Literaturgefluester

2011-11-29

Ohrenschmaus 2011

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:14

Bevor ich heute zu der Ohrenschmauspreisverleihung ging, bin ich noch ein bißchen bei der Amerlinghausdemo mitgegangen, es hätte auch eine Protestveranstaltung gegen die Postamtschließung im fünften Bezirk gegeben, in der Ovalhalle des Museumsquartiers wurde aber zum fünften Mal der „Ohrenschmaus – Literatur von fund für Menschen mit Lernbehinderung“ vergeben. Von der Jurysitzung habe ich ja schon geschrieben und auch, daß ich die Laudatio für den Lebensberichtgewinner und das Vorwort für das „Die besten Texte- Buch“ -„Kann nicht schlafen“ geschrieben habe.
Diesmal war die Preisverleihung anders organisiert. Barbara van Melle und Ronny Pfennigbauer, der die letzten Jahre, glaube ich, gesungen hat, haben moderiert. Es begann mit der Begrüßung, dann haben Felix Mitterer und Chris Pichler, die Texte, die auf die Ehrenliste gekommen sind, gelesen und da gab es einige bekannte, so hat Josefine Bitschau, die ja schon 2007 gewonnen hat, wieder einen Text geschrieben, in dem sie sich mit ihrer Kinheit unter Hilter, wo man aufpassen mußte, nichts sagen durfte und die Freundinnen verschwanden, von denen man später erfuhr, daß sie in Hartheim ermordet wurden, beschäftigte und auch der Prosapreisträger vom Vorjahr David Sylvester Marek überzeugte wieder mit „Karpartenrosenkranzwegsuche in Pressburg“. Dann gab es noch den „Gepardenspaziergang“, „Die Straßenbahn im Apfelbaum“ u.u.u.
Der Wissenschaftsminister hat ein paar Worte dazu gesprochen und auf seine Kompetenz als Literaturwissenschafter verwiesen. Es gab auch einen Sonderpreis für einen dramatischen Text, der in die drei üblichen Kategorien nicht einzuordnen war. Der Lyrikpreis wurde von einer aparten jungen Frau, nämlich der 1993 geborenen, Ruth Oberhuber gewonnen, die den „Durchbruch des Kindes in mir“ geschrieben hat, weil sie von zu Hause ausgezogen ist. Heinz Janisch, der die Laudatio hielt, betonte, daß „Sonne und Licht“, das in dem Gedicht neben „Regen und Schnee“ eine Rolle spielt, auch vom heurigen Literaturnobelpreisträger Thomas Transstömer für sehr wichtig gehalten wird. Das Gedicht, das auch auf der Zotter Schokolade zu finden ist, wurde wieder von Chris Pichler gelesen. Bevor es mit dem Lebensbericht weiterging, gab es eine Musikeinlage und sogar den „Ohrenschmaus-Song“, den später alle singen mußten. Für den Lebensberichtpreisträger waren wir uns bei der Jurysitzung alle einig. Der 1962 in Waidhausen geborene Peter Gstöttmaier überzeugte mit seinem mit der Hand und im Dialekt geschriebenen Text „Selbständi“ eigentlich sofort. Denn „Söbständi is allas selba macha, sölba denka und toan, sölba wolln, sölba kinna, Verantwortung übernehma!“
Leider hatte ich mit meiner Laudatio ein bißchen Pech, läutete dazwischen doch das Preisträgerhandy, so daß ich noch einmal anfangen mußte. Sie scheint aber doch ganz gut gefallen zu haben, will sie ja eine Dame in Radio Orange bringen. Die Laudatio für den Prosatext hielt Ludwig Laher, der ein sehr begnadeter Laudator ist und „Der Ascheimer“, des 1963 in Hannover geborenen Reinhard Schmidt, der sich sehr für Schmuck interessiert, ist auch ein sehr skuriller witziger Text oder einer der die Einsamkeit und die Kommunikationslosigkeit, wie Ludwig Laher in seiner Laudatio betonte, besonders hintergründig thematisiert. Bekommt da ja einer beim Spazierengehen immer ein Stück Kuchen geschenkt, das er gar nicht mag, so daß er es immer von der Bäckersfrau in den Ascheimer werfen läßt. Jeden Tag tut er das, so daß sie ihn schon kennt, „und wenn er reinkommt, schon immer lachen muß.“
Ludwig Laher betonte in seiner Laudatio noch die Wichtigkeit die Texte auch in den Schulbüchern zu haben und da komme ich schon zum nächsten Punkt, nämlich dem „Ohrenschmaus-Buch“ in dem sämtliche Preistexte der letzten fünf Jahre erschienen sind und das von der Edition der Provinz herausgegeben wurde. Richard Pils hat es persönlich überbracht und das Bundesministerium und die Erste Bank haben es finanziert. Robert Stocker, der dazu sprach, betonte, daß er, der ja zu sehr vielen Preisverleihungen geht, schon lange bei keiner war, die er so witzig und unterhaltsam gefunden hat. Es gab dann noch die Präsentation der Zotter Schokolade und das große Gruppenfoto. Für die kleineren gab es jeweils einen roten Rahmen, die Urkunden waren auch in einem solchen und Ronny Pfennigbauer hat die Preisträgernamen auch jeweils nach Oskarmanier aus einem Kuvert gezogen und mit „and the winner is..“ verkündet. Nachher gab es ein Buffet mit gefüllten Weckerln und Kuchen. Ich habe mich mit ein paar Leuten unterhalten, Anton Blitzstein zu seiner Schokolade verholfen, die er jetzt immer als Trostpreis bekommt und mit Heinz Janisch ein Interview für das Fernsehen gegeben. Spannend der „Ohrenschmaus“, der Literaturpreis der besonderen Art von dem ich auch glaube, daß ein paar solcher Texte, unseren Schulbüchern sehr gut tun und für Interessierte hier noch einmal das Archiv der Jahre 2008, 2009, 2010, von 2007, wo der Preis im Literaturhaus stattfand, habe ich ja noch keine Aufzeichnungen.

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2018-12-03

Zwölfter Ohrenschmaus

Filed under: Literaturpreise,Veranstaltungen — jancak @ 23:59
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Ehrenliste

Ehrenliste

Den „Ohrenschmaus- „Literaturpreis für Menschen mit Lernschwierigkeiten“, von Franz Joseph Huainigg ins Leben gerufen, gibt es seit 2007,  ich bin seither in derJury dabei, die inzwischen aus Felix Mitterer, der den Ehrenschutz hat, Franzobel, Heinz Janisch, Ludwig Laher und Barbara Rett besteht, seit 2008 findet die Preisverleihung im Museumsquartier statt und heuer wurde der Preis das erste Mal von Gerlinde Hofer organisiert und es gab wieder ein tolles Programm.

Die Moderation hatten diesmal wieder Dani Linzer und der Vorjahrpreisträger David Trischer, mit dem ich auch auf der „Buch-Wien“ gelesen habe und nach der Begrüßung folgte wieder die Lesung  und die Vorstellung der Ehrenlistetexte, worunter wieder sehr viele Bekannte waren.

Begonnen hat es mit einem sehr interessanten Text von Cornelia Pfeifer, die sehr eindringlich erklärte, warum das „Leichter lesen und leichter sprechen“ für sie so wichtig ist.

Hans Martin Hiltner

Hans Martin Hiltner

Der 1980 in Graz geborene Christian Zsivkovic beschrieben seinen „Freitag Aabend in Stinaz“, wo er viel auszugehen pflegt.

Dann kam der „Europa-Text, der „Forum Logus Gruppe“, die aus einigen vorigen Preisträger wie Paul Text und Christan Kargl besteht.

Sehr beeindruckend der Text „Stimmen im Kopf“, der in Salzburg lebenden Jaqueline Moser, sowie“Johannas Lebensgeschichte“, der 1965 in Deutschlandsberg geborenen Denise Luttenberger.

Bei Christoph Dietrich handelt es sich auch um einen Vorjahrssieger, für den ich für seinen „Schmierfetten,“ die Laudatio geschrieben habe. Diesmal hat er sein außergewöhnliches Sprachtalent in dem Text „Super Deutz Traktor“ bewiesen, in dem das schöne Wort „Luftdrillmasche“ vorkommt, das Gregor Seberg, der die Texte wieder abwechselnd mit Chris Pichler gelesen hat, besonder gut gefallen hat.

Silvia Hochmüller, die glaube ich, auch schon öfter auf der Ehrenliste stand, beschäftigte sich in ihrem Text mit dem Widerspruch zwischen „Herz – Denken“ und der Dauerpreisträger Peter Gstöttmeier für den ich zweimal die Laudatio gehalten habe und dessen Buch „Söbständi“ ich auch hier besprochen habe, hatte diesmal mit „Ih sog zum Abschied leise Servus“  einen melancholischen Text, mußte er doch aus Gesundheitsgründen seine geliebte Außengruppe  aufgeben und sich wieder der Korbflechterei zuwenden und hat dies wieder in seiner Mundartart treffend beschrieben.

Markus Baumgartner

Markus Baumgartner

Ruth Oberhuber war 2011 Preisträgerin, ich habe vor zwei Jahren mit ihr auf der „ORF-Bühne“ der „Buch-Wien“ diskutiert und ihren Text „Regierung“ kann man wirklich treffend nennen:

„Darf ich mich vorstellen? Ich bin die neue Bundeskanzlerin. Ich rede nicht, ich tue mehr. Bitte denkt mehr nach, mit dem Geld mehr haushalten und eure Hosentaschen entleeren. Ist zwar nicht leicht, aber ihr könnt es schaffen. Mein Name ist <marie Sabine Grubauer“, dem kann man nicht viel hinzufügen, es gab aber noch einen ehrentliste Text von Stefan Mann, für den ich, glaube ich auch schon einmal eine Laudatio gehalten habe.

Den ersten Hauptpreis bekam  der 2015 Preisträger Hans Martin Hiltner der 1960 in Leipzig geboren wurde für seinen Text „Verletzt“, der von seiner Schwester Beate Henneberg aufgeschrieben wurde. Heinz Janisch hat die Laudatio  gehalten, ihm folgte der 1991 geborenen Markus Baumgartner, der seit 2008 Rainbows Home besucht, sich sehr für Zahlen interessiert und jeden, glaube ich, den Wochentag seines Geburtstags sagen kann.

Stipendiaten

Stipendiaten Viktor Noworski und David Silvester Marek

Ich habe für „Mir geht es gut“: „Der Buchstabe M riecht nach dem, auf dem draufsteht WAFER und in dem die Schnitten drinnen sind und die Zahl 13 riecht nach Frisör“, die Laudatio mit dem Titel „Das Gutgehen ist eine spezielle Welteinsicht“ gehalten.

Der dritte Preisträger war der 1989 geborene Mustafa Akmaz, der in Mmst wohnt und deshalb nicht zur Preisverleihung kommen konnte, er schickte aber eine Videogrußbotschaft und sein Text „mut“ ist auch sehr kurz, da er nur aus sieben Zeilen besteht.

„hasen-mut schaf-mut esel mut affen-mut  giraffen-mut elefanten-mut LÖWEN-MUT“, darüber läßt sich natürlich herrlich philosophieren. Felix Mitterer versuchte es in seiner Laudatio. Vorher gab es eine Musikeinlage der Inklusionband „Ohrenklang“ in der auch Ronnie  Pfennigbauer, der frühere Moderator Mitglied ist und die zwei Texte früherer Preisträger vertonten und musikalisch interpretierten, was mir sehr gut gefallen hat.

Dann folgte noch der sogenannte Schokoladepreis, das Gedicht auf der „Zotter Schokolade“, das diesmal von dem in Dresden lebenden Sebastian Zipser stammt, der Autor der Zeitschrift „Kaffepause“ ist, was sehr gut zur Schokolade passt, die von Franz Joseph Huainigg gleich angebissen wurde.

Alle

Alle

Ein „Ohrenschmaus-Stipendium“ gibt es seit einigen Jahren auch. Der erste Stipendiat ist der ebenfalls sehr häufig einreichende David Silvester Marek, dessen „Gehiemnisgeschichtenlexikon“ von Franzobel herausgegeben wurde und im Herbst bei „Klever“ erschien. Das Buch muß von mir noch gelesen werden und der nächste Preisträger wird auch ein Vorjahresieger nämlich Viktor  Noworski sein, der sein Buch mit Felix Mitterer erarbeiten wird.

Die Staatssekretärin Caroline  Edtstadler hat die Urkunde vergeben und den Preisträger vorgestellt, der gleich eine Probe seines Schaffens gab, dann gab es das Schlußfoto, das Buffet, die Schokoladen und den „Wohn und Werkstättenexpress“ in dem die Siegertexte wieder abgedruckt sind, was ich ich für eine sehr gute Idee finde.

Anschließend haben wir noch bei der „Augustin-Glühhmost-Hütte“, in der Rahlgasse einen Stop gemacht und einen Glühwein getrunken, was gut passte, denn der Coverboy des „Augustin 470“  ist David Sylvester Marek und ein Portrait von ihm gibt es in der Zeitschrift auch.

2017-12-04

Ohrenschmaus-Preisverleihung

Urkundenverleihung Ehrenliste

Urkundenverleihung Ehrenliste

David Tritscher

David Tritscher

Den „Ohrenschmaus-Literaturpreis von und für Menschen mit Lernschwierigkeiten“ gibt es seit 2007, das heißt er wurde heute das elften Mal im Museumsquartier verliehen.

Oder nein, im MQ war es erst das zehnte Mal, denn 2007 fand die Preisverleihung im Literaturhaus statt und ich bin von Anfang an dabei, während die Jury seither gewechselt hat.

Friedl Hofbauer war die ersten Male dabei, Kurt Palm, Niki Glattauer, Andrea Stift. Von den Anfangsjuroren gibt es noch Heinz Janisch, Barbara Rett und Felix Mitterer, der auch der Schirmherr ist. Jetzt sind außer den genannten noch Ludwig Laher und Franzobel dabei.

Franz Joseph Huainigg ist der Initiator, Eva Singer hat die ersten Preisverleihungen organisiert, ihr folgte Evelyn Prammer, die heute die Organisation an Gerlinde Hofer abgegeben hat und als ich nach halb fünf die Ovalhalle des MQ erreichte, begann es sich langsam zu füllen.

Dani Linzer und Ronny Pfennigbauer machen auch schon lang die Moderation im gekonnten Doppelduo.

Chris Pichler und Gregor Seberg

Chris Pichler und Gregor Seberg

Preisverleihung David Tritscher

Preisverleihung David Tritscher

Begrüßungsansprachen gab es heuer keine, so fing es gleich mit einer Lesung der Texte der sogenannten Ehrenliste an. Gelesen haben wieder Chris Pichler und Gregor Seberg und es gibt auch wieder eine Broschüre, wo die Siegertexte enthalten sind und die Autoren vorgestellt werden und richtig, die Texte wurden aus einer Rekordeinreichung von 186 Texten ausgewählt und es begann gleich provokant oder erfrischend, denn „Ich will den ganzen Tag saufen“, hat der 1986 in der Türkei geborene Muammer Yüce geschrieben.

Dann kam eine Gemeinschaftsarbeit der „Forum Logus Gruppe“ und die 1959 geborene Brigitte Koxeder hat einen Text namens „Erbsengroß“ geschrieben:

„Erbsengroß ist meine Geschichte. Ich Erbselein bin klein, rund und grün, befinde mich als kleine runde Kugel.“

Dann kam ein Text des 1965 geborenen Herbert Kastner, der sich um den Taxitransport in Gallneukirchen, wo der Autor auch lebt, dreht und als letzter, bevor es zu den Hauptpreisträgern geht, kam der Text des Vorjahrsgewinners Viktor Noworski „Göld is guad, awa ka Heiratsgrund“, der wieder auf eine unvergleichbarte Weise  witztig ist.

Franzobel hielt dann die Laudatio für den ersten ?reisträger, dem erst achtzehnjährigen David Tritscher „Gefangene Gedanken: Gefangene Gedanken sind in deinen Kopf, doch irgendwann werden sie ziehen“.

Preisverleihung Christoph Dietrich

Preisverleihung Christoph Dietrich

Preisverleihung Melanie Koller

Preisverleihung Melanie Koller

Danach kam ich mit meiner Laudatio für den sehr originellen  Text des 1983 in Graz geborenen  Christoph Dietrich „De guade  blaue Schmierfetten“

„Sehr lakonisch der Text und die Einführung in die Mechanik, die Hydraulik, in die Technik oder  was immer die Gebiete der Schmierfettkund sind“, habe ich geschrieben.

Dann kam Melanie Koller, die glaube ich, auch auf der „Buch-Wien“ gelesen und mit „Langsam werden“ gewonnen hat und das Gedicht der gute Zotterschokolade ist wieder von einem alten Bekannten.

Hat doch der 1962 in Waidhausen OÖ geborene Peter Gstöttmaier schon sechsmal am „Ohrenschmaus“ teilgenommen und  ihn 2011 gleich mit seinen „Söbständi“ und 2015 noch eimal mit dem Gedicht „dössöbi“ gewonnen.

Zweimal stand er auf der Ehrenliste. 2014 war einer seiner Texte auf der Schokolade und auch heuer gibt es  einen Gstöttmeier-Text, der inzwischen auch ein eigenes Buch herausgebracht hat, auf der Schokolade „Drüberschlofa Heli!“ heißt er, für den Ludwig Laher eine leidenschaftliche Laudatio hielt. Und Franz Joseph Huainigg hat, bevor das Buffet eröffnet wurde und es das großes Fotoschooting gab, auch gleich wieder hineingebissen.

Preisverleihung "Der besonders köstliche Preis" an Peter Gstöttmaier und Dankesworte von Franz-Josef Huainigg

Preisverleihung „Der besonders köstliche Preis“ an Peter Gstöttmaier und Dankesworte von Franz-Josef Huainigg

2016-11-10

Der zehnte Ohrenschmaus

Dani Linzer und Ronny Pfennigbauer

Dani Linzer und Ronny Pfennigbauer

Urkundenverleihung EHRENLISTE, Hakan Alkis, Melanie Corn, Peter Gstöttmaier, Herwig Hack, Kevin Neubauer, Elisabeth Stachl, Anna Traunig, Klaus Willner

Urkundenverleihung EHRENLISTE, Hakan Alkis, Melanie Corn, Peter Gstöttmaier, Herwig Hack, Kevin Neubauer, Elisabeth Stachl, Anna Traunig, Klaus Willner

Der „Ohrenschmaus-Literatur von und mit Menschen mit Lernschwierigkeiten“, wurde heute schon zum zehnten Mal vergeben, da er 2007 von Franz Josef Huainig anläßlich seines vierzigsten Geburtstag gegründet wurde.

Die erste Preisverleihung fand im Literaturhaus statt. Da habe ich noch nicht gebloggt. Ab 2008 wurde er dann im Museumsquartier vergeben und man kann die Berichte bei mir lesen.

Die Jury hat sich seither verändert, in den ersten Jahren war noch Friedl Hofbauer dabei und Kurt Palm. Niki Glattauer kam später, Andrea Stift habe ich mit Ludwig Laher hineingebracht, ist aber wieder daraus verschwunden und ich habe auch schon sehr lange nichts mehr von ihr gesehen und gehört.

Sybille Grafl

Sybille Grafl

Eva Jancak

Eva Jancak

Franzobel ist neu hinzugekommen, die anderen, wie Heinz Janisch, Barbara Rett sind unter dem Ehrenschutz von Felix Mitterer gleichgeblieben.

Inzwischen gibt es aber auch ein vom Bundesministerium vergebenes Startstipendium, das Ludwig Laher ausgearbeit hat und das heute an David Sylvester Marek, einem früheren Preisträger vergeben wurde und die Preisverleihung findet heuer nicht mehr wie bisher Ende November, Anfang Dezember, sondern schon ein Monant früher im Rahmen der „Buch-Wien“ statt, da wird es auch am Freitag, eine Reihe von Veranstaltungen mit Lesungen aus dem neuen Buch, das es jetzt wieder mit den Siegertexten gibt und, um fünf auch eine Diskussion „Quo Vadis -Ohrenschmaus?“ auf der ORF-Bühne geben, an der unter anderen auch ich teilnehmen werde und am Donnerstag hat es die sehr festliche zehnte Preisverleihung geben.

Dani Linzer und Ronny Pfennigbauer haben wieder, wie schon seit einigen Jahren, durch das Programm geführt.

Gelesen haben diesmal Kristina Spenger und Gregor Seberg zuerst die Texte, die diesmal auf die Ehrenliste gekommen sind.

Herbert Schinko

Herbert Schinko

Heinz Janisch

Heinz Janisch

Da waren wieder bekannte Namen dabei, denn der „Ohrenschmaus“ hat seine Stammeinreicher. So stand Peter Gstöttmeier, der ja schon 2011 und 2015 gewonnen hat und auch einmal einen seiner Texte auf der Schokolade hatte und von dem es jetzt auch ein eigenes Buch gibt, auf der Liste, dann Klaus Willner, Hakan Alkis und und und..

Und auch Sabine Grafl, die den ersten Hauptpreis bekommen hat, früher gab es da eine Kategorie, die Lebensberichte hieß, jetzt gibt keine Kategorien mehr, es kommen aber immer wieder Texte, die von persönlichen Lebenserfahrungen erzählen, ist schon auf der Ehrenliste gestanden.

Jetzt erzählte die 1978 in Nenzing Geborene, die in Vorarlbert im „Springbrett-Lädle“,tätig ist, in ihrem Text „Sie hat sich  richtig entschieden oder wir haben es zusammen geschafft“, von ihren einschneidenen Kindergartenerfahrungen, wo sie ausgegrenzt wurde und sich nicht wehren konnte, während sie sich jetzt, stark und selbstbewußt geworden, das nicht mehr gefallen lassen würde.

Auch Herbert Schinko, der in seinem Text die „Zeit“ poetisch behandelt hat, „Die Zeit bleibt nicht stehen.

Viktor Noworski

Viktor Noworski

Ludwig Laher

Ludwig Laher

Die Zeit muß man ganz fest halten. Die Zeit bleibt bei mir…, ist, glaube ich schon von der Ehrenliste gestanden, während der 1940 in Pennsylvania geborenene Viktor Noworski, der mit seiner sehr ungewöhnlich gestaltenten Sprache aufffiel: „Da is amay aus da Shtadmittn an kumma  mit an auto und woytat uns Autos  fakaufn. Da san a SAPSUCKER und a SQIRREL und a CHIPMUNK und a SKUNK (des san neigirige Ficha aus n Wayd in sei Auto greut.“,noch nie eingereicht  hat.

Was ebenso  für den 1982 geborenen Paul Text, der Name ist ein Pseudonym und der schon in einer Anthologie veröffentlich hat, dessen Text „Der fliegende Tisch fliegt immer wenn er dreckig ist wohin es gerade regnet“, es auf die Schokolade schaffte, zutrifft.

Dazwischen gab es wieder eine Musikeinlage von der inklusiven Band „Mundwerk“.

Richard Pils von der „Bibliothek der Provinz“ stellte das neue „“Ohrenschmaus-Buch“: „Zu zweit ist man weniger allein“ vor.

Es gab auch eine Geburtstagstorte und den Hinweis auf die „Buch-Wien“, wo alle, die sich dort morgen mit dem Wort „Ohrenschmaus“ melden, verbilligten Eintritt haben.

Paul Text

Paul Text

Franzobel

Franzobel

Ein paar weitere „Ohrenschmaus-Bücher“ gibt es auch. So hat zum Beispie.  die Caritas Bludenz, die ja das „Springlädle“ betreibt, in dem sowohl Sybille Grafl, als auch Hakan Alkins und Herbert Offenhuber, sowie Josefine Bitschau, zwei frühere Preisträger tätig sind, ein Buch mit Texten der Mitglieder „Durch Erfahung wird man klug“ herausgegeben.

Also hingehen, zuhören, einlesen, entweder morgen auf der „Buch Wien“ oder im nächsten Jahr bei der Preisverleihung und damit es die geben wird, hat sich inzwiswchen auch ein „Crowdfounding Projekt“ gebildet, das man unter www/startnext.com/ohrenschmaus oder auf der entsprechenden Facebookseite unterstützen kann.

Robert Stocker (Bundeskanzleramt), David Sylvester Marek

Robert Stocker (Bundeskanzleramt), David Sylvester Marek

Franz-Joseph Huainigg mit Verleger Richard Pils

Franz-Joseph Huainigg mit Verleger Richard Pils

Geburtstagstorte

Geburtstagstorte

Alle

Alle

2015-12-01

Der neunte Ohrenschmaus

Hans-Martin Hiltner, Beate Hennenberg

Hans-Martin Hiltner, Beate Hennenberg

Peter Gstöttmaier

Peter Gstöttmaier

Den „Ohrenschmaus“ „Literaturpreis für und von Menschen mit Lernschwierigkeiten“, der von Franz Joseph Huainigg initieert wurde, gibt es seit 2007 und seither habe ich die Ehre in der Jury zu sein und Jahr für Jahr viele schöne Texte von Menschen mit „Down-Syndrom“ oder anderen mentalen Beeinträchtigungen durchzulesen.

Etwa hundertfünfzig werden da Jahr für Jahr eingereicht, Franzobel, Barbara Rett, Heinz Janisch, Ludwig Laher, Felix Mitterer sind derzeit in der Jury, es waren schon Friedl Hofbauer, Kurt Palm und Niki Glattauer dabei und die Preisverleihung findet immer Ende November, Anfang Dezember 2007 im Literaturhaus und ab 2008 im Museumsquartier statt und ist immer ein festlichesEvent, das sich inzwischen schon sehr gut eingespielt hat.

„Ohrenschmaus-Familie“ nennen es die Moderatoren Dani Linzer und Ronny Pfennigbauer, auch schon ein eingespieltes Team und man sieht tatsächlich oft bekannte Gesichter auf der Ehrenliste oder bei den Preisträgern.

2007 hat ja unter anderen Renate Gradwohl aus der Steiermark mit ihrem Gedicht „Der böse Gerhard“ gewonnen, das dann auch auf der „Zotter-Schokolade“ war, deren Sprache mich sehr stark an Ernst Jandl erinnerte.

Silvia Hochmüller

Silvia Hochmüller

Eva Jancak

Eva Jancak

Michaela König, die mich zu der „Mimi“ inspirierte habe ich durch den „Ohrenschmaus“ kennengelenrt.

David Sylvester Marek, der 2010 den Prosapreis gewonnen ist mit seinen prägnaten Texten über Lena Raubkatze und David Bergretter immer wieder bei den Einreichern, sowie der 1962 geborene Oberösterreicher Peter Gstöttmeier, für den ich 2011 die Laudatio für seinen Text  „Söbständi“ gehalten habe.

Jahr für Jahr ist er mit seinen schönen Mundarttexten über seine Mutter, Weihnachten oder das Kochen auf die Ehrenliste gekommen und das letzte Jahr kam sein Gedicht „Mama is ned beinand“ auf die Zotter-Schokolade, so daß ich bei meinen Juryvorschlägen im Oktober ersteinmal auf andere Einreichungen tippte, aber „um Peter Gstöttmeier kommt man nicht herum“, habe ich in meiner heurigen Laudatio geschrieben, war er heuer mit seinen kurzen prägnanten Mundarttexten wieder bei den Hauptgewinnern.

Die Kategorien Lyrik, Prosa, Lebensbericht haben wir inzwischen fallen gefallen und vergeben die drei Hauptpreise gattungsunabhängig und ein eher kurzer Text kommt dann auf die Schokolade.

Felix Mitterer

Felix Mitterer

Heinz Janisch

Heinz Janisch

Die Preisverleihung war heute ab sechs wieder gewohnt feierlich. Nach der Begrüßung wurden die Texte der sogenannten Ehrenliste von den Schauspielern Julia Jelinek und David Oberkogler gelesen.

Auch da schon bekannte Gesichter, so war Ruth Obermayr schon einmal bei den Hauptpreisträgern, Herbert Schinko mit seinem Text „Die Stille“ habe ich schongekannt, sehr prägnant Klaus Willners „Angst“ und Christian Kargls „Der Mensch Chr. K.“

Dann kam schon ich mit meiner Laudatio auf Peter Gstöttmeier für seinen Text „dössöbi“

Ludwig Laher

Ludwig Laher

Evelyn Pammer, Franz-Joseph Huainigg

Evelyn Pammer, Franz-Joseph Huainigg

„mama

sogt ollwei

dössöbi

jeden tog

ruaf ih on

mama sogt ollwei

dössöbi

und

ollwei ruaf

ih sie wieder on

Der zweite Preis für den Felix Mitterer die Laudatio hielt, war von den in Leipzig geborenen oder lebenden  Hans- Martin Hiltner „Was mir durch den Kopf geht und was ich mit Hilfe aufschreiben möchte“, der das  Leben eines Menschen schildert, dem einmal sogar der Besuch der Schule verwehrt wurde.

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„Ich heiße Hans-Martin und bin ein fröhlicher Mensch. Ist das Leben nicht schön?“

Dann kam eine Showeinlage der inklusiven Band „all stars inklusive“ und dann folgte die Laudatio von Heinz Janisch auf Silvia Hochmüller und ihren Text „Die Seele“

„Meine Seele läuft immer davon. Das merke ich, das krieg ich mit. Ich hole sie mir wieder zurück. Nächste Woche“. Dann kam  der Text für die Zotterschokolade, „See“ der von Johanna Maria Ott eine weitgereiste Frau mit komplexen Mehrfachbehinderungen stammte, für den Ludwig Laher, die Laudatio hielt.

Dann folgte das Gruppenfotos, noch einmal Musik und das Buffet und das nächste Jahr, wo der „Ohrenschmaus“ dann zum zehnten Mal vergeben wird, wird es eine Öffnung hin zur „Buch-Wien“ und wahrscheinlich noch einige Veränderungen geben.

Wir sind nach der Preisverleihung noch ein bißchen nach nebenan in den „Shop der komischen Künste“ gegangen. Denn da wurde schon das neue Jahr mit Sekt, Knallfröschen und Donauwalzer gefeiert und ein Buch vorgestellt, da ich auch hier demnächst präsentieren werde.

Und hier das „Ohrenschmaus-Archiv“: 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014

 

2015-10-29

Ohrenschmaus-Jurysitzung

Um fünf hat es im Parlament wieder die Jurysitzung bezüglich des „Ohrenschmaus-Literatur für und von Menschen mit Lernbehinderungen“ gegeben. Außer mir waren noch Ludwig Laher und Felix Mitterer als Juroren anwesen.

Andrea Stift scheint irgenwie verschwunden sein, der neue Juror Franzobel hatte keine Zeit, Barbara Rett war krank, wir hatten aber eine Handyschaltung, Heinz Janisch hat sich entschuldigt.

Seoit 2007 gibt es diesen Preis, wo ich die Ehre habe, in der Jury zu sein, der liebe Otto hat mich hineingebracht, beziehungsweise hat er mich angefragt, wie man mit dem Literaturhaus Kontakt aufnimmt, da habe ich gesagt „Ich  will auch!“, es hat geklappt und ich habe seither viel gelernt.

Renate Gradwohl war die erste Preisträgerin mit ihrem Gedicht „Küssen lernen“, die mich sehr stark an Ernst Jandl erinnerte, jetzt habe ich schon lange nichts mehr von ihr gehört.

Eine der nächsten Preisträgerinnen war Sarah Lutschaunig, die ja leider, wie Michaela König, das Vorbild für meine „Mimi“ verstorben ist.

David Sylvester Marek und Peter Gstöttmaer reichen immer wieder ein und gewinnen Preise oder kommen auf die sogenannte Ehrenliste.

Anton Blitzstein würde gerne teilnehmen, passt aber als Psychiatrie Betroffener vielleicht doch nicht so ganz in die Zielgruppe und Niki Glattauer der ein paar Jahre in der Jury war, man sieht die Jury ist immer prominet besetzt, hat sich im Vorjahr mit dem Argument zurückgezogen, daß er keinen eigenen Behindertenpreis will.

Natürlich wir leben im Zeitalter der sogenannten Integration, trotzdem wird es wahrscheinlich mit dem Bachmannlesen, wie die Veranstalter,  der Nationalratsabeordnete Franz Josef Huainigg schon im ersten Jahr wünschte, höchstwahrscheinlich so leicht nichts werden.

Für das nächste Jahr, das ist dann das zehn Jahre Jubilääum, ist aber eine große Veränderung geplant, dafür haben wir uns schon in zwei Sitzungen getroffen, der Preis soll nicht mehr Anfang Dezember anläßlich des des Tags der Behinderung, sondern schon im November im Rahmen der Buch Wien vergeben werden.

Es soll auch ein Symposium oder eine Diskussionsveranstaltung zum Themea „Literatur und Behinderung“ stattfinden und ein neues Buch mit den Preisträgertexten soll es auch geben, sowie ein Stipendium das an einen besonders talentieren Teilnehmer vergeben werden soll.

So weit die Zukunftsvision, bis dato wird alles beim Alten bleiben, die Preisverleihung für den heurigen Ohrenschmaus wird am ersten Dezember um achtzehn Uhr im Museumsquartier sein und wir haben nach längerer Diskussion und einer Telefonschaltung zu Barbara Rett die neuen Preisträger festgelegt.

Wer die sind verrate ich natürlich nicht, nur so viel, einer Preisträger ist ein alter Bekannter und der wird wahrscheinlich auch das Stipendium bekommen, die beiden anderen Preisträger haben, glaube ich, noch nicht so viel eingereicht und einen Text für die Zotter-Schokolade, die man dann ja aufessen kann und die sehr gut und süß schmeckt, wird es  auch geben.

Und eine Ehrenliste, die anderen Teilnehmer bekommen eine Urkunde und eine Zotter-Schokolade und ich kann alle Interessierten, die vielleicht wissen wollen, was Menschen mit einer sogenannten Lernbehinderung schreiben, schon jetzt einladen zur Preisverleihung ins Museumquartier zu kommen, dann wird auch das Geheimnis um die Preisträger und die Preisträgerinnen gelüftet werden, bis dahin kann man gespannt sein und die Laudatio für den alten Bekannten, für den ich schon einmal eine solche geschrieben habe, werde ich auch verfassen.

2015-06-17

Ohrenschmaus-Brainstorming und musikalischer Spaziergang

Den Ohrenschmaus Literatur für und von Menschen mit Lern- sprich kognitiver Behinderung“ wird es bald zehn Jahre geben. Der liebe Otto hat mich 2007 in die Jury gebracht und seither sitze ich jeden Oktober über hundert Texten und Anfang Dezember, am Tag der Behinderten, wird dann im Museumsquartier der Preis vergeben. „Kein Mitleidbonus, sondern echte Literatur!“, sagen dann die Veranstalter und der Wissenschaftsminister und die für Unterricht und Kunst halten die Laudaties, geraten dabei in schwärmen und wiederholen ersteres solange, bis der letzte begriffen hat, daß das eben ein besonderer Preis, nämlich ein solcher im Ghetto der Behinderung ist. Niki Glattauer, der jetzt ein paar Jahre in der Jury war, hat wegen Überlastung seinen Sitz zurückgelegt und dazu gemeint, daß er kein Behindertenghetto will und so, wie die Behinderten jetzt in den Integrationsklassen sitzen und die Integrationslehrer, wenn der Klassenlehrer erkrankt ist, die Klasse übernehmen müssen und die Behinderten erst recht nicht zum Zug kommen, sollen, die mit den Behinderungen jetzt beim Bachmannpreis lesen, etc. Das ist ein alter Hut, das hat, glaube ich schon beim ersten Ohrenschmaus, als es noch die Pressekonferenz im Radiokulturcafe gegeben hat und ich anschließend zur Rattour mit der Ruth von Ybbs nach Regensburg aufgebrochen bin, gegeben, ich habe dann gemeint, daß man das vielleicht entfernen sollte, um nicht falsche Erwartungen und Hoffnungen zu wecken. Aber gut, ich bin ohnehin dafür, daß jeder schreiben, malen, dichten, etc, darf wie er will und an sich ist das Problem  leicht zu lösen, denn es hindert ja keiner, den mit den Lernbehinderungen, um Preise einzureichen und in der GAV um Aufnahme zu ersuchen. Anton Blitzstein hat das im letzten Jahr getan, aber der ist ja ein Sonderfall, weil, trotz Sonderschule, nicht nicht Lernbehindert, sondern eher einer mit Psychiatrieerfahrung und Franz Joseph Huainig, der Initiator des „Ohrenschmauses“ hat am Dienstag um zehn ins Parlament zu einem Brainstroming eingeladen, wie man den zehnten Geburtstag des Ohrenschmauses feiern soll. Dabei hat er selber Geburtstag gehabt, ich glaube es war sein fünfziger, denn zum vierzigsten ist ihm die Idee mit dem „Ohrenschmaus“ gekommen und so gab es Donuts zum Kaffee und einige Ideen, wie man den zehnten Jahrestag, dieses, wie ich glaube, doch sehr wichtigen Literaturpreises feiern könnte, sind auch gekommen. Und am Nachmittag hat Susanna Wouk wieder zu einem musikikalischen Geburtstag durch Margareten eingeladen. Es sind ja Festwochen und im vorigen Jahr gab es schon einen, wo wir mit drei Sängern durch den Berzikgegangen  und an jeder Ecke stehen geblieben sind um  Lieder von Mozart, Schubert oder Wienerlieder zu hören. Damals bvin ich nur ein Stückchen mitgegangen, weil anschließend das Lesetheater Berhta von Suttner gelesen hat, diesmal wäre der Bloomesday gewesen und im Literaturhaus gefeiert worden. Aber soweit bin ich nicht gekommen, sondern im Hotel Falkensteiner bei der Weinverkostung hängen geblieben, das ist das, zu dessen Eröffnung ich vor einenhalb Jahren eingeladen wurde, vorher wurde die Lebenshilfebibliothek an eine Uniinstitut feierlich vergeben und auf die Ohrenschmaustexte von 2013 habe ich auch gewartet, es gibt also so was wie Deja vue Erlebnisse und der musikalische Rundgang hat in der St. Josefskirche angefangen, wo Schubert beerdigt wurde. Es waren die gleichen Sänger, wie im letzten Jahr diesmal hatten sie aber musikalische Begleitung und Schubert haben sie in der Kirche, vom Hochwürden eingeleitet, auch gesungen. Dann ging es ins Bezirksamt, wo es eine kleine Ausstellung des Bezirksmuseums über die Margaretner Musiker gab. Falco ist der berühmteste und vor dem Bezirksamt wurde „Margareten nur du allein, sollst der Bezirk meiner Träume sein!“, gesungen, was ich ein wenig kitschig fand. Es ging aber gleich weiter und heuer gab es auch Überraschungsgäste und Überraschungseinlagen, so ein sehr kritisches Wienerlied in einem Modegeschäft und in der Pizzeria „La gondola“, gab es die erste Labung, Prosecco, Schinken und Käse zu verkosten und natürlich italienische Lieder, dann ging es wieder zu den Arbeitergesängen in den Kreisky-Park und alle durften „Bella Cia“ singen. Die japanische Sängerin  Yuko Mitani hatte sich Verstärkung mitgebracht und so wurde auch ein japanisches Arbeiterlied gesungen und dann ging es in das Haus, wo Bruno Kreisky geboren wurde und zu einem Augenoptiker, der mit Falco in die Schule gegangen ist. Der ist zwar jetzt in Kuba, hat aber einen Film gedreht und Sekt Orange und Knabberstangen in seiner Praxis aufgestellt und die letzte Station war im Hotel Falkensteiner, wo Wiener Lieder und Operretten „Wien Wien nur du allein“ oder „Im Prater blühen wieder die Bäume“ gesungen wurde. Da gab es dann auch eine Weinverkostung und was zu essen und richtig, das hätte ich jetzt vergessen, eine Tanzeinlage gab es auch und die Tänzer kann man wieder beim Wiedner Hauptstraßen Fest Anfang Juli bewundern, wo ich mich auch zum Lesen angemeldet habe. Und noch was Trauriges, Harry Rowohlt, der begnadete Übersetzer von „Angela Ashes“ und anderem, den ich vor einigen Jahren in St. Pölten im Cinema Paradiso hörte, ist gestorben.

2014-12-01

Achter Ohrenschmaus

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:45
Die Jury

Die Jury

Die Lesenden - Till Firit und Chris Pichler.

Die Lesenden – Till Firit und Chris Pichler.

Und wieder einmal „OhrenschmausPreisverleihung – Literaturpreis von und für Menschen mit Lernschwierigkeiten“ der zum siebenten Mal im Museumsquartier vergeben wurde. Und wieder war es festlich, wenn auch diesmal etwas aufregend, wurde doch am Morgen bekannt, daß Felix Mitterer, der Schirmherr, der dem Gedichtpreisträger die Laudation halten und die Urkunde mit der Schokolade übergeben sollte, erkrankt sei und man einen Ersatz für ihn suche. Ludwig Laher ist dann für ihn eingesprungen und ich habe mich noch gemeldet die Schokolade für die Preisträger der Ehrenliste auszuteilen.

Die Laudation lag bereit, als ich nach fünf in die Ovalhalle aufbrach und dort gleich einige Bekannte, nämlich den Otto, traf.

Ehrenliste

Ehrenliste

Preisträgerin

Preisträgerin

Ein junger Mann drückte mir gleich die Broschüre mit den „Preistexten“ in die Hand, die zum zweiten Mal vom „Wohn und Werkstätten -Express“ sehr schön und liebevoll gestaltet wurde.

Dann gings bald los mit der Begrüßung, die wieder von Dani Linzer und Ronny Pfennigbauer gestaltet wurde. Michael  Duscher vom MQ hielt auch eine Eröffnungsrede und wies wieder auf die Literatur im MQ, nämlich auf die Ö-Töne hin, dann lasen Chris Pichler und Till Firit die Texte der Ehrenliste-Preisträger Elisabeth Dolischka, Herbert Schinko, Alfred Lanner, Birgit Hohnen, Gertraud Gruber und Julia Jirak.

Ludwig Laher hielt die Laudatio für den Siegertext der 1988 geborenen Christine Hendl „Das habe ich dir schon  1000 Mal gesagt“, der den Dialog zwischen einer Klientin und einer Therapeutin schildert, die sich nicht von ihrer Puppe Emmeline während ihrer Therapiesitzung trennen will.

Preisträger

Preisträger

Preisträger

Preisträger

Dann kam ich mit meiner Laudatio auf den 1977 in Zell am See geborenen Alex Dick, der mit seinen „kleinen feinen Prosaminiaturen“ die eigentlich ein Theaterstück sind „Bisdudu“ gewonnen hat, in denen er sich sehr deutlich mit der Rolle des Behinderten auseinandersetzt.

„Schöne Frau bist du eine Praktikantin oder bist du eine Klientin. Heutzutage kennt man sie nicht mehr auseinander. Heute schaun die Zivis aus wie die Klienten. Außer die mit dem Downsyndrom, die kennt man. – Das nächste Mal komm ich mit Downsyndrom auf die Welt.“

Die Preisträger wurden interviewt, die Texte gelesen. Dann gab es wieder eine Showeinlage, nämlich eine musikalische Performance der inklusiven Band „Mundwerk“ aus der Steiermark. Drei schöne Lieder, bevor es mit dem Lyrikpreisträger „Klaus Willner“ und seinem Gedicht „Herpst“ weiterging.

„Schöner Morgen Kühl

Sind Wiesen mit Reif zugeteckt

Wind streichelt mein Harr

Plätter fallem vom Baum

Herpstln turts“

Preisträger

Preisträger

Alle

Alle

Felix Mitterer hat zu dem mehrsstrophigen Gedicht ein paar Gedanken geschickt, die von Ludwig Laher verlesen wurden und dann kam ein Bekannter, nämlich der Mundartdichter Peter Gstötttmeier, der mit seinem Text „Selbständi“ vor ein paar Jahren einen Hauptpreis gewonnen hat und auch ein paarmal auf die Ehrenliste kam.

Jetzt ziert sein Siebenzeiler „Is ned banond“ die „Zotterschokolade.

„Mama is ned banond augen san triab kopf tuat weh haut is grau tuat net locha is net banond d`mama“, für das Heinz Janisch eine sehr berührende Laudatio hielt, in der er darlegte, wie sehr ihn diese Zeile an die eigenen inzwischen verstorbenen Eltern erinnerten.

Dann wurde es wieder lustiger. Franz-Joseph Huainigg, der Moderator biß in die Zotter Schokolade, gab ein paar Hinweise, zum Beispiel auf den nächsten Preis, für den man ab März Texte einreichen kann. Es gab ein Gruppenfoto mit allen Beteiligten, das Buffet wurde eröffnet, wo es wieder was zu essen und zu trinken, sowie verschiedene Gespräche mit Anton Blitzstein, der jetzt wieder einreichen darf und einigen anderen gab.

Und zum Nachsehen gibt es hier das Video der Preisverleihung

Mundwerk

Mundwerk

Band Mundwerk

Band Mundwerk

2014-10-14

Wieder Ohrenschmaus-Jurysitzung

Filed under: Uncategorized — jancak @ 19:56

Heute ging es wiedermal zur „Ohrenschnmaus-Jurysitzung“, dem Literaturpreis für und mit Menschen mit Lernbehinderung, der 2007 von Franz Joseph Huainigg intitiert wurde.
Ich war von Anfang an dabei, Otto Lambauer, mein zeitweiliger literarischer Verstärker, der mir nach einer langen Pause, jetzt wieder Kommentare schreibt, hat mich hineingebracht, beziehungsweise bei mir angefragt, wie man zu der Preisverleihung ins Literaturhaus kommt?
Das war die Zeit, wo ich für meine „Mittleren-Lesung“ ausgeladen, bzw. nicht mehr zugelassen wurde. So kam ich bei der ersten Preisverleihung zu einer schönen Lesung von schönen Siegertexten.
Ab 2008 fand die Preisverleihung dann im Museumsquartier statt und ab da habe ich auch darüber berichtet.
Schöne Texte, schöne Preisverleihungen, schöne Siegertexte und immer wieder neue Talente.
So zum Beispiel Renate Gradwohl die 2007 mit „Küssen lernen“ gewonnen hat, ein Text der auf die Schokolade kam und der mich an Ernst Jandl erinnerte.
Es gab auch einen kleinen Plagiatsskandal, beziehungsweise Mißverständnisse wer da jetzt einreichen darf? Nur Menschen mit Downsyndrom oder vielleicht auch Legastheniker oder depressive Akademiker?
Anton Blitzsteins literarische Texte, den ich ja von seinen Katzenbildern kenne, habe ich dadurch kennengelernt.
Michaela König, die glaube ich, nie gewonnen hat, mich aber zu der „Mimi“ anregte und die inzwischen, obwohl noch recht jung, genauso gestorben ist, wie Sahrah Lutschaunig, deren „Wilde Kirschen“ mich 2009 begeistert haben, Gewinnerin der Prosakategorien, bei den Lebensberichten gab es 1928 in Vorarlberg geborene Autorin nämlich Josefine Bitschnau, die wie andere Autoren, immer wieder einreichte und auch immer wieder auf die sogenannte Ehrenliste kam, die, glaube ich, von der Anfangs Jurorin Friedl Hofbauer, die ja heuer gestorben ist, initieert wurde.
Sonst ist Barbara Rett in der Jury, Felix Mitterer hat den Ehrenschutz, Kurt Palm war dabei und soll wieder hineinkommen, Niki Glattauer, Andrea Stift und Ludwig Laher habe ich hineingebracht, Heinz Janisch war schon von Anfang an drinnen.
Es gab oder gibt die Kategorien Prosa, Lyrik, Lebensbericht, voriges Jahr wurde, glaube ich, mit neuen Kategorien experimentiert und immer wieder sehr viele schöne Texte.
2010 war David Sylvester Marek Preisträger, der immer wieder sehr seltsame Texte mit Figuren wie „David Bergretter“ und „Lena Raubkatze“ hat und den Oberösterreicher Peter Gstöttmeier, der mit dem handgeschriebenen Mundart Text „Söbständi“, 20011 gewonnen hat, habe ich auch dort kennengelernt, im Vorjahr brachte er, glaube ich, einige Kochrezepte und stand immer wieder auf der Ehrenliste und die Preisverleihungen waren auch immer sehr prominent besetzt, der Herr Minister Töchterle, die Frau Minister Schmidt, beide sind nicht mehr in dieser Funktion, haben immer schöne Reden gehalten, ein künstlerisches Programm gab es auch und die „Ohrenschmaus-CD“, das „Ohrenschmaus-Buch“ zum Fünfjahresjubiläum in der „Edition der Provinz“ erschienen und immer wieder die gute „Zotter Schokolade“ mit einem Preisgedicht auf der Schleife.
Eva Singer hat das früher organisiert, jetzt tut es Evelyn Pammer und die Jurysitzungen fanden meistens im Oktober, entweder im Albert Schweitzer Haus oder im Parlament statt. Heute war wieder das Parlament an der Reihe und die heurigen Texte sind, glaube ich, vor zwei oder drei Wochen gekommen.
178 Einreichungen, die meistens eher kurz, ein paar lange waren auch dabei und dann die Qual der Wahl und dann geht esmeistens sehr schnell.
2008 wurde von der genannten Jury nur eine Vorwahl getroffen, die Endentscheidung lag dann bei den Vorjahres-Preisträgern, das scheint nicht ganz geklappt zu haben, jetzt gibt es wieder nur eine Jury und zu den Kategorien sind wir heute auch wieder irgendwie zurückgekommen. Haben drei schöne Texte ausgewählt und ein Gedicht für die Schokolade.
Welche wird natürlich nicht verraten, dafür aber Ort und Datum der Preisverleihung: Museumsquartier Ovalhalle, erster Dezember, ich glaube um achtzehn Uhr oder achtzehn Uhr dreißig und verrate, daß ich da die Laudatio für einen der Siegertexte halten werde.
Die anderen Laudatoren werden Felix Mitterer, Ludwig Laher, der immer sehr schöne Preisreden hält und Heinz Janisch sein.
Hinkommen, wenn man sich für die vielleicht ein bißchen andere Literatur, die nicht auf den Buchpreislisten und in Klagenfurt zu finden ist, interessiert!
Man wird staunen, wie spannend Menschen mit sogenannter geistiger oder intellektueller Behinderung schreiben können und welche Talente immer wieder zu finden sind.
Es gibt auch eine „Ohrenschmaus-facebook-Seite“ und eine Website, wo man sich weiter informieren kann.

2013-12-03

Siebenter Ohrenschmaus

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:53
Franz Josef Huainigg, Chris Pichler

Franz Josef Huainigg, Chris Pichler

20131202-194950

Am Montag wurde in der Arena im Museumsquartier der siebente „Ohrenschmaus“ Literatur von und für Menschen mit Lernbehinderungen vergeben und diesmal begann es mit einem traurigen Anlaß, sind ja zwei Frauen, die für den Preis maßgeblich waren, in diesem Jahr verstorben. Michaela König, die Franz Joseph Huainigg veranlaßte diesen Preis zu stiften und die mich auch zur „Mimi“ inspirierte und Sarah Lutschaunigg, zehn Tage jünger als die Anna, die 2009 mit den „Nachrichten vom Fernsehen bzw. den verrückten Kirschen“ den Prosapreis gewann und nun einem schweren Leberleiden erlag.
Ansonsten war diesmal alles noch besser und schöner und nahezu perfekt organisiert und die Preisverleihung fand diesmal in der „Arena“, nicht in der „Ovalhalle“ statt.

Andrea Stift

Andrea Stift

20131202-201113

Die Lyrik und die Prosapreise hatten diesmal klingende Namen und Dani Lunzer und Ronny Pfennigbauer moderierten wieder, dann wurde der Adventkalender vorgestellt, den Franz Joseph Huainigg auf seiner Facebookseite hat und der jeden Tag einen Text von Michaela König hat und Sarah Lutschauniggs Text wurde noch einmal von Chris Pichler verlesen. Es ist ein Text, wo alle irgendwie versterben, eigentlich ein trauriger Text zum traurigen Anlaß, der aber seltsamerweise auch zum Lachen verlocken konnte.
Dann gings los mit der Ehrenliste, in der sich schon einige bekannte Namen wiederfanden, so hat Peter Gstöttmeier der Prosapreisträger von vor zwei Jahren wieder mit „Blunzn und Stossuppn“ gewonnen.
Dann kam der Prosapreis oder die Kategorie „Me and myself“ und da hat der 1961 geborene Volker Darnedde aus Braunschweig mit seinem Text Myrderline. Meine Krankheit ist die Schwärze des Kaffees“, gewonnen, bei dem ich mir auch nicht sicher bin, ob er nicht mehr Psychiatrie als Downsyndromerfahrung hat. Es ist jedenfalls ein höchst differenzierter Text, der da in einigen Notizbüchern ausgebreitet wurde und auch als Hörbuch erhältlich ist. Andrea Stift hat eine sehr schöne Laudatio gehalten und der Preis wurde von Dr. Andreas Döring entgegengenommen, der auch das Hörbuch aufgesprochen hat.

20131202-205128

Ludwig Laher

Ludwig Laher

Der zweite Preisträger war auch schon ein alter Bekannter, nämlich der 1971 in Wien geborene David Sylvester Marek, der auch, glaube ich, schon vor drei und zwei Jahren gewonnen hat und dessen Protoagonisten David Bergretter, Lena Raubkatze, etc in allen seinen Texten immer wieder vorkommen. Hier hielt Felix Mitterer die Laudatio und der Wissenschaftsminister hat den Preis übergeben und der Lyrikpreisträger oder der des Lebensberichts war auch schon ein Bekannter, nämlich der 1986 in Südtirol geborene Julian Messner der mit „Ich denke“ höchst selbstbewußt, wie es Ludwig Laher in seiner Laudatio nannte, das Leben eines „Nicht-Standardmenschen“ beschreibt:

„ich denke mir
so wie ich bin und nicht
anders soll ich sein und so hätte ich mich
auch selbst gemacht

nur EINS hätte ich anders gemacht
ich hätte mir ganz bestimmt nicht
das down syndrom verpasst
ich will nicht behindert sein“

20131202-213701

20131202-211248

Der Text auf der Schokolade ist diesmal ein Prosaausschnitt und zwar von dem Sonderpreisträger Alfred Lanner, der in „Wolkenblasen“ von einem „Wolkenblasgerät“ schreibt, da bei „einem dunklen darstigen Wetter einen Hügel hinaufgeschoben wird.
Dazwischen gab es wieder eine Tanzeinlage, dann wurde die Schokolade angebissen, beziehungweise diesmal vom Schokolademeister Josef Zotter vorgestellt, ein Buffet gab es auch und diesmal ist es mir geglückt „Mimis Bücher“ Frau König, Michaela Königs Mutter zu überreichen, die mir Otto Lambauer, der auch gekommen war, vorstellte.
Es gab auch eine Broschüre in der alle Siegertexte von der „Büro und Mediengruppe der Werkstätten und Tagestruktur Horizont“ zusammengestellt wurden.
Mit dnm Otto waren wir im Museumsquartier noch Punschtrinken und sonst habe ich noch zu vermelden, das das „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ fertiggeworden ist, das ich gleich Andrea Stift geben konnte, die mir vielleicht eine Rezension für das Literaturhaus dafür schreibt.
In Ö1 sind die „Ohrenschmaus-Texte“ am Montagabend auch gewesen.

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