Literaturgefluester

2016-06-15

Mimikry

„Mimikry- das Spiel des Lesens“, ein Buch für mich könnte man so sagen und es ist jetzt doch zu mir gekommen und auch noch gerade rechtzeitig vor dem Urlaub, so daß ich es mitgenommen habe, damit ich, wenn alle Stricke reißen, etwas zum Lesen habe, obwohl es ja mit Kroatien nicht so viel zu tun hat.

Die Stricke sind auch nicht gerissen, aber als ich in Montenegro keine Lust  auf Zagreb hatte und den Bora Cosic schon gelesen hatte, habe ich mir ein paar Abende gegeben und am Samstag bin ich in Motovon mit Jagoda Marinic II fertig geworden und habe auch noch ein bißchen geraden.

Dann bin ich mit dem unfertigen Buch nach Harland gekommen und habe da zuerst einmal gebloggt und gebloggt und mich dann mit dem Buch in die Badewanne begeben, da rauchte aber schon der Kopf und ich war nicht mehr so ganz aufmerksam, aber ich habe ja  im Literaturhaus begeistert mitgespielt und mich auch schon ein bißchen eingelesen.

Ein Buch oder Spiel für mich, das die Mitglieder der zentralen Intelligenz Agentur austüftelten und vorigen Sommer durch die Berliner Schickeria gespielt haben, Ann Cotten war auch dabei, aber die wohnt, glaube ich auch dort und wenn ich das Prnzip dieser ZIA richtig verstanden habe, sehen sie in dem Spiel einen anderen Sinn als ich.

Sie wollen, glaube ich beweisen, daß man Literatur fälschen, planen, vorauskonstrueren, erraten, etcetera kann und so hat Kathrin Passig ja auch vor einigen Jahren den Bachmannpreis gewonnen, indem sie angeblich oder auch tatsächlich ihren Siegertext sozusagen nach den vermuteten Bachmyann Kriterien konstruierte.

Jetzt meinen sie, wenn ich es richtig verstanden habe, es gäbe keine Originale und die Fälschuingen sind oft besser. Mir macht an dem Buch, glaube ich, das Raten am meisten Spaß und meine eigenen Romanfänge habe ich auch schon zu Jahresanfang hier gebloggt und mit der Wurfgeschichtenidee habe ich meinen letzten Roman geschrieben. Also auch ein bißchen konstruiert, könnte man sagen, aber da war ich in einer Schreibblockade, so daß ich nach den rettenden Strohhalm griff, aber die habe ich, wie es aussieht in Kroatien verloren, aber nun zurück zum Buch beziehungsweise zum Spiel.

Da haben sich also im vorigen Sommer immer ein paar Leute der Kulturschickeria in einer Wohnung, einmal auch in einer U-oder S-Bahnstation getroffen, es gab einen Gastgeber, der kochte und einen Chronisten, der alltes aufschrieb und nach dem Esen und Trinken setzte man sich zusammen, holte ein paar Bücher aus den Regalen, las ein paar Seiten vor, um sich in den Stil einzulesen, dann las der Spielleiter, den man bestimmte den ersten Satz und die anderen schrieben den nächsten Absatz im Stil der Autors.

Der Spielleiter schrieb das Original. Dann wurde vorgelesen und danach geraten und es gab, glaube ich, zwei Sieger, der der richtig riet und der dessen Text noch besser als der des Autos war.

Damit hätte ich niun meine Schwierigkeiten und es stellt sich auch in Zeiten, wo ich beispielsweise öfter schon Klagsandrohungen bekommen habe, auch die Frage, ob man das eigentlich darf, ein Buch in seinen Sinn weiterzuschreiben?

Offenbar darf man das, „Aufbau“ wird sich schon erkundigt haben und das Raten ist ja auch sehr interessant.

Neunzehn solche Abende hat es gegeben und sie werden in dem Buch genau kommentiert. Es gibt sogar eine mit Bildern untermalte Spielanleitung, obwohl man die eigentlich nicht braucht.

Im Literaturhaus habe ich mitgespielt und fast gewonnen, ein bißchen hätte ich, ich gebe es zu,  geschummelt dabei und jetzt war es auch sehr interessant mit den Stilen der Autoren, denn einige Bücher und Autoren waren darunter, die mir völlig fremd waren.

So gibt es zum Beispiel von  Franz Josef Wagner offenbar ein Buch, das sich mit dem Flüchtlingsmädchen beschäftigte, das vor einem Jahr vor Angela Merkel weinte, die es dann gestreichelt hat.

Ein Glückkekstext wurde auch weitergedichtet, aber sonst habe ich einige Bücher gelesen, den „Cirkle“ von Dave Eggers beispielsweise und das Original trotzdem nicht erkannt.

Es ist also nicht ganz so leicht,  man vergißt auch viel und die Mischung der vorgestellten Bücher war auch beachtlich. Jeder der neuzehn Abende wird also ganz genau beschrieben, dann gibt es einen Biografienteil, wo sich immer zwei der Spieler gegenseitig vorstellen und das meist auf eine Art und Weise tun, daß man sie eigentlich nicht erkennt oder nachher nicht viel mehr von der Person weiß, als man ohnehin schon wußte.

Die Spieler waren Autoren, Büchermenschen, Verleger, Journalisten. Annika Reich war dabei, Ronja von Rönne, Jan Böttcher,  sehr viele „Aufbau-Autoren“ also, aber auch Elke Schmitter, die ich ja jetzt bald lesen sollte, aber nicht und nicht dazu komme, weil ich mir vorher immer wieder andere schöne Bücher bestelle oder sie angeboten bekomme. Ursula März und Ijoma Mangold, die Kritikergrößen haben auch mitgespielt.

Es gibt dann auch noch einen ausführlichen Bildteil, wo man die Speisen, die Bücher und auch die Spieler sehen kann und den Rat nun selber zu spielen und das habe ich auch vor zu tun, beziehungsweise würde ich gerne, wenn meine Leser mitspielen, die „Berührungen“ in einer „Mimikry-Runde“ vorstellen.

Ich weiß, das ist bei mir schwierig. Ich versuche es trotzdem und stelle den ersten Satz meines Work on Progreß ins Netzt, der lautet:

„Es war ein trüber Märzmorgen, als Anna Augusta Augenstern in ihren orangeroten Filzpantoffeln zum Fenster tappte, die Vorhänge beiseite schob und auf die Terrasse blickte.“

Wie könnte es weitergehen? Es wäre schön, wenn ich drei bis vier Romanfortsetzungen von ungefähr einer Absatz Länge hätte.

Für jeden, der mir was schickt, gibts dann das Buch nach Erscheinen. Ich stelle dann die Vorschläge mit dem Original bei der Vorschau statt den Qizzfragen ins Netz und dann kann man raten!

Wer es errät, bekommt dann wieder ein Buch. Wäre schön, wenn ich Mitspieler fände, denn die Idee gefällt mir eigentlich  recht gut und literarisch spielen ist auch sicher kreativ!

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2019-01-03

Die unsichtbare Frau

Filed under: Buchpromotion — jancak @ 08:56
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Alternativtext

Das neue Buch

Hurrah, hurrah, es ist da, mein fünfundvierzigstes selbstgemachtes Buch und das  erste im Jahr 2019, die „Unsichtbare Frau“, die den Wahlkampf von 2017 und die politische Wende, den Rechtsruck Österreichs, an Hand einer Bloggerin und ihren Blog „Die unsichtbare Frau“, beschreibt.

Frisch aus der Druckerei gekommen, kann ich es proudly präsentieren und die Gewinnspielfragen der Vorschau auflösen:

  1. Das Vorgängerbuch sind die Bloggeschichten „Besser später als nie“, die hier im Blog zum größtenteils aus Schreibimpulsen entstanden sind und die sich hier finden lassen. Das Buch ist eine unpolitische Geschichte, die allerdings Personen als Helden habt, die man auch hier, wie etwa Lilly Schmidt, die Bloggerin, finden kann.
  2.  Die Orte in denen das Buch spielt, sind Wien, hier geht die unsichtbare Frau des Nachts mit der Tarnkappe auf Kopf auf ihre Traumreisen, New York, wo die Bloggerin Lilly Schmidt ihre Amanda Siebenstern auf Reisen schickt, Stockholm wo Jonathan Larsen um seine Frau trauert und einen Nobelpreisvorschlag machen soll und dann noch Frankfurt, wo es ja die Buchmesse gibt und ein nicht genannter Ort in Deutschland, wo der rechte Blogger Alfons Tratschke zu Hause ist.
  3. Die beiden Schriftsteller die im österreichischen Kulturinstitut von New York auftreten, sind Jonathan Franzen und Daniel Kehlmann.

Hiermit ist das Gewinnspiel zu Ende. Leider hat sich keiner gefunden, der die Fragen auflösen und das Buch gewinnen wollte.

Deshalb wiederhole ich noch einmal den ersten Satz:

„Amanda Siebenstern fühlte sich müde und erschöpft, als sie nach Hause kam.“

Wer mir hierzu einen Absatz schreiben will, kann auch noch ein Buch gewinnen, habe ich zwei oder drei Absätze, stelle ich sie hier mit meinem Absatz hinein und man kann raten, was das Original und was die „Fälschung“ ist und auch ein Buch gewinnen.

Wer nicht raten will, kann sich an einer Leserunde über das Buch beteiligen. Dafür vergebe ich fünf Bücher und bitte um Kommentare und eine rege Diskussion.

Der liebe Uli, der das Vorbild für den Alfons Tratschke war, der hier ja schon seit zwei Jahren, wie der Alfons auf Lilly Schmidts Blog, kommentiert, wird sich sicher melden und seine Meinung sagen und vielleicht auch wie der Alfons über die „linksverseuchten Frauen“ schimpfen.

Aber vielleicht gefällt es ihm auch, ich bin gespannt und wer sich zuerst in das Buch ein wenig einlesen möchte, ist hier richtig.

Es hat sich einmal ein Kommentierer von mir gewünscht, mehr über die Lesung von Daniel Kehlmann und Jonathan Franzen zu erfahren. Falls er hier noch mitliest, das wäre jetzt die Gelegenheit.

2018-12-16

Vorschau auf „Die Unsichtbare Frau“

Wien im Herbst 2017 kurz vor der Wahl, bei der sich wieder eine blauschwarze Regierung bilden soll.

Lilly Schmidt, die in New York Kuratorin am österreichischen Kulturinstitut ist, schreibt einen Blogroman, in dem sie eine „Unsichtbare Frau“, die prekär beschäftigte Deutschlehrerin, Amanda Siebenstern, des Nächtens zu Donald Trump, Recep Erdogan, Wladimir Putin oder auch Minister Basti schickt, um ihnen die Leviten zu lesen, beziehungsweise sich in das Politgeschehen einzumischen.

Während das passiert wird sie sowohl von ihren Eltern, die wir aus „Besser spät als nie“ kennen, als auch von der vierundzwanzigjährigen Germanistikstudentin Slavenka Jagoda aus Bratislava oder Kosice besucht, die ihre Dissertation über die „Unsichtbare Frau“ und den Einfluß von Blogromanen schreiben will.

Außerdem gibt es den mit der gegenwärtigen Politik unzufriedenen Alfons Tratschke, dem alles zu „linksverseucht“ erscheint, einen Techniker und Hobbyschriftsteller, der die Frankfurter Messe besucht und der Nobelpreis für Literatur wird in diesem Jahr natürlich auch vergeben.

 

Hier also die Vorschau auf die „Unsichtbare Frau“, das Buch, das den Wahlkampf von 2017 beschreibt und demnächst an die Druckerei gehen wird.

Auf der Website gibts man das Probekapitel zu finden, hier wieder ein Gewinnspiel für die, die sich für das Buch interessieren und eines nach Erscheinen gewinnen wollen. Unten verlinke ich die Schreibberichte, die beim Rätsel helfen können. Also:

  1. Wie heißt das Buch, das man als das Vorgängerbuch bezeichnen könnte und was ist das besondere an ihm?
  2. Wie heißen die Orte in denen das Buch spielt?
  3. Wie heißen die beiden Schriftsteller die im österreichischen Kulturinstitut von New York lesen, als Slavenka Jagoda dort eintrifft?

Und hier der erste Satz des Buches:

„Amanda Siebenstern fühlt sich müde und erschöpft, als sie nach Hause kam.“

Wer möchte kann mir im Sinne eines „Mimikry-Spieles“ einen Absatz dazu schreiben. Wenn ich ein paar bekomme, stelle ich sie mit meinem Absatz in die Präsentation und man kann raten, was das „Original“ und was die „Fälschung“ ist und wieder ein Buch gewinnen.

Ich würde auch wieder gerne eine Leserunde veranstalten, wo man über das Buch diskutieren kann und vergebe dafür bis fünf Exemplare.

Wer daran interessiert ist, bitte melden. Rezensionsexemplare kann ich auch zur Verfügung stellen.

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2018-01-18

Das Bloggeschichtenbuch

 

Hurrah, Hurrah, es ist da mein neues Buch, eigentlich ein kleines Bänchen, das aus den achtzehn Skizzen entstanden ist, die ich im Frühjahr zum Teil als Kurzgeschichtenprojekt beziehungsweise zur Romanrecherche  geschrieben habe.

Die Vorform der „Unsichtbaren Frau“, dem Folgeprojekt, die Geschichte von der älteren Dame, die  man jeden Abend mit einem Glas Wein in einer Pizzeria sitzen sehen kann.

So gibt es am Cover auch eine Pizza und ein Glas beziehungsweise Flasche Wein zu sehen.

Die Vorschau mit den Schreibberichten gibt es hier zu finden, die Gewinnspielfragen hat schon mein treuer Blogger Manfred Lagler-Regall aufgelöst.

Hurrah, hurrah, das Buch ist schon unterwegs, ich wünsche viel Freude beim Lesen und fordere wieder zu einer Leserunde auf.

Das habe ich schon bei meinem letzten Buch, dem „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“ gemacht und ein paar meiner Leser haben mir dazu ihre Meinungen geschickt.

So will ich es wieder probieren, stelle für den oder die, die das Buch lesen und mir einen möglichst persönlichen Kommentar dazu schreiben über den man dann diskutieren kann, wieder fünf  in Bücher zur Verfügung.

Bei Interesse bitte melden, bitte einen Kommentar, der die Leseeindrrücke etcetera dazu erfaßt und keine Rezension.

Rezensionen sind natürlich auch willkommen, die stelle ich dann in der rechten Spalte ein und nehme Anfragen dafür auch zur Verfügung.

Ganz interessant wäre vielleicht auch, das Buch mit den Bloggeschichten zu vergleichen, hier ist der Link, wo man zu den Geschichten kommen kann. Sie haben zum Teil noch andere Titel und eine, nämlich die „Angekommen“ spielt auch noch an einen anderen Ort.

Vergleicht man das Buch mit den Geschichten wird man auch entdecken, daß sie in einer anderen Reihenfolge, also nicht chronologisch entstanden sind.

Vielleicht beides lesen und das Buch mit den Geschichten vergleichen, wäre auch ganz interessant, denn das Schreiben war für mich ja sozusagen ein Experiment, das ich sehr inspirierend gefunden habe.

Wie unterscheidet sich das Buch von meinen anderen Büchern, wäre vielleicht auch eine spannende Frage, denn ich habe bemerkt, daß durch das nicht chronologische Schreiben, vieles ausgespart ist und dadurch einen anderen Rhythmus bekommen hat.

Hier auch der erste Absatz, da man das erste Kapitel, die erste Geschichte „Krank im Bett“, die bei einer Schreibgruppe nach dem Schreibimpuls zum Thema Sucht, sowohl als Probekapitel auf der Website , als auch im Blog finden kann, gab es kein „Mimikry-Spiel“.

Ich will ihn aber meinen Lesern die nicht extra nachschauen wollen, als kleines Lesehäppchen und Animation zum Weiterlesen geben und er ist auch sehr kurz:

„Krank im Bett “

 

Sie hatte von einem Glas Rotweis geträumt, von einem herrlichen Valpolicella aus der Toskana, den ihr Guiseppe, der Kellner im „Venezhzia“ empfohlen hatte.“

Und für alle die es noch wissen wollen.

Mathilde heißt die Frau, die täglich ein Glas Wein in der Pizzeria „Venezia“ trinkt. Ihre Zwillingsschwester Natalie hat ihr ihren Freund Moritz <lichternstern weggeschnappt und sich außerdem immer vorgedrängt, weil ihre Eltern mit Zwillingen überfordert waren und das Besondere ist eben die Entstehungsweise, daß der Text aus den achtzehn Bloggeschichten besteht, die ich im Mai und Juni im Rahmen von Annika Bühnemanns zehn Geschichten-Challenge geschrieben habe.

So das wars, ich freue mich sehr über das Buch und auch auf eine spannende Leserunde und bin auf Rückmeldungen sehr neugierig!

2017-12-02

Vor dem Frühstück kennt dich keiner

Filed under: Buchpromotion — jancak @ 00:23
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Gleich nach der Vorschau auf „Besser spät als nie“ gibts wieder eine Ankǘndigung, der Dezember ist offenbar produktiv, denn Teil drei meiner „Gestern- heute- morgen- Jahresproduktion“ – „Die unsichtbaren Frau“, die ich zwar schon nach dem August begonnen habe, dann aber doch einen „Nanowrimo“ daraus machte, ist am Tag achtzehn im Rohtext fertiggeworden und muß wahrscheinlich ab dem elften Dezember beim Writers Retreat den ich da beim Writersstudio ausprobierte, das erste Mal durchgesehen und dann nach und nach korrigiert werden, daß es dann im nächsten Jahr, wenn wir schon eine schwarzblaue Regierung haben werden, erscheinen kann.

„Proudly present!“, heißt es doch oder hier ist es das neue Buch, mein dreiundvierzigstes selbstgemachtes, in dem es um ein sogenanntes Bibliotheksgespenst, eine Frau, die mit einem Bus nach Belgrad, Graz, Linz, Salzburg und Berlin fährt und dabei in einige Turbulenzen gerät, sowie noch einiges anderes geht.

Ein Probekapitel gibt es hier zu lesen: www. jancak.at

Die Auflösung der drei Gewinnspielfragen lautet:

  1. Ein Bibliothekgespenst ist die Dorothea nicht wirklich, obwohl mir Richard Weihs ein so schönes Wunschgedicht, beziehungsweise den Beschreibungstext geschrieben hat. Sie wohnt aber in der Hauptbücherei, aber wie sich am Schluß herausstellt, auch nicht wirklich. Also lesen, wenn man das Geheimnis erfahren will.
  2. Therese Schwarzenberg, die depressive Frau in dem Buch, sollte sich eigentlich mit ihrer Freundin Karoline Prohaska treffen, aber weil sie das nicht will, steigt sie in einem Bus nach Belgrad, um ihre Freundin Jovanka Gordelevic zu besuchen, da sich diese aber gerade in Graz befindet, wo es die Vernissage zu ihrer Performance gibt, disponiert sie um.
  3. Die erste Lesung, die Fabian-Szene, die es auch als Probekapitel gibt, war am Volksstimmefest, dann habe ich sie noch bei der „Poet-Night“ und bei meinem Geburtstagsfest gelesen, da ja alle guten Dinge drei sollen. Ich bin aber gerne für weitere Lesungen bereit und stehe für Einladungen zur Verfügung.

Der erste Satz des Buches lautet, wie man schon in der Vorschau sehen konnte:

„Punkt neun, der Wecker klingelte schrill und laut.“

Leider hat mir keiner einen Absatz dazu geschrieben, so daß ich hier kein „Mimikry-Spiel des Lesens“ mit einem weiteren Gewinnspiel machen kann. Wem es aber trotzdem interessiert, wie es weiter geht, hier der erste Absatz, als Appetizer:

„….Dorothea Wewerka schreckte aus ihren Träumen, beziehungsweise aus der Tiefschlafphase, in der sie sich gerade befunden hatte. Mit der Hand über die halblange aschblonde Haarpracht gestrichen, die Decke falten, die Campingliege zusammenklappen und unter das Regal schieben. Denn bald öffnete die Hauptbücherei ihre Pforten. Die Angestellten, sowie der Sicherheitsdienst und auch die Putzfrauen erschienen und sie mußte ihren Schlafplatz räumen. Sich, wie sie das meistens tat, aus dem Kaffeeautomaten ein Heißgetränk herausdrücken. Das Kipferl würde sie sich später in einem Supermarkt besorgen, wenn sie die Bücherei verlassen hatte, um den Tag mehr oder weniger ziellos auf der Straße zu verbringen. Denn Dorothea Wewerka war wohnungslos. Hatte keine feste Adresse aufzuweisen und pflegte ihre Nächte seit sie auf das unbenutzte Zimmer gestoßen war, hier zu verbringen“

Neugierig geworden? Nun das Buch kann man bei mir bestellen, man mir auch eine Rezension für das „Literaturgeflüster“, den eigenen Blog oder wo auch immer schreiben und eine neue Idee habe ich in der Vorschau auch schon angekündigt.

Ich würde nämlich gerne hier eine Leserunde beziehungsweise eine Diskussion über das Buch in den Kommentaren veranstalten. Zu diesem Zweck stelle ich fünf Bücher zur Verfügung.

Wer eines lesen und mir dann einen Kommentar darüber schicken und in Diskussion mit den anderen Kommentierern treten möchte, soll sich bei mir melden, ich schicke das Buch gerne zu, wünsche viel Spaß beim Lesen und freue mich schon auf eine anregende Diskussion!

2017-10-02

Kroatien-Abend

In der „Gesellschaft für Literatur“ beziehungsweise in der „Alten Schmiede“ gab es heute und gibt es morgen einen Kroatien-Schwerpunkt: „Österreich- Kroatien – gemeinsam Kultur erleben“ und als wir im Vorjahr unserenurlaub in  Dalmatinien und Istrien verbrachten, habe ich vorher nach kroatischer Literatur gesucht und bin irgendwie nicht recht fündig geworden, beziehungsweise habe ich dann dort Marica Brodozic, Jagoda Marinkovic, Bora Cosic und „Mimikry-Spiel des Lesens“ gelesen.

Bei „Literatur und Wein“ ist aber Miljenko Jergovic aufgetreten und das Kulturbuch des Edo Popovic genau beschrieben im  Kroatien-Reiseführer habe ich mir zu Weihnachten beim Literaturhaus Flohmarkt gekauft.

Im Literaturhaus war vor einigen Monaten Zoric Feric mit seinem Sommerbuch und als Karl Markus Gauss sein neues Buch „Zwanzig Lewa oder tot“ in der „Alten Schmiede“ voerstellte, war sehr viel von dem kroatischen Nationaldichter Miroslav Krlezas 1893-1981 die Rede und der, beziehungsweise zwei seiner auf Deutsch neu herausgebrachten Bücher wurden heute in der „Gesellschaft für Literatur“ vorgestellt.

Der scheint ein ziemliches Original gewesen zu sein, mit Arno Schmidt, Marcel Proust, Robert Musil etcetera vergleichbar, zumindestens wurde er von Manfred Müller, Karl Markus Gauss und Boris Peric, der seinen Balladenband „Die Balladen des Petrica Kerempuh“ übersetzte.

Dann wurde noch bei „Wieser“ sein dretausendseiten Werk „Fahnen“ herausgebracht, das Karl Markus Gauss vorstellte und den Lesern das monomentale Werk so vermitteln wollte, daß man ja nicht alles daraus lesen, sondern sich beim Lesen durchaus Zeit lassen kann und soll.

Nun Arno Schmidt „Zettels Traum“ ist ja auch ein Werk, für das man, wenn man es so einigermaßen verstehen will, ein Jahr lang Zeit braucht, für mich da mir „Ullstein“ heute das Werk einer jungern Debutantin und eines zum Frankfreich Schwerpunt der Frankfurter Messe und“Kiwi“ einen Arnon Grünberg und ein wetieres Werk von beziehungsweise über Böll zu seinem hundersten Gebrutstag im Dezember schickte, unmöglich.

Die Diskussion im Publkum, bei dem auch sehr viel Kroaten waren, drehten sich dann auch darum, daß Krlezas Werke aus dem Schulkanon hinausgestrichen wurden, aber in Österreich die Maturanten, wie eine andere Frau beklagte, auch nichts mehr lesen, dafür las Karl <markus Gauss eine Stelle aus den Fahnen“ vor, wo der Held in einem Kaffeehaus sitzt und auf seine Jugendliebe wartet und dazwischen unterhält er sich mit ihren Bruder und spricht stundenlang über nichts.

So weit so gut und das Balladenwerk, das ursprünglich in einem kroatischen Dialekt geschrieben worden war, der lange Zeit als unübersetzbar galt, ist sehr deftig, eine Teufelsküche, beziehungsweise ein Hexensabbat, a la Villon oder die Morgensternschen „Galgenlieder“ wurden vorgestellt und danach gab es gestiftet von der kroatischen Botschaft, die Botschafterin war anwesend, ein Buffet, das aus Schinken,Käse und Oliven bestand, sehr fein und lecker und angeregte Gespräche und morgen, wo es in der „Alten Schmiede“ mit Tatjana Gromaca und Miljenko Jergovic weitergeht, werde ich, da Schreibgruppe, nicht kommen können, es gibt aber auch, wie ich gesehen habe, ein interessantes Paralellprogramm.

2017-08-14

Gestern, heute, morgen

Bevor die deutsche und die österreichische Buchpreisliste bekanntgegeben wird, auf der ja sicher meine Bücher nicht zu finden sind, vielleicht wieder ein paar Gedanken über mein momentanes Schreiben.

Ich präsentiere meine inzwischen zweiundvierzig selbstgemachten Bücher, dann kommen noch drei sogenannte Verlagsprodukte und eine Menge Anthologien, wie in den letzten Jahren beispielsweise die von der „Linken Wort-Lesung“ am „Volksstimmefest“ hinzu im „Literaturgeflüster“ und werde da, wie ich denke, immer professioneller.

Gibt es da ja immer die „Vorschauen“ auf das neue Buch, wenn der Alfred, mein Lektor und Setzer so weit ist, daß er das Cover und den Buchtet hat, im Blog.

In letzter Zeit gibt es dazu ein Gewinnspiel mit drei Fragen, auch wenn die Resonanz darauf kein besonders großer Erfolg, sondern eigentlich gar keiner ist, erfährt man dadurch etwas, denke ich, über das Buch.

Ich stelle den ersten Satz ein und fordere seit vorgien Jahr meine Leser zu einem disbezüglichen Mimikry-Spiel auf, wo man dazu einen Absatz schreiben kann. Die stelle ich dann in den Promotionsartikel, wenn es das Buch dann gibt und ich es grinsend „Lachen!“, sagt der Alfred immer, in die Kamera hate und die Leser können raten, welcher Text der meine ist und das Buch gewinnen.

Beim nächsten, noch nicht erschienenen Buch „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“, will ich auch eine Leserunde versuchen, das heißt, ich stelle fünf Bücher zur Verfügung und die, die sich melden, können dann Kommentare dazu abgegeben, so daß eine Diskussion entsteht.

Eine Selbstvermarktungsstrategie, die sich durch das Bloggen ergeben hat, denn ich mache ja meine Bücher, seit cirka 2000 selbst. Das heißt, ich lasse sie zu fünfzig Stück drucken, habe immer zwei in meiner Handtasche, um sie herzeigen zu können, lese daraus, wenn es sich ergibt, beispielsweise auf dem Volksstimmefest oder wo, man mich halt eingeladen hat oder ich mich selber einlade und in meinen Blog berichte ich auch immer sehr genau über meine Schreibprozesse.

Das ist meine Form mich zu präsentieren, da ich ja auf keinen Buchpreislisten stehe, keine Preise gewinne, keinen mich vermarktenden Verlag habe, etcetera und ich persönlich finde das sehr gut, auch wenn es mir irgendwie nicht gelingt damit aufzufallen und mein einziger Kommentierer oft ein Kritiker oder Troll ist, der dann vielleicht auch noch radikale Ansichten hat.

Ich denke, ich mache trotzdem weiter,  es ist halt so, wie es ist und wenn man, wie ich seit über vierzig Jahre literarisch schreibt und nein, ich nenne mich nicht „Hobbyautorin“, auch wenn ich von meiner psychologischen Praxis lebe und jetzt auch noch eine Pension bekomme, hat man da auch schon Routine.

Man wird natürlich auch ein bißchen ausgepowert, wenn man immer wieder auf zwanzig oder dreißigjährige Superstars trifft, die fast schon die Enkelkinder sein könnten und man eigentlich nicht verstehen kann, wieso man selber immer ganz unten bleibt.

Nein, ich verstehe es trotz meiner Recht- und Flüchtigkeitsfehler und meines realistischen Schreibens nicht, habe aber gelernt damit umzugehen und der Erfolg, die fünfundvierzig schon vorhandenen Bücher geben mir auch Recht.

So schreibe ich auch immer wieder Artikel wie diese, und das Selbstrefelktieren tut wahrscheinlich auch sehr gut, fühle mich ein wenig ausgepowert, denke manchmal, ich bin zu schnell, zu flüchtig, aber nein die Selfpublischer und die, die den Anspruch haben, jedes Monat ein Buch zu schreiben überholen mich und das will ich selber nicht, denn das wäre zumindestens für mich nicht gut.

Trztdem bin ich mi Schnitt in sechs Wochen mit dem Rohtext fertig und nein, denn schicke ich dann nicht in Druckerei, sondern lasse ihn erst vom Alfred korrigieren und schaue ihn dann selber noch endlos durch, auch wenn meistens  gar keine so großen Änderungen mehr entstehen und ja, ich habe in den vierzig Jahren schon sehr sehr viel geschrieben und was soll ich jetzt noch probieren?

Nicht schon wieder die x-te depressive Frau, die abends in  einer Pizzeria sitzt und ein Glas Wein vor sich stehen hat und ja, die gibt es wirklich und an der gehe ich vorbei, wenn ich am Abend von der „Alten Schmiede“ oder der „Gesellschaft für Literatur“ nach Hause komme und ja es ist ein Experiment daraus geworden, nämlich ein sogenannter Blogroman oder eigentlich eine Erzählung, nämlich achtzehn Geschichten, die ich im Mai und in Juni in meinen Blog gestellt habe, als ich mit dem „Bibliotheksgespenst“ fertig war und mich an das Neue machen wollte.

Aber schön der Reihe nach. Gestern, heute, morgen heißt der heutige Artikel in dem ich wieder ein bißchen in meine Schreibwerkstatt schauen lasse, denn da habe ich ja momentan drei Projekte laufen.

Das „Gestern“ ist das neue noch nicht erschienene Buch, von dem es die „Vorschau“ seit einigen Tagen gibt.

„Vor dem Frühstück kennt dich keiner“, heißt der Roman oder ist es vielleicht doch wieder nur eine Erzählung?

Und der Titel ist mir einmal so eingefallen und passt dann vielleicht nicht so ganz wirklich zu dem Text oder doch vielleicht, denn die Dorothea Wewerka und die Karoline Prohaska, zwei Figuren aus dem Buch gehen ja ins Cafe oben, das es in der Hauptbücherei gibt, frühstücken und die Doroteha ist ein Bibliotheksgespenst, das heißt eine Frau, die dort wohnt oder schläft und das ist mir auch einmal so eingefallen, daß ich darüber schreiben könnte.

Auch das stimmt nicht wirklich, wie sich im Lauf der Handlung herausstellen wird, aber in der Schreibgruppe im Dezember, der letzten, die im Cafe Ludwig stattgefunden hat, habe ich da den Beginn der ersten Szene geschrieben und dann ist noch die Therese Schwarzenberg dazu gekommen, eine depressive arbeitslose Lehrerin, die in einen Bus nach Belgrad fährt und letztlich damit bis nach Berlin und wieder zurückkommt. Die ist die Freundin, der Bibliothekarin Karoline Prohaska und die politische Situation, nämlich die Bundespräsidentenwahl, die im letzten Jahr die österreichischen Gemüter und auch meines erregt haben, spielt auch eine Rolle, die und ein junger Identitärer den die Dorothea beim Mc Donald`s trifft und in der Hauptbücherei gibt es ein ausrangiertes Buch „Das heißt die „Viertagebuchfrau“ und das ist eine Erfindung.

Das heißt, das Buch nicht, das gibt es wirklich und ist mein fünftes Digibuch, aber, daß es in der Hauptbücherei steht, denn das gibt es ja normalerweise nicht bei den selbstgemachten Büchern.

Die Dorothea findet es aber, liest es in den Nächten und schreibt es dann auch um.

So weit so gut und mein nächstes, das dreiundvierzigste selbstgemachte Buch, das es demnächst geben wird und ich mich über eine Diskussion und diesbezügliche Leserunde sehr freuen würde und inzwischen bin ich schon beim „heute“, meinem derzeitigen „Work on Progreß“ den Blogroman oder Erzählung „Besser spät als nie„, denn wenn man schon soviele Bücher geschrieben hat, sucht man neue Wege.

Eigentlich habe ich schon mit den „Dreizeihn Kapitel“ damit angefangen. Da war die Idee, eine Person zu nehmen und im nächste Kapitel, eine zweite, bis man am Ende wieder bei der ersten angekommen ist. Ein Reigen ohne Sex also und ich habe mich auch nicht hgt wirklich daran gehalten. Aber seither beschäftigt mich die Frage, was ist und wie schreibt man einen Roman?

Das ist eine sehr interessante Frage und inzwischen ist auch noch meine sogenannte „Flüchtlingstrilogie“ entstanden, nämlich drei Bücher, wo es in jedem eine Fatma Challakai aus Syrien gibt und das zweite ist ein „Sommerbuch“ , das dritte ein „Adventkalender“ und eigentlich auch ein Blogroman, weil es im Dezember zunehmend je ein Kapitel daraus im Blog zu finden geben wird und jetzt das Experiment mit den Fortsetzungsgeschichten.

Da bin ich auch ganz zufällig darauf gekommen, weil ich eben „Nicht schon wieder eine depressibe Frau!“, dachte und mir den Mai und den Juni als sogenannte Schreib oder Recherchemonate vorgenommen habe, wo ich Material sammeln, aber noch nicht am Text schreiben wollte und, wie es der Zufall so wollte, ist da auch Annika Bühnemann mit ihrer zehn Geschichten Challenge dahergekommen und sie hat in dieser Zeit auch immer wieder Schreibimpulse in ihre Twitter- News eingestellt und die habe ich aufgegriffen und immer wieder eine Bloggeschichte daraus geschrieben, nach meinem Handlungsrahmen und mit meinen Personen, die ich inzwischen schon hatte, aber vollkommen unchronologisch und ich dachte, Ende Juni höre ich damit auf und beginne dann aus dem Material, das ich schon habe, den Roman zu schreiben. Aber schmecks, es waren in der letzten Juniwochen achtzehn Kurzgeschichten vorhanden und ich eigentlich mit der Geschichte, an der ich jetzt korrigiere und korrigiere, um die Recht- und andere Flüchtlingkeitsfehler auszumerzen, fertig und mein dreiundvierzigstes Selfie wird wieder ein sehr kurzer Text sein und ein bißchen anders, als sie danderen, denn erstens kann man die Geschichten schon jetzt im Blog finden.

In der Erzählung sind sie dann ein bißchen aneinander angepasst, aber inhaltlich kaum verändert, außer, daß die Slavenka ihr Praktikum in New York und nicht in Wien macht und bei dem kurzen, fünfzig Seiten Rohtext fehlt vieles, zum Beispiel die ganze Geschichte mit der „Unsichtbaren Frau“, die ja eigentlich auch hineinsollte.

Die ist da nur angedeutet und wird das Morgenprojekt werden, an dem ich, wenn ich mit dem Korrigieren fertig bin und im güngstigen Fall im November, damit ich endlich wieder einen „Nanowrimo“ machen kann, schreiben werde.

Da habe ich  bis jetzt nur ein paar  Notizen  in meinem Büchlein und es kann alles daraus werden. Die unsichtbare Frau kann die politische Situation, wir haben ja in Österreich wieder eine Wahl verfolgen. Sie kann auch die Herren Putin oder Trump in ihrem Schlafzimmern besuchen und sie kann auch eine Blogfigur sein, die von der Lily Schmidt und der Slavenka Jagoda gesteuert wird.

Sie kann in Konfrontration mit einem radikalen Blogger geraten, da habe ich ja auch einige Erlebnisse und die Idee, daß mein Blog einmal irgendwoentdeckt wird, schleppe ich auch schon sehr lange mit mir herum und da fällt mir in der letzten Zeit auf, daß ich so etwa fünfzig bis hundert tägliche Zugriffe mehr habe und, daß die aus den USA zu kommen scheinen.

Also sitzt da vielleicht ein Dichter und Universitätsprofessor und lauscht mit. Wäre zumindest eine Idee für einne Blogroman und sowas soll „Die unsichtbare Frau“ ja auch werden.

Da gab es, wie meine informierten Leser vielleicht schon wissen, schon einen Vorversuch bei der „Anna“, aber alles wiederholt sich ja und fließt, wie das so schbön heißt und man schreibt eigentlich immer den selben Roman, sein Leben lang, wie ja, glaube ich, Heimito von Doderer einmal sagte und ich das nur von ihm übernommen habe.

So weit so gut und wieder ein  Promotionsartikel,wo ich mich, mein Schreiben und meine Bücher ein bißchen genauer vorstellen und auch über mich selber reflektieren wollte.

Im günstigsten Fall brauche ich bis Ende Oktober mit dem Korrigieren des „Später-Textes“, was vielleicht auch dadurch begünstigt wird, daß ich ja derzeit ein wenig durch den Sommer trödle, auf den Rathausplatz oder zu den  O-Tönen gehe und zweites ja ab nächster Woche der erste Teil des großen Buchpreislesen beginnt oder auch nicht wirklich, denn gestern sind fünf Bücher bei mir eingezogen, von denen im allergünstigsten Fall höchstens zwei auf der Liste oder auch nicht wirklich stehen werden und eines iegt vielleicht schon seit einem Monat in meinem Badezimmer, mal sehen, ich bin auch hier gespannt.

2017-07-03

Neun Jahre Literaturgeflüster

Es ist so weit, das „Literaturgeflüster“ gibt es neun Jahre und ist mit seinen über dreitausend Artikel damit sicher zu einem Urgestein der literarischen Bloggerlandschaft geworden und seit dem ich mit dem Bloggen begonnen habe hat sich sicher viel verändert.

Damals hat es glaube ich noch nicht sehr viele Blogs gegeben, nur ein paar die mich, während sie über den Bachmannpreis 2008 diskutierten auf die Idee brachte es ebenfalls zu probieren, damals konnte man glaube ich sich auch kreativ ausbreiten und für sich herausfinden wie man es machen will.

Heute habe ich gelesen, gibt es über tausendzweihundert deutsche Litblogger und die berühmtesten schreiben schon Bücher darüber und geben Seminare, die die sogenannten Anfänger dann bevorzugt besuchen und die Diskussion, ob man überhaupt bloggen darf, was ein guter und ein schlechter Blog ist, hat mich auch von Anfang an verfolgt.

Für mich ist, meine Leser wissen es wahrscheinlich, das „Literaturgeflüster“ eine gute Möglichkeit auf mich und mein literarisches Leben hinzuweisen und mich solcherart zu präsentieren und ich führe eigentlich drei Blogs in einem, den, wo ich über die Veranstaltungen, die ich vornehmlich im Wiener Rum von Tag zu Tag besuche, berichte, den, wo ich die Bücher die ich lese bespreche und den über mein Schreiben.

Dann gibts immer noch ein bißchen, was Gesellschaftspolitisches, meine Reiseberichte oder überhaupt eine Art Tagebuch über mein literarisches Leben.

Ich finde es gut, daß es das gibt und, daß man das kann, schreibe viel, regelmäßig und lang, für meine Leser vielleicht ein bißchen ungenau, schleichen sich, wenn man das Blogen nach Beruf, Familie, dem Lesen und dem Schreiben in einer Stunde erledigen will, weil man  auch schlafen muß, sich immer wieder Flüchtigkeitsfehler ein und dann will ich  eigentlich auch plaudern und flüstern und keine wissenschaftlichen Abhandlungen machen.

Mir schwebt ein leichtes lockeres Plaudern über die Literatur, so hat es Ilse Kilic einmal genannt, eine Art Seitenblicke der Literatur vor, mein Kritiker Uli nennt das manchmal plappern.

Aber alles, was ich schreibe, stimmt oder ist meine persönlicher Eindruck und meine subjektive Meinung und weil ich vielleicht nicht alles zitieren kann und will, schreibe ich dann öfter, glaube ich, was meinen Kritiker auch störte, für mich aber eine Arbeitserleichterung ist.

So ist das „Literaturgeflüster“ in den neun Jahren seines Bestehens zu einem bedeutenden Archiv geworden und wenn man schnell wissen will, was  vor knapp neun Jahren literarischen los gwesen ist und welche Veranstaltungen es im September darauf in der „Alten Schmiede“ im Literaturhaus oder in der „Gesellschaft für Literatur“ gegegeben hat, wer beim „Volksstimmefest“ gelesen hat und wie es beim zweiten „Ohrenschmaus“ und auf der ersten „Buch-Wien“ gewesen ist, wird bei mir schnell einmal fündig und vieles findet man da wahrscheinlich auch wirklich nur bei mir.

Und da bekomme ich auch regelmäßig feedback und in der „Alten Schmiede“ oder im Literaturhaus auch meistens zu hören, daß man den Blog selbstverständlich kennen würde.

Gelesen wird er, glaube ich, nicht so viel und vielleicht auch nicht so regelmäßig und da ist wahrscheinlich die Meinung schuld, daß das, was im Netz zu finden ist, nichts Wert ist, eine Meinung, die ich nicht teile und die meiner Meinung nach auch oft nicht stimmt und dann wahrscheinlich auch, weil ich versuche einen großen Bogen zu spannen, gerne über den Tellerrand schaue und mich eigentlich für sehr viel interessiere.

Also genauso über experimentelle Literatur, die „MUSA-Veranstaltungen“, den „Bachmannpreis“ den „Buchpreis“ als auch über den „Blogbusterpreis“ oder Annika Bühnemanns Schreibchallenges berichtet und das passt vielleicht nicht alles zusammen und hat nicht die gleichen Interessenten.

Ich intteressiere mich für das „Selfpublishing“ genauso wie für Österreichs schöcnste Bücher, berichte über Frankfurt und Leipzig, aber auch über die Kleinst- und Kleinmessen, weil ich eigentlich alles interessant finde und so lese ich auch mal einen Comic von Ilse Kilic, man ein Chicklit so gar ein SM habe ich schon gelesen und seit zwei Jahren lese ich mich auch durch die Buchpreisliste und betätige mich als sogenannt inoffizielle Buchpreisbloggerin, vorher habe ich nur so darüber gerichtet und bin diesen Leseprobenbüchlein nachgerast.

Habe schon Arno Schmidt gelesen und so manchen Krimi und bin auch eine regelmäßige Besucherin der offenen Bücherschränke und schreibe dann über meine Funde.

So gesehen, seit es die Schränke und die Rezensionsexemplare gibt, die sich bevorzugt nach meinen Bp-Anfragen eingestellt haben, lese ich auch sehr viel.Ich lese eigentlich jedes Buch zu Ende,  schreibe auch über jedes und auch da bevorzuge ich das leichte Plaudern.

Ich vergebe keine Sterne, Hauben oder Mützen und schreibe eigentlich auch nie,Inhalt, ja ich  das ist ein Flop sondern erzähle den Inhalt, ja ich bin eine bekenndende Spoilerin und sehe darin eigentlich nichts Schlechtes, sondern eine Erinnerungshilfe. Deshalb schreibe ich über die gelesen Bücher auch, gebe, wenn ich kann, ein Portrait des Autors und wenn möglich noch eine Verbindung zu mir und meinem Schreiben. Ich lese auch sehr viele Blogs, kommentiere dann auch gern, bin seit dem Vorjahr auch, was ich sehr schön und spannend finde, auch in der „Blogger-Debutpreis-Jury“ und benütze meinen Blog, was ich nach und nach entwickelt hat, auch für die Darstellung meines Schreibens.

Da werkle ich zugegeben ein wenig oder sehr isoliert vor mich hin, weil sich wahrscheinlich niemand für meine inzwischen über vierzig selbstgemachten Bücher interessiert.

Mein Kritiker Uli hat sich auch darüber belustig, aber was ist so schlecht daran, seine Bücher selbst herauszugeben, wenn es mit der Verlagswelt nicht klappt und das tut es bei mir irgendwie nicht, obwohl ich mich trotzdem für keine Hobbyautorin halte und  seit ich blogge auch nicht mehr versuche einen Verlag zu finden.

Als ich zu bloggen angefangen habe, habe ich gerade an der „Radiosonate“ gearbeitet, damit hatte ich dann 2009 sogar eine Radiosendung, das „Haus“ ist  gefolgt und bei beiden Büchern hat es dann schon eine Vorschau gegeben, die ich auch beigehalten habe.

Ist ein Buch beim Fertigwerden, gibt es eine Vorschau und ist es dann da, nehme ich es in die Hand und lasse mich damit fotografieren.

Seit einigen Jahre versuche mit drei Fragen und einen Gewinnspiel auch eine sogenante Leserbindung herzustellen, das, ich weiß auch nicht warum, funktioniert bei mir nicht sehr, obwohl ich, regelmäßige Leser habe, die mir immer wieder Mal ein „Gefällt mir“ schicken. Die kommetieren aber offenbar nicht so gern und wollen keine Bücher gewinnen oder rezensieren.

Nun gut, ich mache das, glaube ich trotzdem weiter, weil ich es für eine gute Darstellungsform halte und habe auch vor beim nächsten Buch, das ist dann das „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“ eine Leserunde vorzuschlagen und da wär es gut, wenn sich fünf Leute fänden, die mit mir über das buch diskutieren wollen.

Bei den „Berührungen“ habe ich ein „Mimikry-Spiel“ gemacht und das hat einmal geklappt und ich habe auch ein paar andere Aktionen, die sich durch das Bloggen entwickelt haben.

So ist   das „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ mit ausgewählten literarischeren Texten herausgekommen und die „Nika Weihnachtsfrau“ wird man jährlich im Dezember auszugsweise finden können und das letzte, was ich schreibe besteht inzwischen überhaupt nur aus Blogartikeln, da habe ich ja im Mai angeregt von Annika Bühnemann zehn Geschichten Challenge damit angefangen zu meinem Handlungsgerüst einfach Geschichten zu schreiben, so sind vier oder fünf im Mai entstanden, dreizehn im Juni und jetzt hat sich herausgestellt, daß ich damit eigentlich fertig bin und das das Ganzue wahrscheinlich nur mehr zusammenstellen muß, daß man also „Besser spät denn nie“ jetzt schon als Ganzes im Blog finden kann und natürlich wird es dann wahrscheinlich auch ein Buch geben.

Das sind so die Blogexperimente und die Blogerfahrungen, die ich in den letzten neun Jahren gemacht habe und ich wiederhole es auch gerne, mir hat das Bloggen großen Spaß gemacht.

Als ich damals vor neun Jahren mit meinen ersten paar Sätzchen fertig war, hatte ich schon einen Kommentar einer Niederösterreichin. Auch das hat sich intzwischen geändert, inzwischen kommentieren die Leute nicht mehr so gern sonder liken oder twittern.

Ich hatte im ersten Jahr aber eine Handvoll Kommentierer oder Leser, die Anni Bürkl, Cornelia Travnicek, Otto Lambauer, Andrea Stift, Sarah Wipauer, Consens, der liebe Rudi, etcetera.

Die sind irgenwie  verschwunden und die die Kritiker, Frau Heidegger, JuSophie und der Uli kamen und natürlich kann man meine Rechtschreibfehler bemängeln obwohl ich diese Debatte eigentlich müßig oder engstirnig finde. Ich schreibe lange Sätze und scheine manchmal etwas unverständlich zu sein.

Das ist etwas was mich ein wenig verwirrt, wiel ich ja eigentlich denke, ich schreibe ohnehin sehr einfach und erkäre alles hundert Mal, aber das Netz fördert wahrscheinlich das flüchtige Lesen und da macht man es mit langen Artikeln wahrscheinlich schwer. Aber die langen Artikeln haben sich bei mir so entwickelt und ich stehe auch dazu, daß man bei mir alles sehr genau und ausführlich finden kann.

So gesehen hat sich in den letzten neun Jahren viel verändert, denn damals habe ich für die GAV ja noch die „Mittleren“ und den „Tag der Freiheit des Wortes“ organiert, war in einer BUMUK Jury, jetzt gehe ich auch noch zu den GAV-Sitzungen, lese beim „Volksstimmefest“ und bei der „Poet-Night“ organisere aber nicht mehr und werde auch nicht sehr oft eingeladen.

Beim „Ohrenschmaus“ bin ich noch immer, jetzt in der Blogger-Jury, lese inoffiziell die Buchpreisbücher und gebe eingentlich über alles Literarisches ungefragt meinen Senf und meine Meinung ab.

Im Dezember werde ich wieder die „NIka“ in den Blog stellen, beim zehn Jahresfest wird es sicher wieder ein großes Gewinnspiel geben obwohl das mit den dreißig Fragen zu den dreißig Büchern ja auch ein Flop war.

Aber ich tue was ich kann und wenn es mir schon nicht gelungen ist in den Literaturbetrieb hineinzukommen, ich weiß noch immer nich so ganz wieso, so mache ich es eben in diesen Rahmen, gehe seit über vierzig Jahren mehrmals in der Woche zu literarischen Veranstaltungen, lese pro Jahr etwa hundertfünzig Bücher und schreibe selber drei bis fünf, die ich seit 2000 selber herausgebe und jetzt vermehrt im Blog darstelle und präsentiere.

Schade, daß ich damit nicht sehr auffalle. Ich tue es aber trotzdem weiter intensiv mit Herzblut und wer sich dafür interessiert, wird wahrscheinlich viel bei mir finden und wenn  mir wer mir seine Meinung über den Blog sagen will, wird mich das freuen.

Ich vergebe auch gern ein Buch nach Wahl dafür, wenn eine diesbezügliche Diskussion entstehen kann und werde sicher weiter machen.

So gesehen freue ich mich schon auf das zehnte Jahr, gehe jetzt in meine Sommerfrischenwochenenden, vorerst ist ja noch die Sommerakademie und der Bachmnnpreis. Auch das ist gleichgeblieben und dann nehme ich mir meine Fortsetzungsgeschichten her und versuche einen Roman oder wahrscheinlich eine Erzählung darüber zu machen und auch darüber werde ich berichten und meine Leser daran teilnehmen lassen.

2017-04-30

Realitätsgewitter

Filed under: Bücher — jancak @ 00:48
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Jetzt kommt ein Buch, von dem ich vor ein paar Monaten in „Ex Libris“ gehört habe, das ich ja gar nicht so oft konsumiere.

Das Buch, der mir unbekannten Autorin Julia Zange namens „Realitätsgewitter„, das im vorigen November erschienen ist und von dem der Moderator sagte, die Eltern hätten die Autorin daraufhin geklagt oder eine einstweilige Verfügung verlangt.

Das ist interessant und macht neugierig, also habe ich mir das Buch gestellt, das nur hundertfünfzig Seiten stark ist und am Cover ein sehr eindringliches Bild einer schwarzen Katze mit gelben Augen trägt. Das macht auch neugierig.

Am Buchrücken, hat dann Maxim Biller, der gestrenge Kritiker, der inzwischen aus dem literarischen Quartett ausgestiegen ist um wieder mehr zu schreiben geschrieben: „Das kann nur Julia Zange:Alle zehn Jahre ein Buch schreiben, das man nicht mehr vergisst!“

Das macht noch mehr neugierig also goolge ich nach und erfahre bei „Wikipedia“, daß die Autorin, eine trotzig dreinschauende blonde junge Frau, entweder 1983 oder 1987 geboren ist, 2006 den renommieren „Open Mike“ gewonnen hat. 2008 den Roman „Die Anstalt der besseren Mädchen“ bei „Suhrkamp“ herausgegeben hat und als Schauspielerin in Berlin lebt.

In der Biografie, die im Buch enthalten ist, steht keine Altersangabe und zusätzlich zu dem schon Erwähnten, steht noch, daß sie  als Redakteurin tätig ist.

Interessant, interessant. Der Klappentext verrät, „daß ‚Marla alles super hingekriegt hätte, die Vorlesewettbewerbe, das Abi und vor allem das richtige Lächeln an den richtigen Stellen. Dann ist sie in die Großstadt gezogen und fühlt sich verloren, bis sie, um ihrer Einsamkeit zu entkommen, sich in ihre Heimat zurück und ans Meer begibt, wo sie sich dann selber findet.“

Das von dem „Erwachsenenwerden und dem sich Selberfinden“, steht auch noch einmal am Buchrücken und irgendwo habe ich noch etwas von sehr vielen Facebookfreunden gelesen.

In den fünfzehn Kapiteln des Buches wird dann gar nicht soviel Vorgeschichte erzäöhlt, sondern man wird gleich hineingeworfen in das Leben, der jungen Frau, die zu Weihnachten allein in ihrer WG ist. Die finnische Mitbewohnerin ist nach Hause gefahren. MarlasEltern sind in Indien,  SMSen, daß es keinen Weihnachtsbaum und keine Weihnachtsgans dort gibt und kündigen ihr später noch den Scheck, weil sie jetzt alt genug ist, für sich selbst zu sorgen.

Sie hat aber ihr Philosophiestudium abgebrochen und kein Geld, aber viele Freunden, einen Ben, einen  Dylan, einen Lorenz, die sie zum Teil schon von ihrer Schulzeit kennt, zum Teil  kennenlernt, während sie durch das Berliner Leben taumelt.

Da sie Geld braucht, sucht sie eine Stellung, so geht sie in ein Geschäft hinein, das eine Aushilfe sucht. Aber dafür ist sie nicht passend genug angezogen und man braucht, als Aushilfe in einer Boutique offenbar auch ein abgeschlossenes Studium und andere Sprachkenntnisse, als Englisch und ein bißchen Französisch. Also wird nichts aus dem Job.

Englisch wird in dem Buch aber ohnehin sehr viel geredet, ist Marla doch total global vernetzt und die Freunde die sie in den Bars und Lokalen trifft, kommen oft auf dem Ausland.

Ein Holger verschafft ihr dann, sie hat inzwischen eine Zara-Klamottentüte zurückgetragen und mit den fünfundzwanzig Euro, die sie dafür bekommen hat, Lebensmittel eingekauft, einen Job als Redakteurin in einem Modemagazin. So reist sie herum und geht zu Pressekonferzenen, interviewt Star und seltsame Typen, die ein „Forever life“ Konzept entwerfen und mißbilligend auf sie schauen, wenn sie sich zwei Stück Zucker in ihren Cappucino kippt und sich ein Tomaten Mozarella Ciabatta bestellt.

Dann wird die Oma neunzig und sie fährt nach Haus. Die Eltern hatten mal eine Fabrik, die der Großvater, der schon vierundneunzig ist, gegründet hat. Jetzt  arbeitet der Vater in einem Center für Medical Research und die Mutter hat in dem Haus, wo sie wohnen eine Praxis als Lebensberaterin.

Als Marla dorthin kommt, empfängt sie nur die ihr unbekannte Haushaltshilfe. Später kommt die Mutter, sagt zuerst „Marla mein Schatz, ich hab dich vermißt. Du siehst gut aus,-viel erwachsener!“

Dann „Ich kann inhaltlich nicht mit dir reden, Marla. Wenn du etwas Tiefergehendes mit mir besprechen möchtest, können wir das gerne mit einem Psychologen oder Mediator machen“

Dann wieder „Natürlich, ich liebe dich mehr als mein Leben, Marla“ und schließlich:

„Ich schlage vor, du übernachtest bei deinen Großeltern oder fährst wieder zurück in dein Drecksloch. Ansonsten werde ich nämlich dieses Haus verlassen!“

Marla geht in ihr ehemaliges Zimmer, die Mutter in ein Hotel, was ihr der Vater, der vor dem Fernseher sitzt, mitteilt, als sie in der Nacht von Schreien, die sie im Garten hört, aufwacht.

Jetzt verläßt sie mit der geklauten Kreditkarte des Vaters das Haus und fährt nach Sylt. Am Bahnhof kauft sie sich noch die ersten Zigaretten ihres Lebens und ein Feuerzeug mit einer Katze. In der Villa der Eltern hing auch ein Katzenbild, das die Kinder einmal den Eltern schenkten, die Mutter aber daran etwas auszusetzen hatte.

In Sylt bekommt sie in einem Hotel, das in einem Hochhaus liegt, ein Zimmer für vier Tage, trifft einen Ole, den sie über eine Kontaktbörse kennenlernte, fährt mit einem Elektrorad den Strand entlang und dann wieder nach Berlin zurück, wo die Mitbewohnerin sie empfängt und sie schließlich zum Essen ruft.

Wie das mit der Selbstfindung und dem Erwachsenwerden ist, habe ich nicht ganz mitbekommen, wie mir überhaupt der Klappentext etwas konstruiert erschien und ich das Buch auch nicht als Roman, sondern, zugegeben als, scharf und pointiert geschriebene Episoden interpretieren würde.

Einen Roman müßte man erst darauf komponieren, würde die Kritikerin in mir sagen und dazu fällt mir auch noch auf, daß das Buch, das zu Weihnachten beginnt und bis zum Sommer 2016 handelt, der Brexit und der Anschlag von Nizza wird erwähnt und immer wieder taucht das Portrait von Andela Merkel auf, wenn es schon im November erschienen ist, sehr schnell geschrieben worden ist.

Der Titel „Realtitätsgewitter“ deutet wohl auf die Überforderung der jungen Frau hin und da habe ich ja schon einige diesbezügliche Romane gelesen, die die Überforderung der jungen Leute von heute zeigen, aber damals vor hundert oder achtzig Jahren, ist es wahrscheinlich auch nicht viel besser gewesen.

Wenn die Eltern von Frau Zange klagten, müßten sie sich wohl betroffen und angesprochen gefühlt haben, in diesem Fall wäre wohl wirklich ein Gespräch mit oder auch ohne Psychologen und Mediator zu empfehlen.

Ansonsten kann ich nur sagen, daß mir die Autorin bisher unbekannt war, daß ich die Episoden scharf und pointiert geschrieben empfunden habe und sie wohl auch sehr viel von der Überfordertheit ausdrücken, denen die jungen Leute heute wohl ausgesetzt sind und was man vielleicht auch lesen will.

Ansonsten ist es dieser Marla, trotz ihrer harten oder neurotischen Eltern, eigentlich nicht so schlecht gegangen. Der Job war ja da und die Freunde, wenn vielleicht auch oberflächlich auch und ob sie sich nach vier Tagen Sylt wohl wirklich gefunden und erwachsen ins Leben zurückgekeht ist, erscheint mir fraglich.

Wär schön wenn das so einfach wäre und wer hat das einmal zu mir gesagt, ein Roman ist etwas ganz anders und braucht wohl auch mehr, als vier Monate, um zu entstehen.Er muß auch berühren und etwas Neues, noch nie dagewesenes beinhalten?

Nun berührt haben mich die pointiert beschriebenen Szenen schon. Neu ist der Inhalt wahrscheinlich nicht und in Berlin, Wien und woanders, werden wahrscheinlich noch viel mehr entwurzelte junge Leute herumlaufen, die per Facebook kommunizieren, moderne Klamotten haben und sich mit ihren Eltern nicht verstehen.

Interessant ist vielleicht auch noch die „Amazon-Bewertung“, die ich ja sehr gerne zu Rate ziehe. Von ein bis fünf Stern ist da alles zu finden und zu den pointierten Bildern, mit denen auch das moderne Szene Berlin beschrieben wird, durch das Marla torkelt, fällt mir noch das „Mimikry-Spiel des Lebens-Buch“ ein, das ja auch bei „Aufbau oder zu der Verlagsgruppe gehörendenen Verlag“ erschienen ist und das in einem Sommer in diversen Künstlerwohnungen entstanden ist, die vielleicht denen gleichen, durch die Marla zieht und literarische Anspielungen kommen in dem Buch auch einige vor, scheint Marla oder ihrer Autorin ja sehr belesen.

2017-04-12

Chiru

Der „Wagenbach-Verlag“ ist unter anderem ein Spezialist in italienischer Literatur. Da habe ich mir vor Jahren im Abverkauf bei der Buchlandung auf der Mariahilferstraße, eine Reihe ein Euro Büchlein gekauft und noch nicht sehr viel davon gelesen.

Der Alfred hat mir einmal einen Spezialband geschenkt und seit einem halben Jahr bekomme ich auch vom Verlag  Bücher angeboten, habe da ein sehr interessantes Debut entdeckt und jetzt auch etwas Italienisches gelesen.

Den neuen Roman der 1972 geborenen Sardin Michela Murgia und ich fühlte mich in die Zeiten eines Alberto Moravia versetzt, von dem ich ja auch einiges gelesen habe und kann nur staunend feststellen, daß die italienische Literatur offenbar etwas Besonderes ist, wo es knarscht und knistert voll geheimnisvoller Erotik, auch wenn die Autorin eine fünfundvierzigjährige Frau ist und in dem Buch Handies, SMS und blaue Fingernägel vorkommen.

Zum Glück tun sie es, denn sonst würde ich mich im Rom eines Alberto Moravia wähnen oder in Sizilien oder bei „Erica und ihren Geschwistern“ und es ist ein Buch mit vielen Fragezeichen.

Noch nie habe ich in eines soviele Fragezeichen hineingemacht, wie in diesen, wo es um die Beziehung einer achtunddreißigjährigen Schauspielerin zu ihrem achtzehnjährigen Schüler geht.

Die, die jetzt wissend nicken und „Aha!“, sagen, kann ich belehren, sie wissen nichts, denn darum geht es nicht.

„Um was geht es dann?“, wird man nun fragen.

Um das Knistern und die Spannung, die geheime Erotik, die heutzugtage vielleicht gar nicht so nötig wäre und auch, um das viele andere, was man nicht braucht oder doch. Doch nattürlich und das ist so wichtig, daß man dafür Lehrer braucht und die Schauspielerinnen sich Schüler halten.

Denn Chiru, der Achtzehnjährige ist Musikstudent, wozu braucht er also eine Schauspielerin als Lehrerin? Für den Sprechunterricht?

Nein, denn dieses Schüler-Lehrertum, von dem ich nicht sicher bin, ob es das tatsäöchlich in Italien gibt oder gab, ist eine Art Mentorentum oder auch nicht wirklich.

Eleonora soll Chiru in das Leben und in die Gesellschaft einführen. Und sie hat im Laufe ihres achtunddreißigjährigen Lebens schon einige solcher Schüler gehabt, drei um genau zu sein und sie waren alle jünger als Chiru. Deshalb ist ihr Ex-Geliebter Fabrizio auch besorgt und rät ihr davon ab, ihn anzunehmen, als sie ihm davon erzählt. Auch das ist etwas was ich nicht verstanden habe, was ist das Risiko daran?

Eleonora, die Ich-Erzählerin ist jedenfalls eine scharfsinnige Frau, die schon als achtjährige, das Unglück dieser Welt erkannte und es gibt ein paar sehr eindrucksvolle Szenen in den Buch, in eben diesen Moravia-Ton, würde ich meinen, die das belegen.

So hat Eleonra mit acht ihre Unschuld verloren, als sie mit Papa und Mama und dem älteren Bruder in dem Dörfchen, wo sie groß wurde, auf ein Fest ging und dort nicht den Eiswagen bekam, den sie sich wünschte, während der Bruder selbstverständlich, die Spritzpistole bekam.

Warum der Vater, das verwehrte habe ich auch nicht verstanden und auch nicht die Bedeutung darum herum.

Eleonora hat sich das Spielzeug aber offenbar selber gekauft, denn es steht jetzt in der Wohnung der erwachsenen Frau und es gibt noch so eine beeindruckende Sezne.

Das ist Eleonora schon über zwanzig, trägt ein schwarzes Kostüm und geht vorsprechen. Nachher wird sie von dem Regisseur zu einem Sushi-Essen eingeladen. Sie hat aber noch nie mit Stäbchen gegessen, kann es nicht, ist ungeschickt dabei, der Fisch fällt auf den Tisch oder auf den Boden und die Peinlichkeit beginnt.

Zwei wirklich sehr eindrucksvoll geschilderte Szene, obwohl mir die Bedeutung darum herum, wohl etwas zu pathetisch war. Denn natürlich muß man in Sardienien erst mit Stäbchen umgehen lernen, wenn man zu Hause mit Spaghetti aufgewachsen ist.

Eleonora entscheidet sich jedenfalls ihren Schülker anzunehmen und geht mit ihm in ein Stoffgeschäft, um ihn die unterschiedlichen Satmsorten anfassen zu lassen. Sie geht mit ihm auch auf Parties und dann geht sie auf eine Tournee nach Stockholm, Prag und noch wo anders hin.

Da soll er eigentlich mitkommen, aber in Stockholm beginnt sie ein Verhältnis mit dem dortigen Operndirektor Martin de Lorraine. Der war schon auf der Party in Italien und Chriu, der nicht wußte, daß er ein Operndirektor war, war unhöflich zu ihm.

Jetzt will der Eleonoras „Patensohn“ zum Vorspielen einladen, sie wehrt aber ab und als sie Chiru in Florenz dann doch trifft, bittet er sie darum und sie nennt das  genauso „ungehörig“, wie ihr damals der Vater den Wunsch nach dem Spielzeug versagte.

Es gibt dann noch eine Schlußszene, wo Eleonora mit dem Direktor in einem Restaurant ißt und Chiro dort mit einen anderen Direktor trifft und den beiden auch das Essen bezahlt und als Martin Eleonora fragt, ob das ihr Patensohn war, schüttelt sie den Kopf und verleugnet ihn.

Es tut mir leid, das war mir wohl zu viel bedeutungsschwangere und zu geheimnisvolle Erotik, beziehungweise eine solche, die ich in Zeiten, wie diesen eigentlich für unnötig und schon überwunden halte.

Vor ein paar Jahren habe ich Alberto Moravias „Romerin“ gelesen, die mir eigentlich ganz gut gefallen hat. Denn sie spielt ja in einer vergangenen Zeit, wo die armen Mädchen vielleicht wirklich nicht anders konnten, als sich und ihren Körper zu verkaufen.

Vor einem Jahr habe ich „Mimikri-das Spiel des Lesens“ gelesen und da sollte der Roman  erraten, beziehungsweise umgeschrieben werden und ich war erstaunt, als der Autor oder Gastgeber ihn sehr kitschig nannte.

„Nein!“, habe ich gedacht.

„Das war eben damals so!“

Jetzt lese ich einen Roman von einer fünfundvierzigjährigen Frau, die sich genauso in geheimnisvollen Andeutungen übt und lese am Buchrücken, daß das den Kritiker gefallen hat und sie den Roman auch sehr loben.

Ich denke, die Zeit der erotischen Spielchen ist oder sollte vorbei sein und habe vor einigen Jahren auch einen  italienischen Roman gelesen, der einer anderen Tradition entstammte, womit ich mir leichter tat.

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