Literaturgefluester

2020-03-29

Leben im dystopischen Raum

Filed under: Alltagsgeplauder,Glosse — jancak @ 00:52
Tags:

Wenn ich vor einigen Monaten jemanden erzählt hätte, daß man in Wien und auch sonstwo nicht mehr auf die Straße gehen  soll und, daß man, wenn man es trotzdem tut und sich in einem Park oder am Donaukanal auf eine Bank setzt, ein Polizist kommen und sechshundert Euro oder was auch immer Strafe von einem verlangen kann. Man in der  U-Bahn einen Berechtigungsschein vorweisen muß, daß man zur Arbeit fährt und, daß die die Hausärzte einen nicht mehr in ihre Praxis lassen und sich auch weigern die E-Cards anzugreifen, also nur über das Internet ordinieren und womöglich darüber Ferndiagnose abgeben, hätte man mich wahrscheinlich für verrückt gehalten oder bestensfall gefragt, ob ich nicht zuviele Horrorromane lese und wenn ich das in einem solchen aufgeschrieben und an „Rowohlt“ oder auch nur oder „Droschl“ oder „Arovell“ geschickt hätte, hätte ich wahrscheinlich keine Antwort bekommen oder das das zu phantastisch wäre, obwohl ich in den letzten Jahren einige solcher Dystopien gelesen habe.

Das erste Mal bin ich auf den Ausdruck Dystopie, vorher hätte ich utopischer Roman gesagt, glaube ich, 2015 aufmerksam geworden, als ich beim „Deutschen Buchpreisbloggen“ auf Heinz Helles „Eigentlich müßten wir tanzen“ gelesen habe. Dann hat Stephan Teichgräber ein Workshop zur utopischen Literatur abgehalten, wo ich noch einmal in George Orwells „1984“ hineingeblättert habe und mir dachte, das haben wir ja längst erreicht.

Jetzt schreiben wir das Jahr 2020 und eine weltweite Pandemie ist ausgebrochen, die sich von China über die ganze Welt erstreckte.

Jetzt hebt China die Ausgangssperren langsam wieder auf und öffnet am Montag, glaube ich, die Einkaufszentren , dafür ist die USA, wo Präsident Trump zuerst sehr lange, die Gefährlichkeit des Corona Virus leugnete zum Spitzenherd der Infiszierten angestiegen und er hat notgedrungen auch Ausgangssperren eingeführt, die er aber jetzt wieder aufzuheben will, weil ja die Wirtschafts darunter leidet.

Ein Dilemma natürlich und es weiß wahrscheinlich keiner, wie man sich verhalten soll?

Durch strikte Maßnahmen, wie diese, daß jetzt die Polizisten durch die Straßen laufen und jeden der sich dort befindet,  ermahnt und sich dadurch natürlich selber einer erhöhten Ansteckungsgefahr aussetzt und auch der, daß genervte und wahrscheinlich psychisch nicht so stabile Bürger ausrasten und zu spucken und zu schreien anfangen, was in den zwei Wochen in denen es diese Maßnahmen schon gibt, zu hunderttausend Arbeitslosen und Kurzarbeitern führte.

Die Wirtschaft schreit auf, wir halten das nicht durch, fangt endlich an zu testen und haltet nur die alten, also, die über fünundsechzig, wo ich auch betroffen bin, von den Straßen fern, also vielleicht dreitausend Euro Strafe, wenn ich  einen Brief einwerfe, als wenn da ein Virus auf mich zurasen würde oder die Laissez faire-Methode, die auf  sogenannte Herdenimmunität setzt, wo ich mich eigentlich auch anschließen würde, denn die Jüngeren werden ja  kaum krank, wenn die dann vierzehn Tage zu Hause bleiben, sind sie immun und können wieder hinaus und das Leben kann halbwegs weitergehen. England hat das, glaube ich, praktiziert oder es so wollen, nur die Alten wegschließen, worauf es, glaube ich, zu einem Aufschrei kam und die Taktik geändert wurde, zu spät wahrscheinlich, denn jetzt sind sowohl Prinz Charles, als auch der Premiermistister infisziertund Angela Merkel wurde glaube ich, nachdem sie von einem positiven getestet Arzt geimpft wurde, als negativ erkannt.

Sehr viel Verwirrung also, wenn man jetzt zu Hause sitzt und im Fernsehen die ansteigenden Zahlen hört und, daß da jetzt schon wieder so und soviele Leute erkrankt sind.

Sie sind positiv getestet worden und wenn wüßte, wieviel Leute schon immun sind hilft das wahrscheinlich weiter und auch, wenn die Leute dann selber die vierzehn Tage zu Hause bleiben.

Das ist eine Methode, auf die ich setzen würde und sich das Ganze dann irgendwann in drei Monaten vielleicht, wie in China, ich weiß, da verwendete man noch drastischer Methoden an, als hier, wo ja nur die Polizisten kontrollieren und, die jungen Reporterinnen von Oe24 auf der Straße stehen, den leeren Graben zeigen und die alten Damen, wie die Frau B., die Tochter von einem einmal sehr bekannten Schriftsteller schief anschauen, wenn sie ihren Hund äußerln führen oder sich ihre Milch einkaufen.

Eine schwierige Situation und das Schlimmste, was die nach 1945 Geborenen wohl erlebt haben. Die Krise als Chance gibt es natürlich auch, ist aber warhscheinlich nicht so leicht umzusetzen, wenn ich ständig höre, schon wieder so und so viel Leute infisziert und die Zahl der Todesfälle nimmt zu und zu.

Die Kinder, die jetzt zu Hause mit ihren freigestellten im Homeoffice werkenen Mütter  lernen,  werden aber vielleicht verhaltensauffällig, wenn sie nicht in den Park dürfen und wenn sich dann die älteren zu viert oder auch mehr treffen um ein Bier zu trinken und das Corona-Party nennen, gleich die Polizei zu holfen, ist vielleicht auch nicht die Lösung.

Eine schwierige Situatuon, der Alfred hat gestern vor der Garage eine offensichtlich verwirrte Frau mit viel Gepäck getroffen, die nicht so genau wuße, wo sie hin soll?

Das hat mir die Frau auf der Krisenhotline, die ich angerufen habe, auch nicht so genau sagen können, so ist sie dann mit einem Taxi irgendwohin gefahren, ich hoffe sie ist gut angekommen und im Netz kann man sich, ich wiederhole es und betreibe es auch selber momentan sehr gut beschäftigen, deshalb habe ich auch wegen meines Veranstaltungsstop keine Entzugserscheinungen, sondern arbeite  mit  einem Teil meiner Klienten per Telefon, habe mich für die Krisenhotline des Berufsverbandes der Psychotherapeuten und auch für Krisensupervisionen zur Verfügung gestellt und auch bei Büchern scheint es einen Verzögerungsstop zu geben, da „Amazon“, bei dem aber, wie ich immer höre, ohnehin nicht bestellen soll, sich derzeit bevorzugt auf die Auslieferung von Klopapier und Hygienemittel zu konzentrieren scheint und die anderen Bücher, auf die ich  warte, von den Botendiensten ohne eine Unterschrift zu verlangen, vor die Tür gelegt werden sollen.

Innerhalb Österreichs scheint das zu funktionieren, da habe ich diese woche ein Buch bekommen, „Rowohlt“ hat mir geschrieben, daß sie derzeit sehr viele Bücher zurück bekommen und mir den neuen Camilleri als E-Book geschickt. Die lese ich zwar nicht so gern, aber in der Not frißt die Teufelinin  ja angeblich Fliegen und so ist Nele Pollatscheks „Dear Oxbridge“ auf diesen Weg jetzt doch zu mir bekommen, obwohl der Verlag es zweimal normal an mich verschickte.

Dann korrigiere ich natürlich viel, bin, wie ich hoffe mit dem „Fräulein No“ demnächst fertig, habe da zwei neue nicht mehr im Text enthaltene Szenen als eigene Geschichten im Text eingestellt und bereite mich  natürlich schon auf das Schreiben in Zeiten von Corona vor, plane also darüber zu schreiben, obwohl, das wahrscheinlich nicht so leicht sein wird, weil man da ja noch nicht die nötige Distanz dazu hat und das Ganze wahrscheinlich erst in einigen Jahren so richtig beurteilen kann.

Und hier mein Corona-Textarchiv 1 2 3 4 5 6 7 8

2021-07-27

Aberleben

Filed under: Bücher — jancak @ 11:14
Tags: , ,

Wieder eine Neuerschenung und ein Buch, das sowohl auf der deutschen, als auch auf der Schweizer Buchpreisliste stehen könnte,

„Aberleben“, des 1934 in Zollikon geborenen Adolf Muschg, von dem ich „Heimkehr nach Fukuschima“ gelesen habe und ich muß sagen, es ist wieder ein sehr kompliziertes Buch, eine Altherrenphantasie könnte man munken, den die alten Herren schreiben offenbar öfter und lieber über sich selbst, als die Frauen oder haben Protagonisten, die vor oder nach dem siebzigjährigen Geburtstag vor ihren Krembsdiagnosen und ihren Frauen fliehen und ein neues Leben oder Liebe finden.

Philip Roth und Martin Walser sind Meister darin, Adolf Muschg ebenso, aber der geht nicht nur in die Vergangenheit, beispielsweise ins Mittelalter oder zu Schillers Urururenkel zurück, sondern nach vorn und bindet, wie Ulrich Woelk, die Genderdebatte aber auch, hört her das Corona-Virus ein.

„Und wasdasVirus betrifft, fuhr Wohllebe fort, Epidemien hat es in der Geschichte der Menschheit immer gegeben. Und wie sie gekommen sind, sind sie auch wieder gegangen. Leider hat man dafür erst mal Sündenböcke gebraucht. Damals waren es die Juden, heute der Kapitalismus. Es ist immer nur eine Frage der Zeit, bis das passende Gegenmittel gefunden ist. Das Gewinnstreben, das Sie geißeln, wird für Tempo sorgen. Und dann ist der Impfstoff eine Goldmiene.“

Das steht auf Seite 349. Also zurück zum Anfang. Der Held ist ein PeterAlbisser, offenbar Held früherer Muschgs Romane. Der ist siebzg und verläßt Zürich und seine Frau Henny, um seiner Krebstherapie zu entfliehen und geht nach Berlin,wo er an einer Sitzung der Akademie der Wissenschaften teilnehmen will. In seiner Jackentasche findet er eine Einladung im Osten eine Weihnachtspredigt zu halten und sich dort in einer Mühle in Aberleben einzuquartieren. Vorerst quartiert er sich aber im Gästetrakt der Akademie ein und triff eine Judith, das ist eine Filmemacherin, die er einmal zur Präsidentin derAkademie vorgeschlagen hat, wieder.

Später quartiert er sich in einem seltsamen Haus, das einer seltsamen Adeligen gehört, ein, der Hausmeister ist der schon erwähnte Schiller Urururenkel und redet alle in der dritten Person an. Welch Gelehrigkeit könnte man sagen, das typische Buch für die Mittelschicht-Muschg-Vereherin. Einen Vortrag über das ewige Leben eben hat es vorher auch schon gegeben und Albisser wollte eigentlich einen seiner früheren Romane umschreiben und die krebskranke Ruth darin wieder erleben. Die trifft er dann später in Marokko bei einer Theateraufführung, denn die Filmmacherin Judith ist dortin gegangen, um „Amphitryon“ neu zu inszenieren und da auch Männer Frauen spielen zu lassen und umgekehrt.

Aber vorher reist Albisser ja noch in die Ex-DDr zu seiner Weihnachtspredigt. Da hat er eine merkwürdige Begegnung mit einem altem Ritterfräulein oder Schloßgespenst, denn das gehört einem Verein an, der eine alten Burg renovierten, die ihnen jetzt an einen Investor wegverkauft wurde. Dieser Investor taucht immer wieder auf. Vorher war er in Berlin bei dem Vortrag, nachher in Marokko.

In der Mühle, die später abbrennt, erfährt Albisser, daß er Großvater geworden ist, seine Frau Henny taucht auch auf und spielt in Marokko beim Theater mit denn Albisser sagt den Vortrag ab und begibt sich zu der Aufführung. Dort begegnet er nicht nur Judith und seiner Tochter, von der vorher nichts wußte, sondern sogar seiner Romanfigur, die plötzlich zum Leben erwacht ist.

Sehr kompliziert? Absolut und ein Sprühregen von Einfällen, die der Dichter, der ja hübsch älter, als sein Protagonist ist, auf seine Leser niedermäßt und ich muß wieder schreiben, daß ich vieles nicht verstanden, beziehungsweise überlesen habe und wenn mich wer fragt, was das Neue an dem Roman ist-?

Die vielen Einfälle und der sprunghafte Wechsel vom Mittelalter, Schiller, der Holocaust und die Juden kommen auch noch vor, zu der Genderdebatte und dem Virus, denn einer stirbt bei der Aufführung daran. Das habe ich noch zu erwähnen vergessen. Das ist alles sehr gelehrt und kompliziert, aber mir würde wieder mal der strigente Handlungsfasen fehlen und schreibe daher, da passiert wieder so viel, daß man zehn Romane darüber schreiben könnte. Das ist mir auch chon mal vorgeworfen worden, ich weiß und die Idee mit den Romanfiguren, die plötzlich zum Leben geraten oder den umgeschriebenen Büchern, ist ja auch etwas was mir gefällt, aber hier denke ich, sehr kompliziert, daher unrealistich, aber eine sehr schöne Sprache und viel Gelehrsamkeit und jetzt bin ich gespannt, ob Adolf Muschg, wenn schon nicht den deutschen Buchpreis, den Schweizer gewinnt?

2021-07-11

Machtkampf im Ministerium

Jetzt kommt ein Buch, das eigentlich schon veraltet ist, denn von einem „Machtkampf im Klassenzimmer“ oder diesbezüglich im Ministerium hat man schon länger nichts gehört, ging es im letzten Jahr ja eher um das Dauertesten, das Maskentragen und ob die für die Kinder schädlich, neurotisieend, traumatisierend oder nicht ist. Aber die Spannungen, die es in den Schulen gab, werden sich durch den mangelnden Unterricht dort, sicher nicht verbessert haben und die Deutschkenntnissse werden durch den Digitalunterricht auch nicht besser geworden sein. Es gibt vordergründig aber andere Probleme, da wird da die Abschiebung von Afghanen gefordert und der Delta Cluster im U- Ausschluß diskutiert, etcetera.

Aber der Reihe nach. 2018 hat die sozialistische Gewerkschafterin und Lehrerin an einer Schule im zehnten Bezirk, glaube ich, Susanne Wiesinger, ein Buch über den „Machtkampf im Klassenzimmer“ geschrieben, im dem sie auf die Probleme, die es an den sogenannten Problemschulen, wo alle kinder migrationshintergrund haben, gibt. Hat sie da ja beobachtet, daß sich ihre Schüler nach den Anschlag von Charly Hedo Anfang 2015, darüber eher freuten und daß es auch schwierig ist, wenn an den Schulen Broschüren verteilt werden, die die Mädchen dazu aufforderten zu ihren lesbischen Bedürfnissen zu stehen, die muslimischen Mädchen sich aber nicht einmal ihren ehepartner aussuchen dürfen und oft noch zwangsverheiratet werden.

Das Buch hat Aufsehen erregt. Ich habe es nicht gelesen aber mehrere Interviews darüber gehört und Bildungsminister Fassmann hat sie deshalb zur Leiterin einer Ombudsstelle bestellt, in der die Probleme aufgezeigt und Lösungen erstellt werden sollten.

So ist Susanne Wiesinger ein Jahr durch alle Bundesländer gereist und hat mit Lehrern, Schülern, Eltern Interviews gemacht und dabei gleich beklagt, daß ihr da zu ihrer Sicherheit Berater oder Spitzel zur Seite gestellt wurden, die ihr immer sagten, daß sie das und das, den Journalisten nicht sagen dürfe. Sie hat deshalb öfter überlegt, ihren Job hinzuschmeißen und wieder an die Schule zurückzugehen. Bildungsminister Faßmann hat sie aber immer ermutigt zu bleiben und so ist Anfang 2020, also noch vor Corona ein weiteres Buch herausgekommen, wo sie diese Schwierigkeiten, bezeihungsweise den Machtkampf, den sie im Ministerium erlebte, beschrieb. Ich habe das buch von Doris Kloimstein, die ja an Bildungsfragen auch sehr interessiert ist, überrreicht bekommen, angesichts meiner langen Leseliste es aber auf der nächste Jahr verschoben und jetzt ist ja vieles anders geworden. Also spannend zu sehen, was sich in dem Jahr verändert hat. Anfang 2020 habe ich noch einige Diskussionen darüber gehört. Susanne Wiesinger wurde, glaube ich, nach Erscheinen von ihrer Ombusfrauposition abgesetzt.Seither habe ich nichts mehr von ihr gehört und keine Ahnung, ob sie jetzt wieder an ihrer Schule ist und, wie die Situation dort ausschaut?

Jetzt sind aber ohnehin Ferien. Die Kinder ab zwölf werden geimpft, die ab sechs sollen sich in Wien dreimal wöchentlich testen lassen, um ins Bad und ins Eisgeschäft zu dürfen. Aber das fällt ja, wie in Susanne Wiesingers Buch steht, für die muslimischen Mädchen ohnehin aus, weil die ja weder mitturnen noch schwimmen gehen dürfen.

Es gibt ein Vorwort von Konrad Paul Liessmann, der auf die hohen Ansprüche, die man von der Bildung hat, hinweist, die vom jeweiligen Standpunkt gesehen, sehr widersprüchig ist und, daß die Kinder, die betroffen sind, überbleiben, beziehungsweise von den jeweiligen Parteien lustig hin und hergeschoben werden.

Von den Kontrollmaßnahmen, die Susanne Wiesinger gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit erlebte, habe ich schon geschrieben. Sie beklagte vor allem, daß die Schulleiter und die Lehrer ihre Meinung nicht frei äußern, sonder nur das sagen dürfen, was die Partei von ihnen verlangt, obwohl sie vielleicht ganz anders denken oder in den Schulen etwas anders erlebten und, daß man gleich als rechts hingestellt wird, wenn man auf Probleme aufmerksam macht. Was jetzt auch die Corona-Kritiker sehr stark erleben.

Dann kommt man gleich zu den verpflichtenden Deutschklassen. Da wurden ja seit der türkis- blauen Regierung die Schüler getrennt und die, die nicht gut Deutsch sprachen, wurden seperat unterrichtet und waren nur beim Zeichnen und dem Turnen in der Klasse. Dagegen gab es ja massiven Widerstand, weil es als diskriminierend erlebt wurde. Ich sehe es aber eher als postiv, denn wenn ein Kind aus Afghanistan kommt, nicht Deutsch kann und dann gleich in der NMS sitzt, wird es nichts verstehen und daher auch nichts lernen. Susanne Wiesinger meint aber, daß es eher, die schon hier geborenen Kinder sind, die in die Schule kommen und nicht Deutsch können und meint hier,was mich erstaunte, weil ich es anders erlebte, daß hier oft die Eltern besser Deutsch, als die Kinder können. Erstaunlich deshalb weil es ja auch eine Kindergartenpflicht gibt und die Kinder ja ständig auf ihre Deutschkennsse überprüft werden. Eine Frage ist auch das Kopftuchverbot, daß es ja, glaube ich, inzwischen in den Schulen gibt. Iinteressant ist hier auch, daß ich dle im letzten Jahr, wo ich ja in Wien wenig auf der Straße war, auch kaum Kopftücher gesehen habe und der verpflichtende Ethikunterricht, gegen den sich, glaube ich, die katholische Kirche sträubt, wurde jetzt, soviel ich weiß, auch eingeführt.

Ein Problem sieht Susanne Wiesinger in der, we sie sagt, mangelnden Mischung in den Schulen, gibt es ja offenbar Problemschule mit hundert Prozent Migrantionshintergrund, die landen dann alle in den Rest- sprich neuen Mittelschule, wie die Hauptschule jetzt vornehm genannt werden, um die Kinder oder Eltern vor dem Ran in die AHS abzuhalten, will die ÖVp ja keine Gesamtschule und sträubt sich mit Händen und Füßen dagegen. So gehen alle, die das können ins Gymnasium. Die verlieren dadurch auch an Niveau und Susanne Wiesinger beklagt auch, daß in den Unterstufen schon viele Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen gehen, die dann Schwierigkeiten haben dem Schulstoff zu folgen. Susanne Wiesinger spricht auch von sekundären oder primären Analphabetismus oder der Schweiergkeit sinnerfassend lesen oder verstehen zu können.

„Nenne drei innere Organe?“ lautet eine Frage „Ottakring und Simmering“, lautet die Antwort, das sind aber Wiener Randbezirke. Es gibt Schwierigkeiten mit der Evolutionstheorie, dem Schwimmen und Turnen, wie schon erwähnt, so daß sich manche Lehrer das nicht durchzunehmen trauen oder sich auch weigern mit ihren Schülern nach Mauthausen zu fahren, denn die könnten sich dort antisemitisch äußen und dann wären die Lehrer schuld.

Susanne Wiesinger schreibt von einer tschetschenischen Schülerin, die ihre Mitschülerin zwang den Hjiab zu tragen und von einem anderen Mädchen dem die Haare abrasiert wurden, weil sie sich zu wenig bedeckte. Dem Jugendamt hat das Mädchen dann erklärt, sie hätte sich mit Kaugummi verklebt und eine Lehrerin war sehr hilflos, daß sie ihrer Schülerin nicht helfen konnte, die sich ritze oder schnitt. Sie hat das Jugendamt verständigt, das hat aber auch nicht sehr viel getan, als eine Therapie zu empfehlen, die dann nicht angenommen wurde und Schwierigkeiten hatte Susanne Wiesinger auch bei ihrem Ombudsfraujob, da beklagte sie das mangelnde Interesse der Wiener bildungsdirektion, wie der Stadtschulrat heute, glaube ich, heißt, die Wiener SPÖ warf ihr Verrat vor und unterstellte ihr ÖVP- oder FPÖ- lastig zu sein. Sie zitiert aber auch einen Besuch in Vorarlberg, wo die Lehrer und Schuleiter alle behaupteten keine Probleme zu haben und lieber mit ihr über Politik diskutieren wollten. Susanne Wiesinger meint, daß Problemschüler, aber auch Problemschüler von einer Schule zur anderen verlagert werden, ohne daß die Schulleiter Informationen über die Problemlage bekommen.

Die Lehrer meint Susanne Wiesinger erleben in den Klassen viel, wogegen sie nichts machen können, werden immer mehr zu Sozialarbeitern und sind beispielsweise hilflos, wenn immer mehr Mädchen von den Schulen verschwinden, weil sie verheiratet wurden, etcetera. Susanne Wiesinger führt hier das Beispiel einer türkischen Maturantin an, die es geschafft hat und nicht versteht, warum das bei den anderen nicht so ist? Ihre Eltern kommen ja auch aus der Türkei, hatten aber nichts gegen die Bildung ihrer Kinder und das von drei tschetschenischen Modeschülerinnen. An der Maschine mußten sie Hijab lüften, die Männer waren dagegen. Es könnte ja ein Mann vorbei kommen und ein Stückchen Haut sehen. So wurde verdunkelt und Susanne Wiesinger bespricht die Dilemmen vor denen viele Lehrer stehen. Anpassung an die muslimischen Normen oder die Schüler verschwinden. Die Mädchen fahren nicht am Schikurs mit, weil sie dort angeblich ihr Jungfernhäutchen verletzen. Das kommt aus den Muscheen meint Susanne Wiesinger und beklagt, daß die Eltern nicht mitarbeiten wollen und ist für Strafen und Abschafffung der Mindestsicherung, wenn sie ihre Kinder nicht auf den Ausflug schicken. Da bin ich grspalten, den die türkischen Familien haben einen anderen kulturellen Hntergrund. De Kinder nur an die Werte der Schule anzupassen, trifft es da wohl auch nicht. Die Lösung wäre der Kompromiß und das Gespräch. Das ist aber mühsam und in den Schulen ist die Autonomie von den vielen Vorschriften, die aus den Ministerien von Leuten, die nichts von der Praxis verstehen, ohnedies immer mehr bedroht.

Am Schluß gibt es eine zehn Punkteempfehlung und ein sehr schöner Graphikteil wo an Hand von Schultaschen und Belistiften, die Problemlage noch einmal optisch erklärt wird. Das Buch wurde unter Mitarbeit eines Jan Thies geschrieben und ich füge am Schluß noch an, daß es trotzdem sehr gut ist, daß ich es erst jetzt, nach der Pandemie in der wir ja immer noch stecken, gelesen habe.

Denn jetzt verstehe ich den Machtkampf zwischen der Stadt Wien und dem Bund und die Entmündigung, die inzwischen ja alle getroffen hat noch viel besser und mich würde wirklich interessieren, was sich in den eineinhalb Jahren in unseren Schulen geändert hat? Ein bißchen bekomme ich das, die ich ja meine Berufslaufbahn in den Kindergärten der „Kinderfreunde“ und im schulpschologischen Dienst begonnen habe, sowie bei „Rettet das Kind“ Gastarbeiterkinder betreut habe, in meiner Praxis auch mit.

2021-05-30

Leipzig im Mai liest extra

Die Leipziger Buchmesse findet immer im März statt und seit den späten Neunzehnneunzigerjahren sind wir immer mehr oder weniger regelmäßig dabei, hat der Alfred doch Freunde dort,die uns eingeladen haben, ihren Dachboden zu benützen. Ein paarmal war der Alfred verreist, so habe ich gestreamt und im März 2019 hatte ich schon meine Akkredierungsunterlagen und meine Termine denn seit 2015 habe ich das immer getan und mir dann beim Sonntagsausflug auf die Rudolfshöhe den Knöchel gebrochen und mit Gips wollte ich auf keine Messe.

Im Jahr darauf war es dasselbe. Termine ausgemacht, die Akkreditierung ist gekommen, aber auch die Nachrichten aus Wuhan und so wurde ich schon im Februar im Literaturhaus gefragt, bist du sicher, daß es stattfindet?

„Nein!“, habe ich geantwortet und beim „DichtFest“ in der „Alten Schmiede“ hat mich Monika Vasik gefragt, ob wir fahren? Wenn es stattfindet schon!“, habe ich geantwortet. Die Nachrichten häuften sich und Tobias Nazemi vom“ Buchrevier“ hat gepostet, daß man in Leipzig nur mit Mund- oder Ohrenschutz hingehen könnte.

“ Achtung Satire!“, hat er darunter geschrieben.

„Mit so was soll man keinen Spaß machen!“, habe ich gedacht oder geantwortet. Am Dienstag oder Mittwoch wurde dann abgesagt. Die Buchmesse fand online statt und postete überall „Nächstes Jahr wieder, wir freuen uns, dieTermine stehen schon fest!“

rrrDie Termine waren im März natürlich, wie geplant. Wurde dann auf den Mai verschoben, denn dann kann man viel im Freien machen. Die Frankfurter Buchmesse hat zum größten Teil digital stattgefunden. Die „Buch Wien“ überhaupt abgesagt und weil es ja bis vor kurzem die dritte oder vierte Welle gab, wurde das Ganze dann auch ins digitale Netz verschoben.

Julia Lücke, die Pressesprecherin der Messe hat mir immer eifrig die Pressemeldungen geschickt, so die über den „Preis der Leipziger Buchmesse“, wo die Nominierten ja Anfang April bekanntgegeben wurden und ich inzwischen sechs Bücher von den fünfzehn gelesen habe. Statt der Eröffnung oder zeitgleich mit ihr soll am Mittwoch der „Preis der Europäischen Verständigung“ in der Nikolaikirchen an Johny Pitts als auch an Laszlo F. Földeny, der den Preis im letzten Jahre bekommen hätten sollen, vergeben werden und ein „Leipzig Extra Lesefest“ teils digital teils vor Ort in verschiedenen Buchhandlungen natürlich nur mit den strengen Covidbestimmungen sollte es auch geben und die Antiquitätsmesse digital.

Das alles ein bißchen verwirrend. Was findet jetzt digital, was real statt und wo finde ich die Streams um hineinzukommen? Ein bißchen Klärung brachte dann die Pressekonferenz, um elf, zu der mich Julia Lücke auch eingeladen hat. Ditial ode rvor Ort mit Mundschutz etcetera. Ich habe natürlich das Netz gewählt. Mir dann die Statesments von Direktor Oliver Zille, einer Vertreterin der unabhänigen Verlage, die erklärte daß der „Kurt Wolff-Preis wieder vergeben würde und einigen anderen, die das Programm erklärten, angehört.

Ich habe mich inzwischen auch im Netz ein bißchen kundig gemacht. Das „Blaue Sofa“ wird es wieder geben, wo überraschung, auch Daniel Wisser auftreten wird und so habe ich mir die Termine freigeschaufelt, um ab Abend digital dabei zu sein und wieder einmal eine Messe Online zu erleben, was wie ich aus Erfahung weiß, natürlich nicht dasselbe ist. Der Wein und die Gespräche fehlen, aber eigentlich ganz informativ ablaufen können.

Was dann gar nicht so einfach war den Stream zu finden,der mich in die Nikolaikirche, wo die Eröffnung stattfand, führt, sonst hätte die wohl im Gewandhaus stattgefunden. Da aber nur wenig Zuhörer,die sich auf den Kirchenbänken verteilten,war der Rahmen wohl angemessen und die Nikolaikirche sehr schön. Als ich mich dann verspätet einfand oder plötzlich, nach unzähligen Versuchen das Video hatte, kam ich in eine Gesprächsrunde,wo ein Reinhard Bärenz von MDR-Kultur mit der neuen Vorsteherin des Börsevereins Karin Schmidt-Friderichs, Burkhard Jung, dem Oberbürgermeister und dem Ministerpräsidenten des Freistadt Sachsens über Corona, abgesagte Buchmessen und die diesbezüglichen Verluste, sowie über den Wert des Lesen und natürlich über die europäische Verständigung unterhielt. Ein Preis, der jedes Jahr im Vorabend der Messe vergeben wird, wo ich früher bei den Hundertmarks im Wohnzimmer saß und diesmal, wie schon erwähnt doppelt, denn im Vorjahr hat der 1952 in Debrecen geborene Laszlo Födenyi mit seinem Buch „Lob der Melancholie“ bekommen hat. Die Laudatio ist ausgefallen, kann aber im Programmheft nachgelesen werden. Der mir bisher unbekannte Autor, der auch Bücher über Kleist und Kafka geschrieben hat und gut Deutsch sprach, hielt die Dankesrede.

Dann gab es ein Musikstück, bevor es mit dem heurigen Preisträger, den in England lebenden Johny Pitts für sein Buch „Afropäisch“ weiterging, der aber Corona bedingt, da gibt es ja die britische Variante, nicht aus England kommen konnte, sondern zugeschaltet war und in seiner Dankesrede, sein Buch vorstellte, wo es, glaube ich, um eine Reise des jungen Autors durch Europa ging, der auf diese Art und Weise, die afrikanische Diaspora erforschen wollte, denn er ist der Sohn eines afrikanischen Soulmusikers und einer weißen Mutter, also ein spannendes Stück europäische Vielfalt. Die Laudatio hat Elisabeth Ruge gehalten und in der Jury ist, glaube ich, auch Daniela Strigl gesessen und am Schluß gab es noch eine Bach Fuge zu hören, bevor es in Leipzig warhscheinlich doch zu einemt Buffet ging und ich hatte ein Glas Wein mit Orangensaft, wie ich es gerne habe, neben mir stehe

Am Donnerstag bin ich dann, weil von zehn bis zwanzig Uhr Stunden, nicht viel nach Leipzig gekommen, aber das „Blaue Sofa“ streamte ohnehin erst ab fünfzehn Uhr und dann gab es in der Moritzbastei auf drei Bühnen eine Lesenacht, wo Raphaela Edelbauers „Dave“, Shida Bazyar aus ihrem neuen Roman „Drei Kameradinnen“ Michael Decar aus der“Kobra von Kreuzberg“, Lisa Krusche, Tiljan Sila und Fabian Neidhardt aus „Immer noch wach“ unter anderen gelesen haben.

Der „Seraph“ ein Fantasypreis wurde auch vergeben und beim „Lesekompaß“ die besten Kinder und Jugendbücher vorgestellt.

Am Freitag wurde dann in der Kongreßhalle beziehungsweise über das „Blaue Sofa“ der Präsident des deutschen Bundestages Wolfgang Schäuble über sein neues Buch, die Grenzen Euopas oder auch über die Corona-Krise interviewt.

Dann habe ich mir Lisa Krusches gestrige Lesung aus ihrem Debutroman „Unsere anarchistischen Herzen“ nachgehört, bevor ich wieder auf das „Blaue Sofa“ ging, wo die 1946 geborene Journalistin und Schriftstellerin Gabriele von Armin ihr Buch „Das Leben ist ein vorübergehender Zusatand“, wo es um den Schlaganfall ihres Mannes geht, vorstellte.

Um vier wurde dann ebenfalls in der Kogreßhalle der„Preis der Leipziger Buchmesse“ vergeben, wo ich ja vier Bücher der Sparte Belletristik und zwei der Übersetzung gelesen habe. Die „USA-Trilogie“ liegt mit ihren fünfzehnhundert dünnen Seiten noch auf meinen Harlander Schreibtisch. Die Jurymitlieder saßen am Podium. Oliver Zille, der Direktor und der Jurysprecher Jens Bisky standen links und rechts am Pult. Die Nominierten waren zugeschaltet. Friederike Mayröcker nur mit Bild. Wahrscheinlich hat sie kein Internet und ich dachte, dann wird sie nicht gewinnen, denn dann müßte sie sich ja bedanken und da hätte sich vielleicht die „Alte Schmiede“ eingeschaltet. Ich hätte sie mir in diesen Punkt patriotisch als Siegerin gewünscht, obwohl ich ihr Buch nicht gelesen habe, dachte aber, in Leipzig ist Helga Schubert näher dran und dann, als schon die Übersetzer vorgestellt wurden, aber wahrscheinlich wird es Iris Hanika, obwohl mir ihr Buch am wenigstens gefallen hat, obwohl ich es nicht glaubte.

Von der Sparte Übersetzung habe ich zwei Bücher gelesen. „Apropos Casanova“ und „Die Vögel“ von Tarjei Vesaas, das mir so gut gefallen hat, daß ich mir noch das „Eis-Schloss“ bestellt habe.

Die Bücher wurden kurz vorgestellt und vorher gabs ein Filmchen mit den Gewinnern vom Vorjahr. Da wurde der „Preis“, glaube ich per Radio vergeben und dann kam ein Messemensch, öffnete das Kuvert und verkündete die 1978 in Leipzig geborene Timea Tanko mit dem „Casanova“ ist es geworden, die sich sehr freute und ihre maskierten Verleger umarmte.

Bei der Sparte Sachbuch/Essayistik mußte ich aussteigen, weil nichts gelesen. Gewonnen hat die Afrikanistin Heike Behrend mit ihrem „Menschwerdung eines Affens“, was offenbar eine Biografie ihres Schaffens ist und dann wurde es spannend, denn ich fand die Belletristik-Auswahl ja für sehr interessant und dann traf das ein, was ich nicht wirklich geglaubt habe.

„Nun ja!“, habe ich vor mich hingemurmelt und die Achsel gezuckt. „Daheim“ hat mir am besten gefallen. Iris Hanika hat sich aber sehr gefreut und Friederike Mayröcker die nicht zugeschaltet war, konnte ihre Enttäuschung nicht zeigen und ich denke, da sieht man vielleicht wieder wie fragwürdig es ist, aus fünf sehr verschiedenen Büchern eines auszuwählen, aber so funktioniert halt der Literaturbetrieb.

Oliver Zille beendete die Veranstaltung in dem er alle für das nächste Jahr in die Messehalle einlud, wo die BM ganz sicher stattfindet und da ist Österreich das Gastland, obwohl es sich das, glaube ich, noch mit einem anderen Land zu teilen scheint und ich bin aufs „Blaue Sofa“zurückgehüpft, wo es um die sozialen Plattformen ging und darüber diskutiert wurde, bevor der Leipziger Buchpreis vorgestellt wurde und zwei der Juroren über ihre Erfahrungen sprachen. Da hat es einen offenen Brief gegeben, die auch Persons of colours nominiert haben wollen, wo Jens Bisky betonte, daß es nur um die Qualität und nichts anderes gehe, aber wie schwierig das ist, die Geschmäcker verschieden und man Iris Hanika wahrscheinlich nicht mit Friederike Mayröcker vergleichbar ist, habe ich gerade festgestellt, so daß man nur wieder fordern kann, nichts auswählen, sondern alles lesen.

Der Man of Black und Preisträger für europäische Verständigung Johny Pitts trat dann als nächstes am Sofa auf oder wurde aus England zugeschaltet und ich konnte mich wieder auf die drei Bühnen der langen Nacht der Moritzbastei hinüberswitschen, wo Jovana Reisinger deren „Stillhalten“ ich ja für den Debutpreis gelesen habe, ihrneues Buch „Spitzenreiterinnen“ wo es, glaube ich, um die Gewalt an Frauen ging, vorstellte. Dann gings auf eine andere Bühne, weil ich den Stream zu Dana Grigorcea nicht fand und hörte dem Roman des1975 in Hagen geborenen mir bisher unbekannten Simon Urban „Wie alles begann und wer dabei umkam“ zu, das sehr dick und eine etwas aggressive Familiengeschichte zu sein scheint, weil der Protagonist gegen seine Großeltern prozessiert.

Katharina Schaller stellte auf einer anderen Bühne ihr bei „Haymon“ erschienenes“Unterwasserflimmern“ vor“, das mir schon bei meinem Wiener livestreaming untergekommen ist.

Die mir ebenfalls unbekannte, 1969 in Hamburg geborene Tina Uebel las aus ihrem Buch „Dann sind wir Helden“

Die acht Uhr Moritzbastei-Runde habe ich ausgelassen und mir stattdessen eine Corona-Diskussion angehört, die mich zwar auch nicht wirklich weiterbrachte und um neun gab es auf der zweiten Bühne Daniel Wisser,den ich schon in der „Schreibart Online“ und vorige Woche bei „Rund um die Burg“ hörte und in Raum eins war der Stream ausgefallen. Dafür gab es aber auf der Bühne drei ein interessantes Buch und einen interessanen Autor, nämlich den Aktionskünstler und Journalisten Jean Peters, der im gelben Pullover und rosa Kappel aus seinem „Geschichten aus dem subversiven Widerstand – Wenn die Hoffnung stirbt, geht es trotzdem weiter“, las und einen interessanten Kontrast zu Daniel Wissers Familienroman, wo es statt um die Zwischenkriegszeit um die AfD und einen Tortenwurf ging, bildete undJean Peters anschließend den Unterschied zwischen journalistischer Arbeit und Aktivismus erklärte.

in der nächsten Stunden switschte ich dann „Von der K-Frage“ – Kinder oder keinevon Johanna Dürrholz und dem Roadtrip von Frederic Zwicker zu Ester Beckers Debutroman „Wie die Gorillas“, der im „Verbrecher-Verlg“ erschienen ist und von der Identitätssuche junger Frauen handelt.

Mit Amanda Lasker Berlins „Iva atmet“ wurde die lange Lesenacht beendet.

Am Samstag bin ich wieder auf das „Blaue Sofa“ gegangen, wo die 1991 in Ostberlin geborene Autorin Mirna Funk mit ihrem Roman „Zwischen du und ich“ eröffnete, wo es um eine traumatsierte Frau geht, die nach Israel geht und dort auf einen ebenfalls Traumatisierten trifft.

Den ganzen Tag hat es, glaube ich, in Leipzig ein „Autorenforum“ gegeben, für das man aber ein Ticket brauchte, so bin ich am Sofa geblieben, wo Christoph Hein seinen neuen Roman „Guldenberg“ vorstellte, wo es um Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan und um Fremdenhaß geht.

Dann kam der dreißigjährige Dirigent Vitali Alekseenok, der seit fünf Jahren in Deutschland lebt auf die Bühne der sich mit seinem Buch „Die weißen Tag von Minsk“ für ein freies Belarus einsetzt und etwas über die Zustände in Belarus erzählte.

Ein Sachbuch von einer schwarzen Deutschen hätte für den Leipziger Buchpreis nominiert werden können, nämlich „Mist, die versteht mich ja“ von der 1967 in Hamburg geborenen Schulleiterin Florence Brikowsi-Shekte, die das Kind nigerianischer Eltern hatte, drei Jahre in Lagos lebte, mit zwölf wieder nach Deutschland zurückkam, Lehramt studierte eine Agentur für interkulturelle Kommunikation gründete, in der sie sich mit den klassischen Fragen „Wo kommen Sie her und warum sprechen Sie so gut Deutsch!“, auseinandersetzt, mit denen ich mich schwer tue, wenn sie gleich als rassistisch ausgelegt werden.

Mit Fragen ging es dann gleich weiter in der“Blauen Stunde“, wo es um den „Neustart Wirtschaft“ging und Fränzi Kühne Männern, die Fragen stellte, die sonst von ihnen gestellt bekommt „Welche Schuhe ziehen Sie für die Aufsichtskonferenz an und wer passt inzwischen auf Ihre Kinder auf“, beispielsweise und der Politiker Alexander Graf Lambsdorff erzählte, daß afrikanische Kinder, die aufgefordert wurden, einen Chef zu zeichnen, dicke weiße alte Männer darstellten.

Dann habe ich mich ein bißchen mit dem Gastland Portugal beschäftigt und bin in ein Gespräch mit der Übersetzerin von Antonio Lobo Antunes über sein neues Buch „Bis die Steine leichter sind als Wasser“ hineingekommen und mir dann ein Video angehört, wo Ingrid Brodnig an Hand ihres Buches „Einspruch Verschwörungsmythen und Fake News kontern in der Familie und im Freundeskreis über die Corona Demos spracDann bin ich noch ein bißchen in die Lesung von Christoph Heins „Guldenberg“ hineingekommen, ein Livesream von einer Lesung bei der relativ viel Publlikum zu sehen war

Auf diese Weise habe ich dann Daniel Wisser auf dem Blauen Sofa versäumt und bin erst wieder dahin gekommen, als der 1971 geborene Steffen Kopetzky von dem ich schon „Risko“ gelesen habe, seinen neuen Roman „Monschau“ vorstellte, in dem es um eine Liebesgeschichte, aber auch um eine Pockenepidemie im Jahr 1962 in der Stadt Monschau in der Eifel geht, die es wirklich gegeben hat.

Etwas über Ungarn gab es in Leipzig auch. So hat Naomi Kiss, die ich ja schon in der „Gesellschaft“ hörte, ihr Buch über den Balaton vorgestellt.

Am „Blauen Sofa“ trat am Sonntag um zehn AndreasPlatthaus auf, der nicht nur in der Jury des „Leipziger Buchpreises“ ist, sondern auch ein Buch über den Maler und Bauhausmitglied Lyonel Feininger geschrieben hat.

Am „Blauen Sofa“ wurde dann der geborene 1943 in Dresden Kabarettist Gunter Böhnke mit seinem Buch „Das mach ich doch im Schlaf“ vorgestellt, während es auf der Ungarn-Schiene, die Poesie aus der Vojvodian bzw. den Gedichtband „Tote Frauen“ der 1984 in der Vojvodina geborenen Anna Terek, die in Budapest Schulpschologin ist, gab.

Tha Dorn, die jetzt auch das „Literarische Quartett“ moderiert, hat ein Buch namens „Trost“ geschrieben, dassehr interessant scheint, da es um eine wütende Journalistin geht, deren Mutter an Corona gestorben ist und die dann in der Philosophie Trost findet

Das wars dann wohl, obwohl es auf dem „Blauen Sofa“ noch bis Drei Programm gab und man sicher auch noch einiges nachhören kann. Jetzt endlich kanntee ich mich auf der Programmseite ein bißchen aus. Aber es ist Sonntag und da gehen oder radeln wir ja immer auf die Rudolfshöhe, was jetzt wohl auch besonders spannend ist, herauszufinden, wie das mit dem Takeaway in der drei G-Gastronomie ist und was dieBuchmesse betrifft, fand ich diese Digital Extraausgabe spannend, obwohl, wenn man es mit früher vergleicht, da bin ich immer wieder auf alte Videos gestoßen, wo man die Menschenmasseen sah, die sich beim Sofa oder auch woanders drängen, draufkommt, daß es natürlich ganz anders war, die Bloggerberichten, die Bloggertreffen und natürlich auch vieles anders, wie die Abende mit den Hundertmarks natürlich fehlen.

2021-05-13

Vorschau auf „Mathilde im Coronaland“

Filed under: Buchpromotion — nagl @ 00:04
Tags: , ,

Wie schreibt man einen dystopischen Roman in Corona-Zeiten, in dem es plötzlich Maskenpflicht, eine ein- oder zwei Meter Abtandsregel, sowie Diskussionen über das Freitesten und eine mögliche Impfpflicht gibt?
Dieser Frage bin ich, nachdem ich schon zwei Corona-Bücher, nämlich „Kein Frühlingserwachen mehr?“ und „Ein braunrot kariertes Notizbuch“ geschrieben habe, in dem ich die Ereignisse vom Frühling, beziehungsweise Sommer 2020 schildere, nachgegangen und sie hat mich zu der Maskenverweigerin Mathilde, die sich ihre Einkäufe von ihrer Nachbarin Rosa Binder besorgen läßt, gebracht.

Die, eine gerade mit ihrem Studium fertiggewordene Germanistin, lernt, während sie eine Praktikumsstelle sucht und schließlich Contacttracerin wird, den Kanzleramtsmitarbeiter Benedikt Thalhammer im Rathauspark kennen, während ihr Geschwister Mar, eigentlich Maria, die Aufnahmsprüfung an der „Angewandten“ besteht.

Mathilde durchlebt das verflixte Corona-Jahr in dem sie im Tagebuch ihrer Großmutter Barbara liest, die vor mehr als hundert Jahren an der spanischen Gruppe gestorben ist. Sie hat einige seltsame Begegnungen mit ihrer 1946 verstorbenen Großtante Aloisia und schreibt, bevor sie in eine NI-Wohnung zieht, einen Brief an ihre Enkeltochter Jasminka, die sie nie gesehen hat.

So wird es auschauen mein neues Buch, mein drittes Corona-Buch und der Versuch  einen dystpischen Roman aus der Pandemie zu machen und wieder gibt es ein Gewinnspiel beziehungsweise drei Fragen mit denen man das Buch gewinnen kann:

1.  Wie heißen die zwei anderen Corona-Bücher, die es schon gibt?

2.  Was ist  das wirklich dystopische in dem Buch?

3. Von wem bekommt  Mathilde Besuch, den es eigentlich nicht geben kann und wen hat sie noch nie gesehen?

Das Probekapitel, das ein bißchen Einblick in das Buch geben kann,wird es bald geben und zur Erleichterung der Beantwortungverweiseich wieder auf die Schreibberichte, die es im Blog gibt.

1 2 3 4 5 6 7 8 9

Ich wünsche viel Spaß beim Raten und verweise wieder auf die Leserunde, die es nach Erscheinen des Buches wieder geben soll, wo ich mich auf regen Austausch und rege Diskussion freue!

2021-03-07

Freiluftprivatissimum Grillparzer

In Zeiten wie diesen darf man ja vieles nicht oder eigentlich nur eines zu Hause bleiben, Abstand halten, testen, Masken tragen, daß dabei aber vieles überbleibt ist vielleicht auch ganz klar, die pyschischen Auswirkungen, wie Depressionen, Angststörungen steigen und auch die gesundheitlichen Beschwerden wie Thromposen werden zunehmen, wenn man nicht aus dem Hausgeht, die Abwehrkräfte sinken und man ist dann vielleicht mehr für dieses Virurs empfänglich und die geistige Fitheit sinkt ebenfalls, wenn man nicht in Theater, Konzert oder anderen Veranstaltungen gehen kann.

Lesen kann man zwar immer, schreiben auch und sich die Veranstaltungen in der „Alten Schmiede“, „Gesellschaft für Literatur“, Literaturhaus, etcetera, per Livestream ansehen. Aber das ist, obwohl ich das ja regelmäßig tue, nicht ganz das Gleiche, der soziale Austausch fehlt und ich merke beispielsweise oft am Donnerstag, wenn ich da meine Stunden telefonisch mache und mein „Corona-Texte-Buch“ korrigiere und seit Sonntag, wo wir ja meist auf die Mostalm gehen oder in Harland sind, wo wir die Rudolfshöhe besteigen, nicht aus dem Haus gekommen bin, daß ich mich unwohl fühle und angespannt bin undsollte also aus dem Haus. Das tue ich derzeit meist am Samstag, wenn es eine Demo gibt und ich kann, was die Gestrige betrifft, schreiben, daß ich zwar nachher körperlich sehr fertig war, es mir aber psychisch besser ging und heute war auch etwas los, denn da hat ja die Ruth, vielleicht aus ähnliches Gründen zu einem „Freiluftprivatissimum für Freunde und Freundinnen“ eingeladen, wo sie im März April und Mai vor dem Grillparzer-Denkmal im Volksgarten aus ihrem Buch „Reisen mit Grillparzer“ lesen und hat dazu die Kapitel über Griechenland, Bratislava und Istanbul ausgesucht.

Heute war das auch ganz problemlos möglich. Ab April wird sich, wenn die neue Covid-Novelle durchgeht, etwas ändern, weil die Ruth dann ja um eine Genehmigung ansuchen muß, um das unkontrollierte Zusammenkommen der Bevöllkerung zu verhindern und sie lieber mit Test in einen Schanigarten zusammenbringen zu lassen, aber wenn die Veranstaltungen dann so, wie die heutige werden wird, wird es trotzdem kein Problem sein, denn heute hatte das Privatissimum nur drei Teilnehmer, die Ruth, die Frau Brunngraber, die Tochter von Rudolf Brunngraber, mit der sie befreundet ist und jetzt sogar im selben Haus wohnt und ich.

Also von da kein Problem und es war sehr schön an diesem sonnigen Vormittag durch die Stadt in den Volksgarten zu laufen.

„Wo bleibt der Alfred?„, werden da vielleicht meine Leser fragen.

„Ist er auch nicht mitgekommen?“

Nein, weil wir sonst ja schöne Fotos hätten. Er hat stattdessen ein neues gelbes Auto und ist mit diesem mit dem Karli nach Villach gefahren und so bin ich allein losmarschiert und hatte zuerst keine Ahnung,wo sich das Grillparzerdenkmal befindet.

Daß es im Volkssgarten ein solches gibt, hatte ich keine Ahnung. Die Figur des großen Dichter aber gut gekannt, denn die war, glaube ich, auf dem Cover meines Deutschbuchs in der Straßergasse und ich habe von oder über Grillparzer ja einiges gelesen.

Gesehen auch schon was, denn er war ja hauptsächlich Dramatiker und da gab es im meiner Schulzeit, als ich ein Theater der Jugend-Abo hatte wohl einige seiner Theaterstücke und ich kann mich auch an mein Erlebnis mit der Städitschen Büchereifiliale Elterleinplatz erinnern, wo ich als Hauptschülerin eingeschrieben war. Da wollte ich, glaube ich, einen Krimi lesen. Die strenge Bibliothekarin hat abgewinkt. Ich bin mit einer Grillparzer-Gesamtausgabe nach hause gekommen. Habe sie auch angelesen und dann zwei Wochen später wieder zurückgebracht. Habe ich mit der „Sappho“ der „Medea“ und dem „König Ottokar“ damals nicht so viel anfangen können, obwohl ich von „Weh dem der lügt“ sehr begeistert war. Da war es der Küchenjunge Leon, der mich sehr beeindruckte.

Da ich aber kaum ins Theater gehe, bin ich keine Grillparzer-Spezialistin. Er ist aber ein großer österreichischer Dichter. Deshalb hat er auch ein großes und trotzdem sehr verborgenes Denkmal im Volksgarten und die Ruth erklärte dazu, nämlich, daß Franz Grillparzer 1791 in Wien geboren wurde und 1872 dort verstarb. Dazwischen ist der Hofarchivdirektor, glaube ich, auch viel auf Reisen gegangen. Das hat die Ruth in ihrem Buch sehr schön beschrieben und ist ihm auch sehr genau nachgereist.

Im Denkemal sitzt er in der Mitte. Einen Lorbeerkranz gibt es, glaube ich, auch. Die Sitzbänke, die es an den Seiten gibt, sind aus Denkmalschutzgrünzen abgesperrt und auf der Seite, das Denkmal ist recht groß, gibt es sechs Szenenbilder aus seinen Werken. Auf der Linken Reliefs aus der „Ahnfrau“, dem „Traum ein Leben“ und dem „König Ottokar“ auf der anderen, dazwischen sitzt der Meister, ist die „Sappho“, die „Medea“ und „Des Meeres und der Liebe Wellen“ abgebildet und Franz Grillparzer ist mit dreiundfünzig Jahen, 1843 auf der Donau nach Griechenland gereist und dort wegen den türkischen- griechischen Spannnungen, die es damals gab, gleich in Quaratäne gekommen, was eine sehr aktuelle Parallele zu unserem Heute ist. Die Pest und die Cholera war, glaube ich, nicht daran schuld und diese Stelle hat die Ruth aus ihrem Buch gelesen.

Die Lesung war sehr kurz, weil die Ruth nicht sicher war, wie eine Lesung im Freien beim Publikum ankommt. Am Schluß hätte sie uns auch das Buch überreicht. Aber das habe ich schon gelesen, hätte es höchstens in den Bücherschrank legen könnte, wo ich mir vorher dachte, daß ich am Rückweg über die Westbahnstraße heimgehen und daher in der Stift- und in der Zieglergasse halt machen könnte. Kam aber nicht dazu, denn wir sind über den Burrgarten, ein Teil davon war wegen der gestrige Demo bedingt noch versperrt. Man konnte aber beim Heldenplatz hineingehen und beim Abraham a Santa Klara-Denkmal wieder hinaus. Da überlegten wir dann was mir machen könnten und ich habe geantwortet „Du könntest mich auf einen Kaffee einladen?“, weil man da auch aufs Klo gehen kann, was ja derzeit im öffentlichen Raum eher schwer möglich ist.So sind wir eine Weile vor einer Bäckerei gestanden, weil die Ruth da noch Kuchen kaufte und ich wundere mich ja immer, daß die Leute da geduldig eine viertel oder halbe Stunde stehen, um in das Geschäft zukommen.

und in der Stadt hat sich ja in der letzten Zeit viel geändert, was ich, weil ich ja sehr wenig aus dem Haus komme, hauptsächlich durch 0E24-TV mitgekommen, nämlich, daß man beim „Deml“, der berühmten Konditorei einen Kaiserschmarrn kaufen kann. Dieses Beispiel von dem ich schon vor ein paar Wochen hörte, scheint Schule gemacht zu haben. Denn neben der Bäckerei gibt es ein Restaurant, das auch einen solchen anbietet. Da kann man sich, glaube ich, auch einen Weißer Spritzer im Flascherl kaufen, weil offener Alkohol ja seit den sich die Leute im Dezember um Punsch anstellten, verboten ist. Seltsam, seltsam.

Aber jetzt werden ja vielleicht, wenn die Zahlen nicht zu stark steigen, vor Ostern, die Schanigarten öffnen, wo man gestestet vielleicht ein ein offenen Spritzer trinken kann und den im Flascherl kann man dann nur mehr alleine im Volksgarten trinken, weil tun das vier Personen braucht man eine Veraastaltungsgenehmigung, also seien wir gespannt wie es weiter geht.

Das nächste Mal ist jedenfalls Bratislava an der Reihe.Der akuchen war gut und als ich mich am Rückweg beim „Wortschatz“ umschaute, erlebte ich eine Überraschun, nämlich Ann Tizia Leitichs, der 1976 verstorbenen Schriftstellerin, die sich, wie ich „Wikipedia“ entnehme, sehr für die Frauenrechte einsetzte, Buch über die „Frauen um Grillparzer“.

Also kann ich mich, falls die nächsten Privatissimen von der Polizei verboten werden, in diesem einlesen und Franz Grillparzer merke ich an, kann ich mich erinnern, hat Zeit seines Lebens auch unter der Zensur gelitten, lebte er ja in der Metternichtzeit und hat da Theaterstücke geschrieben oder sie im Ladel seines Hofkammerarchivs liegenlassen und dieses ist ja jetzt das Literaturmuseum, wo man Grillparzers Amtzimmer bewundern kann und das liegt ziemlich genau Ruths neuer Wohnung gegenüber.

2021-02-05

Der Traum

Filed under: Textbeispiel — jancak @ 18:33
Tags: , ,

„Uje, uje!“, dachte Ursula und schaute vorsichtig vor sich hin. Genau genommen schielte sie um die Ecke, ihr Herz klopfte verdächtig, sie war aufgeregt und außer Atem, die Haare waren zerzaust.

„Verdammt, verdammt, großer Schit und Ungewitter!“

Sie konnte schon die Stimme ihrer Mutter und ihres Freundes Uli hören, die sie mahnten und „Benimm dich, Uschi, du sollst nicht fluchen, weißt du das nicht? Hast du das nicht in der Schule gelernt, daß man das nicht soll?“

Die Mutter würde sie streng mustern und „Zum Friseur solltest du auch einmal gehen, Kindchen, deine Haare sind viel zu lang! Das schaut nicht gut aus und macht einen schlechten Eindruck wenn du so ungepflegt mit wilden Zotteln durch die Gegend rennst!“

Noch einmal „Verdammt, verdammt!“, vor sich hindenken, tief durchatmen und versuchen nicht zu sehr zu hyperventilieren. Denn das war es, ganz genau!

„Stimmt, lieber Uli, du hast ganz recht!“, könnte sie denken.

„Ich schaue wirklich fürchterlich aus und genau das ist das Problem, wo ich auch fluchen darf! Denn du tust das ja auch! Äußerst deinen Unmut auch nicht mit schönen höflichen Worten, wenn du dich wieder einmal über die blöden Genderfrauen ärgerst, die partout „Heimat bist du großer Töchter!“, singen wollen und die nicht verstehen können, wenn sich Andreas Gabalier darüber ärgert! Über die „Hirnverbrannten Idioten!“, äußerst du dich ja auch nicht gerade vornehm, wenn die wieder einmal verlauten, daß sie eine „Pippi Langstumpf-Ausgabe“ verbrennen wollen, weil da das böse Wort „Negerkönig“ enthalten ist! Dann schüttelst du den Kopf und fluchst und schimpfst noch viel lauter als ich! Aber du hast recht! Ich bin schon still, denn das ist jetzt nicht das Thema und auch nicht das Problem! Das ist ein ganz anderes, liebe Mama, denn du hast ebenfalls recht, ich sehe fürchterlich aus und sollte schleunigst zum Friseur, weil ich da schon seit letzten Juli nicht mehr war und jetzt haben wir Februar! Du hast ganz recht, es wäre schon längst an der Zeit!“

„Warum tust du es dann nicht, liebes Urselchen?“, höre ich dich von deiner Wolke sieben oder fünfundvierzig fragen, wo du dich, wenn man den Mythen glauben kann, momentan befindest.

„Warum tust du das nicht? Ruf doch den Herrn Erich an, das ist ein Könner seines Faches und so teuer ist er auch nicht, daß du ihn dir nicht leisten kannst! Dann sparst du eben an anderer Stelle etwas ein, weil es wichtig ist, immer adrett auszusehen, um einen guten Eindruck zu machen! Habe ich dir das nicht beigebracht?“

„Hast du, Mama, keine Frage! Aber du hast, leider, leider, das letzte Jahr nicht erlebt! Der Brustkrebs hat dich dahingerafft, so daß du nicht weißt, daß das heuzutage nicht so einfach, sondern ganz und gar verboten ist!“, dachte Ursula und seufzte nochmals auf.

„Ha, ha, verboten, das stimmt ja nicht! Da hast du jetzt etwas verwechselt und bist dabei die Wirklichkeit zu verdrehen, weil sie dir nicht passt!“, würde wohl jetzt der Uli sagen oder nein, der nicht. Der war in diesem Punkt wohl ihrer Meinung und ließ sich wahrscheinlich gerade selber einen Bart wachsen, fuhr sich mit einer Haarschneidemaschine übers Haar oder setzte sich das berühmte Häferl auf, um rundherum darum zu schneiden, so wie man das angeblich beim Militär oder in der Kadettenausbildung früher mal so machte.

Ihrer Freundin Edeltraud könnte sie diesen Sager schon eher in den Mund legen und die war vor Weihnachten, als man das gerade noch zwei Wochen durfte, dort gewesen. Hatte sich waschen, schneiden, föhnen, Strähnchen legen und sich auch ein bißchen färben lassen, sowie ihr das Resultat dann stolz gezeigt und gerade vorhin hatte sie die Traude auch angerufen und ihr versichert, daß sie mit ihrem Starfigaro schon einen Termin für nächste Woche, wo die Friseure wieder öffnen durften, vereinbart hatte.

„Und das war gar nicht so einfach, einen Termin zu bekommen, Ursulchen! Da mußte ich meinen ganzen Charme verwenden, um den Figaro zu überzeugen und richtig bei der Apotheke muß ich auch anrufen, um mich für den vorgeschriebenen Schnelltest anzumelden! Ich rate dir das auch zu tun oder hast du vor in eine dieser Teststraßen zu gehen?“, hatte sie wissen wollen und hätte sie, wenn das Gespräch nicht per Telefon passiert wäre, sicher genauso schräg, wie die liebe Mama gemustert und „Du hast es auch schon nötig, dir einen Termin zu sichern, denn du siehst wirklich sehr zerzupft aus!“

Richtig, das tat sie wohl! Die Haare waren gewachsen und langten schon beinah bis zu ihren Schultern und weil sie sehr dünne Haare hatte, die sich ringelten und kringelten, sah das wirklich nicht schön aus, waren eigentlich noch nie so lang gewesen und die Stirnfransen total verschnitten. Denn da war sie seit letzten Juli selber zwei drei Mal mit der Schere drüber gefahren und weil sie keine Friseurin war, sah es auch entsprechend aus und die Kollegen würden, wenn sie wieder ins Büro kam, sicher ebenfalls „Hast du schon einen Friseurtermin? Du hast es wirklich nötig! Denn du siehst schon fürchterlich aus!“, mahnen.

Hatte sie nicht. Keinen beim Friseur und keinen in der Apotheke, um sich vorher Freitesten zu lassen, wie das jetzt hieß und was man mußte, um bei einem Figaro zugelassen zu werden. Eine FFP2-Maske hatte man auch anzulegen und, wie der Figaro dann rundherum ihre Haare schnitt war auch nicht so klar und sie eine Maskenverweigerin. Sie mußte, sollte aber zum Friseur, denn ihre Haare waren im letzten halben Jahr sehr gewachsen, so daß eine Rundherumerneuerung dringend nötig war und sie Edeltraud nicht wirklich etwas entgegnen konnte, als sie vorhin mahnte, sich doch einen Termin auszumachen.

„Du hast das, glaube ich, dringend nötig! Hast du schon gebucht?“

„Habe ich nicht!“, hatte sie kleinlaut geantwortet und nicht verhindern können, daß sie rot geworden war. Rot und verlegen und keine Antwort auf Edeltraudes Frage, ob sie vielleicht vor hatte, sich illegal bei einem Friseur ohne Test und Maske einzuschleichen und den und sich damit zu gefährden?

„Hast du das etwa vor, Urselchen und weißt du nicht, daß das dem seine Konzession kosten und auch du bis zu tausend Euro Strafe zahlen kannst, wenn man dich dabei erwischt? Sag, Ursula, ich merke es dir an, du hast das vor! Nenn mir den Namen dieses Figaros damit ich ihn, um die Allgemeinheit zu schützen, als gesetzeskonforme Bürgerin anzeigen und sein Handwerk legen kann!“

„Habe ich nicht!“, hatte sie wiederholt und Edeltraud weggedrückt. Dann nach ihrem Rucksack und der Jacke gegriffen und war losmarschiert. Denn sie hatte tatsächlich vor solches zu versuchen. Eine Adresse und einen Tip zugesteckt bekommen, wo man sich am Abend in einen Keller schleichen, an einer verschloßenen Türe klopfen, ein Codewort murmeln und dann nach einem genauen Klopfsignal, wenn man Glück hatte, in die heiligen Halle eingelassen wurde.

„Klopf, klopf!“, machten Ursulas Finger. Sie zitterte, ihre Haare waren naß vor Schweiß und die Türe öffnete sich, obwohl sie immer lauter klopfte, nicht und nicht.

„Nein, das war kein Klopfen, das war ein Schrillen, das war das Weckersignal!“, dachte Ursula verschlafen, öffnete die Augen und schüttelte den Kopf. Es war der Wecker und sie hatte einen schlechten Traum gehabt. Ein Alptraum war es, der sie angsterfüllt und schweißbedeckt aufwachen ließ. Nur ein dummer Traum und weiter nichts!

„Dumme Ursel!“, würde ihre Mutter schimpfen.

„Das hast du davon, daß du soviel liest! Das hast du von deinen dystopischen Romanen, von deinem „1984“, der „Schönen neuen Welt“, „Mathilde im Coronaland“ und wie sie alle heißen! Laß das das doch! Davon wirst du nur verrückt!“

Ursula war aufgestanden und mit nackten Füßen ins Badezimmer getappt, um sich den Schweiß von der Stirn zu waschen.

„Stimmt, Mama! Das war wirklich nur ein Unsinn, was ich da träumte und Gott sei Dank weit entfernt von jeder Realität! Ich werde mich bessern und keine Horrorgeschichten vor dem Einschlafen mehr lesen! Aber Herrn Erich sollte ich wirklich anmelden, da hast du schon recht!“

2021-01-04

Hypochonder leben länger

Ich weiß nicht, ob es meine Leser gemerkt haben, ich bespreche hier zwar Sachbücher. Psychologische sind aber aber mit Ausnahme des Thomas Stompe, nicht so viele dabei. Die Fachbücher also in die pschologische Praxis, die Literatur, die politischen und literataurwissenschaftlichen Fachbücher in den Blogs, aber Ausnahmen gibt es immer. Den Thomas Stompe, den ich ja auch bei dem klinischen Mittagen hörte, war eine, als sein Buch bei „Residenz“ erschienen ist und jetzt habe ich eines unter dem Titel „Hypochonder leben länger“, angeboten bekommen und der erste Gedanke war, danke, nein, ich blogge hier nicht über pyschiatrische Diagnosen, höchstens über lebensgeschichtliche Bücher, wie über das Leben mit „Alzheimer“, Krebs, einem ALS- Angehörigen, das Schicksal eines Sterbebegleiters.

Aber es war von Jakob Hein, dem Sohn des berühmten Christoph, der „Drachenblut“ geschrieben hat und damit die DDR vor zig Jjahren in Aufruhr brachte und der ist, obwohl er schon viele Romane geschrieben hat, einen habe ich auch gelesen, ein oder mehrere andere stehen in meinen Regalen, Pyschiater und da ich ja bei Büchern nur schwer „Nein!“, sagen kann, habe ich es mir schicken lasen und gedacht, ich bekomme jetzt eine mehr oder weniger witzige, geistreiche, etcetera, Abhandlung über den Hypochonder zu lesen und dachte dann auch, nachdem ich jetzt ja die „Fledermaus“ neu inszeniert habe, werde ich das auch auf die Corona-Frage übertragen können, die ja das Hypochondertum fördern dürfte.

Aber weit gefehlt, es geht um etwas ganz anderes in dem Buch, das bei „Amazon“, wie ich gesehen habe, auch schlechte Kritiken hatte. Ein Psychiater, der auch Schriftsteller ist, plaudert aus seiner Praxis, weil ihm einmal jemand geraten hat, ein Buch darüber zu schreiben, warum er Psychiater geworden ist oder welcher er nicht so gerne wäre und da fällt mir ein, ich habe ja einen „Hauspsyschiater“, den Theo Hardenberg, der in der „Frau auf der Bank“, beim „Frühstück“ und dann noch, glaube ich, bei den „Berührungen“ vorkommt. Der Sohn der Doris Kloimstein ist einer und ich schaue in letzter Zeit auch gern die Videos des Raffael Bonelli, der in der Corona-Frage seinen Senf in Sachen Deeskalation gern dazu gibt.

Jakob Hein macht vielleicht etwas Ähnliches. Er erzählt in Kapiteln, die Überschriften, wie „Irrenarzt – Schwer stelle ich mir Ihren Beruf vor. Sehr schwer“, warum er Psychiater geworden ist und, daß er gar nicht wußte, daß man Medizin studieren muß, um ein solcher zu werden, weil die Leute ja immer noch nicht den Unterschied zwischen Psychologen, Psychotherapeut, Psychiater und Psychoanalytiker kennen.

Ich weiß ihn, obwohl es in Deutschland, glaube ich, noch einmal anders, als in Österreich ist, denn da kann der Psychologe, glaube ich, auch psychotherapeutisch tätig sein, während das bei uns getrennte Ausbildungen sind. Obwohl sich die Berufsfelder, wie bei mir beispielsweise, wieder überschneiden und derzeit bin ich ja eine studierte Psychologin, die hauptsächlich Psychotherapie betreibt und dann als Jakob Hein geschnallt hat, daß er um Psychiater zu werden, Medizin studieren mußt, hat er einige Jahre gebüffelt und gebüffelt und wurde von seinen Germanistik studierenden Freunden nicht verstanden, daß er Monate, nicht Wochen für eine Prüfung lernt, jetzt weiß er aber auch, daß dieses Fachwissen für seine Tätigkeit wichtig ist und das denke ich würde auch den psychologen und Psychotherapeuten nicht schaden. Die Psychoanalytiker gehören ja zu den Pschotherapeuten, haben oft Medizin studiert und der berühmteste ist wohl der Urvater Sigmund Freud von dem ich gar nicht sicher bin, ob es damals schon das Spezialgebiet der Psychiatrie gab.

Im zweiten Kapitel kommt Jakob Hein dann zu den Klischees, die es über Psychiater gibt, nämlich, daß das weißbärtige alte Herren sind, die hinter einer Coach sitzen auf der junge hübsche Frauen liegen, die er dann jahrelang viermal in der Woche, um neunhundert Euro in der Stunde beschweigt oder zu denen, die selber verrückt sind, aber ihre Patienten malträtieren. Das führt dann zur Frage, wie verrückt oder normal die Patienten sind und, ob die in die Praxis kommen, nun eine Störung haben oder nicht?

Die meisten Patienten oder Klienten, die ich gesehen habe, hatten aber eine Depression, eine Panikattacke oder ein Burnout, während und das ist interessant, Jakob Hein von den Menschen in den internen Abteilungen schreibt, die glauben, sie haben einen Herzinfakt und dann wars doch nur eine Panikattacke und da fällt mir ein, daß im Margaretenhof einmal eine Frau wochenlang neben ihrer toten Mutter war und die Psychiater konnten angeblich keine psychischen Auffälligkeiten feststellen, etwas, was ich mir eigentlich schwer vorstellen kann, aber ich habe den Fall nicht diagnostiziert.

Aber zu zurück zu Jakob Hein und seiner Praxis, der schreibt, das selten gesunde Patienten zu ihm kommen, mit Außnahme derer, die von ihm ein Gutachten für das Gericht oder die Pensionsanversicherung, in Deutschland, heißt das, glaube ich, Rentenantrag, brauchen.

Das nächste Kapitel führt dann wieder zu Hein selbst, wo er beschreibt, daß er einen Chefarztposten ausgeschlagen hat, weil es ihm lieber war, in die psychiatrische Praxis zu gehen. Hein ist übrigens Kinder- und Jugendpsychiater und da muß ich natürlich sein österreichischen Pendant Paulus Hochgatterer erwähnen, der übrigens ausgezeichnete Texte über gestörte benachteiligte oder traumatisierte Jugendliche schreibt.

Von Kapitel zu Kapitel hantelt sich Jakob Hein weiter und gibt seine Sicht der Dinge von der anderen, der persönlichen Psychiater-Seite bekannt, was ich sehr spannend finde, aber nicht ganz so leicht zu verstehen ist, wie er das jetzt meint?

Hat man das doch öfter schon ganz anders gehört. So geht es um die Cocktailparties-Fragen, also um die, die der Psychiater hört, wenn er sich auf einer Party befindet, da fängt man an mit ihm über psychiatrische Probleme zu plaudern, die man hat und ihm Fragen zu stellen, auf die auch die Psychiater keine Antwort wissen. Er wird von den Freunden um zehn Uhr abends angerufen und kann auch nichts anderes tun, als sie zu einem guten Kollegen zu schicken, aber die guten sind auf Jahre überfüllt und können keine neuen Patienten nehmen.

Es geht um die Frage, ob man zu den Medikamenten Alohol trinken darf? Was mich auch etwas erstaunte, denn, ich glaube, das sagen ja die Psychiater oder steht auf den Beipackzetteln, daß man das nicht soll. Ich kenne aber viele, die das ohne Auswirkungen tun und manche sind sehr ängstlich und halten sich von selber zurück.

Dann kommt auch die Frage warum jemand trinkt oder ob die Krankheit genetisch ist? Hier kommt Jakob Hein mit dem biologischen psychosozialen Modell und meint, daß man jedes Problem von jeder dieser Seiten betrachten und behandeln muß. Nur Medikamente sind zuwenig, nur Psychotherpie vielleicht auch und der Psychiater kann dem Patienten auch keinen Rat geben, auch wenn, die von ihm natürlich die Lösung, bzw. den Zauberstab wollen.

Das erklärt er vielleicht auch ein wenig umständlich, daß es beim Psychiater, um das richtige Fragenstellen und nicht um die Antwort geht, denn, die muß der Patient schrittweise für sich selber finden und dabei kann ihm der Psychiater, ich meine wohl eher der Psychotherapeut helfen und gibt er zu große Schritte vor, schaut ihm der Patient verständnislos an? Die Psychiater, die ich aus meiner Praxis kenne, sind meisten keine Psychotherapeuten und verschreiben hauptsächlich Medikamenten. Aber da kann das Gespräch und der Aufbau einer empathischen Beziehung auch sehr hilfreich sein und wenn man sich mit dem Patienten dabei ein bißchen unterhält, Fragen stellt, etcetera, kann man das dann abrechnen und der Patient fühlt sich im günstigsten Fall besser und bedankt sich für die Hilfe und der Psychiater denkt, ich habe doch gar nichts dazu getan.

Jakob Hein wehrt sich gegen das Expertentum, das heißt, der Fragen der Journalisten welche Diagnose nun der oder der Politiker hat oder, wie sich die Verschütteten in einem Bergwerk fühlen und mahnt, daß man keine Ferndiagnosen geben soll.

Dann nimmt er verschiedene Problemfelder aufs Korn, wie das beispielsweise in der Pubertät ist? Er arbeitet ja als Kinder undJugendpschiater, obwohl sich viele seiner Beispiele auf Erwachsene beziehen und er, glaube ich, trotz seiner seiner psychiatrischen Facharztausbildung mehr als Psychotherpeut derauch oder auch Medikamente verschreibt, tätig zu sein scheint, was die unterschiedlichen Berufsfelder für den normalen Leser wahrscheinlich nicht viel klarer gemacht haben.

Er geht auch auf die Diagnosen ein, warum man sie braucht und wo sie hindern, weil jeder Patient ja einzigartig ist.

Ich sage meinen Klienten immer, daß Diagnosen für die Krankenkasse wichtig sind, weil die ja keine Therapien für Gesunde bezahlen wollen. Es geht aber auch im die Expertise, wenn man weiß, wie man Depressive am besten behandelt, tut man sich leichter und muß das Rad nicht jedesmal neu erfinden.

In einem Kapitel widmet er sich dem Cannabis und beginnt es gleich, daß er für die Freigabe ist und ich dachte, uje uje, habe ich ja schon bei einigen Leuten erlebt, wie die dadurch in eine Psychose kippten. Jakob Hein erwähnt das aber später auch und meinte vorher, es gibt Erkrankungen bei denen wäre Cannabis hilfreich. Das muß man aber erst beantragen und bis das bewilligt wird, hat sich das der Patient schon längst am Schwarzmarkt besorgt.

Ein interessantes Buch, wo ich nur nicht weiß, wie es von Leuten verstanden wird, die weder eine Pyschotherapieausbildung machten, noch Psychologie studierten, auch keine Psychiater oderPsychiatrie- Betroffene sind? Mir hat es einiges klargemacht und es war auch leicht und amüsant zu lesen, so daß ich es weiterempfehlen kann und was den titelgebenden Hpochonder betrifft, der wird in einem Kapitel auch thematisiert. Da meint Hein, sieleben länger, weil sie sich mehr um ihre Gesundheit können, wenn sie, fügt er listig hinzu, nicht zuviel Medikamente beschrieben bekommen und ich ergänze, daß sie auch nicht zu vielen Somatikern unters Messer fallen dürfen, die sie dann vielleicht doch operieren.

Ein Kapitel, wie sich die Diagnosen im Lauf der Zeit ändern, gibt es auch, über das man nachdenken kann und das sich an das vorher Thematisierte aschließt, denn früher hat man ja bei den Schizophrenen die Lobotomie betrieben und der Arzt der die entdeckte, hat sogar den Nobelpreis bekommen.

So kann man sich irren, also vorsichtig sein und zu dem mündigen Patienten werden, den, glaube ich, auch Jakob Hein bevorzugt und der jetzt auch das Internet hat, um sich vorher zu informieren, ob er die vorgeschlagenen Medikamente auch verschrieben haben will. Aber bitte keine Beipackzettel lesen, denn dann ist man so verwirrt, daß man sich das nicht zu nehmen traut und, daß in Zeiten der Pandemie, wo das Gesundheitssstem ja hinuntergefahren wurde und Gesunde gestestet werden, auch wieder mal anders ist, wurde von Jakob Hein, dessen Buch im August erschienen ist, zumindestens thematisiert.

2020-11-27

Leben im Corona-Raum

„Ist das jetzt ein dystopischer Roman?“, dachte Mathilde und sah auf das vor ihr liegende Manuskript.

„Möchte ich doch so gerne einen dystopischen Roman über unsere Situation schreiben, die ich immer noch und wahrhaftig für eine solche halte.

Das Leben nach oder in der Klimakrise, wo die Flüchtlingssituaton von 2015 und dem Krieg in Syrien nicht nur die Menschenmassen in Boote über die Meere zu uns brachte, sondern sich auch die Rechten, wie die Schwammerln vermehrten oder die Wohlstandsverlierer, die sich um ihre Pension, Wohlstand und den sozialen Frieden gebracht sahen, den sie selbst durch fortwährende Veröffentlichung angeblicher oder tatsächlicher Vergewaltigungen und kriminellen Taten von Aslwerbern erst rechtdurcheinander brachten und dann kam noch die Klimakrise, die „Fridays for future-Bewegung“ mit der kleinen Greta aus dem schönen Schweden, die erst recht die Gemüter erhitzte und die Schüler in Massen am Freitag auf die Straßen brachten, was vielen, wie dem inzwischen nicht mehr gewählten Präsidenten, der nicht verlieren kann, auf die Palme brachte und dann dann kam das kleine Virus aus dem chinesischen Wuhan und löste so viele Unruhen aus.

Hat die Welt auf einen Schlag verändert, in acht, neun, zehn Monaten hat es das getan, wo nun soviel anders wurde. Was die Leute vor einem Jahr, wenn ich geschrieben hätte, im nächsten Jahr dürfen wir nur noch mit Maske aus unserer Wohnung gehen, müssen den Einkaufswagen im Supermarkt desinfizieren und der Sucuritmann schön verhüllt mit Schutzanzug und Maske läßt uns nur nach einem Fiebercheck oder einem Schnelltest in den solchen hinein!“, den Kopf schütteln hätten lassen und hätten mich für verrückt erklärt!

Inzwischen erklärt man dazu die sogenannten Corona-Leugner oder Skeptiker und will mit ihnen gar nicht reden, sich deren Arugmente, daß es ja jedes Jahr Grippewellen gab, die unsere Spitäler zur Übefüllung und das Spitalspersonal zur Erschöpfung brachte, nicht anhören und auch nicht darüber nachdenken, daß man mit einem Virus, daß vielleicht gar nicht so gefährlich ist, weil die meisten ja gar nicht daran erkranken, wie es die vor Angst erstarrten sehen, auch anders umgehen könnte.

Schweden ist das Vorbild, das berühmte Schweden mit der kleinen Greta, Schweden setzt auf Eigenverantwortlichkeit und Herdenimmunität, aber die gibt es ja nur durch die Impfung und da sind wir schon bei den Impfgegnern, den sogenannten Aluhutträgern oder Verschwörungsgegnern und bei der Freiwilligkeit. Freiheit unser höchstes Gut in allen Demokratien, aber die wurde durch das Seuchengesetz weitgehend ausgesetzt und die angsterstarrten Menschen vielleicht ganz bewußt und möglicherweise auch aus Angst entmüdigt, so daß die jetzt angsterstarrt die Regierungsämter fragen „Darf ich mir noch nach acht im Restaurant eine Pizza holen? Darf ich mit meinen Nachbarn sprechen oder meine Großmutter besuchen?“

Vielleicht auch „Darf ich mit meinem Partner ohne Maske Sex betreiben?“, denn, daß die höchste Ansteckungsgefahr im häuslichen Raum liegt, ist inzwischen ebenfalls bekannt und muß ich die Polzei hineinlassen, um zu kontrollieren, ob ich nicht doch klammheimlich einen Freund oder eine Freundin in meine Bude geschleppt habe, um mit ihnen ohne Maske „Mensch ärgere dich nicht“ zu spielen und dazu ein Glas Bier oder Rotwein zu trinken?“

„Fragen über Fragen und keine Antwort wissen“, dachte Mathilde und sah immer noch vor sich hin.

In ihrem ersten Corona-Text der Erzählung „Kein Frühlingserwachen mehr“, im ersten Lockdown-Frühling geschrieben, hat sie ihren dementen Egon auf der Josefstädterstraße noch die Invasion vom Mars oder den Weltkrieg drei erleben lassen, als derdort Polizisten, den sogenannten Sicherheitsabstand mit dem Maßband kontrollieren sah.

Im zweiten Text im wunderschönen fast Corona befreiten Sommer ist es dann um ein verlorenes Notizbuch, ein Handy, das sich in einem Blumentopf wiederfand und die zweite Welle, sowie die Wiedereinführung der sowieso nicht ganz abgeschafften Maskenpflicht gegangen und nun ist die zweite Welle da, die Zahlen die so gut waren, sind massenhaft angestiegen und die Spitäler, sowie die Intensivstationen überfüllt, so daß sich verzweifelte Krankenschwestern an die Öffenlichkeit wandten und diese anflehten „Setzt doch euche FFP2-Masken auf!“

Aber nützen die Massentestungen an Gesunden wirklich und hätte man die dafür nötigen Kapazitäten nicht vielleicht doch besser in die Stärkung der Infrastruktur in den Spitäer setzen sollen, wo doch die Sterblichkeit an diesem Virus, wie man immer hört, nicht viel höher als im Vorjahr ist?

„Die Alten besser schützen!“, hörte man da immer. Aber die Worte wegsperren, einsperren absondern, der Heiminsaßen und der vulnerablen Gruppen, löst nicht nur in der selber nicht sehr so ganz jungen Mathilde Abwehrkräfte auf und läßt sogar an Victor Klemperers Sprachforschungen denken. Die hat er zwar im dritten Reich betrieben, aber muß man wirklich von Einsperren, Absondern und Isolieren der positiv Getesteten sprechen und müßen die mit Polizeigewalt eingefangen und kontrolliert, bis zur Fußfessel von sogenannten Quarantäneverweigern werden? Denn das löst doch auch Angst aus. So gibt es die sowohl bei den sogenannten Gesundheitsaposteln als auch bei den Freiheitskämpfern, die, wenn sie dürfen immer noch zu Demos auf die Straße gehen, da aber oftmals neben den Rechten stehen und von der Presse als Coronaleugner und Gefährder beschimpftwerden.

„Leben im dystopischen Raum!“, dachte Mathilde und sah noch einmal auf ihrMansukript, das dritte der sogenannten Corona-Trilogie.

„Leben im Corona-Raum und da ist sie, wie es die Utopie erwünscht, schon ein ganzes Jahr nach vor gerückt. Man schreibt Dezember 2021 und Mathilde, die Heldin oder Alterego ist als sogenannte Impfverweigerin dabei in eine sogenanntes „NI-Wohnung“ oder „Nichtgeimpftes Ghetto“ zu übersiedeln und schreibt bevor sie das tut einen brief an ihre leider noch nie gesehene Enkeltochter.

Das ist Dystopie natürlich ganz klar und soweit von der Realität entrückt, daß der Schreiberin dieses Romans vom Verlag das Manuskript zurückgeschickt wurde. Denn die Impfung hört man allethalben und überall, wird und muß oder sollte, wie auch die Massentests, die sich jetzt über die Bevölkerung ergießen freiwillig sein. Natürlich, selbstverständlich, ganz klar. Etwas anderes ist in einer Demokratie auch nicht möglich, beziehungsweise schreckt man dadurch die Bevölkerung ab und erweckt ihren Widerstand. Aber in England soll es, hört man einen „Zurück zur Normalität-Paß“ geben, mit dem Massengetestete oder sogar schon Geimpfte einkaufen oder auf die Straße gehen dürfen und die Fluggesellschaften hört man, lassen einen nur mit einem solchen Nachweis einsteigen, wie man ja auch bald nur damit ins Ausland fahren oder sich ins Restaurant, beziehungsweise zum Wintersport begeben kann?

Fragen über Fragen und keine Antwort darauf wissen. Ist das jetzt der dystopischer Raum in dem wir leben oder doch nur die ganz normale alte neue oder aber auf jeden Fall sehr veränderte Realität?

2020-11-19

Lyrik im März im Herbst

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:15
Tags: , ,

Die „Lyrik im März“ ist eine der großen GAV-Veranstaltungen, die jährlich, wie der Titel schon besagt im März stattfindet, dem Monat der Lyrik, der glaube ich von Wolfgang Kraus in der „Gesellschaft“ für Literatur“ geprägt wurde.

Die andere große ist die „Freiheit des Wortes“ von Josef Haslinger eingeführt und von mir2001 und 2003-2009 organisiert, eine Großveranstaltung, wo, als ich in die GAV gekommen bin, 1987 war das, glaube ich, im NIG im Hörsaal eins, immer eine Massenlesung mit den damals großen Autoren, Ernst Jandl, Friederike Mayröcker, Marie Therese Kerschbaumer, Wolfgang Bauer wahrscheinlich auch, H.C. Artmann Gerald Bisinger, Gerhard Kofler, Heidi Pataki, die langjährige GAV-Präsidentin, Rolf Schwendter und und und durchgeführt wurde. Zwanzig bis dreißig Autoren jeweils und ich bin, weil Ersten keine so besondere Lyrikerin nicht so oft dort gewesen, weil sie ja oft zeitgleich mit der Leipziger Buchmesse statt, wo ich ja ab Ende der Neunzigerjahre regelmäßig mit dem Alfred hinfuhr.

Ein paar Mal aber schon, später wechselte sie die Orte, war einmal im Unicampus, einmal sogarin Leipzig selbst, einmal im Neunerhaus, dann an der Angewandten und jetzt im Netz und im Herbst, Corona macht es möglich, Ilse Kilic, die glaube ich, jetztige GAV-Präsidentin hat organisiert und moderiert, das heißt sie ist in ihrer Küche gesessen und hat den Subventionsgebern und August Bisinger, Jörg Piringer und Jopa Jotakin für die Technik, die sehr gut war, gedankt und dann ist es losgegangen mit einem Film und einem Gedicht von August Bisinger, das, glaube ich, von seinem Vater „Deralte Dichter spricht“ ist oder diesbezüglich abgewandelt wurde „Ich sitze im Biergarten und trinke ein Glas Bier oder Rotwein“

Ein solches ist dann auch auf einem verschneiten Tisch gestanden. Susanne Ayoub folgte miteinem Gedicht aus ihren unveröffentlich „Irkai-Gedichtband“ und dann kam der 1949 in Salzburg geborene Hans Augustin den ich fastmit dem im Mai verstorbenen Hans Eichhorn verwechselt habe und er las, was mich besonders freut, weil ich es ja auch damit habe, Corona Gedichte „Nach einem entbehrungsreichen Leben endlich positiv und das ist negativ“, ja und ein Motto, ehe ich es vergesse, gab es auch „zusammen“, was ja auch ganz zu zu Corona oder zum social distancing passt. Aber vielleicht früher da war war, weil die Veranstaltung hätte ja am achtzehnten März stattfinden sollte, da hing lang der Flugzettel auf meiner Pinwand. Hingegangen wäre ich nicht, weil ich da ja in Leipzig gewesen oder mit dem Alfred nach Bremen wäre, war ich aber nicht und auch keine Veranstaltung sondern erster Lockdown und beim Lockdown zwei ist alles digital und die GAV bzw, die Ruth hat mir den Link geschickt und mich darauf aufmerksam gemacht. Die Autoren lasen zu Hause in ihren Wohnzimmern vor Bücher oder leeren Wänden, manchmal auch im Garten, wie es eben beliebt, Evelyn Holloway auf Englisch in der „Alten Schmiede“, Lisa Spalt in Linz aus ihrem neuen Buch, Isabella Breier und und und fünfundzwanzig oder sechundzwanzig Autoren denn Onophon ist ein Duo, alte und junge, bekannte und unbekannte, denn die GAV hat sich seit ich ihr beigetreten ja sehr verändert.

Zu den alten bekanntesten zählte sicherRobert Schindel der mit einer Lupe las und Gerhard Jaschke den ich ja unlängst erst in der „Alten Schmiede“ hört, er bezog sich wie später Julian Schutting, als einer der wenigen hörbarauf das Thema und was mich wieder besonder freute, auf Corona, Petra Ganglbauer, die ja, glaube ich, auch einmal Präsidentin war, Verena Dürr, die in Klagenfurt gelesen hat und mit mir einmal bei der Benefizlesung im Amerlinghaus, Lydia Haider die beim Corona- Bachmannpreis gelesen hat, las diesmal im Garten vor einer Kerze einen Abgeesang mit Beschimpungen. Dietmar Füssel las aus seinen „Mondgedichten“, die ich im Jännergelesen habe. Sein neues Buch war im Hintergrund zu sehen. Er hat es mir heute geschickt, Thomas Havlik war experimentell wie immer, Brigitta Falkner auch mit ihren berühmten Zeichnungen. Ihr „Buchpreis-Buch“ habe ich ja noch immer nicht gelesen oder durchgeblättert. Birgit Schwaner, die ja jetzt die „Podium- Sommerleserreihe“ organisiert und die ich, ich glaube, ich durch die „Poet- Night“ des Lesetheaters, lang lang ist her kennengelernt habe, Melamar hatte ein mich sehr beeindruckendes Gedicht „Wenn ich erwachsen bin werde ich ein Satz sagte das Wort, wenn ich erwachsen bin, werde ich ein gedicht, ein Erzöhlung ein Roman, ein heiliges Buch und was sagt das heilige Buch: „Am Anfang war das Wort“, ja so einfach gehts und ist trotzdem so eindrucksvoll, Gerald Jatzek hat gelesen, Daniel Wisser mit Kappl ein Gedicht über eine „Frau Schmitt oder Schmidt“, das mich ein bißchen an Erich Kästner erinnerte, die mir unbkannte Sabine Dengscherz hat mich sehr beeindruckt. Lydia Steinbacher und Rudolf Stueger waren mir auch eher unbekannt, während ich Christian Futscher ja schon kenne. So jetzt habe ich, glaube ich, alle durch und habe einen guten Eindruck von der heutigen GAV und ihrenVeränderungen bekommen und wen es interessiert verlinke ich das Video und kann es sehr empfehlen, sich in Zeiten, wie diesen die Lyrik digital zu gehen und wen es interessiert, die Nichtlyrikerin hat auch ein Corona-Gedicht und in meinem zweiten Corona- Roman oderErzählung kommen auch einige solche vor, die Doris Kloimstein gewidmet sind, die zwar kein GAV-Mitglied ist, sonder dem Pen angehört, aber mir ja zeitweilige auch sehr schöne Maskengedichte schickte „Corona Corona was tust du da?“, könnte man so sagen und Ilse Kilic hat,glaube ich „Corona geh heim!“, gereimt.

Nächste Seite »

Erstelle kostenlos eine Website oder ein Blog auf WordPress.com.