anton Blitzstein, der mich eingeladen hat, für seine Zeitung einen Text zu spenden.
Dieter Sperl war auch da und hat die Sondernummer der Zeitschrift „Flugschrift“ verteilt, die er mit Barbara Zwiegfelhofer vom Literaturhaus kuratierte.
Das nächste Mal gibts am Tag der Integration Sandra Gugic und Irmard Fuchs zu hören, dann gibts eine längere Pause. Danach Saisoneröffnung mit der Veza-Canetti-Preisträgerin. Wer die sein wird, ist ja auch sehr spannend. Ich tippe auf Friederike Mayröcker oder Marlene Streeruwitz, aber es gibt ja noch sehr viele andere schreibende Wienerinnen und Marlene Streeruwitz kommt ja auch aus Baden.

2013-01-08

Dicht-Fest ins neue Jahr

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:31

Die erste Veranstaltung im neuen Jahr war wieder einmal ein DichtFest in der Alten Schmiede, diesmal fünf Männer und eine Frau, wie üblich moderiert von Christine Huber und die die Reihen sehr voll.
Herbert J. Wimmer hat mit seiner Lesung aus dem „Grünen Anker“ neunundneuzig Gedichte, die ich schon in der Gesellschaft für Literatur hörte begonnen und Christine Huber erklärte, daß der „Grüne Anker“ ein Lokal in der Grünangergasse war. Herbert J. Wimmer verlas wieder das Vorwort von Elfriede Gerstl und etwas über ihre Kleidersammlung, dann Auszuüge aus dem Langgedicht, das er schon in der Herrengasse gelesen hat, das mit den Geburtstagen, Begräbnissen, nach der Lesung, nach Vernissage, nach dem Kino etc und dann dreizen Minuten aus Gedicht neunundneunzig, das etwas zum Gedächtnis bzw. zum Erinnern zu sagen hatte.
Günther Kaip folgte mit seinem unveröffentlichten „Kiesel“, das heißt Auszüge daraus sind schon in Freiborden erschienen und Gerhard Jaschke war ebenfalls da.
Günther Kaip ist ein mir bekannter Name, ich war sicher schon auf Lesungen, trotzdem war mir der 1960 geborene ziemlich unvertraut und die „Kieselsammlung“ „Kiesel“ 73 bis „Kiesel 16“ etc, reimte sich sogar und die „Kiesel“ waren, wie Christine Huber in ihrer Einleitung erklärte auch ziemlich beweglich, hatten Gestalt und Stimme und sehr viel zu erzählen, was Günther Kaip auch mit kräftiger Stimme tat.
Dagegen war mir Toni Kleinlerchner ziemlich unbekannt, keine Ahnung ob er ein GAV-Kollege ist oder nicht, er brachte Takes aus japanischen Tagen“ aus dem Klever Verlag „Die Obdachlosen lesen Nietsche“. Mitbringsel aus einer Japanreise wie Christine Huber erklärte und dann kamen Tangas in Osttirolerisch, eine Gegend aus der Toni Kleinlerchner zu stammen schien und dann noch Gedichte von der Bachmann, von Hölderlin etc auch auf Tirolerisch übersetzt, originell wie eigentlich alle der Auserwählten, denn nach der Pause folgte Helwig Brunner und den Grazer habe ich auch schon in der Herrengasse gehört. Jetzt hatte er Rätselgedichte, die er zweimal las.
Man mußte den Gegenstand, die Zwiebel, die Brille, die Glatze, etc erraten und beim zweiten Mal, hörte man es ganz anders, wie der Autor sagte, stimmt wirklich, ausprobieren, war sehr klar und deutlich und einfach originell, während das, wie ich meine bei der mir unbekannten Angela Flam viel komplizierter war, obwohl ihr in der Bibliothek der Provinz erschienener Band den relativ einfachen Namen „seismo/gaphie“ oder auch „Ein Reigen“ trug und dann ging es rund mit „dem Reis und dem Eis, dem Schwein ohne Ohren“ und dem Fräulein, das immer wieder dieselbe Frage stellte.
Ein Gedicht, ich weiß nicht recht, sehr lange jedenfalls, wie Herbert J. Wimmer, aber ungewöhnlich auch in der Art des Vortrags und Jörg Zemmler den letzten Leser kannte ich ebenfalls.
Hat der mir 2009 bei laut lauter Lyrik ja auch einen Text geschrieben, dann hörte ich ihn einmal bei den „Wilden Worten“ und habe seine Stimme bzw. Tonaufnahme auch gleich am Anfang gehört. Wollte er ja seinen Text nur per Band präsentieren und selbst Gitarre spielen, dann schien mit der Technik etwas nicht zu klappen, so las er abwechselnd mit Christine Huber und sang am Schluß ein Lied und sein Text „Quert, recht- schreib- und denkfehler“ scheint auch recht originell zu sein, ist es doch im Eigenverlag erschienen.
Die Alte Schmiede war, wie beschrieben sehr voll. Ralph Klever, der Verleger war zu sehen, wie sehr oft Gabriele Petricek, aber auch Maria Gorniciewicz, die sich wieder einmal über mein Bloggen wunderte und mich fragte, wieviel ich schlafe? Nicht sehr viel und ich blogge sehr genau, aber auch ein paar mir unbekannte junge Frauen und Männer, Fritz Widhalm, Armin Baumgartner etc.
Es gab wie bei den Dicht-Festen üblich wieder Wein und was zu Knabbern für die Gespräche und natürlich auch den Büchertisch.

2012-10-31

Priessnitz-Preis 2012

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:19

Seit dem ich diesen Blog betreibe haben Angelika Reitzer, Michael Hammerschmied, Andrea Winkler und Richard Obermayr diesen Preis bekommen, der 1994 von Bundesministerium für Unterricht und Kunst gestiftet wurde. Robert Schindel und Gustav Ernst sind die Juroren und er wird um den 27. Oktober im Literaturhaus vergeben, denn das ist der Geburtstag des 1945 in Wien geborenen und 1985 verstorbenen Dichter. Seit 1998 gehe ich, glaube ich, regelmäßig zu den Preisverleihungen, da hat ihn Sabine Gruber bekommen. An die Verleihung an Xaver Bayer, Olga Flor, Gerhild Steinbuch, Thomas Ballhausen, Ann Cotton kann ich mich erinnern.
Er wird meistens an junge experimentelle Dichter oder Dichterinnen vergeben und so habe ich, weil ich das ja gern tue und meistens sehr daneben liege, im Sommer geraten, wer heuer der oder die Preisträgerin sein wird. Auf Sophie Reyer oder Anna Weidenholzer hätte ich getippt und bin da gar nicht so falsch gewesen. Die 1975 geborene Judith Nika Pfeifer hat ihn bekommen und die kenne ich, seit 2009, da war im Literaturhaus das „Laut lauter lyrik Festival“ und da gab es einen Literaturautomaten, wo man sich ein Foto mit einem Gedicht machen lassen konnte und da war Judith Pfeifer eine der Textproduzenten und die damals entstandene Anthologie, in der Gedichte von ihr enthalten sind, habe ich mit Robert Huez auch getauscht und erinnern tue ich mich noch, daß die junge Frau sehr freundlich und sympathisch war. Sonst war sie in den „Lockstoffen“ und in Patrizia Brooks „Radio rosa Reihe“, jedenfalls gibt es ein gleichklingendes Gedicht, in dem pünktlich zur Preisverleihung erschienenen Gedichtband und ist seit zwei Jahren GAV-Mitglied. Es lagen Kolik Hefte auf dem Büchertisch auf und ich überlegte, als ich zu der Preisverleihung ging, ob Judith Pfeifer eine reine Lyrikerin ist oder auch Prosa schreibt?
Ich bin wieder nicht direkt ins Literaturhaus sondern, um den Umweg der Bücherschränke hingegangen und da traf ich in der Zieglergasse Josef Rieser, der mich zu einer Lesung am 8. November und ich ihn im Gegenzug zu meinem Geburtstagsfest einlud.
Im Literaturhaus traf ich Christel Fallenstein, bei der ich das wiederholte. Hahnrei Wolf Käfer kam und noch einige Leute von denen ich es nicht erwartet hätte.
Judith Nika Pfeifer scheint ein großes Fanpublikum zu haben. Barbara Zwiefelhofer eröffnete und als Geschenk gab es zwei Priessnitzgedichte „Entwachung“ und „am offenen mehr“ aus den 44 Gedichte, der edition neue Texte, die auf die Sesseln aufgelegt waren.
Gustav Ernst hielt eine kurze Einleitung, Barbara Hundegger, die den Preis 1999 bekommen hat und von der ich seit dem Symposium zur Sprachkunst weiß, daß sie sehr hohe Ansprüche an die Lyrik hat, hielt die Laudatio und erzählte einiges über die Preisträgerin, die den Preis bekommen hat, weil sie, wie es im Spruch der Jury heißt „Alltagsbeobachtungen zu witzigen frischen unkonventionellen Klang und Wortgebilden arrangiert.“
Dann kamen die Geschenke, wie es Barbara Zwiefelhofer formulierte, Blumen und wahrscheinlich ein Priessnitzbuch und die Lesung der Preisträgerin und sie vermittelte auch viel von ihrer Freude, diesen Preis und die Anerkennung bekommen zu haben, die man ja, wie ich ebenfalls weiß, braucht, wenn man so still und einfach vor sich hinschreibt.
Nachher gab es wieder was zu trinken, ich habe mich mit Christel Fallenstein, Hahnrei Wolf Käfer, Gustav Ernst und Michael Hammerschmied, der auch im Publkum war, unterhalten, bzw. Syvia Petter zugehört, die von einem Short Story Wettbewerb erzählte.
Im Bücherschrank gab es übrigens eine Unmenge von John Galsworthy, dem Nobelpreisträger von 1932, Rororo Ausgaben, zwei davon habe ich auf meine Leseliste von 2015 gesetzt und ein kleines Büchlein über den amerikanischen Roman von 1980 – 1951, was auch sehr interessant ist.

2012-05-07

funk funk chant

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:53

Oder Radio rosa 6 – „Das laufende Projekt rund ums Erzählen, konzipiert von Patricia Brooks und realisiert in Kooperation mit der Grazer Autorinnen Autorenversammlung. Das Ziel ist verschiedene Formen des Erzählens zu präsentieren – im Rahmen von Performances, die von den jeweiligen Protagonistinnen und Protagonisten gemeinsam erarbeitet und lose choreografiert werden. Das Thema – frei rund um Radio, Radiosendungen, Radioformate“ steht auf dem Programm und in Radio rosa 3 Fritz Widhalm- melamar- elffriede bin ich auch gewesen. Radio rosa 5 habe ich versäumt, weil ich mich nicht vom Buffet des Künstlertreff der Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft losreißen konnte. Jetzt habe ich es wieder geschafft ins Amerlinghaus zu kommen und mir Radio rosa 6 zu geben. Was der Titel „funk funk chant“ bedeuten soll, habe ich zwar nicht ganz mitbekommen, wohl aber, daß die sechste Performance eine durchaus musikalische war. Standen doch Michael Fischer (sound), Christian Katt (Text, Mundharmonika), Jörg Piringer (Sound) und Judith Nika Pfeifer (Text, Ziehharmonika) auf dem Programm und Michael Fischer, ein Musiker und GAV-Mitlied kenne ich von einem kulturpolitischen Arbeitskreis, Jörg Piringer diskutierte vor ein paar Wochen bei der GAV-Veranstaltung „Gibt es den Autor noch im Netz“ und zeigte sich durchaus kritisch bezüglich der Urheberfragen. Christian Katt habe ich bei einer der Poet-Nights kennengelernt, sehe ihn immer wieder bei Veranstaltungen und er ist auch, glaube ich, Christian Loidls Nachlaßverwalter. Judith Pfeifer habe ich bei dem Literaturfestival „laut lauter lyrik“ kennengelernt, wo sie den Literaturautomaten bediente und sie bei den „Lockstoffen“ wiedergetroffen, was auch eine sehr permormative Veranstaltungsreihe ist und Patricia Brooks, die ich seit dem Interview in der Zeitschrift „Buchkultur“ in den frühen Neunzigerjahren kenne und die einmal bei einer von mir organisierten „Tag der Freiheit des Wortes“ – Veranstaltung und bei den „Mittleren VI“ gelesen hat, ist eine durchaus experimentelle Autorin. Das bin ich zwar nicht, sondern schreibe, wie ich erst heute beim Korrigieren meiner „Paula Nebel“ wieder einmal merken konnte, hoffnungslos realistisch, so sehr, daß ich ja Schwierigkeiten habe, als literarisch anerkannt zu werden. Da ich aber einen breiten Literaturbegriff habe und auch über den Tellerrand hinaussehe, bin ich heute gern ins Amerlinghaus gegangen. Obwohl ich mit dem Befund schreiben und meiner 5-Uhr-Stunde ein bißchen spät daran war, bin ich doch zurechgekommen und der Veranstaltungsraum kurz nach sieben, war auch noch ziemlich leer. Susanne Toth war aber, glaube ich, schon da. Gabriele Petricek, die auch sehr viel zu Literaturveranstaltungen zu gehen scheint, ist später gekommen und ein paar mir unbekannte Gesichter sind zwischendurch auch erschienen. Das technische Equipment, das ich bei meinen Veranstaltungen nicht brauche, war schon aufgebaut, die Claudia oder Lisa vom Amerlinghausteam ist neben mir gesessen und hat sich sehr für mein neues Buch interessiert. Dann ist es schon losgegangen. Patricia Brooks hat eröffnet und angekündigt, daß es eine sehr spannende Veranstaltung werden wird, weil spontan improvisiert und dann haben Judith Pfeifer und Christian Katt abwechselnd Texte gelesen, Jörg Piringer, hat, wenn man das so sagen kann, gemischt und Michael Fischer hatte eine Geige und ein Saxophon zur Verfügung und bei den Texten habe ich wieder keine Ahnung, wie sie entstanden sind, habe aber eifrig mitgeschrieben, den das Bloggen ist bei experimentellen Veranstaltungen ja nicht so leicht. Rund ums Radio lautete aber das Thema und das war auch zu erkennen, gab es ja zwischendurch Nachrichtenblocks und Wetteransagen und dann wieder sehr schöne poetische Texte, wo es mir schwer fiel an das Radio zu denken, obwohl Österreich 1, zugegeben, auch sehr poetisch ist.
„Was mache ich mir Gedanken – Der Nordwestwind läßt nach – was in uns eingeht in Muscheln – hören, hören, was ein guter Gugelhupf ist – das Publikum wartet – gehört habe ich ohne Ehrgeiz – ins Wochenende flüchten- der Vorhang zu und alle Fragen öffnen sich wie Blumenblätter- alle spitzen die Ohren – nächste Bitte um Vergebung – Japan – Kambodscha, Österreich, Türkei, – die Welt vergibt nie-“ uswusf…
Christian Katt hat zwischendurch im Dialekt gelesen. Dann waren einige Stellen, wo es nur Musik gegeben hat. Christian Katt mit der Mund – Judith Pfeifer mit der Ziehharmonika. Manchmal kamen die Radiomeldungen auch aus Jörg Piringers Regler und eine schöne Stelle, wo Friederike Mayröcker vom Rundfunk fünfzig Sekunden Zeit bekommen hat, um alles zu sagen, was sie will und sie diese Zeit dann schweigt, hat es auch gegeben.
Sehr spontan, sehr konzentriert und sehr poetisch, Radio rosa 6, die performistische Reihe im Amerlinghaus, die auch ganz spontan mit „und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute“ geendet hat.
Spannend für eine experimentelle Schreiberin, die die Frage mitnahm, wie sie wohl darüber bloggen wird? Es ist gelungen, mit ein paar Zitaten, die hoffentlich nicht das Urheberrecht verletzten, aber Jörg Piringer hat da, glaube ich, ja einen offeneren Begriff und die Phantasie läßt die roafarbige Radioreihe auch beliebig weiterbauen. Mein Radio ist nicht ganz so poetisch, aber ich höre mir auch meistens Nachrichtensendungen an, die ein bißchen vertreten waren und viel klassische Musik, die bei dieser Performancereihe vollständig fehlten.

2011-11-25

Short-Cuts-Eröffnung

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:03

Short Cuts- Kurze Prosa lautet bekanntlich der Titel der heurigen Erich Fried Tage, die ja wie schon erwähnt jedes zweite Jahr im Literaturhaus stattfinden und bei denen ich eigentlich regelmäßig war. Da es das Literaturgeflüster ja erst seit 2008 gibt, weiß ich, daß 2009 Laut lauter lyrik das Thema war und das trägt, glaube ich, schon die Handschrift der neuen Leitung und ist vielleicht auch ein Resultat der Umstrukturierbemühungen, die zuerst mich als Veranstalterin aus dem Literaturhaus und später auch Silvia Bartl vertrieb, zumindestens läßt es sich da am deutlichsten ablesen. Eine Leistungsschau von dem, was als das Schönste und das Beste im gängigen Literaturbetrieb gilt, während unter Heinz Lunzer, wie Anne Zauner in ihrer Einleitung erklärte, 2005 „Literatur und Politik“ das Thema war und 2007 „Übersetzerfragen“, bei beiden war ich und es gibt dazu, glaube ich, auch Publikationen. 2009 war ein Lyrik Workshop und 2009 ist die Kurzprosa das Thema. Und wenn ich da persönlich werden darf, meine Leser wissen es, die Kurzprosa ist nicht so mein Thema, träume ich ja davon lange Romane zu schreiben, die dann oft ohnehin nur längere Erzählungen werden und auch beim Lesen, drücke ich mich um das Kurze mehr oder weniger herum. So stehen das von der Buch-Wien 2010 erschnorrte Anna Weidenholzer-Buch und die Rom-Anthologie noch immer auf meiner Leseliste und bei meinem CickLit Schwerpunkt aus der Vergangenheit, den ich derzeit habe, bin ich daraufgekommen, daß der „Wunderbare Wüstling“ von Eva Bakos auch ein Erzählband ist und das habe ich sowohl Robert Huez, als auch Anne Zauner gefragt, eine häufige Suchanfrage, die ins Literaturgeflüster findet ist „Lange Texte zum Abschreiben“, trotzdem wird bei dem Symposium der Blog als eine literarische Kurzform erwähnt. Nun ein Blog ist, was die Blogger daraus machen und Eva Jancaks Literaturgeflüster wird immer länger, ist aber natürlich eine Kurzform, wenn auch eine, die manchmal die tausend Wortgrenze überschreitet und es ist ein Frustblog, die literarische Ausdrucksform einer zu Kurzgekommenen, die seit fast vierzig Jahren im Literaturbetrieb herumroutiert, viel liest und da sie nun ja sozusagen einen eigenen Bücherschrank am Margaretenplatz bekommen hat, fast gezwungen ist, beinahe täglich zu bloggen über die Lesungen, die Bücher, das eigene Schreiben und manchmal, ganz wenig, auch eigene Texte und die sind dann natürlich kurz, das stimmt schon. Und da ist vor zehn Tagen würde ich fast sagen eine eigene Literaturgattung entstanden, nämlich der Jammertext. Dann gibt es noch den „Wunderschönen Tintentraum“, die Reisereportagen 1 2 3 4 und die „Momentaufnahme“ und das ist ein Text, den ich für die Kurztextmaschine, ein Projekt für die Erich- Fried- Tage, geschrieben habe. Ein paar der vierhundert eingegangenen Texte sind im Literaturhaus auch ausgestellt, meinen habe ich nicht entdeckt, aber vielleicht habe ich auch nicht genau genug geschaut. Cees Noteboom der Eröffnungsredner, war jedenfalls heute morgen im Morgenjournal und so habe ich, was ich auch sehr ungern mache, eine unfertige Diagnostik am Schreibtisch liegen lassen und bin ins Literaturhaus zur offiziellen Eröffnungsveranstaltung marschiert. Bernhard Denscher hat die für das Kulturamt der Stadt Wien vorgenommen, nach dem ihm Robert Huez für die großzügige Unterstüzung ohne die es das Festival nicht geben würde, dankte und Anne Zauner, die das Festival kuratierte. Klaus Amann vom Musil Institut in Klagenfurt hielt die Eröffnungsrede „Über kleine Formen“ und erwähnte das Märchen, die Sage, die Reportage, das Graphic Novel, den Blog etc als Beispiele und auch ein kleines gelbes Reclambuch, das sich mit den Kurzformen beschäftigt und natürlich all das nicht gelten lassen will, sondern nur die Kurzgeschichte als eine solche erwähnt und short cuts, das habe ich vergessen, ist ein Film von Robert Altmann aus dem Jahr 1993, den ich mit dem Alfred gesehen habe und der sich auf Raymond Carver bezieht. Und die short story kommt aus Amerika, die Kurzgeschichte stammt aus dem deutschen Sprachraum. Ich mag sie, wie schon erwähnt nicht so sehr, schreibe aber immer wieder kurze Texte, wenn sie angefragt werden. So hat mich vor ein paar Tagen Anton Blitzstein für eine Wortspende für seinen Kalender gebeten, ansonsten bin ich gerne lang und breit. Wenn ich könnte, wie ich ich wollte, so langatmig wie Heimito von Doderer, wenn vielleicht auch politisch linker, seine „Dämonen“ haben mich aber im Sommer 1977, als ich von zu Hause ausgezogen bin, sehr beschäftigt und Klaus Amann und Thomas Bernhard, auch ein eher langatmiger, beschäftigte er auch. So soll der große Meister, als er von Doderers Tod erfahren hat, ausgerufen haben, „Jetzt ist der Weg frei!“ und in einer Kurzstory hat er sich mit seinem Konkurrenten Peter Turrini beschäftigt und ihn in den Tod geschickt.
Es gibt aber noch viele andere literarische Kurzformen, Klaus Amann hat sie in seinem Einleitungsreferat erwähnt und die Zeitschrift „Volltext“, die zur freien Entnahme auflag und die auch in das Projekt einbezogen wurde, hat die beteiligten Promis befragt, was sie von Twitter, Blogs und Co halten und siehe, viele der Befragten schreiben noch mit der Schreibmaschine und haben keine Ahnung was Twitter und Co ist und Klaus Nüchtern, der kulturgewaltige preisgekrönte, meint, „daß es die massenhaft ins Netz gestellte Texte entwertet, wenn jeder publizieren kann und darf…“
Das trifft mich Dauerbloggerin natürlich, ist für mich das Bloggen ja ein Weg, mich von dem Literaturbetrieb, der mich nicht mag, zu verabschieden und mich trotzdem literarisch zu äußern und der Vorwurf, daß das Vielschreiben ein mangelnder Qualitätsbeweis ist, trifft mich irgendwie auch, denn in der Kürze liegt ja bekanntlich die Würze und ich bin ja episch breit und auch Klaus Amann beschränkte sich irgendwann und beendete sein Einleitungsreferat. Dann kam Cees Nooteboom im Gespräch mit Susanne Schaber und gab einen wahrscheinlich kurzen Einblick in seine literarische Produktion seit den Fünfzigerjahren. Da hat er, sagte er, ein Romankapitel in einer Bibliothek geschrieben, das er einem Autor zeigte, der es dann gleich bei einem Verlag veröffentlichte. Dann kamen aber einige Jahrzehnte Kolummnen und davon las Cees Nooteboom einige vor. Er ist auch viel auf Reisen, so schrieb er Reisereportagen und 1989 war er in Berlin, da habe ich einmal um einen Euro, bei Thalia in der Kremsergasse zu Weihnachten ein dünnes Bändchen gekauft, es ist aber auch der Roman „Allerseelen“ entstanden und ein paar Prosaskizzen, die er zu den Werken eines Malers geschrieben hat. Auch da gab es ein paar Kostproben aus dem Buch „Selbstbildnis eines Anderen“ und einen Bildband der mit seiner Frau einer Fotografin entstanden ist, da hat er sämtliche Friedhöfe bereis und herausgefunden, was dort zu finden ist, Bleistifte, Whiskeyflaschen etc. So hat er das Grab von Joseph Roth und das von Paul Celan bereist und war dann auch in dem Cafe, in dem Joseph Roth, ich glaube, das war 1939, zusammengebrochen ist und auch beim Grab seines Lehrers über das er ein Gedicht „Der Dichter der Leser“ geschrieben hat, war er. Am Schluß gab es noch eine Kurzgeschichte aus dem Band „Nachts kommen die Füchse“ und eine Vorschau auf die „Briefe an Poseidon“, die nächstes Jahr erscheinen werden. Nachher gab es wieder Wein und Knabberstangen und diesesmal interessante Gespräche, so haben mich beispielsweise ein paar Leute auf meinen Blog angesprochen, von denen ich keine Ahnung hatte, daß sie ihn kennen und ich bin jetzt natürlich neugierig auf die Short Cuts, obwohl das eine literarische Form ist, die mir so gar nicht liegt, das Literaturgeflüster inzwischen aber auch schon achthunderteindundneuzig Artikeln hat und ein paar davon sind Prosaskizzen. Ein neues „Kolik“, das sich auf die Short Cuts Kurzprosa bezieht und einige Erich Fried Prosatexte enthalten soll, gibt es auch. Gustav Ernst war so freundlich es mir zu schenken, dem ich mein Bedauern ausdrückte, daß die Namensliste der Studierenden der Sprachkunst inzwischen nicht mehr im Internet zu finden sind. Der erste Jahrgang war dort noch angegeben, bei den Studenten der zweiten Klasse habe ich das Ausdrucken versäumt und beim dritten Jahrgang habe ich überhaupt keine Ahnung, ob ich die kenne, die dort studieren. Inzwischen kommen aber immer wieder Suchanfragen, der von mir Erwähnten und Gustav Ernst verriet mir auch, daß es im Jänner wieder eine Lesung geben wird. Und wem es interessiert, das ist jetzt wieder ein langer Text von tausenddreihundertfünfunddreißig Worten geworden. Man sieht von Kurzprosa ist auf meinem Blog keine Spur, ich bin aber auch eine Außenseiterin des Literaturbetriebs.

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